Nr. 83 Pflege, ind eng idewirt rt, fonn aft aber je den Gesund ben die dere der Gießener Zeitung ( Gießener Tageblatt) Erscheint Mittwochs und Samstags. Eiweiß, Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. uhr nur Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rückweiden sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Verwen ere von inschten 43. Jahrg. I darin, - einer et der Be ben tön Detechnit, ung des oppelung ende Er Die Reichstagsfraktion des Landvolks hat in ihrer Frakgünstige tionsfigung erneut Einspruch gegen die Bertagung des Reichs: tages erhoben und beim Reichspräsidenten sofortige Einberufung des Reichstages gefordert. Bolitische Rundschau. Der Reichspräsident empfing den deutschen Botschafter in Paris Dr. v. Hoesch. fann. Die Einladungen des Reichsarbeitsministeriums zu Nachverhandlungen im Berliner Metallarbeiterstreit sind am Diens Wilhelm tagnachmittag abgegangen. Als Termin für die Verhandlunm. b. 5., gen ist der Donnerstag vorgesehen. Sinn und hlossenen treiben darboten. inzelschil m ersten Im Auswärtigen Ausschuß des Reichstages, der unter dem Versitz des Abgeordneten Dr. Frid zusammengetreten war, berichtete Außenminister Dr. Curtius über die Genfer Verhandlungen. Der in einen schweren Korruptionsskandal verwickelte eheinis und melige Zentrumsabgeordnete Nientimp, gegen den ein StrafBegon: verfahren wegen Steuerhinterziehung und Bestechung schwebt, tungen u. ist, einer Meldung des Berliner Lokalanzeigers zufolge, nach Straßburg geflüchtet. achlehrer, Lorenz art. 3,50 Der Reichsarbeitsminister hat an Stelle des ausgeschiede: nen Herrn Dr. Joachim Tiburtius von der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels den Herrn Dr. Lafferenz bei der ine Dich Vereinigung der deutschen Arbeitgeberverbände zum StellverInterricht tretenden Mitglied des Vorstandes der Reichsanstalt für mill, sollte Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung bestellt. 7. Wege Wiffen chgemäßet gend die Verlags ( Baden). 112 Blatt Funther berolat ren Teri Kalender regung, ich ein ächtigen Heinrich cht durch ende Teil die Nöte t, die be en Forde rland und des deut Gießen. * NWK cken probt en * Eine Europorcije Owen Youngs steht mit der Frage der Frage der Reparationszahlungen im Zusammenhang. Die Verhandlungen zwischen Zechenverband und Bergarbeiterverbänden im Ruhrgebiet über das Arbeitszeitabtommen, das von den Gewerkschaften gekündigt worden ist, sind agebnisles verlaufen. Anfang November wird sich der Schlichter weiter mit der Sache beschäftigen. Der Rat der Volkskommissare der Sowjetunion hat be: schlossen, daß diejenigen Länder, die die russische Ausfuhr be: fämpfen, in Zukunft teine größeren russischen Bestellungen mehr erhalten dürfen. Weiter wurden mit sofortiger Wirkung jämtlichen Vorrechte für die Durchfuhr von Waren aus den gleichen Ländern aufgehoben. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 22. Oktober 1930 Die Wahlen zum norwegischen Storthing sind im ganzen Land ruhig verlaufen. Die Wahlbeteiligung war sehr start. Soweit feststellbar ist, haben die Rechtsparteien starten Stimmzuwachs zu verzeichnen. Die Arbeiterpartei hat ungefähr acht Mandate verloren. tage zu Tode gekommen. Da die Markenkontrolle auf dem Unglücksschacht durch die Explosion ebenfalls zerstört wurde, hält es schwer, festzustellen, wie viele Bergleute sich noch im unterirdischen Betrieb der Grube befinden. Die gesamte Belegschaft der Frühschicht, die kurz vor dem Unglück eingefahren war, betrug 660 Mann. Der weitaus größte Teil der Belegschaft ist allerdings schon aus der Grube herausgezogen worden. Nach einer Meldung des revolutionären Hauptquartiers in Rio Grande do Sul sind die Regierungstruppen im Staate Matto Grosso zu den Aufständischen übergegangen. Damit befindet sich nach Angaben der Revolutionäre ganz Brasilien, mit Ausnahme der Staaten Rio de Janeiro, Sao Paulo und eines Teiles von Bahia, in den Händen der Aufständischen. Die Horchwerte haben beim Arbeitsministerium die vollBändige Stillegung des Zwidauer Werkes beantragt. Nachrichten aus Kanton zufolge sollen beim Brande in Wutschau 650 Chinesen ums Leben gekommen sein. Im Hochheimer Separatistenprozeß, der in Form einer Beleidigungsklage des ehemaligen preußischen Staatsrates und Weingutsbesitzers Haenlein gegen die Hochheimer Bürger Ballmann und Pistor wegen des Vorwurfs des Separatismus geführt worden ist, wurde das Urteil verkündet. Die beiden Brivatbeklagten Ballmann und Pistor wurden freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Privatkläger Haenlein zur Laft. Youngplanrevision. Berlin, 21. Okt. Der Ausschuß trat heute unter dem Vorsitz des nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Frick zu einer Sigung zusammen. Hieran schloß sich eine längere Aussprache, an der sich die Vertreter aller Parteien beteiligten. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Am Mittwoch, den 29. Oktober, wird sich der Auswärtige Ausschuß mit den Anträgen über die Schutzund Revisionsmöglichkeiten des Youngplanes befassen. Politische Schlägerei in drankfurt a. M. In einem von Nationalsozialisten besuchten Lokal in der Niddastraße in Frankfurt a. M. tam es in der Nacht zum Montag zu einer schweren Schlägerei zwischen Mitgliedern des kommunistischen Antifaschistischen Kampfbundes und Nationalsozialisten, in deren Verlauf der dem Antifaschistischen Kampfbund angehörende Arbeiter Breitenbach mit einem Bierglas einen Schlag gegen den Hinterkopf erhielt, an dessen Folgen er kurz nach seiner Einlieferung im Krankenhaus verstarb. Das Ueberfallkommando nahm mehrere Verhaftungen vor. Die Verluste ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. der Wohnungsbaugesellschaft Heidelberg. Heidelberg. Im Amtsgericht fand die erste stark besuchte Gläubigerversammlung der in Konkurs geratenen Wohnungsbaugesellschaft statt, deren Gesamtverlust auf mindestens 2,6 Millionen RM. beziffert wird. Die armen Schulschwestern in Spener erleiden einen Verlust von rund 2 Millionen RM. Die Gesellschaft hat allein bei einer holländischen Schwindelfirma 654 000 RM. verloren, der das Geld von Rechtsanwalt Ludwig Müller zu Spekulationszweden überwiesen worden IDOI. Die neue hessische Gemeindeordnung. Nummer 84 Schicksalsfragen am Oberrhein. Die jetzige Lage und ihre Entwicklung. Die Kanalisierung des Oberrheins. Der„ grand Cana: d'Alsace". Interessenausgleich und Versailler Vertrag. Wenn auch die Kanalisierungspläne am Oberrhein schon öfter mehr oder weniger übersichtlich erörtert worden sind, so ist doch einem großen Teil der Fernstehenden ein klares Verständnis für die große Bedeutung dieser Frage noch nicht aufgegangen. Das mag daran liegen, daß sich bei den Oberrheinfragen nicht nur technische und wirtschaftliche Fragen eng vermischen, sondern daß auch zwischen den wirtschaftlichen und politischen Ursachen und Wirkungen nahe Verbindungen bestehen, woraus einige Schwierigkeiten für die Beurteilung durch den Fernstehenden erwachsen. Wirtschaftliche Benachteiligungen auch nur eines Teiles von Deutschland müssen sich aber umso schwerer für das Ganze auswirken, als unsere ganze Wirtschaft sich in einem stark erschütterten Zustande befindet, und umsomehr sie die lebendigen Kräfte angreifen, die in solch hohem Maße vom Rhein und vom rhei: nisch- westfälischen Industriegebiet ausstrahlen. Der hessische Minister des Innern hat soeben den Teilentwurf einer nenen hessischen Gemeindeordnung der Deffentlichkeit übergeben. Der Entwurf stellt eine Referentenarbeit dar, die vor der endgültigen Fassung und Zuleitung an die Gesetzgebungstörperschaft den interessierten Behörden und Organi sationen zur Stellungnahme übersandt und gleichzeitig auch den Fraktionen des Landtags einstweilen zur Kenntnis gebracht worden ist. Er macht den Versuch, das bisher in zwei Gesetzen ( Städteordnung und Landgemeindeordnung) getrennte Recht der hessischen Gemeinden in einer einzigen Gemeindeordnung zu vereinigen und es gleichzeitig zeitgemäß fortzubilden. Der 75 Artikel umfassende Entwurf hält, der Entwicklung der allgemeinen Rechtsauffassung in Deutschland entsprechend, an der bisherigen Bürgermeisterverfassung fest und beseitigt auch für die Städte das Recht zur Einführung der Magistratsverfassung, von dem übrigens bisher in feinem Falle Gebrauch gemacht worden ist. Er regelt in seinem ersten Teil das Gemeindeverfassungsrecht, in seinem zweiten Teil das Gemeindeverwaltungsrecht. Da das Gemeindewahlrecht und das Gemeindebeamtenrecht bereits in besonderen Gesetzen vorweg geregelt sind, enthält der Entwurf hierüber keine Bestimmungen. Er wird als Teilentwurf bezeichnet, weil außer der Regelung der Staatsaufsicht insbesondere auch die Bestimmungen über die Verwaltung des Gemeindevermögens und die Gemeindeabgaben noch ausstehen. Die einstweilige Bekanntmachung erfolgt, um die von dem Landtag gewünschte beschleunigte Vorlage des Gesetzentwurfs zu ermöglichen, ohne den interessierten Ein Sprengstofflager fliegt in die Luft. Stellen die Gelegenheit zu nehmen, schon vor Einbringung des Aachen, 21. Oft. Dienstag morgen gegen 6.45 Uhr ereignete sich im Wilhelmsschacht der Grube ,, Anna" des Eschweiler Bergwerksvereins in Alsdorf ein furchtbares Unglück. Eine Stichflamme schlug aus dem Schacht hervor. Zwei Förderkörbe jausten in die Tiefe. In kurzer Zeit war der Schachtaufbau dem Erdboden gleichgemacht. In der Nähe der Unglücksstelle türzten mehrere Häuser ein. Bis auf eine weit abgelegene Straße zersprangen sämtliche Fensterscheiben. Der Umfang der Katastrophe ist bisher noch nicht zu übersehen. Nach den letzten Meldungen wurden 22 Tote geborgen. 