Nr. 12. ake. gierung vorge des- Heil- und en Städte fol 3,45 Rmt. be geld 309 775,50 160 Pfennige ft sich die Er7215,50 Rmt., 955,50 Rmt., 5 Rmt., mit 1389,75 Rmt., in den Anstal orgenommenen Daffung an das barten Anstal Deren Ländern e entsprechend gaben für die flegegeldsätze ar 1924 nicht rägt in den desheilanstalt jorgeverbände ich liegt es in wo die Für Rmf. zu zah und Pflegean und Bonn, so nde 4,- Rmf. stalt Klingen: für Reichsverdie PflegegeldIten verlangen bis 4,80 Rmt. den gesamten 928) fommt- auch die badieine Geschichte, dern und Skiz ch enthält nicht Zeppeline, son126 Vorgänger und Betrieb, um die Welt esen in einer das Buch ein r auch so recht n vertraut zu en Generation Leserkreise zu Ernst Wiechert er im Mond". in Gießen. ier! slagers habe Gießen. mehrfach Gimierten strahlenter erkäufern erdienstKapital erste VerAngebote r& Lamm, nchen 2C. ung und mit dem druck, üten abzug- Vordruck sen. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags wird am Donnerstag, den 20. 2. zusammentreten, um mit der Beratung des inzwischen vorgelegten Staatsvoranschlags zu beginnen. Im Reichstag wurde der Nachtragshaushalt angenommen. * Die Reichstagsfraktion der Wirtschaftspartei hat den angefündigten Beschluß bestätigt, gegen den Youngplan im Reichstag zu stimmen. Die Deutsche Volkspartei gibt bekannt, daß sie den geplanten Zuschlag zur Einkommensteuer strikte ablehne. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei brachte im Reichstag einen Gesezentwurf zur Regelung des Mietwesens ein, der alle jetzt bestehenden Mieterschutzgesetze ersetzen soll. Die zweite Unterdelegation der deutschen und französischen Saardelegation ist zusammengetreten, um die Frage des Handels- und Zollregimes des Saargebietes zu prüfen. Zu einem Beschluß ist die Kommission nicht gekommen. Zum Vertreter der Provinz Hessen- Nassau im Reichsrat wur: den der Landeshauptmann in Nassau Dr. Lutsch, Wiesbaden ( Zentrum), und zu seinem Stellvertreter Landesrat Witte, Wiesbaden( Soz.) gewählt. In der Sowjetunion sind jezt auch Butterkarten eingeführt worden. Borbesprechung ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 15. Februar 1930 Wer bereinigt das Defizit? Daß aus der Finanz reform zunächst einmal eine Kassen reform werden würde, konnte Niemanden überraschen, der die trostlose Kassenlage des Reiches Tannte. In der Tat läßt sich eine Finanzreform ja auch nicht durchführen, solange Ebbe in den Kassen des Reiches herrscht und das Reich beschämenderweise gezwungen ist, sich kurz vor Ultimo das Geld zur Bezahlung der Beamtengehälter irgendwo zusammenzupumpen. Aus diesen Erwägungen heraus haben die Steuerpflichtigen, hat insbesondere die gewerbliche Wirtschaft schon vor einiger Zeit freiwillig auf eine den Youngplanersparnissen entsprechende Steuersenkung im laufenden Rechnungsjahre verzichtet, deshalb hat, trot schwerwiege der Bedenken einzelner Parteien, eine Reichstagsmehrheit der Schwedenanleihe zugestimmt, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung heraufgesetzt, die Tabaksteuer erhöht und die vom Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht geforderte Schaffung eines Tilgungsfonds im Interesse der Konsolidierung der schwebenden Schulden gebilligt. Man kann also zusammenfassend sagen, daß durch erhebliche Opfer der gewerblichen Wirtschaft die akute Gefahr eines Kassendefizits für das Reich behoben ist. Die Wirtschaft ist es, die das Defizit be= reinigt hat. Und zwar hat sie das bisher allein getan. Zwar sieht das Gesetz zur außerordentlichen Tilgung der schwebenden Reichsschuld die Dotierung des Tilgungsfonds ,, aus Steuern und aus Einsparungen bei den Ausgaben" vor, aber bisher sind nur die Steuererhöhungen zu Lasten der Wirtschaft, der man bekanntlich Steuererleichterungen in Aussicht gestellt hatte, durchgeführt worden, während um den zweiten Teil des Programms, die Einsparungen bei den Ausgaben, tiefes und bedeutungsvolles Schweigen herrscht. Es war schon kennzeichnend für die Mentalität unserer politischen für die Finanzkonferenz der Länder. Barteien, daß sie sich sofort auf die Steuererhöhungen Am Freitagvormittag begannen die Vorbesprechungen der Reichsregierung mit den Finanzministern der Länder. Die of= fizielle Konferenz findet am Sonnabend statt. Dabei werden die Länder voraussichtlich neue Anforderungen an das Reich stellen, Anforderungen von über 200 Millionen. Auch werden sicherlich wieder von den Ländern eine Reihe von Sonderwünschen zur Sprache gebracht werden. Preußen will möglicherweise wieder den Plan zur Debatte stellen, jetzt schon den Gemeinden die Möglichkeit zur Erhebung einer die gesamte Bevölkerung treffenden allgemeinen Steuer( also keine Realsteuer) zu geben. Zu dem Fragenkomplex der Beseitigung des Kassenfehlbetrags sind in letzter Zeit fast täglich neue Vorschläge aufgetaucht. Es ist anzunehmen, daß sie den Länderministern vorgelegt werden, um auf Grund dieser Aussprache dann zu einem festumrissenen Sanierungsprogramm zu gelangen. Viel erörtert wird seit 48 Stunden der Gedanke, eine Art„ Notopfer" zu erheben, das heißt ein Abzug von eins vom Hundert vom Gehalt aller Festbesoldeten, soweit sie nicht angestelltenversicherungspflichtig sind. An Vorschlägen fehlt es also wahrlich nicht. Zur Zeit ist aber kein einziger darunter, gegen den sich nicht irgendwelche Bedenken von irgendeiner Seite richten. stürzten, ohne sich mit den Möglichkeiten einer Senkung der Ausgaben auch nur theoretisch zu beschäftigen. Es ist fast noch fennzeichnender für die Mentalität der amtlichen Stellen, daß diese jetzt offenbar nicht mehr daran denken, dem Beispiel der Wirtschaft zu folgen und durch Beschränkung der staatlichen Ausgaben und Aufgaben nun auch ihrerseits zur Speisung des Tilgungsfonds beizutragen. Die melancholische Erklärung des Reichskanzlers, daß die traurige Finanzlage des Reiches die Regierung zwinge, den schweren und dornenvollen Weg der Sparsamkeit zu gehen, hat denn doch wohl mehr idealen Wert, während die tatsächlich durchgeführten Stenererhöhungen eine erhebliche Realität darstellen Fall Bößz. