Nr. 40 rn. m Amt wuthe atipiels Eine nat munisten g einigungen. gen hielt feine Sonntag unter nden war da imer Vereins. Delegiertenver gung. In der 1. a. eine grö efung unferes it Rüsselsheim. Inzahl Teilneh An den Got r Badeanlagen Sauptversamm err Prof. Dr. Moral ohne und schilderte ieder lebendige Gedern wurde rogerie explo achschaden ver verlegte. drei hölzern beraubt. ndebeamten. chen Vertretern en Samstag die Der Gewerkschaft großem Beifall tschaft hess. Ge Offenbach einen ganisation. sich zum Teil Besatzung freige Samstag nad alte Landwirts grube. Da nie die Bedauern Der Jauchegra = Zeit später d r nach länge Eegend vor. fahrtsam nis- Der En ersheim, der sei 20 Mart je G ein Kind im Aalsterben be im Gewicht von nen Durchgangs enverkehrs. Jen, det wird, ist die 3 vor ihrem 11 n Neger gelynd Neger jag, schl twagen gebunde ungetreue Gomj recht interesantes Faltbootsport" zu einer Pfi Gilde ein ein in Gießen. te 野 ist jetzt zu sbeiträgen, - und Ver für Veranlt, die Endthoben. Lage 21 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Der Generalagent für die Reparationen, Parker Gilbert, der in den nächsten Tagen nach Amerika zurüdreist, wurde vom Reichspräsidenten von Hindenburg in Abschiedsaudienz empfangen. Der Aeltestenrat des Reichstages beschloß, daß am nächsten Mittwoch die Pfingstferien beginnen, der Reichstag dann am 16. Juni wieder zusammentritt und bis zur Sommerpause durchtagt. Der Reichsrat hat den deutsch- österreichischen Handelsver: trag unverändert angenommen. Verschärfte Kampfansage enthielt eine Rede des deutschnationalen Sprechers in der letzten Sigung des Preußischen Landtages, die sich gegen die derzeitige Regierungskoalition in Preußen richtet. Im österreichischen Ministerrat wurde über die Frage der österreichischen Heimwehren völlige Einigung erzielt. Das amerikanische Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag das deutsch- amerikanische Schuldenabkommen. Die Berufungsverhandlung gegen Böz vor dem Disziplinar senat des Oberverwaltungsgerichtes wird im Juli erst stattfindden können. Durch eine am Freitag im„ Reichsanzeiger" und im„ Reichs: zollblatt" zur Veröffentlichung gelangte Verordnung werden mit Wirkung vom 26. Mai 1930 der Zollsatz für Roggen auf 15 RM. und der Zollsatz für Gerste zur Bichfütterung unter Zollsicherung auf 12 RM. je Doppelzentner erhöht. Französische Zollerhöhungen wurden für Weizen beschlossen. Die Erhöhung geht von 30 auf 80 Franken pro Doppelzentner. ..Graf Zeppelin" in Südamerika. Donnerstag kurz nach Mittag hat das Luftschiff den Aequator überflogen. Wie auf den Seeschiffen wurde auch im Luftschiff dies Ereignis gefeiert. je Inſel Fernando Tot gef hier barauf erreichte man Noronta. Von hier aus waren es noch 300 Meilen bis Pernambuco. Um 16.30 Uhr amerikanischer Zeit überflog das Luftschiff Pernambuco. Nach einigen Schleijen nahm es Kurs auf den 10 Minuten entfernten Flugplatz. Hunderttausende waren in Pernambuco anwesend, als das Luftschiff sich auf den Landungsplatz senkte und am Haltemast befestigt wurde. Die Begeisterung der temperamentvollen Südländer ist nicht vorzustellen. 400 Mann Polizei waren bereit und manöverierten das Luftschiff auf dem Landungsplatz. Der Zeppelin hat jetzt eine Fahrtzeit von 61 Stunden hinter sich. Ungeheurer Jubel herrscht in Pernambuco. Die Zeitungen bringen große Fest= ausgaben und bezeichnen den gestrigen Tag der Landung als den größten in der Geschichte Pernambucos. Ergänzung der Wasservorräte. In Pernombuco hat die Feuerwehr große Pumpen herangeschafft, um den Wasservorrat des ,, Graf Zeppelin" zu ergän zen. Er wird etwa zwei Tonnen aufnehmen, ,, Graf Zeppelin" ist dann gestern abend gegen 9 Uhr unserer Zeit weiter gestartet. Er wird heute mittag in Rio de Janeiro erwartet. 34 Milliarde Fehlbetrag im Reiche. Berlin. Schwere finanzielle Sorgen sind in den letzten Tagen, in denen die Abschlußziffern für das verflossene Etatsjahr und die Anforderungen für die Arbeitslosenunterstützung im laufenden Etatsjahr festgestellt worden sind, wieder über uns hereingebrochen. Während im Reichstag noch über den mit vieler Mühe aufgestellten Reichshaushalt für 1930 beraten wird, der in seiner ursprünglichen Form als endgültiger Sanierungsetat gelten sollte, sind neue Löcher aufgebrochen, für die im Augenblick noch jede Deckung fehlt. Schuld daran ist die schlechte Lage der Wirtschaft und die mit ihr aufs engste verbundene Arbeitslosigkeit. Wichtigste und mit großer Vorsicht aufgenommene Schäzungen sind dadurch über den Haufen geworfen, so daß sich das Reich augenblicklich einem neuen Fehlbetrag von etwa einer dreiviertel Milliarde RM. gegenübeersieht. Etwa 350 Millionen RM. dieser Summe werDen allein von der Arbeitslosenversicherung über den bereits En der bisherigen Etatsaufstellung vorgesehenen Betrag in AnSpruch genommen. Bei der Aufstellung des Etats für 1930 glaubte man, mit einer Durchschnittszahl an Arbeitslosen von 1,2 Millionen rechnen zu können. Jetzt rechnet das Reichsfinanzministerium schon mit einer Durchschnittszahl von min destens 1,6, vielleicht aber auch 1,7 Millionen Arbeitslosen. Die durchschnittliche Arbeitslosenzahl in den ersten fünf Momoten des Kalenderjahres bis Ende Mai betrug ungefähr 2,2 ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 24. Mai 1930 Millionen. Sie muß also in den Sommermonaten auf die Durchschnittsziffer von 1,2 Millionen sinken, wenn die jetzt vom Reichsministerium angenommene Durchschnittsziffer von 1,7 Millionen Arbeitslosen herauskommen soll. Ganz ähnlich sind auch die Berechnungen über die notwendigen Ausgaben für die Krisenfürsorge über den Haufen geworfen worden. Während man bei der Etatsaufstellung mit 200 000 Arbeitslosen in der Krisenfürsorge rechnete, hat sich diese Schätzung inzwischen auf 325 000 Arbeitslose in der Krisenfürsorge erhöht, was wiederum einen Mehrbedarf von 100 Millionen Reichsmart erfordert. Einen weiteren schweren Stoß hat die Etatsgestaltung durch die inzwischen festgestellten Mindereinnahmen aus einzelnen Steuern und Zöllen erhalten. Alles in allem glaubt man für das ganze Etatsjahr mit einem steuerlichen Minderaufkommen von rund 200 Mill. RM. gegenüber den bisherigen Ansätzen rechnen zu müssen. Es ist selbstverständlich, daß die Reichsregierung alles mögliche versucht, um diese unvorhergesehene neuerliche Zerrüttung der deutschen Finanzen mit Mitteln zu parieren, die fern der Pumpwirtschaft liegen. Wohl oder übel muß sie neue Einnahmequellen schaffen, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. Innerhalb der Reichsregierung sind schon seit Tagen eingehende Besprechungen im Gange, welche Schritte ergriffen werden sollen. Es liegen zur Zeit vor: fünf Pläne 1. wird der Plan eines befristeten Notopfers in der Form einer Sonderbelastung der Festbesoldeten erwogen. Man will dieses Notopfer auf die Festbesoldeten beschränken, weil die anderen Einkommensteuerträger durch Umsatz- und Realsteuern schon stark vorbelastet sind; 2. wird voraussichtlich der Beitrag zur Arbeitslosenversiche rung um ein weiteres volles Prozent erhöht werden; 3. ist an die Verlängerung der Kontingentierung in der Zigarettenindustrie und an eine Erhöhung der Zigarettensteuer gedacht; 4. will man eine finanzielle Erleichterung durch die Aussetzung der Zuweisungen für den Anleihetilgungsfonds in Höhe von 44 Mill. RM. und der Tilgung der Rentenbankschuld in Höhe von 50 Mill. RM., sowie möglicherweise durch Ausschüt= tung der bisher angesammelten Anleihetilgungsfonds in Höhe von etwa 250 Mill. RM. erreichen; 5. ist an die Erhöhung der Biersteuer auf 75 oder gar auf 100 Prozent des ursprünglich geltenden Satzes gedacht. Dazu kommen rigorose Sparmaßnahmen und weitestgehende Abstriche an den nicht unbedingt lebensnotwendigen Etatspositionen. Entscheidende