.49. popular er inter cheinende stefan Heilung gronij durch di Berlag in Her Nor er dur en 3wed der ein egen eine ehrsbüros B., Ber Sießen. zneiber: rlangen ſten am ist die eue Er Die Rede hnlichen ten. Go fungen Leiden mie der Senufjes. d gut." rgraben en nicht Beld für daß die ist nur nur an ngsreic icht der Stadt an als das Zuberci in Gast Fleischlo jerung biele men an chte ber danab unange Früh Dir C en dat mmen cen er m. Sie eitege hon ge as Beste alkoholi auf die je unge für eine Der Arz WK30 F er USder en er fe Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Die Regierungsparteien haben im Reichstag einen Gesezentwurf über Verlängerung des Nothaushalts bis zum 31. Juli beantragt. Die Deutsche Reichspost will im Rahmen der Notgesetze demnächst umfangreiche Bestellungen über das etatmäßig vorgesehene Programm hinaus an die in Frage kommenden Industriezweige erteilen. Die Verhandlungen sind inzwischen so weit gediehen, daß sich der Verwaltungsrat der Reichspost be> reits in einer Sigung am kommenden Freitag mit der Angelegenheit beschäftigen wird. Die Vertreter der Spitzenverbände der Arbeitgeber sind bei Fertsegung ihrer Verhandlungen über die Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit zu dem Ergebnis gekommen, daß es notwendig ist, diese Fragen im Reichswirtschaftsrat, in dem sämtliche Wirtschaftskreise vertreten sind, zu erörtern. Aus einer amtlichen Zusammenstellung ergibt sich, daß die Kosten der Rheinlandbesetzung vom Inkrafttreten des Waffenstillstandes bis zum 30. 6. 1930 sich auf rund 6,6 Milliarden Mark belaufen. Außenminister Briand hatte heute eine Unterredung mit dem Oberkommandierenden der Besatzungstruppen im Rheinlande, General Guillaumont. Dieser soll dem Außenminister bestätigt haben, daß die Räumung, wie vorgesehen, bis zum 30. Juni beendet sein wird. Die Besatzungsbehörde hat bis heute ihre Truppen aus Oppenheim, Alzey, Frankfurt- Höchst, Oberstein, Jdar, Türkismühle, Birkenfeld, Kirn, Bingen und Worms völlig zurückge30 gen. Dr. Eckener hat den Reichsverkehrsminister von Guérard eufgesucht. In einer kürzeren Unterredung wurden alle brennenden Fragen der Luftschiffahrt im Anschluß an die neuen erfolgreichen Flüge des Luftschiffes„ Graf Zeppelin" erörtert. Die thüringische Gesamtregierung befaßte sich nochmals mit der Sperrung der Polizeizuschüsse durch das Reichsinnenministerium. Die Klage gegen diese Maßnahme beim Staatsgerichtshof soll noch in dieser Woche nach Leipzig abgehen. Der Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Thomas, hielt in Genf eine Rede über die Tätigkeit und die Fortschritte der Internationalen Arbeiterorganisation. Er stellte fest, daß bisher 321 Ratifizierungen von internationalen Arbeitsabkommen vorliegen. Senator Shipstead aus Minnesota hat im amerikanischen Kongreß eine Vorlage eingebracht, in der er die Einberufung einer neutralen Kommission fordert, um den Artikel 231 des Versailler Friedensvertrages über Deutschlands Alleinschuld am Weltkriege zu widerrufen. Der republikanische Abgeordnete Johnson, der Vorsitzende des amerikanischen Einwanderungsausschusses, hat einen Antrag eingebracht, in dem eine Herabsehung der europäischen Einwanderungsquoten um 50 v. H. gefordert wird. Johnson glaubt, damit den amerikanischen Arbeitslosen zu helfen. Ministerpräsident Macdonald teilte im Unterhaus das Ergebnis der Kabinetts besprechungen über die Religionskrise in Malta mit. Die fälligen Wahlen zum Parlament werden ver: schoben. Die Verfassung werde vorübergehend außer Kraft gejegt. Die Finanzkrise. Berlin. Die Verhandlungen über die zukünftige Steuerpolitik der Reichsregierung, die Montag und Dienstag stattge= funden haben, bestätigen nur erneut, daß die sachlichen Gegenjätze zwischen den Fraktionen, nicht zuletzt auch zwischen der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei und der Reichsregierung nach wie vor bestehen und für den Gang der VerhandLungen, die Dienstag zwischen dem Reichskanzler und Dr. Schoi; stattgefunden haben, sind keineswegs der Ausgangspunkt für ein Kompromiß gewesen, sondern haben im Gegenteil die Meinungsverschiedenheiten nur schärfer in Erscheinung treten lassen. Der Kanzler hat wiederum Dr. Scholz die Vizekanzlerschaft ange= boten, aber Dr. Scholz hat erneut abgelehnt. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 25. Juni 1930 der ganzen Lage ist es kein Wunder, daß die Möglichkeit, den Artikel 48 in Wirksamkeit treten zu lassen, wieder lebhaft erörtert wird. Falls sich im Reichstag feine Mehrheit für ein Ermächtigungsgesetz zusammenfindet, dann bleibt eben nichts anderes übrig, als mit dem Artikel 48 den letzten noch gangbaren Weg zu beschreiten. Das Plenum des Reichstages arbeitet inzwischen an der Erledigung des Haushaltsplanes weiter, jedoch ist es ganz ausgeschlossen, daß der Termin bis zum 1. Juli inne gehalten wird. Amtlich verlautet bereits, daß eine Verlänge rung des Notgesetzes für den Haushaltplan erforderlich sein dürfte. Vor der Hand hält die Deutsche Volkspartei noch an ihren bekanntgegebenen Forderungen fest, vor allem an der Erhebung Der Kopfsteuer für Länder und Gemeinden und fünf Prozent Abstrich an den Ueberweisungen. Ebenso lehnt sie jedes Notcpfer ab. Unter diesen Umständen schwebt auch das Schicksal des Reichsaußenministers völlig in der Luft, falls es zu keiner Ginigung kommt. Wird man bei einem Bruch Curtius als ... Ueberparteiischen" im Kabinett belassen oder zurückziehen? Wie perwirrt die Lage ist, geht auch daraus hervor, daß im Parlament bereits von neuen Vorschlägen gesprochen wird, die im Umlaufe sind. So heißt es, daß eine allgemeine 10prozentige Ginkommensteuererhöhung für alle Einkommen über 8000 RM. e ingeführt werden solle, neben ihr ein zweiprozentiges Notopfer mit gewissen Erleichterungen für alle Beamten. Auch die Schankverzehrsteuer wird jetzt wieder genannt, die sowohl dem Reiche, als auch den Ländern zugute kommen soll. Angesichts Das Kabinett einig. Berlin. Im Laufe des Dienstag hat das Reichskabinett in langer Sitzung eingehend über das Deckungsprogramm beraten. Minister Dietrich hat seine Ansichten vorgetragen und anscheinend ist auch eine wesentliche Annäherung zwischen Brüning und Dietrich erfolgt. Man beurteilt in politischen Kreisen die Lage etwas günstiger, da Dietrich die übrigen Kabinettsmitglieder davon überzeugt haben soll, daß wesentliche Abstriche am Etat durchaus möglich seien. Das sogenannte Notopfer wird voraussichtlich dahingehend geändert werden, daß| ein allgemeiner Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben wird, wobei der Zuschlag für die Beamten höher als für die übrigen Steuerpflichtigen sein wird. Erhebliche Streichungen im Etat des Auswärtigen Amtes. Berlin. Der Haushaltsausschuß des Reichstages nahm Dienstag eine Reihe erheblicher Streichungen am Etat des Auswärtigen Amtes vor. Zunächst wurden die drei Botschafterposten in Rio de Janeiro, Santiago und Buenos Aires gegen die Stimmen der Demokraten und der Deutschen Volkspartei gestrichen. Ein Antrag, auch den Botschafterposten beim Heiligen Stuhl zu streichen, wurde abgelehnt. Am Besoldungsplan des Auswärtigen Amtes wurden rund 2 750 000 Mark gestrichen. Bei den persönlichen Verwaltungsausgaben für die Vertretung des Reiches im Auslande wurden rund 500 000 Mark gestrichen. Es soll in Tirana lediglich ein Konsulat errichtet werden. Die sächsischen Landtagswahlen. 