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lofal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 13 möglich ist. Die Beherrschung der Grundregeln erlaubt ihr, Versuche mit neu auftauchenden Ernährungsvor schriften zu machen. Sie wird nicht kraß von heute auf morgen eine Umstellung vornehmen in der gesamten Ernährungsweise, sondern geschickt Neues und Altes harmonisch miteinander verbinden. Wer heute gewöhni war, nur Kochkost zu sich zu nehmen, kann nicht plötzlich umsatteln auf den„ Favoriten" Rohkost. Wer bis jetzt ein fanatischer Fleischvertilger war, empört sich naturgemäß( und sein Magen mit) wenn er mehrere Tage hintereinander von Gemüsen und Obst leben soll. Sanfte Uebergänge von einer Tonart in die andere werden sympathischer empfunden, als grelles Nebeneinandersetzen artfremder Akkorde. Nicht nur in dem, Was", sondern auch in dem ,, Wie" befolgt die Beherrscherin der Kochkunst die Gesetze der Harmonie. Manche Frau versteht wahre Stilleben in Farbe und Form verführerisch darzubieten, ohne besonders feinschmeckerisches Material dazu zu verwenden. Wir wissen alle, daß eine Schale mit reifem Obt uns entzücken kann wie eine Sinfonie herbstlichen Reichtums und reifer Fülle, oder wie ein süßer Klang aus fernen, sonnendurchglühten Ländern, wenn eine ge= schickte Frauenhand die herrlichen Farben richtig zu mischen weiß. Wie schön steht das leuchtende lebensvolle Rotgold der Apfelsinen zu dem Wachsschimmer der Aepfel und dem matten blauen Hauch der Weintrauben. Auch in der Gemüseschüssel können die Grundsäge der Farbenharmonie niemals verleugnet werden, wenn der Anreiz zum freudigen Essen gegeben werden soll. Und letzten Endes wünschen unsere Verdauungsorgane auch nicht ein wahllos durcheinander gemengtes Farbensammelsurium zur Verarbeitung zu bekommen, weil bereits Auge und Zunge ihren Widerwillen gegen solche Vergewaltigungen des Geschmacks ausgesprochen haben. Wieder hat der Volksmund das Wort. Was mir nicht schmeckt, bekommt mir nicht" sagt er. Also auch hier muß die harmonische Zusammenfügung vorarbeiten, um unsere Organe zu freudigem Tun anzuspornen. Die Wissenschaft vom Zusammentönen der Nahrung und der Stimmung ist noch nicht Allgemeingut geworden. Oft herrschen auch noch Mißflänge zwischen Der guten Absicht, sich richtig zu ernähren, und der Mrzlichkeit der Ausführung, weil Bequemlichkeit den mageren Geldbeutel vorschüßt. Es ist Sache der Frau, diese Einwände zu besiegen. Die Seele des Hauses muß zu ihrem Recht kommen. Das Deutschlandlied als österreichische Nationalhymne. Berlin, 14. 2. Die Berliner Stadtverordnetenversammlung Der Stadtschulrat von Wien hat einen Erlaß bekanntgegehat einen deutschnationalen Antrag angenommen, der besagt: ben, wonach das Deutschlandlied mit dem Text ,, Deutschland, „ Der Magistrat wird ersucht, beim Staatsministerium| Deutschland über alles" in allen Schulen bei geeigneten Andafür zu sorgen, daß das Disziplinarverfahren gegen den lässen gesungen werden soll. Oberbürgermeister rücksichtslos und schnell mit dem Ziele der Amtsentlassung ohne Ruhegehalt durchgeführt wird." Gegen Schaumburg- Lippes Anschluß. Hannover. Der Beschluß des Schaumburg- Lippischen Landtages auf Anschluß an Preußen hat bei einem Teil der Schaumburg- Lippischen Bevölkerung lebhaften Unwillen hervorgerufen. Von zahlreichen Bürgern ist Antrag auf Volksabstimmung gestellt worden. Frankreich und Rußland. So ist neuerdings wieder der Plan des Reichsfinanzministeriums, die Unterbilanz der Arbeitslosenversicherung durch den Verkauf von Reichsbahnvorzugsaktien im Betrage von 250 Millionen Rmk. an die Angestelltenversicherung und die Invalidenversicherung zu beseitigen, in Frage gestellt. Von den beiden Versicherungen ist darauf hingewiesen worden, daß die Versicherungen durch Gesetz gehalten sind, ihre Gelder in bestimmter Weise festzulegen, und daß sie darüber hinaus als Selbstverwaltungskörper nicht in der Lage seien, dem Vorschlag des Reichsfinanzministers Folge zu leisten. Es verlautet nun, daß die Zuschüsse für die Arbeitslosenversicherung in den Reichsetat wieder eingestellt werden sollen, was natürlich eine erhebliche Belastung bedeutet. Der Reichsfinanzminister versucht demgegenüber, an den verschiedenen Etats Abstriche vorzunehmen, und zwar soll es sich beim Reichsverkehrsministerium um etwa 50 Mill. Rmt., beim Reichsarbeitsministerium um etwa 45 Mil- pellationen wegen der Kutjepoff- Affäre zur Debatte. Drei De-, lionen, sowie um Ersparnisse beim Reichsjustizministerium handeln. Kein Panzerfreuzer„ B". Berlin. Im neuen Reichshaushalt ist keine Rate für das ..Panzerschiff B" vorgesehen. In politischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die Etatsverhandlungen ohnedies außerordentlich schwierig sind und daß es deshalb unmöglich ist, erneut einen Konfliktstoff in die Debatte zu werfen, dessen Gefahren auf den Zusammenhalt der Regierung aus der Etatisierung des Panzerschiffes A bekannt sind. Reichspräsident und Befreiungsfeier. Berlin, 14. 2. Ueber die in Aussicht genommenen Befreiungsfeiern sind noch keinerlei Entscheidungen gefallen. Das Programm der in Aussicht genommenen Befreiungsfeiern wird dann festgelegt werden, wenn im Reichstag der Youngplan angenommen ist. Paris, 14. 2. Die nächsten Tage werden in der französischen Kammer reichliche Auseinandersetzungen über das Verhältnis Frankreichs zu Sowjetrußland bringen, und es scheint, als ob diese Debatten das gesamte Problem der Verteidigung der europäischen Staaten gegen die bolschewistische Organisation aufgerollt werden sollte. Dienstag abend kommen die beiden Interputierte haben auch an die Regierung Anfragen wegen der kommunistischen Agitation gerichtet, die in den letzten Tagen in Indochina zu blutigen Meutereien führte. Genossenschaftlicher Einheitsverband. Berlin. Nach der Auflösung des Reichsverbandes der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften und des Generalverbandes der Deutschen Raiffeisengenossenschaften hat nunmehr gestern in Anwesenheit des Reichswirtschaftsministers Dietrich die Konstituierung des genossenschaftlichen Einheitsverbandes stattgefunden, der unter der Bezeichnung ,, Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften- Raiffeisen e. V." demnächst seine Tätigkeit aufnimmt. Das Ende des Privatkapitals in Sowjetrußland. Kowno, 14. 2. Stalin hat in einer Rede in der kommunistischen Universität erklärt, die letzte Stunde des Privatkapitals habe in der Sowjetunion geschlagen. Die Privatkaufleute würden vollständig verschwinden. ,, Schutz der christlichen Schule" ist der Zweck eines Antrags, der von der Fraktion der Deutschnationalen Volkspartei im Preußischen Landtag eingebracht worden ist. Der Antrag weist hin auf das„, verheerende Vordringen antichristlicher Mächte und die unerhörten Religionsverfolgungen in Rußland, die eine fortschreitende Verbreitung des bolschewistischen Atheismus auch in Deutschland" zur Folge haben, und fordert das Staatsministerium auf ,,, mit allem Ernst der Verweltlichung der Jugenderziehung in den Schulen aller Gattungen entgegenzuwirken, dem Religionsunterricht die größte Aufmerksamkeit zuzuwenden, sowie der Durchdringung der ganzen Schule mit christlichem Geiste Raum zu geben". Als Mittel zur Beseitigung dieser Uebelstände wird gefordert, daß ,, baldigst auf gesetzlichem Wege die Belange der christlichen Schule" zu sichern sind. Ein Urteil des preußischen Kammergerichts. Es ist gerichtsbekannt, daß die Warenhäuser durch Verkauf geringwertiger, dem Massenkonsum dienender Artikel, zu auffallend billigen Preisen die große Menge der Kundschaft anzuzie hen suchen; beim Verkauf anderer Gegenstände aber viel höhere Preise als die kleineren und mittleren Geschäfte fordern." Der Konfektionär bestätigte obige gerichtliche Feststellung wie folgt: Die kleinen Artikel muß man zum Selbstkostenpreis, oft darunter verkaufen, an den großen kann man dann umſomehr verdienen. Eine Dame, die Handschuhe oder Seife einige Groschen unter dem Preise einkaufen kann, ist schon überzeugt, daß in diesen Geschäften alles billig ist und kauft daselbst auch mit großem Vertrauen Mäntel und die Sch. seidenen Kleider." Samstag, den 15. Februar 1929. Die Not der