Nr. 70 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rüdjendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Bolitische Rundschau. Im Prozeß Wilhelm II. gegen den verantwortlichen Redakteur der„ Berliner Morgenpost", Chefredakteur Mendel, wurde gestern abend das Urteil gefällt, und zwar wurde der beklagte Redakteur Mendel wegen übler Nachrede zu 1500 Mark Geldstrafe bzw. je einen Tag Saft für 10 Mark verurteilt. Jm Opelprozeß aus Anlaß der Rüsselsheimer Unruhen haben die Verurteilten gegen die durch das Bezirksschöffengericht Darmstadt wegen Landfriedensbruch verhängten Strafen durch ihren Verteidiger Berufung eingelegt. In der Vollsigung des Danziger Volkstages am Mittwoch hielt der Präsident des Senats, Dr. Sahm, eine große außen:= politische Rede und erörterte Danzigs Verhältnis zum Völker: bund, zu Polen und zum Deutschen Reich. Die Pariser Presse ist über die Ausweisung des amerikani: ichen Zeitungsverlegers Hearst, der als ausgesprochener Feind Frankreichs und als Deutschfreund bezeichnet wird, hocherfreut. Der politischen Polizei in Konstantinopel ist es gelungen, eine große tommunistische Geheimverbindung aufzudecken, die ihre Fäden sogar bis nach Angora ausgedehnt hat. Wie aus Mostau gemeldet wird, hat König Nadir Khan den Befehl zur Hinrichtung von 22 Personen gegeben, die an der letzten Erhebung gegen die afghanische Regierung teilgeCenmen haben. Außerdem wurde eine Anzahl Personen des Landes verwiesen. Die türkischen Truppen haben nach Berichten aus Konstantinopel die aufständischen Kurden im Gebiet des Ararat voll: fommen umzingelt. Auf den Höhen des Ararat herrscht seit cinigen Tagen grimmige Kälte und Schneefall, so daß sich die Aufständischen gezwungen sehen, in die tiefer gelegenen Gegen: den herabzusteigen, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Man rechnet damit, daß es den türkischen Truppen gelingt, bis Erde des Monats den Aufstand niedergeworfen zu haben. Präsident Hover hat die Absicht, den bekannten Finanzjamann Eugen Meyer als Nachfolger Roy Youngs zum Gouverneur des Board der amerikanischen Bundesbanken zu ernennen. Unter starter Beteiligung fand in Washington am Mitt: woch die Trauerfeier für Generalmajor Allen und seine Be= erbigung statt. Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, hat Präsident Frigoyen die außerordentlichen militärischen Maßnahmen aufhe ben lassen, da kaum mehr mit dem Ausbruch einer Revolution ju rechnen sei. Ein schwerer Tornado ist über die Dominikanische Republit auf Haiti hinweggegangen. Nach der Wiederherstellung der zerstörten Kabelverbindung mit Amerika bestätigt es sich, daß die Stadt Santo Domingo zur Hälfte zerstört worden ist. Keine Einführung der Wahlpflicht. Wie wir aus Berlin erfahren, beabsichtigt die Regierung nicht, die Wahlpflicht einzuführen. Die Einführung der Wahlpflicht sei anläßlich der Beratung der Wahlreform im Reichsfabinett ausführlich durchgesprochen worden. Man sei jedoch 3 der Ueberzeugung gekommen, daß durch eine Wahlpflicht nichts Wesentliches erreicht werden würde, und daß durch den arntlichen Apparat, der zur Feststellung der Nichtwähler notwendig wäre, große Kosten entstehen würden. Auf einen deutschnationalen Antrag im Reichstage hin sei bereits im Jahre 1922 im Rechtsausschuß die Frage einer Wahlpflicht ausführlich besprochen worden. Man sei jedoch auch damals nach einem Vorrage des Abgeordneten Prof. Kahl( Deutsche Volkspartei) zu dem Ergebnis gekommen, von der Wahlpflicht Abstand zu nehmen. * Wir sind genau der entgegengesetzten Ansicht. Die Wahlreform sollte gerade Anlaß bieten, auch die Wahlpflicht einzuführen. Wenn einzelne Angehörige des deutschen Staatsvolkes ihr oberstes Recht so gering schätzen, dann müssen sie eben durch 3wang dazu angehalten werden, es auszuüben. Holland, Belgien und Bulgarien haben in ihren Wahlgesetzen Bestimmungen, die auf eine Wahlpflicht hinauslaufen. Was in diesen Ländern möglich ist, sollte auch in Deutschland durchführbar je in. ( Gießener Tageblatt) Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 6. September 1930 Wahlwünsche des Deutschen Ditmarkenvereins. Der Deutsche Ostmarkenverein erhebt zur Reichstagswahl die Forderung, daß: 1. nunmehr endlich die deutsche Regierung in aller Form beim Völkerbund die Revision des Versailler Vertrages be: antragt, der sich auf die infame Lüge von Deutschlands Alleinschuld am Kriege aufbaut, daß 2. Polen zur peinlichsten Einhaltung des Minderheiten- Abtommens gezwungen wird und daß 3. gegen die dauernden Verlegungen der deutschen Staats: hoheit durch Polen die schärfsten Maßnahmen ergriffen werden. Der Deutsche Ostmarkenverein richtet an alle seine Mitglieder und an alle vaterländisch gesinnten Volksgenossen die erneute dringende Bitte, bei den bevorstehenden Reichstagswahlen nur solchen Parteien ihre Stimme zu geben, die gewillt sind, eine Regierung zu bilden, die es als ihre vornehmſte Pflicht betrachtet, im Sinne der vom Deutschen Ostmarkenverein vertretenen Forderungen wahrhaft deutsche Politik zu treiben, im Geiste der Sicherung des Lebens und der Zukunft unseres Volkes für jetzt und alle Ewigkeit. Reichsinnenminister empfiehlt Branntweinverbot am Wahltag für das ganze Reich. Der Reichsminister des Innern hat bei sämtlichen außerpreußischen Landesregierungen angeregt, sich dem Vorgehen des preußischen Ministers des Innern anzuschließen und für den Tag der Reichstagswahl den Ausschank von Branntwein und den Kleinhandel von Trinkbranntwein zu verbieten. Bei der durch den Wahlkampf sehr erregten leidenschaftlichen Stimmung in weiteren Volkskreisen erscheint ein solches Verbot besonders dringend. Das neue Gaststättengesetz vom 28. April 1930 gibt den obersten Landesbehörden die Ermächtigung zu einem solchen Verbot. Eine Wahlschlacht. Oberflockenbach i. O. Im Anschluß an eine nationalsozialistische Versammlung die hier im Gasthause