r. 2. ngen t ge eim 3,- eigen. einem Leil ndlich elnen ent Ober um= gift über fardt, für 44 G. g des n In r der dafür ichter einen ben! eber ge zu inter Se zum e Pro haben Sn den swirt ,, Nach wäh 3. 56), borden Indu T. 42, on 15 uf bio Mut zufam Muder ( Ferd. um die Bu Der altung Schönfind es, großen debeils egen. en Freude gabe zu er mit rf night inte ins deutsche Qualität Freude ist, en Mann Aufstieg zäh erar 5 Bewer Le Giders Lust und ert unter m Rhein. kam .Abtl StarkFlagt tglied Dingen en find, Buch alten. on! Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Für Aufbewahrung oder RüdRedaktionsschluß früh 8 Uhr. sendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. In einem Antwortschreiben des Reichskanzlers an den Reichsausschuß für das deutsche Volksbegehren wird die vom Ausschuß vertretene Rechtsauffassung über das Freiheitsgeseh als irrtümlich bezeichnet und eine Inkraftsetzung abgelehnt. In den Ostreparationsausschuß- Verhandlungen gelang es nicht, eine Einigung zwischen den Gläubigerforderungen und den Gegenvorschlägen Bulgariens in der Frage der bulgarischen Tribute zu erzielen. * Das Präsidium der Kommunistischen Internationalen hat angeordnet, das die Kommunistische Partei Deutschlands einer Säuberung unterworfen werden sollte. Der Reichsminister des Innern hat ein zeitlich begrenztes Einfuhrverbot für Papageien und Fittiche erlassen. ( Gießener Tageblatt) Das tschechoslowakische Außenministerium hat eine Note nach Genf abgeschickt, in welcher sich die Tschechoslowakei grundsäglich für den Zollfriedensvorschlag ausspricht und eine offizielle Beschidung der Konferenz zusagt. * Der als Schulschiff verwendete französische Kreuzer„ Edgar Quinet" lief vor wenigen Tagen an der algerischen Küste auf Grund und ist nun mitten entzwei gebrochen und vollkommen ge= funken. * Wie aus Hankau gemeldet wird, herrscht dort eine ganz ungewöhnliche Kälte, ehr als 100 Kulis wurden erfroren in den Straßen aufgefunden. * Durch eine furchtbare Explosionstatastrophe ist in Philadelphia das Globetheater fast vollständig zerstört worden. Ueber 100 Menschen wurden verletzt. * Max Schmeling hat sich mit der Filmschauspielerin Cilly Feindt verlobt. Völkerrecht gegen Versailles Unrecht. Die Freitagsbesprechungen im Haag sie galten wieder der Sanktionsfrage- haben keine Klärung gebracht. Man kann sich nicht mehr darüber täuschen, daß es den Franzosen nicht darauf ankommt, eine Sicherung zu schaffen für den ganz unwahrscheinlichen Fall, daß Deutschland sich seiner Verpflichtung ,, böswillig“ und„, absichtlich" entziehe; es geht vielmehr darum, heute, 10 Jahre nach Versailles, von Deutschland eine freiwillige Anerkennung des Sanktionsrechtes des Versailler Diktats zu erlangen. Das heißt Frankreich möchte auf zwei Stühlen sitzen: es will die Möglichkeiten, die es aus einer riskanten militärischen Pfänderpolitik erwartet, mit den Annehmlichkeiten einer freundschaftlichen risikolosen Regelung auf kaufmännischer Grundlage verbinden. - Tardieu, der den Ehrgeiz hat, sein eigener Außenminister zu sein, weiß, daß ihn seine Rechtsopposition mit der Frage empfangen wird: ,, Was geschieht, wenn Deutschland nicht zahlt?" Auf diese Frage möchte er mit großer Geste unter dem Beifall auf allen Seiten des Hauses antworten können: ,, dann marschieren wir wieder ins Rheinland!" Darum geht es: um eine Stützung der ministeriellen Stellung Tardieus. Man kann nun darauf hinweisen, daß der Versailler Vertrag ein Kollektivvertrag ist, daß demnach der Beschluß einer Wiederbesetzung nur von den Alliierten gemeinsam gefaßt werden könnte. Man darf weiter annehmen, daß solch ein gemeinsamer Entschluß niemals zustande kommen werde, daß das ganze Sanktionsgerede demnach nichts weiter sei als Spiegelfechterei zu Ehren der französischen Gloire. Man kann auch einwenden, daß in diesem Falle die Zeit für Deutschland arbeite und eine gesonderte Aktion der Franzosen zur Unmöglichkeit mache. Das ist alles richtig, aber man kann auf diesem schwankenden Grunde politischer Prophetie ,, keine Häuser" bauen. Ein wehrloses, wirtschaftlich ausgebeutetes Volk wie die Deutschen begeht eine Dummheit und ein Verbrechen, wenn es in einem Vertrage, der eine halbe Ewigfeit halten soll, eine optimistische Auffassung der Zukunft mit estomptiert. Die Stellung der Deutschen in der Sanktionsfrage ist ungemein schwierig- eben, weil die innerpolitische Stellung Tardieus so schwierig ist. Nach allen Informationen wird die deutsche Delegation das Risiko des Konferenzabbruchs wagen müssen, wenn sie in der Sanktionsfrage ans Ziel kommen will. Das Ziel ist: Herrschaft des Völkerrechts, des Locarnorechtes an Stelle des Diktats von Versailles. Immer noch Verbote der Besatzungsbehörden. Die zur Zeit in einem Kreuznacher Lichtspielhaus laufende Ufa- Wochenschau, die den Abbruch der Gleisanlagen auf der Strecke Odernheim- Münster a. St. zeigt, wurde von der Besagungsbehörde verboten. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 11. Januar 1930 ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 3 Der 11. Januar, ein bedeutsamer Erinnerungstag. Aus den ersten Tagen des Franzosen- Einmarsches ins Ruhrgebiet. die Reitpeitsche in der Hand als Symbol ihrer Macht über die Bevölkerung, die zähneknirschend das tieftraurige Schicksal über sich ergehen lassen mußte. Die Tage vom Haag lenken erneut den Blick nach Rhein| fengattungen, begleitet von Kanonen und Tanks, die Offiziere und Ruhr. Während der Verhandlungen jährt sich gerade der Tag des Einmarsches der Franzosen und Belgier in das Ruhrgebiet. Eine Schilderung aus den ersten Tagen des Ruhrkampfes bringt der 3. Band des Werkes von Dr. Hans Spethmann ,, Die Leitlinien des Ruhrkampfes"( 12 Jahre Ruhrbergbau, Band 3, Verlag R. Hobbing, Berlin), die wegen der im Haag vornehmlich zur Verhandlung stehenden Sanktionsfrage besonders interessieren dürfte. Wir geben sie nebst einer Abbildung hier wieder. ,, Am 10. Januar 1923 sollte die Ruhrbesetzung vonstatten gehen, sie wurde jedoch im letzten Augenblick um einen Tag verschoben; die Note aber, die den Einmarsch ankündigte, übergab man schon der deutschen Regierung. In ihr wird von den Franzosen und Belgiern ausdrücklich betont, daß die fraglichen Maßnahmen keinen Gedanken ,, an eine militärische Operation oder eine Besetzung politischer Art" in sich bergen, was im Anblick auf die im Westen aufmarschierten feindlichen Truppen nur als Heuchelei bezeichnet werden kann. Eine Interalliierte Mission von Ingenieuren und Beamten, bestehend aus französischen, belgischen und italienischen Vertretern, werde für die angeblich nicht erfüllten vertraglichen Lieferungen Deutschlands sorgen. Ihre Mitglieder sollen bevollmächtigt sein ,,, von den