Nr. 74 abt Stadt, in Eurer an he, dann bittet er, daß Ihr die Die Sarrasan) vei Welttelle, e gehen nun Japan und zufall, wenn eiten derWelt mmt das Glück merung für das enalter hinein Hundert derten v tigen Aut gewaltigste wurde- ml ander Spitz Dresden Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 20. September 1930 Wie die Landvolk- Nachrichten erfahren, wird der Führer der Reichsliste der Landvolkpartei, Staatsrat a. D. Höfer, auf jein Reichstagsmandat verzichteen, um seine Arbeitskraft dem Thüringischen Landtage zu erhalten. In dem Beleidigungsprozeß des 2. Bundesführers des Stahlhelms, Oberstleutnant Düsterberg, gegen den Hauptgeschäftsführer des Jungdo, Bornemann, und den Schriffleiter der Zeitung ,, Der Jungdeutsche", Pastenaci, wurden diese zu einer Geldstrafe von je 50 Rmt. verurteilt. In einer halbamtlichen Erklärung im„ Giornale d'Italia" wird festgestellt, daß die italienisch- französischen Verhandlungen nicht nur nicht abgeschlossen seien, sondern nicht einmal vor einer Lösung zu stehen schienen. Man studiere, prüfe und unterhandele noch. Amerikanische Zollbeamte haben an Bord des deutschen Dampfers„ Europa" Morphium im Werte von 20 000 Dollar beschlagnahmt. Der argentinische Gesandte in Paris, Alvarez de Toledo, hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Generalmajor Adam, bisher Chef des Stabes des Gruppentommandos I, ist mit Wirkung vom 1. Oktober ab zum Chef des Truppenamtes ernannt worden. Generalmajor Freiherr von Hammerstein, der jetzige Chef des Truppenamtes, der als der zukünftige Chef der Heeresleitung genannt wird, ist mit dem gleichen Zeitpunkt zum Stab des Gruppenkommandos I versetzt worden. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist das russische Flugzeuggeschwader von seinem Flug Moskau Angora- Teheran- Kabul- Taschkent- Orenburg zurückgekehrt und in Moskau glatt gelandet. Die Flieger haben eine Strede von 9600 km in 61,30 Stunden zurückgelegt. Sie überbrachten dem stellvertretenden Außenkommissar Briefe des Afghanenkönigs und des Schahs von Persien, Riza Khan Pechweli. Der Zentralegekutivvollzugsausschuß hat eine Verfügung erlassen, wonach die Höchstgrenze, bis zu der Rubelnoten im Verhältnis zu Tscherwonzennoten ausgegeben werden dürfen, von 75 auf 100 Prozent erhöht wird. Das bedeutet, daß die Gold: und sonstige Dedung aller Noten auf 12 Prozent herabgesetzt wird. Die Polizei in Dehli hat 150 Kongreßfreiwillige verhaftet, die auf dem Ashram- Seminar für den Feldzug des zivilen Ungehorsams ausgebildet wurden. ,, Sera Secolo" meldet aus Port Said, daß englische Transportschiffe seit Dienstag früh wieder den Suezkanal passieren. Es handelt sich offenbar um neue Truppen für die englischen Garnisonen in Indien. Die Verteilung der Abgeordnetensiße im Reichstag. Die Verteilung der Abgeordnetensitze auf die Kreis- und Reichswahlvorschläge ergibt sich aus der nachstehenden Ueberficht: Parteien: SPD. NSDAP. KPD. Zahl der Size auf Kreiswahl: Reichswahl: vorschlag: vorschlag: zusammen: 143 133 10 98 9 107 69 7 76 Zentrum 61 7 68 Deutschnationale 33 8 41 Deutsche Volkspartei 21 9 30 ureden, Oberhausen( Wirtschaftspartei 15 8 23 Deutsche Staatspartei 13 7 20 Bayr. Volkspartei 17 19 11 18 7 14 4 6 . 5 3 3 576 erDeutsches Landvolk Chr.- Soz. Volksdienst Deutsche Bauernpartei Konserv. Volkspartei Deutschhann. Partei Landbund ater, ausrps. parzige braportentolksa! 23 487 227251| 89 Eine interessante Berichtigung zum Wahlergebnis. Innerhalb der deutschnationalen Mandate tritt infolge eines Additionsfehlers eine ganz interessante Verschiebung des Wahlergebnisses ein. Die Deutschnationalen hatten nach den vorläufigen Feststellungen im Wahlkreise Düsseldorf- West 61 189 Stimmen erhalten, so daß der Spitzenkandidat des Kreiswahlvorschlages, Senatspräsident Dr. Deerberg, Berlin, als gewählt galt. Nun ist aber festgestellt worden, daß bei der Addition der Krefelder Stimmen ein Fehler unterlaufen ist und die deutschnationale Stimmzahl nur 58 997 betrug. Dadurch fällt das Wahlkreismandat fort und die Deutschnationalen erhalten einen Sit mehr auf der Reichsliste. Falsche Gerüchte über Hitler. München. Das an der Berliner Börse am Donnerstagvormittag hartnädig sich haltende Gerücht, Adolf Hitler sei in München erschossen worden, ist falsch. Hitler befindet sich zur Zeit wohlbehalten in München und beabsichtigt, nach den Strapazen des Wahlkampfes sich heute für einige Tage zur Erholung in die Berge zu begeben. Ein Berliner Mittagsblatt bringt in sensationeller Aufmachung die Meldung, daß Hitler angesichts des Wahlausfalles, sich nunmehr doch entschlossen habe, von München nach Berlin überzusiedeln und die Parteileitung ebenfalls dorthin zu verlegen. Die entscheidenden Besprechungen darüber fänden am Donnerstag statt. Wie wir dazu in München erfahren, ist auch diese Meldung absolut unzutreffend. Die nationalsozialistische Parteileitung hat vor einigen Monaten in München das Palais Barlow erworben, in das die Parteileitung in Kürze übersiedeln wird. Noch am Mittwoch hat Hitler bei dem Richtfest für das zur Zeit in Umbau befindliche Palais in einer Ansprache die Erwartung ausgesprochen, daß das neue Heim von der Parteileitung hoffentlich bald bezogen werden fönne. Die Wirtschaftspartei fordert Auflösung des Preußischen Landtags. Namens der Fraktion der Wirtschaftspartei hat, wie aus Berlin gemeldet wird, der Abgeordnete Ladendorff im Preußischen Landtag einen Antrag eingebracht, wonach der Landtag mit sofortiger Wirkung aufgelöst werden soll. In der Begründung heißt es u. a.:,,Nach dem Ergebnis der Reichstagswahlen steht fest, daß hinter der heute in Preußen herrschenden Regierungskoalition nicht mehr annähernd die Mehrheit des Volkes steht. Es kommt hinzu, daß die Demokratische Partei, eine der Regierungsparteien, unter ihrem alten Namen in den ReichsNationaltagswahlen gar nicht mehr aufgetreten ist. Die sozialistische Partei, die im Preußischen Landtag noch nicht Fraktionsstärke besitzt, ist in Wirklichkeit heute die zweitgrößte Partei Preußens. Wenn wenigstens noch, die letzten äußeren Formen des demokratischen Prinzips gewahrt werden sollen, muß dieser Landtag sich jetzt sofort selbst auflösen." Die Geheimfonten der österreichischen Bundesbahnverwaltung. Wien, 19. Sept. Im Prozeß Strafella gegen ,, Arbeiterzeitung" gab es am Donnerstag neue Sensationen. Es wurde das ministerielle Protokoll der Untersuchung wegen der Geheimkonten der Bundesverwaltung veröffentlicht. Daraus geht hervor, daß über siebenhunderttausend Schilling willkürlich als Geschenke verteilt worden sind, wozu der Anwalt Strafellas, Dr. Gürtler, noch ergänzte, daß die Geheimfondssache nur einen Bruchteil der Mißwirtschaft bei den Bundesbahnen darstelle. Außerdem sind den sozialdemokratischen Gewerkschaften 2,7 Millionen Schilling für Ablösung einer unrechtmäßig benützten Frachtenfreiheit gegeben worden, dem sozialdemokratischen Lotomotivführerverband weitere siebenhundertfünfzigtausend Schilling für angebliche Ueberstunden der Lokomotivenführer. Sein Landtagsmandat niedergelegt. Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Oberregierungsrat Ritzel- Gießen, früher Bürgermeister von Michelstadt i. O., wird auf Grund seiner Wahl zum Reichstagsabgeordneten sein hessisches Landtagsmandat niederlegen. An seine Stelle wird voraussichtlich Frau Steinhäuser- Offenbach, die bereits früher dem Landtag angehörte, ein Mandat erhalten. Kohlenbergbau in Ostafrika? Daressalam, 17. 9. Von der Entdeckung eines großen Kohlenfeldes in Süd- Tanganyika, dem ehemaligen DeutschOstafrika, verspricht man sich eine völlige Umwandlung des neu entdeckte industriellen Lebens in Zentralafrika. Das Kohlenfeld soll nach Aussagen von Sachverständigen, die umfangreiche Untersuchungen durchführten, mehrere hundert Millionen Tonnen vituminöser Kohle enthalten, deren Ausbeutung sehr rentabel sei. Die deutschen Aerzteverbände zur Notverordnung. Der gesetzgeberische Eingriff der Notverordnung in die Rechtsbeziehung zwischen Aerzten und Krankenkassen ist als unerträgliche Entrechtung der Aerzte auf das Entschiedenste zu befämpfen. Solange die Notverordnung in Kraft bleibt, muß das Bemühen der Aerzteschaft darauf gerichtet sein, die ihre Berufsstellung erschütternden Auswirkungen nach Möglichkeit zu verhüten. In Uebereinstimmung mit dem Vorstand des Hartmannbundes hält es der Geschäftsausschuß des Deutschen Aerztever( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 75 Arbeitslosigkeit- Kauffraftausfall. Unter allen Wirkungen der gegenwärtigen Wirtschaftsdepression wird die Arbeitslosigkeit in breiten Volksschichten am schwersten empfunden. Sie bedeutet nicht allein und Sorge für die unmittelbar Betroffenen, sie stellt sich zugleich als r teste Belastungsprobe der öffentlichen Finanzen und der gesamten Wirtschaft dar. Von der Produktionsseite gesehen, bedeutet das erzwungene Feiern von Millionen arbeitswilliger Hände einen ausschlaggebenden Ausfall von Kaufkraft, der un= mittelbar und auf allen Märkten mehr oder weniger stark zu verzeichnen ist. Unverkennbar ist: wenn weniger verdient wird, kann nur weniger ausgegeben werden; sinkt der Umsatz des Einzelhandels, so können die ungünstigen Rückwirkungen auf den Großhandel, auf Industrie, Landwirtschaft und Kleingewerbe nicht ausbleiben. Um welche Beträge handelt es sich nun bei dem Kauffraftausfall infolge der Massenarbeitslosigkeit? Darüber stellte das Institut für Konjunkturforschung neuerdings Berechnungen an. Aus der Gesamtzahl der Arbeitslosen und den Verdiensten, die die Arbeitslosen zuletzt bezogen haben, wird der Bruttolohnausfall berechnet. Er beträgt im ersten Halbjahr 1930 nicht weniger als 3,05 Milliarden RM. gegenüber 2,09 Milliarden RM. im ersten Halbjahr 1929. Für die Arbeitslosen selbst ist der Kaufkraftausfall allerdings geringer; die beziehen Unterstützungsbeträge zur Bestreitung des notdürftigsten Lebensunterhalts. Setzt man für das erste Halbjahr 1930 von dem Bruttolohnausfall in Höhe von 3,05 Milliarden RM. diejenige Summe ab, die die Arbeitslosen aus der Arbeitslosenversicherung, der Krisenunterstützung oder der Wohlfahrtspflege bezogen haben, so erhält man einen Betrag von 1,85 Milliarden RM., der als Nettolohnausfall bezeichnet werden kann. Allerdings ist dabei zu berücksichtigen: diese Unterstügungsbeträge sind kein ursprüngliches Einkommen. Sie werden vielmehr durch Versicherungsbeiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sowie durch die Steuerzahler aufgebracht, also von deren Einkommen gleichsam abgezweigt. Volkswirtschaftlich gesehen, wird demnach die Zif= fer des Bruttolohnausfalls im Betrage von 3,05 Milliarden im ersten Halbjahr 1930 am ehesten eine annähernde Größenvorstellung von dem gesamten Kauffraftausfall in der Arbeitnehmerschaft vermitteln können. Es handelt sich also um gewaltige Summen, die infolge der Massenarbeitslosigkeit, weniger durch die deutsche Volkswirtschaft strömen. Nicht alle Wirtschaftszweige werden jedoch durch Am stärkdiese Kaufkraftschrumpfung gleichmäßig betroffen. sten wirkt sie sich zweifellos auf Teile der Lurusindustrie und auf das Vergnügungsgewerbe aus. Schwer betroffen werden fermer u. a. die Textil- und Lederwarenindustrie, die Produktion von Hausrat usw. Verhältnismäßig weniger werden die Folgen auf den Nahrungsmittelmärkten spürbar sein; hier wird es sich vor allem um eine Verschiebung der Nachfrage von den teuren, zum Teil höherwertigen zu den billigeren, zum Teil geringerwertigen Lebensmitteln handeln. Alle diese Wirkun gen des Kaufkraftausfalls infolge der Arbeitslosigkeit werden wesentlich verstärkt durch die Einkommensminderung, die auch in anderen Wirtschaftsgruppen, namentlich in der Landwirtschaft und im Kleingewerbe, festzustellen ist. Also doch! Der Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei, Dr. Kaas, hat sich in einer Zentrumsversammlung in Trier u. a. auch gegen die Vorwürfe verteiditgt, daß er in den Jahren 1918 und 1919 separatistische Bestrebungen unterstützt habe. Er hat dabei aber zugegeben, daß er mit Trimborn und anderen dafür eingetreten sei, das Rheinland von Preußen loszulösen und aus ihm einen selbständigen Bundesstaat wie Baden, Bayern, Thüringen und Sachsen zu machen. Diese Bestrebungen hätten nichts zu tun gehabt mit dem Vorgehen der Separatisten späterer Zeit, die das Rheinland zu einem selſtändigen Staat neben Deutschland machen wollten; das sei natürlich Landesverrat ge= wesen. Als Grund für seine Stellungnahme in jener Zeit führt er an, daß im November und Dezember 1918 alles schwankte und der sozialistische Kultusminister Hoffmann ein Kulturprogramm entworfen habe mit der Trennung von Staat und Kirche. Was Kaas hier ausführt, ist nicht neu. Er zeigt aber klar und deutlich, daß tatsächlich bei den Verhandlungen über die Reichsverfassung die Bestrebungen der Rheinländer auf Losreizung von Preußen start in die Waagschale gefallen sind und wesentlich zur Gestaltung des Schulkompromisses beigetragen haben. Daß dabei namhafte Persönlichkeiten aus der Zentrumspartei hervorragend beteiligt gewesen sind, steht nach den neuesten Auslassungen des Zentrumsführers außer Zweifel. einsbundes für ſtandesunwürdig, wenn ein Arzt entweder selbst Herabseßung der Krankenkassenbeiträge. oder durch seine Hilfspersonen die Notverordnung dadurch sabotiert, daß er den Versicherten die Krankenscheingebühr oder den Arzneikoſtenanteil erstattet. Der Geschäftsausschuß macht es den Aerzten zur Pflicht, die auf wirksame Ersparnismaßnahmen in der Reichsversicherungsordnung gerichteten gesetzgeberischen Bestrebungen zu unterstützen, soweit dies ohne Schädigung des Zwedes der Versicherung möglich ist. Die Sozialdemokratie macht gegenwärtig ein großes Agitationsgeheul über die Notverordnung zur Krantenversicherung. Sie verschweigt dabei, daß diese Notverordnung in erster Linie den Zwed hat, eine Ermäßigung der Krankenkassenbeiträge, also auch eine Entlastung der Versicherten zu erreichen. In welchem Umfange letzteres bereits der Fall ist, zeigen die Beschlüsse einer Samstag, den 20. September 1930. großen Anzahl von Krankentassen. Die Stuttgarter Allgemeine Ortskrankenkasse und die besondere Ortskrankenkasse der Handelsgewerbe geben z. B. bekannt, daß durch die Beschlüsse der Kassenausschüsse vom 23. August 1930 die Beiträge mit Wirkung vom 1. September 1930 ab wie folgt gesenkt werden: bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse von seither 7,2% auf künftig 6% des Grundlohnes; bei der besonderen Ortskrankenkasse des Handelsgewerbes usw. von 5,7% auf 5% des Grundlohnes. Sie ermäßigen sich: 1. Für Versicherte, die einen Rechtsanspruch auf Weiterzahlung des Arbeitsentgeltes im Falle der Krankheit für mehr als 2 Wochen und keinen Anspruch auf Krankengeld haben, bei der Allgemeinen Ortskrankenkasse auf 5,5% des Grundlohnes, bei der besonderen Ortsfrankenkasse des Handelsgewerbes usw. auf 4,5% des Grundlohnes. 