97. 38. Semeinnügige ihre Spiel Shre Gaitipi au, Thüring ens hinaus i ten. Die Rud nötig zu habe Mitnahme gei nug Wanderer erung ihre Hei mitzunehmen Sesinnlicher und Baldes oder an auch auf der Land und Leu enn man Neu thache, daß nur Dorbereitet eine liest man wohl ertiefen, und es Heimatbücher, jeführern. Als „ Brandstätters Gie enthalten che Landschaft, teratur, berid and Schiller bis edrich Lienhard, Landschaft Bereits 30 große ren Landschafts nzenden deutsch hlreichen Feder farbig wieder en ausgestattet erbreitung wün Pommerland märtische Hei Kyffhäuser nde( Don Main der( Das Voll au)- Seffen Elsaß- Lothringer iches Alpenlan chen Werra un art Posen- West ene Ostlande- Riesen- und Je eich Kärnter deutschen Volks Verlag Herman . Zweite Reih geb. 5,50 RM. ndleben, sonder dem Inhalt Nachmittag;& ert in alten er den Ba TII. das Schaffen des ch Wilhelm Hen urfürstenallee 14 Leben und Schai n, ist eine Au be heraus jie ge Frig Fint( We en hat, sich diese svolle Liebe, di macht das schö Für die deuts Edelstein. Nur feiner une Ausrüstung. Di eschäftigt sich m ein in Gießen chen ekannten flüssige aktischem Seile Bohnerwachs Herrn als ETER sartikel an Gross 2n, Krankenhäuser s, Cafes, Arte us ht erforderlich, we ngang der Auftra wird, le Nieder eifenfabrik ver, Gaulstrass .A- G, bol otten geschützt Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Reichsverband der Deutschen Industrie nimmt in einem Gutachten zu der Krisis der Landwirtschaft Stellung und spricht sich für eine Aufwendung öffentlicher Mittel zur Vermeidung einer Katastrophe aus. Im Ausschuß des Reichstages wurde die Einleitung eines Privatllageverfahrens gegen Wagner( Nationalsozialist) wegen Beleidigung durch die Presse genehmigt. Desgleichen wurde die Genehmigung zur Strafverfolgung Dr. Goebbels( National: sozialist) und Feder( Nationalsozialist) wegen Beleidigung er: teilt. Im Haushaltsausschuß des Reichstages wurde der Haushaltsposten für Wohnungs- und Siedlungswesen entsprechend der Regierungsvorlage genehmigt. Das Aufwertungshypothekengesez ist vom Reichskabinett verabschiedet worden und wurde dem Reichsrat zugeleitet. Auf der internationalen Bergarbeitertagung in Krakau wur: de u. a. der Beschluß gefaßt, zum Zeichen des Einspruchs gegen die Rüstungen an einem bestimmten Tage in einen 24stündigen Demonstrationsstreit zu treten. An diesem Streit haben sich die Bergarbeiter der ganzen Welt zu beteiligen. Am Mittwoch abend überfielen bei Heidenau bei Dresden 150 Kommunisten eine Gruppe Nationalsozialisten, von denen 25 verlegt wurden. 18 mußten in Krankenhäuser eingeliefert werden. Die Postbeamten von Paris sind am Donnerstagvormittag in einen zweistündigen Streit getreten. Die Regierung be= absichtigt, gegen die Beamten, die sich am Streik beteiligt haben, Strafmaßnahmen zu ergreifen. Der Moskauer Flugverkehr soll nach dem Muster des Ber: liner Zentraiflughafens ausgebaut werden. Die neuen Pläne sollen eine Belebung des Moskauer Flughafens insbesondere als Knotenpunkt sowohl für den Verkehr mit dem Westen als auch mit Asien mit sich bringen. Böllige Räumung des Rheinlandes am 30. Juni. Genf, 16. Mai. Der französische Außenminister Briand hat in einer kurzen Unterredung, die am Freitagvormittag kurz vor seiner Abreise mit dem Reichsaußenminister Dr. Curtius stattfand, die Erklärung abgegeben, daß die französische Regierung am 30. Juni der Reichsregierung die völlige Räumung des Rheinlandes notifizieren werde. Reichsaußenminister Dr. Curtius ist am Freitagnachmittag allein nach Badenweiler abgereist und trifft Montag früh in Berlin ein. Hindenburg ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 17. Mai 1930 Schließlich gaben die total erschöpften Nationalisten ihr Unternehmen auf und wurden von der Polizei nach einem etwa einen Kilometer entfernten Freiwilligenlager zurüdtransportiert. Trotz ihres Mißerfolges haben die Gandhi- Freiwilligen ihren Plan gegen das Salzdepot von Dharsana keineswegs aufgegeben. Schon morgen wird eine neue Gruppe von Bombay aus nach Dharsana marschieren, um den Versuch zur Eroberung des Depots zu wiederholen. Dr. Böß fern von Berlin. Der Berliner Oberbürgermeister Dr. Böß, dessen Vernehmung im Untersuchungsausschuß des preußischen Landtags über die Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung am Freitag erwartet wurde, ist zu seiner Vernehmung nicht erschienen. Wie der Vorsitzende des Ausschusses mitteilte, weilt Dr. Böß zur Erholung außerhalb Berlins. Die Ladung konnte ihm nicht rechtzeitig zugestellt werden. Berlin hat einen neuen Standal. In seiner Wohnung in der Preußenallee in Berlin- Westend hat der Stadtoberinspektor Borcherdt, gegen den ein Verfahren wegen Bestechung schwebt, einen Selbstmordversuch unternommen. Nach den Ermittelungen der Justizbehörden hat sich Borcherdt der passiven Bestechung schuldig gemacht. Gleichzeitig mit Borcherdt zusammen ist Anklage gegen die Gräfin Tayllerand als Mitinhaberin der Firma Vornmann und den Inhaber der Firma Thiem, Kugler, wegen aktiver Beamtenbestechung erhoben worden. Nach den bisherigen Ermittelungen sollen die Provisionseinnahmen für Borcherdt die Höhe von 100 000 RM überschreiten. Der frühere Kaiser bei Krupp? Wie aus Essen gemeldet wird, weilt der frühere Kaiser in Essen, um eine Besichtigung der Kruppschen Werksanlagen vorzunehmen. Er hat in der Villa Hügel bei Essen Wohnung ge= nommen. Vorausgesetzt, daß diese Meldung sich bestätigt, so wäre dies das erstemal seit dem Umsturz, daß der frühere Kaiser wieder deutschen Boden betreten hat. Das deutsche Volfseinkommen. O Die Vierteljahrshefte zur Konjunkturforschung, herausgegeben vom Institut für Konjunkturforschung, bringen in Heft 4 ihres 4. Jahrganges nachstehende Uebersicht über die Entwicklung des Volkseinkommens seit 1925: Einkommensquellen 1925 1926 1927 Milliarden Reichsmark 3,2 3,3 Landwirtschaft Handel und Gewerbe 11,7 11,7 Vermietung und Verpachtung Kapitalvermögen nimmt an der Befreiungsfeier in Mainz teil. Renten Es steht nunmehr fest, daß Reichspräsident von Hindenburg am 19. Juli, von der Pfalz kommend, in Mains eintrifft und an der großen Befreiungsfeier, die Sonntag, den 20. Juli, dort stattfindet, teilnimmt. Die Vorbereitungen hierzu sind von der hessischen Regierung und der Stadt Mainz bereits eingeleitet. Der Reichspräsident wird am Sonnabendabend zu Schiff in Mains eintreffen. Das Dithilfegejek vom Reichsfabinett verabschiedet. Berlin, 15. Mai. Das Reichskabinett beendete heute abend seine Beratungen über den Entwurf eines Gesetzes über Hilfs= maßnahmen für die notleidenden Gebiete des Ostens.