.79. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Der Reichspräsident empfing den Reichsminister des Aus: wärtigen Dr. Curtius zum Vortrag über die Verhandlungen der Genfer Völkerbundskonferenz. Auf der Tagesordnung der nächsten Reichsratssigung steht das Pensionstürzungsgesetz. Die Sigung des Aktionsausschusses der Deutschen Staatspartei in Berlin endete damit, daß Arthur Mahraun und seine Gruppe aus der Deutschen Staatspartei ausgeschieden sind. Als Grund des Ausscheidens werden weltanschauliche Gegensätze angegeben. Reichsminister a. D. Koch- Weser hat den Vorsitz der Demokratischen Partei niedergelegt. Die führenden Beamtenorganisationen planen für die nächsten Wochen eine große Propagandaaktion zur Preissenkung. Die Firma Krupp hat dem Regierungspräsidenten die Notwendigkeit der Entlassung von etwa 2500 Arbeitern und Angestellten ihrer Essener Betriebe angezeigt. Am Sonntag wurde in Athen die erste Balkankonferenz im Beisein von Vertretern von sechs Balkanstaaten feierlich er: öffnet. Das Kabinett Maniu in Bukarest ist zurückgetreten. Kriegsminister Maginot hat am Montag seine Inspektionsreise an die deutsch- französische Grenze in Begleitung des Chefs des Generalstabes Weygand und verschiedener anderer Gäste begonnen. Die Inspizierung führte ihn zuerst nach Meg. Polizei drang in das Gebäude des Gewerkschaftsbundes von Valencia( Spanien) ein und beschlagnahmte einhunderttausend Broklamationen, aus denen hervorging, daß am 22. Oktober 1930 in Spanien die Republik ausgerufen werden sollte. In den spanischen Städten sind fast alle Waffenvorräte von unbekannter Seite aufgekauft worden. Die Lissaboner Regierung veröffentlichte ein Note, wonach die Polizei die Gewißheit von der Vorbereitung einer unmittelbar bevorstehenden revolutionären Bewegung erhalten habe. Die ehemaligen polnischen Abgoeordneten Kwapinski( Sozialdemokrat), Zachidny und Dr. Baran( Ukrainer), Adamowicz und Szapiel( Bauernpartei) sind verhaftet worden. Im ganzen figen nun 42 frühere Abgeordnete des Sejms, also rund 10 Prozent der Gesamtzahl, in der Festung von Brest Litowsk oder in Gefängnissen. Die brasilianische Flotte hat sich geweigert, gegen die Re volutionären vorzugehen. Sie verharrt im passiven Wider: stand gegen die Befehle der Regierung. Das Gebiet um Tschekiang ist von einer schweren Ueber: chwemmungskatastrophe heimgesucht worden, bei der über 6000 Menschen in den Fluten ertranfen. ( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 8. Oktober 1930 In Braunschweig wird aufgeräumt. Braunschweig. Der Schulerlaß des letzten braunschweigischen sozialdemokratischen Volksbildungsministers, der den Braunschweiger Schulen den Charakter der Bekenntnisschulen nahm und an ihre Stelle die Gemeinschaftsschule setzte, ist von tem neuen nationalsozialistischen Kultusminister Dr. Fran= zen aufgehoben worden. Mit diesem neuen Schulerlaß wird die Religion wieder Pflichtfach und ist bei Zensuren zu beachten. Auch die Andacht in den Schulen wird wieder einge= führt. An den Reichsinnenminister sandte Dr. Franzen ein Schreiben, in dem von der Aufhebung des sozialdemokratischen Schulerlasses Kenntnis gegeben wird. Diese Mitteilung war notwendig, da zwischen dem früheren braunschweigischen Volksbildungsminister und dem Reichsinnenminister auf die Anträge des Evangelischen Elternbundes des Freistaates Braunschweig Verhandlungen über die Rechtsungültigkeit des sozialdemokratischen Schulerlasses geführt wurden. Hessischer Handwerker und Gewerbetag. am am Samstag und Sonntag in Alsfeld. Unter großer Beteiligung aus ganz Hessen fand der 5. Hess. Handwerker- und Gewerbetag statt. Ein sehr gut besuchter leitete Begrüßungsabend mit geselligen Darbietungen Samstag die Tagung ein. Als Vertreter der Regierung Sprach dabei Ministerialrat He chler- Darmstadt. Die Grüße der Stadt Alsfeld überbrachte Bürgermeister Dr. Völsing. Für die Hessische Handwerkskammer sprach der 1. Vorsitzende NohlDarmstadt. Zu der Hauptversammlung hatten sich mehrere Hunderte Delegierte und Handwerker eingefunden. Der 1. Vorsitzende Herr Nohl- Darmstadt betonte in seiner Eröffnungsansprache, daß durch die Gesetzgebung der Wirtschaft, insbeson= dere dem Handwerk, bisher an Steuern und Lasten schon zuviel zugemutet worden ist, und verlangte Vereinfachung der Steuergesetzgebung und gerechtere Verteilung der Steuern, sowie deren Senkung. Namens der hessischen Regierung sprach dann Ministerialrat Hechler. Weiter sprachen noch Kreisdirektor Dr. Stammler- Alsfeld für den Kreis Alsfeld und Bürgermeister Dr. Völsing für die Stadt Alsfeld. Hierauf hielt Dr. Wagner- Marburg einen Vortrag über ,, Bedeutung und Aufgabe des deutschen Handwerks in der wirtschaftlichen und politischen Krisis der Gegenwart", wobei er sich entschieden gegen die Kartelle, Trusts und Syndikate wandte, die Bedeutung des Mittelstandes für das Staatsganze würdigte und dem Handwerk engsten wirtschaftlichen und standespolitischen Zu sammenschluß empfahl unter gleichzeitiger Herausstellung der Standespolitik vor die Parteipolitik. Anschließend sprach Syndikus Dr. Vierrath Berlin über„ Aufstieg oder Niedergang Schicksalsfragen des deutschen Handwerks." Der Reddie ner wandte sich dabei in scharfen Ausführungen gegen Tätigkeit der politischen Parteien und gegen den Parlamen= tarismus, wobei er sich über die politische Führung Deutschlands so scharf aussprach, daß der Regierungsvertreter, Mini- Das englische Luftschiff R 101 verbrannt. terialtat Sechler, den Sigungssaal verließ. Der Redner fritiParis. Der englische Lustriese ,, R 101", zur Zeit das größte Luftschiff der Welt, ist auf der Fahrt nach Indien in der Nähe von Allonne bei Beauvais am Sonntag morgen das Opfer der furchtbarsten Katastrophe geworden, die sich in der Geschichte der Luftfahrt abgespielt hat. Das Luftschiff ist verbrannt. Von 58 Passagieren und Mannschaften, die sich an Bord befanden, starben 50 einen entsetzlichen Flammentod. Sämtliche Passagiere wurden getötet und nur acht Mann der Bejagung gerettet. Unter den Toten befindet sich der englische Luftfahrtminister Lord Thomson. Wie die Ueberlebenden be= richten, erfolgte die Katastrophe, nachdem das Luftschiff mit dem Bug gegen einen Hügel gerannt war. 46 Opfer des Luftschiffunglücks. London, 6. Oktober. Entgegen anderslautenden Meldungen gibt die englische amtliche Verlustliste, die vom Luftfahrtministerium herausgegeben wurde, die Zahl der Toten mit 46 on. Ferner wird die von Paris stammende Meldung demenkert, daß zwei der Verletzten gestorben seien. Im ganzen befanden sich nach Mitteilung des Luftfahrtministeriums nur 54 Personen an Bord. Schweres Flugzeugunglück bei Dresden. Dresden, 6. Oktober. Das Flugzeug ,, D. 1930", das ich auf dem Fluge Berlin- Wien befand und fahrplanmäßig um 9.15 Uhr in Dresden landen sollte, ist heute vormittag über einem Reichswehrschießstand in der Dresdener Heide abgestürzt. Es war mit einem Piloten, einem Monteur und sechs Passagieren besetzt. Es sind acht Tote zu beklagen. Neue Revolution in Brasilien. Buenos Aires, 6. Oktober. Die Lage in ganz Brasilien het sich in den letzten 24 Stunden derart verschlimmert, daß mit dem Ausbruch des offenen Bürgerkrieges im ganzen Lande gerechnet wird. Wegen der riesigen Größe des Landes glaubt man an langwierige schwere Kämpfe. er= fierte weiter, die hohe steuerliche Belastung des Mittelstandes, aus potitischen nahm gegen die Ernennung von Beamten Gründen Stellung, trat entschieden für das Berufsbeamtentum ein und forderte vom Handwerk die größte Solidarität, damit auf diesem Wege mehr Macht und Einfluß für den Handwerks- und Mittelstand in Reich und Staat erobert werde. Nachdem der Redner seine Ausführungen beendet hatte, schien der Regierungsvertreter, Ministerialrat Hechler, wieder im Saal und sprach mit energischen Worten seine entschiedenste Verwahrung gegen die von dem Vortragenden erhobenen Angriffe gegen die Reichsregierung und Landesregierung aus. Der Vortragende Dr. Vierrath- Berlin erklärte darauf, daß er es bedauere, wenn man in seinen Worten eine Beleidigung erblickte. Der Vorsitzende Nohl erklärte, daß das Handwerk den größten Wert auf ein gutes Zusammenarbeiten mit der Regierung lege. Der Vortragende habe nur allgemein gesprochen und sicherlich niemand beleidigen wollen. Damit wurde der Zwischenfall als erledigt angesehen. Dann wurden der Jahresbericht und die Jahresrechnung erledigt und eine Anzahl Anträge zur Weitergabe an den Vorstand überwiesen. Die Anträge behandeln u. a. Stellungnahme gegen die Schwarzarbeit, sprechen sich gegen die Ueberhandnahme von Zuchthausarbeit aus, erheben gegen eine stärkere Verwendung der Sondergebäudesteuer zu allgemeinen Finanzzweden Einspruch, fordern die sofortige Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft. Nach Erledigung einiger kleinerer Angelegenheiten wurde die Arbeitstagung geschlossen. Der nächstjährige Verbandstag findet in Bensheim statt. Beginn der Parlamentsarbeiten in Hessen. Darmstadt. Nach der ziemlich ausgedehnten Sommerpause setzen demnächst auch die parlamentarischen Arbeiten in Hessen wieder ein. In einer Sigung des Aeltestenrat wurde beschlojsen, den Finanzausschuß für Dienstag, den 14. Oktober, zu einer wahrscheinlich einwöchigen Tagung zusammenzuberufen. Auch der Gesetzgebungsausschuß wird gegen Ende Oktober, voraussichtlich am 21. Oktober, zu einer zweitägigen Tagung zusammentreten. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 80 Die Ulmer Offiziere verurteilt. Im Prozeß gegen die Ulmer Offiziere vor dem vierten Strassenat des Reichsgerichts verkündete Reichsgerichtsrat Baumgarten am Sonnabend, 10.25 Uhr, folgendes Urteil: Die Angeklagten Ludin, Scheringer u. Wendt werden wegen gemeinschaftlicher Vorbereitung zum Hochgemäß§86 StGB. je zu einer Festungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten kostenpflichtig verurteilt. Je sechs Monate und drei Wochen der Strafe kommen auf die erlittene Untersuchungshaft in Anrecynung. Bei Ludin und Scheringer wird auf Dienstentlassung erkannt. verrat 1 Von der übrigen Anklage nach§ 92 MStGB.( Veröffentlichung eines Artikels im„ Völkischen Beobachter") wird Scheringer freigesprochen. Die ,, Leipziger Neuesten Nachrichten" die kein nationalsozialistisches Blatt ist schreibt zu dem Urteilsspruch: Die Nationalsozialisten werden bedauern, daß die Reichstagswahlen nicht erst an diesem Sonntag fällig sind. Das Urteil des höchsten Gerichthofes im Hochverratsprozeß gegen die drei Reichswehroffiziere wäre für sie gut fünfzig Mandate mehr wert... - Selbstverständlich soll danit nicht gesagt werden, das Gericht hätte bei der„ Findung des Rechts" auf Stimmungen und Strömungen der öffentlichen Meinung Rücksicht nehmen sollen. Aber zur Kennzeichnung des Urteils in seinem Wert und seiner Bedeutung für die Tagesgeschichte ist dieser Hinweis unerläßlich. Die nationalsozialistische Bewegung wird vom Leipziger Gerichtssaal aus einen neuen und starken Auftrieb bekommen und das ist die Absicht derer doch wohl nicht gewesen, die uns mit diesem seltsamen Prozesse beglückt haben. Freilich, als der Prozeß in Szene gesetzt wurde, hatten wir die große Aufklärung durch den Wahltag noch vor uns. Man wiegte sich in den höheren Regionen noch in den angenehmen Empfindungen einer engen Verbundenheit mit der Sozialdemokratie. Zwar diese stärkste Partei des Reichstages, die für die Annahme des Youngdiftats das ausgiebigste Maß von Verantwortung trägt, hatte sich vor den Folgen der Annahme noch gerade rechtzeitig" schnöde gedrüdt; aber in der Ede des Kabinetts, deren Mittelpunkt der Innenminister Wirth ist, zweifelte man nicht daran, daß man in absehbarer Zeit wieder hübsch warm beieinandersizzen werde. Und so ein kleines Schlachtfest unter dem Wahlspruch„ Der Feind steht rechts!" wäre keine schlechte Ueberleitung zur neuen Großen Koalition gewesen! 1 Um keine Zweideutigkeit aufkommen zu lassen: was die jungen Leutnants getrieben haben, ist nicht zu dulden. In feiner Wehrmacht der Welt. Und darum hat das Reichsgericht, nachdem es mit der Sache einmal befaßt war, zwischen Frei sprechung und 1½ Jahren Festung und Kosten, die einen reichen Mann ruinieren liegen der Möglichkeiten ja noch viele. Und wo in aller Welt wird eine derartige Sache vor den höchsten Gerichtshof geschleppt? Und zum Gegenstand eines Verfahrens wegen Hochverrats gemacht? Wer ist denn vor einer Anklage wegen Hochverrats noch sicher, wenn es in der deut schen Republik verboten ist, sich um die Zukunft des Reiches andere Sorgen zu machen, als die Herren Erfüllungspolitiker haben? Wenn die Begründung des Urteils die Atmosphäre des ,, Sensationsprozesses" dafür verantwortlich macht, daß so manche Aussagen im Hauptverfahren anders gelautet hätten, als in der Voruntersuchung, so liegt darin unausgesprochen doch ein starker Zweifel an der Zweckmäßigkeit des ganzen Unternehmens. Wäre die Reichswehr so, wie sie sein soll, hätte sie die Stellung im öffentlichen Leben unseres Volkes, die man ihr wünschen muß, so wäre die ganze Sache der„ umherreisenden politischen Werbeleutnants" als innerdienstliche Angelegenheit erledigt worden. Und wenn der mit so ungeheurem Apparat aufgezogene Prozeß eine gute Folge haben soll, so kann es nur die allgemeine Erkenntnis sein: daß die Reichswehr nicht so ist, wie sie sein soll, und daß sie im öffentlichen Leben nicht die Stellungeinnimmt, die man ihr wünschen müßte. Die Reichswehr ist parteipolitisch stark umstritten. Die Linke läßt es sie entgelten, daß sie unter der Präsidentschaft Des Marschalls Hindenburg den parlamentarischen Staatssekretär im Wehrministerium nicht durchsetzen kann. Sie be schimpft die Reichswehr in Wort und Bild und stellt sie als den Blutsauger am deutschen Wirtschaftskörper hin, der alle Not der Zeit verschuldet habe. Die Reichswehr, nicht etwa die Youngtribute! Und um sich bei diesem liebevollen Tun und Treiben den Beifall und die Rückendeckung des Auslandes zu sichern, denunziert sie die Reichswehr unausgesetzt als den Weltfriedensstörer. Zwischen diesem Tun und Treiben und dem des gefährlichen Narren Friedrich Wilhelm Forster, der soeben wieder unseren französischen Zwingherren bescheinigt, sie täten sehr recht daran, vor Deutschland auf der Hut zu sein, denn das Heer der deutschen Republik sei bereits ebenso start wie das französische Heer, ist der Unterschied der Wirkung nach wahrlich nicht mehr allzu groß. - Und was unternimmt die Leitung der Reichswehr dagegen? Um des lieben Friedens willen so wenig wie nur irgend möglich! Sie läßt sich dabei offenbar bestimmen von dem an sich löblichen Bestreben, die Reichswehr nicht in die parteipolitische Dredklinie hineinziehen zu lassen. Das muß aber seine Mittwoch, den 8. Oktober 1930. natürliche Grenze haben an dem Bedürfnis, die Würde der Reichswehr zu wahren und ihr die Selbstachtung zu erhalten, ohne die sie ihren Zweck unmöglich erfüllen kann. ,, Die Reichswehr ist vogelfrei." Wer die gemeinen und planmäßigen Angriffe auf den Rest deutscher staatlicher Wehrhaftigkeit nicht vergessen hat, der wird die Empfindungen, die die jungen Offiziere bei ihrem wir wiederholen es nicht zu duldenden Umherreisen und Werben beseelten, nur zu gut verstehen. Und der denkt mit einigem Unbehagen daran wie es unterhal der Offiziersschicht wohl aussehen mag? Da sind es schwerlich die gleichen Einflüsse, die die Köpfe erhitzen und am Pflicht gefühl rütteln; niemand gibt uns die Gewähr, daß da noch alles so ist, wie es sein sollte! Nein, die Reichswehr hat nicht die Stellung, die man ihr im öffentlichen Leben ihres von begünstigteren Nachbarn künstlich niedergehaltenen Volkes wünschen möchte. Sie führt stellenweise ein Dasein, als ob wir uns ihrer zu schämen hätten! Um ,, Gießener Zeitung" Pazifisten und Internationalisten nur nicht zu reizen, verstecken wir sie zu sehr! Statt sie dem Volke bei jeder nur irgend passenden Gelegenheit vor Augen zu führen und ihr selbst Ge= legenheit zu geben, sich davon zu überzeugen, wie hoch sie in der Wertschätzung aller deutschdenkenden Deutschen steht! Dem Parteiliteratentum und Parteibonzentum, das die Koalitionen bildet und Gelder bewilligt oder noch lieber streicht, weil ihm der Gedanke an deutsche Wehrhaftigkeit ein Greuel ist, möchte man's recht machen und verliert die Fühlung mit den lebendigen Triebkräften im Nachwuchs des Volkes. Das war die Lehr des Reichstagswahlen und sie ist erläutert worden durch den Leipziger Hochverratsprozeß, der die Reichswehr ein paar tüchtige Offiziere kostet und den Nationalsozialismus um ein paar schätzenswerte Märtyrer des deutschen Gedankens be: reichert. Hoffentlich begreift die reformbegeisterte Regierung so nach und nach, daß es bei uns nicht nur Finanzen zu reformieren gibt! 11. Reichsfrontsoldatentag. Der Aufmarsch zum 11. Reichsbundsoldatentag in Koblenz hat bei gutem Wetter begonnen. Aus allen Teilen des Reiches strömten die feldgrauen Kolonnen, teils in Marschgruppen und Fahrradabteilungen, teils in langen Autozügen zusammen. Städte und Dörfer oberhalb und unterhalb der Mosel- und Lahnmündung waren festlich geschmückt. Die Stadt Koblenz zeigte reichste Flaggenpracht. Als Auftakt der Veranstaltungen empfing der 1. Bundesführer, Franz Seldte, am Freitag im Hotel Riesen- Fürstenhof über 100 Vertreter der in- und ause ländischen Presse, der u. a. ausführte: Nr. 80 streich. Auf dem eroberten Schlachtfelde geht eine siegreiche Armee zur Ruhe, um sich in kriegerischer Erinnerung Dankgebet und Sammlung der Kräfte auf den kommenden Tag zu rüsten, der vielleicht den Entscheidungskampf bringen kann. Der Frontsoldaten- Appell. Mittwoch, d Gesellschaftssp Heisen Ettings Oberbie Schwall Niedern Cappel Bezirksliga: Spielver ViB. G Boruffic Odersh Großaln Einbed 60. 