Nr. 82 tere und end auf Srof. Dr. daß die trogen Düngung lgemein ein muß, " toff an ch durch Unter mit und Düngung n, eine Stügen jer er im fom bearbei vendung In den Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Der Reichstag wählte am Mittwoch nachmittag den bisDruck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Bestschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 18. Oktober 1930 ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platz. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 83 Die Barteien haben das Wort... Berlin, 17. Oktober. Die große Debatte über die Regie, teigenossen nach Schluß der Aussprache unter atemloser Stille erfrucht. herigen Präsidenten, Abg. Löbe( Soz.) wieder zum Präsiden- rungserklärung. In den Wandelgängen drängten sich die kom 3. B. en hoch Zentner wenig 1. Jm en sehr Eigen Jahre Kali ge r Wit eihilfe. ternver nachzuensalter ung der halt ge ber von - sind sie zusehen. er Höhe der am ung der icherung Unrecht zu be Abs. 2, en auss gen des Erlaffe Waijen wenn smart En von 1. No ichtigen Elterne Don Er anderen National ichen Gr Jat. Det Juwelen Bohl ni gt worden chufbereit Bildbe Gießen. ie INNN denten. Der Auswärtige Ausschuß wählte zum Vorsitzenden den Abgeordneten Dr. Friz( Nat5oz.). Der Auswärtige Ausschuh des Reichstages ist für Monfcfg einberufen worden. Der Handelspolitische Ausschuß nahm die Kenderung des Handelsabkommens mit Familand an. Die Landvolkpartei hat einer besonderen' Mißtrauensantrag gegen den Reichsazhenminister Dr. Curtiss eingebracht. Die Pressestelle des nationalsozialistisches Reichstagsfrattion teilt mit: Gewisse Revolverblätter verbreiteten mit Bohlbehagen das Gerücht, in der nationalsozialihischen Reichstagsfraktion seien anläßlich der Vorgänge auf den Straßen Berlins am 13. Oktober erhebliche Unstimmigkeiten entstanden. Sieran ist tein einziges Wort wahr. Die Franttien ist unter einheit licher Führung ein durch nichts zu erschüttzender Blod Der Führer der Deutschen Volkspartei, Abgeordneter Scholz, hat einen schweren Nervenzusammenbruch erlitten, der wohl zurückzuführen ist auf die Erregungen an Dienstag bei dem Kampf um das Reichstagspräsidium. Hær Scholz ist infolge dessen gezwungen, sofort auf fünf Wochen in Urlaub zu gehen. Er hat ich am Donnerstagabend von Ter Franktion verabschiedet. Voraussichtlich wird die Führung der Fraktion- nächst der Abgeordnete Dingelden übernehmen. Der Abgeordnete Koch- Weser hat einem Schreiben an die Demokratijaye Partei mitgeteilt, daß er sein Reichstagsmanbat nieberlege. In der Sigung des Hamptvorstandes, der Deut: shen Demokratischen Partei wurde am Donnerstag beschlossen, dem Pasteitage vorzuschlagen, den Uebergang in die Deutsche Staatspartei zu vollziehen. Reichstagsabgeordneter Studienrat. Heffe in Erfurt, den die Demokratische Partei in Nordhausen aufgefordert hatte, nach feinem Ausscheiden aus der Staatspartei sein Mandat wiederzulegen, erklärt, baß er das nicht tun werde, da ihm die Sache höher stehe, als die Partei. Bei der Abstimmung über den Mißtrauensantrag gegen das Kabinett Braun ergaben sich 198 Stimmen dafür rund 233 dagegen. Der Mißtrauensantrag ist also abgelehnt. Die Bundesleitung des Stahlhelms hat beschlossen, ent: sprechend ihrer Koblenzer Rundgebung ein Volksbegehren auf Auflösung des Preußischen Landtags und Aenberung der preußischen Verfassung herbeizuführen. Die nationalsozialistisches Abgeordneten des prekßischen Landtages beantragen in seinem Schreiben an das Oberpräsidium der Provinz Brandenburg die Einleitung eines neuten Disziplinarverfahrens gegen Böß. Das Völkerbundssekretariat hat den Birch veröffentlicht, in dem die deutsche Regierung dem Generalsekretär des Bölterbundes die Veroidnung über die Erhöhung der Getreidezölle Dom 26. September mitgeteilt that. Das Volkskommissariat für Arbeit hat angeordnet, daß nach Abschaffung ber Erwerbsloser unterstützung in der Sowjetunion alle eingetragenen Arbeitslen in Rußlant sofort in die Betriebe eingestellt werden müssen. Der Führer der Kommunisten im Donezgebiet, Bordin, wurde aus der Kommunistischen Pastei ausgefchlofen, well- er die sjofortige Wiedereinführung der Erwerbslosenenterſtügung in der Sowjetunion verlangt hat. Die Neue Berner Zeitung verzeichnet die Meldung, daß die Sowjetregierung bei einer großen schweizerischen Wassen fabrik 5000 Maschinengewehre bestellt habe. Der amerikanische Arbeiterverband Beschloß am Mittwoch in einer Sigung in Boston einstimmig, wegen der starken Arbeitslosigkeit den Präsidenten Hoover, die Gouverneure aller 48 Staaten und die Bürgermeister sämtlicher Städte aufzufor bern, sofort Hitsmaßnahmen in die Wege zu leiten. Der Ausschuß zur Untersuchung der Ursachen der Katatrophe des Luftschiffes ,, R. 101" wird im Laufe der nächsten Woche seine Sitzungen beginnen. An Stelle des bei der Katastrophe des Luftschiffes„ R. 101" getöteten 2ord Thomson ist Lord Amufree zum Minister ir Luftfahrt ernannt worden. munistischen Deputationen. Stürmisch forderten diese Sansculotten, Jahrgang 1930, daß der Reichstag den wilden Streit in der Berliner Molkereifirma Bolle in die höheren Regionen der Weltrevolution erhebe. Dieweil die Wandelhalle im weltrevolutionären Fieber erglüht, stritten der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Feder und sein kommunistischer Kollege Dr. Nezbauer um die bekannte Geschichte mit dem Bankdepot, die Aun seit einer Reihe von Jahren immer wieder Spaß macht. 140 Polizeibeamte unzingellen das Gebäude des Ausschusses des Indischen Nationalkonkresses in Bombay und verhafteten die darin befindlichen Personen. Ja, und dann war ein bißchen von Politik die. Rede. Das Souldentilgungsgesetz wird mit sozialdemokratischer Untertützung angenommen und der Ausschußberatung überwiesen. Reichsfinanzminister Dr. Dietrich hatte Gelegenheit zu einer einer bekannten wirkungsvollen Reden. Man weiß, daß Dietrich einer der ganz wenigen Redner in Deutschland ist, der selbst trodenes Ziffern- und Datenmaterial außerordentlich einpräg sam, stellenweise sogar mit dramatischer Wirkung vorzutragen versteht. Die Vereinigten Staaten und Kanada haben, nach einer Bekanntmachung von zuständiger Stelle, mit der Einfuhr deut icher Kohle begonnen. Zwei Schiffsladungen befinden sich beteits auf dem Wege nach Amerifa. Die Einfuhr erfolgt, weil die gefragte Kohlenert in Amerika fehlt. Die Aero- Arctic hat Dr. Edener gebeten, den Vorsiz in der Gesellschaft zu übernehmen. Dr. Edener hat sich dazu bereit putlärt. Der Chor der nationalsozialistischen Zurufer vermochte diese Wirkung eigentlich nur zu steigern. Klamaut muß sein. Aber festgestellt sei, und zwar mit Befriedigung festgestellt, daß die Nationalsozialisten auch anders Können. In der großen polifischen Aussprache über die Regierungserklärung, die der Beratung über das Schuldentilgungsgesetz folgte, gab sich der Abgeordnete Gregor Strasser sichtlich staatsmännisch. Die Fanfarentone flingen dann immer noch hell genug, wenn er seine Rede damit einleitet, daß er das Programm der Nationalsozialisten Partei zum ersten Male im neuen Reichstag befannigibt Immerhin: Bürgerkrieg soll es nicht sein. Revision auch nicht und Reaktion ebensowenig. Bald freilich ist er des trodenen Tones satt und wirft Reichswehrminister Groener fortgesetzten Landesverrat im Sinne des Verrats vom November 1918 wor. Sturmt im ganzen Haus. Und da begibt es sich, daß der nationalsozialistische Vizepräsident Stöhr den eigenen ParDas Reichstagspräsidium bei Hindenburg. Reichstagspräsident Lobe begab sich mit den übrigen Mitgliedern des Reichstagspräsidiums am