Verwal= tungsorganen, Handelskammern, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbänden, JIndustriellen, Kaufleuten usw. alle statistischen und sonstigen Auskünfte einzufordern, deren Einholung sie für nützlich halten. Sie sind berechtigt, die besetzten Gebiete ihrer ganzen Ausdehnung nach zu bereisen, haben Zutritt zu allen Büros, Zechen, Fabriken, Bahnhöfen usw. und können dort alle Dokumente, Rechnungen und Statistiken einsehen." Auch unterliegt, so heißt es weiter, der Genehmigung dieser Mission, die forthin nach den Anfangsbuchstaben ihrer offiziellen Bezeichnung ,, Mission Interalliée de Controle des Usines et des Mines" die Micum genannt wird, der vom Kohlensyndikat aufgestellte Verteilungsplan, den sie nach eigenem Ermessen abändern kann. Im Falle von Uebertretungen ihrer Vorschriften, sei es durch das Kohlensyndikat oder durch die Zechen, besonders, wenn die gelieferten Qualitäten zu wünschen übrig lassen, werden schwere Strafmaßnahmen angedroht. Im einzelnen dachten sich die Franzosen ihre Tätigkeit in folgender Weise: ,, Ab 11. Januar 1923 unterliegen die vom Kohlensynditat aufgestellten oder ausgeführten Verteilungspläne für Kohle und Koks der Genehmigung der industriellen Ruhrmission, die sie, wenn sie es für notwendig erachtet, abändern kann. Diese Pläne haben insbesondere die vollständige Lieferung der vorgesehenen Mengen für die Länder der Entente, für die besetzten linksrheinischen Gebiete zu umfassen und müssen ausreichend sein, um die Bedürfnisse der neubesetzten Gebiete zu befriedigen. Unter diesen Vorbehalten ändert sich im Grundsatz nichts an der allgemeinen, jetzt in Kraft befindlichen Verteilung der Brennstoffe. Falls Uebertretungen obiger Vorschriften seitens des Kohlensyndikats oder der Zechen festgestellt werden, oder falls die gelieferte Qualität zu wünschen übrig läßt, würden schwere Strafmaßnahmen ergriffen werden, ohne Rücksicht auf die Umleitungen im Eisenbahn- oder Wasserstraßenverkehr, welche von der„, industriellen Mission" angeordnet werden könnten. Die Ingenieure der Mission werden häufige Stichproben vornehmen, um sich zu vergewissern, daß die Anordnungen des Kohlensyndikats korrekt gegeben und genau befolgt sind." Der 11. Januar 1923 brachte das folgenreiche Ereignis. Mit Tagesgrauen rückten unter dem Oberbefehl von General Degoutte die ersten feindlichen Truppen in das unbesetzte Ruhrgebiet ein, am Abend weilten im Stadtbezirk Essen bereits 6000 bis auf die Zähne bewaffnete Franzosen aller Waf"... Noch am gleichen Tag verkündete Poincaré den Vormarsch mit folgenden Worten dem Senat: Heute, meine Herren, haben wir es für klug gehalten, die belgischen und italienischen Ingenieure, von einigen französischen und belgischen Truppen begleiten zu lassen. Diese Truppen liegen gegene wärtig um Essen herum. Der Tag verlief ohne jeden Zwischenfall, und ich bin glücklich, dem Senat, welcher es zuerst hören soll, folgenden Drahtbericht mitteilen zu können:„ Es war 1 Uhr nachmittags, als unsere Truppen in Essen einrückten. Das Kohlensyndikat und die Diensträume der Eisenbahndirektion wurden sofort von beschränkten Abteilungen besetzt. Das Gros der Truppen liegt außerhalb der Stadt. Eine vollkommene Verbindung mit den belgischen Truppen ist hergestellt, welche namentlich Dinslaken und Sterkrade besetzt halten. Kein Zwischenfall ist zu verzeichnen. Alles ist ruhig." Am 12. Januar dehnte sich die Besatzung bis Gladbeck, Buer, Gelsenkirchen, Wattenscheid, Steele und Werden aus. Am 14. Januar rückte man in Velbert und Langenberg ein, am 15. Januar stieß man über Bochum bis Vorhalle, Wetter, Witten, Castrop, Herten, Suderwich und Datteln vor, und am 16. Januar bis Dortmund und Lünen. Aeußerlich vollzog sich der„, siegreiche" Einmarsch in der Form eines militärischen Spazierganges, nirgends war weder offen noch heimlich eine bewaffnete Gegenwehr. Unter den Einrückenden befanden sich viele deutschsprechende Elsässer, die zum Teil während des Krieges auf deutscher Seite gegen Frankreich gekämpft hatten und die nunmehr als Bedrücker deutschen Landes erschienen. Insgesamt betrug die belgisch- französische Truppenzahl etwa 80 000 bis 100 000 Mann, wobei alle Waffengattungen vertreten waren. Von ,, einigen französischen und belgischen Truppen", welche die französischen, belgischen und italienischen Ingenieure begleiten, wie Poincaré es gleichzeitig vor dem Senat verkündete, kann keine Rede sein. Sofort nach dem Einmarsch wurde von den Franzosen in den einzelnen Ortschaften eine„ Proklamation an die Bevölferung des Ruhrgebiets" angeheftet, die das Datum des 11. Januar 1923 trug, und in der es heißt, daß die Franzosen und Belgier einen friedlichen Zweck verfolgen. Sie denken nicht daran, zu einer militärischen Operation oder zu einer Besetzung politischer Art zu schreiten, sie lassen ins Ruhrgebiet nur die zum Schutze der Mission erforderlichen Truppen einrücken, keine Störung, teine Veränderung im normalen Leben der Bevölkerung wird erfolgen. Sie erwarten bestimmt, daß die Besonnenheit und der gesunde Sinn der Bevölkerung, namentlich der Arbeiter, ihnen Strafmaßnahmen ersparen werde. Gleich in dieser ersten Kundgebung wenden sie sich besonders an die Arbeiterschaft, von der sie anzunehmen scheinen, daß sie sich ihnen gegenüber wohlwollend verhalten wird. Mit dieser Proklamation beginnt aber auch die Knebelung der Bevölkerung. Es wird der Belagerungszustand verhängt. Die Freiheit der Einwohnerschaft wird stark eingeschränkt. Von den Behörden wird verlangt, an Ort und Stelle zu bleiben und sich den Anordnungen der französischen Militärgewalt zu fügen. Die Presse darf keine Artikel bringen, die geeignet sind, ,, die Ehre der französisch- belgischen Truppen anzugreifen oder beren Sicherheit zu gefährden". Waffen und Munition jeder Art im Besitz der Bevölkerung sind den Ortsbehörden auszu= händigen, Pulver- und Explosivlager den Ortsbehörden anzuzeigen. Jede Person muß fortab mit einem Personalausweis versehen sein. Wer gegen die Verordnung verstößt, wird mit Gefängnis bis zu fünf Jahren bestraft. So geschah der Einmarsch der Franzosen und Belgier unter stillschweigender Duldung Englands, aber unter ausdrücklicher Bajonettangriff auf einen alten Mann am Bahnhof in Essen. Ga Samstag, den 11. Januar 1929. Mißbilligung der Vereinigten Staaten, die an diesem Tage, was nicht zufällig war, ihren Truppen am Rhein den Befehl zum Rückzug aus Europa erteilten. Das Ruhrgebiet wird fortab militärisch beherrscht, die Mission, die der Reihe nach als industrielle, wirischaftliche, technische oder als solche von Ingenieuren bezeichnet war, ist das geworden, für das sie jeder von Anfang an hielt. Und mit Recht schreibt Allen, der Oberstkommandierende der amerikanischen Truppen in Koblenz, in