Nr. 17 Freunden des Gra jüngstes Buch„ See mer launigen Art von in den Vereinigten ichbebilderten Volts: llige Preis wird da Amelang in Leipzig band für eine Reihe Wahrheit über Sera enministerium hat mit Verlage Died& Co., o Adlers: ,, Der Schuß Gerajevo" den Post: ch darf also dort nicht wir in Mitteleuropa eil es die tatsächlichen Weltkrieg auslöften. vom Hansabund für NW. 7. Mit diesem mpfe stehen, ein recht 1, das dazu noch über Iten ist. Ein vortreff ich mit den täglich vor ionen eingehender belle politische und wirt mer Wegweiser in der Kjr. und Gewerbetreibenden! ung ,, Die Handwerks tes Aufsehen. Wenn s übersicht, so bekommt fangreichen Gebiet, das Eff genommen wurde. - heute die Schreib er und GewerbetreibenEn nur als posierenden Enschen, den Motor der ■, bietet eine gute Ge er Illustrierten Press en" lautet der Titel der Zeitschrift ,, Das flaren und unpartei und politische Lage rift für das gesamte ölferfunde, 5. Jahrg., ich das vorliegende chslung des Stoffes Cessante Beiträge: Di lam- Stadt.- H. Feh Dr. H. Hertzberg, Die Die Zwerge jagen. der Mode sind einge en erscheinenden ersten Welt" und lauten: Form! Freiheit, Phan ristischen Merkmale der garniert! Interessante nähere Einzelheiten geleit, Gießen. Die Wissenschaft schreitet fort! in neues Präparat, das zum le auf Grund präziser wissen er Experimente und Forschung , einen wirklichen Verjün nd Heilwert bei vorzeitigem hat sexuelle Neurasthenie), ner epressionszuständen usw. sowohl im Tierexperiment wie nschen in jahrelangen klini fungen bewährt hat. Titus sind das Ergebnis der letztea gen aus dem Berliner Sexual aftlichen Institut der Dr. Mag Stiftung Titus- Perlen" haben t ihr grosser Erfolg- 3 An ur Einwirkung auf den Hor und zwar: rüsen, 2. die Organe, 3. das vensystem, Es ist also cin räparat, das alle Möglichkeite r Potenzsteigerung berück diese Störungen psychischer, innersekretorischer Art. Daher erlen" meist auch da, wo andere 0.99 Titus- Perlen" Kontrolle des Instituts für Die wissenschaftliche Abband chlossen erhalten, zeigt Ibnes estellt, alle Ursachen, die r Wilhelmstädt. Apoth., Berlin NW ,, Titus- Perlen" 100 Stek. für Apotheken. 0.80. licher Dank! ch gern briefl. jedem, der nus, Gicht, Ischias, Ner leid. mit, wie ich v.mein zen d. e. garant. unschädl rznei) befreit wurde. Nur schreckl. Schmerz, selbst d begreifen, wenn ich dies gebe. Krankenschwester eichenhall 456( Bayern) beim Einkauf nur The Waren! Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder RüdSendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. Politische Rundschau. Im Hauptausschuß des preußischen Landtages wurde der Regierungsvorschlag auf Senkung der Hauszinssteuer ab 1. April 1931 um 3 v. H. angenommen. Der sächsische Ministerpräsident ist am Dienstag vom Reichslenzler empfangen worden. Der Besuch hängt mit der Forde= rung zusammen, daß auch die sächsische Lausitz bei der Osthilfe berüdsichtigt werden müsse. Als Nachfolger des zum Gesandten in Warschau ernannten Bortragenden Legationsrates von Moltte ist der Gesandte Meyer zum Dirigenten der Oftabteilung ernannt worden. Ge= sandter Meyer war zuletzt im Auswärtigen Amt in der Abteilung West- und Südeuropa tätig. Die Ergebnisse der braunschweigischen Wahlen haben in Berliner parlamentarischen Kreisen nicht überrascht. Vor allem wird betont, daß Kommunalwahlen wesentlich von örtlichen Geichtspunkten beeinflußt werden, die mit der großen Politik nichts zu tun haben. Der Reichsvorstand des Christlich- Sozialen Volksdienstes hat beschlossen, das Volksbegehren für Auflösung des Preußischen Landtages zu unterstützen. Die Frattionen der Landvolkpartei, der Deutschnationalen Bolkspartei und der Wirtschaftspartei im Thüringischen Landtag veröffentlichen eine Kundgebung, in der sie das auf Auflösung des Preußischen Landtages abzielende Volksbegehren des Etahlhelms begrüßen. Die deutsche Industrieabordnung besichtigte am Sonntag unter Führung des Vorsitzenden des Moskauer Stadtrates die Stadt Mostau. Am Mittwoch gibt der deutsche Botschafter v. Dirdjen zu Ehren der Abordnung einen Empfang, an dem bie Vertreter der Sowjetregierung teilnehmen werden. Der Generalstaatsanwalt in Berlin hat gegen die Bundesführer des Stahlhelms, Seldte und Duesterberg, auf Grund des $ 5, Absatz 1, des Republikschutzgeseges in Verbindung mit§ 20 des Reichspressegesezes wegen des Aufrufes in der Stahlhelmzeitung Nr. 2 ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Der am 18. Januar erschienene Aufruf war die Einladung zum Volts: Begehren. Eine in Berlin von 112 Delegierten der verschiedenen repuGlikanischen Organisationen des Reichs besuchte Konferenz beschloß eine Dachorganisation zur Zusammenfassung aller republikanischen Bünde und Organisationen zu schaffen. Der„ Republikanische Reichsbund" wurde als Dachorganisation bestimmt und beauftragt, die Initiative zu ergreifen. Zu der Nachricht vom Uebertritt des Senatspräsidenten Grüßner zur Nationalsozialistischen Partei teilt der„ Völkische Beobachter" mit, daß eine Bestätigung dieser Meldung von seiten der Reichsleitung der NSDAP. noch nicht vorliege. Wie die Gute Hoffnungs- Hütte bei Oberhausen mitteilt, Ficht sie sich durch den anhaltenden Absatzmangel gezwungen, verhiedene ihrer Betriebe stillzulegen. Durch die Stillegung wird Die Entlassung von 2321 Arbeitern notwendig. 600 weitere ArGeiter hofft man auf den übrigen Zechen unterbringen zu können. Der Arbeitgeberverband der chemischen Industrie FrankFurt a. M. hat den Gewerkschaften zum 31. März den Lohntarif Für die Provinz Hessen- Nassau und den Freistaat Hessen zweds Lohnsentung gekündigt. Zwischen Hamm und Hannover ist am Sonnabend ein erster Brobezug gelaufen, der einen Stundendurchschnitt von 120 Kilometer erreichte. Die Versuche werden fortgelegt, weil man evtl. hon im Sommerfahrplan die FD- 3üge einsehen lassen will, die ain 120- Kilometer- Tempo erreichen sollen. Die finnische Regierung ist am Dienstag nach der ersten Bollversammlung der Regierung zurüdgetreten. Man rechnet Damit, daß die neue Regierung ein Koalitionsministerium werBen wird, in dem alle bürgerlichen Parteien vertreten sind. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 4. März 1931 wurde angenommen eine sozialdemokratische Entschließung, wonach der Zinsverbilligungsausschuß des Reiches für Bodenverbesserungs- Darlehn auf zehn Jahre ausgedehnt wird. Schon bei diesen Abstimmungen zeigte sich, wie gefährlich das kommunistischsozialdemokratische Zusammengehen für die von den Mitteipor= teien bekämpften Anträge war. Dieser Umstand führte dann auch bei der von Löbe zurückgestellten Abstimmung über den jozialdemokratischen Gefrierfleischantrag zu einer nervösen Unruhe. Die Absicht des Reichstagspräsidenten Löbe, den sozialdemokratischen Antrag sofort zur Abstimmung zu bringen, schei= terte an dem Widerstand der Abgeordneten der Mittelparteien. Löbe mußte sich zu efner halbstündigen Redezeit für die einzeinen Abgeordneten verstehen. Reichsernährungsminister Schiele ergriff zunächst das Wort. Er lehnte den sozialdemofratischen Antrag, der die Wiedereinführung eines zollfreien Gc= frierfleischkontigentes in Höhe von 50 000 Tonnen jährlich vorsieht, als agrarfeindlich ab. Er richtete an den Reichstag die Aufforderung, den sozialdemokratischen Antrag abzulehnen. Die Kommunisten brüllten ihre Flegeleien dazwischen, die Löbe veranlaßten, Ordnungsrufe auszuteilen. Im übrigen war man dann sachlich genug, um in Ruhe den Abgeordneten Hepp( Landvolf) anzuhören, der sich energisch gegen den sozialdemokratischen Antrag wandte. Den gleichen Standpunkt nahmen die Abgeord= neten Gerauer von der Bayrischen Volkspartei, Schneidewind von der Wirtschaftspartei und Meyer( Dtsch.