Nr. 21. immer fchar nen bei gro erfennung in mwegen das Die Gemein die in weit Verwaltung Seunruhigung Individual dem Boden und damit nden indivi in der deuts und unbeirrt e und Han tenen Wirt eien, an alle parlamenten, erichaften die ionelle Son r einer ein Wirtschafts tit zu sein. e, in der es Wirtschaft Landesgesetz en deutschen per Handels und Verwal anzubahnen, aft eintreten gemeinjamen en der deute Mitarbeit im R. P. D. 1. CO, Ber thals, ist färe Dreyfus s ungeheuer Beiten, deffen ropäische Po gliche Aften lage gedient. ium möglich! der gegen Linde, Berlin beiden Moelt.„ Bücher ulation und a. M.( Lfg. nther- Gießen ger- Frankfurt - Gebiete des heutigentags vorausgesetzt von 30 Pfg. -Verlag fün mateur- Detet en Zeitungen 3.", beginnt. reisausschrei deffen Lösung Den. in Gießen. sparst Schuhen u.Sorgen, uf heut rdal t nicht morgenl 1 hel Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder RückSendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundſchau. ( Gießener Tageblatt) Der Herr Reichspräsident hat am Dienstag das, das deutsch- polnische Liquidationsabkommen enthaltende„ Gesetz über die Abkommen zur Regelung von Fragen des Teiles X des Vertrages von Versailles" unterschrieben. Die Reichstagsfraktionen des Zentrums, der Deutschen Volkspartei und der Demokraten haben im Reichstag den Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, die Kundgebung des Reichspräsidenten vom 13. März 1930 über die Haager Beschlüsse öffentlich anzuschlagen. Der deutsch- polnische Handelsvertrag ist am Montagabend unterzeichnet worden. Für Deutschland unterzeichnete der Gefandte Rauscher und für Polen der Bevollmächtigte von TwarDowski. Der Preußische Landtag verabschiedete am Dienstag den Gesezentwurf, wonach die Altersgrenze für Hochschullehrer vom 65. auf das 68. Lebensjahr herausgesetzt wird. Nach einem dazu angenommenen Aenderungsantrag tritt das Gesetz am 31. März 1930 in Kraft. In Berlin und im Reich fanden am Sonntag Gedenkfeiern für die Gefallenen des Weltkrieges statt. An der Feier im Reichstag nahm Hindenburg teil. Der bayerische Ministerpräsident Dr. Held nahm in einer Versammlung der Bayerischen Volkspartei in München gegen die Bildung einer Weimarer Koalition Stellung. In Berliner kommunalpolitischen Kreisen wird in letzter Zeit das Gerücht erörtert, die Sozialdemokratische Partei beabfichtige, nach der Verabschiebung des Gesetzes über die Neuge staltung der Groß- Berliner Verwaltung den früheren preußischen Minister des Innern Grzesinski als Kandidaten für den Posten des Oberbürgermeister zu präsentieren. Reichsparteitag der Deutschen Volkspartei. Am 22. und 23. März findet in Mannheim der 8. Reichsparteitag der Deutschen Volkspartei statt. Der Parteitag beginnt am Samstagvormittag, hierbei wird der Parteivorsitzende, Reichsminister a. D. Scholz, M. d. R., über die„ Deutsche Politit" sprechen. Am Samstagabend spricht in einer öffentlichen Rundgebung Reichstagsabgeordneter v. Kardorff. Am Sonntagnachmittag findet die Enthüllung des Bassermann- Denkmals statt. Mit dem Parteitag verbunden sind Sizungen des Reichs- Frauenausschusses und des Reichsjugendausschusses der Partei. Deutsche Eisenbahner für Rußland? Berlin. Vertreter des Volkskommissariats für Verkehrswesen der Sowjetunion in Berlin haben sich an die Deutsche Reichsbahngesellschaft mit der Bitte gewandt, für die beabsichtigte Umstellung von fünf russischen Eisenbahnwerkstätten zwei erfahrene höhere Beamte des verkehrstechnischen Dienstes der Reichsbahn für die Dauer der Umstellungsarbeiten nach Rußland zu beurlauben. Auch wurde der Wunsch ausgesprochen, daß einer größeren Anzahl von russischen Eisenbahnbediensteteten Gelegenheit zur Ausbildung in den Ausbesserungswerken der Reichsbahn gegeben werden möchte. Eine Entscheidung von seiten der Reichsbahn ist zu diesen Wünschen noch nicht getroffen. Die Mörder des Frankfurter Polizeiwachtmeisters Kern gefaßt. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Wezlar. Seit Montag befand sich die Landjägerei des Kreises und die Polizei der Stadt Wetzlar in Alarm, da die Spur der des Mordes an dem Frankfurter Polizei- Oberwachtmeister Kern verdächtigen Schulte und Hoyer nach dem Kreise Wetzlar führte. Unter Hinzuziehung auswärtiger und Frankfurter Kräfte wurden systematische Streifen angesetzt. Gestern nachmittag stellte Landjäger Hörning aus Braunfels in der Nähe von Leun( Kreis Wetzlar) zwei verdächtige junge Leute auf Rädern. Einer warf sein Rad sofort hin und flüchtete. Der andere wurde von Hörning festgenommen. Es war Schulle. Darauf wurden in der Gegend von Heisterberg neue Streifen angesetzt. Hermann Hoyer konnte denn auch wenige Stunden später gegen 19 Uhr in den Waldungen bei Leun von Schutzpolizisten, Gendarmerie und Zivilpersonen festgenommen werden. Mittwoch, den 19. März 1930 gestellt, daß die Finanzlage der Türkei schlechter sei, als man bisher angenommen habe. Die Türkei könne weder ihre auswärtigen, noch ihre inländischen Verpflichtungen erfüllen. Eine durchgreifende Umgestaltung des Steuerwesens sei notwendig. Es drohe ein Moratorium. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 22 Mißbrauchte Arbeitsnot. Jm ,, Türmer" lesen wir: Niemals eine Insel der Gemeinwirtschaft. Grund, um schleunigst die notwendige Reform durchzuführen. Wir entnehmen dem Geschäftsbericht der Industrie- und Handelskammer Hannover für 1929: „ Die Hauptschuld an der Notlage der deutschen Wirtschaft tragen die unerträglich hohen öffentlichen Lasten und die Einengung der freien Individualwirtschaft. Durch die öffentlichen Lasten werden allzugroße Teile des Volkseinkommens für Zwecke der öffentlichen Verwaltung und Staatsfürsorge in Anspruch genommen, die mehr nach den Wünschen der breiten Massen als mit dem Blick auf das volkswirtschaftlich Mögliche immer neue Aufgaben an sich ziehen. Und der hierdurch überlasteten Privatwirtschaft macht die Gemeinwirtschaft, wo immer es geht, noch Konkurrenz. In der heutigen Gesetzgebung und Verwaltung zeigt sich ausgesprochenermaßen die Tendenz, die auf Privateigentum aufgebaute individuelle Wirtschaftsform durch die sogenannte Gemeinwirtschaft zu ersetzen. Unter stärkster Förderung durch den preußischen Kommunal- Aufsichtsminister und geführt von den Spitzenvertretungen der kommunalen Selbstverwaltung, die beide vor der breitesten Oeffentlichkeit den Grundsatz des Rechtes der Kommunen auf ,, universelle wirtschaftliche Betätigung“ vertreten, nimmt die öffentliche Hand auf erwerbswirtschaftlichem Gebiet über die nicht zu beanstandenen sogen. Versorgungsbetriebe hinaus immer mehr Boden in Anspruch. So wird den privatwirtschaftlichen Unternehmungen, die doch den stärksten Steuerrück halt bilden, häufig noch unter steuerrechtlicher Bevorzugung der öffentlichen Betriebe durch die eigene Gemeinde ernster Schaden zugefügt. Gleich abträglich für die Individualwirtschaft wirkt die offensichtliche Bevorzugung der Konsumgenossenschaf= ten und die Unterstützung anderer sogen. gemeinnütziger Einrichtungen verschiedener Art... Somit ergeben sich zwei Hauptforderungen finanz- und wirtschaftspolitischer Art: 1. Aeußerste Sparsamkeit der öffentlichen Verwaltung und rücksichtslose Beschränkung aller Aufgaben bei Reich, Ländern und Kommunen, die nicht lebensnotwendig sind; in diesem Sinne und mit diesem Ziel möchte