Nr. 59. edoch, im Laufe h die schnellite km zu fahren. den Siegern außerdem den Zuverlässigteit Erfolg hat vor eg Caracciolas Ordentliche Be Onat, wenig ge ent heiter, an vorübergehend eratur. Höchst 14. August. Um de. Die zweite en jedoch etwas r Niederschlag Zunahme der ht, dann Besse 4. Woche Ver che 26. und 28. er, wahrschein oſtod. n und modern jezigen Hoch ine interessante e Badegajte in wird. Tun sie stellung? Die ist gerade im hr angenehmer t, sondern auch 9. Den Wett fnehmen. Sehr Genuß von gro er großen Gom teitsgefühl auf Deren Getränken Wirkung fällt Es ist nicht fühl hinterläst wertragen me rauchbare sie andarts mittel werde zumeist as Don ¼ bis mahlzeit Terkbar Milchgenus, ie cht! Die Milh der modernster Flaschen, oljo in Jahren Ihre millionenfade wird die heutig Urkunde von de m. Die 3.3 n in Gießen. er führend eutsche Fahrrad chutz, sucht eine sleiter Hte, tüchtige Ak lche die Radbe en verstehen. Barauszahlung München Rafadihaus ohnhau Licherstr. 7, Smiete 1550 500 RM, ma 5 Don 12500 R bei C. 7000 11. Saarbrüden& ion Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Reichpräsident empfing den zur Durchführung der Oft: hilfe in das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtidasi berufenen Ministerialdirektor Dr. Wachsmann zum Vortrag. Ferner empfing der Reichspräsident den deutschen Botschafter in Washington, Dr. von Prittwig und Gaffron. Das Zentralfomitee der Kommunistischen Partei beschloß die Einführung der allgemeinen Schulpflicht, und zwar von Beginn des Rechnungsjahres 1930/31 ab für Kinder von 8, 9 und 10 Jahren, und ab 1931/32 für Kinder von 11 Jahren. Außerdem soll im Rechnungsjahr 1930/31 eine ein: bis zweijährige Schulpflicht für Kinder von 11 bis 15 Jahren einge: führt werden, die die Nationalschule nicht absolviert haben. Die Parlamentswahlen in Kanada haben der Regierungspartei, den Liberalen, eine Niederlage gebracht, während die Konservativen bereits über die Hälfte aller Sige gewonnen haben. Die Pariser Polizei hat etwa 100 spanische Anarchisten bei der Beratung, eines Programms für den Kampf gegen die spanische Regierung überrascht und festgenommen. Die Lage in Aegypten ist nach den letzten Berichten des britischen Oberkommissars ruhig. Die Gesamtverluste werden amtlich nun mit 279 verwundeten Polizisten, 26 Toten und 204 verwundeten Zivilisten angegeben. In Westchina ist ein Aufstand ausgebrochen. Die Aufstän dischen unter Führung des Generals Ly haben mehrere Städte besetzt. Die Steigerung des Brotpreises in Frankreich von zwei Franten je Kilogramm auf 2,35 Franken innerhalb von drei Wochen hat in weiten Kreisen Frankreichs große Beunruhigung hervorgerufen und den radikalen Abgeordneten Meyer bereits veranlaßt, eine Interpellation darüber für den Beginn der nächsten Kommersession anzufündigen, Der 3700 Tonnen große schwedische Dampfer„ Kronprinz Gustav Adolf" ist in der Nähe von Vittoria in Brasilien in Abolj Brand geraten und gesunken. Die Besatzung wurde von dem britischen Dampfer ,, Van Dyd" übernommen. Preußisches Zentrum gegen Sozialdemokratie. Berlin, 29. Juli. Jm Reichstag trat am Dienstagvormittag der erweiterte Parteivorstand des Zentrums unter dem Vorsitz des Prälaten Kaas zusammen, nachdem bereits am Montag eine vorbereitende Sigung stattgefunden hatte. Prälat Kaas hielt den einleitenden Vortrag über die politische Lage und den bevorstehenden Wahlkampf. Der Führer der preußischen Zentrumsfraktion, Dr. He ß, beleuchtete besonders ein gehend das Verhältnis des Zentrums zur Sozialdemokratie. Ginen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag hielt als= dann Reichstanzler Dr. Brüning. Die Sigung war schon in den frühen Nachmittagsstunden beendet. Im Anschluß daran fand eine vertrauliche Sigung des engeren Parteivorstandes tatt. Die nächste Parteivorstandssitzung ist für den 18. August vorgesehen. Auf dieser sollen dann die Kandidatenlisten, insbesondere für den Reichswahlvorschlag, aufgestellt werden. Die Rede des Prälaten Kaas, des ersten Vorsitzenden der Jentrumspartei, vor dem erweiterten Parteivorstand des Zentrums am Dienstag ist als programmatische Erklärung des Zentrums für den Wahlkampf zu werten. Kaas streifte in jeiner Rede auch die Partei- Umgruppierungen, die sich in den letzten Tagen vollzogen haben. Er begrüßte die Konsolidierung les Parteiwesens, glaubte aber zunächst Zurüdhaltung üben zu jollen, da man erst die Erfolge dieser Versuche abwarten müsse. Dr. Heiß, der Führer der preußischen Zentrumsfraktion, ertlärte u. a., daß es für die Zentrumsfraktion im Preußischen Landtag unmöglich sein würde, mit der Sozialdemokratie weiter zusammenzuarbeiten, wenn diese ihre Haltung dem Zentrum und insbesondere dem Reichskanzler gegenüber nicht ändere; wenn mit diesen Kampfmethoden der Sozialdemokraten nicht Schluß gemacht werde und ein weiteres Zusammenarbeiten dann nicht möglich sei, so falle die Schuld auf die Sozialdemokratie Surüd. Reichskanzler Brüning ging auf die Finanzpolitik der letzten Jahre ein und betonte dabei, daß die Anwendung des Artikels 48 keine diktatorische Maßnahme sei, sondern vielmehr eim Mittel zur Erziehung des deutschen Volkes zu staatspolitischem Denken darstelle. Gemeinsame Reichsliste der Konservativen und der Landvolkpartei. Der Parteivorstand der Landvolkpartei hat gestern nachmittag beschlossen, mit der Konservativen Volkspartei eine germeinsame Reichsliste unter dem Kennwort„ Deutsches LandDot"( Christlich- nationale Bauern- und Landvolkpartei) aufzustellen. Wie die„ Landvolknachrichten" weiter hören, hat sich Minister Schiele der Landvolkpartei angeschlossen. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 30. Juli 1930 Die vorläufige Führung der Staatspartei. Das Büro der Deutschen Staatspartei teilt mit, daß ein vorläufiger Aktionsausschuß gebildet worden ist, dessen Führung die Herren Artur Mahraun, Minister a. D. KochWeser und Dr. Winschuh sowie Gewerkschaftssekretär Glimm übernommen haben. Die deutschnationalen Kandidaten in Hessen- Nassau. Kassel, 29. 7. Wie wir zuverlässig hören, wird der deutschnationale Landtagsabgeordnete, Parteisekretär Steuer in Kassel als Spitzenkandidat im Wahlkreis Hessen- Nassau nominiert. An zweiter Stelle wird Gutsbesitzer Richard Wegemann auf Hofgut Röhrighof aufgestellt. An dritter Stelle wird ein Vertreter des Handwerks gesetzt werden. Kanadafahrt der R 100. London, 29. Juli. Das englische Luftschiff R 100 trat um 3,45 Uhr morgens die Fahrt nach Kanada an. Der Kommandant hofft, Kanada am Freitagmorgen zu erreichen. Da westlich der Hebriden ein starkes Tief gemeldet ist, so wird eine nördliche Route gewählt, die die Ausnutzung östlicher Winde gestattet. Wahlaufruf des Hanja- Bundes für Gewerbe, Handel und Industrie. Wähler und Wählerinnen! Deutschlands Wirtschaft ist in Not! Millionen Mitbürger sind arbeitslos. Weitere Hunderttausende stehen vor der fast unabwendbar erscheinenden Gefahr neuer Arbeitslosigkeit. Allmonatlich brechen viele hundert Un ternehmungen zusammen. Daneben liegen Milliarden deutschen Produktionskapitals brach, durch das Uebermaß öffentlicher Belastung aus dem Kreislauf nutbringender wirtschaftlicher Arbeit verdrängt. Die öffentlichen Finanzen in Reich, Ländern und Gemeinden sind unter dem Drud täglich steigender Fürforgelasten nicht mehr in Ordnung zu halten. Die finanzwirtschaftliche und soziale Not ist nicht nur durch die schweren Reparationslasten bedingt, sondern auch auf eigene Schuld des deutschen Volkes zurückzuführen. Standes-, Klassenund Gruppeninteressen kämpfen um die Vorherrschaft in den gesetzgebenden Körperschaften. Ihr Ziel ist vornehmlich auf ihren eigenen Vorteil, nicht auf die Ueberwindung der Not der Gesamtheit gerichtet. Den ,, Ausgleich der Interessen" übernimmt der Staat: Ihm werden immer neue wirtschaftliche Aufgaben von der Gesetzgebung aufgebürdet. So steigen dauernd die öffentlichen Lasten. So steigen die Ansprüche von Reich, Ländern und Gemeinden an den Kapitalmarkt. So steigt die Not der wirtschaftlichen Unternehmungen. So steigt die Not der dauernden Arbeitslosigkeit. Das deutsche Volt muß sich im bevorstehenden Wahlkampf freihalten von den nur Zerstörung, Uneinigkeit, ja Haß säenden politischen Radikalismen. Die Wahlbeberechtigten haben in diesem Kampf um die Sicherung unserer staatlichen und wirtschaftlichen Zukunft die unbedingte Pflicht zur Wahlbeteiligung. Millionen Wähler blieben 1928 gleichgültig der Wahlurne jern. Ihre Aufgabe ist es, wieder ihrer Verantwortung vor Gegenwart und Zukunft der Gesamtnation bewußte Staatsbürger zu werden. Wähler und Wählerinnen! Es ist Eure wirtschaftliche Kraft, die immer erneut nutzlos