seinen Tagebuchaufzeichnungen:„ Die jetzt im Gange befindliche Bewegung schafft unversöhnliche Feindschaft. Die Prärie ist in Brand gesteckt worden, und jetzt fegt auch schon der Wind des Hasses darüber hin... Leiden der Unschuldigen, der Geborenen und der Ungeborenen werden folgen." Bemerkenswerte Feststellungen = über die Lohnhöhe in England und Deutschland. Genf, 9. Jan. Dr. Ernst Jüngst- Essen, stimmführendes Mitglied für das deutsche Unternehmertum, weist darauf hin, daß der Wert des vom Internationalen Arbeitsamt in seiner Zeitschrift ,, Internationale Rundschau der Arbeit“ veröffentlichten Aussages ,, Löhne und Arbeitsdauer im Steinkohlenbergbau im Jahre 1927" in außerordentlich hohem Maße durch das späte Erscheinen beeinträchtigt sei. Inzwischen sei der vom Arbeitsamt für 1927 errechnete Unterschied von 2,20 M( Gesamtschichtverdienst in Großbritannien 10,63 M gegen 8,43 M im Ruhrgebiet) zum größten Teil verschwunden. Der Gesamtschichtverdienst ohne Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung des britischen Bergarbeiters betrage im 3. Viertel 1929 9,78 M, an der Ruhr 9,53 M. Das bedeute eine Verschiebung des vom Arbeitsamt festgestellten Verhältnisses von 100( Großbritan= nien): 79,3( Ruhr) auf 100: 97,4. Wenn man die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung einschließe, ergebe sich im 3. Viertel 1929 an der Ruhr ein Schichtverdienst von 10,77 M gegen 10,29 M im britischen Kohlenbergbau, mithin eine Bes= serstellung des Ruhrbergmanns um 48 Pfg. Wenn man berücksichtige, daß im Gegensatz zum Ruhrbergbau in der für England berücksichtigten Lohnsumme auch die Gehälter des weit überwiegenden Teiles der technischen Grubenbeamten ent= halten sind, so wird der Schichtverdienst des Ruhrbergmanns noch um weitere 20 Pfg. höher. Der Jahresverdienst einschließ= lich der Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung stelle sich im britischen Bergbau für 1928 auf 2547 M gegenüber einem Jahresverdienst im Ruhrbergbau von 2753 M. Für 1929 be= trage der Jahresverdienst schätzungsweise in Großbritannien 2605 M, an der Ruhr 2904 M. Der Mehrverdienst des Ruhrbergarbeiters betrage mithin rund 300 M, bei Einbeziehung der technischen Grubenbeamten, wie es in England geschehen, rd. 360 M. Unberücksichtigt ist hierbei, daß der Lebenshaltungsindex in Deutschland um 53% Prozent höher sei als im Frieden, während in England die Steigerung 64 Prozent beträgt. Provinzialverwaltung und Vereine für Radfahrwege. In vorbildlicher Weise arbeitet die Brandenburgische Provinzialverwaltung gemeinsam mit den in der Provinz vorhandenen Vereinen für Radfahrwege am Ausbau eines zusammenhängenden Radfahrwegenetzes. Am 17. Dezember 1929 waren alle Vereine der Provinz zu einer Aussprache geladen. Hier wurde bekannt gegeben, daß Der Stammtisch. Eine Humoreste aus Gießen. 2. Fortsetzung. Jetzt hab' ich aber bei Gott nicht gewußt, was ich denken sollt'! Denn das ist mir in meiner Unschuld natürlich nicht eingefallen, daß der Fechner und alle die andern sogenannten guten Freunde vom Stammtisch ein abgefartetes Spiel mit mir trieben, und daß auch der Bremer, der alte Saufbold, mit im Einverständnis war. ,, Das wird ein prächtiges Fest werden!" unterbrach der Tageblatt- Redakteur mein starres Erstaunen.„ Ich glaube, Herr Doctor, da muß man sich unter allen Umständen beteiligen. Le= bendige Bilder wollen sie stellen... Die letzte Nummer soll allein 17 Personen, sechs Herren und elf Damen umfassen! Ja, aber Sie hören ja gar nicht, was haben Sie nur, bester Herr Doktor?" ,, Lieber Freund", sag' ich und fass' ihn beim Arme und schau ihm dabei mit einem wahrhaft durchbohrenden Blid in's Gesicht - ,, wollen Sie die Gefälligkeit haben und mir jetzt endlich mal auseinandersetzen, was das zu bedeuten hat, daß mich sogar die Lausbuben auf der Gasse als Herrn Doktor Erdmann begrüßen, und daß jetzt zuletzt hier der Bremer, die alte Volleule, mir einem Kouvert zwischen die Finger spielt, auf welchem die Adresse des Doktor Erdmann zu lesen steht? Ich bitte Sie, evklären Sie mir das einmal, wenn's Ihnen sonst angenehm ist!" Der Tageblatt- Redakteur macht ein Gesicht wie ein neugeborener Säugling, so unschuldig, so dumm, weiß Gott, im ersten Augenblid war ich förmlich verblüfft und hab' gemeint, er verstünde mich nicht. Dann hat er seine Bierbaßstimme zum weichsten Flötenton aufgeschraubt und hat mir zugeraunt: - " ,, Sagen Sie mal Herr Doktor, haben Sie vielleicht auf Ihrer chirurgischen Klinik ein Jubiläum gefeiert? Oder sind Sie irgendwo zu Mittag gewesen, und haben tiefer in's Glas geschaut, als die norma bibendi gestattet? Oder und hierbei hat er ein wenig die Brauen zusammengezogen- ,, wollen Sie sich revanchieren, weil ich Sie das letzte Mal mit Ihrem schlechten Piquet- Spiel aufzog? Denn sonst wüßte ich in der Tat nicht, was sie veranlassen könnte, sich in so ostensibler Weise perpetuirlich darüber zu wundern, daß das Wasser vom Berg herunterfließt und nicht aufwärts." ,, Darüber wund're ich mich durchaus nicht," sag' ich ironisch. Im Gegenteil... Nur die Narrenspossen mit dem Doktor Erdmann möcht' ich mir schönstens verbeten haben." ,, Ach," sagt er ,,, lassen Sie mich in Frieden! Ich bin nicht dafür da, daß Sie Ihren Katzenjammer an mir austoben. Wahrscheinlich haben Sie wieder mit Ihrem Professor Krawall ge= habt und wünschen sich so auf billige Weise schadlos zu halten." ,, Das möcht' ich von Ihnen glauben," geb' ich höhnisch zur Antwort.„ Ihr Verleger wird Ihnen wohl wieder ein FestGießener Zeitung zur Zeit 10 Radfahrwege an Provinzialstraßen im Bau, zum Teil sogar schon fertig sind. Insbesondere werden hiervon be= rührt die Hauptstraßen: Berlin- Magdeburg, Berlin- Hamburg, Berlin- Halle, Berlin- Dresden. Folgende Richtlinien wurden vereinbart: Alle Vereine für Radfahrwege reichen umgehend ihre Vorschläge ein, deren Durchführung in den nächsten Jahren erwünscht ist. Von den Gegenden, aus denen keine Vorschläge einlaufen, wird angenommen, daß Radfahrwege dort nicht erforderlich sind. Grundsätzlich werden alle Provinzialstraßen bei Um- und Neubau mit Radfahrwegen versehen, jedoch scheitert die schnelle Durchführung am Mangel der Mittel. Wenn überall in der Provinz die Radfahrer den Vereinen für Radfahrwege beitreten, dann läßt sich allerdings durch schnelle Schaffung der Radfahrwege Leben und Gesundheit der Radfahrer in tausenden Fällen schützen. Jeder einsichtige Radfahrer sollte es für seine Ehrenpflicht halten, sein Rad mit einem Jahresring, dem Kennzeichen der Mitgliedschaft im Verein für Radfahrwege, auszurüsten. Die Ringe sind bei jedem einsichtigen Fahrradhändler für 1, Rmf. zu haben. Dieser geringe Betrag bedeutet eine erstklassige Kapitalanlage, denn durch Bau besonderer