Nr. 25. 1930 Archiv und dliche oder ogen werden HAFT AUF OLYMPIAI nd Behörden chätzen unserer pia SCHINEN SCHINEN MAT" Schreibmaschinen mietweise aschinen A. G T a. M. Hansa 27326 verbindlich Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. fedaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdndung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 14. Jahrg. Politische Rundſchau. In der Pariser Presse wird die neue Notverordnung im resentlichen als der erste Schritt zur Errichtung der Diktatur anjehen. Wie Adolf Hitler im ,, Bölkischen Beobachter" mitteilt, wird die NSDAP. durch Klage beim Staatsgerichtshof Gelegenheit nehmen, die rechtliche Unhaltbarkeit u. Unzulässigkeit der Notrordnung vom 28. März 1931 festzustellen. Das Generalsekretariat des Völkerbundes gibt bekannt, daß die zum 11. Mai einberufene ordentliche Tagung des Völkerhundsrates auf den 18. Mai verlegt worden ist. Die dritte Segung der Europäischen Mächte ist auf den 15. Mai festgesetzt Borden. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 1. April 1931 und schikanöse Handhabung der Notverordnung zu unterbinden. Ich bin allerdings fest entschlossen, die Verordnung überall da anzuwenden, wo es zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ord( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Plat vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 26 gegen sein Familienleben und die Mütter ein so„ kinderloses" Dasein auf die Dauer ertragen werden. nung und Sicherheit notwendig iſt; denn die Beruhigung unseres öffentlichen Lebens liegt gleicherweise im Intereffe unseres Vol. Ersparnisse durch freie Wohlfahrtspflege. fes wie unserer Wirtschaft." Voraussichtlich werden die Kreisämter und Polizeiämter die in der Notverordnung vorgesehenen Meldestellen. Das Verbot von Lastwagentransporten bleibt bestehen, ebenso das der Anfündigung von Versammlung durch Sprechchöre von Lastwagen herunter usw. Das Verfahren vor dem Schnellrichter wird in verstärktem Maße durchgeführt werden. Für Plakate wird ein besonderer Stempel über Verbot oder Zulassung erteilt werden, so daß die Zeitungen bei Annahme von Anzeigen oder Hinweisen gesichert sind. Kommunistische..Jugendweihe" nichts als Heße. Die italienischen Sachverständigen, die in London bei der herstellung des Wortlauts der italienisch- französischen Flottenrreinbarung mitarbeiten, reisen ab, um mit ihrer Regierung beraten. Infolgedessen werde der Sachverständigenausschußz feine Arbeit vielleicht erst nach Ostern wieder aufnehmen können. In der letzten Sigung des Lippischen Landtages teilte der Sorsitzende des Landespräsidiums, Drake, mit, daß das Landespräsidium beschlossen habe, den Volksentscheid auf Auflösung kes Lippischen Landtages am Sonntag, dem 26. April, durch- ,, Riesenpuppenspiel", eine wüste Beschimpfung von Staat und pführen. Reichstanzler Dr. Brüning hat an den Staatssekretär a. D., Gesandten Dr. Haniel von Haimhausen, ein Schreiben gerichtet, in dem der Kanzler mitteilt, daß der Reichspräsident den Gejandten infolge Auflösung der Vertretung der Reichsregierung in München in den einstweiligen Ruhestand versetzt habe. Der Kanzler dankt zugleich im Namen der Reichsregierung aufrichlig für die von Haniel dem Reich geleisteten wertvollen Dienste. Im Lohnstreit der Deutschen Reichsbahngesellschaft ist der Schiedsspruch vom 19. März 1931 für verbindlich erklärt worden. Der Gemeindevorsteher von Langenlonsheim, Weingutsbe figer Bies, wurde seines Amtes enthoben, weil er sich aktiv in der Nationalsozialistischen Partei betätigte. Mit Rüdficht auf die wirtschaftliche Notlage der Zechen hat ch der Zechenverband im Ruhrbergbau veranlaßt gesehen, die Rahmentarifsverträge für die Arbeiter sowie für die technischen md faufmännischen Angestellten im Bergbau zu kündigen. Die Schlichtungsverhandlungen über den Angestelltentarif in der Nordwest- Gruppe der Eisen- und Stahlindustrie finden 8. April vor dem staatlichen Schlichter Professor Brahn in Dortmund statt. Dem ,, Kurjer Warszawski" nach stehen im polnischen Kabinett in nächster Zeit Aenderungen bevor. Dem Blatt zufolge werde. Narschall Pilsudski selbst die Leitung der Regierungsgeschäfte rieder in die Hand nehmen. Der englische Schazkanzler wird am 27. April seine Haushaltsrede halten. Der englische Haushalt schließt mit einem fehlbetrag von über 30 Millionen Pfund ab. Einer Meldung von Bogota( Columbien) zufolge, ist im restlichen Teil Venezuelas eine revolutionäre Bewegung unter Führung Generals Cedeno ausgebrochen. Nach Meldungen aus Nicaragua hat ein außerordentlich jhweres Erdbeben den Bezirk Managua heimgesucht. Die Haupttadt Managua sei so gut wie ganz zerstört worden. In verjhiedenen Teilen der Stadt wüten heftige Feuersbrünste. Die Erdstöße dauerten zurzeit noch weiter an. Hoover hat die ame: rikanische Marine und Armee sowie die Rote- Kreuz- Gesellschaft aufgefordert, sofort Hilfsmaßnahmen für die Opfer des Erdlebens zu ergreifen. Der hessische Innenminister zur Notverordnung. Darmstadt, 31. 3. Der hessische Innenminister Leuschner mpfing heute die Presse zu einer Besprechung über Fragen, die Ich aus der soeben in Kraft getretenen Notverordnung zur Beubigung des öffentlichen Lebens ergeben. Der Minister erklärte, wenn auch in Hessen die bestehenden Raßnahmen in den meisten Fällen zur Sicherung der Ordnung in Sicherheit von Leben und Eigentum ausreichend wären, b mache sich doch das Fehlen von gesetzlichen Unterlagen für hanche Delitte unangenehm bemerkbar, weil die Radikalen diese lü de sofort verstärkt ausnüßten. Die Notverordnung habe ich legrüßt, denn sie ist gerechtfertigt und notwendig. Wir sind uns in Hessen der großen Verantwortung bewußt, die mit der Durchührung der einschneidenden Gesetzesmöglichkeiten verbunden ist. Sehr wahrscheinlich wird allein schon das Bestehen der Notverrdnung die Arbeit der Polizei erleichtern. Eine Einschränkung les politischen Lebens tritt nicht ein, soweit es sich sachlich und inständig vollzieht. Die Parteien müssen sich bewußt sein, daß fe im Interesse des Staates, des Volkes und der Wirtschaft gebise Verpflichtungen haben und Zurückhaltung üben müssen. Dann haben sie auch keinerlei Maßnahmen aus der Notverordung zu gewärtigen. Ich werde allen behördlichen Organen geave Anweisungen erteilen, um von vornherein jede kleinliche Die Kommunisten Berlins veranstalteten am Sonntag im Sportpalast eine„ Proletarische Freidenker- Jugendweihe", an der etwa 15 000 Personen, darunter über 2000 Schulkinder, teilnahmen. Das Programm der Veranstaltung enthielt auch ein Kirche. Als der Unfug Ausmaße annahm, die weiter nicht geduldet werden konnten, erklärte der Vertreter der politischen Polizei die Versammlung für aufgelöst und wies den Kommandanten der Schutzpolizeibereitschaft an, den Saal zu räumen. Die Kommunisten ergingen sich in Schmährufen und Beschimpfungen gegen die Polizeibeamten. Zwangsgestellungen wurden nicht vorgenommen. Der Eid auf den Bürgerkrieg. ,, Seid ihr bereit, für die Revolution zu lämpfen?" Von einem Augenzeugen wird berichtet: Bereits vor Be= ginn dieser bolschewistischen Jugendweihe kam es zu maßlosen Verhöhnungen der christlichen Kirche, als Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbandes in den Wandelgängen des Sportpalastes Gottlosenlieder anstimmten, deren Inhalt so gemein ist, daß man Abstand nehmen muß, sie wiederzugeben. Zu diesen Gottlosendemonstrationen waren die jungen Bolschewisten angeregt worden durch die sogenannten ,, Gottlosenausstellung", die in eben diesen Wandelgängen veranstaltet worden war. Das offizielle Programm zu dieser ,, Jugendweihe" enthielt ein haarsträubendes Bild: Jugendliche, mit dem Gewehr in der Hand, versetzen einem Lehrer und einem Geistlichen Tritte. Der begleitende Text hierzu ist die Aufforderung ,,, an der proletarischen Revolution mitzuhelfen", erst dann werde die Religion absterben. Im Mittelpunkt dieser Jugendweihe stand die Hetrede des tommunistischen Abgeordneten Schneller, der u. a. ausführte, es sei die Pflicht der Jugendlichen, die soeben die Schule verlassen hätten, ihre ganze Kraft in den Dienst der Revolution und ihrer Vorbereitung zu stellen. Der Kampf gegen die Kirche und den bürgerlichen Staat müsse mit blutiger Energie geführt werden, bis der Tag des Sieges endlich da sei. Nachdem der Bolschewist Schneller mit allen Mitteln blutrünstiger Demagogie die Jugend zum Bürgerkrieg aufgepeitscht hatte, unternahm er es, ca. 2000 Jugendliche mit folgender Formel zu vereidigen: ,, Seid ihr bereit, für die Revolution zu lämpfen und euer Blut und Leben dafür einzusetzen?", worauf ein einmütiges Ja! folgte mit erhobener, geballter Faust! Den gleichen Eid nahm der Redner auch den Eltern der Bolschewistenjugend ab, die ebenfalls mit geballter Faust gelobten: ,, mit ihrem Blut für die Revolution zu kämpfen". ,, Seid bereit!" so schrie der KPD.