Donnerstag zum Reichspräsidenten won Heidenburg zum Antrittsbesuch, wobei Löbe dem Reithspräsenten insbesondere den neuen ersten Vizepräsidenten, Abg. Stöhr( Nat.az), vorstellte. Die übrigen Herren waren ja hon Meglieder des verigen Präsidiums und daher dem Reichspräsidenten bekannt. Der Reichspräsident dat die Mitglieder des Reichstagspräsidiums, in Ernst und Entigkeit ihres Amtes au multen und dafür zu sorgen, daß bei den Verhandlungen die Wirde des Reichstags gewahrt werde. Um Youngplanrevision. Dresden, 17.10. Im Sächsischen Landing wurde ein Antrag angenommen:: „ Der Landtag wolle beschließen, die Regierung zu ersuchen, auf die Reichsregierung einzuwicken, daß sie angesichts der wirtschaftlichen Lage mit allem Nachdruck und beschleunigt sich bemüht, Verhandlungen zur Revision des Youngplanes einzuleiten. Die Deutsche Volkspartei für Brüning. Die Deutsche Volkspartei hat in einer Fraktionssihung un ter dem Vorsitz des Avg. Daunch beschlossen, alle gegen das Ka binett Brüning und einzelne Minister gerichteten Mißtrauensanträge zu verwerfen. Vorzeitiges Ausscheiden Heyes. des Hauses zur Ordnung ruft. Ja, die Nationalsozialisten ſpielen sich so langsam ein auf den viel verwünschten Parlamen tarismus. Das soll beileibe kein Vorwurf sein. Im Gegenteil: eine Hoffnung; die Hoffnung, daß die zweitstärkste Fraktion des Hauses ihre parlamentarische Arbeit nicht allein in reichlichem Gebrauch von Trillerpfeifen erschöpfen möge. Amtlich wird mitgeteilt: Generaloberst Hene hat gebeten, den auf den 30. November 1930 festgesetzten Termin seines Ausheidens aus dem Dienst auf den 31. Oftober 1930 vorzuverlegen. Im Hinblick auf die jetzige politisch besonders bewegte Zet hält er es im Interesse des Heeres für notwendig, daß die Uebergabe der Geschäfte an seinen Nachfolger jetzt beendet wird, damit wieder ganz klare Verhältnisse in der Heeresleitung ge= schaffen werden. Der Reichspräsident hat dem Antrag stattge= geben. Generaloberst Heye ist seinem Antrage gemäß bis zum Tage seines Ausscheidens beurlaubt worden. Die Geschäfte des Chefs der Heeresleitung versieht Generalmajor Freiherr von Hammerstein- Equord. Revisionsforderung aus Frankreich. Paris, 16. Oftober. Gustave Hervé, der radikalnationalste unter allen französischen Publizisten und Politikern, nimmt heute in seiner Zeit ,,, Victoire", die den Untertitel trägt ,, Jezialistisch- nationale Tageszeitung und Organ der autoritären Republik", eine vollkommene Schwenkung vor. Er tritt auf das entschiedenste für eine weitgehende Revision des Vertrages von Versailles ein, denn so sagt er, falls die Friedensverträge nicht revidiert Vor Strasser hatte Müller- Franken, der sich gern Altreichskanzler nennen läßt, für die Sozialdemokraten ge= sprochen. Es war eine wohlabgewogene Umfallrede. Die Sozialdemokraten, man merkte es, werden schon dazu schauen, daß uns in Deutschland eine parlamentarische Atempause beschert werde. Sie selbst haben eine solche Atempause weiß Gott am dringendsten nötig. Im übrigen hängt die Entscheidung der sozialdemokratischen Fraktion für oder gegen die Reichsregierung vor allem von deren Stellungnahme zum Schiedsspruch in der Berliner Metallindustrie ab. Dr. Stegerwald, der Reichsarbeitsminister, war den ganzen Tag von sozialdemokratischen Abgeordneten umlagert. Was sie von ihm wollen, ist freilich nicht viel weniger als einen der Regierung gar nicht zustehenden Eingriff in das Schlichtungswesen. Und das wird bei allem guten Willen- ins denn doch ein bißchen schwerpolitische Geschäft gekommen halten. - Eintönig geht der Reigen der Parteiredner weiter. Joos spricht für das Zentrum. Maßvoll in Ton und Inhalt und wenig erschütternd wie immer. Dann Oberfohren für die Deutschnationalen. Es wird ein bißchen lauter, insbeson dere wenn der deutschnationale Fraktionsvorsitzende Curtius, wie er behauptet, durchweg erfolglose Außenpolitik angreift. Eifrig macht der Reichsaußenminister, der ein bißchen blaß, aber in sehr gefaßter Haltung auf dem Ministerfauteuil thront, wie lange noch? Notizen. Er hat, so heißt es in der Wandelhalle, die Absicht, später in die Debatte einzugreifen. Kann sein, daß er damit seine Abschiedsrede hält. - würden, werde das mit weitgehender Sicherheit das Verschwinden Polens aus der Reihe der unabhängigen Staaten, einen neuen deutsch- französischen Krieg und die Zertrümmerung der europäischen Zivilisation durch eine bolschewistische Welle bringen. Hervé verlangt daher vor allem Annullierung der Reparationsschulden, sobald die Vereinigten Staaten in die Streichung der Schulden der Alliierten eingewilligt haben, ferner Verzicht auf die Saarabstimmung, die im Jahre 1935 Frankreich doch nur eine öffentliche Demütigung bringen werde, Bewilligung des Anschlusses Desterreichs an Deutschland, Rüderstattung jener Teile des Togolandes und Kameruns Deutschland, die sich im französischen Besitze befinden, Revision der deutschen Militärmacht, in dem Sinne, daß Deutschland Bestände von der Größe der europäischen Militärstärke Frankreichs erhalte, da ja Deutschland ohnedies bald eine gleichgroße(?) Armee haben werde, eine freundschaftliche Intervention bei Bolen zum Zwede der Rückgabe des Korridors. Dies unter der Bedingung, daß Deutschland in Litauen seinen Einfluß auf eine Wiedervereinigung Litauens mit Polen geltend mache. Alle diese Aenderungen des Versailler Friedensvertrages sollten auf Grund einer gegenseitigen deutsch- französischen Militärgarantie zur Aufrechterhaltung des neuen europäischen status quo vereinbart werden. Schacht über den Nationalsozialismus. New York, 17. 10. Dr. Schachyt sprach vor den Prosessoren und Studenten der Columbia- Universität über die PaneuropaFrage. Briands Plan, so führte Dr. Schacht aus, stelle lediglich ein neues politisches Instrument Frankreichs dar und sei darum abzulehnen. Auf die Frage, wer die Hitler- Bewegung finanziert habe, erklärte Dr. Schacht:„ Seien Sie überzeugt, daß der Nationalsozialismus eine rein deutsche Bewegung ist. Sechs Millionen Deutscher, die gegen 12jährige unwürdige Behandlung protestieren, brauchten nicht durch ausländische Wahlgelder gewonnen werden." Die Erklärung Dr. Schachts wurde mit lebhaftem Händeklatschen begrüßt. Wirksame Zollpolitik. Deutschland erhebt Zölle, deren Höhe sich auf die Einfuhrmengen bezieht, ebenso die meisten anderen Länder. Wollen wir einen Vergleich zwischen der von verschiedenen Ländern angewandten Zollhöhe anstellen, so rechnet man zweckmäßigerweise die Mengenzölle auf den Wert der Einfuhrwaren um. Dabei ergibt sich folgendes erstaunliche Resultat: der erhobene Zoll macht durchschnittlich vom Werte der Einfuhr aus bei Deutschland Italien England Vereinigte Staaten 4,8 Prozent 8,3 Prozent 9,6 Prozent 13,2 Prozent Es ist somit höchste Zeit, daß Deutschland den Vorsprung seiner wirtschaftlichen Gegner ausgleicht. Samstag, den 18. Oktober 1930. Arbeitslosigkeit ein internationales Problem. Die Arbeitslosigkeit ist zweifellos die härteste Folge der Weltwirtschaftskrise. Sie hat sich zur Schicksalsfrage insbesondere der großen Industrievölker entwickelt. Aber auch die Länder mit vorwiegender Agrarwirtschaft sind zum Teil von steigender Arbeitsnot start bedrängt. Kanada und Argentinien 3. B., die Hauptausfuhrländer für Weizen, zeigen eine überdurchschnittliche Höhe der Arbeitslosenziffern im wesentlichen eine Folge der Weizenabsatzkrisis in der Welt. Im ganzen gesehen, hat die internationale Arbeitslosigkeit somit einen taum jemals erreichten Umfang angenommen. Bereits Mitte dieses Jahres konnte man bei überschläglicher Berechnung mit rund 11 Millionen