ein e den eiliter lasse. belwelle lfilter, Nr. 76. BatterieBaldruck Spielend ichtung, ie, sonbe, ganz brücke, ende im Schnellor Sie -G. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 13. Jahrg. Politische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 27. September 1930 Am 6. Oktober beginnen vor dem Reichsrat Beratungen über die Wahlreform. Die Vollversammlung des Völkerbundes und der Völkerbundsrat einigten sich auf die Wahl von vierzehn im ersten Wahlgang benannten Richtern für den Internationalen Haager Gerichtshof, für Deutschland Prof. Schücking. Die Beratungen der Reichsrats- Ausschüsse über die Novelle zum Wahlgeset werden am Montag, dem 6. Oktober, beginnen. Am 8. Oktober wird von den Ausschüssen auch die Beratung des Pensionstürzungsgesetzes in Angriff genommen werden. Milderung der Notverordnung verlangt in einer Eingabe der der Zentralverband Deutscher Kriegsbeschädigter Reichsregierung. von Wegen Beleidigung des thüringischen Innenministers Dr. Frid zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt wurde der Verleger und verantwortliche Schriftleiter der Darmstädter satyrischen Wochenschrift„ Der Datterich", Rudolph. Die Bergarbeiterverbände haben das Achtstunden- Arbeitsablommen im Ruhrbergbau zum 30. November gekündigt. Die Bensheimer Kommunistenausschreitungen gelegentlich der Wiedersehensseier der 117er tommen om 6. Oktober vor dem Bezirksschöffengericht Darmstadt zur Abierteilung. Angeklagt henauplatz 14 jint 13 Personen, Zeugen sind 40 geladen. Für die Verhandlung sind drei Tage vorgesehen. Fernruf 4121 ere: den ends amsSept. amiends ung, chm. ung, lung пргоends Nachvon Auch bendantag, er- u. 1- rkauf h geL., ZiE. V. Loeb, ausDie sich seit einigen Tagen Abend für Abend wiederholenden wüften Ausschreitungen gegen die Deutschen und Juden Prags haben neben der gesamten deutschen Einwohnerschaft auch in dem gemäßigten tschechischen Teil eine große Empörung und Erregung ausgelöst. Der Mailänder ,, Corriere della Sera" tritt mit beachtlicher Deutlichkeit für eine Revision der Friedensverträge ein. Der kanadische Fliegerhauptmann Boyd hat seinen begonneuen Ozeanflug unterbrochen. Er ist in Harbour Grace( Neujundland) gelandet. Zwischen den Arbeitgebern und Arbeitnehmern im belgi. jchen Kohlenbergbau ist eine Einigung über eine Lohnsenkung um 5 Prozent zustandegekommen. Der frühere österreichische Bundeskanzler Dr. Seipel, der am Mittwoch in Oslo eintras, um Vorträge über die Verhältnisse in Desterreich zu halten, erhielt, wie Berliner Blätter aus Oslo melden, am Donnerstagnachmittag ein Telegramm über den Rücktritt der österreichischen Regierung. Dr. Seipel wurde aufgefordert, sofort zurückzukehren, um on Verhandlungen über die Neubildung des Kabinetts teilzunehmen. Feierschichten oder Entlassungen bei der Reichsbahn. Berlin, 25. 9. Den am Tarifvertrag für die Reichsbahnarbeiter beteiligten Gewerkschaften ist von der Reichsbahnge= sellschaft mitgeteilt worden, daß vom 1. Oktober d. J. ab entreder 5000 Werkstättenarbeiter entlassen oder neue Feierschich ten eingelegt werden müssen. Dagegen vertreten die Gewerkschaften die Auffassung, daß solche einschneidenden Maßnahmen nicht durchgeführt werden können, solange die Reichsbahn über die normalen Beamtengehälter hinaus noch 25 Millionen Mark für außerordentliche Reistungszulagen an Beamte auszahlt. Diese Leistungszulagen sollen hauptsächlich den höheren Beemten zugute kommen. Besorgniserregende Zahlen. Die Betreuung der Wohlfahrtserwerbslosen bilder für Gemeinden und Kreise augenblicklich das schwierigste Finanzproblem. Der Präsident des Deutschen Landkreistages Dr. von Stempel bringt in der ,, Zeitschrift für Selbstverwaltung" Nr. 18 vom 15. 9. 1930 interessante statistische Angaben. Aus diesem geht hervor, daß neben den Stadtkreisen auch die Landkreise als Bezirksfürsorgeverbände in weitestem Maße von der Sorge für die Wohlfahrtserwerbslosen betroffen werden. Die Entwicklung in den Landkreisen hat jedes vorauszusehende Maß überschritten und die Etats der Kreise vollständig über den Haufen geworfen. Ausschlußreich sind die Zahlen für den Kreis Mörs. Hier wurden betreut: am 31. 7. 1928 145 Wohlfahrtserwerbslose( Parteien) am 31. 3. 1929 190 am 31. 7. 1929 183 " am 31. 3. 1930 446(= 100%) " am 30. 6. 1930 926(= 207,5%) ,, " 33 " " 3. " Für die bevorstehende Zeit gestalten sich die Zahlen nach den Berechnungen des Arbeitsamtes folgendermaßen: am 31. 7. 1930 am 31. 8. 1930 am 30. 9. 1930 am 31. 10. 1930 am 30. 11. 1930 1266- 282,5 1602= 359 1886 2313 - 423 gegenüber dem Stande 518 vom 31. 3. 1930 (= 100) 2609 585 am 31. 12. 1930 2902= 681 Die Fürsorgeaufwendungen betragen am 31. 12. 1930 in diesem Kreise 1,1 Million mehr als für das Rechnungsjahr 1929. Davon entfallen auf den Kreis 770 000 Mart, auf die kreisangehörigen Gemeinden 330 000 mark. Da der Kreis Mörs aus Reichssteuerüberweisungen nur 710 000 Mark erhält, übersteigt die vorstehende Belastung diese Summe noch um 60 000 Marf. Im Kreise Bitterfeld werden am 30. 9. 1930 von 1000 Einwohnern 135,65 Wohlfahrtserwerbslosenunterstützung beziehen, das sind 13,56% der Bevölkerung. Bis zum Ende des Jahres wird sich diese Zahl auf 20,46 gesteigert haben. Daraus ist zu ersehen, wenn nicht seitens des Reiches in irgendeiner Form Abhilse geschaffen wird, eine Reihe von Landkreisen in kürzester Frist am Ende ihrer Finanzkraft ange: langt sein werden. Die Forderung der Landkreise nach einer wirksamen Reichshilfe enispringt einer brennenden Notlage, deren Bewältigung ihnen aus eigener Kraft nicht mehr möglich ist. Es handelt sich mithin für die Kreise geradezu um eine Lebensfrage, und vom Reich muß erwartet werden, daß es unverzüglich) Maßnahmen ergreift, eine wirksame Verminderung der kommunalen Belastung durch die Wohlfahrtserwerbslosen herbeizuführen, um den drohenden finanziellen Zusammenbruch der Kreise abzuwenden. Der deutsche Gesandte schreitet ein. Prag, 26. September. Der deutsche Gesandte in Prag, Dr. Walter Koch, stattete heute im Prager Außenministerium einen Besuch ab, um in Anwesenheit des Außenministers Dr. Benesch dem bevollmächtigen Minister Dr. Krofta seine ernsten Bedenken wegen der in den letzten Tagen erfolgten Ausschreitungen und Demonstrationen gegen das Deutschtum im allge: meinen und gegen den deutschen Tonfilm im besonderen auszudrücken. Die Bedenken wurden lediglich in Form ernster Vorstellungen vorgebracht. Ein Chance für Dr. Curtius. In Berliner amtlichen Stellen werden, wie man aus Berlin hört, die Prager Vorgänge ernst beurteilt. Es besteht die Gefahr einer erheblichen Trübung des Verhältnisses zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei. Man glaubt, daß auch Reichsaußenminister Dr. Curtius in Genf Gelegenheit nehmen wird, den dort anwesenden tschechischen Persönlichkeiten den Standpunkt des deutschen Reiches mit allem Nachdrud klar zu machen. Ein gutes Beispiel. Hamburg. Die Mitglieder des Senats sind übereingekommen, bis auf weiteres 10 v. 5. ihres Gehalts der Wohlfahrtsbehörde zum Zwecke der Erwerbslosenspeisung zu überweisen. Hepp verzichtet in Hessen- Nassau. Hanau, 26. 