- Hann.) ein. Alle Redner brachten zum Ausdruck, daß durch die Wiedereinfuhr von Gefrierfleisch die Bauernschaft schwer geschädigt werde. Die Abstimmung ergab dann: Artikel 1 des sozialdemokratischen Entwurfs, der die zollfreie Einfuhr von 50 000 Tonnen Gefrierfleisch vorschreibt, wird im Hammelsprung mit 218 gegen 152 Stimmen bei 1 Stimmenthaltung angenommen. Dafür haben auch die meisten Staatsparteiler und einige Zentrumsabgeord= nete vom Gewerkschaftsflügel gestimmt. Der vom Ausschuß dem Entwurf angefügte Satz, daß beim Gefrierfleischtransport deutsche Schiffe den Vorzug erhalten sollen, wird abgelehnt. In der dann folgenden dritten Beratung wird der Gesetzentwurf in namentlicher Abstimmung mit 223 gegen 149 Stimmen bei 4 Enthaltungen angenommen. Wahltag in Braunschweig. Die Kommunalwahlen im Lande Braunschweig sind ruhig verlaufen. Von Zwischenfällen liegen keine Nachrichten vor. Die Straßenpropaganda ist nach den großen Anstrengungen der Parteien in den letzten Wochen mäßig gewesen. Zunahme der nationalsozialistischen und kommunistischen Stimmen. V Die Stadtverordneten Versammlungen einschließlich der Hauptstadt zählen 208 Sitze. Davon entfallen auf die Nationalsozialisten 47 Size, vorher 2, außerdem sind 6,, Stahlhelm- Mandate" vorhanden. Auf die verschiedenen Listen bürgerlichen Gepräges entfallen 62 Sitze, vorher 105, auf die Sozialdemokraten 72, vorher 94, auf die Kommunisten 21, vorher 4. Die Nationalsozialisten gewannen somit 45 Mandate, wozu noch die 6 Stahlhelm- Mandate gerechnet werden dürfen. Die Kommunisten gewannen 17 Site. Die bürgerlichen Listen verloren 44 und ge= wannen einen Sitz. Die Sozialdemokraten verloren 23 Sitze und gewannen einen Siz. Schließlich gingen noch drei demokratische Mandate verloren. Die Kreistage haben insgesamt 102 Site. Davon erhielten die Nationalsozialisten 32( vorher 2), verschie= dene bürgerliche Listen( Mittelstand, Beamte usw.) 21( vorher 46), die Sozialdemokraten 42( vorher 53), die Kommunisten 7 ( vorher 1). Die Nationalsozialisten gewannen also 30 Size, die Kommunisten 6; die Sozialdemokraten verloren 11 Sitze, wäh rend die Bürgerlichen 25 Site abgeben mußten. Die Wahlbeteiligung im ganzen betrug etwa 84 Prozent gegen 89,29 Prozent bei den Landtagswahlen im September v. J. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platz: vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 18 Schacht über Revision des Young- Planes Die„ Deutsche Rundschau"( Verlag Berlin W. 30) veröffentlicht in ihrem Märzheft einen Aufsatz von Reichsbankpräsident a. D. Dr. Hjalmar Schacht, der die Rechtsgrundlagen zeigt, auf denen jede RevisionsForderung aufbauen muß. Wir geben im folgenden mit Erlaubnis des Verlages einige Abschnitte aus diesem ungemein wichtigen Aufsatz wieder: Der deutsche Lösungsvorschlag afzeptierte grundsätzlich, daß Deutschland die sogenannten Reparationsansprüche bis zu einer vernünftigen Grenze der deutschen Leistungsfähigkeit erfüllen sollte. Für die Bemessung der deutschen Leistungsfähigkeit greift das Memorandum zurück auf die Grundsätze, die der amerikanische Staatssekretär Mellon seinerzeit für die Schuldenverhandlungen mit den Alliierten aufgestellt hatte. Diese Grundsätze hatte Mellon dahin formuliert, daß das Einkommen und der Lebensstandard des Schuldnervolkes berücksichtigt werden müsse, und daß das Bestehen auf einem Abkommen, das die Zahlungsfähigkeit eines Landes übersteige, dieses Land berechtigen würde, jenes Ablommen zu verweigern. Was hier für die alliierten Schuldner gegenüber Amerika als geltende Rechtsgrundlage von Mellon offiziell formuliert und von der parlamentarischen Vertretung des amerikanischen Volfes gebilligt wurde, würde einer deutschen aktiven Reparationspolitik, so sollte man meinen, eine wirksame Handhabe bieten. Was nun die deutsche Leistungsfähigkeit anlangte, so gab das Memorandum eine knappe Darstellung der derzeitigen trostlosen deutschen Wirtschaftsstruktur und verwies in erster Linie darauf, daß durch die Entscheidung der Friedensverträge Deutschlands landwirtschaftliche Erzeugung in einem Umfange geschwächt worden sei, der unter allen Umständen wieder wettgemacht werden müsse. Die deutsche Lebensmittelversorgung sei in einem Maße vom Auslande abhängig geworden, das unmöglich zu ertragen sei und einer Reparationslösung infolge der zurzeit notwendigen Lebensmittelimporte entgegenwirke. Der zweite Grundgedanke des deutschen Lösungsvorschlages war die Wiederherstellung einer eigenen Rohstoffbasis in wenigstens einem gewissen Umfange, nachdem Deutschland seiner Kolonien und damit der in den Kolonien in kräftigem Aufblühen begriffenen Rohstofferzeugung beraubt worden sei. Der dritte Leitgedanke endlich war der in unzähligen volks= wirtschaftlichen Arbeiten über das Reparationsproblem immer wieder zum Ausdruck gebrachte Sazz, daß Deutschland nur aus einer Steigerung seines Exportüberschusses Reparationen zahlen könne. Die deutsche Reparationsleistung müsse deshalb in einer gewissen Proportion stehen zu dem Umfange, in dem die Weltmärkte sich dem deutschen Handel öffnen würden. Keine neue Weisheit, sondern eine pure Selbstverständlichkeit. Statt auf alle diese Gedankengänge einzugehen, brachten es die politischen Einflüsse auf der Pariser Konferenz fertig, sämt= liche ökonomischen Erwägungen mit einer Handbewegung beiseite zu schieben und eine Zahlenreihe aufzustellen für Deutschlands Verpflichtungen, die den politischen alliierten Mächten Genüge bot. Kein Jahr ist verflossen, seit der Ratifizierung des Haager Protokolls, und schon taucht das Problem wieder auf. Wir stehen in kürzester Frist, und viel eher, als es den Politikern lieb ist, vor seiner Neuerörterung. Da ist es von größter Wich tigkeit, festzustellen, daß der Youngplan trotz aller politischen Beeinflussung doch die ökonomischen Voraussetzungen und Vorbedingungen für die Reparationszahlungen genügend eindeutig formuliert hat, um darauf eine Neuerörterung basieren zu können. Ja, stärker als der Dawes- Plan, betont der YoungPlan, daß die Steigerung der deutschen Zahlungsfähigkeit nicht ohne die aktive Unterstützung der übrigen Mächte eintreten fann, und legt diesen Mächten deshalb die Verpflichtung auf, für eine ökonomische Lösung des Reparationsproblems einzutreten. Die große Frage, die sich damit jetzt für die alliierten Mächte ergibt, ist die, ob sie diese Erhöhung der deutschen ZahlungsDie lettische Regierung ist zurückgetreten. Der Rüdtritt Verfassungsantrag der Deutschen Volkspartei. fähigkeit mit herbeiführen helfen und durch Deffnung und wird begründet mit den Schwierigkeiten bei der Durchführung Des Wirtschaftsprogramms. Das Repräsentantenhaus in Washington hat die Regie: ungsvorlage angenommen, die die Einwanderung für die Dauer von zwei Jahren auf 10 v. 5. der gegenwärtig zugelassenen Kontingente beschränkt. Aufhebung des Brotgesekes. 50000 Tonnen zollfreies Gefrierfleisch. Der Reichstag setzte am Dienstagnachmittag 15 Uhr die Beatung des Haushalts des Reichsinnenministeriums fort. Zu= or aber wurden zurückgestellte Abstimmungen über den landvirtschaftlichen Haushalt vorgenommen. Mit Ausnahme der Rechtsopposition war das Haus im Gegensatz zur Montags= igung ziemlich stark besetzt. Der Mißtrauensantrag der Kommunisten gegen Schiele wurde mit 311 gegen 60 Stimmen abgelehnt. Weiter fonnte Reichstagspräsident Löbe in verhältnismäßig kurzer Zeit über zahlreiche Anträge abstimmen lassen. Unter anderem wurde eine Entschließung der Deutschen Volkspartei für Standardisierung der Agrarproduktion angenommen. Annahme fand ferner der sozialdemokratische Gesetzentwurf, der Bas Brotgesetz praktisch aufhebt.( Die Sozialdemokraten und Rommunisten gingen bei der Abstimmung zusammen.) Weiter Die Deutsche Volkspartei hat im Reichstag einen Gesetzentwurf auf Aenderung der Reichs- Verfassung eingebracht. Danach soll das Wahlalter von 20 auf 25 Jahre heraufgesetzt werden. Der Reichstag soll vom Reichspräsidenten berufen und geschlossen werden. Der Reichspräsident soll zugleich Oberhaupt des Landes Preußen sein. Seine Befugnisse in preußischen Landesangelegenheiten sollen durch preußisches Gesetz geregelt werden. Mit diesem Antrag hat die Deutsche Volkspartei die Zusagen eingelöst, die ihr Führer, der Abgeordnete Dingelden, wiederholt in seinen öffentlichen Reden gemacht hatte. Ueber die außerordentlichen Schwierigkeiten, den Antrag zur Annahme zu bringen, wird man sich zweifellos auch in volksparteilichen Kreisen keinen Täuschungen hingeben. Die Finanznot der Gemeinden. Berlin. Zwischen der Reichsregierung und der preußischen Staatsregierung haben Verhandlungen über die Maßnahmen der Beseitigung der Finanznot der Gemeinden stattgefunden. An den Verhandlungen nahmen teil der Reichskanzler Dr. Brüning, Reichsfinanzminister Dietrich, der preußische Ministerpräsident Braun, der preußische Finanzminister Dr. Höpfer- Aschoff und der preußische Innenminister Severing. Finanzierung der Märkte die Kaufkraft für deutsche Waren steigern wollen? Wollen sie das nicht, so liegt nur die andere Lösung vor, auf Reparationsleistungen zu verzichten. Der Young- Plan hat sich nicht begnügt mit dieser bloßen er hat in der Bank für interGegenüberstellung, sondern nationalen Zahlungsausgleich eines der Mittel angegeben, um zur Lösung des Problems im positiven Sinne beizutragen. Die Ausschließung und Finanzierung neuer Märkte durch