Nr. 50. um unsere Ge Landessprachen, 1, um vorwärts ohl von eigenen Der mit der Er feine Deutschen Und leider wird Der burisch, das errät häufig die o. Es sind die . Natürlich wi ragen zu geben. Sache des Vor e der Welt. Es fühlen muß und nen, die ihn be Ichen stillen, oft in sie dann doch on ihren Brüdern haben, das kann and verlassen ge und diese wieder Umschlag gestan aus Deutschland deutschen Kinder nd da stehen auch en die Mäulchen Sonst waren sie if einmal bekom: etwas zu? Nun, , so gut es geht, the". Die soeben s Rheinland- Hejt er Umfang, erste Austattung. Der und Ausstattung tsschrift für Lan Gebiet hat wieder us dem besonders Melsunger Marlt Beiden eines helsi Waldecker Land". ein in Gießen. HCHEN fert billigst Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdjenbung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Zu der Beendigung der deutsch- russischen Schlichtungsver handlungen verlautet aus gutunterrichteter Quelle in Moskau, daß die Verhandlungen möglicherweise in Berlin fortgesetzt wer den. In der deutschen Kolonie von Haifa wollen die Behörden das Zentrum einer kommunistischen Verschwörung entdeckt haben. Bei einer Haussuchung in der Wohnung des aus Deutschland stamenden Juden Asser Landau sind, wie die Polizei mitteist, neuntausend Flugblätter aufrührerischen Inhalts, die in hebräischer, arabischer und jiddischer Sprache gedrudt waren, gefunden worden. Am späten Abend am Donnerstag tam es wieder zu Unruhen in Alexandrien. Gegen Mitternacht gelang es der Polizei, die Demonstranten ohne Blutvergießen auseinanderzutreiben und die Führer der Demonstration zu verhaften. Der Metropolit Eulogius, der das Oberhaupt aller orthodoren Kirchen Westeuropas ist, wird eine Kundgebung veröffentlichen, in der er den Moskauer Utas, durch den er abgesetzt wird, für null und nichtig erklärt. Am Oberlauf des Minflusses( China) wurden 36 amerikanische und mehrere englische Missionare von den Aufständischen festgehalten. Der Reichstag aufgelöst. Neuwahlen am 14. September. Fair Aufhebung der Notverordnung 236 gegen 221 Stimmen. Am Freitag fand im Reichstag um 13 Uhr die Abstimmung über den sozialdemokratischen Antrag, die Notverordnungen aufzuheben, statt. Dieser Antrag wurde mit 236 gegen 221 Stimmem angenommen. Nachdem Reichstagspräsident Löbe das Ergebnis verlesen hatte, erklärte der Reichskanzler Dr. Brüning auf Grund seiner Vollmachten den Reichstag für aufgelöst. Am Freitag, um 13 Uhr, war die Entscheidung über das Parlament gefallen: Auflösung des Reichstag! Das, was alle, die das Wohl des Staates und des Volkes über die Interessen ihrer Parteien und Gruppen stellten, vermeiden wollten: Nuwahlen im Zeichen der Wirtschaftskrise und Arbeitsnot, ist Tatsache geworden! In der zweiten Hälfte des September wird das Deutsche Volk er= nemt an die Urne treten. Die kommenden Wochen werden nicht im Zeichen sommerlichen Friedens und hoffnungsvollen Aufbaues tehen. sondern im Zeichen eines schweren Wahlkampfes. Die Hoffnung, daß die Deutschnationalen im letzten Augenblic einlenken würden, hat getrogen. KLEIN lenden Fraktion haben sich für den Tonsequent negativen Kurs der führende deutsche Fahrradschutz, sucht einen sleiter ndte, tüchtige Akwelche die Radbe ten verstehen. In Barauszahlung. München 8 Rafadihaus Freude frische en Beire sserechte Nur die Hälfte dieser heute nur noch 64 Abgeordnete zähSugenbergs entschieden. Graf Westarp mit seiner Gruppe von 24 Freunden hat für die Regierung gestimmt. Trotzdem blieb die Regierung in der Minderheit. Das Abstimmungsergebnis lautete 236 Stimmen für den sozial: demokratischen Aufhebungsantrag und 221 dagegen. Das ist eine Minderheit von 15 Stimmen. Mit dem Flügel des absoluten Verneiners Hugenberg und der Nationalsozialisten teilen sich die sogenannten Vertreter der Arbeiterparteien, der Sozialdemokraten und Kommunisten in den zweifelhaften Ruhm des Tages. Auf ihnen lastet die Verantwortung der schweren wirtschaftlichen Nöte, die uns bevorstehen. Für und wider die Regierung. Die 221 Stimmen der Parteien, die sich für die Notverordnungen einsetzten, setzen sich wie folgt zusammen: Deutschnationale 25( Westarp- Schiele- Flügel), Deutsche Volkspartei 42( fehlten 3), Zentrum 59( fehlte 1), Demokraten 22( fehlten 3), Bayrische Volkspartei 17, Wirtschaftspartei 21( fehlten 2), Christlichnationale Arbeitsgemeinschaft( Volkskonservative) 22, Deutsche Bauernpartei 6( fehlten 2), Deutschhannoveraner 4, Volksrechtpartei 2, Parteilos( Abg. Bruhn, ehemals Dntl.) 1. Die 236 Stimmen der Opposition sezen sich wie folgt zujammen: Sozialdemokraten 146( fehlten 6), Kommunisten 47( fehlten 7), Nationalsozialisten 11( fehlte 1, der Abgeordnete Strasser), Deutschnationale 32( Hugenberg- Flügel, 2 gaben keine Karten ab und 4 fehlten), ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 19. Juli 1930 Die parteilojen Abgeordneten Nientimp( ehemals Zentrum) und Lind( ehemals Deutschynational) fehlten. Keine Polizeizuschüsse an Thüringen. Leipzig, 18. 7. In der Verfassungsrechtsstreitsache zwischen Thüringen und dem Reich wegen Weitergewährung der Polizeizuschüsse an Thüringen hat der Staatsgerichtshof am Freitagnachmittag folgende Entscheidung verkündet: Der Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung wird zurückgewiesen. Ein deutsches Frachtschiff brennend gesunken. London, 18. Juli. Nach hier vorliegenden Berichten ist der Frachtdampfer ,, Targis" des Norddeutschen Lloyd auf der Mitte des Atlantischen Ozeans in Brand geraten. Die ,, Targis" war von Amerika nach Bremen unterwegs, wo sie am 27. Juli ankommen sollte. Sie war 1915 gebaut und 5952 Tonnen groß. Die Targis" ist gesunken. 33 Die Besagung und der einzige Passagier gerettet. London, 18. Juli. Die gesamte Besatzung von rund 42 Köpfen und der einzige Passagier, der sich an Bord der ,, Targis" befand, sind von dem englischen Dampfer ,, Rangitata" an Bord genommen worden. Aufmarsch des Stahlhelm. Hagen, 18. 7. Der Landesverband Westmark wird durch das in der Verbotszeit eingetretene Anwachsen der Frontsoldatenbewegung besonders in den beiden Räumungszonen um voraussichtlich acht Gaue mit der entsprechenden Zahl von Ortsgruppen angewachsen sein. Die Führung des Landesverbandes Westmark wird zur Begrüßung des Reichspräsidenten in Mainz am 20. Juli sämtliche Fahnen des Landesverbandes mit einer entsprechend starken Ehrenkompagnie entsenden. 61 Todesopfer in Lübeck. Lübed, 18. 7. Das Kindersterben nimmt seinen Fortgang. Nach dem heutigen Gesundheitsbericht sind wiederum zwei Todes= fälle zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der Todesopfer ist damit auf 61 gestiegen. Reichsmittel für überflüssige Auslandware. Vergebung von Straßenbaustoffaufträgen der Osthilfe an die Auslandsindustrie. Dabei sind gleichwertige deutsche Baustoffe erheblich billiger. Es wird uns geschrieben: Die Reichsregierung hat für die deutsche Osthilfe über% Milliarden Mark vorgesehen. Ein großer Teil der Gelder ist für den Straßenbau bestimmt. Ferner hat die Reichsregierung noch vor wenigen Tagen zwecks Bekämpfung der Arbeitslosigkeit 100 Millionen Mark für Straßenbau vorgesehen. - - Wie werden nun diese Gelder verwendet, die so fann man wohl sagen aus der deutschen Wirtschaft herausgepreßt wurden? Nach Mitteilung des„ Wirtschaftlichen Ratgebers" hat der Kreis ,, Deutsch"-Krone wiederum einen großen Straßenbauauftrag in ausländischem Material vergeben, trotz größter Bemühungen der deutschen Industrie. Wenige Wochen vorher ist auch im Kreise Flatow- Krojante die Asphalt- und Bitumenindustrie mit einem größeren Auftrag bedacht worden. Es bedeutet eine