Bauwirtschaft und ihre Behebung. Von Dr. Paul Ruprecht, Syndikus der Dresdner Kaufmannschaft. Das Baugewerbe hat für jede Volkswirtschaft eine ganz besondere Bedeutung, denn mit ihm hängen so viele Gewerbe zusammen, daß man ihm mit Recht einen geradezu konjunkturbestimmenden Einfluß zuschreibt. Deshalb ist es besonders bedenklich, daß der deutsche Baumarkt augenblicklich in einer Lage ist, die die Zeitungen berechtigt, von seinem Verfall" zu sprechen. Gießener Zeitung lage ist also dieses Mittel nichts anderes, wie den Teufel mit Beelzebub austreiben. Dasselbe gilt von dem Vorschlag des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes, zur Behebung der Arbeitslosigkeit, die z. Zt. geseglich erschwerte Aufnahme von Auslandsarbeiten freizugeben, denn deren Verzinsung entzieht der deutschen Wirtschaft laufend Kapital und beeinträchtigt dadurch die Kapitalbildung, deren Fehlen letzten Endes für die Nöte des Baumarktes verantwortlich ist. Während also die Wünsche der Unternehmer an die Geldknappheit der öffentlichen Hand von selbst scheitern, steht den Vorschlägen der Gewerkschaften die schlechte Wirtschaftslage entgegen. Wenn aber die Behauptung des Reichsverbandes der deutschen Industrie, daß ,, das Baugewerbe in Zeiten wirtschaftlicher Depressionen von jeher berufen gewesen ist, die zum Stillstand gekommenen Räder der Wirtschaft wieder in Gang zu bringen", noch heute richtig ist, dann müßte aus diesem Dilemma ein Ausweg gefunden werden, selbst wenn damit wirtman doch berücksichtigen, daß eine Erleichterung des Arbeitsmarktes, die mit einer Belebung des Baumarktes einhergehen würde, der Wirtschaft an anderer Stelle Ausgaben erspart und ihr dadurch einen Ausgleich schafft. Rentabilität nicht sicher ist, zumal die Löhne im Baugewerbe durch die Ausschaltung des privaten Unternehmertums überhöht sind und nach deren unvermeidlichen Abbau mit niedrigen Baukosten zu rechnen ist.(? D. Red.) Nr. 13. Samstag, den Wenn die wird fich auch nere Schwäche feit offenbart, einer verfehlter geben, ohne wi Die Hel Die heutige Bauwirtschaft hat also in eine Sackgasse geerkennen wolführt, weil unsere Wirtschaftspolitik nicht hat len, wie Dr. Gustav Stolper sagt, daß ,, Lohn, Soziallast, Zins und Steuer eine unauflösbare Einheit bilden, in der ein Element sich vermindern muß, wenn ein anderes sich vergrößert." Es ist eben in der Volkswirtschaft wie beim Kriegsschiffbau, wo jeder neue Typ immer nur ein anderer Kompromiß zwischen Panzerung, Bestückung und Geschwindigkeit sein kann. Daß man dies mißachtet und eine Wirtschafts-, insbesondere eine Lohn- und Sozialpolitik getrieben hat, die die anderen Daten der Wirtschaft, vor allem die Einnahmen, nicht in Betracht gezogen hat, ist schuld an dem bestehenden Kapitalmangel, an der Krise der öffentlichen Kassen und damit an der in wachsender Arbeitslosigkeit zum Ausdruck kommenden Massennot. Dieser kommt darin zum Ausdruck, daß in dieser Saison trotz der günstigen Herbstwitterung die Arbeitslosigkeit bei den Bauarbeitern schon lange vor der am 9. Dezember einsetzenden Periode der Saisonarbeiterunterstützung einen unverhältnismäßig starken Umfang angenommen hat. To betrug der Durchschaftliche Nachteile verbunden wären. Denn schließlich muß schnitt der Erwerbslosigkeit bei den Arbeitern der vom Baumarkt abhängigen Gewerbe Ende September 12,8 Prozent, Ende Oktober 17,7 Prozent und Ende November 28,6 Prozent, während die entsprechenden Zahlen in der sonstigen Wirtschaft waren 8,9 Prozent, 9,2 Prozent und 19,2 Prozent. Die in diesen Zahlen zum Ausdruck kommende Entwicklung ist um so bedenklicher, als die Bauwirtschaft der Zahl der für sie tätigen Arbeiter nach, die etwa 3 Millionen Werktätige umfaßt, in der deutschen Gütererzeugung an zweiter Stelle steht. Es erscheint daher durchaus glaublich, daß der gesamte Herstellungswert an Hoch, Tief- und Straßenbauten im vergangenen Jahre auf 8 bis 9 Milliarden Rmk. veranschlagt wird. Bei dieser Sachlage ist es begreiflich, daß nicht nur die Wirtschaftsvertretungen der Unternehmer, sondern auch die Gewerkschaften in der Deffentlichkeit für eine Belebung des Baumarktes durch Staat und Gemeinden eintreten und auf die Gefahren seiner Vernachlässigung hinweisen. Für die Unternehmer hat sich vor allem die Fachgruppe Bauindustrie beim Reichsverband der deutschen Industrie eingesetzt und zwar durch eine an die Reichsregierung gerichtete Eingabe in der im Namen aller baugewerblichen Zentralverbände, die dringende Bitte an Reich, Länder und Stadtverwaltungen um Vergebung von Bauarbeiten gerichtet wird. In der gleichen Richtung bewegen sich die Bemühungen der Bauarbeitergewerkschaften. Daß sie kommen würde, haben die Kundigen vorausge sehen und voraussehen können, ebenso daß die Bauwirtschaft davon keine Ausnahme bilden würde. Ja, man kann sogar sagen, daß sie mit einem besonders starken Rückschlag hat rechnen müssen, weil sie sich durch die Bautätigkeit der öffentlichen Hand einer künstlich auf Kosten der übrigen Wirtschaft emporgeschraubten Konjunktur erfreut. Es erhebt sich also in diesem Zusammenhange die Frage, ob die deutsche Bauwirtschaft auch unter den heutigen Verhält nissen noch in dem Umfange wie früher als das Schlüsselge werbe für viele andere Industrien anzusehen ist. Leider muß hierauf eine verneinende Antwort gegeben werden, und zwar weil die günstige Lage, deren sich die Bauwirtschaft bis jetzt durch die öffentliche Ausgabenwirtschaft erfreut hat, mit groBen Nachteilen für andere Gewerbe erkauft worden ist. So hat z. B. die Betätigung der öffentlichen Hand als Bauherr dem Baugewerbe zwar große Aufträge verschafft, mit deren Finanzierung jedoch die Entwicklung der übrigen Wirtschaft und deren Kapitalbildung gehemmt. Besonders deutlich macht dies die Lage des Hausbesizers, dem mit Hilfe der Mietzinssteuer die Mittel genommen werden, seinen Besit so instandzuhalten, wie das eine geordnete Verwaltung verlangt, um dadurch der öffent: lichen Hand Einnahmen zu verschaffen, mit deren Hilfe sie Milliardenaufträge im Jahre vergibt. Darin aber liegt der Unterschied in der jetzigen Bedeutung des Baumarktes für die übrige Wirtschaft gegenüber derjenigen in der Vorkriegszeit. Während damals sein Gedeihen mit einer guten Allgemeinkonjunktur, von der es dahingestellt bleibt, ob sie Ursache oder Folge davon gewesen ist, einhergegangen ist, erfolgt es heute auf Kosten der übrigen Wirtschaft oder wichtiger Teile von ihr. Diese Wünsche beider Parteien, so verständlich sie an sich sind, stoßen, worüber sie sich wohl klar sind, auf eine Notlage ihrer heutigen Auftraggeber. Während aber die Arbeitgebervertretungen diese insofern anerkennen, als sie sich damit begnügen ,,, die höchsten Behörden des Reiches, der Länder und der deutschen Städte zu bitten, sobald als möglich Abhilfe zu schaffen", fordern die Gewerkschaften die Bereitstellung der dafür erforderlichen Mittel ohne Rücksicht auf die Lage und die Erfordernisse der übrigen Wirtschaft. Wenn z. B. verlangt wird, daß die Sparkasseneinlagen und die Reserven der Angestelltenversicherung, die heute sicherlich anderweitig zinstragend angelegt sind, künftig dem