gemeinschaftliche internationale Arbeit einschließlich Deutschland er= fannten die Youngsachverständigen einstimmig als ein wirtjames Mittel, um Deutschlands Export zu Hilfe zu kommen. Fragt man sich, was die Internationale Bank bisher in der Richtung getan hat, was sie auch nur eingeleitet hat, um diesen Zielen gerecht zu werden, so wartet man vergebens auf eine Antwort. Auch dort findet man kein Verständnis für die wirklich großen Aufgaben, die der Young- Plan der internationalen wirtschaftlichen Zusammenarbeit gestellt hat. Es ist der Internationalen Bank gegangen wie Herrn Tardieu im Haag, der glaubte, sich über die wirtschaftlichen Voraussetzungen des Young- Planes hinwegsehen zu können. Die wirtschaftliche Lösung des Reparationsproblems ist damit wieder einmal vorerst be= graben worden. Aber sie wird noch einmal auferstehen und entweder zum wirklichen Frieden führen oder für immer das Zeitliche gesegnet haben. Mittwoch Mittwoch, den 4. März 1931. Die S.P.D. handelt! Berlin. Die Verhandlungen, die gestern zwischen dem Kanzler und den Führern der Sozialdemokraten sowohl über den Wehretat wie über Steuerfragen geführt worden sind, haben zu feinem Ergebnis geführt. Der Kanzler hält selbstverständlich an dem Wehretet in der vorliegenden Form fest. Und es wäre vertehrt, diese Situation nervös zu betrachten. Weit ernster möchten wir die Anträge beurteilen, die von den sozialdemokratischen Unterhändlern bezüglich einer Reihe Steuerfragen aufgestellt worden sind. Die Vertreter der Deutschen Volkspartei wie die der Staatspartei und des Zentrums haben nochmals entschieden dagegen Einspruch erhoben, daß neue Steuererhöhungen vorgenommen werden sollten. Die Sozialdemokraten haben aber ihrer seits diese Forderungen erneut beim Kanzler vorgebracht. Hier sehen wir immerhin Schwierigkeiten, die nicht leicht genommen werden dürfen. Schwere Anschuldigungen im Roggen Untersuchungsausschuß. Berlin. Im Untersuchungsausschuß des Reichstages über die Roggenstützung wurde gestern die Behauptung aufgestellt, bei verschiedenen Mühlen des Scheuerkonzerns und bei dem Konzern selbst, der Getreideindustrie- und Commissions- A.- G., seien Bilanzfälschungen vorgenommen worden, um einen höheren Wert der betreffenden Objekte vorzutäuschen zwecks Erzielung höherer Verkaufspreise. ,, Gießener Zeitung" Auflösung der Reichs- Gesandtschaft in München. Berlin. Der Ergänzungsetat für 1931 ist nunmehr dem Reichstag zugegangen. Angesichts der Notlage der Reichsfinanzen hat die Reichsregierung beschlossen, die Reichsgesandtschaft in München fortfallen zu lassen. Der die Gesandtschaft leitende Staatssekretär v. Haniel wird in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Dr. Henz in Darmstadt. der Darmstadt. Im Anschluß an eine aus allen Teilen Provinz Starkenburg besuchten Provinzialtagung der Parteifunktionäre der Deutschen Staatspartei, auf der Reichstags= abgeordneter Dr. Heuß die grundsägliche politische Haltung der Staatspartei behandelt hatte, sprach derselbe abends in einer öffentlichen Versammlung über die Frage: ,, Dietrich oder Hitler?" Nr. 18 Die am Sonntag, dem 1. März, in Mainz veranstaltete Provinzialtagung der Staatspartei in Rheinhessen war außerordentlich stark besucht. Dr. Heuß- Berlin, M. d. R., referierte hier über Grundsätzliches zur Haltung der Staatspartei. Der zweite Teil der Verhandlungen war ausgefüllt durch die Besprechung organisatorischer Fragen und die Neubildung des Provin zialvorstandes. Provinzialvorsitzender wurde Dipl.- Handelslehrer Martenstein- Worms. Die Kommunisten gegen Polizeizuschüsse an Thüringen und Braunschweig. Berlin. Die kommunistische Reichstagsfraktion hat zum Haushalt des Reichsministeriums eine Entschließung eingebracht, in der die Reichsregierung ersucht wird, die Zahlung von Polizeikostenzuschüssen an Thüringen und Braunschweig einzustellen. Die neuen Reichsgrundsätze für den Wohnungsbau. Hierüber schrieb Herr Bürgermeister Dr. Köhler Zwenkau vor einigen Tagen in den ,, Leipziger Neuesten Nachrichten": Die Notverordnung des Reichspräsidenten vom 1. Dezem ber 1930 hat wesentliche Aenderungen in der Förderung des Siedlungs- und Wohnungswesens in seinen Grundlinien fest gelegt. Die Reichsgrundsäße, die unter dem 10. Januar 1931 für die Förderung des Kleinwohnungsbaus von der Reichsregierung im Einvernehmen mit den deutschen Ländern aufgestellt worden sind, bringen grundlegende Umstellungen gegenüber dem Verhandlungen mit der evangelischen Kirche. bisherigen Zustand. Berlin. Schon seit einiger Zeit finden eingehende Verhandlungen über die Gestaltung des evangelischen Staatsvertrages zwischen der evangelischen Kirche und dem preußischen Staat statt. Auch in der vergangenen Woche hat man sich über diese Dinge erneut unterhalten, ohne daß es zu einem Ergebnis getommen ist. Die jetzigen Schwierigkeiten scheinen nicht mehr beim Zentrum zu liegen, sondern vielmehr bei einem evangelischen preußischen Minister, der eine hervorragende Stellung in der Staatspartei einnimmt. Lohnverhandlungen bei der Reichsbahn. Berlin. Die Lohnverhandlungen bei der Reichsbahn haben gestern begonnen. Die Reichsbahn hat vorgeschlagen, den Stundenlohn um 7 Pfg. allgemein zu senken. Das bedeutet für die Arbeiter der mittleren Lohngruppen im mittleren Lohngebiet eine durchschnittliche Ermäßigung um etwa 10-11 v. 5. Die Gewerkschaften haben sich ihre Stellungnahme vorbehalten. Die Verhandlungen werden am 10. ds. Mts. fortgesetzt. Erfolgreiche Tagung des Hanja- Bundes. Ganz wesentlich wird sich bereits die Tatsache auswirken, daß die Mittel aus der Mietzinssteuer nach dem Gesetz über den Geldentwertungsausgleich ab 1. April 1931 nicht mehr durch die Gemeindebehörden, sondern nur noch durch die zentralen Landesinstanzen bei uns in Hessen durch das Arbeits- und Wirtschaftsministerium vergeben werden sollen. Dabei darf In Erfurt fand dieser Tage eine Informationstagung des Hansa- Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie mit zirka 120 Vertretern von Verbänden aus allen Schichten des Unternehmertums und aus allen Teilen des Reiches statt, die bereit sind, als Mitarbeiter die große wirtschaftspolitische Aktion zu unterstützen, die der Hansa- Bund zurzeit unter der Parole: ,, Wirtschaftsfreiheit gegen Wirtschaftsnot" durchgeführt. Als organisatorische Auswirkung der Tagung wurde beschlossen, in Kürze in den verschiedensten Teilen des Reiches Aufklärungstagungen und Kundgebungen für die Freiheit der Wirtschaft und gegen die sozialistischen Experimente, gleichgültig, unter welchem Mantel sie sich verbergen, durchzuführen. Hitler säubert die S.A. - in Zukunft nicht mehr das örtliche Aufkommen, sondern nur noch der dringende örtliche Bedarf der Verteilung zugrunde gelegt werden. Bei der Bemessung dieses örtlichen Bedarfs sind die Zahlen der fehlenden und der überfüllten Wohnungen, der natürliche Bevölkerungszuwachs, die Zuzugs- und Abwanderungsverhältnisse und die voraussichtliche Entwicklung der örtlichen Wirtschaft angemessen zu berücksichtigen. Dabei ist durch die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse auf dem Lande der Abwanderung entgegenzuwirken und die Rückwanderung aus den Städten zu erleichtern. Zur Entlastung der innerstädtischen Wohngebiete ist der Wohnungsbau in den Randgebieten und in der Umgebung der Städte besonders zu fördern. Der ,, Völkische Beobachter" enthält folgende Anordnung: ,, Folgende Stürme werden mit sofortiger Wirkung aufgelöſt: Sturm I, 14, Reservesturm, Sturm der G. G., alle in Kassel. Grund: Es besteht der dringende Verdacht, daß mehrere S.A.und S.S.- Männer gegen die Befehle des obersten S.A.