bedenkliche Verkennung der Notlage des deutschen Steinkohlerbergbaues. der zweifellos einer der hochsten Steuerzahler ist und dessen Unkosten zu 60 Prozent aus Lohnkosten bestehen, daß mit den von ihm teilweise aufgebrachten Eteuermitteln behördlicherseits ausländische Konkurrenzerzeugnisse gekauft werden. Dies könnte noch übergangen werden, wenn sich der Teerstraßenbau nicht im In- und Ausland bewährt hätte und wenn nicht gerade deutsche Straßenteere sogar im Ausland begehrt wären. So verbrauchte z. B. Frankreich im vergangenen Jahre 115 000 Tonnen mehr als in Deutschland selbst verbraucht wurden. Frankreich verwendete außerdem noch rund 150 000 Tonnen eigenen Teers, das sind über 55 Prozent seines gesamten Rohteeranfalls, zum Straßenbau, England 700 000 Tonnen= 37 Prozent. Dagegen wurden in Deutschland nicht einmal 7 Prozent des Rohteeranfalls von 1,8 Millionen Tonnen für den Straßenbau abgerufen. Statt dessen wurden aber 240 000 Tonnen ausländisches Erdölbitumen im Rohstoffwerte von rund 15 Millionen Mark( Verkaufswert rund 30 Millionen Mark) beim deutschen Straßenbau verwendet. Für diese Summe hätte man über 450 000 Tonnen deutschen Straßenteers kaufen kön= nen, der um rund 35 Prozent billiger als ausländisches Erdölbitumen ist und seine Eignung hundertfach erwiesen hat. Das Geld für die Rohstoffe ist nicht nur der deutschen Wirtschaft entzogen worden, sondern für die gleiche Summe konnte deutsche Ware nicht verwertet werden. Ware, die keinen Absatz findet, ist aber wertlos. Deshalb ist der Verlust für die deutsche Volkswirtschaft in Wirklichkeit doppelt so groß. Für 30 Millionen Mark hätte man für 15 000 Familienväter Arbeit und für rund 60 000 Menschen für ein ganzes Jahr Brot und Lebensfreude schaffen können. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 57 Wo muß der Preisabbau einsehen? Allgemein ist man sich darüber einig, daß Deutschland bei seinen in die Milliarden gehenden Zahlungsund besonders Tributverpflichtungen konkurrenzfähig bleiben muß. Weiter besteht darüber kein gweifel, daß auch mit Rücksicht auf die Krise der deutschen Landwirtschaft die deutsche Industriepreisentwicklung der geringeren Kaufkraft der Landwirtschaft angepaßt werden muß. Da von den hauptsächlichsten Kostenelementen bisher nur die Rohstoffpreise, Schiffsfrachten und Zinssäge für kurzfristiges Geld zurüdgegangen sind, muß nun auch die Ermäßigung der anderen Kostenfaktoren wie Steuern, soziale Abgaben, Eisenbahntarife, Zinssäge für langfristige Kredite und auch der Löhne und Gehälter nachfolgen. Ohne diese Selbstkostensenkung ist natürlich der Preisabbau nicht denkbar. Von einer Senfung der Steuern, Sozialabgaben, Eisenbahntarise usw, scheint nach den sogenannten Reformplänen der Reichsregierung nicht die Rede zu sein, so daß vorerst nur Löhne und Gehälter übrig bleiben. Aus dieser ErKenntnis heraus ist denn auch die nordwestliche Eisenindustrie dazu übergegangen, einen Lohnabbau der übertariflichen Verdienste mit der Maßgabe durchzuführen, daß die ersparten Summen zu einer Senkung der Preise berwandt werden. Der erste Schritt zum Preisabbau ist getan: das besonders bemerkenswerte an ihm besteht darin, daß man dabei eine Herabsetzung des Realeinkommens der Arbeiterschaft vermeidet, da die erhöhte Beschäftigung dem Arbeiter troß geringerer Stundenlöhne im Endergebnis einen höheren Verdienst einbringen wird. Welche weiteren Schritte müssen folgen? So erfreulich die Preissenkung in der Eisenindustrie ist, sie allein kann uns nicht helfen, wenn wir nicht, wie das der christliche Gewerkschaftsführer Schmit sehr mit Recht gefordert hat, die Preispolitik in ihrer Gesamtheit zur Debatte stellen und die zurzeit ohne Frage herrschende Preisanarchie beseitigen. Die Inderziffer der GroßHandelspreis: stand am 30. 4. 1930 für Kohle auf 135,6, Eisenrohstoffe und Eisen 128,2, Metalle 93,1, hingegen für Baustoffe beispielsweise auf 156,8. Von den Baustoffen standen im besonderen( alles in Berlin) Mauersteine 206,0, Dachziegel 187.4, Schalbretter 158.8 usw. Auch die Inderzahl für industrielle Fertigwaren stand auf 151,8. Jn diesem großen Preisunterschiede stedt ein wesentlicher Grund für die tiefgreifenden Störungen, unter denen unsere Volkswirtschaft leidet. Das Unhaltbare der Preisentwidlung in Deutschland liegt in der großen Spanne zwischen Agrar- und Industries preisen. Der Ausgleich muß infolgedessen darin gesucht werden, daß eine Senkung der Preise überall da erfolgt, wo sie das durchschnittliche Preisniveau erheblich überschneiden. Das gilt im allgemeinen von den Preisen industrieller Fertigwaren, vor allem aber von den Baukosten. Das Opfer, das ein Teil der Arbeiter der Eisenindustrie gebracht hat und das um so höher zu bewerten ist, als der Eisenpreis bei einem Inder von 128,2 beträchtlich unter dem allgemeinen Breisniveau liegt, muß nußlos bleiben, wenn nicht zunächst einmal ganz erhebliche Preisermäßigungen für Baustoffe und Baukosten folgen. Das bestätigt auch der Vorwärts", der in Nr. 232 vom 20. Mai 1930 die Bedeutung einer Eisenverbilligung für die Belebung der allgemeinen Konjunktur anerkennt, indem er schreibt:" Es ist ein Unfug, daß beispielsweise die den Baumarkt beliefernden Industrien noch so wenig zur Senkung der Baukosten beigetragen haben, wie es bis jetzt geschehen ist." Die außergewöhnliche Höhe der Baukosten Hemme jede Möglichkeit zur Ankurbelung der Bautätigkeit. Ueber die Wirkungen der hohen Baukosten hat sich un längst noch der Enquete- Ausschuß eindeutig in einer Untersuchung des ländlichen Siedlungswesens ausgesprochen. " Das Widersinnige der ganzen Situation wird besonders flar, wenn man bedenkt, daß für die Finanzierung ländlicher Siedlungen von 1924 bis 1929 über 470 Millionen Mark aufgebracht worden sind. Alle diese Mittel gewährleisten niedrige Berzinsung, Sichers heit gegen Kündigung, Rücksichtnahme des staatlichen Gläubigers auf wirtschaftliche Nöte. Ungebührliche Vorteile aus diesen Unterstützungen ziehen mit in erster Linie die Nugnießer hoher Baukosten. Das ist weder wirtschaftlich noch vollspolitisch länger zu verantworten. Die Baukosten müssen unverzüglich dem Eisen folgen, damit von einer Hebung der Bautätigkeit aus die Belebung der Konjunktur erfolgen kann. Das Interesse der Arbeiterschaft an der Nationalisierung. Aus Kreisen des Ruhrbergbaues wird uns geschrieben: In Belegschaftskreisen begegnet man immer wieder der Auffassung, daß die Rationalisierung die hohe Arbeitslosigkeit Samstag, den 19. Juli 1930. verschuldet habe. Auch in der Presse wurde stellenweise versucht, die Wirtschaftsführung für die derzeitige Wirtschaftskrise verantwortlich zu machen und das ganze Rationalisierungssystem der vollen Schuld an dem sozialen Niedergang der Arbeiterschaft zu bezichtigen. Es muß darauf hingewiesen werden, daß nicht nur die Arbeitgeber, sondern auch die Führer der Arbeitnehmer die Notwendigkeit einer vernünftigen Wirtschaftsgestaltung, der Rationalisierung, schon frühzeitig erkannt und mit aller Dringlichkeit entsprechende Maßnahmen von der Industrie verlangt haben. So wurde auf dem Breslauer Kongreß der freien Ge= werkschaften von 1925 durchgreifende Rationalisierung gefordert und dazu folgende Stellung genommen:„ Das Problem der Rationalisierung der Arbeit, auf dem die Erfolge der anderen Länder beruhen, ist in Deutschland ungelöst geblieben. Nur durch umfassende Rationalisierung der Arbeit, durch betriebsorganisatorische und technische Maßnahmen kann die Lösung der wirtschaftlichen Probleme erfolgen. Immer wieder haben die Gewerkschaften in den Lohnverhandlungen und die freien Gewerkschaften