30 zum Teil Saywerperletzte sind ins Bartenberger Krankenhaus gebracht worden. Die Eisenbahnstrecke Herzogenrath- Stolberg ist ge= sperrt. 40 Tote. Aachen, 21. Oft. Nach amtlicher Mitteilung des Oberbeergamis in Bonn hat sich die Zahl der bei dem Grubenunglück im Alsdorf ums Leben gekommenen Bergleute und Bergwerksbeamten auf 40 erhöht Davon sind 20 übertage und 20 unters rss zu ihm Stellung nehmen zu können. Ledigensteuer. Es sind Zweifel darüber aufgetaucht, ob die verheiratete Ehefrau eines Lohnsteuerpflichtigen, die ebenfalls Einkommen aus nicht selbständiger Arbeit bezieht, als ledig im Sinne der Verordnung anzusehen ist. Dies wird deshalb angenommen, weil sich auf der Steuerkarte in diesem Falle kein besonderer Vermerk befindet. Diese Auffassung ist jedoch falsch, da die Frage zwar nicht im Gesetz, so doch in den Durchführungsbestimmungen über den Zuschlag zur Lohnsteuer der ledigen Arbeitnehmer vom 30. 7. 1930 eindeutig geregelt ist.§ 7 D. B. Abs. 1, Ziffer 1 regelt diese Frage wie folgt: Bezieht die Ehefrau einer einkommensteuerpflichtigen Person Arbeitslohn, so unterliegt die Ehefrau nicht dem Ledigenzuschlag. Auf der Steuerkarte der Ehefrau sind im Regelfall Familienermäßigungen nicht aufgeführt. Der Arbeitgeber hat daher von der Erhebung des Ledigenzuschlags abzusehen, wenn ihm die Arbeitnehmerin durch Vorlage einer amtlichen Bescheinigung ( z. B. Heiratsurkunde) die Tatsache der Verheiratung nachweist. Im Septemberheft der Zeitschrift für Geopolitik" nehmen 2 hervorragende Fachleute, die Ministerialräte Dr. Dr. Fuch s und Dr. K. Scheffelmeier, Karlsruhe, zu den Problemen des Oberrheins Stellung. Ihre Ausführungen sollten weit über den Rahmen des eigentlichen Rheingebiets hinaus eindringliche Beachtung finden, zumal sie in geradezu beispielhafter Art lehren, in welch hervorragender Weise Verkehr und Wirtschaft aufeinander abgestellt sind. Die Wiederangliederung Elsaß- Lothringens an das Reich nach dem Kriege 1870/71 fand ihren wirtschaftlichen Ausdruck durch eine starke Verkehrsverbundenheit der beiden Länder Baden und Elsaß- Lothringen, die auf den beiden Seiten des Rheins durch die Gemeinsamkeit der alemannischen Rasse, derselben Sprache und der gleichen Kultur, also durch natürliche Bindungen, zusammengehören. 5 feste Eisenbahn-, eine feste Straßenbahnbrücke und 10 Schiffbrücken mit lebhaftem Verkehr hinüber und Die Schiffbarmachung des Rheins bis herüber zeigten das an. Straßburg herauf, dem Ausgangspunkt der zum französischen Kanalnetz überleitenden Kanäle, fügte den Ost- Westverbindungen die Angliederung über den Rhein an das rheinisch- westfäl. Industriezentrum und an die Nordsee in süd- nördlicher Richtung hinzu, und es entstand der Gedanke, durch Kanalisierung des Oberrheins aufwärts über Straßburg hinaus die Großschiffahrt über Basel bis an den Bodensee auszudehnen. Zugleich sollten auf dieser Strecke die Wasserkräfte über die bestehenden Wasserfraftwerke hinaus in größerem Umfange für die Gewinnung elektrischer Energien ausgebaut werden, da sie, besonders am deutsch- schweizerischen Rhein, zu den vorteilhaftesten der Welt gehören, während schon infolge des geringeren Rheingefälles die badisch- elsässischen sich in der Gewinnung teurer stellen. Dafür bietet aber die Strede zwischen Straßburg und Basel günstigere Möglichkeiten für die kanalisierte Rheinschiffahrtsstraße als die aufwärts von Basel liegende. Diese natürlichen Bedingungen hatten in der Rheinschifffahrtsakte von 1868 ihre Ausprägung gefunden, die für die Strecke von Basel bis zum Meer das Freibleiben von allen Behinderungen der Schiffahrt vorsah, dagegen nicht für die Strede Basel- Konstanz. Die Schweiz hatte an diesen Bestimmungen der Rheinschifffahrtsakte umsomehr das natürliche Interesse einer ungehinder ten Verbindung mit dem rheinisch- westfälischen Industriebezirk und der Rheinmündung, als ihr infolge der eigenen, überSchüssige Kraft erzeugenden Wasserkraftwerke nichts daran liegen fonnte, die Rheinschiffahrt unterhalb Basel durch schiffahrtshindernde Werke bebaut oder durch zollüberwachte und in ihrer Wirtschaftlichkeit zweifelhafte Seitenkanäle ausgeschaltet zu sehen. Als sich durch die elsässische Forderung nach Anlage eines Kraftwerks bei Kembs unterhalb Basel ein Interessengegensatz zu Baden auszubilden begann, hatte die deutsche Reichsregierung einen den Interessenausgleich herbeiführenden Plan zur Hand, dessen Ausführung der Kriegsausgang verhinderte, der eine völlige Verschiebung der Lage herbeiführte. 1918 Denn während das Elsaß vor dem Kriege mangels anderer Kraftquellen ein verständliches Interesse an den Rheinwasserfräften hatie, ist es nach seiner Angliederung weniger auf die teuere Kraftgewinnung aus dem Rhein unterhalb Basel angewiesen, als auf die großen in den Westalpen ruhenden Reserven Frankreichs, die im Zeitalter der Fernübertragung eine unge= hinderte Freizügigkeit der Energiewirtschaft gewährleisten. Der elsässisch- französische Anspruch auf Energiegewinnung aus dem Rhein unterhalb Basels ist also nicht mehr stichhaltig. Verständlich wird er daher nur durch den französischen Wunsch, die Großschiffahrt und ihren End- Umschlagsplatz nicht von Straßburg durch eine Kanalisation des Rheins weiter südlich nach Basel zu veriegen, da Straßburg durch die deutsche Verkehrspolitik einen fabelhaften Aufstieg erlebt hat. Infolgedessen vertritt jetzt das Elsaß und mit ihm Frankreich den Standpunkt, daß der Rhein oberhalb Straßburgs bis Basel nicht ausbaufähig, sondern nur durch seine Wasserkräfte bedeutungsvoll sei, während der Schiff Mittwoch, den 22. Oktober 1930. fahrt durch die Anlage eines Seitenkanals, des Grand canal d' Alsace, auf dem linken, jetzt französischen Rheinufer, besser zu helfen sei. Baden nahm schon früher bei diesem schweizerisch- elsässischen Gegensatz insofern eine Mittelstellung ein, als es für die Schiffbarmachung des Rheinlaufs über Basel hinaus bis zum Bodensee für Rheinkähne eintrat und in die Anlage von Seitenkanälen einwilligen wollte, insofern sie aus technischen Gründen sich auf furze Strecken zur Umgehung von Stromhindernissen notwendig erwiesen. Der banalisierte Rheinstrom ist von beiden Uferseiten aus benutzbar, es ist für die Schiffahrt einfacher und billiger als ein Seitenkanal, der nur für eine Stromseite von Wert ist. Baden wollte dem Gesichtspunkte der Kraftgewinnung da durch Rechnung tragen, daß bei Anlage der notwendig werdenden kurzen Seitenkanäle an den Stauwehren Kraftanlagen errichtet würden. So konnte allen Wünschen unter Befolgung natürlich vorgezeichneter Vorbedingungen Rechnung getragen werden, indem die Interessengemeinsamkeit aller Anliegerstaaten des Rheinstroms richtungsweisend in den Vordergrund gestellt wurde. Diese Interessenverbundenheit kam rechtlich darin zum Ausdruck, daß die Schweiz durch die Rheinschiffahrtsakte das Recht der unbehinderten Schiffahrt von Basel stromabwärts verbürgt erhalten hatte, so daß die andern beiden Ländern leine Eingriffe durch Bauten von Kraftwerken oder Seitenkanälen vornehmen konnten, während wiederum für sie keine Verpflichtung bestand, etwaigen Kanalisierungswünschen der Schweiz für das Rheinbett Rechnung tragen zu müssen. Dieses Aufeinander angewiesensein der Interessen hätte zweifellos zu einem Ausgleich in den Oberrheinfragen geführt, wenn nicht der Kriegsausgang Frankreich wieder zum Stromanlieger gemacht