- Führer Schneller mit verzerrtem Gesicht in den Saal. Immer bereit!" erscholl es als Antwort. Russisches Familienideal. Auf der Ostseite des Ural soll der ehemalige Frankfurter Stadtbaurat May eine neue Stadt, Magnitogorst, er= bauen, die eine wahre kommunistische Musterstadt für 200 000 Menschen werden soll. Die Häuserblods, in Stadtvierteln für je 10 000 Bewohnern angeordnet, sind durch Grünflächen voneinander abgegrenzt. Jedes Viertel hat seine Kollektivbauten: Klub, Speisehaus, Schule, Warenhaus, Kindergarten, Krippe, Läden. Jede Familie soll einen Wohnraum, 2 Schlafkammern, 1 Kochnische und noch einiges andere erhalten. Die Wohnungseinrichtung soll überall gleich sein. Und die Kinder? Die sollen nach Ausführungen des russischen Volksbildungsministers bis zum 16. Lebensjahr im staatlichen Heim erzogen werden. Die Eltern, die nach bestimmten gesetzlich festgelegten Abständen ihre Kinder besuchen können, sollen nicht mehr als ,, Vater" und ,, Mutter" bezeichnet werden. Dann sei die kollektivistische ,, Reife" erreicht. Und der Haushalt? Die„ kollektive Frau" focht nicht mehr man hat dafür große Zentralküchen und Speiseräume. Sie hat keine Kinder- und keine Haushaltssorgen. In gewissem Sinn verlockend! Fragt sich nur, ob diese Pläne in Erfüllung gehen werden und ob ein Volf einen solchen Schlag Der Direktor des Hessischen Landesvereins für Innere Mission, Pfarrer Röhricht, teilt folgende Zahlen mit, die starker Beachtung wert sind. Die Anstaltsarbeit der deutschen freien Wohlfahrtspflege erspart der öffentlichen Wirtschaft jährlich mindestens 250 Millionen Mark und auf dem Gebiet der geschlossenen Fürsorge bestehen weitere Ersparnismöglichkeiten von mindestens jährlich 60 Millionen Mark. Für jeden in einem fommunalen Erziehungsheim untergebrachten Fürsorgezögling entstehen der öffentlichen Wohlfahrtspflege durchschnittlich pro Tag 4,85 Mt. Selbstkosten. Für die in Erziehungsheimen der freien Wohlfahrtspflege unterge= brachten Zöglinge wendet dagegen die öffentliche Wohlfahrtspflege nur 2,78 Mt. durchschnittlich pro Tag und Kopf auf. Die freie Wohlfahrtspflege ist also pro Zögling täglich 2,07 Mark, im Jahr 756 Mt. billiger. Durchschnittlich sind 36 Prozent aller Fürsorgezöglinge in freien Erziehungsheimen. Würden diese in öffentliche Heime gelegt, so entstünden in Preußen Mehrkosten von reichlich 15 Millionen Mark. Würden umgefehrt die Fürsorgezöglinge aus öffentlichen Heimen in solche der freien Wohlfahrtspflege verlegt, so könnten in Preußen jährlich 3,7 Millionen erspart werden. Für das ganze Reich ergeben sidy auf diesem Gebiet Ersparnisse in Höhe von etwa 21,5 Millionen und Ersparnismöglichkeiten von 5,2 Millionen Mark. Was die Frage der Kindertagesstätten angeht, so kommt die amtliche Ausstellung des Berliner Magistrats vom April v. Js. zu dem Ergebnis, daß jedes Kind in einer städtischen Kinderschule täglich 66 Pfg., im Jahr 243,31 Mark öffentliche Mehrfosten erfordert gegenüber einem Kind in einer freien Tages= stätte. Die privaten Kinderschulen ersparen nach dem augenblidlichen Stand der Stadt Berlin schon fast 4 Millionen Mark im Jahr. Würde die Stadt auf eigene Kindergärten verzichten, alle Kinder in private Einrichtungen schicken und diese nach den bisherigen Sätzen bezuschussen, so ergäbe sich eine weitere Ersparnismöglidfeit von jährlich etwa 830 000 Mart. Die Selbstkosten der öffentlichen Krankenhäuser liegen im Reichsdurchschnitt etwa 33 Prozent über dem Betrag, mit dem die nichtöffentlichen Anstalten auskommen müssen. Da die deutsche freie Wohlfahrtspflege insgesamt über rund 115 000 Betten in Krankenhäusern verfügt, ist nach dem jetzigen Stand eine jährliche Ersparnis für die öffentliche Wirtschaft von etwa 45 Millionen Mark durch die Krankenanstalten der freien Wohlfahrtspflege anzunehmen. Die Anstalt Bethel bekommt für Epileptische von der Provinz einen Pflegesag von täglich 2,80 Mark. Die Selbstkosten in den Provinzialanstalten machen wenigstens täglich 3,50 Mt. aus. Bethel spart also der Provinz täglich etwa 70 Pfg. In der Epileptischen Anstalt in Nieder- Ramstadt beträgt der Pflegesatz täglich 3,25 Mart, in den Heil- und Pflegeanstal= ten 4,05 Mart, sodaß in Nieder- Ramstadt täglich pro Pflegling 80 Pig., d. h. bei 220 Pfleglingen 176 Mark täglich und im Jahr 64 240 Mark gespart werden. Die Vereinigten Staaten weisen 100000 Seeleute aus. Wie aus Newyork gemeldet wird, hat der amerikanische Staatssekretär für Arbeiterfragen eine Verfügung erlassen, wonach etwa 100 000 ausländische Seefahrer, die von ihren Schiffen desertiert sind und in den Vereinigten Staaten Beschäftigung fanden, nunmehr ausgewiesen werden sollen. Der Erlaß wird damit begründet, daß diese Seeleute einer entsprechenden Anzahl amerikanischer Bürger und wohnberechtigter Ausländer die Arbeitsplätze weggenommen hätten. Ein Dorf wird mechanisiert. In Hohenheim bei Stuttgart befindet sich eine der Professor bemerkenswertesten deutschen Versuchssiedlungen. Münzinger unternimmt es hier, eine ganze Gemeinde zu mechanisieren. Gemeinsame Bestellungsarbeit mit gemeinschaftlichen Maschinen, gemeinsame Milchkammern, eine genossenschaftliche Molkerei, einheitliche Absazorganisation Münzinger will seine Ideen und Erfolge erst dann der Oeffentlichkeit vorlegen, wenn sie eine Zeit der Entwicklung und Reife durchgemacht haben Ebenso deckt man vorläufig den Schleier des Geheimnisses über jene Versuche, die in Schlesien zur Mechanisierung der bäuerlichen Siedlung betrieben werden. Alle verantwortlichen Stellen sind sich heute darüber klar, daß eine Verbesserung der Produktionsmittel mit einer grundsäglichen Neugestaltung der Absazorganisation unter dem Gesichtspunkt einer Umstellung der Produktion nach dem Bedarf sowie einer Vereinheitlichung des Angebots. Langsam, ganz allmählich beginnt das Wort ,, Standard" in der Landwirtschaft Klang zu gewinnen. Und langsam beginnt auch jene NeuKolonisation des deutschen Bodens sich durchzusehen, die von neuen Menschen auf alter Erde mit Hilfe von modernene Maschinen und neuzeitlichen Arbeitsmethoden vollzogen wird Mittwoch, den 1. April 1931. Lokales. Der Kreuzweg. Karfreitag du stiller, ernster Tag. Der Heiland schleppt das schwere Kreuz durch die Straßen Jerusalems hinauf zur Schädelstätte, nach Golgatha. Seelenwund und körpermatt. Gegeiselt ist sein Leib und blutet aus unzähligen Wunden. Keine Sonne leuchtet ihm mehr, dunkel ist der Tag, keiner von seinen Freunden ist mehr da. Verlassen von der ganzen Welt geht der Heiland seinen letzten Gang. Aber er faßt noch die letzte Kraft und feucht den steinigen Weg weiter. Und am Ende seines Leidens hatte dieser Heiland noch ein Gebet für seine Peiniger. Deutsches Volt, schau diesen Kreuzweg nach Golgatha! Mußt du nicht auch einen Leidensweg gehen, auf den dich deine Beiniger gedrängt haben?- Schwere Lasten hat ein großer Teil unseres Volkes zu tragen. Arbeit fehlt und Brot. Der Kreuzweg führt die Hungernden und die, die sorgen müssen noch für Weib und Kind von Türe zu Türe, treppauf, treppab. Und da gibt es Menschen noch, die ihre Türen verschließen und kein Stücklein Brot übrig haben von ihren vollen Tischen. Das iſt auch für manchem aus unserem Volle ein schwerer Kreuzweg. Da sollte sich aber keiner ausschließen, sondern mitgehen und das Kreuz helfen tragen. Denn es sind ja Schuldlose, die es schleppen müssen. Karfreitag du stiller, ernster Tag. Möge von ihm ein Segen ausgehen auf unser Volt, damit es die Kraft besitze, sein Kreuz bis zum Ende zu tragen. Dann wird auch für dieses Volk ein Ostermorgen anbrechen, ein Tag der Auferstehung. Der Sonntagsschreiber. Das Wandervolk rührt sich. Während des Winters hat der Wohnwagen des fahrenden Volks auf seinem einsamen Platz gestanden, ein bißchen Rauch um die Blechesse ,, von Hunden umfläfft, mit verschlafenen Menschen gefüllt. Jetzt wird es lebendig darin wie im Bienenhaus. Die Wanderzeit fängt an. Es kann sich nichts mehr halten; eines schönen Morgens ist der Platz leer, und das Völkchen schaufelt auf seinen vier Rädern davon. es ist Auch die Tippelbrüder machen ihr Gepäck zurecht so leicht! Sie studieren die Karte und legen sich die Pläne ins Notizbuch. Was soll sie binden? Was sie brauchen, finden sie überall, denn, wer wenig Bedürfnisse hat, trägt seine Heimat mit sich herum. Sie wandern. Und manch einer steht hinter dem Fenster und möchte so gern hinaus, fort, weit in die Berge der Heimat, über bewegte Meere in ganz, ganz andere Verhältnisse. Wenn er sich über seine Akten bückt oder die Geschäfte bedenkt, die er zu ordnen hat, dann darf feiner wissen, was in ihm vorgeht. Warum haben wir nur diese Wandersehnsucht im Blut? Es wäre so gut, still zu sitzen und sich des Errungenen zu freuen, aber wir müssen weiter, es gibt kein Halten, es gibt keine Stätte, die uns Ruhe bietet. Wir sind ein Wandervolk. * Getränkesteuer. Die vom Herrn Minister des Innern für die Stadt genehmigte Getränkesteuerordnung tritt mit dem 1. April ds. Js. in Kraft und liegt am 1., 2. und 4. April 1931 während der Dienststunden im Stadthaus, Zimmer 19, zur Einsicht offen. Der bisherige Steuersatz von 5 v. H. des Entgelts bleibt bestehen. * Stadtkasse. Folgende Rückstände mahnt die Kasse an: 1. Schulgeld für die Hessische Studienanstalt für Februar 1931; 2. Wohnungsmiete aus städtischen Häusern für Februar 1931; 3. 1. Rate der Hundesteuer 1931, und 4. 