Nr. 62. Freiherrn Leiter der ( ohne die den) und u feinem egierung) nal- Dent mard- Tag deutschen scher und Cinnerung edienen, Fiber vor: at. Ins Der Ju reitungen ig in die ewöhnli It die Ge jtr. 11. rdentliche d Grund: r- Vereine feits ihre stum zu Probleme Des Real t die Ta ag, dem Begrüßung umar, Althoff Stadtrat as Thema tastrophe, wurde die Ueberdies er Häuser d Urizky, chen dem r getreten. ebiet. che haben Schaden fünfzig tag zwei Erdrutice ewalt der in To über mmte und nd wiede erichienen. ntsprechen jtswiljen nner dem ermitteln. ut ift, wie o fann es nicht mehr trieverlay n Prospett imjonit ge einjenden ichtig wie so wider utiniertete cht von zu : Elegante me von jel rend feiner brigen Bil igen! Starnberg ffentlichteil edeten Bil Münchens ur zu wenig Berkehrsamt enden. Dess Reisebüros Gießen. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Herr Reichspräsident empfing anläßlich der zur Zeit in Berlin stattfindenden Weltbundtagung des Jugendbundes für entschiedenes Christentum die Herren D. Poling, D. Kelly und Pfarrer Schürmann. General Walter Reinhardt, der letzte Preußische Kriegsminister und Erste Chef der Heeresleitung des neuen Heeres, ist am Freitagnachmittag nach schwerem Leiden gestorben. Nach einer offiziellen Mitteilung hat das Schiedsgericht in Lausanne entschieden, daß Deutschland 48 Mill. Goldmark an Portugal für die während des Weltkrieges in den portugiesischen Kolonien angerichteten Schäden als Entschädigung zu bezahlen hat. In Angora unterzeichneten Geheimrat Bamberger und der türkische Arbeitsminister den Kreditlieferungsvertrag mit der deutschen Industrie. Der Vertrag sieht Lieferungen über 40 Millionen Mark vor. Die Kreditsumme ist in sechs Jahren rückzahlbar. Sämtliche Mitglieder der deutschnationalen Fraktion im Dresdener Stadtverordnetenkollegium sind aus der Deutschnationalen Volkspartei ausgetreten und bis auf einen zur Kon= servativen Volkspartei übergegangen. Aus der Besprechung zwischen Bundeskanzler Dr. Schober und den beiden bevollmächtigten Bundesführern der Heimwehren am Donnerstag ist als wichtigstes Ergebnis festzustellen, daß die Aufhebung der Ausweisung des Majors Pabst in allernächster Zeit erfolgen und daß Pabst ohne örtliche Beschränkung seines Aufenthaltes nach Oesterreich zurückkehren wird. Der polnische Staatspräsident ist am Freitag nach Gdingen abgereist, wo er sich zum Gegenbesuch des estländischen Staats: ältesten nach Reval einschiffen wird. Außenminister Zaleski wird ihn auf seiner Reise begleiten. Das russische Außenkommissariat ist zum Abschluß von Verhandlungen mit der italienischen Regierung über den Abschluß cines neuen russisch- italienischen Freundschaftsvertrages beauffragt worden. Der große Faschistische Rat hat den faschistischen Verband der Provinz Bozen ermächtigt, Einheimische, die ihren Militärdienst vollendet haben, auf ihren Antrag in die Faschistische Partei aufzunehmen. Von dieser Möglichkeit haben, italienischen Blättermeldungen zufolge, bis jetzt rund 500 junge Leute Gebrauch gemacht. Die Lappoleute haben in einer Sigung beschlossen, daß sich tein leitender Mann der Lappobewegung als Reichstagskandidat aufstellen lassen dürfe. Argentinien hatte gegen die neuen nordamerikanischen Einsuhrzölle protestiert, namentlich gegen die Belastung von Leinjaat. Im Gegensatz zu den meisten anderen Staaten hat der argentinische Einspruch Erfolg gehabt. Der Präsident Columbiens, Dr. Enrica Herrera, hat heute jein Amt angetreten. Er ist der 51. Präsident des Landes. Ein Wort zum Wahlkampf. Das Deutsche Ausland- Institut Stuttgart schreibt: Das Ringen der Kräfte um innere Neugestaltung unseres Staates hat begonnen. Wahlversammlungen werden der Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen parteipolitischer Art sein. Sie mögen nötig sein; aber mindestens ebenso notwendig ist es, daß der Mahnung unseres allseits verehrten Reichspräsidenten gemäß auch der Gedanken und Ideen gedacht wird, die unser Bolk über alle Gegensätze hinweg einigen. Darum ergeht die Bitte an alle Redner, welcher Richtung sie auch angehören mögen: Vergeßt nicht diejenigen Deutschen, die jenseits der Reichsgrenzen leben und die mit vollstem Einsatz ihrer Persönlichkeit, oft ihres Hab und Gutes, bisweilen sogar ihres Lebens für unser Volkstum einstehen! Gedenket ihrer Leistungen und bres Opfermutes; erinnert die in der sicheren Hut des Reiches Geborgenen daran, welche Stürme draußen wehen, denen es trotzen gilt. Die Fürsorge für die Deutschen draußen ist Pflicht jeder Partei, jeden Standes, jeder Weltanschauung, sie sei auch jonit durch Schranken aller Art voneinander getrennt! Selten ist eine so gute Gelegenheit gegeben, weiteste Volfskreise auf die Notwendigkeiten einer inneren Verbundenheit aufmerksam zu machen! Und es wird sich lohnen: einmal wird das Auslanddeutschtum, das unsere inneren Kämpfe so aufmerksam verfolgt, dank bar sein für das Gedenken; dann aber werden wir Reichsdeutschen auch im härtesten Streit daran erinnert werden, daß wir alle gemeinsame Güter zu verteidigen haben, die der steten Gefahr des Verlustes ausgesetzt sind, wenn wir nicht in den ganz großen Fragen der Gestaltung unseres Volks- und Staatsschickils zusammenhalten! ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 9. August 1930 Zeichen der Zeit. 2757 000 Arbeitslose. In der Zeit vom 16. bis 31. Juli ist die Arbeitslosenziffer erneut bedrohlich gestiegen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger ist in der Arbeitslosenversicherung auf über 1 497 000, in der Krisenunterstützung auf 403 000 gestiegen. Damit hat die Belastung in beiden Einrichtungen einen Stand erreicht, der höher als eine Million über dem der gleichen Vorjahrszeit liegt. Unter Einbeziehung der bei den Aemtern eingetragenen Arbeitsuchenden ergibt sich insgesamt eine Ziffer von 2 757 000 Arbeitslosen. 12000 neue Arbeitslose in Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 1. Juli in GroßBerlin 336 935. Innerhalb eines Monats hat sich die Zahl um 12 000 erhöht. Unter den Arbeitslosen befinden sich nicht weniger als 32 000 kaufmännische Angestellte. * 190 000 Arbeitslose in Hessen und Hessen- Nassau. Ueber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen- Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen, Frankfurt a. M.: Die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage hat auch in der zweiten Julihälfte angehalten. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist auf 189 198 gestiegen. Nahezu 6000 Reichstagskandidaten. Da der Aufmarsch der einzelnen Parteien und Gruppen zum Wahlkampf noch nicht beendet ist und auch der Reichswahlleiter für die Einreichung der einzelnen Wahlvorschläge eine Frist bis Ende August festgesetzt hat, so ist heute auch noch nicht die genaue Zahl der Kandidaten bekannt, die mit mehr oder weniger Aussicht sich um ein Mandat im deutschen Parlament bewerben werden. Immerhin geben die Zahlen der Reichstagswahl im Jahre 1923 eine gewisse Handhabe für das Ausmaß der Parteigruppen und Kandidaten, die sich am kommenden 14. September in die Gunst der deutschen Wählerschaft zu teilen gedenken. Für die Wahlen im Mai 1928 wurden in 35 Wahlkreisen rund 642 Kreisvorschläge eingereicht; zählt man alle Gruppen der letzten Wahl zusammen, so ergibt sich die Tatsache, daß 1928 rund 38 Parteien und Gruppen ihre Liste zur Wahl stellten. Das Ergebnis der letzten Wahl ist kennzeichnend für die Sinnlosigkeit der deutschen Parteizersplitterung: Von den 38 Wahlkampfparteien gelang es nur 15, sich Mandate zu sichern. Die gewählten Abgeordneten verteilten sich auf 191 Kreiswahlvorschläge und 12 Reichslisten. Das bedeutet mit anderen Worten, daß 451 Kreiswahlvorschläge und 19 Reichslisten bei der Wahl völlig leer ausgingen. Dem stattlichen Aufmarsch der Parteien bei der letzten Wahl entsprach natürlich auch das Heer der Kandidaten, die den Wählern präsentiert wurden. Zählt man auch diejenigen Bewerbernamen mit, die auf der Liste der kleineren Parteien die letzten Stellen einnahmen, so kommt man zur der Feststellung, daß für den Reichstag im Jahre 1928 rund 5680 Kandidaten sich bewarben, von denen nur 491 ihr Ziel erreichen konnten! Dieses trübe und lächerliche Bild dürfte sich im Laufe der nächsten Wochen sogar noch etwas bunter erneuern. Eine wenig erfreuliche Tatsache. * 30 und etliche Parteien. Berlin. Das Fiasko der Einigungsbemühungen innerhalb des bürgerlichen Lagers hat neben seinen bedenklichen Erscheinungen doch das eine Notwendige gebracht, daß nunmehr die Wähler wissen, woran sie sind. Eine einheitliche Bürgerfront ist gescheitert. Die Parteien werden getrennt in den Wahlkampf marschieren. Neben den Nationalsozialisten, den Deutschnationalen, den drei Splittergruppen der Rechten, der Deutschen Volks partei, der Wirtschaftspartei, dem Zentrum, der Bayerischen Volkspartei und den Kommunisten werden rund 2 Duhend Splitterparteien mit eigenen Wahlvorschlägen an die Deffentlichkeit treten. Die bürgerliche Mitte gescheitert. Berlin. Alle Versuche, einen Schritt vorwärts zu kommen, sind gescheitert, zunächst unter den Gruppen der Volkspartei, des Landvolkes und der Volkskonservativen. Der Vertreter des Landvolkes, Dr. Gerricke, gab die Erklärung ab, das Landvolk sei einmal mit seiner Organisation nicht fertig, sei außerdem doch wirtschaftlich interessiert und unterscheide sich dadurch wesentlich von den übrigen Parteien. Infolgedessen sei er nicht imstande, irgendwelche Bindungen durch einen gemeinsamen Wahlaufruf oder durch Festlegung seiner fünftigen Politik zu übernehmen. Darauf zog sich auch die Wirtschaftspartei zurück, indem sie darauf hinwies, daß sie ja auch sehr starke berufsständische Interessen hätte. Allein aber wollten auch die Volkskonservativen nicht bleiben, so daß die ganze Verhandlung auseinanderbrach. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 63 Um die Osthilfe. Berlin. Die Verhandlungen des Reichskabinetts über die Durchführung der Osthilfe sind nur teilweise zum Abschluß gekommen. Es wurde mit Preußen Einigung über die Frage des Vollstreckungsschutzes und die Einrichtung der zu seiner Durchführung nötigen Landstellen erzielt. Zollverhandlung mit Bolen abgelehnt. Warschau. Die polnische Presse veröffentlicht die am 4. August überreichte Antwortnote der Reichsregierung auf die polnische Note vom 15. Juni, in der Polen angesichts der deutschen Zollerhöhungen neue Zollverhandlungen mit Deutschland forderte. In der deutschen Antwortnote werden neue Zollver= handlungen unter dem Hinweis auf die grundsätzliche Gleichartigkeit der von Polen beanstandeten Zollerhöhungen sowie auf den deutschen Landwirtschaftsfrieden abgelehnt. Deutsches Eigentum in Frankreich freigegeben Der Bund der Auslandsdeutschen teilt mit: ,, In dem am 17. Mai d. J. in Kraft getretenen deutsch- französischen Abkommen hat die französische Regierung sich verpflichtet, das noch nicht liquidierte deutsche Privateigentum bis zum 17. August d. J. freizugeben. Es ist anzunehmen, daß die französische Regierung die Berechtigten unmittelbar von der Freigabe unterrichten wird. Nur soweit es sich um freizugebende Wertpapiere handelt, werden diese voraussichtlich mit einem Verzeichnis der deutschen Eigentümer der Reichsregierung ausliefern. In diesem Falle wird die Verteilung an die Eigentümer durch die Reichsbehörden erfolgen. Die soziale Belastung der Städtr. Berlin. Der Reichsstädtebund untersucht zurzeit die Höhe der Belastung der Städte durch Wohlfahrtserwerbslose und Krisenunterstützte im Rechnungsjahr 1929. Nach den bisher vorliegenden Angaben von nahezu 500 Städten bis zu 25 000 Einwohnern sind die Fürsorgeausgaben 1929 um etwa 18 v. H. höher gewesen als in den Haushalten vorgesehen war. Dieser Ausgabensteigerung stand eine Steigerung der Einnahmen um etwa 16 v. H. im Vergleich zu den Voranschlägen gegenüber. Der aus Steuern usw. aufzubringende Zuschußbedarf der Städte betrug rund 19 v. H. mehr als veranschlagt. Die prozentuale Steigerung des gemeindlichen Zuschußbedarfs gegenüber den Voranschlägen war also höher als die prozentuale Steigerung der Ausgaben und Einnahmen. Die Deutsche Reichspost im 1. Vierteljahr 1930. Berlin. Die Deutsche Reichspost veröffentlicht soeben ihren Bericht über das 1. Vierteljahr( April bis Juni) des Rechnungsjahres 1930. Der Postverkehr ist im Vergleich zum Vorjahre im allgemeinen etwas zurückgegangen; der Briefverkehr und der gesamte Geldverkehr weisen Steigerungen auf. Jm Telegrammverkehr haben die Brief- und Blitz- Telegramme wenig, die Schmuckblatt- Telegramme erheblich( um 20 Prozent) zugenommen. Die Zahl der Rundfunkverleihungsinhaber hat sich wie alljährlich in der wärmeren Jahreszeit etwas verringert. Im Vorvierteljahr wurden 248 Schwarzhörer rechtskräftig verurteilt. Die Trierer Separatistenstürmer vor Gericht. Trier. Vor dem hiesigen Sonderschöffengericht fand die dritte der Verhandlungen gegen Separatistenstürmer statt, die sich an den Tumulten anfangs Juli beteiligt hatten. Bei zwei der Angeklagten erkannte das Gericht entsprechend dem Antrag des Staatsanwaltes auf drei Monate Gefangnis. Zwei weitere Angeklagte erhielten drei Monate und sechs Wochen Gefängnis, bezw. sechs Monate Gefängnis. Sämtlichen Angeklagten wurde eine Bewährungsfrist von zwei Jahren mit Aussicht auf Straferlaß zugebilligt. 60 Bombenflugzeuge gegen die Afridis. Beschawar. Sechs Bombenwerfergeschwader, bestehend aus 60 Flugzeugen, werden gegen die auf Peshawar heranrückenden Afridi- Stämme von den Engländern eingesetzt. Die Afridis rücken in Stärke von schätzungsweise 5000 Mann durch das BaraTal, südlich des Khyber- Passes, vor. Sie konnten bisher in ihrem Vormarsch nicht aufgehalten werden, zumal das Wetter unsichtig war, was die Tätigkeit der Bombenflugzeuge start seeinträchtigte. - Grubenunglück in Westfalen. Zwei Tote. Redlinghausen. Auf der Zeche Ewald- Fortsetzung in Erkenschwid erfolgte am Donnerstag vormittag gegen 10 Uhr bei Schießarbeiten ein Einsturz. Dabei wurden mehrere Bergleute verschüttet. Nach den bisherigen Feststellungen fanden zwei Steiger den Tod, während ein Schachtmeister schwer verletzt wurde. Samstag, den 9. August 1930. Preisrevolution! Das Sterbeglöcklein für den deutschen Staatssozialismus. So betitelt sich ein großer Artikel in der Nr. 335/336 der ,, Deutschen Allg. Zeitung" vom 23. Juli 1930. Derselbe enthält unter der Unterüberschrift ,,, Und der Staatssozialismus?" über