( Ost= hilfegesetz). An der Sitzung nahmen Vertreter des preußischen Staatsministerium, der Reichsbank, der Preußenkasse und der Rentenbankkreditanstalt teil. Der mißglückte Angriff auf das Salzlager von Dharjana. Bombay, 16. Mai. Die ,, Belagerung" von Dharsana hat mit einem Siege der Polizei geendet. Achtundzwanzig Stunden lang saßen die Gandhi- Freiwilligen unter dem Kommando von Frau Naidu, der Nachfolgerin Gandhis, auf offener Landstraße, umzingelt von einem Polizeikordon, der ihren Weitermarsch nach dem Salzdepot verhindern sollte. Ohne Speise und Trank, schutzlos der glühenden Sonne preisgegeben, hielten die Freiwilligen aus, so lange sie konnten. Anhänger der nationalistischen Bewegung, die ihnen Wasser bringen wollen, wurden von der Polizei daran gehindert. Diejenigen Freiwilligen, die sich zur Erholung nach dem Dorfe begaben, wurden zwar durch den Polizeikordan durchgelassen, durften aber nicht mehr zu ihren Genossen zurückkehren. Lohn und Gehalt Summe der Privateinkommen Oeffentliche Erwerbs= einkünfte Volkseinkommen 1928 1929 3,5 3,4-3,6 12,9 13,0-13,2 0,5 0,6 0,7 0,8 1,4 1,5 2,2 2,2 2,8 2,6 3,4-3,6 13,1-13,3 0,8 3,3-3,4 1,6 1,9 2,6-2,7 34,9 35,5 38,8-39,4 43,6-44,1 44,5-45,5 53,3 54,5 60,3-60-9 66,2-67,1 67,7-69,3 1,0 1,7 1,7-1,9 1,8-2,5 1,8-2,5 54,3 56,2 62,0-63,0 68,0-70,0 69,0-72,0 Umgerechnet auf den Kopf der Bevölkerung stieg das Volkseinkommen von 870 Rmk. im Jahre 1925 auf 895 Rmk. im Jahre 1926, in den folgenden Jahren von 980-1000 Rmk. bezw. 1070-1100 Rmk., um im Jahre 1929 eine durchschnittliche Höhe von 1080-1125 Rmf. zu erreichen. Wenn auch die Berechnungen des Volkseinkommens wegen der großen begrifflichen und statistischen Schwierigkeiten zum Teil auf Schägungen beruhen, so bieten die angegebenen Zahlen immerhin einen gewissen Anhaltspunkt. Die Bearbeitung der in der letzten Zeit durchgeführten Steuerstatistiken gewährt die Möglichkeit, die Schäßungen zu den Berechnun gen mit größerer Genauigkeit als bisher durchzuführen. Interessant bleibt, daß das Institut für Konjunkturforschung zu den veranlagten Einkommen in Landwirtschaft, Handwerk und freien Berufe einen Zuschlag von 15 Prozent für die steuerlich nicht erfaßten Beträge hinzurechnet. Auch das Einkommen der Selbständigen in Handel, Gewerbe und freien Berufe wird festzustellen versucht. Die Berufs- und Betriebszählung vom Jahre 1925 zählte bekanntlich 3,7 Millionen Erwerbstätige in der angegebenen Gruppe. Unter Berücksichtigung der mithelfenden Familienangehörigen, der leitenden Angestellten und Beamten betrug das Einkommen der angegebenen Erwerbstätigen im Jahre 1929 etwa 19 bis 20 Milliarden Rmk. oder rund 30 Prozent der Privateinkommen. Das Einkommen der Handwerker und Kleingewerbetreibenden( Allein- und Kleinbetriebe nach der Betriebszählung, vermindert um die Nebenberufsbetriebe und die Hausgewerbetreibenden) wird bei 2,6 Millionen Einkommensbeziehen mit 7½ bis 10 Milliarden Rmk. angegeben, mithin ein Durchschnittseinkommen von 3-4000 Rmk. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 39 Der neue Reparationsplan. Sein wesentlicher Inhalt und seine notwendige innerdeutsche wirtschaftspolitische Auswirkung. Schluß. Moratorium. Sollte Deutschland zu der Feststellung gelangen, daß die Währung und das Wirtschaftsleben Deutschlands durch die teilweise oder vollständige Ueberweisung des aufschiebbaren Teils der Jahresleistungen gefähr= det werden könnte, dann kann es zu der Erklärung eines Moratoriums schreiten. Deutschland bleibt allein zu dieser Erklärung berechtigt. Dann tritt für den größeren Teil der jährlichen Zahlungen ein befristeter Uebertragungs- und Aufbringungsaufschub ein. Ein beratender Sonderausschuß hat nunmehr die Lage zu prüfen und den Regierungen und der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich einen Bericht über anzuwendende Maßnahmen vorzulegen. Deutschland wird von diesen Schußmaßnahmen zwar keinen leichtfertigen Gebrauch machen können, immerhin bietet die Einberufung des Sonderausschusses in der Zukunft wohl einen Weg, die Revision des Neuen Planes einzuleiten. Negatives Pfandrecht. Mit der Neuregelung der Reparationsfrage gerät das bisherige komplizierte Tystem der Verpfändungen und finanziellen Kontrollen sowie die starke sonstige Einflußnahme der Gläubiger in Fortfall. Die jährlichen Zahlungen sind aus den allgemeinen Einnahmen zu leisten und aus den Erträgnissen der bisher verpfändeten Einnahmen aus den Zöllen, der Tabaksteuer, der Biersteuer und der Abgabe auf Branntwein sicherzustellen. Diese Anweisung wird als negatives Pfand bezeichnet, wonach Deutschland die angewiesenen Einnahmen nur mit Zustimmung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich für irgendeine andere Anleihe oder einen anderen Kredit belasten darf. Sollte das Aufkommen dieser angewiesenen Einnahmen 150 Prozent der höchsten von Deutschland nach dem Neuen Plan zu entrichtenden Haushaltszahlung unterschreiten, so kann die Bank verlangen, daß zusäßliche ausreichende Einkünfte angewiesen werden. Die geforderte Umwandlung des negativen Pfandrechts in ein positives konnte für Deutschland auf der Haager Konferenz verhütet werden. Mobilisierung des ersten Abschnittes der Schuldverschreibungen. Bei den Gläubigerstaaten bestand die Absicht, einen großen Teil des ersten Abschnittes der Schuldverschreibungen zu mobilisieren und zwar soll sofort nach Inkrafttreten des Neuen Planes ein Gesamtbetrag von 300 Millionen Dollar Reparationsschuldverschreibungen auf dem internationalen Kapitalmarkt verkauft werden. Um die Unterbringung dieses Betrages nicht zu erschweren, erklärte sich Deutschland bereit, gegebenenfalls vor dem 31. März 1931 keine Ausgabe einer langfristigen auswärtigen Anleihe vorzunehmen, welche Erklärung sich auch auf Reichsbahn und Reichspost bezieht. Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Zur Durchführung der jährlichen Zahlungen wird in Zukunft die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich errichtet. Sie soll zugleich eine Förderung der Zusammenarbeit der Zentralbanken erreichen. Als Treuhänder empfängt die Bank die von Deutschland auf Grund des Planes zu zahlenden jährlichen Leistungen; sie verwaltet sie und bringt sie zur Verteilung. Die Bank überwacht die Kommerzialisierung und Mobilisierung bestimmter Teile der Jahreszahlungen. Sie übernimmt alle Aufgaben, die mit den deutschen Reparationen und den damit verbundenen internationalen Zahlungen im Zusammenhang stehen und zwischen der Bank und den beteiligten Regierungen vereinbart werden. Liquidation des deutschen Privateigentums( Reichstagsdrucksache Nr. 1621). Der Sachverständigenplan vom 7. Juni 1929 hatte die Einstellung der weiteren Liquidation deutschen Vermögens empfohlen. Zu diesem Zwecke wurden Conderabkommen geschlossen mit Belgien, Polen, England, Frankreich, Kanada, Australien, Neuseeland und Italien. Hierbei handelte es sich vornehmlich um die Freigabe des noch unliquidierten deutschen Vermögens und um die Behandlung der Ueberschüsse des bereits liquidierten deutschen Vermögens. Mit den einzelnen Ländern wurden teils mehr, teils minder zufriedenstellende Lösungen erzielt. Reichsbahn( Reichstagsdrucksache Nr. 1622). Die im Dawesplan zu Lasten der Reichsbahn geschaffenen Reparationsschuldverschreibungen und die Reparationshypothek werden aufgehoben. Dafür wird eine direkte Steuer eingeführt, die 37 Jahre lang jährlich 660 Millionen RM aufzubringen hat. Die Mitwirkung von Ausländern in den Verwaltungsorganen der Reichsbahn gerät in Fortfall. Dafür wird das Aufsichtsrecht der Reichsregierung verstärkt. Reichsbank( Reichstagsdrucksache Nr. 1623). Die