1. bis 3. Rate der weiteren vorläufigen Gemeindeumlage 1930. Die Zahlungen können noch ohne Kosten bis einschließlich 10. April 1931 erfolgen. * Fahrplan der Kraftpost Hochelheim- Gießen. Wegeen des früheren Beginns des Wochenmarktes wird die werktägliche Kraftpost von Hochelheim nach Gießen von Donnerstag, dem 2. April, ab vormittags eine halbe Stunde früher und zwar nach folgenden Zeiten verkehren: Ab Hochelheim 6.00, Hörns= heim 6.03, Abzweig Großrechtenbach 6.13, Lützellinden 6.25, Abzweig Allendorf 6 28, Klein Linden Mitte 6.39, an Gießen Markt 7.00 Uhr. * Von der Universität. Der Professor an der Philosophischen Fakultät der Landesuniversität, Dr. Friedrich Engel, tritt mit Wirkung ab 1. April 1931 in den Ruhestand. * Vom Volksbad. Am Karfreitag und an den Osterfeiertagen ist das Volksbad, geschlossen. Der vor kurzem erst eingeführte Mir tut ja garnichts weh! Von Dr. med. Fr. Bennighof- Offenbach a. M. Für die meisten Menschen ist der Begriff Krankheit mit der Vorstellung von Schmerzen verbunden, und der Arzt, der seinem Kranken Mitteilung von ernster Erkrankung und notwendig werdenden eingreifenden Heilmaßnahmen machen muß, ist nur allzuofit gewohnt den ungläubigen Einwand zu hören:„ Aber ich spüre doch gar teine Schmerzen!" Und doch ließe sich viel Elend rechtzeitig verhüten, wäre es mehr bekannt, daß gerade unsere schlimmsten Volkskrankheiten meist ohne erhebliche Schmer, zen oder völlig schmerzlos ihr Zerstörungswerk verrichten. Es sind dies die Tuberkulose, der Krebs und die Syphilis. Unter unzähligen Menschen, die über Brustschmerzen klagen, finden sich immer nur vereinzelte, die wirklich lungenfrank sind, während sich gar nicht selten eine rasa fortschreitende Tuberkulose findet bei Kranken, die bisher keinerlei Schmerzen kannten. Wie erflärt sich das? Das Lungengewebe selbst besitzt keine schmerzempfindlichen Nerven, nur das die Lunge umhüllende Brustsell enthält seinste Nervenendigungen, deren Reizung zu heftigen Schmerzempfindungen führt. Da sich die Lungentuberkulose aber meist im Innern der Lunge ausbreitet, treten Schmerzen erst dann auf, wenn eine Beteiligung des Brustfells in Frage kommt. Wer sich auf das Alarmsignal des Schmerzes allein verläßt, der läuft Gefahr, Heilungsmöglichkeiten zu versäumen, solange noch solche bestehen. Aehnlich steht es mit anderen tuberkulösen Erfrankungen. Eiteransammlungen unter der Haut, in den Knochen und anderen Organen fönnen lange Zeit schmerzlos verlaufen, solange sie den schmerzempfindlichen Organen fernbleiben, denn z. B. der Knochen selbst ist unempfindlich, nur sein Ueberzug, „ Gießener Zeitung" Sonntagsdienst im Volksbad ist wieder aufgehoben worden. * Politische Bersammlung. Am heutigen Mittwoch abend um 8.30 Uhr, spricht in einer nationalsozialistischen Versammlung im Café Leib Herr Madel- Braunschweig über ,, Belage rungszustand über Deutschland". Krebs ist heilbar. Vom Reichsausschuß für Krebsbekämpfung, Berlin NW 6, Luisenplatz 2-4, wird uns mitgeteilt: Der Krebs ist einer der gefährlichsten Feinde der Volksgesundheit und eine der häufigsten Todesursachen im mittleren und höheren Alter. Die Ursachen der Krebskrankheit sind noch nicht genau bekannt. Krebs ist nicht ansteckend. Durch Vererbung wird der Krebs nicht auf die Nachkommenschaft übertragen; dagegen kann eine Anlage( Disposition) zur Krebsbildung vererbt werden. Gefahrenzeichen! Krebs ist eine Wucherung in Form eines Geschwürs oder einer Geschwulst, aber nicht jedes Geschwür und jede Geschwulst ist ein Krebs. Das Gefährliche am Krebs ist, daß er im Beginn meist teine Schmerzen und feine besonders auffälligen Krankheitserscheinungen verursacht. Man achte auf folgende Gefahrenzeichen: Aeußerer Krebs: Alle Knoten in und unter der Haut, besonders in der Brust, hartnäckige Warzen und Leberflecken, die sich vergrößern oder verändern, Geschwüre, die nicht heilen wollen, sind auf Krebs verdächtig. Krebs kann sich auch aus einer ungeheilten Wunde oder einer alten Narbe entwickeln. Findet Ihr solche Merkmale, dann geht sofort qum Arzt! Wartet nicht, bis es weh tut! Seid nicht gleichgültig gegen Veränderungen am Körper, auch wenn sie nicht schmerzen, achtet auf sie! Innerer Krebs: Krebs an inneren Organen kann oft an gewissen Anzeichen frühzeitig erkannt werden, auch ohne daß eine Geschwulst zu sehen oder zu fühlen ist: Abmagerung, Unregelmäßigkeiten der Verdauung und des Stuhlganges, Blut in den Entleerungen( Stuhl, Harn, Erbrochenes), unregelmäßiger blutiger Ausfluß bei Frauen, Blutungen nach Geschlechtsverkehr, Wiederkehr der Blutungen nach den Wechseljahren, sind immer verdächtig. Bei allen verdächtigen Anzeichen sofort zum Arzt! Krebs ist heilbar! Er ist um so eher heilbar, je früher er erkannt und behandelt wird. Es gibt nur einen Weg, den Krebs zu heilen, ihn zu vernichten. Das kann durch Operation oder Strahlenbehandlung( mit Röntgen und den strahlenden Substanzen Radium oder Mesothorium) geschehen. Ueber die Anwendung der Mittel kann nur der Arzt entscheiden. Es ist des= halb sehr wichtig, daß man sich bei irgendeinem der erwähnten Anzeichen sofort vom Arzt untersuchen läßt. Aus Nah und Fern. Stillegung der Hefrag. Wölfersheim. Die Leitung des Braunkohlenschwelkraftwerks Hessen- Frankfurt A.-G.( Sefrag) in Wölfersheim hat beschlos= sen, ihre Betriebe stillzulegen, da sich infolge der schwierigen Wirtschaftslage die Absatzbedingungen für die in Wölfersheim anfallenden Produkte seit einiger Zeit stark verschlechtert haben und eine Besserung der Marktlage nicht abzusehen ist. Von der Stillegung werden etwa 1300 Arbeiter und Angestellte betrof fen werden. Alsfeld. Das oberhessische Rothenburg hat für das laufende Jahr eine Reihe größerer Tagungen und Versammlungen zu verzeichnen. Am 11. 4. tagt hier der Hessische Landgemeindetag, am 3. 5. findet die Fleischertagung für Hessen und Nassau statt, Mitte Mai veranstaltet der Landesverband für Hessen des Einzelhandels einen Einzelhandelstag. Jm Juni, vom 27. bis 29., hält der Bezirks- Schützenverband Hessen und Hessen- Nassau hier sein diesjähriges Verbandsschießen ab, und Ende September werden die mitteldeutschen Stivereine ihren Verbandsjugendtag hier abhalten. Alsfeld. Der Oberhessische Landgemeindetag wird am 11. April d. J. in Alsfeld unter der Leitung seines Vorsitzenden, Bürgermeister Dr. Völsing- Alsfeld, zusammentreten. Wie bekannt wird, hält das Hauptreferat der Präsident des Deutschen Landgemeindetages, Landrat a. D. Dr. Gerefe- Magdeburg. Schotten. Schotten wird auch bald ein Selbstanschlußamt für den Fernsprechverkehr erhalten. Die vorbereitenden Arbeiten sind zurzeit in vollem Gange. Oberhessischer Landgemeindetag. ,, Rund um Schotten" 1931. Für das diesjährige Rennen ,, Rund um Schotten" der Deuischen Meisterschaft für Motorradfahrer liegt die Gewißheit vor, daß alle 65 Fahrer der vorhergehenden Läufe( 22. März in der Eilenriede, 21. Juli in Grillenburg bei Dresden) teilnehmen, die Knochenhaut, kann uns Schmerzempfindung vermitteln. Selbst im Gehirn, das uns ja den Schmerz zum Bewußtsein bringt, fönnen sich tuberkulöse( und andere) Geschwülste ohne Schmerzen entwickeln, da die Gehirnmasse selbst unempfindlich ist; nur die Verletzung oder Erkrankung der Hirnhäute führen zum Kopf-schmerz. Vielleicht noch bedenklicher macht sich dieses Fehlen des Schmerzes geltend bei den Krebsgeschwülsten; in den meisten Organen, in denen sie wachsen, entstehen sie schmerzlos und erst ihre zunehmende Größe oder ihre zehrende Giftwirkung im Körper bringen dem Befallenen zum Bewußtsein, daß er tranf ist, und dann ist es oft bereits zu spät. Gewiß gibt es auch Krebsgeschwülste, die mit heftigen Schmerzen einhergehen, aber das sind leider die Ausnahmen. Die häufigsten Krebse, der Unterleibs- und der Brustkrebs der Frauen, beginnen meist ohne Schmerzen. So beruht denn der türkisch- unheimliche Charakter dieser Krankheiten nicht zum wenigsten auf ihrer Schmerzlosigkeit. Wäre diese Erfenntnis weiter verbreitet, so würde auch die folgenschwerste der Geschlechtskrankheiten, die Syphilis, meist frühzeitig erkannt werden, denn ihre ersten Anzeichen, das Geschwür am Ort der Ansteckung und die sich anschließenden Drüsenschwellungen treten schmerzlos auf und täuschen den achtlosen Träger dieser verheerenden Krankheit über den Ernst der Lage, Auch die meisten späteren Erscheinungen dieser Seuche verlaufen ohne Schmerzen, sodaß sie an Heimtüde in feiner Weise hinter den oben angeführten Leiden zurüdsteht. Mit diesen drei Krankheiten ist die Zahl der schmerzlosen Leiden feineswegs erschöpft; es sei nur daran erinnert, daß auch eine Lungenentzündung häufig ohne Schmerzen den MenNr. 28 Nachdem am 7. Juli ds. Js. der Große Preis von Deutschland auf dem Nürburgring zum Austrag gekommen sein wird, ist das Schottener Rennen die nächstgrößte diesjährige Veranstaltung Sud- und Westdeutschlands und dürfte mit seiner hervorragen Besetzung, zumal auch wieder ein Seitenwagenrennen und ein solches für Ausweisfahrer stattfindet, lebhaftes Interesse aller Sportfreise finden. Neu- Isenburg. Bei der Wahl eines unbesoldeten Beigeordneten am vergangenen Sonntag wurden insgesamt 5355 güllige Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf Bauer( Soz.) 2396, auf Euler( Komm.) 1250, auf Jörges( Nat.