Nr. 22. Bujammen gabe von Seihnachten Lobung für eldlotterie. Rollefteur uptgewinn Lloyd. Montag des Nordbernommen des Komo nis. verlautet, d, dreizehn weiterer ist 1. Die Pa d Frost in n zahlreiche age ,, revo ch in Haft, iftlich ver er den Anerurteilung tsverfahren eigt eine im auenhof, er und Ladenngsfähigkeit eigern. Dr. te einer für Studienreise niedergelegt. f. mit Rüd beziehen und empfohlen. verlangt die en möglichst as deutsches leibe. Eine 70 Orten des nopreise ver Antwortpost erg- Hohenzol ich das Pro nten, Alpien in Form holungsreise towettbewerb Den Betrag unferer Zeiberufen, die Versandspesen b. H.", Münin Gießen. le so OXIS ben: HOMPSON'S NPULVER essen sanwalt nspr. 115. te auf dies re Union Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Reichstag hat sich am Mittwoch bis zum nächsten Mon tag vertagt. ( Gießener Tageblatt) Der Reichsrat nahm vom Republikschutzgesetz Kenntnis, ohne Einspruch zu erheben. Der Vorsitzende des Steuerausschusses des Reichstages hat den Ausschuß zur Beratung der neuen Steuervorlagen der Reichsregierng zum 26. März einberufen. Als deutsche Vertreter im Verwaltungsrat der Bank für internationalen Zahlungsausgleich sind neben den von Amts wegen in den Rat eintretenenden neuen Reichsbankpräsidenten Dr. Luther die Herren Melchior und Poensgen in Aussicht ge= nommen. Der Vorstand des Deutschen Städtetages hat in eingehenden Beratungen die Grundsäge für ein einheitliches deutsches Städte: recht aufgestellt und den Entwurf einer Reichsstädteordnung beschlossen. Der große faschistische Rat hat die Haltung der italienischen Flottenabordnung in London in ihrer Verteidigung des italienischen Standpunkt auf Flottengleichheit mit der am meisten gerüsteten Kontinentalmacht gebilligt. Wie die Warschauer Presse berichtet dürfte die Kabinettsbildung durch den Senatsmarschall Szymanski heute beendet sein. Wenn er bis dahin keinen Erfolg habe, werde er den Auftrag zurückgeben. Gevering contra Thüringen. Mit Sorge verfolgt man in Berlin die Bestrebungen des thüringischen Innenministers Dr. Frick, das Land zu einer Pflanzstätte nationalistischer Gesinnung zu machen. Bekannt ist, daß Frick das Verbot der politischen Jugendverbände in Thüringen aufgehoben hat. Bekannt ist seine schroffe Erklärung bei der Schlußabstimmung über die Younggesetze; bekannt ist endlich, daß Frick bemüht sein soll, eine Art nationalsozialistischer Zellenbildung bei der Schutzpolizei in Thüringen zu versuchen. Die durch diese und ähnliche Vorfälle erzeugte Spannung hat am Mittwoch zu einer aussehenerregenden Entladung ge= führt. Reichsinnenminister Severing hat folgendes Schreiben an das thüringische Staatsministeriu gerichtet: Severings Brief an Dr. Frick. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. ,, Auf mein Schreiben vom 17. Februar habe ich bis heute eine Antwort nicht erhalten. Dagegen hat nach bisher unwidersprochenen Zeitungsmeldungen das Mitglied des Thüringischen Staatsministeriums, Herr Minister Frick, in einer öffentlichen Versammlung erklärt, daß ich auf eine Antwort lange warten könne. Diese Haltung des Herrn Staatsministers Frick hat mich veranlaßt, für den Geschäftsbereich meines Ministeriums Anordnungen dahin zu treffen, daß Anordnungen und Schreiben des Thüringischen Staatsministeriums nicht früher beantwortet werden, bis eine Antwort auf mein Schreiben, auf die ich übrigens keineswegs warte, eingegangen ist. Gleichzeitig sind die zuständigen Stellen meines Ministeriums angewiesen worden. alle Ueberweisungen aus Fondsmitteln des Reichsinnenministeriums an Thüringen einstweilen einzustellen. Schließlich mache ich darauf aufmerksam, daß der Reichsregierung Nachrichten zugegangen sind, die begründete Zweifel darüber erwecken, ob die Voraussetzungen für die Gewährung eines Reichszuschusses für Polizeizwecke von seiten des Thüringischen Staatsministeriums noch erfüllt sind. Ich bin daher nicht in der Lage, weitere Zuschußzahlungen anzuweisen, wenn nicht vom Thüringischen Staatsministerium der bündige Beweis dafür erbracht werden kann, daß von ihr die Grundsätze für die Gewährung des Reichszuschusses im vollen Umfange beobachtet werden. gez. Severing." Samstag, den 22. März 1930 Es sei eine nahezu groteske Vorstellung, ein Land zu strafen, weil zwischen seinem Minister und einem Reichsminister Severing bedeutet einen Bruch der dienstlichen Beziehungen zwischen dem Reichsinnenminister und Dr. Frick. Von Herrn schwere Reibungen beständen. Dieser höchst ungewöhnliche Schritt des Innenministers Severing wird man verlangen müssen, daß er unverzüglich mit dem Material herausrückt, das er angeblich noch gegen Frick besitzt. Dithilfe beschlossen. Ausbau des Verkehrsnezes. Wirtschaftliche Maßnahmen. Preußischer Grenzlandfonds geplant. Gesamtprogramm: 300-400 Millionen. - Das Reichskabinett trat Donnerstag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers zu einer größeren Anzahl laufender Angelegenheiten in der Reichskanzlei zu einer Sitzung zusammen. In erster Linie kamen die Anregungen, die der Reichspräsident in sei= nem bekannten Schreiben an die Reichsregierung vom 18. März gemacht hat, zu eingehender Erörterung. In diesem Zusammenhang hatte der Reichsminister des Innern vor kurzem dem Kabinett einen im Einvernehmen mit den beteiligten Reichs- und preußischen Ressorts ausgearbeiteten Plan einer Reichs- und Staatshilfe für die bedrängten Ostgebiete vorgelegt, der in der heutigen Kabinettssitzung die grundsätzliche Zustimmung der Reichsregierung gefunden hat. Der dadurch verursachte Notenwechsel zwischen Berlin und Weimar geht weiter. Am Freitag früh ist in Berlin die Antwort des thüringischen Staatsministeriums auf den Sperrbrief des Reichsministers eingelaufen. Postwendend ist nach Weiwar die Erwiderung abgesandt worden. Sie wird in den Nachmittagsstunden des Freitags in die Hände des Kabinetts in Weimar gelangt sein. Danach will das Reichsinnenministerium den Verkehr mit Thüringen wieder aufnehmen, hält aber die Geldsperre aufrecht und verlangt Untersuchung gegen Frick. Wie im Anschluß an die Kabinettssitzung zuverlässig verlautet, wird die thüringische Regierung für den Fall, daß die Ankündigung des Reichsinnenministers, dem Lande Etatsmittel vorzuenthalten, durchgeführt werden sollte, zur Herbeiführung einer Entscheidung den Staatsgerichtshof anrufen. Scharfe Verurteilung Severings in Bayern. München. Das Vorgehen Severings gegen Thüringen findet, wie zu erwarten, auch in Bayern schärfste Kritik. Die Bayrische Volkspartei- Korrespondenz erklärt, was Severing getan habe, das sei bereits die Durchführung einer Reichsexekutive. Verkehrsrückgang und Finanzlage bei der Reichsbahn. Berlin. Am nächsten Montag und Dienstag wird der Verwaltungsrat der Reichsbahn tagen, um zu der überaus gespann=" ten finanziellen Lage des Verkehrsunternehmens Stellung zu nehmen. Bekanntlich ist eine Entscheidung des Reichskabinetts über den Antrag der Reichsbahn auf Erhöhung der Tarife noch nicht gefallen. Die angespannte finanzielle Lage der Reichsbahn wird besonders erschwert durch den Verkehrsrückgang in den ersten Monaten dieses Jahres. Frankreich zum Youngplan. Paris. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Paul Boncour, wies auf die Dringlichkeit der Beratun gen der Haager Abmachungen hin. Er hätte nichts dagegen einzuwenden, daß der Vorschlag sofort wegen seiner finanziellen Auswirkungen dem Finanzausschuß überwiesen werde. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Ministerpräsident Tardieu schloß sich den Ausführungen Paul Boncours an. Der Youngplan sei der Ersatz für das System, das die deutschen Reparationszahlungen hätte sichern sollen. Zur Wirklichkeit werde er jedoch erst an dem Tage, an dem der erste Abschnitt der Obligationen in der Oeffentlichkeit untergebracht sei. Um diese Unterbringung im Mai vornehmen zu können, müsse die Kammer alles daran sehen, daß der Gesetzesvorschlag bis zu spätestens Anfang April verabschiedet werde. Dr. Koesters Nachfolger für Belgrad. Das Agrement für den zum Gesandten in Belgrad in Aus= sicht genommenen bisherigen deutschen Gesandten in Kopenhagen, Hassell, ist bei der Belgrader Regierung nachgesucht und bereits erteilt worden. Der neue Belgrader Gesandte gehört dem Auswärtigen Amt seit langen Jahren an und war, bevor er den Kopenhagener Gesandtenposten übernahm, Generalkonsul in Barcelona. Von Hassell, ein Schwiegersohn des vor einigen Tagen verstorbenen Großadmirals von Tirpit, tritt seinen Posten voraussichtlich in etwa drei bis vier Wochen an. Gegen den Vatikan. Kowno. Gestern wurden in der gesamten Sowjetunion Kundgebungen gegen den Vatikan und den Aufruf des Papstes abgehalten. Viele Betriebe der Sowjetunion faßten EntschlieBungen, in denen erklärt wird. daß die Arbeitermassen mit der tommunistischen Partei an der Spitze versuchen würden, die Macht der katholischen Kirche zu vernichten. Bom hessischen Finanzausschuß. Nummer 23 Neue Wege zur wirtschaftlichen Gesundung deutschlands. Seit Jahr und Tag sind die Spalten unserer Zeitungen mit Nachrichten über die Notlage unserer gesamten Wirtschaft, insbesondere der Landwirtschaft, gefüllt; jahraus, jahrein predigt man den Deutschen, bei Bedarf in erster Linie deutsche Erzeugnisse zu berücksichtigen. In den Wartesälen der Bahnhöfe, an Anschlagstafeln, Litfaßsäulen, in den Gastwirtschaften, überall liest man die kategorischen Imperative: Trinkt deutschen Wein! Eßt Roggenbrot! Fahrt deutsche Autos! Kauft deutsche Waren! und trotzdem geht es mit der Landwirtschaft immer rapider abwärts, trotzdem sieht man auf den Straßen mehr und mehr ausländische Autos und mehren sich die Arbeitslosen mit erschreckendem Maße. Mit beneidenswerter Seelenruhe trinkt dabei der Deutsche Auslandsweine, ißt Butter, Eier und Gemüse der Holländer und Dänen, läßt deutsches Obst auf den Bäumen und den Landstraßen verfaulen, um dafür kalifornische und australische Birnen und Aepfel, Bananen und Drangen zu kaufen, gerade als ob es sich darum handelte, die Handelsbilanz der betreffenden ausländischen Staaten bessern zu müssen. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages hat am Donnerstag Kapitel 72 des Staatsvoranschlags, Landestheater, be raten und angenommen. Für den Etat stimmten Sozialdemo= fraten und Demokraten mit 6 Stimmen, gegen ihn der Landbund mit 2 Stimmen, der Stimme enthielten sich das Zentrum mit 3, die Deutsche Volkspartei und Volksrechtpartei mit 2 Stimmen. Der Fehlbetrag des Landestheaters ist von 1,6 auf 1,25 Millionen Reichsmark gesenkt worden. Der Staatszuschuß, der im Vorjahre noch 887 983 Rmt. betrug, wird im neuen Etat mit 690 000 Rmk. angeführt. * Einberufung des Landtags. Der hessische Landtag ist zur Sigung auf Freitag, den 28. März, einberufen. Auf der Tagesordnung steht als wichtigster Punkt die Regierungsvorlage über die Hefrag und die in Verbindung mit ihr stehenden Anträge und Anfragen. Ebenso kommt u. a. zur Verhandlung die Regierungsvorlage: ,, Verfahren gegen Junge und Genossen wegen Landfriedensbruch" und die vom Finanzausschuß bereits genehmigte Verlängerung des Finanzgesetzes 1929 auf weitere drei Monate. Kürzlich bezeichnete der Hessische Landwirtschaftsminister dieses Verhalten des deutschen Publikums richtig als typisch deutsch, schimborassohaftem Unverstande entspringend. Wenn es sich um inländische Waren handelt: so wird wegen des Preises, der Qualität, der Aufmachung herumgenörgelt. Bei Auslandswaren dagegen werden die größten Fehler, die unverschämtesten Preise übersehen. Die Angewohnheit des Deutschen ist aber so tief eingewurzelt, außerdem gibt es bei etwaigen Vorhaltungen so billige Ausreden, die alles entschuldigen, daß es fast aussichtslos erscheint, dagegen den Kampf aufzunehmen. - Durch die überaus große wirtschaftliche Notlage gezwungen, hat man bald nach der Stabilisierung unserer Währung versucht, auf die Konsumenten einzuwirken, damit wenn es Preis und Qualität rechtfertigen deutsche vor ausländischen Waren bevorzugt werden. Was lag nun näher, als die bisher geübte kaufmännische Werbung im Geschäftsleben einfach zu kopieren u. bei der Propaganda für deutsche Produkte anzuwenden. So wie der Kaufmann sich in erster Linie an die Erwachsenen wendet, so suchte man nun auch bei der Werbung für deutsche Waren die Hausfrau, oder den Familienvater, durch deren Hände ja der Arbeitsverdienst fast ausschließlich geht, zu erfassen und zu beeindrucken. Man vergaß aber vollkommen, daß die Erhöhung oder Verminderung des Absages inländischer Waren ein reines Erziehungsproblem ist; daß man wohl die Jugend, aber nicht mehr oder viel schwieriger den Erwachsenen erziehen kann. Das alte Sprichwort: ,, Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr", das hat auch hier Geltung und sagt uns, daß alle Versuche, die jetzige erwachsene Generation zur Vernunft zu bringen, ergebnislos bleiben müssen, weil es bei ihr versäumt wurde, die Grundlage ihres Handelns zu legen, die ihr den Verbrauch deutscher Produkte zur Pflicht macht. Gibt man den Kindern nicht durch die 10 Gebote feste Lebensregeln mit für den ganzen Lebensweg; Befehle, die noch bis ins Greiſenalter im Unterbewußtsein schlummern und wirksame Hemmungen auslösen, wenn irgend eine Versuchung herantritt. Nichts wäre verkehrter, als wenn man den Religions- und Moralunterricht aufgeben und ihn ersehen wollte durch Plakate in den Bahnhöfen und an den Litfaßsäulen mit der Aufschrift: ,, Du sollst nicht stehlen!" oder ,, Du sollst nicht lügen!" Aber wendet man dieses verkehrte, unsinnige Verfahren nicht bei der Werbung für deutsche Erzeugnisse an? Schaltet man hier die Schule nicht vollkommen aus und glaubt diese Versäumnis dadurch wett zu machen, daß man überall Plakate anbringt: Trinkt deutschen Wein! usw. Welchen Erfolg man mit solch unpsychologischen Werbemethoden hat, zeigt uns die amtliche deutsche Weinpropaganda. Da wurden nach den Bernkasteler Winzerunruhen im Jahre 1926 eine Million Reichsmark bewilligt und mit dieser Summe alle möglichen und unmöglichen Propagandamittel aufgeboten: in Presse, Kino, Lautsprecher, Radio, Vorträgen, Wigblättern, auf Klebezettel, Plakaten, Weinkarten, bei Weinproben wurde das Thema ,, Trinkt deutschen Wein" nach allen Richtungen abgehandelt mit dem überraschenden Erfolg, daß innerhalb eines Jahres etwa die ganze Million aufgebraucht und verschwunden war. Gewiß, man sagt, das Geld wäre nicht umsonst gewesen, der Wein der Jahre 1926/27 wäre gut und rasch verkauft worden. Doch zu beweisen ist es nicht, ob der Wein der genannten Jahrgänge nicht auch ohne diese mit amtlichen Geldern gewährte Werbung verkauft worden wäre. Wenn wir nun heute die gefüllten Keller der Winzer und Weinhändler sehen, wenn uns in allen deutschen Weinbaugebieten gesagt wird, daß trok hervorragender Qualität, trog niedrigster Preise, welche die Produktionskosten nicht decken, nichts verkauft wird, so dürfte damit bewiesen sein, daß die im Jahre 1927 ausgegebene Million Propagandagelder insoweit nuglos waren, als die erwartete nachhaltige Propagandawir Samstag, den 22. März 1930. kung nicht erzielt wurde. Wollten wir jetzt bei der weitaus größeren Notlage des Winzerstandes Reichsgelder für Werbezwecke flüssig machen, so könnten wir höchstenfalls das gleiche Resultat wie früher erhoffen wir hätten für Augenblicke der Notlage gesteuert, aber eine Dauerwirkung würden wir auch diesmal nicht erzielen. Der größte Optimist aber wird nicht zu behaupten wagen, daß wir uns alle Jahre oder alle zwei Jahre die Ausgabe von Millionenbeträgen für Weiniverbung allein leisten können. Man mache auf keinen Fall die allgemeine wirtschaftliche Depression für die Winzernot verantwortlich; denn wir dürfen nicht