15 The um aller: Don mehr tehen erden naus: t viel beson bei in Beach aftefte ijerne scho= ferner Das brauch brennt rifetts RIECK er 199 ch be, 599 fe, etc. EN Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Die Reichsregierung hat beschlossen, alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel anzuwenden, um dem Preis für Roggen neuer Ernte die notwendige Sicherung zu geben. In Kaiserslautern wurde in Anwesenheit des Oberkomman: dierenden der Besagungstruppen, General Guillaumat, die französische Flagge vom Regierungsgebäude niederholt. Ge= neral Guillaumat stattete den Behörden Abschiedsbesuche ab. Der deutsche Kreuzer„ Karlsruhe", der eine Woche vor der Sardinijchen Hauptstadt lag, hat seinen Standort nach Taormina an der südlichen Küste von Sizilien verlegt. Fast täglich werden im Beuthener Gebiet polnische Deserteure festgenommen. So sind dort in dieser Woche bereits acht polnische Soldaten in voller Uniform verhaftet worden. Die französische Kammer hat am Donnerstag das Internationale Schiedsgerichtsabkommen ratifiziert. Im Militärlager von Sissone in der Nähe von Lille haben sich unter den Reservisten, die zu einer Waffenübung eingerückt waren, erhebliche Unruhen ereignet. Die Soldaten beschimpffen die Offiziere und Unteroffiziere und verweigerten entschieden den Gehorsam. Wie aus Wilna gemeldet wird, kam es im Grenzabschnitt Bilejka zwischen einer sowjetrussischen und einer polnischen Grenzwache zu einer Schießerei, in deren Verlauf der russische Kommandant Tscherbakow getötet und ein Rotarmist verwundet wurde. General Presan hat den Auftrag, das rumänische Kabinett zu bilden, an den König zurüdgegeben. ,, Sera Secolo" meldet aus Malta: Der britische Gouverneur verbot sämtliche politische Versammlungen auf Malta. Die letztert Zusammenstöße haben mehrere Tote gefordert. Wie aus Bernambuco in Brasilien gemeldet wird, ist im Sicate Parahyba eine neue Aufstandsbewegung ausgebrochen. Bei einem Zusammenstoß zwischen Bundestruppen und Anhän= gern Pereiras gab es über hundert Tote und eine große Zahl von Verlegten. 1283,7 Millionen RM. Fehlbetrag im Rechnungsjahr 1929. Das Reichsfinanzministerium veröffentlicht nunmehr den Ausweis über die Reichseinnahmen und ausgaben im Rechnungsjahr 1929. Danach betrugen im, ordentlichen Haushalt die Cinnahmen 10 146,1 MillionenRM und die Ausgaben 10 545,7 Millionen RM, so daß sich eine Mehrausgabe von 399,6 Millionen RM ergibt. Zuzüglich der zur Deckung der am Schluß des Rechnungsjahres 1929 noch unbeglichenen Restposten( abzügl. der Resteinnahmen) erforderlichen 65,4 Millionen RM ergibt ich am Schluß des Rechnungsjahres 1929 ein Fehlbetrag von 465 Millionen RM, wovon 154,4 Millionen RM auf das Rechnungsjahr 1928 entfallen. Im außerordentlichen Haushalt stehen 481,0 Millionen RM an Einnahmen, 348,2 Millionen RM an Ausgaben gegenüber, so daß sich eine Mehreinnahme von 132,8 Millionen RM ergibt. Rach Berüdsichtigung der zur Deckung am Schluß des Rechnungsjahres 1929 noch unbeglichenen Restausgaben erforderlichen 47,0 Millionen RM und des Fehlbetrages aus den Rechnungsjahren 1926-28 in Höhe von 904,5 Millionen RM bleiben aus späte= ten Einnahmen des außerordentlichen Haushalts noch 818,7 Millionen RM zu decken. Der Fehlbetrag im Gesamthaushalt beziffert sich dennoch auf 1283,7 Millionen RM. Die Reichsschuld belief sich am 31. März auf 8452,6 Million RM und die schwebende Schuld auf 1938,4 Millionen RM. 200 Millionen durch darlehen und Verkauf von Reichsbahnaftien. Berlin, 13. 6. Am kommenden Dienstag finden im Reichsabeitsministerium Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und den Landesversicherungsanstalten über die Hergabe eines Darlehens in Höhe von 60-70 Millionen RM an das Reich statt. Die Landesversicherungsanstalten sind bereit, diesen Betag zur Verfügung zu stellen. Ferner will das Reich newe Vorzugsaklien der Reichsbahn unterbringen. Die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte Jat in den letzten Tagen bereits 50 Millionen RM ReichsbahnDorzugsaktien übernommen und wird noch weitere 50 Milliomen RM faufen. 50 Millionen RM Reichsbahnvorzugsaktien sollen nach dem Ausland verkauft werden. Auch die Erlöse aus Dem Verkauf dieser Aktien sollen zur Ankurbelung der Wirtschaft Dienen. Weitere 100 Millionen werden aus der bei der Schrö Der- Gruppe geplanten Anleihe hinzukommen, sodaß insgesamt Buna chit 300 Millionen für Arbeitsbeschaffung zur Verfügung Tandert. ( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 14. Juni 1930 Das Reichskabinett hält an dem Notopfer der Festbesoldeten fest. Berlin, 13. Juni. Als Auftakt zu der heutigen Kabinettssigung fand eine eingehende Besprechung zwischen Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer statt. Der Kanzler erklärte sich mit dem Minister solidarisch. Dieser Haltung trat auch später das Kabinett bei. Es hält also an dem Notopfer fest. Ein großes Arbeitsbeschaffungsund Ausgabensenkungsprogramm bildet den Rahmen der Kabinettsbeschlüsse. Keine Verpfändung des Spritmonopols. Berlin, 13. 6. Die Meldung der Deutschen Zeitung", daß die deutsche Reichsregierung das Spritmonopol an den OstwerkeKonzern verpfänden wolle, wird von zuständiger Seite dementiert. Kündigungen bei der Reichsbahn. Berlin, 13. 6. Durch den Verkehrsrückgang veranlaßt, hat die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft mit den vertragschließenden Eisenbahngewerkschaften über Einschränkungsmaßnahmen, Entlassungen von Arbeitern und Einlegung von Feierschichten verhandelt. Die Hauptverwaltung der Reichsbahngesellschaft erklärt nach Presseangaben in den Verhandlungen, daß sich durch den Verkehrsrückgang etwa 4000 Werkstättenarbeiter erübrigt hätten. Die beabsichtigte Tariferhöhung könne den Verlust an Einnahmen auch nicht wettmachen. Um den Gewerkschaften entgegenzukommen, wolle man nur 1900 Arbeiter entlassen, 2100 sollten durch Einlegung von Feierschichten weiter behalten werden. Todesstrafe für fommunistische Propaganda. Warschau, 13. 6. Jn Lemberg wurden drei jugendliche Kommunisten wegen Ausgabe und Kolportage kommunistischer Flugschriften zum Tode verurteilt. Das Gericht erkannte in seinem Urteil auf das Verbrechen des Hoch- und Staatsverrats. Die Toten beim Schiffsunglück von Boston. Boston, 12. Juni. Nach amtlichen Mitteilungen hat der Zusammenstoß des Dampfers„ Fairfax" mit dem Tankschiff ,, Blinthus" vierzig Todesopfer gefordert, darunter befindet sich die gesamte Besatzung des Tankdampfers, die einschließlich des Kapitäns 22 Mann betrug. Von der„ Fairfax" sind 17 Passagiere und 11 Mann der Besatzung tot. Max Schmeling Weltmeister im Bogen. Sharkey wegen„ Tiefschlag" disqualifiziert. Newyork, 13. 6. Der mit großer Spannung erwartete Weltmeisterschaftskampf zwischen Max Schmeling und Jack Sharkey nahm ein überraschend schnelles Ende. In der vierten Runde brachte Sharkey einen regelwidrigen Schlag an, der seine sofortige Disqualifikation zur Folge hatte. Schmeling wurde zum Sieger erklärt. 