03 1. Bezirksklaj Verein Wallau Germania M Wiejenboch Sp. V. Weyl Frohnhausen 1900 Gießen Breitenbach Wallay Der Sonntag brachte den unvergeßlichen Höhepunkt und Kraftsammelpunkt dieser Tage. In buntbewimpelten Flottillen, auf den blitzenden Schienensträngen rechts und links des deutschen Stromes, in endlosen Fußvoltkolonnen zog es heran grau und stolz von Bingen und Rüdesheim, von Ehrenbreitstein, Andernach, von Caub, von Lorch, von St. Goar hin zu der Stadt, hinauf zur Karthause. Hoch über der Stadt und hoch über dem Rhein steht punkt 11 Uhr vormittags dort die waffenlose, friedenswillige Armee der alten Frontsoldaten und neuen Staatsbürger in eherner Parade, elf Kanonenschläge fünden Zeit und Beginn. Brausender Frontheilruf meldet die Ankunft der Bundesführer, die sich vom rechten Flügel her zu dem freien Platz in der Mitte bei der Rednerkanzlei begeben. Vor ihnen dicht, stehen die Fernsten: die aus Venedig und aus Tiensin, aus Windhuk und Buenos Aires, aus Memel und Tilsit und Königsberg, und die von der Saar. Der Aufmarsch der Fahnen leitet die Kundgebung ein. Weit hinten, am linken Flügel, sieht man schon lange ihre Spitzen leuchten. Jetzt rücken sie an. Feierlich. Zu Vieren. In enggeschlossenen Marschkolonnen. Die Geistlichen sprechen. Hunderttausend Häupter entblößen sich zu stillem Gedenken derer, die nicht weit von dieser Stätte in den Massengräbern Frankreichs schlafen. Auf der hohen Kanzel erscheint die Bundesstandarte. Franz Seldte spricht zu der Gefolgschaft, dankte den mehr als Hunderttausend deutschen Frontsoldaten des Stahlhelm für ihr Antreten zum großen Frontsoldatenappell. Trotz schwerster wirtschaftlicher Notlage," so rief er den Kameraden zu, habt ihr Zeit und Arbeit und Opfer daran gewendet, um dem Befehl eurer Bundesführung folgend, hier im Zentrum des endlich von fremden Truppen geräumten Rheinlandes zum 11. R. F. S. T. aufzumarschieren. Das ist das Große am Stahlhelm und am Gedanken des Frontsoldateniums, daß diejenigen, die ihm anhängen, dafür Opfer bringen und nochmals Opfer und immer wieder Opfer. Diesen Gedanken des Opferwollens und Opfernkönnens gerade in die ser Gegend, gerade im Rheinland erneut zu bekennen, ist eine drängende Pflicht und eine große Genugtuung zugleich. Denn das Rheinland hat in den letzten zwölf Jahren, wie schon so of im Verlauf seiner wechselvollen und schicksalsschweren Geschichte uns diesen Opfergedanken vorgelegt. und für die ganze nationale Freiheitsbewegung sein wird. Begeisterter Beifall dankte dem Bundesführer für seine Worte. Der Parademarsch der langen Kerls erklang und die Fahnen setzten sich zum Ausmarsch in Bewegung. Auf allen Gesichtern leuchtete die Vorfreude auf die beiden nächsten Tage. Bereits in den ersten Morgenstunden des Sonnabends war das Bild des Rheines von Köln bis Mainz beherrscht von den Zehntausenden zu Bahn, zu Schiff, auf Lastwagen und zu Fuß im Anmarsch auf Koblenz befindlicher Stahlhelmer. Und von Köln bis Mainz war zugleich das Bild beherrscht von der Flagge des alten Reiches, von einer jubelnden Bevölkerung, die nach der Not der Besagung zum ersten Male wieder deutsche Männer im Kleide des Wehrwillens sah. Inzwischen gingen in Koblenz selbst die offiziellen Veranstaltungen des Stahlhelm weiter vor sich. Am Vormittag trat der Bundesvorstand zu einer Sigung zusammen, in der politische und organische Fragen Die Sitzung flang aus in eine spontane besprochen wurden. Dani- und Treue- Rundgebung für die beiden Bundesführer Franz Seldte und Duesterberg. Es fand in den Mittagsstun den ein kleines Frühstück statt, bei dem der Bundeskanzler im Auftrage der Bundesführer die Gäste aus dem Auslande begrüßte. Der italienische Abgeordnete Maltini, der Beauftragte des Generalsekretärs der faschistischen Partei, sowie der Vertreter der norwegischen Frontfämpfer, Tryggve Gran, erwiderten mit Worten des Dantes und der wärmsten Sympathie. Am Abend um 6 Uhr, fand in den Räumen des ,, Koblenzer Sof" der Empfang der Ehrengäste statt, bei dem der 2. Bundesführer u. a. ausführte: ,, Der innerste Wunsch des Gründers des Stahlhelms: des Kameraden Seldte, das Fronterlebnis auf die Nachfriegszeit zu übertragen, ist in Erfüllung gegangen. Das Hoffnungsvolle ist die Entwicklung des Jungstahlhelms, indem eine disziplinierte feurige Jugend gesammelt ist, die mit den vornehmsten militärischen Tugenden der alten Wehrmacht vertraut gemacht wird, die aus sich selbst heraus Gehorsam übt. Marxistische Mißwirtschaft im Innern. Bolschewistische Kuliurzerstörung und ungeheurer Druck von außen, haben ungewollt die nationale Freiheitsbewegung in Deutschland geschaffen, deren fester disziplinierter Block der Stahlhelm ist. Wir sind die nationalistischen Revolutionäre gegenüber den unfruchtbaren marxistischen Realtionären. Der uns aufgezwungene Frieden ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. Und in diesem Kampf ist jeder Deutsche, jeder Stahlhelmer, hineingestellt. Der Fronigeist ist von der militärischen Front auf die gesamte deutsche Lebensauffassung übertragen. Nur Schwächlinge können diese Tatsache beklagen." Starker Beifall folgte den Ausführungen. ,,... Der Bund der Frontsoldaten unterscheidet sich von anderen Soldatenvereinen und den heutigen politischen Organisationen durch die straffen und ernsten soldatischen Formen. Es ist Urkraft des Blutes und ursprüngliches, unverfälschtes Mannstum, das die Reihen der wirklichen Frontsoldaten beseelt, ebenso wie die deutsche Jugend, die mit Eifer diese Reihen auffüllt. Aus Blut und Instinkt wuchs im Stahlhelm eine Schicksalsgemeinschaft, in der jeder fühlt, daß er abhängig von anderen, daß einer nichts ohne den andern ist. Er ist nicht Organisation, sondern ein Organismus, er ist nicht tote Form, sondern lebender Körper und seine Angehörigen sind einander verbunden durch eine Blutsbrüderschaft, die keine Macht dieser Welt von außen her zerbrechen kann. Wir kämpfen für die Freiheit unseres Vaterlandes und für den Lebensraum der deutschen Nation. Wir haben erkannt, daß die erfolgreiche Durchführung eines Kampfes um die äußere Befreiung zunächst Arbeit auf dem Gebiet der Innenpolitik verlangt. Das heutige System parlamentarischer Interessenwirtschaft und der Zustand parteipolitischer Zerrissenheit bedarf dringender Abänderung." Er schloß:„ Für uns selbst wollen wir wenig - für Deutschland: die innere und äußere Befreiung!" Am Freitagabend fand in der reichgeschmückten Stadthalle unter größter Beteiligung der Bevölkerung die Begrüßung der Rheinlande durch den 1. Bundesführer Franz Seldte statt. Zwei Stahlhelmkapellen leiteten mit dem Krenzritterfanfarenmarsch die Feier ein, dann marschierten unier den Flängen des Fridericus Rex- Marsches die Fahnen- Abordnungen in den Saal. Stehend und begeistert begrüßt. Der Bundespräsentiermarsch erscholl und nach einem gemeinsamen Lied betrat Franz Seldte die Rednertribüne. Jubelnd begrüßt, sprach er den Dank des Stahlhelms an die Städte Koblenz, ingen und Andernach, an alle die onderen Gastfreunde, die hörden und Vereine aus, die uns gastfrei halfen, den Dank auch an die Kameraden, die zu diesem Tage hergeeilt sind. Der Hauptdank des gesamten Stahlhelm aber wurde den Rheinländern, dem rheinischen Stamm, übermittelt, der den seelischen Sieg, den Sieg ohne Waffen, in unerschütterlichem Glauben über die Besatzung und über die Feinde errungen hat. Noch ist der Rhein nicht wirklich