Arbeitslosen in der Welt rechnen, im Vergleich zu rund 5 Millionen um die Mitte des Jahres 1929. Unter den Ländern Europas steht Deutschland mit seiner Zahl der Arbeitslosen an der Spitze. Mitte September dieses Jahres suchten bereits über 3 Millionen vergeblich Arbeit im Vergleich zu 1,4 Millionen zur entsprechenden Zeit des Vorjahres. Dabei ist alle Anzeichen sprechen dafür- der Höhepunkt voraussichtlich noch nicht erreicht: die Flut der Arbeitslosigkeit droht noch weiter zu steigen, und zwar nicht allein infolge der Krise, sondern auch im Zusammenhang mit dem saisonmäßigen Nachlassen des Bedarfs an Arbeitskräften in den Herbst- und Wintermonaten. Und was neben den erschreckend hohen Arbeitslosenziffern noch besonders ins Gewicht fällt, das ist die überdurchschnittlich lange Dauer der Stellungslosigkeit bei der Mehrzahl der Arbeitsuchenden. Nicht viel anders sieht es in England aus, das unter der Arbeitslosigkeit bereits seit vielen Jahren gleichsam als einem traditionellen Uebel besonders zu leider hatte. Auch hier hat sich die Zahl der Arbeitslosen im letzten Jahr ebenfalls gewaltig vermehrt. Ende September 1929 belief sie sich auf rund 1,2 Millionen, am 22. September 1930 wurden hingegen nicht weniger als 2,2 Millionen Erwerbslose gezählt. Auch Belgien hat bisher steigende Arbeitslosenziffern gemeldet. Und in den Bereinigten Staaten schätzt man die Zahl der Arbeitslosen gegenwärtig auf etwa 5--6 Millionen. Eine gewisse Anzahl von Industriezweigen hat in allen Ländern nahezu gleichmäßig zu leiden, und zwar sind es regelmäßig die Zweige, die am stärksten international verflochten sind. So weist z. B. die Textilindustrie eine starke Arbeitslosigkeit auf. Ebenso können die metallverarbeitende und die Maschinenindustrie nirgends mit woller Produktionskapazität arbeiten. Und schließlich wird auch das Transportgewerbe, namentlich die Schiffahrt, von der Weltwirtschaftskrise überall in Mitleidenschaft gezogen. Die hessische Beamtenschaft protestiert gegen die Beamtenhezze. Darmstadt, 16. Oktober. Der Gesamtvorstand des Hessischen Beamtenbundes hat eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: ,, Die hessischen Staatsbeamten, Polizeibeamten und LehLohn und Arbeitszeit in der amerikanischen Eiſenindustrie. Einsicht, daß die Weltwirtschaftskrise nur dann bekämpft werden kann, wenn es gelingt, das gesamte internationale Preisniveau zu senken, und daß diese Senkung ohne eine Herabseßung der Arbeitskosten undenkbar ist, beginnt sich auch in den Ländern, die bisher als die Länder der hohen Löhne galten, mehr und mehr durchzusetzen, vor allem in den Vereinigten Staaten und England. So hat der Direktor des eisenindustriellen Konjunkturforschungsbüros der Universität New York, Dr. Lewis H. Haney, kürzlich im Rahmen einer Untersuchung über Lohnhöhe und Konjunktur die Frage gestellt: Warum zählt man jezt nicht höhere Löhne, um das Geschäft besser zu gestalten? Warum bringt man die fvitheren Ansichten, daß höhere Löhne die Kaufkraft steigern und das Geschäft günstig beeinflussen, jetzt nicht zur praktischen Anwendung? Dr. H. Haney fügt selbst sofort hinzu, daß heute die amerikanischen Eisenindustriellen erwiderten, sie könnten unmöglich zu einer Lohnsteigerung zu diesem Zwede übergehen, weil die Preise zu niedrig und die Verdienste schon zu sehr herabgedrückt seien. Höhere Löhne würden sie nur zu einer Schließung der Betriebe zwingen. Tatsächlich hat denn auch die amerikanische Wirtschaft in vielen Industrien die Löhne bereits gesenkt, eine Tatsache, die die„ llsine" in Nr. 34 vom 23. August mit der Bemerkung begleitet:„ Es droht von dieser Seite der durch Lohnsenkunger verbesserten Konkurrenzlage Ameritas eine große Gefahr, und man darf sich nicht verhehlen, daß alle unsere europäischen Industrien versuchen müssen, billiger zu produzieren." Auch in England ist das Problem der Lohnsenkung schon seit langem akut. Bericht der„ Vossischen Zeitung" vom 27. 8. 1930. Die Weltsorge der Arbeitslosigkeit" stellt hierzu fest, daß der Normallohn des organisierten englischen Arbeiters heute noch 50 sh. pro Woche ausmache, daß aber die Führer der großen englischen Industrien, die auf den Massenerport und auf den Wettbewerb auf dem Weltmarkt angewiesen sind, die Auffassung ver treten, daß 35 sh. in Zukunft der Normallohn sein werde, bei dem es möglich sein würde, für englische Waren wieder eine leidliche Absatzchance außerhalb Englands in Aussicht zu stellen. Man sieht, die amerikanische Eisenindustrie ist auf demselben Standpunkt angelangt, den die deutsche Eisenindustrie bereits seit Jahren vertritt und um den der deutsche Bergbau jetzt eben rämpft. Löhne sind eben nur der Preis der Arbeit und können nur mit den Erlösen bezahlt werden, die für die mit dieser Arbeit hergestellten Fabrikate erzielt werden. In England sind verschiedentlich Lohnsenkungen nicht nur durchgeführt, sondern sogat freiwillig von den Gewerkschaften, die dort offenbar die weltwirtschaftliche Verflochtenheit der nationalen Industrien besonders klar einsehen, angeboten worden. In diesem Zusammenhange ist die Frage der Arbeits,, Gießener Zeitung" Nr. 83 rer müssen mit Entrüstung feststellen, daß die Reichsregie-| ständigen Grundbuchamt zu stellen. Zuständig ist das Grund rung der augenblicklichen Stimmung gegen die Beamtenschaft durch eine weitere Kürzung der Beamtengehälter Rechnung tragen will. Der Hessische Beamtenbund warnt vor der sinnlosen, in allgemeine Voltsverhezung ausartenden Beamtenheze und fordert von der Regierung Schutz der Beamtenschaft. An der ungünstigen Entwicklung der finanziellen Lage sind nicht die Bamten und ihre Bezüge schult Tye hessische Beamtenschaft fordert eingreifende Verfassungs- und Verwaltungsreform, scharfste Maßnahmen zur Unterbindung der Steuer- und Kapitalflucht, Beschaffung von Arbeit und Unterstützung, Einleitung einer ehrlich gemeintén und rücksichtslos durchgeführten Preissenkung und Senkung der Zinsspanne, bevor eine weitere, einseitige und ungerechte Belastung der Beamtenschaft überhaupt in Erwägung gezogen wird." buchamt, von dem das Grundbuch für das belastete Grundstüd geführt wird. Wird der Antrag nicht rechtzeitig gestellt, so er lischt das aufgewertete Recht am Grundstück und wird, soweit es noch im Grundbuch eingetragen ist, von Amts wegen gelöscht. Gehaltstürzungen. Berlin. Sämtlichen Angestellten( Nichtbeamten) der Reichsbehörden wird grundsätzlich zum 31. März 1931 friſtgemäß gekündigt werden. Diese Maßnahme verfolgt den Zweck, neue Arbeitsverträge abzuschließen, die eine Kürzung der Einkommen um durchschnittlich 6 v. H. vorsieht. Aufdeckung einer Spionageorganisation in Bukarest. Bukarest, 17. Oktober. Die politische Polizei hat eine weitverzweigte Spionageorganisation aufgedeckt und fünfzig Angehörige der Organisation verhaftet. Die Spione sollen im Dienste Sowjetrußlands gestanden haben. In der Provinz wurden 35 Mitglieder der Organisation festgenommen. Nur ein ganz kleiner Teil der Agenten konnte nach dem Ausland fliehen. Bei Haussuchungen wurden verschiedene photographische Kopien von militärischen Geheimdokumenten gefunden. Deutsches Malz oder tschechisches? Wie Bata künftig in Deutschland seine tschechischen Schuhe produzieren und damit den deutschen Markt überschwemmen will, so hat die Erhöhung des deutschen Malzzolles auf 28 Mart pro Doppelzentner einige tschechische Malzfabriken zu ähnlichem Vorgehen veranlaßt. Sie haben bereits Pacht- und Lohnmalzverträge in Deutschland abgeschlossen, um dadurch die Zollschranken zu überspringen. Es dürfte für den Reichstag eine lohnende