Radfahrwege werden nicht nur Schäden an Leben und Gesundheit, sondern auch am Rade selbst verhütet. Die vorbildliche Zusammenarbeit der Provinzialverwaltung Brandenburg mit den Vereinen für Radfahrwege muß dankbar anerkannt werden und verdient Nachahmung auch in allen übrigen Teilen des Reiches. Zur Neueinteilung der Kreise. Durch den scharfen Widerspruch, mit dem sich der Schottener Kreistag gegen eine etwa geplante Aufhebung des Kreises Schotten gewandt hat, ist das allgemeine Interesse erneut auf die Aenderung der Kreiseinteilung in Hessen gelenkt worden. Wie wir hören, wird diese Frage an zuständiger Stelle bereits seit längerem erörtert und es ist erklärlich, daß jetzt angesichts der dringenden allgemeinen Sparmaßnahmen auch hier zur Entlastung der Steuerzahler alles geschieht, was im Bereiche des Möglichen gelegen ist. Nach Meinung von sachkundiger Seite soll allerdings die mit der Aufhebung von Kreisämtern verbundene finanzielle Erleichterung nicht so hoch sein, wie zum Teií in der Bevölkerung geglaubt wird. Dem Vernehmen nach beschäftigen sich die jetzigen Erwägungen mit der Absicht einer wesentlichen Verminderung der Kreise. Nach den Forderungen des Sparkommissars Sämisch sollen bekanntlich von den jetzt vorhandenen 18 Kreisen insgesamt 7 abgebaut werden. Bis zum Abschluß der Erörterungen dürfte allerdings wohl noch einige Zeit vergehen, insbesondere dürfte die endgültige Feststellung große Schwierigkeiten machen, in welchen Kreisen der einzelnen Provinzen die größte Erleichterung für die Verwaltung erzielt wird. Für Rheinhessen wird das günstigste Ergebnis in der Aufteilung der Kreise Oppenheim und Bingen erwartet. Zusammentritt der evangelischen Kirchenregierung. Die Kirchenregierung der Evangelischen Landeskirche trat am 9. Januar 1930 zum ersten Male im neuen Jahre zusammen. Als Vertreter für den verstorbenen Landeskirchenrat Bernbed - gedicht vom alten Knorr aufgehängt haben, oder sonst was Gut's, was Sie nicht zurückweisen konnten. Aber ich sag's Jhnen nodymals, ich find' keinen Witz dabei. Dem Bremer aber wenn's fein Versehen ist dem Bremer will ich's bei der nächsten GeLegenheit stecken! So' n alter Esel! Jst Großvater und läßt sich zu solchen Albernheiten und Studentenstreichen herbei! Ich hab's ja gesehen, wie Sie der alten Volleul gewinkt und ge blinzelt haben." Das ist nun nicht wahr gewesen, denn der Bremer war, wie ich später erfahren habe, schon am Tage vorher instruiert; aber ich habe gedacht: du klopfft einmal auf den Busch, und verrätst so, daß du Scharfsinn und Geist besigest. Es hat jedoch dem Fechner ganz und gar keinen Eindruck gemacht; er hat einfach die Achseln gezuckt und gesagt: ,, Nun, ich sehe schon, Herr Doktor, bei Ihnen ist heute Hopfen und Malz verloren. Meinetwegen geben Sie sich für des Teufels Großmutter aus, mir soll's Wurst sein!" Jch brumm' etwas vor mich hin, lache ein paarmal, und dann gehn wir stillschweigend nebeneinander her. Mit einemmal bleibt der Tageblatt- Redakteur stehen, gudt an der Bel- Etage eines großen Hauses hinauf und spricht: ,, Warten Sie mal," sagt er ,,, ich seh', unser Freund der Korsetten- Wöhler, steht noch am Pult. Der könnt's doch auch aufsteden und braucht nicht immer der Letzte zu sein. Ich werd' ihm pfeifen, vielleicht kommt er gleich mit." Und somit pfeift er unsern Stammpfiff, zweimal lang gezogen, und dann die Terz und Burz ab. Der Korsetten- Wöhler hat erst nichts gehört; wie aber mein Fechner zum zweitenmal pfeift, hebt der Korsetten- Wöhler den Kopf, und beim drittenmal tritt er an's Fenster, macht's auf und ruft herunter ,, Ach, Sie sind's, meine Herren! Verziehen Sie gefälligst nur zwei Minuten, ich hab' da nur noch den Schluß eines wichtigen Briefs zu erledigen, dann fomm' ich mit." - So hat er uns zugerufen, und dann hat er sich an sein Pult gestellt und noch ein paar Zeilen geschrieben, und den Brief touvertiert und feinem Kommis gegeben, und dann hat's nicht lange gedauert, da ist er mit seinen langen Beinen die Treppe heruntergestelzt und hat uns beide Hände auf einmal entgegengestreckt. ,, Go!" hat er gesprochen ,,, hier bin ich, und jetzt auf nach Sevilla! Ich hab' einen Durst, einen Durst, sag' ich Ihnen...! Ob wohl der Zahn- Wolf heut' tommen wird, und der gute Kehrbach? Ich hab' nämlich einen Zauber in petto, einen köstlichen Ult. ,, Verzeihen Sie!" fag' ich, und trete absichtlich so recht in das grelle Licht einer Gaslaterne. Der gute Kehrbach ist hier, und möcht' Ihnen sagen, daß er sich aus dem, guten', das manche Leute zu seinem Namen sehen, nicht sonderlich viel macht; denn ber, gute' heißt hier ungefähr so viel wie der ‚ dumme' oder der , einfältige'. Es ist mir ganz lieb, daß ich jetzt einmal durch Ihr merkwürdiges Versehen zu hören kriege, wer denn eigentlich Nr. 3. war Pfarrer Ausfeld Gießen erschienen. Zu Beginn sprach Prälat D. Dr. Diehl Worte der Begrüßung und gedachte des schweren Verlustes, der die Kirchenregierung durch den Heimgang ihres Mitgliedes, des Landeskirchenrats Bernbeck, betroffen hat. Nach Hinweis auf die schwierige Zeit, in der wir leben, und die Lage der Landeskirche, deutete er die wichtigsten Aufgaben an, die das neue Jahr der Kirchenregierung stellen würde. Gegenstand der Beratung und Beschlußfassung waren alsdann: Neubesetzung von Pfarrstellen und die Vorarbeiten für den Entwurf eines Gesetzes zur Förderung und Wahrung der kirchlichen Ordnung. Am Nachmittag trat die erweiterte Kirchenregierung zusammen, die seinerzeit von dem Landeskirchentag eigens für die Auseinandersetzung mit dem Staate gebildet worden war. Der vom Landtag angenommene Schiedsvertrag zur Frage der Staatsleistungen an die Kirche wurde hierbei erörtert und Beschlüsse wegen weiterer Behandlung der Angele= genheit gefaßt. 12 Millionen in allen Reichstassen. Berlin, 9. 1. Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums stellte sich die Kassenlage des Reiches am 30. November 1929 wie folgt: Kassensollbestand 1639 Millionen. Verwendet wur den 1267 Millionen. Der Kassenbestand bei der Reichshauptkasse und der Außenkassen betrug also 12 Millionen. Sport und Sonntag. Um dem Sonntag seinen Charakter als Feiertag zu wahren, vor allem, um den Gottesdienst vor unliebsamen Störungen zu schützen, wird schon seit langem wenigstens eine Freihaltung der gottesdienstlichen Stunden von sportlichen Veranstaltungen erstrebt und gegenwärtig von den betreffenden Instanzen eifrig durch beraten. Zwischen Sportverbänden und kirchlichen Stellen wurden in mehreren Ländern Vereinbarungen getroffen, denen folgende Richtlinien zugrunde gelegt wurden: 1. Grundsätzlich soll durch die Vereinbarung eine bessere Heiligung des Sonntags und der anerkannten Feiertage bewirft werden. 