Nr. 60 30 Meter; 3. Seipp 520 twurf: 1 Heng( TB) Mir: 3 Pfeifer( C.) 36,50 Meter; 2. Seng ( jämtl. TV.).- 4 mel 2. FC. 12,3; 2. K. Hahn( TV.) Kugelitogen: 1. K. Hahn ) 12; 3. Schäfer( TV.) Hahn( TV.) 5,45; 2. 15,40 Meter. Ball: Meter; 2. Melior( FC.) eter. 3000 Meterlauf: eiffer( C.) 10:58; 3. Staffel: 1. TV. 52 Gef.; 2. Müller 11,4; 3. Dort ogen: 1. Bonarius 8,60 Rüller 7,60 Meter( alle ( TB.) 5 Meter; 2. Brüd ( FC.) 4,65 Meter er; 2. Hoffmann 66 Me Fußb.- Abtlg.) 3: 2( 2: 1). dsrichter- Referent, hielt janten und belehrenden llspielregeln", dem eine Der des TV. Wiejed, bei ettes illustrierte der Redrs dazu bei, die Spieler Es wurde allerdings lich blieb alles im Rah übernahmen die Spiel leicht gemacht; denn es zu Ende war, war man Wieseder zu Gast, wo es 6. erung des Schiedsrichter u Gießen- Wezlar herbei ndballmeister. olizeihandballmeisterschaft In und Polizei Schwerin. n zähes und spannendes ister in sicherer Weise mit olgreichste Torschüße war reford. t 1926 bestehenden Welt ilen bei einem LA- Fest in Bide aufgestellten Reford Welt- Bestleistung beträgt inem LA- Fest in Viborg. urde Pentilä mit 66,01 Galminen 3000 Meter Göttingen. f der Hessenkampfbahn Campf zur Austragung nappen Vorsprung E, Sunfte. O- Meterlauf, Kugelstoken, 100- Meter- Staffel und 10 elaner: 100- Meterlauf, h- und Weitsprung. Balpert, Kurhessen Kassel, rechenden Zeit von 9: 05,2 Blümner, Seifen- Breußen g 6,61 Meter. Sagen. westdeutsche Leichtathle er guten Leistung wart fus 45,03 Meter weit wat I erreichte. Der Sieg im Over 96 startenden Finnen & Co. 1. Juli 1931. Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 44. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Zentralausschuß der Reichsbank nahm gestern abend von dem Beschluß des Reichsbankdirektoriums Kenntnis, den Reichsbankdiskont von 10 Prozent auf 15 Prozent und den Lombardjaz von 15 Prozent auf 20 Prozent zu erhöhen. Der Reichspräsident empfing den Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft zu einem Vortrag über die gegenwärtige Lage der Landwirtschaft im Ostgebiet. In der Frage des Zustandekommens der Still halteaktion ist ein Fortschritt erzielt worden. In Basel tonnte bei der BJZ. die Spitzenorganisation der nationalen Stillhaltekonsortien gebildet werden, in der Deutschland durch den Banfier Melchior vertreten ist. Außerdem wurde in Berlin mit Vertretern der amerikanischen und englischen Banken eine grundsätzliche Vereinbarung über das Stillhalten erzielt, Der Generalrat der Reichsbank hat dem Reichsbankpräsiden= ten Dr. Luther seine Anerkennung ausgesprochen und ihm für jeine aufopferungsvolle Arbeit gedankt, die er insbesondere in den letzten Krisenwochen entfaltet hat. Präsidium und Vorstand des Reichsverbandes der Deutschen Industrie tagten am Mittwoch zur Beratung der Währungs-, Kredit- und finanzpolitischen Lage, wobei von verschiedenen Rednern unter Zustimmung des Vorstantes scharfe Kritik an der Finanzgebarung und der Kreditpolitik geübt wurde. In einer Entschließung meldet der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes eine Anzahl von Forderungen an, um die ernste Lage der deutschen Wirtschaft zu erleichtern. Der Reichsrat genehmigte die vom Reichsfinanzminister beantragte Ausprägung von Fünfmartstüden in Höhe von zunächst 100 Millionen Mark. Die thüringischen Ministerien haben die staatlichen und kommunalen Kassenstellen angewiesen, die Beamtengehälter nach Möglichkeit in Silbermünzen zur Auszahlung zu bringen. Eine Reihe ausländischer diplomatischer Vertreter hat im Uuswärtigen Amt wegen der Ausreisegebühr offizielle Vorstellungen erhoben. Wie verlautet, soll die Notverordnung über die 100 RM. Ausreisegebühr im Laufe der nächsten Woche aufgehoben werden, da sie bis dahin ihren Zwed erfüllt hat, nämlich den Ausfluß erheblicher Geldmengen ins Ausland zu verhindern. Der Bundesvorstand des Reichslandbundes hat einstimmig einen Aufruf beschlossen, der zur Selbsthilfe der Landwirtschaft auffordert und eine Reihe von Richtlinien aufstellt. Die Verfassungsfeier des Reiches findet am 11. August um 12 Uhr im Reichstagsgebäude statt. Die Festrede wird Reichsfinanzminister Dietrich halten. Das Staatsministerium in Oldenburg hat für den 1. und 2. August jämtliche Versammlungen und Aufzüge unter freiem himmel, außerdem alle öffentlichen politischen Versammlungen verboten. Wie die Nationalliberale Korrespondenz im Zusammenhang mit der durch den Rücktritt des nationalsozialistischen Ministers Dr. Franzen in Braunschweig entstandenen Regierungskrise mitteilt, tommt für die Deutsche Volkspartei die Bildung einer sogenannten großen Koalition für Braunschweig unter feinen Umtänden in Frage. Die Stadt Saarbrüden hat bei einer großen Pariser Privat: bank eine Anleihe von 40 Millionen Franten aufgenommen. Der Zinsfuß wurde auf 7,4 v. H. festgesetzt. Die Anleihe ist noch vor der Volksabstimmung im Saargebiet, d. h. bis spätestens 1935, rüdzahlbar. abend beschäftigte sich der erbandes mit der Ange mannschaft Harder, Jäger onnabend das vom NEV ne dortige Fußballelf aus cersuchung des Falles tam milden Urteil einer Dis aft bis zum 31. Juli 1931 besonders strafmildernd die Sarder und Jäger zwei alte, Spieler mitgewirkt haben. an Klein in Gießen. SHANDELMAATSCHAPPIJ N.V. ringsexport ardingen( Holland) tigen, gut ein, eführten rfür Gießen u. Umgegend. 30 30 Gehr billi Aus bej. Gründe ca. 16 Pianos 3. T. ecikl. Weltma ten neu u. gebraucht günft. Bed. 3. verta Eiloff unt. U. od. Adresse a. d. 3 stoff tungen lle abgeber Union In einer Erwerbslosenversammlung in Eibenstod kam es zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten zu einer schweren Schlägerei, bei der mehrere Personen schwer verlegt wurden. Die neue Unruhewelle gegen Juden und Mohammedaner dehnt sich wieder auf ganz Griechenland aus. In Piräus, Larissa ind Corinth wurden am Mittwoch jüdische Geschäfte demoliert and Juden mißhandelt. Bei Stimmenthaltung der fatalanischen Linken wurde in Der Donnerstagsigung der spanischen Kammer das Vertrauens: notum für die provisorische Regierung Zamora angenommen. Der Belagerungszustand in Sevilla wurde am Mittwoch aufgehoben. Zur Untersuchung der Vorkommnisse, die zu den blutigen Tagen in Sevilla führten, wurde ein parlamentarischer Aushuß eingelegt. Unterstaatssekretär Castle erklärte, daß die Vereinigten Staaten bereit seien, zusammen mit anderen Staaten die Abstungsfrage praktisch vorwärts zu treiben. Die Vereinigten Staaten rechnen für den kommenden Winter nit einer Arbeitslosigkeit von sieben Millionen, Nach den Meldungen eines Brüsseler Blattes will Professor Siccard von Friedrichshafen aus einen neuen Start in die Stratosphäre vornehmen. Der Berliner Oberbürgermeister Dr. Sahm erhielt ein Telegramm, in dem der Bürgermeister von Newyork, Jimmy Walter, ein Eintreffen zum 12. August ankündigt. Gleichzeitig ist Dr. Sahm gebeten worden, von jeder Empfangsfeierlichkeit abzusehen. Die Bant von Egnland hat ihren Diskontsaz wiederum um 1 Prozent auf 4,5 Prozent erhöht. Der Arbeitslosensportkurs des bayerischen Stahlhelms auf dem Lechfeld wurde vom bayerischen Innenministerium freigegeben. Der Kurs wird noch im August abgehalten. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 1. August 1931 Reichskabinettjibung über die Wirtschaftsreform. Das Reichskabinett ist, wie aus Berlin gemeldet wird, am Freitag nachmittag zusammengetreten, um die vom Wirtschaftsausschuß der Reichsregierung vorbereiteten Maßnahmen zu be= raten. Es handelt sich bei den Beratungen um ein umfangreiches Gebiet, das zunächst folgende Punkte umfaßt: 1. Weitgehende Wiederherstellung des normalen Bankenvertehrs. 2. Neuregelung des Moratoriums für die Danatbank. 3. Sonderregelung für die Auszahlungen der Sparkassen und für ihre fünftige rechtliche Stellung. 4. Vereinbarungen zwischen der Reichsregierung und der Dresdner Bant. 5. Neuorientierung im Bankwesen überhaupt. 6. Aenderungen auf dem Gebiete der Kartell- und Preisbil: dungspolitik. 7. Tarifwesen. 8. Erhöhung des Reichsbankdiskonts. 9. Teilmoratorium für die Landwirtschaft im Osthilfegebiet. Darüber hinaus sind von den einzelnen Ressorts und Regierungsstellen bereits zahlreiche Vorschläge beraten und Entwürfe fertiggestellt worden, die im Rahmen der großen Selbsthilfe- Notverordnung erscheinen sollen. Mit diesen Sanierungsmaßregeln ist indessen erst in der übernächsten Woche zu rechnen. Im Vordergrunde der Beratungen steht zunächst die Verordnung über den Zahlungsverkehr, die voraussichtlich noch in der Nacht zum Sonnabend veröffentlicht wird, damit sich in der kommenden Woche der Bantverkehr in normaler Weise abwideln kann. Während im Bankwesen also mit einer weitgehenden Wiederherstellung des normalen Bankverkehrs, des Scheck- und Ueberweisungsverkehrs gerechnet werden kann, ist für die Auszahlungen der Sparkassen eine Sonderregelung vorgesehen. Es wird am Montag der unbeschränkte Ueberweisungsverkehr innerhalb der zum Weberweisungsverband gehörigen Institute, am Dienstag der unbeschränkte Ueberweisungsverkehr unter Ausschluß der Ueberweisungen auf Postsched- und Reichsbankgirotonten und die Barauszahlungen aus Kontoborrent- und Giroguthaben unbeschränkt zulässig sein, während Abhebungen von Sparkonten bei Banken, Sparkassen und Genossenschaften zunächst noch gewissen Beschräntungen unterworfen werden. Die Verordnung, de die Einzelhei= ten regelt, wird im Laufe des Samstags erlassen werden." Eine Unterredung zwischen Hitler und Dingelden. Der Führer der Nationalsozialistischen Partei, Adolf Hitler, hatte am vergangenen Dienstag in Nürnberg mit dem Führer der Deutschen Volkspartei, dem Abgeordneten Dingelden, eine Unterredung. Ueber den Inhalt dieses Gesprächs wird strengstes Stillschweigen bewahrt. Man wird aber annehmen können, daß in der Hauptsache über den Volfsentscheid in PreuBen gesprochen worden ist. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei hat für nächsten Montag eine Sigung einberufen, in der sie sich mit der politischen Lage beschäftigen will. Aufruf der deutschen Volkspartei zum Volfsentscheid. ,, An unsere Freunde! Am 9. August 1931 findet in Preußen der Volksentscheid über die Frage der Auflösung des Landtages statt. Die Deutsche Volkspartei, die fast sieben Jahre gegen die Politik der herrschenden Parteigruppierung im Preußischen Landtag gekämpft und deshalb von Anfang an dem Volksbegehren zugestimmt hat, erwartet von ihren Anhängern, daß sie ihrer Ablehnung gegen die bisherige preußische Koalitionspolitik durch ihre Stimmabgabe für die Auflösung des Landtages Ausdrud geben. Wir treten ein für ein sachlich und kraftvoll re= giertes Preußen, das eine feste Stütze nationaler Politik im Reiche sein muß. Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei." Frankreichs Geldvorrat wächst. Baris, 31. Juli. Wie die gestern veröffentlichte Wochenbilanz der Bank von Frankreich zeigt, ist der Goldvorrat der französischen Notenbank in der Zeit vom 17.- 24. Juli infolge der Goldabziehungen in London um 1 246 213 000 Franken ge= stiegen, Die Goldreserve der Bank von Frankreich beträgt der= zeit 57 893 065 000 Franken. Die Dedung der sofort fälligen Verbindlichkeiten ist in derselben Zeit von 56,32 Prozent auf 56,63 Prozent gestiegen. Das Ende der Hessischen Gesandtschaft. Bei der preußischen Regierung sind noch immer eine ganze Reihe von Ländergesandtschaften beglaubigt. Ministerpräsident Braun hat nun vor einiger Zeit die Länderregierungen gebeten, ihre Gesandtschaften in reine Reichsratsvertretungen umzuwandeln. Baern hat bereits vor einigen Wochen seine Gesandtschaft bei der preußischen Regierung aufgegeben; jetzt ist Hessen gefolgt, das seinen Gesandten in Berlin von seiner Dienstaufgabe als hessischen Gesandten in Preußen entbunden hat. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platz. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Nummer 61 Schädliche Uebertreibungen. Von Reichsminister a. D. Dr. Ing. Gothein. Der Satz: Geordnete Finanzen und gesunde Währung sind die Voraussetzung für eine gesunde Wirtschaft" ist insoweit richtig, als ohne sie die Wirtschaft nicht gedeihen kann. Umgekehrt dürfen zwecks Gesundung von Finanzen und Währung der Wirtschaft nicht Lasten und Fesseln auferlegt werden, bei denen sie zugrunde gehen muß. Zur Sanierung der Finanzen, zur Stüßung der Währung greifen in Zeiten schwerster Not die Staatsmänner oft zu extremen Maßnahmen, die das lebel wohl für eine Zeit lang lindern, aber den Körper zum Siechtum verurteilen, das schließlich zur Katastrophe führt. In solchen Fehler ist der damalige Reichsfinanzminister Dr. Luther, der gegenwärtige Reichsbankpräsident, mit den Steuernotverordnungen der Jahreswende 1923-24 verfallen. Damit beschwor er die Teuerungswelle herauf, verschaffte der öffentlichen Hand Steuererträge, die sie zu verschwenderischer Ausgabenpolitik verleiteten, die Gewerkschaften und Arbeitsmini sterium verführte, ohne Rücksicht auf die Wirtschaft höhere Löhne zu erpressen und die Soziallasten auf ein unmögliches Niveau zu schrauben. Im Verein mit den ungeheuren Tributlasten wurde damit die innere Kapitalbildung unterbunden, die deutsche Wirtschaft auf Auslandskredite angewiesen, die ihr zu der ,, geborgten Konjunktur" verhalfen. Sie mußte zusammenbrechen, als die Kredite zurückgezogen wurden. Klipp und klar habe ich im Januar 1924 im Finanzausschuß des Reichstages solche zwangs= läufige Entwicklung vorausgesagt. In der jetzigen Katastrophe hat man wieder zu Extremen gegriffen; zu um so übertriebeneren, je später man sich zum Eingreifen entschlossen hatte. Eine scharfe Erhöhung des Bankdiskonts hätte in Verbindung mit Kreditrestriktionen in einem früheren Stadium eine ganz andere Wirkung gehabt, als die zu spät einsetzende. Wie damit jetzt aber das Ziel erreicht werden soll, Handel und Industrie zur Abstoßung ihrer Warenläger zu veranlassen, bleibt unklar. Hat doch das Institut für Konjunkturforschung festgestellt, daß die Lagerbildung so eingeschrumpft ist, daß eine Wiederauffüllung der Läger geboten sei. Gewiß: der Stein- und Braunkohlenbergbau, ebenso wie die Koksofenwerke verfügen über Läger, in denen hunderte von Millionen Reichsmark festliegen. Aber an wen sollen sie abgestoßen werden? Selbst zu den erbärmlichsten Dumpingpreisen, zu denen sie unter Zuschuß aus der ,, Umlage" dem Ausland angeboten werden, finden sich für diese Mengen keine Käufer. Und wie sollen die Läger der Hersteller und des Handels von Fertigwaren geräumt werden, wenn durch die ,, Bankfeiertage" dem Verbraucher die Möglichkeit genommen wird, zu seinem Gelde zu gelangen, um etwas kaufen zu können? Das Ausland erweist sich dafür immer weniger aufnahmefähig. Das Hamstern von Geld soll unterbunden werden, den bargeldlosen Verkehr will man fördern. Dazu werden die Guthaben bei den Banken gesperrt. In ihnen hat der ordentliche, verständige Haushalter seinen Geldschrank gesehen. Nun durfte er davon innerhalb der ersten 12 Tage 5 v. H. seines Guthabens, jedoch keinesfalls über 100 RM. abheben! Für die nächste Periode wurde die zur Verfügung freigegebene Summe auf 10 v. H., höchstens 200 RM., jezt höchstens 300 RM., erhöht. Nur Steuern und Soziallasten muß er, Löhne darf er daraus weiter überweisen. Wie er selbst seine Bedürfnisse befriedigt, ist belanglos. Das allgemeine Menschenrecht gilt wohl gegenüber den Lohn- und Gehaltsempfängern, gegenüber anderen Menschen ist es suspendiert. Der Arzt, der Anwalt hat zum Quartalsersten seine Rechnungen herausgeschickt mit dem Ersuchen, die Beträge seinem Bank oder Postscheck- Konto zu überweisen. Das ist geschehen; aber abheben von seinem so entstandenen Bankguthaben durfte er zuerst nur im Höchstfall 100 RM., dann höchstens 200 RM., jett höchstens 300 RM. Die Rechnungen, die ihm präsentiert werden, konnte er nicht bezahlen. Wenn ihm der Kaufmann, Bäcker, Fleischer, Vorkosthändler nicht borgte, konnte er hungern. Seine Familie ist vielleicht in der Sommerfrische, im Bade. Er kann ihr kein Geld schicken. Frau oder Kind liegen vielleicht schwer krank im Hospital oder im Sanatorium; deren Rechnung fann nicht bezahlt werden. Und solche Anstalten brauchen doch auch ihr Geld, um den Betrieb fortzuführen! Der Hausbesiger hat die Mieten eingezogen, das Geld auf der Bank deponiert; er kann weder die Rechnungen der Handwerker für Reparaturen bezahlen, noch sich etwas kaufen. Der alte Rentner, der nach einem arbeitsvollen Leben von den Zinsen seines ersparten Kapitals lebt, die Witwe, die Waisen, für die das gleiche gilt, haben zum 1. Juli Gutschrift ihrer Zinsen erhalten; nur einen lächerlichen Betrag derselben dürfen fie für ihren Lebensunterhalt verwenden. Ihnen sind Pfandbriefe ausgelost; sie dürfen das Geld nicht anderweit anlegen. Der Industrielle, der Handwerker, der Kaufmann darf aus seinem Guthaben zwar Löhne, Steuern und Soziallasten bezahlen, nicht aber die Rechnungen für Materialien oder Waren, nicht die der Handwerker usw. Gar viele dieser in schwerste Verlegenheit, ja in Not verfesten Leute sagen sich: Künftig gibst du dein Geld nicht wieder der Bank. Da versteckst du es lieber zu Haus oder trägst es mit dir herum! Nr. 61 Camstag, den 1. Samstag, den 1. August 1931 Das erleichtert den Räubern, Dieben und Einbrechern ihr übles Handwerk, unterbindet den bargeldlosen Verkehr, erfordert einen sehr viel größeren Notenumlauf. Das Gegenteil von dem, was man will, wird erreicht. - Zugegeben: Der Devisen und Goldabzug hatte einen Umfang erreicht, daß zu einschneidenden Maßnahmen gegriffen werden mußte. Nicht dagegen, daß solche ergriffen wurden, richtet sich der Umwille der Verständigen, sondern gegen die Uebertreibungen, die mehr schaden wie nußen. Hätte man den Besitzern von Bankguthaben die Verfügung darüber, soweit sie aus regelbei den mäßigen laufenden Einnahmen herrühren, belassen großen sie vielleicht auf die Hälfte oder ein Drittel beschränkt-, so wäre kein Run auf die Banken erfolgt; das Geld wäre im regelmäßigen Verkehr zu den Banken zurückgekehrt. Je länger der jetzige unerträgliche Zustand dauert, umso schlimmer leidet darunter auch der Einzelhandel in den Waren, deren Anschaffung zur Not herausgeschoben werden kann. Das verhindert die Räumung seiner wie der Läger des Großhandels, schafft wachsende Arbeitslosigkeit in der Industrie und im Handwerk, schränkt den Verkehr der Reichsbahn wie aller Transportunternehmungen ein. Die sofortige wesentliche Milderung der in Frage stehenden Bestimmungen ist dringend geboten; was bisher darin geschehen ist, ist völlig unzureichend. ,, Gießener Zeitung" wendbaren Gehaltsbezüge in der gleichen Weise wie seither auf die Beamtenbanken und Sparkassen überweisen zu lassen. Gerade von den gewerkschaftlich Organisierten müsse, trotz der schweren Opfer, die von den Beamten und Angestellten zu tragen seien, Ruhe und Besonnenheit gezeigt werden.. Die Sparkassentätigkeit in Hessen. Nach dem Ausweis des Landesstatistischen Amts sind im Juni 1931 bei den öffentlichen Sparkassen im Gebiet des Volksstaates Hessen eingezahlt worden: 7913 000 RM., ausbezahlt dagegen: 13 192 000 RM., so daß sich erstmalig ein Minusbetrag von 5 279 000 RM. herausstellt. Von Jahresbeginn bis Ende Juni ist demgegenüber ein Einlagenzuwachs von 9 611 000 RM. festgestellt worden. 