frei, das deutsche Hoheitsrecht über das Rheinland müssen wir uns noch schwer erarbeiten. Unsere große Tagung soll im Rheinland verkünden, was der Sichlhelm ist und was der Stahlhelm will. Wir haben für unser Eintreten um den Bestand des Reiches für unsern geistigen außenpolitischen Kampf gegen die Lehre des Bolschewismus, gegen die Schuldlüge, gegen das Schmachdiltat von Versailles, gegen die Verträge bis zum Young- Plan tein Wort des Dantes geerntet, genau so wenig wie für den innenpolitischen Kampf gegen den Margismus, gegen den Pazifismus, gegen den Klassenkampf, wie für unse= ren geistigen Kampfe in wirtschaftlicher Beziehung gegen alle überzogenen sozialistischen Experimente. Und ebenso wenig Ana erkennung haben wir für unseren fulturpolitischen Kampf ge= funden, der sich gegen alles undeutsche Wesen richtete und der eintrat für ein nationales deutsches Leben auf der Basis einer christlich- Deutschen Weltanschauung und Lebensführung. Wir alten Frontsoldaten sind längst darüber hinaus, für Dant, Lohn und Anerkennung zu fechten. Wer an der Spitze der Freiheitsbewegung marschiert, der braucht solches nicht. Der Stahlhelm, der in seinen eigenen Reihen die Frage der Kameradschaft und der Möglichkeit einer deutschen Volksgemeinschaft erprobt hat, will helfen, daß das ganze deutsche Volt sich eint und daß Stolz auf die Nation und Selbstvertrauen wieder erwachen. Da wir Den Krieg kennen, wünschen wir keinen neuen Krieg. Wir wünschen die Befreiung von unerträglichen Sklavenketten und fordern die Wehrhaftmachung des deutschen Volkes. Das Geschick eines Volkes hängt von seiner Führung ab. Darum for dert der Stahlhelm Befreiung der Staatsführung von den ihr cuferlegten Fesseln, darum fordert der Stahlhelm grundlegende Aenderung der Reichsverfassung, Loslösung der Reichsgewalt ron zufälligen parlamentarischen Mehrheiten. Der Stahlhelm spricht nicht in Parteiform. Er steht als starke selbständige Reserve einsatzbereit hinter der nationalen Rechten bis seine Stunde kommt. Wir wollen außerhalb der wechselnden Parteien der eiserne, unerschütterliche Pol der Beharrung einer starten, nationalen, unabhängigen Machi sein. Wie ein treuer Effehard gewappnet, immer auf Posten steht der Stahlhelm am deutschen Leben. Wiesen Frohnh VfB. R Horas Alsfeld Meljun BC. 06 Sporti 2. Bezirkslla Weilbu Azlar Löhnbe Verei Löhnberg Chringshauj Gr. Bused Niedergirme Weilburg Butzbach Laubach Aplar Wom Wette Biede Feud Gla Ber S. wa Sp. u. Si S. V. Fe Wommels F. V. M Dessen" Biedenkop Eintracht BiB. Wett Kameraden, der Wahlspruch, den sich der Stahlhelm als Leitsaz seines Kampfes erioren hat, und der auch für das Rheinland tiefe und enischeidende Bedeutung hat, der lautet: ,, Auf den Opfern und den Waffen beruht der Sieg!" Die eine der Voraussetzungen des Sieges, der Opsersinn, ist im nationalen Deutschland, ist besonders auch im Rheinland vorhanden und erprobt. Die zweite Voraussetzung aber müssen wir, muß besonders das Rheinland heute noch entbehren. Wenn auch die fremden Truppen aus der deutschen Westmark abgezogen sind, das Rheinland ist nicht frei, weil frei allein derjenige ist, der sich seiner Haut wehren und seinen Willen durchsetzen kann. Nach dem Willen der Diktatoren von Versailles, nach dem Millen mit einer anversöhnlichen militärischen und imperialistischen Politik, wie sie von allen Parteien und Regierungen Frankreichs bisher betrieben worden ist, soll das Rheinland in Zukunft die wehr- und waffenlose Aufmarschzone der französischen Armeen sein, wenn sie eines Tages aufbrechen, um das zu vollenden, was ihnen in Versailles nicht vollkommen geglückt ist: die Er oberung und Inbesitznahme des Rheins. Die amtliche deutsche Außenpolitik hat sich in diese Lage der Dinge gefügt, die deutsche Linke hat sich mit ihr abgefunden, ja sie begrüßt sie sogar als die vermeintliche Vorbereitung einer allgemeinen Befriedung Europas. Für uns, für die das Wort Friede nur denkbar ist im Zusammenhang mit den Worten Freiheit und Ehre, für die bedeutet ein solcher Zustand nicht Fricde, sondern Zwang zur Auflehnung, zum Widerstand und zum Kampfe. Und das ist der eindeutige klare Sinn dieses 11. R. F. G. T. am Rhein, daß wir in dieser entmilitarisierten Zone, in der nach dem Willen unserer Gegner und nach dem Zugeständnis er amtlichen deutschen Politik sich ein deutscher Soldat nicht einmal zu Urlaubszweden ohne Genehmigung Frankreichs aufhalten darf, durch unseren Aufmarsch bekunden, daß der Wehrwille des deutschen Volkes sich nicht unterdrücken und sich durch keine gewaltsamen Maß nahmen auf die Dauer in Keiten legen läßt. Ehrengäste des Reichsfrontsoldatentages waren unter anderem der deutsche Kronprinz, die Stahlhelmbameraden Prinz Eitel Friedrich und Oskar von Preußen, die Generale von Gallwitz und von Hutier, General- Oberst von Seedt, Rudolf Her303, Dr. Schiele- Naumburg. F. C. Lans Off Ged Ma Bu Ver Dillenburg Burg Niederscheid Merf nach Sech- helden Offenbach Ma derbach Offdilln Gau Gichen Weilb Aflar Löhnb GC. N 1900 2 Daubr Nieder Grünb Bistin Niede Danach weihte der 2. Bundesführer, Oberstl. Ducsterberg mit kernhafter Ansprache 100 Stahlhelmfahnen, deren Tuch an diesem 5. Oktober 1930 zum ersten Male im Winde flattert ,, Nimmer wird das Reich zerstöret, wenn ihr einig seid und treu" ist ihr Fahnspruch und Duesterbergs Mahnung an alle Die Bundesführer schreiten die Front ab. Immer wieder, unaufhörlich schmettert der Präsentiermarih Immer wieder jubelt helles abertausendstimmiges Frontheil... Es gilt Seldte und Duesterberg nicht allein. Es klingt hinüber Korridor bis an di über den Rhein und das Reich und den Dünen des Kurischen Haffs, bis an die Erzschächte der schlesischer Berge... Es klingt in die müden deutschen Herzen... E ist, gerufen von Sachsen und Bayern und Mecklenburgern un Ostfriesen und Bommern, wie ein Symbol, das sagen wollte Allüberall in Deutschland, wo der Stahlhelm steht, steht aud die Wacht am Rhein. Die Stahlheim- Abendseier am Deutschen Ed und der große Zapfenstreich vor dem Koblenzer Schloß. Das ganze ,, Deutsche Ed" füllt sich mit Tausenden von Fahnen und Fadeln, über denen das Denkmal Kaiser Wilhelms I. im gesammelten Lichtstrahl der Scheinwerfer phantastisch groß erglänzi, während von Ehrenbreitstein der Anmarsch fackeltragender Kolonnen wie ein leuchtender Widerhall ist. Aus den abendlich verdunkelten Höhenzügen leuchten hier und dort die Stahlhelmwachtfeuer und spiegeln sich im Wasser des Rheins. Dann steigt in die lichtdurchschimmerte Nacht mitten aus der Glut der iausend Fadeln des steinernen Eds, der Hohenfriedber Marsch. Ein christliches Kirchenlied bereitet, das Bilt preu= ßischer Tradition ergänzend, die Ansprache des 2. Bundesführers, des Kameraden Duefterberg, vor. Weithin über die Mündung der Mosel und die breite Fläche des Rhein schallen, vom Lautsprecher getragen, seine Worte. Der unerschütterliche Wille zur Selbstbestimmung des eigenen Volkes, frei von allen Vergewaltigungen, die Forderung eines gerecht verteilten Zustandes, frei von brutalen Lügen und niederträchtigstem Unrecht, frei von Versilavung und Phrasen, und der Willkür einseitiger Rüstungen hallt aus den scharfen und klaren Worten des zweiten | Bundesführers. Mit einem Bekenntnis zum Nibelungenhort der deutschen Kaiserkrone und zu den Taten der deutschen Frontsoldaten schließt die Ansprache.