2. Die gottesdienstlichen Einrichtungen sind vor Störungen zu bewahren, daher beginnen Veranstaltungen auf öffentlichen Straßen und Plätzen nicht vor 11,30 Uhr. Sportpläge und andere Sportstätten gelten nicht als öffentliche Pläge in diesem Sinne, d. h. also auf Sportpläzen dürfen mit Ausnahme der in Punkt 4 genannten Tage Spiele und Sportfeste auch während der Kirchzeit stattfinden. 3. Startplätze und Stafettenwechsel sind, wenn es möglich ist, nicht in einem Umkreis von 3 bis 500 Metern von Gottesdienſten zu errichten. 4. Die ersten Tage der drei großen Feste, ferner gewisse besonders hervorgehobene Feiertage( Karfreitag, Bußtag, Fronleichnam) bleiben vormittags frei von jeder sportlichen Veranstaltung, während gegen Veranstaltungen am Nachmittag nichts einzuwenden ist. Dagegen soll der ganze Totensonntag sportfrei bleiben. 5. Bei großen Veranstaltungen, die den ganzen Tag oder mehrere Tage beanspruchen, soll eine vorherige Fühlungnahme zwischen Sport und kirchlichen Behörden stattfinden. Bei Streitigkeiten soll ein Schiedsgericht eingesetzt werden. derjenige ist, der immer so sonderbare Prädicate gegen mich ausheckt. Ich bin kein guter Kehrbach, Herr Wöhler, wenigstens nicht mit dieser Betonung!" „ Immer zu Spaß aufgelegt!" sagt der Wöhler und lacht mich hell an.„ Weiß Gott, Herr Doktor, wenn wir Sie nicht hätten ,, Was?" fall' ich ihm in die Rede ,,, sind Sie denn auch des Teufels?" Wie ich das rufe, macht der Korsetten- Wöhler in ellenlanges Gesicht und wirft dem Tageblatt- Redakteur einen ganz verwunderten Blick zu. Der aber nimmt ihn beiseite und flüstert ihm zu aber so, daß ich jede Silbe verstehen konnte ,, Lassen Sie ihn, lieber Wöhler. Der ist heut' rein wie ausgewechselt. Das soll ein Witz sein, daß er sich für den Kehrbach ausgibt, aber das ist einer von den Witzen, zu denen man , Wit' schreiben muß, sonst meint man, es wär' eine Dummheit. Wissen Sie, auf so was darf man einfach nicht reagieren. Gin paarmal schon hab' ich ihn gebeten, er möchte aufhören, aber er tut's nicht. Kommen Sie! Wenn wir ihn ruhig schwagen lassen, das ärgert ihn, dann wird er's schon müde werden." - So hat der Fechner geflüstert. Mir aber ist's bei dem scheinbaren Ernst ganz heiß geworden, und ich habe so im stillen gedacht: Jetzt möchtest du doch eigentlich wissen, wo die Sache hinaus will. Hast du dich denn wirklich so folossal verändert, daß die Leute dich nicht mehr kennen? Oder hat sich die ganze Menschheit verschworen, dich zum Narren zu halten? Wenn ich nur einen Spiegel hätte... Aber nein, es ist ja der veritabelste Blödsinn Erst verspürte ich Lust, die beiden Herren nochmals coram zu nehmen. Dann aber dachte ich: Was willst du dich echauffieren? Sobald wir zum Vater Lotz in die Kneipe kommen, wird sich's ja wohl herausstellen, was die alberne Geschichte bedeuten soll. Nach fünf Minuten treten wir in die Wirtsstube. Da sitzen denn auch richtig schon so ein Stücker sechs von unsern Bekannten am Stammtisch. Der Ass. Winkler und der Zahnarzt Wolf sind auch dabei. Der Assessor hebt g'rade sein Biertöpf chen, und trinkt einem von den anderen Herren in studentischer Manier zu. Im Anfang hat niemand so recht Notiz von uns genommen, bis wir unsere Ueberzieher und Hüte an die Nägel gehängt hatten. Dann auf einmal hat der Zahn- Wolf gesagt: ,, Aha, späte kommt Ihr, doch Ihr kommt! Nehmen Sie Plak, meine Herren! Fechner, der große Rohrsessel ist noch un besetzt; Sie brauchen Ihrer Korpulenz keinen Zwang anzutun! Korsetten- Wöhler, Sie kommen zu mir, ich hab' Ihnen allerlei mitzuteilen, was Sie folossal amüsieren wird! Notabene, Sie auch, Herr Doktor, es betrifft unsern guten Rehrbach, der heute leider verhindert ist!" - Fortsetzung folgt. Be fter Ki üb fer Die Red Die fizer Krei erni nad wer unb gel an et da bah jeine weije ruhig 11 Geb Au we nu jam ler Leif fie ein eines Ging Webe rung Den Spr zäh Der 19 u o fität gem D. die wirt pom plat DON der St här Jam Nr. 3. 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Lokales. * Ernannt wurden: der Polizeihauptwachtmeister Hans Velde am hiesigen Polizeiamt zum Kriminalhauptwachtmeister Der Gendarmeriehauptwachtmeister auf Probe Ludwig Kirchner in Romrod zum Gendarmeriehauptwachtmeister. * Fundsachen im Monat Dezember 1929. Das Verzeichnis über die im Monat Dezember 1929 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. * Die Behandlung der Zugtiere im Winter. An alle Befizer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken richtet das Kreisamt die dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte ernstlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: 1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden; 2. das Zaumzeug im Stall aufbewahrt oder anderenfalls vor dem Anlegen die Kandare Gebißstange erwärmt wird, und 3. die Hufeisen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten gehörig geschärft oder mit Stollen versehen sind. * Erleichterung für blinde Kriegsteilnehmer auf der Reichs: bahn. Nach den neuesten Verfügungen kann ein Kriegsblinder seinen Führerhund gebührenfrei mit ins Abteil nehmen. * Feueralarm. Heute nachmittag um 3 Uhr werden probeweise die Feuerwehralarmsirenen in Tätigkeit gesetzt. Beunruhigung ist also überflüssig. * Geflügelcholera. In dem Hühnerbestand des Theo Bieker in Gießen, Neustadt 55, ist die Geflügelcholera ausgebrochen. Gehöftsperre ist angeordnet. * Das Ueberspringen von Klassen in den höheren Schulen. Auf Anregung des Hessischen Landesamts für das Bildungswesen wird seit 1926 in den höheren Schulen dem bis dahin nur selten geübten Ueberspringen von Klassen erhöhte Aufmerksamkeit zugewendet.„ Als„ Springer" fönnen nur solche Schüler in Frage kommen, die durch außergewöhnliche Begabung und Leistungsfähigkeit eine so rasche Entwicklung nehmen, daß für sie ein Verbleiben im Altersverbande unzweckmäßig und als ein Hemmnis erscheint. Die Entscheidung über das Springen eines Schülers hat der Klassenlehrrat, doch ist auch schriftliches Einverständnis der Erziehungsberechtigten erforderlich. Ueber die beim Ueberspringen von Klassen gesammelten Erfahrungen ist erstmals im letzten Sommer berichtet worden. Nach den Berichten hat sich das Springen durchaus bewährt; die Springer haben sich in den neuen Klassen rasch eingewöhnt und zählen durchweg auch hier zu den besseren Schülern. Seit der Anregung der Schulbehörde im Herbst 1926 haben bis Ostern 1929 18 Schüler springen dürfen. In 9 Fällen hat das Springen während des Schuljahres stattgefunden, in 9 zu Ostern. - * ,, Auslandsdeutschtum und Schule". Den Eingansvortrag zu obigem Kursus, der am 15. und 16. Januar in der Universitätsaula stattfindet, hält nicht, wie in der letzten Ausgabe gemeldet, Prof. Dr. König- Gießen, sondern Staatsminister