- Führers Adolf Hitler gehandelt haben; die sämtlichen Schuldigen sind augenblicklich aus der Partei auszuschließen. Die aus der Mietzinssteuer zu gewährenden öffentlichen Mittel sind entweder für Baudarlehen an den Bauherrn oder für Zinszuschüsse zu verwenden. diese Zinszuschüsse aus öffentlichen Mitteln gewährt werden sollen. Die Höhe der Darlehen aus der Mietzinssteuer, die als Baudarlehen in Zukunft zu gewähren sind, soll in ihrem Einheitssag um mindestens ein Viertel gesenkt werden. Wenn also Hessen bisher im Landesdurchschnitt etwa 6000 RM. Baudarlehen gegeben würde, so wird in Zukunft nur noch mit 4500 RM. je neu zu erstellende Wohnung gerechnet werden Fönnen. Allerdings sollen für kinderreiche Familien und für Schwerkriegsbeschädigte zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Die Größe der Wohnfläche soll 32-45 Quadratmeter betragen, und bei Familien mit Kindern soll sie 60 Quadrat meter nicht übersteigen. Bei Einfamilienhäusern, beim Vorliegen zwingender Gründe oder beim Aufwenden höherer eigener Mittel kann ausnahmsweise eine Vergrößerung des Wohnraumes zugelassen werden. Die Miethöhe muß wirtschaftlich für die Kreise, für die die Wohnungen erstellt werden, tragbar sein. In der Regel dürfen die Mieten 150 v. H. der Friedensmiete entsprechender Altwohnungen nicht übersteigen und sollen für die Kleinwohnungen zwischen 20 und 40 KM. im Monat liegen. Die Zinszuschüsse sollen ermöglichen, daß die Bauherrn auch zweistellige Hypotheken zu höheren Zinssäßen aufnehmen, oder daß sie eigenes Kapital in größerem Umfange als bisher investieren können, ohne daß sie zwangsläufig der Unrentabilität anheimfallen müssen. Der Zweck dieser Maßnahme ist, daß die Baudarlehen aus der Mietzinssteuer möglichst weitgehend durch Darlehen Dritter mit Zinszuschüssen ersetzt werden, etwa ein Viertel der Wohnungen soll allein mit Zinszuschüssen gebaut werden. Es erhebt sich hierbei nur die große Frage, ob bei unserem jezigen Wirtschaftszustand sich wirklich genug zweistellige oder gar drittstellige Hypotheken und genügend Eigenkapital für Neubauten finden lassen werden. Dies erscheint zum mindesten zweifelhaft, selbst wenn in den Reichsgrundsäßen bestimmt wird, daß die Gewährung von Darlehen durch Dritte weitgehend durch Uebernahme von Bürgschaften zu fördern ist. Inwieweit diese Bürgschaften auf die Gemeinden, die Länder und das Reich zu verteilen sind, steht noch nicht fest; es scheint aber so, als ob für die Gemeinden auch diesmal wieder eine ganz erhebliche Be= lastung übrigbleiben sollte. Ferner erscheint die Frage der Zinszuschüsse insoweit noch reichlich ungeklärt, als bis jetzt noch nicht im entferntesten angedeutet wurde, auf welche Spanne Jahre Sozialpolitische Betrachtungen über die maßgeblichen gefeßlichen Reglementes, wie Hinterlegung von Wohnungswirtschaft in Stalien. Gegenüberstellung zur deutschen Wohnungszwangswirtschaft. Von einem Offenbacher treuen Leser unserer ,, Hess. Hausbesitzer Zeitung", der die italienischen Wohnverhältnisse aus eigener Anschauung genau kennt, ist uns folgender Artikel zugegangen: Es ist für den deutschen Hausbesitz und alle die, welche mit dem Immobilienbesitz oder Geschäft verknüpft sind, beson ders wichtig, zu erfahren, wie sich die Verhältnisse auf diesem Gebiete in anderen Ländern gestaltet haben. Meine Forschun gen und Studien wurden einmal möglich durch gute Beherr schung der italienischen Sprache und des Idioms der Arbeiterschaft, zum anderen durch ausgezeichnete Geschäftsverbindungen mit dem Werte schaffenden Hausbesitz und gewerblichen Mittelstand Italiens. Die Feststellungen erstrecken sich auf in Industrie und Handel dominierende Städte, wie Mailand, Genua, Venedig, Neapel. Einführend sei bemerkt, daß man in Italien rechtzeitig erkannt hat, daß eine Knebelung des Haus- und Grundbesitzes, und somit des Immobiliengeschäftes, die nationale Einigung Italiens unmöglich gemacht hätte. Es besteht denn auch zurzeit keinerlei Beschränkung für den italienischen Hausbesitz, insbesondere keine den Hausbesig vollkommen praktisch rechtlos machende Mieterschußgesetzgebung. Einzig unterliegt das Mietwohnungs- und Grundstückgeschäft, den im römischen Rechte verankerten Para graphen über fträflichen Wucher. Um diese vorgeschriebenen Mietpreise nicht zu übersteigen, muß jeder überflüssige Aufwand vermieden werden, wenn auch die Ausstattung so gehalten sein soll, daß die wirtschaftliche und einfache Führung des Haushaltes erleichtert wird. Auf die Einrichtung von Bädern in den Einzelwohnungen wird wohl unter diesen Umständen verzichtet werden müssen; die Waschküchen, die Keller- und Bodenräume müssen auf das notwendige Maß beschränkt bleiben. Bei der Auswahl des Baugeländes ist besonders auf die Verkehrsverhältnisse Rücksicht zu nehmen. Der Flachbau, das ist der Bau mit ein oder zwei Vollgeschossen für eine oder mehrere Familien, soll grundsäßlich bevorzugt werden. Wohngebäude mit mehr als drei Vollgeschossen dürfen nur zur Ausfüllung von Baulücken verwandt werden. Auf gute Belichtung der Wohnund Schlafräume ist besonders zu achten. In den großen Stücken sollen möglichst geschlossene Anlagen nach einheitlichen Typen geschaffen werden. Die Kosten für den Bauplatz, einschließlich Aufschließung und Anliegerleistungen, sollen 10 bis 12 v. H. der Gesamtherstellungskosten nicht überschreiten; die Gemeinden und Gemeindeverbände dürfen aber nur die Selbstkosten berechnen. Bor Spie Ber Eport Staff BB- K. Ma Boruffia Germania Spielverein Hermannia Heffen- Hers B. f. B. Gie Odershause SpV Spiel Balli Frig Tura Spor Bukt Groß Bied Mar Gla Her In der unfähigteit Loll Stein Lollo Bieb Bobe Daub Gieß VfR Har Ger End Bei der Ausschreibung und der Vergebung der Bauarbei ten dürfen auswärtige Unternehmer und Lieferanten, bei den Bauarbeitern auswärtige Arbeiter nicht ausgeschlossen werden. Die Vergebung soll nach Preisangeboten für die einzelnen Leistungen erfolgen. Ferner soll grundsätzlich die Verwendung aus: ländischer Baustoffe vermieden werden. | drei Monatsraten an Miete beim Einzug, Stellung von Kochgelegenheit durch den Mieter, strenge Beachtung vorgeschriebe: ner hygienischer Verordnungen usw. Durch die freie Wohnwirtschaft Italiens ist ersichtlich der inneritalienische Handel angekurbelt worden. Der Hausbesitzer und der gesamte gewerbliche Mittelstand haben nach Aussage prominenter Wirtschaft ler und, wie ich selbst eingehend feststellen konnte, durch die freie Wohnwirtschaft profitiert. An allen Ecken und Enden sind kleine, mittlere und größere Geschäftsräume, ebenso auch Wohnungen zu vermieten, der Hausbesitzer läßt seine staatlich un angetastete Rente wieder arbeiten. To werden beispielsweise im Zentrum Mailands und in anderen Städten durch den privaten Hausbesiz ganze alte Straßenviertel eingerissen, um Neubauten Plas zu machen. Es ist offenbar, daß für den wohnfässigen Italiener jede Art Wohngelegenheit vorhanden ist. Der Staat hat denn auch keinerlei Veranlassung, beson dere Schutzgesetze zu schaffen. Seine einzige derzeitige Maßnahme auf dem Gebiete der Wohnwirtschaft ist für nicht bodenständige oder absolut zablungsunfähige Familien und Einzelpersonen luftige Asyle( Albergo Populari Munizipale) zu bauen, in denen gegen geringes Entgelt Wohnung genommen werden Mir wird erstaunt versichert, daß es in Italien ein Inding wäre, wollte die Regierung die sozialen Wohnlasten einseitig auf den Hausbesitzer und gewerblichen Mittelstand abwälzen, wie dies in Deutschland der Fall ist. Die in den ersten Nachkriegsjahren aus kommunalen Mitteln erstellten Arbeiterwohnbauten sind, gemessen nach Lage, Größe der Zimmer, Anzahl der Zimmer, entschieden teurer als die aus privaten Mitteln erstellten. Der Arbeiter meidet sogar die Ermietung kommunalen Wohnraumes wegen des darin Eann. Diese neuen Richtlinien haben viel Gutes in sich aufgenom men, das aus den Erfahrungen der letzten zehn Jahre gesammelt wurde. verdient in der Industriestadt Mailand und in der Handelsstadt Genua zur Zeit einen Wochenlohn( bei achteinhalbstündiger Arbeitszeit) von 120-160 Lire, der technische mittlere Ange stellte und tüchtige Kaufmann 140-200 Lire. Bei dieser Sachlage beträgt das Mietaufbringen des Arbeiters rund 40 Prozent seiner gesamten Einnahmen, nämlich an den Haus besizer, und zu dessen vollkommen freier Verfügung, pro Mo nat durchschnittlich 250 Lire für Küche und zwei Zimmer. Dazu hat der Mieter aus seiner Tasche noch monatlich an die Kommune 20 Prozent der Miete als Wohnsizsteuer abzuführen ( sogenanntes Tassa sul vito del Commune). Der deutsche Ar beiter zahlt unter gleichen Lebensbedingungen nur rund 22 Prozent seiner Gesamteinnahmen, nämlich ca. 35 Mk. pro Monat in einer Altbauwohnung. Wobei zu beachten ist, daß der italienische Mieter Schönheitsreparaturen, wie Tapeten usw. selbst zu tragen hat und die Annehmlichkeit eines obligatorischen Herdes mit Wasserschiff, Waschküche und Bleichplatz nicht genießt. Nach genauesten Informationen verbleibt dem italie nischen Hausbesitzer 78-80 Prozent Einnahme aus dem Mieteinkommen. Alle mit dem Bodenbesit verbundene Steuer beträgt rund 22 Prozent. Nun ein Wort zu der kommerziellen Seite des Mietge schäftes. Hier darf als Maßstab zum Vergleich vorausgeschickt werden, daß alle Gegenstände des Gebrauchs, forvie des Nah. rungsbedarfs eine den deutschen Verhältnissen entsprechende Basis aufweisen. Als sprechendes Beispiel: Ein gutes Ei kostet in Deutschland 12-15 Pfg., in Italien 55-65 Centesimi. Ein paar gute