vertan wird. Es bedeutet die Aufzehrung Eurer Existenzgrundlagen und letzten Endes die wirtschaftliche Verelendung der Volksgesamtheit und die Zerstörung aller Persönlichkeitswerte, wenn die bisherige Ueberspannung des Fürsorgegedantens auch weiterhin die Wirtschaftspolitik des Staates bestimmt. Es gibt für die gesetzgebenden Körperschaften nur eine Ausgabe: den Weg zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit freizulegen. Es gibt nur einen Weg: der privaten individualistischen Wirtschaft möglichst weitgehende Freiheit ihres Handelns, möglichst große Sicherheit ihres Arbeitens zu bieten. Die gegenwärtige Reichsregierung hat sich um die Freilegung dieses Weges bemüht. Sie hat durch umfassende Reformen auf dem Gebiet der Sozialversicherung, durch Notmaßnahmen zur Sicherstellung der öffentlichen Haushalte den Ausgangspunkt für eine wirtschaftspolitische Gesundungsarbeit gewinnen wollen. Die Mehrheit des Reichstags hat ihr die Gefolgschaft versagt. Jegt gilt es, einen Reichstag zu wählen, der nur ein Ziel tennt: Durch Ausgabensenkung zum Abbau der öffentlichen Lasten, zur Wiedergesundung der Wirtschaft, zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit von Millionen Menschen und Milliarden an Kapital! Wähler und Wählerinnen! Es liegt nur an Euch selbst! Wirki jetzt in diesen Wochen auf die Euch nahestehenden, zu positiver, staatsbejahender Arbeit bereiten Parteien ein und laẞt feinen Zweifel darüber: Die überwiegende Majorität des deutschen Volkes sehnt sich aus der wirtschaftlichen und politischen Not und Zerfahrenheit heraus. Nur die Parteien werden die Mehrheit der Wähler hinter sich vereinigen können, die in unzweifelhafter und eindeutiger Form in diesem Wahlkampf sich zu einer Politik verpflichten, die der wesentlichen Ursache der deutschen Wirtschaftsnot: der Uebersteigerung der öffentlichen Ansprüche an die Wirtschaft und dem Mißverhält nis zwischen Staat und Wirtschaft zu Leibe geht. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 60 Das hessische 15- Millionen- Programm. Trotz ausführlicher Publikation der Verhandlungen und Beschlüsse des Hessischen Landtags über die Maßnahmen zur Hebung Verminderung der Wirtschaft, der Arbeitslosigkeit und Senkung der Wohlfahrtsausgaben in Hessen bestehen über die Absichten und Ziele dieser Maßnahmen, selbst bei behördlichen Stellen, falsche Auffassungen. Es erscheint daher zweckmäßig, die Oeffentlichkeit darüber aufzuklären, was beabsichtigt ist. Durch Landtagsbeschluß vom 25. Juni wurde die Regierung ermächtigt, für zusätzliche und volkswirtschaftlich wertvolle Notstandsarbeiten den Städten, Gemeinden und Gemeindeverbänden, bei denen vorwiegend, möglichst ausschließlich, Wohlfahrtserwerbslose in großer Zahl beschäftigt werden können, für den Gesamtkapitalbetrag von etwa 8 000 000 RM eine Zinsverbilligung von im Durchschnitt 5 Prozent zu gewähren. In dem Beschluß des Landtags war vorgesehen, daß Reichsmaßnahmen ähnlicher Art, die man damals mit etwa 7 000 000 RM glaubte ansetzen zu können, auf das hessische 15- Millionen- Programm angerechnet werden. Diese Maßnahme hat mit der sogenannten ,, wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge" nichts zu tun. Hier sollen ausschließlich Wohlfahrtserwerbslose beschäftigt werden, während dort Arbeitslosenunterstützte der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung in Arbeit kommen. Man ging davon aus, daß die Kommunen als Träger dieser Arbeiten sich das Kapital bei den Banken selbst beschaffen und dies etwa zu 8 Prozent erhalten können, so daß bei einer durchschnittlichen Verbilligung von 5 Prozent auf die Dauer von längstens 20 Jahren der Träger nur 3 Prozent Zinsen selbst aufzubringen hat. Für den in Ausnahmefällen über 8 Prozent hinausgehenden Zinsaufwand übernimmt das Land nur die Hälfte. Es bleibt den Kommunen unbenommen, die gewährte Zinsverbilligung für einen größeren Kapitalbetrag zu verwenden, als sie vorgesehen ist. Es ist sogar vorgeschrieben, daß ein be= stimmter größerer Voranschlagsbetrag in Beziehung gesetzt wird zu dem verbilligten Kapitalbetrag, so daß sich die Zinsverbilligung vermindert, wenn nicht die Arbeit in einem vorher be= stimmten Umfang ausgeführt wird. Darin liegt eine gewisse Streckung der zur Zinsverbilligung verfügbaren Mittel, die notwendig war, weil Arbeiten im vierfachen Betrag angemeldet wurden, als tatsächlich auf 3 Prozent hätten verbilligt werden fönnen. Damit könnten eine Reihe von Gemeinden aus Notgebieten berücksichtigt werden, die sonst hätten ausfallen müssen. Der Gesamtbetrag der angemeldeten Notstandsarbeiten beläuft sich auf über 30 Millionen RM. Da die Zinsverbilligung nur für 8 Millionen zur Verfügung stand, hat die Ministerialkommission, unter dem Vorsitz von Staatsrat Karcher, in unmittelbaren Verhandlungen an Ort und Stelle mit den Provinzen, Kreisen und Städten die für die beabsichtigten 3wede geeignetsten Maßnahmen und die Verbilligungsbeträge ermittelt. Die schwierigen Verteilungsarbeiten wurden dadurch ganz wesentlich unterstützt, daß die Provinzialdirektoren der Provinzen Starkenburg und Oberhessen in dankenswerter Weise ordentliche und zusätzliche Arbeiten in großem Umfang in den besonderen Notstandsbezirken vorwiegend von ausgesteuerten Erwerbslosen ausführen lassen. Bei den Reichsmaßnahmen ähnlicher Art in Hessen besteht bis jetzt nur beim zusätzlichen Wohnungsbau Klarheit. Es entfällt hierfür auf Hessen ein verbilligter Betrag von 1750 000 RM. Ueber die Höhe der Mittel für den zusätzlichen Straßenbau und für Maßnahmen der Reichspost und der Reichsbahn ist noch nichts bekannt, und es ist auch noch nicht ersichtlich, ob sie zur Entlastung der Wohlfahrtskosten der Gemeinden überhaupt beitragen fönnen. Da man die Summe dieser Reichsmaßnahmen auf etwa 8 bis 9 Millionen angenommen hat, konnten vorläufig etwa 6 MilliNotstandsarbeiten nur im Gesamtbetrag von onen RM Verbilligungsbetrag zur sofortigen Ausführung vorgesehen werden. Ueber die Zinsverbilligung von den restlichen 2 Millionen RM wird verfügt werden, sobald sich die Höhe des Betrages der Reichsmaßnahmen übersehen läßt. Die Arbeiten im Ministerium sind bereits soweit gediehen, daß die Bescheide noch diese Woche und anfangs nächster Woche an die Träger der Notstandsarbeiten herausfommen. Zum Teil sind Arbeiten bereits in Gang gesetzt. Es tann hiernach erwartet werden, daß die ausführenden Kommunen die bewilligten Maßnahmen mit aller Beschleunigung durchführen und dabei nur Wohlfahrtserwerbslose, nötigenfalls aus Nachbargemeinden, beschäftigen. Es wird ihnen zur Pflicht gemacht, die Arbeiten öffentlich auszuschreiben, sie dem sozialen Charakter der Arbeiten entsprechend so billig und gut wie möglich an Unternehmer zu vergeben und diesen zur Auflage zu machen, das Material aus hessischen Betrieben und Geschäften zu beziehen. Der Kommunistenputsch bei Opel vor Gericht. Darmstadt, 29. 7. Am 25. August wird vor dem Bezirksschöffengericht Darmstadt der Prozeß wegen dem Kommunistenputsch in den Opelwerken beginnen. 11 Angeklagte und 70 Zeugen werden auftreten. Mittwoch, den 30. Juli 1930. Lokales. Erntezeit! Von Dipl.- Landwirt Dr. P. Lieb. - Immer gleich und doch ewig neu steht wieder das Bild des Hochsommers vor unserem Auge: flimmernde Luft über dem wogenden Gold des Aehrenfeldes, strotzende Fülle, die der Sichel entgegenreift dem Tode entgegen, ja, doch auch der Erfüllung entgegen, der ,, Ernte" entgegen. Und wenn dann die Zeit gekommen ist, wie fröhlich klingt das Dengeln der Sensen durch's Dorf, wie frohlockt der blinkende Stahl, den arbeitsgewohnte Männerarme im unermüdlichen Takte schwingen, zischend fährt er im Morgentau durch die Halme, die demütig sich neigen, schwer liegt hinter der rüstig fortschreitenden Reihe der Männer der goldene Segen, die Frucht eines mühereichen Jahres. Dann regen sich fleißig die Hände der Frauen, sie raffen und binden das Gemähte, sie richten die Gefallenen noch einmal auf freilich jetzt in wohlgeordneten Puppen, die als schnurgerade Reihe den Weg der Männer bezeichnen. Wenn dann die Kleinen voll stolz die gefüllten Krüge zum Vesper hinausbringen, dann überschaut man zufriedenen Auges die Arbeit, und mit frischem Mut geht's weiter, immer weiter, oft bis in die sinkende Nacht. - Freilich, nicht immer ist die Ernte eitel Freude. Mancher besorgte Blick gilt etwa einem Acer, auf dem der Plazregen die Aehren niedergebogen hat, oder der unter der Trockenheit Schaden leiden mußte. Und hier der Acker des Nachbaren steht in strotzender Fülle, doch der eigene daneben zeigt mageres, fümmerliches Wachstum. Was ist der Grund? Da gilt's zu überlegen. War etwa