Aufgabe sein, solchen Tendenzen einen Riegel vorzuschieben. - Durchführung des Gesetzes über die Bereinigung der Grundbücher. Nach einer Bekanntmachung des Hessischen Justizministeriums haben die Gläubiger solcher Hypotheken, Grundschulden, Rentenschulden und Reallasten, die nach dem Aufwertungsgesetz aufgewertet sind, deren Auswertung im Grundbuch aber och nicht eingetragen ist, den Antrag auf Eintragung der Aufwertung des Rechts spätestens bis zum 31. März 1931 bei dem zuDer bezeichnete Rechtsverbust bedroht insbesondere alle im Grundbuch eingetragenen noch auf( Papier-) Mark lautenden Rechte, die( weil keine Rückzahlung erfolgt war), ohne eine Anmeldung bei der Aufwertungsstelle kraft Gesetzes aufgewertet sind, und ferner die Rechte, mögen sie gelöscht oder noch ein getragen sein, für die( weil eine Rückzahlung bereits erfolgt war) zwar die Anmeldung des Anspruchs auf Aufwertung bei der Aufwertungsstelle erfolgt, aber fein Antrag an das Grund buchamt auf Eintragung des Aufwertungsbetrags in das Grundbuch gestellt worden ist. Bett in den Vereinigten Staaten besonders interessant, bie eben jetzt in einer zusammenfassenden Uebersicht des arbeitsstatistischen Büros behandelt wird. Vor dem Kriege arbeiteten die meisten Betriebsabteilungen der Eisen- und Stahlindustrie im Zweischichtensystem. Während des Krieges trat eine gewisse Neigung zur Anwendung des Dreischichtensystems ein. Jedoch fehrte man bald wieder zum Zweischichtensystem zurück. Erst im Jahre 1923 begann eine Bewegung, die zur Einführung des 8- Stundentages bei zahlreichen Betrieben führte. Typisch für die amerikanischen Verhältnisse ist dabei, daß dieser Uebergang nicht schematisch durch einen gesetzlichen Eingriff erfolgte, sondern daß die einzelnen Werke je nach ihrer Organisation und technischen Einrichtungen allmählich von der einen zur anderen Arbeitszeit übergingen. Auch heute ist bei dem Fehlen einer einheitlichen gesetzlichen Regelung in den Vereinigten Staaten der 8- Stundentag feineswegs allgemein eingeführt, sondern bei den einzelnen Firmen wird die verschiedenste Arbeitszeit je nach dem praktischen Bedürfnis verfahren. So kommt es auch, daß in zahlreichen Betrieben seit 1926 bis zum letzten Berichtsjahr 1929 wieder eine Verlängerung der wöchent lichen Arbeitszeit eingetreten ist. Bei den Hochofenwerken arbeitete 1% der Arbeiter 48 Stunden und darunter, 72% arbeiteten 48-60 Stunden, 26% ar beiteten über 60 Stunden je Woche. In den SiemensMartin- Stahlwerken ging die Zahl der Arbeiter, welche 48 Stunden und darunter arbeiteten, von 14 auf 7% zurück, während der Prozentsatz der 48 bis 60 Stunden arbeitenden Arbeiter von 64 auf 72 stieg. Der Rest der Arbeiter hatte eine darüber hinausgehende Arbeitszeit. Besondere Beachtung verdient in dem Bericht die Darstellung der Zahl der regelmäßig wöchentlich verfahrenen Schichten. Es zeigt sich ganz besonders hier die Möglichkeit der Amerikaner, die wöchentliche Ar beitszeit den wirtschaftlichen Bedürfnissen anzupassen. Wenn auch die tägliche Arbeitszeit verkürzt wurde, so fanden die Werke durch Einführung von Sonntagsarbeit einen Ausgleich in der Vermehrung der Zahl der Schichten, die regelmäßig von den Arbeitern in der Woche verfahren werden mußten. Insbesondere ist dabei be= merkenswert der hohe Prozentsatz der Arbeiter, die regelmäßig 7 Schichten fuhren, ohne daß ihnen die Möglichkeit zu einem freien Sonntag gegeben wurde. Und zwar trifft das nicht nur für die Hochosenwerke zu, die ihrer Natur nach auch Sonntags durcharbeiten, sondern auch in den Siemens- Martin- Stahlwerken arbeitete die Mehrzahl der Arbeiter 7 Schichten je Woche ohne freien Sonntag. Durch diese Beweglichkeit in der Gestaltung der Arbeitszeit hat die amerikanische Industrie weit gehend: Möglichkeiten, ihre Betriebsweise den wirtschaftlichen Verhältnissen anzupassen. Man sieht, die Arbeitszeit in dem reichen Amerika ist, was die Eisenindustrie anlangt, durchschnittlich länger als in den armen Deutschland, wo sie für die wichtigsten und zahlreichsten Gruppen 48 Stunden, für einzelne Kategorien bis zu 52 Stunden beträgt und wo eine Beweglichkeit wie in Amerika leider nicht gegeben ist. Wirtschaftskrise und Weltspartag. Gamstag, de Winzig un Hinausgeworfe wieder ist er n blid zwischen Welt errichten. teht er erhaben bald gilt er al Viele Mur als des Mensch Menichen Täti Wirksamkeit. und berechnet die Erde und h Kräfte der Waf fondern als 61 des Lebens err Zusammenwivte Menschen, so m einem Organis jung, diese Geg jorgt oft am b betraut. Die Zusam auch die Lehre Wer in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit und des Dar niederliegens der Wirtschaft vom Sparen spricht, muß auf den Einwand gefaßt sein, daß ein Hinweis auf das Sparen in solchen Zeiten nicht recht am Platze sei. Sparen könne erst dann in Frage kommen, wenn der notwendige Lebensunterhalt, das Existenzminimum, gesichert ist. Diesem Einwand läßt sich naturgemäß nicht viel Stichhaltiges entgegenhalten, man kann nur sagen, daß in solch schweren wirtschaftlichen Zeiten der Nutzen einer rechtzeitig geübten Spartätigkeit, der Zweck des Spar pfennigs als Notgroschen, offenkundig wird. Die starke Un sicherheit der wirtschaftlichen Konjunktur zwingt den Einzelnen, etwas zur Sicherung seiner Zukunft zu tun, und eine Sparrücklage ist nun einmal die beste vorsorgliche Zukunftssicherung. Zweifellos wäre die Auswirkung der gegenwärtigen Wirtschaftskrise noch fühlbarer, wenn nicht das in den letzten Jahren neu gebildete Sparkapital vielen einen gewissen Rückhalt geboten hätte und noch bietet. Gerade in Notzeiten, wie der gegenwärtigen, zeigt sich deutlich, daß die Hilfe, die die All: gemeinheit dem Einzelnen gewähren kann, immer nur begrenzt sein kann und durch seine Vorsorge ergänzt werden muß. Die Beziehungen zwischen Sparkapitalbildung und Wirtschaftskrise haben jedoch noch eine andere wichtige Seite. Von überallher ertönt der Ruf nach Kapital zur Ueberwindung des wirtschaft lichen Tiefstandes. Es wird Kapital zur Ankurbelung der Wirt schaft, zur Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms und zur Wiedereingliederung des Arbeitslosenheeres in das Erwerbsleben gefordert. Da genügend Kapital nicht zur Ver fügung steht, müssen Kredite gefordert werden, oder man rich tet den Blick auf das Ausland, das jedoch selbst unter Krisen: erscheinungen zu leiden hat. So ergibt sich von selbst die Not wendigkeit der heimischen Kapitalbildung bei den inländischen Sparinstituten sie ist die geeignetste und billigste Form der Kapitalbeschaffung. Sie gewährleistet auch die richtige Ver wendung der Kapitalien an der richtigen Stelle. So erweist schon diese kurze Ueberlegung die Berechtigung des Weltspar tages auch in diesem Jahr. Der Weltspartag foll zum Nach denken über die Lebensfrage unserer Wirtschaft, die Spar fapitalbildung, anregen. Nahrung mit unsichtbaren Stoffen. Wir leben vom Leben, das ist das Wunderbare in unserer Ernährungslehre; nicht vernichten wir das Leben der Nahrung, indem wir sie zu uns nehmen, sondern wir lassen es einfließen in unser Leben, und wir lassen die feinen Ströme und unsichtbaren Kräfte und Stoffe in unserer Pflanzennahrung besonders im Obst über Stoffe, die unsere Gesundheit und unser Leben erhalten, mit denen wir uns ernähren und die wir doch nicht sehen, ja nicht einmal ihre chemischen Grundstoffe kennen und noch weiter, wir erkennen sie nur an den guten Wirkungen, wenn sie zugegen sind und an den Krankheiten, die entstehen, wenn sie in der Nahrung fehlen. Wir kennen auch nicht den Chemismus, das ist der chemische Einfluß, den diese