hätte, das durch den Versailler ,, Vertrag" sich eine ausschlaggebende Machtstellung sicherte. Nach dem Artikel 358 dieses Vertrages hat sich Frankreich nämlich das Recht vorbehalten, das Speisungswasser für alle gebauten und noch zu bauenden Kanäle aus dem Rhein zu entnehmen und alle durch den Ausbau des Stromes erzeugte Kraft für sich zu behalten mit dem Vorbehalt, daß die Hälfte der gewonnenen Kraft an Deutschland vergütet werden muß. Die Ausübung dieser Rechte darf weder im Rheinbett noch etwa in den an seine Stelle tretenden Ableitungen die Schiffbarkeit beeinträchtigen oder die Schiffahrt erschweren, auch darf sie teine Erhöhung der bis dahin nach Maßgabe des geltenden Abkommens erhobenen Abgaben nach sich ziehen. Alle Bauentwürfe sind der Zentralkommision zur Feststellung, ob diese Bedingungen erfüllt sind, vorzulegen. Deutschland hat sich verpflichtet, keinen Seitenkanal oder eine Ableitung auf der rechten Stromuferseite( also im eigenen Land!) gegenüber der französi schen Grenze zu unternehmen oder zuzulassen. Es ist demnach so gut wie ausgeschaltet, da die Zahl seiner Sitze in der Zentralkommision, obwohl der Rhein zu mehr als% seiner Länge deutsches Hoheitsgebiet bespült, nur vier von 19 beträgt, während Frankreich mit seinen Verbündeten Belgien, Großbritannien und Italien über 10 Sitze, die Schweiz über 2 und die Niederlande über 3 Size verfügen. Die Niederlande und die Schweiz sind durch Sonderzugcständnisse ungefährlich für die Zentralkommision, und ihre Stimimen zusammen mit den deutschen können ja auch keine Mehrheit hervorrufen, zumal die Schweiz einen Siz in der Zentralkommission erhalten hat. Die Schweiz hat die These vom„ freien Rhein" begraben. Der französische Plan eines kombinierten Kraft- und Schifffahrtskanals von Basel bis Straßburg ist von der Zentraltomission genehmigt. Er soll in großen Ausmaßen links des Rheins ausgeführt werden und dem Rhein bis zu 950 cbm/ sec. ,, N'ayant pas pu mourir". N'annt pas pu mourir" beginnt der denkwürdige Brief, den Napoleon III. am Nachmittage des 1. September 1870 aus Sedan an den König Wilhelm richtete. Am frühen Nachmittage hatte König Wilhelm, nachdem infolge der Beschießung an mehreren Stellen in Sedan Feuer ausgebrochen war, dem Oberstleutnant von Bronsart mit dem Hauptmann von Winterfeld als Parlamentär unter weißer Fahne abgesandt, um die eingeschlossene französische Armee und die Festung Sedan zur Uebergabe aufzufordern. Kronprinz Friedrich Wilhelm erzählt, daß von Napoleons Anwesenheit in Sedan zunächst im Hauptquartier nichts bekannt gewesen sei. Gerüchtweise verlautete, daß er bei der Armee sei, aber diese Kunde fand keinen Glauben. Immerhin wollte das Gerücht nicht verstummen. König Wilhelm regte, aber fast nur in ungläubigem Scherze mit Bismard, Roon und dem Kronprinzen die Frage an, was denn, gesetzt, daß wir den Kaiser Napoleon wirklich in unsere Hand bekämen, mit einem solchen Gefangenen anzufangen sei." Als es zu dämmern begann, erschien Oberstleutnant von Bronsart wieder. Er hatte in Sedan den Kaiser Napoleon selbst gesprochen, der seine Bereitwilligkeit, zu unterhandeln, in einem an den König gerichteten Brief, den sogleich sein Adjutant, General Graf Reille, überbringen werde, aussprechen wollte. Was beim Anhören dieser Meldung in eines jeden Brust vorging, ist leicht erklärlich. Das Erschütternde und Gewaltige eines solchen Erlebnisses liegt auf der Hand. Nichts bezeichnet die Stimmung der Anwesenden vielleicht besser, als daß, nachdem Oberstleutnant von Bronsart seine Meldung erstattet hatte, jemand hinter mir laut sagte:„ Run muß alles Hurra rufen", dieser Aufforderung aber so schwach Folge gegeben wurde, daß der Ruf mißlang. Die Ursache dieses mißglückten Surras" suche ich darin, daß jeder unwillkürlich fühlte, die Größe des Ereignisses fände in einem solchen Ausrufe nicht den entsprechenden Ausdruck, und daß es eben deutsche Art ist, sich bei großen Begebenheiten nicht zu lauten Rundgebungen hinreißen zu las= sen. Jedenfalls war uns allen zu Mut, als träumten wir." ( Kaiser Friedrich: Kriegstagebuch S. 93.) Nun erschien der Graf Reille, vom Hauptmann von Winterfeld und einem preußischen Ulanen- Trompeter begleitet. Er stieg vom Pferde und ging, sein Generals- Käppi in der Hand, zwar gesenkten Blides, aber in keiner Weise etwa würdelos, auf den König zu und überreichte ihm mit wenigen Worten den Brief seines taiserlichen Herrn. Graf Reille war seit dem Jahre 1867 dem König und dem Kronprinzen persönlich be= fannt; er war bei dem Besuche in Paris im genannten Jahre zum Kronprinzen als Begleiter fommandiert gewesen und ,, hatte sich als ein liebenswürdiger, vornehmer Mann im besten Sinne des Wortes erwiesen." Jener historische Brief lautete: Mein Herr Bruder! Da ich nicht sterben tonnte in der Mitte meiner Truppen, bleibt mir nichts übrig, als meinen Degen in die Hände Ew. Majeſtät zu übergeben. Ich bin Ew. Majestät guter Bruder Napoleon." ,, Gießener Zeitung" an Wasser entnehmen, das nach Ausnutzung in 8 Stufen erst bei Straßburg dem Flußlauf wieder zugeführt werden soll. Infolge ungenügenden Wasserstandes muß bei seiner Ausführung die Schiffahrt aus dem Rhein heraus auf ihn verlegt werden. Infolge des Fehlens einer bestimmten Frist, innerhalb deren Frankreich den Kanal auszuführen hat und bei der Ungewißheit, ob es jemals zu seinem Ausbau kommen wird, obwohl die erste Stufe zur Umgehung der Jsteiner Schwelle, unterhalb deren die Regulierung ansetzen soll, bereits seit 2 Jahren gebaut wird, haben sich Deutschland und die Schweiz zur Regulierung des Oberrheins bis zum Bodensee mit einem Kostenaufwand von etwa 50 Millionen Mark in 10 bis 11 Jahren entschlossen. Indem Deutschland die Bearbeitung der Pläne und ihre Bauausführung übernimmt, beteiligt es sich zu 40% an den Kosten. Sollte der französische Seitenkanal zur Ausführung gelangen, die einen Zeitraum von langen Jahren umfassen dürfte, so wäre die Rheinkanalisierung voraussichtlich vergeblich gewesen. Die Zentralkomission hat auch ihre Ausführung genehmigt, und sie ist ebenfalls in Angriff genommen. Außerdem begleitet den Rhein auf seinem linken Ufer bekanntlich von Straßburg bis Basel der für die Schiffahrt unzulängliche Rhein- Rhone- Kanal. Ueber die von der tatsächlichen Ausführung des neuen Seitenfonals erwarteten Wirkungen berichtet die noch folgende Darstellung. Gm. Lokales. * Steuerbescheide. Diejenigen Steuerpflichtigen, die noch feinen Steuerbescheid erhalten haben, haben dies alsbald dem Städtischen Rechnungsamt, Stadthaus, Zimmer Nr. 17a, mit zuteilen. * Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege. Sämtliche Jugenpflege treibende Vereine, die die Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege für die Jahre 1931/32 glauben in Anspruch nehmen zu dürfen, werden hiermit ersucht, ihre Anträge für Bescheinigungen bis zum 1. Dezember 1930 dem Ministerium für Kultuss und Bildungswesen, Darmstadt, Wilhelminenstraße 3, einzureichen. Um den Reichsbahndirektionen am Anfang des Jahres 1931 eine genaue Liste über die anerkannten Jugendpflegevereine übersenden zu können, ist die Einhaltung des Termins unbedingt erforderlich. Die Führerausweise behalten nach wie vor ohne Zeitbeschränkung Gültigfeit. Neue Führerausweise werden von den Vereinen selbst ausgestellt und sind von den Ortsbehörden zu beglaubigen. * Wohlfahrtsbriefmarken und Postkarten für das Jahr 1930 wurden herausgegeben. Es sollte Pflicht eines jeden Deutschen sein, nach Kräften durch die Benutzung dieser Briefmarfen und Karten die Not der Mitmenschen zu lindern. 