das Saatgut nicht richtig behandelt? Und wenn ja, war der Boden vielleicht nicht imstande, das herzugeben, was wir von ihm verlangen konnten? Vielleicht fehlte es ihm an Stickstoff, so daß die Pflanzen im Stroh zurückbleiben mußten! Das trübt die Erntefreude, wenn sich der Bauer sagen muß ,, Sätt ich doch!", und der einzige Trost ist, daß er etwas Daraus gelernt hat, und es im nächsten Jahre bestimmt nicht wieder versäumen wird, solange es Zeit ist, seinen Feldern die nötigen Düngergaben zuzuführen, nachzuhelfen, wo es fehlt; denn das ist ein eisernes Naturgesetz, mangelt es der Pflanze auch nur an ,, einem" ihrer notwendigen Aufbaustoffe, so nützt ihr der größte Ueberschuß an anderen Nährstoffen nichts, sie wird nicht vollwertig werden. Nun, Gott sei Dank, meist ist solch bittere Erfahrung nicht notwendig. Der Landwirt denkt heute wirtschaftlich. Er weiß, wieviel für ihn, der nur einmal im Jahre erntet, von dem Ausfall dieser Ernte abhängt, und tut rechtzeitig das Seine. - Sofort nach dem Abernten wird er das Land leicht schälen wenige Zentimeter tief genügen nach der alten Bauernregel:„ Der Pflug soll am Erntewagen hängen." Das kann sogar noch geschehen, solange das Getreide noch steht. Man fährt mit dem Schälpflug oder Kultivator durch die Reihen, um das Land aufzureißen. Der Zweckt dieser Verrichtung ist ohne weiteres klar: im Boden haben sich haarfeine Kanälchen gebi!= det, durch die das Wasser an die Oberfläche steigen kann, um 190 ,, Gießener Zeitung" hier natürlich zu verdunsten. Die trockene Krume wirkt hier wie ein Fließpapier, das immer wieder Feuchtigkeit aus den tieferen Schichten nach oben saugt, so daß der Boden tief austrocknen muß. Durch das Lockern aber werden diese feinen Haarröhrchen zerstört. Das Wasser kann nicht mehr aufsteigen, und jetzt„, isoliert" die obere Schicht das Darunterliegende. Soll Stoppelfruchtbau getrieben werden, sei es zur Gründüngung oder zu Futterzwecken, so ist der immerhin etwas müde Boden für eine Auffrischung seiner Kräfte durch Stickstoffdüngung sehr dankbar; denn hier kommt es ja hauptsächlich auf die Masse an, und diese Pflanzen ,, masse" kann durch kleine Stidstoffabgaben sehr gesteigert werden. Bei der im Hochsommer meist trockenen Witterung empfiehlt sich der Kalksalpeter, der außerordentlich leicht wasserlöslich ist( 2 bis 3 3tr. je Hektar). So darf der Landwirt über die Freude an einer reichen Ernte nicht die Fürsorge für die Zukunft vergessen. Er muß den Tag nützen, um sein Kapital den Boden nicht brach liegen zu lassen. Er muß diesen Boden pflegen mit Klugheit und Liebe, und er muß das kostbare Saatgut, das er ihm anvertrauen will, richtig behandeln, und den Verderb schützen. Bald schon muß das Wintergetreide in den Boden( dem übrigens eine Düngung, etwa mit Nitrophosta, auch mächtig auf die Beine helfen kann), und der Herbst ist unvermerkt da mit seinem neuen Segen und mit neuer Arbeit, neuer Freude und neuer Sorge. * - - * Die beantragte Mieterhöhung für Gießen nicht genehmigt. Von dem hessischen Ministerium des Innern ist bei dem hiesigen Kreisamt jetzt die Mitteilung eingegangen, daß der Herr Minister für Arbeit und Wirtschaft eine Erhöhung der gesehlichen Miete in der Stadt Gießen nicht billigen könne. * 90 Jahre alt. Der Rentner Ludwig Kattrein, ein geborener Gießener, feierte gestern seinen 90. Geburtstag. Kattrein ist besonders in Turnkreisen eine sehr bekannte Persönlichkeit. * Ein Gießener unter den besten Schüßen Deutschlands. Den 11. goldenen Konkurrenzbecher im Schnellfeuerschießen konnte Herr Heinrich Appel vom Schützenverein bei dem 3. Zt. in Köln stattfindenden Deutschen Bundesschießen mit der feinen Leistung von 120 Punkten in 20 Minuten erringen. Nr. 60. 31. Juli, abends 8.30 Uhr, im Hotel„ Hindenburg", Mitglieder versammlung. * Goethe- Bund. Der Gießener Ferienkurs veranstalte morgen, Donnerstag abend, einen Vortragsabend von Isolde Kurz. * Barfußgehen ist gesund. Kinder sind zu beneiden darum, wenn sie barfuß gehen dürfen, weil sie dadurch einen außer ordentlich wertvollen Gesundheitsschutz erwerben. Die Gesund heit des Zentralnervensystems hängt zu einem großen Teil vo der Zuleitung der normalen Reize ab. Der Sonnenstrahl z. B, der auf der Hand jenes wohlige Gefühl der Wärme erzeugt, das falte Wasser, dessen belebende Wirkung beim Baden, bei der Abwaschung und besonders nach stärkeren Anstrengungen so | deutlich zu spüren ist, wirken dadurch, daß sie auf die Hautnerven einen fühlbaren Reiz ausüben, der dann weiter nach Gehirn und Rückenmark geleitet wird. Solche Reize braucht das Nervensystem. Vor allem gibt es kaum ein besseres„ ab: leitendes und beruhigenderes" Mittel für die Kopfnerven als Barfußgehen. Auch die Magennerven werden durch das Barfußgehen wohltätig beeinflußt. * Die Staubbekämpfung, ein dringendes Erfordernis der Volkshygiene und ähnliche Themen bilden den Gegenstand der Verhandlungen auf der am Sonnabend und Sonntag, den 2. und 3. August in Marburg stattfindenden Tagurig des Landesverbandes Mitteldeutschland des Zentralverbandes der Reinigungs- Instituts- Unternehmer Deutschlands, unter Vorsitz des Herrn Obermeisters Buhl= Kassel. * Rindermarkt. Auf dem hiesigen Rindermarkt am Montag waren 1087 Stüd Großvieh und 187 Kälber aufgetrieben. Es verblieb ein geringer Ueberſtand. Nächste Schweinezählung findet im Einvernehmen mit dem Statistischen Reichsamt und den statistischen Landesämtern am 1. September 1930, die nächste Zwischenzählung für Schweine und für nicht beschaupflichtige Hausschlachtungsschweine" für die Zeit vom 1. Juli bis 31. August statt. * Heimatvereinigung Schiffenberg. Donnerstag, den Mobilmachung vor 60 Jahren: Juli 1870! timmung aussprechen, zum zweiten Puntte wies er auf die vorDer 19. Juli 1930 war ein zwiefacher Tag ernsten Gedenkens und stiller Rückschau. Einhundertzwanzig Jahre sind verstrichen, seit in den Vormittagsstunden des 19. Juli 1810 PreuBens vielgeliebte Königin Luise auf ihrem Schmerzenslager im Schlosse zu Hohen- Zierig die letzten Worte sprach:„ Herr Jesu, mach's furz" und segnend ihre rechte Hand auf die Köpfe ihrer vor ihrem Sterbebett knieenden beiden Aeltesten", ihres Friz und ihres Wilhelm legte. Mit 34 Jahren schied die edle Frau von ihrem Gatten und ihrer heißgeliebten Kinderschar! - Und am 60. Todestag der verklärten Mutter am 19. Juli 1870 steht im stillen Mausoleum zu Charlottenburg im ernsten Gebet der ehrwürdige, greise König Wilhelm, in Erinne rung an jenen Tag in Hohen- Zierig versunken, und holt sich Kraft und Stärke für jenen Krieg, aus dem er als Deutschlands Kaiser hervorgehen sollte! Neben ihm der hochgewachsene, blonde Rede, sein Sohn, der Sieger von Königgräz, bald als ,, unser Frizz", der Liebling des ganzen Voltes. Er hat uns über jene Stunde im Mausoleum zu Charlottenburg berichtet: ,, Mit dem König fuhr ich nach Charlottenburg, wo wir längere Zeit und recht beklommenen Herzens am Sarge der Großeltern beteten. Beim Hinaustreten sagte ich meinem Vater, daß ein Kampf, der unter solchen Umständen be gonnen werde, gelingen müsse. Ich hoffe zu Gott, daß ich richtig vorausgesagt habe." nommen werde. Der König ließ zum ersten Punkte seine Zumittags abgegebene Erklärung hin. Benedetti bestand auf einer Audienz, die der König höflich, aber bestimmt ablehnte.„ Was er heute morgen gesagt habe, wäre sein letztes Wort in dieser Angelegenheit und er könne sich lediglich darauf berufen." Am folgenden Tage, am 14. Juli, ließ Benedetti dem König melden, daß er abzureisen gedente und sich vorher von ihm verabschieden wolle. Der König, welcher an diesem Tage zur Königin nach Koblenz fuhr, empfing den Grafen auf dem Emser Bahnhof, aber, wie es in der amtlichen Depesche Benedettis heißt: Noch keine acht Tage waren vergangen, seit jener Morgenstunde in den Kuranlagen zu Ems, von der ein schlechter Gedenkstein später Kunde gab:„ 13. Juli 1870, 9 Uhr 10 Minuten Morgens. An jenem Tage war Frankreichs Botschafter, der torsische Graf Vincent Benedetti, der seit dem November 1864 die französischen Interessen in Berlin vertrat und sich seit über fünf Jahren des besonderen Wohlwollens des Königs erfreute, mit jener Forderung an den greisen Monarchen herangetreten, die den äußeren Anstoß zum Kriege gab. In der Begleitung des Königs befand sich nur sein Flügeladjutant Graf Lehndorff Der Monarch, sichtbar über den bisherigen, allem Anschein nach glücklichen Verlauf der Angelegenheit erfreut, reichte dem Gesandten leutselig die Hand, gab ihm zugleich ein Extrablatt der Kölnischen Zeitung", in welchem die Verzichtleistung des Prinzen Leopold auf die spanische Königstrone mitgeteilt war, und bemerkte