2. Für Versicherte, die einen Rechtsanspruch auf Weiterbezahlung des Arbeitsentgeltes im Falle der Krankheit für mehr als 4 Wochen und keinen Anspruch auf Krankengeld haben, bei der Allgem. Ortskranfenkasse auf 5% des Grundlohnes, bei der besond. Ortskrankenkasse des Handelsgewerbes usw. auf 3,75% des Grundlohnes. Diese Beschlüsse bedeuten, daß die Allgemeine Ortskrankentasse Stuttgart generell den Beitragssatz von 7,2% ds GrundTohnes auf 6%, also um 1,2% senkt. Die besondere Ortskrankenkasse der Handelsgewerbe von 5,7% des Grundlohnes auf 5%, also um 0,7% herabsetzt. Für die Versicherten, die einen Rechtsanspruch auf Weiterzahlung von Arbeitsentgelt im Falle der Krankheit für mehr als 4 Wochen haben, ermäßigt sich der Beitragssatz von bisher 7,2% auf 5% des Grundlohnes, bezw. bei der besonderen Ortskrankenkasse für das Handelsgewerbe von 5,7% auf 3,75% des Grundlohnes. Das bedeutet im ersten Falle eine Ermäßigung der bisherigen Krankenkassenbeiträge um fast ½ 32,72%, im zweiten Falle um 29,23%. Der einzelne Versicherte kann es sich ausrechnen, welche Beitragsentlastung er dadurch erfährt. Demgegenüber ist das Gezeter der Sozialdemo traten über die Gebühr für den Krankenschein usw. nichts als agitatorischer Mißbrauch der versicherten Arbeitnehmer für sozialistische Parteizwede. Daß daneben die Sozialdemokratie noch heult über die Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ist direkte Jrreführung der Arbeiterschaft. Die Sozialdemokratie hat bekanntlich selbst am stärksten die Erhöhung der Beiträge für die Arbeitslosenversicherung gefordert. Millionenunterschlagung bei der Heidelberger Wohnungsbau- G. m. b. S. Heidelberg, 19. Sept. Große Unregelmäßigkeiten wurden bei der vor wenigen Jahren in Heidelberg gegründeten Wohnungsbau- GmbH. festgestellt. Der Direktor und Geschäftsführer Paul Müller, ein gebürtiger Schweizer, soll verschwunden sein und mit ihm ein Betrag, der in die Millionen gehen soll. Der Verlust trifft in erster Linie katholische Ordensschwestern in der Pfalz, die Baugelder für ein geplantes Krankenhaus hergegeben hatten. Sollte die Gesellschaft infolge der Unterschla= gung zusammenbrechen, so würden auch zahlreiche kleinere Heidelberger Geschäftsleute geschädigt sein. * Flugzeugunglüd in Stuttgart. Stuttgart. Auf dem Flugplatz Stuttgart- Böblingen stießen am Donnerstagnachmittag bei einer Flugzeugvorführung zwei Flugzeuge zusammen und stürzten ab. Die vier Insassen waren auf der Stelle tot. Steuersperre über München. München. Die Mehrheit des Münchner Stadtrates hat sich geweigert, den Betrag von 5,8 Mill. RM. als Beitrag der Stadtgemeinde zu den Kosten der Polizeidirektion in den Gemeindehaushalt einzustellen. Am Dienstag hat die Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde dem Stadtrat in einem Schreiben mitgeteilt, daß diese Beschlüsse aufgehoben werden, und daß die Einstellung der Summe in den Gemeindehaushalt angeordnet werde. Um dieser Verfügung Nachdruck zu verleihen, hat der bayrische Staat die Auszahlung der Steuermittel an die Stadt München gesperrt, und zwar in der Höhe der benötigten 6 Mill. RM. Der Stadtrat beschloß, eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes herbeizuführen. * Verfolgung der deutschen Sprache in Südsteiermart. Wien. Nach einer dieser Tage erlassenen Verordnung des jugoslawischen Unterrichtsministeriums wird am Marburger Stadtgymnasium die deutsche Sprache in der ersten und zweiten Klasse nicht mehr unterrichtet werden. „ Gießener Zeitung" Lokales. Sonntagsgedanken. Die Ernte ist eingefahren. Die Hungernden, deren es noch viele in unserem armen Vaterlande gibt, kommen und klopfen an den vollen Scheunen. Aber der Bauer ist selbst arm ge= worden und kann nicht mehr helfen. Das Wenige, das er noch hat, reicht kaum für ihn und seine Familie. Armut in den Städten, Armut auf dem Lande. Und daneben steht in einem furchtbaren Gegensaß das Prassertum und kümmert sich nicht weiter um die bittenden Hände, die sich nach ihm ausstrecken. Ja, die Armut in den Städten! Man sieht sie mit hohlen Wangen, trübe blickenden Augen, in abgetragenen Gewändern. Man sieht sie, aber man hört sie nicht. Man hört sie nicht, denn diese Armen dulden still. Sie murren nicht, sie klagen nicht, sie halten keine geräuschvollen Versammlungen ab, überschütten nicht das Parlament mit Petitionen. Stilles Heldentum! Ja, wahrhaftig! Das ist Heldentum! Aber solches Heldentum ist Verbrechen derjenigen, die noch an vollen Tischen sitzen. Daß in Deutschland gerade die Veteranen der Arbeit hungern und betteln gehen, ja sogar den Tod suchen, ist ein unschöner Flecken auf Germanias Schilde. Das sind bittere Sonntagsgedanken. Wenn aber die Wahrheit so erschütternd schreit, wie hier, dann soll sie gerade am Sonntag gehört werden, damit in Not und Herzeleid ein wenig wirkliche Sonne hineinscheinen möchte. Es darf nicht sein, daß in unserer Mitte, unter einem Volke von Christen, daß vor unseren Augen unsere Väter und unsere Mütter, unsere Brüder und Schwestern hungern und verkommen. Wir alle, die wir uns noch sättigen dürfen, sind verantwortlich für sie. Laßt uns helfen und noch helfen betteln gehen für die Armen unseres Volkes! Geben soll, wer geben kann. Blättert heute zum Sonntag in dem Buche der ewigen Wahrheit und überseht nicht die Stelle, wo es heißt:„ Wer zwei Röcke hat, gebe dem, der keinen hat, und wer Brot hat, tue desgleichen." Und beim Geben fehle nicht das Beste, das ist das Herz. Die volle freudige Hingabe, die nichts anderes sieht als die Not und nichts anderes kennt als den heiligen Drang, wirklich zu helfen mit der ganzen Hingabe der Kraft. Die Not will nicht allein unser Almosen, sondern sie will uns. Lasset uns geben, die wir empfangen möchten, vor allem gerne, schnell und ohne Zaudern. Der Sonntagsschreiber. * Eßt deutsches Obit. In der Obstzeit will jeder, der es sich irgend leisten kann, Obst auf seinem Tisch sehen. Kaum werden die ersten Pflaumen" ,,, die ersten Weintrauben" und was es sonst noch sein mag, angeboten, so werden sie gekauft, ohne daß der Käufer fragt, von wo sie kommen. Und doch wäre diese Frage sehr wichtig. Sie müßte sogar ausschlaggebend für den Kauf sein. Denn das Obst, das aus dem Auslande bezogen wird, bedeutet Abfluß deutschen Geldes ins Ausland, und dieses Geld ist für die innerdeutsche Wirtschaft schlechthin verloren. Bei ausgesprochenen, in Deutschland nicht zu züchtenden und für Deutschland unentbehrlichen Südfrüchten wie Zitronen und Apfelsinen muß man freilich diesem volkswirtschaftlich recht unangnehmen Umstand eben wegen der Unentbehrlichkeit der Früchte mit in den Kauf nehmen. Um so sorgfältiger aber sollte jede Hausfrau darauf achten, solche Obstsorten, die in Deutschland in einwandfreier Güte geerntet werden können, und