Nr. 9 einz Gr riert. S herfreunde burg 2. nd geschic elegenheits und allen e jpannen nreißenden ichfeit und agilah um teigern die eine Kraft ndes Blut, .Friedrich Preis nur Berlagshaus Der 15. bis lagen: und fünf Jah bereits er Krebs Ver wir zum enojie leider ne Kleinig -Reibejit d spezielle iefe Silfen Leidens er ungen und Stoffwechjel bewahren besigen und nts Nr. 92 -Artillerie 15 aus den 4 im Felde ten die At önliche Auj Gefallen, jo den werden olff, Wefel Jetersburger ilie des 3 ph furbelle den Zaren hönen Tög Blich aufge geführt. Die Te"( Nr. 46) ejem menja Grein. In uchhandlung verbundenGießen. .en 526 Buch- und Zeitungs- Druckerei Augen passen en Wiesbaden Fitäts- Augenklin 22. November porthaus 3. Errichtung it erforderli g. Hanfeatifa littelftrage 36 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Wie verlautet, plant die hessische Regierung, die Grundsteuern zu erhöhen und die Mieten um 4 Prozent über den jezigen Stand hinauszusetzen. Die Mieterhöhung soll am 1. Dezember 1930 in Kraft treten. Der Verband der Metallindustriellen für Hessen- Nassau und die angrenzenden Gebiete hat den Lohntaris zum 31. Dezember gefündigt und beantragt eine Herabsetzung der Löhne der Arbeiter um 15 Prozent. In der Schlußsigung des Reichsrats am Donnerstag wird sich der Reichskanzler beschränken, die Politik der Reichsregie: rung allgemein zu vertreten. Dagegen wird sich Reichsaußenminister Curtius sehr aus: führlich zu den letzten Reden des französischen Ministerpräsiden= ten Tardieu sowie des französischen Außenministers Briand äußern. Im Reichsernährungsministerium steht man auf dem Stand: punkt, daß nunmehr auch ein Abbau der Verkehrstarife in Angriff genommen werden müsse. Einer amtlichen Mitteilung zufolge ist in einer Besprechung des Reichsernährungsministers mit den beteiligten Fischhändlern eine Preissenkung für Seefische in einem Ausmaße von 16 bis 30 v. S. erzielt worden. ( Gießener Tageblatt) Der thüringische Ministerpräsident Baum wird, einer Metdung der DA3. zufolge, im Laufe dieser Woche nach Veriin femmen, um mit Reichskanzler Dr. Brüning persönlich den Konslikt zwischen dem Reichsinnenministerium und der thüringischen Regierung zu besprechen. Der Vorsitzende der Deutschen Volkspartei, Dr. Scholz, hat aus Gesundheitsrücksichten seine Aemter als Partei: und Reichstagsfraktionsvorsitzender der Deutschen Volkspartei niedergelegt. Der Parteivorstand der Deutschen Volkspartei hat beschlossen, dem Zentralvorstand den Abgeordneten Dingelden als Parteijührer in Vorschlag zu bringen. Die Kommunalwahlen in Baden haben nach den vorliegenden Ergebnissen, wie bei den letzten Reichstagswahlen, wieder einen Sieg der Nationalsozialisten gebracht. Die Sozialdemo= traten haben stark verloren und auch die bürgerlichen Parteien verzeichnen Verluste, die nicht nur mit der geringen Wahlbetei: ligung zu erklären sind. In Mecklenburg fanden Gemeinde- und Bezirkstagswahlen statt, die im allgemeinen ruhig verlaufen sind und eine Beteili: gung von 70 v. S. gebracht haben. Allgemein ist eine Radikalisierung der Gemeindevertretungen durch Anwachsen der Nationalsozialisten und Kommunisten und durch Abnahme der sozial: demokratischen und bürgerlichen Stimmen zu verzeichnen. In Danzig haben die Wahlen zum neuen Danziger Volkstag stattgefunden, der nach der Durchführung der Verfassungsände rung gegenüber den bisherigen 120 nur noch 72 Abgeordnete zählen wird. Die Wahl ist ruhig verlaufen. Sie hat eine Zunahme der Nationalsozialisten und Kommunisten und einen Rüdgang der Sozialdemokraten und der Bürgerlichen gebracht. Der Wahlsonntag in Polen hat zu einer Reihe von Zusammenstößen geführt. Die Wahlbeteiligung war im allgemeinen Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 19. November 1930 Die nächsten Pläne der Reichsregierung. Berlin. Die Marschroute der Reichsregierung und das Arbeitspensum des Parlaments stehen nunmehr in großen Zügen jest. Es sind zwei verschiedene Komplexe, die der Erledigung harren, das gesamte, aus 30 Gesetzen bestehende Reformprogramm der Reichsregierung und der Etat für 1931. Der Reichsrat wird am Donnerstag, den 20. November, das Reformprogramm der Regierung verabschieden. Der am 3. Dezember wieder zusammentretende Reichstag findet daher bereits eine Aufgabe von größter Tragweite vor. Die Regierung legt entschiedenen Wert darauf, daß dieses Sanierungsprogramm noch vor Weihnachten verabschiedet wird. Diese kurze Frist, die eine sachliche Prüfung und nüchterne Abwägung des Für und Wider kaum mehr zuläßt, ist geboten, weil am Ende des Jahres ein Kredit zur Deckung eines neuen Defizits von erheblicher Höhe aufgenommen werden muß. Für die Zurverfügungstellung dieses Kredites ist aber wiederum die Annahme des Sanierungsprogramms zur Bedingung gestellt. Die Beratung und Verabschiedung des Etats dagegen wird erst in der Session nach Weihnachten bis Ostern durchgeführt werden. Das Steuervereinheitlichungsgesetz vor den Reichsratsausschüssen. Die Reichsratsausschüsse führten am Dienstagmittag die allgemeine Aussprache über das Steuervereinheitlichungsgesetz zu Ende. Die ursprünglich für den Nachmittag und für den Bußtag angesetzten Ausschußsizungen fallen aus, da sich herausgestellt hat, daß die umfangreiche Materie dieses Gesetzes bis zum Donnerstag nicht mehr erledigt werden kann. Das Steuervereinheitlichungsgesetz wird daher von der Tagesordnung der Vollsizung des Reichsrates am Donnerstag abgesetzt werden. Die Ausschüsse halten zunächst nur am Donnerstagmittag noch eine Sigung ab, um die dritte Lesung der Tabaksteuernovelle vorzunehmen. Politische Neutralität der evangelischen Landeskirche. Das Landeskirchenamt hat in seinem Verordnungsblatt vom 13. November ein Ausschreiben an alle Kirchenvorstände eriassen, indem mit Nachdruck darauf hingewiesen wird, daß es verboten ist, evangelische Gemeindehäuser zu irgendwelchen Parteizwecken zu benutzen. Alle Anträge von Parteien, wie sie auch heißen mögen, sind abzuweisen. Von allergrößter Bedeutung sei, daß die evangelische Kirche allen politischen Parteien gegenüber allerstrengste Neutralität beobachtet. Keine Ausdehnung der Kartellverordnung auf das Handwerk. Die in Nr. 621 der„ Kölnischen Zeitung" vom 13. November und auch von anderen Zeitungen gebrachte Nachricht, die Reichsregierung beabsichtige, die Kartellverordnung auf die Innungen des Handwerks durch eine neu zu erlassende Notverordnung auszudehnen, veranlaßte den Reichsverband des deutschen Handwerks, seinen Berliner Vertreter, Generalsekretär Hermann, sofort zur Reichsregierung zu entsenden, um die nötige Aufklärung zu verlangen. Reichsernährungsminister Dr. Schiele erklärte, daß diese Zeitungsnachricht in jeder Beziehung falsch sei. Weder im Reichskabinett noch im Preissenkungsausschuß der Reichsregierung seien Maßnahmen gegen die Innungen des Handwerks der in dem Zeitungsartikel behaupteten Art erhoben worden. Reichsminister Schiele erkannte ausdrücklich an, daß gerade die mit dem Handwerk geführten Verhandlungen zur ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 92 Wohnungen stehen leer! Ueber diese mehr und mehr in den Vordergrund des öffentlichen Interesses rückende Frage schreibt das„ Stadtblatt der Frankfurter Zeitung" vom 21. Oktober 1930 folgendes: ,, Der Wohnungsmartt für größere Wohnungen in Frank furt a. M. gibt zu ernsten Besorgnissen Anlaß. Alt- Wohnun gen von fünf Zimmern aufwärts in der besten Wohngegend stehen dauernd in größerer Zahl leer und sind fast unvermietbar. Neben den wirtschaftlichen Momenten spielen dabei meist technische Mängel, wie das Fehlen von Zentralheizung, Warmwasserversorgung usw. eine große Rolle. Zur Behebung dieser Zustände auf dem Wohnungsmarkt wird von der Industrie und Handelskammer Frankfurt- Hanau und Wiesbaden in einer Eingabe an