Nr. 66. 1. Landwirt hwere Ber tagen hier 0000 Mart Beginn der Berlin. Die sviertel an g gestellt. Wahl eines andidat de mer, 1009 eggermeister ner gewählt ähen sein. en aus dem in dem be aretten und wei auslän ge gesuchter Der im Ver rd begangen wurde bein B hergestell er, indem sie fall geistign genüber den ngenen Jahr Jahre nu t feierte der Buchdruckerei estehen dur sich mit den it seit Grün tichen Prei getroffen, de wurde. Montag hier Rassau. Prof. Dr. Peipzig 6.1. ph, der als Reichspartei den Mei itiffes Glau en Wirtschaft Herrschaft des age dem Ge bürgerlicher dische Gliede erpartei eine tische Bürger im Stande i des Sozialis zuerobern. Organijali bis 21. G vertichaftsbu Deffentli GDA 19 Sericht, fonden in Beitrag njerer Zeit in dem me -Jahrmar ndere Beitri gleich Heft nach der Tage ten Welt,& ng des dem de angepa in Gießen 000 RM auch geteilt, m. bil. Bins e 1. Sypothel 6. Auch auf e 11. H. Habo in Ka ändifcheftr. einj, reell., .Nebengejat u. Anleifg g t, Dingilinges, R Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundichan. Das Reichskabinett verabschiedete am Mittwoch unter Vorsitz des Reichskanzlers den Entwurf eines Wahlgesetzes. Das Reichskabinett beriet am Freitag wieder über die Kartellfrage. Die Verhandlungen zwischen Vertretern der deutschen und der dänischen Regierung über die dänische Viehausfuhr nach Deutschland werden heute mittag zum Abschluß gelangen. Die Reichsliste„ Deutsches Landvolk" wird vom Parteivorsigenden Höfer, vom Minister Schiele, dem Präsidenten des Deutschen Landgemeindetages, Gereke, und vom Reichslandbundpräsidenten Sepp geführt. Reichslandbundpräsident Bethge ist aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten. An der Spitze der konservativen Liste stehen Minister Treviranus, Graf Westarp, von Lindeiner Wilda und Lambach. Der gegenwärtige Präsident des Völkerbundes hat die zum 5. September einberufene Tagung des Rates auf Montag, den 8. September, verschoben, da die vorliegende Tagesordnung ein Zusammentreten des Rates fünf Tage vor der am 10. September beginnenden Vollversammlung nicht erforderlich macht. Die Kommunisten haben in Warschau eine lebhafte Werbung entfaltet und für den 1. September große Kundgebungen vorbereitet. Der frühere bolivianische Generalstabschef, General Kundt, traf am Donnerstag in Newyork ein. Er reist sofort nach Deutschland weiter. Die Deutsch- amerikanische Betroleumgesellschaft( Dapolin) hat der deutschen Eisen- und Kohlenindustrie und den Werften Aufträge in Höhe von 30 Millionen Mark erteilt. Front der Mitte. Berlin. Die neue Front der Mitte, die unter Führung von Treviranus gebildet worden ist, und die Konservative, die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei umfaßt, hat durch Dr. Scholz an die Deutsche Staatspartei ein Schreiben gerichtet, in dem diese aufgefordert wird, den Aufruf zu unterzeichnen, der die Unterschriften der Konservativen, der Deutschen Volkspartei und der Wirtschaftspartei trägt. Der Kern des Aufrufes ist die Feststellung, daß die unterzeichneten Parteien bei voller Aufrechterhaltung ihrer politischen und organisatorischen Selbständigkeit auch im fünftigen Reichstag für eine parlamentatische Zusammenarbeit zur Durchführung des vom Reichspräsidenten begonnenen Reformprogramms Sorge tragen wollen. Anfang Oktober Rheinlandbesuch Hindenburgs. Gegenüber den widersprechenden Meldungen über den durch das Koblenzer Brüdenunglück abgebrochenen Besuch des Reichspräsidenten im Rheinland, und über den vorgesehenen erneuten Besuch erfahren wir von amtlicher Stelle, daß sich an der Absicht des Reichspräsident, seinen Besuch in der Zeit zwischen dem 5. und 10. Oktober nachzuholen, nichts geändert hat. Es steht zu erwarten, daß in dieser Zeit der Reichspräsident jenen Städten einen Besuch abstatten wird, die er bei seiner früheren Rheinlandreise nicht berühren konnte. In welcher Reihenfolge der Besuch vor sich gehen wird, steht bisher noch nicht fest. Die Reichsbahn vergibt für 300 Millionen neue Aufträge. Der Reichsverkehrsminister hat die vom Reichskabinett ge= wünschte Eingliederung der Deutschen Reichsbahn in das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung mit Erfolg durchgesetzt. Die Reichsbahn hat sich bereit erklärt, tunlichst noch im Jahre 1930 für 350 Millionen neue Aufträge herauszubrin= gen. Ein Teil der zur Finanzierung des ausgedehnten Reichsbahnbeschaffungsprogramms erforderlichen Geldmittel ist durch Begebung von 6prozentigen Reichsbahnschatzanweisungen aufgebracht worden. Die Emission der Reichsbahnschätze ist nicht nur boll geglückt, der zur öffentlichen Zeichnung aufgelegte Betrag wurde fast zu 50 Prozent überzeichnet. Damit ist die Reichsbahn in die Lage versetzt worden, die bisherige scharfe Drosselung ihrer fachlichen Aufwendungen einzustellen. Neue Aufträge sind bereits vergeben und umfangreiche zusätzliche Arbeiten in Angriff genommen. Die Art des von der Deutschen Reichsbahn in enger Fühlung mit dem Reichsverkehrsministerium aufgestellten Arbeitsbehaffungsprogramm wird eine fühlbare Belebung des Arbeitsmarktes und damit eine wesentliche Linderung der Arbeitslosigleit zur Folge haben. Bayern ohne Regierung. München. Mit einer Mehrheit von 4 Stimmen hat der Bayerische Landtag Mittwoch den sozialdemokratisch. Antrag auf Aufhebung der Schlachtsteuer- Notverordnung angenommen. Das Kabinett Held erklärte darauf geschlossen seinen Rücktritt. Der Führer der sozialdemokratischen Fraktion wurde vom LandtagsPräsidenten ersucht, binnen zehn Tagen Vorschläge für die Bildung einer neuen Regierung zu machen. ( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 23. August 1930 Bayern verklagt das Reich wegen wirtschaftlicher Benachteiligung. Die bayerische Regierung hat beim Staatsgerichtshof Klage gegen das Reich auf Erhöhung der Lokomotivquote von 4,91 Prozent auf 10,48 Prozent gestellt. Die Klage Bayerns stützt sich auf die im Eisenbahnvertrag mit dem Reich enthaltene Bestim= mung über die Vergebung von Aufträgen der Reichsbahn und ist veranlaßt durch die ergebnislosen Verhandlungen der Länder Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden auf Erhöhung ihrer Quoten auf 8 Prozent bezw. 4,8 Prozent, 2,7 Prozent und 3,0 Prozent, was einer Ermäßigung der preußischen Quote um 6,89 Prozent, auf 81,5 Prozent gleichgekommen wäre. Die polnischen Grenzverlekungen. Berlin. Nachrichten von einer neuen Verletzung der deutschen Grenze bei Flatow durch ein polnisches Flugzeug werden von zuständiger Stelle in Berlin bestätigt. Das Auswärtige Amt wird auch in diesem Falle nachdrücklich Einspruch erheben. In den beteiligten Ressorts wird man jetzt, wie von zuständi ger Stelle mitgeteilt wird, ernstlich überlegen, was geschehen soll, um die trotz der polnischen Versprechen fortdauernden Grenzverletzungen endgültig zu unterbinden. Dr. Curtius reist nach Genf. Berlin. Wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, wird Reichsaußenminister Dr. Curtius Deutschland auf der Genfer Ratstagung sowohl als auch auf der Völkerbundsversammlung vertreten. Ministerialdirektor Dr. Gaus wird ihn voraussichtlich begleiten. Wechsel der Heeresleitung. Bon Hene zu Hammerstein. Berlin, 22. 8. Man nennt als Nachfolger des Generals Heye bereits den Chef des Truppenamts im Reichswehrministerium, Generalmajor Freiherr von Hammerstein- Enquard, und zwar soll der Wechsel spätestens nach den Herbstmanövern im November oder Dezember erfolgen. Generalmajor von Ham merstein ist ein Schwiegersohn des Generals von Lüttwitz, des Generals aus dem Kapp- Putsch, hat aber trotzdem gegen das Kapp- Unternehmen entschiedenen Widerstand geleistet und wurde sogar auf Befehl seines eigenen Schwiegervaters verhaftet. Er hat dann später die schwierige Aufgabe gehabt, die Reichswehr in den ganzen Fememordprozessen zu vertreten und hat dabei jede Beziehung zur„ Schwarzen Reichswehr" abgelehnt. Man nennt ihn einen der flügsten und gefälligsten Offiziere der Reichswehr, etwa von dem Typ von Seedts. Englands Sorge um die Thronfolge. London. Die Herzogin von York ist Donnerstag von einer Tochter entbunden worden. Mutter und Kind befinden sich wohl. Bis zur Geburt eines Sohnes bleibt somit die vierjährige, älteste Tochter des Herzogspaares von York nach dem Herzog von York die Anwärterin auf den englischen Thron. In England ist allgemein die Auffassung vertreten, daß der Prinz von Wales vorzieht, Junggeselle zu bleiben, womit er nach dem englischen Hausgesetz automatisch von der Thronfolge ausgeschlossen ist. Internationales Luftverkehrsabkommen vorgesehen. Washington. Das Staatsdepartement gibt bekannt, daß es mit England, dem irischen Freistaat, der Südafrikan. Union, Australien, Neuseeland, Frankreich, Deutschland, Italien und Holland Verhandlungen über den Abschluß eines Luftverkehrsabkommens auf Gegenseitigkeit eröffnet habe. Dieses Abkommen solle das Recht zur Ueberfliegung dieser Länder durch Handelsflugzeuge regeln. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 67 Wahlparole: Sparen! ,, Neben Arbeit und Vermehrung der Produktion ist es eiserne Sparsamkeit, die wir zur Rettung benötigen. ,, Parcimonia magnum vectigal" sagt schon Cicero: Sparsamteit ist eine gzcze Einnahme! Anfangen müssen vor allem Reich, Staaten und Kommunen mit einem rücksichtslosen Abbau alles nicht zum Leben unbedingt Notwendigen. Nur ein Phantast wird sich ein bilden können, daß wir den Vorkriegsstand auch nur annähernd aufrechterhalten können; wir müssen ihn sogar tief unterschreiten. Jeder einzelne muß aber auch seine Anforderungen an die Leistungen von Staat und Gemeinde in jeder Hinsicht auf das allerbescheidenste Maß zurückschrauben; es muß in allem gespart werden, auch in Schul- und Bildungswesen, so hari uns das auch vorkommen mag. Wir müssen uns zu der alten Kulturhöhe allmählich wieder heraufarbeiten und heraussparen. Alle öffentlichen Einrichtungen müssen so gestaltet werden, daß dem Staatsbürger alle überflüssigen Kosten erspart bleiben; das gilt auch für die Kommunen bis zum Bestattungswesen und bis zur Reinigung der Schornsteine." - Diese Säge stehen in einem Aufsatz aus meiner Feder, den vor rund sieben Jahren die D. B.- 3.( Nr. 208 vom 6. u. 7. September 1923) gebracht hat. Der Artikel, der die Ueberschrift ,, Sparen!" führte, war mein erster Beitrag für die D. B.- 3. Seine Ausführungen haben, wie es in einer redaktionellen Note in Nr. 219 vom 19. September hieß, damals großes Aufsehen erregt, wovon die täglich eingehenden Aeußerungen zeugten. Sieben Jahre sind seitdem verflossen eine lange Zeit! Und trotzdem sind die oben ausgesprochenen Forderungen noch ebenso zeitgemäß wie damals. Freilich erregt man heute nicht mehr großes Aussehen, wenn man sie erhebt. Nicht umsonst hat sich die öffentliche Hand fieben lange Jahre hindurch über die vom ge= sunden Menschenverstand diktierte Forderung eiserner Sparsamfeit und der Anpassung an die Verarmung des deutschen Volkes hinweggefegt. Die zügellose Ausgabenwirtschaft hat inzwischen in einem fürchterlichen Dalles geendet. Der unerträgliche Druck der Steuern und Soziallasten hat die Wirtschaft ausgehöhlt und in steigendem Maße deutsches Kapital ins Ausland getrieben, das den Zusammenbruch der überlasteten deutschen Wirtschaft be= fürchtet. Wie die Wirtschaft, so schrumpfen auch die Erträgnisse der Steuern ein und reichen nicht mehr aus, die immer größer werdenden Löcher in den Budgets der öffentlichen Hand auszufüllen. Reich, Länder und Gemeinden kommen aus den Kassennöten nicht heraus und müssen, um die Gehälter bezahlen zu können, auf die Bettelreise nach Ueberbrückungskrediten gehen. Durch die Notverordnung der Reichsregierung ist nur eine Galgenfrist gewonnen, aber nicht der drohende Abgrund geschlossen worden. Kein Wunder, daß immer weiteren Kreisen ein Verständnis dafür aufgeht, daß es so nicht weitergehen kann, und daß endlich einmal mit der Sparsamkeit Ernst gemacht werden muß. Der Topf ist leer! Der horror vacui geht im Lande um und ernüchtert die Geister. A light purse makes a heavy heart. Der Leichtsinn verfliegt vor dem leeren Beutel. Reichskanzler Dr. Brüning, der an verantwortlicher Stelle das Elend und die Gefahr in ihrer ganzen Schwere erlebt, hat in einer Versammlung des Provinzialausschusses der rheinischen Zentrumspartei in Köln am 8. August ein treffliches Wort gesprochen. ,, Vor jedem Wähler", so sagte er ,,, müßte am Tage der Wahl ein Plakat gehalten werden, das etwa folgende Frage enthielte: ,, Willst du sparen oder willst du nicht sparen? Wenn du sparen willst, wähle eine Partei, die dir dafür die Garantie gibt, weil nur so Deutschland gerettet werden kann! Willst du nicht sparen, dann verzichtest du auf Deutschlands Rettung!" Das ist ein rechtes Wort zur rechten Zeit, wie wir es in dieser aufrüttelnden Formulierung bisher noch nie aus dem Munde eines Mannes gehört haben, der die erste Stelle in der Reichsregierung einnahm. Dr. Brüning hat es in Hagen am 11. August nochmals scharf unterstrichen, indem er erklärte:„ Die Ertenntnis im Volke, daß nun einmal Schluß sein muß mit SteuerChristlich- sozialer Volksdienst( Evangelische Bewegung). erhöhungen, setzt sich durch. An die Stelle von Steuererhöhungen Reichstagskandidaten. Die Vertreterversammlung des Christlich- sozialen Boltsdienstes im Wahlkreis 33, Hessen- Darmstadt, hat die Nominierung ihrer Kandidaten vorgenommen. An erster Stelle steht der Arbeitersekretär Hartwig aus Berlin- Spandau, der Vorsitzende des Verbandes evangelischer Arbeitervereine Deutschlands. Dann folgt an zweiter Stelle Lehrer Greb in Mainz- Weisenau, weiterhin Schriftleiter Süß in Darmstadt, Buchhändler Schmit in Gießen, Landwirt Hauck in Gensingen und Prof. Dr. Koch in Gießen usw. Zinsverbilligung für deutsches Wintersaatgetreide Um den Absatz von anerkanntem Originalsaatgut für Wintergetreide( Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste) für die bevorstehende Herbstbestellung zu heben, hat der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Mittel zur Verfügung ge= stellt, die dazu bestimmt sind, den Zinssatz für Kredite zu senken, die sür den Bezug von anerkanntem Original- Wintersaatgetreide gewährt werden. Die Zinsverbilligung soll ausschließlich den deutschen Landwirten zugute kommen, die anerkanntes deutsches Original: Wintersaatgut kaufen; sie besteht in einer Senkung des Zinssages für Diskontkredite für die Dauer von 2 mal 36 Monaten. müssen Ersparungen treten. Wir müssen und werden zu der Einsicht kommen, daß es nicht mehr eine Aufwärtsbewegung der öffentlichen Ausgaben geben kann, sondern nur einen sichern und festen Abbau. Die Illusion der Hochkonjunktur ist zerrissen und muß zerrissen bleiben." Das ist klar und mannhaft gesprochen. Der derzeitige Reichsfanzler hat hier das Losungswort gegeben, unter dem die Parteien in den Wahlkampf ziehen müssen. Sparen! Schluß mit der : uinösen Ausgabenwirtschaft! Aber es genügt nicht, dieses Lofungswort auf die Parteifahne zu schreiben: es muß auch die eiserne Entschlossenheit vorhanden sein, diesen Programmpunkt als ersten und wichtigsten zu verwirklichen. Mit Phrasendreschen und Lufttreten ist schon genug kostbare Zeit schmählich vergeudet worden. Jetzt muß endlich gehandelt werden; auf Wochen und Tage kommt es an, nachdem man Jahre verplempert hat. Die wenn der Operation muß unverzüglich vorgenommen werden, Patient gerettet werden soll. Nicht mit Unrecht hat Dr. Brüning von ,, dem schwersten Krisenzustand gesprochen, den das deutsche Volk jetzt seit der Revolution durchzumachen hat." Es ist daher von ausschlaggebender Bedeutung, daß bei den Wahlen diejenigen Parteien gestärkt werden, die sich mit Herz und Hand zur Parole der Sparsamkeit bekennen. Jeder einsichtige Wähler, der die Größe der Gefahr erkannt hat, wird es sich angelegen sein lassen, Samstag, den 23. August 1930. nach Kräften durch Aufklärung und Werbung dazu beizutragen, und nicht einfach die Sorge dem Parteiapparat überlassen. Dies: mal muß die verdammte Wahlfaulheit unter den nichmarxisti schen Wählern überwunden werden. Wenn es gilt, das sinkende Schiff vom verderblichen Ballast zu befreien, dann darf keine Hand fehlen. ,, Gießener Zeitung" sein Parteifreund Prälat Kaas haben ihr kürzlich ihr langes Sündenregister vorgehalten und am 1. August hat in einer Versammlung der Kölner Zentrumspartei der Reichstagsabgeord: nete Gerig festgestellt:„ Die Sozialdemokratie hat in den letzten zwei Jahren den Etat so ausgehöhlt, daß das Reich kaum mehr in der Lage war, seinen Verpflichtungen nachzukommen." Die demagogische Art, wie die Sozialdemokratie den Wahlkampf führt, beweist am deutlichsten ihre völlige Unbußfertigkeit. Sie