auch die ,, Reichsund Verwaltungsreform an Haupt und Gliedern" verstanden sein; und damit eng verbunden eine wirkliche Lastensenkung, eine durchgreifende Steuer- und Finanzreform, damit die Wirtschaft wieder rentabel werden, neue Absatzmöglichkeiten und Arbeitsgelegenheiten schaffen kann. Anzuerkennen ist in dieser Hinsicht die vorbildliche Aufstellung des preußischen Staatshaushaltes und die vom Deutschen und Preußischen Städtetag inaugurierte kommunale Konsolidierungsaktion, die Zurückdämmung von Kreditwünschen und Kontrolle der kommunalen Wirtschaftsbetriebe zum Ziele hat. Wenn allerdings der Präsident des Deutschen Städtetags unter Hinweis auf die Zwangsläufigkeit für den Kommunen auferlegten Auf- und Ausgaben sich mit der Feststellung begnügt, daß trotz aller gebotenen Sparsamkeit eine Steigerung der sachlichen Anforderungen und damit ein weiteres Anwachsen der Ausgaben im nächsten Jahre höchst wahrscheinlich sei, so kann dies nicht befriedigen. Richtungweisend und sicher nicht ohne Erfolg würde es sein, wenn kommunale Selbstverwaltung und Wirtschaft sich zu gemeinsamer Abwehrfront zusammenfänden. 2. Abkehr von den fehlsamen Jdeen einer wirtschaftlichen Gemeinwirtschaft und einer übertriebenen Staatsfürsorge, die zum Unheil für Staat und Volk bereits sich auszuwirken beginnen. Mit der Weltwirtschaft verbunden und angewie sen auf weltwirtschaftliche Beziehungen zu Staaten, die nur durch das privatwirtschaftliche Wirtschaftssystem groß geworden sind, könnte Deutschland niemals eine„ Insel der Gemeinwirtschaft" sein, ohne daß der Wohlstand des ganzen Volkes zertrümmert würde. Darum darf die Erhaltung und sorgsame Pflege der auf dem Boden des Privateigentums frei und selbst verantwortlich und damit im Interesse von Staat und Volksganzem arbeitenden individuellen Wirtschaft allein das Ziel verantwortungsbewußter deutscher Wirtschaftspolitik sein. Auf dem Können und den Kenntnissen des deutschen Unternehmers aller Berufsgruppen, auf seinem Wagemut und seiner Zähigkeit, auf der Arbeitsleistung fleißig schaffender Arbeiter des Kopfes und der Hand, auf gesundem Erwerbssinn und auf dem Privateigentum, das unersetzlicher Antriebsstoff für die Wirtschaftsmaschine ist, erwuchs die Wohlfahrt unseres Vaterlandes vor dem Kriege; die gleichen guten Eigenschaften der verantwortungsbewußten Teile unseres Volkes haben in beispielloser Anspannung ihrer Kräfte es vermocht, die Folgen des verlorenen Weltkrieges zu mildern und den notwendigsten Lebensbedarf der Nation wenigstens bis jetzt noch sicherzustellen. Mit der Verkümmerung der Aussicht auf Erwerb von Privateigentum und mit der Beseitigung seiner Rechtsgesichertheit wird die stärkste Triebfeder zu wirtschaftlichem Schaffen zerbrochen, und damit auch die soziale und kulturelle Wohlfahrt des Volkes auf stärkste bedroht. Nicht Selbstsucht, sondern höchstes Verantwortungsbewußtsein für das Wohl von Staat und Volk erfüllt und leitet die Privatwirttürkischer Unterlagen in einer Denkschrift an die Regierung fest- schaft in dem ihr aufgezwungenen Kampfe um ihre Existenz." Der Transport mit den beiden Verhafteten traf in den späten Abendstunden in Frankfurt a. M. ein. Bei dem kurzen Verhör, dem Hoyer und Schulle im Polizeipräsidium unterzogen wurden, erklärte Hoyer, daß er den Schuß auf Kern nicht abgegeben habe. Demgegenüber sagte Schulle aus, daß er sich vor Oberwachtmeister Kern am Haardtwaldplatz einer Leibesvisitation unterziehen wollte. In diesem Augenblick habe Hoyer den tödlichen Schuß auf Kern abgegeben. Kern sei zu seinen Füßen zusammengefallen, habe sich wieder aufgerafft, sei noch einige Schritte gelaufen und sei dann endlich zusammengebrochen. Das Verhör wird morgen vormittag fortgesetzt werden. Die Türkei hat Zahlungsschwierigkeiten. Konstantinopel. Wie man aus Angora meldet, haben Vertreter der internationalen Schuldenverwaltung nach Prüfung Es ist eigentlich lange genug her, daß Oeffentlichkeit und Parteien festgestellt haben, die Arbeitslosenversicherung sei reformbedürftig. Aber das ist in Deutschland noch lange kein Denn eines hat sich im Laufe der Jahre eindeutig herausgestellt: Die Arbeitslosenversicherung ist weder gerecht in ihrer Anwendung auf Arbeitnehmer noch auf Arbeitgeber. Das beweisen am besten einige ganz alltägliche Beispiele. Auf dem Lande herrscht nach wie vor ein erschreckender Leutemangel. Als ein Mädchen fürzlich eine Stellung auf dem Lande suchte, erhielt es nicht weniger als 65 Angebote. Zu der gleichen Zeit bekamen aber, wie die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Wiesbaden mitteilt, in vielen Dörfern Töchter von früheren Knechten und Mägden, die zeitweilig Fa= brikarbeiterinnen waren, Erwerbslosenunterstützung. Hier wird der Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande widernatürlich gefördert. Dabei ist nicht den erwerbslos Gewordenen etwa die Schuld beizumessen, wie folgendes Beispiel lehrt: Ein Landwirt fordert vom Arbeitsamt neue Leute an, und ihm wird u. a. ein Vater von fünf Kindern zugewiesen. Dieser rechnet dem Besitzer vor, daß er beim Stempeln wöchentlich 14 Mart mehr bekomme, als er bei ihm durch Arbeit zum höchsten Tarifsatz verdienen würde. Das heißt aber nicht etwa, daß diese Arbeitslosen nun herrlich und in Freuden lebten. Wer hineinsieht in das Heer der Arbeitsnot, der weiß, daß hier ein bitteres Elend herrscht bei den Millionen, die Arbeit und Brot suchen. Aber da liegt der Tiefpunkt des Problems, daß die Arbeit in unserer ,, angefurbelten" Wirtschaft heute in tausend Fällen keinen Lohn für eine Leistung mehr darstellt. Und auf der anderen Seite schleicht der Mißbrauch derer durch die Elendszeit, die sich sagen, warum nicht auch sie profitieren sollen von einem System, das ihnen erst alles nahm und jetzt die Möglichkeit bietet, wiederzunehmen. Und das sie zudem ja auch immer belastet hat mit nicht unerheblichen Beiträgen zur gesamten Sozialversicherung. Gegen Lohnausfall durch Arbeitslosigkeit muß der Staat die Menschen schützen. Demnach auch gegen Lohnausfall durch Fortfall des Erwerbseinkommens. Das käme heute in Frage bei sehr vielen mittle= ren und kleinen Bauern und Büdnern, deren Einkommen häufig weit unter dem eines ohne weiteres bei Fortfall des Einkommen sunterstützten Lohnempfängers liegt. Aber hier ist das Gesetz einseitig, es schließt den Bauern von der Versicherung aus, der sich nun teilweise in seiner Not dadurch zu helfen sucht, daß er seine Familienglieder als Lohnempfänger ,, anstellt". Dagegen genießen ohne weiteres Unterstützung die vielen Lohnempfänger mit kleinem Eigenbesitz, meistens Saisonarbeiter, die früher niemals Lohnarbeit im Winter annahmen, weil sie außer ihrem entsprechend höheren Verdienst in der Saison noch die Erträge ihrer eigenen Erwerbswirtschaft hatten, die ihnen das tägliche Brot gaben. Sie stehen heute bevorzugt da, stehen an der Spitze der überhaupt bevorzugten Saisonarbeiter. Diese haben zweierlei vor allen anderen Unterstützungsempfängern voraus: Sie erhalten heute erstens überhaupt Unterstützung für die Zeit, da bei ihnen die Arbeitslosigkeit nicht vom Zufall abhängt, sondern eine regelmäßig wiederkehrende Erscheinung ist, die von vornherein in die Löhne während der Arbeitszeit einfalkuliert wurde. Zweitens aber erhalten sie auf Grund ihrer höheren Arbeitslöhne eine entsprechend