Stoffe im Kreislauf der Säfte im menschlichen Körper haben und dennoch, das Menschengeschlecht würde in kurzer Zeit degeneriert, verfallen und hinsiechen, wenn es nicht in seiner Nahrung jene wirksamen und heilsamen, aber unsichtbaren Stoffe vorfände. Wir kennen diese Stoffe zunächst als Vitamine, über die in heutiger Zeit jeder Laie, jedes Kind schon einigermaßen Bescheid weiß. Es sind ferner feine che mische Stoffe, hormonartiger Natur, die auf die Drüsen im menschlichen Körper nachhaltigen Einfluß ausüben, es sind chemische, jedoch in ihrem Aufbau unbekannte feine Stoffe, die vor allen Dingen auf den Kreislauf des Blutes und weiterhin auf die Drüsentätigkeit Ein fluß haben. Hierhin gehören die Fermente und die ge heimnisvollen Spannkräfte der Mineralstoffe, die teils efektrischer, teils chemischer Natur sind, teils in biolo gischer Zusammenwirkung mit den Vitaminen ihre wohl taende Wirkung entfalten. zeigte dem Ei auf dem Gebie die Bedeutung Innern, welch Es erhebt sich nun die Frage, in welchen Nah rungsmitteln wir diese Stoffe in erster Linie zu suchen haben. Da müssen wir sagen, daß es die Obst- und Ge müsearten sind, in denen sie am reichlichsten vorkom men. Prof. Scheunert hat fürzlich ein Büchlein ge schrieben, in welchem er auf den Gehalt unserer Nahrung an Vitaminen hinweist. Wir finden dort, daß wir sowohl in unseren deutschen Früchten, wie insbesondere in den Apfelsinen, Zitronen und Tomaten ganz beson ders wertvolle Nahrungsmittel haben, die jene unsicht baren Stoffe und Kräft mit sich führen. Wie ich schon sagte, treten alle möglichen Krankheiten beim Menschen auf, wenn er sich nicht richtig ernährt und es steht fest, daß sich mancher Mensch in voller Mäßigkeit( jedoch reich an jenen feinen Lebensstoffen) besser ernährt, als die sich übersättigen und nur Brennwerte in sich hineinessen ohne jene Lebenswerte. Es ergibt sich also das Gesetz der Ernährung: Eßt täglich zu dem ge wohnten Essen, das jedoch in Mäßigkeit genommen werben soll, reichlich frisches Obst, damit die Nahrung bollwertig ist und die höchsten Gesundheitswerte in sich schließt. Eine solche Nahrung schüßt vor Krankheit und frühem Alter. * Verhaft wurde in Stu festgenommen, der Olga Lid unter dem 2 Darlehnsbetri * 3ur S lage derart, wenn der worden ist. Dritteln dem bürdet word gestellten G * Lehr dungswesen an der V für eine f einen tath aus. Dien * Pfla geeignette Es gibt nod Jung nußbo * Gefto Fahrradhall entwendet haben, wolle * Berlor Frankfurterstr Mühle, 8 We * Straßen in der Licher Der Straße A ab bis auf we Art polizeilich * Straßen wird in der 3 zwischen der fertigung für leitung na dy Sammitraße di farerweg. Die aber die Eisent hilder werden Sammitrage zu * Kalten der Gemarkung Nr.8 as Grund Grundft ellt, jo a rd, fome en gelöjd Ce alle i lautende ohne ein ufgewert noch ei its erfol ertung b s Grun in de des Da B auf de Sparen erit dar thalt, de fich natu fann m Der Ruge Des Spa tarte Un Einzelner ine Spa sjidherum gen Win en Jahr üdhalt , wie d e die A r begren muß. D schaftstri überall wirtscha der Win Orogramm es in de zur Ve man rid ter Krise t die No nländische Form de htige Ver Go erwei Weltspar zum Rad Die Gpar cbare in das Le nen, fon und wir cäfte und im Dbf Leben e wir do rundstof r an de d an de Nahru , das eislauf generier O denno iner Na jichtbar Vitamins lind fcho feine de Die Drife ausüber. unbekannt Kreislauf gfeit Gir nd die g die teil in biol ihre wohls chen Nab zu fuchen t- und Ge n borfom Samstag, den 18. Oktober 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. Winzig und klein steht der Mensch im weiten Universum. Hinausgeworfen in die Welt, auf einen kleinen Planeten. Dort wieder ist er nur ein Tröpflein im unendlichen Meer, ein Augenblid zwischen zwei Ewigkeiten. Und doch kann er sich ein Welt errichten. Mit seiner Kraft des Geistes und des Willens steht er erhaben über allen Geschöpfen. Aber bald gilt er nichts, bald gilt er alles. - ,, Viele Wunder erfüllen den Erdkreis; wunderbarer ist keines als des Menschen." So sprach der alte Sophokles. Denn des Menschen Tätigkeit geht weit über alle Grenzen materieller Wirksamkeit. Er schaut empor in die unendliche Sternenwelt und berechnet die Bahnen, die die Gestirne gehen; er steigt in die Erde und holt deren Schäße und ist Herr geworden über die Kräfte der Wasser. Aber nicht als Einzelperson lebt der Mensch, sondern als Glied einer großen Gemeinschaft. Wenn der Zwet des Lebens erreicht werden soll, dann nur durch ein geordnetes Zusammenwirken vieler. Wenn sie auch ungleich sind die Menschen, so müssen sie sich doch im Ganzen engänzen, wie in einem Organismus die Glieder. Es ist ein Gesetz der Schöpfung, diese Gegenseitigkeit und doch diese Gemeinsamkeit. Man jorgt oft am besten für sich selbst, wenn man mit Liebe andere betraut. Die Zusammengehörigkeit vieler zu einem Ganzen, das war auch die Lehre des Gottessohnes, der vom Himmel kam. Er zeigte dem Einzelmenschen den Weg zur Gemeinschaft. Nicht auf dem Gebiete des Sichtbaren und des Zeitlichen liegt aber die Bedeutung des Menschen, sondern auf dem Gebiete des Innern, welches hinüberwirkt in die Ewigkeit. Der Sonntagsschreiber. * Verhaftet. Auf Ersuchen der hiesigen Kriminalpolizei wurde in Stuttgart der Artist Franz Kurlbaum aus Zürich festgenommen, nachdem er im Beisein seiner angeblichen Braut, der Olga Lichtl aus München, hier und in anderen Städten unter dem Namen Samson- Degenfeld und Hock, Miet- und Darlehnsbetrügereien begangen hat. * Zur Schadensforderung bei Tumultschäden ist die Rechtslage derart, daß eine Entschädigung nur gewährt werden darf, wenn der wirtschaftliche Stand des Geschädigten gefährdet worden ist. Durch Verordnung ist die Ersatzpflicht mit zwei Dritteln dem Lande und einem Drittel der Gemeinde aufge= bürdet worden. Die Entschädigung darf 75 Prozent des fest= gestellten Schadens nicht übersteigen. * Lehrerstellen. Das Ministerium für Kultus und Bildungswesen schreibt eine Lehrstelle für einen evangel. Lehrer an der Volksschule zu Bünstadt, Oberhessen, sowie Schulstelle für eine kath. Lehrerin in Budenheim, Rheinhessen, sowie für einen tath. Lehrer an der Volksschule in Finthen, Rheinhessen, aus. Dienstwohnungen sind vorhanden. * Pflanzt Bäume! Das letzte Viertel des Jahres ist das geeignetste zur Anpflanzung von Obstbäumen, Sträuchern usw. Es gibt noch sehr viel brachliegendes Land, das durch Bepflanzung nutzbar gemacht werden könnte. * Gestohlen. Am 13. und 14. Oftober 1930 sind aus der Fahrradhalle der Gewerbeschule je eine elektrische Boschlaterne entwendet worden. Personen, die Wahrnehmungen gemacht haben, wollen diese dem Polizeiamt, Zimmer 24, mitteilen. * Verloren. Am 2. Oktober 1930 wurden auf dem Wege Frankfurterstraße, Klinikstraße, Hammstraße bis Klinkelsche Mühle, 8 Weidenkörbe, gezeichnet 217, verloren. * Straßensperre. Zwecks Vornahme von Straßenbauarbeiten in der Licherstraße wird dieselbe zwischen der Wolfstraße und der Straße Am Kugelberg von Montag, den 20. Oktober 1930 ab bis auf weiteres für jeglichen Verkehr von Fahrzeugen aller Art polizeilich gesperrt. * Straßensperre. An den Vormarkttagen beim Viehmarkt wird in der Zeit von 14,30 Uhr bis 17 Uhr die Hammstraße zwischen der Eisenbahnüberführungsbrücke und der Güterabfertigung für jeglichen Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Umleitung nach der Margaretenhütte erfolgt von der Ecke der Hammstraße durch Gabelsbergerstraße, Frankfurterstraße, Wetzlarerweg. Die Umleitung von der Margaretenhütte erfolgt über die Eisenbahnüberführungsbrücke. Umleitungs- und Sperr= schilder