vorgesehene Zusammenarbeit mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich bedingte eine Reihe von Aenderungen des Bankgesezes vom 30. August 1924, zu denen sich die deutsche Regierung verpflichtete. Der Pariser Sachverständigenplan sah den Wegfall der ausländischen Kontrollorgane vor und wollte die Unabhängigkeit der Reichsbank und die Aufrechterhaltung Samstag, den 17. Mai 1930. der Münzgarität gesichert wissen. Diesen Erfordernissen wird durch ein besonderes Gesetz zur Aenderung des Bankgesetzes vom 30. August 1924 Rechnung getragen. Mit der Annahme der oben kurz besprochenen Gesetze ist der Streit um den neuen Plan vorläuf. zur Ruhe gekommen. Die Aufgaben der innerdeutschen wirtschaftspolitischen Auswirkung dieser neuen Regelung harren noch der Lösung. Nach Klärung der außenpolitischen Lage wird es nunmehr notwendig, unverzüglich die entsprechenden Maßnahmen zur Belebung der deutschen Wirtschaft in Angriff zu nehmen. Der Pariser Sachverständigenplan hat angesichts des vorgeschlagenen Wegfalls der Industrieobligationen und der vorgesehenen Verringerung des Beitrags aus dem Reichshaushalt im Vergleich zum Dawesplan schon darauf hingewiesen, daß sich nunmehr eine sofortige Wiederaufnahme des seit 1924 in Angriff genommenen Steuererleichterungsprogramms ermöglichen ließe. Es braucht keiner weiteren Beweise mehr, um zu zeigen, unter welchem Steuerdruck die deutsche Wirtschaft leidet. Das vorliegende Höchstmaß an Konkursen und Vergleichen sowie die starke Arbeitslosigkeit zeigt es leider nur zu dentlich. So muß denn die nicht mehr aufzuschiebende Steuerreform zu einer Erleichterung der gesamten Wirtschaft führen. Sie muß zugleich einen starken Anreiz zur Steigerung der Spartätigkeit abgeben, um hiermit die so notwendige innerdeutsche Kapitalbildung zu fördern. In den Kreis der Reform ist unbedingt auch die vom Handwerk seit jeher bekämpfte Gewerbesteuer einzubeziehen, die sich zu einer nicht mehr erträglichen Sonderbelastung ausgewachsen hat. Nur eine Heranziehung aller Steuerpflichtigen zu den kommunalen Lasten wird hier eine wirksame Senkung und zugleich einen gerechten Ausgleich nach sich ziehen. Das starke Ansteigen der steuerlichen Gesamtbelastung zeigt ein Vergleich. Die Steuereinnahmen des Neiches, der Länder und Gemeinden betrugen 1913 rund vier Milliarden RM, für 1928 werden sie mit rund 12 Milliarden RM angegeben. Hinzu tritt noch die starke soziale Belastung, die für 1928 mit 5,9 Milliarden RM geschätzt wird. Rechnet man noch die Ausgaben für Wohlfahrtspflege und die Fürsorge für Kriegsopfer hinzu, so dürfte ein Betrag von 8,8 Milliarden RM nicht zu hoch gegriffen sein. Auch auf sozialem Gebiet werden sich die Ausgaben mehr als bisher der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft angleichen müssen. Wir denken hier in erster Linie an die Reform der Arbeitslosenversicherung, bei der ja die Kämpfe um die so notwendige Umstellung nicht abbrechen wollen und deren gegenwärtige Regelung leider zu sehr die nachteiligen Auswirkungen auf Arbeitsmoral und Reichshaushalt zeigt. Die Sanierung der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung muß von innen heraus erfolgen. Wir verweisen weiter auf die ebenso dringende Verwaltungsreform, eine Aufgabe, die zwar seit Jahren eine ausführ liche theoretische Erörterung gefunden hat, ohne indessen auch nur einen Schritt voran gekommen zu sein. Deutschland kann sich bei der großen oben besprochenen Reparationsverschuldung den Verwaltungsapparat in seinem bisherigen Ausmaß und Umfang einfach nicht mehr leisten. Gießener Zeitung Sparsamkeit am richtigen Platz. Der„ Friderikus" erzählt folgende Geschichte: ,, Ein armer Berliner Straßenbahnführer ist gestorben. Als er vor vielen Jahren bei der damaligen Berliner Pferdebahn- A.- G. eintrat, deren Rechtsnachfolger die Stadt Berlin bezw. die B. V. G. wurde, mußte er eine Kaution von 50 Goldmark hinterlegen. Diese Kaution möchten die unbemittelten Erben gerne wiederhaben, weil sie sie gut für die Bestattungskosten brauchen könwen. Sie ist ja s. 3t. in Goldmark eingezahlt worden, nicht etwa durch die spätere Inflation entwertet, sondern im Straßenbahnbetrieb verwendet und deshalb wertbeständig geblieben in Gestalt des Wagenparks, der Gebäude und sonstiger Anlagen. Aber die„ Berliner Verkehrs- Gesellschaft" braucht ihr Geld nötiger für die hohen Gehälter ihrer Direktor. Der wohlgenährte Herr Brolat allein erhält ja wohl jährlich 85 000 Mark! Also will die B, V. G. mit den armen Hinterbliebenen handeln und ihnen„ ohne Anerkennung irgendwelcher gesetzlicher Verpflichtungen" gerne 40 Prozent, also 20 Mark, gegen Abfindungserklärung gnädigst auszahlen!" Furchtbar nobel! Wir haben uns hinsichtlich der Besprechung der vorzu- Die deutschen Landkreise in München. Am Donnerstag traien in München sämtliche deutschen Landkreise zu ihrer diesjährigen Haupt- Tagung zusammen. Sie ist besonders bedeutungsvoll, weil sie die einzige große fommunalpolitische Kundgebung in diesem Jahre ist. Diese Tatsache und die Wichtigkeit der Beratungsgegenstände hatte über 1000 Delegierte nach München geführt. Nach einer Ansprache des bayerischen Ministerpräsidenten Held führte der preußische Innenminister Dr. Waentig u. a. folgendes aus: ..... Die Entwicklung der kommunalen Kreisverwaltmng ist charakteristisch für die Selbstverwaltung überhaupt. Sie ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zwed." Landrat Dr. Schöne führte u. a. aus:„ Die Landkreise sind eine besonders glückliche Verwirklichung des Selbstverwaltungsgedankens im Steinschen Sinne... Die Grenze zwischen Selbstverwaltung und Wirtschaft wird vom Standpunkt der Landkreise in dem Sinne gezogen, daß die Verwaltungstätigkeit sich in dem zu erschöpfen hat, was zu unternehmen im Interesse der öffentlichen Ordnung und Fürsorge unbedingt nötig ist und was der Privatwirtschaft deshalb nicht überlassen werden kann, weil feine Gewähr besteht, daß es wirklich getan, oder falls in Angriff genommen, nicht freiwillig oder unfreiwillig wieder eingestellt wird." Die Abgrenzung des Aufgabengebietes zwischen Landkreis und Stadtkreis wirft erneut die Frage der Entbehrlichkeit von Eingemeindungen auf. Vielerorts ist bereits mit großem Erfolg der Versuch gemacht worden, die Lösung gemeinsamer Aufgaben durch Zweckverbände zu ermöglichen..." Die Lage in Vienenburg noch weiter ungewiß. Vienenburg, 16. Mai. Jm großen Krater am Harlyberge erfolgten weitere Abstürze in großem Ausmaß. Die Wirkungen dieser gewaltigen Abstürze werden sogar in dem über einen Kilometer entfernten Schacht II verspürt. Es sind bereits mehrere tausend Kubikmeter abgestürzt. Nr. 39. suchenden von 1 080 000 Mitte Dktober 1928 auf etwa über Millionen Ende Februar 1929. Ueber die Entwicklung in den einzelnen Monaten gibt nachstehende Tabelle Auskunft: Jahr Zahl der am Schlusse des Berichtsmonats bei den Arbeitsnachweisen noch verfügbaren arbeitssuchenden Personen Monat 1929 2 483 937 insgesamt arbeitslos Januar Februar März 2 895 893 2 820 214 3 115 868 3 049 706 2 555 094 April I 835 475 I 711 665 Mai I 488 551 I 349 833 Juni Juli I 382 