1. Sozialdemokraten 2. Nationalsozialisten 3. Kommunisten 4. Wirtschaftspartei mit Zentrum 5. Deutsche Volkspartei ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 50 versagen in der Praxis eben ganz erbärmlich, die sander gesparten Groschen der Nichtsozialisten fordern sie, um die einst so stolzen Herren und Anhänger der Sozialdemokraten zu er= nähren. Die Bürgerlichen haben auch in Sachsen gezeigt, daß die Hauptsache für den Deutschen, wie vor 2000 Jahren schon, noch immer uneinigkeit, Rechthaberei und erbärmliche Kleinigkeitsfrämerei ist. Man lese nur die Kritik in vielen bürgerlichen Zeitungen, lese, wie jede Partei sich selbst herausstreicht. Achtung aber muß man vor den Nationalsozialisten hegen. Die Angst der Gegner vor dieser Partei ist grenzenlos und geht ins Lächerliche. Die Männer, die immer Freiheit predigten und die Monarchie deshalb gestürzt haben, schreien jetzt mach Ausnahmegesetzen. Das wirtschaftliche Programm der Nazis enthält unstreitig große wirtschaftliche Irrtümer, die gegen Grundgesetze verstoßen, was aber liegt dem Wähler daran? Er wählt wie vordem die Sozialisten nach dem Gefühl, er will von ekelhaften Partei- und Parlamentslügen frei werden. Furchtlos und treu aber gehen die Nazis voran, sie sadeln und paktieren nicht ,,, Entweder- Oder" sprechen sie, sie sind eine Sturmkolonne und darin liegt ein sehr großer Teil ihrer Erfolge. Reichsarbeitsminister Stegerwald über Finanz- und Sozialpolitik. 20 Prozent der Bevölkerung bekommt öffentliche Unterstügung. Nach Ausführungen des Reichsarbeitsministers Dr. H. c. Stegerwald werden zur Zeit für die Bedürfnisse des Reiches, der Länder und der Gemeinden, sowie für die Sozialversicherung im Jahre 23 Milliarden aufgebracht. Davon entfallen 3 Milliarden auf die äußeren und inneren Kriegslasten, ein Betrag also, mit dem in den nächsten Jahren auf jeden Fall gerechnet werden muß, während von den restlichen 20 Milliarden nach Stegerwalds Ueberzeugung in der nächsten Zeit nahezu eine Milliarde Mark und bei einer einfacheren und klaren Staatsorganisation auf die Dauer 1½ bis 2 Milliarden Mark erspart werden könnten. Ueber die Aufteilung der vorgenannten 20 Milliarden gab Stegerwald interessante Aufschlüsse. Es entfallen auf soziale Zwecke und Pensionen 12,2 Milliarden, nämlich auf Sozialversicherung einschl. Arbeitslosen6 Milliarden RM versicherung und Arbeitslosenfürsorge auf Kriegsbeschäd. ohne Offizierspensionen 1,5 auf Wohlfahrtspflege Die Ergebnisse: 355 552 Stimmen Size 1929 871 327 32( 33) 376 742 14( 5) 13( 12) 1,3 276 702 10( 11) 227 319 8( 13) auf Beamtenpensionen u. Hinterbliebenenversorgung in Reich, Ländern, Provinzen, Gemeinden, Reichsbahn, Reichspost und Offizierspensionen 1,9 6. Deutsche Nationale Volkspartei 124 300 7. Sächsisches Landvolk 120 497 5 8. Demokraten 83 671 57 408 ( 8) ( 5) 3( 4) Gesundheitswesen 0,5 und Wohnbewirtschaftung auf Grund der Hauszinssteuer 1 2 ( 0) 44 142 ( 3) 39 351 2 ( 0) Beamtengehälter( ohne Reichsbahn und Reichspost, die dafür 2,5 Milliard. verausgaben, aber einschl. der Bezüge des Klerus und der Angestellten der Sozialversicherung mit je 500 Millionen RM) erfordern 9. Christl.- soz. Volksdienst 10. Volksrechtpartei 11. Volksnat. Reichsvereinigung 22 Ca. 35 000 Stimmen entfielen auf zwei Splitterparteien, sie reichten zu keinem Sitz. Von den 13 Parteien waren von vornherein 6 Splitterparteien, die weit unter 100 000 Stimmen geblieben sind, überflüssig. Es ist schade für sie und die andern, daß man diesen Gernegroßen den Mund nicht stopfen kann. Sie sind und bleiben verrannt und unbelehrbar. Man sollte von Rechts wegen allgemein ihre Namen nicht mehr nennen, wie man ja jetzt faum noch von der Demokratischen Partei spricht. Sie hat sich überlebt. Sie verschwindet unter ihrem alten Namen, womit nicht etwa gesagt sein soll, daß ein paar grundsätzliche Anschauungen und Ziele dieser. Partei weil natürlich und selbstverständlich feinen dauernden Bestand behielten. - Die übrigen 6 Parteien in Sachsen fann man, wie überall, nach zwei Seiten scheiden: Marristen und Bürgerliche, Internationale und Nationale. Die Margisten haben das Industrieland Sachsen jahrzehntelang beunruhigt, hatten die große Mehrheit an Stimmen. Mit der Revolution mußten sie Farbe bekennen, und siehe da, selbst die wenigen weitsichtigeren und gerecht urteilenden Führer dieser Partei haben jetzt auf Grund der Tatsachen die Ueberzeugung gewonnen, daß die Lehre Mary's falsch war, die Ziele des Marxismus unerreichbar sind und bleiben. Allein die Wähler haben noch fast zur Hälfte sozialistisch gewählt. Die Partei ist eben in allen möglichen Formen( Konsumvereine, Krankenkassen, Gewerkschaften) organisiert worden und hat dadurch auf Kosten der anderen Stände unzweifelhaft Vorteile. Abgenommen aber haben die Marxisten an Stimmenzahl, der Sozialismus ist zum Stillstand gekommen, nicht mehr angriffslustig. Das hat die sächsische Wahl trotz aller Redereien der sozialistischen Blätter ergeben und wird die in guten Stellen sitzenden Obergenossen weislich veranlassen, die Pläne der Diktatur der Lohnarbeiterklasse fallen zu lassen. Eine Frage jetzt, wo die Gewerbebetriebe einer nach dem andern zusammen, brechen warum übernimmt jetzt die einst so großsprecherische Partei der Genossen diese Betriebe nicht in eigene Regie? Sie 5,25 1 An den Gesamtausgaben von 23 Milliarden RИ sind be teiligt: soziale Zwede einschließlich Beamtenpensionen mit 48,8 v. H., Wirtschaft und Verkehr mit 10 v. H., die Beamtengehälter mit 22,4 v. H., die allgemeinen Ausgaben mit 14,3 v. H. und der Rest mit 4,5 v. H. Besonders interessant sind Stegerwalds Ausführungen über den Umfang unserer Sozial- und Wohlfahrtsausgaben. Danach bekommen gegenwärtig in Deutschland aus öffentlichen Mitteln ( überall einschließlich der renten und unterstützungsberechtigten Familienangehörigen): 1. Arbeitslose 2. Renten aus der Invaliden, Angestellten und Knappschaftsversicherung 3. Kriegsbeschädigte 4. Wohlfahrtspflege 5. Unfallrentner 6. Pensionäre Das macht zusammen 4,2 Milliarden RN 3,8 2,4 1,5 1 1 13,9 Milliarden RM Nach Abzug der Doppelzahlungen verbleiben über 12 Millionen Menschen oder 20 v. H. des deutschen Volkes, die Zuwendungen aus öffentlichen rechtlichen Mitteln erhalten. Diese Angaben sprechen eine deutliche Sprache. Stegerwald hat sie gemacht, um darzulegen, daß für die unteren Volksschichten nicht schlecht gesorgt werde. Es ist die Frage berechtigt, ob das deutsche Volkseinkommen eine so weitgehende Fürsorge überhaupt tragen kann. Wenn bei 14 Milliarden sozialen und Wohlfahrtsausgaben damit ein Fünftel des Volkseinkommens in Anspruch genommen wird und damit ein Verbrauch erfolgt, dem keine produktiven Gegenleistungen gegenüberstehen, dann ist es zwetfelhaft, ob bei dieser und der hinzutretenden Reparationsbelastung Deutschland exportfähig sein kann. Und die Ausfuhr unserer Erzeugnisse ist doch die Voraussetzung der Erfüllung unserer Reparationsverpflichtungen. Nr. 50. Mittwoch, d Mittwoch, den 25. Juni 1930. Dr. Gutmann zum Tode verurteilt. Prenzlau. Nach dreistündiger Beratung fällte das Prenzlauer Schwurgericht in dem Prozeß gegen den Zahnarzt Dr. Gutmann aus Schwedt folgendes Urteil: ,, Der Angeklagte wird gemäß dem Antrage des Staatsanwaltes wegen Ermordung seiner Frau zum Tode unter Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit verurteilt." Smith zum Atlantikflug in Ost- Westrichtung gestartet. Dublin. Der australische Fliegerhauptmann Kingsford Smith hat Dienstag früh 4.35 Uhr mit seinen Begleitern von Port Marnod aus in seinem Flugzeug„ Southern Croß" den seit langem geplanten Flug zur Ueberquerung des Atlantischen Ozeans in westlicher Richtung angetreten. Er beabsichtigt, in Old Orchard bei Newyork zu landen. Bekanntlich ist die Ueberfliegung des Atlantischen Ozeans in Ost- Westrichtung bisher nur den Fliegern Köhl- Hünefeld- Fitzmaurice gelungen. 