werden rechtzeitig aufgestellt. Die Anfahrt von der Hammstraße zur Güterabfertigung wird hierdurch nicht berührt. * Kalten von Obstbäumen. Die Besitzer von Obstbäumen Der Gemarkung sollen nach einer Anordnung der StadtverIchlein ge erer Nab rt, daß wit sbesondere anz befon ne unjid e ich fon 7 Meniden fteht fe Ceit Gedo nährt, all nnwerte in ergibt fid zu dem g genommen Nahrung rte in fi mtheit un „ Gießener Zeitung" waltung zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämtliche Obst= bäume bis Mitte November ds Js. abfragen und mit Kalkmilch bestreichen. * Willi von Moellendorffs, unseres heimischen Komponisten große Chorballade„ Die Brüde am Tay", Dichtung von Theodor Fontane, hatte sich unlängst bei ihrer im ganzen 20. Aufführung in Iserlohn durch den Jerlohner Männergesangverein unter Franz Hanemann eines ganz beispiellosen Erfolges zu erfreuen. * Oberhessischer Kunstverein. Beginn der neuen Ausstellungsperiode am Sonntag, den 19. Oktober. Die Delgemälde, Aquarelle und Zeichnungen sind sämtl. landschaftlichen Inhalts. * Tierschutzvereins tagung. Die 49. ordentliche Hauptversammlung des Tierschutzvereins für Hessen findet am 30. Ot tober in Heppenheim statt. Nach den geschäftlichen Verhandlungen wird Rektor Pfeiffer aus Birkenau über Naturschutz sprechen. * Allgemeine Ortskrankenkasse Gießen- Stadt. Freitag, den 24. Oktober, abends 8,30 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Ausschußz= sitzung. * Freiw. Sanitätskolonne vom Roten Kreuz e. V. Am Montag, den 20. Oftober, abends 8 Uhr, beginnt im KolonnenDepot, Sonnenstraße 2, ein neuer Betriebshelfer- Kursus in der ersten Hilfeleistung bei Unglücksfällen. * Deutschnationaler Handlungsgehilfen- Verband. Im Café Leib findet am Sonntag vormittag der Kreistag des Kreises 2, Mittelhessen, statt. Aus Rah und Fern. Heuchelheim bei Gießen. Ein Strohhaufen etwa 4 Wa= genladungen zweier Einwohner von hier brannte in der Nacht auf Freitag auf unaufgeklärte Weise nieder. - Schotten. Wie die Schottener Freie Metzgerinnung" bekannt gibt, haben ihre Mitglieder die Verkaufspreise für Schweinefleisch und Wurst entsprechend den gesunkenen Einfaufspreisen wesentlich ermäßigt. Nr. 83 50 Jahre Bogelsberger Höhen- Club. Schotten. Dem hiesigen BHC- 3weigverein ist die auf den Sonntag nach Pfingsten 1931 angesetzte 50jährige Jubiläumsfeier des Vogelsberger Höhen- Clubs übertragen worden. Die Vorarbeiten für diese für das Wanderleben bedeutsame Tagung haben bereits mit Nachdruck eingesetzt. Ober- Selters. Die Mineralquelle Ober- Selters besteht im Oftober 60 Jahre. Nieder- Ingelheim. In der vergangenen Nacht kam es in der Familie des Landwirts Jacob Baumgarten I. zu einem Familienstreit. Dabei engriff Baumgarten ein Messer und versetzte seinem 29jährigen Sohn Johann einen Stich ins Herz, so daß der Getroffene tot zu Boden sant. Der Täter wurde durch die Gendarmerie sofort festgenommen. Motor in der Nußschale. In Rettert( Unterlahn) hat ein junger Mann, Schüler des Technikums in Bingen, einen Minatur- Motor konstruiert, der in einer Nußschale eingebaut ist. Das fleine Kunstwerk wiegt 15 Gramm. Der Motor macht 600 Touren in der Minute. Nassau( Lahn). Dieser Tage konnte die nassauische Erziehungs- und Pflegeanstalt Scheuern ihr 80jähriges Bestehen feiern. Haiger. Der am Donnerstag veranstaltete Lukasmarkt brachte unserer Stadt einen starken Verkehr und war begünstigt von herrlichem Herbstwetter. Der Vieh- und Krammarkt war gut beschickt und fand lebhaften Zuspruch, so daß auch in geschäftlicher Hinsicht ein zufriedenstellendes Ergebnis przielt wurde. Frankfurt a. M. Der 25jährige Gärtner Karl M. gab im Verlaufe einer Auseinandersetzung fünf Schüsse auf seine Frau ab. Schwerverletzt kam die Frau in ein Krankenhaus, während der Mann festgenommen wurde. Kassel, 16. Oktober. Rechtsanwalt Dr. Steinmetz aus Kassel, der im Zusammenhang mit den Uralzeffbetrügereien und Fälschereien gegen die Raiffeisenorganisationen in Dresden seinerzeit verhaftet worden war und nun wieder auf freien Fuß gelassen worden ist, wurde weit vor den Toren der Stadt am rechten Fuldaufer bewußtlos im Grase liegend aufgefunden. Einwanderertragödie.*) Erlebnisse aus Buenos Aires. Auf den breiten Avenidas von Buenos Aires vollführt der Peso seine Kapriolen. Er huscht im Auto über den Asphalt, geistert in elektrischen Lichtorgien und sprüht ein spitzbübisches Lächeln aus funkelnden Brillanten. Auf geheimnisvollen Wegen ist er durch die Lande gerollt, hin zu den Avenidas der Hauptstadt, um hier in glänzenden Masken zu pa= radieren. Von dem prächtigen Bahnhofsgebäude des Ferro carril Central Argentino bis hinunter zu der dem Berliner Norden gleichenden ,, Boca" zieht sich zwischen wuchtigen Mauern ein lehmfarbiger Wasserstreifen hin. Von dort her,: vo in zwei langen, bunten Reihen müde Ozeanriesen von der Reise ausruhen, wo sechsstödige Lagerhäuser ungezählte Kisten and Ballen schlucken oder ausspeien, tragen heulende Sirenen cine anregende Musik in die Straßen des Hafenviertels, die in derselben Melodie, doch süßer, verlockender, durch das auschende Leben der Venidas klingt. Solche Musik ermuntert zu geschäftlichen Aktionen. Durch jene Straßen zieht der Strom der Einwanderer. Täglich kommen neue, immer sind es andere. Fast alle geben sich zu erkennen, am gemächlichen Gang, am Schnitt des Anzuges, an tausend stummen Fragen, die in ihren Augen geschrieben stehen. Man läßt ihnen kaum Zeit, das Neue zu erfassen, das hier in fremden Lauten, unbekannten Sitten, anderen Lebensformen das Herz des armen Einwanderers erschüt= tert; mit verbindlichstem Lächeln zieht man sie hinein in den Strudel Amerika. Vor manchen Häusern am Hafen sind große schwarze Tafeln angebracht, auf denen mit Kreide geschrieben steht, daß man Leute für die Maisernte, zum Eisenbahnbau oder Peone für sonstige Arbeiten sucht. An diesen Tafeln geht der deutsche Einwanderer in den ersten Tagen stolz vorüber. Eisenbahnarbeiter? Das ist etwas für Abenteurernaturen und Gesindel. Er hat doch nicht die Heimat verlassen, um hier an der Eisenbahn.. Na schön. Nach vier Wochen ist er wieder da, fragt, ob man ihn gebrauchen tann. Ermüdet von der ihn umtobenden Jagd nach dem Peso, die ihn nur als Zuschauer duldet, zermürbt von dem grausamgoldenen Spiel, an dem nur Starte sich beteiligen dürfen, wendet er sich entmutigt ab und sucht bescheidenste Möglichkeiten. Man aber braucht ihn nicht, nimmt lieber anspruchslose, klimafeste Männer aus dem Süden Europas. Zudem kann er ja nicht einmal die Vermittlergebühr bezahlen. So wird er weiter nach Arbeit suchen, vielleicht verzweifeln, vielleicht untergehen, aber um ihn her wird weiter ein mitleidloses Kämpfen, ein fröhliches Jauchzen sein... Das Elend der Einwanderer ist groß. Nachts liegen sie auf den harten Bänken in den Hafenanlagen, und der rauhe Südwind, der jetzt in den Wintermonaten vom Feuerland dahengebraust kommt, heult in den Wipfeln der Wipfeln der Palmen und singt den Obdachlosen ein stürmisches Schlaflied. Morgens stehen sie vor den Arbeitsnachweisen Schlange. Es ist eine buntgemische Gesellschaft aus allen Berufen, vom ungelernten Arbeiter bis zum ehemaligen Bantprokuristen oder Direktor. Hier aber sind sie alle gleich; der saubere Stehkragen verschafft seinem Träger keinerlei Vorieile gegenüber dem Mann im grauen Arbeitskittel. Meistens entscheiden nur robuste Gesundheit und zwei kräftige Fäuste über die nächste Zukunft, über Arbeit und Verdienst oder Hunger und Verzweiflung. Auf den breiten Avenidas aber rollt der Peso. Man sieht elegante Frauen, blizende Limousinen, prunkvolle