wird der so bitter nötigen Umstellung auf Sparsamkeit stets die größten Hindernisse in den Weg legen. Diese wird nur im Kampf gegen die Sozialdemokratie zu erreichen sein. Ernster Wille zur Sparsamkeit und ein Liebäugeln mit der Sozialdemokratie vertragen sich deshalb nicht miteinander. Die Einstellung der einzelnen Parteien zur Sozialdemokratie ist daher ein Punkt, der die besondere Aufmerksamkeit des Wählers bei einer Wahl beansprucht, die unter der Parole„ Sparen" steht. Bei dem jetzigen Wahlkampf wird uns wohl der altgewohnte Anblick erspart bleiben, daß sich die Parteien gegenseitig durch Versprechungen überbieten, die nachher aus dem großen Topf finanziert werden müssen. Es ist eben doch zu bekannt, daß dieser große Topf total leer ist, und jeder weiß auch, daß aus einem leeren Topf nichts herauszuholen ist. Mit maritschreierischen Zugabeversprechungen ist also wohl diesmal bei den Wählern kein Geschäft zu machen. Dieses Zugabewesen, dieses Wettbuhlen der Parteien um die Gunst der Wählermassen ist eine der wesentlichsten Ursachen für die Zrrüttung der öffentlichen Finanzen und der unerträglichen Uebersteuerung des deutschen Volkes. Es hat zu der Ausgabenwirtschaft geführt, von der Stresemann in Berlin am 29. Februar 1929 bekannte, daß sie einen nur mit Grauen erfüllen könne. Stresemanns Forderung, daß der Wettstreit der Parteien um die Popularität aufhören müsse, hat jetzt auch Dr. Brüning wiederholt. ,, Mit der Sucht und dem Kampf um die Erhaltung der Popularität“, so sagte er in Köln ,,, kann man nicht ein Volt retten. Man kann es nur retten, wenn man den Mut hat, auch in schwerster Stunde die Verantwortung auf sich zu nehmen." Das Schlimmste ist, wie Dr. Brüning mit Recht hervorhob, daß das deutsche Volk, was Ausgaben der öffentlichen Hand angeht, großenteils noch in den Illusionen der Inflationszeit steckt. ,, Man hat sich", so führte er aus ,,, daran gewöhnt, daß man jeden Augenblick neue Ausgaben beschließen konnte, weil durch neuen Notendruck man über die Deckungsschwierigkeiten hinwegkam, aber man hat sich nicht wieder an die eherne Tatsache gewöhnt, daß ,, Keine Ausgaben ohne sofortige Deckung" die Voraussetzung jeder parlamentarischen Demokratie ist. Dazu müssen wir wieder zurückkommen." Spitama in der„ Deutschen Bergwerks- Zeitung". Beiträge der Arbeitnehmer zu ihren Gewerkschaften. Nach dem Jahrbuch des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes haben die Mitgliedsbeiträge im Jahre 1927 pro Kopf folgende Höhe erreicht: Es ist erfreulich und ein bedeutungsvolles Anzeichen der Besserung, daß einmal von Regierungsseite so rücksichtslos der Finger auf die Wunde gelegt und gezeigt wird, daß die bisherigen Regierungsmethoden hier versagt haben. Dr. Brüning ist sich auch der Defekte im System bewußt, wenn er weiter verlangt, daß ,, Garantien geschaffen werden nach der verwaltungsmäßigen Seite und auch nach der politischen Seite hin, daß ein Neuaufleben der ungedeckten Ausgabenwirtschaft in Reich, Ländern und Gemeiden in Zukunft nicht mehr möglich ist." Solche Garantien, die das Budget gegen groben Mißbrauch durch die Parteien zum Stimmenfang schützen, haben sich England und die Vereinigten Staaten längst geschaffen. Bei uns fehlen sie völlig. Die Bemühungen der Deutschen Volkspartei in dieser Hinsicht sind erfolglos geblieben. Dr. Brüning schlägt vor, durch Aenderung der Geschäftsordnung des Reichstages alle Ausgabenanträge mit der Etatsberatung zu verkoppeln und auf diese zu beschränken. Das ist gewiß ein nützlicher Anfang, aber man muß doch zweifeln, ob es auf die Dauer genügt. Jedenfalls sollten die Wähler sich die Programme der Parteien auf diesen Punkt hin genau ansehen. Hier zeigt sich am besten, ob hinter dem Befenntnis zur Sparsamkeit ein unbeugsamer Wille steht. Buchdrucker Dachdecker Eisenbahner Holzarbeiter Rmk. Rmk. Nr. 67. Da darf doch eine Leistung aus Selbsthilfe, die den gleichen Zwecken dient, die noch dazu aber statt Mietzinshäusern Eigenheime und Eigenbesitz schafft, in Vergleich gesetzt werden, die Leistung einer Bausparkasse, die mit ihren Mitgliedern nur einen kleinen Teil der Einwohnerschaft des Deutschen Reiches ausmacht. Die Bausparkasse der Deutschen Bau- und Siedelungsgemeinschaft( DBS) in Darmstadt vollzieht schon wieder eine Darlehensvergebung von 2 Millionen RM. Durch diese als dritte in diesem Jahre hat sie schon über 6 Millionen für das Baujahr 1930 vergeben. Mit den im Laufe des Jahres noch kommenden Darlehensvergebungen werden es wohl über 10 Millionen sein. Es handelt sich um die bekannten billigsten Baukredite, um zinsfreie unkündbare Hypothekendarlehen. Diese Aufbringung für Baumarkt, Beseitigung von Arbeitslosigkeit und Eigenheimsiedlung dürfte sich neben der Leistung des Reiches sehen lassen können. Die D. B. S. hat mit diesen 2 Millionen wieder Darlehen zur Erstellung von 136 Eigenheimen vergeben. Die Gesamtsumme der Darlehensvergebungen steigt damit auf über 29 Millionen RM. und die Zahl der vergebenen Darlehen auf rund 2000. Trotz darniederliegender Wirtschaft und immer noch bestehenden Kapitalmangels wächst die Spartätigkeit bei dieser Bausparkasse mit fortwährend sich erhöhenden monatlichen Eingängen und Jahr für Jahr stark steigenden Leistungen. Statt einmaliger Hingabe an den Baumarkt würde das Reich mit Förderung solcher auf Selbsthilfe gerichte ten Bauspartätigkeit mehr erreichen. Solcher Art angewandt würden die Gelder niemals festgelegt sein, sondern immer wieder zurückkehren und könnten zur Erfüllung des gleichen Zweds immer von neuem ausgegben werden. Baugewerksbund Bekleidungsarbeiter Bergarbeiter Böttcher Buchbinder 56,72 Fabrikarbeiter 33,61 29,40 Feuerwehrmänner 16,74 31,07 Fleischer 31,73 52,69 Friseurgehilfen 33,05 45,46 Gärtner 29,09 124,25 Gemeinde- und 41,53 Staatsarbeiter 33,06 Musiker 28,64 Graph. Hilfsarbeiter 41,11 38,47 41,07 Nahrungs- und Genuß33,57 mittelarbeiter 32,33 27,18 Cattler, Tapezierer 37,11 54,28 Schornsteinfeger 22,31 18,49 Schuhmacher Lebensmittel- und GeSchweizer 32,80 27,36 56,52 Steinarbeiter 38,12 Tabakarbeiter 78,38 Tertilarbeiter 48,52 Verkehrsbund 40,27 Zimmerer 49,20 39,39 20,60 28,09 31,32 57.33 Daß von der Sozialdemokratie nichts Gutes zu erwarten ist, versteht sich von selbst. Sie ist der Hauptschuldige an der troſtlesen Verwüstung der öffentlichen Finanzen. Dr. Brüning und Einzelhandel und Preisabbau. Hotel, Restaurant- und Caféangestellte Hutarbeiter Kupferschmiede Landarbeiter tränkearbeiter Lederarbeiter Lithographen Maler Maschinisten Metallarbeiter Die Höhe der angegebenen jährlichen Beiträge ist ein Beweis der Opferfreudigkeit der Arbeitnehmer für ihre Drganisationen. Wir bringen diese Zusammenstellung, damit sich das Handwerk hieran ein Beispiel nehmen kann. Reichsunterstützung für den Baumarkt und Wirkung von Selbsthilfe. Das Reich stelli für das Jahr 1930 100 Millionen RM zur Belebung des Baumarktes und Beseitigung von Arbeitslosigkeit zur Verfügung. Wie sie beschafft werden sollen, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wird dadurch unsere Verschuldung um weitere 100 Millionen vergrößert. Für das Reich ist es in der Zeit schwerer Finanzlage ein großes und schwieriges Vollbringen. Gamstag, be Der Stadt diger Beratung Haushaltsplan nicht die Zujtin war ursprüngli als fommunal Grundbesitz wie Der Oberb folgenden Ausfi Die vom 20. Mai 1930 b mit Erhöhung Herrn Minister den. Aus dies Ausgleich des Die Dedun nanz- Ausschuß Jade abgelehnt in den letzten Unter welchen Voraussetzungen fann eine Invalidenrente auch rückwirkend verlangt werden? Ein Kaufmann R. wurde 1921 wegen schweren Nervenleidens von der Angestelltenversicherung in ein Heilverfahren überwiesen. welches mit der Feststellung dauernder Arbeitsunfähigkeit und Ueberweisung in eine Heilanstalt endete, in der sich R. noch befindet. Seine Ehefrau betrieb zunächst das Rentenverfahren nach der Angestelltenversicherung, konnte aber damit nicht durchdringen, weil die Wartezeit nicht erfüllt war, worauf sie Antrag auf Invalidenrente für ihren Mann stellte, und zwar am 29. 4. 29. Als Pfleger ihres Mannes wurde die Ehefrau am 16. 10. 28 gerichtlich bestellt. die rückwirkende Die Landesversicherungsanstalt lehnte Rentenzahlung ab und bewilligte sie erst ab 1. 4. 28. Das Oberversicherungsamt bewilligte jedoch die Rente vom Tage der Erwerbsunfähigkeit, nämlich vom 15. 