Neichsfabinettsjißung am Dienstag. Berlin. Das Reichskabinett beschäftigte sich Donnerstag mit der wirtschaftspolitischen Lage in ihrer Gesamtheit. Die mit der Reichspost geführten Verhandlungen haben gezeitigt, daß schon jetzt alle für 1930 vorgesehenen Lieferungsverträge vergeben und Arbeiterentlassungen daher nicht erfolgen werden. Das Reichskabinett, das sich in seinen letzten Sizungen wiederholt mit der Sanierung der Arbeitslosenversicherung und der gesamten Lage nebst Deckungsvorschlägen beschäftigt hat, wird nunmehr am kommenden Dienstag zu diesen Fragen entscheidend Stellung nehmen. Die Industrie greift ein. In der Sigung des Hauptausschusses des Reichsverbandes der Deutschen Industrie am Freitag in Berlin erklärte der Vorsigende, Geheimrat Dr. Duisberg, daß die Industrie sich an einem Punkte der innerpolitischen Entwicklung befinde, wo die zunehmende Mutlosigkeit und Verdrossenheit dazu zwinge, neue Wege einzuschlagen. Die fortgesetzte Nichtbeachtung aller Mahnungen aus wirtschaftlichen Kreisen habe die Krisis in Deutschland außerordentlich verschärft. Nach der Staatsumwälzung die letzte Entscheidung auch in wirtschaftlichen Dingen in Hände gelegt worden, die in diesen Fragen weder hinreichend sachverständig, noch bereit seien, die Verantwortung für ihre Entschlüsse zu tragen. Vergeblich habe das Unternehmertum rechtzeitig gewarnt, um einen anderen Kurs der Wirtschaftspolitik zu erreichen. Diese Verhältnisse zwängen dazu, daß die Vertreter der Wirtschaft aus ihrer bisherigen Zurüdhaltung heraus: träten und mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln aktiv handelnd an der Politit sich beteiligen. In diesem Zusammenhange und in Uebereinstimmung mit dem Präsidenten richtete Geheimrat Duisberg den ausdrücklichen Appell an alle verantwortlichen Leiter wirtscastlicher Unternehmungen, sich nach Maßgabe ihrer Zeit und Kräfte in den Volksvertretungen von Reich, Ländern und Gemeinden politisch zu betätigen. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 41 Schlußworte zum Kapitel: Inflation. Von Dr. K. S. von Galéra.. Im Verlag Schlüter Vertriebsgesellschaft m. b. H., Leipzig, C 1, erschien in diesen Tagen die erste deutsche Geschichte der Nachkriegszeit unter dem Titel Geschichte unserer Zeit", Entwidlung des Deutschen Reiches seit 1918, von Dr. K. S. von Galéra. 4 Bde. mit 231 Abbildungen. Preis fomplett 20 Mr. Wir sind in der Lage, aus diesem vierbändigen Werke den nachfolgenden Abschnitt zu veröffentlichen. Man hat häufig gegen die deutschen Reichsregierungen im Inland und Ausland den Vorwurf erhoben, sie hätten absichtlich die Inflation herbeigeführt oder befördert, um sich den Versailler Verpflichtungen zu entziehen und um den deutschen Besitz zu zerstören. Diese Vorwürfe waren ungerecht. Die Inflation war eine Art höherer Gewalt, eine notwendige Folge des verlorenen Krieges, eine Folge des auf utopischen Jllu= sionen aufgebauten grenzenlosen Trugschlusses der Sozialdemokratie von der allgemeinen Völkerversöhnung und der Beseitigung des Klassenstaates, sie war das Produkt, das mit geschichtlicher Notwendigkeit sich ergab aus der ganzen gewitterschwülen Atmosphäre des zwanzigsten Jahrhunderts. Sie war, wenn ich mich einmal so ausdrücken darf, die Lava all der politischen und sozialen Vulkane, die seit Jahrzehnten unter dem Abendlande wühlten und schütterten. Weit mehr als die Jnflation des bolschewistischen Rußland, war die deutsche Inflation eine europäische Katastrophe von generellem Charakter, traf sie doch eines der kulturell und wirtschaftlich am höchsten entwickelten Völker. Die deutsche Regierung hat verschiedene Versuche unternommen, die Inflation aufzuhalten. Schon Ende 1921 war der Reichskanzler Wirth deshalb mit der deutschen Industrie und mit den Banken in Verbindung getreten. Man glaubte, durch eine Auslandsanleihe die Mark stützen, sie stabilisieren zu kön nen. Der Versuch schlug fehl. Ein zweiter Schritt, der in der= selben Richtung bei der Reparationskommission im Frühjahr 1922 unternommen wurde, endete mit dem gleichen Mißerfolg. Nun wurde im Juli eine Zwangsanleihe aufgelegt, um die schwebende Schuld tilgen zu können. Was aber konnte man von einer Anleihe erwarten, deren Wert sich selbst mit der ständig abwärts gleitenden Währung verringerte? Im glei= chen Herbst 1922 berief Wirth einen Sachverständigenausschuß nach Berlin, der die Frage der Markstabilisierung untersuchte und ebenfalls drei Mittel hierfür vorschlug: eine äußere Anleihe, eine innere Anleihe und ein Moratorium für Wiedergutmachungsleistungen. Auch Wirths Nachfolger, der Reichs= tanzler Cuno, hielt an diesen Gedanken fest. All diese Bestrebungen hingen in ihrem Erfolge aber zu sehr vom Auslande ab, von der Anleihe und vom Moratorium. Da das Ausland aber beides ablehnte, konnten die Stabilisierungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden. Der Ruhreinbruch der Franzosen und das damit verbun dene weitere unaufhaltsame Sinken der Mark zeigten auch dem hoffnungsfreudigsten Optimisten zweierlei: erstens, daß an eine Hilfe des Auslandes überhaupt nicht mehr zu denken war, und zweitens, daß es verlorene Liebesmühe war, die schrecklich gestürzte Mark zu retten oder sie gar aufzurichten. So blieb dann nur noch ein letzter Ausweg übrig, nämlich der, daß Deutschland aus sich selbst von innen heraus eine neue gesunde Währung hervorbrachte. Mannigfach waren die Versuche, welche seit dem Frühjahr 1923 hierin unternommen wurden. Der Ruf des Volkes nach wertbeständigen Zahlungsmitteln wurde immer lauter. Die Industriewerke gaben Schuldverschreibungen heraus, die nicht mehr auf Mart, sondern auf Zentner Kohle lauteten. Die landschaftlichen Banken gaben Pfandbriefe nicht mehr auf Mark, sondern auf Zentner Roggen heraus. Diesem Beispiel folgte die Reichsregierung, als sie Ende Juli eine sogenannte wertbeständige Anleihe auflegte, welche den breitesten Volksschichten die Möglichkeit bieten sollte, das Sparbedürfnis zu befriedigen, sich gegen die Entwertung zu sichern und so dem ungesunden Ansturm auf Warenvorräte und Devisen entgegenzuwirken. Neben dieser Roggenrentenanleihe wurde eine Roggenzwangsanleihe ausgegeben, die nach der Verordnung vom 25. August mit Devisen und anderen aus: ländischen Vermögensanteilen bezahlt werden und zur Sicherung der Brotversorgung verwandt werden sollte. All dies waren Notbehelfe, die nicht an den Kern der Sache herankamen, aber doch dem neuen Gelde den Weg bereiten halfen, nachdem auch Hilferdings veralteter, an Wirthsche Traditionen anknüpfender Gedante einer Martstabilisierung überwunden worden war. Nach monatelangen Vorarbeiten trar Helfferich mit seinem Plan der Roggenmark an die Deffentlichkeit. Unter all den unmöglichen Vorschlägen, das Reich solle Vorräte an Getreide, Kohle, Kali und anderen Erzeugnissen in Verwaltung nehmen, um darauf ein neues Geldmittel zu stügen, wirkte Helfferichs genialer Plan höchst einfach und einleuchtend. Er baute das neu zu schaffende Geld auf einer Verpfändung des landwirtschaftlichen und industriellen Besizes auf, der etwa nach Art der friderizianischen Pfandbriefe in Geld verwandelt werden sollte. Helfferich gab dem Rentenbantgesegentwurf die grundlegende Fassung; er war es, der durch seine Tatkraft, sein Ansehen, seinen sittlichen Ernst Land Samstag, den 24. Mai 1930. wirtschaft und Industrie bewog, das Opfer der Belastung durch Rentenbankbriefe auf sich zu nehmen. Ihm zur Seite trat Schacht, der großartige Finanzpraktiker, der die lediglich auf ein landwirtschaftliches Produkt gestützte Roggenmarkt Helffe richs in die auf Gold basierte Rentenmark umwandelte. Sein Verdienst war der Erfolg des neuen Geldes, das er in sicherer und verständiger Weise dem Volke zuführte.) ,, Gießener Zeitung" darauf an, ob