Nr. 103 L'enbacher, Der Preis 15 die neue igen- Aftien nter forgjal genen Jahre d Verände n- und Aus rbeitete und die früheren atgeber, der gute Dienite 931. gang 1931, ndwerks und chienen. Gin Aufteilung luf einem be der Heraus er Jahrgang rigkeitsgefühl und das Ver citesten Krei den einzelnen und Erzeng moderne hand die zeigt, daß rsetzt werden eine der we talsfulpturen, ittelalterlichen mart, an der Volksganzen Abbildungen chneidereihand ng der Werk ume der dem der Hände Erzeugnisse, neben moder varen, Bild en handwerker es an Messen werker in den Abbildungen onaten bringen igen des Aus Albjasbedingun e Handwerk. Bedeutung des erkslieder und des Deutschen ger anschließt. tlich reich und echnische Auf Schärfe volle 5 der Deutiche mittel des Be e zuführen wird ebrreiches Bild ift, Aufklärung in den weitesten Abreißkalenders Preffeftelle bein ten. n in Gießen. 930/31 undschaft Stoff! iß) beste, haltbare stellung wie folgt: 7.50 M4.M4.50 mmen ur RM 16.ekt ab Fabrikation gtl., Postfach 158 wer versilberte rnitur ngen, sehr schönes fabrikneu, mit in, ganz bedeutend -bar fabritjeitig ter G. 3. 2723 an wieser Zeitung. chenverdien Prospett gratis. nzburg a. D. Union Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlembung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Bolitische Mundichau. Jm Bundeshaus des Deutschen Beamtenbundes fand dieser Tage eine Aussprache statt zwischen den Vertretern des Deutichen Beamtenbundes und der Spitzenverbände des Handwerks. Zu der von einem Berliner Blatt angeschnittenen Frage einer etwaigen Regierungsbeteiligung Hitlers erklärt der„, Völfische Beobachter", es stehe für die Zukunft gar nicht zur Debatte, ob man Hitler sich mitbeteiligen lasse, sondern mit wem Sitler selbst einst regieren werde. Der Parteivorstand der Wirtschaftspartei hat beschlossen, den Reichsausschuß einzuberufen und die Ausschließung der Abge= ordneten Colosser und Dannenberg zu beantragen. Die im großen Altonaer Bombeniegerprozeß verurteilten Landvollangehörigen Beder, Vied und Luhmann sind am 23. De 3ember vorläufig aus der Haft entlassen worden. Mit seinem Eintritt in den Reichstag wird der seitherige fozialdemokratische Landtagsabgeordnete Weber- Offenbach sein Landtagsmandat niederlegen. An seine Stelle tritt nach der Liste Bürgermeister Lorenz von Erzhausen. Die von dem Schlichter begonnenen Einigungsverhandlungen über die Lohnfestschung im Ruhrbergbau sind vertagt wor dien. Die Landesgruppen Südbayern und Nordbayern des Verbandes Süddeutscher Textilarbeiter haben zum 10. Januar 1931 die Tarifverträge für die Arbeiterschaft gekündigt. Der Magistrat der Stadt Berlin hat auf Grund einer Ver= einbarung mit der Arbeitnehmerschaft die Einführung der 44tündigen Arbeitswoche für die städtischen Arbeiter angeordnet. Die Schlichtungskammer fällte für die gesamte württemBergische Metallindustrie einen Schiedsspruch, wonach von der ersten Lohnwoche im Januar 1931 ab die Tariflöhne um 5 Prozent und die Akkordverdienste um 6 Prozent herabgesenkt werden. Tschechischen Blättermeldungen zufolge sollen die VerhandHungen über eine Regelung der handelspolitischen Verhältnisse zwischen der Tschechoslowakei und Ungarn schon in den nächsten Tagen auf neutralem Boden wieder aufgenommen werden. Der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, ist in Buenos Aires eingetroffen. Der argentinische Außenminister Bosch erklärte ihm, die Entscheidung über den Wiedereintritt Argentiniens in den Völkerbund müsse dem neu zu wählenden Kongreß überlassen bleiben. Die Unruhen gegen die türkische Regierung haben sich in Smyrna und Brussa in besonders ausdrudsvolier Weise fort: gesetzt. Auch in Konstantinopel demonstrierten gewaltige Menschenmassen für die Wiederherstellung der religiösen Geseze in der Türkei. Heute geht aus Marseille ein Truppentransport von 2500 Kolonialtruppen nach Marokko ab. Die ernste Lage für einen Teil der französischen Niederlassung und Stationen in Marokko und Algerien wird damit zugegeben. Der verbannte Bolschewistenführer Trogki soll auf dem ihm angewiesenen Exil auf der Insel Printipo so schwer erkrankt sein, daß mit seinem Ableben gerechnet werden müsse. In Hantau wurden am Montag neun Kommunisten standrechtlich erschossen, die versucht hatten, ein Pulverlager in der Nähe von Hankau zu sprengen. Meldungen aus Batavia besagen, daß der Ausbruch des Merapi bisher 1300 Opfer gefordert hat. Der Vulkan ist immer noch in Tätigkeit. Neues Defizit im Reich. Berlin. Als Leistungen des Reiches an die Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung waren im laufenden Reichsetat 50 Millionen als Notstock, 184 Millionen als Zuschuß und 140 Millionen als Darlehen eingesetzt. Alle diese Ansätze sind schon seit Ende Oktober überholt. Der Notstock wurde schon im Juli erschöpft, der Reichszuschuß im Auguſt und der Darlehensbetrag Ende Oktober. Von Anfang November an hatte also die Reichsanstalt keinen etatsmäßigen Anspruch mehr auf Zuschüsse aus der Reichskasse. Der Zuschußbedarf dürfte sich allerdings im Winter dadurch verringern, daß seit Anfang Oktober der 6½= prozentige Beitragssatz gilt, wodurch sich die Einnahmen der Reichsanstalt beträchtlich erhöhen. Auf der anderen Seite erfordern die wachsenden Unterstützungen trotz der Beitragsleistungen des Reiches ständig größere Beträge. Nach den Schätzungen der Regierung wird das Reich für wenigstens 200 Millionen Mark aufzukommen haben, da die Reichskasse nach dem Geseiz vom Sommer d. J. jeweils bis zur Hälfte des Mehrbedarfes einspringen muß. Dieser Mehraufwand, für den im Etat keine Deckung vorhanden ist, wird dazu beitragen, das Defizit des Haushalts, das ohnehin dank der Steuerausfälle über eine halbe Milliarde Mark hinausgeht, weiter zu erhöhen, und wird außerdem in den ersten Monaten des neuen Jahres auch kassenmäßig einen starken Druck auf die Reichsfinanzen ausüben. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 31. Dezember 1930 Brünings Programm für die Ostreise. Berlin. Aus dem Programm für die Reise des Kanzlers nach dem Osten, an der sich auch Reichsbankpräsident Dr. Luther und der Generaldirektor der Reichsbahn, Dr. Dorpmüller, be= teiligen, sind folgende Stationen hervorzuheben: Am 5. Januar vormittags findet in Nauenburg in Pommern eine Besprechung mit dem Oberpräsidenten der Provinz Pommern statt, am Nachmittag in Schneidemühl eine Konferenz mit dem Oberpräsiden= ten der Grenzmark. Am 6. Januar folgt vormittags eine Besprechung mit dem Oberpräsidenten von Ostpreußen in Königsberg. Dann geht die Reise nach Tilsit und Insterburg, am 7. Januar nach Lyd und Deutsch- Eylau, am 8. Januar nach Marienwerder und Marienburg. Am 9. Januar trifft der Kanzler in Oppeln ein, wo er mit dem Oberpräsidenten und anderen Vertretern der Provinz eine Besprechung hat. Am 10. Januar besucht er u. a. Waldenburg und Breslau, am 11. Januar Kreuzburg. Von dort wird am Abend die Rückreise nach Berlin an getreten. Streif im Ruhrgebiet? Berlin. Die Meldung über den Abbruch der Lohnverhandlungen im Ruhrbergbau und den Eintritt des tariflosen Zustandes ab 1. Januar 1931 läßt die Gefahr eines Riesenstreifs in diesem für Deutschland lebenswichtigen Industriegebiet entstehen. Die Kündigung der laufenden Arbeitsverträge kann schon zum 15. Januar erfolgen. Die Arbeitgeber würden dann zweifellos versuchen, ihr Ziel durch Einzelverhandlungen in den Betrieben zu erreichen. Die Gewerkschaften sind aber entschlos= sen, sich gegen eine Lohnreduzierung mit allen Mitteln, auch dem Mittel des Streifes, zu wehren, um so mehr, als sie genötigt sind, auf die kommunistische Agitation Rücksicht zu nehmen. Die revolutionäre Gewerkschaftsopposition soll in den letzten Wochen im Ruhrgebiet starken Zulauf erhalten haben. Es ist ferner zu beachten, daß der Mittelstand im Ruhrgebiet in seiner großen Mehrheit die Haltung der Arbeiterschaft durchaus billigt. In Gelsenkirchen z. B. haben die Kleinhändler den Arbeitern für den Fall eines Streifes Lebensmittel zugesichert. In verschie= denen Städten haben sich sogenannte Solidaritätsausschüsse ge= bildet, denen u. a. auch zahlreiche Kleingewerbetreibende angehören. Braun und N. S. A. P. D. Berlin. In einer kleinen Anfrage mehrerer nationalsozialistischer Landtagsabgeordneter wurde ausgeführt, der Berliner Polizeipräsident habe öffentlich in einer sozialdemokratischen Versammlung, festgestellt, daß die Behauptungen, die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei wolle den gewaltsamen Umsturz, ungerechtfertigt sind". Auf diese Behauptung gründe sich aber, wie die Anfragenden sagen, der Staatsministerialbeschluß, der den Beamten die Zugehörigkeit zur NSDAP. verbiete. Das Staatsministerium wird gefragt, ob es bereit sei, diesen Beschluß aufzuheben. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, beantwortete der preußische Ministerpräsident die Anfrage mit einem ,, Nein". Polizeikosten an Thüringen überwiesen. Berlin. Das Reich hat dem Lande Thüringen an Polizeikosten bis einschließlich Januar 2 132 000 RM. überwiesen. In dieser Summe sind die Zinsen noch nicht einbegriffen, jedoch besteht Einigkeit darüber, daß diese gezahlt werden. Sozialdemokratischer Professor gekündigt. Braunschweig. Wie der„ Volksfreund" berichtet" hat der braunschweigische Kultusminister Dr. Franzen dem Professor Paulsen mit Ablauf des Wintersemesters 1930-31 den Lehrauftrag für praktische Pädagogik an der hiesigen Hochschule gekündigt. Gründe für die Kündigung sind nicht angegeben. Professor Paulsen ist Mitglied der Sozialdemokratischen Partei. Der polnische Innenminister im Terrorgebiet. Wie die„ Polska Zachidnia" meldet, traf der polnische Innenminister Skladkowski in Kattowitz ein und begab sich ohne weitereren Aufenthalt nach denjenigen Ortschaften, in denen sich gemäß der deutschen Note an den Völkerbundsrat Terrorakte gegen die deutsche Minderheit abgespielt haben. Angeblich soll der Minister sich bei dieser Informationsreise nicht nur mit den Aussagen der örtlichen Behörden beschäftigen, sondern auch die Geschädigten selbst befragen. Die polnische Aktivität für die bevorstehende Genfer Ratstagung ist also im Fluß. England mahnt. Paris. Der englische Botschafter in Paris hat im Namen seiner Regierung im französischen Außenministerium eine neue Note bezüglich der englischen Forderungen auf Bezahlung der Rückstände für während des Krieges in England aufgelegter französischer Anleihen in Gold überreicht. Lebensmittelfrawalle. Kownow. In der letzten Zeit hat sich in Sowjetrußland infolge der weiteren Zerstörung der privaten Bauernwirtschaft die Lebensmittelfrise weiter verschärft. Die Zufuhr von Nahrungsmitteln auf die städtischen Märkte ist bedeutend zurückgegangen. Die Bauern verlangen Bezahlung entweder mit Industriewaren oder mit Gold- und Silbergeld. Auf einzelnen städtischen Märkten ist es zu Zusammenstößen zwischen den Bauern und der städtischen Bevölkerung gekommen. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 104 Ein Neujahrswunsch des RheinMain- Gebietes an die Reichsbahn überbracht vom Hessischen Verkehrsverband. Als Ziel, das zu erreichen mit allen Mitteln anzustreben sei, galt auf dem Gebiet der deutschen Eisenbahnverkehrspolitif bisher im großen und ganzen die Wiederherstellung des Fahr plans der Vorkriegszeit. In unermüdlicher Aufarbeit ist es der Reichsbahn gelungen, im wesentlichen dieses Ziel zu erreichen: Die Leistungen der Reichsbahn bewegten sich im Sommer 1930 etwa im gleichen Rahmen wie im Jahre 1914 vor Kriegsaus bruch; bedauerlicherweise brachte- durch die schwierige Wirtschaftslage miiverursacht der Winterfahrplanabschnitt 1930/31 wesentliche Zugeinschränkungen. - Prüft man allerdings die Frage, ob die allgemeinen Bedingungen des Ueberlandverkehrs den Vergleich mit der Vorfriegszeit überhaupt noch aushalten, so liegt klar auf der Hand, daß dies nicht der Fall ist. Die Zahl der Kraftwagen hat sich seit 1914 vervielfacht: Während am 1. Januar 1914 im Deutschen Reich rund 61 000 Personen- Kraftwagen vorhanden waren, war die entsprechende Zahl am 1. Juli 1929 trotz des stark eingeschränkten Reichsgebietes und ohne das Saargebiet rund 433 000, so daß, wiederum ohne Anrechnung der Veränderung der Reichsgrenzen, eine Versiebenfachung des Bestandes an Personenkraftwagen festgestellt werden kann. War es in der Vorfriegszeit beispielsweise noch verhältnismäßig selten, daß bei Reisen von einer nach der anderen Stadt unseres Rhein- MainGebietes der Kraftwagen benutzt wurde, so ist heute ein wesentlicher Teil dieses Verkehrs auf fürzere Entfernungen von der Schiene zur Landstraße abgewandert. Die höheren Beförde rungskosten werden wegen der großen Vorteile in zeitlicher Beziehung in Kauf genommen. Nicht nur, daß der Kraftwagen die Beförderung von Haus zu Haus ohne Zeitverlust durch Abund Zugang an den Bahnhöfen ermöglicht