Geschäftshäuser und den ganzen verschwenderischen Glanz einer reichen Millionenstadt. Und doch kommt fast täglich ein europäischer Ozeanriese auf dem La Plata an und jetzt hier fremde Menschen an Land, die enttäuscht sind und es nicht begreifen können, daß in diesem reichgesegneten Lande fein Platz mehr sein soll für ehrliche und arbeitsfrohe Menschen, die sich hier eine bescheidene Existenz aufbauen möchten. Buenos Aires als Einwandererstadt das ist ein schmerzliches Kapitel. Würde man die Geschichte dieses Immigrantenhafens schreiben, es würde ein Buch der Tragödien werden, eine düstere Schilderung ungezählter Hoffnungen, die eine gefühllose und tölpelhafte Wirklichkeit in Scherben schlug. *) Aus persönlichen Erlebnissen H. E. Plattes, eines deutschen Einwanderer in Argentinien, ist ein Reise- und Abenteuerbuch ,, unter Indianern, Kreolen, Banditen" entstanden, das im Volfsverband der Bücherfreunde, WegweiserVerlag G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2, erscheint( in Halbleder gebunden 3,70 RM.) Dem Werke ist vorstehender Abschnitt entnommen. Ein Eigenheim und sei's auch erst im Alter! Erfüllen Sie sich Ihren Wunsch, nach arbeitsreichen Jahren einst im eigenen Häuschen sorgenlose Tage zu verleben. Sie können jetzt schon fest den Tag bestimmen, an dem Sie einst Ihr Eigenheim beziehen werden: Stellen Sie durch eine Lebensversicherung für einen ganz bestimmten Tag in 15 oder 20 Jahren das erforderliche Kapital bereit. Sie haben dann zugleich auch die Gewißheit, daß Ihre Angehörigen bei Ihrem Tode sofort das ganze Kapital erhalten, wenn Sie den festgesetzten Tag nicht mehr erleben. Legen Sie die Hälfte Ihrer Ersparnisse in Lebensversicherungen an! Samstag, den 18. Oftober 1930. Ein Amtsrichter verurteilt. Heidelberg. Der frühere Mannheimer Amtsrichter Karl Franz Strübel aus Pforzheim wurde wegen Verbrechens gegen § 174, Abs. 2 in zwei Fällen und wegen passiver Bestechlichkeit in drei Fällen gemäß§ 331 St. G. B. zu 2 Jahren 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Präsident Hoover bestellt drei Pfalzbilder. Der Präsedent der Vereinigten Staaten, Herbert Hoover, dessen Vorfahren gebürtige Pfälzer waren, hat bei dem Maler Heinrich Lauer in Roßleben bei Naumburg drei Pfälzer Bilder bestellt. Es handelt sich um Bilder von Hoovers Heimatgemeinde Ellerstadt mit dem Stammhaus der Familie des Präsidenten Hoover. Das Klima unserer Wohnung. Das Klima wird im wesentlichen bestimmt von der Temperatur der uns umgebenden Luft, ihrer Bewegung und ihrem Feuchtigkeitsgehalt. Die von unserem Willen unabhängigen Schwankungen dieser Faktoren bedingen die Art des Außen- Klimas. Zum Schutze gegen dessen Unbilden, insbesondere gegen Hitze und Kälte, gegen Wind, Schnee und Regen hat der Mensch sich Wohnungen erbaut, in denen er zwar durch Ritzen und Fugen der Fenster und Dielen stets mit dem Außen- Klima in Verbindung steht, aber doch in weitem Maße in der Lage ist, sich das Innen- Klima, das Klima der Wohnung, nach eigenem Willen selbst zu gestalten. Oberster Grundsatz muß dabei die Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit sein. Beide werden zunächst stark beeinflußt von der uns umgebenden Temperatur. Ganz allgemein ist zu fordern, daß in einem Kinderzimmer eine Temperatur von 17-20° C, in einem Wohnraum von 17-18° C, in einem Schlafraum für Erwachsene von etwa 15° C herrschen soll. In einem Krankenzimmer wird man für eine Temeperatur von 17-20° C forgen müssen. Die Wärme in Arbeitsräumen muß der jeweiligen Beschäftigung angepaßt werden, sollte aber nie 18-20° C über- und 15° C unterschreiten. Möglichst in jedem Zimmer sollte daher etwa in Manneshöhe über dem Fußboden ein Thermometer aufgehängt werden, das mit einiger Zuverlässigkeit über die wirklich im Raume vorhandene Temperatur unterrichtet. Die Regulierung der Lufttemperatur eines von Menschen benutzten Wohn, Schlaf- oder Arbeitsraumes geschieht durch Heizung und Lüftung. Letztere dient vor allem auch der Luftverbesserung. Die Zusammensetzung der Außenluft ist im allgemeinen gut und richtig, im abgeschlossenen Raume dagegen wird die Luft durch die Ausamung und Ausdunstung der Menschen, durch die Heizung und die verschiedenen, künstlichen Lichtquellen, wie Gas, Petroleum oder Kerzenlicht usw., in gesundheitsschädlichem Maße verändert. So kommt es zu einem vermehrten Gehalt der Innenluft an Kohlensäure und Wasser. Durch die Anwesenheit von Menschen im Wohnraum findet an die umgebende Luft aber auch eine ständige Wärmeabgabe statt, die bei ungenügender oder mangelnder Luftbewegung zu künstlicher Wärmestauung im Körper führt. Besonders der Säugling, der womöglich noch in Betten und Kissen eingehüllt wird, erfährt so nicht selten eine Ueberhitung, die allerlei Krankheiten, ja unter Umständen sogar seinen Tod zur Folge haben kann. ,, Gießener Zeitung" das Schlafzimmer einer ausreichenden Versorgung mit frischer Luft, wobei auf das möglichst zu erstrebende Schlafen bei offe: nem Fenster hingewiesen sei. Im Schlafzimmer spielt auch der Feuchtigkeitsgehalt der Luft wohl die in gesundheitlicher Beziehung größte Rolle. Die während der Nacht ausgeatmete Luft zusammen mit der gleichzeitig in vermehrtem Maße erfolgenden Hautausdünstung erhöht den Wassergehalt der Luft. Nur wenn die Zimmerluft einen bestimmten, je nach der Temperatur verschieden hohen Feuchtigkeitsgehalt ausweist oder einen bestimmten ,, relativen Sättigungsgrad" erreicht hat, fühlen wir uns wohl. Das vermehrte Luftfeuchtigkeit Möbel, Betten und Kleidungsstücke verdirbt, sei nur nebenbei erwähnt. Bei Körperruhe und unbewegter Luft soll im Schlafzimmer der Höchstwert der relativen Luftfeuchtigkeit etwa 60%, im Wohn- oder Arbeitsraum 40-50% betragen. Auf der anderen Seite pflegt die Luft in unseren Wohnräumen, besonders wenn sie durch Zentralheizung erwärmt werden, ost zu trocken zu sein. Zu trockene Luft läßt Haut und Lippen spröde werden, macht bei offenem Munde und längerem Sprechen Zunge und Gaumen trocken und löst Durstgefühl aus. Die einzig zweckmäßige Abhilfe besteht in solchen Fällen im Ausstellen flacher mit Wasser gefüllter Schalen oder im Aufhängen nasser Tücher, die durch Verdunstung Feuchtigkeit an die umgebende Luft abgeben. Falsch ist es, wie es besonders in Büroräumen häufig geschieht, trockene Luft durch Oeffnen eines Fensters bekämpfen zu wollen. Darum ist richtiges Lüften des menschlichen Wohnraumes von ganz besonderer Bedeutung. Erwärmte Luft sammelt sich an der Zimmerdecke. Desfnet man daher beim Lüften nur ein tief gelegenes Fenster, so bleibt die oben liegende schlechte Luft meist ungewechselt und mischt sich höchstens mit der einströmenden frischen Luft, so daß eine vollständige Durchsetzung des Raumes mit frischer Luft unmöglich wird. Deshalb öffne man zum Lüften möglichst stets den höchstgelegenen Teil des Fensters. Wo eine solche Möglichkeit nicht besteht, erstrebe man den raschen, pollständigen Luftwechsel durch Herstellung von Gegenzug, der in längstens 5 Minuten die gesammelte schlechte Luft ausfegt und den ganzen Raum mit frischer Luft anfüllt. Eine solche Lüftung ist je nach Größe und Besetzung des Raumes mehrmals täglich erforderlich. Ganz besonders bedarj Lesen Sie den neuen atemraubenden Roman der Münchner Jllustrierten: Mit versiegeller Order! Union Zur Messung des Feuchtigkeits- oder Trockenheitsgrades der Luft im geschlossenen Raume bedient man sich des sogenannten, Hygrometers". Das ist ein kleiner Apparat, in dem in passender Weise, gewöhnlich ein entfettetes Haar, aufgehängt ist, das die Eigenschaft hat, sich bei trockener Luft zu verkürzen und bei steigender Feuchtigkeit zu verlängern. Wird ein solches Haar wie im Hygrometer dann mit einem Zeiger verbunden, der sich auf einer geeichten Stala bewegt, so kann man die Feuchtigkeitsprozente der Luft am Hygrometer genau so ablesen, wie etwa die Wärmegrade am Thermometer. Dabei ist allerdings zu beachten, daß diese Art Feuchtigkeitsmesser sehr veränderlich sind und öster nachgeprüft und mittels der am Apparat angebrachten Stellschraube von Zeit zu Zeit nach bestimmter Vorschrift reguliert werden müssen. Wir sind also in der Lage, das Klima unserer Wohnung ganz nach unserem Wunsche oder den Geboten der Gesundheitspflege regeln zu können, und je sorgfältiger wir dabei zu Werke gehen, um so leichter wird es gelingen, Krankheiten zu Dr. K. verhüten und für unser Wohlbefinden zu sorgen. Fortschrittliche Weidewirtschaft. Tierzuchtinspektor Dr. P. Lieb. Durch die Gründung des deutschen Rinderleistungsbuches ( 1. 