Schuhe kosten 90-120 Lire, in Deutschland 22-25 Mark. Einhundert Mark werden zurzeit mit 450 ( vierhundertfünfzig) Lire bewertet. Der Qualitätsarbeiter Der deutsche Grundeigentümer dagegen ist, gemessen an der weit niedrigeren Mieteinnahme, von der ihm noch 45 bis 50 Prozent weggesteuert werden, mit durchschnittlich 75 bis 80 Prozent an Steuern aus dem Bodenbesitz( Mietgrundstück) belastet. Der Italiener hält eine längere Steuerbelastung des deutschen Grund und Bodens mit derartig substanzvernichtender Tendenz für unmöglich. Es sei denn, daß die kalt sozialisieren den Elemente in Deutschland unglücklicherweise die Oberhand gewännen. Jeder gebildete Italiener, Arbeiter wie Mittelstand, ist sich darüber klar, daß die derzeitige Wohnungszwangs wirtschaft das bedauerlichste Mittel zur Verhezung verschiedener schaffender Stände ist und ihr derzeitiges Bestehen nicht der Not, sondern politischer Tendenz zu verdanken ist. P. VfB Nied Gart Rod Ober Mor Cald Wol Mell Ger Dre Co Ba Ste Nie Aller Ebst Lohr Drei Rod Gla Wie Don Haig Weit Nan Saig Wür BergAud Wenn gefunden die dabei b des Leiblic Mang und Vere wie wir h top geführ Was Dereine un pläge mit gung muß nur diejer und Freude edten Bege Dorwärts! Erfolges. ( falichlich m wird der M Hier hat der nijchen Schu elnen Mite Bereinsarbe Es bari, mi Sport" als aufenthalt Der Sp Familie, ni tüken! Nr. 1 Mainz veranstalte Rheinhessen war auge in, M. d. R., rejerier Der Staatspartei. De gefüllt durch die Bespre Reubildung des Provi irde Dipl.- Handelsleht fie an Thüringen und stagsfraktion hat u Entschließung eingebrad , die Zahlung von Poli Braunschweig einzustellen 1. Mittwoch, den 4. März 1931. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport Sport und Spielunfähige Bläße- Ausgefallene Spiele. Fußball. Ergebnisse aus dem Bezirk. Borussia Fulda Sport Kassel 5: 0( 2: 0) Spielp. Kassel Hermania Kassel 1: 1( 0: 0)( abgebr.) Bezirksliga, Gruppe Süd: Verein Spiele gem. 1.nent. verl. Tore Punkte 3 46:24 23: 9 47:36 22:10 Solingen 95-- FC. Schwelm 1: 2. Erstes Meisterschafts- End Spiel: Fortuna Düsseldorf Schwarz- Weiß Barmen 3: 0. Rhein- Bezirk: Odenkirchen 05/07 Mülheimer SV. 6: 5. CFR. Köln- SV. M.Gladbach 5: 0. Ruhrbezirk: Horst- Emscher Alemannia Dortmund 1: 3. Essen 99 Germania Bochum 0: 4. Germania Herne- SchwarzWeiß Essen 0: 0. bach 4: 1. Westfalenbezirk: Paderborn 08- Sp.Vg. Hamm 1: 0. SuS. Ahlen Arminia Bielefeld 1: 4. Münster 08 Preußen Münster 2: 0. Viktoria Redlinghausen Borussia Rheine 2: 4. 1. Meisterschafts- Endspiel: VB. Bielefeld Sp.Vg. Herten 9: 1. Südwestfalenbezirk: Hagen 05- VfB. Weidenau 6: 3. Hüsten Gevelsberg 08 8: 1. Jahn Werdohl Germania MudersMittelrheinbezirk: SV. Neuenahr Preußen Koblenz 8: 2. Gesellschaftsspiele: Sp.Vg. Barmen SSV. Elberfeld 2: 1. Gülz Offenbacher Riders 3: 3. Rheydter SV. Borussia M.Gladbach 1: 2. Duisburg 99 Schalke 04 0: 1. Union Hamborn Homberger SV. 2: 4. Preußen Duisburg Sp.Vg. Sterkrade 3: 1. Sp.Vg. Oberhausen Rasensp. Oberhausen 6: 2. Union Krefeld Preußen Krefeld 2: 2. Sport Kassel 16 10 3 BfB- K. Marburg 16 10 2 4 09 Borussia Fulda 15 10 1 4 39:16 21: 9 Mitteln gewährt werden Germania Fulda 16 7 1 8 21:35 15:17 Spielverein Kaffel 16 6 2 8 45:37 14:18 Hermannia Kassel 16 5 4 7 38:42 14:18 07 Hessen- Hersfeld 16 4 5 7 25:35 13:19 V. f. B. Gießen 15 5 2 8 25:42 12:18 Odershausen 14 2 2 10 19:38 6:22 er Mietzinssteuer, vähren sind, foll in ihrem gesenkt werden.- Wem chnitt etwa 6000 KM in Zukunft nur noch mi ohnung gerechnet werdes rreiche Familien und ittel bereitgestellt werden 32-45 Quadratmete Dern soll sie 60 Quadrat nhäusern, beim Vorliegen en höherer eigener Mitte g des Wohnraumes zug e die Wohnungen erstellt fen die Mieten 150 v. hnungen nicht übersteige ischen 20 und 40 RM reise nicht zu übersteigen eden werden, wenn aud aß die wirtschaftliche un tert wird. Auf die Ein nungen wird wohl unte fen; die Waschküchen f das notwendige Ma es ist besonders auf die 1. Der Flachbau, das en für eine oder mehrete erden. Wohngebände ur zur Ausfüllung v = Belichtung der Woh In den großen Stüden nach einheitlichen Typen schließlich Aufschließung 2 v. H. der Gesamtbet Semeinden und Gemeinde en berechnen. Sergebung der Bauarbe nd Lieferanten, bei d ht ausgeschlossen werden ten für die einzelnen slich die Verwendung au el Gutes in sich aufgenou ten zehn Jahre gesamme nd und in der Handelssta ( bei achteinhalbstündige r technische mittlere Ang 0-200 Lire. Bei diefa ngen des Arbeiters run nen, nämlich an den Haus Zeier Verfügung, pro Me he und zwei Zimmer. Das och monatlich an die Kom Wohnsissteuer abzuführe mune). Der deutsche A ngungen nur rund 22 Pr h ca. 35 ME. pro Mon zu beachten ist, daß der ite Euren, wie Tapeten uf lichkeit eines obligatorijde üche und Bleichplatz nid ationen verbleibt dem ital Szent Einnahme aus de denbefit verbundene Ste dagegen ist, gemeffen von der ihm noch 45 mit durchschnittlich odenbefit( Mietgrundfid 75 ängere Steuerbelastung de rartig fubftanzvernichtend , daß die kalt sozialisier idlicherweise die Oberba er, Arbeiter wie Mitte erzeitige Wohnungszwan zur Verhebung verfchieden zeitiges Bestehen nicht t verdanken ist. SpVg. Göttingen Hessen 09 Kassel ausgef. Spielogg. 1900 Gießen SpV. Wetzlar ausgef. Ballipielv. 06 Kassel Hessen Preußen Kassel 8: 0( 4: 0) Frizlar Warburg ausgef. Tura Kassel Melsungen ausgef. Sportfreunde Kassel Corbach ausgef. Butzbach Bad Nauheim 4: 4( 4: 1) Großen- Bused Ehringshausen ausgef. Biedenkopf Feudingen 5: 2( 2: 1) Marbach 1. Frankenberg 1. ausgef. Gladenbach Wetter 8: 1( 3: 1) Herborn Burg 2: 1 Gau Gießen- Wetlar. In der Gruppe Weglar sind sämtliche Spiele wegen Spielunfähigkeit der Plätze ausgefallen. Lollar 1. Gießen 1900 2. 5: 4( 2: 2) Steinbach 1. Garbenteich 1. 1: 1( 1: 0) Lollar 2. Bieber 1. Bobenhausen Daubringen Gießen 1900 3. 1: 4( 0: 2) BfB. Gießen 3. 0: 5( 0: 3) Flenjungen 6: 0( 2: 0) Dutenhofen 0: 3 abgebr. Gießen 1900 1. Jgd. Großen- Bused 1. Jgd. ausgef. VfR. Lich 1. Jgd. VIB. Gießen 1. Jgd., VfB. n. angetr. Gau Marburg. Dreihausen 5: 1 Hartenrod Germania 2. Marbach 2. ausgef. Endbach Erdhausen 0: 2( 0: 1) VfB.-K. 2.- Odershausen 2. ausgef. Niederwalgern Cappel ausgef. Sarnau Kirchhain ausgef. Roda 1. Cölbe 1, 1: 3( 1: 0) Oberrosphe Wetter 2. 3: 0 Mornshausen, a. D.- Michelbach 1: 0( 1: 0) Caldern- Goßfelden 4: 1 Wolfgruben Sterzhausen, St. n. angetr. Mellnau 1.- Frankenberg 2. 3: 6( 2: 5) Germ. Marburg 3. Bürgeln 2. ausgef. Dreihausen 2. Leidenhofen 1., D. n. angetr. Cölbe 2. Wehrda 2. 9: 3( 6: 3) Banje 2. Steinperf Hesselbach 2. 0: 4( 0: 3) Breidenstein, Br. n. angetr. Niederofleiden Neustadt 1: 1 Allendorf 2. Gemünden 1. 3: 5 Ebsdorf Niederwalgern 2. 7: 6 Lohra Altenvers 3: 1 - Dreihausen Jgd. VfB.-K. Marburg 2. Jgd. 4: 0 Roda Jgd. Cölbe Jgd. 4: 2( 0: 2) Gladenbach Jgd. Wetter Jgd. 12: 1( 6: 1) Wiesenbach Jgd. Biedenkopf Jgd. 1: 1( 0: 1) Gau Dill. Donsbach 1. Burg 1. 1: 1 Haiger 1. Rittershausen 1., R. n. angetr. Weidelbach 1. → Straßebersbach 1. 6: 1( 2: 0) Nanzenbach 1. Allendorf 1. 2: 6 Haiger 2. Rittershausen 2., R. n. angetr. Würgendorf Holzhausen 0: 5( 0: 1). - Westdeutschland. Berg.- Märt, Bezirk: Viktoria Düsseldorf Eller 04 4: 2. Auch die Sportjugend soll wandern! Von R. J. Hoke- Berlin. Wir geben in nachstehendem Aufsatz einem bekannten Sportführer das Wort, um unseren Sportvereinen tlarzumachen, wie notwendig das Wandern als ergänzende Leibesübung und als wichtiges Erziehungsmittel ist. Wer den Wert des Wanderns erkannt hat, der wird sich auch von der Bedeutung des Jugendherbergswertes und der Notwendigkeit, dieses volkswichtige Werk zu unterstützen, überzeugen lassen. In diesem Sinne wünschen wir der Abhandlung besondere Beachtung. Die Schriftleitung. Wenn wir die sportliche Entwicklung der letzten Jahre einer gefunden Kritik unterziehen, dann müssen wir uns sagen, daß die dabei bewegte große Masse scheinbar doch zu einer Entseelung des Leiblichen führte. Man ging bei der sportlichen Ausbildung in Sportverbänden und Vereinen mit mißverstandenem Ernst an die Sache, was, wie wir heute sehen, leider nicht zu jenem urwüchsigen Kämpfertyp geführt hat, dessen der heutige Kampfsport benötigt. Was fehlte? Es darf nicht allein die Aufgabe der Sportvereine und-Verbände sein, Sonn- und Werktags die Sportplätze mit ihren Anhängern zu füllen. Die deutsche Sportbewegung muß den naturburschenhaften Kämpfertyp erziehen, denn nur dieser kann in seinen Kämpfen in ungehemmter Begeisterung und Freude über sich hinauswachsen. Gerade in diesem richtigen, echten Begeisterungstaumel liegt