und schon hierdurch einen besonderen Anreiz bietet, leistete die Fahrplan- und Tarifgestaltung der Reichsbahn der stärkeren Benutzung des Kraftwagens geradezu Vorschub. Es darf nur daran erinnert werden, daß in der Vorkriegszeit die Eilzüge ohne Zuschlag benutzt wer den konnten und daß selbst in D- Zügen auf Entfernungen bis 75 km in der 3. Klasse nur ein Zuschlag von 25 Pfennig, in der 2. Klasse von 50 Pfennig erhoben wurde, welchen Beträgen heute der vierfache Satz gegenübersteht. Eine Auswirkung dieser Terispolitik ist die, daß auf kürzere Entfernungen, wie sie in unserem Rhein- Main- Gebiet die Regel sind, für den überwiegenden Teil der Reisenden die Benutzung der D- 3üge wegen des unverhältnismäßig hohen Fahrpreises proftisch ausfällt. Mit Genugtuung darf festgestellt werden, daß im nunmehr zu Ende gehenden Jahre 1930 sich die Reichsbahn zum ersten Male nach Abschluß des Krieges entschlossen hat, den dringenden Forderungen der im Rhein- Main- Gebiet am Verkehr interessierten Stellen nach einer zeitgemäßen Verkehrsverbesserung Folge zu leisten: Der Sommerfahrplan 1930 brachte den Beginn eines ausgesprochenen Bezirkseilverkehrs im Rhein- Main- Gebiet in Gestalt einiger zwanzig neuer Bezirkseilzüge, die mit knappen Fahrzeiten die Städte des Rhein- Main- Gebietes enger als bisher aneinander anschließen. Leider haben die Einschränkungen des Winterfahrplans auch vor dieser beliebten Zuggattung nicht Halt gemacht. Die Bezirkseilzüge, nur 2 bis 3 moderne, vierachige Personenwagen umfassende leichte Züge, die den Vorteil schnellen Anfahrens bieten, sind im rhein- mainischen Reiseverkehr eine besonders beliebte Zuggattung geworden. Die Belastung der meisten dieser Züge mit dem Eilzugszuschlag wurde in Kauf genommen, da die Möglichkeit geboten war, in schneller Weise von Stadt zu Stadt zu gelangen. In der Tat ist es die Gattung der Eilzüge, die bei der heutigen Tarifgestaltung auf fürzere Entfernungen von 25-40 oder 50 km, wie sie im RheinMain- Gebiete anzutreffen sind, in Bezug auf Reisegeschwindigkeit und Fahrpreis den zu stellenden Anforderungen vor anderen Zuggattungen entspricht. Die Personenzüge mit ihren vielen zeitraubenden Zwischenhalten bieten zwar eine preiswerte Beförderung, sind aber zu langsam; die Schnellzüge sind zwar schnell genug, aber, wie betont, für die meisten Reisenden im Nahverfehr unerschwinglich teuer. Es liegt nahe, daß angesichts der derzeitigen schwierigen Wirtschaftslage mit ihren geringen Umjägen mancher Reisende sich fragt, ob er nicht zweckmäßig statt einer Kraftwagenfahrt die Fahrt von Stadt zu Stadt mit der Eisenbahn unternimmt Ergibt das Studium des Fahrplans, daß die Möglichkeit besteht, ohne unnötigen Zeitverlust durch Warten und durch zu lange Fahrzeiten preiswert von einer Stadt unseres Rhein- MainGebietes in die Nachbarstadt und wieder zurück zu gelangen, so wird in vielen Fällen dem Schienenweg der Vorzug gegeben werden. Gleichzeitig ist es aber einleuchtend, daß die zum Sommer 1930 eingeführten Bezirkseilzüge, die in unserem RheinMain- Gebiet einen dankenswerten, durchaus gelungenen ersten Versuch einer großzügigen Anpassung an die veränderten Verfehrsverhältnisse darstellen, auf die Dauer nicht ausreichen: Es ist vielmehr dringend notwendig, den Bezirkseilverkehr im Jahre 1931 durch Einlegung einer größeren Anzahl von Zügen dieser besonders bewährten Gattung weiter auszubauen. Hierbei wird auf der einen Setie eine Verdichtung des Eilzugsverkehrs auf den von Bezirkseilzügen bereits befahrenen Streden. einzutreten haben; des weiteren ist es aber auch geboten, bisher noch nicht Mittwoch, den 31. Dezember 1930. haben; des weiteren ist es aber auch geboten, bisher noch nicht vom Bezirkseilverkehr erfaßte Strecken in dieser zeitgemäßen Weise zu bedienen. Es sollte auch die Main- Weser- Bahn, zwischen Bad Nauheim und Gießen, von der neuen Einrichtung Vorteile haben. Um zweifel zu vermeiden, sei betont, daß auch die außerhalb des engeren Rahmens des Bezirkseilzugsverkehrs bestehenden dringenden Verkehrswünsche, u. a. Einlegung eines Gilzugspaares auf der Strede Gießen- Fulda, der ErschlieBung der Mainlinie durch Einführung dreiklassiger Schnellzüge vom Rhein- Main- Gebiet über Unter- und Oberfranken nach Sachsen, der Einlegung neuer Tagesschnellzüge zwischen dem Rhein- Main- Gebiet und Berlin sowie Hamburg, und andere der Reichsbahn bereits übermittelte Anregungen der gleichen fürsorglichen Behandlung bedürfen. Der Bezirkseilverkehr wird, folgerichtig und großzügig ausgebaut, in gleicher Weise der Reichsbahn wie dem reisenden Publikum zum Vorteil gereichen. Wie Reichsbahndirektor Baumgarten von der Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn in seinen Aufsatz ,, Ueber die Grundlage des Personenzugfahrplans der Deutschen Reichsbahn" in der von der Schriftleitung der ,, Verkehrstechnischen Woche" herausgegebenen Schrift ,, Der Personenzugdienst" ausführt, haben die Eilzüge ,, dank ihrer straffen Durchführung wesentlich an Verkehr gewonnen. Sie sind", so stellt der genannte Verfasser fest ,,, für kürzere Schnellreisen eine beliebte Zuggattung geworden. Durch diese Entwicklung ist der Voranschlag bei den Fahrpreiszuschlägen im Eilzugsverkehr von den wirklichen Einnahmen übertroffen worden." Von der glei= chen besonders maßgebenden Seite des entscheidenden Fahrplandezernenten der obersten Instanz der Reichsbahn wird a. a. D. festgstellt, daß im Jahr 1913 auf Schnell- und Eilzüge 24,3% im Jahre 1929 nur 20,5% der gefahrenen Zugkilometer ent= fiel. Auch diese Zahlen sprechen dafür, die Zahl der schnellfuhrenden Züge wesentlich zu erhöhen. Der aus Anlaß des Jahreswechsels ausgesprochene Wunsch der an einer zeitgemäßen Verkehrsentwickelung interessierten Kreise im Rhein- Main- Gebiet geht dahin, die zuständigen Stellen der Reichsbahn möchten in klarer Erkenntnis der Zeichen der Zeit in Weiterverfolgung des erfreulicherweise eingeschlage= nen Weges den Entschluß fassen, im Jahre 1931 den Bezirkseilverkehr im Rhein- Main- Gebiet durch Einlegung einer größeren Anzahl neuer schnellfahrender leichter Eilzüge auszubauen und hierdurch den Verkehr auf dem Schienenweg kräftig zu be= leben. Lokales. Silvester. Ein Jahr ist abgerollt. Wie ein bunter Filmstreifen. Aber wir waren nicht bloß Zuschauer. Wir sind unmittelbar beteiligt gewesen In Freud und Leid. Und das Leid war manchmal das Häufigere. Eine Rückschau am letzten