die Oppositionsparteien wiederum das Mittel der Obstruktion anwandten, um das Haus beschlußunfähig zu machen. Dieser Fall trat auch tatsächlich ein. Von den Regierungsparteien wurden nur 181 Karten abgegeben, die Opposition gab feine Karten ab. Damit ergab sich Beschlußunfähigkeit und der Gegenstand war für die weitere Beratung erledigt. Bei der Schlußabstimmung über den Etat als Ganzes erlitt die preußische Regierung eine zweite, entscheidende Niederlage. Da die Oppositionsparteien bei der Abstimmung auch diesmal fernblieben, ergab sich wiederum die Beschlußunfähigkeit des Hauses. So hatte die düstere Zeit der Inflation im November 1923 ihr Ende erreicht. Mit ihr war die Epoche der inneren Unruhen und Erschütterungen abgeschlossen. Das goldene Zeitalter wirtschaftlicher, kultureller, politischer und krimineller Verbrechen, die alle letzten Endes ihre Quelle in der Inflation hatten, war vorüber. Den Franzosen wurde das Recht entzogen, weitere Quälereien gegen Deutschland zu verüben. In seiner tiefsten Not fand Deutschland durch die Tatkraft und Einsicht hervorragender Männer und den Opfermut seiner staatserhaltenden Schichten wieder den Mut und die Kraft, sich zu erheben; es eröffnete sich ihm ein Ausblick in hoffnungsvollere, ruhigere Zeiten. Das deutsche Volk hatte den Weg durch eine finstere und blutige Nacht zurückgelegt, aus seinem Innern strömte der gewaltige Wille, zurückzukehren zur Ruhe und Ordnung, dessen erstes Manifest die Einführung der Ren= tenmart war. Der Besitzende und der Arbeitende betrachteten dieses Ereignis in gleicher Weise als eine Befreiung, als eine Erlösung: Befreiung von jenen Inflationsparasiten, den Rafffes, Erlösung von jener grausamen, zermürbenden Seelennot, stündlich über dem Abgrund der individuellen Vernichtung zu schweben. Befreiungsamnestie gesichert. Berlin. Die demokratische Reichstagsfraktion hat jetzt auch trot grundsätzlicher Bedenken beschlossen, den von den anderen Regierungsparteien vorgeschlagenen Amnestieantrag zu unterstützen. Keine französischen Beamten nach dem 30. Juni im Rheinland. Die gewaltigen Gummen O der Hauszinssteuer. Die Hauszinssteuer, ein Kind der Inflationszeit und heute ein anscheinend fester Bestand des deutschen Steuersystems, ist neben der Gewerbesteuer die am stärksten bekämpfte Steuer. Paris. Auf Grund einer Vereinbarung, die zwischen der deutschen und französischen Regierung getroffen wurde, werden nach dem 30. Juni keinerlei franzöſiſche Zivilbeamie mehr im Rheinlande bleiben. Auch die Feststellung etwaiger Schäden, die durch die französischen Truppen in den von ihnen bewohnten bürgerlichen Quartieren verursacht worden sein könnten, wird bis zum 30. Juni vollendet sein, so daß sich das weitere Verbleiben französischer Beamten erübrigt. Nr. 41. Unzweckmäßige und unrentable Nebenbetriebe. Die Industrie ist besonders im Laufe der letzten 10 Jahre vielfach dazu übergegangen, ihren Hauptbetrieben Nebenbetriebe anzugliedern, die die Inanspruchnahme anderer freier Gewerbe, insbesondere des Handwerks, überflüssig mauen sollen. Wir finden da Hausschlossereien, Haustischlereien, Hausklemp: nereien, Malerwerkstätten, Buchbindereien und dergl. mehr. Ein besonderer Sport scheint die Gründung von Hausdruckereien zu sein. Hier spielt zweifellos eine gewisse Großmannssucht eine Rolle. Es flingt nach etwas, wenn man sogen fann: hergestellt in der Hausdruckerei. Aber gerade für die Errichtung einer Hausdruckerei dürften die Vorteile, die damit für den Hauptbetrieb verbunden sind, sehr zweifelhaft sein. Zunächst kostet die Einrichtung einer solchen Hausdruckerei sehr viel Geld. Dann ist die Beschaffung geeigneten Personals und die Beurteilung der Leistungsfähigkeit dieses Personals mit Schwierigkeiten verknüpft. Handelt es sich nicht um einen größeren Hausbetrieb, so muß ein Mann gefunden werden, der gefunden werd möglichst gleichzeitig Sezer und Drucker ist, der aber auch künstlerische Qualitäten mitbringt, der Papierkenner und imstande ist, die Betriebsmittel in Ordnung zu halien. Es sollen hier nicht im einzelnen die vielen Angriffspunkte gegen die Hauszinssteuer, sondern nur ihr finanzielles Gesicht dargestellt werden. Ueber die Höhe der Hauszinssteuer im Verhältnis zur Grundsteuer in Preußen und ferner über drei für allgemeine Finanzzwecke und für Neuwohnungsbau verwandte Prozentjähe unterrichtet die folgende Tabelle. In den übrigen deutschen Ländern ist die Art der Verteilung zum Teil anders geregelt, wie aus nachstehender Zusammenstellung, bei der die Gesamthöhe der Hauszinssteuer in Hundertsätzen der Friedensmiete ausgedrückt ist, hervorgeht: Die Flugzeughallen versteigert. Mainz. In der Amtsstube des französischen Armeeoberzahlmeisters für die Rheinarmee in Mainz sind Donnerstag 25 Flugzeughallen in Griesheim b. Darmstadt, Lachen- Speierdorf und Frohnerhof b. Kaiserslautern auf Abbruch versteigert worden. Ein in letzter Stunde von der hessischen Regierung unternommener Schritt ist erfolglos geblieben. Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitslosenversicherung 1. 4. 24-30. 6. 24 bavon ver= wenbet für Neubau für allgemeine Zwede Gemeinde Staatsanteil Höhe der HauszinsSteuer zwede anteil in/ in o/ o in% in% 400 200 100 100 1. 7. 24-30. 9. 24 500 200 100 100 1.10. 24-31, 3. 25. 600 250 100 250 1. 4. 25-31.3. 26 700 350 100 250 1. 4. 26-30. 6. 26 900 450 150 300 1. 7. 26-31. 3. 27 seit 1. 4. 27 1000 500 166,67 1200 600 200 Gesamthöhe d. für Hauszinssteuer Wohnungsbau 333,33 200 filt algem. Finanzbedarf in% in% in% 50 26 51 30 21 Württemberg 39,75 19,5 20,25 36 18,4 17,6 42 18,76 23,24 47,35 47 15,87 27 31,66 20 Das Reichsarbeitsministerium legt bei dem beabsichtigten Sanierungsvorschlag der Reichsanstalt lediglich eine Durchschnittsziffer von 1,5 Mill. Haupiunterstützungsempfängern zu= grunde. Dazu kommen allerdings noch 2-300 000 Krisenunterstützungsempfänger. Die geplante Sanierung wird spätestens am 1. Juli in Kraft treten. Statt Eid Feierliche Beteuerung Im Strafrechtsausschuß des Reichstages wurde am Freitag mit 17 gegen 10 Stimmen beschlossen, daß an die Stelle des Eides die feierliche Beteuerung" und an Stelle des Meineides ,, die falsche feierliche Beteuerung" gesetzt werden soll. Die Verabschiedung des preußischen Haushalts verhindert. Bayern Sachsen 24 Fürs erste, so lange das Material neu ist, mögen die Erzeugnisse dieser Hausdruckerei ein gutes Aussehen haben und modernen Ansprüchen genügen. Will die Hausdruckerei auf der Höhe bleiben, muß sie wie jede andere Druckerei, ständig Neuanschaffungen von Schriften, Materialien, evtl. auch von Maschinen vornehmen. Baden Thüringen Hessen Hamburg Das Aufkommen der Hauszinssteuer in Preußen betrug insgesamt für den Staat und für die Gemeinden in den Jahren: 1924 626 Mill. Rmt., davon Im Preußischen Landtag fiel am Freitag die Entscheidung über die Verdoppelung der Grundvermögenssteuer. Der Entscheidung sah man mit großer Spannung enigegen. Alles kam Der Postraub in der Subach. 