zur Rose" stattfand, kam es zu einem Kampfe zwischen den Nationalsozialisten und deren politischen Gegnern, wobei es auf beiden Seiten Verletzte gab. Zu den Verletzten gehört auch der nationalsozialistische Landtagsabgeordnete Walter Köhler aus Weinheim. Wahlkuriosum. - Wir lesen in der„ Berl. Morgenpost": In einem Dorf eine sozialbei Bautzen waren zwei Wahlversammlungen demokratische und eine deutschnationale versehentlich zu gleicher Zeit nach demselben Lokal einberufen worden. Man half sich aber vorbildlich aus der Verlegenheit: Die VerWer zuerst sammlungen wurden einfach zusammengelegt. sprechen sollte, darüber entschied das Los zugunsten der Sozialdemokratie. Die Debatte verlief sachlich, die Zuhörer waren zufrieden. Der russische Fünfjahrplan gefährdet. Mostau. Das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei hat einen Aufruf an das russische Volk erlassen. In diesem Appell wird erklärt, die Erfüllung des Fünfjahrplanes sei gefährdet, wenn nicht die Lücken in der industriellen Front ausgefüllt werden. Weiter müsse die Produktion beschleunigt und der Wechsel der Arbeit auf ein Mindestmaß herabgedrückt werden. Der Appell fordert, daß auch der Unfähigkeit der Bürofratie ein Ende bereitet werde. Die Lage, in welche die Industrie geraten sei, fordere sofortige Abhilfe. Man müsse mit energischen Maßnahmen die Arbeitsdisziplin erhöhen. Zu diesen Maßnahmen gehöre, daß man alle Arbeiter, die ihre Beschäftigung aufgeben, auf schwarze Listen setze. Man habe darauf bedacht zu sein, daß die Arbeiter mit Lebensmitteln versorgt werden und jede Unterkunft erhalten, um damit ihre Widerstandskraft gegen die Konterrevolution der Kulaken( Großbauern) und der Saboteure in Industrie und Landwirtschaft zu erhöhen. Diejenigen, die die Wiedererrichtung der bürgerlichen Gesellschaftsordnung erstreben, wie Kondratjer und Grohmann, 2 Professoren, die von der GPU. wegen angeblicher fonterrevolutionärer Bestrebungen verhaftet wurden, müßten unbedingt unterdrückt werden. Wahlrecht Denkt an den 14.Septemberben Wahlpflicht ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Plazzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 71 Das neue Notopfer. Einkommensteuerzuschläge, Ledigensteuer, Reichshilfe der Beamten, Bürgerabgabe, Getränkesteuer, Gemeindebiersteuer. Die bald nach Auflösung des Reichstags ergangene Notverordnung des Reichspräsidenten zur Behebung finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Notstände" enthält u. a. eine Reihe neuer Steuerarten, die den Handwerker genau so treffen, wie die übrige Bevölkerung und deshalb von ihm beachtet werden müssen. Die Vorgeschichte der Notverordnung dürfte aus der Tagespresse bekannt sein. Durch die Notverordnung hat der Reichsetat nun endlich seinen ziffernmäßigen Ausgleich gefunden. Der Fehlbetrag, um den zuletzt der Kampf im Reichstag ging, in Höhe von 760 Mill. Rmk.( 610 Mill. für Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge und 150 Mill. Mindereingänge an Steuern und Zöllen) ist gedeckt und zwar 1. durch Einsparungen im Etat 2. Erhöhung d. Beitrags zur Arbeitslosenversicherung von 3% auf 4% Prozent ab 1. August und durch Reformen 3. durch neue Steuern und zwar die Reichshilfe der Personen des öffentlichen Dienstes und der Aufsichtsratsmitglieder, Einkommensteuerzuschläge und Ledigensteuer ab 1. September 4. Verkürzung der Fristen bei der Tabaksteuer 5. Fehlbetragsverringerung 1929 134 Mill. RM 269 Mill. RM 274 Mill. RM 48 Mill. RM 35 Mill. RM 760 Mill. RM An neuen Steuern kommen, soweit es sich um den Reichsetat handelt, neben der Erhöhung der Arbeitslosenverficherungsbeiträge um ein weiteres Prozent in Frage 1. die Reichshilfe der Beamten und der Vergütung beziehenden Mitglieder von Aufsichtsräten der Gesellschaften, Genossenschaften pp. 2. Einkommensteuerzuschläge für Bezieher von Einkommen über 8 000 RM. 3. Zuschlag zur Einkommensteuer für alle Ledigen. Für eilige Leser sei vorweg gesagt, daß der Gewerbetreibeide zunächst nur von sich aus bei seinen Lohnzahlungen neben dem erhöhten Arbeitslosenversicherungsbeitrag die Neuregelung des Lohnabzugs für etwa beschäftigte ledige Arbeitnehmer zu beachten hat, worüber das unten abgedruckte Merkblatt ausführlichen Aufschluß gibt. Für die übrigen neuen Abgabearten werden Steuerbescheide vom Finanzamt zugestellt, die auf ihre Richtigkeit zu prüfen und gegebenenfalls Einsprüche binnen eines Monats zu erheben sind. Die Reichshilfe der Personen des öffentlichen Dienstes stellt ein Notopfer der Beamtenschaft aller öffentlicher Körperschaften, einschließlich der Unternehmungen mit überwiegender öffentlicher Beteiligung dar. Diese Abgabe bedeutet für die Beamten eine 2½ prozentige Gehaltsverkürzung und hat Wirfung ab Monat Ceptember bis Ende März nächsten Jahres, wenn sich unterdessen nicht etwa weiterer Appetit verspürbar macht. Die Einzelheiten dieser Abgabe werden im Handwerk kaum besonderem Interesse begegnen; es wird die Tatsache mit Beifall aufnehmen, daß sich in dieser schweren Zeit auch die Beamten eine Beschränkung gefallen lassen. Der Reichshilfe der Aufsichtsratsmitglieder unterliegen alle solche, denen im vergangenen Jahre( Kalenderjahr oder Geschäftsabschlußjahr) in ihrer Eigenschaft als Mitglieder des Aufsichtsrats( Verwaltungsrats) Vergütungen, Tantiemen oder unter sonstigen Benennungen gewährte Bezüge, Entschädig ungen oder Vorteile von Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien, Gesellschaften mit beschränkter Haftung, Genossenschaften und sonstigen Kapitalgesellschaften oder Personenvereinigungen zugeflossen sind, sofern die Betreffenden nicht als steuerpflichtige Inhaber oder Mitinhaber des Unternehmens anzusehen sind. Von Seiten der Finanzverwaltung wird öf= fentlich zur Abgabe einer Erklärung über die im vergangenen Jahre bezogenen Aufsichtsratsvergütungen und zwar der Bruttobezüge aufgefordert. Die Erklärungen sind in der Zeit vom 25. August bis 5. September ohne Formular bei dem zuständigen Der Finanzamt unter den üblichen Umständen abzugeben. Pflichtige erhält hierauf einen Bescheid( den sog.