den Landesausschuß der preußischen Industrie und Handelskammern empfohlen, daß in erster Linie ein Weg gesucht werden müsse, um eine Senkung der Mieten zu erreichen. Die Möglichkeit, die Mietpreise zu senken, ist allerdings wegen der hohen Belastung der Häuser mit Steuern und Abgaben, sowie durch die erhöhten Aufwendungen für Herrichtung der Räume sehr beengt. Eine Senkung der Hauszinssteuer, die von vielen Seiten erstrebt wird, ist wohl im Augenblick bei der schwierigen Finanzlage undurchführbar. Die Schwierigkeiten der Vermietung treten bereits bei 5- Zimmerwohnungen in Erscheinung. Die Hausbesitzer sind in vielen Fällen gezwungen, unter die gesetzlich zulässige Miete herunterzugehen, um ein Leerstehen der Wohnungen zu vermeiden. Besonders traß liegen die Verhältnisse bei den ganz großen Wohnungen. So wurde z. B. eine 9-3immerwohnung in der Westendstraße nur zu einem Mietpreis unter der nacten Friedensmiete des Jahres 1914 vermietet. Je größer eine Wohnung ist, desto schwerer ist sie zu vermieten. Drei- und Vierzimmerwohnungen sind sehr begehrt, und in Zweizimmerwohnungen besteht geradezu ein Mangel. Bei dieser Gelegenheit muß allerdings auch erwähnt werden, daß neue Siedlungswohnungen leer stehen, da die Mietlustigen nicht die Miete aufbringen können, von einem Bauzuschuß gar nicht zu reden. Bei den Senfalen ist eine große Anzahl größerer Wohnungen seit langer Zeit vongemerkt, ohne daß sich geeignete, zahlungskräftige Reflektanten dafür finden. Selbst mit der Preisermäßigung sind viele Wohnungen nicht zu vermieten, insbesondere solche, die keine Dampfheizung haben. Infolge der modernen Einrichtungen der Siedlungshäuser sind die Wohnungssuchenden sehr verwöhnt. Die Zahl der Wohnungen, die leer stehen oder frei werden, beläuft sich bei vorsichtiger Schägung auf mehrere Hundert. Ein großer Nachlaß beim Vermieten ist nicht möglich, weil die steuerlichen Lasten des Hauses erhoben werden, ohne Rücksicht darauf, ob der Hausbesitzer einen Mietnachlaß gewähren mußte. Wohl tritt bei leerstehenden Wohnungen auf Antrag eine Ermäßigung der steuerlichen Lasten ein, jedoch ist dies nicht der Fall, wenn ein Nachlaß auf die Miete gewährt werden mußte. Auch an Geschäftslokalen ist ein sehr großes Angebot vor: handen. Sie können nur zu ganz bedeutend ermäßigter Miete, teilweise nur zur Friedensmiete, vermietet werden. Die Höhe der Mietermäßigung richtet sich sehr nach der Lage der Geschäftsgegend, in der sich das Geschäftslotal befindet." Ueber die Ursachen dieser Vermietskrisis schrieb bereits die ,, Hamburger Grundeigentümer- Zeitung" in ihrer Februar- Rundgut. Die Regierungsliste hat die meisten Stimmen aufzuweisen. Preissenkung beim Handwerk verständnisvolle Unterſtützung schau folgendes: Bei den Astawahlen an der Universität Erlangen wurden folgende Ergebnisse festgestellt: Nationalsozialisten 1085 Stim men, 19 Size( 14), Deutsch- Christen und verwandte Gruppen 173 Stimmen, 3 Size( 4), Republikaner 76 Stimmen, 1 Sitz( 2), nationale Studenten 110 Stimmen 2 Size(-). Die National: sozialisten haben die absolute Mehrheit zum zweitenmal er: rungen. 166 Mitglieder der Anwaltskammer Berlin haben bei dem Kammervorstand die Einberufung einer außerordentlichen Kammerversammlung beantragt. Sie schlagen die Einreichung eines Notgesetzes vor, durch welches mit sofortiger Wirkung eine sechsjährige Sperre der Zulassung zur Rechtsanwaltschaft für den Kammerbezirk eingeführt werden soll. Fürst Starhemberg hielt in Wien einen Generalappell über die Sturmabteilungen des Heimatblocks in Wien ab. Er er: klärte, daß die nationalen Heimwehren mit den Nationalsozialisten eine gemeinsame Front bilden müßten. Präsident Hoover gab der Presse zu, daß die amerikanische Regierung in diesem Jahre zum ersten Male seit dem Weltkriege mit einem Fehlbetrag im Haushalt rechne. Die Erhöhung der Einkommensteuer sei nicht zu vermeiden. Die Zahl der Todesopfer der Einsturzkatastrophe in Lyon wird nunmehr auf etwa 50 geschätzt. Die Gießener Studentenschaft hat in ihrer legten Kammersigung folgende Resolution angenommen:„ Die Studentenschaft der Universität Gießen erhebt schärfsten Protest gegen die in letzter Zeit sich mehrenden fast täglichen Ueberfälle auf Kommilitonen und ersucht die zuständige Polizeibehörde dringend um Abstellung des angeführten Mißstandes.". und bereits auch entsprechende Auswirkung gefunden hätten, so daß erst recht kein Anlaß zu ersehen sei, um gegen die Innungen des Handwerks mit der Kartellverordnung vorzugehen. Zahlen der Nachkriegsauswanderung. Die deutsche Auswanderungsbewegung hat an Beachtung in den verschiedensten Kreisen unseres Volkes seit 1919 erheblich gewonnen. Nicht nur, daß die Bewegung selbst gewachsen ist, sie fand besonders Beachtung auf Regierungs- und privater Seite, nicht zuletzt auch in Kreisen des Handels und der Industrie. Und das mit Recht. Der Evangelische Hauptverein, eine Zweigstelle befindet Beratungsstelle für Auswanderer - sich beim Hessischen Landesverein für Innere Mission Darmstadt, Bismardstraße 55- hat die Zahlen der Auswanderungsbewegung für die Jahre 1919 bis 1929 zusammengestellt. Danach sind im ganzen allein in überseeische Gebiete 540 786 Reichsdeutsche ausgewandert. Die Zahl gewinnt an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß davon 115 738 Angehörige landwirtschaftlicher Berufe waren und unter den 175 761 Angehörigen der Industrie ganz gewiß ein erheblicher Teil Spezialfachleute gewesen sind. Außerdem standen im besten Alter von 21-50 Jahren 190 804 männliche und 138 489 weibliche Personen, insgejamt 329 293, also annähernd zwei Drittel der Gesamtauswanderung. Die Auswanderungsbewegung wirkt sich demnach nicht absolut, sondern auch relativ in besonderer Weise in der Bevölkerungsbewegung Deutschlands aus. Daß die Mehrzahl der Auswanderer, nämlich 380 796, nach den Vereinigten Staaten ausgewandert sind, ist eine bekannte Tatsache. Lediglich Brasilien mit 55 227 und Argentinien mit 42 560 sind noch in stärkerem Maße an der Auswanderungsbewegung beteiligt; daneben auch Kanada, das seit 1927 sehr stark an Interesse gewonnen hat und 15 673 Auswanderer aufnahm. ,, Deutschlands tommende Vermietskrise. Was immer die mehr oder minder sachverständigen ,, Fachleute" jagen mögenletzten Endes gilt auch für die Wohnungswirtschaft, die doch nur einen Teil der gesamten Volkswirtschaft bildet, das Gesetz von Nachfrage und Angebot. Beim Blick in die Zukunft tommt es nicht auf gegenwärtige Bevölkerungszahl, sondern auf Schichtung der Bevölkerungs- Pyramide, Aufbau der Altersschichten innerhalb der Bevölkerung an. Vergleicht man die Zahlen der zwei Volkszählungen 1910 und 1925, so engibt sich, daß im Jahre 1910 nur etwa 8% Millionen 20 bis 30jährige lebten, denen rund 7 Millionen Kinder unter 5 Jahren gegenüberstanden, indes 1925 etwa 11% Millionen 20- bis 30jährige lebten, denen rund 6 Millionen Kinder unter 5 Jah= ren gegenüberstanden. 1945 wird aber die Zahl der 20- bis 30- jährigen voraussichtlich auf höchstens 7½ Millionen zusammengeschrumpft sein, die Zahl der Kinder unter 5 Jahren weit unter 4 Millionen! Das Durchschnittsalter der Bevölke= rung ist in den letzten 50 Jahren von 37 auf 57% Jahre ge= stiegen! 