vergessen, daß nur unser guter deutscher Wein unverkäuflich ist, nicht dagegen der griechische, französische, spanische und italienische und daß troz unserer darniederliegenden Wirtschaft über alle Grenzbahnhöfe täglich viele Wagenladungen dieser Auslandsweine zu uns hereinrollen. Daher wird sicherlich auch in wirtschaftlich besseren Jahren keine Besserung des Absages für deutsche Weine und sonstige Produkte erhofft werden können, wenn man nicht daran geht, die ,, Auslandssucht" bei uns mit wirksamen Mitteln zu bekämpfen. Und deshalb müssen wir hier bei der Jugend anfangen. ,, Gießener Zettang einige ausländische Blumen und der ,, deutsche" Geschenkkorb Wie könnte nun ein Geschenkkorb mit deutschen ist fertig. Waren zusammengestellt werden? Da sind zunächst Aepfel und Birnen zu berücksichtigen; dann Nüsse, getrocknete Pflaumen und Zwetschen; deutsche Schokolade; Weine aus den deutschen Weinbaugebieten; süße Fruchtweine, z. B. Heidelbeerund Johannisbeerweine, sterilisierter Apfelmost; dann deutsche Fisch- und Gemüsekonserve; Hartwurst; feine Käsesorten, zum Schluß deutscher Weinbrand, eine Flasche Schaumwein( Sekt) der deutsche Geschenkkorb. mit deutschen Treibhausblumen Einzelne Industrien haben sich die Erkenntnis, daß die frühesten Eindrücke des Kindesalters über das ganze spätere Leben am intensivsten nachwirken, zu Nuze gemacht. So bringt eine große Nähmaschinenfabrik schon seit Jahren eine kleine Kindernähmaschine auf den Markt in der richtigen Erkenntnis, daß ein Kind, das seinen Puppen jetzt mit der Miniaturmaschine Kleidchen näht, später als Hausfrau beim Kaufe einer Driginalmaschine sicherlich gerne zum gleichen Fabrikat greift, das sie früher im kindlichen Spiel benußte. Eine Porzellanfabrik macht das gleiche mit Puppenporzellangeschirr, sogar die Automobilindustrie durch Fabrikation und Verkauf von Spielautos, die genau den großen Gebrauchswagen nachgebildet sind. So hat uns die Industrie, die sich seit langen Jahren mit dem Studium der Werbung befaßt, die Wege gezeigt, die auch unsere Landwirtschaft zu gehen hat. Der Mitwirkung der Schule wird daher bei der Bekämpfung unnötiger Einfuhr von Auslandswaren weit größere Beachtung zu schenken sein, als dies bisher geschah. Man wende nicht ein, diese Art der Werbung fei auf zu lange Sicht Denken wir nur daran, wenn ein kleiner ABC- Schüße mit wichtiger Miene aus der Schule kommt und erklärt: ,, Mutter, der Lehrer hat gesagt, wir sollen nur noch deutsches Obst essen"; - - Er präsentiert sich mindestens ebenso schön, wie sein ausländischer Vetter und hat den Vorteil, daß eine ganz bedeutende Summe Geldes im Lande bleibt. Dies nur ein kleiner Hinweis, wie man auf engstem Gebiet für deutsche Waren werben kann, wobei besonders die deutsche Jugend mitzuhelfen berufen ist. wird es da eine Mutter über sich bringen- schon aus erzieherischen Gründen die Autorität des Lehrers, welche sich in dem klassischen Ausspruch unserer Kleinen äußert: ,, Der Lehrer hat es gesagt" zu erschüttern! Wenn dann noch den Kindern Wie im einzelnen die Aufklärung der Kinder auf diesem Gebiete zu erfolgen hat, das ist eine Frage für sich. Zur Zeit beschäftigt man sich im Reichsernährungsministerium mit der Frage der Herausgabe einer sogenannten Ernährungsfibel für die untersten Klassen der Volksschule. Durch Schulgärten, welche von den Kindern selbst gepflanzt werden und nebenbei dem Anschauungsunterricht dienen, kann gezeigt werden, welche Arbeit vom Landmann geleistet werden muß bis es zur Ernte kommt. Kann man dann den Kindern noch Gelegenheit geben, die eigene Ernte unter dem Motto: ,, Kauft deutsches Obst" an die Eltern, Verwandte und Bekannte zu verkaufen, so wird auch hier wieder anschaulich gezeigt, wie wenig im allgemeinen der Landwirt für seine Mühe und Arbeit an Lohn erntet. In den höheren Volksschulklassen kann man im Handarbeitsunterricht für Mädchen, wie für die Knaben kleine Arbeiten unter Verwendung deutscher Grundprodukte anfertigen lassen. Bei Schulfesten werden dann die besten Arbeiten mit Preisen ausgezeichnet usw. usw. Nr. 23. Notsignale an den deutschen Kurgast unterstreicht die elegische Begleitmusik einer lebensschwachen Volkswirtschaft: Jede Woche fracht ein anderes Institut der Kapitalbildung zusammen. Täglich klappt in tausend Orten der Hammer des Auktionators auf den Tisch. Täglich werfen Rotationsmaschinen unablässig spal tenlange Botschaften in die Welt: Zwangsversteigerung! Zwangsversteigerung! Ein ganzes Volk seufzt unter einer luftabschnürenden Steuerlast und einer Lebenshaltungs- Teuerung, die bei der großen Masse keinen Ausgleich durch angemessenes Einkommen findet. - Was fehlt mithin der deutschen Wirtschaft? Hebung des Konsums! Denn Steigerung des Geld- und Warenumlaufs Mehrverdienst erhöht die Kaufkraft schafft Verdienst Eine kürzlich in Heidelberg ins Leben gerufene Arbeitsgemeinschaft zur Förderung deutscher Erzeugnisse hat es sich zur Aufgabe gemacht, in dem oben geschilderten Sinne an die Arbeit zu gehen und Werbung für deutsche Erzeugnisse( landwirtschaftliche und industrielle) praktisch zu treiben: In Verbindung mit ,, deutschen Tagen" oder einer ,, deutschen Woche" entfaltet der Einzelhandel unter der Devise: ,, Kauft deutsche Waren, kauft sie am Plage" seine Propaganda; die Frauenvereine aller Richtungen, die Gewerkschaften, die Schulen usw. werden zur Mitarbeit herangezogen und im Anschluß daran Ortsgruppen gebildet, welche für die Zukunft die Werbearbeit für deutsche Wertarbeit zu organisieren haben. er= höhte Kaufkraft bildet Kapital- Rapital aber ist die Grundlage für Arbeitsbeschaffung, Wohnungsbau und alle sonstigen sozialen Maßnahmen.. Was liegt da näher, als dies: daß jeder Deutsche, der Geld ausgeben kann oder muß, der Ware: Nahrung, Kleidung, Kurmittel, ganz gleich was, beschaffen kann oder muß, sein Geld im eigenen verarmten Lande läßt? Nichts sollte näher liegen! - Denn unendlich wichtiger, unendlich dringender, unendlich produktiver als schöne Phrasen und leere Stammtischpolitik ist heute mehr als je die Tat. Was wird verlangt? Nun: Keine Anleihe und keine Stiftung. Keine Sammlung und keine Notopfer Nichts weiter als dies: Gib dein Geld in Deutschland aus. - Gamstag, de Die Neub 2 Im Preuß Sprechung zwijd Frage der Befe ftatt. Für den der frühere M Bundesamtes fü Partei angehört werden. In G Regierungspräji fibilidh Oberpra als Regierungs wie angemeldet durch den Sozia Die Opfer 206 Nach den je jtellt sich herau Nachrichten übe Südfrankreich u ben waren. In Kom büßt. Die Zah vaten Gammlu haben den Bet Berlin. D Norden wurde beschmiert und ligion gemalt Schild der Hei Gladbac helm anläg niedergelegt entfernt, we VerMit jeder Mart, die über die Grenze rollt, entziehst du deinem Vaterlande einen Tropfen Lebensblut. Mit jeder Mark jedoch, die in deinem Lande in Umlauf kommt, hilfst du zugleich den Es ist matten Kreislauf deutscher Volkswirtschaft beleben! dabei ganz gleichgültig, ob diese Mark der Bäcker, der Schneider oder der Gastwirt erhält nur ein deutscher Bäcker, Schneider, Gastwirt muß es sein. Diese Erkenntnis hat wahrhaftig nichts zu tun mit irgend einer Weltanschauung. Es ist, leider, nur die ungeschminkte, ja brutale Erkenntnis einer nationalen Unterlassungssünde, einer wirklichen„ Sünde wider das Volk". Welch grausamer Irrtum liegt darin, daß man vom Staat erwartet: Steuersenkung, Börsengeſundung, aktive Handelsbilanz beschaffung, Wohnungsbau, Kriegsopferfürsorge Iterung, Sanierung der Landwirtschaft, Siedlungskultur kehrsverbesserung, Ausbau der Heil- und Kurstätten und vieles, vieles mehr... Und daß man, aller Einsicht sich verschließend, zu Hunderttausenden, Sommer und Winter, Jahr für Jahr: den Umsatz nicht in Deutschland, nein: im Ausland steigern hilft! ArbeitsPreisreguHier, in dieser Landflucht, hier in dieser ökonomischen Fahnenflucht liegt die Wurzel