400 000 Erwerbslose in Newyork. Newyork. Die Zahl der Arbeitslosen in Newyork wird auf Grund der vorläuf. Volkszählungsergebnisse auf 400 000 geschätzt. Lokales. Straßensperrung, ,, Gießener Zeitung" 1930 in jedem Standort ein Zapfenstreich stattzufinden hat. Unser Bataillon marschiert in Ausführung dieses Befehls um 10 Uhr abends am Montag von der neuen Kaserne ab, durch Licherstraße, Ludwigsplatz, Gartenstraße, Südanlage, Seltersweg, Walltorstraße, Ostanlage, zum Landgraf- Philipp- Plah, wo um 11 Uhr der große Zapfenstreich beginnt. Rückmarsch Ostanlage, Moltkestraße, Kaserallee. mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Die Ortsdurchfahrt Nieder- Florstadt wird ab 26. Juni 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung: Vom Ossenheimerkreuz über Dorn- Assenheim- Reichelsheim- Leidhecken- Staden oder Assenheim- Bönstadt und umgekehrt. Die Provinzialstraße Villingen- Ruppertsburg wird am 28. Juni 1930 von 6-12 Uhr für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über Nonnenroth- Röthges- Wetterfeld. Die Ortsdurchfahrt Lollar( vom Bahnübergang bis Abzweig nach dem Bahnhof) wird ab 1. Juli 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Um leitung: Staufenberg- Daubringen- Gießen. * Gustav- Adolf- Verein Gießen. Der hiesige Zweigverein hielt am Sonntag in Steinbach sein Jahresfest bei starkem Be> such in wohlgelungener Weise ab. Die Festkollekte ergab 81,10 RM. * Gesperrt. Wegen der 25. Gießener Jubiläums- Regatta der Gießener Rudergesellschaft 1877 e. V. ist die Bootshausstraße zwischen dem Bootshaus und der Gießener Rudergesellschaft und der Unterführung an der Ederstraße am 28. und 29. ds. Mts., nachmittags von 14 bis 19 Uhr für den Publikumsverkehr gesperrt. * V. H. C. Die nächste Monatsversammlung findet am 4. Juli statt. nerische, handwerkliche, sowie technische Erzeugnisse der Heimatindustrie und des heimatlichen Gewerbes, sowie landwirtschaft| liche Geräte u. a. m. umfaßt. * Heimatvereinigung„ Schiffenberg". Am Freitag findet im Hotel Köhler eine Mitgliederversammlung statt, die sich mit den letzten Vorbereitungen zur Jubiläumsfeier beschäfti gen wird. * Einrichtung einer Poststelle. Am 1. Juli wird in Grüningen( Kreis Gießen) eine Poststelle eingerichtet. Mit der Poststelle ist eine öffentliche Fernsprechstelle verbunden. Die Poststelle wird dem Postamt Gießen, das als Leitpostamt gilt, unterstellt und führt die amtliche Bezeichnung: Grüningen, GieBen- Land. * Konzertverein. Morgen abend wird das Orchester in der Stadtkirche mit einem Konzert aufwarten. Zur Vorfüh rung gelangt eins der schönsten Werke Joh. Seb. Bach ,, Die Kunst der Fuge". Stahlhelm- Vortrag. Am Freitag spricht Dr. StadtlerBerlin im„ Postkeller" über„ Stahlhelm, Nationalsozialismus und nationale Front." Jugenheim a. d. B. Sonntag, den 29. Juni hält hier der Hessische Beamtenbund seinen 11. Bundestag ab. Hauptvor tragender ist Prof. Dr. Friedländer; er referiert über„, Sparkommissar und Notopfer der Beamten." Mainz. Montag vormittag ist der Personenzug Alzey-Mainz vor dem Hauptbahnhof Mainz auf einen beladenen Güterzug aufgefahren. Hierbei wurden 30 Reisende durch Prellungen und Hautabschürfungen leicht verletzt. Die Leichtverletzten wurden nach sofortiger ärztlicher Behandlung entlassen. Das Gleis Mainz- Alzen war zwei Stunden gesperrt. Die Untersuchung ist eingeleitet. * Achtung! Betrüger! In süd- und westdeutschen Städten betätigt sich seit Monaten ein Betrüger in der Weise, daß er vorgibt, er habe mit seiner Familie aus Argentinien zurückkehren müssen, weil seine Kinder am gelben Fieber erkrankt und dem Erblinden nahe seien. Er nennt sich Dr. Kurt von Wagner oder Dipl.- Ing. von Kirschthaler und besucht vorwiegend Bauämter, Elektrizitätswerke und Versicherungsgesellschaften. Seine Erzählungen versteht der Mann in derart überzeugender und ergreifender Weise vorzutragen, daß ihm fast ohne Ausnahme, ohne daß er es verlangt, reiche Unterstützung angeboten wird, die er nach dem üblichen Zieren und Zögern nimmt. Der Schwindler ist etwa 35-40 Jahre alt, tritt sehr gewandt auf und hat ein längliches, mageres, gelbes Gesicht. Meistens trägt er blauen Anzug und eine Marinemüze * Handwerkskammerbeitrag. Für das Rechnungsjahr 1930 wird mit Genehmigung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft außer einem Stammbeitrag von 6 RM., 24 Pfg. für je 100 RM. Anlage- und Betriebskapital erhoben. * Schöffengerichtssigung. Am Montag tagte das Schöffengericht in Wölfersheim am Tatort. Hier hatte in der Neujahrsnacht ein Maurer unachtsam und grob fahrlässig durch scharfe Pistolenschüsse einen Arbeiter getötet. Der Angeklagte wurde wegen fahrlässiger Tötung mit zwei Monate Gefängnis bestraft, die in 200 RM. Geldstrafe umgewandelt wurden. * Amtsgericht. Zwei Fälle von Verstößen gegen Verkehrsvorschriften standen zur Verhandlung. Beide Angeklagte wurden in geringe Geldstrafen genommen. * Vom Wochenmarkt. Für das neue Geschäftsjahr, 1. Juli 1930 bis 30. Jumi 1931 werden die Verkaufsplätze am Sams: tag, den 28. Juni, neu vergeben. Wezlar. Pfarrer Reifenrath von der Evangelischen Kirchengemeinde wurde in den Evangelischen Ober- Kirchenvat Berlin berufen und zum ständigen bevollmächtigten Vertreter des Ober- Kirchenrates bei den L- Plata- Staaten( Argentinien, Uruguay und Paraguay) und Chile ernannt. * Reichliches Tränten der Tiere notwendig. Aus Kreisen des Tierschutzvereins schreibt man uns: Die Zugtiere müssen nicht nur im Stall, sondern auch unterwegs öfters und reichlich getränkt werden. Sie sind dann doppelt leistungsfähig. Falls dem Körper nicht genügend Flüssigkeit zugeführt wird, britt eine Verdichtung des Blutes ein. Schlappheit, unter Umständen sogar Sitzschlag, sind die Folgen. Auch kleinen Haustieren reiche man öfters Wasser. * Saison- Ausverkäufe. Das Kreisamt hat verfügt, daß die kommenden Saison- Ausverkäufe in die Zeit vom 7. Juii bis 18. August zu fallen haben. Jeder Ausverkauf darf zwet Wochen nicht überschreiten. * Von der Reichsbahn. Ernannt wurde der Reichsbahn assistent Karl Sauer Gießen zum Reichsbahnsekretär. Versetzt wurde der Reichsbahnobersekretär Schneider von Limbung nach Gießen. Pensioniert wurde der Bahnhofsschafs- ner J. Wagner in Gießen. * Von der Universität. Die theologische Fakultät hält anläßlich der 400- Jahrfeier der Augsburger Konfession am Sonntag mittag in der Neuen Aula der Universität einen Festakt ab. Prof. D. Bornkamm hält den Festvortrag. Aus Nah und Fern. Geit 6 Ja Thaften in der Biegen ausgett Händen der S gabe mit beta unterzog. Gin lung der Mur Aufruf der ein und liegen in Der Befuch Fulda. Ein schweres Gewitter hat im Rhöngebirge ein Menschenleben gefordert. Jn Geismar wurde der 26jährige Landwirtssohn Heumüller, als er hinter einem Heuwagen nach Hause ging, vom Blitz getroffen und war sofort tot. Seine meben ihm gehende Schwester wurde nur leicht verletzt. In Buttlar wurde am Ausgang des Dorfes eine Linde vollkom men zerschmettert. Auf den Feldern liegt der Roggen wie gewalzt. Lang- Göns. Am letzten Sonntag feierte der hiesige Posaunenchor unter starker Anteilnahme der Bevölkerung sein 40jähriges Bestehen. * Großer Zapfenstreich. Die Heeresleitung hat angeordnet, daß anläßlich der Rheinlandräumung am Montag, den 30. 