999 I 260 044 I 355 027 I 251 452 August I 359 677 I 271 990 September Dktober November Dezember I 403 251 I 323 603 I 627 439 I 557 146 2 100 910 2 894 798 2 035 667 2 850 849 Das Gesamtkontingent der zugelassenen ausländischen Landarbeiter betrug für das Jahr 1929 113 925. Den Hauptanteil hiervon erhielt der Landesarbeitsamtsbezirk Mitteldeutschland mit 33 900. An letter Stelle steht der Landesarbeitsamtsbezirk Bayern mit 1 250. Auf dem Gebiete der Berufsberatung und Lehrstellenver mittlung trat der Geburtenrückgang noch nicht allgemein in dem Umfange in Erscheinung, wie man nach den Berechnungen hätte annehmen können. Der Zuwachs an Jugendlichen für das Kalenderjahr 1929 verminderte sich um 23 Prozent gegenüber dem Zuwachs aus dem Jahre 1928. Bei der Lehrstellenvermittlung machte sich eine gewisse Abneigung gegen den Bäcker, Schlachter- und Schneiderberuf bemerkbar. Außerordentlich stark begehrt waren die Berufe des Autoschlossers, Buchdruckers, Schriftseters, Elektroinstallateurs, Friseurs, Feinmechanikers, Kochs und Konditors. Der Zustrom hierzu mag sich vielleicht aus der Vorliebe für körperlich leichte Arbeit erklären. Auch das Baugewerbe fand von den schulentlassenen Knaben eine starke Bevorzugung. Die Neigung zum Zimmerberuf trat etwa zurück. Beim Dachdecker-, Glaserund Töpferhandwerk machten sich sogar erhebliche Schwierigkeiten der Lehrlingsbeschaffung bemerkbar. Die Berufsberatungsstellen wurden im Berichtsjahr 1928-29 von 223 180 männlichen und 166 692 weiblichen Ratsuchenden in Anspruch genommen. Von den in einen Beruf Eingetretenen wurden 95 819 männliche Jugendliche und 51 604 weibliche Jugendliche in offene Lehr- oder Anlernstellen vermittelt. Der Haushalt der Reichsanstalt schließt in Einnahmen und Ausgaben mit 1 351 604 402 RM, davon waren eigene Mittel 1 021 029 402 RM, der Rest durchlaufende Mittel. Der Ausgleich war nur durch den Ansaz eines Reichsdarlehns in Höhe von 168 760 000 RM auf der Einnahmeseite zu erreichen. An dem durchschnittlichen monatlichen Beitragsaufkommen von rund 72 Millionen RM beteiligten sich die Innungskrankenkassen mit 2016 000 RM. Der Aufwand der Reichsanstalt für die Arbeitslosenversicherung und berufsübliche Sonderfürsorge einschl. der Maßnahmen zur Verhütung und Reichsmark. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung Beendigung der Arbeitslosigkeit betrug 1 158 530 107,60 und Arbeitslosenversicherung in 1929. nehmenden Reformen größter Einschränkung befleißigt, allein Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung die umrissenen Gebiete zeigen schon die großen Aufgaben, die Regierung und das Parlament nach der vorläufigen Klärung der Reparationsfrage einer Lösung zuführen müssen. Hier wird uns nur praktische Arbeit voran bringen können. Immer wird auch die Gesundung unserer Finanzen, verbunden mit einer erheblichen Lastensenkung, die erste Voraussetzung für eine Belebung der deutschen Wirtschaft bleiben. Dr. Br. Eingestandene Kriegsgreuel der Andern. Ein Buch des Schriftstellers Charles Vale Harrison, das den Titel„, Generäle sterben im Bett" führt, erregt, wie das Hamburger Fremdenblatt berichtet, soeben in England beträchtliches Aufsehen. Es bringt Enthüllungen über die Kriegsfüh= rung der kanadischen Truppen im Weltkriege. Selbstverständlich bestreitet man die Wahrheit der geschilderten Vorgänge, aber der Verfasser hat seinem Verleger gegenüber die feierliche Erklärung abgegeben, daß er alles, was er in seinem Buche be= hauptet, durch Zeugen belegen könne. Wir teilen aus dem Buch folgende Schilderung mit: Der Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hat Ende April ds. Js. den zweiten Bericht der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung für die Zeit vom 1. Januar 1929 bis zum 31. Dezember 1929 herausgegeben. Nach dem Bericht stieg die Zahl der bei den Arbeitsämtern verfügbaren Arbeits,, Im Sommer 1928 befand sich das kanadische Korps in der Nähe von Amiens. Vor einem großen Angriff hielt ein General eine längere Rede am die Soldaten, in der er an die Taten der Unterseeboote erinnerte und dann ausführte:„ Ich möchte nicht sagen, daß Ihr keine Gefangenen machen sollt, das wäre gegen die internationalen Regeln. Ich will nur zum Ausdruck bringen, daß, wenn Ihr Gefangene macht, wir sie aus unseren eigenen Rationen füttern müssen." Der Angriff begann. Hunderte von Deutschen, die durch das vorangegangene Trommelfeuer zermürbt waren, warfen ihre Arme in die Lust und liefen auf die Kanadier zu, um sich zu engeben. Und nun folgte das Schlachten, das sich nach der Schilderung des Verfassers, der selbst in der kanadischen Armee gedient hat, in der folgenden Weise abspielte: Die Gestalten laufen auf uns mit komisch frampshaften Schritten zu, indem sie die Arme über die Köpfe halien. Wir eröffnen das Gewehrfeuer, indem sie vorrücken. Die Silhouetten beginnen zu stürzen. Das alles ist gerade so wie eine Schießübung. Wir rücken vor. Sie fommen näher, Hunderte von ihnen. Sie sind unbewaffnet. Gile öffnen weit ihren Mund, als ob sie etwas von großer Wichtigkeit zu schreien haben. Zweifellos bitten Sie um Mitleid. Wir aber geben darauf nicht acht. Wir fahren fort zu feuern. Nun sind sie fast über uns. Ein Ausdrud von maßlosem Entsetzen ist auf ihren Gesichtern, während wir schießen. Weiter und weiter fallen die grauen Gestalten, einer nach dem anderen, bis nur noch eine Handvoll übrig ist. Sie erkennen, daß ihre letzte Stunde geschlagen hat. Sie werfen sich in den Krater eines Kranat= loches. Sie fauern sich da zusammen. Einige unserer Leute gehen an den Rand des Loches und schießen in die zusammengefnäulte Masse von Deutschen hinein. Jneinandergekrampfte Hände recken sich empor. Sie bitten beredt um Mitleid. Es gibt keinen Pardon. Unsere Leute schießen in den Krater. In wenigen Sekunden ist nur noch eine sich frümmende Masse geblieben." Beim Lesen dieser Schilderung muß man an die Kriegslügenpropaganda der Entente denken, die das Märchen von dem gefreuzigten Kanadier erfand( Raport officiel anglais 29. 4. 1915) und damit die Welt in ungeheuere Erregung versetzte. Ein ehrlicher Franzose, Oberst Demartial, schrieb in seinem Buch ,, Wie unser Haß organisiert wurde“:„ Wir unterdrückten unsere eigenen Greweltaten und machten aus den Deutschen die wilden Tiere Europas". Mittels einer geistigen Blockade wird heute noch von der Ententepresse das Bekanntwerden der Wahrheit unterdrückt. Durch Filme und sogar durch Schulbücher erhält man noch heute die Greuellügen, besonders aber die Kriegsschuldlüge aufrecht und vergiftet die Seelen der fommenden Generationen. Es ist ein Gebot der Selbstachtung, daß das deutsche Volk nicht gleichgültig an diesen Tatsachen vorübergeht. Nur wenn dem Haß der Nährboden entzogen wird, kann der deutsche Außenhandel aufblühen und zur Beseitigung der furchtbaren deutschen Arbeitslosigkeit beitragen. Die Ententepresse verhindert, wie wir bereits erwähnten, das Bekanntwerden der Wahrheit. Die Totschweigetaktik, die die Ententepresse neuerdings gegenüber den Enthüllungen des Lord Carnods anwandte, zeigt das aufs deutlichste. Die Auslandsdeutschen, die