10000 tschechische Kachelöfen. Ein unbegreiflicher Entschluß der Berliner Wohnungsfürsorgegesellschaft hat, wie aus Berlin gemeldet wird, die Deutschnationale Volkspartei zu folgender Anfrage im Preußischen Landtag veranlaßt: ,, Die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin hat, wie verlautet, genehmigt, daß für die Wohnungsneubauten in Berlin etwa 10 000 tschechische Kachelösen beschafft und verwendet werden. Trotz der katastrophalen Finanz- und Steuernot unseres Vaterlandes bringt nach der Mitteilung die Wohnungsfürsorgegeſellschaft es fertig, Steuergelder der deutschen Steuerzahler( es handelt sich fast ausschließlich um Hauszinssteuer- Neubauten) an das Ausland weiterzuleiten. Trotz der schweren Notlage der deutschen Wirtschaft übergibt die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin dem Ausland einen Auftrag, durch den 150 deutsche Töpfer und Ofenarbeiter ein ganzes Jahr volle Beschäftigung hätten haben können. Wie sollen die Bemühungen, das Arbeitslosenproblem zu lösen, zum Ziele führen, wenn amtliche oder halbamtliche Stellen, wie die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin jedes Verständnis für die Not der Wirtschaft vermissen lassen und deutsche Arbeiter brotlos machen?" Zur Wirtschaftskrise. Ueber unsere jetzige katastrophale Wirtschaftskrise urteilt ein Kenner der gesamten Lage, Herr Dr. Vommbruch, folgen dermaßen: Die jetzige Krise ist keine solche im üblichen Sinne, sondern sie ist ein Prozeß, in dem die Wirtschaft einschrumpft auf die von den Verlusten der Kriegszeit, Nachkriegszeit, der tollen Ausgabewirtschaft und der Tributlasten gegebene Armut. Die jetzige Krise ist kein Kampf um die Beibehaltung des alten Lebensstandards, sondern sie zwingt zur Gewöhnung an einen neuen, noch ungewohnten. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 46/47 Breisgabe von 1' Milliarden Goldmark. Berlin. Das im Zusammenhang mit der Aufrollung der Kriegsgefangenenforderungen aktuelle Problem der Entschädigung für Wiederaufbau- Arbeiten friegsgefangener Deutscher in Frankreich und Belgien nach dem Waffenstillstand wird in der Dentschrift der Arbeitsgemeinschaft der Vereinigungen ehem. Kriegsgefangener Deutschlands an einem Beispiel illustriert: Drei Originalphotos zeigen das prächtige Schloß Havringcourt im französischen Kampfgebiet in drei verschiedenen Phasen: zu= erst so, wie es in den ersten Kämpfen beschädigt wurde, dann im Augenblick der Sprengung( eine sehr seltene Kriegsaufnahme) und zuletzt als Trümmerhaufen. Dazu stellt der Herausgeber des ,, Ehem. Kriegsgefangenen"( Bremen 479) das Bild einer der vielen zu Aufräumungs- und Wiederaufbauarbeiten in Frankreich nach dem Waffenstillstand zurückbehaltenen Arbeitstompagnien( es ist die P. G. Comp. 514 bei Valenciennes im Mai 1919) und veröffentlicht hierzu den hierhergehörenden geneuen Wortlaut der Denkschrift des Reichsfinanzriinisteriums vom Sommer 1929 über ,, die materiellen Forderungen der deutschen ehemaligen Kriegsgefangenen":" ,, Eine besondere Stellung im Rahmen der Ansprüche der Frankreich- Heimkehrer nimmt die sogenannie Wiederaufbauentschädigung ein: Während der Rücktransport der deutschen Kriegsgefangenen aus Rußland bereits im Jahre 1917, im übrigen bald nach dem Waffenstillstand, einsetzte, wurden die deutschen Kriegsgefange= nen in Frankreich bis zum Friedensschluß zurückgehalten und dort von der französischen Regierung zu Aufräumungs- und Wiederaufbauarbeiten in der ehemaligen Kampfzone verwendet. Der Wert der dort geleisteten Arbeit ist nach Abzug der Unterhaltungskosten der Kriegsgefangenen auf 1 bis 1½ Milliarden Goldmark geschätzt worden. Die Kriegsgefangenen haben den Standpunkt vertreten, daß für die während des Waffenstillstandes geleistete Arbeit eine angemessene Entschädigung zu gewähren, oder zum mindesten eine entsprechende Gutschrift auf Reparationskonto zu Gunsten Deutschlands zu verbuchen sei... Ergänzend wird dazu bemerkt, daß eine Gutschrift des Wertes der Kriegsgefangenenarbeiten nicht erfolgt ist und auch in Zukunft nicht zu erreichen sein wird. Bei der Entwicklung, die die Frage der Lösung des Reparationsproblems inzwischen genommen hat, erscheint es nicht angezeigt, Verhandlungen einzuleiten mit dem Ziele, daß für den Wert der von den Kriegsgefangenen geleisteten Aufräumungs- und Wiederherstellungsarbeiten Deutschland ein gewisser Betrag gutgebracht werde. Ueber die Höhe der Gesamtforderung der Alliierten einerseits und die Bewertung der von Deutschland bereits geleisteten Reparationen andererseits bestehen so weitgehende Meinungsver= schiedenheiten, daß sich selbst bei einer Anerkennung der Kriegsgefangenenforderungen gegen Frankreich und Belgien an der Gesamtlage wenig ändern würde." ,, Was hat man getan", so setzt die Denkschrift der Kriegsgefangenen hinzu ,,, um diese 1½ Milliarden Goldmark der deutschen Wirtschaft und den ehemaligen Kriegsgefangenen zu erhalten, welche für diese Arbeiten Zeit, Gesundheit, Familie und friedliche Erwerbsmöglichkeit in der Heimat dahingeben mußten? Kleinwohnungen in Hessen. Unter obigem Title hat die Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen ein Sonderwerk herausgegeben, das einen sehr interessanten Ausschnitt aus dem Gebiet der Kleinwohnungsbautätigkeit Hessens bietet. Nach einem Geleitwort von Minister Korell kommen Ministerialrat Klump, Regierungsrat Dr. Meyer, Präsident Dr. H. c. Neumann, Verwaltungsrechtsrat von Gruner und Direktor Reg.- Bmstr. Kohl mit längeren Ausführungen zu Wort. Die Stellung, die die Wohnungsfürsorgegesellschaft in der hessischen Wohnungspolitik einnimmt, wird zusammenfassend wie folgt gekennzeichnet: Die Wohnungsfürsorgegesellschaft ist ein gemeinnütziges, der staatlichen Aussicht unterstehendes, Unternehmen; der hes= sische Staat ist mit etwa 50 v. H. am Stammkapital der Gesellschaft beteiligt. Als weitere Gesellschafter sind zu nennen: Die Landesversicherungsanstalt, die hessischen Landesbanken, Kreise, Städte und Gemeinden, Kriegsbeschädigtenorganisationen, der Verband der Bauvereine in Hessen, der Bund der Kinderreichen, Gewerkschaften, Beamtenschaft und dergl. Die für die Betreuung von Bauvorhaben von der Gesellschaft berechneten Gebühren( für finanzielle und technische Vollbetreuung zusammen i. D. 4 v. H.) sind verhältnismäßig sehr niedrig und dienen zur Deckung der eigenen Unkosten. Dafür nimmt die Wohnungsfürsorgegesellschaft dem Bauherrn alle Arbeit ab und spart ihm durch Bearbeitung aller behördlichen, technischen und finanziellen Aufgaben Zeit, Geld und Sorgen. Das Programm der Gesellschaft wird wie folgt dargestellt: 1. Bauberatung von Einzelbauherren, Baugenossenschaften und Gemeinden; 2. Beschaffung von 1. und 2. Hypotheken, öffentlichen Baudarlehen und Bauzwischenkrediten; 3. Anfertigung von Siedlungsplänen und Einzelentwürfen unter Benutzung bewährter Typenplänen; Samstag, den 14. Juni 1930. 4. Ausschreibung, Vergebung und Ueberwachung der Bauarbeiten; 5. Zahlungsleistung und Abrechnung. Seit der Gründung der Wohnungsfürsorgegesellschaft im Jahr 1924 sind von ihr im Freistaat Hessen rd. 4000 Wohnungen gebaut worden. Es ist einleuchtend, daß die Gesellschaft durch die Betreuung einer derartige großen Anzahl von Wohnungen Erfahrungswerte sammeln konnte, die sie zu einwandfreier Gestaltung und größtmöglichster Wirtschaftlichkeit unter weitgehendster Rationalisierung der von ihr betreuten Wohnbauten befähigen. Jedenfalls ist die Wohnungsfürsorgegesellschaft die berufene Stütze und der Sammelpunkt aller Bestrebungen, die auf einen gesunden und wirtschaftlichen Kleinwohnungsbau hinarbeiten. Die Sonderveröffentlichung„ Kleinwohnungsbau in Hessen" bringt neben den anfangs erwähnten Aufsätzen über 100 vorzügliche Abbildungen, zahlreiche Typenpläne und Grundrisse ausgeführter Kleinwohnungsbauten. Interessenten mögen sich an die Wohnungsfürsorgegesellschaft für Hessen, Darmstadt, Nieder- Ramstädterstraße 17, wenden. - Kaujalgefeße Wahrscheinlichkeitsgejeke. Gleiche Ursachen bringen gleiche Wirkung. Genaueste Kenntnis der Umstände eines Vorganges lassen eine ebenso genaue Berechnung der Wirkung zu die Wirkung muß jedesmal dieselbe sein. - - Ist aber die Wirkung anders so war eben in den Ursachen etwas anders. Und kann man diese Ursachen nicht berechnen, findet aber immer wieder dieselbe Wirkung, wenn auch nicht immer so häufig daß bei einer großen Zahl stets eine bestimmte Zahl