Tage des Jahres fann von manchen ganz schweren Dingen reden. Persönlich und auch in Volk und Vaterland haben wir dergleichen erlebt, und es könnte einem da wohl bittere Stimmung kommen. Aber das Grübeln und Grämen schafft es nicht. Wir wollen uns dadurch den Altjahrsabend nicht verderben. Ein fröhlicher Herzensklang ist schöner, ist besser. Und dazu ein Glas Punsch im Familienkreise oder sonst in behaglich vergnügter Gesellschaft warum denn nicht? Silvester ist kein Feiertag. Und doch, wenn das erleuchtete Gotteshaus gegen Abend seine Pforten öffnet, dann kommen viele, viele Menschen, um noch einmal im alten Jahr einen Klang des Ewigen zu erleben. Noch stehen die Christbäume in der Kirche, und wie leuchtender Weihnachtsschimmer liegt's über der feierlichen Stunde. Man wird eine Weile still mit all seinen Fragen und Plagen. Etwas Verklärendes und Versöhnendes ist im Tiefsten der Seele. Und dann heben die Glocken an zum ersten Gruß ans neue Jahr! Von Turm zu Turm geht das Schwingen und Klingen. Ein Altes ist vorüber, ein neues steigt auf. Und das Singen und Brausen der Neujahrsglocken soll ein Auf und Empor verkündigen Stirb und Werde! Der gestörte Schlaf auf der Meerestiefe. Von U- Steuermann Graßl. Wir entnehmen diese anschauliche Schilderung aus dem gefahrvollen Leben der U- Bootbesatzungen dem soeben bei der Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart erschienenen Buch„ Wir leben noch! Deutsche Seehel= den im U- Bootkampf“. Der Kommandant beschloß nun, mit dem Boot auf Grund zu gehen, um der überanstrengten Mannschaft eine wohlverdiente Ruhe zu gewähren. Wir tauchten unter und legten uns in dem minenfreien Wasser ungefähr in einer Entfernung von 3 Seemeilen von Kap Flamborough- Head auf Grund. Bald schnarchte die stark übermüdete Mannschaft in hohen und tiefen Tönen. Nur der Steuermann mußte sich noch seinen nautischen Berechnungen widmen. Tiefste Stille umgab den emsig Schaffenden. Wohl eine Stunde mag er so ungestört seine Aufzeichnungen eingetragen haben, als er plötzlich seine Arbeit unterbrach und aufhorchte. Geräusch! Schraubengeräusch! Aus südlicher Richtung! Wie in Stein gemeißelt stand er da und lauschte. Immer näher kam das Geräusch; immer deutlicher wurde es. Zerstörer! durchzuckte es den Steuermann, und rasch eilte er zum Kommandanten, um ihn aus dem Schlafe aufzurütteln. ,, Na?" „ Herr Kapitänleutnant, dicke Luft über uns!" ,, Was ist denn los?" " Jawohl, dicke Luft über uns!" schrie der Steuermann. Und schon gingen die Schlepptrossen des feindlichen Bewachers über unser Boot hinweg. Glück, Schweineglück hatten wir. Sicher hatte der Gegner die Sprengbombe, die auf elektrischem Wege entzündet wird, nicht eingestellt gehabt. Auf jeden Fall war die Gefahr für den Augenblick vorüber. Doch schon nach, zwanzig Minuten vernahm man dasselbe Geräusch, nur diesmal aus nördlicher Richtung. Immer näher kam der Zerstörer, und plötzlich rasselte er mit hellem Schraubenwirbel über unser Boot hinweg. Ein Rud im Boot. Das Boot fliegt in die Höhe; dann stürzt es plötzlich jählings in die Tiefe und prallt mit ungeheurem Getöse auf dem Grunde auf. Teller und Tassen und überhaupt alles Bewegliche fliegt von Tischen und Bänken, und die Mannschaft tugelt durcheinander. Als wieder Ruhe eingetreten war und jeder seine Knochen gezählt und geprüft hatte, schaute sich einer nach dem andern ,, Gießener Zeitung" Der Gießener Kreis- Haushalt verabschiedet. Der Kreistag verabschiedete den Haushaltsvoranschlag für 1931, der mit 983 766 Mark gegenüber 1 036537 Mark im Vorjahre abschließt und eine Kürzung von 6 Prozent aufweist. Eine lebhafte Debatte rief ein Antrag des Landbundes auf Streichung des Zuschusses von 3000 Mark für das Stadttheater hervor. Landgerichtsdirektor Schudt( DVP.) betonte unter Zustim= mung der Demokraten und Sozialdemokraten die Leistungen des Theaters und die Tätigkeit der Intendanz. Der Antrag wurde abgelehnt. Hervorzuheben ist die Erklärung des Kreisdirektors, daß die Kreisverwaltung die Abschaffung der Nebenbeschäftigung ihrer Beamten durchgeführt habe. Eine Steuererhöhung sieht der Voranschlag nicht vor. Gleichzeitig wurde der Fall des Kreiskassendirektors Kauß erledigt, nach dessen Tod ein Fehlbe= trag von 70 000 Mark entdeckt wurde, über dessen Verbleib vergeblich nachgeforscht wurde, so daß der Betrag als verloren anzusehen ist. * Universität. Dem ordentlichen Professor Dr. Rudolf Herzog wurde vom Präsidium der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft die zur Erinnerung an ihr zehnjähriges Bestehen geschaffene Medaille verliehen. * Abführung der Bürgersteuer. Nach den maßgebenden Bestimmungen hat der Arbeitgeber die Bürgersteuer bei Lohnempfängern in zwei gleichen Raten bei der ersten auf den 10. Januar 1931 und 10. März 1931 folgenden Lohnzahlung einzubehalten. In den Fällen der Lohnzahlung für Zeiträume von nicht mehr als einer Woche kann der Abzug auf die Loonzahlungen in der Zeit vom 11. bis 24. Januar 1931, bezw. 11. bis 24. März 1931 verteilt werden. * Für Aufwertungshypotheken! Die erste Woche des neuen Jahres bringt einen wichtigen Termin. Bis zum 3. Januar müssen die Aufwertungshypotheken gekündigt sein, sofern Gläu= biger oder Schuldner Interesse an der rechtlichen Rückzahlung haben. * Die Landkrankenkasse Gießen- Land bezieht mit Jahreswechsel eigene Geschäftsräume im Gebäude der Commerz- und Privatbank Eingang Goethestraße. * Sparmaßnahmen der Eisenbahnverwaltung führen am 1. Januar zur Aufhebung von 5 Bahnmeistereien: Laubach, Büdingen, Nidda 2, Grebenau und Hartmannshain. * Stadttheater. Heute abend gelangt die Posse ,, Robert und Bertram" in newer Inszenierung zur Aufführung. Das Haus dürfte ausverkauft sein. Am Neujahrstag ,, Die drei Musfetiere", Operette von Schanzer und Welisch, Musik von Benatzky. * Die Frühjahrsmesse ist von der Stadtverwaltung auf den 12. bis 19. April 1931 festgesetzt. * Völlige Sonntagsruhe im Handelsgewerbe fordern die Nationalsozialisten in einer Reichstagseingabe. Aus Nah und Fern. Weitere Staatskommissare in Hessen. Nachdem bereits für Worms und Osthofen der Staatskommissar bestellt ist, wurde jetzt für die Stadt Bensheim Regierungsrat Wolf vom Kreisamt Groß- Gerau und für die Gemeinde Lampertheim und Bürstadt Regierungsrat Bohnhardt vom Kreisamt Worms zu Staatskommissaren ernannt. Kommunisten belästigen den Mainzer Bischof. Wie erst jetzt bekannt wird, wurde der Mainzer Bischof Dr. Maria Hugo nach der Heimkehr von der Weihnachtsmesse unterwegs von Kommunisten belästigt. Ein in seiner Begleitung befindlicher junger Geistlicher konnte die Angreifer vom Bischof fernhalten. Auf Hilferufe suchten die Kommunisten das Weite. Der Mainzer Bischof hat in den letzten Tagen eine Reihe von Drohbriefen erhalten, so an einem Tage über fünfzig Stück. Der Borfall beschäftigt die Polizeibehörden. 