Nr. 6. eben von in einem e Fülle Ausgabe, twa 1925 ebiete ijt nbezogen, rie, Gas rt, sowie widlung Natio er größ O or Com Reichs Welt: rud und in Halbung ichil Soisson Austlang r Tragit In hel pe. Gie hinter ben, den Büttenin Kup er, Mün e 64 Gei Krankheit ollte von als frü Ten deut ins Mo Abhand in reich er haben Wester 6 Kunst gen Einet zu er rer Leser , die mansich beson on Jugo zahl hodi len Ent der Stadt Gießen. essen. Tagen Guter Rat und Leiden, erien nicht NEUKÖLLN ung für den Heißiger und Gelegenheit, en Bewerber nslauf mit erenzen an attes unter unfung arenfabrit 16.m.b.5. ikum m. Abil ..- Starkm.u. Flugtdie nion Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. - Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der von der kommunistischen Presse für Anfang Februar angekündigte„ Hungermarsch" der Erwerbslosen in Hamburg ist verboten worden. Die Hamburger Polizeibehörde teilt mit, daß alle Demonstrationen unter freiem Himmel in Hamburg vom 31. Januar bis 2. Februar einschließlich verboten sind. Der Dampfer ,, Monte Cervantes" der Hamburg- Südameritanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft ist in der Magalhaesstraße auf ein Felsenriff gelaufen. Die rund 400 Passagiere, die sich meist auf einer Vergnügungsreise befanden, wurden in Rettungsbooten wohlbehalten von Bord gebracht. Das seit mehreren Tagen vermißte Verkehrsflugzeug Amiens: Le Havre wurde fünf Kilometer nördlich von Dieppe auf einer Klippe entdeckt. Der Pilot und die vier Passagiere haben den Tod gefunden. Im Tscherwonzenfälscherprozeß wurde am Donnerstag die Ladung des Kapitäns Ehrhardt für Donnerstag nächster Woche beschlossen. Einmütig" für die Hanger Abmachungen? Das Reichskabinett hat mitteilen lassen, daß seine Beratungen über die Haager Verhandlungen volle Einmütigkeit ergeben hätten. Fürsorglich hat man in der Verlautbarung über den Kabinettsrat den Fall Schacht" nicht erwähnt. Auch die Saarverhandlungen hat man vergessen. Es ist aber bekannt, daß hierin und in zahlreichen anderen Fragen die Meinungen im Kabinett und vor allem in der Koalition ganz erheblich auseinandergehen. Wie steht es mit der„ einmütigen" Beurteilung der Sanktions- Abmachungen? Wie ist es mit dem Fortbestand und mit der Erweiterung des feindlichen Kontrollrechts? usw. usw. Aus der Koalition selbst heraus sind gerade in der letzten Zeit immer lauter Bedenken geäußert worden gegen die Haager Abmachungen. Erinnert sei nur an die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Held, weiter an die Tatsache, daß ganze deutsch- volksparteiliche Ortsgruppen gegen den Tributplan öf fentlich protestieren, und schließlich an die bekannten Forderun= gen des Zentrumsvorsitzenden Kaas, die in keinem Punkt erfüllt worden sind. Auch demokratische Aeußerungen fehlen nicht, die Aussehen erregend scharfe Kritik übten. Und das nennt man ,, Einmütigkeit"? Wir hoffen und nehmen an, daß bereits die allernächste Zeit zeigen wird, wie wenig von„ Einmütigkeit" für den Haager Tributplan gesprochen werden kann. Bereits die Reichsratsverhandlungen über die Haager Abmachungen, die in der kommenden Woche stattfinden, dürften erheblich lebhafter werden als gemeinhin. und es wird sich zeigen, daß wirklich einmütig nur alle Ehrlichen darin sind, daß der Youngplan und daß erst recht die Haager Abmachungen unerfüllbar, unerträglich und deshalb unannehmbar sind. ..Wien - Der österreichische Bundesfanzler Schober wurde in Wien bei seiner Rückkehr vom Haag, wo er die Wiederherstellung der österreichischen Souvetänität erreicht hatte, von der Regierung, vom Diplomatischen Korps und von einer jubelnden Menschenmenge begrüßt. Regimentsmusik stimmte die österreichische Bundeshymne an, die begeistert aufgenommen wurde. I. II. Bundeskanzler Schober teilte * Berlin" Für die Rückkehr der reichsdeutschen Abordnung aus dem Haag waren auf dem Berliner Bahnhof Friedrichstr. die Für stenzimmer vorbereitet worden. Die Abordnung verließ aber be= reits auf dem Bahnhof 300 unbemerkt den Zug und fuhr in Kraftwagen weiter, da man trotz der frühen Ankunftsstunde mit Kundgebungen der Passanten gegen die Haager Abma= chungen rechnete. Trotzdem die Zahl der Arbei seiner Ankunft in Wien beitslosen in Deutschland be: mit:„ Ich habe im Haag erklärt, reits 2 Millionen überschritten daß ein Land, das 300 000 Ars hat, unterschrieb die deutsche beitslose zählt, nicht imstande Delegation im Haag widerist, auch nur einen Groschen an spruchslos den Entwurf der das Ausland zu zahlen“. Tributverträge, die Deutschland auf Generationen zu unerfüllbaren Zahlungen verpflichten. Verschuldung der Landwirtschaft. In einer in Berlin stattgefundenen Versammlung der Vereinigung der Samenhändler des deutschen Reiches und des Vereins Berliner Getreide- und Produktenhändler bezifferte Reichstagsabgeordneter Mollath die Verschuldung der Landwirtschaft auf 16 Milliarden Rmt., wofür alljährlich 1,6 Milliarden Zinsen aufgebracht werden müssen. ( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 25. Januar 1930 Zu den Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche. Die deutsche Reichsverfassung proklamiert bekanntlich die Trennung von Staat und Kirche. Während sie diese Trennung in rechtlicher Beziehung bereits durchführt, überläßt sie die sehr viel schwierigere finanzielle Auseinandersetzung der Landesgesetzgebung. Jedoch sollen die Grundsätze hierfür durch Reichsgesetz aufgestellt werden; bis dahin bleiben die bisherigen Staatsleistungen an die Religionsgesellschaften bestehen. Jenes Reichsgesetz, das die Verfassung ankündigt, liegt zehn Jahre nach dem Inkrafttreten der Weimarer Verfassung noch immer - in weiter Ferne. Andererseits konnte jene Sperrbestimmung nicht hindern, daß es in mehreren Ländern über das Ausmaß der staatlichen Leistungspflicht zu Meinungsverschiedenheiten zwischen den staatlichen und kirchlichen Stellen kam und daß mehrere Kirchen durch die Auslegung, die der betr. Staat den Verfassungsbestimmungen gab, in erhebliche wirtschaftliche Not gerieten. So haben wir denn das Bild, daß in einer Reihe von Ländern Staat und Kirche sich gezwungen sahen, ohne jenes Reichsgesetz abzuwarten, den Weg einer vorläufigen finanziellen Auseinandersetzung zu beschreiten. In Thüringen ist dies auf dem Wege eines Staatsvertrages geschehen. Ein ähnlicher Vertrag ist zwischen dem Sächsischen Staatsministerium und der Evangelisch- luth. Landeskirche bereits seit längerer Zeit abgeschlos= sen und beschäftigt in diesen Tagen den Sächsischen Landtag. Die stärkste Beachtung im ganzen Reich hat der vor dem Staatsgerichtshof ausgetragene Konflikt zwischen Staat und evange= lischer Kirche in Braunschweig gefunden, der dem braunschweigischen Staat die Verpflichtung auflegte, ein Drittel der Ge= hälter zu tragen. In Hessen wurde durch Vereinbarung zwischen dem hessischen Staat und der evangelischen Landeskirche die Einsetzung eines Schiedsgerichts beschlossen, das für die nächsten 10 Jahre die Höhe der Staatsleistungen an die Kirche festsetzen soll. Gegenwärtig sind beide Instanzen damit beschäftigt, ihre Schiedsrich ter zu ernennen. Jede Partei ernennt zwei Schiedsrichter, während der Vorsitzende in gegenseitiger Uebereinstimmung bestimmt wird. Troß Wohnungsnot leerstehende