10. 1926), dessen Einführung in die deutsche Rinderzucht wir der Deutschen Landwirtschafts- Gesellschaft, inbesondere aber den Herren Geheimrat Prof. Dr. Hansen und Tierzuchtdirektor Deite- Peest, verdanken, hat die deutsche Rindviehzucht einen ungeahnten Ausschwung genommen. Die vorbildlichen ameri fanischen Jahresleistungen der Milchkühe von 15 bis 16 000 Liter Milch und 500 bis 600 Kg. Fett erschienen uns märchenhaft und unerreichbar. Deutscher Fleiß und zielbewußte Energie aber haben uns in den wenigen Jahren des Bestehens des deutschen Rinderleistungsbuches gezeigt, daß auch die deutsche Rinderzucht zu ähnlichen Leistungen reif ist. Mr. 83 sundheit der Tiere, letztere bedingt durch naturgemäße Pflege, Haltung und Fütterung( sommerlicher Weidegang), sind eng miteinander verbunden. Nur durch„ fortschrittliche Weidewirtschaft", wie sie die neuzeitliche Grünlandbewegung fordert, konnfen wir dieses Ziel erreichen. Die deutsche Landwirtschaft aber muß bei der derzeitigen schlechten Konjunktur mehr denn je den Rechenstift führen, praktisch und wirtschaftlich denken. Gesundheit und zweckentsprechende Ernährung der Tiere bilden die Basis jeglicher Rentabilität der Rinderzucht, insbesondere der Milchoiehhaltung. Die bisher erzielten Spitzenleistungen betragen beim Niederungsbieh 557, 518 und 510 Kg. Milchfeti, beim Höhenvieh 423 und 412 Kg. Milchfett. In der Milchmenge wurden Höchsterträge von 13 665 Kg. beim Niederungsvieh und 9481 beim Höhenvieh erzielt. Diese Zahlen beweisen einwandfrei, daß die deutschen Rinderschläge nicht nur in der Form, in der Konstitution und Widerstandskraft, sondern auch in der Leistung den Vergleich mit den ausländischen Zuchten voll aufnehmen fönnen. Der Hauptfaktor zur Bildung von Milch ist das Eiweiß, dieses aber kann bekanntlich neben Phosphorsäurezufuhr nur durch Stickstoffdüngung im Pflanzenbestand der Dauerweiden erzeugt werden. Wenn neuerdings ab und zu mit der Verwendung von gesteigerten Kunstdüngergaben, insbesondere von hohen Stickstoffgaben auf den Weiden nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt worden sind, liegt der Grund wohl darin, daß der betr. Weidewirt nicht erkannt hatte. daß mit einer erhöhten Stickstoffdüngung auch die bisherige Methode der Beweidung der Weiden zu ändern ist. Hohe Stickstoffgaben fönnen nur in Verbindung mit einer veränderten Weidetechnik, also einer Beschleunigung des Umtriebes, einer Einteilung des Viehes nach Leistungsgruppen, einer weitgehenden Koppelung und einer sorgfältigen Pflege der Grasnarbe entsprechende Erfolge bringen, deren Wirtschaftlichkeit auch durch ungünstige Witterungsverhältnisse nicht in Frage gestellt werden kann. - Neue Bücher. Sprengstoff. Der Nachkriegsroman von Friedrich Wilhelm Heinz Ganzleinen 4,80 RM. Frundsberg- Verlag G. m. b. H., Berlin 1930. Fr. Wilh. Heinz gibt eine aus dem Sinn und dem Erlebnis gestaltete Darstellung jener heute abgeschlossenen Zeit der Geheimbünde, der Putsche, der noch ungefestigt treibenden Zustände und Möglichkeiten, die jeden Tag sich darboten. Nach so und so vielen im Privaten steckenbleibenden Einzelschil: derungen und belanglosen Erinnerungen wird hier zum ersten Male mit Blickweite und Erkenntnis, Mut zum Bekenninis und Ungebrochenheit in Verfolg des einmal und künftighin Begon nenen ein geformtes Gesamtbild jener Zeit der Verwirrungen u. Klärungen gegeben. Die Grundbedingung für die Erzielung derartiger Höchst leistungen ist neben einer planmäßigen und zielbewußten Zucht entschieden die Gesundheit der Tiere. Höchstleistungen und Ge-| Welt- Spar- Tag Am 30 Oktober Koves musst Du sparen! Korpulenz macht alt Korpulente und zum Starkwerden Veranlagte nehmen früh, mittags und abends 2-3 Tobula- Kerne, die in Apotheken zu haben sind. Heizi Kein Rauch kein Ruß.keine Schlacken ** Union Neue Sprachgestaltung. Ein Handbuch für Sprachlehrer, für Forscher, für Techniker und Werber, von Hans Lorenz Stoltenberg, Privatdozent in Gießen. 100 S. Kart. 3,50 RM. Wer eine wissenschaftliche Arbeit abfassen, eine Dichtung oder Erzählung gestalten, höheren sprachlichen Unterricht erteilen, durch Bericht, Gesetz oder Werbsache wirken will, sollte alle Ausdrucks- Möglichkeiten der Sprache beherrschen. Wege zu dieser Herrschaft weist jahrelange Erfahrung von Wissenschaft und Kunst, von Unterricht und Werbung in sachgemäßet deutscher Sprache zum einheitlichen Ausdruck bringend die ,, Neue Sprachgestaltung". Eine Neuerscheinung des Verlags Moritz Schauenburg A.-G., Verlagsbuchhandlung, Lahr( Baden). Deutscher Rundfunkkalender auf das Jahr 1931. 112 Blatt mit 106 Bildern. Preis 1,90 RM. Südwestdeutscher Funkverlag G. m. b. S., Frankfurt a. M. Wer die 106 Bilder überblät tert, die alle von einem klaren und jedermann faßbaren Text begleitet sind, wird den Wunsch haben, den Rundfunk- Kalender zu besitzen, der ihm aus der Fülle des Radiowesens Anregung, Unterhaltung und Belehrung zugleich bietet. - 1 Eri Bezugsprei Redaktionsschluß endung nicht ve 43. Babe Poli Der Reichsp Waris Dr. v. Hoe Die Reichsta Sionsfigung erner tages erhoben u fung des Reichst ,, Der Türmer Deutsche Monatshefte". Monatlich ein Heft im Umfange von über 100 Seiten mit ca. 60 prächtigen 3. T. farbigen Bildern. Preis nur 1,50 RM. Verlag Heinrich Beenten in Berlin SW. 19. Das Oktoberheft überrascht durch eine ganz neuartige, lebendige Form. Der unterhaltende Teil ist reich und vielseitig. Eine Monatsschrift, die für die Nöie und Bedürfnisse der Zeit Nahrung und Anregung gibt, die be wußt und ernsthaft ihrer ganzen Arbeit die zwei großen Forder rungen der Gegenwart voranstellt, in dem sie Vaterland und Gottesfurcht, die beiden unvergänglichen Tugenden des deutschen Volkes, pflegt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Zimmer mit Heizung, nicht zu flein, in ruhig. Hause| von stnd.med. aesucht. Ang. u G. 3. 2712 an dieses Blatt. Am Unterricht im Schneidern, Weißzeugnähen, Wäschezuschneiden, Handarbeiten, können noch einige junge Mädchen teilnehmen. E.Hofmann, Gießen, Stephanstr.49 li Wer will aufs Schiff? Schreiben Sie an A. Köhler Hamburg 13( F. 82)| 23jähr. Mädchen aus gutem Hause sucht für sofort oder später Stellung in besserem Haushalt, wo sie auch Gelegenheit hat, sich im Kochen auszubilden. Gefl. Angebote erbeten unter C. M. 15 an die Geschäftsdieses Blattes. NWK WoLLe NWK 3 Kugel Marke Drei- Kugel Strümpfe& Socken seit Jahrzehnten erprobt und unerreicht In allen Preislagen Union Billigster und bequemster BrennstoffBrikeńs Die Einladu methandlungen in Magnachmittag al gen ist der Den Im Auswär Werfig des Abg richtete Augenm lungen. 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