9. Reichslandbundpräsident Hepp, der auf der Reichsliste der Landvolkpartei gewählt worden war, hat auf sein Mandat in Hessen- Nassau verzichtet. An seine Stelle tritt Bürgermeister Lind- Nieder- Jssigheim. 48 Todesurteile in Moskau vollstreckt. Mostau, 25. Sept. Jm abgekürzten GPU.- Verfahren ist die Schädlingsorganisation auf dem Gebiet der Lebensmittelversorgung, deren Entdeckung aus Veröffentlichungen der GPU. vor drei Tagen bekannt wurde, erledigt worden. Die Zeitungen berichten vom Kollegium der GPU., daß dieses die Sache durchgesehen und verfügt habe, achtundvierzig Personen als aktive Teilnehmer der Schädlingsorganisation und demnach unversöhnliche Feinde der Rätemacht, zu erschießen. Dieses Urteil ist vollstreckt worden. Ein Geheimfonds Stalins im Ansland. Enthüllungen der„ Daily Mail“. London, 26. Sept. ,, Daily Mail" veröffentlicht in großer Aufmachung Einzelheiten über einen Geheimfonds Stalins. Einer der führenden Belschewisten soll in einer der größten Banken Berlins eine Attentiste deponiert haben, deren Inhalt nach seinem Tode oder nach seinem Verschwinden aus Rußland veröffentlicht werden solle. Sie enthalte angeblich den vollen von staatlichen Geldern Beweis für große Veruntreuungen durch Stalin. Wie der diplomatische Korrespondent der„ Daily Mail" aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, soll Stalin seit mehreren Jahren größere Summen, die durch den Verkauf von Waren und Juwelen im Ausland erzielt wurden, einem besonderen„ eisernen Fonds" überweisen lassen. Dieser solle so= lange unangerührt bleiben, wie die Bolschewisten an der Macht feien. | ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 77 Der Einzelhandel im ersten Halbjahr 1930. Der gesamte deutsche Einzelhandel stand seit der zweiten Hälfte des Jahres 1929 unter dem Zeichen mehr und mehr zunehmender Depression. Es ist nicht zu verkennen, daß die Weltwirtschaftskrise auch auf den deutschen Binnenhandel wachsenden Einfluß gewonnen hat. Nachdem von der Forschungsstelle für den Handel in ihrer neuesten Veröffentlichung( Bd. 9 der Schriftreihe, Selbstverlag) errechneten Index sind die Umsätze im Handel mit Textilwaren, Bekleidung, Schuhen, Drogen und Hausrat( ausschließ lich Möbel) gegen den gleichen Vorjahrsabschnitt um 8% zurückgegangen. Diese Umsatminderung darf wohl je zur Hälfte auf einen Rückgang der Preise und der Mengenumfäße zurückgeführt werden. Deutlich geht aus dem umfangreichen Material hervor, daß aber nicht alle Branchen von diesem Umsagrückgang gleichmäßig betroffen sind. Besonders charakteristisch ist die Feststellung, daß gerade die Warenhäuser nur eine unbedeutende Umsageinbuße( 3,2%) zu verzeichnen haben. Bei den Komsumvereinen( 5,0%) hingegen wird der Umsaßrückgang, der bei den Lebensmitteln stark preisbedingt ist, durch die wachsende Hinzunahme von Bekleidung und Hausrat etwas verdeckt. Auffallend stark in Erscheinung tritt in den einzelnen Branchen der Uebergang zu niedrigeren Preislagen z. B. bei Schuhen, und zu geringeren Qualitäten z. B. bei Glas und Porzellan. Das zeigt, daß die Konsumenten teils aus dem Zwang der wirtschaftlichen Verhältnisse, teils unter dem psychologischen Eindruck der Wirtschaftsnot zu besonders billigen Artikeln greifen. Kennzeichnend für die Gesamtlage im Handel ist deshalb besonders das weithin stärkere Vordringen des Einheitspreisgeschäfts(+ 15,0%). - Die Wareneingänge beim Handel sind um 10,0% zurückgegangen, also um ½ mehr als der Umsatz. Wenn man von einigen Fällen, die durch besondere Umstände verursacht sind, absieht, hat der Handel wohl der Umsatzverminderung allmählich Rechnung getragen. An sich ist aber im ganzen die Anpassung der Disposition an den Umsatz immer noch sehr unelastisch. Schlecht lag der Schuhwarenhandel,( Umfaß- 11,5%, Wareneingänge 9,8%) der wegen der veränderten Preiskonstellation bei der Zusamenstellung seines Frühjahrssortiments mit Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Auch beim Eisenwarenhandel 7,5%), der an sich ( Umsätze- 11,2%, Wareneingänge schon in Anbetracht der wenig günstigen Frühjahrsaussichten auf dem Baumarkt vorsichtig disponiert hatte, waren die Wareneingänge größer als die Umsätze, da die Baukonjunktur noch hinter den schon niedrig gespannten Hoffnungen zurückblieb. Umso stärker tritt dann in den Monaten Mai- Juni dieZnrückhaltung in der Warendisposition in Erscheinung, so daß wohl in Kürze ein Ausgleich zwischen Umfaß und Lager in dieser Branche zu erwarten steht. Die Kosten sind für den gesamten Handel eher absolut etwas gestiegen. Diese Tendenz ist wohl im wesentlichen zurückzuführen auf stärkere Mietaufwendungen, erhöhte Grundsteuern, die auf die Mieter abgewälzt werden, erhöhte Tarife für Licht, Kraft und Heizung, Erwerbslosenfürsorge usw. Da die Kosten nur schwer dem Umsaz anzupassen sind, so ergibt sich natürlich bei zurückgehendem Umfaß eine Steigerung der prozentualen Belastung des Umsatzes, die zu einer Schmälerung des Gewinnes führt. Rechnet man dazu noch die Preisverluste am Warenlager, so erklären sich ohne weiteres die zunehmenden Schwierigkeiten im Handel. Besonders stark gestiegen sind die Kosten im Wäschehandel(+ 4,1%) und im Schuhhandel(+ 1,2%), während die Textilkaufhäuser ihre Kosten in etwa dem Umsatz anpassen konnten. Die Forschungsstelle für den Handel kommt zu der Auffassung, daß die Verdünnung der Lagerdecke im deutschen Einzelhandel, die gerade in den letzten Monaten starke Fortschritte macht, die im Herbst an wichtiger Stelle zu erwartende Konfumbelebung stärker als sonst auf die Produktion hinwirken lassen wird. Für etwaige konjunkturpolitische Einwirkungen dürfte die Erkenntnis dieser Tatsache höchst bedeutsam sein. Schwete Zuchthausstrafen im Wessel- Prozeß. Das Schwurgericht beim Landgericht 1 Berlin verkündete am Freitagnachmittag folgendes Urteil im Prozeß gegen Ali Höhler und Genossen: Wegen gemeinschaftlichen Totschlages und unbefugten Wassenbesizes werden verurteilt die Angeklagten Höhler und Rüdert zu je 6 Jahren 1 Monat Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlustt, wegen gemeinschaftlichen Todschlages und Diebstahls der Angeklagte Kandulski zu 5 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, wegen gemeinschaftlichen Totschlages Mar Jambrowski zu 2 Jahren Gefängnis. Frau Salm, Walter und Willi Jambrowski werden zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis, Joned und Else Cohn zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. Wegen Begünstigung erhalten die Angeklagten Kupferstein, Sander, Willi Drewnih je 4 Monate Gefängnis. unter40.10.19 ho Samstag, den 27. September 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. Wenn ein Volk aufgerufen wird, sein Schicksal zu bestim= men und dafür Männer zu wählen, dann verlieren so viele Menschen die Herrschaft über die Gewalten im eigenen Innern. Ungefesselt tobt sich dann der Bruderhaß aus, und der Zorn ballt die Faust, und Menschen werden zu Hyänen. So war das Bild der letzten Wochen in unserem deutschen Vaterlande. Da sah man wieder den einzelnen Menschen, wie er vollgesteckt ist von lebendigen Kräften, die, wenn sie in Unordnung sind, ungefesselten Dämonen gleichen und Vulkanen, in denen es glüht und brodelt. Sie sind wie Orkane, die losbrechen können und mitreißen, was nicht fest ist und niederreißen und zerstören. Diese Gewalten einzufangen und zu lenken, ihnen zu gebieten, sie niederzuhalten und zu bewachen, das wäre für ein Volk der größere Sieg als der Wahlsieg. Wie groß ist doch der Menschen Geist und der Menschen Macht geworden. Den elektrischen Strom hat der Mensch eingefangen und treibt damit Millionen von Rädern; Flüsse und Meere hat er bezwungen und ist sogar noch Herr der Lüfte geworden. Triumpfe feiert die Technik und über all diese Mächte gebietet der Mensch. Aber noch haben all diese Errungenschaften feine höhere Sittlichkeit gebracht, keine besseven Menschen geschaffen und auch nicht glücklicher gemacht. Erst wenn die Kräfte im Innern dieser Menschen bewältigt und gezähmt sind und dieser Sieg mit allen übrigen Menschenleistun= gen sich paaren kann, dann erst kann die Menschheit von einem wahren Fortschritt sagen. So aber liegen alle unsere Wege noch voll von Scherben, die unsere unbehüteten Leidenschaften geschlagen haben. Erst wenn wir die inneren Wasserfluten eindämmen, die gespannten Kräfte sammeln und aufsparen und sie unter der Geistesherrschaft in ruhiger Arbeit verwerien, erst wenn wir auch über unsere Leidenschaften herrschen, dann erst dienen wir dem wahren Fortschritt. Wer Herr seiner selbst wird, erobert sich das größte Glück. Der Sonntagsschreiber. Zirkus Sarrajani. ,, Gießener Zeitung" Eröffnungsmarsch, dem sich der Aufmarsch der 37 Nationen, als Gruß an die Stadt, anschließt, ist das Beginnen einer Schau der Völker der Erde und das Zeigen großer Zirkuskunst. Die Kamel- Dressur von P. Myor- Florio reihte sich als erste Tierdressur an. Dann kamen die wilden Tscherkessen, die ganz hervorragendes Können an den Tag legten und die Reiterstückchen in den gefährlichsten Lagen zur Schau brachten. Mit einem Massenaufgebot entstanden Bilder aus dem fernen Osten, wobei die Zopfkünstler besonders bestaunt wurden. Die hierauf folgenden Pferdedressuren des Herrn E. Schumann waren eine vollendete Kunst, der sich würdig Herr Burkhardt im Sattel seines Braunen anschloß. Kapitän Frohn mit seinen Seelöwen war eine Glanznummer des Programms. Die folgende ,, WildWest- Schau" konnte ein Film nicht besser bringen, was hier wiedergegeben wurde. Die Löwengruppen- Dressur mit Dompteur Vargas war etwas, was man bis jetzt kaum an seinesgleichen sand. Eine kurze Pause nur Augenblicke. Als„ Potpourri in den Lüften" zeigten die Luftkünstler- Truppen Marcé und Artonis eine Reihe von schwierigsten Kunststücken. Dann bachte auf einmal alles auf einige Minuten. Die Clowns ,, Dirnial Kukart& Komp." waren eine„, Nummer" für sich. Dann folgte die Glanz- Nummer des Programms Direktor Stoschy= Sarrasani mit seinen Elefanten, derartiges ist in einem ZirkusUnternehmen in unserer Stadt bis jetzt noch nicht zusehen ge= wesen. Darauf denkt man sich in den fernen Osten- nach Japan versetzt, in der die größte Geschicklichkeit an den Tag gelegt wurde. Als Abschluß war man im Morgenlande und die Künste vom Feuerschlucker bis zur Schlangentänzerin wurde nicht vergessen in die Märchenstimmung von„ Tausend und eine Nacht" war man versetzt worden. Dann war es aus mit dem schönen, reichhaltigen Zirkusabend und niemand versäume es diese Schau der Völker sich anzusehen, denn er wird es nicht zu bereuen haben. Riesig hebt sich auf dem Trieb das Zelt des größten europäischen Zirkusunternehmens, das unserer Stadt einen viertägigen Besuch abstattet, ab. Welche großzügige Musterorganisation hält dieses unter Direktor Stosch- Sarrasani stehende Unternehmen zusammen und welche zirsensischen Leistungen werden geboten, neben der Unterhaltung einer großen Tierschau. Tausende aus unserer heimischen und näheren Umgebung waren auf den ehemaligen Militärübungsplatz in den beiden letzten Tagen geeilt, um dem emsigen Getriebe zuzuschauen, wo diese Zeltenstadt entstandt. Sauberkeit herrscht überall, vom kleinsten Wagen bis in die langgestreckten Stallungen. Alle möglichen Völker der Erde beherbergt die Front des Wohnwagenparks. Eigene Werkstätten wie Sattlerei, Schneiderei, Schlosserei, Schmiede usw. sind da, um die auf Transport, Aufund Abbau und in Vorstellungen entstandenen Schäden schnell wieder auszumerzen. Eine eigene Feuerwehr- und Sanitätstolonne wird stets bereit gehalten für die erste Hilfe. Alles in allem bestens aufgezogenes Unternehmen, das in aller Welt Länder hin- und herzieht und das mit seinen Leistungen nur das Beste vom Besten zeigt. Die Premiere. Schon eine Weile vor der Eröffnung des Zirkus rennt alles, was schon Karten für die erste Vorstellung hat und noch erhofft, Autos auf Autos rasen heran und längs des 1900er Spielplatzes am Philosophenwald stehen sie- Stahlroß an Stahlroß, da die anderen Parkgelegenheiten schon nicht mehr frei sind. Die ehemalige argentinische Militärkapelle spielte den Auf dem Wege zur Ernährungsreform? Wie sehr sich das deutsche Volf mit dem Gedanken einer gesunden Ernährung beschäftigt, kann man allenthalben aus Gesprächen, Vorträgen, eingesandten Artikeln feststellen. Die Forderung des Tages, die überall herausklingt, ist die Eindämmung des übertriebenen und weit überschätzten Fleischgenusses. Ein namhafter Ernährungsforscher, Professor Dr. med. et phil. Georg von Wendt Helsingfors, führt u. a. zu diesem Thema aus: ,, Wegen der immer lauter werdenden Mahnung: geht zu einer mehr vegetarischen Lebensweise über haben so manche den Fleischkonsum beschränkt, starke Gewürze vermieden und Früchte, Beeren und Knollen haben einen Hauptplag auf dem Speisezettel erhalten. Noch nie habe ich von den vielen, mit denen ich in Beziehung stand und die diese Veränderung der Nahrungswahl durchgeführt haben, etwas anderes als größte Zufriedenheit gehört, ja, ich habe keinen getroffen, der nicht eine sowohl physisch als psychisch wahrnehmbare