derselben Wirkungen kommt, so spricht man von Wahrscheinlichkeitsgesetzen. Beim Roulettespiel kommen bei großen Zahlen stets gleiche Zahlen schwarze, gleiche Zahlen weiße, heraus. Unter 1000 Menschen stirbt in bestimmter Zeit ein bestimmter Prozentsatz. Wir vermögen so nicht über einzelne 1000 Dörfer Fälle etwas voraussagen, sondern über viele. haben in 10 Jahren regelmäßig eine bestimmte Anzahl Brände, die Einzelheiten sind grundverschieden, einmal brennt es in der genannten Periode nur in 100 Dörfern, aber die Zahl ist bei den 1000 dieselbe, in der zweiten Periode verteilt sich die Zahl auf 100 oder gar die 1000. ,, Gießener Zeitung" also alles nur Wahrscheinlichkeit? Sind die berühmten Grundgesetze der Mechanik nicht erafter Natur oder beruhen sie und ergeben sich aus einem statistischen Zusammenwirken zahlloser Zufallsvorgänge im kleinen? Das kann man praktisch verwerten. Mag die Bank in Monte- Carlo im einzelnen gewaltige Summen verlieren, das tut nichts. Sie ist so eingestellt mit ihrer Rechnung, daß sie bei einer bestimmten Zahl Spiele eine durchschnittliche Summe ge= winnt. So rechnen auch die Versicherungen. - Physik und Philosophie stehen also vor einer schweren Aufgabe. Verzweifelt die Physik an der durchgängigen Geltung der Kausalität, steht die Philosophie, die immer geglaubt hat, diese Geltung allgemein beweisen zu können, vor einer neuen Aufgabe? Kant hat die Geometrie des täglichen Lebens( euklidische Theorie) für a priori, d. h. unbedingt richtig erklärt. Die Relativitätstheorie behauptet, daß diese Geometrie für unsere Welt nicht zutrifft. Vielleicht geschieht mit der Kausalität etwas ähnliches. Neben das Kausalgesetz in den Einzelfällen tritt so die Statistische Gesetzlichkeit, sie antwortet auf die Frage der Massenerscheinung. Die Natur aber folgt dem Wahrscheinlichkeitssie kreuzen grundgesetz- das gilt für alle Naturvorgänge und stören sich, aber das Richtunggebende ist die Wahrscheinlichfeit. Jm kleinen geht es streng kausal her, im großen nach stabilen Gesetzen. Nr. 46/47. oberhessische Städte überfliegen. Die Fahrt sollte ursprünglich) am 29. 6. stattfinden, ist jedoch auf Wunsch der Stadt Münster vorverlegt worden. * Die Ausstellung von Reisepässen und Leumundszeugnissen. Die Ausstellung von Reisepässen und Leumundszeugnissen erfordert eine Vorprüfung der Verhältnisse des Antragstellers, die einige Zeit in Anspruch nimmt. Um eine rechtzeitige Erledigung der Reisepaß- und Leumundszeugnis- Anträge gewähr leisten zu können, macht das Polizeiamt darauf aufmerksam, daß die Anträge auf Ausstellung von Reisepässen mindestens 4 Tage und die auf Ausstellung von Leumundszeugnissen mindestens 5 bis 6 Tage vorher bei den zuständigen Bezirken zu stellen sind. Für die Ausstellung der Reisepässe ist ein ungestempeltes, aus neuester Zeit stammendes, deutlich erkennbares Entschließung f. d. firchl. Zusammenschluß. Lichtbild abzugeben. Die Gebühr von 3 RM. für den ReiſeDie Hessische Evangelische Vereinigung( Friedberger Konferenz) hielt in Frankfurt ihre Hauptversammlung, deren eigentliches Verhandlungsthema die aktuelle Frage des Zusammenschlusses der Landeskirchen von Hessen- Darmstadt, Hessen, Kassel, Hessen- Nassau und Frankfurt bildete. Die mehr grundsätzliche Seite der Frage erörterte Universitätsprofessor D. Cordier- Gießen, während Landeskirchenrat D. Waiz- Darmstadt Vorschläge einer praktischen Lösung bot. Wie aus der sich anschließenden regen Aussprache hervorging, besteht innerhalb der Vereinigung der lebhafte Wunsch, über die theoretische Erörterung der Frage hinauszukommen und einen gangbaren Weg zu der Schaffung eines geeinten großen Kirchengebildes zu finden. Lokales. Die furzen Nächte. Blau sind diese kurzen Nächte und warm und still. Der Vollmond steigt wie ein Drache, den eine Knabe an der Leine hält, bedächtig am Himmel hoch. Ein sanftes Silberwölkchen deckt sich über ihn, der Wind hält seinen Atem an, und dann ist es, als stünde die Nacht in einem schönfaltigen Sammetmantel zwischen den Bäumen und segnete die Erde. Im Philosophenwald flüſtern die Pärchen, ein verspäteter Radler zieht wie ein Glühwürmchen seine Kurve. In den Straßen erlischt die Hälfte der Laternen und die Sterne am Himmel werden größer und goldener. paß und 1 RM. für das Leumundszeugnis ist bei Antragstellung zu entrichten. Das * Fundsachen im Monat Mai 1930. Das Verzeichnis über die im Monat Mai 1930 gefundenen; bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philippsplatz 1, eingesehen werden. Die Empfangs berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienstskunden geltend zu machen. Nun rauschen selbst die Wellen der Wasserläufe kaum mehr, es geht ein Träumen über Anlagen und Straßen. Verzaubert sind diese kürzesten Nächte des Jahres, voll Glück, Erinnerungen und Versprechen. Mondbeglänzte Zaubernächte, die tausend schönste Nächte in sich bergen. Eine späte Rast unter den Kerzen der Kastanien von Kew- Gardens, ein prasselndes Feuerwerk und leuchtende Fontänen im Park von Versailles, eine weiße Nacht in Stockholm mit nie verlöschendem Tageslicht, mit einer furzen Dämmerung und einem Freund, den man für ewig zu halten glaubte. Eine Nacht am Genfer See, mit ferner Musik und moussierendem Aste und leise spielenden Wellen, mit schneebedeckten Berghöhen, einem silberhellen Lachen, mit deinen gol= denen Locken und deiner Fröhlichkeit, die der Tod gierig an sich gerissen hat, mit Jugend und Glück und Glück. Zauberhaft sind diese kurzen Nächte. Alle schönsten Augenblicke des Lebens lassen sie wach werden, und wenn sie verdäm mert sind und der Morgen leuchtet, so beginnt der Tag mit einer gütigen Wehmut und einem bittersüßen Geschmack vom schnell verrauschten Glück und einer nie gestillten, nie zu stillenden Sehnsucht und mit dem Wissen um den Tod. Jst das wahr? Man hegt Zweifel, seit man die Bewegung. der Atome kennt, die nicht den Bahngesehen der astronomischen Planeten folgt, sondern in denen die Elektronen aus bis jetzt unbekannten Gründen aus ihrer Bahn springen und eine engere Bahn einschlagen, womit Lichterscheinungen verknüpft sind. Warum verläßt das Elektron seine Bahn? Es ist bündig bis jetzt noch nicht geklärt es geschieht zufällig und einzeln, aber in bestimmter' Menge und Zeit kommt man zur statistischen Regelmäßigkeit. Also gilt dies statistische Gesetz nicht nur für die Erscheinungen im großen, sondern man findet im Innern der kleinsten Teile eine Unsicherheit der Gesetze. Wird der Zwiespalt behoben oder ist die strenge Kausalität aufgehoben? Jst| Sonntag, den 15. 