90 000 Mart geraubt. Am Dienstagvormittag wurde einem Kassenboten in Mainz auf offener Straße die Aktentasche mit 90 000 Mark Inhalt von um. Alle waren mit dem bloßen Schrecken davongekommen. Doch ein neuer Schreck durchfuhr uns. Hatte der Gegner nicht gar unser Beot so beschädigt, daß ein Weiterfahren unmöglich wird? Waren wir womöglich lebendig begraben. Ein unheimlicher Gedanke! Der Bootskörper wurde genau auf seine Dichtigkeit untersucht; nirgends konnte eine Beschädigung festgestellt werden. Nun ging es an die Prüfung der einzelnen Maschinen und Maschinenteilchen. Wir atmeten auf, als der Kommandant bekanntgab, daß zwar die beiden Sehrohre, das Haupt- und das Reserverohr, stark beschädigt und umgebogen, das Boot jedoch im übrigen vollkommen unversehrt sei. Nun drängte es aber aber jeden, von dieser Unglücksstätte fortzukommen. Freilich an ein Auftauchen an dieser Stelle war nicht zu denken, und da die Sehrohre nicht mehr ausgefahren werden konnten, fehlten uns eigentlich die Augen. 30 Knoten liefen wir unter Wasser ab, bis wir es endlich wagten, vorsichtig über Wasser zu gehen. Sogleich suchten unsere scharfen Augen die nahe und ferne Umgebung ab. Keine Gefahr! Nun steuerten wir mit äußerster Kraft südwärts, erreichten bald die Terschellinger Bank und fuhren, als die Schatten der Dämmerung heraufkrochen, die holländische Küste entlang. Wohl leuchtete uns der Mond durch die bald da, bald dort aufsteigenden Nebelschwaden, er ermöglichte es aber auch dem Gegner, uns zu verfolgen. Eine Torpedobootflotille, im Nebel kaum erkennbar, entdeckte uns glücklicherweise nicht. Da ein Brummen über uns, ein feindlicher Flieger. Ein zweiter und noch cin dritter gesellten sich dazu. Bald befanden wir uns in einem Herenkessel, aus dem wir nur mit Hilfe der Nebelschwaden, die sich zwischen uns und unsere Verfolger legten, unversehrt heraustamen. 10 Seemeilen vor der Einfahrt in den Brüggekanal sicherten deutsche Wachtboote. Der Schein des hellbeleuchteten Wandelaar- Feuerschiffes erleichterte uns die Einsteuerung in den Kanal. In der Werft angekommen, wurde die Mannschaft auf zwölf Stunden beurlaubt und die beiden Sehrohre durch neue ersetzt. Gesunde Küche im Januar. Die Zusammensetzung einer für den Körper gesunden Kost macht der Hausfrau im Januar ganz besonders große Schwierigkeiten, zumal jetzt frisches Gemüse kaum mehr zu haben ist und heimisches, billiges Obst fast gänzlich fehlt. Viele Hausfrauen machen es sich daher bequem und bevorzugen im Januar den Fleischgenuß. Das Fleisch der Schlachttiere ist der HauptNr. 104. zwei Burschen geraubt. Die beiden Täter fuhren in einem Auto an den Boten heran, entrissen ihm die Tasche und fuhren dann schleunigst davon. Einer der Räuber hat auf hinzukommende Straßenpassanten Schüsse abgegeben. Das Auto ist in Bonn entdeckt worden. Rüsselsheim. Als Weihnachtsgeschenk haben die Opelwerte für ihre über 21 Jahre alten Arbeiter und Angestellten mit einer großen deutschen Versicherungsgesellschaft einen Lebens: versicherungsvertrag in Höhe von 2500 Mark in der Weise abgeschlossen, daß die erste Monatsprämie von den Opelwerken voll eingezahlt und die späteren Monatsprämien zum Teil von den Opelwerken getragen werden. Staatskommissar auch für Orb in Aussicht. In der letzten Sitzung der städtischen Körperschaften fand eine Prüfung der Kassenlage der Stadt Bad Orb durch den zuständigen Kommunaldezernenten statt. Sie fand ihren Abschluß in einem Magistratsbeschluß, die Zuschläge für das Etatsjahr 1930 bei der Grundvermögensteuer und bei der Gewerbesteuer zu erhöhen und nach den Notverordnungen des Reichspräsidenten die Bürgersteuer ab 1. Dezember 1930 und weiterhin die erhöhte Biersteuer einzuführen. Die Einführung der Getränke, Bier- und Bürgersteuer wurden aber abgelehnt. und damit dürfte der Staatskommissiar auch für Bad Orb nicht mehr abzuwenden sein. Frankfurt a. M. Der Konkurs der Schumann- Theater G. m. b. H. ist eröffnet. Das Theater wird von den Künstlern auf eigene Rechnung weitergeführt. Ludwigshafen. Beim Oppauer Werk der J. G.- Farben haben ein Hilfsmeister und ein Meister bis zu 130 000 Doppelzentner Kalksalpeter im Laufe der Jahre verschoben. Noch ein Staatskommissar. Freiendiez. Die Gemeinde Freiendiez hatte als erste Gemeinde des Unterlahnkreises vor einigen Wochen mit knapper Stimmen.mehrheit die Bürgersteuer beschlossen. Wegen eines Fermfehlers fam die Vorlage nochmals vor die Gemeindevertretung und wurde nun mit allen anderen Deckungsvorschlägen abgelehnt. Zum Ausgleich des Fehlbetrages von 22000 RM. ist in der Person des Kreissekretärs Hans Böhm- Diez der Staatskommissar für Freiendiez ernannt worden. Friedberg. Ein ous Frankfurt stammender Zugführer stürzte von einem auf der Ausfahrt aus dem hiesigen Bahnhof befindlichen Zuge. Die beim Sturz erhaltenen Verletzungen am Kopfe machten die Ueberführung des Zugführers ins Bürgerhospital crforderlich. Zwei Staatskommissare für Bielefeld ernannt. Mit der Begründung, daß die Stadt Bielefeld die zur Deckung des Fehlbetrages im städtischen Haushalt notwendigen Steuererhöhungen und neuen Steuern nicht beschlossen habe, sind als Staatskommissare für den Magistrat Regierungsrat Reinighaus in Minden und als Staatskommissar für die Stadtverordnetenversammlung Otrregierungsrat Löffede ernannt worden. Der Staatskommissar für den Magistrat hat sofort im Aufsichtswege für das Jahr 1930 die Einführung der Bürgersteuer, sowie mit Wirkung ab 1. Januar 1931 die Erhöhung der Biersteuer auf das Doppelte und die Erhebung einer Gemeindegetränkesteuer verfügt. Die erforderlichen Genehmigungen des Bezirksausschusses und des Oberpräsidenten waren der Verordnung gleich beigefügt. Eisenach. Der 20 jährige Segelflieger Mätte von der Flie gergruppe Eisenach stürzte aus beträchtlicher Höhe ab und wurde unter den Trümmern des Apparates tot geborgen. Glückliche Gemeinden. Aus dem neuesten Statistischen Jahrbuch Badens ist u. a. Folgendes zu lesen: Im Jahre 1928 gab es in Baden noch 43 Gemeinden, in denen keine Gemeindesteuern erhoben wurde! Allerdings sind es nur Gemeinden mit unter 4000 Einwohnern. 