80% des Reinertrages werden an Mütter, Kinder und Jugendliche unter besonderer Berücksichtigung der Erholungsfürsorge werwendet. * Postwertzeichen- Verkaufsstellen. Eine amtliche Verkaufsstelle für Postwertzeichen ist bei Herrn Hans Helfrich, Feinfostgeschäft, in Gießen, Friedrichstraße 2, eingerichtet worden. * Kraftposthaltestelle. Die Haltestelle am Neustädter Tor für die aus der Richtung Krofdorf und Wißmar eintreffenden Kraftpostwagen von der Rodheimerstraße( Biebertalbahnhof) ist nach der Westanlage verlegt worden * Anmeldungen zu den Meisterprüfungen bis 15. Novem ber 1930. Wer also die Meisterprüfung im fkommenden Jahre ablegen will, muß sich bis zu dem genannten Termin bei seiner zuständigen Prüfungskommision angemeldet haben. * Kepler- Schulfeiern. Auf Anordnung des hessischen KulGeschrieben ist dieser Brief in dem Gebäude der Mairie zu Sedan, dem Quartier Napoleons. Am Nachmittag des 31. August war Napoleon in Sedan angekommen und hatte in der Präfektur Wohnung genommen. In seiner unmittelbaren Umgebung befanden sich seine General- Adjutanten Graf Reille, der Prinz von der Moskwa, General Castelnau und General Vaubert, seine Leibärzte Dr. Couneau und Dr. Nelaton. Der Kaiser war schwer leidend und vermochte die Strapazen des Feldzuges nur mit Mühe zu ertragen; bekanntlich ist er drei Jahre später, am 9. Januar 1873 einer Stein- Operation erlegen. Trübe Stunden lagen hinter ihm. Von seinem Sohne, dem am 16. März 1856 geborenen Prinzen Louis( Lulu) hatte er schon bei Beginn des Marsches von Chalons nach Sedan Abschied ge= nommen und ihn mit seinem Gouverneur nach Mézières gesandt, um von dort nötigenfalls nach Belgien gehen zu können. Schweigend hatte er seinen Sohn umarmt, der immer wie der bat, bei seinem Vater bleiben zu dürfen Endlich hatte sich der Kaiser losgerissen und war in tiefer Melancholie von dannen gefahren. In der Mairie wurde er von dem Maire und einigen Gemeinde- Vertretern von Sedan begrüßt, die die Hoffnung ausdrückten, daß das Kriegsglüd sich wenden und der Sieg wieder die kaiserlichen Adler umschweben möge. Napoleon hatte diese Worte ungeduldig, beinahe gleichgültig angehört. Noch einmal redete Mac Mahon ihm zu, über Mézières nach Paris abzureisen, Napoleon aber beharrte darauf, bei der Armee zu bleiben. Nach einer unruhigen Nacht erhob sich der Kaiser am 1. September früh, um aufs Schlachtfeld zu reiten Er legte die Generalsuniform an mit dem großen silbernen Stern der Ehren- Legion; als Ordensschmuck trug er nur noch die Medaille für den italienischen Feldzug und den Schwedischen Schwert- Orden. Durch die„ Porte de Balan" verließ er mit seinem Gefolge die Festung. Da erschien plötzlich an einer Biegung des Weges eine Abteilung Kürassiere, langsamen Schrit tes in der Richtung nach Sedan dem Kaiser enigegenreitend. Es war die Stabswache des Marschalls Mac Mahon, die den verwundeten Feldherrn nach Sedan geleitete. Napoleon reichte tief erschüttert seinem verwundeten General die Hand; auf ihn hatte er alle Hoffnung gesetzt, trotz der Niederlagen von Weißenburg und Woerth! Hatte dieser tapfere Soldat ihm doch einst die Siege von Magenta und Solferino erfochten, die er ihm mit dem Herzogstitel gedankt hatte. Tragik der Feldherren! Benedek, Desterreichs tapferster und erfolgreicher Heerführer, erlag bei Königgräz, Mac Mahon verlor Weißenburg und Woerth und sant verwundet bei Sedan! Später ist der kaiserliche Marschall der Präsident der französischen Republik gewor den, die ihm ihre Wiedererstarkung verdankt! Mac Mahons Verwundung rief Streit um den Oberbefehl hervor. Der Kaiser hatte alle Gewalt der Kaiserin- Regentin in Paris übertragen. General Ducrot als Rangältester verlangte das Oberkommando, General Wimpffen begehrte es für sich, auf die Vollmachten des Kriegsministeriums in Paris pochend. Auf dem Schlachtfeld heroischer Kampf der tapferen deut schen Truppen, nicht minder tapfer fämpfen die Franzosen. Bei Bazailles, bei Daigny, bei Gironne, bei Jlly, bei Floing werNr. 84 tusministeriums findet am 15. November in den Schulen eine Kepler- Gedenkfeier statt. An diesem Tage sind es 300 Jahre daß der große Astronom Johannes Kepler tot ist. * Das Lichtbild in der Schule. Unter Vorsitz von Kreis schulrat Lorentz- Lauterbach( Oberhessen), des Leiters der Hessi schen Lichtbildstelle für Schulen fand in Frankfurt eine Tagung hessischer Bildstellenleiter und Lehrfilmvorführer statt. * Rundfunt. In der Theaterwoche des Südwestdeutschen Rundfunks wird der Intendant unseres Stadttheaters, Hen Prasch mit Herrn Dr. Beigel, vom Frankfurter Bühnenvolks bund, am Donnerstag, den 30. Oktober, nachmittags 6,35 Uhr, ein Gespräch über„, Wanderbühnen und bodenständiges Thea ter" führen. * Gießener Konzertverein, der jetzt in sein 140. Vereins jahr tritt, hat auch dieses Jahr ein wertvolles Winterprogramm aufgestellt. Auch in diesem Jahre sind ein Chor- und drei Orchesterkonzerte vorgesehen. * Kaufmännischer Verein und Ortsgewerbeverein. Der 1. Vortrag findet am Donnerstag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, in der Neuen Aula statt. Herr Dr. Babenderode- Rostod spricht über ,, Das erwachende China". * Vom Eisverein. Eine moderne Eisbahn wird gegen wärtig auf den Wiesen an der Moltkestraße angelegt. Das Becken hat eine Größe von einem Morgen und erhält eine Tiefe von etwa 50 Zentimeter. Die Arbeiten werden von Erwerbs losen der Stadt ausgeführt. = * Train- Vereinigung 18. Das Ehrenmal für die Gefallenen der Großh. Hess. Train Abteilung Nr. 18 und ihrer Feldfor mationen wird am 16. November im Orangeriegarten zu Darm stadt feierlich enthüllt werden. Am 15. 11. findet im ,, Rummel bräu“ für die bereits anwesenden Festteilnehmer ein Be grüßungsabend statt. Am 16. 11. von 10 Uhr ab versammeln sich die Kameraden in der alten Trainkaserne, Eschollbrücker straße. Auskünfte erteilt Stabszahlmeister a. D. Fr. Werner, Darmstadt, Rückertstr. 26. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub E. V.( A. v. D.) Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke Brauer schwend Reuters ist aufgehoben. - Die Straßensperre auf der Provinzialstraße NäsbertsGrebenhain ist wieder aufgehoben. Kreistagung des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes. Mittwoch, Er Bezirksliga: VfB. 6 German Herman GC. 03 FC. Groß Spogg. 1. Bezirksklaj German Breidenbo Verein Der Kreis Mittelhessen des D. H. V. hielt am Samstag und Sonntag hier seinen Kreistag ab, am Sonntag fand der eigentliche Kreistag unter dem Vorsitz von E. Reuter- Gießen statt. Der Jahresbericht ergab eine aufsteigende Linie an Mitgliedern und gewerkschaftlicher und standespolitischer Auf gaben und Erfolgen. Kreisgeschäftsführer Schroeder referierte über„ Gewerkschafts- und sozialpolitische Fragen". wobei e auch das Regierungsprogramm und die Notverordnung kriti sierte. Ueber Bildungs- und Jugendfragen referierte Kreis jugendobmann Wißner. Im Schlußwort ging Gauvorsteher Auerbach Frankfurt auf die in dem Versailler Vertrag begründeten Grundübel und Nöte ein. Es wurde eine Entschließung angenommen, die u. a. besagt: Mit Befremden wurde fest gestellt, daß das Sanierungsprogramm der Reichsregierung den arbeitnehmenden Schichten einseitig hohe Belastung auferlegt. Mit Entschiedenheit wenden sich die Kaufmannsgehilfen gegen die beabsichtigte Gehaltssenkung, die die Kaufkraft der breiten Bevölkerungsschichten weiter herabmindert. Zur Reform der Arbeitslosenversicherung fordern sie die Möglichkeit der Gründung eigener Ersatzkassen und protestierten gegen die Erhöhung der Beiträge auf 6½ Prozent. den alle Mittel der Verteidigung angehäuft. Aus den Straßen gräben steigt unablässig der Dampf der Chassepot- Salven dort eingebuddelter Schüßen, zwischen den hohen Pappeln der Anhöhen rasseln die Mitrailleusen, auf den Berghängen feuert fieberhaft die Artillerie. Am Kirchhof von Balan hinter Bazailles hält der Kaiser Dann bricht die französische Kavallerie los: Husaren, grau mit Silberschnüren, die berühmten Lanziers, Chasseurs, Dra goner und Kürassiere. General Margueritte, der berühmteste Reiterführer des kaiserlichen Frankreichs, führt sie. Tödlich ge troffen stürzt er; General Galliffet jagt an der Spitze seine Reiter Division in die vordringenden deutschen Stürmer. Schle sier, Westpreußen, Hessen, Thüringer überbieten sich mit Bayern und Sachsen an Tapferkeit. ,, Die größte Anerkennung" schreibt Kronprinz Friedric Wilhelm ,, verdient unsere Infanterie für ihre besonnene ruhige Haltung und Ausdauer; am genauesten konnte ich dies bei den thüringischen Regimentern und bei der 19. Infanterie Brigade, die leider fast alle Offiziere verlor, beobachten und be wundern." Noch immer hatte Napoleon III. bei Balan das wütende Ringen beobachtet, der Verzweiflung nahe. Einzelne Granaten begannen bereits an der Stelle, wo der Kaiser hielt, einzuschlagen. Zahlreicher wurden die Flüchtigen welche auf dem Wege von Balan nach Sedan eilten. Da ging hart gedrängt von den stürmenden Bayern, ein französisches Regiment geordnet langsam aus Balan zurück. Der Prinz von der Moskwa ritt an den Kaiser heran, um ihn auf das Gefähr liche seiner Lage aufmerksam zu machen. Germania M Wallan Wiefenbod Sp. V. Wetlo Frohnhausen Breidenbach 1900 Gießen Niederz Friklar VfR. K SC. W German Sportfr VB. V 2. Bezirksklaj GC. N Azlar Ghring Verein Niedergirmes Ehringshause Gr. Bused Löhnberg Butzbach Weilburg Azlar Laubach Wette Glade Frank Womn Verein S. Glade Wommelshe