Neubauwohnungen. Der Frankfurter Generalanzeiger schreibt: ,, Die von der Stadt Stuttgart zur Vermietung ausgeschriebenen 290 Neubauwohnungen, die aus städtischen Mitteln erstellt wurden, sind trok großer Wohnungsnot( 11000 Wohnungen werden gesucht) nur wenig begehrt. Es haben sich nur 60 Bewerber gemeldet. Die Wohnungskommission ist sich noch nicht darüber klar, ob daran die entfernte Lage vom Zentrum der Stadt oder die Wohnungsausführung schuld ist. Jedenfalls dürfte nach der Geldverknappung auch dieser Vorgang die Veranlassung gegeben haben, daß die Stadt Stuttgart den Beschluß gefaßt hat ,,, den Bau städtischer Wohnungen einzustellen". In Gießen liegen ähnliche Verhältnisse vor und ist es ein Glüd, daß die Stadt nicht unmittelbar selbst gebaut hat, sondern dies der ,, Gehemag" überlassen hat, die für ihre Häuser am Kugelberg ebenfalls nicht genug Mieter finden kann. Oberbürgermeister Böß zum Rücktritt bereit. Berlin. Der Oberbürgermeister von Berlin, Böß, hat sich, Blättermeldungen zufolge, bereit erklärt, sein Amt sofort niederzulegen, wenn er die ihm gesetzlich zustehende Pension erhält. Der Oberpräsident der Provinz Brandenburg hat mitgeteilt, daß er mit dieser Lösung einverstanden ist. Da aber die Wirtschaftspartei eine Kürzung der etwa 28 000 Mark betragenden Pension gefordert hat, sind neue Verhandlungen nötig geworden. Mut vor dem Richter. Todesurteile im Leningrader Tscherwonzenfälscherprozeß. Kowno, 24. 1. Jm Tscherwonzenfälscherprozeß ergriff nach dem Plaidoyers des Staatsanwalts und der Verteidiger der Hauptangeklagte, Rittmeister Schiller, das Wort. Er betonte, daß er keine Gnade von der Sowjetregierung brauche. Es sei überzeugter Monarchist und hasse die Sowjetregierung. Er habe mit Ueberlegung gehandelt und bedauere es nur, daß sein Unternehmen, das Sowjetregime zu stürzen, nicht gelungen sei. Bei diesen Ausführungen wurde ihm vom Vorsitzenden das Wori entzogen. Nach längerer Beratung verurteilte der Oberste Gerichtshof die Angeklagten Schiller, Gayer, Kartaschow und Fedotow wegen des Versuches, den Sturz des Sowjetregimes herbeizuführen, zum Tode durch Erschießen. Gegen das Urteil des Loersten Gerichtshofs gibt es keine Berufung. Ein Drittel der polnischen Staatsausgaben für militärische Zwecke. Warschau, 24. 1. Der polnische Heereshaushalt umfaßt für das Jahr 1930-31 zusammen mit den Ausgaben für den Grenzschutz und die militärische Jugendausbildung eine Summe von über 900 Millionen Zloty, d. h. also ein Drittel des gesamten Haushaltes. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Industrie Nummer 7 und Wohnungszwangswirtschaft. Stellungnahme des Reichsverbandes der deutschen Industrie. 2. Fortsetzung. Es heißt dann in der Denkschrift( S. 37) weiter: ,, Aus dem gleichen Grunde halten wir einen allmählichen Abbau der Hauszinssteuer und der Wohnungszwangswirtschaft für notwendig. Je weiter wir uns von der Inflationszeit, aus der die Hauszinssteuer ihre Begründung herleitet, entfernen, um so drückender muß der Hausbesitz diese Belastung, die als starke Eigentumsbeschränkung wirkt und den Häusermarkt völlig untergraben hat, empfinden. Durch die bisherige Entrichtung der Hauszinssteuer dürften die Vorteile, die der Hausbesitz aus der | Geldentwertung gezogen hat, weitgehend ausgeglichen sein. Die Gerechtigkeit erfordert, daß der Hausbesitz von dieser Last in möglichst kurzer Frist befreit wird. Die Erträgnisse der Hauszinssteuer werden etwa zur Hälfte zur Beschaffung neuen Wohnraumes verwendet. Wir halten es für notwendig, daß nach längstens fünf Jahren, gleichzeitig mit dem Abbau der Wohnungszwangswirtschaft, dieser Teil der Hauszinssteuer verschwindet. Das wird umso schneller möglich sein, wenn versucht wird, für den Wohnungsneubau statt der Kapitalhergabe aus den laufenden Einnahmen der Hauszinssteuer Zinsverbilligungszuschüsse zu gewähren, solange derartige Zuschüsse überhaupt für notwendig zu erachten sind. Nach Ablauf der Uebergangsperiode kann eine Gewährung von Zinsverbilligungszuschüssen nur insoweit in Frage kommen, als Rückeinnahmen aus den bereits gewährten Hauszinssteuerhypotheken vorhanden sind. Der andere Teil der Hauszinssteuer, der zur Deckung des allgemeinen Finanzbedarfs dient, muß abgebaut und durch eine allgemeine Besteuerung des Wohnraums ersetzt werden, die nur vom Mieter zu tragen ist." Der Vorschlag einer Mietsteuer wird oben noch weiter erläutert. Zunächst ist es zu einem vollen Verständnis notwen= dig, auch noch die Ansicht der Industrie über den Realsteuerabbau zu hören Ueber die Gewerbesteuer heißt es auf S. 35 der Denkschrift: ,, Als geringe zusätzliche Belastung des fundierten Einkommens und zum Ausgleich der durch die Gewerbebetriebe verursachten öffentlichen Aufwendungen konnte man die Gewerbesteuer noch hinnehmen zu einer Zeit, in der die gewerblichen Betriebe hohe Erträge abwarfen, in der die Gewerbesteuer in mäßigen Sätzen als Ergänzung einer geringen Einkommensund Vermögensbesteuerung erhoben wurde und in der es einen Finanz- und Lastenausgleich im heutigen Sinne nicht gab. Jn der Nachkriegszeit haben sich alle Voraussetzungen, mit denen eine Sonderbelastung des Gewerbes seinerzeit noch zu rechtfertigen war, grundlegend gewandelt. Darüber hinaus ist die ge= werbliche Wirtschaft heute weit mehr als früher zum tragenden Pfeiler der gesamten Volkswirtschaft geworden. Von ihrem Gedeihen hängt das Schicksal des Volkes ab. In einer solchen Lage widerspricht eine Sonderbelastung des Gewerbes jeder wirtschaftlichen Vernunft. Diese Ueberlegung zwingt zu der Forderung auf vollständige Beseitigung der Gewerbesteuer. Bei dem gegenwärtigen Gemeindesteuersystem und der geltenden Regelung des Finanzausgleichs könnte die sofortige völlige Abschaffung der Gewerbesteuer allerdings zu gewissen Schwierigkeiten in der Finanzgebarung von Ländern und Gemeinden führen. Um dieser Gefahr vorzubeugen, wird man sich damit einverstanden erklären können, die Gewerbesteuer zunächst noch in gewissem Umfange bestehen zu lassen, aber nur unter der Voraussetzung, daß für ihre endgültige Beseitigung ein genauer Plan bereits jetzt ausgearbeitet und gesetzlich festgelegt wird. Sie muß jedoch sofort zum mindesten auf die Hälfte gesenkt werden. Auch die Grundvermögenssteuer hat in den letzten Jahren eine allzu starke Steigerung erfahren. Sie muß daher ebenfalls abgebaut werden, und zwar besonders im Interesse der Landwirtschaft, eines Erwerbszweiges, der erwiesenermaßen seit Jahren ohne Rente arbeitet. Wir schlagen deshalb vor, die Grundvermögenssteuer für landwirtschaftliche Grundstücke auf die Hälfte zu ermäßigen. Daß Länder und Gemeinden diese Senkung der Realsteuern auch tatsächlich durchführen, ist durch die Reichsgesetzgebung sicherzustellen." Es wird dann noch eine Senkung der Einkommensteuer ge= fordert: ,, Die steuerliche Ueberlastung des Einkommens besonders in den mittleren und höheren Stufen hat im Laufe der letzten Jahre die Steuermoral so untergraben, daß Steuern und Ka Samstag, den 25. Januar 1930. pitalflucht bedenklich zugenommen haben. Eine vernünftige Sentung der Steuersätze wird die Steuererträge nicht verringern, sondern heben. Der Einkommensteuertarif muß so umgestaltet werden, daß für die ersten 15 000 Reichsmark