„ Zuschlagsbescheid", in dem die neuen, zur Einzelerhebung gelangenden Steuerarten zusammengefaßt sind) und muß die angeforderte Summe in zwei gleichen Hälften am 10. Dktober und am 10. Januar zahlen. Die Reichshilfe für Aufsichtsratsmitglieder beträgt 1½ Prozent( 60 Prozent von 2½ Prozent) der Bruttobezüge. Steuerbeträge unter 2 RM( für Reichshilfe und Einkommensteuerzuschläge zusammen) werden nicht erhoben. Hoffentlich vermeidet man es noch rechtzeitig durch eine klare Anordnung, die Mitglieder des Aufsichtsrats kleiner gewerblicher und ländlicher Genossenschaften mit der Abgabe von Erklärungen zu belästigen, über die ganz geringen Beträge, die mitunter als Aufwandsentschädigung für die öfteren Cigungen gezahlt werden und zur Stenerfestsetzung doch nicht ausreichen. Der Zuschlag für Einkommen von mehr als 8000 RM Samstag, den 6. September 1930. beträgt 5 Prozent der für das vergangene Jahr festgesetzten Einkommensteuer; also ein Zwanzigstel dieser. Wer hierfür in Frage kommt, erhält, ohne selbst etwas veranlassen zu müssen, eine Aufforderung durch das Finanzamt, nämlich den oben bereits erwähnten Zuschlagsbescheid. Dieser Zuschlag ist ebenfalls zahlbar in zwei Raten am 10. Dktober und am 10. Januar kommenden Jahres. Die Ledigensteuer trifft alle ledigen Einkommensteuerpflichtigen ohne Altersgrenze. Wer als ledig in diesem Sinne anzusehen ist, geht aus dem nachfolgenden Merkblatt hervor. Die Ledigensteuer der Lohnempfänger ist vom Arbeitgeber an den Bezügen für die in der Zeit vom 1. September bis 31. März kommenden Jahres geleistete Arbeit mit dem Steuerabzug einzubehalten.( siehe Merkblatt) Die Ledigensteuer der Gewerbetreibenden wird vom Finanzamt berechnet und durch den erwähnten Zuschlagsbescheid zusammen mit der etwaigen Reichshilfe für Aufsichtsratsmitglieder und dem Zuschlag für Einkommen über 8 000 RM angefordert.( Zahlungstermine 10. Oktober und 10. Januar kommenden Jahres). Sie berechnet sich etwas kompliziert, nicht nach dem gegenwärtigen Einkommen wie bei den Lohnempfängern, sondern nach der für das letzte Jahr festgesetzten Einkommensteuer und zwar wie folgt: 1. Die Einkommensteuerermäßigungen nach den Geseßen von 1927 und 1928 in Höhe von 25 Prozent( höchstens 3 RM monatlich) fallen für die Ledigen wieder fort( mehrstenteils also 36 RM). 2. Zur vollen tariflichen Einkommensteuer wird ein Zuschlag von 10 Prozent erhoben, sofern das veranlagte Einkommen 2160 RM im vergangenen Jahre überstiegen hat. Erhoben werden nur 60 Prozent von 1 und 2, da die Steuer ja nicht für ein ganzes Jahr, sondern nur für 7 Monate gelten soll. Maßgebend ist der Familienstand am Schlusse des Steuerjahres 1929. I Ledige, die nachher geheiratet haben, müssen dies dem Finanzamt mitteilen. Wer noch schnell bis zum 1. Dktober heiratet, braucht nichts zu zahlen, wer bis zum 1. Januar heiratet, braucht nur das erste Ziel zu zahlen. Besehen wir uns die genannten neuen Reichssteuern vom Standpunkt des Handwerkers, so können wir feststellen, daß man bei der Suche nach Deckungsmitteln von dem sattsam überbürdeten Gewerbebetrieb endlich abgelassen und nach anderen Quellen gesucht hat, nämlich: Die Reichshilfe der Beamten berührt das Handwerk nicht. Die Reichshilfe der Aufsichtsratsmitglieder wird nur fehr ausnahmsweise auf Handwerker zutreffen. Den Zuschlag für Einkommen über 8000 RM. zahlen zu müssen, wird nur einer verhältnismäßig geringen Zahl von Handwerkern beschieden sein. Die Ledigensteuer schließlich wird im Handwerk ebenfalls nur in Ausnahmefällen zu entrichten sein. Denn wo ein selbständiger Meister ist, stellt sich notwendigerweise auch sehr bald eine Frau Meisterin ein, wenn sie nicht schon vorher da war. Die Notverordnung des Reichspräsidenten beschränkt sich nicht darauf, den Etat des Reichs zu ordnen, sie eröffnet vielmehr auch den Gemeinden neue Einnahmequellen. Namentlich die Kosten der Wohlfahrtspflege haben sich in den Gemeinden erheblich beängstigend gesteigert, und die Gemeinden wußten sich nicht anders zu helfen, als die Realsteuern auf ein unerträgliches Maß zu erhöhen. Mit sofortiger Wirkung ist den Gemeinden daher zur Ermöglichung des Abbaus der übertriebenen Realsteuern die reichsgesetzliche Ermächtigung erteilt worden, eine Steuer auf den örtlichen Verbrauch von Bier( Gemeindebiersteuer) oder eine Bürgersteuer oder beide Steuern nebeneinander zu erheben. Gemeinden, deren Etats durch die Wohlfahrtserwerbslosenfürsorge außerordentlich hoch belastet sind, erhielten weiterhin das Recht, auch von den übrigen Getränken außer Bier( Wein, Schaumwein, Trinkbranntwein, Mineralwasser, Kaffee, Tee usw.) eine Steuer, die sog. Gemeindegetränkesteuer zu erheben. Steigerung des Reallohnes über die Landwirtschaft. Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß wir trog aller Schwierigkeiten unserer Lage nicht zu verzweifeln brauchen, wenn wir nur die Energie aufbringen, um die im innerdeutschen Lebensraum selbst noch vorhandenen Möglichkeiten auszuschöpfen. Dazu gehört, wie nachgerade unser ganzes Volf begriffen hat, neben weitgehender Einschränkung der öffentlichen Ausgaben in erster Linie der Schuß und die Stärkung der deutschen Landwirtschaft und damit des inneren Marktes, den wir um so nötiger brauchen werden, je größeren Schwierigkeiten wir draußen in der Welt begegnen. Daß die Kaufkraft des inneren Marktes nicht dur Lohn oder Gehaltserhöhungen, also durch bloße er verschiebungen von einer Seite zur anderen, gestärit werden kann, sondern nur dadurch, daß wir dem Boden und unserer Arbeitskraft mehr an Leistungen abringen als bisher, ist auch in den Kreisen der Gewerkschaften und der Arbeiterschaft erkannt worden. Man