hohe Unterſtützung. Für diesen Widersinn hat Oberregierungsrat Dr. Vinke, Vorsitzender des Arbeitsamtes Stolp. angeführt. verschiedene Fälle der Praxis Ein Maurer zahlt bei einem Stundenlohn von 1 Mark einem Satz, der sehr niedrig gegriffen ist in 26 Wodyen 18,72 Mark an die Versicherung, den gleichen Betrag hat sein Arbeitgeber zu leisten. Dafür holt er in der gleichen Zeit bei einer Familie mit 3 Kindern 643,50 M und bei einer Familie mit 4 Kindern 702 M Unterstügung heraus. Demgegenüber verdient der ungelernte Transportarbeiter etwas über 25 Mark wöchentlich. Er, der sich trampshaft an seine Stelle hält und froh ist, daß er nicht der Arbeitslosigkeit anheimfällt, muß bei einem Stundenlohn von 62 Pfennig oder bei einem Wochenlohn von 29,98 Mark, der sich durch Abzüge auf 26,98 Mart ermäßigt, eine mindestens ebenso schwere körperliche Arbeit wie der Maurer verrichten. Er muß sich dafür mit dem angegebenen WochenLohn begnügen, während der Bauarbeiter im Sommer einen Wochenlohn bis zu 60 Mark und darüber erzielt, um im Winter Unterstützungen von 31 Mark und darüber zu bekommen. Praktisch führt das dahin: Ein Facharbeiter, der arbeitslos ist, wird andere Arbeit, z. B. Aushilfe in der Ernte u. ä. immer ablehnen. Denn macht er diese Arbeit, für die er einen erheblich niedrigeren Tariflohn bekommt als in seinem Fachgewerbe, so erhält er als Belohnung dafür, daß er keine Arbeit gescheut hat, später im Winter eine erheblich geringere Unterstützung Nr. 22. Mittwoch, d Mittwoch, den 19. März 1930. als sein Kollege, der die ihm angebotene Aushilfsarbeit abgelehnt und lieber arbeitslos geblieben ist. Diese Art der Berechnung je höher der Lohn in den letzten drei Monaten, desto höher die Unterstützung auf der einen und die Bestrafung der gelegentlichen, z. B. nur mehrtägigen Arbeit mit neuer Wartezeit und möglicherweise dann geringerer Unterstützung andererseits verschiebt den ganzen Sinn und Zweck der Versicherung, der im Schutz der unverschuldet arbeitslos Gewordenen bestehen soll. Die Maschen des Versicherungsgesetzes sind so weit, daß Arbeitsschen immer durchschlüpft und immer sich noch gut belohnen läßt, während das wahrhaft vorhandene Arbeitselend durch nichts gebessert wird. Eine Reform ist nötig, die der Leistung wieder den ersten Platz einräumt. Denn Leistung verdient Belohnung, nicht aber GeDr. D. schicklichkeit im Ausnutzen unzureichender Gesetze. Niedrigere Lebenshaltungskosten. ,, Gießener Zettang Marcell Salzer †. Berlin. Professor Marcell Salzer, der weithin bekannte deutsche Vortragskünstler, ist am Montag nachmittag in seiner Villa in Lichterfelde nach einem längeren Herzleiden sanft entschlafen. Salzer, ein gebürtiger Wiener, ist 56 Jahre alt ge= worden. Professor Horneffer in Leipzig. Der bekannte Kämpfer gegen den Marxismus als Jdee hat in Leipzig weitere Erfolge errungen. Wir entnehmen den ,, Leipziger N. N." im Auszug folgenden Bericht. Die von Professor Dr. E. Horneffer- Gießen angekündigte Vortragsreihe ,, Der Sozialismus und der Existenzkampf der deutschen Wirtschaft" hat, wie es zu erwarten war, auch in Leipzig einen großen Kreis politisch und wirtschaftlich interessierter Zuhörer angezogen. Der Festsaal des Central- Theaters war bis auf den letzten Platz gefüllt, als Professor Horneffer am Montagabend seine Vortragsreihe mit dem Thema„ Privatwirtschaft und Sozialismus“ einleitete. Und jeder der vielen Hunderte, die seinen auch in der Form glänzenden Ausführungen folgten, hat sicherlich mit freudiger Genugtuung diesen großangelegten und trefflich gelungenen Versuch begrüßt, den Marxismus als Jdee zu bekämpfen und dem Sozialismus die andere, bürgerliche Ideologie entgegenzusetzen. Man mag erkenntnistheoretisch darüber streiten, wie weit Sätze, die aussagen, was sein soll, Unter dem Druck der allgemein rückgängigen Konjunktur zeigen bereits seit Jahresfrist die Preise einen ständigen Rückgang. Während der vom Statistischen Reichsamt ermittelte Großhandelsindex noch im Juli 1928 sich auf 141,60 Prozent ( 1913100) belief, ergab sich für den Dezember des gleichen Jahres bereits eine Richtzahl von 139,90 Prozent, für den Juli 1929 von 137,80 Prozent und für den Dezember 1929 von 134,30 Prozent. Zu Beginn des laufenden Jahres hat sich der Preisrückgang in besonders scharfem Tempo fortgesetzt. Der Großhandelsinder für Januar beträgt 132,30 Prozent und für Februar 129,30 Prozent. Da Veränderungen des Großhandelspreisniveaus sich erfahrungsgemäß erst später in den Kleinhandelspreisen, demgemäß also auf den Lebenshaltungsindex, auswirken, dürfte mit einer weiteren Verbilligung der Lebenshaltung zu rechnen sein. Der Lebenshaltungsindex des Statistischen Reichsamts zeigt einen Rückgang erst etwa seit März 1929. Im Mai 1928 belief er sich auf 150,60 Prozent, im Dezember 1928 auf 152,70 Prozent und im März 1929 auf 156,50 Prozent. Von diesem Zeitpunkt ab ist er mit geringen Abweichungen rückläufig. Für den November 1929 ergab sich ein Lebenshaltungsindex von 153,00 Prozent, für Dezember von 152,60 Prozent, für den Januar dieses Jahres von 151,60 Prozent und für den Februar dieses Jahres von 150,30 Prozent. Die in dieser Senkung der Lebenshaltungskosten zum Ausdruck tommende Steigerung des Reallohnes ist leider begleitet von einem gewaltigen Anschwellen der Arbeitslosenziffer. Sollten die hier zweifellos bestehenden Zusammenhänge nicht zu den= fen geben? 45. Balneologentongreß in Bad Elster. Die Balneologische Gesellschaft in Berlin veranstaltet ihren 45. Balneologenkongreß vom 9. bis 13. April 1930 in Bad Elster in Sachsen. Die Hauptthemata der Tagung befassen sich mit der wieder aktuell gewordenen Frage der Wirkung des Eisens in den Heilquellen, den modernen Bestrebungen der Untersuchung und Wirkung der Heilmoore, sowie der Krankenernährung im Kurort. Der Tagung in Elster geht eine Besichtigung der Universitätskliniken von Leipzig vorauf und folgt ein Besuch der Radiumbäder Brambach und Oberschlema, sowie der Lungenheilstätten Reiboldsgrün und Carolagrün. Nähere Auskunft erteilt der Generalsekretär Dr. Max Hirsch, Berlin W. 35, Steglitzerstr. 66. Schulmusikalische Tagung in Kassel. Das Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht veran= staltet in Verbindung mit der Stadt Kassel, dem Mitteldeutschen Sängerbund E. V., dem Arbeitersängerbund, Gau KurHessen, Süd- Hannover und dem Mitteldeutschen Chormeisterverband vom 31. Mai bis 4. Juni 1930 eine schulmusikalische Tagung in Kassel. Die Tagung findet im Anschluß an das Mitteldeutsche Sängerbundesfest statt. Aus dem Dorf Beuern bei Gießen. 23. 26. MARZ KOLNER MESSE TEXTIL HAUS- UND KUCHENGERÄTE WOHN BEDARF . SONDERGRUPPEN 23.- 26.MÄRZ: Deutsche Seide Neuzeitliche Wäsche behandlung. Moderner Schaufensterbedarf Land- und Wassersport Auslandgruppen 23.