Verbesserung der Gesundheit zu verzeichnen hätte. Mehr wie einmal habe ich die Antwort erhalten: erst nach der Diätveränderung wußte ich, daß ich nicht völlig gesund war, welches Gefühl von Freiheit und Erleichterung eine normale Kost bedingt." - Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Die Provinzialstraße Müde- Laubach zwischen Flensungen und Stockhäuser- Hof wird vom 27. bis 30. September für jeden Verkehr gesperrt. * Der Beginn der Herbstferien für sämtliche Volks- und höhere Schulen ist auf Anordnung des Landesamts für das Bildungswesen auf Samstag, den 27. September dieses Jahres festgesetzt. Die Ferien nehmen ihren Anfang mit Schluß der letzten Schulstunde und enden am Samstag, den 11. Oktober. * Die Reichsbahn heizt! Vom 23. September ab hat die Reichsbahn die diesjährige winterliche Heizungsperiode aufgeWelch neue Perspektiven eröffnen sich hier der deutschen Landwirtschaft. Wird sie sich rechtzeitig umstellen? Der moderne Kaufmann erblickt als vornehmstes Mittel zur Steigerung des Absages den ,, Dienst am Kunden". Die Devise des Agrariers muß heißen: Dienst am Volk. In der Erzeugung und dem wohlorganisierten preiswerten Vertrieb von Obst, Gemüse, Brotgetreide, Eiern, Milch, Butter und Käse liegt heute der Schwerpunkt. Der Schiedsspruch im Ruhrbergbau. nommen. * Beginn der Jagd auf Rehe, Fasanen und Hasen. Die Jagd auf Rehe beginnt am 1. Oktober, die Jagd auf Fasanen und Hasen am 16. Oktober. Nr. 77 Die nächste Gießener Stadtratsiißung. findet am Dienstag, den 30. September, nachmittags 4 Uh im Stadthaus, Bergstraße, statt. Die Tagesordnung ist fol gende: * Rundfunk und Obstverwertung. Am Sonntag, den 28. September, spricht im Frankfurter Rundfunk in der Stunde der Landwirtschaft der Geschäftsführer des Hessischen Landesausschuß für gärungslose Früchteverwertung, Herr L. AvemarieDarmstadt über„ Flüssiges Obst ein neuer Weg zur Förderung des Obstverbrauchs in Deutschland". Die Hausfrauen, Landwirte, Obstzüchter usw. werden auf diesen Rundfunkvortrag besonders aufmerksam gemacht. Es ist für den soeben im Ruhrbergbau gefällten Schiedsspruch, der bekanntlich ohne Angabe irgend eines sachlichen Standpunktes die bestehenden Lohntarife auf 4 Monate verlängert, in hohem Maße charakteristisch, daß er von der gesamten Presse, von links bis rechts, ohne weiteres als ein politischer Spruch gewertet wird. Jm llgemeinen sind, das darf man erfreulicherweise sagen, politische Schiedssprüche bei uns seltener gewor den, als sie es vor einigen Jahren waren. Bis zu einem Erste Reichsturzschriftgesellschaft„ Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. Heute Samstag in der Stadt Lich" Vereinsabend. * Vereins- Athletikmeisterschaften. Am kommenden Sonntag beschließt die Sp. Vgg. 1900 die Athletiksaison mit ihren Vereinsmeisterschaften. * Gemeindetag. Am Sonntag Nachmittag, ab 2,30 Uhr, begeht die Petrusgemeinde im Philosophenwald ihren Gemeindetag mit einem recht reichhaltigen Programm. 1. Erlaß einer Kraftdroschkenordnung für die Provinzial hauptstadt Gießen. 2. Vergebung von Arbeiten und Lieferung: a) Beschaffung eines 200 KVA.- Transformators für di Stromversorgung der Firma Scheidhauer& Gießing. b) Uebertragung der Kabel- und Kupferlieferungen fü das Elektrizitätswerk an das Büro Gießen der Alige meinen Elektrizitätsgesellschaft. c) Neuerrichtung eines Schalthauses für das Elektrizitäte werk; hier: Beschaffung von Kabeln. d) Elektrizitätswerk; Beschaffung von Anschlußkabe!. e) Elektrizitätswerk; hier: Beschaffung von Kabel( Verte lungskabel). f) Beschaffung von Kabelverteilungskästen. g) Kabelverlegung; hier: Herstellung von Kabelgräben. h) Akkumulatoren- Batterie des Elektrizitätswertes; hier Beschaffung von Kupferschienen. Gamstag, den Die Umlag Die endgültigen die vorläufige Auf je 100 M 1. der Gebäude un 2. des land und Rpf. für 1929, 3. a) auf je 100 55 Rpf. für b) auf je 100 220 Rpf. für 4. auf je 1 RM. den Steuerwerte a) bis 7000 R b) über 7000 R Die Aufrechnu richtenden vorläuf zusehenden Steuer Die Ausschläge der für das Rechn werte. Ueber die hiernach ergebende Jahressteuerschuld Steuerbescheid, der gen Steuern für 1 Die vorläufig weils zum 25. de 1930, Januar und einzelnen Ziele e i) Verstärkung des Rabelnetzes; hier: Beschaffung von Mittelleiter. k) Wohnungsbauten in der Schottstraße; hier: Bergebung von Zimmerarbeiten. 1) Neubau von Kleinwohnungen in der Schottstraße; hier: Vergebung der Erd-, Maurer- und Betonarbeiten. m) Vergebung der inneren und äußeren Verpuzarbeite für die städtischen Wohnungsbauten im Asterweg. n) Ofeneinbauten im Gaswerk. o) Verstärkung der Gasleitung in der oberen Ludwig straße. 3. Kreditbewilligungen: a) Beseitigung der alten Hozbrückenpfähle am rechten Lahnufer. b) Das Gewerbehaus Kirchstraße 16. 4. Ortssagung über das Gebiet zwischen Freiligrath-, Uh land, Friedrich- und Frankfurterstraße, Am Riegelpfal und Aulweg. 5. Gemarkungsgrenzregulierung Gießen- Rödgen. gewissen Grade ist es sogar verständlich, daß die Regierung gerade vor den Wahlen teinen Lohnabbau vornehmen wollte. Aber von einem höheren Gesichtspunkte aus betrachtet wäre es sicherlich flüger gewesen, wenn sie, die sich stets zu der Notwendigkeit eines Preisabbaues bekannt hat und ihn eben jetzt, bei Vergebung der Aufträge aus dem Arbeitsbeschaffungsprogramm, mit einer Entschiedenheit, die sogar schon zu öffentlicher Kritik Anlaß zu geben scheint, durchzuführen sucht, auch in diesem Augenblick den Mut ihrer eigenen Ueberzeugung gehabt und selbst den Gewerkschaften gegenüber daran festgehalten hätte, daß uns nur Senkung der Selbstkosten, Abbau der Löhne und der Preise aus unserm wirtschaftlichen Elend herauszuführen vermag. Wie verzweifelt unsere Lage ist, darüber berbreiten die neuesten Berichte des Instituts für Konjunkturforschung jede wünschenswerte Klarheit. Der Bericht weist darauf hin, daß Anzeichen eines nahe bevorstehenden oder be reits vollzogenen Tendenzumschwunges der Konjunktur im Sinne eines beginnenden Wiederanstiegs sich bisher in keinem Lande gezeigt haben. Im Gegenteil hat eine große Anzahl der weltwirtschaftlich wichtigen Länder offenbar den Tiefpunkt der weltwirtschaftlichen Rüdgangsbewegung noch nicht erreicht. Im übrigen rechnet der Bericht damit, daß beim Reich bis Ende des Rechnungsjahres ein Defizit von 585 Millionen Mark entstehen und daß sich die mit dem Herbst einsetzende saisonmäßige Zunahme der Arbeitslosigkeit in voller Höhe auf dem Arbeitsmarkt auswirken wird. Dieses düstere Bild der allgemeinen Lage wird noch durch die beson ders ungünstige Lage unserer Schlüsselindustrien ergänzt. In der Eisen- und Stahlindustrie ist die Produktion Deutschlands im Verlaufe eines einzigen Jahres um 41%(!) zurückgegangen. Jm Bergbau mußte innerhalb der gleichen Zeit die Belegschaft um fast 60 000 Köpfe vermindert werden, trotzdem erreichte die Zahl der Feierschichten im Juli die Riesenhöhe von fast 1,2 Millionen. Die arbeitstägliche Förderung ist von 432 000 Tonnen um die Jahreswende auf 315 000 Tonnen im August zurückgegangen. Wenn gleichwohl die Lagervorräte mit 8,5 mill. Tonnen im Juli das Siebenfache des borjährigen Bestandes erreicht haben, dann verrät das auch einem Laien unzweideutig die ungeheuren Schwierigkeiten mit denen der Ruhrbergbau zu kämpfen hat. Bereits Ende April hieß es in dem Jahresbericht der staatlichen Bergwerks A.