Nr. 24. entstehenden ife von Jahr re Cachwerte en jährlich in Milliarde et, 1% Mil Raud und er ließ inner durch Kinder herz find hier weniger denn n menschlicher auer ertragen he Fehler wie urückzuführen. geben. Ange nd Interessen engefchloffenen eine il bis 4. Mai Durch Vortrag Arbeits- und herausgege für alle", die edante in alle er Nußen und ehämmert wer Presse, Ver Unterstüßung euerwehren des uf dem Gebiet der Feuerver Ben Sache ge wird. Pflicht dem Gelingen auf der letzten nfuhrwerte den rch die sich der eführt: 1925: 1926: 564000 Dz. für 21,0 Mill. Rmk., er Konsum von Einfuhrmengen bis 1929 mehr njchl. Körper. Salze für den urch die wissen: mehr ertann so sehr auf die Verhältnis zu und geringeres Folgen für die Zufuhr gewisser deren heilkräf alt der Quellen . eine besondere Kriege. Eine age Died& Co., hati oder Feld Baron und Ba Rmt. 4,50). Hier regende Erlebnis eladene Geschichte artigen Schidfals orvoll, spannend an der beidersei in in Gießen. Gießen chjekt zu Seiträgen, und Verir Verandie Endoben. age 21 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Die Abgeordneten Dr. Hugenberg, Dr. Schiele und Dr. Oberfohren haben im Reichstag eine Interpellation eingebracht, in der ein Morotorium für den Osten gefordert wird. Die deutsch- französischen Saarverhandlungen waren in letzter Zeit etwas ins Stocken geraten. Die Führer der beiderseitigen Abordnungen haben in einer Unterredung am Donnerstag be= schlossen, die Verhandlungen nunmehr in beschleunigtem Tempo fortzuführen. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde am Freitag die Beratung der Emelka- Angelegenheit mit Rücksicht auf die politische Lage vertagt. Die Bayerische Volkspartei hat beschlossen, das Eanierungsprogramm abzulehnen. Die sächsische Gesandtschaft in München wird mit dem 1. April aufgehoben. Die taktische Lage auf der Flottenkonferenz ist jetzt so, daß Frankreich wiederum in seiner sehr günstigen Lage sich befindet. Eine neue Volljigung der Flottenkonferenz wird am Freitag nächster Woche abgeholten werden. „ Daily Herald" meldet, daß zwischen dem 5. und 10. April der Youngplan im englischen Unterhaus zur Erledigung gebracht wird. Die neuen Zölle für Weizen, Hafer und Gerste sind in Kraft getreten. Die neuen Zollsätze für Malz, Kartoffeln, Mehl, Kleie und Zucker werden am 29. März in Kraft gesetzt. Das Maiszollgesetz wird am 1. April in Kraft treten. Die Tarifverträge für Kämmereiarbeiter der Stadt Ber: lin, die Arbeiter der städtischen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, der Verkehrs- A.- G. und der Gasbetriebsgesellschaft sind von der Berliner Ortsverwaltung des Gesamtverbandes zum 31. März gekündigt worden. Durch diese Kündigung sind rund 60 000 Arbeiter in eine neue Lohnbewegung eingetreten. Die geforderte Lohnerhöhung beträgt 10 Pfennig je Stunde. Der durch den jüngsten südtiroler Erlaß Mussolinis begnadigte Gemeindearzt von Steinhausen im Ahrntal, Dr. Kiener, ift von den Pontinischen Inseln, wohin er strafweise verbannt worden war, mit seiner Gattin in seine Heimat zurückgekehrt und hat seinen Posten als Gemeindearzt wieder angetreten. In Sofia sind zwei geheime kommunistische Komitees endedt und 30 Verhaftungen vorgenommen worden. Die Archive und geheimen Chiffre- Schlüssel wurden beschlagnahmt. Dr. Brüning ( Gießener Tageblatt) | Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 29. März 1930 Der Reichsrat zum Entwurf eines Brotgesetzes. Der Reichsrat beschäftigte sich in seiner Sigung vom 27. Februar mit dem von der Regierung vorgelegten Entwurf eines Brotgesetzes. Der bayerische Ministerialdirektor v. Imhoff führte hierzu aus, daß in den Beratungen der Ausschüsse die Bedenken der Bäcker eingehend gewürdigt worden seien. Die Ausschüsse seien jedoch einstimmig zu der Ueberzeugung gekom men, daß ein Versuch mit dem Brotgesetz gemacht werden muß, wenn es auch nur eine kleinere Teilaktion zugunsten der Landwirtschaft innerhalb des großen Roggenproblems bedeute. Einheitlich war die Auffassung der Ausschüsse auch darin, daß ohne eine gleichzeitige großzügige und nachdrückliche Propaganda zur Aufklärung und zur Erweiterung des Verständnisses für das Roggenbrot nach der Ernährungs- und volkswirtschaftlichen Seite hin das Brotgesetz ein Fehlschlag sein würde. Dabei war nicht nur an Aufklärung und Werbung durch Flugblätter, Vorträge usw. gedacht, sondern im wesentlichen auch durch Schaffung von Musterbeispielen und Gewährung von Prämien an Bäcker, die in größeren Städten vorbildlich vorangehen. Hand in Hand damit müßte die Verbilligung des Roggenbrotes für die Zeit der Einführung gehen. Die Ausschüsse haben an dem Gesetz verschiedene Aenderungen vorgenommen. Wesentlich sind jedoch nur folgende: Der Reichsregierung wurde die Ermächtigung erteilt, zu bestimmen, was Backhilfsmittel sind. Dadurch soll das sonst notwendige umständliche Verfahren vermieden werden. Ferner soll die Vorschrift ,, festes Gewicht", ,, variabler Preis" auch für Weizenbrot gelten. Die Vorschrif ten des Lebensmittelgesetzes sollen unberührt bleiben. Seltsame Wandlungen der 6. P. D. Nach einer Veröffentlichung in der sozialistischen Presse hat die sozialdemokratische Reichstragsfraktion eine Entschließung eingebracht, in der die Reichsregierung ersucht wird, dem Reichstag eine Zusammenstellung über die Bezüge der höheren Beamten der Reichsbank und der Reichsbahn vorzulegen und in der eine Neuregelung dieser Bezüge gefordert wird. Hohe Gehälter sind den Sozialdemokraten keineswegs so unsympathisch, wenn sie an Persönlichkeiten aus ihren Reihen gezahlt werden, was bekanntlich heute keine Seltenheit ist. Das zeigt wieder einmal folgende köstliche Schilderung, die dem christlichen Gewerkschaftsorgan ,, Der Deutsche" entnommen ist: ,, Seit längerer Zeit bemühte sich der Magistrat der schönen Stadt Halle a. d. S., die Umwandlung der städtischen Werke in eine A.-G. vorzunehmen. Dieser Plan fand zunächst wenig Anflang. Die sozialdemokratische Fraktion legte in einer besonderen Denkschrift die Gründe klar, warum aus wirtschaftlichen Gründen die Umwandlung abgelehnt werden müsse. Aber auch aus grundsätzlichen Erwägungen könne die SPD. nicht zulas= mit der Kabinettsbildung beauftragt. fen, daß städtische oder kommunale Werte in eine kapitalistische Berlin, 28. März. Der Herr Reichspräsident empfing Freitag vormittag den Reichstagsabgeordneten Dr. Brüning, und erteilte ihm den Auftrag zur Neubildung der Reichsregierung. Hierbei brachte der Herr Reichspräsident zum Ausdruck, daß es ihm angesichts der Schwierigkeiten der parlamentarischen Lage nicht zweckmäßig erscheine, die fünftige Reichsregierung auf einer foalitionsmäßigen Bindung aufzubauen. Dr: Brüning hat den ihm in dieser Form erteilten Auftrag angenommen. Das Rücktrittsgesuch des Reichskabinetts angenommen. In der Kabinettssitzung am Donnerstag abend beschloß das Reichskabinett, dem Reichspräsidenten die Demission der Reichsregierung zu unterbreiten. Der Reichskanzler begab sich darauf zu dem Reichspräsidenten, um ihm den Rücktritt der Reichsregierung anzuzeigen. Der Reichspräsident nahm den Rücktritt entgegen und beauftragte die Regierung mit der einstweiligen Füh= rung der Geschäfte. Er schloß daran warme Worte des Dankes für die Pflichttreue und Arbeit des Reichskanzlers und der Reichsminister. 57 Stimmen Mehrheit für Tardieu. Paris, 28. März. Am Schluß der Donnerstag- Vormittag= Sigung der französischen Kammer bleibt die Regierung Tardieu mit 362 gegen 319 Stimmen in der Majorität. Da sich eine Mehrheit von 57 Stimmen ergab, trotzdem die gesamte Linke gegen die Regierung gestimmt hat, ist darum die Mehrheit für das Haager Abkommen um so mehr gesichert, als ja für dieses selbst sowohl die Radikalen als auch die Sozialdemokraten stimmen wollen. Edener- Ehrung in Washington. Washinton, 28. 3. An dem feierlichen Akt der Ueberreichung der Goldenen Medaille der National Geographie Society an Dr. Eckener nahmen ungefähr 5000 Personen teil. Unter dem Verdacht des Menschenhandels verhaftet. Saarbrücken, 28. 