6. Jugend - hinaus ins Grüne! Von Heinrich W. Vogel. Obertshausen. Am Dienstag mittag wollte ein mit zwei Offenbacher Herren besetztes Mietauto in Obertshausen über die ungesicherten Eisenbahngeleise fahren. Im selben Augenblick kam der fällige Personenzug, der das Auto erfaßte und etwa 10 Meter weit schleifte. Alsdann überschlug sich der Wagen zweimal und explodierte. Während der eine Insasse aus dem Wagen herausgeschleudert wurde, und leichte Gesichts verletzungen erlitt, gingen die Kleider seines Begleiters in hellen Flammen auf und verbrannten vollkommen, so daß der Mann mit sehr schweren Brandwunden am ganzen Körper in lebensgefährlichem Zustande nach dem Stadtkrankenhaus in Offenbach gebracht werden mußte. Dort ist er bald nach seiner Ginlieferung gestorben. Der Führer des Wagens kam mit leichteren Verlegungen davon. Laubach. Am letzten Sonntag wurde das neue städtische Schwimmbad feierlichst eröffnet. Die Eröffnungsfeierlichkeiten wurden von einem wohlgelungenen Schauschwimmen der Schwimmabteilung des T. V. 1846 Gießen begleitet. Lauterbach. Auf der abschüssigen Straße von Freiensteinau nach Radmühl versagte an einem Steine transportierenden schwe= ren Lastkraftwagen die Bremse, der Wagen fuhr mit großer Geschwindigkeit in den Straßengraben, wo er zertrümmert liegen blieb. Der Chauffeur erlitt lebensgefährliche Verlegungen und wurde bewußtlos ins Krankenhaus gebracht. Fauerbach. Ein Schäfer wurde vom Blitz tödlich getroffen. Er hinterläßt Frau und ein Kind. Das 600jährige Büdingen. der Barriere, Gießen erfreuli gur unferes Be Harz- Wefer wa ganz lo zahlrei Fen- Preußen hidt. Erfreu dem reichen antreten ließ, einigung 1900 Weglar schob Siegerlifte hin wenig in Lau hörten sie zu un Sonit?- G bischen unzuf burg, der„ S mit den Kon Gelnhausen. In der Nähe des Freigerichtsortes Somborn wurden bei Ausschachtungsarbeiten in einer Sandgrube in einer Tiefe von 5 Metern ein Stoßzahn und Knochenreste eines Mammut gefunden. Der Stoßzahn, der leider beim Verladen etwas verbröckelte, ist etwa 1,40 Meter lang und 70 Zentimeter im Durchmesser. Kirchhain. Ein erschütternder Unglüdsfall trug sich am 21. ds. Mts. am hiesigen Bahnhof zu. Der Geschäftsführer Riehl vom Kreisbauernverein Kirchhain wollte abends gegen 11 Uhr in den Personenzug nach Marburg Poſt einwerfen, hatte zu diesem Zwecke die Geleise überschritten, wurde dabei von dem in entgegengesetzter Richtung kommenden Schnellzug erfaßt und fortgeschleudert, so daß der Tod sofort eintrat. Der Verunglückte ist erst seit kurzem in zweiter Ehe verheiratet. Aus der ersten Ehe sind unmündige Kinder vorhanden. Büdingen, 23. 6. Der große Büdinger Jubiläumsmarkt zu Ehren der 600. Jahreswiederkehr der Verleihung der Marktrechte an Büdingen durch König Ludwig den Bayer hat am Sonntag unter einem Zuspruch von mehreren tausend Personen seinen Anfang genommen. Glanzvoller Auftakt war der große historische Festzug, der in zahlreichen bunten Gruppen die Geschichte Büdingens von der grauen Vorzeit an bis in unsere Tage herüber lebensvoll darstellte und sich im besonderen auch der Entwicklung Büdingens aus seinen kleinen Anfängen heraus als Stadt annahm. Mit der Gesamtveranstaltung ist eine Gewerbeschau einheimischer Betriebe verbunden, die sowohl gärtVon dem Hauptkomplex der Arbeiterkolonie strebte eine Nebenstraße gleich in das Werksgebäude. Einige alte Fachwerkshäuschen, um die früher wohl Kornfelder im Sommerwind wogten, belebten das eintönige Bild der angereihten, fast schwarzen Werkshäuser. Links und rechts hinter den Häusern telt gegen 6 Uhr von überall her herunter, Die Kinder standen daraufhin hastig auf, als hätten die Feierabendsignale ihnen gegolten. Einige der Mädchen brachten ihre Bücher und Hefte in die Häuser, gesellten sich aber bald wieder zu den übrigen, um die Straße hinunter zu gehen. Einige Zeit später strömten die Arbeiter, umringt von den Kindern, in unsere Straße. An den Fenstern und den Türen zeigten sich die Frauen. Des Morgens verlassen dann die Kinder mit Büchermappen in kleinen Trupps die Straße. Ernst sind wieder die blassen Gesichter der Jungen und Mädchen, wenn sie der Schule zustreben. Es sind immer die gleichen Bilder. Wie Und Dillenburg. Die Stadt Dillenburg plant anläßlich der bevorstehenden Rheinlandräumung die Veranstaltung einer besonderen Feier im Kurhaus. Unter Führung von Landrat Dr. Bünger, Dr. Dönges und Bürgermeister Kupfrian hat sich ein Ausschuß gebildet, der die Vorbereitungen zu einer würdigen Feier in die Wege geleitet hat. und rauchende Schlote, Hochöfen und das Stahlwerk. Hin und wieder sausten elektrische Züge oder laute Lokomotiven mit Schladenpfannen dort oben mit Getöse vorbei. Die Arbeiter: häuser wurden von Gasrohren und Seilbahnen überkreuzt. Wenn auch nicht selten das allgemeine Donnern und Dröhnen von oben für kurze Zeit verstarb: immer lag ein unruhiges, lautes Geräusch in der unklaren Luft. Aber an einem Morgen konnte man sich wundern. lebhaft waren die Kinder, wie leuchteten die Augen! früher als sonst ging es fort, ohne Bücher und Ballast, nur mit kleinen Ränzeln. Am Mittag und Abend war der ge= wohnte Platz an der grauen Wand leer. Nur kleine Kinder wuchsen die grauen Mauern bis zum Niveau des Werks empor, und auch der Abschluß dieser staubigen Straße bildete eine solche talte, tote Wand. Darüber hinaus ragten Stahlgerippe Haiger. In der Ortschaft Marienborn versuchte ein Motorradfahrer mit hoher Geschwindigkeit ein Pferdefuhrwert zu überholen. Im gleichen Augenblick kam ihm ein Personenfnaftwagen entgegen, wodurch der Motorradfahrer unruhig wurde und mit voller Wucht in den Wagen hineinfuhr. Er fam unter die Räder und wurde durch den heftigen Anpvall sofort getötet. Das Motorrad wurde vollständig zertrümmert Von den Insassen des Wagens wurde niemand verletzt. Mannheim. Dienstag nachmittag schlug während eines Gewitters der Blitz in eine Lagerhalle der Zellstofffabril Mannheim- Waldhof ein. Die 60 Meter lange Halle stand sofort in Flammen. Gegen Abend stürzte die äußere Giebelwand ein. Man rechnet damit, daß das Feuer noch zwei Tage anhalten wird. Der Schaden beträgt etwa 2 Millionen. Ver brannt sind 6000 Tonnen bereits verpackter Zellulose. Es ist erschütternd, mit welchem Ernst die Stadtjugend ihrer jeweiligen Beschäftigung, ob Spiel- ob Arbeit, nachgeht. Am Ende der Straße saßen einige halbwüchsige Mädchen. Anscheinend gehörten sie der gleichen Schulklasse an, denn sie fertigten selbander ihre Schulaufgaben. Wenn der Rauch vom Stahlwerk nachließ, vermochten die Sonnenstrahlen ganz flar bis hierunter zu dringen. Eine Schar kleiner Jungen und Mädchen, ebenso dürftig und bleich, machten sich fast wortlos im Unrat der schmutzigen Ecke zu schaffen. Oft flogen Rauchfetzen und