1925 817 Mill. Rmf., Samstag, Ein je Tagen des des Himm alles in 2 find Beild bedrüdte, in das die mehr meh gen Gipfel eines Morg In der Regel wird die Feststellung der Gestehungskosten eines solchen Hausbetriebes sehr lückenhaft gemacht. Anteile, wie Verzinsung, Abschreibung, Miete, Heizung, Licht werden vielfach nicht in Rechnung gestellt. Dem Leiter dieses Hausbetriebes liegt natürlich daran, dem Hauptbetrieb gegenüber gut dazustehen. Gelingt ihm dies bezüglich der Qualität nicht, so soll wenigstens die Billigkeit der gelieferten Arbeiten be wiesen werden. Meist wird bei der Gründung von Haus druckereien nicht genügend überlegt, ob denn dieser Nebenbetrieb auch voll beschäftigt werden kann. Ist das nicht der Fall, so werden Ersparnisse durch die eigene Herstellung der im Hauptbetrieb benötigten Drucksachen nicht erzielt werden. Eine Hausdruckerei ist erst von einem gewissen Umfange an rentabel, und dann auch nur, wenn die volle Besäftigung garan= tiert ist. Geht aber eine Hausdruckerei dazu über, bei Mangel an Beschäftigung fremde Aufträge oder solche für die Kundschaft des Hauptbetriebes herbeizuholen, so begibt sie sich auf einen gefährlichen Weg. Es ist eine alta, Erfahrung, daß das Einsetzen aller Kräfte für den Hauptbetrieb viel gewinnbringender und vorteilhafter ist, als die Verzettelung in allen möglichen Nebenbetrieben. Viele größere Industrie- Unternehmun gen haben diese Erfahrung machen müssen und haben unter nicht unbedeutenden Verlusten solche Nebenbetriebe, insbesondere Hausdruckereien, wieder abgeschafft. In der Regel legen auch die Arbeiten aus solchen Hausbetrieben Zeugnis davon ab, daß für die Schaffung fachtechnisch einwandfreier Drudsachen mehr nötig ist als ein Durchschnittsbuchdrucker, eine Tiegeldrud: oder Schnellpresse und ein Rasten mit Schrift. was für den Staat 300 Mill. Rmt. für die Gemeinden 326 Mill. Rmt. Staat 467 Mill. Rmt. für die Gemeinden 350 Mill. Rmt. 1926 986 Mill. Rmt, davon für den Staat 483 Mill. Rmt. für die Gemeinden 503 Mill. Rmf. 1927 1059 Mill. Rmt., davon für den Staat 490 Mill. Rmf für die Gemeinden 569 Mill. Rmt. Zur Zeit besteht die Gefahr, daß angesichts der katastrophalen Lage der öffentlichen Finanzen die Hauszinssteuererträge noch mehr als bisher für allgemeine Verwaltungszwecke verpulvert werden. Ueber drei Mill. Hl. Bier- Mehrproduktion. ehr vorliege Nach der nunmehr vorliegenden amtlichen Statistik sind im Rechnungsjahre 1929 in den deutschen Brauereien insgesamt 10 554 618 Dz. Malz( i. V. 9861 693 D3.) und 120 431 Dz. Zuderstoff und Farbebier( 79.189 D3) verwendet worden. Die Gesamtbierversteuerung betrug 58,06 Mill. Hektoliter gegen 54,99 Hl. im Vorjahre. Hierron entfallen 53,5( 50,89) Mill. Hl. auf untergäriges Vollbier, 1,92( 1,66) Mill. 51. auf obergäriges Vollbier und 1,67( 1,44) Mill. Hl. auf obergäriges Einfachbier. Am 19. Mai 1822 überfielen acht vermummte Männer das Postwägelchen, das den Brief- und Geldverkehr zwischen dem Hinterland, den Städtchen Biedenkopf und Gladenbach mit der Provinzialhauptstadt Gießen vermittelte. Sie überwältigten den Postknecht und den mit einem Gewehr versehenen Landschützen, der das Wägelchen begleitete, und raubten 19 Geldsendungen mit zusammen 10 466 Gulden 51 Kreuzer Inhalt. Lange blieben alle Versuche zur Ermittelung der Verbrecher fruchilos. Doch endlich konnte man die Täter einen nach dem endern verhaften und überführen. Einem derselben, David Briel, gelang es, sich noch rechtzeitig durch die Flucht ins Aus land zu retten. Ein zweiter, namens Volk, der insofern im Spiel war, als er vor der Abfahrt des Kärrnchens aus Gladenbach aus der Flinte des Landschützen heimlich das Blei entfernt hatte, schoß sich eine Kugel ins Herz, als er in die Kaserne zu Gießen gebracht wurde. Ein dritter Teilnehmer am Romplott, namens Soldan, erhängte sich im Criminalgefängnis. Den übrigen wurde im Großh. Hofgericht am Brand der Prozeß ge= macht und folgendes Urteil gefällt:„ In Untersuchungssachen gegen Hans Jacob Geiz, Heinrich Geiz, Jakob Geiz, Jost Wege und Ludwig Acer, sämtlich von Krombach, wird auf amtspflichtiges Verhör, geführte Vertheidigung und aus den Acten erstattete Vorträge hierdurch zu Recht erkannt: QAL not. Bestimmungsmenfuren strafbar. Am Donnerstag wurde vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin 1 die Frage verhandelt, ob Bestimmungs mensuren als Zweikampf mit tödlichen Waffen im Sinne des Strafgesetzes zu bewerten sind. Es handelt sich um die Anflage gegen zehn Mitglieder der Burschenschaft Teutonia" in Berlin in der Berufungsinstanz. Das Schöffengericht BerlinMitte hatte seinerzeit die Angeklagten freigesprochen und in der Urteilsbegründung ausdrücklich hervorgehoben, daß sich das Gericht damit in einen, bewußten und gewollten Gegensatz zum Reichsgericht stelle. In der gestrigen Verhandlung hob die Strafkammer das freisprechende Urteil des Schöffengerichts auf und verurteilte die Angeklagten wegen Zweikampf zu je drei Monaten Festungshaft. Gelbe Raucherzähne. Ich benutze feit Jahren die Chlorodont Zahnpaste und bin mit der Verwendung derselben sehr zufrieden. Troßdem ich ein Rettenraucher bin, sind meine Zähne stets blendend weiß. Auch fehlt mir fein einziger Zahn, sodaß ich behaupte, nur Chlorodont" erhält meine Zähne gesund." S. Grunenberg, München. Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mt. höchster Qualität. In allen Chlorodont- Verkaufsstellen zu haben. genjonne au ichlägt auf an den ver tropfen lieg augen. Ab wieder auch nimmt fie Auch i Finsternis die Tiere Pfingsten wollten sie es abermals in der Subach versuchen, aber dadurch abgehalten, daß Jost Wege von Krombach, zu Darmstadt wurde verworfen und das Urteil vom Großherzog er später aus dem Blage eintras, die Nachricht brachte, daß Die eingelegte Berufung an das Oberappellationsgericht bestätigt. Der Anstister dieses Straßenraubes war der Handelsmann David Briel, der zuerst erit den als verwegener Menſch und Wilddieb bekannten, zu Biedenkopf dienenden Knecht Jacob Geiz zu der Tat überredete. Diesem gelang es nach und nach, seinen Vater und Bruder, sowie die anderen Kumpanen zu gewinnen. Zu Marburg wurden Masken, Perücken, falsche Bärte und Fastnachtsgewänder gelauft, auch Pulver und Bei angeschafft. Sechsmal waren die Teilnehmer zur Begehung des Verbrechens ausgegangen; allein jedesmal trat ein Hindernis in den Weg. daß dieselben wegen des an dem Gladenbacher Geldkarren begangenen Straßenraubes, durch das Schwert vom Leben zum Tod zu bringen, sodann in den Ersatz der Untersuchungskosten und der an dem geraubten Geld fehlenden Summe unter solidarischer Verbindlichkeit zu verurtheilen ſeien. So geschehen: Gießen, den 25. März 1924." gend in Li Kindheit we erite Erwad Freude am L auf die Gabe in Liebe. Ei gewedt im& jie das junge Sonne. 3u der Hag un sich kein Geld auf dem Wagen befinde. Nun beschlossen sie zum 7. Male die Ausführung und zwar am 1. Pfingstfeiertage 1822. Früh morgens um 2 Uhr fanden sich die Teilnehmer in der Subach zusammen und trafen ihre Vorbereitungen. Von der Höhe des dortigen Hohlweges meldete gegen Mittag der Posten das Nahen des Wagens. Als dieser auf Sprungweite herangekommen war, stürzte einige der vermummien Räuber auf den Landschützen, der zwar auf die Angreifer schoß, aber ohne Erfolg, fesselten ihn und darnach den Postillon und schleppten unter Drohungen beide in den Wald. Den Wagen fuhr man dann ins Gebüsch, warf den Kasten herunter, holte die Art und versuchte den Deckel des Kastens einzuschlagen. Da zerbrach der Stiel derselben. Man schnitt die auf dem Wagen befindliche Art ab und hieb auf den Deckel, der nun bald zersprengt war. Mit den geraubten Geldbeuteln gingen sie nach verschiedenen Seiten auseinander. Ein großer Sad mit Geld, der zu schwer war, um ihn Auf den 1. Weihnachtstag 1821 wollten sie den Bostwagen zum erstenmal in der Gegend von Eifa angreifen. Als sie auf dem Wege dorihin nach Edelshausen tamen, erhielten sie einen Brief, daß jetzt aus der Sache nichts werden könne, da zwei Landschützen den Wagen begleiteten. Nun blieb die Sache ruhig bis zum Frühjahr 1822, wo sie wieder die Tat in der Gegend von Eifa auszuführen beschlossen. Da jedoch auf dem Hinweg Schnee gefallen war, und sie deshalb befürchteten, durch die Spur verraten zu werden, so tehrten sie auch diesmal unver= richteter Sache zurück. Nach Verlauf einiger Zeit gingen sie nochmals in die nämliche Gegend; aber auch diesmal wurde aus der Sache nichts, weil sie sich im Wald verfehlt hatten. Kurz vor Ostern gingen sie dann in die Subach, einem verrufenen Hohlweg, etwa eine