in ihrer Denkschrift vom Februar 1926 erklärt: Lohnerhöhungen seien ein wuchtiger Antrieb zur Rationalisierung der Wirtschaft, die Betriebe könnten noch viel besser ausgebaut werden. Der Unternehmer kann einen Ausgleich für die jetzt zu zahlenden höheren Löhne in besserer Technik und mehr Maschinenausnutzung finden. Das löse zwar eine gewisse Arbeitslosigkeit aus, die sie aber in Kauf nehmen würden. Ihr Lohndruck solle den Unternehmer zur Rationalisierung anspornen. Und auf der Tagung des deutschen Gewerkschaftsbundes in Hamburg im November 1927 betonte ein Redner scharf:„ Die inneren Hemmnisse der Rationalisierung müssen verschwinden. Ihr Abbau muz durch Lohnbewegungen erzwungen werden."" Wiederholt hat die industrielle Unternehmerschaft ihre Mahnungen gegenüber den Forderungen einer allzu schnellen Rationalisierung ausgesprochen; erinnert sei nur an die Erklärungen von Dr. Vögler, daß man den Verhältnissen in Deutschland Rechnung tragen und lieber mehr Leute bei nicht zu hohen, aber auskömmlichen Löhnen beschäftigen müsse. Erst nach anfänglichem Sträuben und mit großen Opfern Milliarden hat die Umstellung gekostei, teure Auslandsanleihen mußten aufgenommen werden und sind zu verzinsen- hat die Wirtschaftsführung unter dem Druck der aktiven Lohnpolitik nachgeben müssen und dann die größte Wirtschaftskrise von 1925 durch die Einführung der Rationalisierung zu überwinden vermocht. Wenn auch nicht zu verhindern ist, daß durch die Rationalisierung vorübergehend Menschenkräfte durch. Maschinen ersetzt werden, so ist doch der Zweck der Rationalisierung Vergrößerung der Arbeitsmöglichkeit und Erhöhung des Lebens- Niveous. Der englische Kohlenbergbau, Deutschlands gefährlichster Konkurrent, ist gegenüber dem deutschen durch günstigere Lagerungsverhältnisse und niedrigere Wasserfrachten erheblich im Vorteil. Er ist zudem weit kapitalfräftiger und hat nicht die hohen Lasten Gießener Zettung der Verzinsung, Steuern usw. wie der deutsche Bergbau zu tragen. Wir müssen ständig darauf bedacht sein, für diese Vorteile auf englischer Seite durch Verbilligung der Gestehungskosten, d. h. durch Modernisierung der Betriebe, einen Ausgleich zu schaffen, wenn wir nicht weitere Absatzgebiete, selbst im eigenen Lande verlieren wollen. Rund vier Mill. Tonnen englischer Kohle gehen heute in deutsche Absatzgebiete. Für jede Million Tonnen, die wir dem Auslande abnehmen, könnten rund 3000 Bergleute mehr beschäftigt werden. Daß im übrigen die Arbeitslosigkeit am wenigsten eine Folge der Rationalisierung ist, sondern in der allgemeinen weltwirtschaftlichen Depression begründet liegt, zeigt die Tatsache, daß das weit fapitalfräftigere Ausland mit ganz ge= ringen Ausnahmen darunter ebenso stark, wenn nicht noch in höherem Maße, zu leiden hat als Deutschland. Die Wohlfahrtslasten der Gemeindeverbände: Der Zeitpunkt, wo Gemeinden und Gemeindeverbände unter der dauernd anwachsenden Last der Wohlfahrtserwerbslosen finanziell zusammenbrechen, läßt sich schon heute mit fast mathematischer Sicherheit feststellen. Der Vorstand des Deutschen Landkreistages befaßte sich daher eingehend mit diesem wichtigen Problem. Da diese Belastung nicht alle Kommunen in gleicher Höhe und Zeitdauer trifft, kann auf dem Wege über einen Finanzausgleich wirksame Hilfe nicht gebracht werden. Das Handwerk zur Ablehnung des Gesetzes über den endgültigen Reichswirtschaftsrat. Der Reichsverband des deutschen Handwerks und der Dentsche Handwerks- und Gewerbekammertag traten am Diens tag, der 15. Juli, im Verwaltungsgebäude des Kammertages zu Hannover zu einer Vorstandssitung zusammen. Die aus allen Teilen des Reiches gut besuchte Versammlung befaßte sich eingehend mit der derzeitigen wirtschaftspolitischen Lage und nahm zu der im Reichstag erfolgten Ablehnung des Gesetzes über den endgültigen Reichswirtschaftsrat einstimmig nachtehende Entschließung an: Die vereinigten Vorstände des Reichsverbandes des deutschen Handwerks und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages sprechen ihr tiefstes Bedauern darüber aus, daß der Deutsche Reichstag den Gesezentwurf über die Bildung des endgültigen Reichswirtschaftsrates abgelehnt hat. Die Ablehnung dieses Gefeßentwurfes, der in sehr bescheidenem Maße endlich eine sachgemäße gutachtliche Mitwirkung aller Kreise der deutschen Wirtschaft an den Aufgaben der Gesezgebung verwirklichen wollte, wird gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt der größten politischen Vertrauenskrise als eine schwere Zurückseßung aller produktiven Kräfte der deutschen Wirtschaft empfunden. Die vereinigten Vorstände sind der Auffassung, daß Der Vorm. des 26. verlief verhältnismäßig ruhig. Bon 1 Uhr Aus der Regimentsgeschichte der 118 er. ab feste aber ziemlich heftiges beiderseitiges Artl- Feuer ein. Die Das Infanterie- Regiment 118 an der Somme im August 1916. II./118 wurde am 23. August abends in Doual verladen und fuhr nach Gouzeaucourt, von wo es am nächsten Tage durch Fußmarsch nach Lechelle gelangte. Dorthin marschierte auch III./118 nach einer Bahnfahrt von Drocourt nach Gouzeaucourt; I./118 fuhr von Drocourt nach Caudry. Sämtliche Batl. bezogen Orts. biwal. Diese Art der Unterbringung war lange nicht vorgekom men, es trat daher ein großer Mangel an 8eltstöden zutage. wurde ein bißchen geschimpft, aber am Ende standen die Zelte auch ohne Zeltstöde, gerade zur rechten 8eit, denn schon tropfte das verwünschte Naß vom Himmel. Der Reg.- Stab bezog in der Nacht vom 24. auf 25. Quartier in Gonnelleu, die M.G.K. Orts. biwat in Gouzeaucourt. Die Div. unterstand jetzt dem 13. A. R. und mit diesem der 1. Armee. Am 25. 8. wurde der Reg.- Rbr., Oberst von Dunder, zweds Information zur 56. J. D. nach Rocquigny und danach zur 51. J.- Brig. nach Le Translon befohlen. I./118 wurde mit Lastkraftwagen nach Lechelle befördert, die M.G.K. marschierte dorthin. In der Nacht vom 25. auf 26. 8. löfte II/ 118 in vorderer Linie II./119 db, III./118 in Bereitschaft I./119. M.G.R./118 die M.G.K./119. Die Gliederung des Reg. war nach erfolgter bl. sung folgende: Rechts an J. R. 88 anschließend lag im Stüz. punit 5./118 mit zwei 8ügen links bis zum Leiber- Weg, dem Don der dritten Stellung bis in den Delville- Wald führenden Ver. bindungsgraben. Durch diesen, der hier start zerschossen war, ging die Stellung zunächst ein Stüd meiter, verließ ihn dann in füd. licher Richtung und führte von dort ebenfalls schräg auf den Delville- Wald zu. In diesem Abschnitt lagen zwei Züge der 6./118, nur in Rarnidellöchern" und Granattrichtern. Das dann am Waldrand verlaufende Stüd, das die 7./118 mit zwei 8ügen befeht hielt, war tief und durchlaufend, jedoch schlecht zur Verteidigung geeignet, da es weder ein Hindernis noch Unterstände hatte. In dem gleichen Zustande befand sich das als Stellung dienende Stüd des Alvensleben- Weges nordwestlich Ginchy, in dem die 8. Romp. ebenfalls mit zwei Rügen saß. Die dritten Züge des II./118, fomie 11. Komp. und die Stäbe des II. unb III. Batl. waren in der zweiten Stellung untergebracht. Diese war leidlich ausge. baut und mit Drahthindernis versehen. Stollen fehlten jedoch fast gänzlich. Die 12. Komp. hatte den Flers- Graben besetzt, der wohl bereits aus einem durchlaufenden Graben bestand, im übri gen aber noch im Ausbau begriffen war. Legteres gilt auch für den Gallwig- Riegel, in dem 9. und 10.118 untergebracht waren. Hier beftand aber bereits ein durchlaufendes Hindernis. Die M.G.K. hatte zwei Gewehre in vorderer Linie, vier in zweiter Stellung und zwei im Flers- Graben. L./118 lag in Lechelle als Div.