die Wohnungszwangswirtschaft folgende beachtenswerten Auslassungen: ,, Die Wohnungszwangswirtschaft, als Jdee längst dem Volkswitz zum Opfer gefallen, hat dazu geführt, daß das gleiche Nominaleinkommen Kaufkraftunterschiede bis zu 30% bedeutet, je nachdem, ob einer in einer Vierzimmerwohnung aus wohlerworbenem Altmieterrecht, in einem mit Hauszinssteuer verbilligten Neubau oder in einem nicht verbilligten Neubau wohnt. Im ersten Falle zahlt er in Berlin rund 150, im zweiten 200, im dritten 250 Mark. Das ist weder wirtschaftlich, noch sozial, noch gerecht, sondern nur dumm und lächerlich. Das gleiche Zwangssystem verhindert die Senkung des Mietzinses und damit der der Unkosten im Geschäftsleben durch die Bestimmung, daß derjenige Vermieter von der Hauszinssteuer frei ist, dessen Geschäftslokal leer steht. Angenommen, ein Ladenlokal erbringe heute 13 000 Mark bei 10 000 Mark Friedensmiete. Der Eigentümer zahlt 4000 Mark Hauszinssteuer. Will er die Miete, weil zunächst weder der alte noch ein neuer Mieter 13 000 Mark länger zahlen kann, auf 11 000 Mark ermäßigen, so muß er gleichwohl 4000 Mark Hauszinssteuer entrichten. Läßt er aber die Geschäftsräume leer stehen, so braucht er keine Hauszinssteuer zu zahlen. Beide Vorschriften sind grundverkehrt, da sie den Preisabbau, anstatt ihn zu fördern, in stärkster Weise behindern. Sie gehören mit der Wohnungszwangswirtschaft und der Hauszinssteuer jetziger Form in die Rumpelkammer des heute nur noch von einigen Dezernenten und Interessenten nicht zum Teufel gewünschten Staatssozialismus. Man habe den Mut zur Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft, zur Beseitigung der Wohnungsverteilungsbehörden und zum stufenweisen Bruch mit dem System der staatlichen Wohnungsbausubventionen. Wirklicher Bedarf besteht zunächst nur noch an Kleinstwohnungen. Man füge eine Karenzzeit von einem Jahr ein, während er die Mieten zunächst nicht oder nicht beliebig gesteigert werden dürfen, und wird dann das Wunder erleben, daß sich Angebot und Nachfrage in wunderbarer Weise ausgleichen. Der Mietinder in seiner Gesamtheit würde sich nach menschlichem Ermessen nicht steigern, da keine Kaufkraft vorhanden wäre, um solche Erhöhungen zu bezahlen." So schreibt ein Berliner, der sich deckt mit nachfolgendem Artikel, geschrieben von einem Offenbacher Mieter. Kann die Aufhebung der Zwangswirtschaft zur Arbeitsbeschaffung und damit zur Linderung der allgemeinen Not gute Dienste leisten? Jawohl, meine Herren Minister! Nur die Aufhebung der Zwangswirtschaft allein ist im Stande, unserem Volke auf dem einfachsten und schnellsten Wege Arbeit und Brot zu verschaffen und der Finanzkasse wieder die nötigen Steuern zuzuführen. Warum? In der Vorkriegszeit konnte man an jedem Monatsersten oder am Quartalswechsel die Möbelwagen vor den Häusern stehen sehen und bald darauf waren die Fenster vom Weißbinderschmutz befleckt, weil der neue Mieter auch eine neue Wohnung vorfinden wollte. ,, Gießener Zeitung" denn seit ca. 15 Jahren habe ich einen Laden mit Ausschankkonzession gemietet und hätte dem Hauswirt, der das Haus abreißen wollte, um ein großes Kaufhaus zu errichten, das Millionen Bauarbeit erfordert, gerne ohne Klage den Gefallen zur Räumung getan, aber ich konnte keinen Ersatzraum finden, zumal ich Konzession brauche. Es kam zur Klage und ich wurde in zweiter Instanz zur Räumung verurteilt, da die eigenen Interessen( Vermietung des Neubaues an einen amerikanischen Großkonzern) scheinbar begründet waren. Da die Zwangswirtschaft besteht, kann ich keinen gleichwertigen Raum bekommen, habe also meine Existenz verloren und muß noch ca. 2000 Mt. Kosten bezahlen. Wäre die Zwangswirtschaft aufgehoben, so hätte mich jeder Hauswirt gerne aufgenommen. So aber benutzen z. B. die Besitzer alter und unrentabler Wirtschaftslokale die Zwangswirtschaft, um für ihre Räume hohe Abstandssummen zu verlangen. Summen von ca. 5000 Mk. und mehr sind heute auf der Tagesordnung. Es gibt auch gegenwärtig eine sehr große Anzahl Mieter, seien es Wohnungsmieter oder Ladenmieter, die gerne in andere Räume übersiedein möchten, denn teils ist ihnen die Lage nicht mehr passend, teils der Nachbar oder der Hauswirt, teils ist die Wohnung zu klein oder sonstige Schmerzen würden gerne eine Aenderung dem ruhigen Wohnenbleiben vorziehen. Zwangsmietegesetz hindert aber sowohl den Hauswirt wie den Mieter, als freier Bürger zu leben, zumal der Weg über das Wohnungsamt zu umständlich ist und nur selten zu dem Gewünschten führt. Ich habe am eigenen Körper eine große Härte erfahren, Lokales. Sonntagsgedanken. In dem gleichen Hause mußte ein zweiter Ladeninhaber räumen, wir beide haben zusammen für Einrichtung unserer neuen Geschäftsräume für ca. 20 000 Mt. Arbeit an alle möglichen Handwerker vergeben. Es ist ganz