des Uebels! Die Forderung der Stadt ist heute: Jm Lande bleiben! Das in der Schule eingeprägt wurde: Auf den Weihnachtstisch eines Deutsche! Erholt euch in Deutschland! nationale Opfer heißt: Lasse dein Geld in Deutschland! Größe deutschen Kindes gehören nur deutsche Waren, an den Tannenbaum nur deutsche Früchte, wird da ein Vater oder die Mutten den Wunsch des Kindes nach deutschem Schuhwerk, nach Kleidern aus deutschem Stoff usw. usw. unbeachtet lassen? Schon auf diesem kleinen, eng begrenzten Gebiet, bei den Geschenken, wäre schon außerordentlich viel erreicht, wenn man es sich zur Pflicht machte, zu jeglichem Familienfest, sei es zum Geburtstag, zur Trauung, zum Muttertag, zum Weihnachtsfeste nur Geschenke deutschen Ursprungs zu geben. Denken wir hier einmal an die sog. ,, Freß oder Geschenkkörbe", die man heute gerne an Weihnachten schenkt. Was für ein Sammelsurium ausländischer Waren wagt man hier unter den im deutschen Wald gewachsenen Tannenbaum zu stellen: auslän= dische Weine( griechische, französische, italienische, spanische); daneben Feigen, Datteln, Ananas, Bananen, Drangen, ge= trocknete Trauben, portugiesische, spanische und norwegische Fischkonserven; holländische Gemüsekonserven; ausländische Käse, italienische Salami; echten Cognac, Chartreuse und Champagner; dann noch Coty- Puder und französische Parfümerien, Aus dem Dorf Beuern bei Gießen. ( Zeitbetrachtungen, Heimische Erwerbsarten). ( Eigentumsrecht vorbehalten). Von Wilh. Arnold 5. zu Beuern. 1. Fortsetzung. Von Gustav Sippli- Cuxhaven. Das soll kein neues Schlagwort sein. Es ist uns, weiß Gott, nicht an neuen Kraftworten gelegen. Desto mehr aber liegt uns an der Aufrüttelung des öffentlichen Gewissens. Seit Jahr und Tag stöhnt die deutsche Volksgemeinschaft unter dem Drucke der Kriegslasten; seit Jahr und Tag hängt die Kapitalnot wie eine unheilschwangere Wetterwolke über unserem Lande. Und seit Jahr und Tag trägt der brave deutsche Kurgast sein Geld ins Ausland. Um ja nicht teilzuhaben am wirtschaftlichen Wiedererstarken seines Vaterlandes, von dessen verantwortlichen Führern er aber Wunderdinge nationaler Leistungen erwartet. Die Familien jener Zeit waren kinderreich und manche Eltern mochten wohl die Zeit herbeisehnen, wo die älteren Sprößlinge Kost und Unterhalt selber erwerben, auch ihnen selber eine Stütze werden konnten. Außer den verschiedenen Unterfünften in der Heimat als Dienstgesinde bei den Bauern, Schäferknechte, Eselstreiber bei den Müllern usw. bot sich eine verlockende Gelegenheit durch die sogen. Bettelfahrten nach Holland, England und anderen Ländern, die von Musikbanden und allerlei sonstigen Kunstbeslissenen unternommen wurden. Hattenrod in der Nähe und Niederweisel in der Wetterau waren bekannte Ausgangsorte. Der an letzterem Orte später seßhafte und von Beuern gebürtige Steinmüller war gar bis nach Jeru salem und Australien gekommen. Der Familienbeiname Holländer erinnert noch an die Teilnehmer ihres Vorfahren an diesen Fahrten. Da die Kinder meistens noch im schulpflichtigen Alter waren, sah sich die Schulbehörde veranlaßt, im Jahre 1830 durch einen Erlaß gegen diese Fahrten einzuschreiten. Die Konferenzen der großen Verkehrs- und Bäderverbände bemühen sich heiß um eine Lösung des schier unmöglichen Problems: ,, Bleibe im Lande und erhole dich redlich". Mediziner und Klimatologen kämpfen mit Schrift und Wort um die allgemeine Anerkennung der deutschen Landschaft, der deutschen Küsten und Inseln als ideale Heil- und Erholungsstätten. Diese nördlichen Oberhessen. Jm Band 7 von 1908 erzählt uns der leider so früh gestorbene Wilh. Lindenstruth aus Beuern( er ist im Weltkrieg gefallen) von einem mundartlichen Spottgedicht aus dem Busecker Tal vom Jahre 1725, das den Abschluß des 23jährigen Prozesses behandelt, den die Einwohner des Busecker Tals mit dem Landgrafen führten. Im Band 8 vom Jahre 1909 hat der Verfasser dieses Aufsatzes die Ausführungen Lindenstruths ergänzt. deutschen Bürgertums war immer und muß heute sein: Zu seinem Land, zu seinem Volke stehen! Nicht mit dem Munde mit der Tat! Wer das Ausland bereichert, hat kein Recht, über Verarmung des eigenen Landes zu murren. Seien wir ehrlich: Sind deutsche Heilquellen, deutsche Kur: mittel weniger gut als andere? Sind ausländische Sprudel und Mineralwässer wirksamer als deutsche: Oder: welche Leiden und Beschwerden gibt es, die für keine bewährte Heil- und Pflegestätte in Deutschland wäre? Höhenluft und Waldesodem gibt es der glückhaften Gegenden nicht bei uns in großer Zahl? Berge und Burgen, Ströme und liebliche Täler liegen in Deutschland in bu.t.er Vielgestalt. Und an den weiten Küsten des Vaterlandes, wie in den deutschen Meeren, reiht sich Seebad an Seebad, wahre DeutQuellen der Gesundung und seelischen Wiedergeburt! sche: die ihr Arbeit habt und Brot, die ihr durch Fleiß, Strebsamkeit oder durch Schicksalsgunst in der Lage seid, ein Bad, einen Kurort aufzusuchen: Einen weiteren Hinweis auf die ehemals traurige Lage der Bevölkerung bildet das Bestehen des sogen. Armenvereins zu Beuern, der sich aus den vermöglichen Einwohnern zusammensetzte, und in besonderen Zeiten der Not regelmäßig Lebensmittel an die Armen und Bedürftigen verabreichte. Die Tochter des einstigen Bürgermeisters Belloff, Kathrine verheir. Otto, 1920 im 77. Lebensjahr stehend, sagt, daß die Unterstützung nur in Geld bestanden habe. Kleine runde Täfelchen mit der Aufschrift Armenverein an den Haustüren kündeten die Mitglieder desselben. Da jeden Montag sogen. Gebtag war und die Gaben verteilt wurden, sollte das Betteln unterbleiben. Zu Altenbuseck wurden noch anfangs der 60er Jahre die Armenpfennige im Pfarrhof verteilt. Infolge der beschränkten Verkehrsmittel und Zufuhrsmöglichkeiten traten bei geringem Ausfall der Ernte öfters Hungersnot und Teuerung auf. Die Preise für die Lebensmittel stiegen ins ungeheuerliche.( Das Malter Weizen galt einmal, wie der alte Dorfmüller( Joh. Belloff) erzählte, 30 Gulden). Für ihn, wie für die vermöglicheren Bauern, war es wohl kein Schade, aber das geringe Volk litt entsetzlich darunter. Für einen Geback Brot mußte die hiesige Familie Dort einmal einen ganzen Acker verkaufen. Eine schöne Schilderung der Musikantenfahrten hat uns der Altenbusecker Lehrer Nikolai in den Hess. Blättern für Volksfunde im Jahre 1921 gegeben. Da einige der Großenbusecker Musikanten im Nebenberuf Nagelschmiede waren, hieß man diese kurzerhand die ,, Nääler". Schon in den 50er Jahren zogen diese Kapellen in die weite Welt und zwar durch die Armut in der Heimat veranlaßt. Oft aber brachten- die Wanderer nicht das erhoffte Geld, vielmehr statt dessen„ Pinnen", d. h. Läuse mit und Nikolai erzählt von einem Beuerner Musikanten, der sich zu einer Reise nach England hatte bewegen lassen, weil man ihm gesagt hatte, daß man dort soviel Geld verdienen könne, daß man mit Chaisen fahren könne. Statt dessen hatte er aber bald soviele ,, Pinnen", daß er bei deren Suchen im Straßengraben, wenn er eine Laus gefangen hatte, und abknipste, ingrimmig ausrief: ,, Wieder eine Chaise", das habe ihm neben der Enttäuschung den Spitznamen die Sches" eingebracht. Von den Hess. Blättern für Volkskunde seien noch folgende Hefte erwähnt, die interessante Mitteilungen über unsere nähere Heimat brin gen. Jm Band 4 schreibt Pfarrer Schulte( jetzt zu Großen- Linden) über die Spottnamen und Spottverse auf Ortschaften im Laßt euer Geld in Deutschland! - Mainweser und der oberhessischen Bahn, der besseren Verdienst in der Nähe bot. Erst nach Abschluß des Krieges von 1870-71, in den sogen. Gründerjahren, entwickelten sich günstigere Verhältnisse für die hiesige Arbeiterschaft. Die Steinindustrie nahm einen gewaltigen Aufschwung, indem die Firma Heinjes zu Düsseldorf am roten Holzberg einen großen Betrieb eröff nete. Bald waren 60-70 Mann, darunter