3. Auf Veranlassung der Obersteiner Polizei wurde hier ein unter dem Spiznamen Negro bekannter Goldarbeiter Becker aus Oberstein unter dem Verdacht des Menschenhandels verhaftet. Becker hat versucht, junge Leute nach Frankreich zu verschleppen, wo er sie in die Fremdenlegion brachte. - A- G. umgewandelt werden. Die christlichen Gewerkschaften befürchten aus der Umstellung eine Schädigung der Interessen der Arbeiter und Angestellten in den in Frage kommenden Betrieben und durch Anziehen der Tarife einen Nachteil der gesamten Bevölkerung. Inzwischen aber begaben sich merkwürdige Dinge. Zu einer A.-G. gehören natürlich ein Direktorium und ein Aufsichtsrat. In beiden Körperschaften werden sehr anständige Gehälter, bezw. ansehnliche Tantiemen gezahlt. Obwohl die sozialdemo= kratische Fraktion im alten Stadtparlament nur über 8 Mandate gegenüber 29 Bürgerlichen, 4 Völkischen und 17 Kommunisten verfügte, boten die bürgerlichen Bekämpfer des Marrismus dem sozialdemokratischen Fraktionsvorsitzenden einen Posten als Direktor der neuen A.-G. an und der kleinen sozialdemo kratischen Fraktion 5 Aufsichtsratsposten. Das Direktorium setzt sich zusammen aus 5 Direktoren! Im Aufsichtsrat ist die sozialdemokratische Fraktion, die jetzt über 9 Mondate verfügt, mit 5 Aufsichtsratsmitgliedern vertreten, während die bürgerlichen Parteien, die einschließlich der Nationalsozialisten über 33 Mandate verfügen, nur mit 8 Leuten vertreten sind. Man wollte offensichtlich die Sozialdemokraten auf diese Weise gewinnen.( Für jede Sigung wird ein Tagegeld von 50 Rmk. gezahlt.) Was nicht für möglich gehalten wurde, trat jetzt ein: die unentwegten Bekämpfer des kapitalistischen Systems, die Befürwortet der Ueberführung aller Produktionsmittel in den Besitz der Allgemeinheit, schwenkten plötzlich um. Die Fraktion der SPD. trat geschlossen für die Bildung der A.-G. ein! Der Bevölkerung war versprochen worden, daß eine Erhöhung der Preise nicht erfolgen werde. Dieses Wahlversprechen hielt man aber nicht lange. Nur wenige Wochen hat die neue A- G. die alten Preise beibehalten. Der Aufsichtsrat hat am 22. Januar mit Wirkung vom 16. Februar 1930 ab Erhöhungen beschlossen. Im Vertrauen auf die Schweigepflicht des Magistrats behauptete dieses Blatt frisch weg, die Erhöhung der Tarife sei gegen die Stimmen der SPD.- Leute erfolgt. Der SPD.- Führer griff den Magistrat wegen der Erhöhung heftig an. Das aber ließ sich der Magistrat nicht nicht gefallen, und der Oberbürgermeister erklärte, daß die Preiserhöhungsbe: schlüsse einstimmig im Aufsichtrsat gefaßt seien. Die SPD.Leute waren wie vom Blitz getroffen. Sie erhoben den Vorwurf gegen den Oberbürgermeister, daß er die Schweigepflicht gebrochen" habe. Es wäre ja auch zu schön gewesen, öffentlich auf die Preiserhöhung schimpfen zu können. Man muß schon sagen, eine unehrlichere Politik, als sie die SPD. betreibt, kann man sich schwer vorstellen." ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 25 Die Finanz- und Wirtschaftspolitik. Eine Reihe führender Männer und Frauen des öffentlichen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Lebens haben angesichts der bevorstehenden Entscheidung über den in den Haager Konferenzen festgestellten neuen Reparationsplan nachstehende Erklärung der Deffentlichkeit unterbreitet: Es ist unerläßlich geworden, die Finanz- und Wirtschaftspolitik in Deutschland grundlegend zu ändern. Sie muß einheitlich und folgerichtig auf die endgültige Drdnung der öffentlichen Finanzen und auf die Steigerung der Produktivität der deutschen Gesamtwirtschaft eingestellt werden. Wir brauchen eine Wirtschafts- und Finanzpolitik, die allen Wirtschaftszweigen, insbesondere auch der Landwirtschaft, eine solche Entfaltung ermöglicht und sichert, daß sie ihrer Aufgabe, den Bedarf der Bevölkerung zu befriedigen und genügend auskömmliche Arbeitspläge zu schaffen, in steigendem Maße gerecht werden können. Die deutsche Wirtschaft muß befähigt werden, sowohl auf dem Binnenmarkt wie auf dem Weltmarkt dem ausländischen Wettbewerb zu begegnen und die Zahlungsbilanz zugunsten Deutschlands erheblich zu verbessern. In der Wahrnehmung der öffentlichen Aufgaben seitens des Reiches, der Länder und der Gemeinden muß das bestmöglichste Verhältnis zwischen Aufwand und Leistung hergestellt werden. Jeder nicht sachlich unbedingt erforderliche öffentliche Aufwand ist zu beseitigen. Die durch die äußeren Verpflichtungen verschärfte Verantwortung des Reiches für die Finanzgebarung auch in Ländern und Gemeinden erfordert, daß die Drdnung der öffentlichen Haushalte als eine einheitliche Aufgabe von Reich, Ländern und Gemeinden betrachtet und unter Führung des Reiches durchgeführt wird. Das ist der einzige Weg, um zu einer echten und dauernden Senkung des Zinsfußes als einer wesentlichen Voraussetzung der Gesundung des Arbeitsmarktes zu kommen. An die Durchführung des Neuen Planes kann aber auch nicht gegangen werden, wenn nicht die Erkenntnis verwirklicht wird, daß die Verpflichtungen des Neuen Planes nur aus einer Volkswirtschaft aufgebracht werden können, die mit ihrer Erzeugung nicht nur den eigenen Verbrauch deckt, sondern darüber hinaus große Ueberschüsse erzeugt. Die Volkswirtschaft bedarf daher auch einer tiefgehenden Erleichterung der öffentlichen Lasten. Eine Fortführung der gegenwärtigen Finanzpolitik in Reich, Ländern und Gemeinden, die die zur Werterhaltung und Kapitalbildung notwendigen Ueberschüsse in weitestem Umfange wegsteuert, ist hiermit wirtschaftlich und politisch unvereinbar. Sie muß grundlegend geändert werden. Die Steuern müssen insbesondere an den Stellen gesenkt werden, wo diese Senkung am wirksamsten dem Kapitalschwund und der Kapitalflucht entgegenwirkt und so die heimische Kapitalbildung fördert. Es handelt sich hierbei nicht um ein Erfordernis der Kapitalbildung um ihrer selbst willen oder gar um das Interesse lediglich der Kapitalbesizer, sondern um die Erhaltung und Ausdehnung der Arbeitsstätten. Es geht um Aufstieg oder Niedergang, Wachstum oder Schrumpfung der deutschen Volkswirtschaft als der gemeinsamen Daseinsgrundlage für Unternehmer und Arbeitnehmer, für Erzeuger und Verbraucher, für Staat und Kultur. Wir sind der Ueberzeugung, daß nur eine solche Politik, die sozial wie wirtschaftlich gleich unerträgliche Arbeitslosigkeit allmählich zu überwinden vermag. Nur auf diesem Wege ist eine Ausdehnung der Beschäftigungsmöglichkeiten und eine wirkliche Steigerung der Kaufkraft möglich. Wir sehen gemeinsam in der Förderung der gewerblichen und landwirtschaftlichen Produktion und in der Verbreitung und Hebung des Wohlstandes in den weitesten Schichten unseres Volkes eine Vorbedingung für unseren nationalen und kulturellen Aufstieg. Aber ebenso gemeinsam sind wir der Ueberzeugung, daß dieses Ziel nur erreicht werden kann, wenn auf der einen Seite die Wirtschaft selbst in allen ihren Gliedern sich ihrer vollen Verantwortung gegenüber Staat und Volk bewußt ist, auf der anderen Seite aber auch der Staat in den kommenden Jahren die Erfordernisse einer streng sachlichen Wirtschaftspolitik erfüllt. Das mag für viele Beteiligte nicht angenehm sein. Eine solche Wirtschaftspolitik ist aber für die Zukunft des deutschen Volkes unbedingt erforderlich. Wir erwarten von allen staatsbejahenden Kräften unseres Vaterlandes, vor allem von Reichstag und Reichsregierung, daß sie nach dieser Erkenntnis handeln werden und die hier betonten Erfordernisse, insbesondere im Zusammenhang mit der Entscheidung über den Youngplan, als eine untrennbare Einheit betrachten und durchführen werden. Aus den Reihen des Handwerks haben diese Erklärung folgende Personen unterzeichnet: Wilhelm Hecker, Düsseldorf, Karl Hermann, Berlin, Dr. Meusch, Hannover, Ernst Pflugmacher, Magdeburg und Harry Plate, Hannover. Die Anschuldigungen gegen Böß. Berlin, 28. 