geerntet werden, nur zu kaufen, wenn sie nachweislich deutscher Herkunft sind. Außer der Erhaltung deutscher Geldmittel für die innerdeutsche Wirtschaft hat das überdies den besonderen Vorteil, daß das deutsche Obst ausgereifter und darum für den Körperhaushalt wertvoller ist als ausländisches. Denn ausländisches Obst muß, um auf die erforderlich weiten Strecken versandfähig zu sein, unausgereift geerntet werden und crhält nur durch Lagern eine spätere Notreife, die es eben verzehrbar macht. Es ist dadurch trotz des höheren Preises an Güte und Wohlgeschmack und auch an Bekömmlichkeit dem deutschen, auf der Pflanze gereiftem Obst unzweifelhaft unterlegen. Darum kauft deutsches Obst! * * Sonntagsrückfahrkarten im Schnellzug. Die Benutzung von Schnellzügen mit Sonntagsrückfahrkarten wird erleichtert. Bisher mußte mindestens der Schnellzugszuschlag der Zone 2 bezahlt werden. Diese Einschränkung wurde versuchsweise mit Wirkung vom 13. ds. Monats an außer Kraft gesetzt. Bei Entfernungen bis 75 Kilometer braucht mithin fünftig nur der Zu schlag der Zone 1 gelöst zu werden. * Personenstands- und Betriebsaufnahme 1930. Auf Anordnung des Reichsfinanzministers ist die Personenstands- und Betriebsaufnahme auf Grund der Ausführungsbestimmungen zum Einkommensteuer- und Körperschaftssteuergesetz nach dem Stand vom 10. Oktober 1930 durchzuführen. * Ein Auto- Straßenhilfsdienst ist vom Hessischen Landesverein vom Roten Kreuz eingerichtet worden. In ganz Hessen Nr. 75. werden vom Roten Kreuz gegenwärtig 61 Unfallhilfsstellen und 102 Unfallmeldestellen bedient. * Herbst- Pferdemarkt. Der am Mittwoch abgehaltene Giessener Herbst- Pferdemarkt litt sehr unter dem schlechten Wetter und war die Besucherzahl wesentlich niedriger als die früheren Märkte. Aufgetrieben waren 213 Pferde und 23 Fohlen. * Aus dem Stadttheater. Ernannt wurde für die Winterspielzeit zum Oberspielleiter Herr Bäuerle und zum ersten Spielleiter Herr Fassot. * Aus der Lukasgemeinde. Auf der„ Liebigshöhe" veran staltet am morgigen Sonntag nachmittag die Lukasgemeinde einen Familientag, dessen Programm einige genußreiche Stunden versprechen. * Obstversteigerung. Am kommenden Montag soll die dies: jährige Obsternte der Stadt, beginnend um 8,15 Uhr, von den Bäumen an der Kläranlage öffentlich versteigert werden. * Der erste ,, Wäldchestag". Jm Lärchenwäldchen feiern die Bürger von Plattenhausen, Friedensstraße und Am Kugelberg am Sonntag und Montag ihre Kirmes. * Auch kleine Wunden beachten! Immer wieder hört man, daß Menschen gestorben sind, weil sie eine kleine Wunde nicht beachteten. Viel häufiger, als man das im allgemeinen annimmt, kommt dann Blutvergiftung hinzu, die zumeist, wenn sie zu spät bemerkt wird, den Verlust eines Gliedes oder gar den Tod zur Folge hat. Gefährlicher ist es noch, wenn Wundstarrframpf eintritt. Steuerkalender für September 1930*) Reich. * mitgeteilt von der Südwestdeutschen Revisions- und TreuhandVereinigung( Weiß& Co., Kom.- Ges.) Frankfurt a. M. 25. September: 3. Ziel der( vorläufigen) Kommunalsteuern ( Grund-, Gewerbe- und Sondergebäudesteuer für Gemeinde, Kreis und Provinz) It. Bescheid. Meist 8-10 Tage Schonfrist. Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V.( A. v. D.), Die Provinzialstraße ,, Gießen- Daubringen" vom Abzweig der Straße Gießen- Lollar bis Daubringen wird vom 18. Sept. 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Lollar und Großen- Buseck. Aus Nah und Fern. Rödgen( Kr. Gießen). Der Gemeindevoranschlag für das Rechnungsjahr 1930 liegt bis zum 22. September auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Laubach( Oberhessen). Der hiesige Vorschußverein, der etwa 200 Mitglieder, meist kleine Gewerbetreibende und Landwirte aus Laubach und Umgebung, zählt, ist durch unvorsichtige Hingabe von Darlehen durch seinen Rechner schwer geschädigt wor den. Nach dem bisherigen Ergebnis der Revision steht ein Fehlbetrag von 236 000 Mt. fest, für den die Mitglieder der Genossenschaft einzustehen haben. Schotten. In seiner am Mittwoch abgehaltenen Sitzung erklärte der Kreisausschuß des Kreises Schotten, die Bürgermeisterwahl in Ulrichstein, die vor kurzem stattfand, für ungültig. Herchenhain. Auf der Herchenhainer Höhe veranstaltet heute und morgen der hiesige Segelflug- Ausschuß einen Gleit- und Segelflugwettbewerb, zu dem 12 Maschinen gemeldet sind. Lampertheim. Dem Totengräber Moos wurde dieser Tage das 29. Kind geboren. Aus erster Ehe waren 16 Kinder her: vorgegangen, aus der zweiten Ehe 13, davon drei Zwillings paare. Von den Kindern leben 14. Ausstellung ,, Technit im Heim". Darmstadt. Aufklärung und Unterrichtung weitester Kreise über die Notwendigkeit und die Möglichkeit einer Bessergestal tung des Haushalts durch technische Hilfsmittel, Hebung der Lebenshaltung und Förderung der kulturellen Weiterentwicklung durch diese Verbesserung des Haushalts das ist in wenigen Worten das Programm der vom 21. September bis 19. Oktober in der Darmstädter Festhalle stattfindenden Ausstellung ,, Technik im Heim". Diese wird vom Verein deutscher Ingenieure und in Verbindung mit dem Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit, der Reichssorschungsgesellschaft für Wirtschaftlichkeit im Bau- und Wohnungswesen dem Reichsverband deutscher Hausfrauenvereine und weiteren führenden Organisationen veranstaltet. Die Aus: stellung ist eine Lehrschau, die in planmäßiger Gliederung alle Gebiete der hauswirtschaftlichen Technik erfaßt. Camstag, den 2 Bensheim a. 23. September hie Herborn, 19. terchen der Fami und stieß dabei e Rind wurde jo fch Montabaur, C lebender früherer jeinen 104. Geburt Verfahren gegen Najjau a. b. L wieder der weitbei Limburg a. d. firchen wurde ein nicht gefchloffenen einem Personenzu gefa leift und da wurde fofort getöl verlegt. Frorffurt a. 2 des staatlichen cher Heinrich Willike, am 22. Auguft je zum 26. August Freunde. Die le Frankfurt a glieder der„ Gelb brechen, Betrug u worden. Die ,, Se Städten Vertretu hatte Bausparver Reichsmart abgesc ihre Kunden unte und Arbeiter aus begründet, fiebeli über. Schon die angeblich nicht g Hans Nun, i auf gefaßt aus feiner die Zeltit marft ein ftruppige einem fr dürftig g angepriese wir Kinde nur gefärbt feiner anzu weitem ge 200 Laftaut grün- weiße lettern den Und de begegnete, Farbe diese Direktor un deutscher We und der sei Gründlichkei beachtlicher nehmen wie nennt, fönne Und fa nauem Plan nere der Ze für die Zei stellungen immer Ein Genuß taum ein S aus Sägej Tieren, die einen behag schaffen. K Was eine Witwe nötig hat: nicht nur das Geld für das Begräbnis und den Friedhof; auch Geld zum Nötigsten für sich und ihre Kinder( auch die Pension oder Rente ist oft selbst für das Nötigste unzureichend); und häufig noch Geld um alte Schulden zu begleichen( z. B. für Abzahlungskäufe)! - - - ein Unfall- Auch Dich kann's eines Tages plötzlich treffen eine tückische Krankheit. Hast Du für diesen Fall gesorgt- durch eine Lebensversicherung? Schon eine kleine Summe wird die Deinen doch wenigstens vor dem Schlimmsten bewahren. Vorsorge schützt vor Sorge! Und to findet man Vorstellung überhaupt wohligen wenn auch Da ift chen, wo gang ich mujitalijch teitsitürme anzug, fr neuen Nu Weiter bi nesen. 