- Reserve; es war jetzt in. Häusern untergebracht, die Quartiere waren aber sehr schlecht. Es wurde durch die Feldküchen verpflegt; sonst fonnten nur noch die Komp. im Gallwig- Riegel warme Verpflegung erhalten. In Lechelle wurden zum ersten Male, in größeren Mengen Stahlhelme empfangen; die Komp. fonnten etwa zur Hälfte mit ihnen ausgerüstet werden. Dem Reg. wurde zum Ausbau der Stellung die tombinierte Pi.- Romp. Kalkbrenner", bestehend aus Teilen der Pi.- Romp, 111 und 112, zugeteilt. Dieser wurden auch zwei Züge der Berg- Romp. unterstellt. Die Pi.- Romp. erhielt ihre Weisungen betr. Ausbau unmittelbar vom Reg.- kor. Der Reg.Gefechtsstand befand sich in Flers nördlich der Kirche; er wurde am 26. früh von Oberst von Dunder bezogen. vorderen und rückwärtigen Graben lagen gleichmäßig unter startem Feuer. Die zweite Stellung wurde start beschädigt, mehrere Stollen verschüttet. Die Fliegertätigkeit war gering. Die Nacht auf den 27. August verlief sehr lebhaft. Starkes feindliches Feuer lag auf allen Gräben. Unsere Artl. antwortete, hatte aber eine ganze Reihe von Kurzschüssen bei der 7. und 8. Komp. zu verzeichnen, durch die es bei der 8./118 zehn Tote und zahlreiche Verwundete gab. Gegen Morgen ließ das Feuer etwas an Heftigkeit nach, steigerte sich aber ab 10 Uhr vorm, wieber und wuchs sich gegen 2 Uhr zu einem richtigen Trommelfeuer aller Raliber aus. Bereits um 9 Uhr vorm. versuchte eine engl. Patronille von 20 Mann, gegen den rechten Flügel der 8./118 vorzubringen; sie wurde aber rechtzeitig erkannt und durch Infanteriefeuer abgewiesen. Um 4 Uhr nachm. aber drangen starte engl. Kräfte überraschend bei der 7./118 ein, töteten oder verwundeten einen großen Teil der Grabenbefagung und nahmen den Rest gefangen oder dräng. ten ihn auf die 8./118 im Alvensleben- Weg zurüd. Der Komp. Führer, Ltn. d. R. Mellis, erlitt dabei einen schweren Nerven. chock. Die Führung ber 7./118 übernahm Ltn. d. R. Dombrowa. Der 8./118 gelang es zunächst, ihren Graben nach rechts gegen den eingedrungenen Feind abzudämmen. Es entspannen sich aber dann schwere handgranaten- und Nahkämpfe, in deren Verlauf der zahlenmäßig weit überlegene Feind auch die 8./118 im Alvensleben- Weg zurückzudrängen vermochte, und zwar bis an die Grenze des F.R. 85. Von 7 Uhr abends ab wurde das Feuer schwächer, die Gefechtshandlung schien beendet zu sein. Zwischen dem Führer des II./118, Sptm. Classen, und dem des III./118, Major d. 2. Golg, fanden längere Besprechungen über die nunmehr zu ergreifenden Maßnahmen statt. Auch mit dem Regiment wurde mehrfach verhandelt. Vor allen Dingen war es wichtig, einwand. frei die Einbruchsstellen des Feindes festzustellen. Um 8.45 Uhr nachm. übernahm auf Befehl des Reg. Major d. L. Golg d Leitung der weiteren Gefechtshandlungen, die beiden vorderen Batl. wurden ihm unterstellt. Daraufhin erhielt zunächst 10./118 den Befehl, sich gefechtsbereit zu machen und mit möglichst viel Handgranaten, deren Besorgung aus dem Pionierpart der 9./118 übertragen wurde, in den Flersgraben vorzurüden. Am 28. 8. 12.30 Uhr vorm. traf bei Major d. L. Bolt ein Reg.- Befehl ein, der ihm zwei Aufgaben stellte: 1. Den verlorenen Graben zurückzuerobern und - - 2 zwischen Stüßpunkt( linkem Flügel der 5./118) und rechtem Flügel F.R. 35 eine Riegelstellung zu schaffen, zu besetzen und auch bei Tage wenn auch nur mit einer dünnen Linie besetzt zu halten. In Ausführung dieses Befehls erhielt nun zunächst Oblt. Bieber, der Führer der M.G.K., um 12.45 Uhr vorm. den Befehl, auf dem linken Flügel des Stüßpunktes" Maschinengewehre zur flankierenden Unterstügung der Wiedereroberung des verlorenen Grabenstüds einzubauen. Weiterhin bekam der Grabenoffiziere des II./118 den Auftrag, die Ref.- 8üge sowie die vorderen Reste der 7. und 8. Komp. zur Wiedereinnahme des verlorenen Grabens am linken Flügel des Reg.- Abschnittes bereitzustellen. Die Komp.- Führer der 11. und 12./118 wurden telephonisch zu Major d. 2. Golg befohlen und erhielten um 1.20 Uhr vorm. den Befehl, die neu anzulegende Riegelstellung" zu besezen, die 12. Romp. rechts, die 11. Komp. mit zwei 8ügen links anschließend. Ein Zug der 11. Romp. unter Lt. d. L. Kollenrott wurde als Reserve für den Angriff zurückgehalten. Die Romp. Nr. 57 das Einkammersystem in Deutschland, verbunden mit dem gegenwärtigen, die freie Willensbestimmung des deutschen Bürgers ausschließenden Proportionalwahlrecht in so bo: hem Maße versagt hat, daß die Frage der Errichtung einer 2. Kammer, durch organische Verbindung von Reichsrat und Reichswirtschaftsrat, schleunigst zum Gegenstand ernst hafter Prüfung der deutschen Wirtschaft und der politi: schen Faktoren gemacht werden muß. Nahrungsaufwertung. Dr. Mar Windel. Gamstag, den 1 Gloden läuten Alang; Freude fan für viele. Sie hab gemüt, ob fie uns geit zum Feftiag ge legten Geläute.- G meer der Stadt; fie Dorfer im Lande Dom Berg, das dort Gloden läuten fie nicht mehr höre Beit geworden find verloren ging, und feltener und fürzer geworden, raft- und nicht mehr den K Alingen und Singer Heimat am reinster Kindheits Tagen, Lebens geflungen. im stillen Heimatta tag war. Wüßte läuten nicht mehr Geele verloren hät ren, und jener He Nahrungsaufwertung ist die Erhöhung des Nähr und Lebenswertes der täglichen Kost, die entweder ur sprünglich nicht hochwertig war oder die durch Verfah ren der technischen oder füchenmäßigen Zubereitung in ihrem Wert herabgemindert wurde, wie dies ja sehr häufig bei unseren Speisen der Fall ist. Wir gestalten jedoch eine derart weniger wertvolle Nahrung zu einer hochwertigen, indem wir ihr hochwertige Ergänzungs. stoffe zuführen, indem wir einer fauren Nahrung ba sische Salze zuführen, der vitaminfreien Kost vitamin reiche Nahrungsstoffe zuseßen usw. In wissenschaft lich richtiger Weise angewendet, können solche Zusäße als wirkliche Auswertungsstoffe" bezeichnet werden. Die Speisen werden alsdann durch Zusah der richtigen Aufbaustoffe, der spezifisch wirkenden Vitamine und Mineralstoffe aufgewertet. Indem so auf dem Wege des Stoffwechsels die Drüsen und Bluttätigkeit reguliert und zu höchster Entfaltung gebracht werden, wird der Organismus von Ballaststoffen befreit und nur mit hochwertiger Nahrung gespeist. Selbstverständlich ist, daß die Grundnahrung vorherrschend vegetarisch oder lactovegetabil ist, weil diese in erhöhtem Maße die Aufwertung begünstigen. 1. Die Speisen sollen das Lustgefühl und den Appetit zur Speisenaufnahme anregen durch: Wohlgeruch, lieblichen oder würzigen Duft, durch ihren eigenartigen Geschmack, durch appetitliches Aussehen, schöne Form und Farbe. 2. Die Speisen sollen mit richtiger Temperatur serviert werden. 3. Das Anrichten muß im besonderen Maße die legten Zusäße feiner Gewürze und die Aufwer tung der Speisen berücksichtigen. 4. Damit durch geringen Gewürzzusaz gro ße Wirkungen erfolgen, sollen die Gewürze frisch gemahlen oder gestampft zugesetzt werden. Küchenkräuter fein schneiden, raspeln und stampfen. An Pfeffer und Salz sparen! 5. Vitamin und mineralsalzarme Speisen müssen beim Anrichten durch Beigabe hochwertiger Kost, 3. B. Nohkoft, Salate, Obst und Zitronensäfte, Suppenwürzen, Hefeertrakte, frische Gewürzkräuter aufgewertet werden. erreichten gegen 3 Uhr die befohlene Linie und nahmen sofort bie Spaten in die Hand. Sie arbeiteten, was die Kräfte hielten, Jeder Mann war sich dessen bewußt, daß hier der englische Spett feuer- Riegel lag und so gab er fein Leytes her, um seinen Leib einigermaßen gegen die vernichtende Wirkung der englischen Ar. tillerie zu schügen, die jederzeit losbrechen konnte. Die 10. Romp., die schon im Flers- Graben war, erhielt Weisung, an Stelle der vorgegangenen Teile des II. Batl. den rechten Flügel der zweiten Stellung zu befeßen. Die 9./118 rüdte an Stelle der in die Riegelstellung vormarschierten 11./118 in die linke Hälfte der zweiten Stellung. 