6., auf seiner Fahrt nach Münster verschiedene - Das Steingewerbe in Beuern. Von Wilhelm Arnold V., Beuern. Die Abart des Basalts, welche die wissenschaftliche Bezeich nung„, Dolerit" hat, gewöhnlich aber nach ihrer inneren Beschaffenheit ,, Lungstein" genannt wird, findet sich an verschiedenen Stellen des Vogelsberges, besonders aber am westlichen Rande desselben. Das Gebiet der Rabenau und Teile des Busedertals bergen den vielfach verwendbaren Stein, dessen Förderung im wesentlichen erst in neuerer Zeit in Angriff genommen wurde. Die ältesten Spuren einer Verwendung des Gesteins führen zurück in die Zeit der gotischen Kirchenbauten der Gegend. Besonders die Kirchen zu Londorf und Beuern sind gänzlich aus Lungstein hergestellt. Die Gewinnung desselben bot damals noch keine eigentliche Schwierigkeit, da die Felsen an den Berggehängen überall zu Tage traten, einzelne Findlinge sogar lose umherlagen. Die letzteren, die meistens eine runde Form hatten, verwendeten die Alten häufig zu Taufsteinen. Außer den kirchlichen Bauten hatte man ehedem wenig . ,, Graf Zeppelin" überfliegt oberhessische Städte. Wie wir ersahren, wird das Luftschiff„ Graf Zeppelin" am * Kraftwagen auf der Reichsbahn. Die Direktion in Frankfurt hat verfügt, daß Gießen mit sofortiger Gültigkeit in das neue Abfertigungsverfahren für Beförderung von Personen-fraftwagen zu halben Sägen der Gepädfracht eingereiht wird. * Blizzpakete nach dem Austand. Die von der Deutschen Reichspost vor einigen Jahren geschaffene Einrichtung der Blitzpakete nach dem Ausland scheint in der Oeffentlichkeit noch wenig bekannt zu sein. Es handelt sich dabei um Pakete bis 20 Kg. nach bestimmten größeren Städten des europäischen Auslandes, die auf dem allerschnellsten Wege wie eilige Briefpost mach einer deutschen Sammel- oder Leitstelle und von da bis zum Bestimmungsort mit Blitzügen, im allgemeinen ohne Verzol lung an der Grenze, befördert werden. Am Bestimmungsort werden die Sendungen schon am Bahnhof, meist wie Reisegepäd, schnell zollamtlich abgefertigt. Der Empfänger wird ſofort vom Eintreffen benachrichtigt. * Postanweisungen nach Italien. Seit 1: Juni sind Postanweisungen aus Deutschland nach Italien bis 2000' italienische Lire zugelassen. Für Postänweisungen aus Italien nach Deutschland bleibt der Höchstbetrag bis auf weiteres auf 250 RM. beschränkt. * Gewöhnliche Gamstag, den 1 * Deffentliche feine Folgen her man in Deutschl System sich zuwen Staaten schon v dies die öffentl das Eigenheim te durch die öffentli in Deutschland eb faffen gegründet m zum großen Teil Softem und Gefcha faloffenen Baufpar haben die öffentli Sparfaffen- und fchloffen, eine öffe denjenigen Teil fich ein Eigenheir Postpakete nach Frankreich und England. Pakete nach Frankreich, Großbritannien und Nordirland brau nicht mehr verbleit oder versiegelt zu sein. Für die Pakete nach den französischen und britischen Besitzungen gilt die Erleichterung: jedoch nicht. * 400 Jahrfeier der Augsburgischen Konfession: Das hess.. Landeskirchenamt hat in Erinnerung an den 25. Juni 1530, den Tag, an dem die evangelischen Stände das Augsburger Bekenntnis vor Kaiser und Reichstag verlesen ured übergeben haben, durch ein Ausschreiben an die Pfarrämter eine allge meine Feier im ganzen Lande angeordnet, die am Sonntag, den: 22. Juni, dem ersten nach Trinitatis ,, stattfinden soll. An diesem Tage werden in alten Gottesdiensten Gedenkfeiern gehalten: werden. Gleichzeitig wird angeordnet, daß die geschichtliche und kirchlich- religiöse Bedeutung der Augustana im Religions: unterricht und in der Christenlehre behandelt wird. Ferner soll die Bedeutung des Augsburger Bekenntnisses und der Gehalt seiner wichtigsten Artikel der Gemeinde in Gemeinde abenden, Vorträgen, Bybelstunden, Gemeindeblättern lebendig gemacht werden. Bedarf an einem Baustein. Die Wohnung der Landleute bestanden ganz aus Holz and erforderten nur eine geringe Mauerunterlage, selbst die klösterlichen und adligen Baulichkeiten waren meist wenig gediegen hergestellt. So blieben die Doleritfelsen in Ruhe, bis um die Mitte des 19. Jahrhunderts verschiedene Anlässe den Abbau derselben eröffneten. Auf der Rabenau war es vorzugsweise der Neubau des Friedelhäuser Schlosses ( Adalbert Freiherr von Nordeck zur Rabenau taufte im Jahre 1850 von den Erben des letzten Besitzers, eines Herrn von Düring, den Gutshof Friedelhausen a. d. Lahn( 12 km. nördlich Gießen), der seit dem 16. Jahrhundert in den Händen der Familie von Rolshausen gewesen war. Unter Aufwand von bez trächtlichen Kosten ließ Adalbert hier auf ödem, steinigen Ge= lände das schmude Schloß Friedelhausen mit seinen prächtigen Anlagen erstehen, wo er hinfort seinen ständigen Wohnsitz nahm. ( S. Haupt: Adalbert Freiherr von Nordeck zur Rabenau, Gier ßen, Brühlsche Druderei 1923), zu welchem die Steine am Kahlenberg bei Londorf gebrochen und behanen wurden. 1 Die älteste Kirche des Buseckertales zu Großen- Bused zeigt, wenigstens in ihren, aus romanischer Zeit stammenden Teilen, noch keine Verwendung des so nahe zu gewinnenden Lungsteins. Die Werksteine sind den Buntsandsteinlagern aus der Umgebung von Marburg entnommen. Die Staufenberger Sandsteinbrüche lieferten noch im vorigen Jahrhundert bis zur Erschließung der Lungsteinlager bei Beuern den Werkſtein zu öffentlichen Bauten( alte Schule zu Beuern) wie auch zu Bestandteilen besserer Bauernhofreiten( Treppen, Bodenplatten, Türgewände usw.). Endlich sind auch die alten Friedhofsdenkmäler mit ihren Schnörkeln und pausbadigen Englein aus diesem Gestein hergestellt. Die neueren unter ihnen au dem Beuerer Friedhof verdanken dem Georg Steinmüller von da ihr Dasein, seines Handwerks eigentlich Drechsler, ein Mann mit starker Einbildungskraft begabt, jedoch eigentlicher, erforderlicher Schulung ermangelnd. 2 Die zwei ältesten Taufsteine in unserer Gegend sind wohl die zu Großen- Buseck und Winnerod, beide noch aus romanischer Zeit. Letzterer zeichnet sich durch seine Größe, aber nicht so sehr wie der erstere durch seine stilgemäße, bessere Verzierung aus. Auch die alten Feldkreuze, von denen, meines Wissens ( nur) noch eines in der Gemarkung Großen- Bused und Winnerod, ferner eins in der Reiskirchener Gemartung und je eines an der Kirchhofsmauer zu Großen- Buseck und Alten- Bused vorhanden ist, waren aus Lungstein verfertigt. Gine am 18. Jun Einhorn", stattfin die nötige Auff erichtlich). * Heimatgeid des Landeskirchend zur Einführung in Pfarr- und Staats D. Dr. Diehl und werden. Der Kurs mittags 10 Uhr, in Pfarrer Schäfer, M * Aus dem St Sommerspielzeit m Flieg' roter Adler genommen wurde. mann war eine felt dorf gefiel als rub Eduard Wesener fr Kräuterwaberls gel Ludwig Linkmann größere Rolle des fichtbare Hans Haef Roche und b Donnerstag nachmi fammlung statt, au und theoretisch übe elektrischen Stro solchen Anklang, das Maurerhandwerk und bestand die Meisterprüfung. Beim Beuerer Kirchenbau( 1843-47) war er von dem Unternehmer Becker aus Alien- Based als Aufseher angestellt ,, weshalb et späterhin der„ Palize" genannt wurde.. Nach Beendigung der Bauarbeiten eröffnete Sommerlad einem eigenen Betrieb und zwar vorerst ,, unter dem roten Holz" am sog.„ Mannetsader". Später wurde des noch seither bestehende Bruch darüber angelegt. Als denselbe weniger ergiebiger zu werden anfing, Keß man ihm liegen und Sommerlod erwarb an der Westseite des roten Holzberges, an der Steffe, wo jetzt das steinerne. runde Tünchen steht, ein Grundstück von einem Hiesigen Ein wohner( Bachaus). Ferner erstand er ein solches von der Pfarrei, den jogen. Berggarten. Der hier angelegte Bauch ist im wesentlichen der Schauplatz seiner Tätigkeit gewonden.. Günstige Verhältnisse, vereint mit persönlicher Tätigkeit und Sparsamkeit, haben in einem Zeitraum von vier Jahrzehnten aus dem ehemaligen armen Maurer einen vermögenden Mann er= stehen lassen. Aber auch den armen Leuten des Orts hat das neue Gewerbe regelmäßigen Verdienst gebracht und manche Familie hier festgehalten, die sonst, wie früher, zur Auswanderung genötigt gewesen wäre. Freilich waren die Lohnverhältnisse den Arbeitsleistungen gegenüber in jener Zeit sehr Bescheiden oder gar dürftig. Nach den Angaben Sommerlads Betrug der Tagelohn in den 1840er Jahren für einen Stein Hauergesellen 38 Kreuzer, für einen Taglöhner 30 bis 32 Kr 3 Pfennig) bei einer Tagesarbeitszeit vo ( ein Kreuzer Für Beuern kommt der Ban der Lahnbrücke bei Gießen in Betracht, begonnen im Jahr 1843, sowie das Haus Gartenstraße 14. Von da ab besteht ein ununterbrochenes Steingewerbe an unserem Ort. Man ging den Spuren der Alten nach und entdeckte sehr schöne und ergiebige Felsen, vorzugsweise am Ziegelberg. Auch am Hasacker in der Michelbach fand man ganz am Tage einen brauchbaren Stein. Hier eröffnete der Staat selbst einen Betrieb, daher die Stelle auch späterhin der herrschaftliche Bruch hieß. In der Folge begann auch ein hiesiger, unternehmender Einwohner, der alte Gemeinderechner Lindenstruth, gewöhnlich der Gelderheber genannt, daselbst Steine zu brechen. Die Maurerarbeit an dessen Wohnhaus wurde 1841 durch den ältesten, bekannten hiesigen Maurermeister Wilhelm Stein, gewöhnlich der alte Schampelwellem genannt, hergestellt. 