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Ein bei seinen Schwestern hier in Ruhestand lebender früherer Lehrer, Peter Schupp, fonnte dieser Tage seinen 104. Geburtstag, noch verhältmäßig rüstig, begehen. Verfahren gegen Vorstands: und Aufsichtsratsmitglieder der Nassau a. d. Lahn. Am 27., 28. und 29. September findet wieder der weitbekannte Nassauer Michelsmarkt statt. von Limburg a. d. L. An der Eisenbahnstrecke Limburg- Altenfirchen wurde ein Lieferkraftwagen, als er die Gleise an einem nicht geschlossenen Straßenübergang überfahren wollte, einem Personenzug erfaßt. Der Wagen wurde eine Strede mitgeschleift und dann zertrümmert. Ein siebenjähriger Knabe wurde sofort getötet, seine Mutter und der Wagenführer schwer verletzt. Frontfurt a. M. Der seit dem 26. August vermißte Direktor des staatlichen chemischen Untersuchungsamtes in Frankfurt, Dr. Heinrich Willike, ist noch nicht aufgefunden worden. Er trat am 22. August seine Urlaubsreise nach Tirol an und gab bis zum 26. August ständig Nachricht an seine Angehörigen und Freunde. Die letzte Nachricht stammt aus Zürich. „ Selbsthilfe der Arbeit“ Frankfurt a. M. Gegen Vorstands und Aufsichtsratsmitglieder der ,, Selbsthilfe der Arbeit“ ist wegen Ronkursverbrechen, Betrug und Unterschlagung ein Verfahren eingeleitet worden. Die ,, Selbsthilfe der Arbeit" hatte in etwa achtzig Städten Vertretungen und Niederlassungen gegründet. Sie hatte Bausparverträge über rund sechsundfünfzig Millionen Reichsmart abgeschlossen und suchte sich, als„ antikapitalistisch", ihre Kunden unter der breiten Masse der Handwerker, Beamten und Arbeiter aus. In Mannheim von einem Dr. Ernst Hunkel begründet, siedelte die ,, Selbsthilfe" bald nach Frankfurt a. M. über. Schon die 1927 getätigten ersten Darlehnsgeschäfte waren angeblich nicht ganz einwandfrei. Die ,, lokalen Bausparkassen" Hans Stosch- Sarrafani erzählt... Von Dr. Fr. W. Schröter. Nun, ich will vorweg sagen: Ich war nicht etwa darauf gefaßt, einen Zirkusbetrieb zu finden, wie man ihn aus seiner Jugendzeit zu sehen gewohnt war, als ich in die Zeltstadt eintrat, wo ins Heimatstädtchen zum Jahrmarkt einige schief in den Federn hängende Wagen, von struppigen Pferden gezogen, hereinrumpelten, sich auf einem freien Platz aufstellten, wo vor zerrissenen und dürftig geflicktem Zelt laut schreiend die Schaustellungen angepriesen wurden, wo„ der" Neger auftrat, dem schon wir Kinder ansahen, daß er aus der Nähe stammte und nur gefärbt war. Nein, diesen Maßstab wird auch schon feiner anzulegen wagen, wenn er Sarrasani nur von weitem gesehen hat, mit seinem Wagenpark von bald 200 Lastautos, die sämtlich in den schmucken sächsischen grün- weißen Farben gestrichen sind, die in stolzen Goldlettern den Namen Sarrasani tragen. Und der Neger, der mir bei Sarrasani am Eingang begegnete, der ist auch echt. Und echt, wie die schwarze Farbe dieses Wüstensohnes, ist bei Sarrasani alles. Der Direktor und Besizer ist ein Deutscher, einer, der sich in deutscher Weise aus kleinsten Anfängen hochgearbeitet hat, und der sein Unternehmen nach wie vor in deutscher Gründlichkeit und Sauberkeit führt, auch jetzt, wo es zu beachtlicher Größe angewachsen ist. Mit solchem Unternehmen wie dieser sächsische Zirkus, wie er sich mit Stolz nennt, können wir auch im Auslande Staat machen". und sauber wie der Anstrich der riesigen, in genauem Plane aufgestellten Wagenburg ist auch das Innere der Zelte. Wer da denkt, daß in den Ställen nur für die Zeit der Führungen, für die Besucher der Vorstellungen saubergemacht wird, der irrt sich. Hier ist immer Sauberteit an der Tagesordnung. Ein Genuß ist es, die blanken Stallgassen zu sehen, wo taum ein Hälmchen der Streu überhängt, wo Bahnen aus Sägespänen die Feuchtigkeit aufsaugen und den Tieren, die in langen Zeltstallreihen aufgestellt sind, einen behaglichen trockenen und warmen Stall zu verschaffen. Und kommt man weiter, in die Manege, dann findet man dort dieselbe peinliche Sauberkeit wie bei den Vorstellungen. Es wird hier ständig gearbeitet, wie überhaupt das Zirkusleben nicht etwa ein Leben des wohligen Nichtstuns ist, sondern ein Leben angestrengter, wenn auch interessanter Arbeit. Da ist bei Tage im ganzen 3irtus taum ein Fleckchen, wo nicht rege Tätigkeit herrscht. Im Reiter= gang schallen uns greuliche Mißtöne entgegen. Die musikalischen Clowns, die Abend für Abend Heiterteitsstürme erzeugen, und die hier im nüchternen Zivilanzug, frierend im Reitergang stehen, üben an einer neuen Nummer. Was es ist, das wird nicht verraten. Weiter hinten im Reitergang treffen wir auf die Chinesen. Fleißig üben sie Saltomortale und ähnliche Dinge, einmal, viele Male, immer wieder, damit die Truppe Neues bieten kann, damit die übungen dann bei der Vorstellung so mühelos aussehen. Und in der Manege selbst wird auch fleißig gearbeitet. Da läßt man die Zebras im Kreise laufen. Scheue Gesellen sind sie, die gar schwer zu dressieren sind. Voran ein Zebramischling, ohne den man die fleine Schar faum halten könnte. Und taum haben sie die Manege verlassen, da trotten die grauen Kolosse herein, Sarrafanis Stolz: feine Elefanten. Nicht die ganz großen sind es, nicht die, die der Direktor selbst vorführt, sondern die Lehrlinge", 13 an der Zahl. Einmal, zweimal laufen sie im leichten Trab um die Manege herum, dann läßt man die drei kleinsten zur Seite, denn sie sind noch nicht für die Anstrengung der Dressur geeignet. Die fleine Maud, ein süßer Kerl, wenn sie auch eine fleine Dickhäuterin ist, ist ein Ausbund von Ausgelassenheit. Niemand will ste vorbeilassen, hilft sich mit Rüssel und der ganzen Gewichtigkeit ihres nach Elefantenmaßstab noch winzigen Körpers. Und während sie sich die Beit mit Streichen vertreibt, arbeiten die älteren Artgenossen in der Manege, werden hier vom bewährten Dompteur ,, Gießener Zeitung" blühten bis vor wenigen Wochen an etwa achtzig deutschen Plätzen auf. Man kämpfte gegen Reichsbank und Währung, führte im Sommer 1928 Freigelder unter der Bezeichnung „ Wara" ein. Die heutigen Verbindlichkeiten der„ Selbsthilfe" betragen rund 1,5 Millionen RM, denen Vermögenswerte kaum gegenüberstehen. Die gegen eine Anzahl Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder eingeleitete Untersuchung erstreckt sich auf den genannten Dr. Ernst Hunkel, den Aufsichtsratsvorsitzenden Bender, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Scharfe, den Bankvorsteher Schuhmacher und den Geschäftsleiter der ,, 3wedsparkasse", Dr. Biel. Kassel. Der Hotelbesitzerverband von Hessen und Waldeck e. V., Sitz Kassel, hält seine diesjährige Jahreshauptversammlung am 26. September in Kassel ab. Köln. In der Friedenskirche in Köln- Mülheim wurden nachts von Dieben 719 Orgelpfeifen von der Orgel abmontiert und mitgenommen. Gastod dreier Geschwister. Duisburg, 19. Sept. Am Freitagmorgen wurden in einem Hause in der Wallstraße zwei Schwestern im Alter von 56 und 57 Jahren und deren 59jähriger Bruder in der gemeinsamen Wohnung durch Gas vergiftet aufgefunden. Sofort angestellte Wiederbelebungsversuche. blieben erfolglos Wirtschaftliche Not soll die drei Geschwister in den Tod getrieben haben. 