11001 Der befohlene Angriff der 7. und und 8/118 tam nicht zur Ausführung, da die Komp. vollständig erschöpft und ohne Munition und Material waren. Deshalb erhielt nunmehr Pt. d. R. Rollen rott den Befehl, aus seinem Zug der 11./118 einen Stoßtrupp za bilden und vom linken Flügel aus mit den Resten der 7. und 8. Komp. die feindliche Stellung aufzurollen. 6./118 wurde an gewiesen, ihre Leute sturmbereit zu machen für eine Wiedergewin. nung der verlorenen Stellung vom rechten Flügel aus. She Führer, Lt. d. R. Schlamp( Georg), machte darauf aufmerksam, daß bei der Entfernung vom Feind, die 600 Meter betrüge, das Moment der Ueberraschung gänzlich fortfiele und daß er außer ins Sperrfeuer noch in das Flantenfeuer der feindlichen Infanterie aus dem Teil des Delville- Waldes, der am 24. August dem abge lösten Reg. verloren gegangen sei, gerate. Der Res.- Zug der 5./118 wurde anschließend an die 6./118 eingefeßt. Die Uhren waren verglichen. Auf 4 Uhr vorm. war vom Reg. der Sturmbeginn feftgefeßt. Der Feind mußte aber die Bewegungen in unseren Gräben erkannt haben, denn bereits vor 4 Uhr feßte ein außer ordentlich starkes Feuer ein, das die Angriffstruppe völlig aus einander warf und ihr schwere Verluste zufügte. Unter diefen Umständen konnte auch dieser Angriff nicht durc, geführt werden. Auch in die Reihen der 11. und 12./118 schlug das Sperrfeuer des Feindes. Aber die Romp. schanzten mit Todesverachtung bis zum Morgengrauen. Dabei wurden dem Führer der 12./118,& t. d. Re Hofmann, durch einen Splitter einer 24 cm- Granate beide Ober schenkel abgemäht, so daß er bald darauf an Berblutung starb. Lt. d. R. Schröder( Joh.) übernahm die Führung der Komp. Als es hell wurde, erkannte der Feind unsere neue Linie und konzen trierte nun seine gesamte schwere Artillerie auf sie. Die Führer der 11. und 12. Romp. meldeten nunmehr gegen 6.15 Uhr vorm schriftlich dem Batl., daß es unmöglich sei, bei Tage diese Linie besetzt zu halten. Daraufhin befahl dann Major d. 2. Golz, daß die 12./118 in den Flersgraben und die 11.118 in ihre alte Stellung im zweiten Rampfgraben zurückgehen sollten. Die 9. Komp. wurde in den Gallwig- Riegel zurückgezogen. Auch Lt. d. R. Kollenrott erhielt Weisung, zu seiner Komp. zurüdzu kehren. Die 10. Komp. blieb in der zweiten Stellung. Der 28. August verlief im allgemeinen ruhig. Die Annäherungswege lagen unter dem Feuer leichter und mittleret Raliber. Gegen Abend setzte wiederholt Sperrfeuer auf den Abschnitt des J.. 88 ein, das auch auf unseren Abschnitt übergriff. Die späteren Abend. stunden verliefen sehr unruhig. Die feindliche Artillerie legte heftiges Schrapnellfeuer auf die Gräben. Zur talten Verpflegung aus der„ eifernen Portion" wurde Kaffee und Selterswasser vor gebracht, da bei dem warmen Wetter die Truppe besonders unter Durst litt. Abschnitt aus der Regimentsgeschichte der 118er, welche demnächst im Verlag vom Druckhaus Philipp L. Fink in Groß- Gerau zum Preis von 6.80 Mark erscheint. Ratenzahlung ist gestattet. und Seele weden. ehrwürdiger Sang Den Klang der C Heimat würde ihm weiten Welt verlo Gloden läuter Bolt, habe wieder gloden in deutsche Einkehr und Anda und Dörflein, üb die hastenden und lang stillstehen u Laffet sie wieder auf sie, wie einit jjd Trok des schle Des zur Zeit hie Eröffnungsvorite einer Revue au Publikums, der der Beifall war lichem Pferdem bras, Elefanten afrobatit. Erat durch ihre Frisch ten für Stimm Festes am Hof „ fraßen Feuer in Glasscherbe rische Gleichg Menschen" au erforderte, wa fein Ende ne tretern flassija gramm, wie Lob verdient Barum hält, w ihn zu besucher * Diebstähle weg- Eingang zu 504.- Ginem ( Maffeleisen) in wefenheit auf d bisher nicht gem Zeit vom 22. bi ten" ein eiser 7. Juli wurden ein blauer Dam tasche mit 409 ERUNG 0 URCH NUR DUR ANDLER SS DER verbunden mit nung des deuti pahlrecht in fo er Errichtung a ung von Reid Gegenftant aft und der p hung des Die entweder e durch Berit Bubereitung Die dies ja j .ir geftal ahrung zu ein ge Ergänzun en Nahrung n Roft bitam In wiffenid n folche Su eichnet werd Fab der richti Vitamine uf dem Wege tigkeit regul erden, wird tund nur berſtändlic begetarisch o tem Maße fühl und anregen dur gen Duft, du rch appetitli e. Temperat Maße die die Aufwe 7. zzusaz gu en die Gewi ugefegt werd peln und flam n! Speisen mi Ochwertiger Zitronenf he Gewürzhi nahmen jojo ie Kräfte bi er englische G et, um feinen der englischen nte. Die 10. Rom ung, an Stelle& Flügel der zweite Stelle der in di e linte Hälfte de am nicht zur und ohne Muni Jr St. d. R. Rol einen Stoßtrup Reften der 7. 6./118 wurd eine Wiederg Flügel aus Darauf aufme Meter betrüge und daß er eindlichen Info Auguft dem Ref.- Bug ber Die Uhren 3. der Sturmb egungen in un hr feßte ein struppe völlig ligte. Unter ur, geführt we bas Sperrfeue verachtung bis et 12/118,& Granate beide Berblutung ung der Romp e Linie und l uf fie. Die F gen 6.15 Uhr wei Tage diefe jor b. 2. Gol 1./118 in ihre gehen follten urüdgezogen. er Romp. zu Stellung. D äherungswege ber. Gegen it bes 9.9 88 te fpäteren che Artillerie Lalten Berpfleg Gelterswaffer ppe befonders Ber, welche bemni Groß- Gerau t geftattet Samstag, den 19. Juli 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. Gloden läuten den Sonntag ein. Weihe liegt in ihrem Klang; Freude kann es sein, Schmerz für manchen, Wehmut für viele. Sie haben eine heilige Gewalt über das Menschengemüt, ob sie uns in der Kindheit geflungen, in der Jugendzeit zum Festtag geläutet oder im Alter Mahner waren zum legten Geläute. Sie schallen voll und schwer über das Häusermeer der Stadt; sie heben ihr feierliches Läuten an über die Dörfer im Lande, unb b hell und rein flingt mit das Glöcklein vom Berg, das dort zur Kapelle ruft. - Glocken läuten den Sonntag ein. Es gibt Menschen, die sie nicht mehr hören, die andachtslos im talten Alltag unserer Zeit geworden sind, denen Stüd um Stüd an ihrem Gemüt verloren ging, und denen die Feierstunden der Seele immer seltener und fürzer werden. Ihnen ist auch der Sonntag grau geworden, rast und ruhelos wie der Tag der Arbeit, so hören nicht mehr den Klang der Sonntagsgloden, dieses weihevolle Klingen und Singen. Von allen Gloden aber läuten jene der Heimat am reinsten. Ihr Läuten ist wie ein Erzählen aus Kindheits Tagen, wo sie uns einst in die schönste Zeit unseres Lebens geklungen. Ich höre noch den Klang der Abendglocken im stillen Heimattal, ich höre noch ihr Läuten, wenn es Sonntag war. Wüßte ich einen, der Glockenklang und Sonntags= läuten nicht mehr hört, der in dieser kalten Welt Heimat und Seele verloren hätte ich würde ihn in jenes stille Tal führen, und jener Heimatgocen Klang würde ihm wieder Herz und Seele wecken. Ihr Läuten würde ihm klingen wie ein ehrwürdiger Sang aus alter Zeit in seine falte Gegenwart. Den Klang der Glocken würde er wieder verstehen und die Heimat würde ihm wieder das geben, was er draußen in der weiten Welt verloren. - - Glocken läuten den Sonntag ein. Auch du, deutsches Volt, habe wieder Zeit, um auf sie zu hören! Sonntagsgloden in deutschen Landen sollen uns wieder rufen zu stiller Einkehr und Andacht. Lasset sie wieder läuten über die Städte und Dörflein, über die Berge und Täler der Heimat, damit die hastenden und jagenden Menschen unserer Tage eine Zeit lang stillstehen und sich auf das besinnen, wozu sie mahnen. Lasset sie wieder läuten, die Glocken am Sonntag und höret auf sie, wie einst in alter Zeit! Der Sonntagsschreiber. 