Sp. u. Sp. Hessen" S.V. Feu FV. Mar F. C. Laa Eintracht Biedenkop ViB. Wet Mer Offer Niede Man Ver Dillenburg Burg Manderbach Niederscheld Sechshelden Offenbad Merkenbach Offdiln Gesellschaftssp Sport VFB. 9 B. 06 Gau GießenEhrings Weklare SC. W Azlar 2 ViB. Gi Niederm Steinber Geilsha Ettings Berein Riederohmen Ettingshausen Grünberg I. Geilshausen I. Quedborn I. Nieders Holzhau Leihgeft Daubri Garben 1900 G Stamge Flenjun Wetter SC. W Wetla Braun Tiefent Stodha Herman Jugend: 1900 G Nieder VIB. Nieder Braun Stodi Lauba Harba Herma Garbe 1900 Nach zeitgenössischen Darstellungen ließ der dritte Napoleon sich in seiner Haltung nicht beirren, sondern zog seinen Degen und schloß sich einer gegen Balun vordringenden neuen Sturm Kolonne an. Der Prinz von der Mostwa wurde in seiner un mittelbaren Nähe durch einen Streifschuß am Fuße verwundet. Der Angriff scheiterte; noch immer wollte Napoleon bleiben, da ergriff General Reille das Pferd des Kaisers am Zügel und wandte es rückwärts. Napoleon ließ es willenlos geschehen und folgte im Schritt den sich immer mehr auflösenden und immer schneller auf der Straße nach Sedan hineilenden Truppen. Die Hundertgarden" und die Generäle der Umgebung schlossen sich enger um den Kaiser, und in die Menge hinein sprengend, öffneten sie ihm einen Weg durch das Tor der Festung, gebrochen fehrte er in die Mairie zurück, die er am frühen Morgen verlassen hatte. So die Darstellung eines zeitgenössischen Schrift: stellers. In der Mairie empfing er kurz darauf den deutschen Parla mentär, den Oberstleutnant Bronsart von Schellendorf. Dort schrieb er den historischen Brief: N'ayant pas pu mourir". Das zweite Napoleonische Kaiser- Reich endete wie das erste durch deutsche Waffen. Die Rolle des Schiedsrichters Europas" war ausgespielt! Wie für den ersten Napoleon am Abend von Waterloo, so hieß auch hier für den dritten Napoleon das Schlußwort der Tragödie: ,, C'est fini". Dr. Ludwig Roth Gau Dill: Merte Offent Mand Nieder Nr.8 Schulen en 300 Jain Don Ki s der hef ine Tagu att. vestdeutig eaters, he Bühnenvoll s 6,35 diges Th 10. Verein etprogram und d Mittwoch, den 22. Oftober 1930. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport Ergebnisse aus dem Bezirk. Bezirksliga: VfB. Gießen Germania Fulda Hermannia Kassel SC. 03 Kassel FC. Großalmerode Spogg. Göttingen 1. Bezirksklasse: VfB.-K. Marburg 1: 2( 0: 1) Spielverein Kassel 3: 0( 1: 0) Hessen Hersfeld 0: 0 Hessen 09 Kassel 5: 2( 2: 2) Göttingen 05 2: 1( 1: 0) FC. Grone 4: 2( 2: 1) SpV. Wezlar 1. 3: 1( 1: 0) Wiesenbach 3: 1( 3: 0) Sport und und Spiel. 1. Gauklasse: Eisemroth Herborn 2. Donsbach 1. Allendorf Sinn 1: 4( 0: 0) Hörbach 2: 3 Herbornseelbach 1. 2: 1 Frohnhausen 2. 2: 0 Nanzenbach Sirzenhain 4: 5 Haiger 1. Oberroßbach 1. 2: 2( 1: 1) Langenaubach Rittershausen 2: 1 2. Gautlasse: - Donsbach 2. Fleisbach Bischoffen Wiesenbach 1. Germania Marburg 1. Breidenbach Holzhausen 1. Holzhausen 2. erein. 2 Verein piele gem. unent. verl. Tore Punkte Haiger 2. Allendorf 2. er, aben Germania Marburg 5 5 0 0 20: 2 10: 0 Wallan 5 3 2 0 15: 8 8: 2 Jugend: Wiesenboch 5 2 0 2 10: 9 5: 5 Sp. V. Wetzlar 5 2 0 3 9:10 4: 6 Frohnhausen 5 1 1 3 7:13 3: 7 Breidenbach 4 1 0 3 4:14 2: 6 It eine Ti 1900 Gießen 3 0 0 3 4:13 0: 6 Niederzwehren erode- Roft vird gege elegt. D On Erwer Gefallen Cer Feldi en zu Dan Sportfreunde Warburg 1: 2 Frizlar Sportfreunde Kassel 3: 3 VFR. Kassel Hessen- Preußen Kassel 1: 2 SC. Weende Sus. Northeim 2: 3 Germania Osterode SV. Lauterberg 4: 0 Sportfreunde Einbeck Blau- Weiß Göttingen 1: 1 BB. Witzenhausen - PSV. Holzminden 5: 0 SC. Niedergirmes Großen- Bused 4: 1( 1: 1) Rumm 2. Bezirksklasse: er ein versamme Schollbrüde Aẞlar Löhnberg 2: 1 Verein Fr. Werne 3.( A.v.2 Ehringshausen- Laubach 4: 1 Niedergirmes Ehringshausen Gr. Bused Löhnberg ede Brav Näsber Butzbach Weilburg Aßlar Laubach Wetter 4 5 - Herbornseelbach 2. 1: 2 Sinn 2., S. nicht angetr. Biden 8: 3 Eibelshausen 1. 8: 0( 3: 0) Breitscheid 1. 8: 1 Breitscheid 2. 5: 0 Oberroßbach 2. 2: 1( 1: 1) Frohnhausen 3. 4: 1 Langenaubach 2. Rittershausen 2. 1: 3 Herborn Offenbach 2: 0 Mertenbach Uckersdorf 1: 3 Sechshelden Holzhausen 1: 1 Dillenburg Manderbach 2: 0 Donsbach Haiger 2: 0 Hirzenhain Offdilln 2: 1 Sinn Gau Marburg: 1. Gauklasse: Oberndorf 3: 4 Germania 2. Niederwalgern 1. 6: 0 Erdhausen Sarnau Erksdorf Endbach 4: 3 VB.-K. Marburg 2. 3: 2( 2: 2) Langenstein 3: 4 Buchenau Odershausen 2., O. nicht angetr. Banfe Hesselbach 2: 2 Niederlaasphe 1. Wallau 2. 1: 3( abgebr.) Unterrosphe Sarnau 2. 2: 4 Cölbe 2. Germania 3. 2: 5 VFB.-K. 3. Bürgeln 2. 6: 1 Friedensdorf 1. Michelbach 1. 6: 1( 2: 1) Mornshausen Sterzhausen 1: 1( 0: 0) Spiele gem. unent. verl. Tore Punkte 2. Gautlasse: 4 2 0 12: 6 6: 2 4 2 0 14:10 6: 2 1 1 13: 9 5: 3 1 2 13:13 5: 5 9: 9 4: 4 1 2 10:14 3: 5 Wetter 2. Mellnau 0 6: 8 2: 4 1 4:13 J: 7 Oberrosphe 22222110 443+ 2223 Laasphe 3: 4 Gladenbach Biedenkopf 4: 1 Bottenhorn 5: 0 Wommelshausen Feudingen 7: 3( 4: 1) - 546333211O 1201 112222535 ± - Wehrda 0: 6 Cölbe 0: 6 Frankenberg 0: 3 Niederofleiden 1. Beziesdorf 2: 1 Kirchhain 2.- Schweinsberg 3: 6 Ebsdorf Dreihausen 1: 4 Bortshausen- Hestem 1: 3 Niederwalgern 2. Leidenhofen 2: 3 Damm Weidenhausen 1: 2 Hartenrod 2. Lohra 4: 1 Erdhausen 2. Mornshausen 3: 4 Herbertshausen Banfe 2., 2: 0( 0: 0) Günterod Dernbach 1. 0: 5( 0: 1) - Frankenberg m Gams Verein Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte ag fand) S. C Gladenbach 7 26:10 11: 3 euter- Gie Wommelshausen 7 2 23:14 10: 4 Sp. u. Sp. Bottenhorn 7 0 23:15 10: 4 e Linie Hessen" Frankenberg 6 19:12 7: 5 itischer S. V. Feu ingen 6 1 23:17 7: 5 Jugend: er referie FB. Marbach 6 1 17:18 7: 5 Frankenberg 1. wobei F. C. Laasphe 7 0 19:35 4:10 Buchenau 1. Eintracht Allendorf + 0 10:17 2: 6 Odershausen 1. Onung fri Biedenkopf 6 1 0 10:19 2:10 Cappel 1. ierte Are VIB. Wetter 6 02 9:22 2:10 Feudingen 1. Merkenbach Burg 0: 4 Offenbach Niederscheld Offdilln 6: 3 Manderbach Vereine Gauvorsteh og begrün nichliefung wurde je ierung de auferleg Ten gege er breite eform de Dillenburg Burg Manderbach Niederscheld Sechshelden Offenbach Erhöhu - Sechshelden 2: 2 Dillenburg 2: 4( 1: 3) Spiele gew. unent verl. Tore Puukte 545544. 221 0033G 16: 6 29: 8 10: 0 8: 0 12:16 4: 6 15:20 4: 6 10:11 3: 5 5 4 0 2 2 0 1 2 2 der Gri Merkenbach Offdilln 4 1 0 3 4 10:14 3: 5 6:11 2: 6 15:27 2: 8 Sport Kassel VfB. Northeim B. 06 Kassel Tura Kassel 5: 1 Pfeil Kassel 4: 1 Laubach, L. nicht angetreten. en Stra Salven eln der ngen je Der Ko ufaren, berühm ffeurs, Todlig Spike mer 6 mit Ba ing Frie e befonne unte id Infante Gesellschaftsspiele: Gau Gießen- Wezlar: Ehringshausen 2. Weylarer SpV. 2. Kurhessen Kassel 0: 3 Steindorf 4: 0( 1: 0) SC. Weylar 2. Großen- Bused 2., Gr.-B. nicht angetr. Aplar 2. Löhnberg 2. 4: 0 VfB. Gießen 2. Lollar 5: 2 Niederweisel Steinbach, St. nicht angetr. Steinberg 1900 Gießen 2. 3: 5 Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte Geilshausen Ettingshausen 1. Grünberg 1. 6: 5( 4: 2) Quedborn 3: 2( 1: 1) 1. Gauklasse( Gruppe Grünberg). Verein Niederohmen I. 4 4 0 0 hten und Ettingshausen I. Grünberg 8: 1 4 3 0 1 19:10 4 2 0 2 14:12 8: 0 6: 2 44 Geilshausen I. 4 1 0 8:17 Queckborn I. 2: 6 4 0 0 7:16 0: 8 telle, mo n. Da Flüchtig franzöfi Das wüln Bring das Geja He Napole einen De euen Stum n feiner e verwunde 7 bleiben, Bügel efchehen un ung imm uppen. Umgebu enge binein Der Feftung ühen Morge en Schrif Niedershausen Burgsolms 1. 1: 2 Holzhausen Oberbiel( G.) 2: 3 Leihgestern 1 Dutenhofen 2. 12: 0 134 Daubringen 2. Garbenteich 1. 3: 1( 2: 0) Garbenteich 2. Bieber 1: 3( 0: 1) - 1900 Gießen 4. 1900 Gießen 3. 1: 3 Stangenrod Grünberg 2. 2: 4( 1: 2) Flensungen- Müde Harbach, H. nicht angetreten. Wetterfeld Homberg 1: 2( 0: 1) SC. Wezlar 3. Schwalbach, Schw. gewonnen. Wetzlar Sp. 3. Dutenhofen 1. 1: 4( 0: 1) Braunfels 1. Holzhausen 2.( G.) 5: 2 Tiefenbach Leun 2: 0 Stockhausen Oberbiel 2. 3: 2( 2: 1) Hermannstein 2. Jugend: 1900 Gießen A 2 Niederweisel A 1 VfB. Gießen A 2 Nieder- Girmes A 1 Oberndorf 3: 5 Butzbach A 1 0: 1 1900 Gießen A 3 2: 6( 2: 3) Steinberg A 1 2: 0 Wetzlar SpV. A 1 3: 0 Braunfels A 1- Tiefenbach A 1 3: 1 Stockhausen A 1 Leun A 1 3: 1 Laubach A 1 Ettingshausen A 1, ausgefallen Harbach A 1 Grünberg A 1 3: 0( 1: 0) Hermannstein Schüler Weylar SpV. Schüler 3: 0 Garbenteich Schüler Butzbach Schüler 2: 2( 0: 1) 1900 Gießen Schüler Nauborn Schüler 0: 0 Gau Dill: Then Parl ndorf Do Hourir" D erfte dund topas" at Don Water Schlufmod wig Roth Merkenbach 2. Offenbach 2. - Burg 2. 