des Einkommens die Steuer 10 Prozent beträgt und in allmählicher Progression nicht über 25 Prozent des Gesamteinkommens hinausgeht." Die Denkschrift beschäftigt sich dann mit der Frage, wie die durch diese Maßnahmen entstehenden Steuerausfälle ge: deckt werden können, wobei das Projekt einer Mietsteuer nochmals berührt wird: ,, Die vorgeschlagenen Steuersenkungen wirken in erster Linie auf die Länder- und Gemeindefinanzen ein. Die Ermäßigung der Einkommensteuer geht zu 75 Prozent auf ihre Kosten. Der Abbau der Gewerbesteuer wird von den Gemeinden insofern besonders drückend empfunden werden, als diese neben der Grundvermögenssteuer den wesentlichsten beweglichen Einnahmefaktor der Gemeindefinanzen darstellt. Daß den Ländern und Gemeinden ein Ersatz für die entstehenden Ausfälle werden muß, ist selbstverständlich, da Ausgabeersparnisse in dem er= forderlichen Umfang nicht sofort zu erzielen sein werden, obwohl sie auf die Dauer nicht umgangen werden dürfen. Bei der Frage, welche neuen Steuern den Gemeinden zur eigenen Bewirtschaftung und Erhebung gegeben werden fönnen und sollen, muß man von dem geltenden Kommunalsteuersystem ausgehen. Sein wesentlichster Mangel liegt darin, daß zwischen den Kreisen, die die Steuern beschließen, und denen, die sie zahlen, kaum ein Zusammenhang besteht. Heute müssen die Mittel zur Deckung neuer Ausgaben in erster Linie durch Erhöhung der Realsteuern beschafft werden. Von dieser Erhöhung wird unmittelbar nur ein kleiner Teil der Bürgerschaft getroffen. Bei der Zusammensetzung der Gemeindevertretungen ist es nicht verwunderlich, daß dieses System zu einer außerordentlich überspannten Ausgabenpolitik der Gemeinden auf Kosten der Realsteuern geführt hat, da der Kreis der Realsteuerpflichtigen zu eng ist, um einen wirksamen Hemmschuh bilden zu können. Dieser Zustand muß unbedingt geändert werden. Es liegt uns fern, eine Reform dur Beschränkung der gemeindlichen Selbstverwaltung erzielen zu wollen. Dem Gedanken der Selbstverwaltung entspricht jedoch der Gedanke der Selbstverantwortung. Dem widerspricht es, die Steuern von dem einen Teil der Bürgerschaft beschließen und von dem an= deren zahlen zu lassen. Um die notwendige Verbindung zwischen gemeindlicher Ausgabe: und Einnahmepolitik herzustellen, halten wir die Einführung eines allgemeinen Verwaltungskostenbeitrages für notwendig. Der Verwaltungskostenbeitrag muß alle Wahlberechtigten treffen, seine Erhebung darf nicht zu kompliziert gestaltet wer= den. Daß die Durchführung eines solchen Verwaltungskostenbeitrages technisch möglich ist, zeigen die Verhältnisse in Württemberg. Dort besteht der Verwaltungskostenbeitrag in Form der sogenannten„ Einwohnersteuer" bereits seit längerer Zeit. Seine Erhebung und Verwaltung begegnet dort keinen größeren Schwierigkeiten, als sie auch bei anderen Steuerarten bestehen. Der Verwaltungskostenbeitrag ist reichsrechtlich zu regeln und im einzelnen so zu gestalten, daß die Gemeinden die Möglichkeit haben, verschieden hohe Zuschläge zu einem Grundbetrag zu erheben, der durch Reichsgesetz festzusetzen ist. Zwischen dem Verwaltungskostenbeitrag und den zunächst noch zum Teil bestehen bleibenden Realsteuern ist eine bestimmte Relation festzulegen, die eine Ueberspannung nach beiden Seiten vermeidet. Ob der Verwaltungskostenbeitrag in Verbindung mit den noch verbleibenden Realsteuern genügen wird, um die Aufgabe als beweglicher Einnahmefaktor in den Gemeindehaushalten ausreichend zu erfüllen, ohne daß eine Uebersteigerung eintritt, kann sich erst im Laufe der Zeit zeigen. Um einer solchen Entwidlung von vornherein zu begegnen, schlagen wir vor, nach Abbau der Hauszinssteuer und der Wohnungszwangswirtschaft eine Mietsteuer einzuführen. Diese Mietsteuer ist ebenso wie der Verwaltungskostenbeitrag auf reichsrechtlicher Grundlage aufzubauen mit der Möglichkeit, daß zu einem reichsrechtlich festzusetzenden Grundbetrag gemeindliche( und gegebenenfalls auch staatliche) 3uschläge erhoben werden. Wie bereits der Name andeutet, soll diese Steuer in Hundertsätzen der Miete erhoben werden. Wie bereits der Name andeutet, soll diese Steuer in Hundertsätzen der Miete erhoben werden. Dabei wird aus sozialen Gesichtspunkten empfohlen, eine Staffelung nach der Größe der Wohnung und der Kinderzahl durchzuführen, somit dies ohne eine zu starke Belastung des Steuerverwaltungsapparates möglich ist." Schluß folgt. Eugen Dühring. Im Jahre 1921 starb einer der größten Denker, Eugen Dühring, im 89. Lebensjahre. Er war 60 Jahre lang blind. Er besaß außer ein paar Nachschlagebüchern gar keine Bibliothet. Der Riesengeist aber diftierte die bahnbrechendsten Werke ohne weiteres seinem Sohne, der dieser Tage kinderlos gestorben ist, in die Feder. Die deutschen Universitäten aber nahmen im letzten halben Jahrhundert nach stillschweigendem Uebereintommen teine Notiz von dem Denker und es ist bezeichnend, daß der Philosoph Isidor Lessing nach Dührings Tod schrieb, daß, wenn in 100 und mehr Jahren alle deutschen Professoren längst vergessen wären, man die gewaltigen Werke dieses Universalgenies studieren und verarbeiten würde, und schließt mit den Worten: Schmach der Geisteswelt, die den Genius verstümmelt. Wehe dem Zeitalter, das ihn von sich stößt". Es sei hier eine kleine Probe aus Dührings Gedankenwelt wiedergegeben. Dühring sagt:„ Aus dem Nichtsein tritt der Mensch ins Leben und mit dem Tod tritt er in das Nichtsein zurück. Das Leben bezahlt man mit dem Tode. Der Individualtod, der Tod des Einzelnen, das Aufhören seiner Existenz ist sicher. Es gibt aber ein Lebensprinzip, an dem wir alle teil haben und dieses Teil kehrt wieder zum Lebensprinzip zurüd. Was nicht Einzelwesen an uns ist, geht nicht zu Grunde. Das Leben steht im Gegensatz zu der gefühllosen Materie. Diese ,, Gießener Zeitung" Stadtratsjikung am Freitag, den 24. Januar 1930. Gießen stimmt dem Ferngasbezug der Hekoga von der Ruhr- Saar- Gas- A.- G. grundsäßlich zu. Das Theaterdefizit vom Stadtrat gedeckt. Die gestrige Sigung des Stadtrats hatte nur wenige Punkte auf der Tagesordnung stehen, dafür war aber der Punkt 2, Vertragswerk der Hekoga, derart wichtig, daß die Sitzung sich trotzdem von kurz nach 5 Uhr bis 8 Uhr hinzog. Vorher hatte die beantragte Krediterweiterung für das Stadttheater in Höhe von ca. 30 000 Mark Annahme gefunden, allerdings unter den schwersten Bedenken sämtlicher Fraktionen. Der Rest der Ta= gesordnung war in Minuten erledigt. Sitzungsbericht. Am Magistratstisch: Oberbürgermeister Dr. Keller, Bürgermeister Dr. Seib, Beigeordneter Dr. Hamm, Justizrat Rosenberg. Um 5,15 Uhr eröffnete der Oberbürgermeister die Sitzung und erteilte in Vertretung des erkrankten Dezernenten Herrn Stadtratsmitglied Nicolaus das Wort zur Berichterstattung über den Punkt 1. Nachtragsvoranschlag für das Rechnungsjahr 1929 für das Stadttheater. Hierzu lag folgender Antrag der Theater- Deputation vor: Der vorgelegte Nachtragsvoranschlag für 1929 Rj., der eine Krediterweiterung von 30 580 Rmt. erfordert, wird genehmigt. Herr Nicolaus führte dazu folgendes aus: Eine Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben des Stadttheaters, wie sie der Theaterdeputation in ihrer Sitzung vom 28. Dezember 1929 vorlag, ergab