17dmoDer Circus ist da! Trotz des schlechten Wetters war das große Vier- Masten- Zelt des zur Zeit hier gastierenden Circus Barum in der gestrigen Eröffnungsvorstellung voll besetzt. Die Darbietungen, in Form einer Revue aufgemacht, fanden den lebhaftesten Beifall des Publikums, der sich zum Schluß immer mehr steigerte. Und der Beifall war verdient. Saubere Dressuratte an ganz vortrefflichem Pferdematerial, an Kamelen, Dromedaren, Zebus, 3e= bras, Elefanten und Löwen wechselten mit verwegenfter Circus afrobatik. Exakte Tänze der 40 Barum- Ballettratten erfreuten durch ihre Frische und Lebendigkeit, und fabelhafte Clowns sorgten für Stimmung. Indische Fatire führten im Rahmen eines Festes am Hofe eines Maharadschas ihr Können vor, zauberten, ,, fraßen Feuer", erkletterten Leitern mit Säbelsprossen, tanzten in Glasscherben mit bloßen Füßen. Japaner brachten halsbrecherische Gleichgewichtsakte. Begeisterung lösten die fliegenden Menschen" aus. Ihr Können, das höchste förperliche Disziplin erforderte, war mit Anmut und Komik gepaart, sodaß der Beifall fein Ende nehmen wollte. Tollkühne Reiter wurden von VerAlles in allem ein Protretern klassischer Reitkunst abgelöst. gramm, wie Gießen es wohl noch nicht gesehen. Besonderes Lob verdient auch die Regie, die fabelhaft klappte. Circus Barum hält, was er vorher versprach. Keiner sollte versäumen, ihn zu besuchen. 504. - - * Diebstähle: Gestohlen wurden: Anfang Juni im Seltersweg- Eingang zum Volksbad ein Mülleimer, gez. G. W. Nr. Einem hiesigen Althändler wurde ein Stüd Roheisen ( Masseleisen) im Gewicht von etwa 1 Zentner in seiner Abwesenheit auf den Hof gebracht. Die Ueberbringer haben sich bisher nicht gemeldet, zweifellos liegt Diebstahl vor. In der Zeit vom 22. bis 27. Juni ist von einem Acker ,, In den EichgärAm ten" ein eiserner Wendepflug abhanden gekommen. 7. Juli wurden hinter dem Sportplatz im hiesigen Stadtwald ein blauer Damenmantel, eine braune Aktentasche, eine Damentasche mit 40 RM Inhalt, zwei Tennisbälle, ein Lehrbuch für BELIEF NUR DURCH ERUNG HANDLER PET Das neue Profil und der Gewebebau rechtneue fertigen den guten Ruf des alten Namens! - ,, Gießener Zettang - Chemie, ein Füllfederhalter, eine hellgraue Windjacke mit Gürtel, eine braune Lederbrieftasche mit Studentenkarte gestohlen. Am 12. ds. Mts. ist beim Entladen eines Waggons oder während der Fahrt vom Güterbahnhof in die Stadt, ein Ballen Kapok abhanden gekommen. In der Nacht zum 13. Juli wurde aus dem Anwesen Frankfurterstraße 82 ein fleiner Opelwagen mit dem Kennzeichen VO 1580 entwendet und später im Walde zwischen Garbenteich und Dorf- Gill wieder aufgefunden. In der Nacht zum 15. ds. Mts. wurden von einem Bleichplatz bei einem bewohnten Anwesen drei Stüde Wäscheleine etwa 120 Meter lang, von den Waschpfählen entwendet. Aus einer Wohnung in der Bergstraße wurden in einem unbewachten Augenblid gestohlen: Ein graugestreifter Anzug, eine gestreifte Hose, eine graue Hose, ein Paar Schnürstiefel mit Ladkappen, eine Herrenuhr( Tombak), nähere Beschreibung kann nicht ongegeben werden, eine goldene Damenuhr mit Ledertäschchen, auf der Rückseite der Uhr befindet sich ein Monogramm J H., mit silbernem Zifferblatt ohne Verzierung, ein kleines edertäschchen zu einer Handtasche gehörend mit etwa 2,50 RM Inhalt Anzug und gestreifte Hose wurden in einem Kornfeld gefunden und dem Eigentümer zurückgegeben. * Dieb und Betrüger. Festgenommen wurde am vergange nen Mittwoch der in Großen- Bused wohnende Bergmann K. J. Jung. Er hatte einer bei ihm im Hause wohnhaften Witwe das in einer Schublade eingeschlossene Sparkassenbuch entwendet und mit Hilfe zweier Komplizen aus hiesiger Stadt zwei größere Beträge bei der Bezirkssparkasse Gießen abheben lassen. Die Quittungen hatte Jung vorher auf falsche Namen ausge stellt. Ferner prellte er einen hiesigen Möbelhändler um den Betrag von 30 RM., indem er einen größeren Möbelkauf, allerdings unter falschem Namen, abschloß und den Geschädigten unter allerlei Vorwänden zur Hergabe des Geldes zu bewegen verstand. Bei seiner Festnahme am hiesigen Bahnhof hatte Jung nur noch einen ganz geringen Betrag im Besitz, das übrige Geld hatte er in Frankfurt untergebracht. Die Tat ist umso verwerflicher, als es sich bei der Geschädigten um sauerverdientes Geld handelt, das sie sich am Munde abgespart hat, um es demnächst zu Bauzwecken zu verwenden. Jung und ein Komplize befinden sich in Untersuchungshaft. - * Verhaftet. Ferner wurde festgenommen der Kaufmann Willi Gelzenleuchter aus Mudersbach, als er dabei war, mehrere Hausmacher- Würste und eine Seite Spec an den Mann zu bringen. Wie später festgestellt wurde, waren diese Sachen einige Tage vorher einem Lehrer in Frankenbach mittels Einbruchs aus dem Keller entwendet worden. Der Fürsorgezögling Heinrich Kirchner aus Kassel, auf Grund eines AusEin schreibens der Kripo Kassel wegen Fahrraddiebstahls. Betrüger W. A. aus Hartenrod( Kreis Biedenkopf), zuletzt wohnhaft in Gießen, der eine Reihe hiesiger Geschäftsleute unter falschen Vorspiegelungen um erhebliche Beträge geprellt hat. August Adolf Schiller aus Neuen, auf Grund eines Ausschreibens wegen Diebstahls. Heinrich Breuer aus Köln, ausgeschrieben vom Amtsgericht Bensburg zur Strafverbüßung wegen Diebstahls.- Der Bautechniker A. F. aus SteinNeukirch, und seine angebliche Braut M. G. aus Mainz, wegen im - - Diebstahl's ed es comers unit Inhalt in Frankfurt a. M., 1 Werte von 1500 RM. Erich Kurt Hanisch aus Chemnitz, der wegen Unterschlagung zur Festnahme ausgeschrieben war. * Festnahme: Am 1. Juli 1930 wurde in Großen- Linden ein Hausierer aus Gießen festgenommen, der dort in einer Wohnung 40 RM. entwendet hatte. Diesem Hausierer fonnten zwei weitere Diebstähle in Launsbach und Dutenhofen nachgewiesen werden. In seinem Besitz befanden sich ein Stüd roter Barchent, bereits zu einem Kissen und Keil zugeschnitten. Ueber den Erwerb machte er zweifelhafte Angaben. Wo sind die Sachen gestohlen? * Entwendete Fahrräder. Wie uns das Polizeiamt meldet, wurden in letzter Zeit gestohlen: Herrenrad, Marke„ Triumph", Fabriknummer 378 908, schwarzer Rahmen, schuurze Felgen, Herrenrad, neue Bereifung und gewöhnliche Lenfstange. Marke„, Göricke", Fabriknummer 788 414, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit grünen Streifen, neue graue Bereifung Herrenrad, Marke„ Kurmann", und gewöhnliche Lenkstange. Fabriknummer B. 1798, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, gewöhnliche Lenkstange und gelber Sattel mit Satteltasche. Herrenrad, Marke und Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lenstange, an der Hintergabel kleine Beschädigung, Schleifstelle an der Kette. Herrenrad, Marke„ Opel", schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, schwarze Schutzbleche, gewöhnliche Lenkstange und neuer Sattel. - als Geschäftsmann wird man heute tatsächlich ohne Auto nicht mehr fertig und mit dem Auto ist man letzten Endes von den Reifen abhängig die Zuverlässig keit der Peters Union- Reifen hat schon oft geholfen, ein Geschäft pünktlich zum Abschluß zu bringen...." - Peters Union DER DEUTSCHE QUALITATSREIFEN Nr. 57 * Militärkonzert. Am Donnerstag abend fand in der Volkshalle ein von etwa 2500 Personen besuchtes Militärkonzert der Kapellen des Marburger und des Gießener Bataillons statt. Die musikalischen Darbietungen waren ganz hervorragend und die Musikleiter, Obermusikmeister Löber und Musikmeister Große- Marburg fanden den besten Beifall. * Jubiläums- Wettkämpfe. Auf dem Trieb kommen morgen Sonntag, 20. Juli, auf dem Sportplatz der SpVgg. 