2: 4 Manderbach 2. Niederscheld 2. Sechshelden 2. 2: 0 Offdilln 2. 0: 6 Dillenburg 2. 1: 6 Germania 1. 3: 2 VfB.-K. 1. 0: 2 Wehrda 1., W. nicht angetr. VB.-K. 3. 4: 3( 3: 0) 1 Biedenkopf 2. 0: 3( 0: 0) Frankenberg 2. Odershausen 2. 0: 2 Friedensdorf Michelbach 3: 1( 3: 0) Wetter 1. Lohra 1. Erdhausen Germania 2. 0: 3 Germania 3. 2: 0 Mornshausen 3: 2 VfB. Gießen VfB.-K. Marburg 1: 2( 0: 1) Vor 1200 Zuschauer lieferten sich beide Mannschaften einen fairen, flotten Kampf, dessen Spielverlauf von Anfang bis zu Ende interessant war. Trotzdem in den ersten 10 Minuten die Einheimischen dem Marburger Tor stark zu Leibe gingen, fand fein Ball den Weg ins Tor. Die Gäste aber zeigten dann ein besseres Aufbauspiel und Balser im VfB.- Tor war oft in höch ster Gefahr der Retter. Nach einem starken Geplänkel vorm Gießener Tor kamen die Marburger zu ihrem ersten Treffer. Einen offenen Kampf, bei dem beide Mannschaften zeitweise start drängten, gab es nach dem Wechsel. Zunächst konnten die Marburger das zweite Tor erzielen, nachdem schon verschiedene, seiten gute Torgelegenheiten ihnen nichts eingebracht hatten. Dann holten die Plazherren ein Tor- eine der stets gefürch teten Flanken von dem alten Kämpen Kleinte auf. Die nächsten Minuten spielten sie auf Ausgleich, doch die Marburger Hintermannschaft verstärkt durch Winkler flärte immer wieder und gaben ihrem Sturm weite Vorlagen, die Balser Weiteres lese man sehr oft zum Eingreifen veranlaßten. KI noch in der„ Streife durch den Bezirk“. Steinberg 1. 1900 2. 3: 5( 2: 2) Das Spiel stand bis 6 Minuten vor Schluß noch 3: 3. Garbenteich 1. 3: 1( 2: 0). Daubringen 2. Sofort nach Anstoß entwickelt sich ein flotter Kampf, bei dem das D. Tor oft in Gefahr kam, aber der D. Torhüter rettete die gefährlichsten Sachen. Ein Elfmeter für G. wird knapp über die Latte geschossen. D. findet sich besser und kann leicht überlegen spielen. Die Ausbeute waren 2 schöne Tore. Nach der Pause kann D. noch ein weiteres Tor schießen. Durch einen Edball tonnte G. kurz vor Schluß sein verdientes Ehrentor erzielen. Schiri Jung- Lollar leitete gut. 1900 Gießen 3. 1: 3( 0: 1). Die 3. Mannschaft gewann dieses Spiel verdient. Die Leistungen beider Mannschaften konnten aber nicht befriedigen, da zu Beide Sturmreihen aufgeregt und planlos gespielt wurde. 1900 Gießen 4. - tamen nur bis zu den Verteidigungen, die auch die besten Mannschaftsteile waren. Bei der 3. müssen verschiedene Posten noch besser besetzt werden, wenn in Zukunft Erfolge nicht ausbleiben sollen. Die 4. Mannschaft soll nächstens mehr spielen wie ſprechen. Herr Schnaut- Lollar ist einer der besten von den jüngeren Schiedsrichtern. Aus der Untergruppe Grünberg. Ettingshausen 1. Grünberg 1. 6: 5( 4: 2) Die Schwarz- Weißen weilten in Ettingshausen und übernahmen bald nach Anstoß die Führung. 0: 1, 0: 2. Diese Freude sollte nicht lange dauern; bis Seitenwechsel waren auch die Die zweite Halbzeit zeigte Plazbesizer viermal erfolgreich. bald diese, bald jene Partei im Vorteil. Zwei Elfmeter gegen Grünbeng, die nicht zu sein brauchten, verhalfen Ettingshausen zu Sieg und Punkten. In Geilshausen wurde der Tabellenlegte ermittelt. Die Gäste von Qued born spielten recht eifrig, mußten aber durch einen Elfmeter die Punkte dem Plakverein überlassen. 3: 2 ( 1: 1). 2. Gautlasse: Flensungen bam ohne Kampf zu zwei weiteren Punkten, indem Harbach nur 7 Mann auf die Beine brachte und demzufolge nicht antrat. Grünbergs 2. weilte in Stangenrod. Aus einer Ede erzielten sie die Führung, wie sie überhaupt das ganze Spiel überlegen gestalteten. Man trennte sich beim Stande von 4: 2( 2: 1) für die Gäste. Hombeng erschien mit 10 Mann in Wetterfeld, blieb aber trotzdem nach schönem Spiel 2: 1( 1: 0) Sieger. weta. Nr. 84 Streife durch den Bezirk. Es ist ja schon zu einer Gewohnheit geworden, daß Schiedsrichter, welche zur Leitung von Spielen der unteren Mannschaften oder Jugendlichen angesetzt sind, einfach nicht erscheinen, weil sie es unter ihrer Würde halten oder als Nebensache betrachten, solche Spiele zu leiten, nachdem sie bereits Spiele der höheren Klassen dirigiert haben, oder weil sie in Opposition treten, nachdem man sie zu Spielen der höheren Klassen nicht angesetzt hat. O, ihr Kleingläubigen! Mit solchen Machinationen fönnt ihr euch den Weg zu den Höhen der schiedsrichterlichen Laufbahn nicht ebnen! Andererseits ist es verwunderlich, ja sogar unglaublich, daß ein Herr, der ein Spiel der Bezirkss liga übertragen bekommen hat, kurzerhand durch Abwesenheit glänzt. Das ist am 19. Oktober in Gießen beim Spiel Gießen gegen Marburg eingetreten; weshalb ist Herr Kersten( Sportclub 03 Kassel) nicht gekommen? Für ihn mußte ein Herr vom Wetzlarer Sportverein einspringen, der schon vorher ein Spiel geleitet hatte und für des= sen Qualifikation man von vornherein nicht bürgen konnte. Und wie schön hat er den harten Kampf unter Dach und Fach gebracht! Selbst wenn man außer Acht läßt, daß beide Mannschaften durch faire Spielweise und sportliches Benehmen ihm die Ausgabe sehr erleichtert haben, gebührt dem Herrn doch volle Anerkennung dafür, daß er stets großzügig leitete, sich durch fleine Schnitzer, die ihm zum Nachteil oder Vorteil der einen oder anderen Partei unterliefen, nicht aus der Ruhe bringen ließ und unentwegt seinen eigenen Weg ging. Wer weiß, wie vielleicht die Pfeifen- Kanone aus Kassel dagegen abgeschnitten hätte! Es ist nicht alles Gold, was glänzt, und manches Beilchen blüht im Verborgenen, weil es nicht auf die Liste der Prominenten gesetzt worden ist. Von welchen Grundsätzen aus werden überhaupt die Schiedsrichter klassifiziert? Jst stets nur tatsächlich die Qualifikation maßgebend oder werden auch andere Momente in die Waagschale geworfen? Das Treffen Gießen Marburg war wohl der Höhepunkt der Spielzeit für die Gießener Fußballfreunde. Das bewies schon die Zahl der Zuschauer, die über 1100 zu veranschlagen ist. Wenn auch auf beiden Seiten nicht alles nach Wunsch ging und einzelne Versager mehr oder minder die Hoffnungen der Anhänger trübten oder zuschanden machten, so war doch der Gesamteindruck ein guter und hinterließ das Bewußtsein, daß im Lahnkreis das Können, wenn es auch noch nicht auf der Stufe einer Fußballkunst steht, so doch derart zugenommen hat, daß es die Aussicht auf ein gutes Abschneiden gegenüber den Kasseler Großstadtvereinen und anderen starken Gegner der Provinz eröffnet. Wenn hier von den Lahnkreisvereinen die Rede ist, so ist selbstverständlich auch der Fußballverein Odershausen als Dritter im Bunde miteinbegriffen. Bedauerlich ist nur, daß die drei sich gegenseitig die Punkte streitig machen und abknöpfen müssen, aber das bringt eben das System mit sich; sonst würden die anderen Vereine vielleicht noch schlechter dastehen, als es zurzeit der Fall ist. Das ergibt sich aus dem Tabellenstand, der momentan so aussieht: Verein VfB- K. Marburg Borussia Fulda V. f. B. Gießen Ockershausen Sport Kassel Hessen- Hersfeld Germania Fulda Hermannia Kassel Spielverein Kassel Tabelle der Bezirksliga: Spiele gem. unent. verl. Tore Punkte 4321 6 5 0 13: 9 10: 2 0 1 14: 4 8: 2 5 0 2 8: 7 6: 4 5 1 8: 5 5: 5 5 1 2 2 9:10 4: 6 1 2 2 6: 7 4: 6 5 2 0 3 8:13 4: 6 5 1 1 3 10:12 3: 7 5 1 0 3:12 2: 8 Marburg hat also noch 2, die anderen Vereine noch je 3 Spiele auszutragen. Die Tabelle tann also schon bis zum Schluß der Vorrunde bereits allerlei Aenderungen erfahren; hoffentlich sind diese aber nicht derart, daß die Vertreter des Lahnkreises die Leidtragenden sein werden. In der Nordgruppe scheint sich der Sportklub 03 Kassel wieder durchzusetzen, d. h. zum Gruppenmeister aufzuschwingen. Ueber die Reihenfolge der anderen acht Vereine läßt sich heute noch fein Bild machen, höchstens, daß man den FC. Grone als Tabellenlegten ansprechen fönnte. Auffallend ist besonders in der Südgruppe das schlechte Abschneiden der Kasseler Ver: eine; wenn sie einen besseren Plaz erwischen wollen, müssen sie sich schon feste dranhalten. Dieses Symptom darf man feinesfalls damit in Verbindung bringen, daß die Frage ,, Gibt es einen Abstieg?" bisher noch nicht geflärt ist und daß nach dem Neuto- System die Frage wahrscheinlich verneint werden müßte, so daß man keinen großen Wert auf die Erzielung vieler Punkte zu legen braucht und mehr Gewicht auf die Ausbildung der Mannschaft legen kann. Jeder Verein hat doch soviel Ehrgeiz, auch ohnedies einen guten Tabellenplay zu erobern, und wenn ihm dies nicht gelingt, so