folgende Zahlen: Einnahmen vom 1. April 29 bis 31. Nov. 29 166 177 Rmf. Ausgaben in der gleichen Zeit 234 022 Rmf. Defizit mithin 67 845 Rmt., der im Etat 1929 bewilligte Kredit betrage 76 076 Rmt., so daß am 1. Dez. 1929 noch ca. 8000 Rmt. zur Verfügung standen. Dieser Betrag ist im Dezember aufgebraucht und seit dem 1 Januar lebt das Theater auf den neuen Kredit. Die Nachforderung resultiert aus Mehrausgaben für: erhöhte Besoldung des technischen Personals, erhöhte Löhne für Bühnenarbeiter und Reinigungspersonal, erhöhte Soziallasten, erhöhte Ausgaben für Licht und Heizung( vermehrte Proben), für Büro und Druckkosten( Reklame), erhöhte Steuerlasten, für Verbesserung des Fundus, für Mehrausgaben an Bühnenmusik, Reisekosten und an Honorar für fremde Künstler. Die Mehrzahl der Ausgaben ist zwangsläufig, der Reſt dient dem Zweck, den Besuch des Theaters zu heben und rentiert sich. Die Stellungnahme des Stadtrats ist damit festgelegt. Wenn es möglich gewesen wäre, das Theater am 1. Januar zu schließen, wäre dieser Schritt ernsthaft in Erwägung gezogen. Für die Zukunft müßte von dieser Stelle aus schärfste Verwahrung gegen eine Wiederholung dieser Vorfälle eingelegt werden. Gießen könne es sich nicht leisten, in zwei Jahren für das Theater eine Viertelmillion Mark zuzusetzen, von denen 110 000 Mark Nachtragsforderungen waren. In Zukunft sei der haftpflichtig zu machen, der die Mehrausgaben verschuldet habe. Als weitere Redner sprachen Lepper für die Kommunisten, der den Nachtragsetat ablehnte und seine Genossen von der Sozialdemokratie angriff. Herr Mann( Soz.) griff den Theaterdezernenten an, stimmte sonst mit den Ausführungen des Berichterstatters überein. Herr Horn( Mitte) gab auch seine Zustim= mung zu dem vorliegenden Antrag, weiter bat er, jetzt schon nach Wegen zu suchen, wie in Zukunft der Theaterbetrieb billiger zu gestalten sei, ohne daß das künstlerische Niveau verliert. Herr Loos( N.-S.) stimmte dem Antrag nur zu, wenn veranlaßt würde, daß in den Spielplan mehr klassische Stücke eingereiht würden.( Wer besucht dieselben noch? D. R.). Herr Nicolaus ( W.) gab noch bekannt, daß zu erwarten stünde, daß die erfor derlichen 30 000 Rmt. noch aus den bewilligten Mitteln für das Rj. 1929 herauszuwirtschaften seien. Die Abstimmung ergab Annahme des vorliegenden Antrags gegen die Stimmen der beiden Kommunisten. 2. Vertragswert der Hekoga. Zu diesem Punkt der Tagesordnung ergriff zunächst Herr Dr. Hamm das Wort und führte kurz aus, über die Ferngas= versorgung sei so viel geschrieben und geredet worden, besonders von Gegnern, daß es für den Fernstehenden kaum noch möglich fei, Klarheit zu gewinnen. Die Gegner dieses Problems zerfallen in zwei Gruppen, in solche, die nach bestem Wissen und Gewissen nach sachlichen Gründen ablehnen und nach solchen, die ohne eigene Meinung die Werkzeuge von Drahtziehern sind, die eigene Interessen wahrnehmen wollen. Unsere Stellungnahme war von je her vorhanden, nicht aber das Leben. Dieses hat einmal angefangen, wie und wann weiß niemand. Es ist zu bestimmter Zeit aus dem Grunde des Seins aufgetaucht. Auf diesen Seinsgrund fann man bauen, ihm kann man vertrauen, trotzdem aus ihm neben dem Guten auch das Böse erstanden ist. Dies aber gilt es in jeder Form und Weise auszurotten. Es gilt, die Züchtung eines freiheitlichen, gerecht gearteten Menschen!" Dühring fordert eine Aenderung des Charaktertyps. Eine positive Reform der leiblichen und geistigen Fort pflanzung muß geschaffen werden. Die persönliche Beschaffenheit ist das Ausschlaggebende- sie ist die Ursache nicht bloß der Macht, sondern auch der Ohnmacht. Vermag der Mensch nicht in sich selbst gute persönliche Eigenschaften zu entwickeln, dann wird er sich selber nicht helfen können und bildet er das größte Hindernis für reformatorische Wendungen. - Dühring strebt eine Besitz- und Charakterreform an. Was jetzt sein Wesen treibt, kann man eine Halunkerei, nicht einen Kampf, vielmehr einen Mord ums Dasein nennen. Schandpraktiken beherrschen das ökonomische und nichtökonomische Leben. Gegenüber diesem falschen Kampf ums Dasein Kennzeichnet sich das personalistische Gerechtigkeitsprinzip Dührings als der denkbar schärfste Gegensatz. Demoralisierte und demoralisierende Elemente überwiegen, eine neue Geisteshaltung und Geistesfüh= rung gelte es daher zu schaffen. Bloße Einrichtungen aber genügen dazu niemals. Sie müßen nichts, wenn schlechtgeartete Menschen in ihnen walten, Dühring nimmt für sich in Anspruch, einen alten GrundNr. 7. Sam 11./2. 11./3. 11./4. 3. 2 sei dadurch festgelegt, daß wir mit unserem Gaswerk zu Ende sind, d. h. dieses schließe nicht aus, daß wir an dem vorliegenden Vertragswert nicht noch Kritik üben und Verbesserungen verlangen könnten. Der Redner ging dann näher auf die vorliegenden Vertragsentwürfe ein und gab zum Schluß zwei Anträge bekannt: I, den Antrag des Betriebsausschusses: 1. Das Vertragswerk in der vorliegenden Form befriedigt den Stadtrat nicht. Wir beantragen, zu bestimmen: Die Verwaltung bezw. die Vertreter der Stadt Gießen zu beauftragen, für Abänderung der heute als Mängel erkannten Bestimmungen einzutreten und erneut über das Ergebnis der Verhandlungen zu berichten. Erst nach erneuten Verhandlungen soll der Stadtrat endgültig Stellung nehmen. Lehnen es die Organe der Hekoga ab, in Verhandlungen über die vom Stadtrat gewünschten Veränderungen einzutreten, so sollen die Vertreter der Stadt Gießen sich der Abstimmung enthalten. II. Der Antrag der Arbeitsgemeinschaft der Mitte und der Wirtschaftlichen Vereinigung: Wir beantragen: Der Stadtrat der Stadt Gießen möge beschließen: 1. Dem Ferngasbezug der Hekoga von der Ruhr- Saar wind grundsäglich zugestimmt. 2. Der vorliegende Vertragsentwurf befriedigt jedoch nicht in allen Punkten. 3. Die Vertreter der Stadt Gießen in der Generalversammlung werden demnach beauftragt, den Vorstand der Hekoga zu veranlassen a) in weiteren Verhandlungen mit der Ruhr- Saar die erhobenen Einwände zu beseitigen und Zweifelsfragen zu klären; b) die Verträge alsdann einer erneut einzuberufenden Generalversammlung vorzulegen. 4. Diese neuen Verträge sind vor der Generalversammlung dem Stadtrat zur endgültigen Beschlußfassung vorzulegen. Herr Mann( Soz.) konnte nur dem Antrag des Betriebsausschusses zustimmen und dem der bürgerlichen Parteien nicht, da er und seine Fraktion der Sache selbst grundsätzlich nicht zustimmen könnten, wenn nicht die letzten Beanstandungen aus den Verträgen verschwunden seien. Vorher könnten sie sich also nicht festlegen, dazu sei der ganze Fragenkomplex zu wichtig und die Bindung zu lange. Herr Horn( Mitte) verlangte, da wir uns nicht nach anderen Städten zu richten brauchen und nur im eigenen Interesse handeln, daß wir dem uns günstigen Abkom= men, um einen Schritt weiter zu kommen zunächst einmal grund= sätzlich zustimmten, Bedenken gegen einzelne Vertragspunkte könnten dann in Verhandlungen immer noch beseitigt werden. Herr Nicolaus( W.) betonte gleichfalls, daß wir bei der mißlichen Lage und dem unzulänglichen Zustand unseres Gaswerks in unserem Interesse dem Antrag der bürgerlichen Parteien in seiner prägnanteren Fassung zustimmen könnten. Er erläuterte dann in längeren Ausführungen, ob wir