sollte also hoffen dürfen, daß der Weg für eine großzügige Wirtschaftspolitik frei geworden ist, deren Ziel sein müßte, das Heer der Arbeitslosen durch die Stärkung des inneren Marktes und durch eine fühlbare Entlastung der auf den Export angewiesenen Wirtschaft zu verringern, gleichzeitig aber durch rationelle Erfassung, Verarbeitung und Verteilung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse die preiserhöhende Wirkung der neuen Schutzölle hintanzuhalten, um auf diese Weise den Reallohn des deutschen Arbeiters und seine Lebenshaltung zu stützen und im Laufe der Zeit fortschreitend zu verbessern. Diese grundlegende Erkenntnis hat auch Industrie und Landwirtschaft mehr un mehr zueinander geführt. Der Reichsverband der Deutschen Industrie hat ein eingehendes Agrarprogramm ausgearbeitet, und diesem tritt nun unter dem Titel ,, Wege zur Steigerung des Reallohnes über die Landwirtschaft" eine von A. Colsmann, einem der führenden württembergischen Industriellen, verfaßte Schrift zur Seite, in der wertvolle Anregungen zur Zusammenarbeit aller Wirtschaftskreise bei der Erfassung und Verarbeitung landwirtschaftlicher „ Gießener Zeitung" Die Bürgersteuer wird einheitlich für alle Gemeinden durch das Land geregelt. Erfreulicherweise ist gegenüber frü heren Absichten eine soziale Staffelung möglich, die auch vom Standpunkt des Handwerks dringend zu fordern ist. Bestimmte Mindestsätze sind vorgeschrieben, z. B. bei Einkommen von m ter 8 000 RM eine Bürgersteuer von mindestens 6 Rmk., bei Einkommen zwischen 8 000 Rmk. bis 25 000 Rmk. minde stens 12 Rmk. usw. Wer einkommensteuerfrei ist, muß die Hälfte des niedrigsten Saßes zahlen. Für Ehefrauen branche ebenfalls nur die Hälfte gezahlt zu werden. Pflichtig sind alle über 20 Jahre alten Personen, also alle Wahlfähigen. Befreit ist nur, wer Krisenunterstüßung seit einem Monat bezieht, oder wer laufend öffentliche Fürsorge genießt. Die Bürgersteuer muß eingeführt werden, wenn die Realstenersäge eine bestimmte Höhe erreicht haben. Beim Erlaß der hessischen Vorschriften wird sorgfältig darauf geachtet werden müssen, daß die Bürgerstener in den einkommensschwachen Schichten des Handwerks für die gesamte Familie des Handwerkers nicht höher wird, als Realstenerermäßigungen für ihn zu erwarten sind. Kölner Herbstmesse. Die Fachschau ,, Büro, Vertrieb und Werbung", die mit der Kölner Herbstmesse am Freitag, 19. September, eröffnet wird, wird immer mehr als eine Veranstaltung von großem wirtschaftlichem Wert erkennbar. Auch ist es möglich geworden, wichtige Spezialgebiete zu einer abgerundeten Darstellung zu brin gen. So ist eine Sonderveranstaltung für Einzelhandel, hiermit wird ein Kursus über Verkaufskunde mit praktischen Vorträgen durchgeführt. Das Handwerk findet seine besonderen Interessen vertreten durch eine Sonderschau des Deutschen Handwerksinstituts, Abteilung„ Kaufmännische Betriebsführung“, die durch verschiedene Vorträge über aktuelle Einzel fragen ergänzt wird. Der Verein Deutscher Ingenieure gliedert in den Rahmen der Fachschau seine Wanderveranstaltung „ Der Vertriebsingenieur" ein. Die Verpackungsmittelschau" des Ausschusses für wirtschaftliche Fertigung beim Reichs furatorium für Wirtschaftlichkeit, Berlin, ergänzt die Gruppe Vertrieb" in ausgezeichneter Weise. 39 Raubüberfall in Kassel. Kassel. Ein ungewöhnlich frecher Geldraub wurde in der Nackt zum Donnerstag in dem Bureau der Kasseler Omnibusgesellschaft im Stadtteil Bettenhausen ausgeführt. Am Mittwoch hatte das Luftschiff„ Graf Zeppelin" zwei Landungen in Kassel vorgenommen. Die Kasseler Omnibusgesellschaft hatte infolgedessen mit ihrem gesamten Autopark einen außerordentlich starken Verkehr zu bewältigen. Diese Tatsache gab 2 jungen Leuten den Gedanken, einen Raub auf die Kasseler Omnibusgesellschaft auszuführen. Um% 1 Uhr nachts fletterten diese beiden jungen Leute über die zwei Meter hohe Bretterwand des umzäunten Geländes der Omnibusgesellschaft, sprangen aus der anderen Seite hinab und drangen plötzlich mit vorgehaltenen Revolvern, durch Schutzmasken untenntlich gemacht, in den Rassenraum. Der dem Kassierer beigegebene Schaffner wurde von dem einen jungen Mann mit vorgehaltenem Revolver in Schach gehalten. Der andere Räuber zwang den Kassierer, die Drahthaube des Zahltisches aufzuziehen. Im Augenblick hatte der Räuber 3800 Martin 20- und 10- Markscheinen gebündeli- ergriffen und in eine bereitgehaltene Tasche gesteckt und mit einem zweiten Griff 5-6000 Mark in Silberrollen erbeutet. Als die beiden Räuber ein Geräusch hörten, gingen sie mit vorgehaltenem Revolver rückwärts zur Tür, drehten das Licht aus und suchten schnell das Weite. Als ein Werksangehöriger hinzukam, wurde sofort eine Absuchung des Geländes mit elektrischen Taschenlampen vorgenommen. Gleichzeitig wurde die Polize alarmieri. Trotzdem konnte man keine Spur von den Räubern finden. Produkte und bei der Belieferung der Konsumenten gegeben werden. Die Landwirtschaft muß Erzeugung und Vertrieb nach kaufmännischen Grundsäzen organisieren: das ist der Grundgedanke des ausgezeichneten Buches. Von besonderem Wert sind die Ratschläge, die der Verfasser der Landwirtschaft auf dem Gebiete der Organisation des Getreide- und Fleischabsazes gegeben hat auch die Anregung über Viehverwertung und Schlachtereien, die durch einen Sondervorschlag für das württembergische Oberland wie an einem Schulbeispiel erläutert werden, erscheinen sehr beachtenswert. Vor allem aber verdienen Colsmanns Ausführungen über Ostpreußen Beachtung. Er führt an, daß alle Osthilfe erfolglos sein muß, wenn sie nicht in erster Linie zur Selbsthilfe wird", und empfiehlt der ostpreußischen Landwirtschaft, in dem Streben nach höchster Qualität noch mehr als bisher den Weg zur Wiederherstellung ihrer Wirtschaftlichkeit zu suchen, wobei sie allerdings, nach dem Vorbilde der dänischen Landw waft, ihre