- Soz.) 892 und auf Zimmer( bürgerlich) 817. Darmstadt. Ein Schlosser, der das Arbeitsamt um den Betrag von 4400 RM. durch Urkundenfälschung geschädigt hatte, wurde zu 13 Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 1500 RM, verurteilt. Weinheim( Bergstr.) Nach 10jähriger Dienstzeit in der Fremdenlegion ist dieser Tage ein geborener Weinheimer bei jeinen Eltern wieder eingetroffen. Bodenheim( Rheinh.). Einem hiesigen Weinbergbesitzer wurde nächtlicherweise von Bubenhänden ein Weinberg völlig demoliert. Mittwoch, den 1. A Im In Fulda: Boruffia Fulda- Sta In Kaffel: Bezirksliga Gruppe Gi In Göttingen: Göttingen 05- Gaum In Großalmerod FC. Großalmerode In Corbach: Marburg- Corbach 1 1 Wabern 1. Friklar Wildungen Homberg In Lauterbach: Alsfeld- Altenburg- L 3: 4( 0: 2) In Wabern: In Wildungen: WegaIn Homberg: Borten- 2 Boruffia FuldaUeberraschend tomm Fulda, denn wohl nien fold ehrenvolles Ergeb von den Schwierigkeite cufftellung infolge der im voraus gejagt, daß e verlauf und den fich Blake gewesen wäre. mannschaft A: Bramb Lehrmund; Haupt, Ar Ersatz: Leuthäuser. D mann in den letzten G ins Dottoregamen ging Die Stadtmannidaft A Marburg. Der Etat 1931 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 4 190 000 Mart gegen 4 258 000 Mart im Vorjahre ab. Durch Mehraufwendungen beim Wohlfahrtsamt und durch Mindereinnahmen und Mehrausgaben bei der Finanzverwaltung erhöhen sich die Ausgaben um rund 170 000 Mark. Da durch Ersparnisse nur 150 000 Mark zu decken sind, müssen noch 150 000 Mart neu hereingebracht werden. Man will diese Summe durch Erhöhung der Bürgersteuer um 100 Prozent sowie Erhöhung der Tarife der gewerblichen Betriebe einbringen, und zwar Erhöhung des Lichtpreises um 2 Pfg. pro Kilowattstunde, Gas 2 Pfg. pro Kubikmeter und Wasser 5 Pfg. pro Kubikmeter. Weilburg. Jm Kreistag des Oberlahnkreises hatten bei Beratung des Haushaltsplans die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft( DVP., Landvolk, Wirtschaftspartei) den Antrag gestellt, die Kreisumlage von 88 auf 68 Prozent zu senken, da in jedem Fall ein beträchtliches Defizit bleibe, das nur durch eine Reichshilfe gedeckt werden könne. Der Antrag wurde mit zwölf gegen zehn Stimmen abgelehnt, dagegen stimmten SPD. und Zentrum, die die Einsetzung eines Staatskommissars und damit weitere Laſtenerhöhung befürchteten. Bei der Schlußabstimmung wurde der Voranschlag mit 13 Stimmen gegen 10 Stimmen der Arbeitsgemeinschaft und des Nationalsozialisten angenommen. Der Abschluß sieht Ausgaben in Höhe von 1830 500 Mark vor, so daß ein ungedeckter Fehlbetrag von 215 000 Mark verbleibt. Nassau a. d. Lahn. Anläßlich des 100. Todesjahres des Reichsfreiherrn Fr. K. vom und zum Stein, des Schöpfers der Selbstverwaltung, finden im Jahre 1931 hier etwa 15 größere Tagungen und Treffen statt. Für 29. Juni bis 3. Juli ist eine Festwoche vorgesehen. Frankfurt a. M. Auf dem hiesigen Hauptfriedhof fand man einen 50 Jahre alten Schneidermeister erschossen auf. In einem hinterlassenen Briefe teilte er mit, daß er nicht mehr in der Lage sei, die Steuerabgaben seines Geschäftes aufzubringen. Frankfurt a. M. Der Kaufmann Nagel, der wegen Unterschlagung von 160 000 RM. Kirchensteuergeldern zu 2½ Jahren Gefängnis verurteilt wurde, hat diese Strafe angenommen. Biersteuererhöhung. Wiesbaden. Der Regierungspräsident hat mit Zustimmung des Bezirksausschusses die Biersteuer für das Steuerjahr 1931 verdoppelt. Die Steuersätze betragen ab 1. April 1931 für Einfach- Bier 5 Mt., Schankbier 7,50 Mt., Vollbier 10 Mr. und für Starkbier 15 Mr. Hanauer Jugendheim in Rüdersbach( Vorspessart). Im ehemaligen ,, Gasthaus zur schönen Aussicht", hoch über der Rückersbacher Schlucht im Vorspessart( Bahnstationen Det tingen a. M. oder Klein- Ostheim a. M.), ist im vorigen Jahr durch Umbau das schmucke„ Hanauer Jugendheim" entstanden. Es ist nicht nur Jugendherberge, Schullandheim und Erholungs ort für die schulpflichtige und schulentlassene Jugend, sondern hat im vergangenen Jahr zahllosen Wanderern groß und klein als Rast- und Einkehrstätte gedient. Kein Stuttgarter Jubiläum. 1933 wird Stuttgart 700 Jahre alt. Zur Feier des Ge denktages waren 100 000 mt. bereits angesammelt, die aber jetzt für den Haushalts- Ausgleich verwendet werden. Auf eine Feier wird also verzichtet. schen überfällt. Auch gibt es Nervenerkrankungen, bei denen die Schmerzempfindung der Nerven erloschen ist, was feineswegs einen Vorteil bedeutet, denn hierbei können Verletzungen der betreffenden Gliedmaßen unbemerkt und unversorgt bleiben, was bis zum Verlust ganzer Glieder führen kann. Fit deutsches Spraf sich schweres Spraf! Der Kläger flagt, der 3age zagt; Kein Zweifel, daß ein Wagner wagt! Der Läufer läuft, der Säufer säuft; Sagt man denn auch:„ Der Käufer fäuft!"? Der Bäcker bäckt, der Wecker wedt; Du zweifelst, daß ein Kecker fedt? Der Spieler spielt, der Kühler fühlt; Zwangsläufig d'rob: Der Schüler schielt! Der Muder mudt, der Drucker druckt; Mit Recht sagst du:, Der Zucker zudt!" Doch jagst du: a)„ Der Zuder süßt!"; Dann sag' auch: b) ,, Der Spuder spießt!" Der Lenter lenkt, der Denker denkt; Ob richtig wohl: Der Sänger sengt!"? Schreibst aber du:„ Der Sänger singt", So folgert man:„ Der Henker hinft!" Und also merkst du Tag für Tag: Jst daitsches Spraf sich schweres Sprat!" Pappageorgios. Baljer 1900 9 Beiler( Henrich( 1900) Arnold 1900 Erjazz: Schlarb( 19 Zur Ehre der Gi schlugen und, von eint gesehen, ständig auf penmeister eine voll mojen flachen Paßipt felder, hatte aber in Billier( früher Mann Rahezu 1000 Zusch befindliche Spielfeld, Zeichen zum Beginn gi Den Reihen der Gießen feldmiste tommen. Di und laffen leine Erfol ruffentor bringt eine fnapp darüber weg. recht und das hätte verholfen. Vom Pf merers ins Feld zur war als Mittelläufer grogen törperlichen Sd et viele jhwache Mom lich gute Form hinein genauen Borlagen zum ihn dabei allerdings mit den beiden sehr gu Dereins. Nach ungefäh Borussia in Führung. den fälschlicherweise h ins leere Tor. Denselb über und Arnold hatte wogender Kampf. Der heit zu langsam und hi mannschaft nur durch e halten fonnte. Hierbei ganz hervorragend aus. er drei anstürmenden wegnahm und durch die Reise jidte. Thr Resultat zu verdanten. Nach Wiederbegin wurde trokdem durch Torgelegenheiten boter voll zu tun. Das G Haupt und Lehrmund Inapp gingen solche follte einfach nichts verdient gewesen wäre in feinen Leistungen denden Treffer aus gla der Gießener ließ Lehr in freier Schupitellung laufers Kreg faufte a Gießener aus 20-25 2 da entweder die Gästeit mit aller Entschlossenh jultat änderte sich somit fich in die unverdiente Boruffia Fulda, die nets steht und den Vor gut ausgeglichene Lei alten. Gefährlich wa Sei Gießen waren die laufer weitaus die Be türmer die treibenden digkeit. Auch von anderer Mannichaft wegen ihr einen sehr guten Eind mit Glüd gewannen. Bezirksliga, Gru Das Ergebnis i waren die Leistungen Die erjaggejdywächte In der eriten Halbzei gen Leistungen auf, n chaft durch ihr plan freulichte an dem G prechend, für das trag abgefallen jein Nr. Be Preis von Deuticion tommen sein wird, ist de Diesjährige Beranstaltu e mit seiner hervorrages itenwagentennen und ei lebhaftes Interesse alle eines unbejoldeten Beige Durden insgesamt 5355 gü ntfielen auf Bauer( So f Jörges( Nat- So.) 88 as Arbeitsamt um den Be nfälschung geschädigt batte und einer Geldstrafe Da jähriger Dienstzeit in der geborener Weinheimer be hiesigen Weinbergbesitzer inden ein Weinberg völlig it in Einnahme und Aus 1000 Mart im Vorjahre ab lfahrtsamt und durch Min ei der Finanzverwaltung e 70 000 Mart. Da durch Er n sind, müssen noch 150 000 Tan will diese Summe dur O Prozent sowie Erhöhung e einbringen, und zwar Et pro Kilowattstunde, Gas 5 Pfg. pro Kubikmeter. Oberlahnfreises hatten bei bürgerliche Arbeitsgemein partei) den Antrag gestellt zent zu senken, da in jeden das nur durch eine Reichs rag wurde mit zwölf gegen mmten SPD. und Zentrum missars und damit weiter er Schlußabstimmung wurde gegen 10 Stimmen der Ar ozialisten angenommen. De Don 1830 500 Mart vor, 215 000 Mart verbleibt. des 100. Todesjahres des n Stein, des Schöpfers de 1931 hier etwa 15 größer Juni bis 3. Juli ist ein sigen Hauptfriedhof fand meister erschossen auf. J nit, daß er nicht mehr in Geschäftes aufzubringen Nagel, der wegen Unter ergeldern zu 2% Jahren Strafe angenommen. ung. dent hat mit Zustimmung für das Steuerjahr 191 en ab 1. April 1931 fir Mt., Vollbier 10 Mt, und ersbach( Boripessart). chönen Aussicht", hoch über pessart( Bahnstationen De .M.), ist im vorigen Jah er Jugendheim" entstanden Sullandheim und Erholungs lentlassene Jugend, fonden Wanderern groß und fleir Jubiläum. e alt. Zur Feier des Ge eits angesammelt, die abe erwendet werden. Auf eine nerfrantungen, bei denen di closchen ist, was feineswegs Sei fönnen Verlegungen de und unversorgt bleiben, wa hren tann. fchweres Goral! ge zagt; agner wagt! ufer fäuft; er Käufer fäuft!"? fer wedt; fer fedt? ihler fühlt; Schüler schielt! uder drudt; Zuder zudt!" Buder jüßt!"; Spuder Spießt!" fer denkt; änger fengt!"? Sänger fingt", enter hinft!" ür Tag: weres Sprat!" Pappageorgios Mittwoch, den 1. April 1931. In Fulda: „ Gießener Zeitung" Turnen, Sport Sport und und Spiel. Jugendheim- Spieltag. Im Bezirk... Borussia Fulda Stadtmannschaft Gießen 2: 1( 1: 1) In Kassel: Bezirksliga Gruppe Süd Gruppe Nord 5: 0( 1: 0) In Göttingen: 1 Göttingen 05 Gaumannschaft Göttingen 4: 0( 2: 0) In Großalmerode: FC. Großalmerode 1. Bezirkskl. Kassel 3: 2( 2: 2) In Corbach: Warburg- Corbach In Lauterbach: Alsfeld- Altenburg 3: 4( 0: 2) In Wabern: 1. Bezirksklasse Kassel 3: 1( 0: 1) Lauterbach- Blitzenrod- Salzschlirf- Schlitz Wabern 1. Frißlar 1. 3: 2( 0: 0) In Wildungen: Wildungen Wega- Hemfurth- Anraff- Fritzlar 1: 1( 0: 1) In Homberg: Homberg Borken- Arnsbach- Kleinenglis- Wabern- Ziegenh. 