dabei, daß er heute ein entsprechendes Schreiben aus Sigmaringen erwarte. Graf Benedetti erwähnte, daß er die Nachricht schon gestern abend aus Paris erhalten habe, und fam, als der König meinte, die Sache sei damit erledigt, seine Aufträge" zu sprechen. Auf das äußerste erstaunt, hörte König Wilhelm die unerhörte Zumutung an: Jch soll mich also für alle Zukunft, ein für allemal binden?" sagte er dann. ,, Darauf kann ich nicht eingehen." Der Gesandte wurde immer dringender, schließlich wiederholte der König ruhig, aber sehr energisch, daß er unmöglich der französischen Regierung eine derartige neue und ganz unerwartete Zusicherung machen könne. Damit verabschiedete er sich von dem Grafen Benedetti. Troh alledem erbat der Gesandte um die Mittagsstunde noch eine Audienz. Infolgedessen sandte der König, der nach dem Vorgefallenen sicher keinen Grund zu solchem Entgegenkommen hatte, seinen Flügeladjutanten, den Prinzen Anton Radziwill, um 2 Uhr nachmittags zu Benedetti mit der Mitteilung, daß er die briefliche Bestätigung des Fürsten von Hohenzollern aus Sigmaringen über den Verzicht des Prinzen Leopold erhalten habe. Hiermit sähe er die Angelegenheit als erledigt an. Graf Benedetti verlangte nochmals eine Audienz, um im Auftrage des französischen Ministers des Aeußeren, des Herzogs von Gra= mont, die Forderung zu stellen, die Verzichtleistung des Prinzen von Hohenzollern zu genehmigen und die Versicherung zu erteilen, daß auch in Zukunft die Kandidatur nicht mehr aufge= ,, Er beschränkte sich darauf, zu sagen, daß er mir weiter nichts mitzuteilen habe und daß alle weiteren Verhandlungen seitens seiner Regierung geführt werden würden." Am 15. Juli reiste der König von Ems nach Berlin. Der Telegraph hatte die Nachricht von den Vorgängen bereits verbreitet. Ueberall strömten die Menschen zu den Stationen, die der König passierte. Ein wahrer Triumphzug! Erst durch das vor vier Jahren annektierte Herzogtum Nassau! Jubel und Begeisterung! Dann Weglar, die alte preußische ,, Enklave", von wo im Jahre 1866 die Division Beyer ihren Siegesmarsch begonnen, die Garnison seiner 8. Rheinischen Jäger, die vier Wochen später bei Gravelotte durch die Erstürmung von St. Hubert sich ein Ruhmesdenkmal für alle Zeiten aufrichten sollten. Dann Gießen, Kassel, Göttingen. Ueberall helle Begeisterung. Auf dem Bahnhof in Burg schallte dem König zum ersten Male das Lied entgegen, welches zum wahren Kriegslied der deutschen Streiter werden sollte, Schneckenburgers prächtiges Rheinlied: ,, Die Wacht am Rhein"! Bis Brandenburg waren dem obersten Kriegsherrn der Kronprinz, Bismard, Roon und Moltke entgegengefahren, um ihm über die Lage Vortrag zu halten. Inzwischen sammelten sich auf dem damaligen Bahnsteig des provisorischen Potsdamer Bahnhofs diejenigen Personen, welche den König bei seiner Heimkehr zu empfangen hatten. Außerhalb des Bahnhofs aber drängte sich eine begeisterte Volksmenge Kopf an Kopf. In= zwischen war der Unterstaatssekretär von Thile mit den neuesten Depeschen, die von Paris eingegangen waren, auf dem Bahnhof eingetroffen. Der Kronprinz erzählt: Straßensperrung, de Sch. mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Die Provinzialstraße Hartmannshain- Gedern wird ab 30. Juli 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Ober- Seemen- Voltartshain. Die Strecke Rigfeld- Hörgenau im Zuge der Hauptstraße Grünberg- Ulrichstein- Lauterbach wird ab 1. August 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Hopfmanns feld- Frischborn. Aus Nah und Fern. Allendorf a. d. Lda. Die Bürgermeisterwahl brachte von 836 Wahlberechtigten 737 Stimmen zusammen. Postassistent a. D. Friedrich Schneider erhielt 465, Landwirt Ludwig Becker 258 Stimmen, 14 Stimmen waren ungültig. Somit ist Schneider zum Bürgermeister gewählt. Bad Nauheim. Einen Madonnenaltar stiftete ein hollän discher Kurgast für die katholische Kirche. Die Wormser Januar- Unruhen. Darmstadt, 29. 7. In der gestrigen und heutigen Sitzung, der 12. und 13. Sizung, wurden die Beweisaufnahmen zu Ende geführt. In einer dreistündigen Anklcgerede hat gestern der Staatsanwalt gegen die Angeklagten Strafen beantragt, welche über die in der ersten Instanz gefällten hinausgehen! Für den Landtagsabgeordneten Müller, Frankfurt, beantragte er statt 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, 1 Jahr 9 Monate. Die anderen Angeklagten wurden entsprechend bedacht. Rechtsanwalt Dr. Steinschneider- Frankfurt verteidigte seine Angeklagten in einer vierstündigen Rede. Das Urteil wird morgen verkündet. ,, Als wir auf dem provisorischen Bahnhof( Potsdam) antamen, raunte mir Herr von Thile sofort ins Ohr, der Krieg sei in Paris durch Oliver bereits erklärt, zugleich ward Seiner Majestät der telegraphische Wortlaut der Rede Olivers im Wartezimmer überreicht, welcher teinen Zweifel mehr ließ, daß der Krieg beschlossen war. Ich mußte das Telegramm laut vorlesen, worauf der König zu Graf Bismard, den Generalen Roon und Moltke sagte, nunmehr müßte wohl das 7. und 8. Armeekorps mobil gemacht werden, da sicherlich die Franzosen nach 24 Stunden vor Mainz eintreffen würden. Jch drang aber in Seine Majestät, sofort die Mobilmachung der gesamten Armee, Landwehr und Marine zu befehlen, weil unter diesen Umständen keine Zeit zu verlieren sei. Der König ging dann darauf ein und befahl die Mobilmachung noch im Wartezimmer( unter dem historischen Kronleuchter stehend), welche Nachricht ich sofort dem auf dem Perron harrenden Publikum verkündete. Der König umarmte mich in tiefer Bewegung; wir beide fühlten, daß wir uns zu einem Kampf um die heiligsten Güter, vielleicht um die Existenz des Vaterlandes zu rüsten hatten, einen Kampf, der mit Strömen edelsten Blutes unserer Landsleute ausgefochten werden mußte. Darauf bestieg der König mit mir den Wagen. Kopf an Kopf stand die Menge vom Bahnhof bis zum Königs- Palais, ununterbrochen die stürmischsten Rufe ausstoßend, die von der Begeisterung für den bevorstehenden Kampf Zeugnis gaben. Tiefgerührt sprach der alte König die schlichten Worte: ,, Das ist ja ganz wie 1813!" Büdo flüssig für den feinen Schuh Mittwoch, den 30 Internation Deutiche Gieg Bei den am Son Difcher Beteiligung d fit- Wettkämpfen tam laufene Veranstaltun fich der Düsseldorfer jarjen Endlamps, b In feinem Merger ve Inzwischen trat im Kriegsministerium Roon mit den Generalen von Moltke, von Podbielski und einigen anderen Offizieren zu einer Besprechung und Vorbereitung der erforderlichen Maßnahmen zusammen. Alsdann erfolgte der letzte entscheidende Vortrag beim König, nachdem inzwischen aus Paris die Meldung von der Einberufung der Reserven und Mobilgarden eingetroffen war. Bald, nachdem Moltke und Roon gegen Mitternacht das Palais verlassen hatten, flog der von Roon geschriebene kurze Befehl durch den Telegraphen hinaus:„ Die Armee ist planmäßig mobil zu machen." Am 16. Juli erließ der Bayern- König von Schloß Berg aus, wo er 16 Jahre später so tragisch enden sollte, den Mobilmachungsbefehl Treu dem Allianz- Vertrag, für welchen ich mein fönigliches Wort verpfändet, werde ich mit meinem mächtigen Bundesgenossen für die Ehre Deutschlands und damit für die Ehre Bayerns einstehen." Der„ Kladderadatsch" jubelte dem edlen Wittelsbacher zu: Er gab zuerst die Marschbefehle, Er schwankte teinen Augenblick, Sein Wort flang jeder deutschen Seele Wie unsrer Zukunft Festmusit." Am 16. Juli machte Baden, am 17. Juli Württemberg, mobil. Am 19. Juli erklärte der sächsische Minister von Friesen im Bundestag namens sämtlicher Bundes- Regierungen: ,, Frankreich will den Krieg! Möge er denn möglichst schnell und träftig geführt werden." Auch eines Wortes des im Jahre 1866 entthronten Herzogs Adolf von Nassau sei gedacht, der auf Napoleons ,, freundnachbarliches Anerbietungen" die hochherzige Antwort gab: Ich danke Eurer Majestät; soeben habe ich meine Dienste dem König von Preußen angeboten." So stand Alldeutschland, Volk und Fürsten, einmütig zum Kampfe auf! König Wilhelm rief in seiner Thronrede am 19. Juli mit tiefbewegter Stimme dem Reichsiag zu: Wir werden nach dem Beispiel unserer Väter für unsere Freiheit und für unser Recht gegen die Gewalt fremder Eroberer fämpfen, und in diesem Kampf, in dem wir kein anderes Ziel verfolgen, als den Frieden Europas dauernd zu sichern, wird Gott mit uns sein, wie er mit unseren Vätern war." Der zeitgenössische Geschichtsschreiber, Heinrich von Sybel. hat einst über die Juli- Tage des Jahres 1870 geurteilt: ,, Wer in Deutschland das Glück gehabt hat, diese ersten Tage der nationalen Auferstehung zu erleben, wird ihr Andenken als heiligen Schatz sein Leben lang im Herzen