-G. Redlinghausen: Das sehr 6. Aenderung der Polizeiverordnung für den Fluglandepl der Provinzialhauptstadt Gießen vom 20. Oktober 1926. 7. Einführung von Mietberechtigungsscheinen. 8. Baugesuch zur Errichtung einer Autohalle des Karl Weith, Wartweg 26. 9. Gesuch des Georg Schilling, Bismarckstraße 6, zur Errich tung einer Autohalle. 10. Gesuche um Erlaubnis zum Schantwirtschaftsbetrieb: a) des Meggermeisters Emil Wilhelm Kimpel zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hauje Licherstraße 57( 3ur Stadt Lauterbach") Ueber gang; - - b) der Gießener Studentenhilfe e. V. um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im nen errichteten Studenten haus am Leihgesternerweg. Neuerrichtung 11. Errichtung eines Kohlenschuppens im Städt. Schlachthof. 12. Mitteilungen der Stadtverwaltung. Die Ladengeschäfte am Sonntag, den 28. Sept. geöffnet. Auf Grund des§ 105 b der Reichsgewerbeordnung in der Fassung der Verordnung vom 5. Februar 1919 ist für alle Ge schäftszweige des Handelsgewerbes in der Stadt Gießen der Ge werbebetrieb in offenen Verkaufsstellen, die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern am Sonntag, den 28. Sep tember 1930, jeweilig nur entweder in der Zeit von 13 bis 15 Uhr oder von 15 bis 17 Uhr gestattet. - * Postbeförde Der Reichspost fi Postkarten und hainer Höhe im Die Postsachen Karten sind mit marten zu je 25 jind von der ,, 1 bis gegen Voreinjen lich. Die Aufli 2. Oftober durd freigemachtem U flugpost herchen schnelle Anwachsen der Haldenbestände auf den Zechen und die zahlreichen Feierschichten werden auch zu eine Verringerung der Belegschaft nötigen. Wir sehen den weiteren Verlauf des neuen Jahres mit ernster Besorgnis entgegen." Die beiden preußischen Bergwerke an der Ruhr, Hibernia und Redlinghausen, konnten in letzten Geschäftsjahr kümmerliche 5 bezw. 6% erwir schaften. Daß sie sich eines besonders guten Kohlenvo tommens und einer tüchtigen Leitung erfreuen, hat Hats delsministir Dr. Schreiber vor etwa 2 Jahren im Landtag eigens betont. Genau so oder besser noch u günstiger ist die Lage bei dem Durchschnitt der Zechet. Seit Beginn dieses Jahres arbeitet der gesamte Ber werksbetrieb mit stark steigenden Verlusten, mit We Iusten die im wesentlichen aus der Einschränkung dr Förderung und der Umlegung der firen Kosten auf eire verringerte Förderung entstehen und die durch die Ve zinsung und Entwertung der auf eine außerordentlice Höhe( etwa 8 Millionen Tonnen) angeschwollenen Ha denbestände noch vergrößert werden. Wenn die Gewer schaften diesen tatsächlichen Verlusten gegenüber eine Gewinn von 4,50 m. je Tonne herausrechnen vor kurzem waren es übrigens nur 2,70 bis 3,- M. so kann man diese Biffer wohl kaum ernst nehmen. Nah den zuverlässigen Berechnungen der Zeitschrift„ Da deutsche Volkswirt" stehen den Selbstkosten des Berg baues in Höhe von 16,34 Erlöse in Höhe von 16,40 Mark gegenüber, eine Berechnung übrigens, bei der Amortisation und Verzinsung eher zu niedrig als au hoch angesezt sind. Wenn überhaupt Gewinne erzielt worden sind, so ist das aus der Veredlung der Kohle geschehen: sie sollen nach Angaben der gleichen Stellen je Tonne 1,15 bis 1,45 m. betragen haben. Aber aud diese Gewinne sind durch den erwähnten Rückgang der Förderung bis auf wenige Pfennige aufgezehrt worden, so daß der Bergbau insgesamt ohne Gewinne und zum überwiegenden Teil mit täglich stärkerem Verluste a beitet. Es wird jett, nachdem durch den Schiedssprud für längere Zeit die Möglichkeit ausgeschaltet. ist, die Preise zu senken, nichts anderes übrig bleiben, als dem bisher nach Möglichkeit vermiedenen Mittel der Stillegungen und Entlassungen zu greifen, da das Aus hilfsmittel der Feierschichten sich auf die Dauer als zu fostspielig erweist. Die Bergarbriter werden die zarte Rücksicht auf ihre politische Stimmung teuer genug be zahlen müssen. Die auf V verbandes uni beitenden De nalbanken un Landeskommu haben bis 30. lionen Reichs 5% Millionen verteilt, also de tragsjummen, w in Teil der zug len Verwendung zur Errichtung Bausparkassen be Wohnungsbau haben. Bi flurname Von Verläßt man und folgt dem W bie Morgenhölle wird umjäumt v hörigen Wilshä gegangenen Dörf Weges dehnt fid am weißen Ste die zum Teil aus Auf der Höhe de martungen von Bused. Ihnen g ländes: die Dr hat man eine weiterhin. Auch noch in neuerer den Dörfeln", di marfung erinner chens( Dörfeln, zum letztenmal Bach im Tal h felben in der N tig einen Wie falls haftete der grundstüd( jetzt Bufed), die spät und zu der ang dem fogen. Bia gende Alofterg Sterlicher Besitz um 1530 die F die Buſedisch Adeligen v. G tauf an eine h Bum Großbetrie Der Sohebruch bräuchlich). Nic Nr.7 ratsiikung nachmittags 4 agesordnung ist Für die Brovina ung: nsformators für dhauer& Gießing Cupferlieferungen o Gießen der A Für das Elektrizit In. 1 Anschlußlabel. von Kabel( Bett fäften. von Kabelgraben rizitätswertes; h er: Beschaffung Be; hier: Bergebu er Schottstraße; hie Betonarbeiten. eren Berputarbei en im Afterweg. der oberen Lud Empfähle am re En Freiligrath, Cage, Am Riegel Rödgen. r den Fluglande 20. Oftober 1926 Seinen. alle des Karl M fstraße 6, zur En irtschaftsbetrieb: mKimpel zu Gio aftsbetrieb im uterbach") U 3. um Erlaubnis errichteten Studenten Cuerrichtung Städt. Shlagth 8. Sept. geöffne rbeordnung in 19 ist für alle 6 Ladt Gießen der Beschäftigung nntag, den 28. 