gleichsam als Pioniere des deutschen Gedankens wirken, sind besonders berufen, diese Totschweigetaktik zu durchbrechen. Den tatoräftigen Männern fehlt es auch nicht am Willen. Wir müssen ihnen jedoch die geistigen Waffen zur Verfügung stellen. Nur wollen sie ver schont bleiben von den üblichen dickleibigen Büchern, über die ein Leiter des französischen Propagandadienstes treffend schrieb, sie böten Schimmelpilzen reichliche Nahrung. Willkommen sind aktuelle Zeitungsartikel über Kriegsschuld- und Greuellügen, die nicht genug von den Lesern unseres Blattes an ausländische Freunde und Bekannte geschickt werden können. Man schicke seine Zeitung an die in Frage kommenden Persönlichkeiten und kreuze die Artikel auffällig an. Gelegentlich der Bekämpfurg der Haßpsychose bietet auch der Deutsche Fichte- Bund in Hamburg ( Colonnaden 47) mit seinen rund 150 deutschen und fremdspra= " Gelbe Raucherzähne. Nach langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirtten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mundwasser Einheitspreis 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen ChlorodontBerkaufsstellen zu haben. chigen Flugblättern, die unentgeltlich in jeder gewünschten Menge abgegeben werden. Diese Blätter bieten in gedrängter Kürze ein überzeugendes Tatsachenmaterial über Kriegsschuld-, Kolonial- und Greuellügen, mit denen die geistige Blockade der Ententepresse wirksam durchbrochen werden kann. Kampf gegen die Kriegsschuldlüge. Zehn Jahre sind nunmehr vergangen, Seitdem die Schuld uns aufgedrückt; Was hat das deutsche Volk begangen, Daß man es so darnieder drückt? Es fämpfte nur um seine Ehre, Um sein Dasein, um das Vaterland, Weshalb schob man diesem stolzen Heere Lug und Trug zu und bedeckt's mit Schand!? Schamlos flingt es, wirklich unverfroren, Dieses schmähliche Versailler Dittat, Aus Haß und Neid ward es geboren, Das uns erdrüdet früh und spat! Soll es stetig weiter so bestehen? Nein, das will kein deutscher Mann, Lieber mit Ehren untergehen, Als ertragen solch' elenden Wahn! Das deutsche Heer zog zum schweren Kriege Im Vertrauen zu seinem güt'gen Gott, Er führte es von Sieg zu Siege Und dämpfte der Feinde Hohn und Spott. Es schlug sich stets mit reinen Waffen, War ringsum tief in Feindesland; Gott war mit ihm und ließ es schaffen, Daß unversehret blieb das Vaterland! Nun will man euch, ihr tapfern Helden, Einbrennen diese Lügenschuld; Die ihr bekämpfet viele Welten Truget die Leiden mit solch Geduld! Die Feinde haben euch nicht bezwungen, Drum fort mit diesem tückischen Vertrag, Durch Gewalt ward er uns aufgezwungen An dem ewig fluchwürdigen Tag! Drum, deutsche Männer, deutsche Frauen, Ein heiliges Gebot ruft euch auf, Seid einig, fommt aus allen Gauen Kämpft für die Wahrheit in großem Hauf! Es darf die dunkle, schwarze Wolke Nicht weiter schmachvoll auf uns ruhn, Gott gibt schon Kraft dem deutschen Volke Daß es sich regt gegen der Feinde Tun! 4 197 Konrad Scheel. Gamstag, Frühlin Wie reimt wachende K doch verbun ling. Der mächtige Ed Sträucher, ü Winternacht Da braucht m halten und d das Getier if Erwachen, üb Kindleing noch? Jit ni frisch, schaut Maienpracht auf feinem und in die lingswunder Und nun Frühling und Bruder vom weden, neues Geele und Ge der Arbeit. D Baum, feine a Frühlingstle und wieder ein Frühling das die erste Ueb Der städti men und Aus RM( 5 622 64 ben. Die Ver 1930 herabgefet RM, für den jchläge eingebro Der zweite deutlich den C Gießen in den zutage. Für S gaben im Vo weiteren Einf im Vorjahr Wohnungsba Dienstag, den 1. Voranschla Rj. 1930. 2. Boranidhia 3. Gejuhe um a) des Ga nis zut Vo Es war no janta lag vollf Seitenstraße ein auf; den ausg Aus dem Tor e deffen Mauern Soldaten und Wohin? Der Man Daten in die Beigt mi Sie stehe lich die Austu Lenin jah hatte hohe Fen Dollfommen du Jum Leur Als Anta Dämpftes Ana einer Weile t Stille. Was wa ,, Verurtei offizier. We Laitautos in G Getroffenen üb Lenin trat Wen filhr Tor, oder ich Nr. 39. Nr. 39. fetiva über ntipid lung lle Auskunft: Berichtsmonats verfügbaren onen rbeitslos 820 214 049 706 483 937 711665 349 833 260 044 251 452 271 990 323 603 557 146 035 667 850 849 ausländischen 3925. Den tsbezirk Mit ht der Landes Lehrstellenver allgemein in Berechnungen gendlichen für Prozent gegen Der Lehrstellen g gegen den fbar. Außer Autoschloffers, rs, Friseurs, Suftrom hierzu ch leichte Ar den schulent Neigung zum ecker, Glaser he Schwierig e Berufsbera von 223 180 nin Anspruch efenen wurden Samstag, den 17. Mai 1930. Frühling. Lokales. Sonntagsgedanken. Kindleins Erwachen. Sonntagsmorgen. Frühling, das erVerschieden und Zuerst vom FrühWie reimt sich das alles zusammen, der wachende Kind und der Sonniagsmorgen? boch verbunden in einem schönen Dreiflang. ling. Der Vogel singt wieder sein Lied im Fliederbaum. Die mächtige Schöpferhand strich leise über die kahlen Bäume und Sträucher, über Wiesen und Auen und weckte die Schläfer der Winternacht. Und schickte die Vöglein zurück in die Heimat. Da braucht man sie jetzt, denn der Lenz hai seinen Einzug ge= halten und da will man Sänger und Lieder dazu. Und all das Getier ist vom Schlaf erwacht und ist lebendig geworden. Erwachen, überall neues Leben. bliche Jugendin Einnahmen waren eigene ifende Mittel. Reichsdarlehns hmeseite zu er: Beitragsauf -n fich die In Aufwand de - berufsüblid Serhütung und 8 530 107,60 bas Richtige weiße Zähne, nschön wirtten Chlorodont." en, Mundwasser en Chlorodont Kindleins Erwachen. Was fehlt hier vom Frühling noch? Jst nicht der Zauber der gleiche, das Leben so jung und frisch, schaut nicht aus diesen Kinderaugen Frühlingssonne und Maienpracht; liegen nichi Blüten über den Wangen und Rosen auf seinem Lager? Kinder zaubern den Frühling ins Haus und in die Stuben, die noch so finster sind. Es sind Frühlingswunder im Menschenleben. Und nun vom Sonntagsmorgen.- Was bindet dich zu Frühling und Kind, du erster Tag in der Woche? Du bist ein Bruder vom Frühling und von den Kindern. Du willst auch weden, neues Leben schaffen und jung machen. Die Menschen, Seele und Geist und dem Körper Kräfte geben für die Tage der Arbeit. Da soll auch der Mensch, wie der Strauch und der Raum, seine alten Blätter abschütteln, seine Seele neu fleiden, Frühlingskleider, Sonntagskleider, neue Seelenkleider anziehen und wieder ein Kind Gottes werden. Dann ist der Sonntag ein Frühlingstag und deine Augen leuchten wie einst als Kind, das die erste Frühlingssonne tüßte. vünschten MenDrängter Kürze sschuld-, KoloBlockade der Der Sonntagsschreiber. ㄓ Ueber eine Viertelmillion Fehlbetrag. Der städtische Etat schließt mit 7 773 885,90 RM in Einnahmen und Ausgaben. Die Betriebsrechnung ergibt 6 363 610,37 ( 5 622 644,38 RM 1929) Einnahmen und gleiche Ausgaben. Die Vermögensrechnung wurde auf 1442 275,53 RM für 19.30 herabgesetzt. Es ergibt sich ein Fehlbetrag von ca. 400 000 RM, für den die bürgerliche Mehrheit geeignete Deckungsoorschläge eingebracht hat. Der zweite Teil des Etats, die ,, Vermögensrechnung“, bringt deutlich den Stillstand der Bauarbeiten, für die die Stadt Gießen in den letzten Jahren erhebliche Summen aufwendete, zutage. Für Straßenbauten sind gegenüber 266 069 RM Ausgaben im Vorjahre nur 10 000 RM vorgesehen, sodaẞ neben weiteren Einschränkungen der Zuschußbedarf von 400 000 RM im Vorjahr auf 19 161 RM herabgesetzt werden konnte. Das Wohnungsbaubonto ist um rund 300 000 RM gekürzt worden. * Oeffentliche Stadtratssigung Dienstag, den 20. Mai 1930, 17 Uhr im Stadthaus( Bergstr.). Tagesordnung: 1. Voranschlag der Stadt und der städt. Nebenkassen für das Rj. 1930. 