2. 21 ab, rückwirkend, da der Rentenberechtigte durch Verhältnisse, die außerhalb seines Willens liegen, in diesem Falle die heute noch bestehende Geistesfrankheit, an rechtzeitiger Antragstellung verhindert war. In den Entscheidungsgründen sagt das Oberversicherungsamt des weiteren: Wenn auch der Pfleger, nämlich die Ehefrau des R., bereits seit dem 16. 10. 28 in der Lage war, Rentenantrag zu stellen, diesem Antrage auch insoweit entsprochen worden ist, daß die Rente vom 1. 4. 28 bewilligt wurde, so durfte die Landesversicherungsanstalt doch die Rente für die vor dem 1. 4. 28 liegende Zeit nicht versagen, weil an genanntem Tage ein Pfleger noch garnicht bestellt war und infolgedessen ohne Verschulden des Rentenberechtigten die Antragsstellung unterblieben war. mehr mit der gleichen Empfindlichkeit wie im Frieden auf Preisnachlässe reagiert, daß sie nicht mehr Zeit und Lust habe, einige Straßen weit zu laufen, um einige Pfennige am Einkauf zu ersparen, sondern vielfach die Rebenleistungen des Kundendienstes wie Auswahl, Verpadung, Zusendung ins Haus und vor allem Stundung und Teilzahlung höher schäßt. Zu den in der Eigenart des Einzelhandels llegenden besonderen Schwierigkeiten des Preisabbaus beim Einzelhandel kommt also noch der psychologisch besonders bedeutsame Umstand, daß das Publikum es selbst an der erforderlichen Mithilfe beim Preisabbau fehlen läßt. Der Preisabbau ist ihm weniger wichtig als Teilzahlung, und der frühere Wille zur Sparsamkeit, der die Hausfrau veranlaßte, überall nach den billigsten Einkaufsquellen zu suchen und statt des teueren Einzelhändlers den billigen Wochenmarkt aufzusuchen, scheint verschwunden zu sein, wie das ja auch aus dem sogenannten Qualitätsfimmel hervorgeht, der sich immer weiter zu verbreiten scheint. Die geringeren Sorten von Lebensmitteln werden nicht mehr verlangt, von Roggenbrot will trog aller patriotischen Propaganda niemand mehr etwas wissen, seidene Strümpfe, Pelze und andere Dinge sind heutzutage Selbstverständlichkeiten bei allen Volksschichten geworden. In dieser seelischen Einstellung liegen die wirk lichen Schwierigkeiten für den Preisabbau. Die beim Einzelhandel vorhandenen Hemmungen könnten bei einigem guten Willen schon überwunden werden. Die Preissenkungsaktion, die von der Eisenindustrie in so hoffnungsvoller Weise eingeleitet ist, wird ein Schlag ins Wasser bleiben, wenn es jetzt nicht gelingt, eine allgemeine Senkung des Preisniveaus durchzuführen. Was nußen schließlich zur Erreichung des gesteckten Zieles die herabgesezten Preise für Eisen, Tafelglas, Wagenfenster usw., was nußt schließlich auch der ermäBigte Binsfuß der Banken und Sparkassen, wenn die Welle des Preisabbaues gerade vor den Gegenständen des täglichen Bedarfs Halt machen muß, wenn die Marfen- und Monopolerzeugnisse hartnäckig ihre Preise behaupten und wenn endlich die tausendmal angekündigte, aber nie durchgeführte Einsparung bei der öffentlichen Hand den Steuerdruck eher verschärft als vermindert? Alles kommt darauf an, daß auch hier der Preisabbau durchgeführt wird und daß vor allem der Einzelhandel sich dieser Bewegung nicht verschließt. Wie steht es damit? In einem bemerkenswerten Aufsag in der Berliner Börsen- Zeitung hat der Abgeordnete Dr. Hugo eine sehr interessante Zusammenstellung veröffentlicht, aus der hervorgeht, daß der Einzelhandel in den letzten Monaten dem Preisabbau in der Tat in einem ziemlich erheblichen Maße gefolgt ist. So sind seit Juli 1929 die Preise für Schmalz um 12 bis 15%, für Spec um 13%, für Käse um 21 bis 11%, für Eier um 16,7% usw. heruntergegangen. Das sind immerhin schon beachtliche Ergebnisse. Man darf bei ihrer Bewertung überdies wohl auch nicht vergessen, daß die Preissenkung für den Einzelhandel besondere Schwierigkeiten bietet, die ganz abgesehen von seiner ungeheuerlichen steuerlichen Belastung mit seiner besonderen Struktur und Eigenart zusammenhängen. Dr. Tiburtius, der Geschäftsführer der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels, hat in einem Aussage der Kölnischen Zeitung vom 6. Juli mit Recht darauf hingewiesen, daß sich die Preisbildung im Einzelhandel in erster Linie nicht nach Einkaufspreisen und Unkosten, sondern nach der Kaufkraft der letzten Verbraucher orientiert. Grundsäglich überwiegt im Einzelhandel die Kalkulationsmethode, auf den Einkaufspreis der einzelnen Waren nicht diejenigen Unkosten aufzuschlagen, die ihre Behandlung speziell verursachen, sondern diejenigen Beträge, die sie angesichts der Nachfrage und Kaufkraft der Käufer absagfähig erhalten. Das bedeutet praktisch, daß jeder Einzelhändler die sogenannten Wettbewerbsartikel, die wie Zucker und Salz im Lebensmittelhandel von der Mehrzahl der Betriebe in gleichen Quantitäten umgesetzt werden, mit ganz geringen, unter der Unkostenhöhe bleibenden Aufschlägen verkauft, wogegen er zum Ausgleich Waren höheren Luruscharakters mit entsprechend größeren Aufschlägen abzusehen versucht. Sehr interessant ist die weitere Bemerkung des Verfassers, die Durchführung dieses Prinzips werde durch die Tatsache gehemmt, daß heutzutage die Kundschaft nicht Preisabbau auch der Markenartikel. des Voranschla politif entfernt Ich habe d weiteren mä tädtischen Wer zu erhöhen, nä auf 240, die St Gebäudesteuer letzten Jahren und zwar beträ fischen Städte, und schädlich fü fleinen oberhe heim Gewerbest bedeutet ein Ge feine unbillige Dom Gewerbeer höhung der Ste bäudejteuer mu Auch in de Dom 26. Juli machen jei, ist gewichen. Ich laufende Rech für das Rech 34 erschließer willige Bel erfordert zu Bürgersteue Kopfiteuer, geworfen if äußerster 9 lagung, Erb verursachen. Biersteuer ab an der bisherigen starren Preispolitik für Markenar tikel verschärft hat. So gelangt ein sehr interessanter Aufsatz von Dr. Deiters, der am 16. Juli in dem Hauptorgan der christlichen Gewerkschaften„ Der Deutsche" unter der Ueberschrift und die Markenartikel?" erschienen ist, zu dem Ergebnis, daß sich an der Mauer der Markenartikelpreisbindung die von den Rohstoffen ausgehende Welle des Preisabbaues brechen werde. Deiters beruft sich hierbei auf einen im Berliner Tage blatt am 7. Juli von Dr. Grünbaum, dem Referenten der Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels veröffentlichten Aufsaz, in dem festgestellt wird, daß„ mit ungeheurem Reklameaufwand immer neue Markenartikel auf den Markt geworfen und in die Handelsläger gepumpt werden". In der Tat werden die vom letzten Verbraucher eingekauften Gegenstände immer mehr und mehr Markenware. Längst sind die Markenartikel nicht mehr auf den Handel mit Drogen, Büchern, Lebens mitteln und Tabakwaren beschränkt. Der Konsument kauft heute als Markenartikel Brot, Kaffee, Heilmittel, Tee, Waschmittel, Schuhpuz, Zahnput, Bleistifte, Schreibutensilien, Strümpfe, Textilwaren aller Art, Badeanzüge Puder, Rasierklingen, Kragen, Schallplatten, Radioartikel, Schokolade, Seife, Zündhölzer usw. Bei all diesen Artikeln gibt es keine Preissenkung, denn im Gegensatz zum Einzelhandel als solchem sind die Marfenartikelfabrikanten zu einem ganz erheblichen Teil fartelliert. Eine Preisermäßigung kann also hier nur durch diese Kartelle erfolgen; denn selbstverständlich muß und wird der Einzelhändler es akzeptieren, sofern der Fabrikant von Markenartikeln nach Herabsezung seiner Preise auch die Verkaufspreise des Einzelhändlers herabsetzt. So wird man nur der auch schon früher von den christlichen Gewerkschaften erhobenen Forderung bei pflichten müssen, daß eine Senkung der Fabrikpreise bei den Markenartikelfirmen unerläßlich erscheint, wenn nicht die ganze Preisabbauaktion zum Scheitern kommen soll. Mit der Vorstellung, daß Markenartikelwaren um der Qualität willen jahrzehntelang gleiche Preise haben müssen, ist angesichts der gegenwärtigen kritischen Lage der deutschen Wirtschaft ein Für allemal zu brechen. Eine derartige Risikoprämie für die dauernde Quali tätserhaltung der Markenartikel ist zu hoch. Auch bei veränderlichen Preisen der Markenartikel kann von den zahlreichen und angesehenen weithin bekannten Markenartikelfirmen unseres Wirtschaftslebens streng auf die Erhaltung der Qualität gesehen werden. Erst wenn auch die Markenartikel der allgemeinen Preissenkung folgen, wird auch dem Verbraucher endlich eine fühlbare Senkung