Stunde von Mornshausen bei Gladenbach, von wo sie unverrichteter Sache abziehen mußien, weil das Geldkärrnchen an diesem Tage in Gladenbach blieb. Nach Ostern begaben sie sich in den Krofdorfer Wald und lauerten da auf die Ankunft des Wagens, konnten aber wegen der vielen Refruten, die von der Musterung kommend, sich bei dem Postwagen befanden, ihr Vorhaben nicht ausführen. Drei Wochen vor einer hohlenhleppen zu können, versteckien die Räuber in Vor Mitternacht desselben Tages kamen wieder gem Es wir uns ift die für immer. lands Gaue zur Natur haben. Und es felber hei hi si sie im Geiz'schen Hause zu Krombach zusammen und teilten die Beute. Auf den Kopf entfielen ungefähr 800 Gulden. Nach der Teilung verließ einer der Komplizen einmal die Stube und inzwischen bestahlen ihn die anderen um 100 Gulden. Einige vergruben einen Teil ihres Geldes, und als man später nach abgelegiem Geständnis an den von ihnen bezeichneten Stellen nachsuchte, fand man noch etwa 1500 Gulden vor. Von den beiden bei dem Ueberfall gefesselten Leuten hörte zuerst der Postillon, nachdem sich die Räuber entfernt hatten, in seiner Nähe die Klagetöne seines Gefährten. Er rief ihn an und wälzte sich auf dessen Bitten zu ihm hinüber. Es Viele scho doch einmal men mödte und es läßt und betonen und tlagen ften Bildern bet ganz per fid das gan in die Worte: jwanten wo Sehnsuchtsmel mare beffer, fie men zu tun, Wirklichen, be zwischen dem türlich nicht d jo mehr hilft mit verwand Gigibt man sich ich niche wieder einmal vorü oder Alter fchen, fo wir braucht noch n mer noch nicht Gaben und G angit und bang gelang ihm na Augenbinde ab itanden in ein ten Futter zum fons und feine über den Her beide zunächst Vorstehen und J. Bour Die letztere e baden. In Der Räuber Dieser Stell mündliche bei der vor Der die Proz gen, jo tag und die beide mag vielleicht Tide Mitteilu Es war ei hat. welcher zur V Ein undu Gießen, die he Proving Oberi war. In den fo dicht stand alle dem tieft plak der Sta Bereits ei im Gefängnis ten von dem t Nr. 41. triebe, ten 10 Jahre en Rebente nderer freier mayen fellen Saustlemp dergl. mehr. 1 Hausdrude: Großmanns = man jogen erade für die le, die damit eifelhaft sein. druderei jehr Berjonals und Berjonals mit ht um einen werden, der Ser auch fünit und imitande nögen die Eren haben und uderei auf der ständig Neuuch von Ma stehungstoften acht. Anteile, Licht werden dieses Haus: eb gegenüber Qualität nicht, Arbeiten be g von Haus efer Nebenbe nicht der Fall, llung der im werden. Eine ange an ren tigung garan 1, bei Mangel ür die Kund ot sie sich auf rupp, daß das el gewinnbrin in allen mög Unternehmun haben unter e, insbesonder gel legen aud davon ab, doj rudiachen meh iegeldrud: oder caffammet des Bestimmungs m Sinne des um die AnTeutonia" in Jericht Berlin rochen und in en, daß fich dds Gegensazum trafkammer das O verurteilte En Feftungshift bie Chlorobont sehr zufrieden. eftets blendend " behaupte, mur nberg, Mundjen heitspreis 1 stellen zu haben. Subach verfuchen e von Krombad cht brachte, das Schloffen sie zum itfeiertage 1822 mer in der E Von der der Posten das eite herangelom er auf den Lant ber ohne Erfolg schleppten unter fuhr man dann die Art und ver Da zerbrach der Cagen befindlich Ozersprengt war ach verschiedene Id, der zu schwe n die Räuber i en Tages tame n und teilten di 00 Gulden. Nad inmal die Stub 00 Gulden, Ginig an später nach ab Beidneten Stellen DOT. gefeffetten Leuten uber entfernt hat fährten. Er rief hm hinüber. Es Samstag, den 24. Mai 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. es Ein seltsam Spiel treibt Sonne und Weiter in den ersten Tagen des jungen Frühlings. Da leuchtet das herrliche Blau des Himmels und überstrahlt von lachender Eonne redt sich alles in Wonne, was das lebt. Die Luft ist berauschend find Beilchentage. Und der Mensch, der mit Erdenlast so schwer bedrüdte, er glaubt schon, es nahe ein einziges unendliches Fest, in das die Ereignisse des Alltags eingebettet sind, um niemand mehr weh gu tun. Wie ein fröhlicher Aufstieg auf einen jonnigen Gipfel des Jahres scheinen diese Frühlingstage. Aber eines Morgens plötzlich wacht man nicht mehr mit der Morgensonne, auf draußen heuli der Wind und wilter Regen schlägt auf Fenster und Strazen. Und der böse Sturm zaust an den verborgenen Blumenköpfchen und der alte Regentropfen liegt auf ihnen wie eine Träne auf trauernden Kinderaugen. Aber nicht lange und die Sonne tehrt wieder. wieder auch verschwindet sie gibi Hoffnung und Freude und nimmt sie von dannen. - und Auch im Leben der Menschen wechselt die Helle und die Finsternis die Liebe und der Haß. Die Berge und Täler, tie Tiere und die Menschen, alle untereinander sieht die JuAber den schönen Schlummer der gend in Liebe verbunden. und das Kindheit wedt grausam Verstand und Erkennen Gießener Zeitung mehr. Es ist das alles auch sehr verschieden. Mancher tommt in jungen auf den Gipfel seines Schaffens. Manchem gelingt es erst im anhebenden Greijenalter der große Wurf, wie dem Geistesriesen Immanuel Kant, dessen Alterswerte den eigent= lichen Weltruhm brachten. Um das„ Noch nicht!" und„ Nicht mehr!" rankt sich eine ganze Psychologie des Lebens, und das Entscheidente ist ja so oft das Praktische und Warmherzige am Leben, an diesem wirklichen Leben, das oft anders verläuft, als die flügsten Formeln und Berechnungen es wahr haben wollten! Straßensperrungen Die in der Gemeinde Winnen gelegene Straße im Zuge der Straße Grünberg- Ebsdorf Marburg wird ab 25. Mai ds. Js. auf die Dauer von drei Tagen für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleirung erfolgt über Kesselbach RüddingshausenWermertshausen- Roßberg. * Hohes Alter. Morgen feiert als älteste Einwohnerin unserer Stadt Frau Pfarrer Prewschen Wwe., ihren 94. Geburtstag. * Maienblasen. Beim Maienblasen heute um 7 Uhr vom Turm der Johanniskirche lommen folgende Lieder zum Vortrag: ,, Bringt her dem Herren Lob und Ehr" ,,, Gottvertrauen" und ,, Von des Rheines Strand". * Borsicht! Fleischvergiftungen. In den Sommermonaten häufen sich erfahrungsgemäß die Erkrankungen infolge Genus= erste Erwachen sieht Zerrissenheit, Haz und Getrenniheit. Dieses nicht einwandfreier Nahrungsmittel, insbesondere werden Freude am Leben wird kleiner. Aber da kommt das Besinnen auf die Gaben des Herzens und wieder lacht ein frohes Leben in Liebe. Ein ewiger Wechsel! Wenn zu früh die Sonne alles gewedt im Frühling, dann kommen die falten Schauer. Und ehe jie das junge Keimen vernichten, lacht zur rechten Zeit noch die Sonne. Zuviel des Glüdes gäbe uns Liebe allein, dayum wedt der Haß uns auf. Und wenn Zwietracht und Bitterkeit uns wieder gemahnt, dann iritt die Liebe versöhnend vor uns. Es wird niemals enden dies ewige Wechseln! Aber in uns ist die Gewißheit: Einmal bricht die Sonne im Frühling für immer dem Feinde den Naden, der Sturm über Deutschlands Gaue wird sich legen, wenn wir Deutschen wieder mehr zur Natur zurüdkehren, wieder mehr Freude an der Sonne haben. Und einmal auch wird Ruhe in unserem Herzen, wenn es selber heimgegangen zur Ruhe, zur ewigen Liebe. bil si Noch nicht! Der, Sonntagsschreiber. Nicht mehr! Viele schauen heute sehnsüchtig in die Ferne, ob denn nicht Doch einmal eine bessere Zeit für unser armes Deutschland tomamen möchte. Aber es läßt sich nichts Bestimmtes verheißen und es läßt sich gar nichts erzwingen. Man kann nur sagen und betonen: Noch nicht!... Und da sind andere, die stehen mund tlagen mit rüdwärts gewandter Sehnsucht. In freundlichsten Bildern steigen ihnen die alten Zeiten auf, und der Zaubet ganz persönlicher Erinnerungen webt so eigen mit. Da legt sich das ganze Empfinden schwermütig und tränenverschleiert in die Worte: Nicht mehr!.. Die 3arten und Empfindsamen schwanken wohl bald nach der