Baumarkt zugewendet werden sollen, dann bedeutet dies eine Kreditverknappung und damit eine Einschränkung des sonstigen Arbeitsmarktes. Für die ArbeitsmarktOtto Böckel. In den Hessischen Blättern für Volfsfunde" vom Jahre 1924 hat der Oberbibliothe= Bar Professor Dr. Hugo Hepding zu Gießen anläßlich des Todes Dr. Dito Böckels diesem als einen verdienstvollen Volksliedersammler einen schönen Artikel gewidmet, den wir mit freundlicher Zustimmung des Verfassers hiermit zum Abdruck bringen. Otto Bödel f †. Daß dieser Rückschlag bei den Bauarbeitern eine so starke Arbeitslosigkeit hervorgerufen hat, ist eine höchst unerwünschte Erscheinung, die jedoch vom deutschen Volke als grausame Strafe für die verfehlte Finanzpolitik seiner berufenen Führer hingenommen werden muß, weil es kein anderes Mittel dagegen gibt, wie eine Abkehr von der bisherigen Wirtschaftspolitik, die in der Erfüllung folgender Forderungen zum Ausdruck kommen muß: Die Berfolgun Gegenüber rafch wachsende nen in allen L rufe von übera Ichaftliche Emp niffe eines Gen meinfame Heil Die Bewe an ihrer Spig Bischof von für alle relig Ehrensekretär arbeit der Ki hat der Proteft einen feierlicher Gläubigen und in Rußland abg Zunächst muß sich die öffentliche Hand allmählich vom Baumarkt, soweit er dem schärfer kalkulierenden und daher billiger arbeitenden Privatkapital zukommt, zurückziehen und zwar auch auf die Gefahr hin, daß dieses den Zeitpunkt, sich hier zu betätigen, noch nicht gekommen sieht. Um seine Herbeiführung zu beschleunigen, sind gesetzliche Bestimmungen zu tref= fen, die den deutschen Kapitalisten, die ihre Gelder, um sie nicht der uferlosen Ausgabenwirtschaft der Parteien auszuliefern, ins Ausland verbracht haben, deren Rückführung ermöglicht. Abgesehen davon, muß ihnen aber auch ein Anreiz gegeben werden und zwar durch eine zu einer wirklichen Steuersenkung führende und eine geordnete Finanzwirtschaft verbürgende Finanzreform, die endlich die schon längst in Aussicht gestellte Genkung der Realsteuern, besonders in den Gemeinden bringt. Die Höhe dieser Ausgaben ist nämlich nicht zum wenigsten daran schuld, daß sich das Privatkapital so stark vom Grundstücks- und Baumarkt fernhält. Zu dieser Haltung trägt auch viel der Umstand bei, daß immer wieder durch die Presse Meldungen gehen, wonach im Reichstag und in den Landtagen zur Durchführung der sogenannten Bodenreform Geseze in Vorbereitung sein sollen, die auf eine entschädigungslose Enteignung von Bauland hinauslaufen. Daß dies aber so ist, liegt fast ausschließlich daran, daß der heutige Baumarkt weit weniger vom Privatkapital wie von der öffentlichen Hand befruchtet wird, die auf die wirtschaftliche| Lage, insbesondere die Zinsentwicklung keine Rücksicht genommen und dadurch den Baukosteninder auf über 180 Prozent gesteigert hat, während der Lebenshaltungsindex kaum 155 Prozent beträgt. Eine private Bauwirtschaft hätte dieser Entwicklung sicherlich nicht tatenlos zugesehen, sondern ihre Bautätigkeit eingeschränkt, um Kapital anzusammeln, bis der Zinsfuß sich dadurch gesenkt hätte. So wie er heute ist, kann aber der Privatkapitalist keinen Reiz darin finden, Häuser zu bauen, da deren | Schätze von volkskundlichen Nachweisen nicht nur für das Volkslied, sondern auch für Volkssage, Sitte und Brauch, Volksglau> ben und Aberglauben hier aufgespeichert sind( z. B. über den Rosmarin als Sinnbild der Liebe und des Tods, die Diebsferze aus dem Finger eines ungeborenen Kindes, das Minnetrinken, die Turteltaube in der mittelalterlichen Symbolik, die Verbreitung des Lenorestoffs, den Kampf der Kirche gegen die Volksdichtung u. a. m.) Die große Bedeutung der Melodie für das Volkslied kennt Bödel sehr genau, trotzdem hat sein Buch den einen großen Fehler, daß die Melodien bei den aufgezeichneten Liedern fehlen. Am 19. September 1923 ist in Michendorf in der Mark ein Mann gestorben, dessen Name unzertrennlich mit der Volksbunde unserer Heimat verknüpft ist. Otto Bödel, am 2. Juli 1859 in Frankfurt a. M. geboren, studierte von 1878-82 zuerst in Gießen und Heidelberg Jurisprudenz und Nationalökonomie, dann in Marburg und Leipzig neuere Sprachen. Als Gießener Student legte er im W.-S. 1879/80 den Grund zu seiner Volksliedersammlung ,,, so manche liebe lange Nacht auf einsamen Wegen wandernd" nach den Dörfern jenseits der Lahn, oft ,, im finstern Gehölz verirrt oder im Schneegestöber vom Wege abgekommen, Auslug haltend nach dem Lichtlein, das den gesuchten Ort verraten sollte, und horchend, ob sich nicht fern, ganz fern die getragenen schwermütigen, mehrstimmigen Klänge eines jener hessischen Volkslieder vernehmen ließen.... Es war einsam, aber selig Wandern in den hoffnungsreichen Tagen blühender Jugend". In den Spinnstuben von Heuchelheim und Gleiberg ist er ein häufiger Gast; in Heuchelheim feiert er die Fastnacht mit, in Gleiberg ist der Nachtwächter sein bester Gewährsmann; in Krofdorf, Vetzberg, Fellingshausen, Launsbach, Kinzenbach, Atzbach, Lützel- Linden, Lang- Göns, Londorf und Alten- Bused, in den Soldaten- und Handwerksburschenkneipen Gießens zeichnet er Lieder auf nach dem Gesang oder nach Diktat, hie und da erhält er auch einmal ein kleines, Handschriftliches Liederbuch.( Lieder aus der Marburger und ein paar aus der Friedberger Gegend sind dann noch hinzugekommen, und einige aus dem Hinterland steuerte im Crecelius bei.) 1882, auf Grund einer romanistischen Arbeit in Marburg zum Doktor promoviert, trat er 1883 als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter an der dortigen Universitäts- Bibliothek ein. Es be= ginnt nun eine Zeit eindringendster volkskundlicher Studien, wobei sein Gesichtskreis nicht auf Deutschland beschränkt bleibt: man kann nicht genug staunen, was er alles an Volksüberlieferungen der europäischen Völker und an ethnographischer Literatur damals durchgearbeitet hat. " gelischen Allian genen- ,, als In der Schweiz bundes in das Berfolgten ein Kundgebung bundsstadt G schönen, inhaltsreichen Werk Psychologie der Volksdichtung" ( Leipzig 1906, 2. verb. Aufl. 1913: V, 419 S.). Es ist auch für weitere Kreise berechnet und läßt daher mancherlei von der Gelehrsamkeit seines ersten Buchs weg, so daß dies ,, auch fernerhin seinen Wert behält". Die Weite des Blids, die nicht an den deutschen Grenzen Halt macht, zeichnet auch dieses Buch vor vielen anderen aus der inzwischen start angeschwollenen Volksliteratur aus. Der Freund des Volkslieds wird immer wieder gern zu diesem warmherzigen, mit echter Begeisterung geschriebenen und bei aller Wissenschaftlichkeit doch mehr nach Waldesluft als nach der Studierlampe riechenden Werke greifen, und auch der Gelehrte wird es, wenn auch die Volksliedforsung jetzt vielfach andere Wege geht und manche Anschauung als veraltet oder romantisch ablehnen wird, stets mit Nutzen zu Rate ziehen. 1908 folgte eine völlige Neugestaltung von Vilmars Hand büchlein unter dem Titel„ Handbuch des deutschen Bolkslieds" ( Marburg. VI, 393 S.), eine Auswahl der besten deutschen Volkslieder( leider auch ohne Melodie) mit verbindendem Text, der sich diesmal, was B. einst bei Vilmar getadelt, ganz auf den deutschen Volksgesang beschränkt, ein Buch, das ich vor allem in jede Schulbibliothek wünschen möchte. Eine Reihe von anspruchslosen, kleinen, tiefempfundenen Naturschilderungen vereinigte B. unter dem Titel„ Dorfbilder aus Hessen und der Mart"( Gießen 1908. 