- 28. MÄRZ: Technik im Handwerk Gas für Industrie und Gewerbe 23.MARZ- 9.APRIL: Lehrschau Holz Lokales. * Allgemeine Schulferien beim Abzug der Besagung. Der Hessische Landeslehrerverein hat bei der Regierung beantragt, aus Anlaß der Befreiung des Rheinlandes von der fremden Besetzung allgemeine Schulferien anzusetzen. Eine Anregung, die voraussichtlich von der Regierung verwirklicht werden wird. * Nach der amtlichen Nachweisung über den Stand der Maul- und Klauenseuche im Volksstaat Hessen war am 1. März nur im Kreis Groß- Gerau ein Gehöft verseucht. * Neue Kraftomnibuslinien im Lahngebiet. Am 1. April eröffnet die Reichspost eine neue Kraftomnibuslinie im Lahngebiet, die von Gießen über Launsbach nach Wismar im nordöstlichen Teil des Kreises Wetzlar führen wird. Bis auf weiteres finden drei Fahrten täglich in jeder Richtung statt. Durch diese neue Linie erfährt die nordöstliche Ecke des Kreises Wetzlar eine weitere, lang ersehnte Verkehrsaufschließung. * Am Ortsausgang von Dutenhofen ereignete sich am Sonntag kurz nach 18 Uhr ein Motorradunfall. Der Kraftfahrer Willy Lotz kam auf seinem Motorrad in der Fahrtrichtung nach Wetzlar angefahren, als ihm plötzlich das 6 Jahre alte Bübchen Willy Paul direkt in die Maschine hineinlief, obwohl der Motorradler durch starkes Bremsen versucht hatte, sein Fahrzeug sofort zum Stehen zu bringen. Das Bübchen trug bei dem Zusammenprall einen schweren Schädelbruch und einen doppelten Unterschenkelbruch davon, der Motorradler erlitt bei dem Sturz Kopfverlegungen und Quetschungen. Die Verunglückten wurden der Chirurgischen Klinik zugeführt. Der Motorradler hat sich wieder nach Hause begeben. Den Motorradler soll keine Schuld treffen. Anspruch darauf erheben können, als wissenschaftliche Wahrheiten zu gelien, oder wie weit sie sich auf den Glauben gründen, es bleibt Horneffers unbestreitbares Verdienst, wenn er das Bürgertum auffordert, sich auf die geistigen Grundlagen seiner Weltanschauung zu besinnen, mit denen es die materielle Jdeenwelt des Sozialismus bekämpfen kann. - * Molkerei- und Milchgenossenschaften. Bekanntlich steht eine Bestimmung des kommenden Milchgesetzes in Aussicht, nach der es den Landwirten verboten ist, in der bisherigen Art und Weise Sammelmilch zu verkaufen. Es ergibt sich die zwingende Notwendigkeit für die Landwirtschaft, sich allenthalben zu Molferei und Milchliefergenossenschaften zusammenzuschließen. Am Schlusse seines mehrstündigen, mit stürmischem Beifall aufgenommenen Vortrages ging Professor Horneffer noch auf einige praktische Fragen ein. Er kritisierte mit Recht die Auswirkung der gegenwärtigen Sozialpolitik, die die Selbstverantwortung des Einzelnen vernichte, wandte sich gegen die Hauszinssteuer, die überhaupt nur zu rechtfertigen sei, wenn ihr Ertrag ausschließlich dem Wohnungsbau zugeführt werde, und kennzeichnete das Umsichgreifen der öffentlichen Hand und die gegenwärtige Steuerpolitik als eine Sozialisierung und Enteignung ohne Entschädigung! ( Zeitbetrachtungen, Heimische Erwerbsarten). ( Eigentumsrecht vorbehalten). Von Wilh. Arnold 5. zu Bewern. ( Da die nachstehenden originellen Ausführungen nicht bloß für die engere Heimat, sondern auch darüber hinaus für die weitere Umgebung ohne Zweifel großen kulturgeschichtlichen Wert besitzen, bringen wir sie gern zum Abdruck. Der schlichte, aber hochbegabte Verfasser, genannt ,, Arrms Wellem", d. Adams Wilhelm, tann mit vollem Recht die lebendige Chronik des Buseder Tals genannt werden). In der gegenwärtigen Zeit der Not, des wirtschaftlichen Niedergangs und des Steuer- und Abgabendruckes, die ihre Ursache in dem ungünstigen Abschluß des Krieges, der Revolution und dem uns aufgezwungenen Schmachfrieden haben, übersieht man, daß unser deutsches Vaterland auch früher wiederholt unter den Folgen und Nachwirkungen von ungünstigen Friedensabschlüssen sehr zu leiden hatte. Die Zeiten nach dem 30jähri= gen und 7jährigen Kriege bieten in mancher Beziehung das= selbe Bild, ja verraten noch traurigere Züge. Auch der berüchtigte Wiener Frieden von 1815 gebar Unheilvolles in seinem Schoße und warf düstere Schatten voraus. Die Diplomatie hatte es verstanden, uns so einzuschnüren, daß wir politisch lahmgelegt und jeder wirtschaftliche Ausschwung unterbunden war. Unter der allgemeinen Verdienst- und Verkehrslosigkeit litten die unteren Volksmassen, Steuern und Abgaben, besonders die Kriegsschulden bedrückten die Besitzenden. Mancher Berufs= stand, mancher Geschäftsmann wünschte wieder die Kriegszeiten zurück, in denen, bei allem Ueblen, doch Leben, Verkehr und Erwerbsmöglichkeiten gewesen waren. * Werbewoche des Schuhmacherhandwerks. Anläßlich der zur Zeit laufenden Werbewoche des deutschen Schuhmacher- Handwerks, wird heute um 20 Uhr im Café Leib ein öffentlicher Lichtbildervortrag stattfinden, der dem Thema„ Fußleiden und ihre Behandlung" gewidmet ist. Der Vortrag wird bei freiem Eintritt gehalten. * Stadttheater- Abonnement. Das Stadttheater erinnert an die Einlösung des 7. Abschnitts des Stadttheater- Abonnements. * ,, Der Fliegende Holländer" im Stadttheater. Am Freitag, 21. März, findet ein einmaliges Gastspiel der Oper des Darmstädter Landestheaters statt. Zur Aufführung gelangt in der Erstaufführungsbesehung„ Der fliegende Holländer" in der Neuinszenierung von Renato Mordo. Stre Von den sp tereffiert am me Raffel über de fonnte unfer 1: 3- Niederlage Siegers burcha * Der Rentnerbund ladet seine Mitglieder für Donnerstag nachmittags zur Jahreshauptversammlung ins Kath. Vereinshaus. eine Zunahme gejagt hatte, er Wenn der GC aber sind die schneiden im le ften Sonntag * Der Motorsportclub veranstaltet am kommenden Sonntag sein alljährliches Anfahren mit Punktewertung. Abfahrt 1 Uhr am Hotel Hopfeld. Ziel: Braunfels. * Demokratischer Parteitag. Wie nunmehr feststeht, wird der außerordentliche Parteitag der Demokratischen Partei Hessens am Sonntag, den 6. April, in Frankfurt a. M. stattfinden. * Der 5. hessische Kleingärtnertag findet am 13. Juli in Darmstadt statt. * Aerztlicher Fortbildungskursus. In der Zeit vom 31. März bis 5. April 1930 finden in Wiesbaden ärztliche Fortbildungskurse über das Thema„ Umstimmung als Behandlungsweg" unmittelbar vor der 42. Tagung der Deutschen Gesellschaft für innere Medizin statt. Näheres ist durch Herrn Dr. Strakosch, Wiesbaden, Webergasse 31, zu erfahren. * Bund angestellter Akademiker technis- naturwissenschaftlicher Berufe e. V. Der Bund hält seine diesjährige 11. Sprechertagung am Sonnabend, den 22. März 1930 in Berlin im Plenarsaal des Reichswirtschaftsrats ab. Spielverein R ben, weil sein ermittelt it; ein fein, aljo Beftreitung vo In der Folge flaute der Auswandererstrom nach Amerika merklich ab, um sich nach der Weltstadt an der Seine zu ergießen. Eine ganze Anzahl hiesiger Familien siedelten sich meist in einem gewissen Stadteil( la Vilet) dortselbst an, in der Regel nicht in der Absicht, dauernden Aufenthalt zu nehmen, sondern nach kürzerer oder längerer Zeit, mit den gemachten Ersparnissen in die Heimat zurückzukehren. Außer Beuern waren es besonders die Dörfer Ober- und Nieder- Ohmen, Flen sungen, Niedergemünden, Jlsdorf, die einen starken Anteil an der Verdienstsuche in Frankreichs Hauptstadt hatten. Man be griff die Teilnehmer schlechthin unter der Bezeichnung„ die Pariser". Der deutsch- französische Krieg von 1870-71 brachte sie aber bei seinem Ausbruch in die Heimat zurück. Später kehrte ein Teil nach Paris zurück und im Jahre 1900, gelegentlich der Pariser Weltausstellung, suchte ein Oberhesse die Landsleute, die auf dem Hügel wohnten und vom Pfarrer Anthes betreut wurden, auf. Die Männer waren alle auf die Arbeit gegangen. Es gab aber für die Frauen ein nicht geringes Staunen, als sie in ihrem oberhessischen Dialekt angeredet wurden. Familie zeigte mit Stolz dem Landsmann ein paar fette Kühe, die sie mitten in der