1935 wächst die ohnedies zahlenmäßig schwache erste Kriegsgeneration heran. Gleichzeitig tommt die aus dem Ende des vorigen Jahrhunderts stammende überalterte Generation ins Absterben. Der Nachwuchs der Wirtschaft- der Produzenten wird schon innerhalb einer Generation von 16 auf 13 Millionen Personen sinken, denn der Kindernachwuchs ist start im Absinken. Gegenüber fast 7 Millionen Kindern im Alter von 5-10 Jahren im Jahre 1910 gab es 1925 kaum 4 Millionen, so daß in derselben Zeit des vorerwähnten Absinkens der Zahl der künftigen Produzenten infolge Ueberalterung der Bevölkerung die Zahl der unproduktiven vergreisten Schicht der Bevölkerung von etwa 3% auf 8½ Millionen Personen steigen wird. Ganz ab seiten der Mittwoch, der 19. November 1930. Frage, wie die während der kommenden Generation durch Kriegstribut ohnedies geschwächte deutsche Volksvirtschaft bei immer weiterem Herabsinken der erzeugenden und immer weiterem Ansteigen der verbrauchenden Hände lebensfähig bleiben soll, ist doch das eine bestimmt voraussehbar eine Ver= mietfrise ungeheuerlichen Ausmaßes." Die Folgen dieser Erscheinungen auf dem Gebiet der Bevölkerungsbewegung machen sich in den Großstädten bereits in der oben von der„ Frankfurter Zeitung" geschilderten Weise bemerkbar. Dieselbe Erscheinung tritt aber auch mehr und mehr in den Mittel- und Kleinstädten zu Tage. So berichtet Wiesbaden über einen Leerstand von mehr als 400 Wohnungen über 4 Zimmer und Läden. Auch in Darmstadt stehen große Wohnungen zum Teil leer oder sie können nur zu Sätzen, die teilweise unter der Friedensmiete liegen, vermietet werden. In noch größerem Maße ist das in Mainz der Fall, und aus anderen hessischen Städten wird uns ähnliches berichtet. Die wirtschaftlichen Verhältnisse zwingen viele Mieter, ihren Aufwand an Wohnungsmiete erheblich einzuschränken und die Krisis auf dem Groß- Wohnungsmarkt wird einen noch größeren Umfang annehmen, sobald die Möglichkeit besteht, in kleinere oder billigere Wohnungen umzusiedeln. Dieses Beſtreben scheitert 3. 3t. vielfach noch an dem mangelnden Angebot der billigeren Wohnungen. Sobald diese Möglichkeit gegeben ist, wird wieder das aus der Vorkriegszeit noch so bekannte Feilschen um den Mietpreis beginnen. Der Vermieter wird dann wieder vor die Wahl gestellt werden, entweder den Mietpreis herabzusetzen oder das Risiko einzugehen, daß ihm die Wohnung leersteht. Die Gefahr für den Vermieter ist aber heute noch viel größer als in der Vorkriegszeit, wo er nicht mit den hohen Steuern zu rechnen hatte. Was hier inbezug auf die großen Wohnungen ausgeführt wurde, gilt in gleichem Maße auch für die Geschäftsräume. Auch hier haben sich die Verhältnisse in kürzester Zeit grundlegend geändert. Teuere Läden sind heute meist nur noch unter dem Friedensmietpreis anzubringen, während man sich vor etwa zwei Jahren noch gegenseitig überbot. Durch die Konkurrenz großer Konzerne in den Hauptgeschäftsstraßen wird den Einzelkaufleuten die Existenzmöglichkeit mehr und mehr erschwert. Die Konzernfirmen und Warenhäuser schädigen also nicht nur den privaten Handel, sie schädigen auch den Hausbesitz dadurch, daß sie durch die Wegnahme der Kundschaft die Existenz seiner Ladenmieter untergraben. Mit der Entwertung der Läden sinkt naturgemäß auch der Wert des Hauses. Die Wirtschaftskrisis wirkt sich in letzter Linie immer beim Hausbesitz aus. Zur Zeit geschieht das bei den großen Wohnungen durch Leerstehen, bei den kleinen Wohnungen wird häufig die Miete schuldig geblieben. Es kommt zur Räumungsklage und zur Exmission. Neben den nicht unerheblichen Kosten geht ein solcher Vorfall nicht ohne Verlust von mindestens sechs Monatsmieten ab. Die Jahr um Jahr zurückgehende Bevölkerungszahl wird zur Folge haben, daß die Vermietskrisis in einigen Jahren auch auf die Kleinwohnungen übergreift. Wir steuern mit der allergrößten Wahrscheinlichkeit denselben Verhältnissen auf dem Wohnungsmarkt entgegen, wie wir sie noch aus der Vorkriegszeit kennen, die ersten Anzeichen sind bereits vorhanden. Statt einer Wohnungsnot haben wir dann wieder die Vermieternot, nur mit dem Unterschied, daß sich keine Regierung, selbst nicht die ,, schutzfreundliche" hessische Regierung, bereitfinden wird, ein Vermieterschutzgesetz gegen ungerechtfertigte Kündigungen und Mietpreisdrückerei zu erlassen. Man wird, nachdem der Vermieter jahrelang während der Wohnungsnot ausgenutzt worden ist, ihn sich, wenn die Verhältnisse wieder umgekehrt, selbst überlassen, und da er in der zurückliegenden Zeit keine Reserven ansammeln konnte, vielmehr vielfach Schulden machen mußte so ist er wieder der wirtschaftlich Schwächere und wird nachgeben müssen, weil er die Miete unbedingt braucht. Geradezu grotest bei diesen Aussichten mutet es aber an, daß sich Gelehrte und Ungelehrte die Köpfe nach einem künftigen ,, Sozialen Mietrecht" zerbrechen. Ein Mietrecht, das bestimmt sein soll, dem Hausbesitzer das Verfügungsrecht über sein Haus dauernd einzuengen, dagegen dem Mieter freie Hand zu lassen. Der Mieter kann solange wohnen, als es ihm paßt und darf ausziehen, wenn es dem Hausbesitzer nichi paßt. Das heißt man in Deutschland dann„ soziales" Mietrecht, man bezeichnet es aber treffender als„ sozialdemokratisches" Mietrecht, wenn von Recht in diesem Zusammenhang überhaupt noch gesprochen werden kann. Aus all diesem möchten wir für heute nur die eine Frage herausschälen: Für was hat man eigentlich noch die Wohnungszwangswirtschaft? Preisabbau im Einzelhandel. Die in der Deffentlichkeit vertretene Forderung der Tenkung der Einzelhandelspreise ist mit einer Kritik an der gegenwärtigen Preisstellung des Einzelhandels verbunden, die von irrigen Voraussetzungen ausgeht und vor allem übersieht, daß schon eine ganze Reihe wichtiger Preissenkungen im Laufe der letzten Monate erfolgt sind. Soweit es sich um eine Kritik der Brot und Fleischpreise handelt, muß darauf hingewiesen werden, daß diese Waren nicht vom Einzelhandel, sondern vom Handwerk vertrieben werden und daher bezüglich der Unkosten und Kalkulation anders zu bewerten sind, als die im Einzelhandel geführten Waren. Bereits seit über einem Jahre ist eine Senkung der Preise im Einzelhandel im Gange, die natürlich in den einzelnen Branchen und auch bei den einzelnen Artikeln einen verschiedenen Verlauf genommen hat. Selbstverständlich können nicht alle Waren automatisch im Preise zurückgehen. Ausnahmen werden immer vorkommen, besonders bei Waren, deren Preisbildung wesentlich durch hohe Zölle beeinflußt wird. Tatsache aber ist es, daß in folgenden, als Beispielen herausgegriffenen Branchen, die Preise für den hauptsächlichsten Artikel gegenüber 1928/29 folgende Senkungen erfahren haben: Lebensmittel, Puz- und Waschmittel 10-20% Tertilwaren 10-20% Herren- und Damenkonfektion Schuhwaren und Leder 15-35 10-25% % ,, Gießener Zeitung" Haushaltungsartikel, Kleineisenwaren usw. bis zu 30% Die starke Verbilligung der Kartoffelpreise gegenüber dem Vorjahre darf als bekannt vorausgesetzt werden, ebenso die durch die Presse bekanntgewordenen Senkungen der Markenartikelpreise wie z. B. Persil, Sunlicht, Kathreiner, Kornfrank und viele andere. Die Hülsenfrüchte, Gemüse, Obst und auch die Speisefette, Margarine usw., ebenso Kaffee, Dele und Konserven. Palmin, Rama und die Haferprodukte, sofern sie Markenartikelpackungen sind, haben im Preise noch nicht nach gegeben. Dies sind aber Artikel, deren Preis von dem Erzeuger, nicht etwa vom Einzelhandel festgesetzt wird. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn das Publikum einmal in allen Branchen die im Vorjahr angelegten Preise mit den jetzigen Preisen für Waren gleicher Qualität vergleichen Es würde zu der überraschenden Feststellung kommen, daß sich bei einem großen Teil der im Einzelhandel vertriebenen Artikel der Peisabbau von selbst und ohne großes Geschrei in der Deffentlichkeit vollzogen hat. Es darf ferner darauf hingewiesen werden, daß der Reichsinder für die Lebenshaltung gegen das Vorjahr um rund 7% gefallen ist, woran die Preissenkungen für Gegenstände des täglichen Bedarfs hervorragenden Anteil haben. Daß dieses nicht noch stärker in Erscheinung tritt, ist auf die ganz entgegengesette Bewegung bei Steuern, Strom, Gas- und Wasserpreisen zurückzuführen. Selbstverständlich ist der Einzelhandel auch fernerhin bereit, die Preise überall noch weiter zu senken. Voraussetzung hierzu ist zweierlei: einerseits die Senkung der Preise der Vorlieferanten des Einzelhandels, andererseits die Möglichkeit einer Herabminderung der eigenen fixen Unkosten. Leider ist aber der Umsazrückgang gegenüber dem Vorjahr viel schneller vor sich gegangen, als die Senkung der Unkosten, die nach einer Erhebung der Forschungsstelle für den Handel gegenüber dem Vorjahr im Reichsdurchschnitt nur 1,1% beträgt, also kaum spür bar ist. Lokales. Lungenentzündung. Die Uebergangsjahreszeiten, Herbst und Frühling, bringen meist gehäufte Erkrankungen an Lungenentzündung, mitunter im Anschluß an Grippe. Auch jetzt bemerkt man wieder ein Ansteigen der Grippekrankheit. Man kann diesen Leiden nicht mit Sicherheit vorbeugen. Wenn auch wetterfeste Kleidung, besonders wasserdichte Beschuhung, sehr nützlich ist und wenn man auch besonders das Stehen und Warten im Freien bei feuchtem, windigen Wetter möglichst, namentlich nach Erhizung im warmen Raum oder nach schnellem Gehen vermeiden soll, so kann doch durch Anhusten von Kranken in menschengefüllten Räumen die Krankheit übertragen werden. Deshalb ist von größter Wichtigkeit, schon die ersten Zeichen von Grippe oder Lungenentzündung zu beachten und sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen; denn es stehen seit neuerer Zeit Mittel zur Verfügung, die, im Beginn der Erkrankung angewendet, mit geradezu zauberhafter Schnelligkeit die Gefahr beseitigen können. Sie wirken aber in dieser Weise nur im Anfang und bedürfen peinlich genauer ärztlicher Ueberwachung. Die ersten Zeichen der Grippe sind Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und mitunter Uebelkeit. Die Lungenentzündung kündigt sich durch heftigen Schüttelfrost, Bruststiche und Hustenreiz an. Sobald diese Zeichen sich bemerkbar machen, wende man sich unverzüglich an den Arzt. Das Nuzviehhofprojekt. Ober- Veterinärrat Dr. Monnard gab in einer Versammlung einen eingehenden Bericht über die projektierte Viehhof= anlage. Er betonte den großen Wert der Stadt als Viehumschlagsplatz für Süd- und Norddeutschland, das nach Lübeck und Friedrichsfelde- Berlin mit 29 019 Stüd Auftrieb an 26 Markttagen gegenüber 50 Markttagen der anderen Plätze zahlenmäßig an dritter Stelle im Reich steht, und den Wert einer Viehhofanlage, wie sie jetzt errichtet werden soll, nachdem auch die finanzielle Seite einer günstigen Lösung entgegengeht. In einer regen Aussprache unterstrich der Vorsitzende des Viehhandelsrereins. Sternbeg Reiskirchen, die Dringlichkeit der Errichtung, da Gießen ein Viehmarkt für jede Gattung sei und an Zuspruch erheblich gewinnen werde. Der Vorsitzende der Stadtratsfraktion der D. Vp., Kaufmann Horn, beleuchtete die finanzielle Seite des 2-2,4 Millionen betragenden Projektes, für dessen Ausführung die Stadtverwaltung sich stets eingesetzt hatte und dessen Finanzierung jetzt gesichert scheint, so daß im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen werden soll. * Die Kinderbeihilfen der hessischen Staatsbeamten, die im Frühjahr 1930 aufgehoben wurden, sollen für Kinder von 16 bis 21 Jahren bald wieder gewährt werden. Beamte, deren Kinder noch nicht 16 Jahre alt waren, als die Zulagen gestrichen wurden, sollen ausgeschlossen sein. * Zu Handelsrichtern ernannt. Ernannt wurden Kommerzienrat Adolf Klingspor, Kaufmann Josef Sauer, Bankdirektor Ludwig Grießbauer, Fabrikdirektor Peter Thomé, Kaufmann Louis Hirsch in Friedberg, Direktor Karl Wieland in Butzbach zu Handelsrichtern; Fabrikant Georg Schuchardt, Kaufmann Leopold Mayer, Kaufmann Karl Fr. L. Hinkel in Vilbel zu Ergänzungsrichtern bei der Kammer für Handelssachen des Landgerichts der Provinz Oberhessen für die Zeit vom 1. Januar 1931 bis 31. Dezember 1933. * Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung der Straße Gießen- Daubringen vom Abzweig der Straße Gießen Lollar wird ab 17. November, die Sperrung der Ortsdurchfahrt Grünberg im Zuge der Straße Gießen- Alsfeld ab 22. November 1930 aufgehoben. * Aus dem Stadttheater. Als Fremdenvorstellung wird heute im Außer- Abonnement Lehar's Operette„ Das Land des Lächelns" gegeben. * Marineverein. Heute, Mittwoch, ist von 4 Uhr ab auf dem Bootshaus Konzert. Totensonntag im Rundfunk. Der 23. November steht im Südwestdeutschen Rundfunk ganz Nr. 92 im Zeichen des Totensonntags. Mit einer literarischen Veranstaltung, der Wiedergabe der Leichenrede des Perikles zum Gedächtnis der Gefallenen des peloponnesischen Krieges, die von Rudolf G. Binding aus dem griechischen Text des Thukydides übersetzt wurde, beginnen die Darbietungen dieser ernsten Art. Es folgen darauf zwei Totenfeiern, sodann die Uebertragung einer Feierstunde aus der Trauerhalle des Sachsenhäuser Friedhofs. Auch das Konzert:„ Geistliche Musik", das nachmittags von Karlsruhe übertragen wird, steht ganz im Rahmen des Totensonntags. Zu einer jährlich sich wiederholenden Einrichtung ist die Verlesung aus Briefen Gefallener geworden, dies mal liest Prof. Dr. Witkop aus den Kriegsbriefen gefallener Studenten. Als Abschluß dieser der Totenehrung gewidmeten Veranstaltungen erfolgt aus einem Privathaus in Stuttgart die Uebertragung einer musikalischen Totengedenkfeier. Jungdeutsche Kundgebung. Mittwoch, den Gi Um es vorw Enttäuschung für durchsichtigen Go ridgezogen hatte haft noch in let Die Stelle einer wegen des Ausga Spieles zeigte es jerer Elf in viel helen- Hannover tog aus holte G durch den Rechts of erzielt. Do Erde führte zu e Burden die Spi Ebröder ausgew Spieler. Im Ge reftfalen blieben Im Anschluß an eine Führertagung des Jungdeutschen Or dens, zu der etwa 600 Ordensbrüder und schwestern erschienen waren, fand eine Kundgebung des Jungdeutschen Ordens und der Volksnationalen Reichsvereinigung statt. In ihr sprach der Hochmeister des Ordens, der auch zugleich der Reichsführer der V. R. ist. Den les, viertes und gelegt. Erit furz interjchied auf 4 anjere Mannscha Spieldauer doch Die Gründe Linie darin zu feine besten Krä Mannichaft bilde Industrieftädtche Jahren im südw porragend war eine Augenweide Spieler zu sehen jem förperlich Elf gar nicht in Knappitein, der holland war, e Südwestfalen fo und Wucht. D Gutes. In dem als hervorragen fand sich hierbe deutsche Elf geg halben Kopf hö Hess. Landesverband für evangelische Kinderpflege. Am Sonntag, den 9., und Montag, den 10. November, versammelte sich der Hess. Landesverband für evangelische Kinderpflege zu seiner 6. Tagung, die zum erstenmal in Oberhessen, in Gießen, stattfand. Die starke Teilnahme der Mitglieder als auch der Gemeinde bewies ein großes Interesse sowohl an der Sache, als auch an den aktuellen Themen der Redner. Festgottesdienst hielt Pfarrer Bender aus Nonnenweier. Abends sammelte sich ein engerer Kreis im vollbesetzten Gemeindesaal der Johannisgemeinde. Pfarrer Bender sprach über ,, Die Grundlagen unserer Arbeit". Der Redner legte dar, wie troz aller Anfechtungen von weltanschaulicher, staatlicher und pädagogischer Seite die evang. Kinderpflege ihre Daseinsberech tigung nicht verloren hat. Der Abend schloß mit einem lebendigen und interessanten Bericht des Pastors v. Wicht aus Berlin, dem Vorsitzenden der Reichsvereinigung evang. Kinderpflegeverbände, über das 100jährige Jubiläum der ältesten Kin derbewahrungsanstalt Berlins und deren Gründung vor 100 Jahren. Der 2. Tag begann mit einer Vorstandssitzung, an die sich unmittelbar die Hauptversammlung anschloß. Nach einer furzen Morgenandacht, gehalten von Herrn Oberkirchenrat D. Wagner, begrüßte Herr Landesjugendpfarrer v. d. Au als Vorsitzender des Hess. Landesverbandes für evang. Kinderpflege die Anwesenden, insbesondere die erschienenen Vertreter der kirchlichen, staatlichen und städtischen Behörden. Dann folgte die Zuhörerschaft mit großer Aufmerksamkeit dem Vortrag des Pastors v. Wicht über„ Die Erziehungsziele der Gegenwart.". Zitronen monatelang haltbar. Es ist lästig, wegen jeder Zitrone zum Kaufmann schicken zu müssen, aber einen größeren Vorrat davon kann sich die Hausfrau auch nicht zulegen, denn sehr bald zeigt die Schale, auf die es ja am meisten ankommt, häßliche Schimmelflede, die Früchte schrumpfen und sind bald für den Kehrrichteimer reif. Da ist es sehr vorteilhaft, sich in irgend einer Ecke ein Torfmullkistchen( auch eine Schublade ist geeignet) anzulegen, in dem sich Zitronen, wenn sie ganz von Torfmull umgeben sind, Dant der keimtötenden Wirkung dieses Materials, monatelang halten. Man verwendet hierzu den sogenannten Moostorfmull der heute auch in kleinen Mengen zu haben ist. Dr. P. Lieb. Aus Nab Nah und Fern. Darmstadt. In einer Pressebesprechung teilte der Oberbürgermeister mit, daß für 1930 mit einem Fehlbetrag von 400 000 Mt. zu rechnen sei. Man beabsichtige die Einführung der erhöhten Biersteuer, der Getränkesteuer und der Bürgersteuer. Von einer Erhöhung der Realsteuer will man absehen. Darmstadt. Die Hegemag und die Wog übernehmen die in Schwierigkeiten geratene Nassauische Heimstätte Frankfurt. Darmstadt. Die Metzger, die schon vor 14 Tagen den Schweinepreis um 20 Pfennig herabsetzten, senkten um weitere 5 Pfennig. Mainz. Hier sind Arbeitnehmer der Bauschlosser, der Spengler, der Installateure und der Elektriker wegen der vom Schlichtungsausschuß ausgesprochenen Lohnabzüge in den Streik getreten. Erg Bezirksliga un Verbandsspiel Spielve Odersh Verei VfB- K. Mar Boruffia Fu Seffen- Her Sport Kaffe Odershauser V. j. B. G Germania Spielverei Hermanni Agla Vere Löhnberg Niedergirme Butzbach Ehringshau Gr. Bused Weilburg Azlar Laubach Feudin Merter Sporif Warbu Frikla Lauter Blau- W Gejellichaftsip 1900 G Ehring Wallau Gladen Mande Kurhes Sport SC. 03 Niederr Grünbe Aglar Geilsha Bistird Naubor 1900 G Nieder Billing Wetter Naubo Vere Mainz. Der Deutsche Automobilhändlerverein, Ortsgruppe Mainz, veranstaltet vom 19. bis 23. November eine Verkaufs= messe für gebrauchte Kraftfahrzeuge. Der neue Bürgermeister von Weglar. Weziar, 18. November. In der gestrigen Stadtverordnetensigung wurde der bisherige Beigeordnete der Stadt Wetzlar, Dr. Hugo Bangert, der bereits seit einigen Wochen interimistisch die Geschäfte der Verwaltung führt, zum Bürgermeister gewählt. Für seine Wahl wurden insgesamt 16 Stimmen abgegeben, darunter 15 bürgerliche und eine sozialdemokratische. Die übrigen zehn sozialdemokratischen Stadtverordneten enthielten sich der Stimme. Herborn, 18. November. In der Ortschaft Bottenhorn stürzte der Landwirt Christian Hermann II. in der Scheune seines Anwesens von der Leiter. Er erlitt einen Schädelbruch und verstarb nach Einlieferung in das Krankenhaus. Deutsches Denkmal in die Lust gesprengt. Kattowig. Das Denkmal des Grafen Reden, des Mitschöp fers der oberschlesischen Industrie, das im Jahre 1874 zum Andenken an das 100jährige Jubiläum der Friedrichgrube bei Tarnowitz errichtet wurde, ist von polnischen Aufständischen in die Luft gesprengt worden. Schwerer Grubenbrand. Kattowig, 18. November. Auf der Saturn- Grube bei Sos nowice entstand gestern nachmittag eine Kohlengasexplosion, die einen Brand verursachte, der sich schnell über drei Felder verbreitete und die gesamie Belegschaft stark gefährdete. Dieser gelang es, bis auf zwei Mann, sich rechtzeitig zu retten. Die zwei zurückgebliebenen Bergleute konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Außerdem verbrannten noch 23 Pferde. Beilburg Löhnberg Butzbach Ehringshause Aplar Niedergirmes Laubad) Gr. Bused U Mr. Mittwoch, den 19. November 1930. Cijchen L eritles Jes, die Don Thutydides erniten Art ebertragung Siujer Fries nachmittags Rahmen des Den Einri orden, dies Stuttgar ier. eutichen O n erschiene Ordens un ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Südwestfalenbezirk gegen Bezirk Hessen- Hannover 4: 3( 2: 1). Um es vorweg zu nehmen, das Spiel wurde zu einer großen Enttäuschung für uns! Nachdem der SpC. 03 Kassel aus recht durchsichtigen Gründen die Spieler Engelhardt und Jordan zurüdgezogen hatte, und dadurch eine Neuformierung der Mannschaft noch in letzter Stunde erforderlich geworden war, trat an die Stelle einer gewissen Siegeszuversicht starkes Bedenken gefallene wegen des Ausganges des Spieles. Schon bald zu Beginn des gewidmete Spieles zeigte es sich, daß die Mannschaft von Südwestfalen unjerer Elf in vieler Beziehung überlegen war. Trotzdem konnte Hessen- Hannover den ersten Treffer erzielen. Jedoch vom Anstoß aus holte Südwestfalen auf. Allerdings wurde dieses Tor durch den Rechtsaußen aus klarer Abseitsstellung mittels Kopfstoß erzielt. Das überlegene Feldspiel der Söhne der roten Erde jührte zu einem weiteren Tor bis Halbzeit. In der Pause wurden die Spieler Winkler und Willier gegen Kellner und Schröder ausgewechselt. Ebenso wechselte der Gegner einzelne Spieler. Im Gesamtbild änderte sich dadurch nichts. Die Südwestfalen blieben weiterhin überlegen und hatten bald ein drittes, viertes und fünftes Tor, das aber nicht gegeben wurde, vorgelegt. Erst furz vor Schluß konnte unsere Mannschaft den Tor unterschied auf 4: 3 verringern. Nach diesem Erfolg zeigte auch unsere Mannschaft verbessertes Können, das bei einer längeren Spieldauer doch wohl noch zum Ausgleich geführt hätte. r sprach de sführer de erpflege. vember, ver che Kinde Oberhesse. tglieder als vohl an de edner. De Ronnenweie Sejetzten G sprach übe gte dar, wi atlicher un ajeinsbered einem leber Wicht aus ang. Kinder Silteiten Kin ing vor 10 Bung, an di Nach eine berkirchenta er v. d. A ang. Kinder en Vertrete Dann folgt Vortrag des genwart.". mann jdiden ann fich die t die Gale, melilede, bie teimer wif He ein Torf gen, in dem find, Dant elang halostorfmull Dr. P. Lieb Ce der Ober betrag vo inführung be Bürgersteuer ehen. ehmen die Frankfurt Tagen de n um weiter ujchloffer, wegen der von in den Stu n, Ortsgrupp eine Vertau Mar. dtverordnete Ot Weglar, an interimiti eifter gewähl en abgegebe he. Die übri thielten fich der it Bottenbor 7 der Scheune us. Schädelbru rengt. des Mitichop 1874 zum grube bei To ndifchen in dit Grube bei Go engaserplation Der drei Felde hrbete. Die zu retten. D och als Leide 23 Pferde * Die Gründe für unser schlechtes Abschneiden sind in erster Linie darin zu juchen, daß Südwestfalen im Gegensaz zu uns eine besten Kräfte ins Treffen führen konnte. Den Kern der Mannschaft bildeten die Spieler von Hüsten 09, einem kleinen Induſtrieſtädtchen von 7000 Einwohnern, das aber seit zwei Jahren im südwestfälischen Sport eine große Rolle spielt. Hervorragend war der Mittelläufer des Gegners. Es wäre sicher eine Augenweide gewesen, Engelhardt im Kampfe gegen diesen Spieler zu sehen. Berndt, Kurh. Marburg, trat gegenüber diesem törperlich überlegenen Spieler als Mittelläufer unserer Elf gar nicht in Erscheinung. Weiterhin machte der Halbrechte Knappstein, der als Ersatzmann der westdeutschen Elf in Ostholland war, eine sehr gute Figur. Sämtliche Spieler von Südwestfalen fämpften mit großer Begeisterung, Schnelligkeit und Wucht. Dabei zeigten sie auch in technischer Hinsicht nur Gutes. In dem Nehmen von hohen Bällen entpuppten sie sich cls hervorragende Kopfballspieler und unsere heimische Elf be= fand sich hierbei in der unangenehmen Lage wie seinerzeit die deutsche Elf gegen Italien, als die Italiener auch stets um einen halben Kopf höher sprangen und dadurch sämtliche Bälle erwischFußball. Ergebnisse aus dem Bezirk. Bezirksliga und Bezirksklasse. Berbandsspiele: Spielverein Kassel- VfB. Gießen 7: 3( 4: 1) Odershausen Germania Fulda 1: 3( 1: 0) Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte 87 Verein BfB- K. Marburg Borussia Fulda 85 Hessen- Hersfeld 8 3 7 3 Sport Kassel Ockershausen W. f. B. Gießen 8888888 212454 074270012 ten. Heßler( Serm.