der Lebenshaltungskosten zugute kommen. Jede Verzögerung des Preisabbaues bedeutet eine Ver schärfung der Krise. Je eher sich die Fabrikanten von Markenartikeln dem Preisabbau anschließen, desto sicherer merden sie den Interessen der deutschen Gesamtwirtsche und damit auch ihren eigenen dienen. Von vornherein ist insbesondere von gewerkschaftlicher Seite darauf hingewiesen worden, daß die jetzt im Fluß befindliche Preissenkungsaktion sich auch im Einzelhandel und hier vor allem in den Markenartikeln auswirken müsse. Nachdem der Einzelhandel bereits seine grundsägliche Bereitwilligkeit zur Preissenkung erklärt und Preissenkungen auch auf einzelnen Gebieten vorgenommen hat, ist es von besonderem Interesse, daß nach einer in diesen Tagen durch die Presse veröffentlichten Mitteilung sich auch der Verband der Fabrikanten von Markenartikeln in einer mehrstündigen Sigung mit der Frage des Preisabbaues beschäftigt hat. So erscheint die Erwartung berechtigt, daß in der Tat in der nächsten Zeit eine Preissenkung für Markenartikel durchgeführt wird, sei es auf Kosten des Fabrikanten oder des Handels. Die Verhältnisse liegen natürlich bei den vielen Markenartikeln sehr verschieden. Die Hauptgemeinschaft des deutschen Einzelhandels will ihrerseits diese Preissenkungsaktion für Markenartikel dadurch fördern, daß sie im Rahmen ihrer allgemeinen Preisabbauenquete die Preisgestaltung für Markenartikel besonders untersucht und schon in den nächsten Tagen mit den interessierten Fachverbänden bespricht. Diese Initiative des Markenschutzverbandes ist um so lebhafter zu ea sich die öffentliche Kritik jetzt beslo mungen des Die Antr Boranschlags ift Aufgabe d Es lagen Anträge vor: 1. Beranjch tajien fü Es lieger 1. Antrag jtatt a ausga 2. Der auf 10 3. Antra die G Der D Stalling, ten des W am 2. Mai bruchsangri herniederja der großen front währe nant a. 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Der Stadtrat beschäftigte sich in dieser Sigung in mehrstündiger Beratung erneut mit der Deckung des Fehlbetrages im Haushaltsplan für 1930, nachdem der frühere Deckungsbeschluß nicht die Zustimmung der Regierung gefunden hatte. Geplant war ursprünglich eine 2prozentige Mieterhöhung, deren Ertrag als kommunaler Aufschlag zur Grundsteuer vom bebauten Grundbesitz wieder weggesteuert werden sollte. Der Oberbürgermeister eröffnete die Verhandlungen mit folgenden Ausführungen: Die vom Stadtrat bei Beratung des Voranschlags am 20. Mai 1930 beschlossene Erhöhung der gesetzlichen Miete, die mit Erhöhung der Gebäudesteuer verbunden war, ist von dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft nicht genehmigt worden. Aus diesem Grund hat der Stadtrat erneut über den Ausgleich des Voranschlags für das Rj. 1930 zu beschließen. Die Dedungsvorschläge, die ich zu diesem Zwecke dem Finanz- Ausschuß unterbreitet habe, sind von diesem in der Hauptsache abgelehnt worden, wie ja Finanz- Ausschuß und Stadtrat in den letzten Jahren besonders hinsichtlich der Ausgleichung des Voranschlags sich immer weiter von derjenigen Finanzpolitik entfernt haben, die ich für richtig halte. Ich habe dem Finanz- Ausschuß vorgeschlagen, außer einer weiteren mäßigen Heranziehung der Betriebsüberschüsse der städtischen Werke, die Realsteuern in sehr geringem Ausmaße zu erhöhen, nämlich die Steuer vom Gewerbeertrag von 220 auf 240, die Steuer vom Gewerbekapital von 55 auf 60 und die Gebäudesteuer von 25 auf 30 Rpfg. Die vom Stadtrat in den letzten Jahren beliebte Niedrighaltung der Realsteuersätze und zwar beträchtlich unter dem Durchschnitt aller anderen hessischen Städte, selbst der kleinsten, halte ich für ungerechtfertigt und schädlich für die städtischen Finanzen. Wenn z. B. in den fleinen oberhessischen Nachbarstädten Friedberg und Bad Nauheim Gewerbesteuersätze von 344 und 300 in Geltung sind, so bedeutet ein Gewerbesteuersatz von 240 Rpfg. für Gießen gewiß feine unbillige Belastung. Der Finanz- Ausschuß hat die Steuer vom Gewerbeertrag jedoch nur auf 230 Rpfg. erhöht, eine Erhöhung der Steuer vom Gewerbekapital abgelehnt und die Gebäudesteuer nur um 2 Pfg., nämlich auf 27 Pfg. erhöht. Auch in der Frage, wie von den durch die Reichsverordnung vom 26. Juli 1930 eröffneten neuen Steuern Gebrauch zu machen sei, ist der Finanzausschuß von meiner Auffassung abgewichen. Ich habe dem Finanzausschuß vorgeschlagen, für das laufende Rechnungsjahr zunächst die Biersteuer zu erheben und für das Rechnungsjahr 1931 im Falle der Not die Bürgersteuer zu erschließen. Die Biersteuer stellt gewissermaßen eine freiwillige Belastung dar, die jeder umgehen kann; diese Steuer erfordert zudem für die Verwaltung keinerlei Mehrarbeit. Die Bürgersteuer dagegen ist trotz ihrer Staffelung eine unsoziale Kopfsteuer, die von der Finanzwirtschaft längst zum alten Eisen geworfen ist und für die praktische Finanzpolitik nur als alleräußerster Notbehelf in Betracht kommen kann; ihre Veranlagung, Erhebung und Beitreibung wird erhebliche Mehrarbeit verursachen. Der Finanzausschuß hat jedoch die Einführung der Biersteuer abgelehnt und die Erhebung der Bürgersteuer schon jetzt beschlossen, obwohl die notwendigen Ausführungsbestimmungen des hessischen Staates noch nicht erlassen sind. Die Anträge, die der Finanzausschuß zur Ausgleichung des Voranschlags stellt, sind aus der Tagesordnung ersichtlich. Es ist Aufgabe des Stadtrats, hierüber endgültig zu beschließen. Es lagen zur Ausgleichung des Haushaltsplanes folgende Anträge vor: 1. Voranschlag der Stadt Gießen und der städtischen Nebentassen für das Rj. 1930. Es liegen folgende Anträge des Finanzausschusses vor: 1. Antrag. Der Zuschuß zur Wohlfahrtspflege( VIII, 1') wird statt auf 843 000 RM. auf 863 000 RM. festgesetzt. Mehrausgabe: 20 000 RM. 2. Der Reservefonds( IX. 5) wird statt auf 70 593,05 RM. auf 100 000 RM. festgesetzt. Mehrausgabe: 29 406,95 RM. 3. Antrag. Der Stadtratsbeschluß vom 20. Mai 1930, wonach die Grundsteuer von Gebäuden unter der Bedingung er Gorlice. Der vorliegende Band 30 der im Verlage von Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., erscheinenden Schriftfolge„ Schlachten des Weltkrieges", Gorlice, schildert diesen siegreichen durchbruchsangriff deutscher und österreichisch- ungarischer Verbände am 2. Mai 1915. Dieser, wie ein Blitz auf die russische Front herniedersausende Vernichtungsschlag bildete die Einleitung zu der großen Offensive der Verbündeten an der östlichen Kampffront während des Sommers 1915. Der Verfasser, Oberstleutnant a. D. Oskar Tile v. Kalm, Archivrat und Mitglied des Reichsarchivs, war während dieser Operationen der Generalstabsoffizier der 82. Ref.- Div., die an besonders entscheidender Stelle gegen Gorlice selbst zum Einsatz gelangte. In dem Widerstreit der Meinungen der Heeresleitungen der Mittelmächte, ob man den im Frühjahr 1915 im Stellungskrieg erstarrten Fronten durch Wiederaufnahme der Offensive mit verfügbar werdenden deutschen Reserven auf dem westlichen oder östlichen Kriegsschauplatz neuen Auftrieb geben sollte, machten sich die Erfordernisse der Ostfront, die schwere Notlage des österreichischungarischen Verbündeten in den Karpathen, zwingend geltend. Die Entstehung des Entschlusses, bei Gorlice die feindliche Front zu durchbrechen, wird in dem vorliegenden Bande auf Grund eingehender Aftenstudien geschildert. General v. Falkenhayn übernahm das Wagnis, der Westfront für diese Operation namhafte Kräfte zu entziehen, ihm gebührt auch das Verdienst für diesen kühnen Entschluß. Der Band 30 umfaßt die Darstellung des eigentlichen taktischen Durchbruchsangriffs am 2. Mai, die Fortsetzung der Schlacht am 3. Mai und die Kämpfe am 4. Mai, die zur Vollendung des Durchbruchs führten und die Bahn frei machten für die operative Auswirkung dieses Erfolges. Zu dem eigentlichen Durchbruchsstoß wurde die deutsche 11. Armee unter dem Gene= raloberst v. Madensen als Oberbefehlshaber und mit Oberst v. Seedt als Chef des Generalstabes angesetzt. Sie bestand aus der 11. bayerischen und 119. Inf.- Div., dem 41 Res.- Korps( 81. und 82. Res.- Div.), dem Garde- Korps. dem 10. Armeekorps und dem österr.- ung. 6. Korps( österr.- ung. 12. Jnf.- Div. und kgl. ung. 39. Honv.- Div.). Außerdem waren die rechts und links anschließenden österreichisch- ungarischen 3. und 4. Armee( hierbei die deutsche 47. Res.