Weltstadt hielt. zogen". Eine Auswanderung nach Amerika setzte vornehmlich in den 1840er Jahren ein. Fünf Geschwister aus der finderreichen Familie Henß aus Beuern entschlossen sich, jenseits des Ozeans ein neues Heim zu gründen. Vier Glieder der zurückgelassenen Angehörigen folgten später nach. Um 1820 waren schon zwei Gebrüder Gerhard, die aus Steinbach hierher in die Familie des„ Gemmeschreibers"( Gemeindeschr.) Henß geheiratet hatten, nach Philadelphia und Germanstown ausgewandert. Beide wurden steinalt, zur Verwunderung ihrer Nachkommen, und doch war das hohe Alter sowie das körperliche Hochmaß der beiden eine Mitgift der Vorfahren. Diese waren meistens über 80 Jahre alt geworden und von der Großmutter der beiden steht in dem Buche von Wagner„, Denkwürdigkeiten aus dem Vaterlande" 1834 folgendes zu lesen:„ Am 30ten März 1784 ist zu Steinbach, einem 1 Stunde von Gießen entfernten Dorfe, die Bäuerin Marie Dorothea Gerhard geb. Schneider im 93. Jahre verstorben. Sie lebte 51 Jahre in einer vergnügten Ehe, war niemals frank, hatte durch Fleiß und Ordnung ein ansehnliches Vermögen erworben, und behielt ihre Sinne, ihren Verstand und ihre Munterbeit bis zu ihrem Ende. Sie hatte 9 Kinder und von diesen 57 Enkel, und 52 Urenkel erlebt“.„ Mein Kind", so soll sie oft gesagt haben,„ verrate niemand deines Herzens Geheimnisse". Auch folgendes soll sie oft zum Besten gegeben haben:„ Jm Kloster Arnsburg war ein= mal ein Pfaffe, der hatte einen solch langen Bart, daß, wenn er die Treppe hinauf ging, er darauf trat".( Auf die Treppe natürlich!). Von dem jüdischen Teil der Beuerner unserer Bevölkerung schoben anfangs der 1860er Jahre die Familien Rosenstock und die Reichels, ferner die drei Gebrüder Griesheim nach dem gelobten Land im fernen Westen ab. Soweit bekannt geworden ist, haben alle diese Ausgewanderten drüben Unterhalt und Auskommen gefunden, einige sind sogar zu Wohlstand und behäbigem Reichtum gelangt. Einzelne aus unserer näheren Umgebung hat auch die Kunde von Goldfunden nach dem fernen Wunderland Californien gelodt. 1847 entschloß sich der spätere Beuerner Bürgermeister Wilh. Conrad aus Climbach, im Verein mit anderen zu der damals so überaus schwierigen und gefahrvollen Reise dorthin. Verfolgen wir die Lage und Verhältnisse jener Zeit in unsever näheren Umgebung, so finden wir, daß trotz der Not der Zeit die Bevölkerung sich mehrte und ein Teil derselben seinen Unterhalt nicht mehr fand, der sich nun zur Auswanderung veranlaßt sah. Einzelne Fälle werden uns zwar schon aus dem vorhergehenden Jahrhundert berichtet, so von einem Joh. Stein aus Beuern, der verarmt und überschuldet ,,, nach Rußland geEine Das Priva gegnungen mit gangen fönnen unferes Bezir fentlich tragen zutage getrete die kommende Sim In Kaffel: dorf( M In Köln: S Mart) 5 In Bochum: rhein) 6: In Bielefeld: Ein Versuch, die Anfertigung von Holzwaren nach Beuern zu verpflanzen, scheiterte. Es war ein Erwerbszweig der hiesigen Familie Walther, gewöhnlich mit dem Beinamen ,, Gusche" genannt, der denselben unternahm. Man zog gelernte Arbeiter aus dem Schlitzerland heran. Eine Zeilang schien der Betrieb auch lebenskräftig zu werden. Die Unternehmer vertrieben die Waren in der Umgegend; aber bald stellte sich heraus, daß sie schlecht gewirtschaftet und sich allerlei hatten zuschulden kommen lassen, sodaß die Polizei nach ihnen fahndete und sie bei Nacht und Nebel nach Amerika fliehen mußten. Die zwei Gebrüder, der Guschhannes und Guscheeberhard, ihres Hand werfs eigentlich Schneider, tauchten drüben auf dem goldenen Boden desselben wieder auf und ein später übergesegelter Beuerner( Heinrich Feußer) hat sie daselbst besucht und eine zeitlang Arbeit bei ihnen genommen. ( Fortsetzung folgt.) ( Südwest Die Gru folgenden T Schalte Homber Bielefe Hüsten Schalte wieder von Gruppe 2 fi am 23. 3. u gegen Neue Plätze dürft am nächsten In Remsche Lützel In Redling Rheine Da die geführt wi Effen( defe Ereignis mannia Aa aber SC. 9 gelegt hat Das Spiel a Die ung Thläge usw. gemacht. G nicht zum Lahn- und fließen, viel Der Jugend und im In stellung die Um die Me 52. Da gewonnen gewinnen Meister u Verbands Tur Verbands Wet Mar Gesellschaft BB PETERS ION Nr. 22 Bejagung. Der ung beantragt, der fremden ine Anregung, werden wird. en Stand der ar am 1. Mär Am 1. April inie im Lahn mar im nord Bis auf weite g statt. Durd Kreises Wetzlar ng. sich am Sonn Der Kraftfahrer rtrichtung nad Ce alte Bübchen bwohl der Mo fein Fahrzeug g bei dem Zu nen doppelten bei dem Stur füdten wurden radler hat sich Il teine Schuld ekanntlich steht n Aussicht, nach erigen Art und die zwingende alben zu Mol zuschließen. Anläßlich der uhmacher- Hand ein öffentlicher ,, Fußleiden und wird bei freiem nter erinnert an er- Abonnements ter. Am Frei I der Oper des Tung gelangt in olländer" in der für Donnerstag Kath. Vereins enden Sonntag Abfahrt 1 Wh r feststeht, wird hen Partei Hef .M. stattfinden am 13. Juli in eit vom 31. März irztliche Fortbil Is Behandlungs schen Gesellschaft Crn Dr. Stratos naturwissenschaft ährige 11. Spre 30 in Berlin im Om nach Amerita r Seine zu ergie edelten fich meist elbit an, in der thalt zu nehmen it den gemachten ußer Beuern wa Der- Ohmen, Flens tarken Anteil an atten. Man be Bezeichnung die 70-71 brachte f . Später feh O, gelegentlich d e die Landsleut er Anthes betreut Arbeit gegangen ges Staunen, als et wurden. Eine paar fette Rühe aren nach Beuert rbszweig der hie Seinamen ,, Guiche g gelernte Arbei ang schien der Be ternehmer vertrie stellte sich heraus hatten zufchulder fahndete und si mußten. Die zwe hard, ihres Hand auf dem goldener Dergefegelter Beuer und eine zeitlang Mittwoch, den 19. März 1930. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Streife durch den Bezirk. Von den spielerischen Vorgängen im Bezirk am 16. 3. interessiert am meisten der Sieg des Bezirksmeisters Sportclub 03 Kassel über den FV. Koblenz- Neuendorf in Kassel; mit 3: 0 fonnte unser Vertreter Revanche nehmen für die vorjährige 1: 3- Niederlage in Koblenz. Allerdings war die Leistung des Siegers durchaus nicht überzeugend; der Gegner, dem man eine Zunahme der Spielstärke gegenüber dem Vorjahre nachgesagt hatte, enttäuschte stark und hätte viel höher verloren, wenn der SC. 03 wirklich in guter Form gewesen wäre. So aber sind die Aussichen des letzteren auf eine günstiges Abschneiden im letzten Spiel gegen SVgg. 07 Köln- Sülz am nächDer Tabellenzweite, sten Sonntag in Elberfeld sehr gering. Spielverein Kassel, kann noch nicht ins Rennen geschickt werden, weil sein Gegner aus dem Niederrhein- Bezirk noch nicht ermittelt ist; wahrscheinlich wird es der Duisburger Spielverein sein, also eine Mannschaft, die eine große Routine in der Bestreitung von Verbandsmeisterschaftsspielen besitzt. Das Privatspiel- Programm brachte u. a. auch einige Begegnungen mit Vereinen aus anderen Verbänden; im großen ganzen können die Resultate nicht befriedigen, da die Vertreter unseres Bezirks mehr oder weniger schlecht abschnitten; hof= fentlich tragen aber die Mißerfolge dazu bei, Schwächen, die zutage getreten sind, auszumerzen, und die Mannschaften für die kommenden Verbandsspiele schlagfertig zu machen. Um die Westdeutsche Meisterschaft. Runde der Bezirksmeister. Gruppe 2. - In Kassel: SC. 03 Kassel( Hessen- Hannover) FV. Neuendorf( Mittelrhein) 3: 0( 1: 0), In Köln: SpVgg. 