bewahren" wie wir den 1. August 1914! Dr. Ludwig Roth. Wahres aus Meg. Das Rampfgericht 30 and disqualifizierte die Franzosen von all traten. ( Man könnte zu nicht zum ersten Mal Bor der Eröffnung d nem Türhüter des S Kirchgang bei Montigny. Sergt. K. der 7. Komp. führt 40 Kirchgänger, größtenteils Refruten. Vor der Kirche letzte Instruktion. Er läßt seine Schäflein stramm stehen und er mahnt sie folgendermaßen: Jetzt zu zweien formieren, leise hineingehen, Helm abnehmen, in die Bänke verschwinden. Beim Gebet Helm vor die Schnauze, leise bis 20 zählen. Während der Predigt nicht dösen, immer feste Entfernung schätzen, von der Bank bis zur Orgel, bis zum Altar, bis zur Kanzel. " eine folemne, also fe Franzosen recht schlech Eröffnung die franzö ficht bekam, schloß fie mit in den Olympia Derselbe Sergeant, bekannt durch seinen trodenen Humor, ließ eines Tages seine Korporalschaft antreten. Als sich alles in strammer Haltung versammelt hatte, verkündete er mit lauter Stimme: ,, Rührt Euch! Vortreten, wer musikalisch ist!" Jeder witterte natürlich einen Druckposten, und zaghaft traten hintereinander sechs Mann vor. Sergeant K. notierte gewissenhaft ihre Namen und sagte dann: Schön, dann tönnt Ihr Euch mal bei Unteroffizier Sch. melden und das Klavier von seiner Stube in das Unteroffizier- Kasino tragen!" Das Fest brachte überlegen war der G dorf im Laufe über den Hürdenlauf, Kift Soffmeister das Sp Staffel und Eintrach raschend ist, daß van ichlagen fonnte. E Meisterschaften brach gleicher Weise versag Eintracht Frankfurt schlagen lassen mußte eine ganz untergeord liche Erfolge zu ver Amsterdam( 1928), Frankreich zurück; d gewann. 100 Meter: 1. va dorf 10,8; 3. C 110 Meter Hürden 16,1. 400 Meter: 1. Rifte 800 Meter: 1. Lefe Leunig Frant 5000 Meter: 1.9 Olympische Staffe Aachen 3: 52,2; 3. Dreimal 1000 Met Biermal 100 Mete Brustbreit zuri Weitsprung: 1. de Stabhoch: 1. van d vin- Paris 3,70; Sodhiprung: 1. Phili 3. StechemesferDistus: 1. Noel- Par Speer: 1. Hoffmeiste Frauen Englan Die erite Wieder Deutschland gewonne pfes mit England er negativem Erfolg. 51:49 Puntten. Sie wettbewerbes, in all pen sechs von zehn Dominierten die deut dies im Kugelstojen icher und Frl. Heuble haltenen Weltrekord überbieten. Die deutschen Dam wartet, weit überlegen und Frl. Hargus 1158 Fr. Birich in 12,9 Sel Cornell errang den zwe Das 200- Meter- Laufen mit 5 Boll in 25,5 Get. Mig Lunn- England lei ang den zweiten und Weftdeutiche Im Rahmen der internationales leichta Teiche gute Kräfte aus über 200 m gewann be Den Schweizer Engel Die Blaze. Den Hürd 154 zu seinen Gunsten und Belgiern ein. 100- m- Staffel fam der Bon guter Seite prung mit 7,14 m an burg", Mitglie furs veranita abend von beneiden dan urch einen a ben. Die Ge großen Teil Sonnenstrahl Särme erzeugt, Baden, bei Anstrengungen Sie auf die Sa Dann weiter che Reize bra ein besseres Kopfnerven durch das Bam 6 E. B.( A. v.2 Bedern wird Umleitung erfo der Hauptstr August 1930 über Hopfman Fern. wahl brachte en. Postasiste Candwirt Lude ültig. Somit ftete ein holl Sen. heutigen Sigu nahmen zu En hat gestern beantragt, well sgehen! Für d , beantragte Monate. Die a t. Rechtsanw seine Angelloy il wird morgn sig en Schuh mit den - anderen Er erforder letzte ente aus Paris die nd Mobilgarden Roon gegen Mit I von Roon g n hinaus: 5. Juli erließ d Jahre später 51: ich mein fönig einem mächtige sund damit fi Bittelsbacher le, Geele Bürttemberg, fter von Frie ierungen: denn mögli thronten Her ons, freundne wort gab: ich meine Die n, einmütig Thronrede Stag zu: Väter für unj Gewalt frem in dem wir f Europas dauer er mit unfer rich von Sp geurteilt: hat, diese er leben, wird lang im He dwig Roth 7. Romp f der Kirche le ftehen und formieren, le richwinden. Bei ählen. Währen ung jhaben, ur Kanzel" trodenen Suma Als fich alles tündete er mi mujitalija in zaghaft frate notierte gewi bann tönni 3 Das Klavier Do Mittwoch, den 30. Juli 1930. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Deutsche Leicht- Athleten in Front. Internationale Leichtathletikkämpfe in Amsterdam. Deutsche Siege- Französischer Benimm. Bei den am Sonntag in Amsterdam unter starker ausländischer Beteiligung durchgeführten Internationalen Leichtathletik- Wettkämpfen kam ein Mißton in die sonst erfolgreich verlaufene Veranstaltung. Im Lauf über 800 Meter lieferten sich der Düsseldorfer Lefebre und der Franzose Galtier einen scharfen Endkampf, bei dem der Franzose zurückblieb. In seinem Aerger versetzte er Lefèbre einen Schlag ins Gesicht. Das Kampfgericht zog daraus die einzig mögliche Konsequenz und disqualifizierte den Franzosen. Dies hatte zur Folge, daß die Franzosen von allen noch ausstehenden Wettbewerben zurüdtraten. ( Man könnte zu diesem Fall sagen, daß sich die Franzosen nicht zum ersten Male schlecht in Amsterdam benommen haben. Vor der Eröffnung der olympischen Spiele gerieten sie mit einem Türhüter des Stadions in Differenzen, aus der sich dann eine solemne, also festliche Prügelei entwidelte, bei der einige Franzosen recht schlecht wegkamen. Als am Tage der feierlichen Eröffnung die französische Gruppe den Torhüter wieder zu Gesicht bekam, schloß sie sich vom Einzuge aus, wurde also nicht mit in den Olympia- Schwur einbezogen.) Das Fest brachte den Deutschen zahlreiche Erfolge. Ganz überlegen war der Sieg, den der Deutsche Meister Kilp- Düsseldorf im Laufe über 5000 Meter davontrug. Welscher gewann den Hürdenlauf, Risters die 400 Meter, Lefèbre die 800 Meter, Hoffmeister das Speerwerfen, Düsseldorf 99 die Olympische Staffel und Eintracht Frankfurt die 3 mal 1000 Meter. Ueberraschend ist, daß van de Berghe- Holland die deutschen Sprinter schlagen fonnte. Eldrachers letzter Start vor den deutschen Meisterschaften brachte nur einen dritten(!!) Platz ein. In gleicher Weise versagten die 4 mal 100 Meter Staffeln von Eintracht Frankfurt und Düsseldorf 99, die sich von Harlem(!) schlagen lassen mußten. Die Holländer, die noch zum Olympia eine ganz untergeordnete Ralle spielten, hatten mehrere beachtliche Erfolge zu verzeichnen. Hoffmeister versagte wie in Amsterdam( 1928), er blieb fast um 10 Meter hinter NoelFrankreich zurück; der das Diskuswerfen mit 47,08 Meter(!) gewann. Ergebnisse: - 100 Meter: 1. van de Berghe- Holland 10,7; 2. Schüller- Düsseldorf 10,8; 3. Eldracher- Frankfurt Brustbreite zurück. 110 Meter Hürden: 1. Welscher- Frankfurt 16; 2. Ras- Holland 16,1. 400 Meter: 1. Kisters- Düsseldorf 49,9; 2. Bergmann- Holland 50. 800 Meter: 1. Lefèbre- Düsseldorf 1:57; 2. Pesch- Düsseldorf; 3. Leunig- Frankfurt. 5000 Meter: 1. Kilp- Düsseldorf 15: 35,7; 2. Gerbrans- Holland. Olympische Staffel: 1. Düsseldorf 99 3: 49,9; 2. AlemanniaAachen 3: 52,2; 3. Blau- Wit Amsterdam 3: 52,3. Dreimal 1000 Meter: 1. Eintracht Frankfurt 8: 16,9; 2. Harlem. Viermal 100 Meter: 1. Harlem 42,9(!); 2. Düsseldorf 99 Brustbreit zurück; 3. Eintracht Frankfurt 43,4. Weitsprung: 1. de Boer- Holland 7,17. Stabhoch: 1. van de Zee Holland 3,815( holl. Reford); 2. Grevin- Paris 3,70; 3. Stechemesser- Münster 3,61. Hochsprung: 1. Philippon- Paris 1,85; 2. Kamstra- Holland 1,75; 3. Stechemesser- Münster 1,70. Diskus: 1. Noel- Paris 47,08(!); 2. Hoffmeister- Münster 38,69. Speer: 1. Hoffmeister- Münster 55,50; 2. Wackerli- Paris 54,71. Frauen Athletif Wettkampf England: Deutschland 51:49. Die erste Wiederholung des im Vorjahre in Düsseldorf von Deutschland gewonnenen leichtathletischen Frauen- Länderkampies mit England erfolgte am Sonnabend in Birmingham mit negativem Erfolg. Diesmal siegten die Engländerinnen mit 51:49 Punkten. Sie zeigten sich, mit Ausnahme des Hürdenwettbewerbes, in allen Laufkonkurrenzen überlegen und gewannen sechs von zehn Prüfungen. In den Wurfwettbewerben dominierten die deutschen Damen. Besonders eindrucksvoll kam dies im Kugelstoßen zum Ausdruck, denn es gelang Frl. Fleischer und Frl. Heublein, den von letzterer mit 12,85 Meter gehaltenen Weltrekord mit 13,26 bezw. 13 Meter erheblich zu überbieten. Die deutschen Damen zeigten sich im Speerwerfen, wie erwartet, weit überlegen. Frl. Braumüller warf 116 Fuß 9 Zoll und Frl. Sargus 115 Fuß, 2 Zoll. Auch im Hürdenlauf sicherte Frl. Pirsch in 12,9 Get. den ersten Platz für Deutschland. Miß Cornell errang den zweiten Platz und Frl. Birkholz den dritten. Das 200- Meter- Laufen wurde von der Engländerin Latham mit 5 Zoll in 25,5 Set. gewonnen. Jm 800- Meter- Lauf gewann Miz Lunn- England leicht in 2 Min. 22,8 Sef. Frl. Radke ertang den zweiten und Frl. Dollinger den dritten Platz. Westdeutsche Athleten in Antwerpen. Im Rahmen der Weltausstellung in Antwerpen fand ein internationales