Lebenshaltung aufs äußerste einschränken muß. Die Vorschläge Colsmanns werden vielleicht im einzelnen von landwirtschaftlicher Seite hier und dort Kritik erfahren. Aber es bleibt ihr dauernder Verdienst, die großen Zusammenhänge zwischen Industrie und Landwirtschaft in besonders klarer und einleuchtender Weise dargestellt zu haben. Die zentrale Wichtigkeit des landwirtschaftlichen Problems kann durch nichts besser als durch die Tatsache illustriert werden, daß eine Einfuhr landwirtschaftlicher Produktion im Werte von 1 Milliarde Mark der deutschen Landwirtschaft neben dieser Milliarde noch eine weitere Milliarde Mark innerer Belastung durch Arbeitslosenunterstügung und Steuerausfall fostet. Die Gesamtkosten dieser Einfuhr sind also zwei Milliarden Mart, von denen außerdem eine Milliarde an das Ausland unwiederbringlich verloren geht. Falls die inländischen Gestehungskosten der gleichen Menge landwirtschaftlicher Produkte bei hinreichender Rente 1,5 Milliarden Mark betragen, kostet also das Inlandsprodukt nicht allein eine halbe Milliarde weniger als das aus dem Ausland eingeführte, sondern es bleibt auch dieser gesamte Betrag von 1,5 Milliarden Mark im Lande, womit gleichzeitig dreiviertel Millionen deutscher Volksgenossen vor der Arbeitslosigkeit bewahrt Lokales. Sonntagsgedanken. Nr. 71. ,, Und der's der einen Schwalbe sagt: Es blüht daheim der Flieder, gab uns ein Ahnen. unverzagt: Wir haben bald uns wieder! Paul Keller, dessen Bücher mir die wertvollsten unter allen sind, nennt die Heimat nicht Raum, nicht Freundschaft oder Liebe, er nennt sie den Frieden. Wenn die Heimat. Friede ist, dann ist Heimweh Sehnen nach Frieden. Du sagit in deiner Heimat sein, die dir als Kind die ganze Welt bedeutete, du magst vielleicht nie den Kirchturm deiner Heimat aus deinen Blicken verloren haben und doch trägst du Heimweh in deinem Herzen. Mächtiger erst wird dieses Sehnen, wenn du in der weiten Welt draußen stehst; und magst du glücklich sein und alle Güter dir erworben haben-- in stillen Stunden klopft es leise an deiner Herzen kammer und führt dich über Berge und Meere in das Land deiner Heimat, zu dem Fleck chen Erde, wo deine Wiege ſtand. Heimat und Heimweh, wir haben euch lennen gelernt, als wir draußen im großen Kriege auf fremder Erde standen; da haben wir Brücken gebaut über unendliche Weiten, da schlich nach dem Kampftag das Heim: weh durch die Schützengräben und machte den und jenen ver sonnen und schweigsam und traurig. Und er hörte durch die unendlichen Fernen die Abendgloden seiner Heimat läuter, hörte Vater und Mutter, Weib und Kinder den Abendsegen beten und fühlte das Gedenken auch an ihn. Aus hunderttausend Augen weint Tag und Nacht dieses Heimweh in der Welt, In der Großstadt sitt manch heimwehkrankes Landfind und schluchzt in sich hinein nach Vater und Mutter. Und manches Bündel, das bei Ankunft in der Fremde, scherzend und lachend cusgeknüpft wurde, ist unter Tränen wieder zusammenge schnürt und heimwärts getragen worden. Und mancher frohe Bursche ist draußen in der Welt zum stillen Träumer gewor den und hat es nicht ausgehalten und ist wieder heimwärts gewandert über Berg und Tal. In Millionem Briefen geht das Heimweh täglich über die Erde, still verschämt leise trauernd, oder laut klagend und verzweifelt weinend. Aber immer weckt as das Beste und Tiefste in des Menschen Brust Heimweh ist Sehnsucht nach der Heimat; es kann aber aus und hat schon Tausende gerettet: aus dem Strudel dieser Welt Sehnsucht sein nach einem Menschen, den man liebt.- Wer hat dort nicht schon ein Stück seiner Heimat gefunden? Der Sonntagsschreiber. - Kränze und Blumen als letzte Freundesspende. Die uralte und ans Herz greifende Gitte will es, daß wir das letzte Lager eines lieben Toten mit Blumen schmücken- der Gruß des Lebens an den Scheidenden. Alle Völker mit alter Kultur kennen die Sitte und halten sie heilig wie eine Pflicht, die sie dem Toten gegenüber haben. Alle Freunde und Bekannten, die von dem Hinscheiden Nachricht erhalten, senden das Symbol der Unendlichkeit, den lebensgrünen Kranz ,. mit den Blüten der Jahreszeit geschmückt, in das Trauerhaus ,. oder lassen es sich nicht nehmen, den letzten Gruß selbst an die Gruft zu tragen, die den Verschiedenen aufnehmen soll. Seitdem die Verbrennung als Bestattungsart besonders. in den Großstädten, mehr und mehr in Aufnahme gekommen ist, wissen viele nicht, ob die alte Sitte der Kranz- oder Blumenspende noch aufrechterhalten wird. Die Hinterbliebenen glauben auch oft, der wirtschaftlichen Verhältnissen der ande ren Rechnung tragen zu sollen, und bitten, von Kranz- und Blumenspenden abzusehen. Sie berauben damit die Freunde und Bekannten einer Liebespflicht Mag sie vielleicht auch richt immer leicht zu tragen sein, weil Schmalhans den Tag. regiert, aber die Gemütswerte überwiegen dann und besiegen die wirtschaftlichen Erwägungen. Man möchte doch dem Toten letzte Ehre and Freundschaft erweisen, an der wir es im Leben so oft in der Hehjagd des Tages fehlen lassen mußten. Und wir drücken durch einen Strauß von Blumen, selbst eit paar lose Blüten, auch den Hinterbliebenen aus, daß wir ihre Trauer mitempfinden und mit ihnen den letzten Gang feierlió und würdig gestalten wollen. Worte send dürftige Spender innig und herzenswarm sprechen die Blüten, der Kranz 3 den Trauernden. Es ist weder Verschwendung, noch eine Ueberbleiben. Also: Das landwirtschaftliche Problem vor allem und das Colsmann'sche Buch in möglichst viele Hände! Die Ernährung des Sportsmannes. Zu diesem Thema werden von sportärztlicher Seit beachtenswerte Ausführungen gemacht, die in der Er fahrung gipfeln, daß mit einer Kost, die Vollkornbrot rohes Obst, rohe und gekochte Gemüse, grüne Salate Reis, Kartoffeln, Suppen und Milch in mäßigen Men gen bevorzugt, ausgezeichnete Erfolge erzielt werde können. Fleisch soll höchstens