07 Sülz( Rhein)- VfL. Benrath( BergischMark) 5: 1( 1: 0), Gruppe 1. VFB. Friedberg SVgg. 1900 Gießen 5: 1( 1: 1) SV. Weylar SC. Niedergirmes 3: 1( 1: 0) Spielogg. Göttingen VfB.-K. Marburg Germania Fulda - VfB. Braunschweig, verlegt FV. Odershausen, ausgefallen Hessen 09 Kassel 4: 4( 3: 3) Kurhessen Kassel 1: 1( 1: 0) Borussia Fulda 2: 0 FC. 93 Hanau FC. Langen Kurhessen Kassel 2. - Gau Gießen- Wetzlar: Ettingshausen 1.Weilburg 1. - - - Sportvgg. Niederzwehren 2: 0 Lollar 1.( V.) L. nicht angetr. Villmar( 2. Bezfl.) 4: 3( 1: 3) Sportv. 1919 Schotten FC. 1926 Grünberg 10: 0( 6: 0) Medenbach 1. Würgendorf 1. 1: 2 Großen- Bused 2. Großen- Bused 1. Weilburg 2. Weyl. SpV. 3. Jugend: Weilburg 1. Heuchelheim 1. - Gießen 1900 4. 2: 5 Lich 1. 7: 2 Hirschhausen 1. 2: 1( 1: 1) Burgsolms 1. 3: 0 Burgsolms 1. 1: 0( 0: 0) Lollar 1. 0: 0 Hermannstein 1. 3: 2( 2: 2) Ballersbach 1. 0: 1 Lich 1. Biden 1. Garbenteich Schüler Lich Schüler 12: 0( 7: 0) Gau Marburg: - Biedenkopf Wallau 2.( V.) 3: 1( 1: 1) VfB. Friedberg 1. 1900 Gießen 1. 5: 1( 1: 1). Die Mannschaften traten in folgender Aufstellung an: 1900 Gießen: Sad; Hohmann, Jäckel; Henrich, Langsdorf, Glitsch; Mohr, Zeiler, Adelberger, Heilmann, Best. Es fehlten: Katz und Balser. BfB. Friedberg: Ruppel; Müller, Keßler; Hores, Guttmann, Linde; Rosenschon, Dechent, Loutier, Ullrich, Kunz. Es fehlten: Rupp und Ebner. Leute, die im voraus alles besser wissen, prophezeiten einen klaren Sieg der Gäste, die am Vorsonntag so ehrenvoll gegen den süddeutschen Bezirksligisten Riders- Offenbach abgeIn Bochum: FC. 04 Schalke( Ruhr)- Homberger SV.( Nieder- schnitten hatten. rhein) 6: 1( 2: 1), In Bielefeld: VfB. Bielefeld( Westfalen) Spusp. 09 Hüsten ( Südwestfalen) 3: 1( 0: 0). - Die Gruppe 1 hat ihre Spiele der Vorrunde beendet und folgenden Tabellenstand gezeitigt: Schalle Homberg Bielefeld Hüsten 3 3 12: 3 6: 0 3 2 1 9: 9 4: 2 3 1 - 2 3 - 3 5: 7 2: 4 4:11 0: 6 Schalke und Homberg haben sich also für die Endrunde, die wieder von 4 Vereinen bestritten wird, qualifiziert. In der Gruppe 2 sind noch 3 Spiele auszutragen: Sülz gegen Kassel am 23. 3. und gegen Neuendorf am 6. 4., außerdem Benrath gegen Neuendorf am 23. 3. Anwärter auf die beiden ersten Plätze dürften Sülz und Benrath sein! die Entscheidung fällt am nächsten Sonntag. Runde der Zweiten. In Remscheid: Fortuna Düsseldorf( Bergisch Mark) Lützel( Mittelrhein) 4: 0( 3: 0), In Recklinghausen: Schwarz- Weiß Essen( Ruhr) Rheine( Westfalen 2: 3( 0: 0). VfL. Borussia Da die Runde der Zweiten nach dem Pokalsystem durchgeführt wird, scheiden VfL. Koblenz- Lüzel und Schwarz- Weiß Essen( dessen Niederlage gegen Borussia Rheine als unerwartetes Ereignis zu bezeichnen ist) aus. Am 23. März sollten Alemannia Aachen und Tusp. 72 Hagen gegeneinander spielen; da aber SC. M.- Gladbach gegen den Punkteabzug Berufung eingelegt hat und eventuell noch als Zweiter in Frage kommt, ist Das Spiel abgesetzt worden. Ergebnisse aus dem Bezirk. Die ungünstige Witterung der letzten Tage, starke Niederschläge usw. haben die Mehrzahl der Sportplätze spielunfähig gemacht. So sind im Gau Marburg fast alle Gesellschaftsspiele nicht zum Austrag gekommen. Desgleichen liegen aus dem Lahn- und Dilltal, soweit sie den Gau Gießen- Wetzlar durchfließen, viele Fehlmeldungen vor. Erschreckend ist der Ausfall der Jugendpflichtspiele, es gilt hier den Ursachen nachzuspüren und im Interesse von Jugenderziehung und Disziplin für Abstellung dieser Mängel zu sorgen. Um die Meisterschaft der Gruppe Südhannover, 1. Bezirksklasse ( 2. Spiel): SV. 05 Einbed- FC. Grone 2: 7 Da die Spielvereinigung Göttingen am 9. 3. gegen Grone gewonnen hat und vorraussichtlich am 23. 3. auch gegen Einbeck gewinnen wird, kann man wohl jetzt schon in Göttingen den Meister und in Grone den Zweiten erblicken. Verbandsspiele der Gruppe Kassel, 1. Bezirksklasse: - Tura Kassel FC. Großalmerode, verlegt auf 6. 4. Verbandsspiele des Gaues Marburg, 2. Bezirksklasse: Wetter Feudingen 3: 4 Marbach Bottenhorn 3: 3 Gesellschaftsspiele: 1 - VFB. Gießen Eintracht Frankfurt( Pokalmannschaft) 1: 2( 1: 0) Aber mangelnde Schußtechnik und Durchschlagskraft im Sturm, der des weiteren in sich nicht ganz einig schien, versagte den Gießenern alle Erfolge. Kurz nach dem Anpfiff des nicht ganz zusagenden Unparteiischen konnte Friedberg durch Elfmeter( Der Ball sprang Zeiler an!), getreten von Guttmann, in Führung gehen. Lange mußten die 1900er kämpfen, bis sie nach durchweg besseren Leistungen, kurz vor Halbzeit durch Adelberger, der eine Flanke von Zeiler aufnahm, ausglichen. Nach der Pause ging der Kampf völlig offen u. torlos weiter, bis 20 Min. vor Schluß die Gießener Verteidigung, besonders Hohmann, jegliches Interesse am Spiel verlor und somit die Friedberger Stürmer durch rasche Durchbrüche das Resultat schnell auf 5: 1 erhöhen konnten. Die Tore traten Dechert, Soutier und Kunz. 1900 hatte vielfach Gelegenheit, schon vorher in Führung zu gehen, sein Sturm fonnte aber gegebene Chancen nicht auswerten. Der RA. besonders ließ jede Spur von Technik vermissen und versiebte die einfachsten Sachen. Es ist der Mannschaft zu raten, diesen Poſten anderweitig zu besetzen. Die Läuferreihe zeigte nicht das gewohnte Aufbauspiel, während die zunächst recht eifrig schaffende Verteidigung später dem Boden und innerer Verärgerung zum Opfer fielen. Sad konnte feinen der Bälle halten. Die Plazmannschaft war auf dem weichen Boden die schnellere, sie zeigte ausgeglichene aber nicht überragende Leistungen. Lobend zu erwähnen ist der linke Verteidiger und der Tormann. Das Spielergebnis entspricht nicht dem Spielverlauf. Großen- Bused 1. Lich 1. 7: 2. - Zu einem Freundschaftsspiel trafen sich obengenannte Mannschaften, das mit einem hohen 7: 2- Sieg der Plazmannschaft endete. Lich, als B- Klassenmeister, war in der ersten Halbzeit sehr schwach, in der zweiten wurden sie besser. Man hatte aber von ihnen mehr erwartet. Das ganze Spiel war etwas lahm. Schiedsrichter Kreiling war gut. Großen- Bused 2. 1900 Gießen 4. 2: 5. Das Spiel dieser Mannschaften war etwas unsicher und endete nach leicht überlegenem Spiel der Gäste 5: 2 zu deren Gunsten. Schiedsrichter Gerhardt- Steinbach war einwandfrei. - Lich 1. Jgd. Hermannstein 1. Jgd. 3: 2( 2: 2). Ein schönes Spiel fonnte auf dem durchweichten Platze nicht zustande kommen. Bis zur Pause stand das Spiel 2: 2. Obwohl die Plazmannschaft dann nur noch mit 9 Mann spielten konnte, hielt sie das Spiel offen und schoß noch den Siegestreffer. Lokaltreffen in Wetzlar. Weglarer Sportverein SC. Niedergirmes 3: 1( 1: 0). Genau wie im Vorspiel hatte der Wettergott wenig Einsicht für den Weglarer Sport und ließ es regnen, regnen, so daß am Vormittag das Gerücht herumging, das Spiel fiel aus, aber am Nachmittag hellte sich der Himmel zwei Stunden auf, die genügten, um das Vorhaben durchzuführen. Immerhin war noch eine ansehnliche Zuschauerzahl erschienen, die, es sei im voraus gesagt, voll auf ihre Kosten kam, denn das Spiel Nr. 22. wurde flott und vor allem anständig durchgeführt. Hoffen wir, daß diese Spiele fünftig ebenso in fairer Weise durchgeführt werden, dann geht es mit unserem Sport aufwärts. Diese Spiele haben noch eine zweite Bedeutung: die finanzielle Seite, denn sie machen die wenigsten Unkosten und bringen die größten Einnahmen, sie sind daher den Kassierern sehr erwünscht. Der Spielverlauf: W. fängt den Niedergirmeser Anstoß ab, Waldschmidt auf Linksaußen spielt sich an der Linie gut durch, seine Flanke rollt dicht am Tor vorbei, aus. Einige N- G. Angriffe stoppen die Gebr. Benner sicher. Auf der Gegenseite ist es Berghäuser, der die linke Sturmseite des W. SpV. nicht zum Erfolge kommen läßt. Das Spiel ist verteilt. Emmerich strebt allein auf das N.