„ Bleibt einig und treu, dann müssen und werden wir unser hehres Freiheitsziel einst er= reichen!" Wir hoffen zuversichtlich, daß dieser Fronisoldatentag am Rhein ein Vorwärtsschreiten, ein Erfolg für den Stahlhelm Durch das von Fahnen, marschierenden Kolonnen, Militärmusik, frohen Menschen, Zurufen, Trommel- und Pfeifenklang nächtlich belebte Koblenz geht der Weg zum Platz vor dem Schloß. Die beiden großen Vierede füllen sich mit glühenden Schwärmen der Fackeln, während in der Mitte die Musik aufmarschiert. Es beginnt von einer gewaltigen Menge, vor den Bundesführern des Stahlhelms und vor dem Kronprinzen die alte feierliche Kulthandlung preußischen Militärs: Der Zapfen: - Burgi Der Endlich Der Lage, d da draußen ereignete. ten Jubel Beuge cines weiten Häl Deutschlands Der Vorbeimarsch vor dem Schloß bildet den grandiose Ausklang des Tages. Mittags um 1 Uhr eröffnet ihn d Reichskraftfahrstaffel des Stahlhelm mit ihren 3000 Fahrzeugen Die Uhr zeigt die dritte Stunde, da hat erst die Parade da Landesverbände begonnen. Endlos ziehen sie vorbei: O preußen, Mitteldeutschland, Groß- Berlin, Pommern, Bade, Württemberg, Harzgau, Mecklenburg, Westmark, Niedersachse Oldenburg, Westfalen, Anhalt, Bayern, Nordmark- Schlesien, Magdeburg, Brandenburg, Ostmark, Altmark, Hannove Sachsen, Hessen, Braunschweig: das ganze Deutschland soll s sein. Die Dunkelheit ist längst hereingebrochen, als die letzte Kolonne vor Seldte und Duesterberg defeliert, als der stunder lang hämmernde Parademarsch abreißt, als die stundenlang wit kenden, rufenden, jubelnden Zuschauermassen sich langjan verlaufen. wieder ertön Germania. Eindrüde ü gann es zu Stadt bele stimmte M Hotel am war, began einen der e Großes leif legenheit, m drud unde ander gehen jen Schulte nehme Gest dem ebenja Birlem, de mittag als itierte. D blonde, zie tunamann bewies, da Imme aufhörlich teden, als jollte. Her Gelingen eriten vor öffnete. Nr. 8 iegreid Mittwoch, den 8. Oktober 1930. Dantge Tag nn. tund lottille Des de heran renbre I b Stadt u dort d aten un äge fün Surnen, Ergebnisse aus dem Bezirk. Gesellschaftsspiele: Hessen Hersfeld Kurh. Kassel 1: 3 Ettingshausen Laubach 3: 2( 2: 2) Oberbiel 2. Leun 3: 2 Schwalbach 1. Wetzl. SpV. 3. 1: 1( 0: 0) Niederweidbach 1. Bischoffen 2. 5: 3( 4: 0) Cappel 2. Dreihausen 2. 1: 0 Bezirksliga: Spielverein Kassel Herm. Kassel 3: 2 - Germania Fulda 3: 0( 1: 0) Sport Kassel 3: 1 ViB. Gießen Borussia Fulda Odershausen - BfB.-K. Marburg 4: 1( 1: 1) Großalmerode Grone 3: 1 Einbeck 05 Hessen Kassel 3: 0 SC. 03 Rassel- 05 Göttingen 5: 3 1. Bezirksklasse: ,, Gießener Zeitung" Sport und Spiel. Holzhausen 1. Nauborn 1. 2: 3 Leihgestern Garbenteich 2. 11: 0( 5: 0) 1900 4. Garbenteich 1. 1: 2( 1: 2) 1900 3. VfB. 3. Daubringen 2. 4: 0( 1: 0) Bieber 3: 2 Stangenrod Flensungen 2: 3( 0: 1) Niederohmen 2. Homberg 1: 6 Büblingshausen SC. Wetzlar 3. 7: 2 Schwalbach Weylarer SV. 3., ausgef. Schiedsr. Nauborn 2. Hermannstein 1. 2: 5( 0: 2) Dutenhofen 1., 2. n. angetr. Laufdorf Bistirchen 2. Holzhausen 2. Stodhausen Tiefenbach Oberbiel 2. Gräveneck - Weglarer SpV. 3a 1: 3 Niederbiel 0: 0 Braunfels 2. 1: 2 Oberndorf, ausgef. w. Schiedsr. Leun, ausgef. Schiedsr. Essershausen 5: 0( 3: 0) Niedergirmes 1. Tiefenbach 1. die A r zu de Jugend: en. V us Tie Be ein Spiele gem. nent. verf. Tore Punkte Ciljit un Vallau 4 3 0 13: 6 7: 1 12: 1 6: 0 der Fa Germania Marburg 0 1. Gauklasse: n Flüge Wiesenbach 3 2 0 7: 4 4: 2 Cappel 1. 8: 7 4: 4 Erdhausen Sp. V. Weylar en jie a Frohnhausen 1 7:13 3: 7 Dreihausen folonner 1900( sießen 2 0 0 4: 8 0: 4 Endbach entblöß Breitenbach B 0 0 1:13 0: 6 Odershausen 2. er Stat er hohn deutsch 01232 OD pricht 3 n gro Notlage rbeit ut esführu uppen Wallau 1900 Gießen 5: 3( 2: 0) Wiesenbach Germania Marburg 0: 1 Frohnhausen Wetzlar 1: 2 VfB. Kassel Niederzwehren 0: 6 Horas Elm 1: 2 Alsfeld- Schlüchtern 7: 2 Melsungen Frizlar 5: 1 BC. 06 Kassel Sportfr. Warburg 6: 2 Sportfr. Kassel Tura Kassel 0: 1 2. Bezirksklasse: Weilburg Ehringshausen 3: 3( 1: 2) Großen- Bused, ausgef. Löhnberg Butzbach 4: 1( 2: 1) Aßlar Wetzl. SpV. 1. ausgef.( Platz) Oberndorf 1. 6: 0 Gau Marburg. Germania 2., ausgef.( Schiedsr.!) Marbach 2. 1: 1 Niederwalgern 7: 1 Hartenrod 3: 1( trotzdem f. E. verl.) VfB.-K. 2. 3: 7 Erksdorf Kirchhain 1. 1: 1 Spedswinkel Langenstein 0: 2 Bürgeln Buchenau 4: 1 Breidenstein-Banfe 4: 1( 2: 0) Niederlaasphe Edelshausen 5: 4 Hesselbach 1: 9( 0: 7) Niedereisenhausen 4: 1( 2: 0) Lirfeld Obereisenhausen 2: 1 Biedenkopf 2. Frechenhausen 2. Gautlasse VB.-K. 3. Buchenau 2. Sterzhausen 2. Sterzhausen 1. Mornshausen Friedensdorf Spiel: gew, unent. verl. Tore Punkte 3 2 0 11:10 4: 2 0 10: 9 4: 2 Wolfgruben 21 () 8: 4 3: 1 Schönstadt 1 0 7: 4 3: 1 Roda 1 1 1 9:10 3: 3 Gemünden 3 1 0 2 5: 9 2: 4 0 1 3: 5 : 3 4: 7 0: 4 Wommelshausen Allendorf 8: 3 Wetter Frankenberg, ausgef. Play Biedenkopf Bottenhorn 1: 4 12 Unterrosphe, U. nicht angetr. Germania 3. 0: 3 Wehrda 2. 0: 3 Michelbach 8: 0 Elnhausen 3: 0 Goßfelden 6: 0( 2: 0) Caldern 3: 2( 1: 1) Cölbe 1. 2: 3 Mellnau 3: 3 Schweinsberg Niederofleiden 1. 8: 0 Betiesdorf 4: 1 Cappel 2. Dreihausen 2., ausgef. Schiedsr. Niederwalgern 2. Hestem 2: 5 Erdhausen, E. nicht angetr. Sinfershausen Damm Mornshausen 2: 4 Weidenhausen Lohra 6: 3 Wommelshausen 2. Breidenstein 2. Niederdieten archiere es Fro Verein für Op Löhnberg r. Di Chringshausen be in t Gr. Bused Niedergirmes n, ist ei Weilburg ch. De Butzbach hon so Laubach Geschi Azzlar Thelm as R Feudingen Laasphe 6: 1( 4: 1) Gladenbach Marbach 3: 1 tet: Berein e eine Spiele gew. unent. vert. Tore Punkte S. Cadenbach 5 4 0 1 21: 8 national Sp. u. Sp. Bottenhorn 5 4 0 1 8: 2 17: 9 8: 2 Jugend: anden S. V. Feudingen B 1 18: 5 7: 1 Wommelshausen 5 B 1 15:10 7: 3 F. V. Marbach F 2 1 12:16 5: 5 naud Dessen Frankenberg 4 1 1 11:10 3: 5 ogen Biedenkopf 4 1 0 7:11 2: 6 se it, de Eintracht Allendo f 3 1 0 8:14 2: 4 en tann BiB. Wetter 0 2 5:12 2: 6 Manderbach 5 0 0 11:30 0:10 Dem Wil Gauklasse: Offdilln Offenbach 2: 3 abgebr. alijtigen Sechsheiden Dillenburg 0: 4 antreits Burg Niederscheld 5: 1( 4: 0) Vereine F. C. Lansphe 0122322 Manderbach Merkenbach, Me. nicht angetr. unft di Diller.but g Burg Niederscheid Merf nach Sech- helden Spiele gew. une verl. Tore Buufte 4 0 25: 6 8: 0 3 0 () 12: 6 6: 0 0 2 13:16 4: 4 2 6: 7 2: 4 0 2 8: 9 2: 4 1 0 2 8:12 2: 4 4 1 0 3 6:13 2: 6 4 1 0 3 12 21 2: 6 Weilbung 2. Ehringshausen 2. 5: 2( 3: 0) Armee llender die G edeut e deut jogar a Offenbach Befried Dentber Offdiln Mandervach te, für Gau Gichen- Weglar: 3wang p das in, Ilen euti aubs djen amen Ducfter ren Tu nde fle ig feid ing en J. entier Fronth Lingt b or bis per fle zen.. burger agen 91, ftch n grand net ib Fabri e Parad vorbei: Tern, Niederja art- Cibili Sannon land fell als die Der Stun Denlang dh lang Azlar 2. Großen- Bused 2., ausgefallen Löhnberg 2. Butzbach 2. 2: 1( 1: 1) SC. Wezlar 2. Weklarer SpV. 2., SpV. nicht angetr. 1900 2. fB. 2. 2: 1 Daubringen 1. Niederweisel Grünberg 1. Biskirchen 1. Niedershausen Burgjolms 1. Steinbach, St. n. angetr. Lollar 2: 4( 0: 4) Quedborn 1. 4: 2( 0: 1) Weylarer SpV. 2. 1: 2 Bissenberg 2: 2 Oberbiel 1., ausgef. Der große Tag von Dresden! Von Heinz Dietrich, Görlitz. Endlich begann dieser 28. September. Man ist kaum in der Lage, das in Worte zu fassen, was sich da an diesem Tage da draußen auf dem Kampffelde des Dresdener Sportclubs creignete. Auf Enttäuschung und Bitterkeit folgten 45 Minu ten Jubel und Freudenausbrüche. Weit über 40 000 waren Zeuge eines heldischen Kampfes. Es war erhebend, als in der zweiten Hälfte die Menge immer wieder Gelegenheit fand, Deutschlands Kämpfer mit Beifall zu überschütten. Immer wieder ertönte der Ruf von der Tribüne herab: Ra, Ra, Ra, Germania. Vieles gab es aber noch vorher zu schauen, große Eindrüde überkamen mich schon am frühen Morgen. Raum begann es zu tagen, als auch schon die ersten Enthusiasten die Stadt belebten. Ueberall, wo man hinjah, nur freudig gestimmte Menschen. Im Hauptquartier des DFB., im PalastHotel am Zwinger, in dem auch die deutsche Elf abgestiegen war, begann schon am frühen Morgen ein reges Leben. Als einen der ersten entdeckte man Zergert, der am Nachmittag so Großes leistete. Dann kam Richard Hofmann. Ich hatte Gelegenheit, mit ,, Richard" einige Worte zu wechseln. Ein Händedruck und ein herzliches Glüdauf zum Spiel ließ uns auseinander gehen. Weiter sah man Otto Nerz, den Mann, auf des= sen Schultern ein Großteil der Verantwortung lag. Die vornehme Gestalt Dr. Schriders im Gespräch mit Felix Linnemann, dem ebenso repräsentativen Präsidenten des Bundes. Alfred Birlem, der bekannte Berliner Schiedsrichter, der am Nachmittag als Linienrichter den Leiter des großen Kampfes assistierte. Dann erschienen die beiden„ Kleinsten", Lachner, der blonde, zierliche 1860er aus München, und Albrecht, der Fortunamann aus Düsseldorf, der eigentlich Ersatz war, der aber bewies, daß er ein großer Könner ist. Immer näher rückte die Stunde des Kampfes heran, unaufhörlich sieht man Menschenmassen, die von nichts anderem reden, als von dem Spiele, das so erfolgreich für uns werden sollte. Herrlich war das Wetter, somit eine Vorbedingung zum Gelingen des Tages gegeben. Bereits um 8 Uhr warten die ersten vor den Eingängen des Plates, der um 10 Uhr seine Tore öffnete. Unterdessen veranstaltet der V. M. B. V. eine einBuchenau 1. VFB.-K. 1. Wehrda 1. 