- Div.) bei dem Angriff und den anschließenden Operationen beteiligt. Die umfassenden Vorbereitungen für diese erste große Durchbruchsschlacht des Weltkrieges werden in ihrer Vielseitigkeit darhöht wird, daß die gesetzliche Miete von 120 Prozent auf 122 Prozent der Friedensmiete erhöht wird, wird aufgehoben. Wenigereinnahme: 100 000 RM. 4. Antrag. Der nach den Anträgen 1-3 sich ergebende Fehl= betrag von 149 409,95 RM. wird wie folgt gedeckt: a) Die Steuer vom Gewerbeertrag wird statt auf 220 auf 230 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt. Mehreinnahme: 8 700 RM. b) Die Grundsteuer von bebauten Grundstücken und Bauplägen wird statt auf 25 auf 27 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt. Mehreinnahme: 22 000 RM. c) Die Grundsteuer vom land- und forstwirtschaftlich ge= nugten Grundstücken wird wie bisher auf 35 Rpfg. je 100 RM. Steuerwert festgesetzt. d) Der Betriebsüberschuß des Elektrizitätswerkes wird statt auf 310 000 auf 338 000 RM. festgesetzt. Mehreinnahme: 28 000 RM. e) Der Betriebsüberschuß des Gaswerks wird statt auf 235 000 auf 240 000 RM. festgesetzt. Mehreinnahme: 5000 RM. f) Der Betriebsüberschuß des Wasserwerks wird statt auf 150 000 auf 157 706,95 RM. festgesetzt. Mehreinnahme: 7 706,95 RM. g) Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichspräsiden= ten vom 26. Juli 1930 wird die Bürgersteuer nach Maßgabe der Ausführungsbestimmungen des Hessischen Staates erhoben. Einnahme: 78 000 RM. 5. Antrag. Die Voranschläge der städtischen Nebenkassen werden entsprechend geändert. Alle Anträge fanden größtenteils gegen die Linke Annahme, bis auf Antrag 4a, der mit den Stimmen der Bürgerlichen abgelehnt wurde. Die zu diesem Punkte von den Fraktionsführern gehaltenen Etatsreden waren schon sehr stark von den kommenden Wahlen beeinflußt und riefen zahlreiche Debattenredner auf den Plan. Die übrige Tagesordnung erledigte sich rasch. 2. Antrag des Finanzausschusses, betr. Akkumulatoren- Batterie für die Telephonanlage im Stadthaus Bergstraße. Die Kosten wurden bewilligt. 3. Erlaß einer Polizeiverordnung betr. die Einrichtung und den Betrieb des Nugviehmarktes in Gießen. Dem Erlaß wurde zugestimmt. 4. Gesuche um Erlaubnis um Schankwirtschaftsbetrieb. Die Anträge zu diesem Punkte wurden angenommen. 5. Vertrag über die Wasserversorgung der Gemeinde Linden struth. Dem Vertrag wird zugestimmt. Nr. 67. 13. Bergebung von Arbeiten und Lieferungen. Den vorgeschlagenen Firmen werden auf Antrag des Betriebsausschusses notwendige Arbeiten und Lieferungen übertragen. 14. Krediterweiterungen. Aus laufenden Mitteln werden einzelne Kredite bewilligt. 15. Notstandsarbeiten für Erwerbslose des Wohlfahrtsamts. Zu diesem Zwecke werden 50 000 RM. zur Verfügung gestellt. 16. Mitteilungen der Stadtverwaltung. Unter diesem Punkt wird einem Antrag der Verwaltung zugestimmt, die Garantie für 12000 RM. für eine Zeppelinlandung in Gießen zu übernehmen. Lokales. Sonntagsgedanken. Es ist, als wenn sich mächtige Tore öffnen würden, wenn die Woche in der Großstadt zu Ende ist und die Menschen durch sie hinausströmen in die freie schöne Gotteswelt. Lustige Gesellen, lachende Mädchen und selbst die Alten mit frohen Gesichtern schütteln den Staub der engen Gassen ab und sehnen sich nach Luft, Sonne und Freiheit. Oft denke ich, wenn ich so einen frischen Wanderburschen sehe, an das Glück, das auch so leichten Schrittes kommt und lachend in das Auge grüßt. Da breiten wir vor dem leichten Wanderburschen die Arme aus und fassen und halten ihn. Aber eh' wir daran denken, ist er schon wieder von uns gezogen. Ein unstäter Geselle das Glück. Ueberall kehrt er ein, dort länger, hier wieder kürzer. Und was er mitbringt, macht die Menschen froh und heiter, manchmal auch übermütig und verwöhnt. Wenn er dann abzieht, läßt er nur allzu oft bittere Enttäuschung zurüd. Nirgends will dieser Wanderbursche lange bleiben. Da hilft auch kein Bitten und Betteln. Das Glüd kommt und geht, wie der dort oben es bestimmt hat. Warum also kiagen? Es kommt ja auch zu dir, lang oder nur flüchtig, aber es kann nicht gerufen werden. Wenn es aber dann kommt, dann sei vorsichtig mit diesem Gast auf Erden. Und doch kannst du, wenn das wahre Glüd einmal zu dir kommt, das mit seinem Schein nicht die Menschen narrt, es an dich fesseln. Tief aber mußt du es in deinem Herzen verschließen und wahren, damit es nicht Scheinglück, sondern dein inneres Glück bedeutet. Und wenn du dieses Glück dauernd ge= fesselt hast, dann können des Lebens Wechselfälle die klare See deines Innern nimmer mehr beunruhigen. Dieses Glück kommt aber nicht lachend zu dir, sondern hat ernste Züge. Erst wenn es in deine Herzenstammer eingezogen ist, dann wird es dich erheben in wahrer Freude über die Sorgen des Alltags. Und Der Sonntagsschreiber. 6. Die Kosten der Wasserversorgung der Gemeinde Lindenstruth. du wirst zufrieden sein. Die Kosten wurden genehmigt. 7. Vertrag über die Wasserversorgung der Gemeinde Heuchelheim. Auch dieser Nachtragsvertrag wird gebilligt. 8. Errichtung von städtischen Kleinwohnungen in der verlängerten Schottstraße. Es sollen insgesamt 36 Kleinwohnungen gebaut werden, die 220 000 RM. kosten werden. 98 000 RM. werden zinsverbilligend von der Regierung übernommen. Die restlichen 120 000 RM. sollen auf dem Anleihemarkt hereingebracht werden. 9. Uebernahme von Bürgschaften. Es werden eine Reihe von Bürgschaften seitens der Stadt übernommen. 10. Nachtrag zum Ortsbaustatut der Stadt Gießen( Verbot der Errichtung von Anlagen nach§ 16 der Gewerbeordnung im Arbeitsviertel der Landesuniversität). Der Nachtrag wird genehmigt. 11. Beitritt der Stadt Gießen zum Regionalplanungsverband. Der Beitritt wird beschlossen und die erforderlichen Mittel bewilligt. 12. Baugesuche. Den vorliegenden Gesuchen um Befreiung von einzelnen Vorschriften des Ortsbaustatuts wird mit einer Ausnahme zugestimmt. gestellt. Hierbei finden die durch das Gebirgsvorland der Karparthen gegebenen großen Schwierigkeiten für den Aufmarsch und den Einsatz so starker Truppenverbände auf schmalem Raum, für das Instellungbringen der zahlreichen Batterien aller Kaliber und für die Versorgung der Angriffsfront, namentlich mit dem großen Munitionsvorrat, eine gerechte Würdigung. Das rechtzeitige Gelingen des Gesamtaufmarsches der Angriffsgrmee stellt eine besonders anerkennenswerte Leistung der Führung und der Truppe, namentlich aller Artillerie- und Nachschubformationen, dar. Die eingehende Schilderung der taktischen Vorgänge im Durchbruchskampf am 2. Mai beruht auf dem bei dem Reichs= archio befindlichen urkundlichen Material, das durch Teilnehmerberichte von Angehörigen aller am Sturm beteiligten Regimenter ergänzt werden konnte. Soweit möglich, sind solche Originalberichte in die Darstellung eingearbeitet und haben dazu beigetragen, die Schilderung besonders lebenswahr zu gestalten. Die taktischen Vorgänge an diesem ersten Kampftage werden ganz besonderes Interesse erwecken, da hier zum ersten Male der frontale, zum vollen Durchbruch führende Angriffsfampf eine eingehende und zutreffende Darstellung erfährt. Das Ineinandergreifen der taktischen Führung aller Grade tritt klar in die Erscheinung. Das innige Zusammenwirken der Artillerie mit der Infanterie bildete hierbei die Vorbedingung des Erfolges. Dementsprechend ist die entscheidende Tätigkeit der Feld- und schweren Artillerie herausgearbeitet und mit dem Sturmansah und der Fortführung des Angriffs der Infanterie Die eingehende Schilderung dieses eng verwoben worden. Kampftages ist ein hohes Lied deutscher Führungsleistung, auch des untersten Grades, und der opfervollen Tapferkeit der Truppe bis zu den kleinsten Verbänden. Die beigegebene Karte des Angriffsraumes mit Einzeichnung auch der kleinsten Verbände und jeder einzelnen Batterie gibt ein flares Bild des Aufmarsches und des Kräfteeinsatzes zum Sturm. Ansichtsskizzen aller Teile der Angriffsfront, nach Originalen gefertigt, geben dem Leser ein plastisches Bild und sind geeignet, die Darstellung besonders zu beleben. Nach dem am 2. Mai erfolgten tiefen Einbruch in die feindliche start befestigte Dauerstellung stellte die Forthegung der Schlacht am 3. Mai die Führung und Truppe vor neue Aufgaben. Auch hier wurde trotz Verstärkung der russischen Kampffront und z. T. sehr harter Kämpfe ein