rötlicher Staub herunter. Funkengarben stoben dann wieder dort oben plötzlich empor, die der laue Wind mit dem stickigen, blauen Qualm davontrug. Man brachte es nicht fertig, in dieser drückenden Schwüle tief zu atmen, weil der widerliche Geruch nach Del, Teer, Benzin und Gasen die Kehle schnürte. Sirenengeheul und anhaltendes Tuten brauste unvermitframten vor den Häusern. Die Arbeiter jedoch kamen später alleine die Straße herauf. trug einen kleinen Blumenstrauß in der Hand. Das gab ein Erzählen zu Hause! Sie überſtürzten sich in ihren Worten. Alles brachten sie den Eltern vor, als wollten sie ihnen mitgeben von dem Erleben in Wald und Feld. Jm= mer wieder begannen sie zu erzählen, von den grünen Bäumen, von den bunten Blumen, von den Seen, den Vögeln, von dem Nest, zu dem der Lehrer sie in kleinen Trupps geführt, von dem Springen und Jagen auf der Rehwiese, und von der duftigen Luft, die sich so tief und kühl einatmen ließ! Und eine Ferienfahrt hatte ihnen der Lehrer versprochen. Eine ganze Woche würden sie durch Wald und Feld wandern, in Jugendherbergen übernachten. Eine ganze Woche in Wald und Feld! Nicht auszudenken, diese Freude! Plötzlich aber, als die Sonne schon hinter den Rand der einen Mauer gesunken war, tamen sie daher mit fröhlichem Singen und lustigem Geschrei, mit frischen roten Baden, mit funkelnden Augen, mit schnellen Bewegungen. Jedes Kind Und noch, als die 12jährige Sophie zu Bett lag, nachdem die Mutter das Abendgebet mit ihr gesprochen hatte, griff sit nach der Hand der Mutter und sagte leise:„ Und so still wat es im Wald, Mutter, so still!!" SHOP jich ror ein Alsfelder Im Gan Favoriten au burg. Die Frau mit den herben Zügen nickte müde lächelnd, löschte das Licht und sah zum Fenster hinaus: Grelle Lichter gleißten dort oben; immer noch dröhnte es hin und wider, sausten die Lokomotiven wie Ungeheuer vorbei, schossen die Feuergarben empor; immer noch blieb das laute Geräusch in unerbittlichem Rhythmus: Das Lied der harten Arbeit. Und sehnsuchtsvoll blickte die Frau zum Horizont, weil sie dort das Land der Jugend wähnte, wo Bäume rauschen Bächlein murmeln, wo Mensch und Tier sich gläubig am Born der Natur Kraft holen, wo ein dichter werdendes Netz von Jugendherbergen als Heimstätten des einkehrenden Jungvolts Diener an Volkskraft und Volksgesundheit sein will. und Wenn d besser sein f meinte es nächte- m die Leistun und zweite lange Glu Läufer ve Die Der 1 den Vortan willig). 9 Weilburg, mann- Kal lauf gut a burger Eid 100 Meter Univ. 11,4 Im Aber nur Löwenba Dem Ka Er hätte Gießen li Dula fchlo 200 Meter baumrüd); Sm 40 Helfen- Pre macht. Vo in den En bei 300 M heit. 400 Meter Get.; 53,8 G Groß m Dafür war perling- 190 et erfreut i fabelhafter Vorjahre 800 Meter Altho feld 2 Der 1 wei Man Dom BB. etlides bin gestoppt. 1500 Mete Malle Dap war, ist Ziel. De ließ sich Gießen ga VIB. Gief schwand au Dem zaben Die Zeiten Tehr gut. 97r. 50. 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Seit 6 Jahren wieder zum ersten Male wurden die Meisterschaften in der Leichtathletik des Bezirkes Hessen- Hannover in Gießen ausgetragen. Die Veranstaltung lag in den bewährten Händen der Spielvereinigung 1900, Gießen, die sich dieser Aufgabe mit bekanntem geschultem Eifer wie immer erfolgreich unterzog. Einige kleine Regiefehler die langsame Abwidlung der Wurskonkurrenzen, die reichlich lange Geduld beim Aufruf der einzelnen Wettkämpfe sind kaum zu vermeiden und liegen in der Natur der Sache. - - Der Besuch war gut, sowohl auf dem Rasen wie auch hinter der Barriere, besonders letzteres ist ein beachtliches und für Gießen erfreuliches Ereignis. Die trostlose geographische Figur unseres Bezirks kostet natürlich auch Opfer- Göttingen und Harz- Weser waren nicht daselbst aus Kassel war man nicht ganz so zahlreich wie gemeldet, angetreten, 2 Vereine: die Hessen- Preußen und Kurhessen hatten von dort ihre Favoriten geschickt. Erfreulich war die Teilnahme aus Marburg, das aus dem reichen Menschenmaterial seiner alma mater, die besten antreten ließ, die Kasseler übertrumpfte und mit der Spielvereinigung 1900 Gießen um die Siegespalme stritt. Der VfL.Wetzlar schob sich mit einigen seiner guten Leute kräftig in die Siegerliste hinein, leider sieht man von diesem Verein zur Zeit wenig in Laufkonkurrenzen, es ist noch nicht lange her, da ge= hörten sie zu den gefährlichsten Gegnern in Staffelläufen etc. Sonst? Einzelnamen: Dr. Schlotthauer- Frizlar, der ein bischen unzufrieden, nur Plaz belegen konnte. Müller- Weilburg, der ,, Houben" des Gaues Gießen- Wetzlar, dessen Können mit den Konkurrenten- immer ein Zehntel besser wie der den dritten Platz im 800 Meter Lauf holte sich; jich ror ein Alsfelder. - - Jm Ganzen aber war es ein Kampf zwischen den bisherigen Favoriten aus Kassel und den Hiesigen aus Gießen und Marburg. Wenn die Ergebnisse in einer Reihe Konkurrenzen hätter. besser sein können, so ist das durch zweierlei erklärlich. Erstens meinte es die Mutter Sonne wieder reichlich gut und drückte nächste wächst. Ein guter Hammerwerfer aus Hersfeld stellte die Leistungsfähigkeit der Wettkämpfer beträchtlich herunter und zweitens half alles Sprengen der Laufbahn nicht, die tagelange Glut hatte die Schlacke pulverisiert. Die Energie der Läufer verpuffte in Staubwolken. Die Konkurrenzen: Der 100 Meter Lauf brachte einige Ueberraschungen. In den Vorkämpfen schied Gießen schon aus( Geist unerklärlich freiwillig). Neben zwei Marburgern konnte sich noch MüllerWeilburg, der vorjährige Meister, Freund- Kassel und Bachmann- Kassel in den Endlauf bringen. Das Feld ging im Endlauf gut ab. Es gab einen harten Kampf zwischen dem Marburger Eschmann und Müller- Weilburg. Letzterer blieb Sieger. 100 Meter Zeiten: 1. Müller- Weilburg 11,1 Set.; 2. EschmannUniv. Marburg 11,2 Set.; 3. Mühlner- Univ. Marburg 11,4 Sekunden. Im 200 Meter Lauf glänzten die Blau- Weißen 1900er. Aber nur eine Handbreit hinter dem Favoriten Geist- 1900 kam Löwenbaum- Hessen- Preußen Kassel als zweiter durchs Ziel. Dem Kasseler nutzte sein vorzüglicher Endspurt nichts mehr. Er hätte früher mit demselben einsehen müssen. Guyot- 1900 Gießen ließ sich den dritten Platz nicht nehmen. Der Marburger Dula schloß den Reigen ab. 200 Meter Zeiten: 1. Geist- 1900 Gießen 24,2 Set.; 2. Löwenbaum- Hessen- Preußen Kassel 24,2 Get.;( Handbreit zurüd); 3. Guyot- 1900 Gießen 24,4 Sekunden. Jm 400 Meter Lauf siegte erwartungsgemäß SchaurigHessen- Preußen Kassel, der Sieg wurde ihm kaum strittig gemacht. Von den Hiesigen hatte R. Fischer- VfB. Gießen sich bis in den Endlauf durchgesetzt. Er gab an letzter Stelle liegend bei 300 Meter auf. Der Lauf war reine Kasseler Angelegenheit. 400 Meter Zeiten: 1. Schaurig- Hessen- Preußen Kassel 52,9 Set.; Silba- Kurh. Kassel 53 Set.; 3. Rönich- Marburg 53,8 Sekunden. Groß war das Feld nicht, das den 800 Meter Lauf bestritt, dafür war es aber durchweg gut. Der vorjährige Meister Bepperling- 1900 Gießen galt auch für dieses Jahr als führend, er erfreut immer wieder durch seinen blendenden Stil und seinen fabelhaften Endspurt. Er siegte mit der gleichen Zeit wie im Vorjahre in Kassel. Dem Zweiten fehlte der Endspurt. 