6 er Zeit von 13 de auf den erden auch zu en. Wir sehe mit ernfter chen Bergive hausen, fonnt bezt. 6% e cs guten Roble g erfreuen, hat wer beffer nod chschnitt der t der gesamte Berluften, mit Einschränkung 2 Jahren im igen Roften auf and die durch die eine außerorden angeschwollenen . Wenn die Ge ten gegenüber Jerausrechnen 2,70 bis 3,- n ernst nehmen. der Zeitschrift elbftloften des in Höhe bon g übrigens, be er zu niedrig ale upt Gewinne e Beredlung der der gleichen St en haben. Aber hnten Ridgang e aufgezehrt ma The Gewinne und ärferem Berlufte ch den Schiedsp ausgeschaltet, if brig bleiben, al miebenen Mittel greifen, da bas auf die Dauer als ter werden die z ung teuer genug Samstag, den 27. September 1930. Die Umlagen und die Sondergebäudesteuer der Stadt. Die endgültigen Steuersäge für das Rechnungsjahr 1929 und die vorläufigen Steuersätze für das Rechnungsjahr 1930. Auf je 100 Mark Steuerwert: 1. der Gebäude und Bauplätze 25 Rpf. für 1929, 27 Rpf. für 1930 2. des land- und Forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes 35 Rpf. für 1929, 35 Rpf. für 1930 3. a) auf je 100 RM. des Gewerbekapitals 55 Rpf. für 1929, 55 Rpf. für 1930 b) auf je 100 RM. des Gewerbeertrags 220 Rpf. für 1929, 220 Rpf. für 1930 14. auf je 1 RM. des staatlichen Sondergebäudesteuersolls von den Steuerwerten: a) bis 7000 RM. 52,60 Rpf. für 1929, 52,60 Rpf. für 1930 b) über 7000 RM. 45,93 Rpf für 1929, 45,93 Rpf. für 1930. Die Aufrechnung der für das Rechnungsjahr 1930 zu ent richtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig fest= zusetzenden Steuern bleibt vorbehalten. Die Ausschläge dieser Umlagen erfolgen auf der Grundlage der für das Rechnungsjahr 1929 endgültig festgesetzten Steuerwerte. Ueber die endgültige Jahressteuerschuld 1929 und sich hiernach ergebende Erhöhung oder Ermäßigung der vorläufigen Jahressteuerschuld wird dem Steuerpflichtigen ein endgültiger Steuerbescheid, der mit dem Steuerbescheid über die vorläufigen Steuern für 1930 zu verbinden ist, zugestellt. Die vorläufige Steuer für 1930 wird in sechs Zielen, jeweils zum 25. der Monate Mai, Juli, September, November 1930, Januar und März 1931 erhoben. Ueber die Fälligkeit der einzelnen Ziele erfolgt noch besondere Bekanntmachung. * Postbeförderung mit Segelflugzeug. Mit Genehmigung der Reichspost findet am 5. Oktober eine Beförderung von Postkarten und Briefen mit Segelflugzeug von der Herchenhainer Höhe im Vogelsberg nach einer Reichspoststation statt. Die Postsachen müssen ordnungsgemäß freigemacht werden. Karten sind mit einer, Briefe mit zwei Segelflugpost- Zusatzmarken zu je 25 Pfg. zu versehen. Die Segelflug- Wertzeichen sind von der„, 1. Hessischen Segelflugpost, Offenbach a. M. 36" gegen Voreinsendung des Betrages zuzüglich Rückporto erhält lich. Die Auflieferung der Segelflugsendungen hat bis zum 2. Oktober durch Zusendung der Postsachen in ordnungsmäßig freigemachtem Umschlag mit der Aufschrift: 1. Hessische Segelflugpost Herchenhain, Post Grebenhain zu erfolgen. Oeffentliche Bausparkassen. Die auf Veranlassung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes und der öffentlichen Sparkassen seit einiger Zeit arbeitenden Oeffentlichen Bausparkassen, die den Landeskommunalbanken und Girozentralen angeschlossen sind( bei uns der Landeskommunalbant- Girozentrale für Hessen in Darmstadt) haben bis 30. Juli ds. Js. 8000 Verträge für mehr als 60 Millionen Reichsmart abgeschlossen. Hierauf wurden bisher über 5% Millionen Reichsmark eingezahlt und an 623 Bausparer verteilt, also der 12. Teil der insgesamt abgeschlossenen Vertragssummen, was ein sehr günstiges Verhältnis ist. Wenn auch ein Teil der zugeteilten Beträge für Ablösung teurer Hypothe= fen Verwendung fand, so wurde doch der weitaus größte Teil zur Errichtung von Neubauten benutzt, so daß die Oeffentlichen Bausparkassen bereits in der kurzen Zeit ihres Bestehens den Wohnungsbau mit nicht unbeträchtlichen Mitteln gefördert haben. Büdo für alle Schuhe Flurnamen der Gemarkung Beuern. Von Wilhelm Arnold- Beuern. 3. Fortsetzung. = Verläßt man ,, unter der Biege"( Wegbiege) die Kreisstraße und folgt dem Weg nach Reiskirchen, so haben wir zur Linken ,, die Morgenhölle", entstellt aus ,, Markhalde", Grenzhalde". Gie wird umsäumt von dem jetzt zur Gemarkung Reiskirchen ge= hörigen ,, Wilshäuserwald", ehemaligem Bestandteil des aus: gegangenen Dörfchens gleichen Namens. Rechts des erwähnten Weges dehnt sich das„ Niederfeld" aus, die Unterbenennung ,, am weißen Stein" führt wohl auf einen Zehntenstein zurück, die zum Teil aus dem farbigen Treifer Quarzit gefertigt waren. Auf der Höhe des Reiskirchener Berges begrenzen sich die Gemarkungen von drei Dörfern: Beuern, Reiskirchen und Großen= Bused. Ihnen gemeinsam ist die Benennung des dortigen Geländes:„ die Drauschel",( Laubwerf, Gebüsch). Von hier aus hat man eine prächtige Umschau über die Gemarkung und weiterhin. Auch das eben schon erwähnte ,, Niederfeld" war noch in neuerer Zeit mit Hecken und Gebüsch überwuchert. ,, In den Dörfeln", dieser Flurname an der Südgrenze unserer Gemarkung erinnert noch an das einstmalige Bestehen eines Dörf: chens( Dörfeln, Dorfeld) in der Nähe. Der Name kommt 1467 zum letztenmal vor. Auch der von Beuern herabkommende Bach im Tal hieß früher die Dörfelsbach. Folgen wir demselben in der Nichtung nach dem Dorf, so haben wir linksseitig einen Wiesengrund, die ,, Balserwiese" genannt. Jedenfalls haftete der Name ursprünglich nur an dem dortigen Hofgrundstück( jetzt im Besitz der Familie Rabenau in GroßenBuseck), die später auch die hochadelige„, Münchische Wiese" hieß und zu der angrenzenden„ Neumühle" gehörte. Diese ist auf dem sogen. Pfaffenkopf erbaut, welcher, wie der gegenüberliegende ,, Klostergarten"( jetzt nicht mehr gebräuchlich) einst flösterlicher Besitz gewesen sein muß. Als ältester Besitzer erscheint um 1530 die Familie von Windhausen zu Winnerod, dann folgt die Buseckische Linie von Münsch. Von deren Erben die Adeligen v. Schenk und v. 3wierlein, ging fie 1843 durch Verfauf an eine hiesige Familie( Belloff) über. Später wurde sie zum Großbetrieb umgebaut. An den Pfaffenkopf" stößt links der„ Hohebruch", rechts ,, das Mommenrod" 15)( kaum noch gebräuchlich). Nahe dem Ort ist noch zu erwähnen ,, die Scheffels" ,, Gießener Zeitung" Aus Nah und Fern. Kriegsbeschädigtentagung in Lauterbach. Eine gut besuchie Versammlung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Kriegerkameradschaft„ Hassia" fand am vergangenen Sonntag in Lauterbach statt, an der auch eine Anzahl Vertreter der Behörden teilnahmen. Nach dem Bericht, den Herr Oberleutnant Krömmelbein- Darmstadt gab, sind z. 3t. rund 16 000 Kriegsbeschädigte in der„ Hassia" organisiert, wovon auf Oberhessen 5350 entfallen. Herr Bonhardt- Gießen berichtete über das Fürsorgewesen der„ Hassia" in Oberhessen. Herr Regierungsrat Firnhaber- Berlin hielt einen interessanten Vortrag über den neuesten Stand der Versorgung, die Notverordnung und die Novellen zum Reichsversorgungsgesetz und zum Verfahrensgesetz. Butzbach. Zu dem am Donnerstag hier abgehaltenen Schweinemarkt waren 394 Ferkel angefahren. Die gebotenen Preise waren recht niedrig und es verblieb ein Ueberstand. Büdingen. Unmittelbar nach der Trauung hat der Klapperstorch ein junges Paar mit einem Hochzeitsgeschenk beehrt. Alsfeld. Am 4. und 5. Oktober findet hier die diesjährige Tagung des Hessischen Handwerks und Gewerbeverbandes statt. Für Samstag, den 4. Oktober, ist eine Tagung des Landesausschusses vorgesehen. Die Hauptversammlung folgt Sonntag, den 5. Oktober, vormittags um 10 Uhr. Bei dieser Gelegenheit sprechen Dr. Wagner- Marburg über ,, Bedeutung und Aufgaben des deutschen Handwerks in der wirtschaftlichen und politischen Krisis in der Gegenwart", Syndikus Dr. Vierrath Berlin über ,, Ausstieg oder Niedergang, Schicksalsfragen des deutschen Handwerks". 