3. In der nunmehr fertiggestellten Anschuldigungsschrift wird gesagt, daß sich der Oberbürgermeister nicht in genügendem Maße über die Verwaltungsgeschäfte unterrichtet habe, und daß sich infolgedessen die Mißstände entwickeln konn ten. Die Pelzaffäre wird bei dem Disziplinarverfahren eine große Rolle spielen. Samstag, den 29. März 1930. Stadtratsjißung Gießener Zeitung am Donnerstag, den 27. März 1930. Die an Verhandlungspunkten sehr reiche Tagesordnung wickelte sich im großen und ganzen reibungslos ab. Es handelte sich auch fast durchweg um kleinere Vorlagen, denen man glaubte, selbst mit dem ungedeckten Defizit im Haushaltsplan des laufenden Jahres zustimmen zu dürfen. Dieser Haushaltsplan liegt den Fraktionen zur Zeit im Entwurf zur Beratung vor, die nächste Stadtratssitzung wird auf alle Fälle mehr auf Kampf eingestellt sein. In der vorgestrigen Situng wurden nur geVorpostengeplänkel. Fühler ausgestreckt - * Sigungsbericht. Am Magistratstisch fehlen der Herr Oberbürgermeister und der Beigeordnete Klingspor. Auch im Saal ist manche Lücke. Die Verhandlungen leitet Herr Bürgermeister Dr. Seib. Dem Verkehrsverein werden auf Gesuch weitere 1000 Rmf. Zuschuß für 1929 zu den Kosten der Herstellung je eines großen und kleinen Führers, von Stadtplänen und eines Hotel- und Gaststättenverzeichnisses bewilligt. Der Antrag wurde gegen eine kommunistische Stimme angenommen. Zu diesem Punkt sprach nach dem Berichterstatter, Stadtratsmitglied Horn, Stadtratsmitglied Schwieder, der die eminent wichtige Arbeit des hiesigen Verkehrsvereins in interessanten Ausführungen näher schilderte und betonte, daß von Jahr zu Jahr der Fremdenbesuch nach Gießen wachse, daß die Schönheiten unserer Stadt und seiner Umgebung langsam auch weiteren Kreisen bekannt werden. Der Redner schloß mit dem Appell, Mitglieder für den Verkehrsverein zu werben, um ihn auch finanziell unabhängig zu machen und trotzdem im kommenden Jahre statt 10 000 Rmt. lieber 15 000 Rmk. für Verkehrswerbung in den städtischen Haushaltsplan einzustellen. Die Volkshochschule - An der Debatte beteiligten sich noch die Stadtratsmitglieder Fischer, Horn, Mann und Nicolaus. Der Antrag des Finanzausschusses wurde dann gegen die Stimmen der Wirtschaftl. Vereinigung angenommen. bat( Tagesordnung Punkt 2) gleichfalls um Gewährung weiterer städtischer Zuschüsse. Der Referent Stadtratsmitglied Leop. Mayer, begründete den vorliegenden Antrag des Finanz Ausschusses. Die Volkshochschule Gießen verlangte, da der Zuschuß des Staates für 1929 2900 Rmt. betrage, den gleichen Zuschuß auch von der Stadt und zwar für 1929 und 1930. Für 1929 war ursprünglich 1200 Rmt. zur Verfügung gestellt, 1700 Rmt. wurden mithin nachgefordert. Der Finanzausschuß aber glaubte in Anbetracht unserer angespannten Finanzlage für 1929 nur 1200 Rmt. nachbewilligen zu können und für 1930 vor den Etatsverhandlungen noch nichts versprechen zu können. Gegen den Antrag sprach der Führer der Wirtschaftl. Vereinigung, Stadtratsmitglied Nicolaus, der betonte, daß die Volkshochschule z. Zt. von Bevölkerungskreisen frequentiert würde, die ruhig einen Teil der Mehrunkosten tragen könnten. ratsmitglied Dr. Gumbel( S.) wendet sich in längeren Ausführungen gegen diesen Standpunkt. Interessant waren seine Aufschlüsse über den Besuch dieses Instituts: 1926: 305 Hörer, 1927: 393 Hörer, 1928: 378 Hörer und 1929: 491 Hörer, davon sind 15 Prozent noch nicht 20 Jahre und 60 Prozent zwischen 20 und 30 Jahre alt, und wie der Redner meinte, setzt sich der Besucherfreis aus allen Bevölkerungsschichten zusammen. Stadt Aus dem Dorf Beuern bei Gießen. Punkt 3: Der im Voranschlag des Lyzeums für 1929 für Reinigungszwecke eingestellte Kredit von 2600 Rmf. wurde um 383,28 Rmf. erweitert( Lohnerhöhungen und längeres Schuljahr). ( Zeitbetrachtungen, Heimische Erwerbsarten). ( Eigentumsrecht vorbehalten). Von Wilh. Arnold 5. zu Bewern. 3. Fortsetzung. Punkt 4: Der im Haushaltsplan für 1929 für„, Wasserbedarf" des Schlachthofes vorgesehene Kredit wird um 6500 Rmk. erweitert. Punkt 5: Nachbewilligt werden für die Kosten der uschädlichen Beseitigung des untauglich befundenen Fleisches auf dem Schlachthof 500 Rmt.. Punkt 6: Der Kredit für die Sanitätswache auf dem Viehmarktplatz für 1929 wird um 190 Rmf. erhöht. Punkt 7: Der Kredit zum Ausbau des Parkplates für Viehtransportwagen auf dem Viehmarktplatz am Güterbahnhof wird um 3000 Rmf. erweitert. Die Krediterweiterung ist dadurch nötig geworden, daß neben den geplanten Planierungsarbeiten auch eine Schotter- und Schlackenaufschüttung notwendig ist. Erhöhung der Müllabfuhrgebühren Bei der Förderung der Manganerze war der mit eingelagerte Eisenacker völlig unbeachtet geblieben und vernichtet worden. Zwei hiesige Bergleute, Fr. Arnold und Kd. Damm, unternahmen die Ausbeute desselben, die ihnen bis zum Jahre 1889 einen freilich nicht immer überreichlichen Verdienst brachte. Die Güte des geförderten Materials war verschieden( der sogenannte Goldacker durchzog nur in dünnen Schichten dasselbe). In Bahnwagenladungen ging die Abfuhr nach Butzbach, wo in den Ockermühlen des Fabrikanten Küchel die Verarbeitung erfolgte. ist der nächste Punkt der Tagesordnung. Hierzu liegt folgender Antrag des Finanzausschusses vor: ,, Um die Kosten für die Müllabfuhr voll zu decken, werden die Müllabfuhrgebühren ab 1. 4. 30 von 0,92 Pfg. für 100 Pfg. Grundmiete auf 1,16 Pfg. für 100 Pfg. Grundmiete erhöht." - Der Referent, Stadtratsmitglied Goerz, teilt mit, daß die Erhöhung der Löhne und weiterer Unkosten und uneinbringliche Rückstände(!) ein Defizit von ca. 10 000 Rmf. zur Folge hätten. Dieses solle durch die Erhöhung für die Zukunft ausgeglichen werden.- Stadtratsmitglied Mann( S.) lehnt die Vorlage ab, da seine Fraktion grundsätzlich gegen diese Abgabe sei, die vor Stadtratsmitglied dem Kriege in der Miete einbegriffe war. Nicolaus korrigiert zunächst seinen Vorredner, der sehr wohl wisse, daß das, was er behaupte, nicht den Tatsachen entspreche, denn vor dem Kriege wurde die Müllabfuhr aus Steuermitteln der Städte, erhoben als Zuschlag zur allgemeinen EinkommenSteuer, bezahlt. Es sei im übrigen nicht mehr wie Recht, wenn jeder die Unkosten decke, die er mit verursache. In die Debatte greifen noch kurz ein die Stadträte Lodz( N.-S.), Lepper ( K.) und Mann( S.). Der Antrag wird dann gegen die Stimmen der Linken angenommen. - Nr. 25. plan vorgesehenen neuen Straßen erhalten folgende Bezeich nungen: Schwarzlachweg, Am Sandfeld und Werraſtraße. Punkt 12: Die Ortssagung betr. die Erhebung von Gebüh ren für die Reinigung der Straßen und Plätze in der Stadt Gießen erhält in§ 1 nach Satz 1 folgenden Zusatz: Punkt 9: Ein Gesuch der Studentenhilfe um Erlaß der Kosten der Einfahrt zur Garage des neuen Studentenhauses in Höhe von 426,73 Rmt. wird genehmigt( gegen 1 kommunistische Stimme). Die Kosten werden auf die Stadtkasse übernommen. Punkt 10: Die Aenderung der Bau- und Straßenfluchtlinie im Hollerweg entsprechend dem Plan des Vermessungsamtes vom Januar 1930 wird genehmigt. Durch Zufall entdeckte zuletzt der bei dem Bergwerksunternehmer Petri aus Gießen beschäftigte Bergarbeiter Fr. Arnold das Kieselgurlager im Pfarrwäldchen, das dort an einer Stelle zu Tage trat. Das der Pfarrei gehörige Gelände erwarb ein Herr Wildenhain, gleichfalls aus Gießen, um den Preis von 10 000 Rmt. Da er jedoch die Mittel zum Betriebe nicht be= saß, ging dasselbe durch Kauf in den Besitz eines Engländers, des Sohnes des Bergwerksdirektors Wilson zu Gießen über. Mit großem Aufwand hat derselbe das über 20 Meter mächtige Lager erschlossen. Der geplante Verkauf an eine Gesellschaft zerschlug sich aber, da man über die Höhe der Summe sich nicht einigen konnte. Dann kam der Krieg. Wilson ging nach Canada. Fast wäre das Werk der Beschlagnahme durch den Staat verfallen. Wie man hört, ging es aber deshalb nicht an, weil eine gewisse Gewerkschaft Klaus Ansprüche darauf erhob. Seitdem ruht das Werk. Punkt 11: Die Ortsbausagung zum Bebauungsplan über das Schwarzlachgebiet wird genehmigt. Die in dem Bebauungs. dies gilt( die Zahlungspflicht der Anwohner. D. Red.) auch dann, wenn zwischen Grundstück und der Straße eine öffentlichen Zwecken dienende Grundfläche( z. B. Anlagen, Böschungen, Gräben usw.) liegt. Hiermit ist eine Lücke in der betreffenden Satzung geschlos= sen. Unbillige Härten, die an einigen Stellen der Nord- und Südanlage vorliegen werden, können forrigert werden. Nach längerer Debatte, an der sich die Herren Launspach, Fischer, Dr. Hamm und Loeber beteiligen, findet der Zusatz einstimmige Annahme. Punkt 13: Der Antrag des Betriebsausschusses: Der Wasserversorgung der Gemeinde Lindenstruth durch das Wasserwerk Gießen, nachdem der neue Wasserbehälter bei Annerod gebaut ist, wird zugestimmt, - fand einstimmige Annahme. Der Wasserverbauch der Gemeinde Lindenstruth beträcht im Jahre nicht mehr, wie ein Tagesverbrauch der Stadt Gießen. Punkt 14: Dem Baugesuch des Hch. Schmall zur Errichtung einer Halle in der Bootshausstraße unter Befreiung von§ 5 des Ortsbaustatutes vom 6. 