das Geheimnis des sportlichen Erfolges. Nur so eine Stimmung reißt die Kämpfer ungeſtüm vorwärts! Durch die heute meist übliche ,, gewollte" Einstellung ( fälschlich mit„ Ernst" bezeichnet) bei der sportlichen Ausbildung wird der Naturbursche aber nicht geschaffen! Was ist zu tun? Hier hat der Sportverein neben der Körperausbildung und technischen Schulung noch die besonders wichtige Aufgabe, seine ein zelnen Mitglieder wieder der Familie und Natur zuzuführen. Es darf, will man Naturburschen erziehen, nicht das Ziel der Vereinsarbeit sein, daß der junge wie alte Kämpfer_nur ,, den Sport" als Gesprächsstoff fennt und keinen anderen Sonntags= aufenthalt weiß als den Sportplay. Der Sport darf die beiden wertvollsten Erzieher: Natur und Familie, nicht ersehen wollen, sondern er hat sie nur zu unterstützen! Woran fehlt es im Fußball? Gutes Spiel ist Dienst am Kunden! Die biblischen sieben fetten Jahre für den deutschen Fußballsport genau gerechnet waren es jogar deren zehn seit 1919! sind vorüber; diese Feststellung brachte das letzte Jahr, das für Vereine und Verbände gleicherweise mager ausfiel. Das ist natürlich und nur ein selbstverständlicher Ausdruck der schweren Zeiten, die das gesamte deutsche Volk durchmachen muß. Eine Bewegung, die wie der deutsche Fußballsport rund eine Million meist Arbeiter und Angestellte zu ihren Anhängern zählt, muß von der Entwicklung der Wirtschaftslage stets ganz unmittelbar betroffen werden. Ihre Auswirkungen wird sie immer nur sehr bedingt, und auch im besten Falle nur teilweise überwinden können. Bedeutend wesentlicher aber ist die Tatsache, daß die Anhängerschaft des Fußballsportes an sich gegen früher nicht ab-, sondern eher noch zugenommen hat. Das kann man bei jedem wirklich großen Fußballereignis erneut feststellen. Sie kommen nur nicht mehr so häufig auf die Plätze wie eine Zeitlang, aber wenn wirklich guter Sport in Aussicht steht, bemerkt man immer wieder mit Staunen, wie groß eigentlich die Zahl der Fußballanhänger ist. Das gilt für alle Teile Deutschlands in gleicher Weise. Zum Teil kommen diese Leute nicht mehr so oft zu Fußballspielen, weil sie sparen müssen, aber das sind im Grunde viel weniger, als man vielleicht annimmt. Denn alle acht Tage ist der Eintritt zu einem Fußballspiel in den meisten Fällen noch aufzubringen. Außerdem haben die Verbände und Vereine bereits durch Herabsetzung der Eintrittspreise und durch Gewäh rung starter Nachlässe an Arbeitslose sich weitgehend der wirtschaftlichen Lage angepaßt. Die Geldknappheit ist also nur zum Teil der Grund für die Abnahme der Besucherzahlen auf den Fußballplätzen und die daraus sich ergebende wirtschaftliche Schwächung der Bewegung, die immer wieder festzustellende Tatsache, daß guter Sport noch die alte Anziehungskraft besitzt, läßt vielmehr annehmen, daß die Ursache des äußerlichen Rüdganges in Form oder Inhalt der heutigen Fußballdarbietungen selbst zu suchen ist. Mit der riesigen Verbreitung des Fußballspiels ist auch das Verständnis der Zuschauer für gutes und schlechtes Spiel ganz erheblich gewachsen. Gerade die Kreise, auf die es hier ankommt, wollen für ihr Geld wenigstens gewisse Grundbedingungen erfüllt ſehen, wenn sie sich regelmäßig zu Spielen einfinden sollen. Was sie sehen wollen, ist in erster Linie gutes Spiel, das sich auf den beiden Grundlagen Ballbehandlung und Körperbeherrschung aufbaut. Fehlt eins von diesen beiden Grunderfordernissen auch nur bei einem Teile der Spieler, hat die Mannschaft damit schon halb verspielt, weil schon schlechter Boden genügt, um diese Mängel fraß hervortreten zu lassen und dem ganzen Spiel den Gehalt zu rauben. Ballbehandlung und Körperbeherrschung sind nur Sache des Fleißes, und die Zuschauer von heute sind durchweg schon so sachverständig und so viel Feinschmecker geworden, daß sie diese Mindestforderung erfüllt sehen wollen, wenn es um ihr Geld und ihre Zeit geht." Das zweite, was der Fußballzuschauer von heute unbedingt voraussetzt, wenn er zu einem Spiele geht, ist fester Siegeswille bei beiden Parteien und dementsprechendes volles, einiges EinWelche Möglichkeiten? Es gibt hier so viele Möglichkeiten in frohem Wandern den Anhängern unserer Sportvereine den zweckentsprechendsten Ausgleich zu geben. Sollten sich unsere Sportvereine die bestehenden herrlichen Einrichtungen des Reichsverbandes für Deutsche Jugendherbergen nicht zunuze machen können? Wie machen's die großen Meister? Wenn wir die Arbeit der erfolgreichsten Kämpfer der Welt studieren, dann bestätigt sich obige Forderung. Der amerikanische Athlet beschließt seine harte Trainingsarbeit allwöchentlich mit mehrtägigem ,, Camping"; Dempsey, Tunney und alle die anderen bedeutenden Borer finden wir zwischenzeitlich in den Wäldern, Bergen oder an der See. Sie alle lieben die Natur und kommen ,, eisern" zurüd. Was Wunder auch, hier in der Liebe zur Natur schaffen sie sich den besten Ausgleich und erhalten sich damit die für den Kämpfer so notwendige Urwüchsigteit! Deutscher Sportkamerad, sei aufmerksam und handle darnach! Aus allen Lagern. Trainingskurs der deutschen Fußballelf gegen Frankreich. Der Bundesspielausschuß hat sich entschlossen, diejenigen Spieler, die die Elf gegen Frankreich am 15. März in Paris bilden sollen, schon vorher zu gemeinsamem Training zusam menzuziehen. 15 Spieler werden sich am 9. März, also dem Montag vor dem Spiel, im süddeutschen Verbandsheim in Ettlingen( bei Karlsruhe) zusammenfinden und dort unter Leitung des Bundestrainers den letzten Schliff erhalten. Erst 2 bis 3 Tage vor dem Spiel wird auf Grund der gemachter. Beobachtungen die endgültige deutsche Elf aufgestellt. Drei Wochen Gefängnis für einen Fußballflegel. In Hamburg wurde ein 25jähriger Fußballspieler einer Geschäftsmannschaft, der einen Gegner im Spiel tätlich ange= griffen und durch Schläge ins Gesicht verletzt hatte, zu drei Wochen Gefängnis wegen Körperverletzung verurteilt. In Anbetracht der bisherigen Unbescholtenheit des Bestraften bewilligte das Gericht bei Zahlung einer Geldstrafe eine Bewährungsfrist. Was Jtalien für den Sieg über Desterreich zahlte. Das am 22. Februar ausgetragene Länderspiel Italien gegen Desterreich hat den Italienern mit 2: 1 bekanntlich nach zehn vorausgegangenen, vergeblichen Versuchen endlich den Spiel. Nr. 18 setzen aller Kräfte zu dem erstrebten Ziele. Bleibt das aus, wird schlapp gespielt oder die Flinte vorzeitig ins Korn geworfen, oder macht sich eine Mannschaft gar durch gegenseitiges Anöden lächerlich, ist der Mann hinter den Spielfeldgrenzen mit Recht und oft gleich für lange Dauer verärgert. Schließlich gehört noch dazu, daß mit Berstand gespielt wird, um die Kost schmachaft zu machen und Lust nach mehr davon zu erwecken. Ein Schemaspiel, und wenn es noch so sauber ausge= führt wird, wirkt leicht langweilig, wedt jedenfalls kaum die Begeisterung, die der fruchtbarste Nährboden treuer Anhängerschaft ist. Ganz darf die Persönlichkeit nicht hinter der Mannschaftsarbeit verschwinden. Der dritte Punkt, der für die Gewinnung und Erhaltung yon Zuschauern wichtig ist, ist die Fürsorge, die auf ihre Unterbringung angewendet wird. Man unterschätze diesen Punkt keinesfalls, zumal die Fußballzeit gerade in die kälteren und rauheren Monate fällt. Es ist durchaus kein Zufall, daß die bestausgestatteten und-gehaltenen Plätze reativ oder absolut die höchsten Zuschauerzahlen haben, und es ist ungemein furzsichtig, sich aus irgendwelchem Vereinsegoismus gegen die Auswahl gerade der besten Plähe, die überhaupt erreichbar sind, für die großen Ereignisse zu sträuben, weil man damit nur soundso vielen Zuschauern dauernd das Wiederkommen abgewöhnt. Der Deutsche Fußball- Bund handelt nach vernünftigen Grundsätzen, und es ist mit darauf zurückzuführen, daß er trok aller wirtschaftlichen Krisen von Jahr zu Jahr wirtschaftlich besser abschneidet. Er erfüllt eben mit seinen Darbietungen alle Anforderungen, die hier als wichtig gekennzeichnet wurden. Es gibt auch Vereine, die das tun, und an ihnen ist die Not der Zeit bisher auch gnädig vorübergegangen. Dieser Weg zur Gewin nung oder Rückgewinnung der Zuschauer steht aber jedem Verein offen, und er sollte ihn um so lieber und eher gehen, als er sich damit auch die Gewähr für bessere sportliche Erfolge verschafft. Aus Gießen und Umgegend. Lollar 1. 1900 Gießen 2. 