100- Mart- Gebühr und Auswanderer. Die Notverordnung über Auslandsreisen sieht eine Pazgebühr von 100 RM. vor. Diese wird nicht erhoben bei Ueberschreiten der Grenze zum Zweck der Auswanderung. Um von der Paßbehörde den Vermerk ,, von der Entrichtung der Ausreisegebühr befreit" zu erlangen, ist die Bescheinigung einer größeren Auswanderer- Beratungsstelle erforderlich. Zur Be schaffung dieser Bescheinigung steht die Auswanderer- Beratungsstelle des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Darmstadt, Bismarckstraße 55, zur Verfügung. willige tun gut, die Ernsthaftigkeit ihres Vorhabens gebenenfalls auch auf schriftlichem Wege durch entsprechende Unterlagen nachzuweisen. ,, Graf Zeppelins" Rückkehr nach Friedrichshafen. Auswanderungsge= Friedrichshafen. Ueberraschend schnell kam das Luftschiff Unsere Auslandsverschuldung. Dem deutschen Volt ist seine tragische Rolle als großer Weltschuldner nie deutlicher bewußt geworden, als in den letzten Wochen mit ihren sich überstürzenden Ereig= nissen. Jahr für Jahr hat sich Deutschland, unter dem Zwang der Verhältnisse, immer tiefer in das Netz der Auslandsverschuldung verstrict. Ein tiefer Zwiespalt durchzieht unsere wirtschaftliche Entwicklung in der Nachkriegszeit: Deutschland, durch die Folgen des Krieges und überaus harter Friedensbedingungen erschöpft, ausgemergelt, wäre faum im Stande gewesen, seinen Wirtschaftsbetrieb aus eigener Kraft wieder in Gang zu bringen und auszubauen und dieses gleiche Deutschland wurde für start genug gehalten, Milliardenbeträge an Reparationen zu zahlen. Nur durch die Aufnahme von Auslandskrediten konnte der Reparationsmechanismus jahrelang, bis zum Inkrafttreten des Hooverplanes, in Gang gehalten werden. Unsere Gesamtvet schuldung an das Ausland belief sich Ende 1930 auf rund 26% Milliarden RM. und, wenn man von diesem Betrage absetzt, was Deutschland seinerseits dem Auslande geborgt hat, auf rund 17 Milliarden RM. Unglücklich war auch die Notverordnung über die Erhebung einer Gebühr von 100 RM. für jede Reise über die Grenze. Die Kapitalflucht soll damit verhindert werden. Noch vor wenigen Wochen hatte der Reichsfinanzminister versichert, daß sie im Gesamtverlust an Gold und Devisen keine nennenswerte Rolle spiele. Das Institut für Konjunkturforschung bestätigte es. Wer auf diese Weise Kapital über die Grenze bringen will, wird sich durch die Ausreisegebühr nicht davon abhalten lassen. Dafür gibt es zudem bequemere Wege. Und was schadet uns diese Gebühr! Ausschlaggebend für unsere Zahlungsbilanz ist die Gestaltung unserer Ausfuhr. Sie zu fördern und zu erleichtern ist oberste| ,, Graf Zeppelin" von seiner Arktisfahrt wieder in den HeimatAufgabe gerade in einer Zeit, wo der Inlandsmarkt so sehr versagt. Den einmütigen Vorstellungen aller Vertretungen von Handel und Industrie ist es gelungen, wenigstens den geschäftlichen Verkehr davon zu befreien. Die Abschnürung des deut schen Touristenverkehrs wirkt sich für Desterreich und die Schweiz so nachteilig aus, daß deren Kaufkraft für deutsche Waren versiegt. Sie schafft in unseren Nachbarländern eine Erbitterung, die sich in Repressalien, Warenboykott usw. so gefährlich für unsere Ausfuhr auswirkt, daß der Schaden, der durch eine solche Maßnahme unserer Zahlungsbilanz zugefügt wird, vielfach weit als die größer ist abgesehen von der ideellen Schädigung Ersparnis an den Ausgaben der Ausreisenden. - In der Politik ist es wie mit der Medizin: in richtiger Dosierung heilt sie, in übertriebener wirkt sie als Gift. Zahlungsmittelkrise und Gemeindebeamtenschaft. Die Gewerkschaft hessischer Gemeindebeamten nimmt in einem Aufruf an die Vertrauensleute der Organisation Stellung zu der Finanzlage der Gemeinden und ihre Auswirkung auf die Gemeindebeamten und Angestellten. Es wird die Auffassung vertreten, daß es z. Zt. Aufgabe aller Verantwortlichen in den Gemeindeverwaltungen sein müsse, jede Ausgabe zu vermeiden, die nicht unter allen Umständen geleistet werden muß. In erster Linie gelte es, die Mittel bereit zu stellen für die Auszahlung der Unterstützungen und der Gehälter und Löhne. Den Beamten und Angestellten wird empfohlen, alle nicht sofort ver= Kriegsausbruch 1914. Von Prof. Fr Wenzel- Darmstadt. hafen Friedrichshafen zurück. Nachdem im Laufe des Donnerstag nachmittag bekannt wurde, daß am Freitag früh 5 Uhr die Landung hier sein sollte, tamen im Laufe der Nacht viele Hunderte von Fremden nach Friedrichshafen. 4.50 Uhr fuhr ,, Graf 3eppelin" zur Landung an. 4.52 fielen die Haltetaue, und kurz darauf war die Landung vollzogen, währenddessen die Stadttapelle den Graf- Zeppelin- Marsch spielte und die Menschenmenge jubelnd ein Hoch auf die Arktisfahrer ausbrachte. Eine Erklärung Dr. Edeners. Dr. Edener erklärte, daß die Fahrt zu seiner vollsten Zufriedenheit und zur Zufriedenheit der Forscher ausgefallen und daß das ganze Programm, wie es geplant war, durchgeführt worden sei. Das Luftschiff habe sich wiederum glänzend bewährt. Insgesamt seien 13 000 Kilometer zurückgelegt worden. Serbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft in Darmstadt. Die alljährlich an einem anderen Ort stattfindende Herbsttagung der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft wird in diesem Jahre vom 13. bis 18. September in Darmstadt veranstaltet. In 17 öffentlichen Versammlungen und einer großen Zahl von Ausschußsizungen wird zu den wichtigsten Tagesfragen der Landwirtschaft Stellung genommen werden. In den Ausschußsizungen werden die vorbereitenden Verhandlungen für die Mannheimer Wanderausstellung( 31. Mai bis 5. Juni 1932) einen großen Raum einnehmen. Ein jeder ging seinem Berufe nach, aß und trank und war fröhlich und guter Dinge. Das war das Gepräge der Zeit, so weit ich mich zurüderinnern kann. Weshalb sollte man nicht jorglos sein? In dem nun vier Jahrzehnte zuvor erbauten Hause hatte man sich wohnlich eingerichtet. Die Grundlage zum Dasein war ohne größere Schwierigkeit zu schaffen, das Geschäft, Handel und Wandel blühte und qoll hinaus nach allen Richtungen, in alle Welt. Dort hatte man auch festen Fuß gefaßt. besaß Kolonien Aber die andern? Nun ja, freilich, ohne Neid und Mißgunst gehts nicht ab in der Welt. Aber sie sollten sich hüten. Wie lange war es her, daß der Deutsche feine Kraft gezeigt hatte? Die 70 geschlagen hatten, waren noch da; ihre Söhne waren inzwischen herangewachsen und stan den auf der Wacht. Gewiß, am Horizont dahinten war auch einmal eine dunkle Wolfe aufgetaucht. Der Himmel kann nicht immer blau und heiter sein Aber wie sie gekommen, war die Wolfe auch wieder entschwebt. So lebte denn alles munter in den Tag hinein und freute sich des wachsenden Wohlstandes. Die Regierung schaffte es schon und Heer und Flotte auch Wozu zahlen wir denn die Prämie für diese Lebensversicherung? Doch die Bewölkung nahm zu Schon in den ersten Jahren des neuen Jahrhunderts machte sich die politische Spannung in Europa deutlich bemerkbar. Angriffslustig scholl es aus Frankreich herüber Das war nicht verwunderlich. Aber auch aus England drangen kriegerische Töne. Und das begriff man nicht recht. Der englische Handelsneid war nur zu gut bekannt, und Aber unsere Flotte betrachteten sie auch mit scheelen Blicken. immer noch stand England in Ein- und Ausfuhr in den anderen Staaten an erster Stelle; wir folgten erst in weitem Abstand Die Flotte- wer dachte bei uns daran, sie zum Werkzeug eines Angriffstriegs zu machen? Sonstige Reibungsflächen bestanden gar nicht Umso ungeheuerlicher wirfte die Enthüllung: Großbritannien habe sich schriftlich verpflichtet, im Falle eines Angriffskrieges