241 G.). Viel Schwermut und Heimatsehnsucht schreibt sich dabei der einsame, müde Mann vom Her= zen. Aber er arbeitet fleißig an den alten, lieben Stoffen weiter: den Versuch, den schwer übersehbaren deutschen Sagenstoff zu gliedern und in einem Bändchen der Sammlung ,, Aus Natur und Geisteswelt" knapp zusammenzufassen( ,, Die deutsche Volks: sage. 1909. IV, 162 S.), darf man als wohlgelungen bezeichnen. Möchten viele seinen Aufruf zum Sammeln der alten Ueberlieferungen befolgen, solange es noch Zeit ist; ,, es geht gegen den Abend", und es ist schon zu viel ,, erloschen und mit den Trägern zu Grabe gegangen". Gut wird als nächstes Ziel der Plan einer einheitlichen kritischen Sammlung aller deutschen Sagentypen umrissen. 1917 erschien dann noch in der„ Deutschkundlichen Bücherei" ein Hilfsbüchlein für den deutschen Unterricht,„ Das deutsche Volkslied". Es befriedigt wohl am wenigsten von B.s volkskundlichen Schriften und berücksichtigt kaum die neuere For schung. Die Vorrede, die er im selben Jahr zu der von Crece= Iius bearbeiteten und von Böckel durchgesehenen 3. Auflage von Vilmars ,, Handbüchlein für Freunde des deutschen Volks= liedes"( Marburg 1886) schrieb, endet unter Hinweis auf die blühenden voltstundlichen Studien in anderen Ländern mit einem Mahnruf, auch in Deutschland, dem„ Vaterland der Folkloristik" die volkskundliche Sammlung und Forschung wieder neu zu beleben und durch die Verbindung mit Ethnographie und Kulturgeschichte zu befruchten. Ihm selbst schwebt als groBes Ziel eine ,, Geschichte des Volkslieds auf der Basis der völtervergleichenden Studien" vor. Er wäre dafür der rechte Mann gewesen, und er wäre auch berufen gewesen, bei dem wenige Jahre später einsetzenden Wiederaufblühen der wissenschaftlichen Volkskunde eine führende Rolle zu spielen. Eine tiefe Liebe zu unserem Volt, vor allem zum deutschen Bauerntum, beseelte ihn; dem deutschen Bauernstand, dessen Gefährdung durch die moderne Zivilisation er in den schwärzesten Farben sah, hatte er seine ,, Volkslieder aus Oberhessen" gewidmet. Die Liebe zum Bauerntum war es auch, die ihn damals in die Politik trieb, ihn dazu brachte, seine wissenschaftliche Arbeit und schließlich sogar seinen wissenschaftlichen Beruf aufzugeben. In den Volksversammlungen riß er mit seiner glänzenden volkstümlichen Beredsamkeit das Landvolk mit, und er entfachte in Hessen eine Bauernbewegung, die ihn für einige Jahre zu einem der populärsten, höchstverehrten oder bestgehaßten Männer machte. Ich erinnere mich aus meiner Jugendzeit, daß sogar im Kinderspiel der Begel oft eine große Rolle spielte. Es ist nicht meine Sache, hier über diese seine politische Tätigkeit ein Urteil zu fällen. Von 1887-1903 vertrat Böckel als antisemitischer Abgeordneter den Wahlkreis Marburg- Kirchhain im Reichstag. Der Zusammenbruch des Verlags des von ihm gegründeten ,, Reichsherold" brachte ihn an den Ruin. 1894 war er nach Berlin gezogen, um eine Stelle als Versicherungsbeamter zu übernehmen. Nachdem er sich von der Politik hatte zurüdziehen müssen, lebte er, vielfach von schwerer Krankheit heimgesucht und in wirtschaftlicher Not, in dem oben genannten kleinen märkischen Dorf. Und ,, in diesen Zeiten, wo die Hoffnungen wie welke Blätter fielen, ward es mir", so schreibt er ,,, ein Bedürfnis, zu den Studien zurüczukehren, die einst meine sonnigen Tage verklärt hatten. Es befiel mich wie Heimweh nach dem Volksliede." Da holt er denn seine Marburger Sammlungen und Notizen und seine Bücher wieder hervor und führt nun die Gedanken aus der Einleitung zu den oberhessischen Volksliedern weiter aus in dem Im Jahre 1885 veröffentlicht er seine„ Deutschen Volts: lieder aus Oberhessen", 122 Lieder, 3. T. in mehreren Fassungen, mit genauen Angaben über den Fundort und bereits bekannte Varianten. Außer einem kleinen Wörterbuch der KundenSprache, das er auf seinen Wanderungen im Hessenland bei den Handwerksburschen zusammengebracht hat, ist eine 188 Seiten aumfassende ,, bulturhistorisch- ethnographische Einleitung" beigegeben, die von einer solchen Gelehrsamkeit und Belesenheit des Verfassers zeugt, daß ich jedesmal wieder, wenn ich sie aufschlage, mich verwundere und nur bedauere, daß so wenige wissen, welche Zu unseren ,, Blättern" hat B. nur einen kleinen Beitrag beigesteuert: ,, Boltsrätsel aus dem Vogelsberg"( aus dem Nachlaß von Th. Bindewald) in Bd. 2. Das Manuskript seiner Sammlung oberhessischer Volkslieder hat unsere Vereinigung 1909 für unser Archiv erworben. Aufruf der S evangelischen Gesamtbild de heit tiefstes, in edelites Bildun gewiffen und a tehen. In De Präsidenten des bei den Lande russischen Chris fuperintendente eine Rundgebu betannt gewor Wenn Wandervögel auf ihren Fahrten durch Michendorf kamen, versäumten sie nicht, vor Böckels Haus Halt zu machen und ihm eins seiner lieben Volkslieder zu singen, die er, wie der junge Goethe ,,, auf dem Herzen getragen" hatte. Das war ihm in den letzten, für ihn so besonders schweren Jahren, wie man mir mitteilt, immer eine große Freude. Mögen seine Bü cher noch vielen ein Führer sein zu den herrlichen Schätzen un= serer Volksdichtung! Hugo Hepding. Die russi Metropoliten Synods der ternder Weis legten Tagen Bild vervollita nen im Angesi Das gleiche Bo In verschi Christenverfolg Schwedische Pf denen die Ver Bugleich wird gung eine rein not und aus W डा Mundge verlang Das Vom Ver gender Beri leitung des Die deu Gibirien, de nach sind sie Katholiken. religiöse Bed gewaltsame Der deutsch- ru Der erften jan Riga- Endttu den die Flüd stein. Von ren Unterfu Um mit lung zu neh nen zu lerne Brenzlau beg 1700 Männer beträgt etwa lingslagers Bu einer bejo Deutschruffen Major a. D bereit ertlä Die Fa chönen, groß genügend vo Tische und G Rüche, die ein Lagerinjajien aus zufrieden finden fich Be werden. Nr. 13. Saugewerbe tums über it niedrigen adgaffe ge ennen wol allaft, Bins er ein Gle ergrößert." iffbau, wo B zwischen nn. Daß ndere eine Cen Daten Betracht nangel, an in wachsen fennot. vorausge uwirtschaft fann sogar ng hat rech öffentlichen Saft empor e so starke erwünschte me Strafe hrer hingeagegen gibt, litik, die in ud kommen mählich vom id daher biln und zwar t, sich hier ine Herbei gen zu tref um sie nicht uszuliefern, ermöglicht. gegeben wer enkung füh nde Finanz tellte Sen ringt. 