a. D. Dr. Boelit * Aus dem Stadttheater. Morgen abend geht als Premiére die Operette ,, Gräfin Marizza" über die Bretter. Dienstag wird die dramatische Legende„ Tobias Wunderlich" und Mittwoch Ridleys ,, Der Geisterzug" wiederholt. * Oberhessischer Kunstverein. Im Turmhaus am Brandplatz findet vom 12. Januar bis 9. Februar eine Ausstellung von Delgemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Holzschnitten der Künstler Determann- Weimar, Bender- Herborn, HerzogStuttgart und Adermann München statt. * DHV. Der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband hält heute abend im ,, Bayerischen Hof" seine JahreshauptverJammlung ab. ,, Gießener Zeitung" * Lichtspielhaus. Am Sonntag morgen findet eine Kulturfilm- Vorstellung aus dem afrikanischen Busch statt, zu der auch Jugendliche Zutritt haben. * 18 668 unbestellbare Briefsendungen. Bei der Oberpostdirektion in Darmstadt mußten im Jahre 1929 8 372 Briefe und 10 296 Postkarten sowie zahlreiche Drucksachen, die infolge unge= nügender Anschrift weder dem Empfänger ausgehändigt noch an den Absender zurückgegeben werden konnten, vernichtet werden. Hierdurch mögen für die Beteiligten wohl Unannehmlichkeiten mancherlei Art entstanden sein. * Vorsicht vor Teepilz und Pilztee. Die Verwendung des indischen Teepilzes hat in manchen Gegenden lebhaften Anhang gefunden. Es ist aber schon mehrfach von ärztlicher Seite davor gewarnt worden. Gerät doch der Pilztee bald in Gärung und erreicht leicht einen nicht unverfänglichen Alkoholgehalt. Auch sonst erscheint er bedenklich. Ein praktischer Arzt teilt mit, er habe als Kassenarzt 70-80 Fälle von Teepilzvergiftung, als Darmbluten, Magenleiden usw. erlebt. Er müsse daher dieses Getränk als gemeinschädlich verurteilen, da es vielfach zu spät ( nach vorgeschrittener Gährung) getrunken werde. Sch. * Karneval 1930. Trotz schlechter Zeiten, troh Steuerdruck und trotz all der größeren und kleineren Sorgen, die während eines ganzen Jahres die Menschlein ihres Lebens nicht recht froh werden lassen, sehnt sich jeder einzelne einmal einen Augenblick herbei, in dem er aufatmen kann, in dem er alle Trübsal hinter sich werfen und sich wieder einmal auf sich selbst besinnen kann. Und dazu gibt so recht die kommende Faschingszeit die lang ersehnte Gelegenheit. Niemand soll es sich kopfhängerisch versagen, Leib und Seele in harmlos- fröhlichem Humor, in lachender Heiterkeit wieder gesund zu baden. Aus Nah und Fern. Hungen. Die Gewerkschaft Friedrich in Trais- Horloff hat sämtlichen Angestellten und Arbeitern gekündigt. Bad Nauheim. Der Rechtsanwalt Dr. Friedrich Knöpfel in Darmstadt wurde zum Notar mit dem Amtssit in Bad Nau= heim als Nachfolger des verstorbenen Notars Arthur Stahl, mit Wirkung vom 15. Januar 1930 ernannt. * Bürgerlicher Zusammenschluß auch in Friedberg. Friedberg. Dem Beispiel anderer Städte folgend, hat sich auch im neugewählten Friedberger Stadtrat eine Arbeitsge= meinde der Mitte gebildet. Diese Arbeitsgemeinschaft besteht aus den Fraktionen der Demokraten, der Deutschen Volkspartei, des Zentrums, sowie einigen Stadträten, die auf der unpolitischen Liste standen. Unfall im Schwelkraftwerk Wölfersheim. Friedberg. Bei einer Kohlenstaubexplosion im Wölfersheimer Schwelkraftwerk erlitten mehrere Personen Brandwunden. Ein Arbeiter mußte in das hiesige Bürgerhospital eingeliefert werden. $ Schotten. Ein früherer Chauffeur hat der Bürgermeisterei in Ulfa und mehreren Lieferfirmen eine wenig angenehme Ueberraschung bereitet. Die Bürgermeisterei in Ulfa erhielt nämlich eines Tages zwei Schreibmaschinen, einen Grammophon und ein Harmonium zugeschickt, die laut Bestellschein von dem Bürgermeister bei zwei auswärtigen Firmen bestellt sein sollten. Der Bürgermeister wußte aber von diesem Geschäft nicht das geringste, und als nachgeforscht wurde, ergab sich, daß ein früherer Chauffeur, der mit den Verhältnissen in Ulfa vertraut ist und ohne Stellung war, sich als Provisionsreisender betätigt und die Bestellscheine gefälscht hatte, um sich die Provision zu verschaffen, die er denn auch beim Vorzeigen der Bestellscheine prompt empfing. Der Provisionsschwindler konnte festgenommen werden. Nr. 3. Produktionsvereinfachung Adam Opel A.-G., Rüsselsheim. Rüsselsheim. Nach der Inventuraufnahme ist der Betrieb der Adam Opel A.-G. in allen Abteilungen soeben mit 7000 Mann Belegschaft wieder aufgenommen worden. Nach Informationen des Fwd. sieht das Produktionsprogramm im Automobilbau eine Reduzierung der Typenherstellung vor. Statt bisher fünf Typen werden künftig nur in verschiedenen verbes= serten Ausführungen zwei Typen und zwar der 4/20 PS und der 8/40 PS fabriziert. Die Tagesproduktion in Wagen beläuft sich vorerst auf etwa 100 Wagen. Das Produktionsprogramm für 1930 soll den Händlern am 30. Januar in Frankfurt a. M. vorgelegt werden. Die Produktion in der Fahrrad- Abteilung ist gleichfalls aufgenommen mit vorerst einer Tagesherstellung von 300 bis 400 Stüd. . Ein Lastkraftwagen vom Zuge überfahren. Mainz. Bei Kettenbach im Taunus wurde gestern abend infolge des Nebels ein Tanklastkraftwagen der Firma Rhenania Ossac von hier beim Passieren eines schrankenlosen Bahnüber: ganges von einem Personenzug erfaßt und vollständig zertrüm= mert. Der Chauffeur des Lastwagens und ein 24jähriger Kaufmann wurden durch den Anprall mehrere Meter weit ins Feld geschleudert. Der Chauffeur kam mit leichten Verletzungen, während der Kaufmann mit schweren Verletzungen nach dem Krankenhaus nach Mainz gebracht wurde. Ungültige Gemeinderatswahl in Ober- Ingelheim. Bingen. Der Kreisausschuß erklärte die Gemeinderatswahl in Ober- Ingelheim für ungültig. Das Wahlergebnis des Kreistages bleibt dadurch unberührt. * Opfer der Politit. Alzen. Der Kaufmann Richard Kahn aus Alzey, der vor einigen Tagen mit dem Nat.- Soz. Rebhan wegen politischer Meinungsverschiedenheiten in Streit geriet und in dessen Verlauf einen Schuß erhielt, ist seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Falschmünzerwertstätte im Taunus. Wiesbaden, 9. 