1924 war die Gesamtzahl der gemeindesteuerfreien Gemeinden noch 62. Druckarbeiten liefert bigst Albin Klein, Giessen. eiweißträger unserer Nahrung und als solches daher nicht zu entbehren, allein im Uebermaß genossen, belastet es den Stoffwechsel mit überschüssiger Säure und führt so zu vermehrter Schlackenbildung, zur Ablagerung von Harnsäuren, Salzen u. a. m. Dadurch wird der Entstehung von Krankheiten, wie z B. der Gicht, der Blutgefäßverkalkung, ja wohl auch der Nervosität unserer Zeit mindestens Vorschub geleistet. Weißes oder schwarzes Fleisch sind dabei ziemlich gleichwertig. Der Rat des Arztes an die Hausfrauen geht also dahin, maßzuhalten und zum Nutzen der Gesundheit 1-2 fleischfreie Tage in der Woche einzuhalten. Dazu sei aber bemerkt, daß Wurstwaren gleichfalls ,, Fleisch" darstellen. Mit dem erwähnten Vorbehalt ist der Genuß von Fischen zu empfehlen, die sich wie z. B. Schellfisch, Kabeljau, Hering, Bückling u. a. durch ihre Preiswürdigkeit auszeichnen. Zu Fleisch und Fisch gehört unbedingt die Kartoffel, die an sich sehr nahrhaft ist und geeignet, den durch den Fleischgenus hervorgerufenen Säureüberschuß auszugleichen.. In gleichem Sinne wirkt die Milch, die deshalb mit Vorteil nicht nur getrunken, sondern auch zur Speisezubereitung benutzt werden sollte. Sie eignet sich für fleischlose Tage z. B. Ueberhaupt ganz besonders zur Herstellung von Milchreis. stellt der Reis ein Nahrungsmittel dar, das auf Grund seines hohen Gehaltes an Mehlstoffen und der ungemein großen Mannigfaltigkeit seiner Darreichungsform im Küchenzettel der Hausfrauen eine viel größere Wertschätzung verdiente. Sehr schmackhaft und den Säureüberschuß ausgleichend ist die Verabreichung von Reis mit Früchten oder Fruchtsäften. Von Früchten der Saison kann im Januar mit Vorteil von Winteräpfeln, aber ganz besonders von Mandarinen, Apfelsinen und Zitronen Gebrauch gemacht werden. Aepfel, Mandarinen, Apfelsinen und Zitronen führen uns nämlich die jetzt in der Nahrung nur spärlich enthaltenen Vitamine zu, und wenn auch der Bedeutung der Vitamine vielfach übertriebener Wert zugemessen wird, so wird man doch auf ihre geflissentliche Zufuhr besonders bei der Ernährung des Kindes nicht verzichten dürfen. Dr. C. K. Mittwo „ Gießener Zeitung" Nr. 104. Nr. in einem d fuhren d hinzutomme o ist in die Opelme tellten mit einen Lebe der Weise en Opelwer zum Teil icht. perjchaften ja Orb durch and ihren hläge für nd bei der 6 ordnungen mber 1930 Die Einführu aber abgeleh Bad Orb ni -Theater G. Künstlern J. G.- Far 130 000 Doppe oben. e als erite& en mit inapp Wegen ein e Gemeinder fungsvorschläg on 22 000 R Böhm- Diez Bugführer für Bahnhof bei ungen am Ro Bürgerhofpi ernannt. elefeld die alt notwendig beschlossen ha Regierungen r für die Sta Coffede ernan at hat sofort in ang der Bürger ie Erhöhung de einer Gemeinde ehmigungen d aren der Se von der F e ab und wu gen. Badens ist 1.1 Baden noch erhoben wurk 000 Einwohne eien Gemein Mittwoch, den 31. Dezember 1930. EIN FROHES NEUES JAHR! K ה יוד Giesse daher nicht et es den St zu vermehr jäuren, Gol rankheiten, wohl auch eleistet. Me zidhwertig. S Sin, makubal ie Tage in Daß Wurstwar inten Vorbeh sich wie i urch ihre Preis e Kartoffel, rch den Fle Teichen. shalb mit Bo peijezubereit lofe Tage& 5. Ueberhaup af Grund feines gemein graf Rüchenzettel da erdiente. G nd ist die Ver htfäften. Bon eil von Winter Apfellinen und Mandarines Die jegt in der und wenn aud ener Wert entliche Zufuhr icht vergiften Dr. C.R Freidank Schulz Des Jahres letzte Stunde Ertönt mit ernstem Schlag. Singt, singt von Herzens Grunde, Und wünscht ihm Segen nach. Zu jenen grauen Jahren Entfloh es, welche waren. Es brachte Freud' und Kummer viel, Und führt uns näher an das Ziel. Ja, Freud' und Kummer bracht' es viel, Und führt uns näher an das Ziel. In stetem Wechsel kreiset Die flügelschnelle Zeit: Sie blühet, altert, greiset Und wird Vergangenheit. Kaum stammeln dunkle Schriften Auf ihren morschen Grüften, Und Schönheit, Reichtum, Ehr' und Macht Sinkt mit der Zeit in öde Nacht. Sind wir noch alle lebend, Wer heute vor dem Jahr, In Lebensfülle strebend, Mit Freunden fröhlich war? Ach, mancher ist geschieden Und liegt und schläft in Frieden! Klingt an und wünschet Ruh' hinab In unsrer Freunde stilles Grab. Wer weiß, wie mancher modert Ums Jahr, versenkt ins Grab! Unangemeldet fodert Der Tod die Menschen ab. Trotz lauem Frühlingswetter Wehn oft verwelkte Blätter. Wer nach bleibt, wünscht dem lieben Freund Im stillen Grabe Ruh' und weint. Der gute Mensch nur schließet Die Augen ruhig zu; Mit frohem Traum versüßet Ihm Gott des Grabes Ruh'. Er schlummert furzen Schlummer Nach dieses Lebens Kummer; Dann wedt ihn Gott, von Glanz erhellt, Zur Wonne einer bessern Welt! Auf, Brüder, frohen Mutes, Auch wenn uns Trennung droht! Wer gut ist, findet Gutes Im Leben und im Tod. Dort sammeln wir uns wieder Und singen Wonnelieder! Klingt an und: gut sein immerdar! Sei unser Wunsch zum neuen Jahr. Mittwoch, den 31. Dezember 1930. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Surnen, Sport und Spiel. Ergebnisse aus dem Bezirk. 1. Weihnachtsfeiertag: 1900 Gießen Germania Ffm. 0: 2 11 Sport Kassel- VfL. Neu- Isenburg 1: 1 Stadtmannschaft Kassel Lähnberg Fußballjahr 1930. Der deutsche Fußballsport hat ein unruhiges Jahr hinter sich. Die Frage des Berufsspielertums hat lange Monate die Gemüter erregt, und wenn om Jahresschluß etwas ruhigere Tage eingezogen sind. so nicht etwa, weil die Kernfrage einer klaren und reinen Lösung zugeführt worden ist, sondern weil die Glieder der Bewegung, Vereine sowohl wie Verbände und der Bund selbst, sich mit der gefundenen Lösung anscheinend zu= friedengeben. Dabei kann wirklich nicht behauptet werden, daß es überhaupt eine Lösung ist und daß die Verhälnisse sich geändert, geschweige denn gebessert hätten. Die Vereine haben wenig Interesse an einer klaren Erkenntnis der Situation. Sie lehnen das Berufsspielertum ab, obwohl der reine Amateu- 1900 Gießen Jgd. 0: 3 rismus heute kaum noch besteht. Halle 5: 4 Weylarer SpV. 2: 5 Biedenkopf Wiesenbach 0: 4 Edelshausen - Gladenbach 2: 0( 1: 0) Steinberg 1. Germania Marburg 2. 