selbstverständlich, daß jede Wechselung der Mieträume neue Instandsetzungsarbeiten verursacht. Wenn nur einer Mieterin die altmodischen Tapeten nicht mehr passen, oder die Wohnung noch kein elektrisches Licht hat, so gibt es schon genügend Beschäftigung. Nehmen wir z. B. an, in einer Stadt sind ca. 3000 gewerbliche Räume vermietet. Durch Aufhebung des Zwangsmietegesetzes könnte jeder Mieter oder Hauswirt kündigen, um( im Anfang) nach 6 Monaten auszuziehen. Wenn nur 1000 Mieter ausziehen und jeder durchschnittlich nur für 2000 Mt. Instandsetzungsarbeiten vergeben würde, so würden so würden in einer einzigen Stadt auf einmal für ca. 2 Millionen Mark Arbeiten mehr vergeben. Kämen hierzu noch einige Wohnungen, so unterliegt es keinem Zweifel, daß der Arbeitsmarkt ganz plötzlich gehoben würde. Es könnten dabei alle Härten, wie auf die Straße setzen oder dergl., gesetzlich geregelt bleiben. Auch von Mieterhöhung müßte vorläufig Abstand genommen werden, bis der Arbeitsmarkt wieder in vollem Gange ist. Diese Arbeiten würden sich immer wiederholen, denn wenn der Zwang fällt, wird immer gewechselt. Die Saat ist wieder zur Ernte gereift. Scheunen tun sich auf und der Landmann überblickt und prüft den Wert seiner Arbeit. Auch ganze Völker können Rückschau halten auf ihre Saat und ihre Ernte. In blutüberströmten Bildern stehen da zwei Ernten vor dem Gewissen unseres Volkes: Die Ernte des Krieges und die Ernte der Revolution. Ein grausiges Vielfaches erschreckender Hekatomben von Menschenleibern und Menschenseelen sind die Ernten. Gräßliche Opfer an Blut und Seelen mußten ge= bracht werden. Und warum?- Blindwütendes Mißverstehen der Völker, Rassen- und Nationalitätenhaß und zuletzt noch Bruderhaß war die Ernte einer Saat eines Satans, der die ganze Erde zu seinem Saatfeld hatte. Wie prächtig stand einst vor 16 Jahren jene Ernte da, in der plötzlich unser braves Volk die Sense niederlegen und gegen eine Welt zur Waffe greifen mußte. Auf gleichen Ackerbreiten ist wieder eine Ernte gereift. Als wäre nichts geschehen, als wären inzwischen nicht Ströme von Blut über diese Erde geflossen. Die Zwangswirtschaft hindert derartige Arbeiten, denn durch die bestehende Ungewißheit kann niemand etwas machen lassen, weil kein Mieter weiß, ob er morgen noch in dem Lokal bleiben kann, denn Mietverträge bestehen meistens keine mehr. Ist die Zwangswirtschaft aber aufgehoben, dann können wieder langfristige Mietverträge abgeschlossen werden, was Instandsetzungen zur Folge hat. Ja, ich behaupte, daß die Zwangs= wirtschaft allein Schuld ist an dem großen Arbeitsmangel, denn wenn auch der Auslandsmarkt für unsere Erzeugnisse 3 Zt. nicht aufnahmefähig genug sein kann, so sollte man doch wenigstens die inneren Arbeitsmöglichkeiten, wie solche in der Instandhaltung des Grundbesitzes zweifellos gegeben sind, nicht auch noch planmäßig hemmen. In diesem furchtbaren Kontrast liegt die himmlische Garantie des Erntesegens der gütigen Mutter Natur und der Fluch, der über Völkerernten schwebt, begründet. Wir vertrauen zu wenig gläubig dieser allgütigen Mutter, aus der auch wir entsprossen sind wie Baum und Kornfeld und die auch in uns sich ausreifen würde, wenn wir in stillem Willen zur natürlichen Reife uns ihrem gesunden Entwicklungsgesetze überlassen würden. Darin liegt aller Erdenvölker Schuld. Gewaltsam haben wir unseren aufgeblähten Machtwillen an die Stelle des göttlichen Entwicklungsgesetzes gestellt und begehen dadurch immer wieder die alte Adamssünde. So war es einst am Anfang und so ist es auch heute. Wir folgen noch immer dieser Schlange, die uns statt dienender Einordnung in das gottgewollte Naturgeschehen Gottgleichheit verhieß. Das ist die Ursünde der Wenn Maurer, Schlosser, Schreiner, kurz alle Handwerker verdienen, dann gehen auch alle Geschäfte wieder, der Handel blüht, es werden Maschinen und Lebensmittel gebraucht, so daß auch diese Gewerbegruppen wieder besser beschäftigt werden. Es können nur ſtarrköpfige Parteifanatiker an solchen Fehlern, wie sie seither gemacht wurden, festhalten, denn es dürfte doch jeder Mieter mit der Aufhebung der Zwangswirtschaft einverstanden sein, wenn ihm dadurch wieder Arbeit und Brot verschafft werden kann. Nur lästige Mieter, faule Zahler oder dergleichen für die allein heute noch das Zwangsmietegesetz einen willkommenen Schutz bietet, dürften sich dagegen sträuben, für solche Sorten sollte sich aber kein Schutz finden, denn nur durch selbstverschaffte Strafen können solche Leute zu ordentlichen Bürgern erzogen werden. Nr. 63. bis zum 15. Oktober mit den vorgeschriebenen Papieren einzureichen. * Zur Ausführung des Gaststättengesetzes in Hessen verlau tet, daß bei Konzessionserteilungen als zu hörende zuständige Organisationen für die Arbeitgeber der Rhein- Main- Gastwirteverband