leichtathletisches Sportfest statt, an dem zahlteche gute Kräfte aus Westdeutschland teilnahmen. Den Lauf über 200 m gewann der Duisburger Otto in 23 Sef., er verwies dem Schweizer Engel sowie die Kölner Kremer und Salz auf die Plätze. Den Hürdenlauf entschied Störkmann- Duisburg mit 15,4 zu seinen Gunsten vor dem Kölner Esser, und in der 4 mal 100- m- Staffel fam der Kölner BC. in 43,8 flar vor den Tschechen und Belgiern ein. Von guter Seite zeigte sich auch Dobermann, der den Weitprung mit 7,14 m an sich riß und im Kugelstoßen mit 13,07 m den 2. Platz hinter dem Tschechen Dörda( 13,08 Met.) besetzte. Letzter holte sich auch den Lauf über 800 m in 1:58 vor dem Kölner Saam( 1:59). Jm Hochsprung siegte Elsen- Köln mit 1,70 m im Stichkampf über den Belgier Tuorton. Auch am zweiten Tage der Internationalen LeichtathletikKämpfe in Belgien waren den beteiligten deutschen Leichtathle= ten einige schöne Erfolge beschieden. Die 4 mal 200- m- Staffel brachte der Kölner BC. in 1: 30,6 gegen Belgien u. Duisburg 99 an sich. Im 400- m- Hürdenlauf bot der Kölner Jänisch mit 56,8 Sef. eine gute Leistung. Schnackerts- Köln legte auf das Speerwerfen mit 59,54 m Beschlag vor dem Belgier Etienne, der mit einem Wurf von 59,27 m einen neuen Landesrekord aufstellte. Weitere Ergebnisse: 100 m: 1. Dujardin- Belgien 10,8 Set., 2. Kehrens- Tschechoslowakei, 3. Engel- Schweiz, 4. Krämer- Köln. 400 m: 1. Kerlesti- Tschechoslowakei 50,2 Sef., 2. Möller- Köln 50,4 Sef., 4. Hoste- Belgien 50,8. 1500 m: 1. Drosta- TschechoSlowakei 4: 05,2, 2. Neu- Duisburg 4: 05,6, 3. Gerhard- Belgien 4: 07,8. Körnig und Schlösfe siegen in Schweden. Bei einer Veranstaltung der schwedischen Provinzstadt Karlskrona gingen auch die Charlottenburger Körnig und Schlöske an den Start. Körnig war über 100 m nicht zu schla= gen. Er siegte in 10,6. Jm Lauf über 400 m belegte sein Klubkamerad Schlöske in 51,1 den ersten Play. Einen neuen schwedischen Rekord im Duiskuswerfen gab es in Ludvika durch Ha= rald Andersson, der mit einer Leistung von 46,04 m aufwartete. Bowen besiegt Corts. und 400 m in 48,1! Bei dem Sportfest in Helsingfors traf der Amerikaner Bowen im 100- m- Lauf auf den früheren deutschen Sprintermeister Corts, dem er mit 10,7 mit einer Zehntelsekunde Vorsprung das Nachsehen gab. Der neue Zehnkampfweltrekordmann Achilles Järvinen wurde mit 11 Sek.(!) Dritter. Einen zweiten Erfolg trug Bowen über 400 m in 48,1 davon über Järvinen mit 49,2(!). Jm Stabhochsprung erreichte Warne 4,20 m. Bei einem Weltrekordversuch über 4,32 m streifte er die Latte. Abschluß der„ Kleinen Olympia" in Stockholm. Lammers und Wichmann in Form. Am Schlußtage der Stockholmer Spiele waren den deutschen Leichtathleten noch einmal große Erfolge beschieden. Zu einem Doppelerfolg tam Georg Lammers. der sowohl über 100 als auch über 200 Meter sicherer Sieger blieb. Jm Lauf über 1500 Meter hatte es der Charlottenburger Wichmann mit feinem Geringeren zu tun, als den bekannten Finnen Purje, der noch 50 Meter vor dem Ziel in Führung lag, dem glänzenden Endspurt des Deutschen aber nicht gewachsen war und knapp geschla= gen blieb. Wichmann lief die glänzende Zeit von 3: 58,8 heraus, während sein Klubkamerad Kohn in 4: 05,8 mit dem 5. Platz vorlieb nehmen mußte. Den Lauf über 800 Meter gewann der Schwede Birk gegen den Charlottenburger Danz. Fußball- Weltmeisterschaft in Montevideo. Argentinien im Endspiel. Nach mehrtägiger Unterbrechung wurden in Montevideo die Entscheidungskämpfe der Gruppenfieger um die Fußball- Weltmeisterschaft in Angriff genommen. Der ersten Vorentscheidung Argentinien Nordamerita wohnte eine riesige Zuschauermenge bei, die den überlegenen mit 6: 1 errungenen Sieg der Nordamerikaner, die bei Halbzeit 1: 0 führten, mit großem Jubel aufnahm. In der zweiten Vorentscheidung hatte es Uruguay mit Südslawien zu tun, und es bestand kein Zweifel, daß der zweimalige Weltmeister sich den Europäern überlegen zeigen würde. Es besiegte die Südslawen mit dem gleichen Ergebnis von 6: 1 überlegen, das Argentinien gegen Nordamerika herausgeholt hatte. Bei Halbzeit führte Uruguay bereits mit 3: 1. Es ist ein ungeheurer Ansturm auf das 100 000 Menschen fassende neue Stadion zu erwarten. Das Entscheidungsspiel um die Fußball- Weltmeisterschaft führt also, wie erwartet, die Endspielteilnehmer von Amsterdam, Argentinien und Uruguay, zusammen. Hervorragendes Abschneiden von 1900's Jugend bei den Wettkämpfen des Sport- V. 02 Offenbach a. M. Für den 100 Meter Endlauf Klasse A qualifizierten sich 4 1900er. Der Start der 1900er Jugendlichen am vergangenen Sonntag in Offenbach bewies, daß die seiner Zeit beim Eintrachtjugendfest erzielten Erfolge nicht dem Zufall zuzuschreiben wa ren, sondern daß die Spielvereinigungsleute heute erste Jugendklasse darstellen. Eine besondere Domäne waren die Sprintstrede und die entsprechenden Staffeln. Die Veranstaltung war in der Hauptsache von Frankfurter und Offenbacher Vereinen beschickt. Die Bahnverhältnisse ließen viel zu wünschen übrig. Ergebnisse im Auszug: Jugend- Klasse A: 100 Meter: 1. Schickedanz 1900 12,1; 2. Roch 2. 1900 12,2; 3. Heymann 1900 12,3; 4. Felsing 1900. 1500 Meter: 1. Pfannebecker, BC. 99 Offenbach, 4:34; 2. Lehmann, SC. 80 Frankfurt, 4: 34,5; 3. Moog 1900 4:44. Weitsprung: 1. Steuerwald, VB. Gießen, 6,26; 2. Witte, F. SpV. Frankfurt 6,24; 3. Heymann, 1900, 6,02. Kugelstoßen: 1. Luh, VfB. Gießen, 13,-; 2. Wizel, Eintracht Frankfurt, 12,45; 3. Felfing, 1900, 12,21. Nr. 60. 4 mal 100 Meter Staffel: 1. Sp. Vgg. 1900 Gießen( Koch 2., Felsing, Heymann, Schickedanz) 48,5 Set.; 2. BC. 99 Offenbach 50,5 Sek.; 3. FSpV. Frankfurt 51 Sef. Jugend- Klasse B: 100 Meter: 1. Guthardt, 1900, 12,3; 2. v. Carben, FSpV. Frankfurt, 12,3; 3. Rodriguez, 1900, 12,6. 800 Meter: 1. Hohlbein, FSpV. Frankfurt, 2: 15,2; 2. Baumstieger, 1900 2:16; 3. Keller, Domschüler Frankfurt, 2,20. Weitsprung: 1. Rodriguez, 1900, 5,69; 2. Lippert, 1900, 5,61; 3. Hohlbein, SpV. Frankfurt, 5,60. 4 mal 100 Meter Staffel: 1. SpVgg. 1900 Gießen( Fritzges, Rodriguez, Guthardt, Lippert) 51 Gef.; 2. DJK. Offenbach 51,4; 3. FSpV. Frankfurt 59 Sef. Jugend- Klasse C: Ballweitwurf: 1. Schmidt, BC. Oberrad, 73,50; 2. Herbert, 1900, 66,20; 3. Schuhmacher, Domschüler Frankfurt, 62,50. Leichtathletik des VfB. 08 Gießen. Die Jugendlichen des VFB. traten am vergangenen Sonntag ihre zweite Reise nach Offenbach a. M., durch die Schulferien ersatzgeschwächt, an. Wenn sie trotzdem zwei erste Siege mit nach Hause brachten, so ist dies ein erfreuliches Zeichen, und dies um so mehr, als diese Leistungen mit zu den Besten der Veranstaltung gehören. Luh konnte in der Jugend- Klasse A im Kugelstoßen mit 13 Meter und Steuerwald in derselben Klasse im Weitsprung mit 6,26 Meter(!) den ersten Platz belegen. In den Jugend- Klassen B und C fehlten die Besten des BfB. Paulus und Ruhl konnten sich bis in die Entscheidungen durchkämpfen, mußten dann aber auf Plazierungen verzichten. Am vergangenen Samstag startete mohl bei den Wettkämpfen der ADT. ,, Rheinfranken" mit gutem Erfolg. Ei siegte im Kugelstoßen mit 12,52 Meter und im Schleuderballwerfen mit 56,40 Meter, Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes in Gießen. Der Wassersportverein„ Hellas" hatte die Durchführung der diesjährigen Verbandsregatta des Süddeutschen Ruderverbandes übernommen und brachte die Veranstaltung glatt unter Dach und Fach. Aus der Siegerliste sei genannt: 1. Begrüßungsvierer: 1. Vorwärts Mannheim; 2. Wetzlar. 2. Anfängervierer: 1. Germania Offenbach; 2. Wezlar. 3. Junior- Einer: 1. Kümmel, Vorwärts Offenbach; Schöndorf, Hellas Gießen. 4. Erster Jungmann- Vierer: 1. Hellas Gießen; 2. Wetzlar. 5. Schüler- Vierer: Hellas Gießen( Alleingang). 6. Jungmann- Einer: 1. Lang, Vorwärts Offenbach; 2. K. Becker, Hellas Gießen. 7. Schüler- Vierer: 3. Hellas Gießen hinter Undine Rüsselsheim und Germania Offenbach. 8. 2. Jungmann- Vierer: 1. Vorwärts Offenbach; 2. Wetzlar. 9. Junioren- Vierer: 1. Raunheim; 2. Hellas Gießen. 10. Jungmannen- Achter: 1. Hassia Gießen; 2. Hellas Gießen. 11. Ermunterungs- Vierer: Wetzlar im Alleingang. 