2. Mannschaften: Offdilln Sechshelden Dernbach 0: 5 Steinperf 3: 3 Biedenkopf 3. 6: 1 Ockershausen 1. 5: 1 Frankenberg 1. 13: 1 Germania 1. 1: 1 Gau Dill. Offenbach 3: 2 Herbornseelbach Dillenburg 0: 3 Merkenbach, Me. nicht angetr. Hörbach 4: 3( 3: 2) Haiger Frohnhausen 2., 2: 0( 0: 0) Rittershausen Hirzenhain 6: 2 Langenaubach Allendorf 6: 3 Oberroßbach Nanzenbach 7: 0 Herbornseelbach 2. Fleisbach 2: 1 Biden Udersdorf 0: 2 Weidelbach- Wissenbach 2: 1( 1: 1) Straßebersbach Breitscheid Lützeln 4: 0 Eibelshausen 2: 2 Haiger 2. Frohnhausen 3. 3: 0( 1: 0) Straßebersbach 2. Dillenburg 3., 0: 2 Jugend: Burg Merkenbach, M. nicht angetr. Langenaubach Dillenburg 1: 3 Donsbach Sechshelden, S, nicht angetr. Haiger Holzhausen 1: 2( 0: 2) Nanzenbach Weidelbach, W. nicht angetr. Straßebersbach Hirzenhain 0: 0 Breitscheid Eibelshausen 2: 2 BfB. 08 Gießen Germania Fulda 3: 0. Eine trotz des schlechten Wetters recht ansehnliche Zuschauermenge sah einen überaus spannenden und fairen Kampf, der von dem Unparteiischen Hörner, 03 Kassel, einwandfrei und drucksvolle Heerschau seiner Attiren in Gestalt eines Stern-, marsches, der im Zwinger endet. Nun ist allmählich der Zeitpuntt gekommen, hinaus zu wandern ins Ostragehege. Man betritt den Plah, der schon Tausende und Abertausende in sich aufgenommen hat. Unaufhörlich wälzen sich Menschenschlangen in die Stätte, die einen solchen Kampf noch nicht gesehen. Es crscheinen zum Vorspiel zwei Jugendmannschaften, DresdenStadt und Dresden- Land. Die Städter siegten auf Grund weitaus besserer Leistungen 6: 1. Inzwischen füllte sich die Arena" von Minute zu Minute. Die Reichswehrfapelle verkürzt durch flotte Weisen den Tausenden die Zeit. Polizei und Sanitäter haben alle Hände voll zu tun. Die Uhr zeigt 2.30. Fieberhaft sieht man dem Ereignis entgegen. Auf der Tribüne erblidt man die Herren des Bundesvorstandes, wie Linnemann und Dr. Xandry, Gottfried Hinze, der greise Ehrenvorsitzende des BunDes. Weiter bemerkt man Vertreter, des Staates, der Stadt und der Reichswehr. Pünktlich 2,45 Uhr erscheinen unsere Gäste, um kurz darauf in der Kabine zu verschwinden. Wenig später treffen unsere Spieler ein. Es ist drei Uhr! Sie kommen, es taucht das Weinrot der Magyaren auf, herzlichst begrüßt von der Menge. Die Kapelle spielt die ungarische Nationalhymne. Man salutiert. Unbe weglich stehen da drunten die Vertreter aus dem Lande des Czardas. Ungeheurer Beifall hebt an. Elf Deutsche spingen herein. Allen voran der kleine Richard Hofmann. Immer wieder hebt der Jubel an. Die Klänge des Deutschlandliedes rauschen über den Play, man erhebt sich und singt mit. Man fühlt im tiefsten Innern, hier auf der Stätie des Fußballs gibt es auch so etwas wie Vaterlandsliebe und Begeisterung zum Deutschtum. Der feierliche Moment ist vorüber, immer wieder grüßt man die 22 da unten, die uns 90 Minuten zusammenfassen. 45 Minuten zu einer Einheit der Enttäuschung und 45 Minuten zu einer Begeisterung. Die Photographen arbeiten unaufhörlich. Endlich ruft Andersen, der Däne, zur Wahl. Richard" führt die deutsche Elf, die Gäste stoßen an. Herrliche Kampsbilder rollen da unten vor unseren Augen ab. Blikschnell wechseln die Situationen. Immer wieder reißt Man ist faj der Ex- Meeraner die Stürmerreihe nach vorne. fungslos und freudig bewegt zugleich über das, was dieser Spieler uns an hohem technischen Können vor Augen führt. Haarscharf fligen seine unvergleichlichen Vorlagen zu den FlüNr. 80 forrekt geleitet wurde. Um es gleich vorweg zu sagen, VfB. war seinem Gegner technisch und auch förperlich überlegen; der Gast geber zeigte sein bestes Spiel seit Beginn der Verbandsspiele. Die Arbeit des ehemaligen Ligakämpen W. Möller, der die Ligamannschaft wie in alten Zeiten betraut, zeitigt ihre Früchte. VfB. trat komplett an, jeder war auf seinem Posten. Durch diesen Sieg hat sich der VfB. in die Spitzengruppe der Tabelle vorgeschoben, die er mit Borussia Fulde und VfB.-K. Marburg ( jeder 6 Pluspunkte) hält. Das Spiel jah zuerst die Gäste etwas im Vorteil; diese kamen oft in bedrohliche Nähe des Tores, in dem der jugendliche Balser aber eine sehr gute Partie lieferte. VfB. machte sich aber bald frei und errang nach 10 Minuten Spielzeit das erste Tor. VfB. spielte von nun an stets leicht überlegen. Die Vorstöße der Germanen wurden 3. T. schon von der gut spielenden Läuferreihe des VfB. abgestoppt. Nach der Pause mußte sich VFB. einiger gefährlicher Angriffe der Gäste erwehren. Aber als in der Mitte der zweiten Halbzeit der Halblinke des VFB. den 2. Treffer erzielen konnte, war es um die Germanen geschehen. Kurz darauf fiel noch ein 3. Treffer durch den Halbrechten. Die Gäste zeigten ein gefälliges Spiel, sie stellten eine tüchtige Elf, aus der einige gute Könner hervorragten, insbeson dere der Torwart und der Mittelläufer. Vom VfB. verdienen erwähnt zu werden Haupt auf Rechtsaußen, Kreß als Mittelläufer und Balser als Torwart. Wallau 1900 Gießen 5: 3( 2: 0) Die ersatzgeschwächten 1900er mußten in Wallau eine ver. diente Niederlage einstecken. Und auch hier haben sie wieder einen ihrer besten Leute, Langsdorf, durch Herausstellung auf einige Sonntage verloren. Die Blauweißen zeigten in Wallau einen technisch guten Fußball und vor allen Dingen spielte die Mannschaft im Rahmen des Erlaubten. Am besten gefallen hat der sonst im Sturm spielende linke Verteidiger Balser, der oftmals ruhig und sicher die gefährlichsten Situationen tlärte. Nach ihm ist Adelberger zu nennen, der ohne Zweifel der beste Stürmer war, von seinen Nebenleuten aber oft zu wenig verstanden wurde. Die Geschichte der Tore: Nach ungefähr 10 Minuten Spielzeit geht der Wallauer Rechtsaußen Schwarz, gut vor, gibt dem Halbrechten ab, dieser paßt zur Mitte und blitzschnell hat Bonader 2 eingelenkt. Kurz vor Halbzeit schicht dann Schwarz das zweite Tor. Nach der Pause, drückt zunächst Gießen start. Es dauert auch nicht lange und schon hat Adelberger das erste Tor geschossen. Kurz darauf Ausgleich durch Elfmeter. Sofort und das danach aber schon wieder Elfmeter für Wallau Führungstor ist wieder fertig. Dann erfolgt die Herausstellung von Langsdorf und kaum ist derselbe vom Platze, da hat Wallau schon sein 4. Tor durch Runkel erzielt und da der Linksaußen nicht zurüchstehen wollte, schoß er in der 78. Minute das 5. Tor. Das schönste Tor erzielt dann Adelberger in der 83. Minute durch wundervollen Kopfball. Uus Daubringen. Am Sonntag wartete die erste Elf des Sp. Cl. 21 Daubringen vergebens auf ihren Verbandsspielgegner, Steinbachs 1. und gewann somit die Punkte kampilos. Die zweite Mannschaft weilte mit nur 9 Mann in Gießen bei 1900 3. Sie verlor mit 4: 0 Toren. Niederweisel 1. Lollar 1. 2: 4( 0: 4) Sonntag fonnte L. in Niederweisel nach fast dauernd überlegenem Spiele verdienter Sieger bleiben. Schon bis Halbzeit haben die Lollarer 4 Tore vorgelegt. Nach Seitenwechsel legt aber N.-W. eine solche Härte in das Spiel, daß der Schiedstichter bald 3 Mann des Platzvereins hinaus stellen muß. N.-W. drückt 10 Minuten starf, und kann durch Handelsmeter bald ein Tor ausholen. Dann schnürt Lollar seinen Gegner vollständig ein, ein 5. Tor fann wegen Abseits nicht gegeben werden. Zu seinem 2. Tore gelangt N.-W. aus einem Gedränge vor dem Tore Lollars. Aus der Untergruppe Grünberg. In Grünberg ftanden sich gegenüber F. C. 26. 1. Mannschaft Queckborn 1. Der Platzverein hatte reichlich Ersatz in seinen Reihen und mußte somit den Gästen bis Halbzeit die Führung überlassen. Nach Seitenwechsel rissen die SchwarzWeißen sich zusammen und so ertönte der Schlußpfiff beim Starde von 4: 2( 0: 1). Der Schiedsrichter Weigel leitete sehr gul. Die Laubacher Teutonen weilten zum Gesellschaftsspiel in Ettingshausen und blieben 3: 2( 2: 2) Sieger nach hartem Kampi. Flensungen- Müde siegte über Stangenrod 3: 2( 1: 0). Germania Homberg spielte gegen Nieder- Ohmen 2. 6: 1. weka. Weglar- Weilburger Brief. 