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Wenn diese Maßnahmen durchgeführt sein werden, dann wird sich auch allmählich der Baumarkt, der uns heute die innere Schwäche des Staatssozialismus mit so großer Grausamfeit offenbart, wieder beleben und den bedauernswerten Opfern einer verfehlten Wirtschafts- und Finanzpolitik wieder Arbeit geben, ohne wie bisher die übrige Wirtschaft zu benachteiligen. Die christliche Welt gegen den Religionsfrieg in Rußland. ,, Die Verfolgungen der römischen Kaiserzeit verblichen...". Gegenüber den Religionsverfolgungen in Rußland ist eine rasch wachsende Front der christlichen Kirchen und Organisationen in allen Ländern im Entstehen. Kundgebungen und Aufrufe von überallher lassen die tiefe Beunruhigung und leidenZeugschaftliche Empörung der christlichen Welt erkennen nisse eines Gemeingeistes und eines Verbundenseins durch gemeinsame Heiligtümer, die aufrichtend und ermutigend wirken. - Die Bewegung in England ist dadurch gekennzeichnet, daß an ihrer Spitze so namhafte Führer stehen, wie der anglikanische Bischof von London und der durch sein verdienstvolles Wirken für alle religiösen Minderheiten in der ganzen Welt bekannte Ehrensekretär des Weltbundes für internationale Freundschaftsarbeit der Kirchen Sir Willoughby Dickinson. In Frankreich hat der Protestantische Kirchenbund am vergangenen Sonntag einen feierlichen öffentlichen Gottesdienst für die verfolgten Gläubigen und für die Wiederhersteliung der Gewissensfreiheit in Rußland abgehalten. Auch der französische Zweig der, evangelischen Allianz" hat zur Fürbitte für die in Fesseln Geschla= genen ,, als ob wir mit ihnen gefesselt wären" aufgerufen. In der Schweiz ist auf Anregung des Schweizerischen Kirchenbundes in das sonntägliche Kirchengebet eine Fürbitte für die Verfolgten eingefügt. Starke Beachtung fand eine kirchliche Rundgebung im überfüllten Reformationssaal in der Völkerbundsstadt Gens. Besonders wuchtig und mitreißend ist ein Aufruf der Schwedischen Pfarrerversammlung, der an sämtliche evangelischen Gemeinden in Schweden erging. Er zeichnet ein Gesamtbild der Verfolgung, durch die, die Religion, der Menschheit/ tiesstes, innerstes Besitztum, ihre höchste Lebensäußerung, ihr edelstes Bildungsmittel ausgerottet werden soll". Das Weltgewissen und alle Träger der Weltkutur müssen dagegen aufstehen. In Deutschland ist neben dem bekannten Schritt des Präsidenten des Deutschen Evangelischen Kirchenausschusses, der bei den Landeskirchen eine gottesdienstliche Fürbitte für die russischen Christen angeregt hat, und dem Aufruf der Generalsuperintendenten der größten deutschen Landeskirche neuerdings eine Rundgebung der Vereinigung evangelischer Freikirchen" bekannt geworden. Die russisch- orthodoxe Kirche selbst ist durch den Mund des Metropoliten Antonius, des Vorsitzenden des erzbischöflichen Synods der russisch- orthodoxen Kirche im Ausland, in erschütternder Weise zu Wort gekommen. Und endlich hat die in den letzten Tagen bekannt gewordene Kundgebung des Papstes das Bild vervollständigt: daß die christlichen Kirchen und Konfessionen im Angesicht eines Kampfes auf Leben und Tod sich um das gleiche Banner sammeln. In verschiedenen Aufrufen wird festgestellt, daß die russische Christenverfolgung in der Geschichte ihresgleichen nicht hat. Die Schwedische Pfarrversammlung spricht von Verfolgungen ,,, vor denen die Verfolgungen der römischen Kaiserzeit verbleichen". Zugleich wird deutlich, daß die Bewetäglich wachsende gung eine rein religiöse Bewegung ist, geboren aus Gewissensnot und aus dem Bewußtsein religiöser Verbundenheit mit den - Weiße Zähne ,, 6teßener Zettung" Opfern der Verfolgung; eine der Kundgebungen hebt ausdrüc lich hervor, daß die Proteste mit Politik nichts zu tun haben. Aber auch davon wissen die Kundgebungen zu sagen, daß die Treue bis zum Tod, die die russischen Christen bewähren, das beste Zeugnis ist für die Unsterblichkeit der Religion, und daß darum heute wieder wie vor 1900 Jahren das Blut der Märtyrer der Samen der Kirche ist". Besser KAFFE Set Dein schmeckt Dein mit franc Zum Begriff des Handwerks. Lokales. Die Harmonielehre in der Küche. Nr. 13. Manchmal nennt man die Küche die Seele des Hauses. Trotzdem finden wir oft wenig Harmonie zwischen den beiden, daß man an der Beseeltheit der hauptsächlichen Küchenarbeit, den Werken der Kochkunst, zweifeln kann. Es wird munter drauflos gefocht, und die Familie, alt und jung, stark und schwächlich, robust oder angegriffen, muß mit allem vorlieb nehmen, was die Kelle mit sich bringt. Dadurch entstehen Disharmonien zwischen Küche und Familie, zwischen Absicht und Ausführung und schließlich auch zwischen Essen und Verwerten. Zwischen kochen und kochen ist ein himmelweiter Unterschied. Die Kochstunde kann niemals mehr geben, als die Vorstuse zur Kochweisheit. Erst peinliches Aufmerken, wie die Gerichte von der Familie vertragen werden, ob sie dabei frisch und vergnügt ist oder arbeitsunlustig und müde durch den Tag schleicht, schließt das Verständnis auf für die Harmonie, die zwischen Ernährung und Erfolg herrschen muß. Das hat mit Feinschmeckerei nichts zu tun! Es ist nur das Bestreben der tüchtigen Hausfrau, ihr Amt als Ernährungsminister so gut zu verwalten, wie es irgend dürften. Die Wirtschaft ist, populär gesprochen, der Dumme gewesen, sie hat sich mit den Steuererhöhungen in dem guten Glauben abgefunden, daß die Einsparungen der öffentlichen Hand nun folgen würden, aber davon ist nichts zu spüren, und allem Anschein nach ist nicht einmal dafür eine Sicherheit geschaffen, daß die Steuererhöhungen des Sofortprogramms nur etwa ein halbes Jahr, bis zur Auffüllung des Tilgungsfonds, in Kraft bleiben und alsdann durch die der Wirtschaft versprochenen Steuersenkungen abgelöst werden. Man braucht kein Psychologe zu sein, um zu prophezeien, daß bereits heute bei der Finanz- und Sozialbürokratie der eiserne Entschluß besteht, die Steuererhöhungen zu verewigen und die Steuersenkungen zu hintertreiben. Demgegenüber muß die Deffentlichkeit, die längst erkannt hat, daß das Schwergewicht jeder verständigen Finanzreform auf der Einschränkung der öffentlichen Ausgaben liegt und daß demgegenüber die sonstigen Grundprinzipien der Finanzreform, insbesondere die Verlagerung des steuerlichen Echwergewichts von den direkten auf die indirekten Steuern, nur eine Nebenrolle spielen, immer wieder mit allem Nachdruck fordern, daß nun endlich auch der Staat sein Scherflein zur Gesundung unserer wirtschaftlichen und finanziellen Verhältnisse beiträgt und rationalisieren und rechnen lernt, wie das die Privatwirtschaft schon lange zu lernen genötigt war. Die Frage, ob jemand Handwerker im Sinne des§ 4 HGB. ist, muß in jedem einzelnen Falle nach der besonderen Beschaf= fenheit des gewerblichen Unternehmens und seiner gesamten Einrichtung geprüft werden, wobei auch den wirtschaftlichen Anschauungen und dem herkömmlichen Begriffe des HandwerksRechnung zu tragen ist. Maßgebend muß stets der Gesamtcharakter des Betriebes sein. Die gesamte Art, wie der Betrieb geführt wird, ist entscheidend. Hierbei kommt besonders, aber nicht ausschließlich in Betracht das Verhältnis des Unternehmers zu seinen Gehilfen, Art und Umfang seiner eigenen Mitarbeit, vor allem in der Richtung, ob sie handwerksmäßig oder handwerksüblich ist; ferner Art und Maß der Arbeitsteilung, die Verwendung von Maschinenkraft, die Benutzung und Gewährung von Krediten, sowie die Unterhaltung von Bank und Wechselverkehr. Wenn der Betrieb nach seinem Gesamtcharakter, wozu neben der technischen auch die kaufmännische Seite gehört, kein handwerksmäßiger ist, so ist es auch unerheblich, wenn er einige Wesenszüge des