natürlich auch Angehörige der umliegenden Orte, beschäftigt. Der Verdienst war angemessen und auskömmlich. Daß ein Steinhauer gar mehrere Gulden in einem Tag verdienen konnte, erschien damals unge= heuer. Für den einfachen Arbeiter betrug der Taglohn 1 Gulden 12 Kreuzer. Erwähnung möge hier die Tatsache finden, daß, als kurz nach dem Kriege von 1870-71 Maurer zu Frankfurt arbeiteten und Sonnabends Zehn- und Zwanzigmarkstücke aus Gold mitbrachten, die Leute zusammenliefen und staunten, weil goldene Geldmünzen zu den größten Raritäten gehörten. ,, Alles aber wiederholt sich nur im Leben", sagt der Weise mit Recht; > nn heute, 1930, sind die Goldfüchse noch rarer als selbigmal Bis dahin hatten die alten heimischen Verhältnisse noch bestan den, die die Bevölkerung in Besitzende und Besitzlose unterschie= den. Die Söhne der Bauern, die seither bei ihrer angestammten Beschäftigung blieben, reihten sich nun unter das Arbeitervolf und gingen ebenfalls nach Verdienst. Daraus hat sich in den folgenden Jahren eine immer stärker werdende Arbeiterklasse gebildet, die auch größeren Anteil am Bodenbesitz gewann. Infolgedessen haben sich die früher größeren bäuerlichen Anwesen in kleinere Besitzstände aufgelöst und ein reiner Bau ernstand ist nur noch in wenigen Familien vertreten. Eine Ausbesserung der allgemeinen Notlage brachte in den 1840er Jahren der Neubau unserer Kirche und die darauf erfolgende Eröffnung eines Steinbruchbetriebes durch den Maurermeister Ph. Sommerlad( 1846). Das Steinhauergewerbe blühte auf, brachte indeß nur geringen Verdienst. Wer hält es heute nicht für ein Märchen, daß ein Geselle, der jetzt bei achtstündiger Arbeitszeit 40-50 Mark verdient, vor 1850 bei einer Arbeitszeit von 12-14 Stunden mit 38 Kreuzer ( 1869: 1 Gulden 6 Kreuzer), d. i. 1-2 Mt., sich begnügen mußte. Natürlich waren diese Löhne auch für jene Zeit sehr dürftig und diese Dürftigkeit der Löhne veranlaßte eine Anzahl junger Leute, auswärts, nach höherem Verdienst sich umzusehen. Diesen fanden sie bei der Erbauung der süddeutschen Bahnen, vornehmlich der Schwarzwaldbahn. Später war es der Bau der Die Gu Taufen. Um Weiterreife flärte, er we fordzeit der Unter allen Erwerbszweigen, die aus der Not einer frü Heren Zeit in unserem Heimatdorf hervorgegangen sind, hat sich keiner aus bescheidensten Anfängen in kurzer Zeit so ent wickelt und ausgestaltet, wie der Handel mit Töpferwaren. Ihm verdankt noch heute eine ganze Anzahl hiesiger Familien ihren Wohlstand und die Nachkommenschaft erinnert sich wohl kaum noch, daß die Vorfahren ehedem in größter Dürftigkeit gelebt haben, ja betteln gegangen sind. Besonders rasch soll der alte Bürgermeister Kaspar Weimar in der Borngasse zu Reichtum gelangt sein, der freilich unter seinem Sohn und Nachfolger ebenfalls rasch wieder zerstäubte. Der gleichfalls aus dürftigsten Verhältnissen hervorgegangene Heinrich Walther in der Hinter gasse, erbaute jedem seinem Kinder eine Hofreite und hinterließ dabei noch ein ansehnliches Bar- und Grundvermögen. Fortsetzung folgt. gemeldet. Inter In der 15. März intereffant Die Arbei blide und der einzeln fafwieriger i Tabelle ver nahmen un zweden. W Mun verla Ge Die No befinden un jammenbrüc aller Unter und zehrt v Lasten aller er joniel tr auf der Bar eingänge in Unermeßlid Jahres 192 Ein D luft, von 2 Das Jahr gleichsverf ein Drittel fehlte. G laffen, 35 fruchtlos Teistet. C piel trau Run amte wer mit der überitieger len darf Tiegen ode auf dieser fonnte, ijt tig, denn Ber die Nur Wirtschaft es, nämli die G Nicht nur, ten und d fönnen. if überflüffige untragbare Nr. 23. t die elegije t: Jede Woche jammen. Täg ftionators auf nablässig spal versteigerung! 3t unter einer Saltungs- Teue h durch ange Sebung des Barenumlaufs uftraft er ist die Grund alle sonstigen als dies: daß uß, der Ware: Das, beschaffen Lande läßt? der, unendlich mtischpolitik ist Erlangt? Nun: lung und feine 1us. hst du deinem Mark jedoch, uzugleich den Leben! 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Die Neubesegung der preußischen Oberpräsidien. Mit dem Parteibuch in der Hand... Im Preußischen Landtag fand am Donnerstag eine Besprechung zwischen Vertretern der Regierungsparteien über die Frage der Besetzung der Oberpräsidien und Regierungspräsidien statt. Für den Posten des Oberpräsidenten in Magdeburg wird der frühere Ministerialdirektor Falk, zur Zeit Präsident des Bundesamtes für Heimatwesen, genannt, der der demokratischen Partei angehört. Regierungspräsident soll ein Sozialdemokrat werden. In Stettin wird, wie bereits berichtet, der bisherige Regierungspräsident von Halfer( Deutsche Volkspartei) voraussichtlich Oberpräsident, ein Sozialdemokrat wird sein Nachfolger als Regierungspräsident in Stettin werden. Für Kassel gilt, wie angemeldet, die Besetzung des Posten des Oberpräsidenten durch den Sozialdemokraten Haas- Köln, als sicher. Die Opfer des französischen Hochwasserunglüds. 206 Personen haben das Leben eingebüßt. Nach den jetzt vorliegenden amtlichen statistischen Angaben stellt sich heraus, daß die in der Oeffentlichkeit verbreiteten Nachrichten über die bei dem Ueberschwemmungsunglüd in Südfrankreich ums Leben gekommenen Personen stark übertrieben waren. Im ganzen haben 206 Personen das Leben eingebüßt. Die Zahl der zerstörten Gebäude beträgt 2687. Die privaten Sammlungen zum Besten der Hochwassergeschädigten haben den Betrag von 20 Millionen Franken überschritten. Kommunistische Anschläge gegen Kirchen. Berlin. Die katholische San Sebastian- Kirche im Berliner Norden wurde von bisher unbekannten Tätern mit roter Farbe beschmiert und mit bekannten Sowjetaussprüchen gegen die Religion gemalt. Ein Anschlag wurde auf das leuchtende Werbeschild der Heilandskirche in Moabit verübt. Gefährliche Kranzschleifen. Gladbach- Rheydt. Von den vom Stahlhelm und Jungstahlhelm anläßlich des Volkstrauertages auf dem Ehrenfriedhof niedergelegten Kränzen wurden von der Polizei die Schleifen entfernt, weil sie die Aufschriften dieser Verbände trugen. Die„ Europa" verläßt Europa. Die ,, Europa" hat Donnerstag nachmittag Cherbourg ange= laufen. Um 17,20 Uhr französischer Zeit trat der Dampfer die Weiterreise nach Newyork an. Der Kapitän der„ Europa" erflärte, er werde während dieser Reise nicht versuchen, die Rekordzeit der Ueberfahrt zu verbessern, denn es seien Stürme gemeldet. Interessante Zahlen aus den Provinz- Etats. Die Entwicklung der Provinzialsteuern. In der Nr. 6 der Zeitschrift für Selbstverwaltung“ vom 15. März d. Js. veröffentlich Rechtsanwalt Dr. Reier einen interessanten Aufsatz über die Etats der einzelnen Provinzen. Die Arbeit gibt als vergleichende Darstellung interessante Einblide und ermöglicht lehrreiche Vergleiche zwischen den Etats der einzelnen Provinzen, deren schematische Darstellung umso schwieriger ist, als ihr Aufbau nicht überall einheitlich ist. Die Tabelle vergleicht die Zahlen der Jahre 1927, 1928, 1929 in Einnahmen und Ausgaben, geordnet nach den einzelnen Arbeitszwecken. Die Etatsschlußsumme sämtlicher Provinzen ist vom Weiße Zähne Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt. verlange nur echt Chlorodont in blau- weiß- grüner Selbsthilfe gegen gegen deutsche Not! Die Not des deutschen Volkes steigt von Tag zu Tag, wir befinden uns mitten in einer Wirtschaftskrise, erfüllt von Zusammenbrüchen, Geschäftsauflösungen usw. Ein großer Teil| aller Unternehmungen arbeitet schon jahrelang ohne Gewinn und zehrt von der Substanz, erdrückt von Steuern und sonstigen Lasten aller Art. Als glänzend gilt ein Betrieb schon, wenn er soviel trägt, wie man für das arbeitende Kapital an Zins auf der Bank haben könnte. So werden denn auch die Steuereingänge immer geringer, während die Steuerrückstände ins Unermeßliche wachsen. Man höre nur folgende Statistik des Jahres 1928. Ein Drittel aller Aktien- Gesellschaften