jemals durch ein neues Gaswerk( 2 Millionen Baukosten) oder durch ein anderes Gruppengaswerk billiger Gas beziehen könnten. Der Redner verneinte dieses. Ja, die Verhältnisse liegen sogar so, daß wir, selbst wenn unsere gewünschten Verbesserungen nicht erfüllt werden, für Gießen dem Antrag zustimmen müssen. Herr Kurz ( W.), der Aufsichtsratsmitglied der Hekoga ist, verbreitete fich über die langwierigen, schwierigen, aber gewissenhaften Ueberlegungen der Hekoga, wie und von wem das Gas zu beziehen sei und empfahl den vorliegenden Vertragsentwurf, der in Einzelheiten noch geändert werden könne. Die Verhandlungen zu diesem Zwed laufen im übrigen schon. Herr Maier( D.) stimmte dem Antrag der bürgerlichen Parteien zu. Herr Mann( Soz.) äußerte nochmals seine Be denken. Herr Kestner( K.) gefiel sich in ablehnenden, bombafbischen Phrasen. Herr Fischer( D.) bekam Zweifel und neigte zur sozialdemokratischen Auffassung. In einem längeren Schlußwort zerstreute Herr Dr. Hamm alle Bedenken und bat, Herrn Kurz und ihm, die doch mitten in der Sache stehen und nur das Beste der Stadt wollten, Vertrauen zu schenken. Nachdem die Situng etwa 20 Minuten unterbrochen war, schritt man zur Abstimmung über den Antrag der bürgerlichen Parteien( Antrag II). II./1. wurde gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen, irrtum aufgedeckt zu haben. Die Sozialistik aller Zeiten, näm lich, von dem griechischen Denken Plato an, habe behauptet, der Umstand, daß jemand etwas individuell hätte, sei es nun Besitz oder Familie, sei der Urfehler. Die individuelle Macht sei die schuldige Ursache, übel zu wirken, Besitz und Kapital in Einzelhänden führe mit unvermeindlicher Notwendigkeit zur Ausbreitung. Diese Unvermeidlichkeit existiert aber teils nicht, teils beruht sie darauf, daß die Personen das Gewicht ihrer persönlichen Kräfte weder wirtschaftlich noch rein politisch gehörig in die Schale der sozialen Wage werfen können. Eine Kraft und Macht an sich ist noch keine ausbeuterische, sondern wird es erst durch den ungerechten Gebrauch, der davon gemacht wird, sie dazu stempelt. Andernfalls müßten auch die besten Vorzüge in den menschlichen Eigenschaften verworfen werden, sogar Rüstigkeit und Gesundheit. Auch dies seien Anlagen, Möglichkeiten zur Benachteiligung minder gut Beschaffener und überhaupt Schwächerer. Ja dieser alte Fehlschluß könnte auch noch dahin führen, überhaupt alle Lebensinteressen, ja das Leben selbst mit allen seinen Wurzeln zu ächten. Die Sozialisten behaupten, wenn man nun die Menschen in Lagen bringe, in denen sie keine Veranlassung finden und sich gegenseitig Uebles zufügen, so würde Ausbeutung und Verbrechen wegfallen. Das aber ist nach Dühring eine morallose Panazee und ein täuschendes Allheilmittel. Auf Individualität und Freiheit der Personen beruht alles. Die Person steht im Vordergrund, die Persönlichkeit und ihre Beschaffenheit. ,, Gert". wurd 1474 5. A Die& 6. 2 hi 35 7. 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Eine ische, sondern Don gemacht die besten fen werden, n Anlagen, affener und tönnte auch Ten, ja bas Die Soziali Cagen bringe, gegenseitig brechen wegPanazee und und Freiheit Bordergrund, „ Gert“. Samstag, den 25. Januar 1930. 11./2. wurde einstimmig angenommen. II./3. wurde gegen die Kommunisten angenommen, II./4. wurde gegen die Kommunisten angenommen. 3. Baugesuch des Heinrich Möser, Zu den Mühlen 16, zur Hertellung eines Kamins. Die notwendige Befreiung von§ 18 des Ortsbaustatuts wurde genehmigt. 4. Vergebung von Arbeiten für das Schalthaus des Elektrizitätswertes. Für diesen Zwed werden Arbeitsvergebungen in Höhe von 14741,75 Mt. bewilligt. 5. Vergebung der Plattenlieferung für den Bürgersteig in der Klinikstraße. Die Firma Dern& Co. erhält die Arbeiten für 5848 Mf. 6. Beschaffung von Feuerlöschern für die Bühne der Liebigs: höhe. 350 Mt. werden zu diesem Zwed bewilligt. 7. Errichtung einer Autohalle durch B. Schiff, Alicestraße 18. 8. Aufstellung einer zerlegbaren Autogarage durch Dr. Schnei: der, Lonystraße 20. Beiden Baugesuchen, die in etwa gegen die Bestimmungen verstoßen, werden genehmigt. 9. Verkehrsordnung in der Stadt Gießen. In§ 4 werden noch einige weitere Straßen zu Einbahnstraßen erklärt. Der Ergänzung wird zugestimmt. 10. Mitteilungen. Eine Eingabe, die Revision der Handhabung der Pflichtarbeit betreffend und die Beschlüsse des Wohlfahrtsausschusses dazu werden zurückgestellt, bis die Fraktionen dazu haben Stellung nehmen können. Schluß der öffentlichen Sizung 8 Uhr. Lokales. Sonntagsgedanken. ,, Freiheit, die ich meine, die mein Herz begehrt".- Da hat doch immer das Auge des Menschen geleuchtet und das Serz höher geschlagen, wenn Sänger und Dichter von Freiheit fangen. Aber die Welt zeigt immer noch dasselbe Bild von Herrschenden und Knechten. Ja, wenn alle Dienenden das Gehorchen und alle Herrschenden das Befehlen verſtünden, dann gäbe es feine trotzige Unterwerfung und fein kränkendes Befehlen. Dann könnte der Knecht so viel sein wie der Herr und der Herr könnte Bruder sein zum Knecht. Das ist freilich die große Kunst, auch die Arbeit zu einem Band der Liebe zu gestalten, das den Herrn und den Knecht umschlingt. Untergebene, Arbeitnehmer, Dienstboten, die Arbeit sollte euch keine brückende Last sein, kein demütigender Zwang. Fragt das Heer der Arbeitslosen in den Großstädten, was ihnen die Arbeit wäre. Ein Quell des Segens, ein Trunk vor dem Verschmachten, das Weichen eines drückenden Alps die Freiheit. Sie schätzen den Segen der Arbeit, sind unglücklich, wenn ihre Hand gezwungen ruhen muß, nicht nur weil das Brot fehlt, nein denn auch innerlich ist eine Dede und Leere. Sie mögen auch wieder eingefügt sein als kleines Teilchen in der großen Weltmaschine. Arbeit worin liegt deine Würze, dein Segen? Wer im rechten Geist sein Tagewerk schafft, wer den Morgen grüßt, der ihm Arbeit bringt, wer am Abend sich seines Tagewerfes freuen kann, der kostet den Segen und die Würze dieser Arbeit. Wenn von diesem Geist durchdrungen jeder sein Feld bebaut, dann wird sich von selbst ein inniges Band um Arbeitnehmer und Arbeitgeber schlingen. Dann wird der Arbeitgeber gleich dem Hauptmann im Evangelium handeln, der für feinen franken Knecht um Hilfe zum Meister eilte. Aber auch du Arbeitgeber fannst unendlich viel beitragen, daß zwischen dir und deinem Knecht Harmonie besteht. Weise nur einmal deine Freiheit in die Grenzen einer fühlenden Menschlichkeit und achte die, welche dir Brot schaffen helfen nicht als Knecht, sondern als deine Mitarbeiter. Denn Knecht bist auch du! Wie heißt es einmal in der Schrift? Einer diene dem andern, einer trage des andern Last". Der Sonntagsschreiber. * Verkehrsunfall. An der Straßenede Nordanlage- Westanlage- Neustadt fuhr der Arbeiter Johann Höhn von hier mit seinem Fahrrad in einen hiesigen Personen- Kraftwagen, wobei fich der Radfahrer einen Nasenbeibruch und Schnittwunden am Hals und Kopfe zuzog. Er mußte nach der Chirurgischen Klinik gebracht werden. Die lohnende Rerzzucht. Von Richard Böhlert, Dessau. Wenn man in verschiedenen Ländern dazu übergegangen ift, Edelpelztiere in Gefangenschaft zu züchten, so hat dies allein feine Ursache darin, die in freier Wildbahn durch Raubbau dezimierten