5: 1( 2: 1) Löhnberg Jgd. Wetzlar SpV. Jgd. 2: 0 SpV. Nassau Wiesbaden Jgd. 2. Weihnachtsfeiertag: - Borussia Fulda- Neu- Isenburg 0: 1 Eintracht Siegen- Wetzlar SpV. 4: 1 Biedenkopf Germania Marburg 4: 5 Breidenstein Obereisenhausen 1: 3( 0: 2) Breidenstein 2. Obereisenhausen 2. 2: 0 Großen- Bused 2. Daubringen 2. 1: 2 Waldgirmes Weylar SpV. 3./4. 0: 7 Biedenkopf Jgd. 28. Dezember: Germania Fulda Kurhessen Marburg Germania Jgd. 2: 0 1. Bezirksliga und Bezirksklassen. VfB. Gießen 2: 1( 1: 1) Odershausen ausgef. Sport Kassel- Hessen Hersfeld 4: 0( 3: 0) Hessen 09 Kassel Grone 4: 2( 2: 1) SC. Weende Germania Osterode 1: 1 VfB. Witzenhausen- SC. Lauterberg 4: 0 P. Sp. V. Holzminden Sp. Fr. Einbeck 5: 2 Weilburg Großen- Bused 5: 4( 0: 2) Butzbach Gesellschaftsspiele: Wiesenbach - SC. Wetzlar 1: 0 - Biedenkopf 3: 0 Weylarer SpV. Ehringshausen 1: 1 Meisungen SC. 03 Kassel 3: 3( 1: 1) Gau Gießen- Wezlar: SC. Wetzlar 2., W. n. angetr. 1900 Gießen 2. 2: 2 VfB. Gießen 2. 6: 3( 2: 3) Buzbach 2. Daubringen Steinberg Holzhausen 1. Niedershausen Weyl. SpV. 3. 1900 Gießen 3. VfB. Gießen 3. Grünberg 2. Ulrichstein - - Bissenberg 1. 2: 2( 2: 2) Nauborn, Na. n. angetr. Hermannstein 1. 1:11 Bieber ausgef. Garbenteich 1: 4( 0: 2) Villingen 1.( G.) 1: 1, G. verz. auf P. Flensungen F. n. angetr. Werdorf Ehringshausen 2. 6: 1 Großen- Buseck 1. Jgd. VfB. Gießen 1. Jgd. Gau Marburg: - 1900 Gießen 1. Jgd. 0: 4( 0: 3) Heuchelheim 1. Jgd. 1: 0( abgebr.) Homertshausen Dautphe 3: 2 Hommertshausen 2. Dautphe 2. 5: 2 - Germania Fulda- VfB. Gießen 2: 1( 1: 1). Ein im ganzen ausgeglichener Spielverlauf brachte den Einheimischen einen glücklichen Sieg, der genau so umgekehrt den Gästen hätte auch zufallen können. Ein Unentschieden wäre unbedingt gerecht gewesen, zumal noch der Plaz in einem sehr schlechten Zustand war und infolgedessen keine Mannschaft zu besonderen Leistungen auflaufen konnte. Weilburg 1. Großen- Bused 1. 5: 4( 0: 2) - Zu diesem Treffen stellten sich beide Mannschaften nicht in stärkster Aufstellung und nahm das Spiel einen etwas lebhaften Verlauf, sowohl von Seiten der den Bodenverhältnissen entspre= chend fair wirkenden Spieler als auch durch das zuschauende Publikum, welches sich wohl die nassen Füße durch allerlei Gymnastik warm strampeln wollte. Der Unparteiische aus Grünberg war ein gerechter Leiter und hatte das Spiel gut in seiner Hand. Den Sieg verdankte Weilburg hauptsächlich seinem glänzend aufgelegten Torwart Lenz und den beiden Stürmern Blant und Pontani. Aus Gießen und Umgegend. - 1900 Gießen 2. 2: 2. Daubringen 1. Daubringen, mit nur 10 Mann antretend, kommt sofort nach Mittelanstoß gut nach vorne und schießt überraschend zum ersten Treffer ein. Nach dem Wiederanstoß: Durchbruch des Linksaußen, Flanke und Halbrechts schießt zum zweiten Treffer ein. Nach 5 Minuten Spielzeit 2: 0. Dann kommt der elfte Spieler Daubringens. Hin und her wanderte der Ball; das Spiel wird schärfer. Gießen steigert zusehends das Tempo und fommt sehr oft gefährlich in Tornähe. Nach einem Geplänkel vor dem Tore ein scharfer Schuß vom Gießener Halblinken, der Tormann wehrt ab, muß jedoch den Nachschuß passieren lassen. 2: 1. Nach Mittelanstoß tommt der D. Sturm wieder gut durch und setzt sich eine kurze Zeit in des Gegners Hälfte fest. Bei einem Angriff wird der Halbrechte Daubringens im Strafraum zu Fall gebracht. Elfmeter. Dieser vom Mittelstürmer getretene Ball wird gehalten. Kurz danach Pause. Bei Wiederbeginn sofort scharfes Tempo. Gießen drängt zum Ausgleich, jedoch kann der Gäste- Sturm an Daubringens guter Läuferreihe nicht recht durchkommen. Eckbälle für Daubringen. Bei einem plötzlichen Durchbruch kann Gießen blitzschnell zum Ausgleichstor einsenden. Das Spiel wird aufgeregter und trotz starken Drängens, abwechselnd auf beiden Seiten, will nichts mehr gelingen. Ein zum Schluß gegebener Elfmeter wird ebenfalls verschossen. Schiri Philipp leitete einwandfrei. Steinberg 1. Germania Marburg 2. 5: 1( 2: 1) Steinberg 1. BfB. Gießen 2. 6: 3( 2: 3) Am ersten Weihnachtsfeiertage hatte die 1. Mannschaft der Teutonen die zweite Mannschaft der Germania Marburg zu Gast. Das durchaus faire Spiel endete mit einem unerwarteten 5: 1- Sieg. Zum letzten Verbandsspiel auf eigenem Plaze standen sich die erste Mannschaft des FC. Teutonia und die zweite Mannschaft vom VfB. Gießen gegenüber. Wie zu erwarten war, lieferten beide Mannschaften vor ca. 500 Zuschauern einen scharfen Kampf. In der ersten Halbzeit sah man ein ausgeglichenes Spiel, wobei beide Hintermannschaften einen schweren Stand hatten. Seitenwechsel 3: 2 für VfB. In der zweiten Halbzeit dagegen gab der Plazbesitzer den Ton an und drängte seinen Gegner vollständig in seine Spielhälfte zurück. Die Einheimischen spielten nun geschlossener, was in vier weiteren Toren zum Ausdruc tam. Die Gäste waren dem von Anfang an starten Tempo nicht mehr am Schlusse gewachsen. Schiri Schulz- Butzbach war gut. BfB. Gießen 3. Garbenteich 1. 1: 4( 0: 2) - Ein schönes Verbandsspiel, daß Grabenteich verdient für sich buchen tonnte. Schiri Henkel- Wetzlar, leitete sehr gut. Verbände und Bund wollen Ruhe haben. Die drohende Separation der Groß- Vereine ist vermieden, die Amnestie für alle zurückliegenden Vergehen gibt genügend Sicherheit vor Ueberraschungen, die Führer drehen sich im Kreise und heben heute auf, was gestern beschlossen wurde, der Bruch mit der Turnerschaft ist unwahrscheinlich geworden, und aus all dem zieht man den Schluß, es sei kein Anlaß vorhanden, die Berufsspielerfrage zu überstürzen. Die 7,50 Mart zulässiger Auslagenersatz haben dabei den Amateurstandpunkt stark verwässert, die neu eingeführten Kontrollmaßnahmen führen nur dazu, den Verwaltungsapparat noch komplizierter zu machen. Der Sportbetrieb und die Förderung der aktiven Spieltätigkeit tritt bei einer solchen Einstellung der leitenden Stellen nicht besonders in die Erscheinung. Rein ziffernmäßig ist der Deutsche Fußballbund in den letzten zwölf Monaten vorangekommen. Er hat sich um 50000 Mitglieder vergrößert und ist auf 7300 Vereine mit 936 000 Mitgliedern gewachsen. Leider ist die Zahl der Jugendlichen nicht festzustellen; im Vorjahr war sie bekanntlich zurückgegangen. Sportlich ist das abgelaufene Jahr dagegen bei weitem nicht so erfolgreich gewesen wie die vorangegangenen. Aus sechs Spielen wurden nur zwei Siege heimgebracht: gegen die Schweiz 5: 0 und gegen Ungarn 5: 3. Dem Höhepunkt eines 3: 3 gegen England folgte eine vermeidbare 3: 6- Niederlage gegen Dänemark und ein recht mageres 