1. Die Herstellerwerkstätte der falschen Hunderimarkscheine, die der inzwischen verhaftete Gemeinde rechner Hoffmann von Gemmerich in Limburg, Nassau usw. verausgabt hatte, ist in einer kleinen Mühle bei Becheln im Taunus entdeckt und ausgehoben worden. * Blutige Rache eines Polizeiwachtmeisters! Kassel, 10. Januar. Im Dezember 1927 wurde in Niedermöllrich der Oberlandjäger Wille von dem Schmied Heinrich Claus erschossen und der Täter Claus im Anschluß daran bei dem Versuche, ihn zu verhaften, durch Beamte der Kasseler Schutzpolizei, die mit einem Panzerauto nach Niedermöllrich gefahren waren, weil Claus seiner Verhaftung heftigen Widerstand entgegensetzte, und jeden zu erschießen drohte, der sich dem Hause näherte, durch Handgranaten getötet. Der Sohn des er: schossenen Wilhelm Wille, der bei der Schutzpolizei in Frankfurt a. M. als Polizeiwachtmeister eingetreten ist, hat sich schon seit langem mit dem Gedanken getragen, daß er für den Tod seines Vaters Rache nehmen müsse. Am Donnerstag, um 21,30 Uhr, ist er in der Wohnung des Vaters des getöteten Heinrich Claus, des Anstreichermeisters Johann Claus in Niedermöllrich, erschienen. Als der Johannes Claus in der Tür erschie nen war, zog Wilhelm Wille seinen Dienstrevolver aus der Tasche und gab mit den Worten:„ Wir rechnen jetzt ab!" zwei Schüsse auf Johann Claus ab, an deren Folgen dieser im Krankenhaus. in Friglar gestorben ist. Sogleich nach der Tat hat sich Wille dem zuständigen Landjäger gestellt. Der Oberstaatsanwalt hat gegen Wille, der geständig und bereits in das Kasseler Gerichtsgefängnis eingelie= fert worden ist, die Voruntersuchung wegen Mordes beantragt. ffal verändert fich die ganze n? Wenn ich Der veritabelfte odmals coram du dich echauf neipe fommen e Geschichte be irtsftube. Da 5 von unfern Der Zahnarzt ein Biertöpf studentischer s genommen, gehängt hatNehmen Sie jel ift noch un wang anzutun! Ihnen allerlei Notabene, Gie Kehrbach, der 45 Jahre Arbeit und Erfolge liegen heute hinter uns. Immer war es in dieser Zeit für uns als die ältesten Automobilwerke der Welt selbstverständliche Tradition, führend zu sein in der Entwicklung des Kraftfahrzeugs, nicht nur in der Erzielung höchster Qualität, sondern auch in der immer günstigeren Gestaltung des Verhältnisses zwischen Wert und Preis. Unser Typenprogramm. für das Jahr 1930 steht auf der vollen Höhe aller erprobten technischen Errungenschaften. Der wirtschaftliche geschmeidige Viersitzer Typ ,, Stuttgart" von 6 800.- RM. an, der sechssitzige mittelstarke Gebrauchswagen von höchster Zuverlässigkeit Typ ,, Mannheim", der kraftvolle schöne Achtzylinder Typ ,, Nürburg" von letztem Fahrkomfort, die Kompressormodelle als Hochleistungswagen von internationalem Format, sie alle sind das Ergebnis der umfassenden Erfahrungen aus viereinhalb Jahrzehnten, letzte Stufe technischer Entwicklung, höchster Wert zu günstigstem Preis. Wenn Sie vor der Wahl Ihres Wagens stehen, so versäumen Sie nicht, unsere Modelle zu prüfen. Wir wollen Ihnen beweisen, daß es keine höhere Wertbezeichnung für ein Automobil geben kann als die Marke MERCEDES- BENZ DAIMLER- BENZ A.-G. verkaufsstelle: GIESSEN, Bahnhofstr. 90-92 MERCEDES BENL - Fernruf Nr. 4121. Samstag, den 11. Januar 1929. Büdingen. Die vor etwa 2½ Jahren gegründete Genossenschaft Oberhessische Obstwerte in Büdingen hat den damals so hoffnungsfroh beigetretenen Genossenschaftsmitgliedern eine schwere Enttäuschungen gebracht. Durch die ungünstige Obsternte im Jahre 1928 und auf größere Lieferungen abgeschlossene Verträge zur Herstellung von Apfelmarmelade mußte ausländisches Obst verarbeitet werden, wodurch die Kosten sich bedeutend steigerten. Das Unternehmen wurde vor wenigen Wochen von der Landesgenossenschaftsbank in Darmstadt übernommen. Die Sanierung der Genossenschaft machte es erforderlich, die Höhe des Geschäftsanteils, die bei der Gründung auf 100 M festgesetzt war jetzt auf 500 M zu bestimmen und das Mehr von 400 M pro Anteil von den Genossenschaftsmitgliedern unverzüglich einzuziehen. Zahlreiche Mitglieder der Genossenschaft, die ohnehin in schwerem wirtschaftlichen Ringen stehen, werden von dieser erhöhten Zahlungsverpflichtung empfindlich ge'roffen. Vom Westerwald. Eine glückliche Gemeinde, die nicht mit finanziellen Sorgen sich umzutragen hat, ist Freirachdorf. Auch in diesem Jahre wieder wurde den Bürgern ein Weihnachtsgeschenk in Gestalt von 50 Rmt. zuteil. * Ueberfall auf Tariführer. Mannheim. Am Donnerstag abend mieteten drei gutgekleidete junge Leute im Alter von 22 bis 26 Jahren eine Auto„ Gießener Zeitung" Drei Millionen Arbeitslose in den Vereinigten Staaten. Newyork, 10. 1. Der Präsident der amerikanischen ArbeitsFöderation teilte in einer Vorstandssitzung mit, daß es gegenwärtig in den Vereinigten Staaten mehr als drei Millionen Arbeitslose gäbe. * 15 000 Todesopfer der Kälte in China. Newyork, 10. 1.„ Associated Preß" aus Schanghai meldet: Die Nachrichten- Agentur Kuomin berichtet aus Peiping, daß in der Mongolei 15 000 Menschen infolge der herrschenden Kälte umtamen. Winterarbeit der Feuerwehr. Wenn ich nun auch in diesem Jahr wieder mit der Warnung komme: ,, Nur keinen Winterschlaf", so hat der vorige Winter gezeigt, wie notwendig dieser Hinweis war. Ich will auch in diesem Jahr diese Warnung wiederholen. Bedeutende Fingerzeige hierzu bietet uns das neueste Werk von Branddirektor Petersen- Düsseldorf: ,, Die Auswirkung der außergewöhnlichen Frostperiode im Winter 1928-29 auf die Tätigkeit der Feuerwehren". Dieses Werk ist zum Preise von 2, Rmk. durch unsere Geschäftsstelle zu beziehen. droschke zu einer Fahrt nach dem Karlsstern im Käferthaler gewissenhaft nachzusehen und auf ihre Leiſtungsfähigkeit zu prüWald. Kurz vor dem Ziel ließen sie halten, stiegen aus und fragten nach dem Fahrpreis, der mit 6 M genannt wurde. Einer der Burschen gab dem Chauffeur 7 M. Gleich daraus wurde der Kraftwagenführer überfallen und gefesselt. Die Burschen entflohen mit dem Auto; der Führer wurde von später des Weges kommenden Passanten befreit. Einstellungssperre in Mannheim. Mannheim. Die schwierige Finanzlage der Stadt macht einschneidende Sparmaßnahmen notwendig. Es wurde eine Einstellungssperre sür Beamte, Angestellte und Arbeiter verfügt und die Jnangriffnahme von Arbeiten, die neu zu beschaffende Darlehensmittel erfordern, einstweilen zurückgestellt. Da= gegen hat sich die Einstellung der bereits in Ausführung begriffenen Arbeiten sowie die beschlossenen Notstandsarbeiten nicht als notwendig erwiesen. # Todesurteil in Karlruhe. Karlsruhe. Das Schwurgericht hat den 21 Jahre alten Küfer Karl Bindl aus Kronau( Amt Breisach) wegen Mordes zum Tode verurteilt. Bindl hat am Abend des 31. Dezember 1928 ein faum 17jähriges Mädchen in den Kraichbach gestoßen, wo es den Tod durch Ertrinken fand. Er hatte mit ihr Bezie hungen unterhalten, die nicht ohne Folgen geblieben waren * Koblenz. Hier donnern seit Tagen Granaten. Es sind die Blindgänger, welche die Franzosen zurückgelassen haben und die unschädlich gemacht werden. Trier. In einem Café fand ein Angestellter eine Geldbörse mit 1000 M Inhalt, die er dem Besitzer ablieferte, wofür er die ,, fürstliche" Belohnung von 2 M erhielt. 70 Millionen Defizit in Berlin. Berlin, 9. 