5 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Allerdings war der Geldwe damals entsprechend höher wie heutzutage, was sich auch in de Preisen für die bearbeiteten Steine( bossiert à Kubikfuß mit Transport 24 Kr., ausgeführt 30 bis 38 Kr.) fundgibt. Nach dem Sommerlad selber wegen hohen Alters zurückgetreten wat, haben seine beiden Schwagern, Christoph und Heinrich Keil, in den 1880er Jahren in bescheidenem Umfange das Geschäft wei Der eigentliche Begründer des hiesigen Steingewerbes ist tergeführt. Nach dem Tode der Sommerlad'schen Eheleute fielen die Steinbrüche am roten Holzberg, laut Vermächtnis, der der im Jahre 1892 verstorbene Philipp Sommerlad. Er entstammte einer sehr armen Familie, die in dem alten Schwal- Baptistengemeinde Hassenhausen, welcher sich( Sommerlad) an geschlossen hatte. zu. Von derselben wurde das Gelände zu bachischen Hirtenhäuschen in der Metzengasse wohnte, erlernte Näheres über die Sommerlad'schen Brüche, wenigstens aus früherer Zeit, findet sich in den Selbstauszeichnungen des Begründers. 3 Ein gewisser Wahl aus Wieseck war Betriebsführer, der sich auch später neben Sommerlad am roten Holzberge einrichtete und zwar so nahe, daß es häufig zu Unzuträglichkeiten führte. * Bootstaufe ein Motorboot, * D. 5. V. verjammlung a * Der Bau Familienfpazierg * Wiedersehen derjehensfeier der findet am 15. Ju statt. Gleichzeitig Regiments in So Gelbe Raucher meine Zähne. Nad diefelben durch v nichts anderes m Chlorodont: Zahr bei höchster Qua erst einige Jahre verwandten Inhab übernahm der Ste lad, ein Brudersi Schon erwähnten für 400 Gulden. lad an verschiede Hasader, von wo Staffungen auf Michelbach zwische Honbach, wo er aber nicht wetterb Au bei Gießen, 4 Belling und Fuhr an das neue S Sommerlad auch feiner Klugheit Lungen, die Höhe Sprechen da aud mit. 3wijchen de und den wiederh auch ein anderer hauermeister Kon gerichtet. Er hatt Holzberges fich zu faute" hieß. Wie auch hier in frühe zum Kirchenbau Tätigkeit: Schablo ein zum Abtrenner Anschein, als sei d das Tabattonpfeif terem Gegenstand tere Zeit als die der Gebrauch des ein schöner Stein 647. English uniter gnifier Ten tellers ige G gewähr ertiam, Deftens en min: ten zu 1 unge mbares Reise stellung is über ten Ge: jeiamts, pfangs inner: ffunden Frant in das Sersonen: wird. Deutschen r Blizz dh wenig 20 Kg slandes, oft nach bis zum Verzol mungsort Reisege wird so End Post alienische en nach auf 250 wöhnlig nd bra fete nat eichterun Das h uni 15 ugst üh ine allg lag, de An die gehalter hichtliche Religions Ferner und der Gemeinde lebendig ng: Beir nternehm weshalb digung d Betrieb u nnels ader arüber a Den anfin er Weftfe steiner efigen G es von Megte B gewo tigfeit zehnten o Menn er Oris hat das und mandje ur Auswan Die Lohnver er Zeit f Sommerlad einen Ste O bis 32 beitszeit n Der Geldw Saud in Rubitfuß abgibt. N getreten nrich Keil Geschäft Cheleute emächtnis ommerlab) Gelände Se, wenight ichnungen Gamstag, den 14. Juni 1930. * Oeffentliche Bausparkassen. Die durch den Krieg und seine Folgen hervorgerufene Wohnungsnot hat bewirkt, daß man in Deutschland mit zunehmender Aufmerksamkeit einem System sich zuwendet, welches in England, Amerika und anderen Staaten schon vor dem Kriege gehandhabt wurde. Es sind dies die öffentlichen Bausparkassen. In diesen Ländern ist das Eigenheim bein Neuling, sondern fast Allgemeingut, bewirkt durch die öffentlichen Bausparkassen. Seit einigen Jahren sind in Deutschland ebenfalls eine große Anzahl derartiger Bausparfassen gegründet worden, die teils recht Gutes geleistet haben, zum großen Teil haben sie aber durch ihr nicht einwandfreies System und Geschäftsgebaren die Hoffnungen der ihnen angeschlossenen Bausparer nicht erfüllen können. Aus diesem Grunde haben die öffentlichen Sparkassen, so auch die im Hessischen Sparkassen- und Giroverband vereinigten Sparkassen sich entschlossen, eine öffentliche Bausparkasse ins Leben zu rufen und denjenigen Teil der Bevölkerung, der auf solider Grundlage sich ein Eigenheim erwerben will, zum sicheren Ziele zu führen. Eine am 18. Juni ds. Js., abends 8 Uhr, im früheren„, Hotel Einhorn", stattfindende Versammlung wird den Interessenten die nötige Aufklärung geben.( Näheres ist im Anzeigenteil ersichtlich). * Heimatgeschichtlicher Kursus. Auf besondere Anregung des Landeskirchenamtes wird ein heimatgeschichtlicher Kursus zur Einführung in die Literatur und Benutzung von Gemeinde-, Pfarr- und Staats- Archiv abgehalten werden, bei dem Prälat D. Dr. Diehl und Archivdirektor D. Herrmann Vorträge halten werden. Der Kurs findet erstmalig am 16. bis 17. Juni, vormittags 10 Uhr, in Michelstadt statt. Anmeldungen an OberPfarrer Schäfer, Michelstadt. * Aus dem Stadttheater. Das Stadttheater eröffnete die Sommerspielzeit mit Fred Antoine Angermayers Volksstüc ,, Flieg' roter Adler von Tirol", das mit stürmischem Beifall aufgenommen wurde. Die alte Eggthalerin der Liselotte Fuhrmann war eine selten gute schauspielerische Leistung. Franz Arzdorf gefiel als ruhiger, schwerfälliger Sohn. Den Enkel gab Eduard Wesener frisch und sympathisch. Die Episode des alten Kräuterwaberls gelang Louise Schubert- Jüngling ausgezeichnet. Ludwig Linkmann eignete sich sehr gut für die zum ersten Male größere Rolle des Kapuzinerpaters, während der wieder einmal sichtbare Hans Haeser sehr ansprechend den Knecht gab. * Koche und brate elektrisch. Unter dieser Devise fand am Donnerstag nachmittags im Kaffee Leib eine Hausfrauenversammlung statt, auf der die Hausfrauen- Beratungsstelle praktisch und theoretisch über das hygienische Kochen und Braten mittels elektrischen Strom unterrichtet. Die Veranstaltung fand solchen Anklang, daß sie gestern abend wiederholt wurde. * Bootstaufe. Morgen früh tauft der Ruderklub„ Hassia" ein Motorboot, das er sich für Trainingszwecke hat bauen lassen. * D. H. V. Der D. H. V. hält heute abend seine Monatsversammlung auf der Hardtterrasse ab. * Der Bauersche Gesangverein unternimmt morgen einen Familienspaziergang nach Rödgen. * Wiedersehensfeier der ehem. 138er in Hessen. Die Wiedersehensfeier der Kameraden des ehem. 3. Inf.- Regt. Nr. 138 findet am 15. Juni d. Js in Darmstadt im Verein Gesellschaft statt. Gleichzeitig wird bekanntgegeben, daß das Ehrenmal des Regiments in Saarbrücken errichtet wird. Gelbe Raucherzähne.„ Nach langem Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, trotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wirkten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg. Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mt., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen Chlorodont- Verkaufsstellen zu haben. erst einige Jahre perpachtet, bis es durch Kauf an den anverwandten Inhaber Ph. Damm überging. In den 1860er Jahren übernahm der Steinhauer- und Maurermeister Joh. Sommerlad, ein Bruderssohn des genannten Ph. S., den gleichfalls schon erwähnten herrschaftlichen Bruch unter dem Hasäcker für 400 Gulden. Nach Ausbeutung desselben hat Sommerlad an verschiedenen Stellen Steine gebrochen: 1. auf dem Hasader, von wo er u. a. die Werksteine zu dem Neubau der Stallungen auf dem Hofe zu Winnerod lieferte, 2. in der Michelbach zwischen H. Ad. Lindenstruth und Heinjes, 3. in der Honbach, wo er zwar mitunter einen sehr zarten, bisweilen aber nicht wetterbeständigen Stein gewann( Schleußen auf der Au bei Gießen, 4. am Ziegelberg, wo er sich kurze Zeit neben Belling und Fuhr eingenistet hatte. Er lieferte damals Steine an das neue Pfarrhaus. Wie sein Vetter, befaßte sich Sommerlad auch mit Maurerarbeiten, es ist ihm aber trotz seiner Klugheit und der Ausnüßung aller Vorteile nicht gelungen, die Höhe zu erklimmen, die ersterer erreicht hat. Es sprechen da auch gewiß die Zeit- und sonstigen Verhältnisse mit. Zwischen dem mehrfach genannten herrschaftlichen Bruche und den wiederholt erwähnten Sommerlad'schen Brüchen hatte auch ein anderer Neffe des letzteren, der Maurer- und Steinhauermeister Konrad Sommerlad, einen Steinbruchsbetrieb eingerichtet. Er hatte die Stelle am südlichen Abhange des roten Holzberges sich zur Anlage erwählt, wo es„ auf der Steinfaute" hieß. Wie jetzt am Ziegelberg, so hatten die Alten auch hier in früheren Zeiten( 14. Jahrhundert) die Werksteine zum Kirchenbau gebrochen. Man fand noch Spuren ihrer Tätigkeit: Schablonen, Bogenstücke usw. Ferner räumte man ein zum Abtrennen angeschrotetes Felsstück auf. Es hatte den Anschein, als sei die Arbeit plötzlich verlassen worden, da auch das Tabaktonpfeifchen des Steinmetzen dabeilag.( Nach letzterem Gegenstand zu schließen, haben wir doch erst an eine spätere Zeit als die des Beuerer Kirchenbaues zu denken, in der der Gebrauch des Tabaks noch nicht bekannt war.) Es war ein schöner Stein, der unter der Steinbaute gebrochen wurde. Fortsetzung folgt. ,, Gießener Zettang Aus Nah und Fern. Massenentlassungen in den Opelwerten. Rüsselsheim. Den Betriebsrat der Opelwerke, der aus gewählten Mitgliedern aller gewerkschaftlichen Richtungen be steht, haben die fortgesetzt erfolgenden Massenentlassungen aus den Opelwerken und die damit in Zusammenhang stehende erheb liche Zunahme der Erwerbslosen in dem Rhein- Main- Gebiet veranlaßt, sich mit einem Hilferuf an die Reichsregierung und an die Regierungen in Hessen und Preußen zu wenden. In dem Schreiben wird darauf hingewiesen, daß die Opelwerke bereits im Mai, zu einer Zeit, wo sonst in den Opelwerken in aufsteigender Linie produziert wurde, die Belegschaft um 40 Prozent vermindert wurde. Weitere Entlassungen und eine Einschränkung der täglichen Arbeitszeit für die Restbelegschaft sowie Wochenkurzarbeit werden folgen. 1000 Weinreben abgeschnitten. Oppenheim. Ein niederträchtiger Racheaft wurde in einem jungen Weinberg im Grohußweg verübt. In dem einem Weingutsbesitzer gehörigen Weinberg wurden 1000 dreijährige Reben von einem unbekannten Täter abgeschnitten. Weinheim. Am vergangenen Mittwoch verunglückte hier ein Autoomnibus mit 40 Schulkindern aus Mannheim. Die verunglückten Kinder erlitten meist nur leichte Verletzungen durch Glassplitter. Nackenheim. Ein Deutsch- Amerikaner verlor in der Eisenbahn einen wertvollen Brillant. Der Verlierer hatte Glück; der Stein wurde gefunden und er bekam ihn von der Eisenbahn wieder zurück. Braunfels. Die Regierung in Koblenz hat die Genehmigung zur Stillegung des Personenverkehrs auf der Ernstbahn erteilt. Daraufhin wird die Ernstbahn am Samstag, den 14. Juni, abends, eingestellt werden. Die Reichspost wird am Sonntag, den 15. Juni, den Verkehr eröffnen. Weilburg. Der Leiter des Wohlfahrtsamtes wurde verhaftet. Ihm werden Unterschlagungen zur Last gelegt. Schwerer Wolkenbruch. Frankfurt a. M. In den gestrigen Spätnachmittagsstunden ging über Frankfurt ein Wolkenbruch nieder, wie er mit ähnlicher Heftigkeit seit Jahren nicht mehr dagewesen sein dürfte. Jm Nu waren die Straßen der Stadt in Bäche verwandelt. Besonders schlimm war es, daß das Gewitter von starkem Hagelschlag begleitet war, wodurch der Schaden auf den Fluren und Gärten noch vergrößert wurde. Das Unwetter versachte namentlich in den Sachsenhäuser Gärtnereien großen Schaden. Die zeitweise fast zwei Zentimeter starken Hagelförner haben die Kulturen streckenweise vollkommen vernichtet. Das Unwetter brachte aber auch erhebliche Verkehrsstörungen mit sich. In kurzer Zeit waren sämtliche Eisenbahnunterführungen so stark überschwemmt, daß weder Straßenbahnzüge noch sonstige Fahrzeuge von der einen Seite auf die andere gelangen konnten. Diez a. d. Lahn. Wegen der rapid zunehmenden Erwerbslosigkeit hat die SPD- Fraktion des Kreistages dringliche Einberufung des Kreistages für den Unterlahnkreis gefordert. Der Kreistag soll eine Anleihe von 250 000 RM. für Ausführung von Notstandsarbeiten beschließen, auch soll die gesamte Ausgesteuerten- Fürsorge auf den Kreis übergehen. 25 Jahre Reichswaisenheim am Rhein. Am 10 Juli sind 25 Jahre verflossen, seitdem das 5. Deutsche Reichswaisenheim in Niederbreisig- Rh. feierlich eröffnet wurde, um fortan 50 deutschen Waisen, Halbwaisen und sonst verlassenen Kindern ohne Unterschied des Glaubens und aus allen deutschen Gauen eine neue Heimat und Ersatz für das verlorene Elternhaus zu bieten. 329 Kindern beiderlei Geschlechts ist das Heim im ersten Vierteljahrhundert seines Bestehens ein treuer Behüter vor allen Gefahren gewesen und hat dadurch unserem Volte unschätzbare Dienste erwiesen. Von einer Ludwig Müller. Zu der Aufführung des„ Kaufmann von Venedig" bei den Marburger Festspielen. Vor uns steht der deutsche Mensch. Ein zergrübeltes, gefurchtes Antlitz, graue, gütige Augen, lange, wehende Greisenhaare, eine ungebeugte ferzengerade Gestalt, so sehen wir Ludwig Wüllner vor uns, der der Shakespeare- Aufführung der Marburger Festspiele den Stempel seiner großen Persönlichkeit ausdrücken wird. Mit ihm wird ein Stück deutscher Theatergeschichte lebendig, in deren goldenes Buch sein Name als der eines der Größten eingebrannt ist. Mit ihm sehen wir einen Künstler von Gottes Gnaden, der ein Leben lang mit beispielloser Energie an sich gearbeitet hat, um sich zu vollenden und der mit beispielloser Frische in seinem 73. Lebensjahre wie ein Junger vor uns steht, den Geist und die Welt der dichterischen Vision zu erfülen, die das Werk eines Meisters ihm vorschreibt. Ursprünglich war Ludwig Wüllner Philologe und PrivatDozent an einer deutschen Universität. Dann wurde er Sprecher und Interpret deutscher Lyrik, Erfüller im Dienst am Wort, Kämpfer für das Wahre, Gute und Schöne. Mit 50 wandelte er sich zum Sänger, um Brahms, Schubert, Schumann in unver gleichlicher Weise dem Hörer nahezubringen. Schließlich hatte er des Vaters bedeutende Begabung geerbt; er dirigierte Wagner und Beethoven, List und Bach mit gleicher Hingabe und Meisterschaft. Ludwig Wüllner, ein Könner und Gestalter größten Stils. Er hat als„ Faust" und„ Manfred", als Shylock( den er ja auch in Marburg spielen wird) und als Nathan schauspielerische Leistungen von erlesenster Kultur der Sprache und Erfüllung jeder Geste vollbracht, sodaß sein Auftreten in Marburg außerordentliche Hoffnungen in uns wedt. Vor zwei Jahren hat Ludwig Wüllner sein 70. Lebensjahr vollendet. Die ganze Kulturwelt stand da, ihm die Hand zu schütteln, um Seiner in Ehren zu gedenken. Tausende von Gedenkartikeln wurden geschrieben. Und man schilderte uns den Mann, wie Alle, wie wir ihn sehen sollten. Folgen wir einem Bericht Emil Ludwigs: ,, Nordisch von Wuchs und Gang, riesig wie ein Wikinger, mit Zügen, groß, mehr Furche als Nr. 46/47. großen Feier ist Abstand genommen worden, weil der Reichsverband für Waisenfürsorge, der am 13. Oktober 1880 in Magdeburg gegründet wurde, dortselbst am 12. Oktober ds. Js. die Feier seines 50jährigen Bestehens zu feiern gedenkt. Automobilunglück der Mindener Pioniere. Kassel, 13. 