12. Großer Achter: Hellas im Alleingang. Rund um Schotten. Die Landesgruppe Hessen und Hessen- Nassau des DMV. brachte am Sonntag mit dem Rennen ,, Rund um Schotten" den vierten Lauf zur Deutschen Motorrad- Straßenmeisterschaft zur Durchführung. Leider litt die Veranstaltung unter ständigem Regen, wodurch die 17,6 Kilometer lange Strede vollkommen mit einer schmierigen Lehmschicht überzogen wurde. Trotzdem fonnte der Engländer Bullus( NSU.) mit einem Stundenmittel von 102 Km. einen neuen Rundenreford aufstellen. Die Bes setzung waren zahlenmäßig geringer als in den bisherigen Läufen. Die Organisation wies verschiedene Mängel auf. Im Gesamtergebnis siegte der Frankfurter Klein auf Horeg. In der 1000er- Klasse führte Wiese- Hannover auf BMW. elf von den zwölf Runden, mußte aber dann wegen Kerzendefekts Klein vorbeilassen. Bei den Halbliter- Maschinen lag Bullus bis zur siebenten Runde mit weitem Vorsprung in Front, erlitt dann Kettenschaden und schied aus. Bauhofer( DKW) hatte sich bis dahin vom vierten auf den zweiten Platz vorgearbeitet und übernahm nun die Führung, um sie vor Pätzold auch bis ins Ziel hinein zu behalten. In der 350, ccm- Klasse siegte DomLudwigsburg auf Standard vor Hiller- Feuerbach, nachdem er das ganze Rennen über mit großem Vorsprung an der Spitze gelegen hatte. Aus dem Rennen der Maschinen bis 250 ccm ging Geiß- Pforzheim( DKW.) als Sieger hervor. Er hatte sich von der 5. Runde an langsam nach vorn gearbeitet, um zum Schluß überlegen zu gewinnen. Dem Meisterschaftslauf ging ein Rennen für Beiwagen und ein Rennen für Ausweisfahrer vorauf. Meisterschaftslauf 211 km. Bis 250 ccm.: 1. Geiß- Pforzheim( DKW.) 2: 31,07; 2. Kahrmann- Fulda( Jap) 2: 42,10; 3. Friedrich- Chemnitz( DKW.), 2: 45,08. Bis 350 ccm.: 1. Dom- Ludwigsburg( Standard) 2:29; 2. Hiller- Feuerbach( Montgomery) 2: 33,47; 3. Kürten- Düsseldorf ( Tornar Jap) 2: 46,05. Bis 500 ccm.: 1. Bauhofer- München( DKW.) 2: 29,25; 2. Pätzold- Köln( Sarolea) 2: 38,01. Bis 1000 ccm.: 1. Klein- Frankfurt a. M.( Horer) 2: 22,26; 2. Wiese- Hannover( BMW) 2: 22,36; 3. Rüttchen( NSU.) 2: 24,11. 26:17. Rennen der Beiwagen, 35 Km. 2. Bis 600 ccm.: 1. Kahrmann- Fulda( Horex) 23: 50,2; Franke- Frankfurt a. M. 24: 13,1; 3. Rosenbed- Frankfurt a. M. Rennen der Ausweisfahrer, 35 km. Bis 250 ccm.: 1. Kramer- Bietigheim( Montgomery) Jap) 29:48. Bis 350 ccm.: 1. Franke- Dresden( DD.) 27:30. Bis 500 ccm.: 1. Schminke- Weimar( Standard) 24: 54,1. Bis 1000 ccm.: 1. Dörr- Frankfurt a. M.( BMW.) 27:07. Mittwoch, den 30. Juli 1930. Bundesfest und Meisterschaften des BDR. In den Tagen vom 2. bis 4. August bringt der Bund Deut scher Radfahrer anläßlich seines Festes in Halle die deutschen Meisterschaften auf Bahn, Straße, im Saal, auf dem Rasen und im Korso zum Austrag. Diese Meisterschaften sind offen für Fahrer aller Verbände, die sich im Besitz einer vom BDR. fostenlos ausgestellten Amateurlizenz befinden. Die erste Meisterschaft kommt am Sonnabend, den 2. August zum Austrag. Es ist dies die Meisterschaft im Vierer- Vereins- Mannschaftsfahren über 100 km auf der Straße. Am 3. August gelangen die Meisterschaften über 1000 m und 25 Kilometer zum Austrag. Am Abend des Sonntags gelangen die Meisterschaften im Saalsport zum Austrag. Am Montag, den 4. August, gelangt die Meisterschaft im Rasen- Radballspiel zum Austrag. Der Bund Deutscher Radfahrer hat für das Sechser- Rasenradballspiel bei der Union Cycliste Internationale eine Weltmeisterschaft erwirkt. Die Deutsche Meisterschaft in Halle gilt als Vorprüfung für die voraussichtlich in Berlin zum Austrag gelangende Weltmeisterschaft. Der Montag bringt auch die Meisterschaft im Einerstreckenfahren über 203 Kilometer und das Vorgabefahren der Alten- Herren. Sportglossen. Von Dr. med. Worringen. Jeder erfahrene Sportsmann weiß, daß der Sieg nicht allein vom Training, also von seinem Verdienst, sondern auch von der angeborenen Veranlagung abhängt, und daß der Nichtsicger oft noch mehr Bewunderung verdient als der Sieger. Die Vermehrung der tätigen Anteilnahme an der sportlichen Betätigung möglichst vieler, am besten des ganzen Volkes, ist wichtiger und wertvoller, als die Verbesserung der Rekorde um ein paar Zehntel Sekunden oder Zentimeter. Die sportlichen Höchstleistungen eines einzelnen sehen, je größer sie sind, eine desto stärkere sportliche Durchdringung des ganzen Volkes voraus und können daher auch immer als Gradmesser der Tüchtigkeit und Fähigkeit eines Volkes angesehen werden. Die Bereitschaft zu törperlichen außergewöhnlichen Leistungen wird durch eine Erregung des sympathischen Nervensystems erzielt; sie läßt sich bei sportlicher Betätigung irainieren und gibt dem Sporttreibenden förperliche Fähigkeiten, die ihm nicht mehr, wie dem Naturmenschen und dem Tier, instinktmäßig angeboren sind. Als Folgen der Erregung des sympathischen Nervensystems werden die ermüdeten Muskeln lebhafter erregbar und erholen sich schneller, die Zuckerreserven in der Leber werden herangeholt, der Zudergehalt des Blutes steigt an, die Muskulatur wird besser durchblutet und somit besser ernährt und dadurch ennlich die Herztätigkeit gefördert. Auch das bekannte körperliche Verhalten des Menschen im Zustande des Schrecks( Gänsehaut, falter Schweiß, weite Pupillen usw.) ist nur durch eine Erregung des sympathischen Nervensystems zu erklären. Untersuchungen an Sporttreibenden, die sich stark ausgegeben hatten, ergaben bei diesen Zuckerausscheidung im Urin. Dieser Befund ist ebenfalls auf die Erregung des sympathischen Nerven= systems und auf die Mobilmachung der Zuckerreserven in der Leber zurückzuführen. Schäden durch den Sport treffen immer nur einzelne, während die Schäden durch bewegungsfremde förperliche Verkümmerungen im Kulturleben immer die große Masse betroffen haben. Lachender Sport. „ Ja, ja, wenn Mage Pries nicht wäre!" " Was wäre dann?" ,, Dann hätte unser Handballklub den Wettkampf am letzten Sonntag glatt verloren." ,, So, dann ist also Mare Pries ein ausgezeichneter Handballspieler?" ,, Ach wat, der hat teene Ahnung von dem Spiel! Nein! Er war letzten Sonntag Schiedsrichter..." * " Herr Wendriner geht Golf spielen auf dem Golfplaz am Wannsee. Herr Wendriner hat einen kleinen, niedlichen Golfjungen, der ihm seine Schläger trägt. ,, Darf ich Ihre Schläger tragen?", fragt ihn ein anderer Caggie. Ich habe doch schon einen Golfjungen!", sagt Herr Wendriner erstaunt. Ach, der kleene da? Darf ich dann vielleicht Ihren Golfjungen tragen...?." - Nach seinem Durcharbeiten des Mittelläufers bekommt der Halblinke eine Vorlage. Zum Mittelstürmer. Der ackert. Kommt durch Schießt Tor!!! Unhaltbar eingeschossen. Der Torwart liegt am Boden. Die Verteidiger holen den Ball, niedergeschlagen, aber doch noch auf Sieg hoffend, aus dem Kasten. Friße zum Paule:„ Du, Baule, das war'n Schuß. Haste gehört, wie der Gasten glabberte? He! Der Gerl wäre nicht unrecht für unsere Mannschaft. Wir zwei und der wir wärn sofort Meester. Wolln mer den ziehn?" - Paule:„ Was, den ziehen? Bei dir bubbert's wohl? Mit dem würden wir keinen Rollmops gewinnen geschweige ne Meesterschaft.- Weeste was?" Frize: ,, Was denne?" Paule:„ Halts Maul.( Leise): Ich hab Maul, du, sonst Frize: ,, Was? aber halts ich habe den Hofmann gezogen." Wieviel?" Hofmann den Meeraner Paule:„ Ach, du verlaßnes Mondkalb, den Meeraner meene ich nich. Hofmann, aus der Webergasse. Weeste, den, mit'n Holzbeen." ,, Gießener Zeitung" Aus Nah und Fern. 30 Prozent der Ernte vernichtet. Dillenburg, 29. 7. Eine Besiichtigung der Ernteschäden im Dill- Kreis hat ergeben, daß der Roggen in allen Gemeinden vorläufig einen Minderertrag von 30 Prozent bringen wird. Todessturz vom Heuboden. Höhn( Westerwald), 29. 7. Der Sägewerksbesizer Theodor Krämer in Dellingen wollte Heu zur Fütterung vom Heuboden werfen. Er fiel dabei vom Heuboden in die Scheunentenne, wo er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Kirchhain. Der Kreistag des Kreises Kirchhain hatte vor einigen Monaten die Errichtung einer Kreissparkasse beschlossen. Der Herr Oberpräsident der Provinz Hessen- Nassau hat jetzt die Genehmigung für diese Kasse erteilt, die am 15. August ihren Betrieb eröffnen wird. Todesopfer des politischen Rowdytums. Kassei, 29. 7. Der nationalsozialistische Stadtverordnete Messerschmidt, der am 18. Juni bei einer Schlägerei schwer verletzt worden war, ist seinen Verlegungen erlegen. Am 18. Juni fand in Kassel eine Versammlung der Nationalsozialisten statt. Diese wurde von den Kommunisten gesprengt. Leider haben die Ermittlungen der Kriminalpolizei nach dem Täter noch zu keinem Ergebnis geführt. Langenselbold b. Hanau. Der hiesige Männergesangverein ,, Eintracht" hält in 14 Tagen, am 4., 5. und 6. Juli 1931, einen großen Nationalen Gesangswettstreit anläßlich seines 40jährigen Bestehens ab. Aschaffenburg. Am Samstag und Sonntag findet in Miltenberg a. M. das 11. Bundesfest des Spessartbundes statt. Typhuserkrankungen in Wetter an der Ruhr. Wetter an der Ruhr. Nach einer Rheintour, die ungefähr 300 Personen aus Wetter unternommen hatten, erkrankten 14 Tage später mehrere Frauen unter typhusverdächtigen Erscheinungen. Die nähere Untersuchung ergab das Vorhandensein von Paratyphus B. Bisher wurden 20 Frauen als typhusverdächtig dem städtischen Krankenhaus zugeführt und isoliert. Explosionsunglüd in einer Feuerwerksfabrit. Elberfeld, 29. Juli. Unter einer furchtbaren Detonation erfolgte heute mittag in der Feuerwerkskörperfabrik von Lippold in Elberfeld- Varresbeck eine Explosion, die auch einen Brand verursachte. Aus den Trümmern wurden bisher ein Toter und ein Schwerverletzter geborgen. 