120 000 Mark unterschlagen. = Hemmerden( Kr. Grevensbroich), Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beim Landgericht München- Gladbach= Rheydt wurde der frühere Gemeindevorsteher und Beigeordnete Theodor Knauff von hier festgenommen. Er hatte seit zwei Jahren bei Bierbrauereien in Düsseldorf, Aachen und GladbachRheydt, für die er Gelder einzukassieren hatte, 120 000 Mark veruntreut. Der deutsche Pfarrertag fand vom 9.- 11. September in Danzig statt. Weit über 100 Vertreter der ev. Pfarrvereine waren anwesend. Sie hatten Gelegenheit, die wirtschaftlichen, politischen und kirchlichen Verhältnisse Danzigs eingehend kennen zu lernen und gewannen einen tiefen Eindruck von der Not des abgetretenen deutschen in mühsamer Arbeit„ fertiggemacht". Mühsam ist die Arbeit; nach Sarrajanis eigener Angabe braucht ein Elefant bis zum letzten Schliff, d. h. bis er auf den beiden Vorderbeinen stehen kann, den Kopf nach unten, ein volles Jahr. Und weiter wandern wir durch die Zeltstadt. Man hört nicht auf zu staunen. Eigentlich ist alles so selbstver ständlich in unserer Zeit der Technif, selbstverständlich auch, daß ein derartiges Riesenunternehmen in allen Hilfsmitteln auf sich selbst gestellt sein muß, wenn es sich in unwirtlichen Gegenden fortbewegt. Und doch bewundert man immer wieder die Reichhaltigkeit der Hilfsmittel, ihre zweckmäßige Unterbringung auf denkbar fleinstem Raum, leicht beweglich. Da sind die Wohnwagen, praftisch und sauber. Viele von ihnen haben Anschluß an die Wasserleitung. an Lichtleitung, einige sogar an die Dampfleitung. Da sind die Werkstätten für alles, was nur vorkommt, sogar eine Damenschneiderei ist vorhanden, werden doch die vielen Kostüme in eigener fliegender Werkstätte angefertigt( auch die für die 60 hübschen Tanzgirls!), da ist eine vielbeschäftigte Sattlerei und eine Schlosserei und was noch alles zu diesem kleinen wandernden Gemeinwesen gehört. An alles ist gedacht nach bestimmtem und einheitlichem Plan. Einheitlicher Plan, ein einheitlicher Wille ist es, der einem hier so imponierend entgegentritt. Und derselbe Wille tritt einem entgegen, wenn man zu der Seele dieses Unternehmens, zu Hans Stosch- Sarrajani, selbst tommt. Vielbeschäftigt ist dieser Mensch, selbst ein Vorbild der Arbeitsfreudigkeit für seine zahlreichen Angestellten, und doch bringt er die Zeit auf, den Freunden des Zirkusses selbst zu erzählen. Und man hört ihm gern zu in seinem Wohnwagen, wenn er mit seiner ein wenig rauhen Stimme, die uns von der Vorstellung her vertraut ist, erzählt. Als junger Kerl ist Hans Stosch seinen Eltern im Posenschen davongelaufen, mit ganzen 50 Pfennigen in der Tasche, ist unter der Zeltwand hindurchgefrochen in einen Zirkus, wo ihn der Stallmeister am andern Morgen fand und ihn behielt. Ein großer Tierfreund war der neue Stallbursche, und so tam er bald weiter im Zirkus, wurde Bereiter und verdiente recht gut. Nicht ohne Ehrfurcht betrachtete ich einen zerfeßten Vertrag, wonach Hans Stosch im Jahre 1898 beim 3irfus Pasis in Madrid 2000 Peseten monatlich verdiente, eine hübsche Stange Geld. " Und von diesem Geld sparte er sich eisern, kaufte sich Tiere, einen Hund und einen Affen, später kamen mehr dazu, er ging als gesuchter Schweinchenclown"( aus Pietätsgründen werden darum heute noch im Zirkus Schweine gehalten) und kam so weit, daß er zu Anfang des Jahrhunderts an die Errichtung eines eigenen 3irtusses denten konnte. Auf einer Auktion taufte er sich sieben Pferde; einen Affen, einen Ziegenbock und ver schiedenes Kleingetier besaß er schon. Mit einem Stellmacher in Radebeul bei Dresden baute er sich einige Wagen, und der Zirkus war fertig. Oftern 1902 sollte die Eröffnungsvorstellung in Meißen stattfinden, und ehe man noch anfing, warf ein Orkan die ganze Geschichte um. Unverdrossen baute Sarrasani wieder auf, spielte und wanderte durch ganz Sachsen. In Böhmen ging es ihm schlecht. Die Tschechen hezten gegen den Besuch des deutschen Zirkusses, die Gläubiger aber waren umsichtige Leute und halfen dem Unternehmen nach Oberschlesien, wo es bald gute Erfolge hatte und sogar alle Schulden abzahlen konnte. Nr. 75. Gebietes und von dem wirtschaftlichen Ringen der um ihre Eristenz kämpfenden freien Stadt Danzig. Man gelobte Treue um Treue. Ein Vortrag von Professor Dr. Koch- Wien behandelte das Ostproblem. Der Breslauer Generalsuperintendent D. Dr. Schian sprach über„ Die Wahrung der evangelischen Belange in der Oeffentlichkeit". Er stellte als Richtlinie auf, daß der Pfarrer nie Parteimann sein dürfe, unbeschadet seiner Pflicht zur politischen Stellungnahme, sondern daß er stets mit Nachdruck und Besonnenheit Vertreter des Evangeliums sein Neue Bücher. Der Hunger tommt. Ein Mahnruf von Prof. Dr. Ernst Horneffer. 46. S. R. Voigtländers Verlag, Leipzig C 1. Preis 1, Rmf.( Ab 10 Stüd 90 Pfennig, ab 25 Stüd 80 Pfennig). Der bekannte Gießener Philosoph, der als Spitzenkandidat für den Wahlkreis Hessen von der Reichspartei des deutschen Mittelstandes( Wirtschaftspartei) für den Reichstag aufgestellt wurde, legt in dieser Schrift sein politisches Glaubensbekenntnis ab. Er zeigt den Weg der deutschen Wirtschaft und des deutschen Volkes unter der zehnjährigen Herrschaft des Sozialismus, denselben Weg, den wettlaufend mit der Sozialdemokratie die großen bürgerlichen Parteien mehr oder weniger mitgegangen sind und der zu dem Abgrund führte, vor dem die deutsche Wirtschaft jetzt steht. Die Schrift ist schärfste Kampfansage dem Sozialismus und Absage an die bisherige Politik der bürgerlichen Parteien. Horneffer beweist, daß die berufsständische Gliederung des deutschen Volkes( neben einer Arbeiterpartei eine Bauernpartei oder Landvolkpartei und eine städtische Bürgerpartei) im Zuge der Entwicklung liegt und allein imstande ist, die Kräfte zur Bekämpfung und Niederkämpfung des Sozialismus zu gewinnen und die freie Wirtschaft zurüdzuerobern. ,, Gesprächs- und Redetechnik“ von Paul Wallfisch- Roulin ( 300 Regeln der Kunst, geschäftlich, privat und öffentlich wirk sam zu sprechen) erschienen im Verlag für Wirtschaft und Verfehr, Stuttgart, Pfizerstraße 20 und Wien I, Seßgasse 7.( 400 S. So hat dieser umsichtige, energische Mann sein Unternehmen, das heute zu einem der größten der Welt zählt, durch alle Fährnisse hindurchgesteuert, durch den Krieg und auch durch die bald noch schlimmere Inflationszeit. Voll neuer Ideen steckt der bewegliche Zirkusmotor, dessen Arbeit früh 10 Uhr beginnt und spät in der Nacht erst endet. Ernst liegt ihm die Sorge am Herzen um die Zukunft seines Werkes. Er glaubt fest an die Lebensfähigkeit des deutschen Zirkusses. Erkennt man ihm heute schon behördlich an, daß seine Darbietungen fünstlerisch hochstehend sind, so ist das dem strebsamen Manne noch nicht genug. Und man fann es ihm nicht verdenfen: die starre Vergnügungssteuer mit ihren acht Prozent wird vom Unternehmen, gleich, ob es mit Gewinn oder mit Verlust arbeitet, verlangt. Dabei ist die kulturpolitische Wichtigkeit des Zirfusses anerkannt. Er ist bildend für weite Kreise, vermittelt bei seinem unermüdlichen Wanderleben an unendlich vielen Stellen wertvollen Anschauungsunterricht von fremden Ländern, in Tieren und Menschen. Nicht zuletzt erzieht der Zirkus die Menschen zum Tierfreund, vor allem die Jugend. Und auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht hat ein derartiges Zirkusunternehmen eine erhebliche Bedeutung. Nicht allein dem jeweiligen Aufenthaltsorte fließen erhebliche Einnahmen zu, verbraucht der Zirkus vieles selbst, außerdem übt er eine große Zugkraft aus auf die weitere Umgebung. Und jeder Fremdenzustrom wirft befruchtend auf das Geschäftsleben einer Stadt. Aber auch die Industrie hat reichliche Beschäftigung. die Maschinenindustrie bekommt eigene und interessante Aufgaben gestellt, hat doch bald die kleine bewegliche Zeltstadt eigene Licht- und Kraftanlagen, Anlagen für Dampf usw. Guten Absatz findet die deutsche Lastautoindustrie. Und was nicht zuletzt wichtig ist. diese Erzeugnisse werden in aller Herren Ländern angepriesen durch ihre Bewährung, zumal Sarrasani es sich zum Grundsaz gemacht hat, nur deutsche Erzeugnisse zu verwenden. Unter all diesen Gesichtspunkten wünscht man aufrichtig, daß auch die deutschen Behörden sich mit der Frage beschäftigen, wie dem deutschen Zirkus zu helfen ist, wieweit man ihn von Lasten und Abgaben freihalten muß, damit er seiner fulturpolitischen Aufgabe gerecht werden kann. Und da wir Deutschen am liebsten immer auf das Ausland gucken, will ich zum Schluß dieser Inappen und bei weitem nicht erschöpfenden Wiedergabe der Unterredung mit Hans Stosch- Sarrasani ein lehrreiches Erlebnis, das er in Buenos Aires hatte, anfügen, wo selbst ein Mann wie Sarrasani verblüfft wurde. Nach seiner Ankunft in Südamerika machte er, wie man das in Deutschland nun einmal so gelernt hat, seinen Antrittsbesuch bei den Behörden. Beim Präsidenten der Republik. dem durchaus nicht übermäßig deutschfreundlichen Dr. Alvear, der während des Krieges Botschafter in Paris gewesen war, wird er aufgefordert, sich der Sitte des Landes entsprechend etwas zu wünschen. Sarrasani ist sprachlos. Nochmals aufgefordert, äußert er zaghaft und bescheiden den Wunsch nach einem besseren Platz für seinen Zirkus, weil das Gelände außerhalb der Stadt nicht sonderlich günstig war. Noch sprachloser war der Direktor, als der Präsident rasch eine Starte tommen läßt und ihm die öffentlichen Pläge von Buenos Aires zur Verfügung stellt. Der Direktor wagt faum zu wählen und noch weniger zu fragen, was denn die Sache fostet( weil man das in Deutschland bei Verhandlungen mit Behörden so gewöhnt ist!)- darauf die liebenswürdige Antwort des Intendanten" der Stadt, des Dr. Noel: Das foste nichts. Im Gegenteil, man hat Sarrasani noch die Steuern erlassen. Und so wurde das Auftreten in Südamerika zu einem großen Erfolg nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die deutsche Sache. Denn der Zirtus spricht besonders in jenen Landstrichen dem Volf in die Seele und das ist die beste Werbung für uns. Und wenn Sarrasani in nächster Zeit ins Ausland geht, weil er, wie er nicht ohne Bitterfeit sagt. in Deutschland an der Steuer zugrunde gehen müßte, dann wünscht man aufrichtig, daß man auch bei uns Mittel und Wege findet, dieses wertvolle Stulturgut der deutschen Heimat zu erhalten. Nr. 75. Samstag, den 20. September 1930. - in mehrf. Ganzleinenband. Preis RM 13.-). Was in der Praxis und der Literatur( allein in Deutschland, Frankreich, England und Amerika gibt es über 200 Bücher und Kurse über Redekunst!) an wertvollen Erfahrungen über Gesprächs- und Redekunst und Technik zerstreut und verborgen war, hat der ge= schickte und erfahrene Autor in übersichtlicher Darstellungsart und frischer nie ermüdender Sprache zu einem einheitlichen Ganzen verarbeitet. Alles das viele Unwesentliche, durch das man sich sonst selbst mit vieler Mühe hätte durcharbeiten müssen, hat er weggeworfen und nur alles das an Besonderem, Wichtigem herausgearbeitet, was für die Praxis brauchbar und wichtig ist. Wie sehr eine gute Gesprächs- und Redetechnik beim privaten, gesellschaftlichen, politischen, vor allem aber geschäftlichen Umgang mit Menschen den Erfolg fördert, brauchen wir unseren Lesern nicht erst auseinanderzusetzen. Leute, die über anderen stehen wollen, brauchen zwar keine glänzenden öffentlichen Redner zu sein, sie müssen aber die Technik und die Suggestionen des Gesprächs und der Rede kennen, um Andere mit der treibenden Kraft ihres Wortes zu beeinflussen. In diesem Sinne ist eine gute Gesprächs- und Redetechnik eine der wichtigsten Hilfen, mit um sich im Leben zu behaupten. Selbst wenn man der großen Skepsis alter Erfahrungen an das Buch herangeht, offenbaren sich dem Leser noch viele wertvolle Erkenntnisse. * Wie benehme ich mich? Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn, Mt. 1.-. Ein kleines aber sehr nützliches Schriftchen bringt hier der Verlag in seiner Sammlung„ Hilf dir selbst“ heraus. Die allgemein gültigen Regeln zu einem gesitteten und gefälligen Betragen werden geschildert, ferner ist der Verkehr im öffentlichen Leben, in Gesellschaft, bei Tisch, in der Sprache, im Briefwechsel usw. dargelegt. Trinksprüche und Reden zu allen Familienfesten. Verlag Wilh. Stollfus, Bonn. Preis Mt. 1.-. Der Titel sagt es schon, was diese in der Sammlung„ Silf dir selbst" erschienene Schrift bringt. Nach einer kurzen Einführung bringt der Verfasser eine Reihe von Trinksprüchen zu allen festlichen Gelegenheiten. Der Festredner. Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. Mt. 1.-. Rechtzeitig zu den Herbst- und Winterfestlichkeiten erschien die Neuauflage dieses Büchleins, welches schäzenswerte Dienste leistet und zu empfehlen ist. Der Verfasser hat, übersichtlich geordnet, eine Anzahl Toaste und Reden zu Jubiläums-, Vereins- und öffentlichen Festlichkeiten zusammen gestellt. Was bringt die neue Mode? Eine Antwort auf diese Frage gibt die soeben erschienene letzte Nummer der„, E. W." in einem ausführlichen Artikel„ Pariser Modeouvertüre", in dem die neuen Kollektionen der maßgeblichen Modehäuser einer Kritif unterzogen werden, aus der wiederum sich das Bild der neuen Mode kristallisiert, so daß die Lektüre des Heftes eine erschöpfende Information über die Modeneuheiten vermittelt. * Ein Roman für Erfinder und für heimatliebende Deutsche beginnt soeben in Hadebeils J. 3 In seinem neuesten Werk ,, Heimat, wir halten zu dir" schildert Heinz Lorenz- Lambrecht in interessantester Weise, wie eine der wertvollsten deutschen Erfindungen in Gefahr kam, nach dem Ausland verschoben zu werden, und wie es heimatliebende Rheinländern gelang, das wertvolle Patent für Deutschland zu sichern. Geschäftliches. „ Gießener Zeitung" Sarrasani Ihren gestrichenen, lackierten, gewichsten, gebeizten oder gar polierten Möbeln, wenn sie unansehnlich geworden sind, selbst neue Schönheit geben zu wollen, erschien bislang für die sorgsame Hausfrau als ein Wagnis, und oft genug ließen fleckige oder verdorbene Möbelflächen sie bitter bereuen, daß sie ihre Möbel selbst behandelt hatten, statt diese Arbeit fachmännisch geübten Händen anzuvertrauen. Heute aber vermag ein auf langjährigen Spezialerfahrungen aufgebautes neues Erzeugnis der durch ihre vorbildliche Fußboden- und Linoleum- Pflege bahnbrechend vorangegangenen Vereinigten Wachswarenfabriken A.