5: 4( 2: 2). Ein sehr lebhaftes, an spannenden Momenten reiches Spiel lieferten sich Lollars 1. und 1900 Gießens 2. Mannschaft. Bald nach Anstoß setzt ein sehr forsches Tempo ein und die Gäste senden zum Führungstreffer ein. Lange dauert es aber nicht und die Lila- Weißen haben den Ausgleich geschaffen, können sogar bald mit einem zweiten Treffer die Führung an sich reißen. Kurz vor Halbzeit stellen aber die Gäste doch noch die Partie remis. Nach Wiederbeginn geht Lollar mächtig aus sich heraus. Durch sinnvoll vorgetragene Angriffe werden in 1900 regelmäßigen Abständen drei weitere Tore vorgelegt. Gießen drängt mit aller Gewalt, um das Resultat besser zu stellen, aber zum Ausgleich läßt es Lollars Hintermannschaft nicht tommen. Mit dem Schlußpfiff des guten Schiri hat ein sehr schönes Spiel sein Ende erreicht. Lollar 2. - 1900 Gießen 3. 1: 4( 0: 2). Die neuerstandene 2. Mannschaft Lollars hatte zu ihrem ersten Spiel die 3. Mannschaft der Spielvereinigungsleute zum Gegner. Die Einheimischen taten ihr möglichstes, fonnten aber um eine Niederlage gegen den auch körperlich sehr überlegenen Gegner nicht herumtommen. Der Schiri war gut. Steinbach 1. Garbenteich 1. 1: 1( 1: 0). Obige Mannschaften lieferten sich am vergangenen Sonnbag einen flotten Kampf. Steinbach konnte gleich nach Beginn durch seinen Mittelläufer in Führung gehen. Durch diesen Erfolg angefeuert, konnte Steinbach noch manche schöne Chance herausarbeiten, die aber von dem Sturm nicht verwertet wurde. Mit 1: 0 wurden die Seiten gewechselt. Garbenteich drückte nunmehr und konnte furz vor Schluß durch einen Fehler der Steinbacher Verteidigung zum Ausgleich fommen. Mit diesem Resultat ging das Spiel zu Ende. Schiri Bed Gießen leitete das Spiel zur größten Zufriedenheit. Handball. Sp.-Vg. 1900 Gießen 1. T.-B. Hausen 1. 10: 1( 5: 0). Nach langer Pause wieder mal ein Handballspiel auf dem 1900er Platz. Die in veränderter Aufstellung antretenden Einheimischen hatten den A.-D. T.- Verein Hausen zu Gast und landeten einen hohen Sieg. Die Leute aus dem Nachbardorf hielten zwar meist das Spiel offen, konnten jedoch die Erfolge der Spielvereinigungself, in der besonders das Innentrio mit Enders, Göbel und Fritz Wolf hervorragte, nicht verhindern.. Auch 1900's Hintermannschaft, obwohl ersatzgeschwächt, fonnte gefallen. Unter Leitung von Glod Butzbach verlief das Tref= fen jederzeit fair. ersten Sieg gebracht. Wie vorauszusehen war, bescherte diese Begegnung dem italienischen Verband außerdem eine Refordeinnahme. Getreu dem Motto„ Leben und leben lassen", ist der Tag des ersten Sieges über Desterreich ebenfalls sehr ertragreich gewesen. Nach italienischen Meldungen hat ein jeder Spieler eine Siegesprämie von nicht weniger als 7000 Lire erhalten. Das sind rund 1400 Mark pro Mann! Man wird es verstehen können, daß das„ italienische System" bei den Spielern aller Herren Länder immer mehr Antlang findet! Die sportkundige Reichspost. Jüngst ging durch den deutschen Blätterwald die Nachricht, daß der norwegische Langlaufsieger der internationalen Stimeisterschaften in Oberhof, Ole Stenen, eine Glüdwunschdepesche ohne Verzögerung erhielt, obwohl sie nur seinen Namen und Deutschland als Zustellungsort enthielt. Aus München wird nun zum Kapitel„ Findigkeit der Post" gemeldet, daß ein Schreiben mit der Adresse: Dr. Karl Ritter, Alemannia" aus Kuba stammend( Inhalt: Prospett eines Sportverbandes von Kuba!) prompt und ohne Verzögerung an den Hauptsportwart der DSB. Dr. Karl Ritter von Halt in München zugestellt wurde. Die Sendung fam damit an den richtigen Mann, den deutschen Vertreter im internationalen Olympischen Komitee, für den sie bestimmt war zweiellos mit recht lückenhafter Anschrift.( Unsere Freude aus Medenbach im Dillfreis wird diese Nachricht ganz besonders interessieren. Die Red.) Lachender Sport. Motorradfahrer, der einen Mann überfahren hat: ,, Hier find zehn Mart! Geben Sie mir Ihre Adresse, ich werde Ihnen dann noch mehr Geld geben!" ,, Aber, lieber Herr, Sie können mich doch nicht auf Abzahlung überfahren?" ., Um Gottes willen, Herr Meier, wie sehen Sie denn bloß aus! Wer hat Ihnen denn die Augen so blau geschlagen?" ,, Da staun' Se, wat? Das war mein Junge. Ich habe ihm nur zwei Borstunden gegeben. Habe ich nicht einen Prachtbengel?!" Mittwoch, den 4. März 1931. Lokales. * Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Ortsgruppe Gießen, hatte am Sonntag mittag zu einer weihevollen Feierstunde in die Neue Aula der Universität eingeladen. Die Aula war voll besetzt, als die Kapelle unseres Reichswehrbataillons die Feier mit Schuberts ,, Ave Maria" eröffnete. Nach einem Gesangsvortrag von Frau Wolff, auf der Orgel begleitet von Musiklehrer Kasten, hielt Herr Beigeordneter Dr. Hamm die Gedenkansprache, in der er die gefallenen Brüder als Hüter des Grals des reinen Menschentums und als Träger der Opferidee verherrlichte und zum Schluß ausführte, daß der Voltstrauertag uns zum Born von Gemeinschaftsgefühl, Opferbereitschaft und Verantwortungsbewußtsein werden möge, damit wir vor den Toten bestehen können. Ein weiterer Gesangsvortrag von Frau Wolff und die Ouvertüre zu Mendelssohns„ Die Hebriden", ausgeführt von der Reichswehrkapelle schloß die würdig verlaufene Feier. * Ein Entel Liebigs gestorben. Der außerordentliche Professor Dr. Hans Freiherr von Liebig, ein Enfel des berühmten Forschers Liebig, ist in Bernried im 57. Lebensjahr im vorigen Monat gestorben. * Stadttheater. Heute abend ist das Theater geschlossen. Morgen: Gastspiel des Darmstädter Landestheaters ,, Die Hochzeit des Figaro"( im Mittwochabonnement); Freitag: Erstaufführung ,, Nachtasyl"; Sonntag: 3um letzten Male:„ Schinder hannes". * Feilhalten und Verlauf von Weidenkätzchen. Das Polizeiamt teilt mit: Nach der Polizeiverordnung vom 18. Februar 1922 ist das Feilhalten und der Verkauf von Weidenkätzchen verboten. Zur Förderung der Bienenzucht ist es überaus wichtig, daß die Blütenstaub spendenden Sträucher, wie Weide, Hasel usw. geschont werden. Gegen Zuwiderhandelnde wird deshalb unnachsichtlich mit Strafanzeige vorgegangen. * Von der Reichswehr. Unser Bataillon wird morgen mittag auf neun Tage nach Ohrdruf abrücken, um dort das vorgesehende Winterschießen vorzunehmen. * Prüfung für Geschäftsstenographen. Am 22. März findet in den Räumen der Industrie- und Handelskammer eine Geschäftsstenographen- Prüfung in der Einheitskurzschrift statt. Anmeldungen unter Vorauszahlung der Gebühren bis zum 14. März dortselbst. * Deutsche Voltspartei. Die hiesige Ortsgruppe hält heute abend im ,, Hindenburg" ihre Jahres- Hauptversammlung, verbunden mit einer fommunalpolitischen Aussprache, ab. * Der Turngau Hessen, der in Oberhessen und Kurhessen 160 Vereine umfaßt, hält am Sonntag, dem 8. März, in Gießen seinen 99. Gauturntag ab. Die Tagesordnung weist neben dem geschäftlichen Teil wichtige Anträge auf. * Krieger- Verein. Der Vorstand lädt die Mitglieder mit ihren Angehörigen zur Jahres- Hauptversammlung, die am Don= nerstag abend, dem 5. März, im„ Postkeller" stattfindet, ein. * Blinden- Konzert. In der neuen Aula findet heute abend ein Blinden- Konzert der Gebrüder Sandfort statt. Am Flügel begleitet Elfriede Fischer. * Manches Feuer ist schon durch in Brand geratene Gardinen und Fenstervorhänge verursacht worden. Man kann ihre leichte Entflammbarkeit herabmindern, indem man sie nach dem Waschen in Alaunwasser spült. Aus Nah und Fern. „ Gießener Zeitung" - Mainz. Eine alleinstehende 48jährige Büglerin aus der Neubrunnenstraße hat sich in ihrer Wohnung aus wirtschaftlichen Sorgen mit Gas vergiftet. Ein 17jähriges Bürofräulein und eine 32jährige Frau von hier versuchten durch Einnehmen eines größeren Quantums Schlaftabletten freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Beide wurden noch rechtzeitig ins Krankenhaus übergeführt. Ein 55jähriger Landwirt aus Mainz- Bischofsheim warf sich in der Nähe des Bahnhofs Mainz- Gustavsburg vor Aus einen Personenzug; er wurde überfahren und getötet. Wiesed. Da der derzeitige Sportplatz der Gemeinde den Ansprüchen gar nicht mehr genügt, hat der Gemeinderat ernstlich die Neuerrichtung eines weiteren Sportplates in Erwägung gezogen. - dem fahrenden Zug gesprungen ist in Mainz- Kastel ein 12jähriger Schüler aus Düsseldorf, der seinen Eltern durchgebrannt war und ohne Fahrkarte fuhr. Er stürzte so unglücklich, daß er einen schweren Schädelbruch erlitt. Mainz. Am Sonntagabend wurde auf dem Hauptbahnhof Mainz im Abort eines Wagens 2. Klasse der in Mainz, Feldbergstraße 32, wohnhafte 20jährige Kaufmann Friedrich Dingeldein mit einer Schußwunde tot aufgefunden. Als Todesursache wurde Selbstmord festgestellt. Harbach. Bei Rodungsarbeiten fand ein Landwirt vor einigen Wochen ein gut erhaltenes