1200 Deutsche nach Rußland. Berlin, 29. 7. Nach Mitteilungen der Moskauer Presse werden demnächst 1000 deutsche Qualitätsarbeiter und 200 deutsche Ingenieure in den Dienst der sowjetrussischen Vereinigung der Stahl- und Eisenindustrie eintreten. Segelbootunglück. Bremen, 29. 7. Jn der Dähe von Lantenab geriet ein mit neun Personen besetztes Gegelboot in eine Gewitterböe und schlug um. Sieben Personen konnten gerettet werden. Der Besitzer des Bootes und ein Dentist ertranken. Eine Kleinbahn, die ihre Preise nicht erhöhen will. Mühlberg a. d. Elbe. Der Kleinbahn Burgdorf- Mühlberg A.-G., die schon die Erhöhung der Stückguttarife am 1. Juni nicht mitmachte, beschloß, auch die für den 1. September vorgesehene Erhöhung der Personentarise der Reichsbahn für ihre Bahn abzulehnen, da sie bei der schlechten Wirtschaftslage eine Tariferhöhung für nicht angebracht halte. Schiffe vermißt. London, 29. 7. Nach Berichten aus Ventuva in Kalifornien werden zwei Fischerboote mit 60 Passagieren an Bord vermißt. Eines, das neben der Besizung 40-50 Personen an Bord führte, ist von den St. Barbara- Inseln nicht zurückgekehrt, das zweite ,,, Mary Ann", soll 15 Personen an Bord gehabt haben und ist auf dem Rückwege von einem Vergnügungsausflug gleichfalls spurlos verschwunden. Hirth auf Island. Reykjavik, 29. Juli. Die deutschen Flieger Hirth und Weller, die mit einem Klemm- Leichtflugzeug einen Etappenflug nach Amerika unternehmen, haben die erste lange See- Etappe glücklich hinter sich gebracht. Sie sind heute in Kaldadarnes an der Südküste von Island glatt gelandet. Kämpfe in Afghanistan. Bombay, 29. Juli. König Nadir Khan hat einen entscheidenden Sieg über die Rebellen davongetragen. Die Ausständischen, die bis auf fünfzig Kilometer an die Hauptstadt Kabul vorgedrungen waren, verloren mehrere hundert Tote und dreitausend Gefangene. Die Erhebung kann damit als endgültig gescheitert gelten. * Der Vorsitzende des Gustav- Adolf- Vereins 70 Jahre alt. Am 1. August vollendet Geh.- Rat Franz Rendtoff, der Vorsitzende des Gustav- Adolf- Vereins, sein 70. Lebensjahr. Prof. Rendtoff studierte in Kiel, Erlangen uno veipzig und ist seit 1910 Professor der praktischen Theologie und der NeutestaBetrogene Auswanderer. Nr. 60. Die Allgemeine Handelmastschappin voor Industrieele Produkten" in Holland bietet durch Zeitungsanzeigen Auswande= rungswilligen hochbezahlte Stellen in Niederländisch= Indien an. Zu diesem Zweck will sie ein Stellenvermitt= lungsblatt ,,, De Indische Bemidde lingsbode" für 30 Gulden pro Jahr liefern. Mit Recht wird davor gewarnt, auf dieses Angebot einzugehen. Der Firma ist nur daran gelegen, die außerordentlich hohe Gebühr einzuziehen. Es ist jedoch bis jetzt kein Fall bekannt geworden, daß durch sie praktisch eine Stelle vermittelt worden wäre. Auch in Niederländisch- Indien haben sich die Verhältnisse in den letzten Jahren sehr verschlechtert. Dort werden jetzt in erster Linie Berufskräfte des eigenen Heimatlandes eingestellt. Damit haben sich die Aus= ſichten auch für den deutschen Auswanderer wesentlich ungünstiger gestaltet. Es ist deshalb dieser Schwindel umso verwerf= licher, als Gehälter bis zu 2000 Gulden monatlich in Aussicht gestellt werden, wie sie nur für hohe und höchste Beamte der großen Gesellschaften in Frage kommen. Es häufen sich die Fälle dieser Art in den letzten Monaten. Es muß deshalb dringend davor gewarnt werden, ohne sachverständige Prüfung durch eine Auswandererberatungsstelle, wie sie auch kostenlos durch die Auswandererberatungsstelle, wie sie auch kostenlos eins für Innere Mission, Darmstadt, Bismarckstraße 55, erfolgt ,, auf ein derartiges Angebot einzugehen. Auch das Schuhwerk in Sowjetrußland rationiert. Wie der„, Lokalanzeiger" aus Moskau meldet, sind dort jetzt auch Schuhe und Stiefel, die bisher noch im freien Handel erhältlich waren, rationiert worden. Der Rat der Volkskommissare hat eine Verordnung erlassen, nach der nur Fabrikarbeiter und ihre Kinder berechtigt find, Schuhe zu kaufen, und zwar unter Vorweisung ihrer Lebensmittelkarte. Diese Verordnung bedeutet, daß auf unbestimmte Zeit nur etwa 300 000 2,2 Millionen Einwohner Moskaus Erlaubnis haben, Schuhwerk zu kaufen. Der Preis für ein Paar Schuhe beträgt etwa ein Drittel des monatlichen Arbeitslohnes eines Arbeiters. Annahme der Aufwertungsnovelle im Reichstag. - pon Die Novelle zum Aufwertungsgesetz ist in fast unveränderter Fassung der Regierungsvorlage, die von uns in Nr. 11 und 12 der„ Hess. Hausbesizer- Zeitung" veröffentlicht worden ist, in dritter Lesung am 15. Juli 1930 im Reichstag angenommien worden. Damit sind die jahrelangen Erwägungen, in welcher Weise Erschütterungen unserer Wirtschaft am Fälligkeitstage der Aufwertungshypotheken es handelt sich um einen Betrag von 6-8 Milliarden Mark abgeschlossen. Die Hauptpunkte sind: Wenn der Gläubiger Rückzahlung der Aufwertungshypothek am 31. Dezember 1931 verlangt, so muß er spätestens am 31. Dezember 1930 kündigen. Kündigt er z. B. erst am 20. Januar 1931, so wird die Hypothek erst am 31. März 1932 fällig. Die Kündigungsfrist beträgt also für den Gläubiger ein Jahr und ist nur auf Quartalsende zulässig. Der Schuldner kann innerhalb drei Monaten nach erfolgter Kündigung die Aufwertungsstelle anrufen und Stundung begehren, die aber nur bis längstens 1934 gewährt werden darf. Ab 1. Januar 1932 sind die Aufwertungshypotheken zu einem Zinssatz zu verzinsen, der von der Reichsregierung mit Zustimmung des Reichsrats festzusehen ist. Dieser Zinsfuß wird der Zeit angepaßt sein, um den Gläubiger für den Nichterhalt des Kapitals zu entschädigen. Eine von bestimmter Seite angestrebte Herausnahme der Tilgungshypotheken hat nicht stattgefunden, jedoch ist die Reichsregierung ermächtigt, für Tilgungshypotheken den über 5 Prozent hinausgehenden Zinsfuß ab 1. Januar 1938 zu ändern. Wir werden darauf nach Ver= öffentlichung der Novelle noch zurückkommen. Von Interesse in diesem Zusammenhang ist noch die gleichzeitige Annahme einer Entschließung, wonach die Zinserhöhung für die Aufwertungshypotheken nicht auf die Mieter abgewälzt werden darf. Als Träger dieser Zinserhöhung bleiben da nur noch der Staat oder der Hausbesitzer. Warum hat man nicht gleichzeitig beschlossen, daß die Steuern um den Betrag der Mehrzinsen zu senken sind? Für die Mieter zu sorgen, hat man es auffällig eilig gehabt. Neue Bücher. - Hindenburg am befreiten Rhein Die Glut flammt auf, neue Unruhen in Aegypten Radfahren und Radrennen Auf dem Kriegspfad und noch vieles andere mehr: Es steht in der„ Woche"! Heft 30 überall für 50 Pfg. - - Freier Rhein Freies Bolt. Die diesjährige Verfassungsfeier wird im Zeichen der Rheinland befreiung stehen. Um der deutschen Jugend eine Erinnerung an die Rheinlandbefreiung zu geben, hat Herr Schulrat Karl Stord im Verlag SchausDarmstadt, Wendstraße 31, ein kleines Büchlein herausgegeben, Freier Rhein Freies Bolt, das mit 5 Bildern geschmückt, die mentlichen Wiſſenſchaft in Leipzig, 1916 trat er an die Spize Kundgebungen der Reichsregierung, der preußischen und der heldes Zentralvereins der Gustav- Adolf- Stiftung und hat sich in dieser Zeit die Pflege der deutschen Auslandsgemeinden, soweit sie evangelisch sind, angelegen sein lassen. Sehr eleganter Eilangebot! 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Albin Klein, Gießen Erscheint M Bezugspreis 2,40 M Fahionsfluß früh 8 2 ndung nicht verlangter 13. Jahrg. Solitiſch Die dänische Regieru tes sowie der Katenv Auguft einberufen, be half- finnischen Zollver Age tiariegen wird. Ric aus Mostou ge na auf zwei Monate i giamien Außenpolitik li Keftinitis. Auf dem Rü und der Reichsregierung über die weiteren deuti warden soll. Der Rat der Interna der nächsten Kongreß d Washington abzuhalten. In den Kojernen d ballichewistische revolutio E chlognahmt. Die Fun diese Truppen regelmä wurden. In Shanghai ist au Bordringen der tommu verhängt worden. Der gegenwärtig in fahrtminister Laurent Flygverbindung Warid über Posen und Berlin Wie aus Mostar per Feierlichkeiten lebergabe von 51 2 foilden. 200 ametitanijoje ausgerüstet werden. Million Dollar. 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