14tägige Schließung der Opelwerke. Rüsselsheim. Aus Gründen der Inventuraufnahme werden die Betrieb der Adam Opel A.-G. ab 15. Oktober vorübergehend geschlossen. Der allgemeine Betrieb wird am 1. November wie. der aufgenommen. Bensheim. Die allgemeine Weinlese hat am Donnerstag hier ihren Anfang genommen. Für Auerbach ist der allgemeine Herbst auf Montag, den 29. September, festgesetzt. Darmstadt. Der Flugverkehr wird vom 30. September bis 1. 4. 1931 eingestellt. Für die restlichen vier Freiflüge der Lufthansa hat sich niemand mehr gemeldet. Herborn. Im Felde bei Kleingladenbach kam das drei. jährige Töchterchen der Familie Wagner einem glimmenden Feuer zu nahe, so daß die Kleidung in Brand geriet. Obwohl sofort Hilfe zur Stelle war, erlitt das Kind so schwere Brandverletzungen, daß es alsbald verstarb. Fulda. Bereits zum dritten Male binnen kurzer Zeit ist der Kreisort Veitsteinbach von einem schweren Schadenfeuer heimgesucht worden. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag brach in der Scheune des Sägewerkbesizers Pappert ein Feuer aus, das auch auf die Stallungen und die Nachbargebäude übergriff. Hierbei sind sämtliche Erntevorräte verbrannt. Köln. In Köln ist eine Buchhalterin, die schon seit 14 Jahren bei einer hiesigen Firma tätig ist, festgenommen worden, weil sie bei ihrer Firma seit Januar ds. Js. Unterschlagungen in Höhe von 100 000 Mark begangen hat. Heidelberg. Das Heidelberger Stadttheater wurde für drei Jahre an den Intendanten Hahn übertragen. Er erhält das Gebäude, den Fundus und das Orchester sowie den auf 25 000 Mark herabgesetzten Betrag für die Heizung und Beleuchtung. wiese"( wahrscheinlich nach einem Eigennamen benannt ,,, die Stiegelswiese" 16) und die Tränkwiese" am alten Bachgraben. Höheren Alters wie die Neumühle, ist die Dorfmühle. Nach einem, im Staatsarchiv bewahrten Kaufbrief erscheinen als älteste Besitzer die Herren Schenk v. Schweinsberg, von denen sie durch Verkauf an Georg Phil. v. Bused um 1650 überging. Nach Erlöschen der Buseckischen Linie von Brand und der Veräußerung des Brandgutes kam die( ganerbliche) Mühle in bürgerliche Hände. Auf die Familie Lepper folgte die Familie Belloff, die das neue Mühl- und Wohngebäude und den Teich auf dem sogen. ,, Katzenloch" erstehen ließ. Die Mönchmühle verdankt dem Kloster Arnsbung ihre Entstehung. 1630 wird sie zum erstenmal urkundlich erwähnt. Wie die Neumühle war auch sie in Erbleihe ausgetan. 1832 wurde sie durch Kauf von der Familie Wolf von Treis erworben. Zurzeit ist die Familie Sommerlad Eigentümerin der Mühle. Die Krebsmühle ist die einzige bürgerliche Gründung unten den Mühlen Beuerns, und nur von ihr wissen wir Genaueres über ihre Entstehung. Nach einer verbürgten Urkunde ist sie von einem gewissen Mathäus Mohlenarz um 1580 erbaut worden. Spätere Besitzer waren Glieder der Familie Hermann und Lindenstruth. Gegenwärtiger Eigentümer: 5. Fiedler. " Verschwundene Gewann- und Flurbezeichnungen zu Beuern find folgende: Sommersweid",„ Seilbächersgarten"( wahrscheinlich nach Eingewanderten von Ober- und Unterseilbach benannt) ,,, Pikehannessegarten" am Katzenloch ,,, Berggarten" am roten Holzberg, der Pfarrei gehörig,„ Mühlenweg" durch den Bechelsgarten nach der Neumühle,„ Sittichacker" unter der Drauschel( der Sittichacker ist eine Zuwendung Wilh. Christophs v. Bused an die Pfarrei), Bechelsgarten"( Bechtolsgarten), ,, Bornelsegarten", Jörgader", der Pfarrei gehörig, bewahren die Namen der Stifter. Die Kastenäder sind noch Reste von dem 15) Fast dem Gedenken des Voltes entschwunden ist das Mit Momm oder Mommenrod in der Nähe der Neumühle. Mumm bezeichnete man ein Didicht an einer Wasserstelle. Von Mommel, ungeschlachte, permummen, verhüllen. Mundartlich übermäßig verhüllte Frauengestalt. An solchen Dertlichkeiten dachte man sich auch den Aufenthalt von Wassergeistern, den Wasserminnen und sonstigen Wesen. Die Wassermön ruft", jagt man in Medlenburg. Mummelsee in Bayern, Mombach in Rheinhessen, Mombach in de Senne. 16) Stiege. Um das Befahren eines Fußpfades zu verhin dern, legte man über denselben eine Stein- oder Holzplatte auf. Starter Erdölausbruch. Nr. 77. Berlin, 26. 9. Wie aus Hannover gemeldet wird, stellt sich der gewaltige Erdölausbruch auf der Gewerkschaft Elerath in Nienhagen als die Erschließung einer neuen bedeutenden Erdölquelle heraus. wie sie bis heute in Deutschland noch nicht festgestellt wurde. Der Auftrieb in dieser Bohrung ist so stark, daß sich trok Abgliederung der Sonde mit den besten technischen Mitteln das Del in bedeutenden Mengen zwischen den Rohren durchquetscht. Es laufen stündlich bis zu 16 Tonnen selbständig heraus. Auch ein Zeichen der Arbeitslosigkeit in Amerika. Die Stadt Neu- York hat im August ihren öffentlichen Arbeitsnachweis eröffnet. Gleich am ersten Tage hatten sich gegen 2000 Erwerbslose eingefunden, während nur etwa 50 Arbeitgeber Stellenangebote eingereicht hatten. Die Mehrzahl der Bewerber stammte aus Neu- York. Die Zeitdauer ihrer Arbeitslosigkeit schwankte zwischen drei und vierzehn Wochen. Viele hatten früher gute Stellungen bekleidet und wiesen besondere Fachkenntnisse auf, alle waren in ihren Ansprüchen sehr be. scheiden. Der„ Grüne Schreden" des Herrn Wallace. Zu den vor kurzem in der deutschen Presse berichteten Enthüllungen über den Roman ,, Der grüne Schrecken", die Edgar Wallace peinlich geworden sind, teilt uns der Deutsche FichteBund, Hamburg, folgendes mit: Die englische und schwedische Ausgabe seines Romans enthalten so gehässige Deutschfeindlichfeiten, daß man es nicht begreift, wie dieser Roman, wenn auch zurechtgestutzt, in Deutschland erscheinen konnte. Wallace erklärt nun, daß sein Roman im Jahre 1917 in England erschienen sei. Im gleichen Jahre sei auch der„ Haßgesang" von Lissauer erschienen. Er besitze an dem Roman keinerlei Rechte mehr. Eine Neuauflage der englischen Fassung habe er vor Jahren untersagt und die veränderte deutsche Ausgabe zur Grundlage für die Uebersetzung in fremde Sprachen bestimmt. Niemand habe nach dem Kriege die Sache Deutschlands leidenschaftlicher vertreten als er. Der Versailler Vertrag sei für ihn ein Dokument der Ungerechtigkeit. Dazu ist zu sagen: Eine Parallele zwischen dem nicht 1917 sondern 1914 erschienenen Lissauerschen ,, Haßgesang" und dem ,, Grünen Schrecken" des Herrn Wallace