6: 1 Borussia Fulda - Stadtmannschaft Gießen 2: 1( 1: 1). Ueberraschend kommt die Kunde von dem Spielausgang in Fulda, denn wohl niemand hätte der Gießener Vertretung ein jolch ehrenvolles Ergebnis zugetraut, insbesondere, wenn man von den Schwierigkeiten wußte, die die Gießener Mannschaftscufstellung infolge der vielen Ausfälle machte. Dazu sei gleich im voraus gesagt, daß ein umgekehrtes Resultat eher, dem Spielverlauf und den sich bietenden Torchancen entsprechend, am Plaze gewesen wäre. Vorgesehen waren für die Gießener Stadtmannschaft A: Brambach; 3eiler, Bingel; Glitsch, Langsdorf, Lehrmund; Haupt, Arnold, Adelberger, Heilmann und Ritter, Ersatz: Leuthäuser. Da aber Brambach, Langsdorf und Heilmann in den letzten Spielen verletzt wurden und Adelberger ins Doktorexamen ging, mußte Ersatz herangeschafft werden. Die Stadtmannschaft A stand in folgender Aufstellung: Müller( 1900 Rej.) Bingel( VfB.) Kreß I( VfB.) Zeiler( 1900) Henrich( 1900) Balser Arnold 1900 1900 Ersatz: Schlarb( 1900) Haupt VfB. Glitsch( 1900) Lehrmund VfB. Ritter VfB Zur Ehre der Gießener sei gesagt, daß sie sich heldenhaft schlugen und, von einigen Schwächeperioden bei Spielbeginn abgeschen, ständig auf Sieg spielten. Sie lieferten dem Südgruppenmeister eine vollständig ebenbürtige Partie in einem fa= mojen flachen Paßspiel. Borussia spielte ohne Harz und Hoßfelder, hatte aber in Kammerer( früher Germania Fulda) und Billier( früher Mannheim) hervorragende Ersatzleute zur Stelle. Der Spielverlauf: Nahezu 1000 Zuschauer umjäumten das in bester Verfassung befindliche Spielfeld, als Schiedsrichter Lomb Horas das Zeichen zum Beginn gibt. Anfangs mangelndes Verständnis in den Reihen der Gießener, die dadurch nur selten über die Spielfeldmitte kommen. Die Schlußleute sind aber auf dem Posten und lassen teine Erfolge zu. Schon der erste Angriff aufs Borussentor bringt eine Chance. Arnolds Bombenschuß geht nur fnapp darüber weg. Glitsch und Bingel verstehen sich noch nicht recht und das hätte bald den Borussen zum Führungstreffer verholfen. Vom Pfosten prallt ein schöner Schrägschuß Kammerers ins Feld zurück. Kreß I, sonst ein guter Verteidiger, war als Mittelläufer nur ein Notbehelf. Er ist infolge der großen förperlichen Schwere nicht wendig genug. Anfangs hatte er viele schwache Momente, spielte sich aber dann in eine wirtlich gute Form hinein und drückte den Sturm durch seine weiten, genauen Vorlagen zum Angriff. Seine Außenläufer assistierten ihn dabei allerdings mustergültig und bewältigten im Verein mit den beiden sehr guten Verteidigern die Angriffe des Play= vereins. Nach ungefähr einer halben Stunde Spieldauer ging Borussia in Führung. Ein Kopfball aus einer Flanke ging über den fälschlicherweise herauslaufenden Gießener Hüter hinweg ins leere Tor. Denselben Fehler beging kurz darauf sein Gegenüber und Arnold hatte ausgeglichen. Spannender auf- und abwogender Kampf. Der Gießener Angriff war in seiner Gesamtheit zu langsam und hielt den Ball zu wenig, so daß die Hintermannschaft nur durch ein ganz großes Spiel ihr Heiligtum rein halten fonnte. Hierbei zeichnete sich Zeiler als Klasseverteidiger ganz hervorragend aus. Das Publikum zollte ihm Beifall, wenn er drei anstürmenden Borussen in glänzender Manier den Ball wegnahm und durch weiten Schlag den eigenen Sturm auf die Reise schickte. Ihm hat Gießen hauptsächlich das günstige Resultat zu verdanken. Mit 1: 1 wechselte man die Seiten. Es Nach Wiederbeginn spielte Gießen gegen die Sonne und wurde trotzdem durch immensen Eifer feldüberlegen. Tadellose Torgelegenheiten boten sich. Der Borussenhüter hatte alle Hände voll zu tun. Das Glück stand ihm aber zur Seite. Arnold, Haupt und Lehrmund setzten zahlreiche Schüsse auf sein Tor, Inapp gingen solche oftmals nur daneben oder darüber. sollte einfach nichts gelingen, obwohl hier Treffer mehr wie verdient gewesen wären. Umso bedauerlicher war es, daß der in seinen Leistungen recht schwache Spielleiter den spielentschei= denden Treffer aus glatter Abseitsstellung zuließ. Jm Endspurt der Gießener ließ Lehrmund nochmals eine ganz große Chance in freier Schußstellung aus. Ein prachtvoller Schuß des Mittelläufers Krep fauste an die Latte. Auch drei Strafstöße der Gießener aus 20-25 Meter Entfernung fanden nicht das Ziel, da entweder die Gästestürmer zu spät famen oder Fuldas Hüter mit aller Entschlossenheit dazwischenging und flärte. Am Rejultat änderte sich somit nichts mehr und die Gießener Elf mußte sich in die unverdiente 2: 1- Niederlage schicken. Borussia Fulda, die unter der Leitung eines englischen Trainers steht und den Vorteil des eigenen Plazes genoß, zeigte eine gut ausgeglichene Leistung. Der Ball wurde immer flach ge= halten. Gefährlich waren immer die Steilvorstöße des Sturmes. Bei Gießen waren die beiden Verteidiger und die beiden Außenläufer weitaus die Besten. Im Sturm waren die guten Flügelstürmer die treibenden Kräfte. Alle anderen taten ihre Schuldigkeit. Auch von anderer Seite wird bestätigt, daß die Gießener Mannschaft wegen ihres guten und schnellen Spieles in Fulda einen sehr guten Eindrud hinterließ und daß die Borussen nur mit Glüd gewannen. In Kassel: Bezirksliga, Gruppe Süd Gruppe Nord 5: 0( 1: 0). Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen. So überragend waren die Leistungen der im übrigen tompletten Südelf gegen die ersatzgeschwächte Mannschaft der Nordgruppe wirklich nicht. In der ersten Halbzeit warteten beide Mannschaften mit mäßigen Leistungen auf, nach der Pause wurde dann die Südmannschaft durch ihr planvolleres Spiel leicht überlegen. Das Erfreulichste an dem Spiel war, daß dem Zwed des Tages entsprechend, für das Verbands- Jugendheim ein ansehnlicher Betrag abgefallen sein dürfte. Im Gau Gießen- Wetzlar... In Gießen: Stadtmannschaft B In Aßlar: Aßlar- Ehringshausen Gr. Bused- Butzbach 2: 1( 0: 1) Stadtmannsch. Wetzlar 3: 0( 1: 0) In Bissenberg: Bissenberg- Bistirchen- Holzhausen In Grünberg: Grünberg- Ettingshausen In Weilburg: Löhnberg 1. 4: 0( 2: 0) Laubach Liga 2: 1( 1: 1) Nr. 26 berg- Ettingshausen legte ein großes Können an den Tag und drängte Laubach dennoch zeitweise in seine Hälfte zurüd. Auch jetzt konnten einige Eden nicht verwandelt werden. Die LigaMannschaft schaffte ebenfalls einige Eden für sich heraus, die gleichfalls nichts Zählbares einbrachten. Ein schöner Durch bruch auf der rechten Seite von Grünberg- Ettingshausen wurde im Laubacher Strafraum in prächtiger Weise nach innen ge= flankt und dem Mittelstürmer von Ettingshausen war es vergönnt, das siegbringende Tor für die Kombinierten zu schießen. Hatte man bis jetzt schon einen recht schönen Verlauf des Spieles gesehen, so konnte man für die Folge aber noch interessantere Momente wahrnehmen, denn beide Parteien tamen wirklich in Hochform. Laubach schien vor dem gegnerischen Tor etwas nervös zu sein, da sonst die Schüsse nicht haushoch ins Aus gehen durften. Der stets unparteiische Schiedsrichter war dem Spiel ein gerechter Leiter. In echt sportlicher Weise gewährte er ein Tor, bei dem nach Ansicht der Leute von Grünberg und ten hatte, nicht, und verhinderte dadurch eine Verbitterung im Weka. Lager des Lokalderbys Laubach- Grünberg. Weilburg 1. Bermbach- Niedershausen, Hirschhausen 5: 0( 4: 0) Ettingshausen der Ball die Linie im Laubacher Tor überschrit In Lollar: Lollar- Daubringen In Lich: Garbenteich- Leihgestern Jn Oberbiel: VfB. u. 1900 Gießen 2. 5: 2( 3: 2) Steinberg- Steinbach 3: 1( 0: 0) Oberbiel- Burgsolms- Braunfels komb. In Nauborn: Nauborn - Steind. Leun 1: 1( 0: 1) Hermannstein- Büblingshausen 2: 3 In Villingen: Villingen- Wetterfeld In Flensungen: Flensungen- Stangenrod Laubach 2. 3: 3( 0: 3) Ulrichstein- Bobenhausen 2: 2( 1: 1) In Merenberg: Merenberg 1. komb. Grävened- Wirbelau- Waldhaus. 5: 3( 4: 1) Prachtvolles Wetter falt und sonnig versprach von dieser Seite aus einwandfreien Verlauf der angesezten Jugendheimopferspiele. Wie uns die vorliegenden Bericht verraten, sind die Spiele aber auch sonst fair verlaufen, durchweg wurde schöner Sport gezeigt und fast überall trennten sich die Mannschaften mit recht knappen Ergebnissen.