voller Erfolg erzielt. Am 4. Mai brachten dann vor allem die Kämpfe des rechten Flügels der 11. Armee unter Führung des Generals v. Emmrich die Entscheidung. Hier zerriß der Kampfzusammenhang des * Falsche Hundertmarkscheine. Von den im Umlauf befindlichen Rentenbankscheinen über 100 RM. ist eine Fälschung festgestellt worden. Das Papier ist etwas stärker als das echte und fettig im Griff. Das Wasserzeichen ist durch einen dunklen Aufdruck unter Aussparung des Musters erzielt, darüber ist hauchdünnes Papier geklebt. Für die Ermittlung der Falschmünzerwerkstatt hat die Deutsche Rentenbank eine Belohnung bis 3000 RM. ausgesetzt. * Zu den Wahlen. Vom Sonntag, 24. August, bis einschließlich Sonntag, 31. August, liegt für die kommende Reichstags= wahl im Stadthause Bergstraße 20- 3immer Nr. 13 die Stimmfartei zur Einsichtnahme offen. - * Tödlicher Unfall. In der Nach vom Donnerstag zum Freitag ist der Rangierarbeiter Seuling aus Wieseck ein Opfer seines Berufes geworden. Eine ablaufende Wagengruppe auf dem hiesigen Güterbahnhof erfaßte ihn und überfuhr ihn. Er war auf der Stelle tot. * Auf bis jetzt noch unaufgeklärte Weise brach in dem Getreidespeicher des Landwirts Heistermann auf der Marbur gerstraße Feuer aus, das schnell um sich griff. Trotz der eifrigen Bemühungen der Feuerwehr ist die in dem großen Schober geFeindes, und unverzüglich stießen nun bayerische Truppen in fühnem Vorstoß tief in den vom Feind entblößten Raum hinein und machten damit die Bahn frei für den Einsatz der noch unberührten frischen 20. Infanterie- Division. Die Möglichkeit der operativen Auswirkung der bisherigen großen Kampferfolge war somit gegeben. Es galt, unmittelbar nördlich der Karpathenfront unentwegt weiter nach Osten vorzustoßen, um die russische Karpathenfront zum Einsturz zu bringen und damit die österr.- ung. Front von dem auf ihr lastenden lähmenden Druck zu befreien. Im weiteren Verlauf dieser Operationen, der vom Verfasser skizziert wird, hatten schon nach 12 Tagen sieben Armeen der verbündeten Heere auf über 300 Kilometer Frontbreite die Verfolgung des geschlagenen Feindes aufgenommen. Durch den Entschluß der Obersten Heeresleitung, nunmehr eine dauernde Lähmung der russischen Offensivkraft herbeizuführen, wuchs sich diese deutschösterreichische Offensive noch weiter aus, bis schließlich die gejamte seindliche Front zwischen den Karpathen und der Ostsee zusammenbrach und der Russe seine Armeen tief in das Innere seines Landes auf die kürzeste Linie zwischen Rumänien und der Dünamündung zurückführte. Aber nicht nur in diesem operatiren Erfolg allein liegt die hohe Bedeutung des Durchbruchs von Gorlice. Damals haben auch die schlummernden revolutionären Strömungen in der zerschlagenen russischen Armee Boden gewonnen. Sie machten schließlich im Jahre 1917 die Russen völlig wehrlos und führten damit das Ausscheiden Rußlands aus dem Zweifrontenkrieg der Mittelmächte herbei. So ist der Durchbruch von Gorlice der größte operative Wendepunkt in der Kriegsführung des Ostens geworden. Die Darstellung der Feindseite nach den neuesten russischen Quellen trägt zum Verständnis der Operationen in hohem Maße bei. In einer Schlußbetrachtung werden die bei Gorlice gewonnenen Erfahrungen für die Führung von Durchbruchstämpfen eingehend erörtert. Der moderne Masseneinsatz der Artillerie und der neuzeitliche Begriff der Schwerpunktstaktik wird aus diesen Erfahrungen entwidelt. Genaue Kriegsgliederungen aller beteiligten öster.- ung. und russischen Verbände, unter Angabe der Gefechtsstärken und Geschützahlen sind beigefügt. Eine Uebersicht bringt Angaben über die eigenen Verluste und die Beutezahlen. Generalfeldmarschall von Mackensen hat sein aus den Tagen von Gorlice stammendes Bild zur Ausschmückung des Bandes zur Verfügung gestellt. Samstag, den 23. August 1930. borgene ungedroschene Ernte teils durch Feuer, teils durch Wasser völlig vernichtet worden. Der Feuerwehr gelang es, die Wohnhäuser der Nachbarschaft vor den Flammen zu schützen. * Vom Schöffengericht. Ein Reichsbahnbetriebsassistent in Bad Nauheim hatte bedeutende Geldbeträge in Friedberg in Empfang genommen, die zur Auszahlung an Darlehensnehmer des Eisenbahn- Spar- und Vorschußvereins in Frankfurt bestimmt waren. Diese Gelder hat er aber nicht ihrer Bestimmung zugeführt, sondern sie für sich verwendet. Deshalb stand er jetzt als Angeklagter wegen Unterschlagung vor dem Schöffengericht, das ihn in Anbetracht des starken Vertrauensbruchs auf sechs Monate ins Gefängnis schickte. * Morgen Nachmittag findet auf der Liebigshöhe ein Ehrensingen der Gauvereine des Sängergaues Gießen Stadt und Land im hessischen Sängerbund statt. * Der Lehrernachwuchs in Hessen. Die Zahl der Lehrerstudenten beträgt im Sommersemester 1930 insgesamt 385, da= runter 92 weiblich Studierende. Das Pädagogische Institut in Darmstadt zählt 199, das in Mainz 186 Besucher. Von den Studierenden sind 314 Hessen, 71 Nichthessen. Nach dem Befenntnis sind es 299 evangelische, 150 katholische, 4 freireligiöse und 2 israelitische Studierende. Ihre Vorbildung erhielten auf dem Gymnasium 21, der Oberrealschule 195, der Aufbauschule 62, auf Studienanstalten 57 Besucher. * Parkende Autos brauchen von jetzt ab im ganzen Deutschen Reich keine eigene Beleuchtung mehr, wenn sie in der Nähe einer zuverlässigen fremden Lichtquelle stehen und das hintere Kennzeichen auf 15 Meter Entfernung noch deutlich sichtbar ist. * Die nächste landwirtschaftliche Lehrlingsprüfung findet im Oktober in Darmstadt statt. Anmeldungen bis 15. September. „ Gießener Zeitung" Darmstadt. Das Polizeiamt Darmstadt hat Versammlungen und Kundgebungen unter freiem Himmel, ebenso Umzüge, Auszüge, Durchmärsche und jedes Marschieren in geschlossenen Gruppen in der Stadt Darmstadt von 8 Uhr abends ab bis> Ahr früh wegen Gefahr für die öffentliche Sicherheit verboten. Rüsselsheim. Wie uns mitgeteilt wird, hat sich bei der Adam Opel A.-G. der Absatz so günstig entwickelt, daß das vorgesehene Fabrikationsprogramm erweitert werden mußte. Die Werke beschäftigen zur Zeit 6169 Arbeiter und Angestellte. Die Gerüchte über die bevorstehende Entlassungen von 1000 oder gar 2000 Arbeitern entbehren angesichts der günstigen Entwicklung jeder Grundlage. * Preisherabsetzung für Konserven. Am 20. August fand im Schutzverband der deutschen Konservenindustrie die Nachkalkulation für Bohnen sowie für die noch zu erledigenden Früchte und Gemüse statt. Neue Preise sind nunmehr für 1930 verabschiedet. Wie auch bereits bei Konserven und Erbsen, so ergaben sich be= sonders infolge der niedrigeren Rohwarenpreise für die Bohnen gleichfalls Einsparungsmöglichkeiten. Des ferneren konnten bei den Gemüsen die Preise für Karotten, Spinat, Kohlrabi und Sellerie gesenkt werden, während auch Früchte, Aprikosen, Edelpfirsiche, Reineclauden, Birnen und Preißelbeeren im Preise ermäßigt wurden. Aus Nah und Fern. Gau Algesheim. Weil er Separatist gewesen sein soll, wurden einem Kaufmann schon zum wiederholten Male 150 Weinstöde abgeschnitten. Frankfurt a. M. Die Hellerhof A.-G. wird demnächst zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit mit der Errichtung von 400 Neuwohnungen beginnen. Aus dem Niddetal. Im Anschluß an das Bergen der letzten Hafergarben hat in Wochenmitte die Grummeternte eingesetzt. Sie liefert erwartungsgemäß einen reichen Ertrag. Infolgedessen ist der Heupreis stark gesunken. Man zahlt jetzt nur noch 2 Mark pro Zentner. In Fachkreisen rechnet man mit einem weiteren Sinken des Preises. Trotzdem finden Verkäufe statt. Der Plazmangel zwingt zur Abgabe. Es ist schwer, den Viehstand zu vergrößern. Rinder und Kühe stehen infolge der starken Nachfrage hoch im Preise, und das zum Ankauf nötige Betriebskapital ist kaum vorhanden. Kassel. Wie das Nachrichtenamt bekannt gibt, wird das Luftschiff„ Graf Zeppelin" Kassel am Mittwoch, dem 3. September, besuchen. Es ist je eine Landung am Vormittag und am Nachmittag vorgesehen. Bad Nauheim. Der amerikanische Zeitungsverleger Randolph Hearst ist hier mit einem Stab seiner Mitarbeiter zu kurzem Kuraufenthalt eingetroffen. Kassel. Durch einen Zufall ist man im Betriebe des städtischen Flußbades finanziellen Unregelmäßigkeiten auf die Spur gekommen, als deren Urheber der Leiter des Bades, der sozialdemokratische Stadtverordnete Jean