Bestände durch Gehegezucht zu ersehen. In Nordamerika, der Heimat edler Pelztierzucht, hat man zuerst mit der Einführung der Gehegezucht begonnen, um die dem Untergang geweihten Tiere zu vermehren. Vornehmlich in Kanada und Alaska hat man durch Ausfuhr von Edelpelzwerk und Edelpelztieren zu Zuchtzwecken eine Industrie geschaffen, die die Handelsbilanz außerordentlich günstig beeinflußt. Die Zuchtftämme entnahm man fast ausschließlich dem Territorium Alaska, das als die letzte umfangreiche Zufluchtstätte, als das Paradies der Edelpelztiere Nordamerikas, angesprochen werden kann, in das durch seine geographische Lage die großen Schäden der Zivilisation und die verheerenden Wirkungen des übermäßigen Jagens noch nicht vorgedrungen sind. Die wirtschaftliche Notlage, der schwere Wirtschaftskampf, die Ueberfüllung aller Berufe usw. zwangen Deutschland zur Erschließung neuer und sicherer Einnahmequellen. Man ging gleich Nordamerika zur Edelpelztierzucht über und wandte sich zunächst der Silberfuchszucht zu. Auf diesem Gebiete haben es die deutschen Züchter zu ganz hervorragenden Erfolgen ,, Gießener Zeitung", * Von der Universität. Ernannt wurde der außerordentliche Professor Dr. Wilhelm Rudolph aus Tübingen zum ordentlichen Professor für alttestamentliche Wissenschaft an der theologischen Fakultät unserer Universität mit Wirkung vom 1. April 1930 an. Universitäts- Gottesdienst. Sonntag vormittags 11,15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts- Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Bertram. * Schwindler. Am 17. 12. 1929 hat ein mehrfach vorbestrafter Mann in einem hiesigen Geschäft eine Singernähmaschine, Kl. 15 D. 26 K. Kl. Tb. 3, erschwindelt und diese sofort wieder abgesetzt. Diejenige Person, die die fragliche Nähmaschine käuflich erworben oder über deren Verbleib Kenntnis hat, wird im eigenen Interesse ersucht, umgehend die hiesige Kriminalpolizei, Zimmer 27, zu verständigen. * Eine Einfriedigung beschädigt. In der Nacht zuni 13. Januar 1930 wurde ein Teil der Einfriedigung der Veterinärkliniken in der Frankfurterstraße gewaltsam abgerissen. Personen, die Wahrnehmungen gemacht haben, die zur Ermittlung der Täter von Bedeutung sind, werden gebeten, der Kriminalpolizei, Zimmer 64, Mitteilung zu machen. * Gefunden. Im Verkaufsraum der Pilgermission, Plockstraße 4, wurde eine Geldbörse mit etwa 30 Rmf. Jnhalt ge= funden und dem Fundbüro des Polizeiamts abgeliefert. Der Eigentümer wird um Abholung ersucht. * Vorschriftsmäßige Müllgefäße. Nach dem 1. Februar 1930 werden Müllgefäße, die der Vorschrift des§ 18 der Polizeiverordnung vom 15. April 1929 nicht entsprechen, durch die städtische Müllabfuhr nicht mehr entleert. * Bildung einer öffentlichen Wassergenossenschaft Gießen links der Lahn. Für Dienstag, den 28. Januar 1930, nach= mittags 3,30 Uhr, ist eine Generalversammlung im Kreisamt der Wassergenossenschaft zur Unterhaltung der Drainagen in den Fluren 7 bis 10, 12, 15, 21 bis 25, 27 und 40 der Gemartung Gießen und Flur 1, Gemarkungsteil Wismar, anberaumt. * Militär- Konzert. Unter der allbekannten Leitung des Obermusikmeisters Löber gibt die hiesige Reichswehrkapelle am morgigen Sonntag nachmittag ab 4,15 Uhr auf der, Liebgshöhe" ein großes Militär- Streichkonzert. * Aus dem Stadttheater. Am morgigen Sonntag, nachmittags 6,30 Uhr, wird als Fremdenvorstellung„ Kyritz- Pyriz" gegeben. * Volkshochschule. Der 3. musikalische Volkskunstabend findet am Sonntag, den 26. Januar, abends 8 Uhr, im großen Hörsaal der Universität statt. * Zitronensaft stärkt. Man sollte öfters frischen Zitronensaft trinken. Er ist ein bekanntes Mittel gegen den Skorbut. Nun haben aber drei Mitglieder der französischen Akademie in Paris festgestellt, daß er infolge seines Vitamingehaltes die Blutarmut in solchen hartnädigen Fällen noch heilen kann, in denen sich Eisenpräparate als wirkungslos erwiesen haben. Blutarmut von Kindern rührt her von einer qualitativ und quantitativ ungenügenden Ernährung. Nun braucht man den Kindern täglich nur 10 Kubitzentimeter frischen Zitronensaft zuzuführen und die roten und weißen Blutkörperchen vermehren sich rasch. * Evangelische Volksgemeinschaft. Ginen Vortrag über ,, Was will der christlich- soziale Volksdienst?" hält am Samstag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, in der„ Herberge zur Heimat", Herr W. Greb- Mainz- Weisenau. Gesangverein Heiterkeit 1878. Generalversammlung am Samstag, den 25. Januar, abends 8 Uhr, im Vereinslokal. * Nadelnutholz- Versteigerung. Aus den Waldungen der Stadt sollen am Montag, den 10. Februar 1930, 10,30 Uhr beginnend, auf der„ Liebigshöhe" versteigert werden. * Ein drohendes Gespenst für die Landwirte. In den letzten zwei Jahren ist die Maul- und Klauenseuche nur verhältnismäßig wenig aufgetreten. Gerade in den letzten Tagen wurde vereinzelt das Auftreten der Seuche gemeldet. Es ist dringende Pflicht aller Viehalter, dort, wo der Verdacht des Auftretens der Seuche besteht, unverzüglich Meldung bei dem Kreisveterinärarzt zu machen damit Schuhimpfung erfolgt. Nur wenige Stunden Verzögerung bei der Anmeldung kann Ausbreitung der Seuche im ganzen Ort, ja in der Umgebung bedingen. Aus Nah und Fern. Nr. 7. Heftiger Erdstoß im Rhein- Lahngebiet. Mittwoch abend, 21,20 Uhr, wurde in dem Rhein- Lahngebiet ein heftiger Erdstoß verspürt, der von unterirdischem Grollen begleitet war. Danbringen. Am Samstag, den 21. Dezember 1929, fand die Generalversammlung der Freiwilligen Feuerwehr für das nun abschließende Jahr statt. Der 1. Kommandant Braun erstattete den Jahresbericht. Die Wehr besteht aus 48 aktiven und 31 passiven Mitgliedern. Wegen des dauernden Wassermangels konnten leider nicht soviel llebungen erfolgen, wie die Wehr es gewünscht hätte. Rechner Albach erstattete die Rechnungsablage. Für seine mustergültige Arbeit wurde ihm Anerkennung und Entlastung erteilt. Die Zugführer wurden einstimmig wiedergewählt. Im Laufe des Winters soll ein Familienabend stattfinden, an dem Lehrer Henkel einen Lichtbildervortrag halten wird. Allendorf a. d. Lda. Ende des Jahres 1929 wurde unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft die von der Feuerwehrgerätefabrik Magirus gelieferte Kleinmotorsprize ,, Liliput II", 600 Liter Leistung in der Minute, durch den Kreisfeuerwehr Inspektor Dickoré abgenommen. Die Sprize arbeitete tadellos. Nachdem die Wurfweite verschiedener Strahlstärken festgestellt war, wurde in einem zweistündigen Probelauf, bei dem sämtliche Schläuche ausgelegt und geprüft wurden, die Leistungsfähigkeit und Betriebssicherheit der Sprize erprobt. Die Leistungen haben teilweise die Forderung, die von einer solchen Sprize verlangt werden, übertroffen. Eine Tiefsaugprobe konnte nicht vorgenommen werden, da hierfür nur ein Brunnen mit drei Meter Tiefe zur Verfügung stand. Bei der Wasserentnahme aus der Leitung konnte die Kirchturmspitze erreicht werden. Nachdem die Bedienungsmannschaften richtig mit der Motorsprize vertraut gemacht waren, wurde diese durch den Kreisfeuerwehr- Inspektor Dickoré den Mitgliedern des Gemeinderats für die Stadt Allendorf a. d. Lda. offiziell übergeben. Grünberg. In dem Nachbardorfe Beltershain ist der 65 Jahre alte Landwirt Ludwig Hornmann beim Futterholen vom Boden der Scheune so unglücklich abgestürzt, daß der Tod durch Genickbruch auf der Stelle eintrat. Grünberg. Von Kreisfeuerwehrinspektor Dickoré- Gießen, wurde dem Mitglied der hiesigen Freiw. Feuerwehr Karl Mehl im Namen des Ministers des Innern das Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit überreicht. Friedberg. Zum Syndikus der Industrie- und Handelskammer Friedberg wurde als Nachfolger des verstorbenen Notars Stahl Dr. Hans Göbel einstimmig ernannt. Fischsterben in der Nidda. Friedberg, 24. 