7. 88 wird entsprochen. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Bei Erledigung dieses Punktes der Tagesordnung entspinnt sich eine Debatte über rein grundsägliche Fragen. Stadtratsmitglied Becker bittet die Stadtverwaltung, sich bei Vergebungen an die Reichsverdingungsordnung zu halten, wonach nicht unbedingt dem billigsten Anbieter der Zuschlag zu erteilen ist, sondern von den zu vergebenden Stellen zu prüfen ist, ob bei dem abgegebenen Preis ein angemessener Gewinn für den Bieter bleibt. Beigeordneter Dr. Hamm stellt fest, daß nach diesem Stadtratsmitglied Prinzip schon dauernd verfahren wird. Launspach rügt die scharfen, von der Stadt bei Arbeitsvergebungen gestellten Bedingungen. Das gleiche stellt auch Stadtratsmitglied Löber fest, der viele Mißstände aber auch auf die mangelnde Solidarität der Handwerker selbst zurückführt. Stadtratsmitglied Lenz verlangt Ueberarbeitung der Arbeitsbedingungen. Beigeordneter Dr. Hamm betont, daß die scharfen Bedingungen in den Arbeitsverträgen nicht für den anständigen Handwerker bestimmt seien, ihre Aufstellung sei aber im Laufe der Zeit nötig geworden, um die Interessen der Allgemeinheit gegen weniger anständige Handwerker wahrzunehmen. Aber bei berechtigten Klagen könne man Milderungen vornehmen. Ganz sichere Belege für das Bestehen einer Ziegelei finden sich erst zu Anfang des vorigen Jahrhunderts und zwar ist es die von Heuchelheim stammende Familie Volkmann, die einen Brennofen und ein Trockenhaus am Hagenbachsberg erbaute, dort, wo es noch heute ,, bei der alten Ziegelhütte" heißt. Das Wohnhaus befand sich in der Mezzeng im Ort. Um diese Zeit bescheinigt Heinrich Volkmann von Beuern den Empfang eines Betrages für gelieferte Ziegel.( Aus Großen- Busecker Kostenrechnungen). Im Jahre 1848 wurden die Ziegelei- Gebäulichkeiten in der Hagenbach abgetragen und auf die Azenwiese versetzt. Die Gründe dafür waren wohl der entlegene und ungünstige Standort in der Hagenbach und die Schwierigkeit der Herbeischaffung des Materials. Zwei Söhne Heinrich Volksmanns, Philipp und Wilhelm, betrieben das Handwerk weiter. Die Verhältnisse des ersteren aber gingen in der Folge sehr zurück, sodaß er sich entschließen mußte, nach Amerika auszuwandern. Dadurch wurde aber auch sein Bruder Wilhelm in Mitleidenschaft gezogen. Die Haftung für Reisegeld und eine Bürgschaft von 1000 Gulden überlasteten auch ihn so, daß er mit der ge= samten Familie seinen weiteren Lebensunterhalt in der fernen Hauptstadt Frankreichs suchen mußte. Als eine der ältesten Verdienstquellen an hiesigem Ort ist noch der Ziegelhüttenbetrieb zu erwähnen. Es liegen Gründe vor, die auf Herstellung von Ziegeln schon im 18. Jahrhundert schließen lassen. Der jetzige Ziegelei besitzer Lindenstruth bewahrt einen Dachziegel mit der Aufschrift Friedrich Bergens und der Jahreszahl 1745, der am Ziegenberg gefunden worden sein soll. Einen ähnlichen Ziegel besitzt der Schuster Keil in Fünfhausen, einem Ortsteil Beuerns, auf seinem Hausdach, der von der alten Hofscheuer stammen soll. Die letztere wurde um das Ende des 18. Jahrhunderts abgetragen. Auch das Pfarrhaus war um jene Zeit schon mit Ziegeln gedeckt. Das Schwalbachische Wohnhaus in der Mezzeng hatte, wie aufgefundene Scherben zeigen, eine Bedachung mit Falzziegeln. Sonst war die Strohbedachung noch allgemein. Die Benennung Ziegelberg, sowie Spuren von Lehmabgrabungen nach den Azenwiesengärten hin, unterstützen die Vermutung, daß damals schon, vielleicht ein ganz geringer Betrieb daselbst bestanden hat. Die Familie Bergens war zugezogen und in der Borngasse in einem Nebenhäuschen( jetzt abgetragen und zur Ph. Lindenstruthschen Hofreite gehörig) wohnhaft. zu: Auch Dann stimmte man ohne Debatte folgenden Vergebungen a) Die restlichen Maurer-, Beton- und Eisenbetonarbeiten zur Herstellung des Schalt- und Transformatorenhauses für das Eelektrizitätswerk werden der Firma Rinn- Gießen für 14 994,50 Rmf. übertragen. Gamstag, de gleichen Objekt Preise von 352 b) Die ftah Tiefert die Firm e) für die 2 ferung von Herd Worms zum Pre b) Die Schlosserarbeiten zum gleichen Objekt führen aus: Teil 1 Schlossermeister Kunz für 6446,96 Rmt., Teil 2 Schlossermeister Braun für 5105 Rmt., Teil 3 Schlosservereinigung Gießen für 12 273 Rmt. Das Anwesen auf der Azenwiese, in welchem Phil. Volkmann bereits eine Wirtschaft eingerichtet hatte, ging durch Versteigerung an einen gewissen Zörb aus Heuchelheim über. Nachlässigkeit im Betrieb und Hang zur Trunkenheit sollen die wesentlichen Ursachen seines wirtschaftlichen Zusammenbruches ge= wesen sein. Indessen ist es seinen Nachkommen jenseits des Ozeans wieder gelungen, hochzukommen. Eine angeblich sehr reiche Tochter J. Ph. Volksmanns besuchte vor einigen Jahren wieder einmal im Auto die Heimat. Auch die Familie seines Bruders Wilhelm hat sich wieder empor gearbeitet, der spätere Kriegsgräberwärter bei St. Privat Konrad V. hinterließ bei seinem 1907 erfolgten Tote ein Vermögen von etwa 60--70 000 Rmt. Von Philipp Volkmann erwarb das Anwesen sein Schwager H. A. Lindenstruth, der neue Einrichtungen schuf und den Ziegelbetrieb zur höchsten Entfaltung brachte. Durch den Umbau des Brennofens ging aber die seither mitgeübte Kalkbrennerei verloren, dagegen war es aber für das örtliche Bauwesen von Wichtigkeit, daß sich Lindenstruth bezl. dessen Sohn und Nachfolger Wilhelm nun mit der Herstellung von Feldbrandsteinen( links der Buseckerhohl) bis kurz vor dem Krieg befaßte. Während der Kriegsjahre mußte der Betrieb eingestellt werden und erst in diesem Jahr( 1920) konnte derselbe wieder aufgenommen werden. c) Das Liefern und Einlegen von Riffelblechabdeckungen zum Welteren noch bekannten Stro ächer herstellten. Unser letzter Dachmann Stein war ein altes prächtiges Original. Er litt 3. B. nicht, daß ich mich beim Ofen wärmte.„ Verdirb dir deine Natur nicht", pflegte er zu sagen. Er hatte den schönen Beinamen ,, Der Gipser". Ob das mit seinem Handwerk zusammenhing? Eines der letzten Beuerner Gebäude, das ein Strohdach zierte, habe ich in einer Zeichnung festgehalten. Ueber das Decken der Dächer in der ältesten, Zeit sind wir bloß auf Vermutungen angewiesen. Man scheint Holzschindel geformt und auf den„ Truttern" aufgehängt und mit kleinen Strohseilen befestigt zu haben, worauf wohl die Namen Dächsler und Strohmänner zurückzuführen scheint. Später treten dann die Namen„ Dachmänner" auf( vielerorts auch„ Schober" ge= nannt), die mit großer Geschicklichkeit und Sauberkeit die uns f) Betr. Wa von Schleudergu zum Pretje von g) Die Herste Regnungsjahr 19 Don 8098 Rmt. D Buntt 16 der a) für die Ka der Türen 125 R b) für das anitalt und Wi 4000 Rmf.; c) für Initan 1500 Rmt.; d) für Neupf 100 Rmf.; e) für Berei Erwerbsloje 10 00 Zu diesem Dag zur Zeit 25 insgesamt monat welche Gegenlei Möglichkeit, eini wozu die Ausge dergestalte, daß noch 2-4 Mar Auch Mühlärzte gab es zu Beuern. An dem Hause des letz ten Vertreters dieses Standes( namens Lepper) war seither noch das handwerkliche Wappen, ein Rad mit Beil angebracht. Schon 1580 und noch früher begegnet man in alten Akten einem Math. Mollnarzt; er hat die Krebsmühle erbaut. Nach der Ueberliefe rung steht diese Mühle jetzt an dritter Stelle. Das konnte ich mir lange nicht erklären, fand es aber in einer Urkunde( in Me moriale usw.) bestätigt. Der brave Müller hat sein ,, Molnchen" abgebrochen und anderwärts wieder aufgerichtet, geriet aber