einen, bald nach der anderen Sehnsuchtsmelodie durch die rauben Alltagsstunden. Aber es wäre besser, sie hätten es nicht nur mit dem Grübeln und Träu men zu tun, fondern sie faßten fest zu beim Tatsächlichen und Wirklichen, beim Möglichen und Erreichbaren. Die Spannung zwischen dem„ Noch nicht!" und dem ,, Nicht mehr!" tann natürlich nicht durch ein paar klingende Worte gelöst werden. Um jo mehr hilft die ruhige, tägliche Pflichterfüllung und das damit verwandte realidealistische Hoffen. Erkrankungen nach dem Genuß nicht frischen Hackfleisches vielfach beobachtet. Aus diesem Grund ist in den Fleischverkaufsordnungen das Verbot enthalten, Hackfleisch während der wärmeren Jahreszeit auf Vorrat herzustellen und feilzuhalten und vorgeschrieben, daß solches Fleisch bei Bedarf stets frisch zu bereiten ist. Die Polizeiorgane sind angewiesen worden, die Durchführung dieser Vorschrift genau zu überwachen. Die Bevölkerung wird auf die Gefahren ausdrücklich hingewiesen, die mit dem Genuß nicht frischen Hackfleisches, insbesondere von Pferden, verbunden sind, und es wird empfohlen, nur solches Hackfleisch zu kaufen, das vor den Augen des Käufers frisch zubereitet wird. ⭑ Kirchen- Gesangvereins- Jahresfest. Die evangelischen Kirchen- Gesangvereine des Defanats Gießen halten am Sonntag, den 25. Mai, ab nachmittags 2 Uhr, in Kloster Arnsburg bei Lich ihr Jahresfest ab. Der Festgottesdienst ist um 2 Uhr und wird von Herrn Pfarrer Hartmann- Alten- Bused ge= halten. * Tagung der Hessischen Handwerkskammer. Die Hessische Handwerkskammer hält ihre diesjährige Hauptversammlung am tommenden Montag im Stadtratssaal in Darmstadt ab. Neben zahlreichen Berufsfragen, der Lehrlingsausbildung usw. stehen auf der Tagesordnung die Rechnungsablage 1928 und der Voranschlag für 1930. Nr. 41. Aus Rah und Fern. Bahnwünsche aus dem Vogelsberg. Hartmannshain. Die Verbindung Frankfurts mit dem hohen Vogelsberg bedarf noch einiger Verkehrswünsche. Go die Frage der Sonntagsfarten von Hartmannshain nach Frankfurt. Von Frankfurt aus beschließt man diese Vergünstigung bereits seit längerer Zeit, während Hartmanshain, das doch auch Interesse am Verkehr mit der Mainstadt hat, noch hierauf wartet. Gewünscht wird ferner auch, daß der lange Aufenthalt der Vogelsbergzüge in Vilbel, Altenstadt, Heldenbergen, Stod heim und Gedern etwas abgekürzt werde. Der Bahnbau Birstein Hartmannshain als Fortsetzung der Wächtersbach- Birsteiner Kleinbahn nähert sich seinem Beginn. Harbach( Kr. Gießen). Zur Feldbereinigung der Gemarkung liegt der Kommissionsbeschluß vom 20. Februar ds. Js., Ziff. 7, bis zum 29. Mai 1930 auf der Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Jlbeshausen( Kreis Lauterbach). Der Kriegerverein be geht am 31. Mai und 1. Juni sein 40. Stiftungsfest, verbun den mit dem Bezirkskriegerfest des Bezirks Herbstein der Kriegerkameradschaft„, Hassia". Ein neuer Sprudel in Bilbel. Bilbel. In Vilbel wurde ein neuer Sprudel erbohrt, der ausgezeichnetes tohlensäurehaltiges Wasser zutage fördern soll. Die Neubohrung ist auf preußischer Seite. Darmstadt. Der Oberbürgermeister veröffentlicht einen Aufruf anläßlich der 600- Jahrfeier der Stadt und bittet um Spenden für die Künstlerhilfe. Lampertheim. Der Ortsgewerbeverein feiert am 24. Mai sein 25jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß wird eine Gewerbeausstellung vom 24. bis 29. Mai veranstaltet. Dreieichenhain. Eine Burgbeleuchtung mit Brillantfeuerwert wird Samstag, 31. Mai, durchgeführt. Bei ungünstiger Witterung ist Verschiebung auf acht Tage später. Bingen. Ein Bismardtag wird am 13. und 14. September hier auf der Luisenhöhe abgehalten. Rüdesheim. Die nächste Umgebung des Niederwalddentmals ist immer noch so verwüstet wie unmittelbar nach der Abberufung durch die französischen Förster, Reichstagsanfragen sollen das bessern. Eine Diebesbande in Frankfurt a. M. verhaftet. Nahezu ein Jahr lang haben mehrere Arbeiter eines Frantfurter Werkes planmäßig Autoteile gestohlen und mit Hilfe von Hehlern gut verkauft. Mehr als 1600 Zündkerzen gingen den unehrlichen Weg. Im Zusammenhang damit hat die Polizei jezt 7 Personen verhaftet. Oberursel. Eine Industrie- und Gewerbeschau findet in Verbindung mit der 80. Hauptversammlung des Gewerbevereins für Nassau vom 14. bis 17. Juni statt. Koblenz. Die diesjährige Bundestagung des Deutschen * Hessischer Jugendfeiertag. Der hessische Minister für Kultus und Bildungswesen hat angeordnet, den diesjährigen Jugendtag nicht wie üblich am 24. Juni, sondern am 1. Juli Offiziersbundes findet vom 25. bis 28. Mai in Koblenz statt. stattfinden zu lassen und ihn unter den Gesichtspunkt der Rheinlandbefreiung zu stellen.Y Hessische Evangelische Bereinigung. Die Hessische Evangelische Vereinigung( Friedberger Konferenz) wird am Dienstag vor Pfingsten, 3. Juni, nachmittags 2 Uhr, im Hospiz Kronenhof, Frankfurt a. M., Scharnhorststraße, ihre diesjährige Hauptversammlung halten Im Mittelpunkt der Tagung steht die wichtige, die firchliche Deffentlichkeit auch bei uns stark be= wegende Frage des irgendwie gearteten Zusammenschlusses der evangelischen Landeskirchen von Hessen- Darmstadt, HessenKassel, Hessen- Nassau, Frankfurt und Waldeck. In den kompli= zierten Fragenkomplex werden zwei Kenner einführen: die Herren Universitäts- Professor D. Cordier Gießen und Landesfirchenrat D. Waiz Darmstadt. Es gibt Dinge, die nicht zu ändern sind, und mit denen man sich schließlich abfinden muß. Das Vergangene läßt sich niche wiederbringen. Frische, strahlende Jugend wenn sie einmal vorüber ist, dann ist sie vorüber. Will ein Welterer oder Alter durch künstliche Mittelchen allerlei Jugend vortäuschen, so wirkt das allgemath lächerlich. Aber der Alternde braucht noch nicht ein nuzlo es Wrad zu sein. Und wiederum, sammlung statt. wer noch nicht die Lebenshöhe erflomm, wer noch nichi seine Gaben und Gräfte entfalten fonnte, dem braucht nicht gleich angst und bange zu werden, als gelänge es nun überhaupt nicht gelang ihm nach langwieriger und saurer Arbeit zunächst seine Augenbinde abzustreifen und die Fesseln zu lösen. Die Pferde standen in einiger Entfernung vom Wagen abgehängt und hat ten Futter zum Fressen vorliegen. Da die Aussagen des PostilTons und seines Begleiters vor dem Landgericht zu Gladenbach über den Hergang der Tat sich teilweise widersprachen, wurden beide zunächst in Haft behalten. Vorstehende Schilderung ist den Erzählungen von E. Ewald und J. Brumm„ Der Postraub in der Subach" entnommen. Die letztere erschien 1901 in der Zeitschrift ,, Nassovia" zu Wiesbaden. In dem Schlußkapitel derselben wird die Hinrichtung der Räuber auf dem Marktplatz zu Gießen erzählt; es sei an dieser Stelle im vollen Wortlaut abgedrudt. Inwieweit die mündliche Ueberlieferung einer Zuschauerin richtig steht, daß bei der vorlegten Enthauptung der Sohn des Scharfrichters, der die Prozedur vollzogen haben soll, gezittert und fehlgeschlagen, so daß ihm darauf der Vater einen Badenstreich gegeben und die beiden letzten Delinquenten selbst enthauptet habe, vermag vielleicht einer der Leser anzugeben. Ebenso eine mündliche Mitteilung, daß die Prozedur auf dem Trieb stattgefunden hat. Es war ein trüber Herbsttag, der 7. Oktober 1824, der Tag, welcher zur Vollstreckung des Urteils bestimmt worden war. war. Ein undurchdringlicher Nebel lagerte über der Lahnstadt Gießen, die heute als Reiseziel Tausender von Bewohnern der Provinz Oberhessen und des hessischen Hinterlandes auseriehen In den Straßen der Stadt war faum durchzukommen, so dicht stand die Menge. Von der Neugier getrieben, wollten alle dem tieftraurigen Schauspiel zusehen, das auf dem Marktplay der Stadt sich vollziehen sollte. Bereits einige Tage vorher war der Kriminalrichter Danz im Gefängnis erschienen, um den ängstlich harrenden Verurteils ten von dem traurigen Geschick, das ihnen berorstand, Kenntnis M = * Verein Volkshochschule e. V. Am Mittwoch, den 28. Mai, abends 8 Uhr, findet in der Oberrealschule eine Mitgliederver* Eisenbahnverein. Die diesjährige Vereinsausflüge fin den am 1. Juni und 6. Juli nach Koblenz statt 3ur Mitfahrt berechtigt sind nur die Mitglieder und ihre Angehörigen. zu geben. Zu dem Zwede wurden die Verurteilten in den Gerichtssaal geführt, ihre Fesseln wurden gelöst und ein militärischer Ring um sie geschlossen. Der Richter trat vor; langsam entfaltete er das Blatt, erwartungsvoll hingen die Blicke der Verbrecher am Munde des Il hingen die Blide Richters. 