Deutschlands Frankreich zu Hilfe zu kommen durch Beschlagnahme des Kaiser- Wilhelm- Kanals und die Besetzung Schleswig- Holsteins mit hunderttausend Mann. - Es war in he rief uns auf zum Wejt zudten aus j anheilbringende id ropa entlud Als Begeisterung auf, bentichen Grenzen nen haben geblute andere sind heute, des Völkermorden Und heute? jug, den wir tun, e in Schande und En Erde jemals gedem feines in feinem die Ellaventetten Haupt wollen wir es itolz tragen. Un fagen können, daß glüd waren. Go gr Feinden. In uns tann dieje Krajt ni wird, wenn diefes Dor 17 Jahren, ein Batergut den Ente leber der deu Himmel. Der dort und Völker bestim der einmal die So fieht. Aber den Solf fann nicht u Die schwere Finanzkrise hat diese Zusammenhänge rüchsichtslos vor aller Welt enthüllt. Sie hat gleichzeitig gezeigt, welche Gefahren aus dem Teil der Auslandskredite erwachsen können, die vom Geldgeber lediglich kurzfristig jederzeit abziehbar, zur Verfügung gestellt wurden. Dieser Teil war verhältnismäßig groß eine Folge besonders gelagerter Verhältnisse auf den internationalen Kreditmärkten. Ende 1930 belief sich die kurzfristige Auslandsverschuldung der deutschen Banken allein auf etwa 8,2 Milliarden RM. Insoweit gründete sich das deutsche Kreditsystem also auf schwankendem Boden. Von dieser kurzfristigen Auslandsverschuldung nahmen daher auch die Schwierigkeiten in unserer Kreditwirtschaft ihren Ausgang: die ausländischen Gläubiger zogen, überstürzt, Geld in großen Mengen ab. Eine völlig unbegründete Angstpsychose im Inlande pitalflucht, Devisenhamsterei ,,, Run" auf Banken und Sparfassen steigerte die Verwirrung. Ein Erdrutsch größten Ausmaßes bedrohte das gesamte deutsche Kreditgebäude. Die akute Gefahr ist abgewendet worden. lojen Optimismus, anstatt den Hinweis auf die Bedrohlichkeit und die Gefahr der deutschen Lage als eine ihrer Hauptauf gaben zu betrachten. Darin hatte sie leichtes Spiel. Denn die Teilnahmlosigkeit der gebildeten Schichten in Deutschland groBen weltpolitischen Fragen gegenüber war ganz allgemein. Sie sahen und spürten das deutsche Gedeihen auf allen Gebieten und hielten für selbstverständlich, daß es damit so weiter gehe. Immerhin, die heranziehenden Sturmwolten fonnte niemand übersehen, und das fortgesetzte Nachgeben Deutschlands in den letzten Jahren schuf auch in friedlichen Kreisen starkes Mißbehagen umso mehr, als die gegnerische Presse schließlich ganz unverhüllt mit einem Kriegsausbruch drohte. Ob man sich's gestehen wollte oder nicht: es war schwül geworden in Europa, und das Gefühl von etwas Unbehaglichem schlich sich allmählich in weite Kreise ein. Aber wenns wetterleuchtete, muß es dann gerade bei uns einschlagen? Jm April 1904 schlossen England und Frankreich einen Ver= trag zur Beseitigung aller zwischen beiden Nationen vorhande nen Streitpunkte. Die Konferenz von Algeciras, die die Maroffoangelegenheit zum Abschluß brachte, nicht gerade zum Vorteil Deutschlands, zeigte deutlich die Vereinsamung des Reiches, und schließlich fam, was niemand für möglich gehalten hatte, die englisch- russische Annäherung zustande. 1907 wurde das Abkommn zwichen England und Rußland veröffentlicht, das sich auf Mittelajien und Persien erstrecte. Es war der schwerste Schlag, den die deutsche Diplomatie und Politik erlitten hatte. Wer tiefer sah, konnte es sich nicht verschweigen, und im Auslande wußte man es- daß die Annäherung beider Reiche nicht einer Entspannung diente, sondern deutschfeindlichen Beweggründen entsprang. Die Reichsregierung jener Tage war sich der Lage klar bewußt. Aber und das war ein unentschuldbarer Fehler- sie täuschte das Volk über seine wachsende Bedrängtheit hinweg. Sie war auch im 3weifel, ob im Falle eines Krieges alle Voltsschichten bereit waren, für das Reich einzutreten. So arbeitete sie geradezu hin auf Stärkung und Erhaltung eines gedankenKa= Im ganzen sind in den letzten Monaten etwa 3 Milliarden RM. ausländischer Kurzkredite abgezogen worden. Nach diesjem schweren Aderlaß hat man die noch verbliebenen burzfristigen Auslandskredite Deutschlands neuerdings, soweit Anhaltspunkt dafür gewonnen werden konnten, auf rund 5 Milliarden RM. geschätzt. Davon werden etwa 2½ Milliarden auf die Vereinigten Staaten, 1% Milliarden auf England entfallen. Frankreich fönnte etwa mit einer Viertelmilliarde, die übrigen Länder mit ½ Milliarde beteiligt sein. Einer genauen Erfassung wirtschafts- und kreditpolitisch von elementarer Bedeutung gesamten deutschen Auslandsverschuldung, dient die Notverordnung vom 27. Juli über die Anmeldepflicht für Auslandsverpflichtungen. In Im deutschen die Inflationsj Sicherheit der Wäh grofchen. Begreifli die breiten Volkssch zu erdulden hatten Stand der Dinge nicht durch die Par fich in dieser schw sie ist wahrt hat, wird der Mehnlichkeit mit Die Hemmungen, die aus dieser Verknappung der Kreditdecke mit allen ihren Folgewirkungen und Begleiterscheinungen entstanden sind, zu beseitigen, ist eines der Hauptziele der Wirts schaftspolitik des Reiches. Diesem Zwed dient unter anderem auch die Gründung der ,, Atzept- und Garantiebant", die auf An regung der Reichsbank unter Beteiligung des Reiches und füh render Kreditinstitute mit einem Kapital von 200 Millionen RM. ins Leben gerufen wurde. Da fielen am 28. Juni 1914 die verhängnisvollen Schüsse in Serajewo. Das war eine schlimme Nachricht. Und doch sollte sich auch dieser Zwischenfall, so ernst er war, nicht friedlich beilegen lassen? Desterreich, so arg man ihm mitgespielt, hatte allen Grund dazu. In Deutschland täuschte sich eigentlich niemand darüber, daß unser Bundesgenosse militärisch nicht auf der Höhe stand. Wann wäre das auch je der Fall gewesen! Trotzdem, es wird schon werden; jedenfalls sprechen auch wir ein gewichtiges Wort mit: so dachten alle. Frohgemut gings darum in den ersten Julitagen in den Sommerurlaub. Das alte Quartier in Bad Homburg stand zur Verfügung, und bald waren wir in dem gemütlichen Badeort eingerichtet. Das Leben des Bades zeigte das altbekannte Gesicht. In der großen Zahl der Gäste waren, wie immer, die Ausländer stark vertreten; unter ihnen hoben sich besonders die Juden aus dem Osten ab, die in ihren langen Kaftanen des Nachmittags auf den Bänken umher saßen. Mancher Bekannte grüßte morgens am Brunnen, nachmittags beim Konzert; alles war wieder wie früher. Fern lag das ganze Getriebe des Alltags und es sollte auch nicht durch die Zeitung, das verhaßte Papier, hereingetragen werden in den Frieden der Welt, die uns wieder umschloß. aus dem Bann. ,, Siehst du, dort gehen noch Engländer, und da sitzen noch russische Juden. Das deutet doch nicht auf Krieg." ..Sie werden bald abreißen", warf ich ein. Seit ein paar Ta gen war es mir aufgefallen, daß sich die Reihen der Ausländer itarf gelichtet hatten. Höchstwahrscheinlich hatten sie aus der Heimat einen Wink erhalten Dem widerspricht nicht, daß der Kriegsausbruch eine kleinere Zahl von Ausländern im Bad überraschte. Immerhin, meine Frau blieb hoffnungsvoll ge= stimmt und ich mochte sie nicht stören. Aber die Menschen hatten plötzlich ein anderes Aussehen. Deutlich war auf ihrem Gesicht die ungeheure Spannung zu lesen, die Erwartung der heranreifenden Entscheidung und ein eigenartiges Zittern und Schwingen schien selbst die Luft zu erfüllen. So sank der Tag hinab und die beiden folgenden Glühend schossen in der Frühe des ersten August die Son nenstrahlen hinter den Bergen des Taunus hervor und vergol deten die Waldwipfel. Bald ergoß sich ein gleißender Schimmer über die Flur und vertrieb den leichten Nebel, das erste Anzeichen des herannahenden Herbstes. Mochte es fommen, wie es wollte. Der Urlaub sollte nicht fümmerlich enden, wie ein im Sande versiechendes Wässerchen Hinein in den herrlichen Tag, in den deutschen Wald! Tage voll Sorgen und auch voll Leid, wie viele mochten ihrer noch tommen. Nur jetzt noch, und sei es auf Stunden, frei sein von all dem Menschenhader. Unser Ziel war der Pferdskopf. Wie wir die Höhe hinanstiegen, fam uns eine junge Frau entgegen. Zum Beerenjammeln war sie ausgegangen, aber Kummer und Angst trieben sie nach Hause. , Gestern abend haben sie bei uns erzählt, es gebe bestimmt Krieg Jits denn wirklich wahr? Dann muß mein Mann gleich mit hinaus." Krieg! Etwas ganz Ungeheuerliches, Un ausdentbares war in ihr einfaches Heim in dem kleinen Dorf eingedrungen. So gut es gehen wollte, beruhigte ich sie. Aber ich war nachdenklich geworden. Ein Gefühl, dunkel und ahnungsvoll, stieg in mir auf, die Entscheidung sei in dieser Stunde gefallen, da wir noch einmal aufatmen wollten von dem Drud der letten Tage. Wir beschleunigten die Wanderung und kurz nach drei Uhr des Nachmittags standen wir auf dem fleinen Bahnhof Ansbach. Ich traute meinen Augen faum. Da stand schon die junge Frau von heute morgen, daneben ihr Mann, ein Reisetöfferchen in der Hand, bereit zur Abfahrt. Gleich er fannte ich die Frau und winkte ihr freundlich zu. Noch