e. V. Darmstadt, und für die Arbeitnehmer der Bund der Hotel-, Restaurant- und Kaffeeangestellten in Darmstadt bestimmt wurden. Da sich die einheitliche Regelung der Polizeistunde in Hessen bewährt hat, werden die getroffenen Bestimmungen darüber in ihrer Gültigkeit durch das neue Gaststättengesetz nicht berührt. Es dürfte also zweifellos erwiesen sein, daß die Aufhebung der Zwangswirtschaft ein Wesentliches zur Arbeitsbeschaffung beitragen kann, weshalb gefordert werden muß, daß die Parteien ihre vielen Fehler, die sie gemacht haben, nun endlich einsehen und auch das Zwangsmietegesetz aufheben, bevor noch alles ruiniert ist. Menschheit. Und darum kann die Erde nicht zum Paradiese werden und muß den Völkern Dornen und Disteln tragen statt gesegneter Ernten. Der Sonntagsschreiber. * * Verfassungstag. Auf der Gießener Verfassungsfeier wird der hessische Innenminister Leuschner die Festrede halten. Die Rede wird vom Frankfurter Rundfunksender übertragen. * Straßensperrungen: Wegen Straßenbauarbeiten sind nachstehende Straßen ab Dienstag, den 12. August, für sämtlichen Fahrverkehr polizeilich gesperrt: Liebigstraße zwischen Ludwigund Ebelstraße auf die Dauer von etwa 3 Wochen; Friedrichstraße zwischen Frankfurter Straße und Wetzlarer Weg auf die Dauer von etwa 10 Tagen. Gamstag, den Winte V Des Landwi „ die Ernte" hat bereits unter Dad Späteten Regen h früchte jo leidlich Trodenperioden fr maden, daß gut e leichter über h wieder rajcher in dem weit verzw KOT angejammelten R Organe. Solche Be fich der vorwärtsi Jahres zu Nutzen Die Zeiten, jo in der guten alter pirt von heute" jont fommt er ni Eofort nach dem enige Zentimeter Der Pflug joll ar beben, jolange mit dem Schälpflu um das Land au cine weiteres ta gebildet, durch die sm hier natürlich * Festnahme. Der angeblich 48jährige türkische Staatsangehörige Jean Jeanant, wurde gestern in der Stadt beim Hausieren mit Leinen und Anzugstoffen betroffen. Da er keinerlei Ausweispapiere über seine Person, noch über seinen Gewerbe. betrieb hatte, wurde er auf der Bezirkswache sistiert. Dort ging er in einem günstigen Augenblick unter Zurücklassung eines schweren Koffers mit Ware flüchtig. An Hand von Schriftstücken, die er gelegentlich des Austretens vor der Flucht in die Toilette versteckte, konnte seine hiesige Wohnung ermittelt werden. In dem von ihm bewohnten Zimmer konnte noch ein großer Posten Ware, aber der Hausierer selbst nicht vorgefunden werden. Bei den weiteren Nachforschungen wurde er schließlich auf dem Dachboden desselben Hauses versteckt aufgefunden. J. ist nach seinen eigenen Angaben bereits seit vier Jahren in Deutschland und übt den Hausierhandel aus, ohne im Besitze eines Wandergewerbescheins zu sein. Er ist weiter nicht im Besitze eines Passes und war noch nie polizeilich angemeldet. Nach den vorgefundenen Aufzeichnungen zu schließen, muß sein Absaz und Verdienst gut gewesen sein. In einem Fall hat er für Waren, die er an eine Frankfurter Frau zum Preise von 135 RM., zahlbar in 10 Wechseln, verkaufte, 52,25 RM. Verdienst. Vor solchen Hausierern, die Staat und Käufer betrügen, wird gewarnt. Es ist nicht ausgeschlossen, daß J. außer dem Paßvergehen und der Steuerhinterziehung noch weitere strafbare Handlungen nachgewiesen werden. Für diese Annahme spricht seine Flucht unter Zurücklassung seiner Ware und das Ansinnen an den festnehmenden Beamten, ihn gegen Ueberlassung von Ware und Geld frei zu lassen. Wegen dieser Handlung wird er sich wegen Bestechung zu verantworten haben. Jeanand wurde dem Amtsgericht zugeführt. * Kirchliche Feier des Verfassungstages. Das Landeskirchenamt hat, wie in früheren Jahren, für den Verfassungstag, den 11. August, allgemeines Kirchengeläute von 12 bis 12% Uhr angeordnet. Für die Abhaltung von Gottesdiensten, die der örtlichen Entschließung überlassen wird, gilt als Voraussetzung, daß bei der Veranstaltung von weltlichen Feiern unter allen Umständen auf die kirchlichen Veranstaltungen Rücksicht genommen wird. * Die Poſt am Verfassungstag. Da der Verfassungstag ( 11. August) in Hessen als gesetzlicher Feiertag gilt, wird der Dienst bei den Postämtern in unserer Stadt wie folgt geregelt: Die Schalter werden wie an Sonntagen geöffnet. Außer der einmaligen Briefzustellung, die um 8,45 Uhr beginnt, wird eine Paket-, Geld- und Landzustellung ausgeführt. Die Briefkasten werden wie an Werktagen geleert. Die Kraftposten von und nach Gießen verkehren wie an Sonntagen. * Friseurgewerbe am Verfassungstag. Da der diesjährige Verfassungstag auf einen Montag fällt und mithin zwei gesetzliche Feiertage zusammentreffen, hat das hessische Ministerium für Arbeit und Wirtschaft angeordnet, daß in den Gemeinden, in denen die Friseurläden an Sonntagen geschlossen halten werden müssen, in diesem Jahre ausnahmsweise