darüber in Streit mit den Ganerben, die die Wasserrechte de saßen. Von dem eben erwähnten Mathäus Mollnarzt kommen auch noch Nachkommen( Hans M. usw.), vor. Merkwürdig, wie manche Familien ihr übernommenes Handwerk oder Gewerbe auch im Namen bewahrt haben. Ein Beispiel dafür bietet auch der Name ,, Benner". Die Vorfahren haben Züber, Eimer, Büt ten und Fäßer gebunden, alles reiflich überlegt. und Beigeordn nähere Erläut Vorlage. De f) für Um abjaugevorrid Schule werden g) für die Straße werden Rmt. zur Verfi h) desgleic Schillerstraße 2 Unter den Erwerbsarten einer früheren Zeit war wohl der Handel mit Blutegeln einer der schwierigsten. Recht anschaulich schildert O. Glaubrecht in seiner Erzählung ,, Anna, die Blutegel händlerin" die damit verbundenen Mühseligkeiten, Beschwerden und Gefahren. Als hiesige Teilnehmer werden überliefert: cin gewisser Schneider( Vetter des jetzt noch lebenden Christoph Keil), der Vater des letzteren, gewöhnlich der alte Schusterkeil genannt, und Weimar, der alte Schäferhannes. Die beiden er ſten holten die Egel nur in Polen; den Vertrieb nach dem We sten, nach Holland oder Belgien, übernahm ein gewisser Stein in der Hintergasse. Zu Unterbessingen bei Lich sind heute noch die Reste der Gruben zu sehen, in denen die Blutegel verwahrt wurden. Sie wurden in Kästen mit weichem Moos versandt. Zu Gießen in dem kleinen Häuschen des Gärtner Becker in der Kaiserallee befand sich auch eine Niederlage für Blutegel. Herr Stein aus der Hintergasse soll natürlich bei dem Verkauf an be ſten abgeschnitten haben. Der genannte Schäferhannes foll außer den Blutegeln auch noch eine Frau mitgebracht haben. Es wird erzählt, daß er derselben in ihrer Heimat vorgespiegelt habe, wie reich sein Vater daheim sei, wie sie 2 Pferde und eine Herde Schafe hätten. Als sie nun auf den Stirnberg kamen erblickten sie auch eine weidende Herde auf dem gegenüber lie genden Steinerberg.„ Siehe, das sind unsere Schafe" sagte er. Nach andern sahen bei ihrer Ankunft vor der väterlichen Woh nung zwei große Hunde zum Hofe heraus.„ Kaspar, sind das euere beiden Pferde?", fragte die Frau.„ Jawohl", erwiderte er. Fortsetzung folgt. Puntt 17: Trägerschaft d Maschinenbau 750 Rmf. betr gefehen, um Buntt 1 schaft der K nenbauschule M der da Mundg nur ed Dri Berze Darf „ Ich da flar, was t tun hat?" Piet bli „ Ich ve ganz vergeffe tritt zum B Der deu Der Nacht g fidh die ganz Das is Piet bl Weiter Gie einmal Schweiter Er erh am Gehen. 3immer ve bewegte u Regun er auf un Gie San Er r Gibn „ Laz Liebe. W Mein Sanje Sache bett Schein un Entge zu stehen. Und War er mit id Verw fie doch so Sanj tes. Wir Pfui, Gie 3 Hans Nr. 25. gende Bezeich trastraße. ng von Gebüh in der Stadt B: ohner. D. Red.) er Straße eine 3. B. Anlagen agung geschlos der Nord- und werden. Nad ch, Fischer, Dr. instimmige An uffes: denstruth durg Wafferbehälter bauch der Ge mehr, wie ein zur Errichtung reiung von§ 5 en. ngen, nung entspinni en. Stadtrats ei Vergebungen onach nicht un zu erteilen ist, üfen ist, ob bei nn für den Bie daß nach diesem tadtratsmitglied Irbeitsvergebun auch Stadtrats ch auf die manüdführt. Aug ng der Arbeits t, daß die schar für den anstän ung sei aber im essen der Allge wahrzunehmen. ilderungen vor en Vergebungen senbetonarbeiten enhauses für das Ben für 14 994,50 jeft führen aus: Teil 2 Schlosser Dereinigung Gie abbedungen zum en. Unser letzte Original. Er li Verdirb dir dein en schönen Beine dwerk zufammer Das ein Strohdal em Haufe des let ) war seither nod angebracht. Scho ften einem Mat ach der Ueberlief e. Das fonnte i Urkunde( in M at sein ,, Molndher ichtet, geriet ab e Wafferrechte d Molinarzt fomme Merkwürdig, w Derf oder Gewerk I dafür bietet au Büber, Eimer, Bü egt. Zeit war wohl d Recht anschauli nna, bie Blutege eiten, Beschwerd en überliefert: ebenden Chrift er alte Schusterte es. Die beiden trieb nach dem W ein gewiffer She Lich sind heute no Blutegel verwah em Moos verfant Gärtner Beder in da für Blutegel. Her dem Verkauf an b Schäferhannes f mitgebracht habe Seimat vorgespieg e 2 Pferde und ei Stirnberg tama dem gegenüber re Schafe" fagte Der väterlichen W „ Kaspar, sind d Jawohl, erwider Samstag, den 29. März 1930. gleichen Objekt ist übertragen Schlossermeister Ziegler zum Preise von 3520 Rmf. d) Die stahlgepreßten Türen und Tore zum gleichen Objekt liefert die Firma Renner, Landshut, zum Preise von 7376 Rmt. e) für die Wohnungsbauten in der Schwarzlach ist die Lieferung von Heraklithplatten nebst Zubehör der Fa. Schüßler in Worms zum Preise von 4014,75 Rmf. übertragen. f) Betr. Wasserversorgung Heuchelheims wird die Lieferung von Schleudergußrohren dem Deutschen Gußrohrverband Köln zum Preise von 17 334 Rmt. übertragen. g) Die Herstellung von Gas- und Wasserleitungsgräben im Rechnungsjahr 1930 wird an die Fa. Weimer- Gießen zum Preise von 8098 Rmt. vergeben. Kreditbewilligungen. Punkt 16 der Tagesordnung. Bewilligt werden: a) für die Kapelle auf dem alten Friedhof zur Umänderung der Türen 125 Rmf.; b) für das Wiegehaus( Fuhrwerkswaage) mit Bedürfnisanstalt und Wiegemeisterwohnung, Hinter der Westanlage, 4000 Rmf.; c) für Instandsetzungsarbeiten in den beiden Stadthäusern 1500 Rmf.; d) für Neupflasterung vor dem städt. Haus Schützenstr. 10 100 Rmt.; e) für Bereitstellung von Fürsorgearbeit für ausgesteuerte Erwerbslose 10 000 Rmf. Zu diesem Punkt führt Stadtratsmitglied Mann( S.) aus, daß zur Zeit 250 Erwerbslose Fürsorgeunterstützung beziehen, insgesamt monatlich 15-20 000 Rmk., ohne daß die Stadt irgendwelche Gegenleistung dafür habe. Es bestände nunmehr die Möglichkeit, einige Arbeiten als Fürsorge- Arbeiten auszuführen, wozu die Ausgesteuerten herangezogen werden sollen und zwar dergestalte, daß sie ihre Unterstützung weiterbeziehen und dazu noch 2-4 Mark Aufgeld die Woche. Beigeordneter Dr. Seib und Beigeordneter Dr. Hamm geben zu obigen Ausführungen nähere Erläuterungen. Die radikalen Flügel sprechen gegen die Vorlage. Der Antrag wird angenommen; f) für Umänderungsarbeiten und Einrichtung einer Späneabsaugevorrichtung in der Schreinerlehrwerkstätte der Gewerbeschule werden 2750 Rmf, bewilligt; g) für die Ausstattung der neuen Berufsschule in der Kirchstraße werden nach einiger Debatte über die Deckungsfrage 29 000 Rmt. zur Verfügung gestellt; h) desgleichen für die Ausstattung des Schulhauses in der Schillerstraße 29 000 Rmt. Punkt 17: Die Stadt Gießen übernimmt ab 1. 4. 1930 die Trägerschaft der Schuhmacherfachschule an der Gewerbe- und Maschinenbauschule. Der Zuschuß darf im Jahr nicht mehr wie 750 Rmf. betragen, auch sonst sind verschiedene Sicherungen vorgesehen, um die Stadt vor. finanziellen Opfern zu schützen. Punkt 18: Desgleichen übernimmt die Stadt die Trägerschaft der Keramischen Werkstatt an der Gewerbe- und Maschinenbauschule. Jährlicher Maximalzuschuß 500 Rmt. ,, Gießener Zettang Punkt 19: Zur Beschaffung für Oelschalter für das Elektrizitätswerk werden 4020 Rmt. bewilligt und die Vergebung der Lieferung an die A. E. G. Gießen und die Bergmann- Elektrizi= tätswerke genehmigt. Punkt 19a. Dem vorliegenden Entwurf einer Polizeiverordnung betr. der Kraftdroschtenordnung für Gießen wird zustimmt. Punkt 196. Die Rechnung des Wohlfahrtsamtes für das Rechnungsjahr 1928 ist geprüft und wird genehmigt. Punkt 20. Das Gesuch des Dekonomen Heistermann, Marburgerstraße 66 um Uebertragung der Bullen- und Eberhaltung, sowie der seither an Defonom Gottmann verpachteten Grundstücke wird genehmigt. Die von der land- und Forstwirtschaftlichen Deputation ausgearbeiteten Bedingungen werden gebilligt. Mitteilungen. Zu diesem letzten Punkte der Tagesordnung lag nichts vor. Nur der Kommunist Lepper hielt die Versammlung noch durch einige, völlig belanglose Anfragen auf. Schluß der öffentlichen Sigung: 7,30 Uhr. Lofales. * Ende der berufsüblichen Arbeitslosigkeit. Der Reichsarbeitsminister hat durch Erlaß vom 21. März 1930 für die Berufe und Gewerbe, in denen eine berufsübliche Arbeitslosig= keit einheitlich für das ganze Reichsgebiet anerkannt ist, das Ende der berufsüblichen Arbeitslosigkeit für den Winter 192930 auf den Ablauf des 29. März 1930 festgesetzt. * Prof. Dr. Poppert 70 Jahre alt. Seinen 70. Geburtstag konnte dieser Tage Geh. Medizinalrat Prof. Dr. med. Peter Poppert, der Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik, begehen. Der in Offenbach a. M. geborene Gelehrte wurde 1900 Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik. * Goldene Hochzeit. Das Ehepaar Kaspar Herdt, Wiesecker Weg 28, begeht heute das seltene Fest der goldenen Hochzeit. * Von der Universität. Der ordentliche Professor in der Philosophischen Fakultät, Geh. Hofrat Professor Dr. Walter Koenig, ist auf sein Ersuchen in den Ruhestand versetzt worden. * 40 000 Zigaretten gestohlen. In der Nacht auf Mittwoch drangen Einbrecher in das Lager und den Verkaufsraum eines hiesigen Zigareetengeschäfts ein, wo sie außer Wechselgeld noch etwa 40 000 3igaretten entwendeten. Ferner nahmen die Spitzbuben eine größere Anzahl Holzpfeifen mit. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen diesem Einbruch und einem glei= cher Art, der sich vor wenigen Tagen in Marburg zutrug. * Gefängnis für einen Gepäckwagendieb. Das erweiterte Schöffengericht hatte sich am Mittwoch mit dem seit 1906 auf dem Bahnhof Gießen als Wagenmeister tätigen Wilhelm Kaus zu beschäftigen. Schließlich wurde Kaus als derjenige ermittelt, der seit einiger Zeit in der Nacht in den von ihm zu reinigenden Gepäckwagen ganze Gepäckstücke an sich nahm, oder Gegenstände Mißfarbene Zähne Nr. 25. aus den Paketen an sich brachte und die Pakete geleert weiter befördern ließ. Wegen dieser Diebereien erhielt der ungetreue Beamte jetzt ein Jahr Gefängnis als Strafe zudiktiert. * Verbesserung der Zugverbindungen Gießen- DillenburgSiegen. Der Wests. Verkehrsverband e. V., Dortmund, teilt mit: Um die zur Zeit zwischen Gießen und Siegen bestehende Zuglücke von 6,36 bis 11,32 Uhr auszufüllen, wird die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. unserem Antrage entsprechend zum Sommerfahrplan 1930( ab 15. 5.) einen weiteren Personenzug einlegen, der unter der Nummer 1625 von Gießen bis Sie= gen durchgeführt wird. Der Zug wird in der folgenden Zeitlage verkehren: Gießen ab 10,20, Dillenburg an 11,17, Haiger an 11,29 ab 11,30, Siegen an 12,07. Der zur Zeit auf der Strecke Dillenburg- Siegen vorgesehene P 1867, Siegen 12,03, fällt als= dann fort. * Kraftpostlinie Gießen Gambach. Vom 1. April ab wird die Haltestelle Ludwigsplatz, der in den Betrieb der Deutschen Reichspost übergehenden Linie aufgehoben. Die Kraftomnibusse halten innerhalb der Stadt bei den Fahrten von Gambach: 1. am Schiffenberger Weg, Anfang Gnauthstraße, 2. in der Bleichstraße, Kreuzung Ludwigstraße, 3. Südanlage, zwischen Bleichstraße und Selterstor und 4. am Bahnhof. Bei den Fahrten nach Gambach halten die Kraftwagen: 1. am Bahnhof, 2. Westanlage bei Tribus& Sundheim, gegenüber dem Torhäuschen, 3. Bleichystraße, Kreuzung Ludwigstraße, 4. Gnauthstraße, Ecke Schiffenbergerweg. Diese wird * Kraftpostlinie Gießen- Lausbach- Wißmar. am 1. April eröffnet. Es sind folgende Haltestellen vorgesehen: 1. Gießen: Bahnhof und Oswaldsgarten, 2. Launsbach: Schule und Gemeindebackhaus und 3. Wißmar: Post und Gasthaus Reeh, außerdem wird bei Bedarf an der Abzweigung des Launsbacherweges in der Krosdorferstraße gehalten. * Kraftpostlinie Gießen- Hochelheim. Dem Antrage der an der Linie Gießen- Hochelheim beteiligten Garantiegemeinden gemäß, läßt die DRP. vom 1. April ab für einen Zeitraum von 4 Wochen ihre Kraftwagen versuchsweise durch die Orte Großund Kleinrechtenbach verkehren. * Vom Rundfunt. Die volkstümliche Orchester- Suite ,, Bunte Reihe" des Gießener Komponisten Willi v. Moellendorff, die am 25. Dezember im Leipziger Rundfunk und 8 anderen groBen Sendern ihre Uraufführung erlebte, wurde dort gestern wiederholt und wird auch vom Breslauer Sender noch einmal ge= sondert gespielt werden. * Aus dem Stadttheater. Als Fremdenvorsteliung kommt am Sonntag, zum letzten Male das Lustspiel ,, Wie es euch ge= fällt" von William Shakespeare zur Aufführung. * Studienfahrt durch Hessen. In der Zeit vom 10. bis 19. April unternimmt die preußische staatliche Stelle für Naturdenkmalspflege eine Studienfahrt durch Hessen. Die Reise, die in erster Linie im Dienste kunstgeschichtlicher Studien steht und von dem Professor für Kunstgeschichte Dr. Rod geleitet wird, nimmt in Kassel ihren Ausgang, führt nach Wilhelmshöhe, entstellen das schönste Antlitz. Uebler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden gründlich beseitigt oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont- Zahnpaste. Die Zähne erhalten darnach einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenflächen, besonders bei gleichzeitiger Benutzung de: dafür eigens konstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt. Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität.- Man verlange nur echt Chlorodont in blau- weiß- grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. Das neue Jahrzehnt. Original- Sportroman von Fred Petermann 44. Fortsetzung. ,, Verzeihen Sie mein Benehmen, Herr del Madrad." ,, Darf ich gratulieren?" fragte Piet. „ Ich danke Ihnen. Aber noch ist es mir noch nicht ganz flar, was das alles mit dem- Professionalismus zu tun hat?" Piet blickte kurz auf. --„ Ich verstehe Sie wirklich nicht mehr. Haben Sie denn ganz vergessen, daß Sie meiner Schwester gegenüber den Uebertritt zum Berufssport erklärten?" Der deutsche Sportler blickte zu Boden. Was sollte er in der Nacht getan haben? War er so betrunken? Oder türmte sich die ganze Welt gegen ihn auf? ,, Das ist ein Irrtum", sagte er endlich. Piet blickte ihn mitleidig an. ,, Weiteres Reden ist zwecklos, Herr Wilde. Bitte, denken Sie einmal nach. Ich kann es mir nicht vorstellen, daß meine Schwester lügt." Er erhob sich und diesmal hinderte ihn Hans Wilde nicht am Gehen. Der Sportler hörte es nicht, wie der Spanier das Zimmer verließ. Hörte auch nicht, wie sich neuerdings die Tür bewegte und wieder jemand eintrat. Regungslos blieb er sitzen, minutenlang. Dann erst blickte er auf und sah Sybille. Sie eilte ihm entgegen. ,, Hanserle, was willst du tun?" Er raffte sich auf. ,, Sibylle, gib mir Antwort was habe ich dir zugesichert?" ,, Laß den Sport zur Seite, Hanserle. Denk nur an unsere Liebe. Wie leidend du ausschaust." ,, Nein Sibylle. Gib mir erst Antwort!" ,, Hanserle, ich bitte Dich, sei so gut. Und was die andere Sache betrifft, so hast du ja sebst auf meinem Schreibtisch den Schein unterschrieben." Entgeistert blickte er sie an. Seine Gedanken schienen still zu stehen. Mein Gott war er tatsächlich verrückt geworden? Und plötzlich ging ein Dämmern durch sein Hirn. ,, War das mein Name zur Erinnerung an den Tag?" fragte er mit schwerer Stimme. Verwundert blickte sie ihn an. Dieser hübsche Junge, den sie doch so liebte, war wirklich ein großer Tor. ,, Hanserle, sei doch nicht böse, ich wollte ja nur dein Gutes. Wir werden " ,, Pfui, so hast du mich betrogen! Sie zuckte zusammen. ,, Hans, hast du mich nicht mehr lieb?" Da reckte er sich auf. „ Ich habe nichts mehr zu erwidern!" Mit diesen Worten nahm er seinen Hut und den kleinen Handkoffer und verließ erhobenen Hauptes das Zimmer. Starr blickte Sibylle ihm nach. Sein Benehmen war ihr unbegreiflich. Aber sie fühlte den verletzten Stolz des deutschen Sportlers bis ins tiefste Innere. Ihre Fäuste ballten sich. und wenn ich dich lieb, nimm dich in acht.... ,, Es war natürlich klar, daß ich als alter Vertreter der Polizeibehörden den Mord der damaligen Februarnacht nicht ruhen lassen würde, war es mir doch gelungen, zuerst den mutmaßlichen Täter festzustellen, wodurch Sie frei wurden. Daß der Täter und Berichterstatter des ,, Deutschen Tagessports" ein und dieselbe Person war, stand außer Frage. Alle anderen Umstände deuteten darauf hin, daß der Täter lediglich in Sportskreisen zu suchen war, unter Ihren Gegnern. Anhaltspunkte für mich zu gewinnen, war aber bei dem Sie biß die Zähne zusammen. Warte nur, den Schimpf ausgedehnten Sportbetrieb selbstverständlich sehr schwer. Nach vergelte