ist schon aus dem Grunde nicht zu ziehen, weil der„ Haßgesang" niemals in verfälschter Uebersetzung heraustam. Auch das von Wallace angegebene Erscheinungsjahr 1917 muß nach der Handlung des„ Grünen Schreckens" angezweifelt werden. Der Roman spielt, wie aus seinem Inhalt deutlich hervorgeht, na ch dem Weltkriege. Die angeblichen deutschen Gaunereien sollen Vergeltungsmaßnahmen für den verlorenen Weltkrieg sein, wird doch ausdrücklich bemerkt, daß die alten Zeppelinhallen von der deutschen Regierung als Speicher für Kornwucher hergerichtet würden. Der Deutschenhaß, der im Auslande heute noch durch diese Machwerke des Herrn Wallace geschürt wird, ist nicht durch die bloße Behauptung seiner Deutschfreundlichkeit aus der Welt zu schaffen. Im Gegensatz zu seiner Erklärung trägt die schwedische Ausgabe des„ Grünen Schreckens" den Vermerk: Autorisierte Uebersetzung aus dem englischen Original. Stockholm 1930. Sle wird also heute noch verkauft. Uebrigens dürfte der Fall auch wohl einzig dastehen, daß ein englischer Autor für sein Werk statt der Ursprache die deutsche Uebersetzung als Vorlage für andere Sprachen bestimmt. Wir könnten das Bekenntnis des Herrn Wallace über die Unhaltbarkeit des Versailler Diktats als Zeichen seiner Bekehrung hinnehmen, wenn er nunmehr statt vieler Worte sich zur Tat entschlösse und der durch ihn veranlaßten Verhetzung des Auslandes Einhalt geböte. Dieses dürfte ihm durch einen geringen Bruchteil seiner aus Deutschland bezogenen Honorare leicht ermöglicht werden. ehemaligen Kastengut, welche 1.3. unverkäuflich waren. Der Ortsnahme Beuern" weist auf ein hohes Alter unserer Heimstätte hin. Beuern, Buren, Büren leitet sich ab von althochdeutsch bur oder pur*): Bau, Haus, Wohnung. Das Zeitwort Buwan, buan bedeutet ebensowohl bauen( das Haus, den Acker), als auch wohnen**). Im ersteren Sinne haben wir noch das Wort Bauer, in letzterem Nachbar( althochdeutsch gaburi, der Mitwohnende, mittelhochdeutsch nahgebur, später nachbaur, ferner neuhochdeutsch Vogelbauer. Wie Gießen die Vereinfachung von ursprünglich ze den Gizzen oder Geizzen ( Wassertiefen) ist, so führt Beuern auf ze den buoron, zu den Häusern, zurück. In einer fuldischen Urkunde aus dem 8. Jahrhundert kommt neben Bused der Ortsname Bramaren vor, wahrscheinlich entstellte oder verschriebene Form für Beuern Erstes sicheres Vorkommen Beuerns findet sich in den späteren Urkunden des Klosters Arnsburg aus dem 13. Jahrhundert. Einfach tommt sonst m. W. der Ortsname Beuern nur noch zweimal vor, Beuern bei Gensungen und Beuern auf dem Eichsfelde, in Zusammensehungen dagegen mehrfach: oberdeutsch: Blaubeuren, Otto- Benedictbeuren usw.; niederdeutsch: Jbbenbüren, Wesselbüren auf Ditmarschen. Mit dieser Aufstellung steht im scheinbaren Widerspruch die Tatsache, daß es auch unbebaute u. unbewohnte Stellen u. Dertlichkeiten gibt, an denen der Name Beuern haftet oder gehaftet hat, so( nach Landau) 1000 Schritte, nordwestlich von Kirchhain auf einem 12 Fuß hohen Hügel am rechten Ufer der Wohra. Jm Saalbuch des ehem. Amtes Burggemünden vom Jahre 1582 fand Pfarrer Schid- Burggemünden den alten Flurnamen in der Gemarkung Bleidenrod ,, auf den Beuern"*) und in Bezug darauf, daß die fragliche Stelle am Zusammenfluß der Ohm und der Felda sich befindet, glaubt er schließen zu dürfen, daß ,, auf den Beuern"= ,, auf den Wassern" zu deuten sei, wozu er noch feltisch bior( Wasser) heranzog. Indessen ist jedoch nicht ausgeschlossen, daß man es in den vorliegenden Fällen nicht doch mit einstigen Wohnstätten zu tun hat und wie könnte man sich die Zusammensetzungen mit Eigennamen, wie Otto- oder Benedictbeuern anders denken als bewohnte Stätten? Schluß folgt. *) Im Hildebrandslied, 20 und 21: her furlaet in lante, futilla sitten, prut in bure. **) Ter in himile puet. Notter Psalmus II. 9. Samstag, den 27. September 1930. Heidekraut als unvergänglicher Zimmerschmuck. Recht kräftige, dunkelgefärbte Blütenstengel stelle man fünf bis sechs Stunden in eine Mischung von 9 Teilen Wasser und ein Teil rohe Salzsäure, nachdem man vorher die Stiele etwa singerlang von der äußeren Rinde durch Abschaben befreit hat. Dann lasse man sie gut abtrocknen und ordne sie nun ohne Wasser recht gefällig in Vasen. Sie halten sich auch in geheizten Zimmern, wenn man sie nicht zu sehr in die Nähe des Ofens stellt. Neue Bücher. * Schafflers Wettervorhersage für Oktober 1930. Im großen und ganzen günstig zu nennender Herbstmonat. Anfänglich küh les, vielfach wolkiges, doch meist trockenes, zeitweise heiteres Wetter, letzteres hervorgerufen durch Luftdruchsteigerung in ganz Mitteleuropa. In klaren Nächten und ungeschützten Lagen Reifbildung. Zwischen dem 6. und 10. Oktober Schlechtwetter, stürmisch, darauf Besserung und günstiger Wetterverlauf bis gegen Ende des Monats, kurz unterbrochen von Regen, Regenschauern und Wind. Die Nächte werden in der zweiten Monatshälfte sehr fühl, in sternklaren Nächten Nachtfröste wahrscheinlich, örtlich starke Morgennebel. Ende des Monates ungünstig, trüb, regnerisch, auch tagsüber herbstlich frisch. Schaffler's neue Wetterkalender für das Jahr 1931 sind als 7. Jahrgang bereits erschienen und zwar u. a. für Mittel- und Süddeutschland, für Norddeutschland und das Küstengebiet, für Westdeutschland und die Rheinlande. Zu beziehen durch alle Buch- und größeren Papierhandlungen und durch den Kalenderverlag Schaffler, Graz, Volksgartenstraße 14. * Preisausschreiben. Der ,, Werkbund für deutsche Volkstums- und Rassenforschung" in München, veranstaltet sein viertes Preisausschreiben zur Förderung deutscher Volkskunde. Es werden für die besten Lichtbilder von typischen Vertretern der in Deutschland üblichsten zehn Berufe im ganzen 30 Preise zur Verfügung gestellt. Die näheren Bedingungen werden im Oktoberheft der illustrierten Vierteljahrschrift ,, Volk und Rasse" ( J. F. Lehmanns Verlag, München 2 SW., Preis Mk. 2.-), dem Organ des Werkbundes, veröffentlicht. ,, Frauenrecht in Norwegen"- mit diesem interessanten Aufsatz beginnt die neue Nummer der Zeitschrift„ Das Heft". Mit Katteen und Blumen lassen sich alle Fenster wunderbar schmücken. Der reich bebilderte Artikel„ Zwischen den Doppelfenstern" verrät, wie man das am besten macht. Das„ ModeHeft" bringt elegante Abendkleider und die ersten Herbstmäntel und Kostüme dieses Jahres. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Union Heízí „ Gießener Zeitung" Das von vielen Vereins- und Verbands- Rechnern als ganz vorzüglich beurteilte Universal- Verbands- und Vereinskassebuch von mir ausgearbeitet Nr. 77. wird in jeder gewünschten Stärke geliefert. Die Anschaffung für das kommende Jahr ist jetzt zu empfehlen. 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