( Siehe Berichte.) Etwas besonderes versuchte die Spielvereinigung 1900 e. V. Gießen mit Hilfe des Gau- Jugendleiters für Gießen und Umgegend durchzuführen: eine Film- Vorführung werbender Art. Trok genügender Vorbereitung, minimaler Eintrittspreise und Vorzüglichkeit der gebotenen Filme ist die Veranstaltung ein Ver= such geblieben. Wie gesagt, lag dieses nicht an dem Veranstal= ter, sondern an der Schwerfälligkeit und Gleichgültigkeit breitester Schichten Gießens und besonders seiner Sportkreise. Die erschienenen 200 Zuschauer aber dürften sich an den prachtvollen Szenen der vorjährigen deutschen Leichtathletikmeisterschaften, an dem großen Treffen der Jugend des Rheinbezirkes in Nidessen im Jahre 1927( ein ganz ausgezeichneter Film!) und am alten und doch immer wieder gern gesehenen König Fußball" mit seinen Trainingshinweisen usw. erfreuen. So sehr man die Jdee begrüßt und fördern möchte, ist es schwer, einem Verein zu derartigen Veranstaltungen, die nicht billig sind, für die Zubunft zu raten. Der Gießener ist für solche Sachen noch nicht reif! Das Spiel in Gießen. Dieses Jugendheim- Opferspiel hatte nicht den erwarteten Besuch gebracht im Hinblick auf den finanziellen Erfolg. Man wußte, daß die kombinierte Mannschaftsstellung von Gießen nicht gerade als gut gegenüber von Butzbach- Großen- Bused zu bezeichnen war. Und so tam es auch. Der gesamte Sturm zeigte sehr schlechte Leistungen. Desto besser fonnten vor allem die beiden Verteidiger, der Tormann und der Mittelläufer gefallen, die sich in einer ausgezeichneten Verfassung befanden. Bei der Gästemannschaft sah man eine gleichmäßig gute Leistung, bei der Energie und Siegeswille eine besondere Rolle spielte, holte sich in den ersten 20 Minuten ihr Tor. Diesen Vorsprung hielt die Gäste- Vereinigung bis 7 Minuten vor Schluß. Mit Noll Lich, der dieses Treffen für seinen ausgebliebenen Wetzlarer Kollegen leitete, konnte man zufrieden sein. Wie die Tore fielen: Gießen eröffnete das Spiel mit einem gefährlichen Angriff. Dann statteten die Gäste dem gegnerischen Tor ihre ersten Besuche ab, und bald ist ein überaus flottes Spiel im Gange, das die Gäste leicht überlegen gestalteten. In der 10. Minute erzielen die Gießener ihre erste Ede, die Gäste folgten in der 17. Minute nach. Zwei Minuten später, in der 19. Minute, verbuchen letztere ihr einziges Tor, nachdem verschiedene gute Torgelegenheiten von diesen nicht ausgenutzt worden waren. Die Die Gießener waren über diesen Erfolg etwas deprimiert. Gäste nützten die Situation geschickt aus, famen aber nur zu drei Ecken, in der 21., 22. und 23. Minute. Man dachte, das Schicksal der Gießener sei besiegelt. Doch dann sah man ein ganz ansprechendes Feldspiel auf beiden Seiten, wobei die Gäste viel zu unentschlossen waren, um zu einem weiteren Erfolg zu tommen. Aber auch bei Gießen, das zwar zahlreiche Angriffe durch Henrichs einleitete, vermißte man im Sturm das notwendige Verstehen. Es folgten dann noch abwechselnd eine Anzahl von Edbällen für Gießen vier und für Butzbach- Gr.doch blieb das 0: 1- Ergebnis bis zur Pause. Bused drei, Nach Wiederbeginn wurde Gießen zunächst etwas besser, ohne zu einer überragenden Form aufzulaufen. Es entwidelte sich dabei auch ein härteres Spiel. Die Gäste jedoch konnten bald wieder Oberwasser bekommen und Gießen war start mit der Verteidigung beschäftigt und leistete hier eine sehr erfolg= reiche Abwehrleistung. Die Ausbeute für jede Mannschaft war je drei Ecken. Dann setzten in den letzten 15 Minuten die Einheimischen, nach einer sich bewährenden Umstellung, mit einem guten Endspurt ein, der in der 83. Minute das Ausgleichstor eine Verwandlung der 19. Ede brachte. Schon eine Minute später fiel der siegbringende Treffer für Gießen. Aber auch die Gäste rafften sich noch einmal auf. Doch nur noch einige Ecken, die auch keine Resultatänderung brachten, wurden erzielt. Kritil: Gießen hatte glücklich das Spiel gewonnen. Seine Leistun= gen waren zwar in der zweiten Spielhälfte zwedmäßiger, überButzbach- Gr.- Buseck legter und gefährlicher, doch der Sturm spielte vor allem mit mehr Angriffsgeist und hatte auch eine entsprechende Dosis Schießkraft vorm Tor mehr. In Grünberg. Bei schönstem Frühlingswetter trafen sich die vorgenannten Mannschaften zu dem Opfertagspiel. In unverantwortlicher Weise waren von Ettingshausen einige Spieler ausgeblieben, so daß das zahlreich erschienene Publikum mit einem leichten Siege der Liga- Mannschaft bei Freigabe des Leders durch Schiri Philipp, Großen- Bused, rechnete. Doch schon die ersten Spielminuten offenbarten den Zuschauern etwas anderes, denn es entwickelte sich gleich von Anfang an ein flottes, offenes Feldspiel. Schnell fam Laubach zum Führungstor. Hierdurch famen beide Mannschaften noch mehr in Schwung, allein alle gutgemeinten Schüsse wurden von den beiden Torwächtern in vollendeter Weise abgewehrt. Die tombinierte Mannschaft hatte etwas mehr vom Spiel und erzielte 4 Eden, die jedoch von Laubachs Verteidigung ins Mittelfeld befördert wurden oder ins Aus gingen. Eine Regelwidrigkeit im Laubacher Strafraum verschaffte der fombinierten Mannschaft einen Elfmeter, der verwandelt wurde. 11. Bei diesem Stand wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit hatte Laubach die Sonne im Rüden, aber die kombinierte Mannschaft GrünIn Lollar. Auf dem in bester Verfassung befindlichen Lollarer Play trafen sich obige Mannschaften. Gießen erschien ohne Torwart, und so mußte durch Losen der für die Landmannschaft aufgestellte Hüter Reif- Daubringen sein Können im Tor der Stadtmannschaft zeigen. Großhaus- Lollar bewachte das Heiligtum der Lilaweißen. Vom Anstoß ab entwidelte sich ein sehr flottes Spiel. Die Landmannschaft ist vorerst im Vorteil und bald gelingt es Hammel- Lollar zum Führungstreffer einzusenden. Die Städter, durch diesen Erfolg etwas überrascht, spielen zu zerstreut, und nach einer schönen Vorlage von Michel- Daubringen sendet Hasselbach- Lollar zum zweiten Tore ein. Jetzt finden sich die Gießener auch wieder besser, tragen Angriff auf Angriff vor, mit dem Erfolg, daß bald zwei Treffer die Partie gleichstellen. Aber noch vor Halbzeit stellt Michel- Daubringen die Führung wieder her. Die zweite Halbzeit ist ebenso span= nend wie die erste. Brenzliche Situationen entstehen vor beiden Toren. Noch zweimal gelingt es der Lollar- Daubringer Mannschaft, durch Michel- Daubringen und Hammel- Lollar einzusenden, während bei den Gästen jeder Erfolg durch hervorragende Abwehr vereitelt wird. Der Schiri hatte bei der sehr fairen Spielweise der Mannschaften ein leichtes Amt. In Lich. Unter der guten Leitung von Schiri Jor Ettingshausen trajen sich am Sonntag in Lich aus Anlaß des JugendheimOpfertages die kombinierten Mannschaften von Steinbach- Steinberg und Garbenteich- Leihgestern. Die beiden Gegner, die ein technisch, taktisches und faires Spiel lieferten, waren bis zum Wechsel gleichwertig. Nach der Bause aber machte sich eine fleine Ueberlegenheit von Garbenteich- Leihgestern bemerkbar. Trotzdem ging die Steinbach- Steinberger Elf furz nach der Pause in Führung. Der Ausgleichstreffer ließ aber nicht lange auf sich warten. Ein Elfmeter und ein weiterer Torschuß des Halblinken von Garbenteich- Leihgestern stellten das Endergebnis von 3: 1 her. Die Zuschauer, die in recht großer Anzahl erschienen waren, dürften alle auf ihre Rechnung gekommen sein. In Villingen. Das Spiel wurde um 3 Uhr pünktlich durch den Schiedsrichter Buß- Grünberg angepfiffen. Schon in den ersten zehn Minuten gelang es den Laubachern, ein Tor zu erzielen. Nach weiteren 35 Minuten fiel das zweite Tor für Laubach. Noch feine 5 Minuten waren vergangen, da fiel das dritte Tor für Laubach. 25 Minuten nach Halbzeit gelang es dem Villinger Halblinken ein Tor aufzuholen. Nach weiteren 5 Minuten wurde ein Edball in ein Tor verwandelt durch einen Prachtschuß, wieder durch den Halblinken. In den letzten 15 Minuten gelang es dem Linksaußen durch ein drittes Tor für die kombinierte Elf den Ausgleich zu erzielen. Das Spiel wurde vorzüglich von dem Unparteiischen Buß- Grünberg geleitet. In Flensungen. Vor diesem Spiel richtete Herr Gau- Schiri- Sachbearbeiter Spedhard einige Worte an die Spieler, er erklärte den 3wed dieses Spieles und ermahnte sie zur fairen Spielweise. Hierauf gab Schiri Naumann-Laubach den Ball frei. Es entwidelte sich auf dem schöngelegenen und sich in bester Verfassung befindlichen Plaze ein flottes Spiel, das allerdings teils mit einer empfindlichen Härte durchgeführt wurde. Als Flens- St. in Führung ging, bei etwa 300 Zuschauern, war das Spiel mehr ein Meisterschaftstreffen als ein Propagandaspiel für unseren Fußball. Es hieß: um den Ball fämpfen. Ulrich stein erzielte bald darauf den Ausgleich. Nach der Pause wurde das Spiel immer flotter. Ulrich.- Boben. spielte mit mehr Wucht, Flens. Stang. fombinierte mehr jedoch teilweise recht unsicher. Flens- St. ging abermals in Führung, jedoch glich Ulrich.Bobenh. nach einigen Minuten wieder aus. Zum Schluß murde Ulrichst. Bobenh. überlegen. Ein Elfmeter wurde vom Flens. Torhüter glänzend gehalten. Ulrichst.- Bobenh. hatte seinen besten Mann in dem Mittelläufer Pfannstiel- Ulrichstein Flens- Stang. seinen besten Mann in dem Torhüter SchumanFlensungen, der den Hauptverdienst am Unentschieden trägt. Th. Schiri Naumann leitete sehr zufriedenstellend. Im Gau Marburg In Marburg: VfB.-K. Marburg 1. Bezkl. Gau Marburg( Breidenbach. Wallau, Wiesenbach) 2: 1 Marbach 1. Jgd. VfB.-K. Marburg 2. Jgd. 6: 2( 2: 2) In Biedenkopf: Biedenkopf- Wallau Breidenbach- Wiesenbach 1: 4( 1: 1) In Giadenbach: Gladenbach Sintershausen- Erdhausen- Weidenhausen 5: 1 In Spedswinkel: Spedswinkel- Erksdorf In Kirchhain: Kirchhain- Schweinsberg In Dreihausen: Allendorf 1: 2 Langenstein- Neustadt 3: 1 Dreihausen- Holzhausen Hestem- Ebsdorf 7: 1 Im Gau Dill... In Manderbach: Manderbach Dillenburg In Burg: Burg- Niederscheld In Haiger: Haiger Allendorf Frohnhausen 3: 2 Herborn- Merkenbach 1: 1 Dillenburg- Sechshelden 3: 5 In Herbornseelbach: Herbornseelbach- Ballersbach Offenbach- Biden 2: 1 In Offdilln: Offdilln- Oberroßbach hausen 6: 0( 3: 0) In Sinn: Straßebersbach- Weidelbach- RittersSinn- Fleisbach Donsbach- Hörbach 1: 2 In Holzhausen: Holzhausen- Würgendorf In Medenbach: Medenbach - Langenaubach- Lügeln 1: 1 Udersdorf- Breitscheid 3: 3 In Altenkirchen: Eisemroth- Bischoffen Altenkirchen- N.