am Vormittag, taum war sie heimgefommen, trug der Postbote den telegraphischen Gestellungsbefehl ins Haus. Nun muß er fort." Sie nannte eine entferntere Garnison. Das alles tam ruhig über ihre Lippen. Echt deutscher Frauenstolz, der das Unvermeid lich mit Fassung und Würde trägt. Möge ihnen der Himmel gnädig sein! Um 6 Uhr abends war überall bekannt gemacht die Erklärung des Kriegszustandes und die Anordnung der all gemeinen Mobilmachung. Der 2 August war der erste Mobil machungstag. Gegen Abend staute sich eine große Menschen menge vor der Kaserne des 1. Bataillons des Infanterie- Regi ments Nr. 80 und fah zu, wie die Mannschaften ihre friegs mäßige Ausrüstung erhielten. In der Frühe des folgenden Tages rüdte ein Zug zum Bahnschutz aus. O du herrlicher Wald mit deinem zauberhaften Düster, deinem geheimnisvollen Wipfelrauschen, deinem unergründlichen Frieden! Wo hält das Herz bessere Einkehr, wo ist die Seele Gott näher gerüdt als hier? Welche Tiefe barg doch die germanische Seele, die sich als Stätte der Gottesverehrung den Wald ertor! So gingen die Tage dahin, wie leise Wellen des Sees aufwallen und verebben. Und doch ganz bannen ließ sich die Unruhe nicht. Sie lag in der Luft. Immer eindringlicher wurde die Frage: Was geht draußen vor? Und an einer Straßenede fiel der Blick auf die lang verschmähte Zeitung Viel allerdings war aus dem Gerede nicht zu entnehmen. Da tam der Tag, der unvergeßliche, wo der Wortlaut der befristeten Note Oesterreich- Ungarns an Serbien vom 23. Juli veröffentlicht wurde. An einer Anschlagstafel las ich ihn; meine Frau und mein Junge standen bei mir. Das ist der Krieg", rief ich aus; darauf geht Serbien nie ein." Mein Gott, Krieg!" Bleich umklammerte meine Frau meinen Arm. ,, Ge= ,, Das ist doch unmöglich, was haben wir damit zu tun." Wir sind ihnen zu start geworden." nug, du wirst es sehen. Eine große Ruhe war über mich gekommen. Meiner Umgebung fühlte ich mich entrüdt, sah mich irgendwo gelassen stehen und warten auf ein Wort, das mich hineinführte, hineinzwang in ein ungeheures Getriebe. Die Stimme meiner Frau wedte mich Als die Entscheidung gefallen war, gings wie ein Aufatmen durch alle. Es war die Erlösung von der unerträglichen Un gewißheit. Aber es regte sich auch der germanische Trotz gegen das dunkle Geschid. Früher als sonst ging Homburg zur Rube Vom wolkenlojen Himmel aber sandten die ewigen Sterne i mildes, friedliches Licht herab auf die friedlos gewordene Erde. Was ist denn wort bedeutet: 2 ünstliche Berme haftlichen Beda nach dem Kriege 3mang der Verb Anforderungen bant war dam als Notendedu den ausgegebe Flut des Papie Milliarden zu d nen überschwem Inflation. Wie anders es im Reichsbar fange Kredite e Notendedung he höhe des Geldu tungspolitit, lieg hängigen Reichs erhöhung, der Kr um die Währung Wie aber erf bittrife? Zahlung Der Wit Ein Der Mittliti nights auf der hopi hätte verm bei der es, wenn walttätigen Aus wo man ein jung aber Es ist sehr to " Es gibt tein weiß, daß m war, und viele a finden würden, Stanleg hier wi momentan Stanl führe feien Sie bedantt Jh habe zu Dere Gelegenheit wird jaredlich Derteilt worden! Sie lentten Gine dichte Men war ein sehr g mal Leute, dene angestellte, Rauf Ja jehe ni gendem Ausdrud pittes Gedränge berrichte. Sagen Gie geben soll, oder mit einem plöbl mich da hineinb frampihaft an is jah er, daß ihr aus, als wenn unausweichlicher burduftehen en Mr. 61 ichuldung. agische Rolle als Gamstag, den 1. August 1931 licher bewußt geworden, ch überstürzenden Ereig land, unter dem 3wang Netz der Auslandsver It durchzieht unsere mitt szeit: Deutschland, durch Tler Friedensbedingungen Stande gewesen, feinen ieder in Gang zu bringen e Deutschland wurde für an Reparationen zu zah landskrediten tonnte der s zum Inkrafttreten des Den. Unsere Gejamtver Ende 1930 auf rund 26% esem Betrage abjekt, was geborgt hat, auf rund 17 Bujammenhänge rüdsichts gleichzeitig gezeigt, welche Stredite erwachsen tönnen, g jederzeit abziehbar, zur Ceil war verhältnismäßig rter Verhältnisse auf den 1930 belief sich die furz tichen Banken allein auf gründete sich das deutsche Boden. Von dieser furz En daher auch die Schwie ihren Ausgang: die aus =, Geld in großen Mengen pchose im Inlande- Ka auf Banken und Spar Ein Erdrutsch größten Aus Kreditgebäude. Die akute onaten etwa 3 Milliarde ogen worden. Nach diesen verbliebenen furzfristigen ings, soweit Anhaltspunite j rund 5 Milliarden KM liarden auf die Vereinigten nd entfallen. Frankreich , die übrigen Länder mit auen Erfassung-fie ist entarer Bedeutung- der g, dient die Notverord pflicht für Auslandsver Berknappung der K und Begleiterscheinun der Hauptziele der W d dient unter anderem aud arantiebant", die auf An gung des Reiches und füh Capital von 200 Millionen Pokales. Sonntagsgedanken. Es war in heißer Erntezeit, im Sommersonnenbrand; da rief uns auf zum heiligen Streit das Vaterland In Ost und West zudten aus schwarzen Wolken feurige Blize, bis sich das unheilbringende schlagende Wetter über dem unglüdlichen Eutopa entlud. Als geeintes Volk standen wir damals in heller Begeisterung auf, als der Sturm losbrach und der Feind die deutschen Grenzen bedrohte Millionen haben gefämpft, Millionen haben geblutet. Die einen ruhen in ferner fremder Erde, andere sind heute noch lebende Zeugen jener furchtbaren Zeit des Völkermordens. Und heute? Jeder Tag und jede Stunde und jeder Atemzug, den wir tun, erinnert uns daran, daß wir in Not und Elend, in Schande und Entehrung leben So war noch kein Volk dieser Erde jemals gedemütigt, so wurde noch kein Bolt gequält, tiefer teines in seinem Lebensnerv getroffen, fester keinem Volte je bie Stlaventetten gebunden, als uns, dem deutschen. Unser Haupt wollen wir aber nicht beugen, sondern auch im Unglüd es stolz tragen. Unsere Kinder sollen dereinst von ihren Vätern jagen können, daß diese schwer gelitten, aber auch groß im Unglüd waren. So groß, wie einst im Kampfe gegen eine Welt von Feinden. In uns stedt ja noch so viel Urkraft. Nach Waffen tann dieje Kraft nicht langen Aber der lebendige deutsche Geist wird, wenn dieses Volk einmal wieder so einig sein wird wie vor 17 Jahren, ein freies Deutschland erarbeiten, damit unser Vätergut den Enkeln gegeben wird, wie es geschaffen war. Ueber der deutschen Erde wölbt sich noch immer der blaue Himmel. Der dort oben thront und die Geschicke der Menschen und Völker bestimmt, wird auch über den deutschen Landen wieder einmal die Sonne scheinen lassen, wenn er die Zeit gekommen sieht. Aber den Mut dürfen wir nicht verlieren; ein deutsches Bolf tann nicht untergehen. Inflation? Der Sonntagsschreiber. - Deflation! Im deutschen Volke spukt, wie ein Gespenst, die Erinnerung an die Inflationsjahre. Man hegt Befürchtungen, bangt um die Sicherheit der Währung, sorgt sich um die Erhaltung seiner Spargroschen. Begreiflich, wenn man ermißt, welch unsägliche Leiden die breiten Volksschichten während jener Zeit der Geldentwertung zu erdulden hatten. Unverständlich heute, wenn man den wahren Stand der Dinge unvoreingenommen beurteilt. Wenn der Blick nicht durch die Panikstimmung der letzten Wochen getrübt ist, wer sich in dieser schweren Zeit den gesunden Menschenverstand be= wahrt hat, wird eins erkennen: unsere jetzige Lage hat feine Aehnlichkeit mit den Verhältnissen in den Inflationsjahren. Was ist denn ,, Inflation"? Dieses viel mißbrauchte Schlagwort bedeutet: Aufblähung des gesamten Geldumlaufs, eine fünstliche Vermehrung der Zahlungsmittel über den volkswirtJchaftlichen Bedarf hinaus. Ihre Ursachen in den ersten Jahren nach dem Kriege liegen flar zu tage. Das Reich gab unter dem 3wang der Verhältnisse, um den sich überſtürzenden finanziellen Anforderungen gerecht zu werden, Schatzwechsel aus. Die Reichsbank war damals ermächtigt, diese Schatzwechsel anzukaufen und als Rotendedung einzurechnen. Immer neue Schahzwechsel wurdie den ausgegeben, die Notenpresse arbeitete unaufhörlich Flut des Papiergeldes stieg von den Tausenden, Millionen über Milliarden zu den Billionen. Das Land wurde mit Papierschei= nen überschwemmt, ihr Wert stürzte abgrundtief. Das war die Inflation. Wie anders sieht es heute aus. Die Reichsbank darf, so steht es im Reichsbankgesetz, dem Reich nur in eng beschränktem Umfange Kredite einräumen. Schatzwechsel dürfen nicht mehr zur Notendeckung herangezogen werden. Die Entscheidung über die Höhe des Geldumlaufs, wie überhaupt über die gesamte Währungspolitit, liegt in Händen des von der Reichsregierung unabhängigen Reichsbankdirektoriums. Es hat in der Diskonterhöhung, der Kreditbeschränkung wirksame Waffen in der Hand, um die Währung unter allen Umständen zu verteidigen. Wie aber erklärt sich die heutige Zahlungsmittel- und Kreditkrise? Zahlungsmittel sind nicht zu reichlich vorhanden. Nicht ehen noch Engländer, und eutet doch nicht auf Krieg ch ein. Seit ein paar To die Reihen der Auslände heinlich hatten sie aus d widerspricht nicht, daß da von Ausländern im Ba rau blieb hoffnungsvoll ge . Aber die Menschen hatten eutlich war auf ihrem Ge lesen, die Erwartung der n eigenartiges Zittern und erfüllen. So fant der Tag des ersten August die Gon Taunus hervor und vergol ich ein gleißender Schimmer eichten Nebel, das erste An Mochte es fommen, wie es immerlich enden, wie ein im inein in den herrlichen Tag Sorgen und auch voll Leid men. Nur jetzt noch, und fei dem Menschenhader. Unjer I die Höhe hinanstiegen, fam Zum Beerenjammeln war fi Ungit trieben sie nach Hauje s erzählt, es gebe bestimm ? Dann muß mein Mann s ganz Ungeheuerliches, Un Heim in dem kleinen Dor ollte, beruhigte ich fie. Abe Gefühl, dunkel und ahnungs Dung jei in diefer Stunde ge en wollten von dem Drud de Die Wanderung und furz nod wir auf dem fleinen Bahn Augen faum. Da stand shor en, daneben ihr Mann, eir Der Mittelstürmer von Hollywood. Ein Fußball- Roman von Sidney Horler. 