arbeitete mit Verlust, von 2794 zahlten 1522 im Jahre 1928 keine Dividende. Das Jahr 1928 weist ferner auf: 10 595 Konkurse, 3147 Vergleichsverfahren; von den 3 Millionen Wechsel im Monat ging ein Drittel zu Protest, so daß täglich für 33 000 Wechsel das Geld fehlte. Es wurden weiter täglich 90 000 Zahlungsbefehle erlaffen, 35 000 Pfändungen vorgenommen, von denen 12 000 fruchtlos blieben und täglich 8-10 000 Offenbarungs- Eide geTeistet. Es ist als gewiß anzusehen, daß das Jahr 1929 ein noch viel traurigeres Bild ergibt. Nun erwartet man alles Heil vom Sparen, viele Be amte werden entlassen, Betriebe vereinfachen sich oder bauen ab, mit der Folge, daß das Arbeitslosenheer 2½ Millionen schon überstiegen hat, wobei man getrost noch eine Million hinzuzählen darf von solchen, die der Arbeitslosenfürsorge nicht unterliegen oder überhaupt nicht unterstützungsberechtigt sind. Daß auf diesem Wege dem deutschen Volke geholfen werden fönnte, ist natürlich eine Täuschung, das Gegenteil ist eher richtig, denn je mehr der Verbrauch eingeschränkt wird, um so größer die Arbeitslosigkeit. Nur einen, aber gewiß sicheren Weg, die ganze deutsche Wirtschafts- und zum Teil auch politische Lage zu bessern gibt es, nämlich: die Einschränkung der ungeheuerlichen Einfuhr überflüssiger Auslandsware. Nicht nur, daß wir dadurch die riesigen Arbeitslosenziffern senken und die zu Grunde gerichtete Landwirtschaft wieder heben können. ist vor allem daran zu denken, in welchem Maße die überflüssige Einfuhr auf die Zahlungsbilanz wirkt, und unsere untragbare Verschuldung verschlimmert. Wie der größte Teil ,, Gießener Zeitung" Jahre 1927 bis 1929 von 729 auf 829, also um 100 Millionen gestiegen, während sie im Extraordinarium gegenüber 1927 von 125 auf 88 Millionen gefallen ist. Die Rheinprovinz hat bei weitem den größten Etat. Interessant ist die Uebersicht über die Entwicklung der Provinzialsteuern. Die Tabelle enthält für die Jahre 1927, 1928, 1929 jeweils die Endzahlen. Die Schlußzahl der Provinzialsteuer ist gegenüber 1928 fleiner geworden in folgenden Provinzen: Ostpreußen, Grenzmark, Sachsen, Hannover. Bei den übrigen Provinzen ist sie gestiegen. Interessant sind die Zahlen der Provinz Westfalen. Hier sind die Provinzialsteuern in der Gesamtsumme in allen drei Jahren gleich. Der Monatsindex der Textilindustrie. Der durchschnittliche Monatsinder für industrielle Rohstoffe und Halbwaren ist für Textilien von 125,1 im Januar auf 117,7 im Februar zurückgegangen. Diese Veränderung stellt nächst dem Inderrückgang für Futtermittel in der Indexgruppe Agrarstoffe den stärksten Faktor der Rückwärtsbewegung des Gesamtinder dar, der in den beiden Monaten von 132,9 auf 129,3 gesunken ist. Der letzte Einzelstichtag zur Errechnung des Textilinder im Februar war der 26. Februar( Textilinder 115,3). Inzwischen ist zu Beginn des Monats März der Index weiterhin gefallen( 5. März: 115,0). Die Bedeutung der amerikanischen Zollerhöhung für die Samtindustrie. Nr. 23. pen bis zum 28. März. Bemerkenswert ist, daß die Möbelmesse für sich vom 6.- 9. April folgt. Die Messebeschickung hat neue Formen angenommen, die mit dem Ziel eindringlicher Absatzwerbung eine starke repräsentative Vertretung in den Vordergrund stellt. Die ausstellungsmäßig hervortretenden Kollektivund Sondergruppen der Frühjahrsmesse sind hierfür deutliche Beispiele. Der Aufbau der Kölner Frühjahrsmesse trägt diesen Anfor derungen in weitgehendem Maße Rechnung. Die Textilmesse ist über das übliche Angebot hinaus um eine große Schau Deutsche Seide" erweitert, die einen Ueberblick über die Gesamtproduktion der deutschen Seiden-, Samt- und Kunstseidenindustrie gibt. Ein reichhaltiges Angebot vereinigt wie immer die große Gruppe Haus- und Wohnbedarf, die wiederum eine weitere Ausdehnung erfahren hat. Auch das Ausland ist vertreten durch eine österreichische und französische Abteilung. Die österreichische Schau umfaßt im wesentlicher Wiener Modeerzeugnisse und eine große Gruppe Kunstgewerbe. Neu hinzugekommen ist eine Kollektivausstellung Herrenmode" und eine Schau von Theaterkostümen. Die französische Abteilung zeigt Erzeugnisse der Pariser Mode. Als Sondergruppen sind der allgemeinen Messe außer der Seidenschau angegliedert die Gruppen ,, Neuzeitliche Wäschebe handlung", Land- und Wassersport“,„ Moderne Schaufenstergestaltung" und die„ Lehrschau Holz", die allerdings noch über den 26. März hinaus bis zum Ende der Möbelmesse bestehen bleibt. Gut beschickt ist auch die technische Schau, die vom 23.- 28. März dauert. Sie erhält besonderes Gewicht durch ihre an zeitgemäße Fragen der Technik und Wirtschaft anknüpfenden Aus= Die vielumstrittene amerikanische Zolltarifnovelle sieht bekanntlich in ihrem gegenwärtigen Stadium eine Erhöhung der Dabei amerikanischen Zölle auf 65 Prozent des Wertes vor. hat die amerikanische Samt- und Plüschindustrie eine derartige Zollmauer gar nicht nötig, jedenfalls lassen gerade die in lezz- ſtellunggebiete, die in den beiden Gruppen ,, Gas für Induſtrie ter Zeit veröffentlichten Berichte amerikanischer Firmen der Branche über ihre Geschäftsergebnisse der letzten Jahre die Notwendigkeit einer solchen Schonung nicht erkennen. Auf der anderen Seite würde für die deutsche Samtindustrie die Konkurrenzfähigkeit im Amerikageschäft außerordentlich erschwert werden. Der amerikanische Markt war für die deutsche Samtindustrie infolge des Umfangs der getätigten Umsäße von groBem Interesse, obgleich die Verdienstmöglichkeiten nur teilweise zufriedenstellten und ein besonders großes Risiko mit diesem Geschäft verbunden war. Immerhin entfielen auf Nordamerika im Durchschnitt der Jahre 1924-1928( für 1929 liegen die endgültigen Ziffern nicht vor) etwa 11 Prozent des gesamten Umsatzes der deutschen Samtindustrie. Nimmt man der Industrie diesen Export, so ist ein Ausgleich dafür nirgendwo zu finden. U. S. A. in Millionen Rmt. Zur Erläuterung dienen folgende Einzelzahlen: Deutscher Sammelerport nach in% des Gesamtumschlags der deutsch. Samtindustrie 6,9 10,9 1924 4,96 1925 7,25 1926 5,6 1927 7,0 1928 13,2 9,2 9,0 16,5 Zur Eröffnung der Kölner Frühjahrsmesse. Die Kölner Frühjahrsmesse wird am Sonntag, 23. März, eröffnet und dauert bis zum 26., bezw. für die technischen Grupmen. und Gewerbe" und„ Technik im Handwerk" zur Darstellung komDie Gruppe ,, Technik im Handwerk" zeigt für die verschiedenen Handwerkszweige Wege der technischen Rationalisierung. In Verbindung mit der Schau steht eine große Fachtagung des Handwerks, die als Westdeutscher Handwerkertag am 24. März von der Arbeitsgemeinschaft des westdeutschen Handwerks veranstaltet wird und auf der wichtige Fagen des Handwerks, vor allem auch das Verdingungswesen, erörtert werden. Lokales. Sonntagsgedanken. Der Herrgott hat auch dem einsamsten Menschen einen steten Begleiter auf seinen Weg durchs Leben mitgegeben. Er ist treu und steht zu uns in guten und bösen Tagen; schaut uns mit seinen ernsten Augen an in unseren freudigsten Stunden des Tages und auch mitten in die heimlichste Stille der Nacht tönt sein warnendes Wort. Und sein letztes Mahnen hören wir in jener schweren Stunde, da die ganze Welt um uns in ein Nichts zusammensinkt und der ewige Tag anbricht oder die ewige Nacht. Das ist Gottes Gesandter, unser treuester Weggeselle dein Gewissen. Und magst du blind und taub dich stellen, es ist bei dir und spricht und mahnt zur rechten Zeit. Gut meint es dieser treue Freund, denn er zeigt uns immer den machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont- Zahnpaste erzielen Sie einen wundervollen Elfenbeinglanz der Zähne, auch an den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität. Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. der Wirtschaft, verzehrt auch das deutsche Reich immer mehr seine Substanz, und der Augenblick ist nahe, wo auch der Kredit und der Geldzustrom nach Deutschland aufhören wird, denn schon jetzt beginnt man im Ausland besorgt zu werden. Dann aber gibt es ein fürchterliches Erwachen und es wird zu spät sein zur Rettung vor der Verelendung des deutschen Volkes. Zu den ungeheuren Summen, welche das Ausland von uns erpreßt und welche die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit unserer Feinde steigern, kommen noch die Milliarden überflüssiger Einfuhr. Die gleichen Länder aber, denen wir ihre Waren in selbstmörderischem Umfange abnehmen, versperren uns die Einfuhr durch unübersteigbare Zölle. Infolge dieser Sachlage hat unsere Verschuldung an das Ausland jetzt schon 15 Milliarden erreicht, wovon allein 8 Milliarden auf Einfuhr- Ueberschuß in den Jahren 1925-28 tommen. Ein Wahrzeichen in dieser Richtung ist auch, daß sich das Zeitmaß, in welchem das Auslandskapital sich deutschen Besitz anzueignen sucht, verlangsamte. Jmmerhin ist es gut, sich zu merken, daß der Anteil ausländischer Beteiligung in Deutschland schon jetzt auf 80 Milliarden Rmk., also etwa den 4. Teil des ganzen deutschen Volksvermögens, geschätzt wird. Auf dem Wege des Exportes können wir bei den bestehenden Zollmauern nie dazu kommen, große Ausfuhr- Ueberschüsse zu erzielen. Der einzig rettende Weg ist die Einschränkung der entbehrlichen und überflüssigen Einfuhr. Um welche Summen es sich handelt, mögen folgende Ziffern zeigen: 1928 betrug die Einfuhr für Lebensmittel und Getränke 4 Milliarden 203 Millionen Mark. Mit dieser Summe allein können 2 Millionen deutsche Arbeiter ein ganzes Jahr durch gelöhnt werden. Ist es z. B. notwendig, daß für 294 Millionen Mart Eier eingeführt werden, oder für 435 Millionen Mart Butter oder für 102 Millionen Mark Käse, während zu gleicher Zeit die Holsteinischen Bauern ihren Käse an die Schweine verfüttern müssen, weil sie ihn nicht verkaufen können; oder für 650 Millionen Mark Obst, Gemüse, Blumen? Zu den mehr als 4 Milliarden Mark für Lebensmittel und Getränke- Einfuhr kommt dann noch 1928 eine Fertigwareneinfuhr von 2 Milliar= den 459 Millionen Mark. Auch von diesen Artikeln dürfte meh: als die Hälfte entbehrlich sein und im Lande hergestellt werden können. Ein erschreckendes Beispiel, wie diese Auslandseinfuhr das deutsche Voik verelendet, sehen wir in der Schuhindustrie. Man Im Jahre 1928 wurden 5 Millionen 917 000 Paar Schuhe ein, geführt mit der Folge, daß der größte Teil der deutschen Schuh industrie vor dem Ruin steht. In einer Stadt in Pirmasens, die wirtschaftlich nur von der Schuhindustrie abhängt, sind von 40 000 Einwohnern 10 000 arbeitslos. Aus dem Vorhergesagten ergibt sich klar, daß die Wirtschaft in einen Abgrund baumelt, wenn das deutsche Volk in der bis herigen Gewissenlosigkeit gegenüber dem Kauf von überflüssiger Auslandsware verharrt. Es muß dahin kommen wie in England und Italien, wo ein Mann, der z. B. einen Auslandswagen fahren würde, sich gesellschaftlich unmöglich macht. Im faszistischen Italien ist der Käufer ausländischer Waren geradezu verfemt, er setzt sich dem geschäftlichen und gesellschaftlichen Boykott aus. Der Staat geht sogar so weit, solche Leute als Vaterlandsverräter auf eine schwarze Liste zu sehen und ihnen Staatsaufträge zu entziehen. Auch England verfährt ähnlich und verwendet einen Poststempel, um die Bevölkerung gegen Auslandsware einzunehm Gelingt es, das Gewissen und den Willen des deutschen Volkes gegen die überflüssige Auslandseinfuhr zu weden, so wird auch bald die deutsche Kapitalnot samt der Arbeitslosigkeit ein Ende haben, denn es wird angenommen, daß Wareneinfuhr von 3-4000 Mart je einen deutschen Arbeiter brotlos macht. Man stelle sich einmal vor, wenn 2-3 Milliarden der deutschen Wirtschaft erhalten werden könnten, die heute als Zahlung für unnötige Auslandswaren unsere Verschuldung vermehren. Welche Belebung fäme in unsere dahin siechende Wirtschaft, wenn sie diesen Milliarden- Geldstrom erhielte, und wie müßte der Verbrauch damit anwachsen. Nur der entschlossene Abbau der überflüssigen Auslandseinfuhr farn uns davor bewahren, in immer schlimmere Schuldfnechtschaft zu versinken und damit kulturell Kulis fremder Gebieter zu werden. Es wird aber höchste Zeit, denn die Not des deutschen Volkes steigt von Tag zu Tag. Wer mit Hand anlegen will, das Gewissen der Volksgenossen zu schärfen, sollte sich eine Anzahl der Werbepostkarte gegen die Auslandswaren- Einfuhr, mit der Ueberschrift: ,, Deutsche Arbeiter sind in Not, wer Auslandsware kauft, stiehlt ihr täglich Brot!" kommen lassen. Für 1,10 Mf. in Briefmarken werden 10 Stüd von der Verlagshandlung Alfred Schmid Nachf., München, Residenzstraße 7, postfrei geliefert. U. Hensel. Samstag, den 22. März 1930. Weg zur reinen Freude und zum schönsten Frieden. Kein Erfolg im Beruf, kein Lohn für die Arbeit, keine andere Freude kann uns so froh machen, als wenn wir den Weg gehen, den dieser beste Freund uns weist. Man mag sich freuen im Ballsaal oder im Theater, im Kreise von frohen Zechern oder drauBen in Gottes schöner Welt wenn dein Gewissen nicht eins mit dir ist in der Freude, dann ist alle Freude ein Strohfeuer, hell und aufflackernd und dann jäh niederbrennend zu schwarzer Kohle. Es gibt eben nur ein Glück und einen Frieden die Ruhe des Gewissen. Der Sonntagsschreiber. * Die Straßensperre auf der Provinzialstraßenstrecke: Ortsdurchfahrt Bobenhausen II ist wieder aufgehoben. * Von der Landesuniversität. Auf den neuzuerrichtenden Lehrstuhl für Orthopädie wurde der Oberarzt an der Orthopädischen Klinik in München Professor Dr. Peter Pizzen beru fen. Er wird dem Rufe zum 1. April Folge leisten. * Eisenbahnnachrichten. Der Bahnhofsoberschaffner Wilh. Schaum vom hiesigen Bahnhof konnte dieser Tage das Jubiläum seiner 40jährigen Dienstzeit feiern. Reichspräsident und Reichsbahnverwaltung ließen ihre Glückwünsche aussprechen, * 200 Junglehrer und Junglehrerinnen sind vom hessischen Kultusministerium benachrichtigt worden, daß sie mit Beginn der Osterferien aus dem Schuldienste abberufen sind und kein Recht auf Weiterbezug der seitherigen Besoldung hätten. * Erhöhte Kosten für Fernsprechanschlüsse. Die Kosten für die Herstellung und Veränderung poſteigener und teilnehmereigener Fernsprecheinrichtungen werden am 1. April erhöht. Der Unkostenzuschlag zu den Selbstkosten für die Apparate und das Telegraphenbauzeug wird von 15 auf 25 Prozent gesteigert. * Diebstähle. Aus einem Gartenhaus wurden vier Paar Möventauben( blau- schwarz- rotbraun) mit zwei Jungen, aus einer Gärtnerei in der Schwarzlach sieben Strohmatten 1,50X2,00 Meter, sechsmal gebunden, und fünf eiserne Mistbeetfenster, 1,12 Meter breit, 1,42 Meter lang, aus einem Personenkraftwagen, der auf einem unverschlossenen Hofe aufgestellt war, ein schwarzer Frackmantel mit Samtfragen, eine graue Reisedecke ( Woilach), eine Plüschreisedecke, eine braune Nappaledermütze mit weißem Krimmerfutter und eine hellgraue Patschkappe und von einem Personenkraftwagen ein vernickelter, mit zwei Flügel versehener Opel Thermostat entwendet. Sachdienliche Mitteilungen an die Kriminalabteilung, Zimmer 27, erbeten. * Schwere Urkundenfälschung. In einem Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen schwerer Urkundenfälschung und Betrugs in Höhe von 40 000 Rmt. zum Nachteil des Reichs, werden diejenigen Personen ersucht, die in der Zeit bis zum 21. 11. 