Bronzebeil. Untersuchungen ergaben, daß das Beil aus der mittleren Hügelgräber- Bronzezeit( 1500 v. Chr.) stammt. Burkhardsfelden. Fast das ganze Dorf ist an Grippe, die glücklicherweise nicht bösartig auftritt, erkrankt. Die Schule mußte Ende letzter Woche bis auf weiteres geschlossen werden. Mainz. In den Ruhestand versetzt wurde der Oberstudienrat Dr. Heinrich Willenbücher. Worms. In Herrnsheim fiel ein Arbeiter in einen frischaufgeworfenen Graben und erstickte daselbst im Schlamm. Wetzlar. Zwischen Dillheim und Ehringshausen wurde ein hier wohnender Schreiner vor den Augen seiner Gattin überfahren und auf der Stelle getötet. Bilbel. Nach 16jähriger Abwesenheit in die Heimat zurückgekehrt ist ein hiesiger Arbeiter, der freiwillig in der russischen Gefangenschaft verblieben war. Kassel. In einem Zuge auf der Strecke Kassel- Harrleshausen geriet ein Schlosser mit einem Mitfahrer in Streit und und brachte demselben einen schweren Messerstich in die Schläfe bei. Der Zustand ist hoffnungslos. Darmstadt. Die Transportarbeiter, Pacer und Fuhrleute der hiesigen Möbelgeschäfte sind in den Ausstand getreten. Kassel. Der Inhaber der Betriebe Hotel„ Kasseler Hof" und Café Polter, Hermann Polter, befindet sich in Zahlungsschwierigkeiten, die in der Hauptsache auf steuerliche Ueberlastung zurückzuführen sind. Es wird ein Moratorium angestrebt. Darmstadt. Ein 56jähriger Schuhmacher wurde wegen Sittlichkeitsverbrechen zu einem Jahr und 3 Monaten Zuchthaus verurteilt. Der Verurteilte hatte sich an einem 10jährigen Kind vergangen und dasselbe mit einer Geschlechtskrankheit infiziert. Deutscher Naturschugtag 1931. Der diesjährige 4. Deutsche Naturschutztag findet vom 8. bis 12. April 1931 in Berlin im Großen Sizungssaal des Preußischen Abgeordnetenhauses statt. Er wird sich neben einigen speziellen Fragen des Naturschutzes, insbesondere des Vulkanschutzes, vornehmlich den immer dringender werdenden Proble men der Landesplanung und Landschaftsgestaltung widmen. Mit der Veranstaltung ist eine Naturschutzausstellung in den Funkhallen verbunden. Darmstadt. In der am 2. März stattgefundenen Aufsichtsratssitzung der Hekoga erstattete der Vorstand Bericht über die seit der Genehmigung der Ferngasverträge durch die Generalversammlung im Juli v. J. mit Saar und Ruhr geführten ab= schließenden Verhandlungen und die im Anschluß daran erfolgte rechtsverbindliche Unterzeichnung der Gesamtverträge. Durch den Abschluß der Verträge, sowie die Genehmigung des Gasliefe= rungstarifs, ist die Bahn frei für die Jnangriffnahme der Gasfernversorgung im hiesigen Wirtschaftsgebiet. Ganzer Häuserblock vor der Ermittierung. In der Welt am Abend"( Berlin) vom 14. Januar 1931 lesen wir: Nr. 18 Amalgamfüllungen gesundheitsschädlich oder nicht? Das Füllen franker Zähne mit Amalgamen wird schon seit den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geübt, und ebenso alt sind auch die Bedenken gegen deren schädliche Nebenwirkungen. Die Amalgame verdanken ihre Entstehung und Anwendung dem Bestreben, Zähne, die aus ökonomischen oder technischen Gründen nicht mit chemisch reinem Gold, Porzellan oder Zement gefüllt werden können, dennoch mit einer sehr guten, brauchbaren Füllung zu versehen. In der Frage der schädlichen Nebenwirkungen haben nun vor mehreren Jahren die größtes Aussehen erregenden Untersuchungsergebnisse des sehr bekannten Chemikers Professor Dr. Stock große Beunruhigung in allen Kreisen der Krankenkassenverwaltungen, der Zahn behandler und Zahnkranken hervorgerufen. Sogar die Krankenkassen setzten die besten Marken des Kupferamalgams von der Verwendung für ihre Mitglieder ab, und auch hochwertige Edelamalgame wurden von manchen Fachleuten und Trägern solcher Füllungen beargwöhnt. Bei jedem auch nur einigermaßen nicht gleich aufgeklärten Unbehagen des Körpers wurden sofort die vorhandenen Amalgamfüllungen als Ursache verdächtigt. Sehr häufig wurde auch an den behandelnden Fachmann das Ersuchen gestellt, entweder keine Amalgamfüllung zu legen, auch da, wo sie sehr zweckmäßig gewesen wäre, oder bereits vorhandene zu entfernen. ,, Der Neubaublock Tegeler Weg- Brahestraße- Herschelstraße in Berlin gehört der ,, Baugesellschaft Heerstraße", die die Frechheit hat, sich ,, gemeinnüßig" zu nennen. Die Ge sellschaft schloß mit den etwa 100 Mietern 1928 einen Vertrag auf Festmieten ab. Nichtsdestoweniger verlangt die Gesellschaft nunmehr eine Erhöhung der Mieten um 16 bis 20 Prozent. Die Mieter weigerten sich und schlossen sich zu einer Vereinigung zusammen, die indessen weder von der Charlottenburger Wohnungsbehörde, noch von der Gesellschaft anerkannt wurde, obwohl ein Stadtverordnetenbeschluß vorliegt, der den Mietern gemeinnüßiger Baugesellschaften das Mietervertre tungsrecht zubilligt. Sie machten Eingaben und Protestkundgebungen und erhielten von der Gesellschaft als Antwort die Kündigung zum 31. März 1931." Mainz. In einer am Donnerstag um 12 Uhr stattfindenden nichtöffentlichen Stadtratssitzung steht als einziger Punkt die Ernennung des Oberbürgermeisters Dr. Külb zum Ehrenbürger von Mainz auf der Tagesordnung. Druckarbeiten Die feindlichen Brüder! Der sozialdemokratische ,, Vorwärts" brachte kürzlich folgende recht interessante Mitteilung: Nun haben die neuesten Untersuchungen des Herrn Dr. P. Borinski, Direktor des Chemischen Instituts im Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin, und seiner Mitarbeiter folgende, alle Bevölkerungskreise interessierende Tatsachen ergeben, die der= selbe dahin zusammenfaßt: ,, Der kommunistische Landtagsabgeordnete Oberdör ster, der von seinen Parteifreunden in der Wohnstadt Carl Legien zu einer gänzlich ,, unpolitischen" Mieterversammlung als Referent eingeschmuggelt wurde, jedoch unverrichteter Dinge von dannen ziehen mußte, scheint in Mieterfragen besonders sachverständig zu sein. Der Mann, der in der Gotlandstraße eine kleine Wohnung hat, die er gar noch mit einem anderen kommunistischen Landtagsabgeordneten teilt oder geteilt hat, ließ sich von der Zahlung der Hauszinssteuer befreien, weil er kein Einkommen hat. Der arme Mann bezieht nur seine Diäten als Landtagsabgeordneter, die jetzt, nach der Kürzung um 20 Prozent, nur noch 600 RM. monatlich betragen. In seiner Nachbarschaft wohnen manche Mieter, die tatsächlich ohne Einkommen sind, denen jedoch die Hauszinssteuer nicht erlassen werden kann, weil der bei ihnen wohnende Sohn oder die Tochter erwerbstätig ist. Der Herr Landtagsabgeordnete Oberdörster kann auf Grund seiner persönlichen Erfahrung den Mietern das Rezept geben, wie man sich von der Zahlung der Hauszinssteuer befreien und so seine Miete wesentlich verbilligen kann. Allerdings kann nicht jeder Mieter mit gleichem Erfolg von diesem Rezept Gebrauch machen." 1. Von den von Herrn Dr. Borinski untersuchten Personen, die noch nie mit Quecksilber in Berührung gekommen sind, haben dennoch 56 Prozent derselben Quecksilber ausgeschieden. 2. Fast alle Lebensmittel enthalten kleinste Mengen Quecksilber. 3. Ein Quecksilbergehalt von fünf Tausendstel bis zehn Tausendstel mg in der Tagesausscheidung darf als normaler Befund angesehen werden, der nicht für eine Quecksilberschädigung spricht. Neue Bücher. Neue Wegzeichenkarte vom östlichen Taunus( 1: 100 000). Auf Papier 2 RM., aufgezogen 3,50 RM. Rechtzeitig vor Beginn der Wanderzeit erscheint soeben in 13. Auflage( 105. bis 116. Tausend), abermals wesentlich verbessert, die Amtliche Karte der mit farbigen Zeichen versehenen Wege im östlichen Taunus ( Raum Schlangenbad- Knoten- Hohensolms- Wetzlar- Grüningen- Offenbach- Wiesbaden), herausgegeben vom Gesamt- Taunusklub e. V., Sitz Frankfurt a. M. Der Verkaufserlös fließt der praktischen Außenarbeit des Taunusklubs zu. Da sieht man, wer sich auf Kosten der Allgemeinheit bereichert. Herrn Kugler, der immer von ,, Milliardengewinnen der Hausbesitzer aus der Hauszinssteuer" phantasiert, ins tammbuch! Gelbe Raucherzähne. Ich benutze seit Jahren die Chlorodon 3ahnpaste und bin mit der Verwendung derselben sehr zufrieden. Trotzdem ich ein Kettenraucher bin, sind meine Zähne stets blendend weiß Auch fehlt mir fein einziger 3ahn, sodaß ich behaupte au " Chlorodont" erhält meine Zähne gesund." H. Grunenberg, München. Chlorodont: 3ahnpaste 60 Pf. und 1 M., Zahnbürsten, Mundwasser ( Mt. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont Verlaufsstellen zu haben. Treibt Seidenbau! Das Studium eines guten Buches für jeden, der den Seidenbau betreiben will, ist unbedingt erforderlich. 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