110 116. Fortsetzung. I Der Mittlstürmer dachte einen Augenblick nach. Es gab nichts auf der Welt, was er diesem bezaubernden jungen GeSchöpf hätte verweigern fönnen, aber eine große Versammlung, bei der es, wenn die Zeitung recht hatte, wahrscheinlich zu gewalttätigen Ausschreitungen tommen würde, war kein Platz, wo man ein junges, feinfühliges Geschöpf hinführen konnte. ,, Es ist sehr tapfer von Ihnen, daß Sie dorthin gehen wollen, aber " Es gibt kein Aber," antwortete das Mädchen entschieden. " Ich weiß, daß meine Tante, die heute schrecklicher als je zuvor war, und viele andere Leute meine Absicht wenig damenhaft finden würden, aber ich kümmere mich nicht darum. Wenn Stanley hier wäre, müßte er mich hinführen, und da Sie momentan Stanleys Stelle vertreten Ich führe Sie hin," sagte der Fußballer. Gleichzeitig Seien Sie bedankt für Ihr Vertrauen!" Ich habe zu danten; ich will mir aber das für eine passendere Gelegenheit aufheben. Jetzt müssen wir uns beeilen. Es wird schrecklich voll werden. Diese Zettel sind zu Tausenden verteilt worden!" Sie lenkten in die Hauptstraße ein, die zum Rathaus führte. Eine dichte Menge drängte sich bereits in dieser Richtung. Es war ein sehr gemischtes Publikum: Fabrikarbeiter, Handelsangestellte, Kaufleute, hier und da ein Geistlicher und manchmal Leute, denen man die Wohlhabenheit ansehen konnte. eit zur Abfahrt. Gleich er ihr freundlich zu. Noch an Ommen, trug der Postbote der 15 Saus. Nun muß er fort on. Das alles tam rubig übe uenftolz, der das Unvermeid gt. Möge ihnen der Himme war überall befannt gema sund die Anordnung der all Auguft war der erste Mobil ate fich eine große Mensche taillons des Infanterie- Reg Die Mannschaften ihre frieg n der Frühe des folgend huk aus. war, gings wie ein Aufatmi Rube von der unerträglichen U der germanische Troß gege onft ging Somburg zur andten die ewigen Sterne i die friedlos gewordene Erd Ich sehe nicht viele Damen," bemerkte Did mit mißbilligendem Ausdrud, als sie sich dem Eingang näherten, wo ein wirres Gedränge wie bei einem populären Fußballwettspiel herrschte. ,, Sagen Sie mir, bitte, ja nicht, daß ich da nicht hineingehen soll, oder ich müßte Sie hassen," sagte Margery Kirkby mit einem plötzlichen Leidenschaftsausbruch.„ Did, Sie müssen mich da hineinbringen!" Während sie sprach, flammerte sie sich frampshaft an seinen Arm, und als er sich zu ihr niederbeugte, sah er, daß ihr Gesicht vor innerer Erregung glühte. Sie sah aus, als wenn sie sich vorbereiten wollte, einer schweren, aber unausweichlichen Situation zu begegnen, die sie um jeden Preis durchzustehen entschlossen war. ,, Gießener Zeitung" mit einer Inflation, einer fünstlichen Aufblähung des Zahlungsmittelumlaufs haben wir es zu tun, sondern mit einer gewissen Einschrumpfung des Geldumlaufs, einer drohenden Deflation. Dieser Zustand ist in erster Reihe durch die Kreditabziehungen des Auslandes hervorgerufen worden. Die furzfristigen deutschen Auslandsschulden betrugen Ende 1930 rund 11 Milliarden RM.; davon entfielen rund 8 Milliarden auf die Banken. Infolge der allgemeinen schweren Vertrauenskrise sind, plötzlich, panifartig, riesige Beträge dieser Kurzkredite von den ausländischen Geldgebern aus Deutschland abgezogen worden. Verschärft wurden die Wirkungen dieses Kreditabflusses durch andere, beschämende Vorgänge im Inlande selbst: die Kapitalflucht und die Devisenhamsterei. Kreditabziehungen und Kapitalflucht haben in den letzten Monaten schätzungsweise einen Betrag von 3 bis 4 Milliarden RM. erreicht. Die deutschen Banken, die so gewaltige Devisenbeträge nicht verfügbar hatten, mußten auf die Reichsbank zurückgreifen. Dadurch wurden die Deckungsgrundlagen, der Gold- und Devisenbestand, der Reichsbank verknappt. Sie sah sich daher genötigt, ihre Kreditgewährung einzuschränken und den Notenumlauf zu drosseln. Nicht Ueberfluß also, sondern Mangel an Zahlungsmitteln bedroht die deutsche Wirtschaft. Nicht Steigerung der Warenpreise, sondern Preissenkung ist zu erwarten. Die einschneidenden Maßnahmen des Reiches insbesondere Beschränkung des Verkehrs mit Devisen und ausländischen Zahlungsmitteln, Unterbindung jeder Devisenspekulation, Kampf der Kapitalflucht mit schärfsten Mitteln- sollen zusammen mit dem energischen Vorgehen der Reichsbank die Lage entwirren, eine Entspannung auf den Kreditmärkten herbeiführen, aus dem Engpaß der Zahlungsmittelfrije einen Weg ins Freie bahnen. * * Die erste Ratenzahlung der Beamtengehälter in Hessen sichergestellt. Die Auszahlung der ersten Rate der Gehälter der staatlichen Beamten und Angestellten in Hessen wird sich glatt vollziehen, nachdem die Mittel sichergestellt werden konnten. * Professor Dr. Borgmann †. Am Mittwoch verstarb der ordentliche Professor der Forstwirtschaft unserer Universität Dr. phil. oec. publ. Wilhelm Borgmann im 63. Lebensjahre. Er war weit über unsere hessische und deutsche Grenze hinaus be= fannt, als eine Autorität auf dem Gebiete der forstlichen Ertragspunkte und Statik. Als ehemaliger Stadtverordneter im Gießener Stadtrat hat er sich auch große Verdienste um die städtischen Forsten und für das Stadttheater erworben. * Konsularnachricht. Der zum liberianischen Generalkonsul in Hamburg ernannte Herr James S. Wiles ist anerkannt und zur Vornahme konsularischer Verrichtungen im Volksstaat Hesen zugelassen worden. * Aus dem Gerichtssaal. Ein Gastwirtsehepaar aus Friedberg stand wegen wiederholten Betrugs, Urkundenfälschung und Unterschlagung vor dem erweiterten Bezirksschöffengericht. Beim Verkauf ihres Anwesens hatten sie den Käufer durch Vorspiege= lung falscher Tatsachen um mehrere 1000 Mark betrogen. Das bereits verkaufte Anwesen wurde nochmals an eine Wirtin verfauft, die mehrere tausend Mark anzahlte und so geschädigt wurde. Ein Büffet, das schon anderweitig zur Sicherung übereignet war, wurde unter Vorlage einer gefälschten Freigabebescheinigung verkauft. Trotzdem beide Angeklagte alles ableugneten, wurden sie durch Vernehmung von 16 Zeugen und einem Schriftsachverständigen überführt. Der Wirt erhielt eine Gesamtgefängnisstrafe von einem Jahr vier Monaten, die Frau acht Monate, zwei Wochen Gefängnis. * Das Rauchverbot in den Personenzügen. Das in den einzelnen Eisenbahnwagen bezw. abteilen bestehende Rauchverbot muß unbedingt von den Reisenden eingehalten werden. Auch das Rauchen in den Aborten und auf den Plattformen der mit ,, Nichtraucher" beschilderten Wagen ist nicht statthaft. Da diese letzteren Verbote etwas zu weitgehend schienen, wurde um vernünftige Klärung der Angelegenheit ersucht, da ja in diesem Fall die Mitreisenden vor Rauchbelästigung geschätzt wären. Die Reichsbahn- Hauptverwaltung lehnte jedoch eine Abände rung der bestehenden Bestimmungen ab. In den geschlossenen Nichtraucherwagen und in den Nichtraucherabteilen ist das Rauchen also auch in den dazugehörigen Aborten nicht gestattet. * Großes Marine- Konzert. Heute, Samstag abend, 8 Uhr, spielt das Musikkorps des Linienschiffs ,, Schlesien" unter Leitung Es war allerdings kein Platz für ein junges Mädchen. In dem Bemühen, Einlaß zu gewinnen, stieß und drängte alles wie wahnsinnig. Did mußte seinen Arm um das Mädchen legen, um sie vor den Stößen der drängenden Menge zu schützen. Zu seiner größten Erleichterung sah er Ben Warriner auf den Stufen stehen. Die Freunde wechselten einen raschen Blid, und der Hollywoodführer kam herbei. ,, Ben," sagte der Mittelstürmer ,,, die Dame ist Miß Kirkby, eine gute Freundin von mir und die treueste Anhängerin unserem Klubs. Sie will um jeden Preis zur Versammlung! Kannst du ihr einen sicheren Play verschaffen?" ..Gewiß! Wir haben am Balkon dreißig Size für unsere Spieler und deren Freunde reserviert. Dort sind Sie vor jeder Störung sicher, Miz; das heißt, wenn Sie nichts dagegen haben, zwischen einem Haufen von Fußballern zu fizen!" fügte Warriner hinzu, den der Liebreiz und die Vornehmheit der jungen Dame etwas verlegen machten. h. als Sie das erſte= ,, Wenn Sie wüßten, wie ich mich gleich, mal für Hollywood