-K.) im Tor arbeitete fehlerfrei. Schade, daß er den hohen Flantenball mit der Faust nicht erreichte. Es wäre dann bestimmt nicht zu dem vierten Tor durch den freistehenden Linksaußen gekommen, der aus der Luft einschoß. Weber in der Verteidigung wie gewohnt vorzüglich! Dagegen war Schlemm gegenüber seinen sonstigen Leistungen einfach nicht wieder zu erkennen. Er brachte den Ball zeitweise überhaupt nicht aus dem Strafraum heraus. Erst in der zweiten Halbzeit wurde er etwas besser. Die Läuferreihe hatte gegen den guten Westfalensturm einen recht schweren Stand und konnte nur in der Abwehr tätig sein. Zu einem wirklichen Aufbau des Spieles kam sie erst dann, als Willier ausgeschieden wai und Berndt mit Schröder den Posten getauscht hatte. Jetzt fonnte sich auch der Sturm besser entfalten. Es fiel das dritte Tor und leicht hätte auch der Ausgleich noch erzielt werden können. Alle drei Läufer waren den Südwestfalen in förperlicher Hinsicht weit unterlegen, lediglich Schröder brachte nach der Halbzeit eine geeignete Läuferfigur auf das Spielfeld. Un sere Spieler hatten fast sämtlich durch den morastigen Boden sehr zu leiden, im Sturm am meisten die körperlich schweren Winkler und Fischer. Und gerade auf diese beiden im Verein mit dem eifrig fämpfenden Strehle hatte man die Hoffnung auf ein gutes Abschneiden gesetzt. Durch die schlechten Bodenverhält nisse war also unsere schärfste Waffe, der Innensturm, stumpf geworden. Am besten konnte sich eigentlich noch Dickel auf Rechtsaußen durchsetzen, während dem jungen Beste auf Links. außen doch noch die nötige Erfahrung fehlte. Das Ergebnis des Spieles gibt den Verlauf desselben nicht richtig wieder. Hätten wir Weber nicht in der Verteidigung gehabt, dann wären wohl noch einige Tore mehr gefallen, da die Südwestfalen zeitweise beängstigend drückten. Es gibt jedenfalls nichts zu beschönigen, wir haben verdient verloren. Hoffen wir, daß uns gegen den Mittelrheinbezirk am 30. No vember ein besseres Abschneiden beschieden ist! Nun noch die Aufstellung unserer Elf: Heßler( Herm. Kassel) Weber Schlemm ( Kurhessen Kassel) Willier, spät. Berndt Berndt, spät. Schröter Müller ( Bor. Fulda)( VfB.-K. Mbg.)( Kurh. K.)( 05 Göttg.) Didel Fischer Winkler, spät. Kellner Strehle Beste ( Kurh. K.)( Vf.-K. Mbg.)( Herm. K.)( Kurh. K.)( 05 Gö.) Sp. 66556775 Verein Gautlasse 1: Spiele Tore Punkte Wetzl. Sp- Verein II. Steindorf 24: 6 12: 0 16:11 10: 2 Bissenberg 14: 9 6: 4 Oberbiel 5 10:11 6: 4 Burgsolms 16:12 5: 5 Niedershausen 10:10 5: 7 Nauborn 19:24 5: 9 Biskirchen 6:13 Holzhausen 7:26 3:11 0:10 1 29:13 14: 2 18: 6 11: 5 Gautlasse 2, Gruppe 4: 11: 7 10: 6 Verein 17.12 8: 6 11:13 6:10 Braunfels Spiele 4 Tore Punkte 17: 7 7: 1 12:21 6:10 Burgsolma II. 4 8: 8 5: 3 3 10:21 6:10 Holzhausen II. 4 12:14 3: 5 2 12:21 5:11 Niederbiel 4 10:11 3: 5 7 1 4 16:22 4:10 Wetzlarer Sp.-V. IV. 4 11:12 2: 6 - Aẞlar Niedergirmes 1: 2( 0: 2) Gauklasse 2, Gruppe 6: Vereine Verein Spiele Tore Punkte 7 4 1 2 23:15 9: 5 Hirsch ausen 7 25:15 13: 1 6 3 3 0 18:11 9: 3 Merenberg 6 15:10 6 40 17: 8 8: 4 Bermbach 7 24:14 6 2 2 14:17 6: 6 Grävened 6 12:13 9: 3 6: 8 2:10 52 1 14:13 5: 5 Essershausen 6 7:29 2:10 2 1 15:27 5: 9 5 20 11:10 4: 6 Burgsolms 2. Niederbiel 0: 2 0 2 4 10:20 2:10 Hermannstein 2. Germania Fulda Spielverein Kassel Hermannia Kassel Löhnberg Niedergirmes Butzbach Ehringshausen Gr. Buseck Weilburg Aẞlar Laubach Spiele gew. unent verl. Tore Puukte 756 Feudingen Allendorf 5: 0( 1: 0) Merkenbach - Offdilln 4: 0 2622243 Sportfreunde Kassel Hessen Preußen Kassel 2: 1 - Warburg Corbach 5: 3 Frizlar BV. 06 Kassel 1: 1 Lauterbach Bebra 3: 1 Blau- Weiß Göttingen SV. Lauterberg 2: 1 Gesellschaftsspiele: 1900 Gießen Weidenau 0: 3( 0: 2) Ehringshausen Weilbung 7: 0 Wallau Biedenkopf 2: 2 Gladenbach Dillenburg 7: 2 Manderbach - - Frohnhausen 1: 4 Kurhessen Kassel Großalmerode 5: 2( 2: 0) Sport Kassel Hessen 09 Kassel 5: 0 SC. 03 Kassel- Northeim 8: 2 Niederweisel Grünberg 1. Aßlar 2. - Geilshausen Biskirchen Gau Gießen- Wezlar. - Steinbach St. nicht angetreten. Ettingshausen 1. 0: 0 SC. Wezlar 2., 3: 2 Niederohmen 3: 1( 1: 0) Niedershausen 1: 1( 0: 0) Nauborn 1. Oberbiel 3: 4( 0: 4) 1900 Gießen 4. Daubringen 2. 4: 1 Nieder- Ohmen 2. Laubach 3. beide nicht angetreten. Villingen Stangenrod 7: 0( 2: 0) Wetterfeld - Harbach 5: 0 Nauborn 2. - Weilburg Weglarer SV. 3. 3:10( 2: 4) 2. Mannschaften der Bezirksklasse: Verein Löhnberg Butzbach Ehringshausen Aplar Niedergirmes Laubach Gr. Buseck * Union Spiele 54466755 Braunfels 2. 2: 2( 6.) Oberbiel 2. Tiefenbach, O. nicht angetr. Leun Oberndorf 0: 2 Merenberg Bermbach 1: 1 Ulrichstein Grünberg Gr. nicht angeterten. Hermannstein 1. 1900 Gießen 2. 3: 3 Großen- Bused 2. 1900 Gießen 3. 2: 5( 1: 2) Braunfels 1. - Holzhausen 2. 2: 3 - Bissenberg A. H. Stockhausen A. H. 6: 3 Büblingshausen 1. DJK. Weylar 5: 2 Dutenhofen 2. Waldgirmes 1. 3: 1( 1: 0) Jugend: - - 1900 Gießen 1. Germania Marburg 1. 2: 1 Bissenberg Stockhausen 0: 0 Heuchelheim A 1- Lollar A 1, H. nicht angetr. Weitere Ergebnisse auf Seite 2. Großen- Bused A 1.- VfB. A 1. 1: 0( 1: 0)) Niederweisel A 1 Butzbach A 1 0: 4 1900 A 2- VfB. A 2 6: 0 Laubach A 1 Burgsolms A 1 Niederbiel A 1 - Harbach A 1 1: 1 Azlar A 13: 0 - Weyl. SpV. A 1 1:17 Ehringshausen A 2 Wezi. SpV. A 2 6: 0 Weilburg A 1 Leun A 1 2: 0 Weyl. SpV. Schüler Butzbach Sch. Nauborn - - Offdilln 2. Eisemroth Bischoffen Dillenburg 2. Eibelshausen Würgendorf - 1900 Schüler 1: 0 Hermannstein 1: 1 Garbenteich 1: 1 Gau DilI. Merkenbach 2.( V.), O. nicht angetr. Ballersbach( V.) 1: 1 Udersdorf( V.) 3: 4( 1: 3) Haiger 1. 2: 2 Dillenburg 3. 1: 1 Weidelbach 2: 2 - Allendorf 2: 3 Hörbach Herbornseelbach 2: 0 Tore 27:12 Bunfte Wissenbach 12: 2 19:15 9: 5 Jugend: 18: 7 8: 4 - 12:10 7: 3 Offenbach 9:10 4: 4 8:15 4: 8 10:10 2:10 2:28 0:12 Nanzenbach Heízí Langenaubach Niederscheld Eibelshausen Kein Rauch, kein Ruß, keine Schlacken - Udersdorf 3: 2 Manderbach, M. nicht angetr. Donsbach 3: 3 Straßebersbach 1: 1 Offdilln 3: 1 Marbach 2. Dernbach 1. Damm Cölbe 2. Endbach 1. Cölbe 1. Wallau 2. Wolfgruben Erdhausen Hartenrod 2. - Gau Marburg. Neustadt 1. 4: 5( 1: 3) Mornshausen 1. 8: 0( V.) Günterod 3: 4( V.) Unterrosphe 3: 1( V.) Weidenhausen 1. 1: 2 Bezziesdorf 1., B. abgebr. Biedenkopf 2. 2: 1 Obereisenhausen 2: 2( 2: 0) Wommelshausen 3: 0( 1: 0) Erdhausen 2. 3: 1( V.) - 1900 Gießen Weidenau 0: 3( 0: 2). Nr. 92 Ein Gesellschaftsspiel mit erwartetem Ausgang! Die 1900er hätten allerdings ein Ehrentor verdient, denn leicht machten sie ihren Siegerländer Freunden den Sieg nicht. Bevor die Gäste sich auf dem Platz eingespielt hatten, gab 1900 den Ton an- eine Viertelstunde lang. Dann wurde das Spiel offen und später leicht überlegen von Weidenau geführt. In der 25. Minute ging Weidenau durch Kopfball des Halbrechten in Führung( Zufallstor!), 10 Minuten später erhöhte der glän zende L. A. der Gäste, allerdings aus Abseitsstellung, auf 2: 0. Mit diesem Resultat ging es in die Pause. Nach Wiederanpfiff versuchte 1900 energisch, das Ergebnis für sich zu verbessern. Er folglos. 5 Minuten vor Schluß konnte Weidenau aus kurzer Entfernung noch zum 3. Tor einsenden. Die Gäste boten eine gute Gesamtleistung. Ganz hervor ragend war der Linksaußen. Wie hier bestens bekannt, fiel Katz( jetzt Weidenau) wieder durch feines Läuferspiel auf. Bei den Hiesigen fehlte das Aufbauspiel der Läuferreihe. Dadurch fam vor allem der Sturm zu nichts. Die Hintermannschaft war gut. Mit dem Unparteiischen, Herrn Willer-Wetzlar, war man nicht zufrieden. Aus Buzzbach. - VfR. Butzbach 1. Jgd. Niederweisel 1. Jgd. 4: 0( 4: 0) VfR. Buzzbach 1. Schüler Hermannstein 1. Schüler 1: 1 Die Jugend des VFR. spielte in Niederweisel das dort fällige Verbandsspiel. Gleich von Beginn des Spiels an hat Butzbachs Jugend das Spiel in der Hand und zeigt eine Ueberlegenheit. Die heimischen Jungens mußten sich in der ersten Halbzeit vier Tore gefallen lassen. In der zweiten Halbzeit war das Spiel völlig ausgeglichen. Die Schüler von Butzbach hatten die Schüler von Hermannstein zu Gast. Die jungen Fußballer von Hermannstein spielten gegen die Schüler von Buzbach mit Ueberlegenheit, aber letztere waren auf der Hut und konnten ein Unentschieden mit großer Aufopferung halten. Aus Großen- Bused. Während die junge Ligamannschaft ruhte, trug die zweite ein Privatspiel gegen die 3. Mannschaft der SpVgg. 