ich dir noch! Die Carmen- Natur war erwacht! Und was schrieb die Sportpresse? Die spanischen Spiele nahmen ihren Fortgang. Bemerkenswert war das Ausscheiden des bedeutendsten deutschen Amateursportlers Hans Wilde, der auf die weitere Teilnahme an den leichtathletischen Amateurveranstaltungen verzichtete, da er inzwischen zum Professionalismus übergetreten war." Vierundzwanzigstes Kapitel. etwa 14 Tagen studierte ich wieder einmal die Wiglebener Gegend und kam zu dem Entschluß, daß immerhin die Möglichkeit bestand, daß zu so früher Morgenstunde Personen durch die Gegend kommen mußten, Personen des Arbeiterstandes, die zu den verschiedenen Arbeitsstätten am Rande des Grunewaldes ge= langen wollten. Jede Möglichkeit zur Aufdeckung von Mordtaten mußte naturgemäß ausgenutzt werden. Also begab ich mich einige Tage später zu früher Morgenstunde nach Witzleben in der stillen Hoffnung, irgendeine Person zu suchen. Acht Tage wanderte ich vergebens umher und wollte schon meine Der Tag ging zur Neige. Es hatte in Strömen geregnet Nachforschungen ergebnislos einsteifen, als der neunte Morgen und die Asphaltstraße spiegelglatt gewaschen. Der Fernzug lief in der weiten Halle des Bahnhofs Charlottenburg ein. Unter den Ankommenden befand sich auch Hans Wilde. Ohne sich anzumelden, hatte er in fünfzigstündiger Fahrt die Rückreise bewältigt. Aufatmend stand er am Bahnhof. Gott sei Dank, daheim! Nun würde alles wieder gut werden. Sein erster Weg galt- Horst Emscher, dem Detektiv am Nollendorfplatz. Der alte Herr war höchst verwundert, als er den jungen Sportler vor sich sah. ,, Ich konnte mir denken, daß jetzt erst die schwerste Arbeit tommt," sagte er. Hans zudte ratlos die Achseln. ,, Und ich glaubte jetzt Ruhe zu haben, Herr Emscher." ,, Täuschen Sie sich nicht, lieber Freund, ich sagte ja schon, daß die schwerste Aufgabe noch kommt. Für mich und für Sie. Aber nun erzählen Sie bitte erst einmal, was man Ihnen in Madrid eingelöffelt hat." Und Hans erzählte. Er brauchte jetzt nicht mehr Vermutungen zu äußern, sondern konnte klipp und klar die Tatsachen berichten. Sein Bericht war kurz und bündig. - „ Ja- es ist ein weiteres Glied in meiner Kette. Ich muß Ihnen auch meine Ergebnisse berichten, damit Ihnen vieles verständlich wird. Also hören Sie." Im Zimmer auf und ab wandernd, erzählte er Hans Wilde das bisherige Ergebnis seiner Arbeit. den Wendepunkt brachte. Ich begegnete einem alten Arbeiter, der offensichtlich zu den Personen zählte, die ich suchte. Und dem war so. Hier erhielt ich den ersten Anhaltspunkt. Wenn auch der Alte einen anderen Weg ging, als ich es wünschte, so ergab sich doch ein gewisser Zusammenhang zu den Ereignissen jener Februarnacht, und ich erhielt zwei Personenbeschreibungen, die über jeden Zweifel erhaben sind. Die eine Beschreibung hat sich bereits bestätigt, denn das waren Sie selbst. Also befinde ich mich auf richtiger Fährte. Schwierig natürlich war es für mich, jetzt dieser zweiten Person habhaft zu werden. Ich gestehe es, trog eifrigen Besuchs und Durchforschens sämtlicher Professionalkreise ist es mir noch nicht gelungen. Da tam mir Ihre Geschichte zu Hilfe. Ich erkundigte mich nach dem Urheber der zuerst in den deutschen Blättern verbreiteten Meldungen über Ihren Umfall und jetzt glaube ich, bin ich dem Wespennest, das Sie umschwärmt, bedeutend näher. Allerdings darf ich heute noch keine Einzelheiten preisgeben. Aber die Zusicherung können Sie getrost hinnehmen, daß Ihnen Gefahr von dieser Stelle nicht mehr drohen wird." Gespannt hatte Hans Wilde der Erzählung des Detektivs gelauscht. Jetzt erhob er sich und reichte dem alten Beamten die Hand. „ Ich werde Ihnen stets zu hohem Dank verpflichtet sein." ,, Das hat nichts zu sagen, junger Freund, besuchen Sie mich recht oft und bringen Sie mir alles Neue." Damit verließ Hans Wilde die Wohnung Emschers. Fortsetzung folgt. Samstag, den 29. März 1930. ,, Gießener Zettung" Amöneburg, Marburg und Gießen und weiter nach Wetzlar,| Pfandhaus, wurde allerdings später gefaßt und erhielt acht Braunfels, Dieburg, Büdingen und Gelnhausen. * Zweite Hauptversammlung der Hessischen Landwirtschaftstammer. Die Hess. Landwirtschaftskammer hält am Donnerstag, den 3. April, vormittags, in Darmstadt ihre zweite Hauptversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen Bericht und Entlastung über das vergangene Jahr und Voranschlag für 1930, der mit 2 249 Mill.( 2,098 Mill. Mark) abschließt. * Der Bund Deutscher Jugendvereine tagt in Darmstadt. Im bunten Kranz der vielen Tagungen und Veranstaltungen, die während der 600- Jahrfeier der Stadt Darmstadt stattfinden, wird auch die Jugend erscheinen. Der Bund Deutscher Jugendvereine veranstaltet am 1.- 3. August seine Reichstagung in Darmstadt. Die Stunde des Landes im Südwestdeutschen Rundfunk. Sonntag, den 30. März 1930: Zweihundert Jahre Kartoffeln eine Jubiläums betrachtung" von Reftor Wehrhan- Frankfurt a. M. ,, Warum muß der Landwirt sich gegen Haftpflicht versichern?" Vortrag von Landesrat Bed- Kassel. Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes:„ Die unverzeihliche Lüge, ein serbo- kroatisches Märchen und seine Deutung" von Prof. Dr. Kranz- Frankfurt a. M. Aus Nah und Fern. Oberhess. Dorfkirchenvorstehertag. In Windhausen fand am 24. März ein von der Dorfkirchenvereinigung für das nördliche Oberhessen veranstalteter Dorfkirchentag statt. Etwa 300 Auswärtige waren in dem festlich geschmückten Dorf zusammen gekommen. Die Tagung begann vormittags mit einem Gottesdienst, den Oberkirchenrat Wagner Gießen in der dichtgefüllten Kirche abhielt. In der Versammlung sprach der Direktor der Inneren Mission in Hessen, Pfarrer Röhricht, über„ Unsere Aufgabe gegenüber den besonderen Gefahren unserer Zeit für die christliche Familie auf dem Dorf". Eine lebhafte Aussprache schloß sich an. Ein Fahrplanprotest der Handelskammer Friedberg. Butzbach. Am Dienstag hielt die Industrie- und Handelsfammer Friedberg eine Vollversammlung ab, die sich w. a. auch mit dem Fortfall des letzten Halts eines D- 3Zuges in Butzbach beschäftigte. Die Industrie- und Handelskammer nahm eine Entschließung an, in der die Kammer ihrem außerordentlichen Befremden Ausdruck gibt, daß Butzbach mit dem Inkrafttreten des neuen Sommerfahrplanes nicht mehr D- 3ugstation sein soll. Friedberg, 26. März. Gestern nachmittag wurde im Beisein der Stadtverwaltung und einer Reihe geladener Persönlichkeiten die mit einem Kostenaufwand von 50 000 Rmf. erbaute Kläranlage nach dem OSM.- System ihrem Zweck übergeben. Schotten. Ein Kind kam dem Ofen zu nahe. Seine Kleider gerieten in Brand und es starb alsbald. Lauterbach, 28. 3. Von der hiesigen Polizei wurde ein Familienvater verhaftet, der mit seiner 16 Jahre alten Tochter seit längerer Zeit unter Gewaltandrohung strafbaren Umgang hatte und das Mädchen unter ständigen schweren Lebensbedrohungen stets zu neuen Straftaten drängte. Das der Verzweiflung nahe Mädchen gestand schließlich bei Verwandten die Verbrechen seines Vaters, worauf dieser sofort verhaftet wurde. Zwei Tote bei einem Autounglüd. Bingen, 28. 