die Friseurläden am Sonntag, dem 10. August von 8 bis 11 Uhr vormittags offen gehalten werden dürfen. * Von der Universität. Die forstliche Fachprüfung für Hessen beginnt im Wintersemester an der Universität Gießen. Meldungen sind an den Vorsitzenden der Prüfungskommission * Spielvereinigung 1900 Gießen e. V. Der älteste Sportverein unserer engeren Heimat begeht heute abend in der Liebigshöhe sein 30. Stiftungsfest unter Mitwirkung der hiesigen Regimentskapelle. * Kaufmännischer Verein. Morgen hält der Verein im Vereinshausgarten sein diesjähriges Sommerfest ab. Aus Nah und Fern. Nidda. Morgen findet hier, erstmalig nach dem Kriege, wieder ein Kriegerfest des Hassiabezirks Nidda statt. Es werden über 30 auswärtige Vereine erwartet. „ Graf Zeppelin" nochmals in Darmstadt. am Als Entschädigung für den am 3. August ausgefallenen Besuch in Darmstadt wird das Luftschiff„ Graf Zeppelin" Verfassungstag, dem 11. August, zweimal auf dem„ Griesheimer Sand" bei Darmstadt landen. Und zwar erfolgt die erste Landung morgens um 7,30 Uhr auf dem Rückflug von Dortmund, während die zweite Landung zwischen 15 und 16 Uhr vor sich gehen wird. Die bereits gelösten Eintrittskarten haben, soweit sie nicht bei der am Montag, 4. August, erfolgten Landung benutzt wurden, für die Morgenlandung und Nachmittagslandung am 11. August Gültigkeit. Ebenso wird einige Tage nach dem 11. August die Feststellung derjenigen Zeppelin- Erinnerungshefte erfolgen, auf deren Nummern die Freiflüge mit dem Luftschiff„ Graf Zeppelin" oder mit Verkehrsflugzeugen der Deutschen Lufthansa entfallen. Außerordentlicher Landesparteitag der hessischen Volksparteiler. Frankfurt a. M. Am 10. August findet hier ein außerordentlicher Landesparteitag der Deutschen Volkspartei in Hessen statt. Auf der Tagesordnung steht die Bekanntgabe des Wahlvorschlags. Reichstagsabgeordneter Dingelden und Generalsekretär Welfow werden über die politische Lage und den Wahlkampf sprechen. - Frankfurt a. M.( Vier Selbstmorde an einem Tage.) Am Hainerweg vergiftete sich ein Kaufmann mit Leuchtgas, in der Tornowstraße machte ein älterer Ehemann seinem Leben durch Erhängen ein Ende. In der Hanauer Landstraße endete eine Frau ihr Leben durch Gasvergiftung. Schließlich versuchte sich in der Alten Schlesinger Straße eine Kellnerin zu vergiften. Das Mädchen kam in fast hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus. Bad Homburg. Während der Ferienreise einer Familie drangen Einbrecher in eine Villa in der Friedrichstraße in Bad Homburg v. d. H. ein und räumten die Wohnräume gründlich aus. Sämtliche Kleidungs- und Einrichtungsstücke, die irgendwie transportabel waren, ließen die Diebe mitgehen. Die Diebe haben anscheinend mehrere Tage in dem Hause, das ohne jede Beaufsichtigung war, zugebracht. Bis jetzt fehlt noch jede Spur von den Tätern. Buchenau( Bez. Kassel). Auf dem Geflügelhof Buchenau brach infolge eines Heizungsdefektes ein Brand in dem Aufzuchthaus aus. Von insgesamt 600 Hühnern verbrannten ungefähr 400. Da sich der Brand sehr schnell ausbreitete, war eine Rettung ausgeschlossen. Das 64. Lübecker Todesopfer. Lübeck. Wie das Lübecker Gesundheitsamt mitteilt, hat sich die Zahl der Todesopfer unter den mit Tuberkelkulturen vergif teten Säuglingen durch einen weiteren Todesfall von 63 auf 64 erhöht. ein Fließpapier, de Echichten nach ober Durch das Lockern Das Wasser tann obere Schicht das den nun geloderte piel leichter festge für das Keime faat von großer Vom Standpu des Wintergetreid dieje aber das Fe führbar, besonder nicht umgebrochen fartoffein stander meift Winterget raubte Boden m Bei Böden, di wurden, genüg Ralfjalpeter p jedoch, die o fcheinen, gebe ders in klimat 8C Pfd. pro M und West- Deuts bereits im Herb nahme der Herb genügend geträf Der Rogger d. h. Die Saat 3 Wochen nach leicht Gefahr de Sinficht einwand die Saat, jo die B Welche Blu Fall, der sich in Unternehmer ho Rundfahrten n Nach einer Po Up Brud He Durch unsere Gut ohne Berufsstörn tel verjagt hatt Auslande. 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Diese Tatsache findet ihre Erklärung in dem weit verzweigteren Wurzelsystem der Pflanze und in den angesammelten Reservenährstoffen der ober- und unterirdischen Organe. Solche Beobachtungen der diesjährigen Witterung muß sich der vorwärtsstrebende Landwirt für die Ernte kommenden Jahres zu Nutze machen. Die Zeiten, so zu wirtschaften, wie es Vater und Großvater in der ,, guten alten Zeit" gemacht haben, sind vorbei. Der Landwirt von ,, heute" muß wirtschaftlich und rationell arbeiten, sonst kommt er nie und nimmer auf einen grünen Zweig. Sofort nach dem Abernten wird er das Land leicht schälen wenige Zentimeter tief genügen nach der alten Bauernregel: ,, Der Pflug soll am Erntewagen hängen." Das kann sogar noch