1900 die 9. nationalen leichtathletischen Kämpfe als Jubiläumswettkämpfe zum Austrag, die eine recht gute Besetzung gefunden haben. * ,, Hessen- Kalender 1931". Bei dem photographischen Wettbewerb für den illustrierten Hessen- Kalender 1931 haben Preise bekommen: Fräulein Luise Brodmener, Darmstadt. Die Herren: Rudolf Rost und Philipp Schmidt, Darmstadt. Friedrich Kowalled und Georg Aachen junt. Offenbach a. M. Heinz Otto Wagner, Gießen. Emrich Reed, Frankfurt a. M. Der Kalender wird wieder in vorzüglicher Weise die Schönheiten des Landes bringen. * Für die St. Marienkirche in Danzig. Aushänge in den Sparkassen und Banken unserer Stadt künden von großer Not im deutschen Osten. Das Wahrzeichen Kultur und Kraft, St. Marien in Danzig, ist vom Verfall bedroht. Diesen Verfall abzuwenden, ist höchste Zeit. Deshalb wendet sich der Verein zur Erhaltung der St.- Marienkirche in Danzig an das ganze deutsche Volt ohne Unterschied der Konfession und bittet es um seine Hilfe. Denn es handelt sich nicht nur um ein kirchliches, sondern um ein Denkmal deutscher Kultur. Aus Nah und Fern. Klein- Linden b. Gießen. Gestern, Freitag abend, gegen 11 Uhr, brach in der Werkstatt des Schneidermeisters Eduard Bieder Feuer aus, dem die gesamte Werkstatteinrichtung und ein Teil des Dachstuhls zum Opfer fiel. Größerer Schaden konnte durch schnelles Eingreifen der heimischen Feuerwehr verhindert werden. Das Feuer soll durch Kurzschluß entstanden sein. Lich( Kreis Gießen). Kommenden Mittwoch, 23. Juli, findet wieder der bekannte Licher Sommermarkt statt. Dorf- Gill( Kreis Gießen). In dem Walde zwischen hier und Garbenteich wurde auf der Landstraße ein herrenloses Automobil aufgefunden. Da es sich anscheinend um einen gestohlenen Wagen handelt, wurde er von der Gendarmerie sichergestellt. * Hartmannshain. Nächstenliebe zeigten hiesige Bauern einem Müller gegenüber, dessen ganzes Anwesen vom Feuer zerstört wurde, dadurch, daß sie ihm Maschinen und Mäher zur Beschaf= fung von Futter für das Vieh zur Verfügung stellten. Sprendlingen. Von einem 70jährigen Handwerksmeister hatte ein 5jähriges Kind behauptet, daß er ein Sittlichkeitsverbrechen an ihm begangen habe. Der alte Mann nahm sich dessentwegen das Leben. Marburg. In Stelzhausen ist ein Schulstreit ausgebrochen, der sich gegen den ersten Lehrer richtet, welcher es angeblich nicht verstanden hat, t, sich das Bertrauen der Bevölkerung zu erringen. Frankfurt a.M. Die Adlerwerke schränkten ihre Produktion ein, gingen zur Kurzarbeit über und nahmen Entlassungen vor. 34. Mittelrheinisches Kreisturnfest. Hanau. Nach monatelanger Vorbereitung wird jetzt in Hanau mit dem Aufbau dieser großen Veranstaltung begonnen. Die Herrichtung des herrlich gelegenen Wiesenplates im Vorort Wilhelmbad wird mit einem Kostenaufwand von ca. RM 50000 durchgeführt.- Bereits die ersten Meldungen für Geräteturnen und Mehrkämpfe haben die Beteiligungszahlen des letzten Kreisturnfestes 1927 in Darmstadt überschritten. Eine genau ausgearbeitete Festfolge läßt die Eröffnungsfeier am 31. Juli und die Wettkämpfe am Freitag, den 1. August beginnen, die dann am Samstag, den 2. August fortgesetzt und beendet werden. Kassel. Von der Lokomotive erfaßt und getötet wurde ein Rangierarbeiter beim Ueberschreiten der Gleise. Er hinterläßt Frau und zwei unmündige Kinder. Befreiungsfeier in Koblenz. Koblenz. Die Befreiungsfeier der Preuß. Staatsregierung am Dienstag, den 22. Juli in Koblenz verspricht nach den Vorbereitungen ein großes Ereignis am befreiten Rhein zu werden. Heidelberg. Die Eröffnung eines Pachttheaterbetriebes ist mit Rücksicht auf die schwierigen Verhältnisse vom Stadtrat als undurchführbar erkannt worden. Nr. 57 Samstag, den 19. Juli 1930. Köln, 18. 7. Während der Eisenbahnfahrt von Wiesbaden nach Köln wurde nachts einem Juwelier der Reisekoffer ge= stohlen, in dem sich Brillantringe, Broschen und Edelsteine im Werte von 45 000 RM befanden. Von dem Dieb hat man bisher noch keine Spur. Berlin. Der Reichsverband Deutscher Tonbünstler und Musiklehrer" e. V. hält seine ordentliche Vertreterversammlung in diesem Jahre in der Zeit vom 2.- 7. Oftober in Dresden ab. In der Hauptversammlung wird die bedrohte Lage des Tonkünstlerstandes und der gesamten lebendigen Kunst Gegenstand eingehender Beratungen sein. Zu der Tagung werden etwa 400 Teilnehmer aus allen Gauen Deutschlands erwartet. Eine Teerfabrik durch einen brennenden Zigarettenstummel in Brand gesetzt. Wien, 18. Juli. Infolge des achtlosen Wegwerfens eines brennenden Zigarettenstummels brach in der Teerfabrik von Temesvar ein Brand aus. Sämtliche Fabrikanlagen wurden eingeäschert. Der Schaden beträgt über 15 Millionen Lei. Dio diesjährigen Opern- Aufführungen in der Arena zu Verona werden mit der Aufführung der Opern ,, Boris Godounow" von Rimsky Korsakoff und„ La forza del destino"( Die Macht des Schicksals) von G. Verdi eine besondere Bedeutung erlangen. In der Zeit vom 2. bis 15. August werden elf Aufführungen der beiden Opern stattfinden. Wissen Sie schon? ... daß Bad Homburg der Menge seiner Heilmittel ein neues, sehr beachtenswertes, nämlich Mineral- Sandbäder zur Bekämpfung von rheumatischen und neuralgischen Störungen und zur Erzielung von Gewichtsabnahmen hinzugefügt hat; die Frequenz des Bades weist gegenüber dem Vorjahre übrigens eine sehr erfreuliche Steigerung auf; ... daß sich Bad Kudowa entschlossen hat, die Pauschal turen für Minderbemittelte, die sonst nur in der Zeit vor dem 15. Mai und nach dem 20. August zugelassen waren, auch in der Hauptkurzeit durchzuführen. Zahlen, die interessieren. Wußten Sie schon, daß die größte Länge des Schiffskörpers des„ Graf Zeppe= lin" vom Bugscheitel bis zur Hedspitze 235 Meter beträgt?, .. daß„ Graf Zeppelin" einen größten Durchmesser von 30,52 Meter hat?, . daß ,, Graf Zeppelin" das 117. ausgeführte Lufischiff seines Systems ist?, ... daß vor dem Kriege 25, während des Krieges 88 und nach dem Kriege 4 Zeppelin- Luftschiffe gebaut wurden? ... daß„ Graf Zeppelin" von 5 zwölfzylindrigen MaybachMotoren angetrieben wird, die bei Normalleistung etwa 117 Kg. Brennstoff pro Stunde verbrauchen?, ,, Gießener Zeitung" Goldeinlösung der Reichsbanknoten. Die Reichsbank ist vor einiger Zeit gesetzlich verpflichtet worden, ihre Reichsmarknoten bei Vorlegung einzulösen. Mancher wird sich vielleicht gewundert haben, daß er bisher im Zahlungsverkehr des täglichen Lebens trotzdem noch keine Goldmünzen bemerkt hat. Der inländische Zahlungsverkehr wird aber auch weiterhin ohne Umlauf von Goldmünzen reguliert werden. Die Reichsbank, die ihre Noten bei Vorlegung nach ihrer Wahl in deutschen Goldmünzen, in Goldbarren oder in Devisen einlösen kann, wird nämlich an der bisher schon geübten Praxis festhalten und die Noteneinlösung zunächst in Devisen auf Länder mit unbedingt sicherer Goldwährung vornehmen. Daneben wird die Reichsbank, wie bisher, erforder= lichenfalls Goldbarren für den Zahlungsverkehr mit dem Ausland abgeben. Das Zentralnoteninstitut liefert also gegen vorgelegte Noten nur Devisen und Goldbarren aus, die beide nicht zum Umlauf im Inland, sondern nur für Zahlungen im internationalen Verkehr geeignet sind. Dadurch ist es der Reichsbank möglich, die deutschen Goldreserven im wesentlichen bei sich zu konzentrieren. Das liegt in erster Linie im Interesse der Währung und der Wirtschaft, denen es abträglich wäre, wenn der nationale Goldschatz im Kleinverkehr zersplittert würde. Auch reiche Länder leisten sich heute nicht mehr den überflüssigen Luxus eines Goldumlaufs im Inland, sondern konzentrieren