1. Die Stadt Berlin hat einen Nachtragsetat für das Haushaltsjahr 1929-30 eingebracht. Dieser Nachtragsetat enthält eine Gesamtforderung von fast 70 Millionen Mark. Die Ausgaben sind um rund 47 Millionen höher geworden. Hiervon entfallen allein auf Wohlfahrtsausgaben 49 Millionen. Diese Wohlfahrtsausgaben sind also auch in Berlin der größte Posten im Nachtragsetat. Für das Unterstügungswesen werden allein 16 Millionen angefordert. Zunächst zu den Geräten. Alle vorhandenen Geräte sind fen, damit das, was als schadhaft erkannt wird, sofort sachgemäß repariert und wieder hergestellt werden kann. Da ist zunächst die alte gute Handdrucksprize, welche auseinanderzunehmen, zu säubern und leicht zu fetten ist, damit ein Einfrieren unmöglich ist. Den Motorspritzen ist ein ganz besonderes Augenmerk zuzuwenden. Der Hauptwert wird hier besonders auf die frost freie Unterbringung der Motorsprige zu legen sein. Die Schläuche sind gründlich zu reinigen, auf ihren Druck zu prüfen und gleichmäßig aufzurollen. Die Leitern sind nachzuprüfen, evtl. Splitter sind zu entfernen und das Holz ist leicht zu ölen. Die Fackeln, Laternen, elektrischen Lampen sind aufzufüllen, in Ordnung zu bringen und zurechtzustellen, denn sie werden im Winter mehr denn je gebraucht. Die Beilpicken, sind zu schärfen, Spaten und Aerte leicht zu fetten. Wo Wasserleitung im Drte liegt, ist Sorge zu tragen, daß die Hydrantendeckel gut eingefettet werden und stets frei bleiben. Auch ist darauf zu achten, daß die Hydranten nach jedem Gebrauch von Wasser entleert werden. Alle diese Anordnungen und Beobachtungen muß der Feuerwehrführer zur Bearbeitung unter die Kameraden verteilen und sich bei jeder Zusammenkunft berichten lassen. Hierdurch werden die Kameraden zur Mitarbeit herangezogen und gewinnen Lust und Liebe. Das Gerätehaus ist auf seinen Bauzustand zu untersuchen, Türen, Fenster müssen gut verschließbar sein und das Dach darf keinerlei Schaden aufweisen, damit alles vor Regen und Schnee verschont bleibt. Um auch im Winter die Schlagfertigkeit der Wehr zu prüfen, ist dringend notwendig, auch bei Frost und Schnee eine Angriffsübung abzuhalten. Wasser braucht bei diesen Uebungen nicht gegeben zu werden. Aber die Uebungsidee muß vollständig durchgeführt werden. Es ist deshalb ein genauer Plan aufzustellen, und mit den Kameraden vor wie nach der Uebung eine Besprechung hierüber abzuhalten. Eine Winterübung bringt immer viel Anregung und wird von den Kameraden gern gesehen. Wo es irgend möglich ist, sind auch im Winter von den Feuerwehren Leibesübungen abzuhalten. Es wird sich sicher auch in jeder Landgemeinde erreichen lassen, daß ein Saal oder ein großes Schulzimmer zu diesem Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Nr. 3. Nun zur Verwaltungsarbeit. In den meisten Feuerwehren wird wohl die Hauptversammlung in den Wintermonaten stattfinden, da ja das Geschäftsjahr am vorteilhaftesten mit dem Kalenderjahr zusammenfällt. Durch Vorbesprechung ist diese Hauptversammlung gut vorzubereiten. Aus den Erfahrungen des verflossenen Jahres ist ein Tätigkeitsbericht abzufassen, aus dem dann die Erfordernisse für das neue Jahr festzustellen sind. Hierbei müssen an erster Stelle die laufenden Geldbedürfnisse errechnet werden und ist es von großer Wichtigkeit, daß einflußreiche Gemeindevertreter im Vorstande sizen, welche bei Aufbringung der Geldmittel hilfreich zur Seite stehen. Die Verbandsbeiträge für Kreis- und Provinzialverband sind pünktlich abzuliefern. Das Versicherungswesen ist zu ordnen und mit den Kameraden durchzubesprechen und zwar: Feuer- Unfall- Kasse, Haftpflichtversicherung, Pferdennfallversicherung und Sterbe- Kasse. Jede Feuerwehr müßte in unserer Feuerwehr- Sterbe- Kasse sein, damit auch den wirtschaftlich schwächeren Kameraden geholfen werden kann. Wir warnen dringend vor den sogenannten ,, Kameradenhilfen" oder ,, Umlagekassen", da diese ein Trugbild geben und die Erfahrungen erwiesen haben, daß den letzten ,, die Hunde beißen". Ich bin jederzeit gern bereit, nähere Auskunft über unsere Feuerwehrsterbekasse zu geben. Zur Fortbildung der Kameraden müssen Vorträge ge= halten werden. Stoff hierfür ist in der ,, Hessischen FeuerwehrZeitung" und in der einschlägigen Literatur reichlich vorhanden. ,, Saure Wochen, frohe Feste". Niemand wird es den Feuerwehren verargen, wenn sie nach gewissenhafter Arbeit für das Wohl der Nächsten auch einmal ein Vergnügen abhalten. Auf keinen Fall vergesse man treue Kameradschaft zu pflegen. Ein Familienabend zum Weihnachtsfest und ein Kränzchen zur Fastnachtszeit wird die Zusammengehörigkeit und die Kameradschaft fördern. Hierbei bitte ich aber, auf keinen Fall humoristische Vorträge halten zu lassen, welche den Feuerwehrmann oder die Tätigkeit desselben verhöhnen. Die Feuerwehr darf auf keinen Fall zu diesem Ulk die Hand bieten. Neve Bücher. Pflege und ernähre dein Kind richtig. Von Kinderarzt San. Rai Dr. M. Wollenweber, Verlag von Wilhelm Stellfuß Born Preis 0,75 Rmt. In gemeinverständlicher Weise werden hier Ratschläge von autoritativer Stelle für die so hochwichtige Frage von Pflege und Ernährung im ersten Lebensalter gege= ben. Ein Büchlein, das jede Mutter haben sollte, um danach ihr Kind zu behandeln. Krankenpflege. Ueber Pflege und Ernährung der Kranken ( von Apotheker J. Kokorols) bringt der Verlag Wilhelm Stollfuß in Bonn ein kleines Schriftchen in der Sammlung„ Hilf dir selbst“ heraus. Preis Rmt. 0,75. Eine überaus volkstümliche Schrift, die über alles Wissenswerte der Krankenpflege wichtige Ratschläge erteilt. Wie entferne ich Flecken aller Art? Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn,( Preis Rmt. 0,75). Ein bewährtes Hilfsbüchlein für alle Hausfrauen bringt die Sammlung„ Hilf dir selbst" in neuer Auflage. Der Verfasser hat die erprobtesten Mittel in einer Form zusammengestellt, die es in jedem Falle ermöglicht, sich Rat zu verschaffen. Wo bleiben eigentlich die alten Kleider von Paris? Es steht in der Woche".( Ueberall für 50 Pfg.) Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Rebat Jenbun 43. mit den lich ift vo tranen zurüdg La bürger gehen Di joziali und d Staate bundm 2 Dent Reichs dieser Regier Kredit Di haujes 34 Mi iproche 20 Provi näre bilif der A 50 banfp Monto Grupp eine auf d Zahlu tee fi Das Die Mäd 5 Hauptvertretung eines großen, 1836 gegründeten Aktien- Unternehmens für Gießen und Bezirk zu vergeben. Reflektiert wird auf Persönlichkeit von erstem Ruf mit Werbe- u. Organisationsberähigung sowie guten Beziehungen. Beste Einkommensmöglichkeiten vorhanden. Geeig net bei Berufswechsel oder Tätigkeitsumstellung bzw. Erwei erung Gefl., möglichst ausführliche Angebote unt. Jd. 112 an Invalideudank Ann.- Exped., Berlin W. 9. Leistungsfähige Mitteldeutsche Schokoladenfabrik sucht einen rührigen zuverlässigen Vertreter für den Bezirk Gießen bei günstigen Provisionssätzen. 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