1900 Gießen aus. Die Gäste blieben verdienter Sieger, wenn auch das Reſultat 5: 2( 2: 1) zu hoch ist. 1900s bessere Läuferreihe entschied das Spiel. Das Spiel wurde jederzeit in anständiger Weise durchgeführt. Vor diesem Speil trug die Jugend ihr Pflichtspiel gegen die 1. Jugend des VfB. Gießen aus und fonnte einen knappen 1: 0- Sieg erringen. Für den ausgebliebenen Schiri sprang der Jugendbegleiter von VfB. ein, der das Spiel zur beiderseitigen Zufriedenheit leitete. Gießen stellte eine förperlich stärkere Mannschaft, was sich im Verlauf des Spieles auch bemerkbar machte. Die Einheimischen mußten in geschwächter Aufstellung antreten, hielten das Spiel aber trotzdem jederzeit offen, wur den zeitweise sogar überlegen. Aus der Untergruppe Grünberg. Geilshausen 1.- Niederohmen 1. 3: 1( 1: 0). Am Samstag weilte der Tabellenführer Niederohmen zum fälligen Verbandsspiel in Geilshausen und mußte eine Niederlage mit nach Hause nehmen. Sofort nach Anstoß entwickelte sich ein verteiltes Feldspiel. G. ging in der 35. Minute durch seinen L. A. in Führung und konnte diese bis zur Halbzeit halten. Kurz nach Halbzeit konnte der M. St. von N. den Ausgleich erzielen. In der 65. Minute fonnte G. 2: 1 führen. In der 85. Minute wurde ein Elfmeter für G. von N.- O.s Tormann glän. zend gehalten. Eine Minute vor Schluß fonnte G. durch einen gut geschossenen Strafstoß seines H. L. auf 3: 1 erhöhen. Schirt H. H. Walter Daubringen leitete gut. Laubach Jgd.- Harbach Jgd. 1: 1( 0: 1) Trotzdem die Gäste nur mit 10 Spielern antraten, konnten sie die erste Halbzeit führen. In der 2. Spielhälfte glich Laubach durch Elfmeter aus; während Harbach noch einen Elfmeter verschenkte. Westdeutsche Sportvereine verlangen Barspesen. Die Verfügung des Westdeutschen Spielverbandes, die Spesen in Zukunft an die Spieler in Naturalien zu erstatten, hat bei den Vereinen keine Gegenliebe gefunden. Die westdeutschen Fußballvereine werden demnächst in Düsseldorf zusammenkom men, um durchzudrücken, daß es bei der Spesenzahlung in bar bleibt. Der Verband selbst hält am 22. November in Duisburg eine Vorstandssigung ab und beruft für den 7. Dezember eine außerordentliche Hauptversammlung ein. * Fußballtrije ohne Ende. Die verärgerten Landesverbände. Der Vorstoß der Großvereine auf ihrer Tagung in Eisenach hat bei den Verbänden keine Gegenliebe gefunden. Im Gegen jazz zum Deutschen Fußballbund lehnen die Landesverbände die Forderungen der Vereine rundweg ab und werden sich gegebenenfalls nicht scheuen, Disqualifitationen auszusprechen.( Wir sind bei aller Ablehnung der sonstigen Forderungen der Großvereine der Meinung, daß man dem Wunsche der„ GroBen" auf eine Aussprache mit dem Bundesvorstand getrost nachtommen sollte. Die Landesverbände, denen ohnehin das letzte, entscheidende Wort zusteht, würden sich nichts vergeben, wenn sie ihre Zustimmung erteilten. Die gegenwärtige Lage im deutschen Fußballsport ist mit Kompetenz- Eitelkeiten bestimmt nicht zu lösen. Die Schriftleitung.) Zur Beratung des durch eine Kommission ausgearbeiteten Berufsspieleritatuts wird der geschäftsführende Bundesausschuß am 29. und 30. November eine Sigung abhalten. Es besteht jedoch der Plan, auch zugleich die Anträge der Großvereine zu prüfen und in diesem Falle würde der gesamte Bundesvorstand in Westdeutschland tagen. Union Billigster und bequemster Brennstoff Briketts Union Nr. 92 Mittwoch, den 19. November 1930. Zur Unfallgefahr im Bergbau und anderen Gewerbebetrieben. Es wird uns geschrieben: Ein schweres Geschick hat das deutsche Volk, insbesondere den deutschen Bergbau, betroffen. Zwei Grubenunglücke von solchem Ausmaß, in so kurzer Aufeinanderfolge, noch dazu in zwei nahe zusammenliegenden Revieren, ist ein Ereignis, wie es bisher noch in keinem Land der Welt vorgekommen ist. Zu all der wirtschaftlichen Not nun auch diese furchtbaren Schicksalsschläge mit dem Verlust so vieler kostbarer Menschenleben. ,, Gießener Zeitung" Kartoffelrekordernte 1930. Rückblick und Ausblick! Von Landwirtschaftslehrer Dr. P. Lieb. Reichsernährungsminister Dr. Schiele stellte gelegentlich der sog. Kartoffelkonferenz, die unter seiner Leitung im Oktober ds. Js. in Berlin stattfand, fest, daß die diesjährige Kartoffelernte auf 45 Millionen Tonnen geschätzt werden kann, d. i. 15% mehr als im Vorjahre. Seit den Kriegs- und Nachkriegsjahren tamen wir nicht mehr auf diese Zahl. Der Grund für das Ergebnis dieser Rekordernte liegt in erster Linie in der für das Wachstum der Kartoffel günstigen feuchtwarmen Witterung der zweiten Sommerhälfte. Ein weiterer, m. E. ebenso wichtiger Grund, der in der Tagespresse noch wenig Erörterung fand, ist die starke Kalidüngung, welche die deutsche Landwirtschaft in richtiger Kenntnis der Sache, dieser Hackfrucht in immer gesteigertem Maße zugute kommen ließ. Dabei sei aber ausdrücklich betont, daß der Verlauf der Witterung während der Vegetations= periode als sogen. Vegetationsfaktor diesem Ernährungsfaktor gleichzustellen ist. Die Grubenumglücke im Aachener und Saarbrückener Revier haben naturgemäß die Aufmerksamkeit in der Oeffentlichkeit in erhöhtem Maße auf die Gefährlichkeit der bergmännischen Arbeit gelenkt. Unter dem Eindruck dieser traurigen Ereignisse ist es verständlich, daß die Auffassung, der bergmännische Beruf sei weitaus der gefährlichste aller Berufe, vorherrscht. In dieser Hinsicht dürfte eine Aufstellung interessieren, die Dr. Ing. e. h. G. A. Meyer, der als Führer der deutschen Rettungstruppe bei dem Grubenunglück von Corrières und durch seine allgemeinen Verdienste um die Ausgestaltung des Grubenrettungswesens bekannt geworden ist, vor einiger Zeit in dem amtlichen Organ der Reichsknappschaft und der Knappschaftsberufsgenossenschaft„ Der Kompaß“ veröffentlicht hat. Aus dieser Ausstellung, in der die in den Jahren 1913, 1924, 1925 und 1926 entschädigten Unfälle und die tödlichen Unfälle aufgeführt sind, ergibt sich, daß von 8 Spitzenzahlen eine- die tödlichen Unfälle im Jahre 1926 auf das Konto der Knappschaftsberufsgenossenschaft entfällt. Der gefährlichste Beruf war in Bezug auf die entschädigten Unfälle im Jahre 1913 die BG. gewerbsmäßiger Fahrzeughaltung mit 17,37 Unfällen auf 1000 Vollarbeiter berechnet, im Jahre 1924 wieder die BG. gewerbsmäßiger Fahrzeughaltung mit 10,87( auf 1000 Vollarbeiter berechnet), 1925 die Tiefbau- BG. mit 14,49 und 1926 wieder die Tiefbau- BG. mit 15,02. Jnbezug auf tödliche Unfälle war der gefährlichste Beruf 1913 die Westd. Binnenschiffahrts- BG. mit 3,61( auf 1000 Vollarbeiter berechnet), 1924 die See- BG. mit 1,95, 1925 die Westd. Binnenschiffahrts- BG. mit 2,31, 1926 die Knappschafts- BG. mit 1,96. Es steht jedenfalls fest, so fügt der Verfasser hinzu, daß, so wenig die Gefährlichkeit des Bergbaus angezweifelt und verkleinert werden soll, es doch eine Reihe von Industrien mit ähnlichen gefährlichen Betrieben gibt, die der Oeffentlichkeit nicht so bekannt sind. Viel Kopfzerbrechen macht uns Landwirte nun die Unterbringung dieses reichen Kartoffelsegens. Durch das Ueberangebot von Kartoffeln auf dem Kartoffelmarkte sind die Preise zurzeit stark gedrückt. Wünschenswert wäre