800 Meter Zeiten: 1. Bepperling- 1900 Gießen 2:05 Min.; 2. Althoff- Kurhessen Kassel 2: 07,0 Min.; 3. Duchhardt- Alsfeld 2:09 Minuten. Der 1500 Meter Lauf war eine ziemliche Pleite. Ganze zwei Mann am Start: Peters von 1900 Gießen und Müller vom VB. Gießen. Peters lief ohne Konkurrenz vorne, Müller etliches hinterdrein, so gings 3% mal um den Platz, dann wurde gestoppt. 1500 Meter Zeiten: 1. Peters- 1900 Gießen 4: 53,0 Min.; 2. Müller- BfB. Gießen 4: 59,2 Minuten. Daß der 5000 Meter Lauf bei der Hize kein Vergnügen war, ist erklärlich. Von fünf Läufern gingen zwei durchs Ziel. Der vorjährige Meister Scheyhing- Hessen- Preußen Kassel ließ sich den Sieg nicht nehmen. Konkurrent 1: Paul- 1900 Gießen gab nach zwei Runden schon auf;; Konkurrent 2: HeiseVfB. Gießen gab nach ca. 3000 Meter auf; ein Kasselaner verschwand auch noch. Und einsam kreiste Schenhing, gefolgt von dem zähen Heberling- Wetzlarer SV., seine Rundenzahl ab. Die Zeiten sind bei der Hitze und der mangelnden Konkurrenz sehr gut. 5000 Meter Zeiten: 1. Schenhing- Hessen- Preußen Kassel 16: 40,8 Min.; 2. Heberling- Weglarer SV. 16: 53,8 Minuten. Die 110 Meter Hürden fielen an den vorjährigen Zweiten Hopfenmüller 1900 Gießen, Klemann- Kassel und Zerndt- Wehlar folgten. Hopfenmüller, der glatt 17 Sekunden beständig läuft, bekam nur 19,4 Sef. gestoppt. Der Lauf an und für sich war glänzend. Eine Hürde fiel nur. Die Technik des Siegers ist ganz ausgezeichnet. 110 Meter Hürden Zeiten: 1. Hopfenmüller- 1900 Gießen 19,4 Setunden; 2. Klemann- Hessen- Preußen Kassel 19,8 Set.; 3. Zerndt- VfL. Weglar 21,6 Sekunden. Die Wurf- und Stoßkonkurrenzen zeigten den Süden des Bezirks stark in Front. Im bestarmig Kugelstoßen konnte Mohl- VfB. Gießen, der überhaupt nicht ganz in Form schien, sich nicht durchsetzen. Er mußte dem besseren 1900er Schäfer Sieg und Meisterschaft auch für dieses Jahr lassen. Kugel bestarmig: 1. Schäfer- 1900 Gießen 12,99 Meter; 2. MohlBfB. Gießen 12,64 Meter; 3. Schrader- Marburg 12,13 M. Kugel, beidarmig: 1. Gary- Athl.- Cl. Marburg 22,53 Meter; 2. Dörge- Kurh.- Kassel 21,97 Meter; 3. Schäfer- 1900 Gießen 21,93 Meter. Jm Diskuswurf führte Junghenn- Hessen- Preußen Kassel. Der für diese Konkurrenz erwartete Refordmann Paulus- Wetzlar war leider nicht da, so blieb die Meisterschaft weit unter 40 Meter. Der vorjährige Meister, der diesmal nur 16 3entimeter weniger wie letztes Jahr wars, mußte sogar noch den 1900er, Schäfer, vor sich lassen und sich mit dem 3. Platz begnügen. Diskus, bestarmig: 1. Junghenn- Hessen- Preußen Kassel 36,99 Meter; 2. Schäfer- 1900 Gießen 35,81 Meter; 3. GaryAthlet.- Cl. Marburg 35,72 Meter. Distus, beidarmig: 1. Junghenn- Hessen- Preußen Kassel 60,04 Meter; 2. Schrader Marburg 56,96 Meter; 3. Koch- VfL. Weglar 56,28 Meter. Die Speerwurftämpfe erlitten ein wenig Unglück. Der harte Boden und die Kraft der Kämpfer zersplitterte in den Vorfämpfen einen Speer nach dem anderen, zuletzt blieb nur einer übrig, aber auch der... Schließlich mußte man auf die Ergebnisse der Vorkämpfe zurückgreifen, das ergab insofern ein falsches Bild, als der vorjährige Meister Dr. Schlotthauer- Fritzlar( 1929: 55,08 Meter) aus der einen Konkurrenz ganz verschwand und in der anderen den gewohnten und erwarteten Sieg abtreten mußte. Aufmerksamkeit verdienen die beiden Gießener Hopfenmüller und Klös. Hopfenmüller fiel auch in dieser Konkurrenz durch tadellose Technik auf( fleißiges Training dürfte ihn bald über die 50 Meter Grenze bringen). Sonst nahmen zwei Marburger sicher die Meisterschaften an sich. Speer, bestarmig: 1. Schrader- Univ. Marburg 49,13 Meter; 2. Hopfenmüller- 1900 Gießen 46,90 Meter; 3. Klös- 1900 Gießen 46,17 Meter. Speer, beidarmig: 1. König- Univ. Marburg 73,57 Meter; 2. Dr. Schlotthauer- Frizlar 72,05 Meter; 3. Klös- 1900 GieBen 71,60 Meter. - Ein selten gesehenes Gerät ist der„ Hammer", d. h. die 15 Pfund Kugel mit Kette und Griff, die geschleudert wird. Das Gerät ist nicht gerade sehr beliebt unverständlicherweise, denn es erfordert einen insgesamt durchtrainierten Körper, der sich ganz in der Gewalt hat. Noch vor einigen Jahren warteten unsere Leichtathleten mit ganz kläglichen Ergebnissen auf, das ist langsam besser geworden. Der Meister von 1929, GaryMarburg warf erst 32,17 Meter. Jetzt: Hammerwerfen: 1. Franzke, Hersfeld 37,50 Meter; 2. GaryAthl.-Cl. Marburg 35,79 Meter; 3. Mohl- VfB. Gießen 35,21 Meter. Bei den Sprüngen fallen die verhältnismäßig sehr guten Hochspringer auf gegen die wenig guten Weitspringer. Jm Hochspringen mußte bei 1,76 Meter durch Stechen der 1. und 2. Platz festgelegt werden, wobei der glücklichere Marburger den famosen Capello auf den 2. Platz verwies. - Nr. 50. Hochsprung: 1. Fuchs- Wissemann Marburg 1,76 Meter; 2. Capello- ViL. Weglar 1,76 Meter; 3. Streib- Marburg 1,65 Meter. Der Weitsprung fiel im Gegensatz zum Vorjahr ganz ab. Mühlner, der Bezirksmeister dieser Konkurrenz für 1930, sprang ganze 6,31 Meter. Weitsprung: 1. Mühlner- Univ. Marburg 6,31 Meter; 2. Rausch( Meister 1929: 6,70meter) Hessen- Preußen Kassel 6,11 Met.; 3. Sobottta- Hessen- Preußen Kassel 5,98 Meter. Den Stabhochsprung ließ sich der junge, sympatische Jung1900 Gießen nicht nehmen. Daß er nicht mehr wie 3,10 Meter sprang, liegt nur an kleinen technischen Fehlern. Jung läßt den Stab zu früh los. Ein aufmerksames Training müßte den talentierten Springer noch in dieser Saison an die 3% Meter Grenze bringen. Stabhochsprung: 1. Jung- 1900 Gießen 3,10 Meter; 2. LangeUniv. Marburg 3,00 Meter; 3. Köhler- Hessen- Preußen Kajsel 3,00 Meter( durch Stechen). - - Die Staffeln: 4 mal 100 Meter: Die Favoriten, die Hessen- Preußen, machten nicht mit ein paar Rennschuhe fehlten, Ersatz war nicht zur Zeit zu beschaffen ja, so wirft einen eine Kleinigkeit aus der Konkurrenz. Die 1900er hatten dadurch freie Bahn bekommen und konnten, wenn auch scharf bekämpft von der Universität Marburg, in der Ausstellung: Schwab, Hopfenmüller, Geist und Guyot mit 45,8 Sekunden als erste durchs Ziel gehen. Vor allem der aufopferungsvoll laufende Guyot lieferte ein prachtvolles Rennen.( Bei besserem Stabwechsel aller drei Mannschaften wären bessere Zeiten herausgekommen). 4 mal 100 Meter: 1. 1900 Gießen 45,8 Set.; 2. Univ. Marburg 45,9 Set.; 3. Kurhessen Kassel 45,9( Brustbreit zurück). 4 mal 400 Meter: Ein Rennen, das den Hessen- Preußen Kassel wie im Vorjahre( 3: 37,2 Minuten) nicht zu nehmen war. 4 mal 400 Meter: 1. Hessen- Preußen Kassel 3: 40,8 Min.; 2. Universität Marburg 3: 43,7 Minuten. 4 mal 1500 Meter. Auch in dieser Konkurrenz waren die Hessen- Preußen nicht zu schlagen, die 1900er in der Ausstellung Peters 1, Fleischmann, Knigge und Bepperling verloren jeder an Boden, besonders Knigge. Man merkte den Hiesigen die poraufgegangenen Wettkämpfe an. 4 mal 1500 Meter: 1. Hessen- Preußen 18: 11,8 Min.;( 1929: 18: 19,4 Min.); 2. 