24 Stunde In gedämpftem Tone sprach er: In 3 mal 24 Stunden werdet Ihr durchs Schwert vom Leben zum Tode gebracht; be= reitet Euch darauf vor und söhnt Euch mit Gott und den Menschen aus." Waren sie noch mit dem Hoffnungsgedanken eingetreten, der Landesfürst fönne Gnade für Recht ergehen lassen, so drüdte einige, nachdem sie die nackte Wahrheit erfahren, der Schmerz so sehr darnieder, daß sie am ganzen Leibe zitterten; anderer bemächtigte sich die Wut der Verzweiflung. Jakob Geiz stürzie sich wie ein Rasender auf den Richter, und bloß mit Mühe gelang es, ihn von einem neuen Verbrechen abzuhalten. Sie wurden zurüd in ihre Zellen gebracht und verbrachten die drei Tage, die ihnen noch zugestanden waren, im Beisein mehrerer Geistlichen. Stadtpfarrer Dr. Engel, Inspektor Brummhardt aus Langgöns und Pfarrer Stard aus Ostheim spendeten ihnen den Trost der Religion So tam der letzte Tag, die letzte Stunde ihres Lebens heran. Auf dem Marktplatze stand das Schaffot, con Soldaten umgeben, hinter welchen die Volksmenge Ausstellung genommen haite. Auf dem Turm der Stadtkirche schlug es eben 8 Uhr. Ein schwarz behängter Tisch wurde in die Schranken getragen und sechs schwarz umhüllte Stühle an denselben gestellt. Bald darauf erschien Kriminalrichter Danz mit zwei Gerichtssekretären und den Verteidigern der Verurteilten. Er gebot Ruhe, und bald herrschte lautlose Stille. In kurzen ZüBad Ems. Das 30. mm für Gelehrte und Künstler in Bad Ems sieht am der zehnjährigen Wiederkehr seines Bestehens entgegen. Das Heim, ein der Preußischen Domänenverwaltung gehörendes und einzig im Kurpart ge> legenes Haus ist dem Verein von Herrn Minister Braun am 30. Mai 1920 als Anstaltsgebäude überwiesen worden. Aufgenommen werden minderbemittelte oder in wirtschaftliche Not geratene furbedürftige Akademiker, Schriftsteller, Journalisten, Philologen, Juristen, Aerzte, Zahnärzte, Apotheker, Ingenieure, Architekten, Chemiker, Lehrer sowie Künstler ohne Unterschied des Bekenntnisses. Der Pensionspreis beträgt 5 bis 7 RM. ie nach der Wahl des Zimmers. Aufnahmegesuche sind an den Vorstand zu richten.. Kloster Eberbach( Rheingau). Die vor wenigen Jahren aus freier Wildbahn in einem geräumigen Wildzwinger" in der Domänen- Kellerei Kloster Eberbach eingesetzten Wildschweine haben in diesem Jahre wieder ansehnlichen Familienzuwachs Don 11 munteren Frischlingen erhalten. Für jeden Naturfreund und Tierliebhaber ist es eine Freude, das lebhafte Gebahren diefer jungen Tiere zu beobachten. Der jetzt 4jährige Eber hat sich gen gab der Richter ein Bild des verwegenen Raubzuges und legte die Gründe dar, die zu dem Urteil geführt, das nunmehr vollstreckt werden sollte. Inzwischen mahnten dieGeistlichen die Gefangenen zu ernster Reue angesichts des nahen Todes und empfahlen sie unter herzlichen Gebeten der Gnade Gottes. Nachdem das heilige Abendmal genommen, verließen sie die Geistlichen auf turze Zeit. Es schlug 9 Uhr, da erschien das Militär im Gefängnishof. Die gefesselten Verbrecher wurden herausgeführt, und unter dem Geläute des Armefünderglöckleins schritt der traurige Zug langsam der Richtstätte zu. Nachdem sie dort angekommen und entfesselt worden waren, stellten sie sich Hand in Hand an der Längsseite des Tisches auf, und der Richter rief ihnen nochmals ihr Verbrechen ins Gedächtnis und sagte ihnen, daß die Todesstunde gekommen fei. Aus der Lade des Tisches zog er alsdann ihre Todesstäbe hervor, zerbrach einen nach dem anderen und warf ihnen die Stüde zu Füßen. er Richter, ,, So", sprach der Richter,„ Henker walten Sie ihres Amtes." Nochmals fnieten die Verurteilten nieder, flehten Gott um Gnade an und schwankten dann aufs Schaffot. Ader war der erste, der gerichtet wurde; ihm folgte Wege, der ruhig den Todesstreich empfing. Hierauf tam die Reihe an Jakob Geiz. Fest umschlungen ein erlag er in den Armen seines Vaters und Bruders greifendes Bild und nahm Abschied von ihnen; dann fiel sein Haupt und wenige Augenblicke später das feines Bruders. Zuleti bestieg tränenden Auges, vom Schmerz übermannt, taum noch Herr seiner Sinne, der alte Hans Jakob Geiz das Blutgerüst, um das alte Haupt auf den Bod zu legen, auf dem er eben seine Kinder hatte verbluten sehen. Still ging die Menge auseinander. Samstag, den 24. Mai 1930. zu einem recht ansehnlichen Keiler mit Respekt einflößenden Hauern entwidelt. Es ist interessant, die sonst so scheuen nt, die Tiere aus nächster Nähe beobachten zu können. Beim Winken aus dem Zuge schwer verunglückt. Hirschhorn, 22. Mai. Als in der Nähe von Hirschhorn der 25 Jahre alte Rheinschiffer Weyrauch aus Eberbach vom Zuge aus einem Bekannten zuwinkte, wurde ihm durch einen vorbeifahrenden Schnellzug( aus Würzburg) der eine Arm, und zwar leider der rechte, vom Ellenbogen ab weggerissen und auf das Gleis geworfen. Die Braut des Verunglückten war Zeuge des gräßlichen Geschehnisses. Deutscher Aerztetag in Kolberg. Alljährlich in der letzten Juniwoche versammeln sich die ärztlichen Spitzenverbände zu einer Jahrestagung und zwar in diesem Jahr im Ostseebad Kolberg. Zunächst wird sich der| Der Mißbrauch der Krankenkaffen. Wenn das deutsche Volk jett, zum ersten Male nach dem Zusammenbruch, entschlossen den Versuch unternimmt, sein Haus in Ordnung zu bringen, so darf dabei natürlich eine gründliche Reform unserer Sozialbersicherung nicht fehlen, die unseren Haushalt mit ständig steigenden Ausgaben belastet und durch die übermäßige Ausdehnung des von ihr erfaßten Personenkreises wie durch Anreizung zu allerhand im System liegenden Mißbräuchen die Arbeitsmoral der Nation untergräbt. Das gilt neben der Arbeitslosenversicherung, die im letzten Jahre ja die öffentliche Aufmerksamkeit besonders intensiv beschäftigt hat, vor allem von der Krankenversicherung. Die von Kranfenkasser und Versicherungsbehörden veröffentlichten Statistiken über das Ergebnis von ärztlichen Nachuntersuchungen frankgeschriebener Arbeitnehmer sprechen in dieser Hinsicht eine überaus deutliche Sprache. So wurden, wie die Denkschrift deutscher Arbeitgeberberbände über die Reform der Sozialversicherung mitteilt, bei einer Krankenkasse in Mitteldeutschland 4319 Patienten zur Nachuntersuchung bestellt. Von diesen meldeten sich nach angeordneter Nachuntersuchung vorher 1116 Patienten arbeitsfähig; 986 Patienten wurden bei der Untersuchung arbeitsfähig befunden; 238 Patienten erschienen überhaupt nicht zur Nachuntersuchung und nur 1348 Patienten wurden als arbeitsunfähig erklärt, 102 zur Krankenhausbehandlung, 529 zu Erholungskuren vorgeschlagen. Von den 4319 zur Nachuntersuchung bestellten Personen, die sämtlich als arbeitsunfähig geschrieben waren und Krankengeld bezogen, verblieb also bei der Nachuntersuchung nur der geringere Teil, nämlich 1979 Patienten arbeitsunfähig, bei dem größeren Teil wurde festgestellt, daß er zu Unrecht die Leistungen der Krankenkasse bezogen hat. In einer westdeutschen Krankenkasse haben sich von insgesamt 609 zur vertrauensärztlichen Nachuntersuchung vorgeschlagenen Patienten nicht weniger als 242 sofort gesund gemeldet oder auf Erscheinen überhaupt verzichtet; 