spielten, in Sie verliebt und wie ich Sie seither immer geliebt habe, Mr. Warriner," antwortete das junge Mädchen heiter ,,, dann würden Sie es nicht wagen, so zu fragen. Es wird mir eine sehr große Ehre sein, mitten unter der Hollywood- Mannschaft zu sitzen, besonders wenn ich einen Platz zwischen Mr. Marr und Ihnen bekommen fann! Wird das möglich sein?" „ Ich werde es unter allen Umständen möglich machen!" antwortete der Hollywood- Spielführer. Warriner sprach ein paar Worte mit den Ordnern, welche sofort eine fleine Seitentür öffneten und die kleine Gesellschaft rasch hineinschoben, bevor noch die Menge nachdrängen fonnte. ,, Seliger, ist das aber eine Fülle!" rief Margery aus, als sie vom Balkon auf die dichtgedrängte Menge unten im Saal blickte. „ Sagen Sie mir," wandte sie sich an Ben Warriner ,,, fann es Nr. 61 von Obermusikmeister W. Welge, in der Volfshalle. Der Rein ertrag aus diesem Konzert ist für das Marine- Ehrenmal in Laboe bestimmt. * Lukas- Gemeinde. Am Sonntag nachmittag findet auf der ,, Liebigshöhe" ein Familientag der Kirchengemeinde statt, bei dem der Verein für christliche Musik den musikalischen Teil ausführt und der Mädchenbund und die Jugendvereinigung mit verschiedenen Darbietungen das Programm ausfüllen wird. * Aus dem Stadttheater. Als 8. Vorstellung der diesjährigen Sommerspielzeit findet am Dienstag, den 4. August, abends 8 Uhr Anfang, ein einmaliger Konzertabend der Kuban- Kosaken statt. Die Russen bringen Volks- und Soldatenlieder, geistliche und weltliche Gesänge zum Vortrag. * Kurzschriftverein 1861 mit Damenabteilung e. V. Auf der ,, Karlsruhe" ist am Samstag, den 1. August, ein Vereinsabend, als Ehrenabend für die Wettschreiber vom Bezirks- und Verbandswettschreiben. * Verein für Bewegungsspiele. Der Verein hält am mor gigen Sonntag- Nachmittag auf seinem herrlich gelegenen Waldsportplatz ein Familien- und Kinderfest ab. Schützengesellschaft 1926 e. V. Das diesjährige VereinsHauptschießen ist am Samstag, den 1., Sonntag, den 2. und Montag, den 3. August auf dem Waldschießstand. Flugtag am 9. August. Am 9. August 1931 wird auf unserem Flughafen ein Flugtag zur Durchführung gebracht. Neuartigste Rückenflüge und Vorführungen, als auch die verschiedenen Arten des Kunstfluges werden gezeigt. Ein Geschicklichkeitswettbewerb wird ausgetragen werden und hat hier der Flugzeugführer die Aufgabe, Ballons zu jagen. Ein Zielabwurf auf eine Hausattrappe wird sich direkt vor den Zuschauer abspielen und wird bei guten Tref= fern das Ziel in Flammen ausgehen. Ein besonders sportliches Ereignis wird es sein, daß erstmalig die verschiedenen Sportarten auf dem Flugplatz zusammen arbeiten werden. Eine Staffette, bestehend aus Läufer, Reiter, Radfahrer, Kraftfahrer, Autos und Flugzeugen wird sich auf dem Rollfelde abwickeln. Die Sensation des Flugtages wird der Fallschirmabsprungwettbewerb sein, an dem unter anderem der Inhaber des Fallschirm- Rekordes ( Sprung aus 5200 Meter Höhe) Georg Resch, Würzburg, teilnimmt. Die Eintrittspreise zum Flugtage sind der Zeit entsprechend niedrigst festgelegt und betragen so für Erwachsene -.50 RM., Kinder-30 RM., Startplatz 1.- RM. Steuertermine. Ab 1. 8. 1931 starke Erhöhung der Vorzugszuschläge für Steuern; 5 Prozent für jeden angefangenen halben Monat für rückständige Steuerbeträge. Erhöhung der Verzugszinsen auf 2 Prozent monatlich. 5. August 1931. Reich: Lohnabzug für die Zeit vom 16. bis 31. Juli, falls im Ueberweisungsverfahren die bis zum 15. Juli einbehaltenen Beträge 200 RM. nicht überstiegen haben, für die Zeit vom 1. bis 31. Juli. 11. August 1931. Gleichzeitig Abführung der im Steuerab zugsverfahren einbehaltenen Lebigensteuer. Ferner Abführung der Krisenlohnsteuer. Reich: Börsenumsatzsteuer für Juli bei monatlicher Abrechnung. 15. August 1931. Hessen: Zweites Ziel der Kirchen- und Kultussteuern. 15. Reich: Vermögensteuervorauszahlung wie am Mai 1931( Landwirte zahlen erst am 15. 11. Zivei Viertel). Aufbringungsleistung für die erste Hälfte des Rechnungsjahres 1931. Gegen Hornhaut Sühneraugen, verdidte Hornschwielen an Händen und Füßen hat sich ,, Leolin" als fauberftes und bequemfies Mittel zur gründlichen Beseitigung aller harten HautWucherungen bestens bewährt. Badung für mehrmaligen Gebrauch mit genauer Gebrauchsanweisung 60 Pf. In allen Chlorodont. Verlaufsstellen zu haben. wesenden nur aus Neugierde und auf die Notiz in der Zeitung hin gekommen ist." ,, Was für eine Notiz?" In der Evening Times' wurde angedeutet, daß es heute abend hier zu Ausschreitungen tommen fönnte," sagte Marr. Wenn es dazu kommt, wissen Sie, wem wir es zu danken haben?" Wenn man den Teufel an die Wand malt..." zitierte Margery. Marr folgte der Richtung ihres Blides. Weithin sichtbar durch seine unförmige Körperlichkeit, betrat eben Fairfax Stopford den Saal, umgeben von einer Gruppe ihn scheinbar bewundernder Geden. ,, Was will er denn hier? So viel Feingefühl sollte er doch haben, um wegzubleiben!" flüsterte das Mädchen. Die Lippen des Fußballers verzogen sich zu einem verächtlichen Lächeln. Feingefühl!" antwortete er.„ Er hat kein! Wenn er welches hätte, wäre er nicht so fett!" Hoch oben am Balkon übertönte ein heiteres Mädchengelächter das lärmende Summen der großen Menge im Saal. Zahlreiche Leute redten ihre Hälse empor, um zu sehen, woher dieser plötzliche Heiterkeitsausbruch fam. Auch die unförmige Gestalt des Diden wandte sich wie von einer Tarantel gestochen plötzlich um. Marr blidte in ein großes, dides, rotes Gesicht, das ihn und seine Begleiterin wütend an glotte. Er glaubte wahrscheinlich, daß Sie ihn auslachen," jagte der Mittelstürmer ruhig. In seinem Innern freute er sich aber wie ein Schuljunge, wenn einem unbeliebten Lehrer etwas widerfährt. „ Ich wünsche, daß er es glaubt!" antwortete das Mädchen. Man hat auch genügend Grund, um über ihn zu lachen. Wisfen Sie, Did, bevor Sie jene Bemerkung vorhin machten, mußte ich an Stopford immer als an etwas Furchterregendes denken; jest tommt er mir eigentlich nur mehr fomisch vor." man aus diesem großen Zuspruch nicht iblichen, daß és eine nicht nicht als ob er Möglichkeit der Rettung für den Klub Der Hollywood- Spielführer lächelte grimmig. ,, Nach dieser großen Menge zu schließen, müßte man uns für die populärste Mannschaft des Landes halten, nicht wahr?" antwortete er.„ Ich hoffe mit Ihnen, Miß Kirkby, daß dieser große Zuspruch bedeutet, daß die Stadt entschlossen ist, den Klub zu halten, aber ich fürchte, daß der überwiegende Teil der Aneinen Mord begehen wollte! Er hat irgendeine Schandtat vor, sonst wäre er ja auch nicht hier. Bitte, entschuldigen Sie mich für einen Augenblid, ich glaube, Warriner hat mir etwas zu sagen!" Ich will dich nicht lange aufhalten, Did," sagte der Hollywood- Spielführer, ich bitte dich bloß. mir zu sagen, ob du bereits für einen anderen Klub unterschrieben oder zu unterschreiben versprochen hast." Fortsetzung folgt. Samstag, den 1. August 1931 Aus Nah und Fern. Großen- Linden. In unserer Gemarkung ist der Schnitt des Roggens beendet. Er war nicht sehr ergiebig, die Sommerfrucht dagegen steht gut, auch die Hadfrüchte befriedigen. Das Grummetgras verspricht eine reichliche Ernte. Lollar. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, eine Polizeiverordnung zu erlassen, nach der die Lumdastraße und der Holzmühlenweg für Kraftfahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 5,5 Tonnen, die ,, Schur" für Fahrzeuge aller Art gesperrt werden. Der Gemeindevoranschlag schließt mit einem Fehlbetrag von 43 000 Mark ab. Diese Summe soll durch erhöhte Umlagesätze gedeckt werden. Der Gemeinderat übertrug die freigewordene Flurschützenstelle, für die 15 Bewerbungen eingegangen waren, dem Gemeindemitglied Karl Seipp III. Buzbach. Es ist beabsichtigt, das hiesige Finanzamt aufzuheben und die 26 dem Finanzamt Butzbach angeschlossenen Orte den Finanzämtern Friedberg und Gießen zuzuteilen. Diese Maßnahme würde ein schwerer Schaden für die Stadt sein, da zugleich 30 Beamte versetzt würden. Am Donnerstag abend fand im Rathaussaal eine Versammlung statt, in der beschlossen wurde, die geplante Aufhebung des Finanzamts mit allen Mitteln zu verhindern. Butzbach. Der im hiesigen Landeszuchthaus untergebrachte Mädchenmörder Meon versuchte einen Ausbruch aus dem Ge= fängnis, wurde jedoch bemerkt und sofort wieder festgenommen. Butzbach. Die von der Ortsgruppe Butzbach des Hessischen Polizeisportvereins am morgigen Sonntag, den 2. August, zur Austragung kommenden 2. Nationale Leichtathletik- Kämpfe versprechen nach dem Meldeergebnis recht guten Sport und sind scharfe Kämpfe in einer Anzahl von Konkurrenzen zu erwarten. Die Veranstaltung wird umrahmt von reiterlichen Vorführun= gen und als Abschluß der Veranstaltung findet ein Handballspiel zwischen dem Reichswehr- Bataillon Gießen und der Polizei Butzbach statt. Bad Nauheim. Nach seinem Besuch in Berlin wird der Oberbürgermeister von Newyork, Walker, einen