1900 Gießen 18,42 Minuten. Die 10 mal 100 Meter Staffel tam nicht korrekt zum Austrag, es wurde nur eine 5 mal 100 Meter Staffel, die die Universität Marburg vor 1900 Gießen mit 56,4 Sekunden ge= wann. Die Jugend wartete mit einer 10 mal 100 Meter Staffel auf. VfB. Gießen trat leider nicht an, sodaß die 1900er im Alleingang über die Bahn gingen. Die Zeit von 2:04 Minu ten ist verhältnismäßig sehr gut. Die ,, Alten Herren" hatten auch einige Konkurrenzen ausgeschrieben bekommen. Die Beteiligung war nicht gerade überwältigend. Die Ergebnisse: Kugelstoßen: 1. Junghenn Hessen- Preußen Kassel 11,98 Meter; 2. Krebs- Kurh. Kassel 7,78 Meter; 3. Nagel- BfB. Gießen 7,31 Meter, 100 Meter: 1. Krebs- Kurh. Kassel 12,8 Set.; 2. Nagel- BfB. Gießen 13 Sekunden. Im Rahmen der Wettkämpfe war auch ein Fünfkampf der Aktiven in 200 Meter, 1500 Meter, Weitsprung, Disbus- und Speerwerfen ausgeschrieben. Die genaue Auswertung fonnten wir bis zur Abfassung dieses Berichtes nicht erhalten. Erster soll Fischer- Hessen- Preußen Kassel sein. Die diesjährigen Bezirksmeisterschaften gehören nunmehr der Vergangenheit an. Die Ausbeute ist relativ gut. Wenn auch keine ,, Kanonen" entdeckt worden sind, so legt das Erreichte aber Zeugnis für eine allgemeine Hebung des athletischen Könnens und nicht zu verkennen für eine vollständige Gleichstellung des südlichen Teils des Bezirkes mit den bisher dominierenden Kasselanern ab. Und nun, Athleten, frisch auf!! Wacker trainieren, damit der schöne Rasensport in Gießen noch mehr Freunde erringt und die Jubiläums- Nationale der Spielvereinigung 1900 in wenigen Wochen zu einem Höhepunkt unsers sportlichen Wollens und Könnens wird. Bu. - Hertha BSC. deutscher Fußballmeister 1930. sche Fußballbund zweifellos einen guten Griff getan. Die Organisation erfolgte in der knappen Vorbereitungszeit mustergültig. Der Zustrom zum Rheinstadion begann trotz der glühenden Hitze schon Stunden vor Beginn. Lange vor Beginn war die Plazanlage besetzt. Hertha BSC.: Die Mannschaften: Gehlhaar Holstein Kiel nach hartem Kampf 5: 4( 3: 3) geschlagen. 45000 Zuschauer in Düsseldorf. Der Schiedsrichter! Deutschland hat seinen neuen Fußballmeister in Hertha BSC. Berlin. Viermal hintereinander war der Meister des Landesverbandes Brandenburg im D.F.B. im Endspiel an einem besseren oder glücklicheren Gegner gescheitert, beim fünften Anlauf ist den Reichshauptstädtern der große Wurf endlich gelungen. Wer dem Verlaufe des Spiels, wie ihn der Rundfunk wiedergab, folgte, der wird auch die Ueberzeugung gewonnen haben, daß Hertha BSC. als die bessere und härtere Elf verdient Sieger geblieben ist, so sehr auch die braven Jungen von Holsteinfie unterlagen Kiel für ihr tapferes Streiten und Durchhalten ( zuletzt mit 10Mann) nur 4: 5 vollste Anerkennung verdienen. Vor allem aber muß der bei aller Hingebung und allem Siegeswillen beider Parteien anständige Verlauf des Meisterschaftsspiels in Düsseldorf als hocherfreuliche Tatsache gebucht werden. Mit ihr ist bewiesen, wie heilsam die allgemeine scharfe Abtehr von dem unschönen Schauspiel des vorjährigen Meisterschaftsendkampfes in Nürnberg gewesen ist. Wir haben in diesem Jahre dadurch wieder ein Endspiel gehabt, das eine Werbung für den Fußballsport darstellte und einen deutschen Meister, der diesen Titel mit vollem Recht tragen darf. - 45 000 Zuschauer. - Mit der Verlegung des Endspiels um die Deutsche Fußballmeisterschaft in das Düsseldorfer Rheinstadion hat der DeutRuch Esser Völker Leuschner Gobet Widmaier Lübke Lagerquist Wilhelm Müller Lehmann Ludwig Ohm Radecke Kirſei Ritter Hahn Voz Baasch Zimmermann Kramer Holstein- Kiel: Holstein hat Anstoß und ist auch gleich überlegen. Schon in der dritten Minute kommen die Norddeutschen zum Führungstor, als der Berliner Hüter einen Ball abprallen läßt, der von dem schnell hinzueilenden Widmaier eingedrückt wird. Hertha spielt sehr zerfahren und kann sich vorerst nicht finden. In der 8. Minute lassen sich die Berliner erneut überrumpeln, als bei einem plöglichen Angriff bei einem Fehler der Berliner Verteidigung Ritter zum zweiten Male den Ball zwischen die Torpfosten einsenden kann. Berlin reißt sich Mittwoch, den 25. Juni 1930. jetzt mächtig zusammen und kann auch den Kampf offen gestalten. Einige Chancen auf beiden Seiten bleiben durch die gute Arbeit der Torhüter erfolglos. Endlich, in der dreiundzwanzigsten Minute kann Sobek den Ball zum ersten Mal ins Kieler Tor jagen. Nicht lange dauert es, bis Berlin auch den Ausgleich erzielt. Schon drei Minuten später köpft Ruch einen vom Holstein- Hüter zu kurz abgewehrten Ball zum Ausgleichstor ein. Das Spiel steht jetzt auf sportlich hoher Stufe. Die Angriffe wechseln hüben und drüben. Wieder kann Holstein in der neunundzwanzigsten Minute durch Widmaier in Führung gehen, aber schon zwei Minuten später stellt Kirsei die Partie auf 3: 3. Mit diesem Resultat werden die Seiten gewechselt. Das Edenverhältnis stand bis dahin 5: 0 für Hertha. Nach der Pause machte sich allmählich eine kleine Ueberlegenheit Herthas bemerkbar, zumal Holstein durch das Tempo der ersten Halbzeit scheinbar ermüdet ist. Die Angriffe Berlins leiden aber an Ueberkombination, und erst in der achtundsechzigsten Minute ist es Lehmann, der das Ergebnis auf 4: 3 stellt. Holstein verlor dann aber in der 77. Minute seinen Mittelstürmer Ludwig, der auf eine allzu harte Entscheidung des Schiedsrichters hin den Platz verlassen mußte. Trotzdem Holstein mit 10 Mann weiterspielt, kann es so fort nach Ludwigs Austritt im Anschluß an einen Durchbruch von Ritter das Ausgleichstor erzielen. 4: 4. Man glaubt schon an eine Verlängerung, als schließlich in der 86. Minute Ruch einen Flachschuß anbringen kann, den der Kieler Torhüter nicht mehr erwischt. Dieses Tor sollte das Siegestor sein, denn bis zum Schluß bleibt es trotz verzweifelter Angriffe der Holsteinmannschaft bei dem Ergebnis 5: 4 für Hertha. Kritik. ,, Gießener Zettung" 45 000 Menschen brauchen es durchaus nicht besser zu wissen, als ein Einziger. Zumal dieser eine, nämlich der Guyenz aus Essen, ein anerkannter Meister seines schiedsrichterlichen Faches ist. Aber in diesem Fall irrte er, hatte die Masse recht, als sie gegen ihren Landsmann Stellung nahm. Denn in einem Schlußkampf um die Deutsche Meisterschaft wirft man einen Spieler nicht auf dem Höhepunkt des Geschehens nur deshalb hinaus, weil er durch Kopfschütteln und Hände winken seine abweichende, berechtigt abweichende Meinung über eine einzelne Entscheidung des Unparteiischen zum Ausdruck bringt. Hertha hatte den Sieg verdient. In der ersten Halbzeit konnte das Spiel des Berliner Meisters allerdings noch nicht gefallen. Die Berliner mußten sich erst an das Spiel der Kieler gewöhnen, sie fanden sich in dieser Spielphase schlecht zusammen und boten durchweg nur Einzelleistungen. Die bessere Gesamtleistung lag in dieser Halbzeit bei den Norddeutschen. Nach der Pause änderte sich das Bild. Berlin gewann zusehens an Zusammenhang und System. Im gleichen Maße wuchs auch die Ueberlegenheit der Berliner. Ganz hervorragend schaffte Sobeck. Bei Holstein war der Wille zum Sieg da, aber die Kräfte reichten nicht. Durch Eiser und Einsatz aller körperlichen Vorteile wurde lange Zeit das Ergebnis günstig gehalten, als aber die Kräfte nachließen, war die tapfere Mannschaft dem Gegner nicht mehr gewachsen. Im übrigen waren bei Holstein alle Mannschaftsteile gleich gut. Besondere Erwähnung verdient das Spiel des Angriffsführers Ludwig. • Die Herausstellung. 45 000 Zuschauer hatten gesehen, daß bei dem Zusammenstoß zwischen dem Berliner Mittelläufer und dem Kieler Mittel stürmer- man beachte bitte die Spielposten der beiden Beteiligten!