-G. Tor zu, der Erfolg scheint greifbar da pfeift der Schiri Strafstoß f. W.! Jrle schießt, Zimmermann steht richtig, so daß er einlenken kann. 1: 0 f. W. N.-G. kommt mehrere Male ge> fährlich durch, doch schon jetzt merkt man, daß ihr Sturm nicht schußsicher ist. Aus kürzester Entfernung wird nicht plaziert, so daß Szuskalki zweimal auf der Torlinie hintereinander retten kann. Bald aber ist W. wieder im Angriff, ihr Sturm ist gefährlicher, doch Scheer im N.-G. Tor wehrt verschiedentlich gut ab. Bei den folgenden Angriffen wird Berghäuser vorübergehend verletzt und muß eine zeitlang hinaus, wodurch W. etwas stärker überlegen wird. Emmerich schießt einmal zu schwach, das anderemal streift der Ball die Außenkante des Pfostens. Stoll ist für N.-G. gut durchgekommen, man erwartet den Ausgleich, aber sein Schuß geht aus 6 Meter Entfernung ins Aus. Die erste Ecke, und zwar für N.-G., geht erfolglos vorüber. Dann verläßt der N.-G. Hüter sein Tor, geht hinaus, kommt nach 10 Minuten wieder. Während dieser Zeit ereignete sich ein recht unliebsamer Fall, Gott sei Dank auch der einzige: Der sonst sehr gute Schiri gab eine Fehlentscheidung: Tor für W.( Ich, selbst Mitglied des W. SpB., fonnte genau sehen, daß der hoch auf N.-G. Tor gegebene Ball nicht die Linie überschritten hatte, ehe er zurücksprang.) Auf berechtigten Protest der N.-G. gab es dann nach langem Hin und Her Niederwurf Ausball. Inzwischen ist auch Berghäuser wieder im Spiel. Kurz darauf ist Halbzeit. Nach der Pause werden die Wetzlarer überlegen, diese Ueberlegenheit wird gegen Schluß immer stärker. W. erzielt mehrere Ecken, die 4. bringt Friedrich schön herein, Waldschmidt startet von linksaußen, sein Kopf taucht über alle hervor, ein kurzer Ruck, der Ball landet über Scheer im Bogen zum zweiten Male im Netz. N.-G. greift jetzt nochmals mächtig an, aber nur kurze Zeit, denn Jrle ist heute auf der Höhe und fängt alles ab. Weiter rollen die Angriffe auf das N.-G. Tor. Hart an der Strafraumgrenze macht der N.-G. Mittelläufer Hand. Alles ruft Elfmeter, der Schiri entscheidet Strafstoß. Jrle verwandelt mit Bombenschuß, der Ball rutscht vom Pfosten ins Netz. 3: 0 f. W. Bei einem der Vorstöße der N.-G. sperrt Benner L. regelwidrig Elfmeter. Berghäuser verwandelt mit wuchtigem Schuß. 3: 1 f. W. Anschließend spielt die 3. Elf des W. SpV.- Burgsolms 1. und konnte trot anfänglicher Ueberlegenheit der B. einen verdienten 3: 0- Sieg erringen, denn Burgsolms ließ nach der Pause stark nach. W3W. Einigung zwischen DT. und DFB. Arbeitsgemeinschaft Turnen- Sport. Was lange Zeit so schwer schien, ist nun endlich geglückt. Nach der Schaffung einer Arbeitsgemeinschaft TurnerschaftSchwimmverband ist nun auch die Einigung zwischen der Deutschen Turnerschaft und den anderen Sport- Großverbänden für Athletik und Fußball sozusagen vollzogen. Es bedarf lediglich nur noch einer formalen Bestätigung seitens des Hauptausschusses der Deutschen Turnerschaft. Dank der auf freundschaftlichster Basis geführten Einigungsverhandlungen sind die drei großen Körperkulturorganisationen in zweitägiger Beratung auf eine gemeinsame sportliche Basis zusammengeschweißt worden. Besonderes Verdienst hierfür gebührt den Vorsitzenden der drei Verbände, Dominicus, Lang und Linnemann, denen es, von reinem Verständigungswillen beseelt, gelang, alle Gegensätze zu überbrücken und das Werk zu vollenden. Ueber das Ergebnis der nicht öffentlich geführten Verhandlungen gibt nachstehende Kenntnis: amtliche Verlautbarung ,, Die bevollmächtigten Vertreter der drei Verbände: Deutsche Turnerschaft, Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik, Deutscher Fußball- Bund, haben sich in eingehenden Beratungen am 15. und 16. März in Berlin auf einen Vertragsentwurf geeinigt, der von seiten der DT. zur endgültigen Genehmigung dem Hauptausschuß der Turnerschaft am 12. und 13. April vorgelegt werden wird. Dieser Vertrag sieht die Einrichtung einer Arbeitsgemeinschaft auf allen Gebieten der Leibesübungen vor, die von diesen drei Verbänden gepflegt werden. Die Veröffentlichung des Vertrages wird nach Fertigstellung des genauen Wortlautes demnächst erfolgen". Gemeinsame Athletitmeisterschaften. Als ein besonders wertvolles Ergebnis der Einigungsverhandlungen zwischen DT., DEB. und DFB. darf die Tatsache bezeichnet werden, daß beschlossen wurde, die leichtathletischen Peters Union Motorrad- u. Fahrrad- Reifen ETE UNIONCORD PETERS UNIONE WK30 Nr. 22. Mittwoch, den 19. März 1930. Meisterschaften des Jahres 1930 am 2. und 3. August im Grunewaldstadion zu Berlin gemeinsam durchzuführen. Auch bezüglich der übrigen Sportarten gehen die Bestrebungen dahin, daß es in Zukunft für jede Uebung nur noch einen deutschen Meister gibt. S. D. G.! Deutsche Sport- und Turnverein, denkt an unsere Jugend! Helft ihr durch eure Erziehungsarbeit, die schon so Vieles und Großes erreicht hat, weil sie aus vaterländischer Gesinnung uneigennützig geleistet worden ist und weiter geleistet wird, dazu, daß sie heranwächst zu gesunden, kräftigen und arbeitsfrohen Menschen. In eure Hand ist eine große Verantwortung gelegt, zeigt euch ihr gewachsen. Liest man die Ziffern, die jetzt bei der neuen Bestandserhebung der Deutschen Turnerschaft vom 1. Januar 1930 nach und nach aus allen Teilen des deutschen Landes bekannt werden, sorgsam durch, dann ergibt sich als gleichmäßige Erscheinung, daß überall die Zahl der Jugendlichen und noch mehr der Knaben und Mädchen, die den Vereinen zuder an strömen, nachgelassen hat, daß der Mitgliederstand nur aufrechtund für sich eine erfreuliche Zunahme ausweist erhalten wird durch eine Zunahme der Erwachsenen. Das heißt mit anderen Worten, daß sich der Mitgliederbestand immer mehr zu gunsten der älteren Jahresklassen verschiebt, eine für unsere Zukunft zweifellos nicht unbedenkliche Tatsache. - Die Erklärung für diese bedauernswerte Erscheinung liegt sehr nahe. Die Kriegsjahrgänge rücken jetzt ins Entwicklungsalter, sie werden sehr bald in das Wirtschaftsleben eintreten und dort eine bestimmende Rolle spielen. Nicht nur ihre er= heblich geringere Zahl, sondern auch ihre körperliche und seelische Beschaffenheit sind ausschlaggebend. Man hat kürzlich eine Berechnung über die Entwicklung der jugendlichen Bevölkerung aufgestellt, wie sie sich voraussichtlich in den kommenden Jahren ergeben wird. Nach dieser Aufstellung vollendeten 1928 noch 1241 000 Jugendliche das 15. Lebensjahr, 1929 waren 1 226 000, 1930 dagegen nur noch 937 000. Und dann wird diese Ziffer ganz gewaltig sinken, nämlich 1931 auf 699 000, 1932 auf 624 000, 1933 auf 627 000. es Diese Zahlen sind geradezu erschreckend, sie werden es noch mehr sein, wenn man nicht nur die stark herabgeminderte Zahl, sondern den Gesundheitszustand dieser Jugendlichen betrachtet. Da muß es höchste Pflicht sein, aus jedem dieser Kriegsjugendlichen einen vollwertigen Menschen zu schaffen. Ihre Erziehung ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Sportvereine. Die besten Jugendlehrer müssen in den Jugendabteilungen eingesetzt werden, die wertvollsten Kräfte des Vereins sind gerade gut genug, sich dieser für die Zukunft unseres Volkes so wich tigen Arbeit zu unterziehen. Aus Nah und Fern. Friedberg. Zwei Diebe drangen nachts in das Bürgerhospital ein und stahlen 25-30 Pfund Fleisch und Wurstwaren. Die Täter konnten ermittelt und festgenommen werden. Nieder- Mörlen. Ein hiesiger 35jähriger Einwohner wird seit Freitag vermißt. Er fuhr an diesem Tage nach Frankfurt, um dort Geld für sich abzuheben, und ist noch nicht wieder zurückgekehrt. Hirzenhain. Infolge der ungünstigen Wirtschaftslage und veranlaßt durch das Ausbleiben von Aufträgen, sieht sich die Direktion der Buderus'schen Eisenwerke in Hirzenhain gezwungen, vom 1. April ab Kurzarbeit in sämtlichen Abteilungen des Werks einzuführen. Auerbach.