ihre Goldreserven bei ihren Notenbanken unter Beschränkung der Goldabgabe zu Zwecken des internationalen Zahlungsverkehrs. Derartige Währungen nennt man Goldfernwährungen. Nach der Auffassung der berufensten Währungssachverständigen und auf Grund praktischer Erfahrungen gilt die Goldkernwährung als die beste Form der Goldwährung, sie hat gegenüber der Goldumlaufswährung erhebliche Vorzüge. Die deutsche Reichsmarkwährung ist eine Goldkernwährung. Nach den gesetzlichen Bestimmungen könnte zwar die Reichsbank Gold zum Inlandsumlauf abgeben, das vermeidet sie aber ebenso wie die Notenbanken anderer Länder. Wenn sich die Reichsbank trotzdem die Möglichkeit einer Goldabgabe zu Zwecken des inländischen Zahlungsverkehrs hat einräumen lassen, so ist darin ein neuer Beweis für die absolute Sicherheit der Reichsmarkwährung zu sehen. .. daß die Kraftgaszellen 40 000 Kbm. Inhalt fassen können und die Benzinlagerfässer 8820 Liter Inhalt, wobei noch im Bedarfsfall weitere Fässer untergebracht werden könn?, ... daß die Funkeinrichtung einen Hauptsender von 120 Watt mit Wellenbereich von 575-2300 Meter, einen Hilfssender von 70 Watt mit Wellenbereich von 300-1800 Meter und 3 Emp= fänger mit einem Gesamtwellenbereich von 300-4000 Meter umfaßt?, daß Sie am Sonntag, den 3. August, das Luftschiff„ Graf Zeppelin" auf dem Griesheimer Sand bei Darmstadt aus allernächster Nähe bequem bewundern können? In den Ferien wir Ihnen Ihre Matratzen aufarbeiten Ihre können Betten reinigen und umfüllen auf unserer einzig dastehenden ganz neuen Federreinigungs- Anlage. Sie können dabei sein und durch eine Glaswand den Vorgang beobachten, ohne durch Staub oder Federn beschmutzt zu werden. Kostenlos holen wir die Betten morgens bei Ihnen ab und bringen diese abends wieder zurück, sodaß Sie dieselben über Nacht nicht zu entbehren brauchen. Aufarbeiten: Reinigen: eine 3 teil. Wollmatratze 6.für ein Deckbett für ein Plumeau eine 3 teil. Kapokmatr. 6... 2.1.50 eine 3 teil. Roßhaarmatr. 8.- für ein Kissen.. 0.50 Betten- Bär, Gießen Marktstraße 29 Union Seltersweg 20 Das Ich und das All. Zwischen beiden besteht ein Zusammenhang. Ich und All, Kopf und Seele, Inneres und Aeußeres, Wissen und Empfinden, Gesetz und Leben, verwandt und verschieden, harmonierend und disharmonierend, einig und strittig. Der Kopf, das Wissen und das Gesez sehen logischen Zwang, es herrscht eitel Gesetzmechanismus, Ursache und Wirkung, das tote und kalte Naturgesetz. Sie wollen die Seelenmächte zwingen, mechanisch wirkend machen. Freiheit gibt es nicht. Aber, aber die Einzelpersönlichkeit spricht täglich in Kraft und Selbstsicherheit„ Ich will"; eine aktive, innerste Lebensform. Diese macht die Gesetze, nicht das Gesetz das Leben. Die Gesetze sind die Wege, die das Leben wandelt und auf denen es einzig und allein in unser Denken Eingang nimmt. Wir denken gesetzmäßig, wir glauben an unser eignes Denken, müssen unter Gesetzeszwang denken, mit dem ein Gesetzeszwang, ein Geschehen des Alls forrespondiert. Die Schöpfung kommt in uns zu Geist und Bewußtsein. Wäre sie gesetzlos, könnte sie sich nimmer in gesetz6000 Besucher und dennoch liches Denken verwandeln. Das Denkgesetz in uns ist ein Bürge, und zwar der einzige für das Gesetz im All. - Das Denkgesetz ist aber kein Automobil, das von selbst in Gang kommt und den Weg von selbst wählt. Der Führer viermehr in unserem Gehirn fährt schließlich, wie er will und kann; er hat aber eine Schranke am Gesamtcharakter des Automobils, an dessen Gesetz. Aber angewandt und verwendet wird dies Gesetz von dem, der es handhabt, und er handhabt es stets aus Willen und Freiheitsgefühl heraus. Jeder Wille- mag er von außen, von der Wissenschaft als unfrei erklärt werden, und die wissenschaftliche Betrachtung, die kausal denken muß, kann ihn für unfrei erklären jeder Wille ist in Selbstgefühl stets Freiheitserlebnis. Sonst gäbe es fein ,, ich will", ja nicht einmal ein Jch. Hier ein Jcherlebnis, dort eine wissenschaftliche Betrachtung, zwei völlig verschiedene Dinge. Die Betrachtung resultiert aus der kausalen Denttätigkeit, das Erlebnis quillt aus dem unmittelbaren Grund des Seins und empfindet sich als frei. Kraft dieser Empfindung sagt der Mensch ,, ich will" und Kraft seines Willens handhabt er jedes Gesetz. Jedes Gesetz ist Werkzeug des Willens. Gesetz und Freiheit gehören zusammen. Das Gesetz ohne Freiheitserlebnis wäre Weltentod, die Freiheit ohne Gesetz wäre Chaos. Es ist sinnlos, eins ohne das andere zu denken. Der Gelehrte findet ein Gesetz alsbald spricht eine zweite Stimme ,, Und will ich dich anwenden." Das Gesetz lockt und zieht den Willen an, der es handhabt oder verwaltet. Die Gesetze beschränken uns einerseits, befreien uns zu gleicher Zeit. Fallen die Gesetze weg, so wäre Alles ein Chaos, wäre der Wille ratlos. Nur auf das Gesetz können wir uns handelnd beziehen, die Freiheit im Innern bedarf zu ihrer Betätigung des Gesetzes im Aeußeren. Die Gesetze sind Notwendigkeiten, sie verlangen in unerbittlichem Ernst Respektierung. Wer gegen uns handelt, an dem rächen wir uns. Mit uns ist das Leben, wider uns ist der Tod. Der Wille darf also seine Freiheit nicht darin suchen, daß er gegen die Gesetze der Natur und unseres eigenen leiblich- geistigen Organismus handelt. Neue Bücher. Dr. Bedeutet Frauenarbeit schädliche Konkurrenz"? Diese Frage behandelt die Schriftstellerin Dr. Elsa Herrmann in der soeben erschienenen Nummer der Frauenzeitschrit ,, Das Heft". Diese Nummer ist überaus reichhaltig, tertlich und bildhaft ausgestattet. Knut Lundmart. Das Leben auf anderen Sternen. Leipzig. F. A. Brockhaus. Geh. 3,85 RM, geb. 5, RM. Es ist eine sehr interessante Frage, die hier behandelt wird. Wer hat sich wohl noch nicht mit ihr beschäftigt in einer Zeit, in der man bemüht ist, die Transportfrage auf die anderen Sterne mittelst Raketenflugzeugen zu lösen. Kann es auf den anderen Sternen Lebewesen geben, und wie sind diese beschaffen? Auch Knut Lundmark kann diese Frage nicht lösen. Immerhin gibt er sehr interessante Untersuchungen über die Beschaffenheit und Zusammensetzung dieser uns so fernen Weltkörper, und wie es auf ihnen aussieht. Es sind keine Phantastereien, sondern klare wissenschaftliche Untersuchungen mit allen den Mitteln, die uns eine hochentwickelte Technik zur Verfügung stellt. Eines ist jedenfalls klar. Lebewesen, wie wir es sind, fann es auf den anderen Sternen nicht geben. Die Gründe hierfür sind in diesem sehr interessanten und mit vielen schönen photographischen Aufnahmen ausgestatteten Buche dargelegt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. polizeilich geschlossen wurden wegen lebensgefährlichen Andranges die Kassenschalter des 4 Masten- Riesen- Circus BARUM Besorgen Sie sich rechtzeitig Ihre Eintrittskarte im Vorverkauf, damit Sie die Gewissheit haben, abends zur Vorstellung gute Plätze vorzufinden, denn Hunderte von Menschen müssen täglich umkehren, wenn sie zu spät kommen und dann lesen müssen: ,, Ausverkauft". Millionen waren bewunderte Zuschauer des Sensationsprogramms der Massendarbietungen von Menschen und Tieren aller Herren Länder. Die billigen Eintrittspreise von 80 Pfennig bis 5 Mark ermöglichen es jedem Stande, aller Barumwunder teilhaftig zu werden. Gießen, Oswaldsgarten Sonnabend, 19. Juli, abends 8 Uhr Das ungekürzte Programm wie Vorstellung. bei der Eröffnungsvorstellung. Sonntag, den 20. Juli, 2 Vorstellungen. Nachmittags 3 Uhr u. abends 8 Uhr. Nachm. Kinder bis zu 12 Jahren halbe Preise. Montag nachmittag Große Fremden- u. Schüler- Vorstellung. 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