-G. in Dizingen alle Bedenken zu zerstreuen und volles Vertrauen zu erwecken. Mit der Loba- Möbelpolitur wird der Hausfrau ein vollwertiges Edelprodukt in die Hand gegeben, dessen verblüffend einfache, äußerst sparsame Anwendung ganz erstaunliche Erfolge zeitigt und jede Möglichkeit eines Verderbens selbst seinst polier³ ter Flächen ausschließt. In ein altes Taschentuch geschlagen, gibt der mit Loba Möbelpolitur getränkte saugfähige Auftragsbausch den Möbeln einen hauchdünnen Ueberzug, der schnell trocknet und dann mit einem weichen Lappen leicht nachpoliert wird. Auch Ledermöbel und sonstige Ledersachen behandelt man vorteilhaft mit Loba- Politur, wobei in den Ledernarben ebensowenig Rückstände sigen bleiben, wie in den Rizen und Schnitze reien der Möbel. Durch seine hervorragenden Eigenschaften wird sich auch dieses Loba- Erzeugnis sicher die Herzen der Hausfrauen im Sturm erobern. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Landwirtschaftl. Vertretung ist an Herren zu vergeben, die b. Landwirlen gut eingeführt sind. 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Sarrasani wird mit diesem Programm, das er in der jetzigen Vollendung nie mehr bieten kann, zum letzten Male in Gießen gastieren, da er für die nächsten Jahre anderweitige große Auslandsverpflichtungen hat. 4. Nur 4 Tage in Gießen! Sarrasani wird in Gießen 10. nur 4 Tage gastieren. Premiere: Freitag, den 26. September abends 7.30 Uhr. Sonnabend, den 27. Sept. nachm. 3 Uhr: Familienvorstellung, abends 11. 7.30 Uhr Festvorstellung, Sonntag, 28. September nachmittags 3 Uhr Familienvorstellung, abends 7.30 Uhr Wiederholung des glanzvollen Premierenprogrammes, Montag, den 29. Sept. 7.30 Uhr abends Abschiedsvorstellung. Zu den Nachmittagsvorstellungen, die das ungekürzte vollwertige Abendprogramm bieten, zahlen Kinder auf allen Plätzen von 2.20 Mk. aufwärts halbe Preise. 5. 6. Was bietet die Tierschau? Tierschau findet in Giessen nur Sonnabend, 27. und Sonntag, 28. September vormittags von 9.30-1 Uhr statt. Eintritt: Erwachsene 1. Mk., Kinder 50 Pfg. Sarrasani zeigt in seiner Tierschau zoologische Reichtümer, wie sie kein Zoologischer Garten der Welt aufzuweisen hat. U. a. 22 indische Elefanten, 16 Königstiger, 78 Löwen, 12 Polar- und Braunbären, die ersten nach Europa importierten Watussi- Rinder, 200 Pferde aller Rassen usw. Ohne Extraentree sind mit der Tierschau verbunden: Massenkonzert der 100 Sarrasani- Musiker, sowie Vorführungen der echten Sioux- Indianer. Außerdem Originaltänze der Singhalesen. Der ganze Sarrasani kommt nach Gießen! Sarrasani spielt mit seinem ganzen, unbedingt vollständigen Unternehmen in Gießen. Alle Gerüchte über eine ,, Teilung" des Zirkus Sarrasani sind unsinnig und falsch. Aus technischen Gründen wäre eine solche Teilung überhaupt nicht möglich. Das ganze Inventar, Tiermaterial, Personal und was sonst zum üb- 12. rigen Programm gehört, wird immer erst nach Beendigung des Gastspiels überführt. Deshalb wird auch Sarrasanis Abschiedsvorstellung stets in aller Ruhe und mit absolut ungekürztem Programm durchgeführt. 7. Besorgen Sie Ihre Karten im Vorverkauf! Es ist noch keine Vorstellung ausverkauft! Aber besorgen Sie sich Ihre Karten rechtzeitig, evtl. telefonisch. Vorverkaufsstellen: Wilhelm Moeser G. m. b. H. Zigarrenhaus, Seltersweg 38, Tel. 2328. Verkehrsverein E. V. Seltersweg 93, Tel. 2396 und 2851. Zigarrenhaus S. Loeb, Bahnhofstr. 52 a, Tel. 4196. Zirkuskassen täglich von 9 Uhr früh durchgehend geöffnet. Zirkustelefon: 3333/3400. Mit den heizkräftigen Ruhr- Eiformbrikett erzielen Sie die RUHRKOHLE günstigste Ofenheizung. Eilli Wurtzel, Berlin W 57, Bülowstr.66| 0000 Union Heízí Kein Rauch, kein Ruß, keine Schlacken Nur 4 nicht durch hohe Eintrittspreise verschlossen werden. Sarrasani hat heute die gleichen niedrigen Eintrittspreise von 1913. Für 1.10 Mk. schon wird man alle Wunder des Zirkus Sarrasani erleben können. Der beste Logenplatz kostet bei Sarrasani nur 6.60 Mk. trotz dreifacher Steigerung aller Unkosten. Sollten dann im Vorverkauf gewisse Platzsorten nicht mehr vorhanden sein, dann bemühe man sich an die Abendkasse des Zirkus. Sarrasani spielt nur in einer einzigen Manege! Sarrasani verwarf das amerikanische System der drei Manegen, die auch vom Publikum in überwältigender Mehrheit abgelehnt wird. Aber dafür hat Sarrasani den Ring der alten 13 Meter Manege gesprengt und eine Riesenmanege geschaffen. In ihr bringt er Massendarbietungen, wie sie im alten Manegenring nicht möglich waren. Nur 4 Tage! Das Gastspiel in Gießen dauert nur 4 Tage. Man mißtraue allen anderslautenden Gerüchten und sichere sich schleunigst Karten. Was Sarrasani in der Vorstellung bietet. In allen Vorstellungen, abends und nachmittags, alle Wunder der Weltteile. Darunter z. B. echte Sioux- Indianer, die Sarrasani vor kurzer Zeit über den Ozean holte, in großer Wild- West- Scene mit ihren heimatlichen Gebräuchen, Cowboys, Cowgirls aus dem Westen Amerikas. Indischer Akt mit 150 Fakiren, Schlangentänzerinnen, arabischen Akrobaten, indischen Tempeltänzern u. a. m. Ferner: Jahrmarkt in Peking mit 30 chinesischen Gauklern, ZopfakroGladiatoren, mongolischen baten, tibetanischen Teufelsgabeljongleuren, Asiens besten Reckturnern und 60 tanzende Chinesenmädels. 22 Japaner, darunter die berühmten Schrägseilläufer. Ferner Prunk balletts mit 60 Tänzerinnen. Weiter: Altmeister Schumann mit Massenpferdedressuren, Burghardt- Footit, der Klassiker der Hohen Schule, Meyer- Florio auf dem Sculkamel. Lufttruppen Artonis und Marces. Bei Artonis die einzige Dame, die den Doppelsalto vorwärts dreht. Ferner: der kleine Francois, der Liebling aller Kinder von Island bis nach Indien, zahlreiche Spaẞmacher, die durch sprühende Witze und gesunden Humor dem Programm eine äußerst heitere Note verleihen. Vor allem aber Direktor Hans Stosch- Sarrasani mit seiner Herde Indischer Elefanten. Weiter: Entweder Polarbären, oder Löwen, oder Tiger. Kapitän Frohns unübertroffene Seelöwen. Diese und noch viele ander Attraktionen in jedem Programm. Für günstige Verkehrsmöglichkeiten zum und vom Zirkus ist gesorgt! Die Besucher der Umgebung von Gießen im weitesten Umkreise haben Gelegenheit, Sarrasanis Vorstellungen in Gießen bequem zu besuchen, und sollten sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen, da Sarrasani in den nächsten Jahren nicht wiederkommt. Extrazüge, Extraomnibusse usw. sind von und nach jeder Richtung eingelegt worden. Man erkundige sich bei den zuständigen: Bahnverwaltung, Stationsvorsteher, Post, Zeitungsverlag. Aller Losung muß heißen: Auf zu Sarrasani! Tage Dissertationen druckt schnell, gut und billig Nehme Liermit die Beleidigung gegen Anna Kramer mit Albin Klein Bedauern zurück. Gießen, Südanlage 21 Lina Lepper, Wieseck. Wer will aufs Schiff? Schreiben Sie an A. Köhler Hamburg 13( F./82) Union Union Billigster und bequemster Brennstoff Briketts Ericheint Bezugspreis 2,4 Redaktionsschluß früh fendung nicht verlang 43. Jahrg. Bolitif Reichspräsident v tag den Ozeanflieger fangen und sich über Im Zujammenha Dijon wurde festgeste gandaschriften, die z unter den Reservisten Frankreich hat, u berichten läßt, den it zielung einer Verstän den Mächte abgelehn colligen Stillstand g Auf dem Hartma Feierlichkeiten und in litischer und militäri büllt. 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