- Weidbach- Erda 3: 6( 0: 3) Mittwoch, den 1. April 1931. Um die Westdeutsche Verbandsmeisterschaft. Alemannia Aachen SC. 03 Kassel 5: 1( 1: 1) Fortuna Düsseldorf FB. Neuendorf 4: 2( 4: 1) VfB. Bielefeld Union Gelsenkirchen 4: 2( 3: 0) Die acht Bezirksmeister und die acht Tabellenzweiten im WSV. find nun glüdlich festgestellt, teilweise auch kurzerhand ernannt worden. Sie haben schon eine Anzahl von Spielen ausgetragen, und da die Vorrunde um die Deutsche Meisterschaft erst auf den 10. Mai angesetzt ist, dürfte wohl die Nominierung der drei westdeutschen Vertreter bis dahin rechtzeitig. erfolgen fönnen. Ueber die Durchführung der Meisterschaftsspiele heißt es in§ 7 der Fußballspielordnung: Zur Durchführung der Spiele teilt der Verbandsfußballausschuß die acht Bezirksmeister in zwei Spielgruppen mit je vier Teilnehmern ein, die in einer Einrundenserie nach Punktewertung gegeneinander spielen. Die zwei Besten jeder Gruppe werden zu einer Endrunde zusammengestellt. Diese ist eine Einrundenserie auf neutralen Plätzen mit Punktwertung. Der Sieger der Endrunde ist Westdeutscher Meister. Der an zweiter Stelle Stehende ist zweiter westdeutscher Vertreter im Kampf um die D. F. B.- Meisterschaft. Der Dritte der Endrunde hat gegen den Sieger aus der sogenannten„ Runde der Zweiten" ein Entscheidungsspiel auszutragen. Der Sieger ist der dritte Vertreter Westdeutschlands in den D. F. B- Spielen. Die acht Bezirkszweiten ermitteln im Pokalsystem den Besten. Gemäß dieser Bestimmung sind die acht Bezirke seit dem Spieljahr 1928-29 in folgende zwei Gruppen eingeteilt: 1. Gruppe: Niederrhein, Ruhr, Westfalen und Südwestfalen; 2. Gruppe: Rhein, Berg. Mark, Mittelrhein und HessenHannover. Die Meister und Zweiten haben seitdem natürlich öfters gewechselt; in diesem Jahre werden sie von folgenden Vereinen dargestellt: 1. Gruppe: Bezirk Niederrhein. Meister: Spielverein Meiderich; Zweiter: Spielvereinigung 06-07 Sterkrade; Bezirk Ruhr. Meister: SV. 10 Union Gelsenkirchen; 3weiter: SV. 06 Germania Bochum; Bezirk Westfalen. Meister: VfB. 03 Bielefeld; Zweiter: SC. 08 Borussia Rheine; Bezirk Südwestfalen. Meister: Spiel und Sport 09 Hüsten; 3weiter: Turn- und Rasenspielverein 72 Hagen; 2. Gruppe: Bezirk Rhein. Meister: Turn- und Sportverein 1900 Alemannia Aachen; Zweiter: Rheydter Spielverein; Bezirk Berg.- Mart. Meister: Turn- und Sportverein 95 For= tuna Düsseldorf; Zweiter: Sportfreunde Schwarz- Weiß Barmen; Bezirk Mittelrhein. Meister: FV. 1911 Koblenz- Neuendorf; Zweiter: Turnverein 86 Manen; Bezirk Hessen- Hannover. Meister: SC. 03 Kassel; Zweiter SV. Borussia Fulda. auf: Die Tabellen der Meister weisen bis jetzt diesen Stand Bielefeld Gruppe 1: 3 2 1 0 9: 4 5: 1 Gelsenkirchen 2 1 0 1 Hüsten 3 1 0 2 Meiderich 2 0 1 1 3: 4 2: 2 3: 6 2: 4 2: 3 1: 3 Gruppe 2: Düsseldorf 3 3 0 Aachen 3 1 0 3 1 0 2 02 11: 4 6: 0 7: 6 2: 4 6: 8 2: 4 5:11 2: 4 „ Gießener Zeitung" während die Aachener um jeden Preis gewinnen wollten. So blieb es nicht aus, daß die Playmannschaft durchweg mehr rom Spiel hatte. Der beste Mann auf dem Plaze war ohne Frage Münzenberger, der das ganze Spiel dirigierte. Nach ihm ist die Kasseler Hintermannschaft zu nennen, der es zu verdanken ist, daß das Spiel nicht mit einer Ratastrophe endete. Während die Kajjeler die erste Halbzeit noch unentschieden halten können, müssen sie sich dem präzisen und schnellen Kombinationsspiel der Aachener nach der Pause beugen. Unser Bezirksmeister hatte seinen schlechten Tag. Hoffentlich schneidet er bei den notwendig gewordenen Entscheidungsspielen um den 2. Platz in der Gruppe 2 günstiger ab. Die„ Hessen"-Mannschaft wieder einmal in Gießen. Schon mehrmals fonnten wir die blauen Jungens des Linienschiffes in Gießen im Fußballspiel sehen, und am OsterSonntag haben die Gießener Fußballfreunde wieder Gelegenheit, eine gute, gegen beste Auslands- Mannschaften sich bewährte Schiffsmannschaft anzusehen, die als Gast beim VfB. auf dem Waldsportplatz ihr Debut gibt. Neuendorf Kassel 3 1 0 2 In der Gruppe 1 hat sich also VfB. Bielefeld die Teilnahme an der Endrunde erkämpft; die Entscheidung um den 2. Platz bringt das Spiel Gelsenkirchen Meiderich, welches am Ostermontag in Gelsenkirchen zur Austragung kommt. In der Gruppe 2 ist, wie vorauszusehen war, Fortuna Düsseldorf mit drei gewonnenen Spielen unbestritten Meister geworden; aber dann kommt das Dilemma: die drei andern Vereine stehen punktgleich, so daß eine Entscheidung herbeigeführt werden muß; diese soll wieder im Einrundensystem herbeigeführt werden; es spielen demnach also am Gründonnerstag in Bonn: Alemannia Aachen Neuendorf, Ein froher Wander- Sonntag. Von Schulrat Hassinger Darmstadt. Nr. 26 Sportes steht. Alle Plätze sind mit schweren Walzen zu bearbeiten. Die Walzen können nicht schwer genug sein. Die zu beschaffen, bereitet keine Schwierigkeit, Straßenräumer, Bezirksverwaltungen verfügen in der Zeit der Straßenerneuerung über ausreichend schwere Walzen. Wie die Spielplätze, so ist auch die Laufbahn mit einer schweren Walze zu behandeln, ebenso bedürfen die Anlaufbahnen vor dem Sprunggruben einer_ver= stärkten Walzung, auch die Absprungstellen für Hoch- und Stabhochsprung, um sie genügend widerstandsfähig für die Nagelschuhe zu machen. Das Unkraut läßt sich am erfolgreichsten vor der Walzung bekämpfen. Bei Anlaufbahnen, Laufbahnen lohnt sich die frühzeitige Entfernung vielfältig. Die Grünflächen sind vor der Walzung auf Unkraut, verdorrte Pflanzenreste, Unrat zu überholen. Die Bearbeitung mit dem Handrechen hat den Vorteil, daß die Grasnarbe gelodert wird, was später ihrer Festigkeit wieder zugute kommt. Auch die Sprunggruben erfor dern eine sorgfältige Arbeit. Sie sind in ihrer ganzen Tiefe auszuschaufeln, die Grubenfülle in der Luft auszutrocknen. Weit- und Dreisprunggruben verlangen immer wieder einen neuen Zuschuß von feinkörnigem Sand, dem Sägespäne und Salz beigemischt werden, um ein Verstauben zu verhindern. Für Hoch- und Stabhochgruben ist Gerberlohe immer noch das Billigste und für den Benutzer die sicherste Niedersprungstelle. Ihre Erneuerung wird sich dort als notwendig erweisen, wo die alte Füllung verrottet. Noch viel zu wenig wird die Schönheit roter Laufbahnen erkannt, die sich im Grün der weiten Flächen besonders gut ausnehmen. Ziegelmehl als oberste Lasur ist schon lange bekannt. Neuerdings verwendet man Porphyrmehl. Wesentlich billiger haben es die Plazbesitzer in den Kohlengebieten, die fein durchgesiebtes Wolfsbrot mit Vorteil verwenden. Ueberall möge darauf gesehen werden, daß sich die Sportplätze im schönsten Schmude ihren Benutzern empfehlen, sie durch ihre Gediegenheit zur Pflege der Leibesübungen einladen. Allerorten möge bedacht werden, daß die Uebungsstätten einen Teil des Kulturwillens des Sportes bedeuten. Auch bei beschränkten Mitteln läßt sich die Opferbereitschaft der Mitglieder vorausgesetzt diesem Kulturwillen ein entsprechender Ausdruck geben. Von jenem Sonntag soll ich euch erzählen? Ja, wißt ihr denn, ihr Stubenhocker und Pflastertreter, daß man ein fleines Buch schreiben müßte, wenn man all das erzählen wollte, was solch ein Wandersonntag einem beschert? Habt ihr zum Beispiel schon einmal stundenlang an einem Waldrand auf dem Bauch gelegen und euch von der Sonne so durch und durch rösten lassen, daß ihr euch schließlich vortamt wie eine Eidechse? Ode: habt ihr schon einmal in ein solch famoses Feuerchen geblasen, das nicht will und nicht will und schließlich doch muß, weil der Kochtopf daraufsteht und die Erbsensuppe gar werden soll? Wißt ihr überhaupt noch, wie das ist, wenn man so in aller Herrgottsfrühe durch die leeren Straßen tappt, den Rudjad auf dem Budel und die Klampfe um den Hals, und dort am Bahnhof steht noch ein Duhend solcher Gesellen, die den Kopf voll lustiger Einfälle, den Rudjad voll feiner Dinge und die Kehle voll froher Lieder haben? Und dann geht's los mit dem Bähnchen, raus aus der Stadt, raus aus den Mauern, keine Schule, feine Arbeit, ein ganzer Sonntag, an dem man unter der Sonne herlaufen und mit dem Wind marschieren kann! Die Räder rattern unter uns und die Scheiben flirren von unserm ersten Lied. Und wenn wir aussteigen, ist der Nebel noch wie graue Wolle um uns, und wir stapfen durch und musizieren, einszwei- drei- vier, eins- zwei- drei- vier, und dann wird es heller und heller, die Sonne kommt höher, und jetzt sind wir schon auf halbem Berge, war schauen hinter uns und sehen dort unten die Schienen glänzen und hören den Güterzug fauchen und spüren auf einmal, daß wir schon einen träftigen Hunger haben. Wunderbar ist so ein Hunger dort draußen, wenn man etwas in seinem Rudjad hat. Wenn mein Vater er ist För ster manchmal von seinem Morgengang sein trodenes Bröt chen wieder mit nach Hause gebracht hatte, weil er feine Zeit zum Essen gehabt hatte, dann hatte er es unter uns Geschwister aufgeteilt und hatte dazu gesagt, das müßten wir mit Verstand essen, da hätten die Vögel drüber gepfiffen. Wir haben uns um jedes Fetzchen gerissen, das war ja besser als Kuchen und Torte, so ein Brötchen, über das die Vögel gepfiffen hatten. Und ganz genau so geht es mir jetzt jedesmal, wenn wir draußen auf solch einer Wanderung Frühstücspause machen oder zu Mittag abkochen. Herrgott, wie das schmeckt! Da tann wahrhaftig die Mutter daheim bleiben mit ihrer ganzen Kochkunst. Ich glaube, wenn man nicht dabei wanderte, man könnte so did werden, wie man wollte. Jedenfalls, mir