Collet, ermittelt wurde. Collet ist sogleich fristlos aus dem Dienst der Stadt entlassen worden und mußte auch sein Stadverordnetenmandat niederlegen. Aschaffenburg. In Groß- Ostheim sind am Freitag früh durch ein Großfeuer die Werkstätten und Hallen des Zimmermeisters Peter Anselm Kapraum eingeäschert worden. Die Feuerwehr konnte nur die Sicherung der Wohnräume übernehmen. Aisfeld. In dem Orte Groß- Felda wurde gestern die Schürze eines neun Jahre alten Mädchens, das sich am Herd zu schaffen machte, von Flammen ergriffen, die sich so rasch ausbreiteten, daß die Kleidung des Kindes im Nu lichterloh brannte. Das be= dauernswerte Mädchen lief brennend im Hause und Hofe herum, bis einige Nachbarsleute aufmerksam wurden und die Flammen erstickten. Jedoch war das Kind am ganzen Körper schwer verbrannt. In sehr ernstem Zustande mußte es dem hiesigen Kranfenhaus zugeführt werden. Nr. 67. teten Regen, haben sich neben dem Grünland auch die Hackfrüchte so leidlich erholt. Dabei läßt sich, wie bei ähnlichen Trdenperioden früherer Jahre, immer wieder die Beobachtung machen, daß gut ernährte Pflanzen eine Zeit großer Dürre nicht nur leichter überstehen als schlecht ernährte, sondern sich dann auch wieder rascher erholen. Diese Tatsache findet ihre Erklärung in dem weit verzweigteren Wurzelsystem der Pflanze und in den angesammelten Reservenährstoffen der ober- und unterirdischen Organe. Solche Beobachtungen der diesjährigen Witterung muß sich der vorwärtsstrebende Landwirt für die Ernte des kommenden Jahres zu Nutze machen. Rom. Calabrien und die Provinz Cantazare sind in der letzten Nacht von einem leichten Erdbeben heimgesucht worden. In dem vom Erdbeben betroffenen Ortschaften bemächtigte sich der Bevölkerung eine Panik, alles stürzte aus den Häusern heraus auf die Straßen und verbrachte die Nacht im Freien. Todes= opfer sind nicht zu beklagen, da die Erdstöße keinerlei Schäden verursachten. Vilbel. Dem Gastwirt A., der für die Tage des Vilbeler Marktes die Bayerische Bierhalle auf dem Festplatz gemietet hatte, wurden auf bis jetzt noch unaufgeklärter Weise 1000 Mark aus der Kasse entwendet. Darmstadt. Die Darmstädter Herbstmesse fällt dieses Jahr in die Zeit vom 28. September bis 7. Oktober; sie wird auf dem Merdsplay am Hallenschwimmbad stattfinden. Die Plätze für die Verkaufsmesse werden am 1. September öffentlich meiſtbietend versteigert. 差 - Sofort wenige Die Zeiten, so zu wirtschaften, wie es Vater und Großvater in der ,, guten alten Zeit" gemacht haben, sind vorbei. Der Landwirt von ,, heute" muß wirtschaftlich und rationell arbeiten, sonst tommt er nie und nimmer auf einen grünen Zweig. nach dem Abernten wird er das Land leicht schälen Zentimeter tief genügen nach der alten Bauernregel: ,, Der Pflung soll am Erntewagen hängen." Das kann sogar noch geschehen, solange das Getreide noch in Hocken steht. Man fährt mit dem Schälpflug, Kultivator oder Grubber durch die Reihen, um das Land aufzureißen.. Der Zweck dieser Verrichtung ist ohne weiteres klar. Jm Boden haben sich haarfeine Kanälchen gebildet, durch die Wasser an die Oberfläche steigen kann, um hier natürlich zu verdunsten. Die trodene Krume wirft wie ein Fließpapier, das immer wieder Feuchtigkeit von den unteren Schichten nach oben saugt, sodaß der Boden tief austrocknen muß. Durch das Lockern aber werden diese seinen Haarröhrchen zerstört. Das Wasser kann nicht mehr aufsteigen und jetzt ,, isoliert" die obere Schicht das Darunterliegende. Das durch den Regen in den gelockerten Boden eindringende Wasser wird auch dann viel leichier festgehalten. Diese Regelung des Wasserhaushaltes ist für das Keimen und die erste Wachstumsperiode der Herbstsaat von großer Wichtigkeit. Französisches Flugzeugmanöver über deutschem Gebiet. Kehl. Wie nunmehr bestätigt wird, wurde am Mittwoch ein französisches Flugzeuggeschwader, bestehend aus sechs Flugzeugen, beobachtet, das über der Stadt Kehl seine Uebungen abhielt und dann weiter in Richtung Appenweier badisches Gebiet überflog. Ein Gesetz für die Dienstboten. Seit längerer Zeit schon ist der Entwurf eines ,, Gesetzes über die Beschäftigung im Haushalt" ausgearbeitet und er ist jetzt vom Reichsarbeitsminister nach Zustimmung des Reichsrates dem Reichstag vorgelegt worden. Unter den Gefeßentwurf fallen alle Arbeitnehmer, die im Haushalt mit hauswirtschaftlichen Arbeiten oder persönlichen Diensten gegen Entgelt oder zum Zwecke der Berufsausbildung beschäftigt werden. Es fallen also darunter Dienstboten, Köche usw. Nach dem Gesetzentwurf können an Sonn- und Festtagen nur laufende Arbeiten verlangt werden. Der Urlaub muß in den beiden ersten Jahren, wenn das Arbeitsverhältnis ununterbrochen 9 Monate gedauert hat, mindestens 1 Woche, in den folgenden Jahren mindestens 2 Wochen betragen. Der Gesezentwurf enthält außerdem andere ausführliche Bestimmungen über den Inhalt des Dienstvertrages. Schwierig wird es sein, festzustellen, wer unter das Gesetz fällt, weil viele Dienstboten usw. nur teilweise mit Haushal tungsarbeiten beschäftigt sind. Winke für die Herbstbestellung. Von Landw.- Lehrer Dr. P. Lieb. Erichei Bezugspreis Hutionsjchluß fri Hendung nicht verlo Bom Standpunkt der Fruchtfolge aus wäre eine Bestellung des Wintergetreides nach Hackfrucht meistens das Richtige. Da diese aber das Feld sehr spät räumt, ist dies nicht immer durchführ bar, besonders in Gegenden mit rauhen Lagen. Soweit nicht umgebrochene Kleeschläge oder Felder, auf denen Frühkartoffeln standen, für die Wintersaat in Frage kommen, folgt meist Wintergetreide auf Sommerfrucht. Der daher etwas beraubte Boden muß bezüglich der Nährstoffe aufgefrischt werden. Bei Böden, die im Vorjahre reichlich mit Stallmist gedüngt wurden, genügt cine leichte Stidstoffgabe von 40 bis 60 Pfund Kalfsalpeter pro Morgen bei der Bestellung gegeben. Böden jedoch, die auch Rali- und Phosphorsäure- bedürftig erscheinen, gebe man Nitrophoska III; auf leichten Böden, besonders in klimatisch ungünstiger Lage mit frühen Wintern, 50 bis 80 Pfund pro Morgen, während die viel kräftigeren Böden Mittel- und West- Deutschlands die insgesamt zugedachte Düngermenge, bereits im Herbst gegeben, am besten verwerten. Diese Maßnahme der Herbstdüngung ist unerläßlich, damit das Getreide genügend gekräftigt in den Winter kommt. Des Landwirtes schönste aber auch arbeitsreichste Zeit ,, die Ernte" hat begonnen. Der größte Teil der Halmfrüchte ist be= reits unter Dach und Fach. Durch den, wenn auch etwas verspäfür Familien, Vereine und Behörden wie Sämtliche Drucksachen HAUSHALTUNGS- BÜCHER VERLOBUNGSANZEIGEN GRATULATIONS KARTEN liefert immer schnell, gut und preiswert STERBFALLANZEIGEN GEBURTS- ANZEIGEN EINLADUNGSKARTEN ALBIN KLEIN * Union* Heízí Kein Rauch, kein Ruß, keine Schlacken GIESSEN 43. Jahrg Politi Reichsfinanzmin Berlin, an der G Selampfung der A Bitlichaft stehen. Die durch den D30 errichtete Ditit In einer Sigun rach fig Reichsjuj ranenminifterium g Reichsarbeitsmi Fijgen Arbeitsmini prechung über die September nach Lo beantwortet. Der Roggen verlangt bekannterweise einen gesetzten Boden, d. h. Die Saat sollte je nach der Schwere des Bodens erst 2 bis 3 Wochen nach dem Tiefpflügen eingedrillt werden, sonst besteht leicht Gefahr des Auswinterns. Daß das Saatgut nach jeder Hinsicht einwandfrei sein muß, ist selbstverständlich; denn ,, wie die Saat, so die Ernte." Neue Bücher. Grod erzählt sein Leben! Grod hat die Sommerpause dazu benutzt, die Erinnerungen seines in tausend Berufen hart ge= sottenen Lebens lebendig zu machen und den Tasten seiner Schreibmaschine anzuvertrauen ,,, wie er wurde": wie er Uhrmacher war, Aufwäscher, Erzieher, Ausgeher, Kindermädchen, Klavierstimmer, Reisender, Tausendkünstler und Hansdampf in allen Berufen und wie er, Grock, die Sensation aller Erdteile wurde. Es wäre schwer, einen Biographen für ihn zu finden, wenn er nicht selber die Niederschrift seines Lebens in die Hand genommen hätte. Keine Apotheke wird ein besseres Mittel gegen Trübsal verschreiben können als diese, jetzt in der ,, Münchner Illustrierten" erscheinende Lebensgeschichte Grods, erzählt vont Grock! Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Billiges zu ganz mäßigen Zinsen z. Hausbau od. Kauf od. 3. Ablösung von Hypotheken. Off. unt. 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