( Qualvoller Tod eines Kindes.) Das 2jährige Kind einer in der Bachgasse wohnenden Familie war in einem SteuerErsparnis bringt das Reichssteuer Kassebuch RIECK ReichssteuerKassebuch D.R.G.M. mit Spezialeindruck für jedes Gewerbe, für jedes Geschäft, für freie Berufe, Agenturen, für Vereine, Verbände etc. Zu beziehen vom Herausgeber: ALBIN KLEIN GIESSEN B Fernsprecher Nr.2525, Súdanlage 21 Man achte genau auf die Marke Union! Gießener Zeitung unbewachten Augenblick auf einen Stuhl geklettert und bemächtigte sich der auf dem Wasserstein stehenden Flasche Milch, die zur Abkühlung dorthin gestellt war. Das Kind nahm einen Schluck der heißen Milch und erlitt derart schwere innere Verbrennungen, daß der Tod unter qualvollen Schmerzen alsbald im Krankenhaus eintrat. Eiserne Hochzeit und 92. Geburtstag. Wimpfen a. N. Das seltene Fest der eisernen Hochzeit( 65jährige Ehe) konnte das Ehepaar Schlossermeister Speer be= gehen. Der Jubilar hat außerdem im November vorigen Jahres seinen 92. Geburtstag feiern können, seine Frau ist 89 Jahre alt. Beide befinden sich noch bei recht guter Gesundheit. Stadt- Theater und Kreisabbau. Mainz. Die Deputation für die städtischen Theater- und Musikangelegenheiten beriet in ihrer letzten Sizung über die Weiterführung des Theaters. Nach eingehender Beratung hat sich die Deputation für die achtmonatige Spielzeit bei Aufrechterhaltung der drei Spielgattungen entschieden. Es soll in der Spielzeit 1930-31 die Selbständigkeit des Theaters, wenn auch mit Einschränkung, erhalten bleiben. Aus der Mitte der Deputation wurde ein Antrag angenommen, sofort bei der hessischen Regierung und dem Landtag einen größeren Staatszuschuß für das Mainzer Theater zu beantragen. Die von Mainz für das Theater vom hessischen Staat gefor= derte Summe beträgt 200 000 Mart. Hierzu schreibt die ,, Landskrone" in Oppenheim: ,, 200 000 Mt. vom Staat? 116 000 Mt. einsparen mit der Aufhebung von 7 Kreisen und ihren sämtlichen Verwaltungseinrichtungen, der Einwohnerschaft das Recht der freien Selbstverwaltung nehmen, sieben Kreisstädte bis zum Weißbluten knebeln und das aus dem flachen Land herausgepreßte Geld einem Theater in den Rachen werfen! Darüber darf das letzte Wort noch nicht gesprochen sein." * Wetzlar. Am 1. April feiert die Stadt die 750. Wiederkehr ihrer Erhebung zur Freien Reichsstadt. Marienberg( Westerwald). Die Freiw. Feuerwehr begeht in diesem Jahre am 14. bis 16. Juni die Feier ihres 50jährigen Bestehens, verbunden mit Bannerweihe. Prof. Drexel als Leiche gefunden. Frankfurt a. M. Am Sonntag wurde der seit Anfang Februar ds. Js. vermißte Direktor des Archäologischen Instituts, Prof. Drerel, bei Höchst aus dem Main geländet. Frankfurt a. M. Der Frankfurter Magistrat hat sich damit einverstanden erklärt, daß zur Vorbereitung und Durchführung der Sängerveranstaltung eine gemischte Kommission von je fünf Mitgliedern des Magistrats sowie der Stadtverordnetenversammlung eingesetzt wird. In den Etat 1930 werden als erster Betrag für das Sängerfest 50 000 Mark eingestellt. Frankfurt a. M.„ Verantwortung im Ingenieurberuf". Hierzu sprechen die Herren Dr. Jng. Schäfer und Staatsanwaltschaftsrat Dr. jur. Knögel am Mittwoch, den 19. März 1930, 20 Uhr, in der Frankfurter Kunstgewerbeschule, Neue Mainzer straße 47. Fulda. Bei der diesjährigen Abiturienten- Entlassungsfeier wurde der Studienrat Ernst Bagon während seiner Rede von einem Schlaganfall betroffen, dem er kurze Zeit danach erlag. Der Verstorbene stand im 49. Lebensjahr. Ein Erwerbsloser als Jagdpächter? Kassel. Bei der Verpachtung der Gemeindejagd in Altersbach( Kreis Schmalkalden), 840 Morgen groß, auf die Dauer von neun Jahren, erhielt als Höchstbietender der seit drei Jah= ren erwerbslose Schlosser und Hauptunterstützungsempfänger August Henkel aus Steinbach- Hallenberg( Bezirk Kassel) mit einem jährlichen Pachtpreis von 299 Reichsmark den Zuschlag. Zu dem Pachtpreis hinzu kommen jährlich noch 29,40 Alterfahrener Hühnerzüchter| Seide ( früher Kalifornien, jetzt Inhaber von 2 Firmen) sucht für seine umfangreiche Aufzucht noch 1 Herrn, der sich für mind. drei ift Gold! Rmt. und 35 Rmt. für Kreissteuer und Jagdschein, zusammen 363,90 Rmt., außerdem eine einmalige Stempelabgabe von 29 Rmf. Eine Verlobte erhält den Hauptgewinn. Kassel. Eine junge Kontoristin, die sich zu Weihnachten verlobt hatte, kaufte sich einige Tage nach ihrer Verlobung für 50 Pfg. ein Lotterielos der Passauer Dombau- Geldlotterie. Heute wurde dem jungen Mädchen von dem Kasseler Kollekteur mitgeteilt, daß es auf seine Nummer 104 903 den Hauptgewinn von 10 000 Rmf. gewonnen habe. Jahre verpfl. u. wegen d. hohen Verantw. Durch Seidenraupeneine stille Beteil. v. 3-5000 M leistet. Stei- zucht können in zwölf gendes hohes Einkommen. Nur umsicht., Wochen 1000 Mk. und fleiß., nüchterner Bewerber kommt in Frage. Angeb. müssen Angaben enthalten über Alter, Familienverh., bish. Tätigkeit, freiverfügb. Kapital u. mögl. Empfehlungen. Offerte unter G. 3. 2532 an die Geschäftsstelle der Gießener Zeitung. + Bruchleidende+ Eine Erlösung von dauernder Qual ist das berühmte Spranzband ( Deutsches Reichspatent). Kein Gummiband, ohne Feder, ohne Schenfelriemen, trotzdem unbedingt zuverlässig, für alle Arten von Brüchen. Leiste vollste Garantie. Glänzende Zeugnisse, auch Uebernahme der ,, Europa" durch den Nordd. Lloyd. Bremen. 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Die Hälfte befindet sich in Haft, während die auf freiem Fuß belassenen sich unterschriftlich verpflichten mußten, die Stadt nicht zu verlassen. Unter den Angeklagten sind fünf Pastoren. Die administrative Verurteilung steht in Kürze bevor. Von einem ordentlichen Gerichtsverfahren hat man ausdrücklich abgesehen. eventl. m. Geschäft od. sonst. Anwesen hier od. Umgebung? Nur AnNeue Bücher. ,, Verkaufsschulung in Amerika und bei uns" heißt eine im Verlag Organisator A.-G. Frankfurt a. M., Weißfrauenhof, erschienene Broschüre, die dem Fabrikanten, Händler und Ladenbesitzer wertvolle Anregungen gibt, um die Leistungsfähigkeit seines Vertreterstabes und Verkaufspersonals zu steigern. Dr. Friedrich Bernet hat in der Broschüre die Eindrücke einer für diesen Zweck durch die U. S. A. unternommenen Studienreise zum Nutzen der fortschrittlichen Kaufmannschaft niedergelegt. 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