6. Wie aus Vederhagen( Weser) berichtet wird, ereignete sich gestern abend ein außerordentlich schweres Automobilunglüd am Hemelberg. Das Mindener Pionierbataillon passierte mit mehreren Personenwagen, einer großen Anzahl von Motorrädern und 25 bis 30 Lastautomobilen mit Anhängern die Straße von Hemelberg nach Beckerhagen. Infolge Versagens einer Bremse fuhr der erste Lastkraftwagen in einer unübersichtlichen Kurve mit großer Geschwindigkeit auf eine kleine Brücke auf und stiez dort gegen eine Mauer, wobei er sich quer über die Straße legte. Ihm folgten mehrere Lastautos, die den ersten Wagen rammten und mit furchtbarer Wucht über die Brücke hinweg in eine Tiefe von vier bis fünf Meter stürzten. Im ganzen sind vier Lastautos des Zuges, der die Kurve passieren hatte, auf die Brücke gerast. Nach Berichten sind etwa acht Schwer- und zehn Leichtverletzte festgestellt worden. Köln. Universität. Im Sommer- Semester 1930 zählt die Universität Köln 6160 eingeschriebene Studierende. Hiervon haben 5820 Studierende Vorlesungen belegt, 340 Studierende sind beurlaubt. Außerdem haben 570 Gasthörer, 243 Studierende der Universität Bonn und 68 Studierende der Musikhochschule Köln private Vorlesungen belegt; an den öffentlichen Vorlesungen nehmen 374 Hörer teil, sodaß die Gesamtzahl der Hörer 7415 beträgt. Schweres Gewitter in Westdeutschland. Essen, 13. Juni. Die ungewöhnlich schweren Gewitter, die gestern und die Nacht hindurch über dem Ruhrgebiet und ganz Westdeutschland niedergingen, haben großen Schaden angerichtet. Das„ Proviantmagazin für Weltrevolution". Halle. Der Allgemeine Konsumverein, der neuerdings ganz unter die Herrschaft der Kommunisten geraten und zu einer Propagandazentrale für Sowjetrußland geworden ist, wurde auf der in Goslar abgehaltenen Tagung der mitteldeutschen Konsumvereine aus dem Zentralverband der Konsumvereine ausgeschlossen, weil es sich mit dem genossenschaftlichen Geist nicht vertrage, so würde wörtlich gesagt, wenn aus dem Konsums verein ein Poviantmagazin für die Weltrevolution werde. KPD.- Blätter gehen ein. Wie Berliner Blätter melden, läßt die Kommunistische Partei in Thüringen die Parteiblätter, die bisher in Jena, Gera, Suhl und Gotha erschienen, eingehen. Die Druckereien werden verkauft. Es bleibt der Partei nur noch eine Zeitung in Erfurt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß auch die Veräußerung des Leipziger Druckereiunternehmens der Kommunistischen Partei, das zu den besteingerichteten Betrieben der KPD. gehört, bevorsteht. Sechs Wohnhäuser abgebrannt. Schwerin. Von einer schweren Brandkatastrophe wurde das Ostseebad Niehagen bei Ribnitz heimgesucht. Es wurden insgesamt 6 Wohnhäuser vollständig eingeäschert. Wissen Sie schon? .. daß in Bad Aachen vom 12. bis 16. Juni die Tagung der Deutschen Kolonialgesellschaft stattfindet? ... daß in Bad Hombug am 17. Juni ein Internationales Tanztournier stattfindet. Die große Homburger Festwoche mit Automobiltournier, Wendling- Quartett, Ballonverfolgungen, Feuerwerk, Internationalem Tontaubenschießen ist vom 22. bis 27. Juni geplant. daß das Internationale Wurstaubenschießen dieses Jahres vom 25. bis 27. Juni in Bad Nauheim stattfindet; in Bad Nauheim wird der„, Große Preis Emil Jürgens" auf 300 Wurftauben geschossen, welche in vier Einzelfonfurrenzen eingeteilt sind. Fläche und das nicht nur ein Alter, Westfalensohn. So steht er da, solange er schweigt, urzeitlich von Rasse, doch denkerisch, Faust zugleich und Brand in den Zügen. Und doch, kaum hebt er seine Stimme empor, schon fließt ein Atem her, wie von Siziliens Winden, pathetisch, gespannt, im hohen Sinne musisch, eine Stimme geschaffen, zu verkünden, gebildet, um zu Es ist die Stimme, die uns als bilden, südlich durchrauscht. Knaben das deutsche Lied lehrte: Einzig und urdeutsch!" So hat der Berufene des deutschen Schrifttums unserer Zeit Ludwig Wüllner gesehen und gezeichnet. Mögen ihm viele unserer hessischen Brüder und Schwestern so sehen lernen, um aus seinem Munde die Verkündigung des Werkes eines der größten Dichter aller Zeiten in seiner ganzen Tiefe zu empfinden. Weihe eines deutschen U- Boot- Denkmals. Ueber die Einweihung eines Denkmals, das der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, der Besatzung des deutschen Unterseebootes UC 12 auf dem Gemeindefriedhof von Tarent errichtet hat, berichtet das Deutsche Generalkonsulat Neapel u. a. folgendermaßen: ,, Am 4. ds. Mts. ist die Einweihung des Grabmals für die Besatzung von UC 12 auf dem Friedhof in Tarent in Anwesenheit von einigen Angehörigen und etwa 100 Einwohnern der Stadt erfolgt. Die Feier hat einen einfachen, aber sehr würdigen Verlauf genommen. An ihr haben als Vertreter der Deutschen Reichsregierung teilgenommen der Bruder des erkrankten Konsuls in Brindisi, Herr Teodore Titi, sowie Herr Keller aus Tarent. Für die italienischen Behörden waren Konteradmiral Exzellenz Cuturi, der Präfekt Exzellenz Natoli und der Bürgermeister Dr. Ortolano mit ihrer Begleitung erschienen. Namens der Reichsregierung Sprachen Herr Titi in italienischer und Herr Keller in deutscher Sprache herzliche Worte des Gedentens an die Gefallenen. Ihnen schloß sich im Namen der italienischen Regierung der Präfekt an. Im Auftrag der Reichsregierung und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge wurden von den deutschen Vertretern Kränze mit Schleifen am Denkmal niedergelegt." Nr. 46/47. Samstag, den 14. Juni 1930. daß auf der letzten Sitzung der Hafraba( Verein zur Vorbereitung der Autostraße Hansastädte- Frankfurt- Basel) in Baden- Baden beschlossen wurde, als nächsten Tagungsort Bad Homburg zu wählen? Die Homburger Hafraba- Tagung ist vom 27. bis 29. Juni festgesetzt worden. .. daß das Staatliche Kurtheater Bad Kissingen vom 14. bis 21. Juni eine Festspielwoche zur Feier seines 25jährigen Bestehens veranstaltet. ... daß Ende Juni das 10. Baden- Badener Autoturnier in internationaler Aufmachung mit Blumentorso und Blumenschlacht stattfindet. ... daß Bad Ems am 22. Juni seine 50. Ruderregaita abhält; die sportlichen Höhepunkte sind der 1. Achter um den Wanderpreis des Deutschen Ruderverbandes, der 1. Vierer um den Kaiserpreis, den Wilhelm I. stiftete, und der 1. Einer um den Hindenburg- Pokal. ... daß im Herbst dieses Jahres, in der Zeit vom 24. August bis 13. September, die Deutsche Vereinigung für staatswis senschaftliche Fortbildung ihren wissenschaftlichen Lehrgang für höhere Justiz- und Verwaltungsbeamte in Bad Pyrmont abhält. Das 1000. Jubiläumsfestspiel der Ekkehard- Spiele. Am 23. Juli werden die Ekkehard- Spiele im deutschen Nationaltheater unter Leitung ihres Führers, des Oberleutnant a. D. Gerhard Roßbach, zum 1000. Male vor ihre Zuhörer treten.' Vom Deutschen Gee- Verein. Der Deutsche See- Verein( früher Deutscher Flotten- Verein) hielt in Bremen seine diesjährige Tagung ab. Der Präsident des Vereins, Staatssekretär a. D. von Lindequist, gab in seiner Begrüßungsansprache ein Bild der Wiederaufbauarbeit Deutschlands und bedauerte die Ablehnung der ersten Baurate für das Panzerschiff B. Von der Versammlung wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: Gießener Zeitung Kleider machen Leute. Von Dr. V. Hähnlein Dresden. ,, Kleider machen Leute", so denken die Menschen, sparen sich das Geld für eine„ standesgemäße moderne" Kleidung am Munde ab, zwängen sich in die unbequemsten Marterinstrumente und glauben damit hervorragend praktisch gehandelt zu haben. Viel vernünftiger wäre es, sie sagten sich:„ Kleider machen Menschen", d. h. in seelischer Beziehung läßt eine einfache, zweckmäßige Kleidung auf einen selbständigen, energischen Charakter schließen, und in körperlicher Hinsicht gestattet eine der= artige Gewandung ein gesundes, unbehindertes, Ausleben aller Kräfte. ,, Tief davon durchdrungen, daß die im Diktat von Versailles zugestandenen