1. In der Nidda macht sich unterhalb der Horloff- Einmündung wieder ein großes Fischsterben bemerkbar. Bei Ofarben mußten am Mühlenwehr gestern vier und heute 5 3tr. Fische verschiedener Art in betäubtem Zustand dem Fluß entnommen und zwecks Wiederbelebung in frisches Wasser ausgesetzt werden. Büdingen. Am Samstag, den 25. Januar ds. Js., findet in Neustrelitz die Vermählung des Prinzen Diether zu senburg und Büdingen mit der Gräfin Sigrid von Blumenthal, einer Tochter des Kammerherrn und Grafen Hans von Blumenthal statt. Büdinger Petrimarkt 1930. Büdingen. Wie mitgeteilt wird, hat die Marktdeputation den Termin für den diesjährigen Petriemarkt, der vom 3. zum 5. März d. J. stattfinden sollte, auf die Tage vom 23. zum 25. Februar umgeändert. Ein Kragenknopf bringt den Tod.. Weinheim( Bergstraße). Durch einen Kragenknopf, an dem sich Grünspan befand, zog sich ein hiesiger 70jähriger Einwohner eine Blutvergiftung zu, die nach kurzer Zeit den Tod herbeiführte. Mainz erhöht die Straßenbahntarife. Mainz. Der Stadtrat hat, um den Fehlbetrag der Städtigebracht. Diese Zucht kommt aber wegen hoher Kapitalanfor-| mengestellt werden, bringt ein mehrfaches des Fellerlöses, sodaß derung für die Allgemeinheit nicht in Betracht. Nerz, der edle Belzträger Mehr noch als die Silberfuchszucht interessiert uns heute die Aufzucht des kleinen edlen Nerzes. Dieses muntere und gesunde Tierchen mit seinem äußerst wertvollen, immer nachgefragten Fellchen, ist als Zuchttier heute schon zu angemessenem Preise zu haben, so daß es als Pelztier des kleinen Mannes angesprochen werden kann. Die Zucht erfolgt in kleinen Drahtgehegen, dem ein angeschlossener Nistkasten Schlaf- und Wurfgelegenheit bietet. Die Felle bringen einen Erlös von 80-120 Rmk. und auch erheblich mehr. Da aber äußerst starke Nachfrage nach Zuchttieren besteht, kommt ein Abtöten zur Fellverwertung für die nächsten Jahre nicht in Betracht, denn der Verkauf von Nerzen zu Zuchtzwecken, die aus eigenen Würfen zusamMißfarbene Zähne mit einem ganz bedeutenden Gewinn aus der Nerzzucht gerechnet werden kann. Der Nerz ist im höchsten Grade polygam, ein Männchen vermag 2-4 Weibchen zu decken. Die Fähe wirft alljährlich 4-8 Junge, sodaß 2-4 Paar Jungtiere zum Verkauf gestellt oder als Zuchttiere zur Vergrößerung des Farmbestandes eingereiht werden können. Die unbedingt sichere Rentabilität der Zucht bietet für die Zukunft die denkbar besten Aussichten. Die Bemühungen zur Einführung der Nerzzucht in Deutschland schreiten rüstig vorwärts. Je größer der Kreis der Züchter, desto günstiger die Preisgestaltung beim Fellverkauf. Überproduktion od. Übersättigung d. Marktes kommt nicht in Frage, da auch das Ausland, besonders die Länder, in denen durch ungünstige klimatische Verhältnisse Zuchten unmöglich find, in jeder Höhe aufnahmefähig ist. Für Einfuhr von Pelzwerk gehen alljährlich viele Millionen Mark ins Ausland, die dem Lande erhalten bleiben und der eigenen Wirtschaft nugbringend zugeführt werden können, wenn der Bedarf Deutschlands ausschließlich in deutschen Farmen produziert werden könnte. Die Zucht kann sowohl hauptals auch nebenberuflich durchgeführt werden, ſie ist außerordentlich interessant und macht dem Züchter durch große Zutraulichkeit seines Pfleglings viel Freude. Weitere Auskunft erteilt der oben genannte Verfasser gern. entstellen das schönste Antlitz. Uebler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden gründlich beseitigt oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont- Zahnpaste. Die Zähne erhalten darnach einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seitenflächen, besonders bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt.- Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität. Man verlange nur echt Chlorodont in blau- weiß- grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. Samstag, den 25. Januar 1930. schen Straßenbahn im Betrage von rund 280 000 Mark wettzumachen, beschlossen, neben einer Betriebseinschränkung eine Tariferhöhung eintreten zu lassen. Danach sollen die Fahr preise von 30 bis 60 Pfennigen gestaffelt werden. Der Mainzer Rosenmontagszug.. Der Mainzer Karneval- Verein wird seinen Zug unter der Devise ,, Die Welt im Narrenspiegel" veranstalten. Der Hauptwert bei der Gestaltung des Zuges soll weniger auf den Umfang als auf seine Durchdringung mit Humor, Wiz und Satire gelegt werden. Worms, 24. 1. Der kommunistische preuß. Landtagsabgeordnete Müller ist wieder in Freiheit gesetzt worden. Marburger Festspiele 1930. Marburg. Die Stadtverordneten beschäftigten sich in ihrer letzten Sizung mit der Frage, ob die Marburger Festspiele in diesem Sommer fortgesetzt werden sollen oder nicht. Die vorjährigen Festspiele wurden von 32 000 Personen besucht, sie schlossen ab mit einem Defizit von nur 700 Mart. Mit 21 gegen 6 Stimmen wurde beschlossen, auch im Sommer 1930 Festspiele abzuhalten; zu dem bereits im Etat eingesetzten Verfehrsfonds wurden weitere 40 000 Mart bewilligt. Die SpielLeitung liegt wieder in den Händen des Universitätslektors Dr. Fritz Budde. Dillenburg. Der über 20 Jahre beim Postamt Dillenburg bedienstete Postschaffner W. aus Dillenburg hat sich schwere Verfehlungen im Amte zuschulden kommen lassen. Schon seit längerer Zeit sind Briefsendungen, in denen Geld vermuted werden konnte, auf dem Dillenburger Postamt verschwunden. Unter dem Druck des Beweismaterials hat er die Unterschlagung auch eingestanden. 1000 Jahre Montabaur. Montabaur. In diesem Jahre kann das als Höhenluftkurort und Erholungsplatz bekannte nassauische Westerwaldstädtchen Montabaur sein tausendjähriges Bestehen feiern. Es sind größere Festlichkeiten vorgesehen, die am 21., 22. und 23. Juni ds. Js. stattfinden. Ballendar( Westerwald). Drei junge Burschen von hier haben in einer Reihe von Westerwalddörfern sich als Aerzte ausgegeben und zahlreiche Personen auf alle möglichen Beschwerden hin behandelt. Von der Straßenbahn getötet. Am Donnerstagnachmittag gegen 2 Uhr wurde der Arzt Dr. Maier aus Sinsheim in Frankfurt a. M. in der Kaiserstraße von der Straßenbahn überfahren und getötet. Der Vatermörder verhaftet. Kassel. Der Landwirt und Maurer Heinrich Hauptmann, der, wie gemeldet, wegen Erbstreitigkeiten seinen greisen Vater aus dem Hinterhalt mit einem Jagdgewehr erschos= sen hatte, wurde bei seinen Schwiegereltern verhaftet. ,, Bad Hersfeld" nicht genehmigt. Hersfeld. Der preußische Innenminister hat sich nicht dazu verstehen können, die von der Stadtverwaltung nachgesuchte Genehmigung zur amtlichen Umwandlung des Stadtnamens Hersfeld in ,, Bad Hersfeld" zu genehmigen. Er führt insbesondere HI TO Suche f. meine Tochter 18 Jahr. alt, katholisch, Stellung als Haustochter 3. Erlernung d. Haush. Nähkenntn. Bei Fai lienanschl. Tascheng. erwünscht. Frau Burlon Marburg/ Lahn Kasernenstr. 