Kuraufenthalt von mehreren Wochen in Bad Nauheim nehmen. Bad Nauheim. Für den 7. Fortbildungslehrgang der Vereinigung der Bad Nauheimer Aerzte, der vom 17. bis 19. September 1931 in der Kerchoff- Vorlesungshalle abgehalten wird, über das Thema:„ Kreislauferkrankungen und ihre Behand lung", macht sich bereits ein reges Interesse durch Anfragen und Anmeldungen geltend. Bad Nauheim. Bis zum 30. Juli 1931 betrug der Gesamtbesuch 21 348 Gäste. Darunter 3866 Ausländer. Anwesend waren am 30. Juli 1931 4113 Gäste. Ulrichstein. Auf der Höhe bei Ulrichstein wird am Sonntag, den 2. August, ein Volksflugtag der Südwestdeutschen Sportsliegervereinigung Gießen veranstaltet, bei dem Sturz- und Kunstflüge, ein Luftturnier und Ballonjagden von besonderem Interesse sein werden. Außerdem kommt ein Fallschirmabsprung aus etwa 1000 Meter Höhe zur Ausführung. Schotten. Am Montag, den 10. August, findet der Schottener Sommermarkt für Pferde, Bullen, Rindvieh und Kramwaren statt. Der Marktdienstag fällt wegen des Verfassungstages aus. Am Mittwoch finder der Markt für Rindvich, Schweine, Ziegen und Kramwaren in Verbindung mit einem Volksfest statt. Vilbel. Der Vilbeler Gemeinderat will in Zukunft keine ,, Gießener Zeitung" Zuschüsse mehr für den Omnibusbetrieb Frankfurt- Vilbel leisten, lieber verzichtet die Stadt auf diese teure Verkehrseinrichtung. Darmstadt. Das Kreisamt Darmstadt hat die Einführung der Gemeindebiersteuer für die Gemeinden Malchen, Traisa, Braunshardt, Eich, Scheppenhausen und Gräfenhausen verfügt. Mit Ausnahme bei den beiden ersten Gemeinden ist zugleich die Bürgersteuer auf das 1½ fache des Vorjahres festgesetzt worden. Darmstadt. Ein Oberpostschaffner hatte sich vor der Darmstädter Großen Straftammer als Berufungsinstanz wegen Unterschlagung von amtlichen Geldern zu verantworten. In der ersten Instanz war er zu einem Jahr und einem Monat Zuchthaus verurteilt worden. Das Gericht sah diesmal seine Ver= fehlungen milder an und setzte die Gesamtstrafe auf 7 Monate Gefängnis herab. Sprendlingen. Am Mittwoch abend wollte ein Motorradfahrer in schneller Fahrt noch den schrankenlosen Bahnübergang vor dem von Sprendlingen kommenden Zug passieren. Er suhr jedoch gegen den Padwagen, das Motorrad wurde etwa 50 Meter mitgerissen. Der Motorradfahrer und sein Beifahrer erlitten nur Prellungen und Quetschungen. Mainz. Ein Beamter wurde auf der Fintherstraße abends von einem Unbekannten um Geld angesprochen. Als der Beamte sich weigerte, riß ihm der Strolch seinen Schirm aus der Hand, raubte seine Uhr, versetzte ihm einen Schlag auf den Kopf und flüchtete. Er entfam unerkannt. Worms. Die Polizei hat eine 31jährige Frau festgenommen, die mehrere Räder gestohlen hat, drei Personen wurden wegen Begünstigung und Hehlerei festgestellt. Dutenhofen. Der Bau der Wasserleitung der Gemeinde ist beendet und die Leitung in Gebrauch genommen worden. Sie er= gibt täglich eine Wassermenge von 115 Rubikmeter, so daß der Wasserbedarf der Gemeinde vollauf gedeckt wird. Marburg. Jm Alter von 69 Jahren starb am Mittwoch ein bekannter Mitarbeiter des Geheimrat von Behring, Dr. Karl Siebert. Vacha( Rhön). Die Dienſtſtrafkammer hatte den Gendarmerieoberwachtmeister aus Gastenroda zur Dienstentlassung verurteilt, weil er durch übermäßigen Alkoholgenuß seine Pflichten vernachlässigte. Als die Revisionsinstanz das Urteil bestätigte, erschoß sich der Beamte. Gedern. Als ein an einen Wagen gespanntes Pferd stürzte, eilte der Maurer Heinrich König aus Ober- Seemen herbei, um das Tier zu befreien. Als er einen Riemen durchschnitt, schnellte ihm die Schere des Wagens heftig gegen den Leib, so daß er ohnmächtig zusammenbrach. In der Gießener Klinik erlag er seinen schweren, inneren Verletzungen. Frankfurt a. M. Ein Händler, der mit einem Mädchen eine Zecherei veranstaltet hatte, mußte, als er aus seinem Rausch erwachte, die Feststellung machen, daß das Mädchen ihn um 160 Mark bestohlen hatte. Neues Naturschutzgebiet im Taunus. Der allen Taunuswanderern bekannte„ Hohestein" wurde zum Naturschutzgebiet erklärt. Die wundervolle Quarzgruppe mit dem umgebenden Gelände umfaßt mehr als drei Morgen und dürfte nunmehr gegen alle Zerstörungen gesichert sein. Hattenheim. Die ehemalige Cisterzienser- Abtei Eberbach feiert in diesem Jahre das Jubiläum ihres 800jährigen Bestehens. 3,5 Km. nördlich von Hattenheim liegt das Kloster in einem idyllischen, vom Kisselbach durchflossenen Tal. Wiesbaden. Die Stadt Wiesbaden wird am 1. August nur ein Drittel der Gehälter auszahlen können. Wir machen unsere Darlehens- u. Hypothekenschuldner darauf aufmerksam, dass durch die ergangenen Notverordnungen die Fälligkeit der am 1. Juli ds. Js. zu zahlenden Schuldzinsen in keiner Weise berührt wird. Wir erinnern unsere Schuldner schon heute daran, dass auf Grund der Bedingungen der Schuldurkunden für alle Darlehen, für welche die Zinsen nach Ablauf von vier Wochen nach Fälligkeit gezahlt werden, sich der Zinsfuss um 2% für die abgelaufene Zinsperiode erhöht. Eine weitere Mahnung erfolgt nicht mehr. Giessen, den 29. Juli 1931 Bezirkssparkasse Giessen Zacheis. Nr. 61 Braubach. Die Arbeiten an der Rheinuferstraße des Abschnittes Filsen- Osterspai- Braubach sind eingestellt worden. Ter Grund liegt in der schweren Beschaffung der Zahlungsmittel. Neuwied. Jm Kreise Neuwied, in dem hauptsächlich kleinbäuerliche Wirtschaft betrieben wird, wurde ein große Meliorationswerk durch die Urbarmachung der großen Elgerter Heide bei Dierdorf( Westerwald) in die Wege geleitet. Jm nächsten Jahre soll die ganze Heide gerodet sein. Köln. Ein Büroangestellter hat im städtischen Beschaffungsamt Summen unterschlagen, die sich auf etwa 200 000 Reichsmarf belaufen. Die Verfehlungen reichen drei Jahre zurück. Berlin. Durch Vermittlung des amerikanischen Botschafters Sackett hat der in Deutschland schon durch eine große Stiftung bekannte Julius Rojenwald aus Chikago dem Oberbürgermeister Dr. Sahm seine Absicht fundgetan, der Stadt Berlin eine Million Dollar für Errichtung einer Zahnklinik für Kinder im Alter von 3 bis 16 Jahren zu stiften. Danzig. Jm Elektrizitätswerk Zoppot haben ein kaufmännischer Leiter und ein Hauptkassierer Unterschlagungen begangen. Bisher ist ein Fehlbetrag von 15 000 Gulden festigestellt worden. Absurd.. Der von der Agentur Havas veröffentlichte Vorschlag der französischen Kunsthändler, Deutschland eine größere Anleihe zu gewähren gegen Verpfändung eines Teiles seiner Kunstschätze an Frankreich, wird in Berliner politischen Kreisen als absurd und einer Diskussion nicht lohnend bezeichnet. Sensationelle Zwangsversteigerung. Lenzen( Elbe). Am Freitag fand die Versteigerung der tausendjährigen Burg Lenzen statt, die sich zuletzt im Besitz des Rittmeisters a. D. von Jjermann befand. Der Fall war insofern sensationell, als nur ein Gebot, und zwar von der Genossenschaftsbank Lenzen, abgegeben wurde, von der die Zwangsvers steigerung ausging und die auf die Burg eine Hypothekenforderung von 20 000 Mark hat. Das Gebot lautete auf 2000 M. Der Besitzer hat Beschwerde eingeleitet, da nach Angaben eines vereidigten Tarators der Wert der Burg mit 350 000-400 000 Mark beziffert wird. Neue Bücher. Wollen Sie immer nach der Mode gekleidet sein und doch nicht viel Geld ausgeben? Dann halten Sie sich an die modischen Informationen, die Ihnen die„, Elegante Welt" in ihrem soeben erschienenen neuesten Heft gibt. Sie finden dort in Bild und Zeichnung wiedergegeben die neuesten Modeschöpfungen. Die Woche" ist dabei und fängt überall mit Photo- Linse und Feder das Interessanteste für ihre Leser ein: ,, Spiel und Spieler, indiskrete Aufnahmen aus 3oppot" ,,, Die bezwungene Wüste Kaliforniens",„ Die Schule der Bombenwerfer" ,,, Die ideale Sommerfrische", das sind nur einige Titel aus dem neuen Heft, das anregende Lesestunden verspricht. Ericheir Bezugspreis Redaktionsschluß frü endung nicht verlo 14. Jahrg Politij Der Reichsrat tr igung im Reichstags tehen fleinere Borla Hes Reichsfinanzmini Lebernachtungsgelder Ausführungsbestimm gangen ift dem Reid Jeges zur Ueberleitu Dentliche Gejeggebun In diejen Tagen Tinien zur Durchführ Trotz der steigenden Erwerbslosigkeit werden immer noch etwa hunderttausend ausländische Wanderarbeiter in der deuts schen Landwirtschaft beschäftigt. Um diese Ausländer durch Deutsche zu ersetzen und gleichzeitig arbeitslosen deutschen Arbeitern Erwerb zu bieten, wurde in Fliegerhorst bei Frankfurt a. d. Oder ein Umschulungsbetrieb eingerichtet. Ueber diese neuartige Schule bringt die„ Münchener Illustrierte Presse" ( Nr. 31) einen aufschlußreichen Artikel. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. G. KORNAAT'S HANDELMAATSCHAPPIJ N.V. Heeringsexport Vlaardingen( Holland) sucht tüchtigen, gut eingeführten Vertreter für Gießen u. Umgegend. Leistungsfähige Spizendeckenfabrik Nebenverdienst durch schriftliche Heims arbeit. Gebe schriftlich Garantie. 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