Handwerks aufweist. Einzelne Merkmale können für sich allein niemals entscheidend sein. Daraus folgt aber, daß die Berufsausbildung des Inhabers sowie die Art und der Umfang seiner Mitarbeit für sich allein die Einordnung des Betriebes in das Handwerk nicht rechtfertigen können. Darauf allein hat aber das Landgericht seine Entscheidung gestützt. Dabei hat es vor allem die Frage nicht gestellt und nicht beantwortet, ob der Betrieb des 3. als Molfereibetrieb nach den geltenden wirtschaftlichen Anschauungen und dem herkömmlichen Begriffe des Handwerks überhaupt als Handwerksbetrieb angesehen werden könne. Gerade diese grundlegende Frage aber ist zu verneinen. Es kann hierbei nicht darauf ankommen, daß Molkereierzeugnisse ursprünglich mit der Hand hergestellt worden sind, was in primitiven Betrieben auch heute noch der Fall sein wird. Denn nicht jede Arbeit, die mit der Hand Erzeugnisse herstellt, ist Handwerk. Der Begriff des Handwerks ist eben wirtschaftsgeschichtlich erwachsen und beruht so gut wie ganz auf Herkommen. In Deutschland war und ist noch heute das wichtigste äußere Zeichen des Hadwerks die Vereinigung der einzelnen Handwerkergruppen zu Zünften und Innungen. Ein weiteres wesentliches äußeres Kennzeichen des Handwerks ist, daß seine Angehörigen in die Gruppen der Lehrlinge, Gesellen und Meister zerfallen und aus der einen Gruppe in die nächsthöhere nur nach Ablegung bestimmter Prüfungen gelangen. Alles dies ist bei Molkereien nicht der Fall. Es entspricht denn auch weder den jetzigen wirtschaftlichen Anschauungen noch dem herkömmlichen Begriffe des Handwerks, Molkereien dem Handwerk zuzurechnen. Schon diese Erwägung schließt es aus, den Betrieb des 3. als handwerklichen anzusehen; denn ein Unternehmen, das nach Herkommen und wirtschaftlichen Anschauungen nicht als handwerkliches gilt, stellt eben seinem Gesamtcharakter nach keinen Handwerksbetrieb dar. ( KG.- Beschluß vom 21. Febr. 1929.) * An die gesamte hessische Beamtenschaft wurde eine Verfügung erlassen, in der um pünktliche Einhaltung der Dienststun= den ersucht wird, wenn auch darauf hinzuweisen ist, daß bei der Verschiedenartigkeit des Dienstes und der Arbeit die genaue Einhaltung der Dienstzeit nicht immer möglich ist. * In den Ruhestand treten: Die Gendarmeriewachtmeister Heinrich Biehl zu Buzzbach und Heinrich Eichenauer zu Zwingenberg a. d. B. * Straßensammlung. Der Landesverband Hessen des Reichsbundes der Kinderreichen veranstaltet am 11. Mai 1930 eine Straßensammlung zugunsten bedürftiger Mütter. machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont- Zahnpaste erzielen Sie einen wundervollen Elfenbeinglanz der Zähne, auch an den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. 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Nach Erledigung der ersten sanitären Maßnahmen an der deutschen Grenze wurden die Flüchtlinge weitergeleitet in das große Lager Hammerstein. Von hier erfolgte dann die Ueberführung in die weiteTen Unterkunftsorte Prenzlau und Mölln. - Um mit den rußlanddeutschen Flüchtlingen persönlich Fühlung zu nehmen und auch die Unterbringungsverhältnisse fennen zu lernen, hatten wir uns im Auftrage des VDA. nach Prenzlau begeben. In der ehemaligen Militärkaserne sind rund 1700 Männer, Frauen und Kinder die Zahl der letzteren beträgt etwa 600 untergebracht. Das Betreten des Flüchtlingslagers ist nicht allgemein gestattet, vielmehr bedarf es dazu einer besonderen Genehmigung des Reichskommissars für die Deutschrussen- Hilfe. Wir meldeten uns bei dem Lagerdirektor, Major a. D. Rautmann, der sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärte, uns alle Räume zu zeigen. Die Familien sind, hier und da auch zwei zusammen, in schönen, großen und hellen Räumen untergebracht. Betten sind genügend vorhanden, auch hat jedes Zimmer die notwendigen Tische und Stühle, bezw. Bänke. Gekocht wird in der großen Küche, die einen sauberen und gepflegten Eindruck macht. Die Lagerinsassen erklärten uns, daß sie mit der Verpflegung durchaus zufrieden seien. In den unteren Räumen der Kaserne befinden sich Bade- und Waschräume, die gerne und oft benutzt werden. Besonders interessierte uns der inzwischen eingerichtete Schulbetrieb. In den oberen Stockwerken sind vier Räume bereitgestellt und Schulbänke und Katheder herangeschafft worden. Für jede Klasse ist ein berufsmäßiger Flüchtlingslehrer vorhanden. Die eine Hälfte der Kinder wird vormittags, die andere nachmittags unterrichtet. Die erforderlichen Lesebücher werden von der Hauptleitung des Vereins für das Deutschtum im Ausland geliefert. Die Kinder erhoben sich bei unserem Eintritt von ihren Plätzen und begrüßten uns mit einem fröhlichen ,, Guten Tag". Durch Einsichtnahme in die Schreibheste etwa 8, 9- oder 10jähriger Kinder konnten wir uns überzeugen von der schönen und verhältnismäßig fehlerfreien Schrift. Alle sprechen deutsch und zwar in der Schule hochdeutsch, zu Hause Dialekt. In den letzten Wochen sind eine Schusterwerkstatt und Schneiderstube eingerichtet worden. In der ersteren sind etwa 15, zum Teil richtiggehende Schustergesellen tätig, die fleißig das Schuhwerk ihrer Leidensgenossen ausbessern. In der Schneiderstube saßen etwa 12 Mädchen an Nähmaschinen und flicten Kleider und Wäsche. Einen besonderen Eindruck machte auf uns die in einem großen Saal eingerichtete Kinderstube. Schön geheizt, bildet sie einen ausgezeichneten Aufenthaltsort für die fleine Schar bei schlechtem Wetter. Bei unserer Anwesenheit spielte eine große Zahl von Kindern auf dem Hofe unter der Leitung von Pflegeschwestern. In den wenigen Wochen, die die Kleinen hier sind, haben sie sich schon recht an die Schwestern gewöhnt und warten sehnsüchtig auf die Stunde des Beginns der Spiele. Puppen und Spiele aller Art sind vorhanden, aber gerade an diesen Dingen sind doch noch weitere Spenden erwünscht. Ein anderer großer Raum ist zur Verteilung der Liebesgaben eingerichtet. Auf langen aneinander gereihten Tischen lagen ausgebreitet Kleidungsstücke, Wäsche und Schuhe. Täglich werden etwa 45-50 Frauen, Männer und Kinder abgefertigt, d. h. es werden ihnen die fehlenden Sachen ausgegeben. Zuletzt begaben wir uns in ein Lesezimmer, wo wir uns mit einigen Führern der Prenzlauer Flüchtlingsabteilung eingehend unterhielten. Alles, was der Verein für das DeutschMan tum im Ausland im Rahmen seines Aufgabenkreises für unsere deutschen Brüder in Not tun kann, wurde zugesagt. Sie wurden aufgeklärt über die Ansiedlung und Lebensverhältnisse in Kanada und Brasilien. Auf die Frage, ob noch besondere Wünsche vorhanden seien, erklärten die Männer, daß sie bereits so gut aufgenommen und reich beschenkt worden seien, daß sie nicht mehr verlangen könnten. Eine Bitte hätten sie: Tabat und Zigarren. Wir geben daher hiermit diese Bitte weiter, nach Möglichkeit Tabat, Zigarren und Zigaretten und Spielsachen in das Lager in Prenzlau, wie auch an diejenigen in Hammerstein und Mölln zu schicken. Jm allgemeinen werden die Arbeiten durch die Flüchtlinge selbst verrichtet bis auf die ärztliche und Schwesternfürsorge. Zur Sicherheit gegen Belästigungen von außen her befindet sich auch