ist das eben ein Zeichen, daß er in der Spielstärke zurüdgegangen ist oder daß seine Gegner sich ge= bessert haben. Sobald die Entscheidung über das System für das nächste Jahr gefallen ist, wird sicher ein harter Kampf um die Punkte entbrennen, deren Bejiz über das Schicksal der Vereine in den nächsten Jahren start mitentscheidend ist. Der Hammel der Vereinsleitung", über den kürzlich in verschiedenen Sportblättern eine lange und breite Abhandlung erschienen war, gehört zwar nicht zu den notwendigen Uebeln eines Vereins, ist aber eine zeitgemäße Erscheinung, die man überall antrifft. Dagegen dürfte es wohl als eine Seltenheit bezeichnet werden, wenn auf einem abgeschlossenen Spielplat wie dem Waldsportplatz des VFB. Gießen ein Hammel- oder war es ein Schaf? sich die Kühnheit herausnimmt, in ein Verbandsspiel einzugreifen. Solche Gäste gehören hinter die Schranken! Rund um das Dranier- Stammschloß. In der 2. Bezirksklasse gab es feine großen Ueberraschungen. Niederscheld Dillenburg 2: 4( 1: 3) Der im Lügelbachtal romantisch gelegene, in seinen Ausmaßen ziemlich beengte Platz Niederschelds gab Dillenburgs ,, Erste" eine harte Nuß zu fnaden. Die Mannschaft fonnte sich auf dem kleinen Terrain gar nicht zurecht finden. Von einem Spielaufbau, wie ein solcher bis jetzt bei allen Spielen gezeigt wurde, war nichts zu merten. Alle Vorlagen wurden zu weit vorgegeben, landeten viel im Aus oder wurden von den Platzherren, denen das eigene Gelände zugute fam, weggeschnappt. Die Schlüpfrigkeit und Unebenheit des Bodens ließen eine sichere Bailbehandlung und Berechnung faum zu. Und ferner sei gar nicht verschwiegen, daß hart, ziemlich hart, mitunter über den Rahmen des Erlaubten gespielt wurde, und daß der Unparteiische mit den aus der Rolle fallenden große Nachsicht übte. Noll von Gießen war es, der als Unparteiischer einen schweren Stand hatte und m. E. die Zügel noch etwas straffer hätte anziehen sollen. Im übrigen waren seine Entscheidungen forrett und klar. Kurz der Spielverlauf: Einen Strafstoß von links verwandelt der ungededte Halbrechts zum Führungs tor für die Plazherren. 5 Minuten später gleicht Busch durch Verwandlung einer schönen Flante von" Jul" aus, und nur wenig später tann Röger einen leicht abgewehrten Edball zum Mittwoch, den 22. Oftober 1930. 1: 2 Führungstor einsenden, während Rinn durch placierten Elfmeter auf 1: 3 erhöht. Nach der Halbzeit drängt Niederscheld stark und ganze 35 Minuten greift ein systemloses Spiel Plaz. Aus einer Ecke, 10 Minuten vor Schluß, erhöhen die Plazherren auf 2: 3, dem Dillenburg seine Ueberlegenheit durch Röger mit dem 4. Treffer Ausdruck verleiht. Bei den übrigen Vertretern der 2. Bezirksklasse unterlag Merkenbach auf eigenem Platz mit einem 0: 4 Burg, das ebenfalls, neben Dillenburg, noch keinen Verlustpunkt zu verzeichnen hat. Manderbach gab Offdilln mit einem 6: 3 das Nachsehen und Offenbach und Sechshelden teilten sich die Punkte beim Stande 2: 2. Bei den 2. Mannschaften der 2. Bezirksklasse verloren mit Ausnahme von Offenbach, das Sechshelden mit einem 2: 0 heimschickte, alle Platzvereine und zwar Niederscheld Dillenburg 1: 6, Merkenbach Burg 2: 4 und Manderbach Offdilln 0: 6. In der Gauklasse 1 erhöhte Donsbach seinen Vorsprung durch einen 2: 1 Sieg über Herbornseelbach. Mit demselben Resultat wurde Rittershausen in Langenaubach abgefertigt. Während Allendorf über Frohnhausen mit einem 2: 0 triumphierte, trennten sich Haiger und Oberroßbach bei der Partie remis 2: 2. Hörbach holte sich in Herborn mit einem 2: 3 und Nanzenbaa in Hirzenhain mit einem 4: 5 die Punkte. Die Gautlasse 2 sah durchweg die Platzvereine als Sieger. Nur Langenaubach 2. ließ sich von Rittershausen 2. ein 1: 3 aufdrängen und Sinn 2. trat in Fleisbach nicht an. Eibelshausen unterlag in Wissenbach mit einem 8: 0, Biden in Bischoffen mit einem 8: 3, Herbornseelbach 2. Donsbach ge wann mit einem 2: 1, während Frohnhausen 3. in Allendorf( 2) eine 4: 1 und Oberroßbach 2. in Haiger( 2.) eine 2: 1 Niederlage einstecken mußte. In der Jugendklasse siegten Dillenburg, Herborn, Donsbach und Hirzenhain und verloren Sinn und Merkenbach gegen ihre Gegner auf eigenen Plätzen, während sich Sechshelden und Holzhausen unentschieden, 1: 1, trennten. KO. Eisemroth Sinn 1: 4( 0: 0). Sinn ging nach Anstoß gleich stark in Führung, konnte aber an der Eisemrother Hintermannschaft nicht vorbei. Das Spiel wurde verteilter. Der Sturm von Eisemroth war zunächst viel schneller am Ball, doch die Gäste spielten technisch besser. Halbzeit 0: 0. Nach der Pause arbeitete der Sturm von Sinn besser, jedoch ging E. durch Elfmeter in Führung. Sinn glich nach schönem Zusammenspiel aus. In der 65. Minute fiel der zweite Treffer, und 10 Minuten später hieß es 3: 1. Die 80. Minute brachte das Schlußergebnis. Schiedsrichter Selzer- Offenbach leitete forrekt. Oberroßbach 1. 2: 2( 1: 1). Saiger 1. = Die in dieser Serie noch nicht geschlagene Mannschaft von Haiger konnte letten Sonntag auf eigenem Platz nur ein Unentschieden erreichen. Der Sturm zeigte große Lüden und da= durch ein zusammenhangloses Spiel, so daß die gegebenen Vorlagen der Läuferreihe selten restlos verwertet wurden. Die Hauptstütze im Kampf war die sich bisher gut bewährte Verteidigung, sowie der Tormann, der allein eine Niederlage verhütet hat. Die Gäste waren äußerst flink und kurz entschlossene Torschützen, konnten aber durch die Hintermannschaft von H. das Resultat nicht höher stellen. O. hat Plazwahl und spielt gegen die Sonne. H. fann in der 15. Minute durch die Unachtsamkeit des Torwarts von O. das erste Tor erreichen. Das Spiel ist bis furz vor Ende der Halbzeit verteilt, doch gelingt es O., den Ausgleich noch zu erzielen. Nach Seitenwechsel wird das Spiel sehr hart, denn O. versucht, unter allen Umständen das Siegestor zu bekommen. Der Unparteiische hat seine Arbeit; es erfolgen manche Verwarnungen, und mancher Strafstoß wird für H. ge= geben. Oberroßbach kann in der 65. Minute das 2. Tor schießen, und beginnt von nun an in Verteidigung zu spielen. Haiger ist im Nachteil, denn zwei Spieler sind bereits verletzt und die Mannschaft ist für solche Kämpfe zu weich. Trotzdem findet sich H. und kann das Tor von O. öfters in Gefahr bringen, bis es dem Sturm gelingt, durch die Hintermannschaft von O. sich durchzuspielen und ein unhaltbares Tor zu schießen. Fünf Minuten bis Spielende sind noch zu spielen, die aber von Haiger nicht ausgenuzt werden. CLI wuger 2. Oberroßbach 2. 2: 1( 1: 1) ,, Gießener Zeitung" hin und her, bis in der 25. Minute Donsbach durch eine Ecke das Führungstor erzielte. Herbornseelbach konnte bis zur Halbzeit ausgleichen. Beide Mannschaften kämpften nun um den Sieg und Donsbach gelang es, 20 Minuten vor Schluß durch seinen H. R. das Siegestor anzubringen. Schiri Müller leitete forreft. F. Wiesenbach 1.- Eibelshausen 1. 8: 0( 3: 0). Die ersten zehn Minuten kann man noch nichts über den wahrscheinlichen Verlauf des Spieles voraussagen. Man hat den Eindruck, daß sich zwei gleichwertige Gegner gegenüberstehen. Aber bis zur Halbzeit steht das Spiel 3: 0 für Wissenbach. Spannend wird es ungefähr 20 Minuten von Schluß, als bei einem Stand von 6: 0 Eibelshausen seinen Tormann mit einem Läufer wechselt, ohne dem Schiedsrichter Meldung zu machen. Der Verstoß wurde sofort korrekt mit einem Elfmeter geahndet, den Wissenbach jedoch verschenkte. Die Aufforderung des Schiedsrichters zur Meldung wird von Eibelshausen wieder nicht befolgt, worauf Wissenbach den neuen Elfmeter wiederum schenkte. Nach einem weiteren Tor kam es zwischen Eibelshausen und dem Schiri zu Auseinandersetzungen wegen der beiden Elfmeter. Fünf Spieler von Eibelshausen verließen den Platz, und das Spiel ging mit 6 Spielern bei Eibelshausen weiter.