dreimal in der Woche in fleinen Portionen als Genußmittel gereicht werden Ebenso ist das Ei nur sparsam und nur zu einfacher Mehlspeisen zu verwenden. Zum Frühstück wird anstell von Kaffee, Tee und Kakao eine Hafersuppe oder Hafer brei mit Milch empfohlen. Diese hier angegebene Kost hat noch den ganz be sonderen Vorzug, daß sie nicht nur die allgemeine Leistungsfähigkeit hebt, sondern sie vermindert auch nich zuletzt durch den geringen Verbrauch von Kochsalz di Sucht nach den Reizmitteln, nach Alkohol und Tabak, die unserer Jugend besonders im Sport so verderblich sind. Was den wiederholten Alkoholgenuß bei Sports Leuten angeht, so braucht der Sportsmann noch lang fein„ Trinker" zu sein, aber immerhin wird durch die Summierung auch kleiner Alkoholmengen der Kreis laufapparat, vor allen Dingen Herz und Gefäße, all mählich aber sicher geschädigt. Man wird von vielen aktiven Sportlern die Be stätigung erhalten, daß eine naturgemäße Lebenswei sie erst befähigt hat, Welthöchstleistungen zu vollbrin gen. Man denke hierbei an das größte Laufwunder, das das zwanzigste Jahrhundert hervorgebracht ha den finnischen Meisterläufer Pavvo Nurmi. Dieser Sportheros hat in einem seltenen Anflug von Bered samkeit, bekanntlich ist er einer der schweigsamsten Men schen, die es gibt, darauf hingewiesen, daß er von früher Jugend an Anhänger einer vegetarischen Lebensweise ist und daß trok härtestem Körpertraining und größter Beanspruchung seiner förperlichen Kraftreserven er nu mit dieser Lebensweise zu seinen großen Erfolgen auf sportlichem Gebiet gekommen ist. Samstag, den fluffigkeit, die w Gefte der Freund der Gutes tun Sitte weichen, i gelegt ist, und di muß- wenn wi vom Geschäftsgei Strauß oder ein a will, aber oh m bekannten hhte Lebewohl fei Blumen! 1 * Der 31. D nungsblatt der E ben des Hej. K Schulleitungen de in denen am 31. gionsgemeinde sto Edfüler der Unte Schüler fällt der nach dem Ermej terricht für sie n einen Sonntag, Frage. * Fundsachen guit 1930 gefunde der Anschlagtafel lipps Plak 1, ei werden aufgeford ten beim Fundb machen. * Kraftpojt der Kraftpost C 7. September ab mar 12,00 Uhr a Rüdfahrt: ab Gi an Wigmar 18,1 Pofttraftwagen u woselbst er um + Doppeljub Heute und morg und Freiw. Gai fehen ist für he verbunden mit nach dem Kreis hiesigen Wehren zur Volkshalle Wir wünschen wollen nicht lich dieses Fes ihre opferbere Großes 2. Saji am Komment ttaliber- Schi Meisterschütz und Georg S jie am 1. Se fehr scharfer haftsjaieger gen, also hie sehr guten bands- Schieß Major a. D gruppen, di Hajjia- Bezi chaftsgrupp meisterjajte Verbandsschi findende gro Don 2000 9 fann jeder Preijen fid ginnt ichor früh 8 Uh fenster der Die Schieß K Mr. Schwalbe jag Det, Sagt: er! vollsten unter Freundschaft Heimat Friede Du fagit in dei Welt bedeutete, Heimat aus dei git du Heimweh Sehnen, wenn git du glücklichk in stillen Stun nd führt dich i mat, zu dem F und Heimweh, im großen Kri Brüden gebaut i ampftag das He den und jenen er hörte durá er Heimat läut Der den Abendje it. Aus hundertt imweh in der M fes Landfind utter. Und mand herzend und lache ieder zujammeng Und mancher fu en Traumer gem wieder heimwa ionem Briefen g ill verschämt. I elt weinend. des Menschen B Strudel dieser W es fann aber a man liebt.t gefunden? tagsschreib eundesipende. tte will es, daß Blumen schmüden Alle Völker fie heilig wie Ben. Alle Fre Nachricht erhe lebensgrünen in das Trauer n Gruß selbst a fnehmen foll ttungsart bes Aufnahme gelme er Kranz oder Die Hinterbe hältnifer der ande En, von Arany damit die Freund g fie vielleicht aud Schmalhans den Tag bann und befieger te doch dem To an der wir es Hen lassen mußt - Blumen, felbft en aus, daß wir i legten Gang fei nd dürftige Sp Blüten, der K ung, noch eine! iche Problem in möglichst smannes. portärztlicher cht, die in der t, die Vollkorn müse, grüne G hin mäßigen olge erzielt m mal in der Wo el gereicht w nd nur zu ei ühſtüd wird jersuppe oder t noch den gan nur die allge vermindert aud uch von Kocja Alkohol und Sport so berde olgenuß bei ortsmann noch erhin wird du Imengen der erz und Gefäß Sportlern di rgemäße Leben ftungen zu bol größte Lauf herborgebrad obo Nurmi Anflug bon fdweigiam en, daß er bon fri tarijchen Lebenswe training und groß Kraftreferben er m großen Erfolgen Samstag, den 6. September 1930. flüssigkeit, die wir mit der Blumenspende begehen - - es ist die Geste der Freundschaft und Liebe zu einem, dem wir nie wieder Gutes tun können. Reiner sollte von der schönen alten Sitte weichen, in der das Gefühlsleben eines Volkes niedergelegt ist, und die lebendig zu erhalten, uns am Herzen liegen muß wenn wir ein Kulturvolk bleiben wollen, das sich nicht vom Geschäftsgeist der Zivilisation überrennen läßt. Kranz, Strauß oder ein paar lose Blüten, das mag jeder halten, wie er will, aber ohne diesen letzten Lebensgruß sollte er keinen ihm bekannten Menschen aus dem Leben gehen sehen. Das letzte Lebewohl sei das Lieblichste, was die Welt zu bieten hatte Blumen! - * Der 31. Oktober tirchl. Feiertag. Das letzte Verordnungsblatt der Ev. Landeskirche für Hessen teilt das Ausschreiben des Hess. Kultusministeriums mit, in dem die hessischen Schulleitungen darauf verwiesen werden, daß in allen Orten, in denen am 31. Oktober eine Feier der protestantischen Religionsgemeinde stattfindet, für die protestantischen Lehrer und Schüler der Unterricht ausfällt. Für die nichtevangelischen Schüler fällt der Unterricht am 31. Oktober nur aus, wenn nach dem Ermessen des Schulleiters ein fruchtbringender Unterricht für sie nicht möglich ist. Fällt der 31. Oktober auf einen Sonntag, so kommt ein Unterrichtsausfall nicht in Frage. * Fundsachen. Das Verzeichnis über die im Monat August 1930 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf Philipps- Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Mona-ten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. * Kraftpost