- ein Strasstoß gegen Berlin und nicht umgekehrt am Plate war. Was auch denen einleuchtet, die nicht dabei waren, aber aus der Erfahrung und der Logik heraus wissen, daß der vorrückende Mittelstürmer nicht das mindeste Interesse hat, den Mittelläufer des Gegners zu foulen, wohl aber dieser, und besonders dann, wenn er Gefahr im Anzuge wittert. Vorweg: Niemand wird den Berlinern den Erfolg mißgönnen, den sie sich in einem harten Gefecht gegen den Verein des unvergessenen und unvergeßlichen Blaschke aus Kiel ehrlich erkämpfte. Im Gegenteil: jeder wahre Sportfreund wird es begrüßen, daß eine Mannschaft mit so viel seelischem Stehvermögen, wie es die Blau- Weißen von der Spree seit 1926 aufbrachten, endlich beim fünften Male ihren sauer verdienten Lohn ernten durfte. Nr. 50. schlecht viel seltener vor, als früher. Am schlimmsten ist es noch mit der Form des Schuhwerks bestelt; hier müßte durch die Einführung niedriger Absätze und einer dem Fuße anges paßten Form noch Wandel geschaffen werden. Trostlos dagegen steht es um die Männerkleidung. Hier kann man eigentlich nur von Uniformen reden, die keinerlei Eigenart auftommen lassen und die gleiche unzweckmäßige Anhäufung von Stoffmassen für jede Jahreszeit, für frohe | Unterhaltung wie für ernste Arbeit, vorschreiben. Die Kleidung eines Mannes ist um das Vielfache schwerer, als das= jenige der Frau; die Beine sind bis zu den Füßen hinunter förmlich wattiert, Hals und Brust in enge Stärkepanzer eingezwängt das ist das starke, abgehärtete Geschlecht! Schiedsrichter Guyenz jedoch entschied gegen Augenschein und alle Wahrscheinlichkeit. Den Kieler Strafstoß bekam Berlin zugesprochen. Begreiflich, daß der Leidtragende des zum Strafstoß führenden Zusammenpralls, eben der Kieler Ludwig, an= derer Meinung als der Unparteiische war. Denn schließlich wird er es ja am besten gewußt haben, ob seine Schienbeine oder die des Gegners schmerzten. Alles schön und alles gut. Aber ein Wermutstropfen ist leider doch in den Sektkelch gefallen. Und ein ziemlich großer sogar. Gemixt von dem Schiedsrichter Guyenz aus Essen, der 20 Minuten von Schluß, als Holstein verzweifelt um neuerlichen Gleichstand kämpfte, den Mittelstürmer der Kieler, den blonden Ludwig, des Feldes verwies. Begreiflich, daß er seiner abweichenden Meinung durch Gesten Ausdruck verlieh, wohlgemerkt, begreiflich, wenn auch nicht entschuldbar. Denn der Spieler hat in erster, zweiter und dritter Linie und dann noch ein paarmal den Mund zu halten. Hermetisch verschlossen zu halten. Er soll spielen und nicht reden. Wenn 45 000 Menschen wie ein Mann johlen und pfeifen, mehr als 40 000 wirklich neutrale Söhne und Töchter vom sonnigen Rhein mit einem Schlage für das Blau- Weiß- Rot aus dem dunklen Norden Partei ergreifen, taktmäßig im Chor bis zum Schluß ,, Auf, auf, Ihr Kieler!" rufen und brüllen, das ist ein Faktum, das man nicht mit einer Handbewegung als unerheblich gegenüber der schiedsrichterlichen Tatsachenentscheidung hinwegschieben darf. SteuerErsparnis bringt das Reichssteuer Kassebuch RIECK 25. Ruder- Regatta in Gießen. Der idyllisch gelegene, an Tradition reiche Ruderplatz GieBen feiert am Samstag, den 28., und Sonntag, den 29. Juni, sein Silberjubiläum als Regattaplatz. Die an diesen Tagen stattfindende 25. Ruder- Regatta wird in 26 Rennen 441 Ruderer und Steuerleute in 84 Booten am Start sehen, die aus 18 Vereinen stammen. Neben Wetzlar, Limburg, Bad Ems sind Mannschaften aus Frankfurt a. M., Offenbach a. M., Hanau, Godesberg, Köln, Beuei, Cochem und Kassel vertreten. Kleider machen Leute. Wir müssen zu einer abwechslungsreichen Kleidung kommen; Form, Farbe und Stoff des Gewandes soll dem Zwecke entsprechen, zu dem es getragen wird. Ein Handarbeiter muß anders angezogen sein, als der Büchermensch; der Sommer verlangt Wärmeschutz, der Winter Kälteschutz von unserer Kleidung. Die Arbeitstracht sei ernst und zweckmäßig, die Festtracht heiter und farbig. Der Mann sollte zeigen können, daß auch er ein Bein besitzt und nicht zwei Ofenröhren; er bedarf keineswegs eines Stehkragens als Halsabschluß, um seine Würde nach außen kund zu geben, vielmehr sollte sich die Männerwelt für ihre Kleidung den Spruch des Reichsausschusses für hygie> nische Volksbelehrung" zu eigen machen:„ Warum denn Rod und hohen Kragen, statt Blusenhemd und Strohhut tragen?" Von Dr. V. Hähnlein Dresden. ,, Kleider machen Leute", so denken die Menschen, sparen sich das Geld für eine„ standesgemäße moderne" Kleidung am Munde ab, zwängen sich in die unbequemsten Marterinstrumente und glauben damit hervorragend praktisch gehandelt zu haben. Viel vernünftiger wäre es, sie sagten sich:„ Kleider machen Menschen", d. h. in seelischer Beziehung läßt eine einfache, zweckmäßige Kleidung auf einen selbständigen, energischen Charakter schließen, und in körperlicher Hinsicht gestattet eine derartige Gewandung ein gesundes, unbehindertes, Ausleben aller Kräfte. Glücklicherweise hat die Damenmode der letzten Jahre neben der Schönheit auch in einigermaßen ausreichender Weise den gesundheitlichen Wert der Kleidung berücksichtigt. Das Korsett, der steife Halskragen, die langen Aermel, die allzu weiten Röcke gehören hoffentlich auf Nimmerwiedersehen der Vergangenheit an. Farbe und Stoffarten gestatten heute der Frau einen vernünftigen Wechsel zwischen Sommer- und WinDie Beine werden durch ter, Haus- und Straßenkleidern. Das Trachtenfest in Schlik. Schlik, 23. 6. Schlitz, das alte, romantische Städtchen der Burgen, des Schlitzer Leinen, des guten Bieres, der vorzüglichen Seifen und der schönen Fachwerkbauten erlebte mit dem Trachtenfest am Sonntag einen Tag der innigsten Bindung zwischen Stadt und Land, zwischen Volkstum und Volkstrachten, wie sie seit Jahren bereits im alten Schlitzerland besteht. Das alte Städtchen hatte Festschmud angelegt. Jeder Eisenbahnzug brachte Scharen von Festbesuchern und Trachtentragenden. Das wohl von 10 000 Personen aus nah und fern besuchte Fest hatte seinen Glanzpunkt in dem großen Trachtenfestzug, in dem nahezu 50 Einzelgruppen die prächtigen Farben der guten alten Landbekleidung in mannigfaltigem Wechsel vor Augen führten. Nach Schluß des Zuges hielt Dr. Niepoth eine Ansprache und bezeichnete den wohlgelungenen Tag als ein großes Zeichen der Verbundenheit von Schlitz, des Schlitzer Landes mit der Rhön, dem Vogelsberg und der Schwalm. Wer die Volkstracht ehre, ehre auch das Volkstum und die Heimatscholle. Der Schlitzer Reiterverein bot sodann wohleglungene Reitervorführungen. Trachtengruppen aus den 16 Dörfern des Schlitzer Landes führten Hochzeits- und Volks: tänze vor, und der weitere Nachmittag gehörte einem ungebundenen, fröhlichen Volksfest, während der Festabend die Schlitzer Burg im Zauber der Beleuchtung erscheinen ließ. meist hauchdünne Strümpfe und luftdurchlässige Schlüpfer, der Oberkörper durch den offenen Halsausschnitt dem frischen Luftstrom ausgesetzt. Eine solche Mode kann vom Standpunkt des Arztes nur unterstützt werden. Es ist nicht richtig, daß die Damen heute im allgemeinen zu leicht bekleidet gehen, denn die Gewohnheit hat sie gegen den Witterungswechsel abgehärtet und Erkältungskrankheiten kommen daher beim weiblichen Ge> XXXXXXXXXXXXXXXXX Wir fuchen verkäufl. Hauser Gewürzmühle Darlehen Vertreter sucht tüchtigen, eingef. jed. Art zwecks Unter- d. Ko onial- u. Fein: breitung an Kaufin fostbranche gg. Prov. teressenten. Nur An- J. Hartforn& Sohn an Beamte und Festbesoldete. Leonh. Klein, Köln Gladbacherstraße 5. gebote v. 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