(!) Wissenbach kann das Resultat noch auf 8: 0 gestalten und schenkt dann mehrere gute Torgelegenheiten dem geschwächten Gegner. Der Schiedsrichter Neumann- Sechshelden leitete korrekt. Die zweiten Mannschaften beider Vereine spielten zuerst ruhig und sportlich. D. fann nach einigen Minuten das Führungstor einsenden. Gleich darauf holt Haiger, nach glänzenden Durchbruch, auf. Bis Halbzeit ist ein verteiltes Feldspiel, Haiger geht nach Seitenwechsel sofort in Führung. Zwei weitere von Haiger geschossene Tore werden wegen Abseits nicht gegeben. O. fann trotz aller Anstrengungen das Spiel nicht auf Unentschieden stellen, da H. sichtlich überlegen spielt. Die Mannschaft von O. war gut und hatte, ebenso wie die erste Mannschaft, gutes Stellungsspiel und entschlossenes Handeln. Haiger hatte einen guten Sturm, der das Spiel immer wieder nach vorne trug. Bus Donsbach. Nachdem unsere Jugend Haiger mit einem 2: 0 abgefertigt hatte, verlor die 2. von Donsbach gegen Herbornseelbach 2. mit 2: 1. Um 3 Uhr stelle sich Donsbach 1. gegen Herbornseelbach 1. dem Unparteiischen Müller- Frohnhausen. Herbornseelbach setzte zunächst alles daran, um die. Führung zu übernehmen, aber alle Angriffe scheiterten an der heimischen Hintermannschaft und dem in Hochform sich befindlichen Tormann. Der Kampf wogte Dissertationen Aus dem Hinterland. Breidenbach schlägt überraschend Wiesenbach 3: 1. Das hatten sich die Wiesenbacher nicht träumen lassen, daß Br. so einwandfrei gewinnen würde. Aber gleich vom Spielbeginn weg, also ehe fünf Minuten gespielt waren, führte Br. bereits schon 2: 0! Daß dadurch Verwirrung in die W. Reihen fam, ist erklärlich. Nicht lange mehr und schon wurde umgestellt. Der gute Mittelläufer ging in den Sturm, was unbe= dingt ein Fehler war. Der Ball wird meistens planlos nach vorne getreten. Eine Viertelstunde vor dem Wechsel schlägt der Netz. Uebrigens war der Gästehüter entgegen dem Vorsonntag W. Hüter einen gutgeschossenen Strafstoß von Nauholz selbst ins nicht wieder zu erkennen. Er leistete sich einige böse Schnitzer. Kurz vor Schluß kommt Wiesenbach nochmals etwas auf und erzielt auch in der 86. Minute den Ehrentreffer. Dabei blieb es. Breidenbach hat ohne Zweifel verdient in dieser Höhe gewonnen. Die besten Leute waren bei Br. der Mittelläufer und die beiden Verteidiger, während bei W. der zuletzt als Mittelläufer amtierende linke Läufer die beste Figur abgab. Wallau 2. 1: 3( abgebr.). druckt schnell, gut und billig Albin Klein Gießen, Südanlage 21 23jähr. Mädchen aus gutem Hause sucht für sofort oder später Stellung in besserem Filial Niederlaasphe 1. Die Gäste zeigten hente gutes Können. Die Wittgensteiner glaubten anscheinend den Sieg schon in der Tasche, denn sie nahmen die Sache durchaus nicht ernst. Nachher, als sie mit zwei Toren im Hintertreffen lagen, besannen sie sich und verjuchten nun mit Gewalt Tore zu erzielen. Der Schiri MeggerBiedenkopf mußte leider vor Schluß schon abbrechen, da die Niederl. Zuschauer, mit seinen Entscheidungen nicht zufrieden, mit hochgehobenen Stöcken und Schirmen auf das Spielfeld stürm= ten. Diese Leute wissen bestimmt nicht, welche Folgen für ihren Heimatverein dadurch entstehen. In Banfe konnte Hesselbach nur ein mageres 2: 2- Ergebnis herausholen. Hesselbach scheint an Spielstärke verloren zu haben. Ueberraschend hoch ließ sich Feudingen in Wommelshausen abfertigen. 7: 3 für W. lautete das Ergebnis. Laasphe hat sich weiterhin 2 Punkte gesichert, indem es einen glücklichen 4: 3- Sieg über Wetter landete. ,, oh" Aus Biedenkopf. Spiel und Punkte. 4: 1 lautet der Sieg der Plazherren. Ein Erwartungsgemäß verlor die 1. Mannschaft in Gladenbach nicht verwandelter Elfmeter hätte das Resultat der Niederlage etwas günstiger gestaltet. Trotzdem ist als erfreulich zu melden, daß Vorstand und Reisebegleiter mit den Leistungen der nun schon zum 10ten Male umgestellten Mannschaft zufrieden sind. An späterer Stelle wird über die augenscheinliche Schwäche periode der 1. Elf berichtet werden. Unsere Jugend schlägt sich weiterhin tapfer. 3: 0 in Feudingen ist ein schöner Erfolg; erst 10 Minuten vor Spielende wurden die Siegestreffer erzielt. W. Haushalt, wo sie auch Gelegenheit hat, sich leiter( innen) im Kochen auszubilden. Gefl. Angebote erbeten unter C. M. 15 an die Geschäftsdieses Blattes. 72 teilige, 100 g schwer versilberte Besteckgarnitur mit massiv rostfreien Klingen, sehr schönes, ganz schweres Rokokomuster, fabrikneu, mit 30 jährigem Garantieschein, ganz bedeutend unier Preis, für RM 180.- gegen bar sofort zu verkansen. Offerten unter Nr. 26 63 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Landwirtschaftl. Vertretung Herbertshausen 1.- Banfe 2. 2: 0( 0: 0). Nr. 84 Aus Nah und Fern. Echzell( Kr. Büdingen). Unter dem Vorsitz von Dr. Eichenberg wurde hier eine Freiwillige Sanitätskolonne gegründet. Büdingen, 21. 10. Die älteste Frau Oberhessens, Frau Katharina Kleh in Calbach ist 100% Jahre alt gestorben. Es wurde ein faires Verbandsspiel gezeigt. Bis zur Halbzeit blieb der Erfolg auf beiden Seiten aus. Kurz nach Halbzeit ging Herbertshausen in Führung. Banfe drängte auch vor, dingen war dem Spiel ein gerechter Leiter. aber ohne Torerfolge. Ein guter Schuß vom R. A. Herbertshausen führte zum zweiten Tor. Mittelrhein gegen Hessen- Hannover. Mainz. Die in der Jbero- Amerikanischen Ausstellung in Sevilla gezeigte Mainzer Gutenberg- Werkstatt ist mit dem Gran remio, dem Großen Preis mit goldener Medaille, augezeichnet worden, der höchsten Auszeichnung, die Spanien zu: vergeben hat. Kampf mit Wilderern. Rüdesheim, 21. Oft. Zwei Brüder aus dem Orte Stephans= hausen wurden vom dem Förster aus Johannisberg und einigen Jägern dabei überrascht, wie sie ein Reh aus der von ihnen gestellten Schlinge nehmen wollten. Auf den Anruf des Jägers ergaben sich die beiden und ließen sich abführen, während die Jäger auf einem anderen Wege zur Ortschaft zurückkehrten. An einer engen Stelle des Waldweges umflammerte plötzlich einer der beiden Wilddiebe den Förster und versuchte, ihm ein Messer in den Rücken zu stoßen. Der Förster erschoß den Wilderer in der Notwehr. Bottrop. Unsere Stadt wird in kürzester Zeit ihre Zahlungen einstellen müssen. Hagen. Während eine Lehrerin mit ihrer Mädchenklasse auf der dem Kraftwerk gegenüberliegenden Seite entlang ging, riß ein Draht der Hochspannungsleitung und fiel auf die Fußgänger nieder. Die Lehrerin und ein Mädchen waren auf der: Stelle tot, ein Kind erlitt schwere Verletzungen. Neue Bücher. Anna Schieber.„ Das große Jch". 191 S. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung. Geh. Mt. 3,75, Leinen Mr. 5,-. In diesem Roman entfaltet Anna Schieber eine seltene Kunst der Seelenschilderung. Die Erzählung beginnt mit der erregenden Erzählung einer Aufführung von Mozarts Requiem durch den auf den Tod kranken Kapellmeister, der mit Aufbietung letzter Lebenskraft das erhabene Werk noch einmal zum Tönen gebracht hat. Aber dann heimgekehrt, beginnt sein Kampf mit dem Tode. An seinem Sterbelager läßt nun seine Gaitin rückschauend ihr ganzes Leben vorüberziehen. Die Dichterin versteht es, in traumhaftvisionärer Schilderung dieses Lebens, das reich an psychologisch fein beobachteten Episoden ist, den Leser ganz in ihren Bann zu ziehen. Am Sonntag, den 2. November 1930, treffen in Limburg die Repräsentanten des Mittelrheinbezirkes auf die unseres Heimatbezirkes zu einem Freundschaftsspiel. Der Bezirk HessenHannover hat seine Vertretung den südlichen Vereinen seines Gebietes übertragen, mit der Maßgabe, daß die Spieler nur Mannschaften zu entnehmen seien, die den Tag verbandsspielfrei sind. Denn der festgelegte Terminkalender darf durch dieses Spiel keine Störung erleiden. Am 2. November sind spielfrei die Marburger Kurhessen und Germanen und der Sportverein Weylar. Aus den 1. Mannschaften dieser Vereine läßt sich ohne weiteres eine gute Mannschaft unserer Heimat zusammenstellen. Wie wir hören sollen folgende Spieler aufgestellt werden: Weyand( Kurh.); Schmit( Kurh.), Eustergerling ( Germ.); Pfeil( Kurh.), Jrle( Weyl.), Berndt( Germ.); Rueff ( Kurh.), Wagner II.( 6.), 3schokke( 6.), Adorf( Kurh.), Wagner( 6); Erja: Waldschmidt( Weyl.)." Da uns die Mannschaftsaufstellung der Gegenseite noch nicht bekannt ist, läßt sich über den Ausgang des Kampfes nichts sagen. Eins aber ist sicher, wenn die Unseren sich gleich richtig zusammenfinden, dürften sie schwer zu schlagen sein. aes.( auch nebenberufl.) einerlei welch. Berufs. Nur Schreibarbeit. im House. Kein Kap., keinerlei Vorfenntn. er= forderlich. Monatlich 170 RM. Bewerbung m. Rückporto erbeten. H. Fehling, Berlin SW 48, Friedrichstraße 244. Am Unterricht im Schneidern, Weißzeugnähen, Wäschezuschneiden, Handarbeiten, tönnen noch einige junge Mädchen teilnehmen. E.Hofmann, Gießen. Stephanstr.49|| ist an Herren zu vergeben, die b. Landwirlen gut eingeführt sind. Konkurrenzlose Verdienstmöglichkeiten, keine einmalige Provisionierung, sondern bleibendes, rentenähnliches Einkommen( 600 RM. und mehr monatlich). Bewerbungen an: Willi Wurtzel, Berlin W 57, Bülowstr.66 Zimmer mit Heizung, nicht zu flein, in ruhig. Hause von stnd.med. gesucht. Ano. u G. 3. 2712 an dieses Blatt. 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