1: 1 gegen Norwegen. Gegen Italien verlor unsere Elf trotz stärkster Besatzung 0: 2. Diese teilweisen Mißerfolge haben uns in der internationalen Tabelle beträchtlich zurückgeworfen. Finanziell steht der DFB. gesichert da. Er besitzt über eine Viertelmillion Reichsmart, wovon im letzten Jahr allein 110 000 Mark bei den Endspielen um die Deutsche Meisterschaft erübrigt wurden. Die Hausbaupläne sind vorerst aufgegeben worden. Die Finanzpolitik ist trotzdem nicht vorbildlich, weil sie sich in erster Linie auf den Ueberschüssen aus Wettkämpfen ausbaut und von 900 000 Mitgliedern nur 9000 Mark also ein Pfennig pro Kopf Kopfsteuer erho= ben werden. An den Schulen hat die Verbreitung des Fußballspiels unzweifelhaft Fortschritte gemacht. Die Hemmnisse in der Lehrerschaft haben abgenommen. Der DFB. selbst hat durch ein handliches Lehrbuch versucht, die Grundlage für eine sachgemäße Uebungsarbeit an den Schulen zu schaffen. An der im Juli in Montevideo ausgetragenen Weltmeisterschaft beteiligte sich Deutschland nicht. Es ist müßig, nachzuprüfen, ob wir einige Aussichten gehabt hätten. Dagegen fand der interNr. 104. nationale Spielverkehr unserer Vereine eine Verstärkung. Die Aufhebung der Sperre für Spiele gegen Profimannschaften hat hierzu erheblich beigetragen. Die Erfolge gingen leider zurück. In 977 durchgeführten Spielen wurden uur 423 Siege errungen, 125 Spiele unentschieden gestaltet, 429 dagegen verloren. Die deutsche Extraklasse hat nicht mehr die überragende Form früherer Jahre, nachdem die Hochburg Nürnberg- Fürth ver= drängt ist, ohne das Besseres an ihre Stelle getreten wäre. 1931 wird erstmals ein Spiel gegen Frankreich durchgefürt; mit Desterreich, und Ungarn sind die Beziehungen wieder in Gang gebracht. Deutsche Schiedsrichter haben im Ausland manche Anerfennung geerntet. Die Zahl der Anforderungen nahm zu. Dr. Bauwens hat Sitz und Stimme in der internationalen Regelfommission, dem International Board, und im KonsultativKomitee für die Vorbereitungen der Regeländerungen. Außer ihm waren Birkem- Berlin, Weingärtner- Ofenbach, Fuchs- Leipzig und Maul- Nürnberg im Ausland tätig, wobei festzustellen ist, daß das deutsche Schiedsrichterwesen besser geworden ist. Dr. Schricker vom Bundesvorstand ist Vizepräsident der Fifa, des internationalen Fußball- Verbandes. Auch an den Hochschulen ist der Fußballsport vorangekommen. Die Arbeiten der akademischen Ausschüsse wurden vom DFB. unterstützt. In zwei Hochschulkursen wurde den Studenten ermöglicht, ihre Leistungen zu verbessern. Die Deutsche Studen= tenmeisterschaft wurde mit Hilfe des Bundes organisiert, auf die Termingestaltung wurde bei der Ansetzung großer Bundes= spiele Rüdsicht genommen. Also immechin ein Fortschritt gegen früher und ein besseres Verständnis für die Belange der Studentenschaft. Abschließend ist zu sagen, daß die Entwicklung des Fußballsports im zu Ende gehenden Jahr einen teilweisen Fortschritt bedeutet, daß aber die Erfolge die Mißerfolge nicht überstrahlen fönnen. Die Politik des DFB. ist nicht gradlinig und klar. In der Auffassung über die Stellung zum Berufssport fehlt die Reinheit. Ein Zurückweichen vor den Zeichen der Zeit, ohne daß damit die Möglichkeit gegeben wäre, die Dinge später so gestalten zu können, wie es im Interesse einer ruhigen und steten Entwicklung der Fußballbewegung notwendig ist, ist leider nicht abzuleugnen. Auch sportlich ist unverkennbar ein Rückgang festzustellen, der seine eigentliche Ursache in der ilcinlichen Fürsorge für Eigeninteressen der Verbände und GroßVereine hat. Die Macht des DFB. ist zu gering, die Verwaltungsform nicht praktisch, nicht erfolgsichernd genug. In die ganze Bewegung ist eine große Unruhe eingezogen, die so schnell nicht ge= bannt werden kann. Eine Uebertreibung des Verwaltungsbe= triebs, eine engstirnige Abgrenzung der Interessengebiete der einzelnen Behörden lähmt die Arbeitsgestaltung. Unsere Forderung geht auf eine vermehrte Jugendarbeit, auf eine größere Freiheit der Führer, auf die Schaffung eines Bundesparlaments, um den Einfluß der Vereine geltend zu machen. Eine Verjüngung der Führerschaft, eine stärkere Heranziehung des Nachwuchses und eine sichere Führung, frei von allen Semmnissen einer übergroßen Verwaltung, wird dem Fußballsport als Volkssport weiter den Weg ebnen und die Bahn frei machen für die Durchsetzung des gesunden Gedankens, der in ihm noch immer die Massen beherrscht. Städte- Preisrätsel! Wer kennt Deutschland? Nerlbi, Gruhbam, Zeilgip Nüchmen, Rohvanne. In den obenstehenden Worten sind die Namen von 5 deutschen Großstädten 1 deutsche Hauptstadt, 1 Hansastadt, je 1 im Freistaat Sachsen, in Bayern und Hannover in verstellter Buchstabenfolge enthalten. Wer errät die richtigen Namen? Es handelt sich nur um Großstädte mit über 300000 Einwohnern. Wir veröffentlichen dieses Preisausschreiben, um unser neues großes„ Illustriertes Konversations- Lexikon" in jedem deutschen Hause einzuführen. Jeder Löser erhält ein Vierteljahr hindurch als von unserm Prämie ..Jllustrierten Konversations- Lexikon" vollständig gratis 13 Wochenlieferungen= 1 Band von 832 Seiten mit über 15000 Artikeln, 3160 Abbildungen im Text und auf 160 ganz- und 17 halbseitigen Bildertafeln, ferner etwa 30 Seiten z. T. mehrfarbige Karten u. 52 Seiten Tabellen. Die Lieferung erfolgt vollständig umsonst und ohne irgendwelche Verpflichtung. Wir berechnen nur die Portokosten in Höhe von 13 × 15 Pfg. 1.95 RMk. = Lieferung erfolgt nur durch die Post. Irgendwelche weitere Verpflichtungen übernimmt der Einsender nicht. Ein gediegenes, erstklassiges und ausführliches Konversations- Lexikon ist das schönste Geschenk für jedermann und für Hunderttausende ein Wunsch, dessen Erfüllung bisher an den sehr hohen Kosten derartiger Werke scheiterte. Durch unser Preisausschreiben wollen wir jedem die Anschaffung ermöglichen und rechnen auf tatkräftige Weiterempfehlung unseres Lexikons, wofür wir noch hohe Prämien aussetzen. Verlag Wilhelm Hartung Leipzig S 3, Kochstraße 28 An den Verlag Wilhelm Hartung, Leipzig S3, Kochstraße 28 Deutliche Schrift erbeten! Die Städtenamen sind: 1. 4. 2. 5. Ich bitte um Gratiszusendung der angekündigten Lexikonprämie. Außer den Portospesen habe ich nichts zu bezahlen. Name u. Beruf Adresse Das Rätsel stand in der Zeitung: Druckarbeiten Schriftleitung: J. V.: G. Burgeleit, Gießen. 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