1. Bezitistlasse. Wetzlarer Sportvereins Ligisten im Dillfreise bei„ Oranien" Frohnhausen. Die Gäste- Mannschaft siegte fnapp mit 2: 1 Toren. geln. Man konstatiert in hellster Freude, Deutschland gibt den Ton an. Doch gar bald entdeckt man einzelne Schwächen, wie Burkhardt, Lachner und hie und da auch Ludwig. Die Ungarn tommen auf. Schütz arbeitet bravourös. Seine Kopfstöße erweden Begeisterung. Richard" sieht man hinten und vorne. Glänzende Arbeit der Magyaren, unglaubliche Präzision im Ballaufnehmen und abgeben, jo läßt es nicht Wunder nehmen, daß Tore fallen müssen, sie fallen jedoch unerwartet schnell. Dreimal war es Facacz, der das Leder an Arch vorbeidirigiert. Unjazzbar das Geschick, das da über unsere durchaus nicht schlechten Spieler hereingebrochen ist. Aus tiefste niedergeschlagen und erschüttert ist das weite Rund. Die lebhaften Rundgebungen verstummen, groß und verständlich ist die Freude bei unseren Gästen. 0: 3! Unmöglich ist es, auch nur an ein remis zu glauben. In der Bause hat man Gelegenheit, nochmals über die Tragik des Geschehens Betrachtungen anzustellen. So sehr sich auch die Kapelle bemüht, Stimmung aufkommen zu Lassen, die Masse ist enttäuscht. Sie fommen wieder, zuerst die Ungarn, dann die Unseren. Es beginnt! Deutschland ist sofort wieder im Angriff, die Mannschaft ist wie umgewandelt. Albrecht zeigt ein glänzendes Spiel. Da. Richard Hofmann hat den Ball. Bligschnell siehi man ihn, zwei, drei Gegner hinter sich lassend, dem Ungarntor zustürmen. Flach jaust der Ball in die Maschen. Groß ist der Jubel. Immer wieder jetzt sich Albrecht durch. Wieder braust ein Orkan des Beifalls über den Plaz, Wigger!", Hofmann, verringerte auf 2: 3. Wenig später ist der Gleichstand hergestellt. Ludwig war es, der trog jeiner Verlegung diese Glanzleistung vollbrachte. Gar bald heißt es 4: 3 durch den kleinen Lachner, und wieder ist es Ludwig Hoffmann, der zum 5: 3 einsendet. Man ist außer sich vor Freude, einen solchen Sieg miterleben zu dürfen. Das Spiel neigi dem Ende zu. Tausende drängen an ten Rand des Spielfeldes, endlich kommt der erlöfene Pfiff. Man stürmt herein auf die Unseren zu. Alle, alle, die so gesiegt, sieht man auf den Schultern begeisterter Menschen. Es war einer der tiefsten Eindrücke, die ich je erhielt. Der Tag geht zu Ende, golden verneigt sich die Sonne im Westen. Noch einmal sieht man im Hotel die Spieler, noch einmal drückt man Leinberger und Richard Hofmann die Hand. Jezi heißt es wieder zurück in das Graue es Alltags! Dresden- Görlig. Fußball- Deutschland hatte einen großen Tag! Nr. 80 Mittwoch, den 8. Oktober 1930. 2. Bezirksklasse. Sonntag für Sonntag stehen in dieser Gruppe 3 Paarungen auf dem Programm. Sämtliche Mannschaften außer Azlar, obwohl sie nur 3 bezw. 2 Spiele absolvierten, haben Plus- und Minuspunkte zu verzeichnen. Einen weiteren Beweis für die ausgeglichene Spielstärke dieser Gruppe brachte auch der letzte Sonntag. Die Begegnung Aßlar Gr. Bused wurde auf später verlegt. In Löhnberg fämpften V. f. R. Buzbach und Löhnberg um Sieg und Punkte. Die Gäste aus Buzzbach mußten die Erfahrung machen, daß in Löhnberg sehr schwer siegen ist. Die Plazbesitzer befanden sich bei blendender Spiellaune und lieferten ein Spiel, welches bei ihren Anhängern wahre Begeisterung hervorrief. V. f. R. Butzbach wurde mit 4: 1 Toren nach Hause geschickt. In der„ Perle des Lahntales", in Weilburg, waren Sportfreunde aus Ehringshausen zu Besuch. Ein äußerst interessantes und schnelles Spiel lieferten sich die beiden Gegner. Ehringshausen, einer der Besten, mußte einen Punkt an die Playbesitzer zurücklassen. Res. 3: 3. 2. Mannschaften, 2. Bezirksklasse. Löhnberg und Buzzbach, die beiden Tabellenführer, kreuzten in Löhnberg die Klingen. Die Löhnberger zeigten wiederum ihr gutes Können und blieben mit 2: 1 Toren knapper Sieger. Löhnberg führt ungeschlagen und ohne Verlustpunkte die Tabelle in dieser Gruppe. Weilburg blieb mit 5: 2 Toren über Ehringshausen Sieger. Aßlar gegen Großen- Bused ausgefallen. Wetzlarer Sportverein 2a= Mannschaft trat gegen die 2. von SC. Weylar nicht an. Gauklasse 1. Burgsolms Oberbiel ausgefallen. Einen schweren Gang machten die Bissenberger nach Niederhausen. Die Bissenberger waren diesmal auf der Hut und trotzten Niedersh. durch unentschieden, 2: 2, einen Punft ab, wodurch Bissenberg weiterhin die einzige ungeschlagene Mannschaft der Gauklasse 1 in dem neuen Spieljahre ist. Fußballpech haben Holzhausen und Biskirchen. Holzhausen sowie Biskirchen verloren nur mit einem Tore Unterschied zu Hause gegen ihre Gäste. Biskirchen Wetzlarer Sp. W. 2. 1: 2; Holzhausen Nauborn 2: 3. Gautlasse 2, Gruppe 3. Hermannstein, der Tabellenführer, war bei der 2. Garnitur von Nauborn. Unverdient hoch mit 5: 2 Toren konnten die Hermannsteiner gewinnen, denn die Nauborner schlugen sich hervorragend. Büblingshausen siegte hoch mit 7: 2 Toren über Niedergirmes 3, Mannschaft. Durch dreimaliges Nichtantreten scheidet Laufdorf aus. Dutenhofen machte seine Reise nach Laufdorf vergebens. Schwalbach und Wetzl. SpV. 3. warteten auf den Schiri. Ein Gesellschaftsspiel endete 1: 1. Gruppe 4. Holzhausen 2. hatte Niederbiel auf ihrem Plaze. Die Playbesizer waren die Besseren, jedoch hatten die Niederbieler durch ihre faire und anständige Spielweise einen Punkt verdient. 0: 0. Wetzlarer SpV. 3a holte sich in Biskirchen mit 3: 1 Toren Sieg und Punkte. - Gauklasse 2, Gruppe 5. Oberbiel 2., der Tabellenführer, hatte die 1. Mannschaft von Leun als Gast. Auch in diesem Treffen stellten die Oberbieler ihre derzeitige gute Form erneut unter Beweis, indem sie Leun fnapp mit 3: 2 Toren Gesellschaftsspiel, da Schiri fehlte besiegten. Tiefenbach Obern= dorf. Auch hier fehlte der Schiedsrichter. Ein Gesellschaftsspiel wurde jedoch nicht ausgetragen. Das einzige Verbandsspiel brachte wiederum eine große Ueberraschung, denn Stockhausen ließ sich von Braunfels 2. auf eigenem Plaze mit 2: 1 Toren schlagen. Gautlasse 2, Gruppe 6. Bermbach- Merenberg?; Grävened Essershausen 5: 0( 3: 0). Löhnberg 2. Butzbach 2. 2: 1( 1: 1) Löhnberg 1. Buzbach 1. 4: 1( 2: 1) „ Gießener Zeitung" Lokales. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobilclub E. V.( A. v. D.) Die Provinzialstraße Pohlgöns- Niederkleen wird bis zur Landesgrenze wegen Walzarbeiten ab 6. Oktober 1930 gesperrt. Umleitung erfolgt über Langgöns. Die 2. M. fonnte ihr bis jetzt gezeigtes Können auch gegen die spielstarken Butzbacher Elf mit einem Sieg unter Beweis stellen. Besonders gut zeigte sich, wie immer, die Verteidigung. Anschließend begannen die Ligisten. Mit ungeheurem Tempo gehen beide Parteien in den Kampf. Beide Mannschaften haben Gelegenheit zu Toren zu kommen, vergeben sie aber im Uebereifer. Buzzb. ist der Glücklichere, der den Torsegen eröffnen fann. Lö. antwortet, durch diesen Gegentreffer angespornt, mit gefährlichen Gegenangriffen und kann zur Ueberraschung der Gäste Ausgleich und Führungstor erzielen, woran sich bis zur Pause nichts ändert. Nach Seitenwechsel geht Butzbach mächtig aus sich heraus. Aber alle Angriffe scheitern an der gut disponierten Lö. Hintermannschaft. Lö. macht sich allmählich wieder frei und zieht mit Wucht auf Butzbachs Tor. Tatsächlich gelang es ihnen in kurzen Abständen durch ihren H. L. 2 mal erfolgreich zu sein und damit das Endresultat herzustellen. Grünberg 1. Queckborn 1. 4: 2. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an und lieferten sich ein schönes, gleichwertiges Spiel, was Grünberg nur durch den Vorteil des eigenen Plazes als Sieger sieht. Unangenehm fiel das allzu laute Grünberger Publikum auf. Sch. Kuzorra und Czepan in Wien. Die Sperre auf der Provinzialstraße Schotten- Rainrod ist wieder aufgehoben. * 1. Hessische Segelflugpost. Infolge dichten Nebels konnte der Postsegelflug noch nicht ausgeführt werdens. Neuer Start voraussichtlich am 19. Oktober 1930. Die Post befindet sich auf der Posthilfstelle Herchenhain. * Fundsachen im Monat September 1930. Das Verzeichnis über die im Monat September 1930 gefundenen bezw. abge= lieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Eine große Anzahl von Gegenständen ist im Zirkus Sarrasani gefunden worden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. Die vom Westdeutschen Spielverband zu Berufsspielern erflärten Internationalen Ernst Kuzorra und Fritz Czepan vom FC. Schalke 04 haben sich in Begleitung ihres ebenfalls zum Berufsspieler gestempelten Klubkameraden Rothardt nach Wien begeben, um mit den österreichischen Vereinen Anstellungsverhandlungen anzuknüpfen. Dem Franzosen Ladouméque gelang es am Sonntag, den Weltrekord von Dr. Pelzer über 1500 Meter von 3:51 auf 3: 49,2 zu verbessern. " Schöne weiße Zähne Auch ich möchte nicht verfehlen, Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die ChlorodontZahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche Chlorodont schon seit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißen Zähne oft beneidet, die ich letzten Endes nur durch den täglichen Gebrauch Ihrer„ ChlorodontZahnpaste" erreicht habe." C. Reichelt, Schwerz, Amt Niemberg, Saalfreis. Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und 1 Mt., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mt. bei höchster Qualität. In allen ChlorodontBerkaufsstellen zu haben. + Bruchleidende-- - * Stadttheater. Heute abend wird erstmalig„ Die Prinzessin und der Eintänzer"- mit dem das Gießener Ensemble vor einigen Tagen in Bad Nauheim viel Anerkennung fand. ge= spielt. Am Sonntag wird Leopoldine Konstantin mit dem deutschen Künstlertheater Berlin in der Komödie ,, Wasserscheu" gastieren. * Eine Scheune niedergebrannt. Am Samstag brach in einem Pachtgutshofe des Landwirtes Faber ein Brand aus, durch den ein großes Stallgebäude mit reichen Erntevorräten zerstört wurde. Das Vieh konnte zum Glück rechtzeitig in Sicherheit ge= bracht werden. Der Schaden ist bedeutend. * Betrugsprozeß mit 150 Zeugen. Anfang November wird vor dem hiesigen Bezirksschöffengericht niee Verhandlung gegen den in Wieseck wohnenden Inhaber einer Kreditschutzvereinigung ,, Kreveawa“ beginnen, dem zur Last gelegt wird, daß er eine große Reihe Darlehenssucher um die für die Mitgliedschaft in seiner Schutzvereinigung zweds Darlehensgewinnung einzuzahlende Gebühr von 60 Mark pro Kopf gebracht habe. Es sollen dadurch etwa 200 Leute geschädigt worden sein. Zu der Verhandlung, die mehrere Wochen dauern wird, sind rund 150 Zeugen geladen. * Bund chem. Hess. Leibgardisten. Kommenden Sonntag, den 12. Oktober, findet in Mainz der Bundestag unter dem Vorsitz des Herrn Generalmajor a. D. Frhr. von Preuschen statt. In stattlicher Zahl werden die Kameraden des ehem. stolzen Leibgarde- Infanterie- Regiments Nr. 115 in Mainz er= wartet. Die Tagung beginnt Sonntag um 10 Uhr. * Goethe- Bund. Die diesjährige Vortragsreihe wird am tommenden Sonntag mit einem Vortrag des Münchener Tierpsychologen Prof. Dr. Schmid eröffnet. Bis 800 Mark * Schoenaich spricht in Gießen. Der vielumstrittene Friedensgeneral und Pazifist spricht morgen abend im Café Leib. * Der Reit- und Fahrklub Gießen veranstaltet heute nachmittag seine erste diesjährige Jagd. Eine Erlösung von dauernder Qual ist das Monats- Verdienst berühmte Spranzband ( ges. gesch.) Aus Nah und Fern. in Ahrweiler zu dem Beschluß zu veranlassen, daß sie im kom= menden Winter bis zum April 1931 auf alle Festlichkeiten verzichten. Frankfurt a. M. Der Kokainskandal kam in der Voruntersuchung zum vorläufigen Abschluß. Halberstadt, 7. Oktober. Ein 15jähriger auswärtiger Schüler einer hiesigen Lehranstalt hat sich aus Furcht vor der väterlichen Strafe im Physiksaal der Schule mit Gas vergiftet. Schwere Finanzsorgen Frankfurts. Frankfurt a. M. Der Stadtkämmerer legt soeben einen Nachtragsetat für 1930 vor. Danach beläuft sich der voraussichtliche Fehlbetrag auf 15 Millionen RM., wozu noch ein 2:- Millionen- Defizit aus dem vergangenen Etatsjahr tritt. Mehvere Millionen Mark sollen durch Einsparungen ausgeglichen werden, 8,5 Millionen Mark dagegen durch neue Steuereinnahmen gedeckt werden. Jm einzelnen werden vorgeschlagen: Er höhung der Realsteuern( Grundvermögens- und Gewerbesteuern), Einführung einer Filialsteuer und einer Gemeinde- Getränke: steuer, Herauffezung der Gemeinde- Biersteuer, Steigerung des Schulgeldes, die von der Stadtverordnetenversammlung am Dienstag bereits beschlossen wurde, Aenderung des Elektrizitätstarifs, die einer Erhöhung gleichkommt. Eine endgültige Sanierung der städtischen Finanzen stellt auch diese neue gewaltige: Belastung der Frankfurter Bevölkerung nicht dar. Bad Nauheim. Am Samstag wurde im hiesigen Medizinischen Institut der 7. Fortbildungslehrgang für Aerzte zu Ende geführt, der wie seine Vorgänger die Aufgabe hatte, die neue= sten wissenschaftlichen Ergebnisse und Erfahrungen auf dem Gebiete der Herz- und Gefäßerkrankungen, vor allem die neuzeitlichen Heilmethoden einem großen Kreis deutscher und ausländischer Aerzte zu vermitteln. Bad Nauheim. An der Hamburger Straße machte man bei Erdarbeiten neue Funde aus der jüngeren Eisenzeit. Man fand Tonschlüsseln, Speerspizen und Messer, die ein neuer Beleg sind für die große Siedlung, die vor mehr als 2000 Jahren keltische und später germanische Salinenleute hier errichtet hatten. Rüsselsheim. Mit Rücksicht auf die herrschende wirtschaftliche Not sollen im kommenden Winter die Saalfestlichkeiten der hiesigen Vereine eingeschränkt werden. Das soll insbesondere während der Karnevalszeit geschehen. Alzey. Ein Küferbursche wurde von einem Stein, den sein Freund gegen ihn schleuderte, so unglücklich getroffen, daß ihm die Schädeldecke zersprang, was den baldigen Tod zur Folge hatte. Koblenz, 7. Oktober. Auf dem Kreistage des Kreises Ahrweiler wurde mitgeteilt, daß es gelungen sei, sämtliche Vereine Es werd. eine Anzahl ütcit. Personen ges., gleich welchen Berufes od. Geschlechtes. Sehr günst.Gelegenh.f. solch. d. sich selbständ.machen Kein Gummiband, ohne Feder, ohne woll. Auch als HauptSchenkelriemen, trotzdem unbedingt zuver- oder Nebenverdienst. lässig, für alle Arten von Brüchen. Leiste Tauernde u. angenehvollste Garantie. Glänzende Zeugnisse, me Tätigk. Kein Reis. auch Heilerfolge. Aerztlich begutachtet. Angebote unt. 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Dieser Zweig der Landwirtschaft gehört: zu den intensivsten Nebenarbeiten, stellt deshalb sowohl an den Betriebsleiter selbst als auch an die klimatischen und wirtschaftlichen Verhältnisse die größten Anforderungen. Neben einem hohen Maß fachmännischer Kenntnisse verlangt der Feldgemüsebau glatte und schnelle Absatzmöglichkeiten und geschultes Personal. Wichtig dabei sind günstige klimatische Bedingungen. Verhältnismäßig einfach ist der feldmäßige Anbau von Spinat. Siedler und Kleinlandwirte finden in diesem Betriebszweige noch ein großes Arbeitsfeld, das besonders mit billigen Arbeitskräften eine ziemlich hohe Rente verspricht. Der Spinat kann als Vor- und Nachfrucht angebaut werden. Besonders letztere Art des Anbaues hat den großen Vorzug, daß der Landwirt im zeitmäßigen Frühjahr eine sichere Einnahmequelle hat. Der Spinat kommt auf fast allen Böden fort. Wichtig dabei ist, daß der Boden in alter Kraft steht und mög= lichst unkrautfrei ist. Die Erfahrung hat gelehrt, daß Spinat, der Mitte September gesät wird, besser durch den Winter kommt als solcher, der schon im August ausgesät wird. Wegen der bes= seren und erleichterten Hadarbeit muß er unbedingt in Reihen und zwar in einem Abstand von 30 cm gesät bezw. gedrillt wer den. Breitwürfige Saat verunkrautet zu stark. Die Aussaatmenge beträgt je ½ Ha. 6 Kg. Als geeignete Sorten sind zu nennen: ,, Viroflay",„ Gandry" und„ Viktoria". Auch„, Riesenmammut" hat sich recht gut bewährt. Diese Sorte muß allerdings schon im Juli ausgesät werden. Bei direkter Stallmistdüngung genügt eine schwache Stickstoffdüngung( etwa 25 bis 40 Kg. Ammonsulfatsalpeter je ¼ Ha.) vor Beginn der Vegetation, also im zeitigen Frühjahr. Mangelt es an Stallmist bezw. alter Kraft im Boden, gebe man 75 Kg. Nitrophoska, davon ½ im Herbst zur Saat und% im kommenden Frühjahr. Spinat erfordert viel Hadarbeit, weil diese Pflanze den Boden nicht ge= nügend deckt. Je nach der Witterung im Frühjahr und der Kraft des Bodens kann der Spinat mehrmals geschnitten werden. Bei gutem Bestande läßt man ihn zur Samengewinnung stehen, im anderen Falle kann das Feld noch mit anderen Früchten, z. B. ausgepflanzten Runkeln oder Kohl, bepflanzt werden. Neue Bücher. Er Bezugspre Redaktionsschluß fendung nicht v Die Kriegsgeschichte des Großh. Hessischen Res.- Inf.- Regts. 254 ist bei B. Sporn in Zeulenroda i. Thür. erschienen. Das Buch enthält auch ein namentliches Verzeichnis sämtlicher Gefallenen des Regiments. Der Verkaufspreis des Buches beträgt 8,50 RM., zuzüglich Porto und Versandspesen. Bestellun gen an: Oberst a. D. Hünicken, Hannover- L., Deisterstr. Nr. 4. Ein Bergwerk in Berlin W. Das haben Sie sicher noch wicht gewußt. Lesen Sie, was darüber in der Woche" steht! Besorgen Sie sich gleich Heft 41; Sie bekommen es überall für 50 Pfg. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. 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