eine stärkere industrielle Verwertung der Kartoffel. Dabei kommen folgende Jndustriezweige in Frage: 1. Stärkefabrikation, 2. Herstellung von Kartoffelfloden, 3. Verarbeitung der Kartoffel auf andere Lebensmittel, wie Sago, Mondamin usw., 4. Spiritusverarbeitung. - sind." Und ein anderer Staatsmann Großbritanniens, A. Cham berlain, sprach das Wort: ,, Wenn wir morgen die Gier nach berauschenden Getränken zerstören könnten, würden wir bald sehen, daß unsere Steuern um Millionen herabgesetzt werden könnten." Im japanischen Reichstag erklärte fürzlich bei der Beratung eines Gesezentwurfes über die Erhöhung der Altersgrenze für den Ausschank alkoholischer Getränke von 21 Jahren auf 25 Jahre der dortige Finanzminister, der Regierung liege nicht, die Staatseinnahmen dadurch zu erhöhen, daß die Jugend durch Alkohol verseucht werde. Die Bewahrung der Jugend vor der Alkoholgefahr sei wichtiger als die Rücksicht auf die Alkoholsteuer. Eine angesehene schweizer Zeitschrift schreibt zu der eingangs erwähnten Einstellung der maßgebenden Finanzbehörden: Welch furzsichtiger Landessädelmeister! Hof= fentlich sehen wir nie einen solchen volkswirtschaftlichen Stümper an der Spitze unserer Eidgenossenschaft!" In der breiten landwirtschaftlichen Praxis kommt neben dem Saatgutbedarf und der Verwendung der Kartoffel für Speisezwecke in Frage eine weitgehendste Verfütterung dieser Frucht und zwar nicht nur, wie meist üblich, an Schweine, sondern auch an Pferde( Vorsicht!) und Rindvich. Bei der Schweinemast ist der sogenannten Schnellmast der Vorzug zu geben. Für Schweine mit gutdurchwachsenem Fleisch und einem Lebendgewicht von 80-100 Kg. werden immer noch die besten Preise erzielt. Diese Tatsache muß sich jeder Schweinehalter und |-züchter stets vor Augen halten. Zutreffende Vergleiche der Zahlen der Unfallstatistik mit denen der übrigen Bergbau treibenden Länder sind nicht ohne weiteres möglich. Zu berücksichtigen ist die große Verschiedenheit der statistischen Grundlagen in den einzelnen Ländern, die Verschiedenheit der Belegschaft. 3. B. ist bei Berechnung auf je 1000 Mann der Belegschaft der große Unterschied in der Zahl der verfahrenen Schichten zu beachten, da die Leute bei geringerer Schichtenzahl auch kürzere Zeit der Gefahr ausgesetzt sind. Im Jahre 1922 betrug z. B. die Schichtenzahl in Preußen 302, in den Vereinigten Staaten dagegen nur 144. Dr. Jüngst, Essen, hat vor einiger Zeit die Unfallziffer im amerikanischen Bergban( auf 1000 beschäftigte Arbeiter) auf 300 Arbeitstage berech= net. Danach ergibt sich, daß die Menschenverluste im amerikanischen Bergbau doppelt so hoch sind als bei uns. Während Preußen 1922 auf 1000 beschäftigte Personen, auf 300 Arbeitstage umgerechnet, 2,21 Todesfälle aufweist, beträgt diese Ziffer in den Vereinigten Staaten im gleichen Jahr 4,39. Das gleiche Verhältnis weisen auch die voraufgegangenen Jahre auf. Größer noch als die Unfallgefahr im amerikanischen Bergbau ist nach einer Darstellung des russischen Bergarbeiterverbandes, die fürzlich die Bergarbeiter- Zeitung veröffentlicht hat, die Unfallgefahr im russischen Bergbau. Danach verlangt in Rußland jede Million Pud geförderter Kohle dreimal mehr Opfer Menschenleben als im amerikanischen Bergbau. Die Zahl der Unfälle im Donezbecken, im Ural und in Sibirien werden von keinem anderen Land übertroffen. Im englischen Bergbau ist die Unfallgefahr infolge günstigerer Gebirgs und allgemeiner geologischer Verhältnisse geringer als im deutschen Bergbau. Geblendet von der diesjährigen reichen Kartoffelernte wäre es aber vom Landwirt volks- und privatwirtschaftlich verkehrt, seine Hand in den Schoß zu legen. Er muß schon heute an gewisse Vorarbeiten für die Ernte des kommenden Jahres denken. Die Kartoffel ist ein Kalifresser. Kartoffelrekordernten entziehen dem Boden viel Kali, dies muß dem Boden wieder zurüdgegeben werden, damit die nachfolgende Halmfrucht nicht Mangel an diesem Nährstoff leidet( Gefahr der Getreidelagerung). Felder, die im kommenden Jahre mit Kartoffel bestellt werden sollen, dünge man bereits schon im Spätherbst mit Kali. Leichten Böden gibt man je Hektar 6-12 Doppelzentner Kainit, schweren Böden 1½- 3 Doppelzentner 40er Kalidüngesalz. Jm größten deutschen Bergbaubezirk, im Ruhrbezirk, ist die Zahl der Unfälle in den letzten Jahren nicht unerheblich zurückDie Statistik der tödlichen Unfälle im Oberberggegangen. amtsbezirk Dortmund zeigt nach Mitteilung des Oberbergamts folgendes Bild: Vierteljahresdurchschnitt 1901-1910 tödlicher Unfälle insgesamt 165( auf 1000 Beschäftigte 0,573); Vierteljahresdurchschnitt 1925-1929 202( 0,569); erstes Vierteljahr 166( 0,503); zweites Vierteljahr 1930= 128( 0,443). 1930 = = Rückgang des Trinkbranntweinabjakes. Neue Bücher. Sch. ,, Weltkrieg droht auf Deutschem Boden", von General Lu= dendorff. Preis 90 Pfg. Ludendorffs Volkswarte- Verlag, München, Karlstraße 10. Die Tatsache ist bekannt, daß von einem neuen Kriege viel gesprochen und geschrieben und von manchen auch erhofft wird. In einer Schrift von 96 Seiten mit 4 Textskizzen und 1 Kartenbeilage legt uns der Generalquartiermeister des Weltkriegs 1914-18 die ungeheuer bedrohliche Lage des entwaffneten Deutschen Reiches, umgeben von in Waffen starrenden Nachbarn, dar. Ludendorff weist nach, wie eine Bündnispolitik des Deutschen Reiches mit Italien( England Rußland) den drohenden Weltkrieg und damit den Krieg aus deutschem Boden Tatsache werden läßt. Im ersten Teil der Schrift behandelt er die politischen Macht- und angestrebien Bündnissysteme, im zweiten Teil den Verlauf des drohenden Krieges selbst. Deutschland ist Schlachtfeld, Volk und Heimat werden vernichtet. Niemals dürfte wohl eine Schrift von solcher Bedeutung für das Schicksal unseres Volkes geschrieben sein. Es handelt sich nicht um eine Sensation, sondern um einen ernsten Warnruf an die Deutschen. Die Kameradin. Roman von Josefine Widmar. Ver lagsanstalt Tyrolia, Innsbruck- Wien- München. 176 S. Ganz leinen 5, RM. Billige Volksausgabe. Einfacher ausgestattet, fartoniert 2, RM. Das Buch hat seine Sendung im Wirbel der Zeit und ihrer erschütternden Problematik. Es leuchtet tief in die Not und Wirrnis großstädtischen Frauentums, wo die entsittlichende Macht moderner Schlagworte sich als drohendes nebt und die Speen der Kameradschaftsehe, die Fluchi Gespenst erhebt und die Nach dem soeben von der Reichsmonopolverwaltung veröffentlichten Ausweis über das letzte Vierteljahr ihres Geschäftsjahres 1929/30 ist der Trinkbranntweinverbrauch von 886 000 Hektoliter im Vorjahr auf 495 000 Hektoliter in diesem Geschäftsjahr, also um 40 v. H. zurückgegangen. Es wird daran die bedauernde Bemerkung geknüpft, daß die kürzlich vorgenommene Erhöhung der Branntweinsteuer diesen Rückgang verschuldet habe, der auf die Reichsfinanzen ungünstig wirke. Wie so ganz anders dachte da der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV., als er erklärte:„ Ich würde es für den größten Segen meiner Regierung ansehen, wenn während derselben die Branntweinsteuer auf Null herabsänke." Der Staatssekretär des Reichsschahamtes, Kühn, sagte im Reichstag bei der Beratung über die Spiritussteuer am 2. Dezember 1913:„ Bei der Branntweinsteuer ist ein Rückgang zu verzeichnen. Das ist zwar als Passivum im Reichshaushalt zu buchen, aber als ein Aktivum für unsere Volfswohlfahrt." Der große englische Staatsmann Gladstone sagte seinerzeit zu einer Abordnung von Bauern, die wegen angeblich zu hoher Malzsteuern vorstellig wurde und auf die mit dem Rückgang des Bierverbrauchs verbundene Steuereinnahme hinwies:„ Meine Herren, Sie müssen sich nicht wegen unserer Steuereinnahme beunruhigen. Die Frage des Steuertrags darf nie notwendigen Reformen im Wege stehen. 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