Gießen- Launsbach Wißmar. Die Fahrzeiten der Kraftpost Gießen- Wißmar werden mit Wirkung Dom 7. September ab an Sonntagen wie folgt festgesetzt: ab Wißmar 12,00 Uhr ab Launsbach 12,12 Uhr, an Gießen 12,25 Uhr. Rückfahrt: ab Gießen Bhf. 17,35 Uhr, an Launsbach 18,00 Uhr, an Wigmar 18,10 Uhr. Nach Ankunft in Wißmar setzt der Postkraftwagen um 18,12 Uhr die Fahrt bis nach Krofdors fort, woselbst er um 18,20 Uhr ankommt. * Doppeljubiläum der Gießener freiwilligen Feuerwehren. Heute und morgen feiern die Gießener Freiwillige Feuerwehr und Freiw. Gailsche Feuerwehr ihren 75. Geburtstag. Vorgesehen ist für heute abend ein Kommers auf der Liebigshöhe, verbunden mit einer Theateraufführung; morgen früh findet nach dem Kreisfeuerwehrtag im Café Leib eine Uebung der hiesigen Wehren, am nachmittag ein Festumzug durch die Stadt zur Volkshalle und dortselbst die große Jubiläumsfeier statt. Wir wünschen beiden Vereinen guten Verlauf der Feiern und wollen nicht versäumen, den freiw. Feuerwehrmännern anläßlich dieses Festes wieder den Dank zuzurufen, den sie sich durch ihre opferbereite Menschenliebe verdient haben. Großes allgemeines Preisschießen und 2. Hajjia- Verbandsmeisterschaftsschießen. am 7. September 1930 zu Gießen. Kommenden Sonntag, den 7. September, hat die Kleintfaliber- Schießabteilung des Kriegervereins Gießen, resp. deren Meisterschützen Willi Georg, Wilhelm Hainbach, Heinrich Mooz und Georg Schilling, den Hassia- Wanderpreis zu verteidigen, den jie am 1. September vorigen Jahres in Offenbach a. M. unter sehr scharfer Konkurrenz sich errungen hat. Dieses Meisterschaftsschießen ist jazzungsgemäß am Ort der Sieger auszutragen, also hier in Gießen. Geschossen wird auf den schießtechnisch sehr guten Anlagen des Schützenvereins Gießen. Vom Ver= bands- Schießmeister der Landeskriegerkameradschaft Hassia, Herrn Major a. D. Pohl Büdingen, sind aus den 81 Mannschaftsgruppen, die Ende Juli und Anfang August ds. Js. sich an den Hajjia Bezirksmeisterschaftsschießen beteiligt haben, 23 Mannschaftsgruppen bestimmt worden, die nun um die Verbandsmeisterschaften kommenden Sonntag fämpfen. Neben diesem Verbandsschießen hat das am selben Ort und zur selben Zeit stattfindende große Breisschießen, für das rund 100 Preise im Werte von 2000 Mark ausgesetzt sind, allgemeines Interesse. Hier fann jeder mitschießen und von den wertvollen und schönen Preisen sich den oder jenen erringen. Das Preisschießen beginnt schon am Samstag, nachmittags 2 Uhr, und Sonntags früh 8 Uhr. Ein Teil der wertvollen Preise ist im Schaufenster der Pianohandlung Schönau, Seltersweg, ausgestellt. Die Schießleitung befindet sich Gießen, Südanlage 21. K ,, Gießener Zeitung" * Wahlversammlung. Am tommenden Montag, abends 8 Uhr, spricht der Kandidat der Reichspartei des deutschen Mittelstandes, Prof. Dr. Horneffer von hier, im Cafe Leib über ,, Privatwirtschaft und Sozialismus“. * Wiedersehensfeier der ehemal. 48. Res. Inf. Division ( Regimenter 221, 222, 223, 224 und 48 F. Art.) Am 6. und 7. September findet in Nassau/ Lahn eine Wiedersehensfeier statt. Die Feier soll in echter und gemütlicher Kameradschaftlichkeit abgehalten werden. Aus Nah und Fern. Annerod bei Gießen. Die hiesige evangelische Kirche hält am morgigen Sonntag eine programmreiche 50- Jahrfeier. Herchenhain. Die Bestrebungen, bei Herchenhain einen ständigen Flugplatz für Segelflieger zu errichten, sind nunmehr verwirklicht, die Berufsschule 1 Frankfurt hat bereits begonnen, eine große Flughalle zu errichten, die genügend Platz für mehrere Flugzeuge haben soll. Selters. Ein Forstbeamter, der von der Jagd zurückkam, kehrte im benachbarten Mogendorf in eine Wirtschaft ein. Sein noch geladenes Gewehr legte er auf einen Tisch, an dem niemand saß. Ein im Wirtshaus anwesender neunjähriger Junge, der zur Kur im Ort weilte, machte sich an dem Gewehr zu schaffen und drückte den Hahn ab. Der Schuß frachte und die Schrotladung traf einen Chauffeur aus Mülhofen in den Oberarm. Der Getroffene wurde schwer verletzt ins Krankenhaus Dernbach gebracht. Landestreffen der VDA.- Jugend. Büdingen. Das hier in den letzten Tagen stattgehabte Landestreffen der Hessischen VDA- Jugend( Verein für das Deutschtum im Ausland) nahm bei starker Beteiligung aus allen Bezirken Hessens einen prächtigen Verlauf und ist zu einer imposanten Kundgebung für den VDA.- Gedanken und seine Ziele geworden. Es sprachen bei einer großen Morgenfeier der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Brandsch, ein Vertreter der Bukowina, Pfarrer Harth aus Wien und Dr. Scheuring aus Darmstadt. Stockstadt. Es waren nur geringfügige Verfehlungen, die sich der Bahnsteigschaffner Roth hatte zuschulden kommen las= sen, und in dem eingeleiteten Strafverfahren wäre er nicht gar Flurnamen der Gemarkung Beuern. Von Wilhelm Arnold- Beuern. 1. Fortsetzung. = Weiterhin dehnt sich ein Wiesengrund aus: im Weidloh Baum oder Gesträuch( mundartlich: im Weiluh). Loh= gruppe innerhalb des bebauten Feldes. Einige Weidenstrünke, wie sie sich früher vielfach in Gärten und an anderen Stellen vorfanden, verliehen hier den Namen. Weiter aufwärts, der Kreisstraße folgend, am Grabacker vorbei, der den Ganerben ( v. Bused) gehörte, gelangen wir auf die Kreuzer. Hier standen wahrscheinlich ehemals solche Steinkreuze 2, wie sie sich mehrfach noch jetzt, auch in der näheren Umgebung vorfinden und religiösen Zwecken dienten. Rechts der Straße dehnt sich das Platzfeld( das große Feld), links das Lützelfeld( das kleine Feld) aus. Vor uns liegt nun eine Niederung„, im Siegen" 2 Zwei solcher Steinkreuze befanden sich zwischen Großenund Alten- Bused, eines an der Wegbiege nach Trohe, noch jetzt sichtbar, während das andere, das dicht vor erstgenanntem Ort stand, wegen Bebauung des Geländes entfernt werden mußte und ins Museum zu Gießen gebracht