2. Voranschlag der Plod'schen Stiftung für das Rj. 1930. 3. Gesuche um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb: a) des Gastwirts Heinrich Heyne zu Gießen um Erlaubnis zur Ausdehnung seines Schankwirtschaftsbetriebes ,, Gießener Zeitung" im Hause Walltorstraße 5 auf ein weiteres Zimmer; b) der Elisabeth Niebergall geb. Schütz zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb im Hause Löwengasse 28; c) des Gastwirts Frizz Straßer zu Gießen um Erlaubnis zum Schankwirtschaftsbetrieb mit Branntweinausschant im Hause Frankfurterstraße 26; d) des Wassersportvereins„ Hellas" e. V. 1920 zu Gießen um Erlaubnis zum Ausschank alkoholfreier Getränke im Bootshause am Wißmarerweg; e) des Theodor Karl zu Gießen um Erlaubnis zum Kaffeewirtschaftsbetrieb im Hause Licherstraße 29( Uebergang). 4. Bebauungsplan für das Schwarzlachgebiet. 5. Rechnung der Stadtkasse für Rj. 1926. 6. Niederschlagung uneinbringlicher Ausstände in Höhe von 31 824,17 RM zur Rechnung für Rj. 1925-26. * Wohltätigkeitsfest. Am morgigen Sonntag wird der hicsige Frauenverein vom Roten Kreuz für„ Deutsche über See" zwei Wohltätigteitsfestspiele in der Volkshalle veranstalten. Zur Aufführung gelangt unter Mitwirkung hiesiger Schüler und Schülerinnen und des Mandolinen- und Gitarren- Verein„ Neapolita" das Märchenspiel„ Die Königskinder". * Steuerwesen. Der Aufwand für die im Beruf oder Gewerbebetrieb getragenen Kleider kann nach einem Urteil des Reichsfinanzhofs als Betriebsausgabe nur soweit zum Abzug zugelassen werden, als die Art des Berufes oder des Gewerbebetriebes besondere Kleider erfordert. * Reichsbahnjubilar. Dieser Tage konnte der Reichsbahnsekretär H. Velten vom hiesigen Bahnhof auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. * Treue Hausangestellte. Vom Alicefrauenverein vom Roten Kreuz wurden Fräulein Lina Plaum für 20jährige Dienstzeit auf einer Dienststelle, Frau Elisabeth Forbach( 30 Jahre) und Frl. Elisabeth Pfalzgraf( 20 Jahre) mit der Brosche und dem Diplom für treue Mitarbeit ausgezeichnet. * 50jähriges Jubiläum der Standesorganisation der Den tisten. Vom 26. bis 29. Mai 1930 feiert der Reichsverband Deutscher Dentisten in Berlin sein 50jähriges Stiftungsfest. Neben ausgesprochenen Standesfragen werden die Ausbildung junger Leute zu Dentisten, die Fachschulen, Lehrinstitute, die staatlichen Dentistenprüfungen, die Krankenkassenbehandlung usw. Gegenstand der Beratungen sein. * Unglücksfälle. Am Mittwoch stürzte bei Wieseck ein Motorradfahrer namens Günther. Während der jugendliche, bedauernswerte Fahrer mit erheblichen Verlegungen in die Chirurgische Klinik eingeliefert werden mußte, kam sein Soziusfahrer mit dem Schrecken davon. Gleichfalls am Mittwoch verunglückte ein Installateurlehrling bei der Arbeit; er stürzte von der Leiter und brach sich das Bein. - Verband Evang.- Kirchl. Frauenvereine in Hessen. Der Verband hielt am 7. 5. in Darmstadt seine Hauptversammlung ab, die gut besucht war. Den Hauptvortrag hielt Frau Schnapper Heidenheim über:„ Die deutsche Wirtschaftsnot und wir". * Maienblasen. Beim Maienblasen, heute abend 7 Uhr, auf dem Turme der Johanneskirche kommen zum Vortrag: ,, O Cott, Du frommer Gott",„ Die Kapelle" v. Kreuzer und„, Das Heideröslein". Aus Nah und Fern. Ober- Widdersheim. Am Mittwoch wurde auf dem Basaltwerf J. Nickel der Arbeiter O. Pebler von niederstürzenden Erdschichten an Kopf und Händen verletzt, er mußte in die Klinik wach Gießen gebracht werden. Friedberg. Daß die Maigewitter die schwersten im Jahre sind, erlebten die Dörfer der südlichen Wetterau am Montag. Durch ein Unweiter, das schweren Hagelschlag mit sich führte, wurden in den Gemarkungen Vilbel, Dortelweil, Massenheim, Nieder- und Ober- Erlenbach die jungen Saaten auf den Feldern schwer mitgenommen. Erheblich sind auch die Verluste an den gerade blühenden großen Obstkulturen der Wetterau. Büdingen. Hier wird eine Jugendherberge errichtet. 10. Vertreterversammlung des Hessischen Landgemeindetages. Lauterbach. Am 28. Mai tritt hier der Hessische Landgemeindetag zu seiner 10. Vertreterversammlung zusammen. Die Tagesordnung weist neben den Ordinarien zwei Vorträge auf und zwar von Dr. Kiffmeyer- Kassel über„ Siedlungsmöglichkeit im deutschen Osten", von Bürgermeister Dr. Völsing- Als= feld:„ Finanznot der Gemeinden und Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden." Offenbach a. M. Hier hält der Verband der evang. weibl. Jugend in Hessen e. V. am 25. Mai seine diesjährige Frühjahrsvertreterversammlung ab. Jm Mittelpunkt der Beratun gen steht ein Vortrag von Frl. Schehmann. Darmstadt. Der ordentliche Professor des Maschinenbaues und Vorstand der Materialprüfungsanstalt, Herr Dr. A. Thum der Technischen Hochschule, hat einen ehrenvollen Ruf an die Technische Hochschule Stuttgart erhalten. Erfreulicherweise ist es den Bemühungen der hessischen Regierung und der Technischen Hochschule gelungen, diesen hervorragenden Gelehrten der Darm* Universitäts- Gottesdienst. Morgen früh, 11% Uhr, häftstädter Hochschule zu erhalten. Prof. Dr. Cordier in der Neuen Aula der Universität einen Universitäts- Gottesdienst ab. * Vom Stadttheater. Mit der Erstaufführung des Lustspiels Meine liebe, dumme Mama" von Nerz und Mayer werden sich am Dienstag Ingeborg Scherer und Hans Tannert vom Gießener Publikum verabschieden. * V. D. A. Der neue Ordinarius für mittelalterliche Geschichte an unserer Universität, Herr Prof. Dr. Mayer, ist zum 1. Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe des V. D. A. gewählt worden. Studienrat Dr. König wurde geschäftsführen= der Vorsitzender und Stud.- Rai Dr. Henns Schriftführer. * Generalversammlung. Der Bezirksverein des Nord- Ostens unserer Stadt hält am Montag im Café Leib seine diesjährige Generalversammlung ab. Mainz. Vom 25. bis 28. Mai 1930 findet in Mainz der Bundestag des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten statt. Anläßlich der Eröffnung des Bundestages ist für Sonntag, 25. Mai, vormittags 11 Uhr, auf der Rheinpromenade in Mainz eine große Demonstration vorgesehen. Marienberg( Westerwald). Das Feuerwehrfest aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Freiw. Feuerwehr Marienberg, verbunden mit Bannerweihe, am 14. 