174 sind vom Arzt erwerbsfähig befunden worden, 31 wurden zur Beobachtung dem Krankenhaus überwiesen und nur 154 oder 35% der Vorgeladenen waren wirklich arbeitsunfähig, d. h. sie bezogen zu Recht die Leistungen der Kasse. Aehnlich sind die Ergebnisse des Landesverbandes braunschweigischer Kranfenfassen Hier wurden von den Vorgeladenen nur 35% als arbeitsunfähig erkannt. Es liegt im Interesse des deutschen Volkes und gerade im Interesse der deutschen Sozialversicherung selbst, daß diese Zustände mit allen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpft werden, umsomehr als auch das Ausland be,, Gießener Zeitung" Hartmannbund, die wirtschaftliche Organisation der Deutschen Aerzteschaft, mit der bevorstehenden Gesezesnovelle zur Reichsversicherungsordnung befassen. Arbeitgeber, Krankenkassen und andere Interessenten haben schon ihre Wünsche geäußert. Nunmehr werden auch die Aerzte, die unentbehrlichen Mitarbeiter der deutschen Sozialversicherung, dazu Stellung nehmen. Sodann wird sich der Deutsche Aerztevereinsbund, die allgemeine Standesorganisation mit den Fragen der medizinischen Ausbildung und der Abänderung der ärztlichen Prüfungsordnung beschäftigen. Die leitende Absicht dabei ist, wie man den tüchtigen Allgemeinarzt mit einer guten Ausbildung auf allen Gebieten schaffen kann, ohne dieses Ziel durch eine zu eingehende Spezialisierung schon während des Studiums zu gefährden. Des weiteren wird die Frage der öffentlichen Gesundheitsfürsorge erörtert werden. ginnt, diese Borgänge mit der Wachsamkeit zu beobachten, zu der schließlich ein Gläubiger seinem Schuldner gegenüber eine gewisse Berechtigung hat. Insbesondere beschäftigt sich die medizinische Fachpresse Frankreichs zurzeit sehr lebhaft mit der Nüglichkeit oder Schädlichkeit der obligatorischen Krankenversicherung unter Hinweis auf deutsche Beispiele. Der frühere Doyen der medizinischen Fakultät der Universität Straßburg, Dr. Weiß, äußert sich hierzu ausführlich im Pariser Temps Nr. 24949 und weist unter Anführung zahlreicher Beispiele und städtischer Erhebungen auf die Mißbräuche hin, die nach ihm zugegangenen Berichten in Deutschland bei den Krankenkassen vielfach getrieben würden. Er kommt dabei zu folgenden Schlußbemerfungen: Ich habe die Wahrnehmung gemacht, daß viele Personen, die in der Oeffentlichkeit für die Kranfenfassen eintreten, sich in Privatgesprächen viel zurückhaltender äußern und freimütig zugestehen, daß die Krankenkassen wohl das stärkste Antriebsmittel zur Unehrlichkeit darstellen, das man je ersonnen." Wenn das Wissell'sche Wort von der Weltgeltung deutscher Sozialpolitik" wirklich Wahrheit werden soll, so muß hier Abhilfe geschafft werden. 3 " Der Apfel als Heilmittel. In der Krankenküche und in der Kinderernährung hat sich der Apfel einen angesehenen Plaz erobert. Seine vielfache Verwendungsmöglichkeit und leichte Verdaulichkeit, vor allem aber der erfrischende appetitanregende Geschmack machen ihn zum unentbehrlichen Bestandteil jeder neuzeitlichen Diät. Sein Vitamingehalt, seine Mineralstoffe ergänzen die unzulänglichen Mehlund Kartoffelspeisen glücklich. Vor allem sind Aepfel durch den großen Gehalt an Arsen und Phosphor besonders bei Bleichsucht und Blutarmut sehr zu emp= fehlen. Infolge seines Phosphorgehaltes wirkt der Apfel anregend auf das Hirn. Daher sollen Kopfarbeiter bei eintretender Ermüdung solche Früchte zu sich nehmen. Sie enthalten in der Tat Aufbausalze. Auch den Gichtikern kann ein reichlicher Genuß von Aepfeln ge= raten werden, da der Saft infolge seines Basengehaltes den Abtransport von Harnsäure begünstigt und die Ablagerung verhindert. Heute schaltet man ganze Apfelkompottage in den Diätplan zahlreicher Stoffwechselfrankheiten ein. So hat Jagie, Wien, mit wöchentlich 2-3 Kompottagen bei Nierenentzündung, Wassersucht und Herzinsuffizienz sehr schöne Erfolge erzielt. Er läßt 1,5 Kilogramm Aepfel roh und geschält gewogen in üblicher Weise als Kompott zubereiten und mit soviel Zucker süßen, wie der Patient, ohne Widerwillen Polflug 1931 unter neuer Führung. Nr. 41. In Oslo teilte der Berliner Professor Georg Wegener, der an der Beisetzungsfeier für Fridtjof Nansen teilnahm, Pressevertretern mit, daß der Polflug des Luftschiffes„ Graf Zeppelin", der für das nächste Jahr vorgesehen ist, nunmehr statt von Fridtjof Nansen von Kapitän Sverdrup geleitet werden solle. Ein Mekkadampfer in Flammen. Paris. Jm Roten Meer geriet der französische MekkaPilgerdampfer, Asia" in Brand und verbrannte vollkommen, trotzdem auf drahtlose Hilferufe eine Reihe von anderen Schiffen zur Hilfe herbeigeeilt sind. 500 türkische und asiatische Mekka- Pilger werden vermißt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. gegen den Genuß zu bekommen, vertragen kann. An den übrigen Tagen kann die Kost liberaler sein. Einzelne Mahlzeiten, durch Aepfel ersetzt, oder auch ein wöchentlicher Apfeltag in den Diätplan des Fettleibigen eingeschaltet, können wirkungsvoll die Entfettungstur unterstüßen. Anstelle der früher so beliebten und rigorosen Hungerkuren kann ohne Bedenken der Apfel, roh und ungesüßt, in unbeschränktem Maße gestattet werden. Er füllt und sättigt und befriedigt den Geschmackssinn, ohne kalorisch in die Wagschale zu fallen. Sein Zellulosegehalt wirkt der bei Mehl-, Milch-, Eier- und Fleischgerichten leicht eintretenden Darmträgheit wirkungsvoll entgegen. Vielfach ist die Ansicht verbreitet, daß das Kerngehäuse nicht mitgegessen wer= den dürfe. Das ist aber irrig; denn gerade die im Kerngehäuse enthaltene Kieselsäure dient zum Aufbau der Haare und Zähne und erhöht, wie neuere Untersuchungen lehren, die Widerstandsfähigkeit der Gewebe, besonders der Lunge. Wir können unseren Zähnen keine größere Wohltat erweisen, als daß wir möglichst viel und möglichst regelmäßig Aepfel essen. Beim Kauen werden die genannten Fruchtsäuren frei und gelangen in die tiefsten und verborgensten Spalten der Zähne, wohin auch die beste Zahnbürste nicht kommt. Durch dieses Eindringen der Fruchtsäuren in die kleinsten Lücken und Zwischenräume werden die Zähne von den Fäulniserregern, welche die Zahnkrankheiten verursachen, gründlich gereinigt, während gleichzeitig das Fleisch der Früchte wie eine Zahnbürste wirkt, indem es die klebrigen Stoffe, welche an den Zähnen bei Mehlnahrung und Süßigfeiten haften bleiben und durch Gärung und Säurebildung den Zahnschmelzerstören, hinweggescheuert. Die aus alter Erfahrung hervorgegangene Sitte und Gewohnheit, nach den Mahlzeiten Aepfel zu essen, ist daher vom physiologischen Standpunit aus als richtig und zweckmäßig zu bezeichnen. Die in dem Apfel, wie überhaupt in den Früchten vorhandenen Nährsalze bieten dem Organismus die Stoffe, die für den Aufbau der Zähne notwendig sind. Südländische Naturvölker, die in der Hauptsache von Obst und Früchten leben, haben durchweg vorzügliche Zähne; Zahnstein Fäule und Hohlwerden der Zähne und andere Zahnkrankheiten der Kulturvölker sind bei ihnen so gut wie unbekannt. Aus allen diesen Gründen ist auch der Apfel, den wir das ganze Jahr hindurch in seinen verschiedenen Sorten zur Verfügung haben, eine ausgezeichnete Zugabe zu dem Frühstück unserer Schulkinder. Er ist ein bewährtes Mittel gegen alle förperlichen Anstedungsgefahren, wie schon das aus Amerika bekannte Sprichwort sagt:„ Der tägliche Apfel verscheucht den Arzt." Peter's Union Motorrad- u. Fahrrad- Reifen Hausfrauen! Achtung! Wir fuchen verkäufl. Hauser Seit kurzem ist ausländisches Siede- jed. Art zwecks Unterbreitung an Kaufinsalz im Handel. Die Herkunft des Salzes teressenten. Nur Anwird der Verbraucherschaft verschwie- gebote v. Selbsteigengen, auch hat diese keinen preislich. Vorteil Vermietungs- und VerDeshalb: Hausfrauen! 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