geschehen, solange das Getreide noch in Hocken steht. Man fährt mit dem Schälpflug, Kultivator oder Grubber durch die Reihen, um das Land aufzureißen. Der Zweck dieser Verrichtung ist chne weiteres tar. Jm Boden haben sich haarfeine Kanälchen gebildet, durch die das Wasser an d.e Oberfiach: steigen kann, in hier natürlich zu verdunsten. Die trockene Rrume wirkt wie ein Fließpapier, das immer wieder Feuchtigkeit von den unteren Schichten nach oben saugt, sodaß der Boden tief austrocknen muß. Durch das Lockern aber werden diese feinen Haarröhrchen zerstört. Das Wasser kann nicht mehr aufsteigen und jetzt ,, isoliert" die obere Schicht das Darunterliegende. Das durch den Regen in den nun gelockerten Boden eindringende Wasser wird auch dann viel leichter festgehalten. Diese Regelung des Wasserhaushaltes ist für das Keimen und die erste Wachstumsperiode der Herbstsaat von großer Wichtigkeit. Vom Standpunkt der Fruchtfolge aus wäre eine Bestellung des Wintergetreides nach Hackfrucht meistens das Richtige. Da diese aber das Feld sehr spät räumt, ist dies nicht immer durchführbar, besonders in Gegenden mit rauhen Lagen. Soweit nicht umgebrochene Kleeschläge oder Felder, auf denen Frühfartoffeln standen, für die Wintersaat in Frage kommen, folgt meist Wintergetreide auf Sommerfrucht. Der daher etwas be= raubte Boden muß bezüglich der Nährstoffe aufgefrischt werden. Bei Böden, die im Vorjahre reichlich mit Stallmist gedüngt wurden, genügt eine leichte Stickstoffgabe von 40 bis 60 Pfd. Kalksalpeter pro Morgen bei der Bestellung gegeben. Böden jedoch, die auch Kali- und Phosphorsäure- bedürftig erscheinen, gebe man Nitrophoska III; auf leichten Böden, besonders in klimatisch ungünstiger Lage mit frühen Wintern, 50 bis 80 Pfd. pro Morgen, während die viel kräftigeren Böden Mitteluno West- Deutschlands die insgesamt zugedachte Tüngermenge, bereits im Herbst gegeben, am besten verwerten. Diese Maßnahme der Herbstdüngung ist unerläßlich, damit das Getreide genügend gekräftigt in den Winter kommt. Der Roggen verlangt bekannterweise einen gesetzten Boden, d. h. die Saat sollte je nach der Schwere des Bodens erst 2 bis 3 Wochen nach dem Tiefpflügen eingedrillt werden, sonst besteht leicht Gefahr des Auswinterns. Daß das Saatgut nach jeder Hinsicht einwandfrei sein muß, ist selbstverständlich; denn„, wie die Saat, so die Ernte." Blüten der Regiewirtschaft. Welche Blüten die Regiewirtschaft treibt, zeigt folgender Fall, der sich in Wiesbaden zugetragen hat: Ein Wiesbadener Unternehmer hatte zwei Autobusse angeschafft, mit denen er Rundfahrten nach Königstein, Heidelberg usw. veranstaltete. Nach einer Polizeiverordnung mußte der Unternehmer aber Union Heizi ,, Gießener Zeitung" eine Konzession für seinen Betrieb haben. Diese wurde ihm nicht genehmigt, da in Wiesbaden kein Bedürfnis vorhanden sei. Bei Strafandrohung bis zu 300 RM. für jeden Fall wurden ihm die Rundfahrten untersagt. Der Unternehmer störte sich aber hieran nicht, und betrieb seine Rundfahrten weiter, bis er einen Strafbefehl über 100 RM. erhielt. Hiergegen erhob er Einspruch, gleichzeitig wandte er sich an den Regierungspräsidenten in Wiesbaden, der die Angelegenheit dem Innenminister unterbreitete. Der Minister stellte sich auf den Standpunkt, daß der Betrieb weder konzessions: noch genehmigungspflichtig sei. Auch an den preußischen Ministerpräsidenten Braun wandte sich der Unternehmer. Dieser teilte ihm mit, er habe die Sache an den Justizminister weitergeleitet. Inzwischen kam die Angelegenheit vor Gericht, und das Amtsgericht Wiesbaden bestätigte den Strafbefehl in Höhe von 100 RM. Der Amtsanwalt hatte sogar 300 RM. beantragt. Der Verteidiger des Angeklagten hatte Freispruch beantragt. Er wies in seinem Plädoyer darauf hin, daß nur die Wiesbadener Verkehrsgesellschaft, die zu dreiviertel mit städtischem Kapital arbeitet, an der Angelegenheit interessiert sei. Stadtbaurat Berlitt habe sich geäußert, daß es eine Verschleuderung nationaler Güter sei ,,, wenn man einem Privatunternehmer die Konzession erteile, denn dadurch erhalte die städtische Ver= kehrsgesellschaft eine Konkurrenz." Neue Bücher. Lehrgang der Einheitskurzschrift.( Reichskurzschrift). Von Dr. Wagner, Regierungsrat am Stenogr. Landesamt. Verlag Nr. 63. Wilh. Stollfus in Bonn. Preis Mt. 1,-. In sehr übersichtlicher Art verstand es der Verfasser, den Lernenden in die Reichskurzschrift einzuführen und die Kenntnis ohne Lehrer zu übermitteln. Leseübungen und Uebertragungsaufgaben sind diesem Lehrbuch beigegeben. Der Mahnruf„ Lernt stenographieren" ergeht immer wieder. Schlagwort- Lexikon zur französischen Handelskorrespondenz. Auf neuer praktischer Grundlage. Von R. Gauthier. Preis Mt. 2, Erschienen im Verlag Wilh. Stollfuß, Bonn. 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