15. und 16. Juni wird mit Eifer vorbereitet. Siegen. Wie der Polizeibericht heute mitteilt, wurde am vergangenen Sonntagmorgen die Leiche der 17jährigen Haustochter Elfriede Jung aus Klafeld aus dem Dorfteich in der Nähe von Klafeld geländet. Bei der Obduktion der Leiche haben sich Merkmale gezeigt, die auf eine gewaltsame Tötung des UNIONCORD U PETERS UNION WK30 lüge. gen, eere hand!? froren, n Kriege ott, Spott 11, n, 70! elden, ! gen, trag, ungen Frauen, Sauf! Bolle un! rab Geel ETERS Peters Union Motorrad- u. Fahrrad- Reifen Das Haus der Tschefa. Von Ferdinand Ossendowski. Es war noch nicht 11 Uhr nachts, und die Bolschoj Lubjanka lag vollkommen verödet da. Plötzlich tauchte aus einer Seitenstraße ein einsamer Mann in einem verschlossenen Mantel auf; den ausgeriebenen Schafpelzkragen hatte er hochgestellt. Aus dem Tor eines Hauses, dessen Fenster ausgeschlagen waren, dessen Mauern von Kugeleinschlägen sich schälten, stürzten drei Soldaten und umringten den Mann. ,, Wohin? Her mit der Legitimation!" Der Mann, der den Kopf gesenkt hielt, sah auf, den Soldaten in die Augen. Sie erstarrten und standen still. ,, Zeigt mir das Haus der Tscheka!" ,, Sie stehen davor, Genosse," gab einer der Soldaten ängstlich die Auskunft. Lenin sah sich das Haus genauer an. Es war sehr groß, hatibe hohe Fenster, die zum Teil mit Brettern verschlagen, aber Dollkommen dunkel waren. ,, Zum Teufel! Schlafen hier schon alle?" Als Antwort polterte aus dem Innern des Hauses ge= dämpftes Knaitern eines in Gang gesetzten Kraftwagens. Nach einter Weile trat wieder Stille ein; eine tödliche, beunruhigende Stille. Was war das?" ,, Verurteilte wurden erschossen..." erklärte der Unteroffüizier. ,, Wenn dies geschieht, wird immer der Motor des Latautos in Gang gesetzt, damit die Schüsse und die Schreie der Gettroffenen übertönt werden." Lenin trat ans Tor und läutete. ,, Wen führt der Satan um diese Zeit daher! Weg pom Tom, oder ich schieße..." ,, Der Präsident des Rates der Volkskommissare kommt ates der Volkskom zum Genossen Dierschynski." Der eilige Schritt eines fortstürzenden Wachtpostens wurde vernehmbar, dann ein durchdringender Pfiff. Einige Minuten verstrichen, ehe das Tor geöffnet wurde. Ein kleiner, gedrun gener Mann mit einem pocennarbigen Gesicht lugte vorsich tig und argwöhnisch heraus, ehe er Lnin schweigend eintreten ließ. Nachdem er das Tor wieder verschlossen hatte, ging er hinter ihm her und brummte erklärend: ,, Wir müssen wachsam sein... Schon einige Male tamen bewaffnete Kerle zu uns, um die Genossen Djerschynski und Peters zu töten. Polen und Letten sind schlecht auf sie zu sprechen... Nun, sie haben das Haus nicht mehr verlassen, aber es sind noch andere da, die Rache geschworen haben. Gestern hat man im Universitätsgarten den Genossen Bagis gefunden, den unbekannte Verbrecher aufgeknüpft haben..." Jm gelben Licht von Petroleumlampen, die nur schwach den Hof des Hauses erhellten, tauchte plötzlich eine hohe, blinde Mauer auf, deren Ende sich oben im Nebel verlor. Sie schien zerfetzt und zernarbt, wo der Verpuz jüngst erst abgefallen war, waren Blutspriger erkennbar. Unterhalb der Mauer lagen regungslose, nadte Körper, zusammengefnäuelt, verkrümmt, wie Fetzen, die man hingeworfen hatte. Leichter Dampf schien noch über ihnen zu schweben. Abseits stand ein schweres, schwarz angestrichenes Lastauto. Lenin blieb stehen und sah nach dem ihm folgenden Wächter. Dieser verstand die stumme Frage. ,, Hier werden die Verurteilten erschossen. Das Maschinengewehr ist im souterrainfenster untergebracht, es ist so aufgestellt, daß die Vorübergehenden sofort getötet werden Er lachte düster.„ Eine Massenproduktion... aber anders ist es nicht möglich!" Lenin wies hinüber, wo die nadten Körper lagen: ,, Und was macht ihr später damit...?" " ,, Ein Teil wird zur Stadt hinausgeführt, wo die Verurteilten von morgen bereits für sie und sich die Gräber ausheben. Andere kommen ins Spital, die Aerzte studieren dann an ihnen. Ein Professor kommt oft hierher und sagt, daß nun gute Zeiten für die Wissenschaft angebrochen sind, denn Leichen gibt es in Hülle und Fülle. Man weiß nie, wem das zugute kommt." • Sie gingen die Treppe hinauf, ins zweite Stockwerk. Ueberalle standen Posten. Ueberall Geschrei, Jammern, Weinen, das fernher herüberdrang. Hin und wieder Schüsse. Sie betraten einen geräumigen Warieraum, von dem aus ein langer Gang in das Gebäude führte, mit Türen rechts und links, vor denen chinesische Soldaten auf und ab patroullierten. Ein dürrer, blonder Mensch mit müden, geröteten Augen saß am Schreibtisch; er erhob sich. ,, Jch melde sofort dem Genossen Präsidenten der Tscheka..." und enteilte. Mit aller Gewalt unterdrückte Lenin die in ihm aufsteigende Empörung. Still war es hier, nur von Zeit zu Zeit drangen die schnarrenden Stimmen der Chinesen herüber, dann tief eine Glode, langgezogen und ungeduldig. Der Beamte blieb geraume Zeit aus. Die Soldaten an den Türen blickten verächtlich und rätselhaft auf den Unbekannten, der wartete. Sie wußten: wer immer sich hier in dieser oder jener Angelegenheit einfand, er verließ das Gebäude nicht bald. Sie sahen, wie die Leute den Warteturm betraten, wie sie ihn verließen fast nie. Sie tamen diesen Weg, wenn sie zur Marter gingen, wenn sie ausgelitten hatien, fanden sie einen anderen Ausgang. Plötzlich schoß es Lenin durch den Sinn: - ,, Wir haben einen Staat im Staate geschaffen. Die Tscheka fann mächtiger werden als der Rat der Boltstommiffare..." ( Kurzer Abdrud aus dem neuen Werk von Ferdinand Ossen= dowski über ,, Lenin", Sieben- Stäbe- Verlag, Berlin. Pr. 2,85 M.) Samstag, den 17. Mai 1930. Mädchens schließen lassen. Unter dem dringenden Verdacht ist der 20jährige Metgergeselle Otto Krombach aus Klafeld verhaftet worden. Etat ohne Steuererhöhung. Limburg. Der Magistrat hat nunmehr den Haushaltsplan für 1930 vorgelegt. Er schließt in Einnahme und Ausgabe mit 2 045 800 RM ab gegenüber 1 900 919 RM im Vorjahre. Es bleibt bei den bisherigen Gemeindesteuern, und zwar 330 Prozent Zuschlag zur Grundvermögenssteuer, 360 Prozent Zuschlag zu den Steuergrundbetrtägen nach dem Gewerbeertrag und 400 Prozent Zuschlag zu den Steuergrundbeträgen nach dem Kapital, außerdem 70 Prozent Mehrzuschlag zur Gewerbeertragssteuer und 80 Prozent Mehrzuschlag zur Gewerbekapitalsteuer für Filialbetriebe. Trier. Am 19., 20. und 21. Juli ds. Js. findet in der alten Garnisonstadt Trier eine Wiedersehensfeier der Kameraden des Inf. Regt. 29 mit Denkmalsfeier statt. Regenstein. Am Sonntag hält der Königin Luise- Bund seinen Landesverbandstag auf der alten Burg Regenstein bei Heimburg ab. Aus diesem Anlaß wird der Hirz- Huy- Gau ein historisches Trachtenspiel zur Aufführung bringen. 