ein kleines Schupokommando im Lager, das den Insassen mit Rat und Tat Beistand leistet. Durch Befragen stellten wir fest, daß es sich durchweg um Familien handelt, deren Vorfahren schon vor über 100 und noch mehr Jahren nach Rußland ausgewandert waren. In Sibirien betrug der Landbesitz einer Familie etwa 7 Hektar je Kopf, für eine 7töpfige Familie also etwa 50 Hektar. In der näheren Umgebung der Stadt war der Besit kleiner. In der Ukraine betrug die Durchschnittsgröße eines Landbesizes 15 bis 30 Hektar. Die Leute waren in ihrer Gesinnung durchaus deutsch geblieben. Wenn auch hier und da mal einer darunter ist, der die deutsche Sprache nur mangelhaft versteht, so bereitete es uns doch besondere Freude, festzustellen, daß sich, abgesehen von diesen wenigen, alle fließend in ihrer Muttersprache unter hielten. Durch die Besichtigung gewannen wir die Ueberzeugung, daß alles geschieht, was geschehen kann. Alle Insassen erkannten das auch uneingeschränkt an und waren voll des Lobes und Dantes für ihre Aufnahme und Behandlung. Zum Schlusse soll nicht unterlassen werden, lobend anzuerkennen das große Interesse und die Wärme, mit der sich der Lagerdirektor, Major a. D. Rautmann, unserer deutschen Brüder und Schwestern annimmt. Samstag, den 15. Februar 1929. * Selbstanschluß im Reichsbahnbetrieb. Der Reichspost folgend, wird auch im Dienstbereich der Gießener Bahndienststellen der Fernsprechverkehr auf Selbstanschlußbetrieb umgestellt. * Die 5- Rentenmarkscheine gelten noch. Nach einer Betanntmachung des Reichsfinanzministers sind nicht bloß die 1000500 und 10- Rentenmart- Scheine mit dem Ausstellungsdatum 1. November 1923, sowie die Rentenmart- Scheine zu 50 und zu 100 Rmt.( mit dem Kopfbild eines Landmannes bezw. einer Landfrau), sondern auch die 5- Rentenmart- Scheine( mit dem Erdal ist gut spart Zeit u.Geldl 1st anerkannt in aller Welt Erdal Marke Rotfrosch 309 Für alle Schuhe! In einem Neubau in Gießen ist ab 1. März ds. Js. evt. schon früher ein „ Gießener Zettang" Kopfbild eines Landmädchens) nach wie vor zugelassene Zah lungsmittel, dürfen also nicht zurückgewiesen werden. * Kammerwahl der Gießener Studentenschaft. Die Wahl fand in diesem Jahre unter einer Wahlbeteiligung von 64,4 Prozent im Vergleich zu 42,3 Prozent im Vorjahr statt. Die Stimmenzahl und die Verteilung der 25 Size, aus denen sich die Kammer zusammensetzt, verteilen sich, wie folgt: Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft 520 Stimmen, 1929( 623), 12 Size, 1929( 21). Nationalsozialistischer deutscher Studentenbund 403 (--) Stimmen, 9 Size(-). Freiheitliche Liste der Republikanischen Arbeitsgemeinschaft 168( 113) Stimmen, 4 Size( 4). * Straßensperre. Wegen Ausführung von Wasserleitungsarbeiten wird die Provinzialstraße Heuchelheim- Windhof vom 21. ds. Mts, ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung über die Gießener und Rodheimer Straße. 1 * Hessischer Straßenbericht für die Woche vom 16. bis 22. Februar. Heuchelheim- Azbach und Heuchelheim- Kinzenbach ( Ortsdurchfahrt Heuchelheim) vom 27. Januar bis auf weiteres gesperrt. Umleitung: Rodheim a. d. Bieber. Wieseck- Altenbuseck( Ortsdurchfahrt Wieseck) vom 10. Februar bis auf weiteres gesperrt. Umleitung innerhalb Wiesecks durch die Schulund die Rabenauerstraße. * Aus dem Stadttheater. Morgen, Sonntag, um 6 Uhr, als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen das Lustspiel: ,, Du wirst mich heiraten." Am Dienstag als Neuaufführung das in Deutschland selten gespielte und doch ewige Lustspiel Shakespeares: Wie es euch gefällt". Aus Nah und Fern. Vilbel. In einer hiesigen Wirtschaft kam es zwischen Zigeunern aus dem nahen Frankfurter Lager zu einer Schlägerei. Als Personen schlichtend eingreifen wollten, wurden sie von den Zigeunern gemeinsam angegriffen und mißhandelt. Erst die Polizei konnte die Ruhestörer überwältigen. Darmstadt. In der letzten Stadtverordnetensitzung konnte man sich über die Nachfolgeschaft von Bürgermeister Buxbaum noch nicht einigen. Bensheim( Bergstraße). Die 6. große Wiedersehensfeier des ehem. Inf.- Leibregiments Großherzogin( 3. Großherz. Hessisches) Nr. 117 findet am Sonntag, den 6. Juli dieses Jahres in Bensheim statt. Niederbreisig a. Rh. Mit einem Aktienkapital von 200 000 Mark wurde in Niederbreisig eine Kur- und Badeverwaltung, A.-G. Niederbreisig, gegründet. Das Aktienkapital verteilt sich auf 200 Aktien mit je 1000 Mark. Steuer Ladenlokal Ersparnis ( Grösse ca. 24 qm) zu vermieten. Zu dem Laden gehört eine Zweizimmer- Wohnung mit Küche und Bad. Näheres unter Nr. G. Z. 2500 an die Geschäftsstelle dieses Blatles. Rheuma, Ischias, Hexenschuß, Gliederreißen, Neuralgie ( Nervenschmerzen), Gicht! Gern teile ich kostenlos ein einfaches Mittel mit, das mir und zahlreichen Patienten in kurzer Zeit half. Ueber 3000 Dankbriefe. ( Ich verkaufe nichts.) Krankenschwester Margre! Heber, Wiesbaden M 29 NWK* WoLe NWK bringt das Reichssteuer Kassebuch RIECK ReichssteuerKassebuch D.R.G.M. mit Spezialeindruck für jedes Gewerbe, für jedes Geschäft, für freie Berufe, Agenturen, für Vereine, Verbände etc. Zu beziehen vom Herausgeber: ALBIN KLEIN GIESSEN B Fernsprecher Nr.2525, Súdanlage 21 Kassel scheidet aus dem Luftverkehr aus. Nr. 13. Die Finanzkommission hat alle Pläne für eine Aufrechterhaltung des Flugverkehrs wenigstens für das Jahr 1930 ohne Einschränkung abgelehnt, so daß das Ausscheiden Kassels aus dem deutschen und internationalen Luftverkehrsnetz Tatsache wird. Chicago, 14. 2. Bei den Verbrecherrazzien in den letzten Tagen sind ungefähr 3000 Personen verhaftet worden. Neue Bücher. Die Heimat. Mittelrhein und Hessenland.( Zeitschrift des Bundes hessischer Heimatschulfreunde. Amtl. Mitteilungsblatt der Kreis- und Bezirksarbeitsgemeinschaften in Hessen.) Verlag Gutenbergdruckerei Mainz. Erscheint im 6. Jahrgang. Der bekannte Heimatforscher und-künder Heinrich Eidmann bringt im Januarheft einen warmempfundenen Einführungsauffaz:„ Der Heimatgedanke muß Volksbewegung werden." Professor Dr. K. Esselborn berichtet in aufschlußreicher Weise über den hessischen Afrikaforscher Mischlich. Regierungsbaumeister Zichner entwirft ein feingezeichnetes Bild von dem Biebricher Schlosse, während Schulrat Mathes einen volfskundlichen Beitrag ,, Von Wörtern im Alltagskleide und Sonntags= anzuge" verfaßt hat. Die Monatsschrift hat sich schon einen Namen gemacht und verdient, in weitesten Kreisen gelesen zu werden. Creditreform, Organ des Verbandes der Vereine Credit reform e. V., Leipzig C. 1., Fleischerplatz 1. Das Januarheft enthält wiederum eine ganze Reihe interessanter Aufsätze aus dem Wirtschaftsleben, die sich vorwiegend mit Credit- und verwandten Fragen im Sinne sparsamer und rationeller Wirtschaftsführung befassen. Das Heft ist allen Kreisen des öffentlichen Lebens zu empfehlen. Geschäftliches. Deutsche Märchen und Tierfabeln. Tischlein deck' dich, Schneewittchen, Reinede Fuchs, Hans im Glück u. a. Märchen, die die Jugend mit ihrer noch unbeschwerten Phantasie so überaus gern hat, machen die Erdal- Kwak- Bilder zu einem viel begehrten Sammelobjekt. 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