1929 vüdwärts, die nachstehend aufgeführten Tausendmarkscheine in Besitz genommen haben, der Kriminalabteilung Gie ßen Nachricht zu geben. Es kommen in Frage die Scheine: A 0092216, A 0098494, A 0122942-46, 0135032-35, A 0148156, A 0148158, A 0151362-63, A 0151371, A 0198214, A 0221802, A 0350031, A 0350315, A 0355529, 03770716-20, A 0380102, A 0389724-34. Eine Beschlagnahme der Scheine tommt bestimmt nicht in Frage. * Stadttheater. Der Spielplan sieht für morgen als Fremdenvorstellung„ Die heilige Flamme" vor. Am Dienstag wird ,, Der letzte Lord" wiederholt. Gießener Zeitung * Im Goethe- Bund wird statt des erkrankten Dichters Hermann Stehr der bekannte Th. Däubler aus eigenen Werken vortragen. * Das Hessische Garde- Dragoner- Regiment Nr. 23 wurde am 6. April 1790 gegründet. Seit der Gründung sind sonach am 6. April 1930 140 Jahre verflossen. Diesen Tag wollen die ehemaligen Garde- Dragoner in Form einer Wiedersehensfeier, verbunden mit einer Gefallenenehrung am Denkmal in Darmstadt begehen. * Zwei Ostersingwochen in Hessen. Singwoche in Hohensolms( Kreis Wetzlar). vom 11. bis 17. April 1930. Singwoche in Loshausen( Schwalm) vom 11. bis 17. April 1930. Näheres teilt die Geschäftsstelle des Finkensteiner Bundes e. V. KasselWilhelmshöhe, Rasenallee 7, mit. * Auf dem Frühjahrspferdemarkt, der von schönstem Frühlingswetter begünstigt war und infolgedessen einen sehr starken Besuch der Landbevölkerung Oberhessens und des Lahntales aufwies, standen 280 Pferde und 23 Fohlen zum Verkauf. Bei gutem Besuch des Marktes blieb jedoch das Geschäft ruhig. Jmmerhin entwickelte sich annehmbare Kauftätigkeit. Man be= zahlte für leichtere Pferde 500 bis 800 Mark, für mittelschwere Für 600-900 Mart und für schwere 1200 bis 1300 Mark. Schlachtpferde wurden verhältnismäßig hohe Preise bewilligt. Aus Nah und Fern. Jahreshauptversammlung des hess. Fürsorgeverbandes. = In Frankfurt a. M. fand am 17. ds. Mts. unter starker Beteiligung der Vertreter der hessischen städtischen, staatlichen und freien Fürsorge die Jahreshauptversammlung des Evang. Fürsorgeverbandes statt. Auch das Ministerium und das Landeskirchenamt hatten Vertreter entsandt. In seiner BegrünBungsansprache gedachte der stellvertretende Vorsitzende, Herr Dekan Mahr Eppelsheim, zunächst des früheren langjährigen Vorsitzenden der Tagungen, des nunmehrigen Ehrenvorsitzenden, Herrn Dekan Röschens. Dann galt sein Gruß dem neugewählten Vorsitzenden, Herrn Pfarrer Grein- Arheilgen, der dann auch die weiteren Verhandlungen leitete. In dem ausführlichen Tätigkeitsbericht des Landesgeschäftsführers, Herrn Landesjugendpfarrer Lic. v. d. Au, wurde ein klarer Ueberblick über die im Berichtsjahr geleistete Arbeit gegeben. Jm Mittelpunkt der Tagung stand der zweistündige Vortrag Dr. Wittheben s. Aus seinem Vortrag ,,, Vorbeugende Fürsorge für geistig anormale Jugendliche", gingen deutlich die Erfolge hervor, die in der vorbeugenden Fürsorge für jugendliche Schwachsinnige mit Hilfe der Kapillarmikroskopie erzielt werden. Seine klaren, auch dem Laien verständlichen Ausführun gen wurden wesentlich durch Lichtbilder ergänzt. Butzbach. Jm Landzuchthaus wurde eine Trauung vollzogen. Nach der Trauung mußte der Gefangene wieder in die Zelle und die junge Gattin die Anstalt verlassen. Bad Nauheim. Bis zum 20. März betrug der Gesamtbesuch 2487 Gäste, darunter 121 Ausländer; anwesend waren am 20. März 978 Gäste. Schotten. Die Schottener Stadtverwaltung legte dem Schottener Gemeinderat jetzt den Voranschlag des städtischen Nr. 23. Haushalts für 1930 vor. Der Etat schließt in Einnahme und Ausgabe mit je rund 200 000 Mark ab. Zur Deckung der Ausgaben ist es notwendig, neben den sonstigen Einnahmemöglich keiten noch Umlagen in Höhe von 62 000 Mark zu erheben. Schotten. Das Meisterschafts- Motorradrennen ,, Rund um Schotten" findet Sonntag, den 27. Juni statt. Groß- Gerau. Jm Gerauer Land ist eine große Masern= epidemie ausgebrochen. In der Kreisstadt sowohl wie in ver= schiedenen Nachbarorten liegen Hunderte von Kindern auf dem Krankenlager. Viele von ihnen haben Lungenentzündung hinzubekommen. Darmstadt. Am 21. März waren es 45 Jahre, daß Staatspräsident a. D. Karl Ulrich dem Hessischen Landtag als Abgeordneter angehört. Darmstadt. Ein schweres Motorradunglück ereignete sich auf der Straße nach Eberstadt. Mit 90 Kilometer- Tempo sauſte ein Motorradfahrer auf ein mit Baumstämmen beladenes Fuhrwerk. Fahrer Koch war sofort tot und der Beifahrer Walter starb ebenfalls bald nach dem Unglück. Offenbach a. M. Wegen Arbeitslosigkeit versuchte sich ein 20jähriger zu erhängen. Er konnte noch einmal gerettet werden. Ein neuer Polizeidirektor in Worms. Worms. Das Disziplinarurteil des Provinzialausschusses für Rheinhessen gegen den bisherigen Polizeidirektor Klapp= roth hat nunmehr auch zu einer Veränderung in der Leitung des Polizeiamtes geführt. Entsprechend dem Urteil wurde Klapproth von der Führung der Dienstgeschäfte enthoben. An seiner Stelle ist Polizeirat Marschmeyer( bisher Polizeiamt Offenbach) mit der Versehung der Amtsgeschäfte des Polizeidirektor beauftragt worden. Frankfurt. Das Arbeitsamt baut in der Nähe des Zoos ein neues Verwaltungsgebäude. Frankfurt a. M. Nach fast zweijähriger Abwesenheit ist Geheimrat Leo Frobenius vom Frankfurter Institut für fulturelle Morphologie wieder nach Frankfurt zurückgekehrt. Marburg. Ein zweijähriges Kind war aus dem Fenster gefallen und hätte sich zu Tode gestürzt, wenn es sich nicht gei| stesgegenwärtig an den Dachziegeln festgehalten und geschrieen hätte wodurch man aufmerksam wurde und die Rettung schnell vollzog. Geschäftliches. Mercedes- Benz beim Genfer Automobil- Salon. Auf dem am 21. März eröffneten Automobilsalon in Genf, der sich in den letzten Jahren einer ständig wachsenden deutschen Beteiligung erfreuen konnte, ist die deutsche Weltmarke Mercedes- Benz wieder mit einer erlesenen Auswahl ihrer neue= sten Modelle vertreten, dem neuen Typ„ Mannheim", einem 3½- Liter- Wagen von 14/70 PS.- Leistung, der als viersiziges Cabriolet gezeigt wird, dem Achtzylinder Typ„ Nürburg“, der den internationalen Ruf genießt, einer der besten und elegantesten Achtzylinder- Wagen des Automobilmarktes zu sein. Aus dem von Mercedes- Benz besonders gepflegten FabrikationsGebiet des preiswerten Gebrauchswagens von höchster Qualität und Leistung zeigt der Mercedes- Benz- Stand den bewährten Typ ,, Stuttgart 260". Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Erid Bezugsprei Redallions/ chluß Jendung nicht ve 43. Jahr Polit Der vollswir Dienstag die Ber über den Dellara der Abänderung, und das Weizen Nad der Regier Antrag verschiede Dellarationszwar Der Geschäft am Dienstag di geordneten Dr. jowie des tomm gung. Newport. verabschiedete Am Donn ordnungsführe Die Zolli Schlugunterzeic Um die A rufe, über die d flug faffen jol neue Steuerein verein eine all Unter den ausgebrochen, geführt werde Der Wie beben vernid ftenaufwand vollendet, Sumanit gen in der G maßnahmen i Statt besonderer Anzeige Am Dienstag, den 18, März, entschlief sanft im 75. Lebensjahre meine liebe, herzensgute, treu besorgte Mutter Frau Luise Keller, geb. Seeger Witwe des Direktors der höheren Mädchenschule zu Mainz Dr. Jakob Keller. Im Namen der Hinterbliebenen: Dr. Karl Keller, Oberbürgermeister. Die Einäscherung fand auf Wunsch der Entschlafenen in aller Stille statt. Ich bitte, von Beileidsbesuchen abzusehen. bricht Bremen, des Norddeu -Newport( 6 Minuten 3 dampfers B Schnittsgeschwi Geemeilen je fchwindigkeit Newport, Leistung voll als der der wird in ganz waltigen Ue Amerita wir scher Technik Sapag Sambu Hapag und rangieren und nach registertonn Wir errichten in Giessen eine Geschäftsstelle. Zur selbständigen Leitung derselben für eigene Rechnung erbiit. wir Angebote von kaufm. versierten u. organisatorisch durchaus erfahrenen Herren, die über Büro u. Telefon, sowie einigen tausend Mark in bar verfügen, da es sich um eine Vertrauensstellung allerersten Ranges handelt, die mit größerem Incasso verbunden ist. Tadellos. Ruf u. Vergangenh. Veding., hohes Jahresein komm. wird durch besteh. Geschäftsst. nachgewies. Kein Warengesch., keine Versicherung, feine Refl me! Man achte Angeb. unt. G. 3. 235 an die Geschäftsst.d.Bl. genau auf die Marke Union! 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