3. Ein französisches Lastauto fuhr in Wackernheim gegen einen Gemüsewagen. Auf dem Wagen befanden sich der Händler August Eschborn aus Nieder- Ingelheim und der französische Kantinenwirt. Beide Personen stürzten von dem Fuhrwerk auf die Straße und wurden von dem Lastwagen so schwer verletzt, daß der Tod sofort eintrat. Frankfurt a. M. Bei der Straßenbahn will man den Einheitstarif von 25 Pfennig einführen. Frankfurt a. M. Ein Geschäft, das die Benutzung von Fahrrädern probeweise gestattete, fiel bald einem Schwindler zum Op.r. Der Betreffende versette das geliehene Rad auf dem Monate Gefängnis. Kassel. Weil er in seinem Gartenhause eine Falschmünzerei unterhielt, wurde ein Klempnermeister zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Homberg. Durch fahrlässige Brandstiftung entstand ein großer Waldbrand, dem Fichtenbestände zum Opfer fielen. Fünf Personen von einem Löwen verletzt. Nach der Meldung aus Kitzingen( Unterfranken) ereignete sich im Zirkus Fischer ein schweres Unglück. In der Menagerie brach beim Umsetzen der Türe ein Löwe aus. Bei dem Versuch, ihn wieder einzufangen, wurden fünf Personen von dem Löwen schwer verletzt. Sie wurden sämtlich dem Krankenhaus zugeführt. Zwei Dompteure haben so schwere Bißwunden erhalten, daß an ihrem Aufkommen gezweifelt wird. Brandau. Der Benzinbehälter einer hiesigen Tankstelle wurde nachts seines Inhaltes beraubt. Etwa 50 Liter Benzin wurden von unbekannten Tätern gestohlen. Die Erschließung der Tannhäuserhöhle. Eisenach. Die Erschließungsarbeiten an der Tannhäuserhöhle am Großen Hörselberg bei Eisenach sind so weit gediehen, daß jetzt schon festgestellt werden kann, daß die Höhle als Schaustätte schönster Tropfsteinbildung in nächster Zeit einen Hauptanziehungspunkt für den Fremdenverkehr bilden wird. Tropfsteingruppe, die ursprünglich zwei Meter hoch war, ist jetzt bis zu sieben Meter Höhe erschlossen worden; damit ist die Höhle der höchste versteinerte Wasserfall, den man in Deutschland zu sehen bekommt. Köln. Wegen Beraubung eines Briefkastens erhielt ein Arbeitsloser 1½ Jahre Zuchthaus. Aachen. Drei Radfahrer, die einem überholenden Auto nicht genügend auswichen, wurden von dem Wagen ergriffen und totgefahren. Zum Tode verurteilt. Saarbrücken, 28. 3. Das Schwurgericht verurteilte den 27jährigen Techniker Franz Rudolf Wagner aus Schiffsweiler wegen Mordes in Tateinheit mit qualifiziertem Raube zum Tode. Gummersbach. In der Heilanstalt„ Rospetal" brach Feuer aus, das einen Sachschaden von 100 000 Rmf. anrichtete. Wegen Bestimmungsmensuren vor Gericht. Berlin, 28. 3. Zehn Studenten der Burschenschaft ,, Teutonia" wurden heute vom Amtsgerichtrat Burkardt beim Schöffengericht Moabit von der Anklage des Zweikampfes mit tötlichen Waffen freigesprochen. Die Studenten hatten Bestimmungsmensuren ausgefochten. Ein Arzt auf dem Wege zu einem Patienten umgekommen. Wie aus Ueckermünde gemeldet wird, sollte der Bahnarzt Dr. Görlach in einem vierräderigen Bahnmeisterwagen einen Kranken besuchen. Dr. Görlach wurde jedoch von dem nachfol= genden Personenzug überrascht und sofort getötet. Ein sozialistischer ,, Muster- Arbeitgeber". ,, Brutaler und rücksichtsloser Egoismus" sind, wenn man sozialistischen Agitatoren glauben soll, mit der Privatwirtschaft untrennbar verbunden. Dagegen soll die sozialisierte Wirtschaft unter dem Zeichen des reinen Jdealismus stehen, ihre Einführung deshalb alle Auswüchse der bisherigen Wirtschaftsform restlos beseitigen. In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse jedoch manchmal etwas anders. Es wird auch in den sozialistischkommunistischen Betrieben gestreift( ausgenommen in Rußland, wo bekanntlich das Streiken gesetzlich verboten ist) und- wer nicht pariert, fliegt. Mit Arbeitsstreitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sozialisierter Betriebe haben sich die Arbeitsgerichte sehr häufig zu befassen. Kennzeichnend für die Arbeitsverhältnisse in diesen Betrieben ist folgender Bericht über eine Verhandlung vor dem Dortmunder Arbeitsgericht, den die ,, Dortmunder Zeitung" veröffentlicht: Nr. 25. ,, Als ein ,, wirklich soziales Musterunternehmen" entpuppte sich dieser Tage die Vereinigte Bauhütte Bochum, Witten, Dortmund G. m. b. H. Diese Firma, ein der freien Gewerkschaften nahestehendes Unternehmen, führt die Arbeiten am Neubau des Volkshauses in der 1. Kampstraße aus. Als Baudelegierter fungierte dort der Bauarbeiter H. Dieser wurde, entgegen den tariflichen Bestimmungen und denen des Betriebsrätegesetzes, vor Beendigung der Arbeiten entLassen. Mit einer am Arbeitsgericht anhängig gemachten Klage verlangte der Entlassene Wiedereinstellung. Da die Rechtslage zugunsten des Klägers neigte, versuchte der Vorsitzende, einen Vergleich herbeizuführen, ohne allerdings mit dem Widerstand des Bauhüttenvertreters zu rechnen. Es ist nicht bekannt, ob dieser noch mit einem ihm günstigen Urteil rechnete; jedenfalls lehnte er jeden Vergleich ab. Der Vorsitzende bemühte sich weit über eine Viertelstunde durch Zureden. Aber alles war umsonst. Der Vorsitzende bemerkte dann, daß er in seiner langjährigen Praxis noch keine so verständnislose und unsoziale Firma kennengelernt habe. Diese Auffassung wurde von dem Arbeitnehmerbeisitzer, einem Gewerkschaftssekretär der freien Gewerkschaften, durch Kopfnicken bestätigt. Nach abermaligen Bemühungen gelang es dann schließlich, einen Vergleich abzuschließen, demzufolge der Entlassene eine Entschädigung in Höhe von 40 Mark bekommt und außerdem baldmöglichst wieder ein= gestellt werden soll." Neue Bücher. 250 Jahre Weidmann'sche Buchhandlung. Am 1. April kann das bekannte Verlagshaus für wissenschaftliche Literatur und pädagogisches Schrifttum, zu denen jetzt auch Sport und Funkwesen getreten sind, die Weidmann'sche Buchhandlung in Berlin, SW. 68, auf ein 250jähriges Bestehen zurückblicken. - Der letzte deutsche Angriff. Reims 1918. Band 34 der vom Reichsarchiv herausgegebenen Schriftenfolge„ Schlachten des Weltkrieges". Bearbeiter: Archivrat Alfred Stenger. Druck und Verlag von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O. Preis in Halbleinen 5,50 Rmk., Halbleder 8,- Rmk. Die Angriffsvorbereitungen wurden in der gewohnten Weise betrieben. Von besonderer Wichtigkeit waren hier die Vorarbeiten der Pioniere für den Marneübergang. In den ersten Stunden des 15. Juli setzte das Feuer der deutschen Batterien ein, unmittelbar danach begann bei der 7. Armee bereits das Uebersetzen der Sturmtruppen, 4,50 Uhr vormittags erfolgte an der ganzen Front der Angriff. Aber es zeigte sich sehr bald, daß es dieses Mal nicht gelungen war, den Feind zu überraschen. Die deutsche Führung entschloß sich demgemäß, dem Angriff an der Marne und in der Champagne so bald als möglich den Stoß in Flandern folgen zu lassen. Das Schicksal fügte es, daß es zu dieser neuen Offensive, von der die O. H. L. die Kriegsentscheidung erwartete, infolge des französischen Vorstoßes aus dem Walde von VillersCotterêts am 18. Juli nicht mehr kam, die Offensive beiderseits Reims sollte der letzte deutsche Angriff im Weltkriege gewesen sein. Es ist selbstverständlich, daß bei der Darstellung einer mehrtägigen Schlacht dreier Armeen ein Eingehen auf Einzel= heiten unmöglich ist. Statt dessen werden dem Leser hier neben dem eigentlichen Verlauf der Ereignisse die Tätigkeit der mittleren und oberen Führung vor und während einer Angriffs= schlacht, sowie das Jneinandergreifen und Zusammenarbeiten der einzelnen Befehlsstellen zur Darstellung gebracht. Im übrigen aber ist auch dieser mit ansprechendem Buchschmuck und guten Karten ausgestattete Band ein Heldenlied des deutschen Frontsoldaten. Der überanstrengte, schlecht ernährte, durch Mühen und Entbehrungen von vier Kriegsjahren zermürbte Marnefämpfer von 1918 hat sich dem von 1914, was aufopfernde Hin= gabe betrifft, durchaus ebenbürtig erwiesen. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Eriche Bezugspreis Reballionsschluß fr fendung nicht ver 43. Jabrg Politi Die Mitglieder vom Reidspräsiden worden. Die demokratij Deathen Bollspar Initiativgefegantra vorgelegt, der vom Der frühere außenminifter Dr. Barijer Institutes Der Anhaltijch tungen wieder auf Webernahme einer icher Firmen nach bil, von denen ma lage wurde aber Der diesjährig Ofterwoche vom 2 Die Reichsridh Monat März um Am Sonntag gebung gegen die Die wegen undzwanzig Dele werden nach Ber Der Streit Woche im ganz nehmer haben Die Fahm Montagabend mer Stahlhel nahmte zum e Die Städti 36jähriger Am meister Dr. ernannt. Der Rei Brüning zum fanzlers hat ralleutnant Reichsministe den Reichsmi Reichsministe Finanzen best Vorschlag des Erdal uckerkranke| Bis 800 Mark Zuckerfrei werden könn., sagt jed. unMonats- Verdienst entgeltl. Ph.Hergert, Wiesbaden.Rückertstr.177b Gs werd. eine Anzahl Loba Beire macht Ihren fussbal LOBA HD ㄎ tücht. Personen ges., gleich welchen Berufes od. Geschlechtes. Sehr günft.Gelegenh.f. solch. d. sich selbständ.machen woll. Auch als Hauptoder Nebenverdienst. Dauernde u. angenehme Betätig. Kein Reis. 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