8 Mark für einen Zentner Maitäfer. Braunschweig. Die braunschweigische Regierung hat den Maitäfern den Krieg angesagt. Mit Hilfe des zuständigen Dezernats der Braunschweigischen Landwirtschaftskammer soll dieser Krieg durchgeführt werden. Und da die Jugend auf die Maikäferjagd geht, soll sie im Kampfe gegen die braunen Tiere zu Hilfe gerufen werden. Der Zentner Maikäfer wird mit 8 Mark bezahlt. Die Maikäfer müssen beim Gemeindevorsteher oder beim Polizeipräsidium in Braunschweig abgeliefert werden. Befreiungsfeier in Kärnten. Klagenfurt und Kärnten begehen bald die zehnjahrseier der Befreiungs- und Abstimmungskämpfe. Als Eröffnung der geplanten Festlichkeiten findet auf Einladung des Stadtrates von Klagenfurt Samstag, den 21. Juni 1930 der Bundestag Es werden des Desterreichisch- Deutschen Volksbundes statt. große Vorbereitungen getroffen zu einer machtvollen Anschlußfundgebung. Am Abend werden auf allen Kärtner Grenzbergen Höhenfeuer leuchten. Die Fläche des Wörthersees wird zum erstenmale im Lichte von Scheinwerfern und von vielen tausenben von Glühlampen erstrahlen Reise und Aufenthalt wird zu besonders ermäßigten Preisen ermöglicht. dungen, auch von Nichtmitgliedern, sind an die Hauptgeschäftsstelle des Desterreichisch- Deutschen Volksbundes, Wien 9, Währingerstraße 25a, zu richten. Ameldeschluß am 25. Mai 1930. Festfolge und Einzelheiten der Reisedurchführung sind erhält lich bei der Landesgruppe Hessen und Hessen- Nassau der DeutschDesterreichischen Arbeitsgemeinschaft, Frankfurt a. M., Westendstraße 18. AnmelAufständische kommunistische Streitkräfte überfallen eine chinesische Stadt. Hier eingetroffenen Nachrichten zuSantau, 16. Mai. folge haben aufständische kommunistische Streitkräfte die Stadt Simatau am Han- Kiang unerwartet überfallen und ausge= plündert. Nach den vorliegenden, allerdings noch unbestätigten Meldungen, sollen bei dem Ueberfall etwa 200 Einwohner der Stadt getötet worden sein. Man beachte die billigen Sommerpreise! ,, Gießener Zeitung" Sportliches Allerlei. Großer Preis von Deutschland für Motorräder. Die Oberste Motorradsport- Behörde( O. M. B.) hat die Ausschreibung für den Großen Preis von Deutschland für Motorräder auf dem Nürburgring am 29. Juni 1930 verschickt. Dieser Wettbewerb ist das bedeutendste Motorradrennen der ganzen Saison und ist das einzige motorradsportliche Ereignis Deutschlands, das auf dem internationalen Terminkalender der klassi= schen Ereignisse steht. Ausschreibungen können von der Obersten Motorradsport- Behörde, Berlin W. 62, Kurfürstenstr. 118, bezogen werden. Um den Fußball- Kampfspielpotal. Berlin gegen Südostdeutschland. Da Norddeutschland in diesem Jahre auf die Teilnahme am Kampfspielpokal verzichten mußte, da der Norden wegen seines Jubiläums bereits feste Verpflichtungen eingegangen war und nicht in bester Besetzung in Breslau hätte antreten können, mußte nach der diesjährigen Regelung in der Kampfspielpokalfrage der Südosten einspringen. Am Haupttage der 3. Deutschen Kampfspiele, am Sonntag, den 29. Juni, wird nun auf der Schlesierkampfbahn der sensationelle Kampf des Südostdeutschen Fußballverbandes gegen den Verband Brandenburgischer Ballspielvereine erfolgen. Neue Bücher. Heimatbildung. Der Schauplatz der Heimatbildung scheint unbegrenzt zu sein. Er geht in alle Dimensionen, auch in die unsagbaren und unsichtbaren des Metaphysischen. Darum muß der Hand- und Kopfarbeiier, der Mann aus dem Volke wie aus der Gesellschaft an ihr teilhaben, in ihr aufgehen können. Und darum müssen alle Stellen, die Heimatbildung vermitteln und steigern können, sich in diesen Dienst begeben. Dann begegnen wir mit Erfolg der Entwurzelung unseres Daseins, dann begegnen wir auch der bösartig um sich greifenden Vernichtung der Landschaft und Volkheit durch die Technik. Unter ihrem Regiment ver= schwinden Berge, Wälder gleiten nieder, Seen werden Maschinenspeise, Flüsse werden Sklaven, Bäche müssen austrodnen, Tälerwerden gesperrt und ertränkt, alles unier der rechnerischen Gewalt des Kilowatt. Die Vögel meiden ohnedies schon die verdrahtete Landschaft. Was für ein Schicksal erwartet da den Menschen? Man sage nicht, die heue Generation wachse in die gegebenen Verhältnisse hinein und wisse nichts mehr von che dem. Niemals fann etwas Zerstörtes die Spur seiner Gewalt verwischen. Verwenden wir daher besondere Kräfte der Heimatbildung auf das Problem des Heimat- und Naturschutzes, dort brennt's.- Obige Ausführungen entnehmen wir dem vor kurzem aus Anlaß eines Vierteljahrhunderts Arbeit der deutschen Heimatschutzbewegung von der Gesellschaft der Freunde des deutschen Heimatschutzes herausgegebenen Buche„ Der deutsche Heimatschutz, ein Rückblick und Ausblick" Das Buch, dessen eigentlicher Zweck es ist, die Heimatschutzarbeit zu einer fulturellen Angelegenheit des ganzen Volkes zu machen, verdient die Beachtung und Anteilnahme jedermanns, der noch Sinn und Liebe hat für Heimat, Volkstum und Gemeinde. 240 S. Preis 4,80 M, es kann nur von der Geschäftsstelle des Bundes Heimatschutz in Berlin- Schöneberg, Grunewaldstraße 6-7, bezogen werden. Heizt Nr. 39. In der Reihe der wissenschaftlichen Jahresbände des Volksverbandes der Bücherfreunde, Wegweiserverlag G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2, erscheint demnächst ein hochinteressantes Werk, das das weite und so bedeutungsvolle Arbeitsgebiet der Psyoanalyse eingehend behandelt: Ernst von Aster, „ Die Psychoanalyse".( 295 Seiten in Halbleder gebunden, 2,90 RM.) Ein verständlich geschriebenes Werk. C. Opiz: Verkehrs- Taschenatlas von Deutschland. 25. Aufl. Preis 7,50 RM, Verlag J. J. Arnd, Leipzig C 1. Man sollte es nicht für möglich halten, was in diesem famosen Atlas alles enthalten ist. Zunächst 57 farbige Landkarten im Taschenformat. Sie umfassen das Deutsche Reich mit allen Grenzge= bieten, Desterreich und die Tschechoslowakei. In dem 324 Seiten starten Ortsverzeichnis sind nicht weniger als 57 000 Orts: namen enthalten. Dort ist auch leicht festzustellen, zu welcher Provinz er gehört. Aus den Bezeichnungen ist auch zu ersehen, ob ein Ort Bahnstation ist. Das handliche Werk sagt uns ferner, welche Bahnlinien mit oder ohne Schnellzugsverkehr sind. Recht wertvoll ist die Kennzeichnung der Kraftfahrlinien, die zunehmende Bedeutung gewinnen. Für Versand, Dispositionen, Propaganda, Zusammenstellungen von Reiserouten und Vertreterbezirken ist das Werk wie geschaffen. * ,, Marburg und seine Wälder", so betitelt sich ein neuer Führer durch Marburg, der von dem Vorsitzenden des Verkehrsvereins, Verlagsbuchhändler G. Braun, verfaßt ist. Der Führer hat sich zur Aufgabe gestellt, jedem, der Marburg be= sucht oder sich dauernd dort aufhält, einen schnellen Ueberblick und eine gute Auskunft über alles zu geben. Preis 50 Pfg., mit Stadtplan 75 Pfg., und ist durch jede Buchhandlung erhältlich. * Das 5. Hesi der im Verlag von Elwert in Marburg erscheinenden Heimatzeitschrift„ Hessenland" ist vor kurzem erschie= nen, diesmal im wesentlichen der Siadt Marburg gewidmet mit Beiträgen über die Entwicklung der Stadt in den letzten Jahren, über die seitherigen Festspieljahre und die in Kürze beginnenden Festspiele, Als Musikbeilage ist beigefügt die Komposition eines Marburgliedes von Otto von Pfister, komponiert von Professor Arnold Mendelssohn. Preisausschreiben, die neben den ausgeschriebenen Gewinnen jedem denkenden Leser von Nutzen sein können, sind verhält nismäßig selten. Besonderes Interesse dürfte daher das bis zum 25. Mai lausende Ausschreiben in Nr. 4 der Monatsschrift ,, Sonnenschein, Freude für Alle", Verlag Gustav Thomas, Bielefeld, erwecken. 60 Pfg. das Heft. Durch jede Buchhandlung, die Post oder direkt vom Verlag zu beziehen. Ausgestellter Krach. Können Sie sich selbst rasieren? Wer zieht sich länger an, Mann oder Frau? Ja, was ist denn das alles? 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