35 Nasse Schlagseiten feuchte Wohnungen, Stallungen Keller etc. werden unter Garantie staubtrocken durch CERESIT Deutsches Reichspatent Prima Referenzen Prospekte gratis WUNNER BITUMENWERKE&.H. UNNA L.W. Herrenstoffe Tuchfirma sucht z. VerHerrn Bettnässen taufsvermittlung( dir. sofort, Abhilfe. 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Rh. beging Fräulein A enn chen Schu macher, die allen rheinischen Akademikern wohlbekannte und durch Baumbachs Lied„ Keinen Tropfen im Becher mehr" weltberühmt gewordene Besitzerin des Gasthauses„ Zur Lindenwirtin", ihren 70. Geburtstag. Köln, 24. 1. Die Zollbehörde vernichtete 50 000 Kilogramm Tabak, der an der Grenze beschlagnahmt und herrenlos gewor den war. Großfeuer im Augsburger Straßenbahndepot. Augsburg. Am Montag, den 20. Januar, gegen 21 Uhr, brach aus noch unaufgeklärter Ursache, vermutlich durch eine fahrlässige Handlung, im großen Straßenbahndepot II ( dem ehemaligen Augsburger Bahnhof) Großfeuer aus. Als Berufs- und freiwillige Feuerwehr erschienen, stand die ganze, 60 Meter lange und 20 Meter hohe Lagerhalle in hellen Flammen. Durch Kurzschluß wurde der gesamte Straßenbahnbetrieb fast eine Stunde lang lahmgelegt. Es gelang schließlich, das angrenzende Depotgebäude zu retten; dagegen brannte die Lagerhalle mit großen Vorräten an Material und Maschinen, ferner eine Reihe Straßenbahnwagen, die in der Halle untergestellt waren, vollständig nieder. Der Schaden ist sehr beträchtlich. Kuba in der Welt voran! Hierüber teilt der„ Hygienische Wegweiser" folgendes mit: Zur Beschaffung der Mittel für eine weitgehende Tuberkulosefürsorge hat die tubanische Regierung einen eigenartigen und dabei aussichtsreichen Weg beschritten. Durch ein Gesetz wird bestimmt, daß für jedes aus dem Auslande eingeführte Automobil eine Sondersteuer von 20 Dollar, für jede Schachtel importierte Zigaretten ein Zoll von 5 Zent gezahlt werden muß. Gleichzeitig werden die bestehenden Steuern auf Alkohol, Kunſtgegenstände, Schmucksachen, Teppiche usw. um 10 Prozent erhöht. Die aus diesen Steuern aufkommenden Gelder sollen der Tuberkulose- Fürsorge in geeigneter Weise zugeführt werden. Möge sich Deutschland ein Beispiel daran nehmen! Schwierige Lage der Byrd- Expedition. Newyork. Die Südpolexpedition Byrds befindet sich in schwieriger Lage. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Expedition ein ganzes Jahr lang in ihrem Hauptquartier in„ Klein- Ame= rika" festgehalten wird. Neue Bücher. ,, Mahnbriefe, die Geld bringen", von Dr. A. Schirmer. 5. völlig umgearbeitete Auflage, 352 Seiten auf Naturkunstdruckpapier mit 350 Mustern und 50 Abbildungen, in mehrfarbigem Ganzleinenband. Preis Rmf. 12. Verlag für Wirtschaft T Bitte jede Verbindlichkeit G Nr. 7... und Verkehr, Stuttgart, Pfizerstraße 20. In den zwei Jahren seit dem Erscheinen der deutschen Bearbeitung haben sich nun durch die sich darauf aufbauende deutsche Praxis die im Anfang noch zweifelhaften Fragen soweit geklärt, daß sich die jetzt vorliegende 5. Auflage völlig auf die deutschen Verhältnisse einstellen konnte. Nur geringe Teile der amerikanischen Vorlage sind beibehalten worden, wobei in jedem einzelnen Falle die Eignung für die deutsche Praxis genau geprüft und erforder| lichenfalls durch zweckentsprechende Umarbeitung hergestellt worden ist. Der Hauptteil des Buches in seiner jetzigen Gestalt aber ist für deutsche Verhältnisse neu geschrieben. Seine Beispiele entstammen vorwiegend der deutschen Praxis oder sind wenigstens im deutschen Mahnwesen erprobt worden. So ist das Buch, wie es jetzt vorliegt, weit mehr als eine neue Auflage.. Es ist ein völlig neues Buch geworden. Sonnenfinsternis auf dem Jupiter. Mit einem Prismen feldstecher von sechsfacher Vergrößerung kann man ohne Schwierigkeit den Jupiter mit seinen vier hellen Monden sehen. Möch ten Sie einmal sehen, wie eine solche Finsternis aussieht? Es steht in dem neuen Heft der„ Woche". * Glücksucher sind wir alle. Der neue Roman ,, Glücksucher" des feinsinnigen Dichters Paul Steinmüller, findet darum sicherlich großes Interesse. Das teils in Berlin, teils in Italien spielende Werk, behandelt moderne Probleme, die lebensnahe Zeichnung seiner Gestalten und ihrer Umwelt macht den Roman zu einer überaus fesselnden Lektüre. ,, Westermanns Monatshefte", in deren Januarausgabe das Werk beginnt, haben damit wieder einmal bewiesen, daß sie bei der Auswahl ihrer Beiträge eine glückliche Hand besigen. Das zeigt auch der übrige reiche Inhalt des Heftes. Gebhard's durch prächtige Gemälde unterstützte Schilderung der AEG. Dem Heft liegt die Karte Nr. 7 des so beliebten ,, Westermanns Monatsheft- Atlas" bei. Das Gesamturteil über Westermanns Monatshefte möchten wir mit den Worteri eines angesehenen Kritikers geben, der kürzlich schrieb: ,, Westermanns Monatshefte" bringen ihrer stattlichen Gemeinde von Lesern allmonatlich eine von so sicherem Geschmack bestimmte Auswahl literarischen und bildnerisch- künstlerischen Schaffens, daß die Gemeinde längst nicht mehr mit dem indifferenten Begriff ,, Leser" bezeichnet werden kann. Es sind Freunde dieser deutschen Kulturrevue geworden, die, ohne lehrhaft zu sein, doch allmonatlich immer wieder die Tür einer oder der anderen Maler- oder Bildhauerwerkstatt aufschließt, die intimere Bekanntschaft eines Schriftstellers vermittelt und so auch fast persön liche Beziehungen schafft, die oft das Werk des Künstlers dem Schauenden, dem Lesenden erst näher bringen". Unsere Leser genießen den Vorzug, auf Grund einer Vereinbarung mit dem Verlag gegen Einsendung von 30 Pfg. Porto an den Verlag ,, Westermanns Monatsheften", Braunschweig, ein umfangreiches Heft im Werte von 2, Rmk. zu erhalten. von Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Der Arzt kämpft täglich um Gesundheit und Leben seiner Patienten! Warum überhaupt Krankheit und früher Tod? Weil dem Körper nicht rechtzeitig die lebenswichtigen Erneuerungssubstanzen zur Blut- und Zellenbildung, zur Steigerung des Stoffwechsels sowie zur Erhöhung derNerven- und Muskelleistungen zugeführt werden. KOLAFERRIN ist in den vitaminarmen Monaten Januar, Februar, März, April und Mai die notwendige Ergänzung der Nahrung für gesunde und kranke Menschen, das notwendige Aufbaumittel für die Erneuerung verbrauchter Blut- und Nervenzellen Zu wenig Vitamine bedeuten Nervenschwäche, frühe Alterserscheinungen, Schwächezustände, Krankheit, Siechtum, Tod. Dr. med. H.( Deutsche Arztezeitung): Kolaferrin enthält die wichtigsten Elemente zur Bekämpfung von Ermüdungs- u. Schwächezuständen. Ein kombiniert. Vitamin- HormonPräparat. Erfolge bei durch Operationen geschwächten Frauen. Kräftigende Wirkung beim Training etc. etc. Dr. med. B.: Kolaferrin habe ich wiederholt bei Schwächezuständen, Rekonvaleszenten Dr.med.F.Me.Bln.- Charlotten- u. a. angewandt und günstige burg schreibt am 30. 10, 1929: Kolaferrin führt die wichtigsten Nährstoffe zu. Überraschende von Wirkungen im Sinne Hebung des Befindens und der Leistungsfähigkeit beobachtet. Preis: Orig.- Schachtel RM. 3.-, 3 Orig.- Schachteln( kl. 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