hat seitdem noch tein Arzt appetitanregende Mittel verschreiben müssen, und ich glaube, den anderen, die immer mit dabei sind, auch nicht. An uns machen die Aerzte überhaupt fein sonderliches Geschäft. Für das Geld lönnen wir schon unsere Wanderungen machen. Denn das ist ja gerade die Kunst, daß wir außer unserem Fahrgeld und dem mitgenommenen Essen so gut wie nichts unterwegs brauchen.. Wir sind teine Schlote, die die Luft mit teurem Rauch verpesten, und die Wirtshäuser sehen wir nur von außen, wenn wir durch ein Dorf tommen. Aber dafür machen wir Mund und Nase um so weiter auf, wenn wir durch den Wald ziehen. Und das kostet Gott sei Dant nichts. Auch das andere, was wir tagsüber treiben, kostet nichts, das Wandern, das Spielen auf der Wiese, das Baden im Bach, das Faulenzen am Waldrand, das lustige Feuerchen, das Singen und Musizieren. Und um davon zu reden, die wundervolle Müdigkeit, die wir abends mit nach Hause bringen und mit der es sich so ausgezeichnet schläft. FV. am Ostermontag in Gießen: SC. 03 Kassel FV. Neuendorf, am 10. April( Freitag) in Hagen: Alemannia Aachen SC. 03 Kassel. Gehen bei dieser Runde Spiele unentschieden aus, so ist das bessere Torverhältnis maßgebend. Bei der Vorrunde der Tabellenzweiten sind ausgeschieden: T. u. R. SV. 72 Hagen, TV. Mayen, Borussia Fulda und Germania Bochum. Die vier Sieger bestreiten nun in zwei Spielen die Zwischenrunde. Terminmäßig ist als nächster Spieltag für die Meisterschaft der 12. April vorgesehen; falls es aber die Verhältnisse er fordern hat der Verband sich auch nachträgliche Ansehungen auf besondere Tage vorbehalten. Nach den neuesten Meldungen will er nun fatsächlich davon Gebrauch machen, indem er am Gründonnerstag, den beiden Osterfeiertagen und sogar in der Woche nach Ostern spielen läßt, allerdings nur aus der Runde der Meister. Die Zwischenrunde der Tabellenzweiten steigt am 12. April und zwar treffen aufeinander: in Elberfeld: Schwarz- Weiß- Barmen und Borussia Rheine; in M.- Gladbach: Rheydter Spielv. und SpVgg. Sterkrade. * Alemannia Aachen SC. 03 Kassel 5: 1( 1: 1). Nach anstrengender Bahnfahrt und mangelhafter Nachtruhe ging die Kasseler Mannschaft ohne Kraft und Elan ins Spiel, Wollt ihr noch mehr wissen von jenem Sonntag? Ich will euch etwas sagen, wie wär's, wenn ihr es auch einmal versuchtet und am nächsten Sonntag hinauszöget? Das Erzählen, wißt ihr, das ist so eine eigene Sache, da redet und redet man und vergißt schließlich doch das Schönste. Aber es selbst erleben! Na also, wer geht am nächsten Sonntag mit? Frühjahrsarbeiten auf dem Sportplak. Ein interessantes Reiten ist heute zwischen 19 und 20 Uhr auf Oswaldsgarten hier in Gießen zu sehen. Mehrere Reitervereine aus der Wetterau, aus dem Lahntal, aus dem Westerwald und vom Vogelsberg unternehmen morgen vormittag ein Sternreiten nach Gießen. und werden dann zusammen auf dem Oswaldsgarten gemeinsam Quadrille reiten. Dabei sollen die drei besten Pferde prämiiert werden. Mit dieser Aufführung will man das Interesse für den Pferdesport auch in der breiten Bevölkerung mehr wecken. ( Nachfolgende Zeilen entnehmen wir dem Nachrichtendienst des Deutschen Hauptausschusses für Leibesübungen, Aussig, weil sie u. E. jedem unserer Leser dienlich sein können.) Die Schneedede ist bereits verschwunden. Da ergibt sich denn für den Platzbesitzer die ernste Pflicht, jene Arbeiten in Angriff zu nehmen, die sich auf die Bereitstellung und Verschönerung der Anlagen beziehen. Unsere Sportplätze sollen ja nicht nur gerade den notwendigen Raum für Spiel und Sport sichern, jeder Platz soll ja ein Spiegelbild der Bewegung selbst darstellen. Es ist nicht zuviel behauptet, wenn gesagt wird, daß mit der äuße ren Schönheit eines Plazes jeder Besitzer oder Verwalter seine Visitenkarte in der Oeffentlichkeit abgibt, daß aus der Verfassung der Uebungsstätten geschlossen werden kann, wes Geistes Kind der Besitzer ist, wie er zu den kulturellen Forderungen des Sämtliche Drucksachen HAUSHALTUNGS- BÜCHER VERLOBUNGSANZEIGEN GRATULATIONSKARTEN liefert immer schnell, gut und preiswert für Familien, Vereine und Behörden wie STERBFALLANZEIGEN GEBURTS- ANZEIGEN EINLADUNGSKARTEN ALBIN KLEIN GIESSEN Neue Bücher. An den Rändern dreier Erdteile. Eine Reise durch die Küstengebiete Südamerikas, Südeuropas und Afrikas. 382 S. Illustriert. In Halbleder gebdn. 2,90 Rmk. Volksverband der Fächerfreunde, Wegweiser- Verlag GmbH., Berlin- Charlottenburg 2. Es ist ein Genuß, dieses Buch zu lesen. Die aus unmittelbarem Erleben wiedergegebenen Eindrüde, Beobachtungen, angestellten Vergleiche, persönlichen Entdeckungen des Autors auf seiner Reise durch die Küstengebiete Südamerikas, Südeuropas und Afrikas, vermitteln ein klares und überaus kontrastreiches Bild vom Zauber, von den Naturgefahren und-gewalten, von den eigenartigen Lebensweisen und Lebensanschauungen der bunt durcheinandergewürfelten Menschenrassen dieser Länder. Selten sind bisher in einem Werke die unüberbrückbaren Gegensätze zwischen Europa und der erotischen Welt so scharf und überzeugend aus dem selbsterlebten Unterschiede heraus gekennzeichnet worden wie in diesem. Wie richte ich meine Wohnung ein? Jeder, der sich mit dieser Frage zu befassen hat, ob er nun ein neues Eigenheim oder eine Miet- oder Kleinwohnung einrichten will, findet in dem neuen Heft der Monatsschrift ,, Das schöne Heim" mit vielen guten Bildern belegte Hinweise und sachkundige Anregungen. Neue Siedlungswohnungen die Schönheit und Wirkung guter Beleuchtung Teppiche im Heim Möbel und Räume. - „ Der neue Weg". Die vorliegende Jubiläumsausgabe, das amtliche Organ der Genossenschaft deutscher Bühnenangehörigen, Berlin W. 62, Keithstr. 11, der Zeitschrift ,, Der neue Weg", die im Eigenverlag der Genossenschaft erscheint, bringt wieder eine Summe praktischer Hinweise für die Bühnenangehörigen. Daneben enthält es eine Anzahl von Zeitschriften zur 60- Jahrfeier der Genossenschaft, die zeigen, welch großes Interesse man an der Erhaltung der deutschen Bühne hat. Ein alter Osterbrauch hat sich noch in der Stadt Lügde in Westfalen erhalten. Gewaltige Räder werden zwischen den Speichen mit Stroh vollgestopft, dieses Stroh wird entzündet und die brennenden Feuerräder rollen von einer Anhöhe ins Tal hinunter. Von diesem seltsamen Osterbrauch veröffentlicht die neueste Nummer der Münchner Illustrierten Presse( Nr. 14) hübsche Aufnahmen. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Zur Absatzvergrößer. such. a. hies. Plaẞ tücht. Mitarbeiter bei gar. Einkom. mi 150 RM Gehalt. Nur schriftl. Werbetätiak. Bewerb.( Freiumschl.) a.Chem.Fabr.Künnede, Braunschweig A 36 Charlottenstr. 4a. Wegen Geldnot! Ia Anzugstoff blau Wollkammgarn ab Fabrik m 8.80 Mt. Gera, Postfach 167. Erscheint Bezugspreis 2,4 Sedaktionsschluß früh endung nicht verlang 44. Jahrg. Bolitif Im Reichstag fin nalen und der Nation tags eingegangen, Di anberaumten Sigung auch der gleiche Antra Der Reichspräside in Paris Dr. Rieth 3 Oeffentlicher Dank! Kostenl. teile ich gern briefl. jedem, der an Rheumatismus, Gicht, Ischias, Nervenschmerzen leid. mit, wie ich v. mein. qualv. Schmerzen d. e. garant. unschädl. Mittel( keine Arznei) befreit wurde. Nur wer wie ich die schreckl. Schmerz. selbst gefühlt hat, wird begreifen, wenn ich dies öffentl.bekanntgebe. Krankenschwester Therese, Bad Reichenhall 456( Bayern) nur Hexen 30.9 rasleren schnell, sanft und lange Fabrik Paul Aug. Weck, Erfurt UNIVERSITAT KÖLN Sommer Semester 1931 Der Konflikt in beiterpartei hat sich fann nunmehr von ei deutschlands sprechen. Abjegung des Ojaf Hauptmann Stennes, Abend von Berliner Entschließung gefaßt werften Vorwürfe die Berliner SA- Fr Ostdeutschlands zu ve Wie die Reichsle partei mitteilt, ist de hauptmann a. D. G Partei ausgeschlossen Nach seinem vol m 1. April nach M Jm Thüringer nommen worden, der ler fordert. Gäbler gefchiedenen kommu verbügt gegenwärtig Der Senat der nijche Abkommen übe im Danziger Hafen g Dag Danzig feinerlei Edinger Hajen nunm hions und Winterh Bienen. Im Hinblid au men find der Sena übereingekommen, Wirtschafts u. Sozialwissenschaftliche, Rechtswissenschaft liche, Medizinische( auch vorklinische Semester) und Philo sophische Fakultät. Kaufmännisches: u.Handelslehrerstudium. Vorlesungebeginn: Mittwoch, den 15. April. Die Einschreibefrist läuft vom 1. April bis 28. April einschl. Das Vorlesunge verzeichnis fann vom Universitäts- Sekretariat gegen Einsendg. v. 50 Rpfa.( dazu 15 Rpfg. Porto) bezogen werden. Don 14 auf 10 burd In einer Gastwi Streitigkeiten, we polenfeindliche Beme Dherjalejien in furz wirde. Supta wurd übergeführt. Bie aus Kown der deutigen Gejand gierung wegen der gebiet einen Schritt Das englische A Kollifion zwischen d franzöfifchen Auswan Florida" getötet u migt werden, die ma ein Mann der Beja leicht verlegt. Nach mazgeben trophe von Mana die Zahl der Berl In den deutsche 342 000 laufend unte genüber dem Stande eine Steigerung um In der Ofterwo burg die Bertreterta ( Reichsverband evan Das Berjorgung aufgelöst worden. G amt Mainz zugeteil 30 der Mot Darmstadt, 2. Heute Ausführungs denen folgendes mit iden 3weden, jowi den Polizeiämtern politischen Berjamm denjenigen Gemein Sat die Anmeldung lage von Blataten 24 Stunden vor ih folgen. Zur Erlei worden: Sollen in einem größeren gemacht werden, da Beiamt zur Kennt