Panzerschiffe, Kreuzer, Zerstörer und Torpedoboote nur das Allermindeste darstellen, was Deutschland zur Verteidigung seiner langgestreckten Küsten und des vom Reich abgetrennten Ostpreußen, sowie zur Verbindung mit unseren Auslandsdeutschen und zur Stärkung des deutschen Ansehens über See benötigt, fordert der Deutsche See- Verein, daß die geringen gegebenen Wehrmöglichteiten voll ausgeschöpft und die fehlenden Ersatzbauten, insbesondere die der Panzerschiffe, nach einem festen Plan be= schleunigt bewilligt und ausgeführt werden“. Eine weitere Forderung an den Reichstag kam in folgender Entschließung zum Ausdruck: Glücklicherweise hat die Damenmode der letzten Jahre neben der Schönheit auch in einigermaßen ausreichender Weise den gesundheitlichen Wert der Kleidung berücksichtigt. Das Korsett, der steife Halskragen, die langen Aermel, die allzu weiten Röcke gehören hoffentlich auf Nimmerwiedersehen der Bergangenheit an. Vergangenheit an. Farbe und Stoffarten gestatten heute der Frau einen vernünftigen Wechsel zwischen Sommer- und Winter, Haus- und Straßenkleidern. Die Beine werden durch meist hauchdünne Strümpfe und luftdurchlässige Schlüpfer, der Oberkörper durch den offenen Halsausschnitt dem frischen Luftstrom ausgesetzt. Eine solche Mode kann vom Standpunkt des Arztes nur unterstützt werden. Es ist nicht richtig, daß die Damen heute im allgemeinen zu leicht bekleidet gehen, denn die Gewohnheit hat sie gegen den Witterungswechsel abgehärtet und Erkältungskrankheiten kommen daher beim weiblichen Geschlecht viel seltener vor, als früher. Am schlimmsten ist es noch mit der Form des Schuhwerks bestelt; hier müßte durch die Einführung niedriger Absätze und einer dem Fuße ange> paßten Form noch Wandel geschaffen werden. ,, Mit Bedawern hört der Deutsche See- Verein, daß die im Haushaltungsvoranschlag eingesetzte Summe für die Deutsche Seewarte in den Vorberatungen des Haushaltsausschusses des Reichstages gestrichen worden ist. Wenn die in freiwilliger, treu geleisteter Arbeit deutscher Schiffsoffiziere in den meteorologischen Schiffstagebüchern zusammengetragenen Beobachtungen jetzt nach neueren Gesichtspunkten wissenschaftlich ausgewertet werden sollen, um neben der Sicherung der deutschen Seeschiffahrt und des ihr anvertrauten Lebens auf See auch der kommenden überseeischen deutschen Luftfahrt wertvolle Hilfe für die Navigation zu schaffen, dann sollte das Reich trotz der finanziellen Bedrängnis die dafür erforderlichen Mittel nicht versagen. Der Deutsche See- Verein erwartet daher vom Deutschen Reichstag, daß die erforderlichen Mittel in den Haushalt wieder eingestellt werden". Das Verständnis für deutsche Seegeltung und deutschen Wehrwillen muß in unser ganzes Volk dringen, daher sollte jeder Deutsche, der auf dem Standpunkt steht, daß Deutschland Sleegeltung braucht, sich dem Deutschen See- Verein, Berlin W 10, Matthäikirchstraße 13, als Mitglied anschließen. Vortrag am Mittwoch, den 18. Juni 1930, abends 8 Uhr in Gießen, im großen Saale des früheren Hotel Einhorn" am Lindenplatz über Erleichterung und Beschleunigung der Ansammlung von Kapital für Neubau und Kauf von Eigenheimen sowie zur Ablösung von Hypotheken durch die Deffentliche Bausparkasse Abtlg. der Landeskommunalbank- Gtrozentrale für Hessen in Darmstadt Darlehen zu nur 4% Zins+ Unveränderliche Tarife Klare Wartezeiten Absolute Sicherheit ܀ Eintritt frei+ Freie Aussprache Wir laden Interessenten ein! Wer am Erscheinen verhindert ist, verlange unverbindlichen Vertreterbesuch. Baugenossenschaft 1894 Gießen Bezirkssparkasse Gießen Trostlos dagegen steht es um die Männerkleidung. Hier kann man eigentlich nur von Uniformen reden, die keinerlei Eigenart aufkommen lassen und die gleiche unzweckmäßige Anhäufung von Stoffmassen für jede Jahreszeit, für frohe Unterhaltung wie für ernste Arbeit, vorschreiben. Die Kleidung eines Mannes ist um das Vielfache schwerer, als dasjenige der Frau; die Beine sind bis zu den Füßen hinunter förmlich wattiert, Hals und Brust in enge Stärkepanzer eingezwängt das ist das starke, abgehärtete Geschlecht! Neue Bücher. - Die Psychoanalyse, von Ernst v. Aster. Volksverband der Bücherfreunde, Berlin- Charlottenburg 2. Trotz der Popularität des Wortes ,, Psychoanalyse" hat der Laie von dieser jüngsten unter den Wissenschaften heute meist noch einen recht wenig vorstellbaren Begriff. Das Erscheinen des vorliegenden Werkes wird dazu beitragen, den Mangel an positiver Kennt nis um das weite und so bedeutungsvolle Arbeitsgebiet der Psychoanalyse wesentlich zu beheben. Der bekannte Philosoph entwickelt darin zunächst an Beispielen aus der Praxis die Stellung, die die Psychoanalyse im wissenschaftlich- praktischen Betriebe der Gegenwart einnimmt. Nicht nur von der ärztlichen Seite der Psychoanalyse als Therapie der Neurose ist in diesem hochinteressanten Buche die Rede, sondern von der Bedeutung der Psychoanalyse für unsere Auffassung vom seelischen Leben und von der seelischen Natur des Menschen. Sowohl in der Zustimmung wie in der Kritik entfaltet der Autor eine großartige und eindringliche Anschauung vom Verlauf der Geschichte der menschlichen Kultur und hebt wesentliche Gesichtspunkte der Kulturphilosophie heraus. Wir müssen zu einer abwechslungsreichen Kleidung kommen; Form, Farbe und Stoff des Gewandes soll dem Zwecke entsprechen, zu dem es getragen wird. Ein Handarbeiter muß anders angezogen sein, als der Büchermensch; der Sommer verlangt Wärmeschutz, der Winter Kälteschutz von unserer Kleidung. Die Arbeitstracht sei ernst und zweckmäßig, die Festtracht heiter und farbig. Der Mann sollte zeigen können, daß auch er ein Bein besitzt und nicht zwei Ofenröhren; er bedarf keineswegs eines Stehkragens als Halsabschluß, um seine Würde nach außen kund zu geben, vielmehr sollte sich die Männerwelt für ihre Kleidung den Spruch des„ Reichsausschusses für hygie> nische Volksbelehrung" zu eigen machen:„ Warum denn Rod und hohen Kragen, statt Blusenhemd und Strohhut tragen?" Nur für Rundfunkhörer die es noch nicht wissen: Das ausführlichste Rundfunk- Programm der Welt und den weiteren interessanten reichillustrierten Inhalt finden Sie in der ältesten deutschen Funkzeitschrift Der Deutsche Rundfunk Einzelheft 50 Pf., monatlich RM 2.- Eine Postkarte an den Verlag Berlin N24 genügt und Sie erhalten kostenlos ein Probeheft Vertreter für Strickwarenfabrik Tüchtiger arbeitsfreudiger Herr per jofort bei hoher Prov. für Privat- Kundschaft gesucht. Angebote unter G. 3. 2598 an die Gefchäftsstelle dieser Zeitung. E Jedermann Marburger Festspiele vom 8. Juni bis 6. 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Professor Schroeder legi dar, daß das Wort„ Hessenland" der einstige Landschrei war und erzählt uns von dem Alter und der Ueberlieferung dieses Note und Kampfrufes unserer Voreltern. hohes Einkommen i. Monat, f. Dauererist., tägl. 1 Std. schriftl. Arbeit, nur Postversand e.flein Massenartikels, f. dort. Bezirk gesucht. Angeb, u. F. C. 4259 d. Rudolf Mosse, Kassel. Darlehen an Beamte und Festbesoldete. Leonh. Klein, Köln Gladbacherstraße 5. MoselweinVertreter Alles im Augenblick Wissenswerte über Mode, Sport, Reise etc. enthält auch wieder das neue Heft der„, Eleganten Welt" und dazu noch einige besonders interessante und überraschende Publikationen. Die ganze Welt berlinert, sogar Türken, Japaner und Russen. Sie glauben es nicht? Es steht in der„ Woche". Lesen Sie das neue Heft. Vieles, was Sie interessieren wird, finden Sie in Heft 24. gesucht v. Weingutsbesizer a. d. Mosel zur Einfütrung seiner Qualitätsweine. Angebote unt. S. K.53 an die Exped. d. Zeitung. H Geschäftliches. 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