worden ist. Ein drittes Kreuz stand seither noch neben der Kirche zu GroßenBused. Auch in der Gemarkung Reiskirchen hat sich ein solches erhalten und war an dem alten Weg nach Großen- Buseck. Es zeigt Spuren von einem zweiten eisernen Kreuzchen, welches sich oberauf befand. Das Volk glaubt, daß diese Kreuze die Grabstätten in früheren Kriegen gefallener Offiziere bezeichnen. Die beiden erwähnten Kreuze bei Großen- Buseck sollen das Gedenken an die 1621 daselbst stattgefundene Schlacht wahren, die übrigens neuerdings bestritten wird und bezüglich deren auch in den kirchlichen Schrifttümern Großen- Buseds feine Anhaltspunkte zu erweisen sind. Es läßt hier zwei Offiziere fallen und bestattet werden, während bei Reiskirchen ein solcher im 7jährigen Kriege verfolgt und getötet wird. Letzterem steht aber entgegen, daß das steinerne Kreuz schon 1615 in den Schrifttümern der Pfarrei erwähnt wird. Auch die, auf dem Kreuzerfeld bei Bingenheim vermuteten Steinkreuze werden die gleiche Bestimmung wie die angeführten in unserer Gegend gehabt haben. Zu Steinbach steht noch aus katholischer Zeit ein Kreuz aus Basalt am ,, Stannkreuzweg", ein zweites stand daselbst vor der Kirchgasse. Nr. 71. zu hart bestraft worden. Dennoch machte Roth seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Frankfurt a. M. Pfarrer Steubing aus Heddernheim wurde wegen Urkundenfälschung und fortgesetzter Unterschlagung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Von der Anklage des Betrugs wurde er freigesprochen. Frankfurt a. M. Das Opernhaus in Frankfurt a. M. feiert vom 10. 16. Oktober sein 50jähriges Bestehen mit einer Festwoche. Opfer der Berge. Kassel. Die beiden 23- und 19jährigen Söhne Heinz und Walter des Direktors Hoffmann in Wilhelmshöhe, die ihre Universitätsferien in Tirol verlebten, hatten seit Anfang August tein Lebenszeichen mehr von sich gegeben. Jetzt trifft hier die Nachricht ein, daß das Brüderpaar am 8. August bei einem Schneesturm in den Bergen ums Leben gekommen ist. Explosionsunglüd. Essen. In der Stahlformgießerei der Kruppschen Gußstahlfabrik erfolgte ein Explosion, bei der ein Meister und zehn Arbeiter verletzt wurden. Diamond in Bremen. Bremen. Diamond, der sogenannte Unterwelt- König, der in Aachen von den deutschen Behörden festgenommen wurde, ge= langte Donnerstagmorgen 4 Uhr in Begleitung von zwei Kriminalbeamten in Bremen an. Auf dem Bahnhof wurde ein kleines Frühstück eingenommen, worauf man sich um Passage für die Ueberfahrt nach Amerika bei dem Norddeutschen Lloyd bemühte. Man beabsichtigte zunächst, ihn mit dem abgehenden Dampfer ,, Berlin" zu befördern. Da dieser aber voll besetzt ist, war der Abtransport unmöglich. Außerdem scheint der Lloyd feine große Neigung zu haben, den Verbrecherkönig nach Ame rika zurückzubefördern. Man bemüht sich deshalb um eine Passage bei einer amerikanischen Schiffahrtslinie. Der Mitgliederbestand des Deutschen Sängerbundes. Nach den neuesten Angaben in der„ Deutschen Sängerzeitung" zählt der Bund nunmehr( Stichtag war 1. Januar 1930) 16 103 Vereine mit 573538 singenden Mitgliedern gegenüber 15 715 Vereine mit 582 120 Sängern am 1. Januar 1929. Zum ersten Male seit vielen Jahren ist die Aufwärtsbewegung des DSB. unterbrochen worden durch einen Rückgang an Sängern, während die Zahl der Vereine gestiegen ist. oder„, im Kelluh"( amtliche Schreibweise noch richtig: ,, Kirrlok"). Das Grundwort Kir findet sich in süddeutschen Mundarten und bezeichnet einen Sumpf, es erscheint aber auch in unserer Nähe, in Kirbach unweit Nanzhausen, Kr. Marburg. Der Flurnamen„ Kirrloh" ist am Entschwinden und wird von der Namensform„ Siegen" überholt.( Von siegen, allmählich abfließen, sickern, seien.) Letztere kommt ungemein häufig in der Nähe( Alten- Busecker Gemarkung) und weiterhin vor und bezeichnet eine Niederung, in welche die Abwässer der Umgebung einmünden. Die amtliche Schreibweise ,, auf dem See" gründet sich auf den dort angelegten kleinen Teich, der den Zweck hatte, das angesammelte und darin aufquellende Wasser der Neumühle zuzuführen. Die Niederung ,, im Siegen" war, bevor dieselbe um 1843 bei der Feldvermessung durch einen Damm überbrückt wurde, ein gewaltiges Hemmnis für den Verfehr mit Großen- Bused, aber weder die Kriegsvölker in früheren Zeiten, noch auch die Plettengäste, wie die Zigeuner früher hier genannt wurden, haben sich dadurch von einem Besuch unseres Dorfes abhalten lassen. Unter einem alten Baum in der Niederung sollen die braunen Gesellen in der Regel sich gelagert haben, daher die Stelle, die Plettenherberge hieß. Jm Volke gilt ,, das Siegen" als eine Unglücksstätte und als nicht geheuer. In der Tat sind daselbst und in der näheren Gleich Umgebung schon häufig Unglüdsfälle vorgekommen. nachdem der Damm aufgeschüttet war, stürzte ein mit Holz beladenes Fuhrwerk hinunter. Das Pferd des Fuhrmanns Henẞ, auf dem Heimweg begriffen, soll angeblich vor einem Spuf ge= scheut haben und raste in das Tal hinunter in den Bach. Der Fuhrmann mag wohl etwas angetrunken gewesen sein, er starb zu Haus wie jener Knecht der Brüder Zutt in Gießen, der vor einigen Jahren ein kostbares Pferd an einem Baumstamm im Siegen zerschellen ließ. Wieder in nächster Nähe begab es sich, daß der, von der Hochzeit seiner Tochter von Großen- Bused zurückkehrende Forstwart D. aus Beuern vom Weg ab in eine Schneewehung geriet und nur durch die Hilfe des damaligen Besitzers der Neumühle und seines Knechtes, die in weiter Ferne seine Rufe gehört hatten, gerettet wurde. Fortsetzung folgt. Eine Spar- Methode mit 6 Vorzügen: - 2. das - - 1. Du gewöhnst Dich an regelmäßiges Sparen vorzeitige Abheben des Ersparten wird vermieden 3. der Staat gewährt Dir Steuer- Vergünstigungen 4. Du sicherst Deiner Familie sofort eine bestimmte Summe auch bei Deinem vorzeitigen Ableben 5. bei vorzeitigem Ableben erhält Deine Familie ein Viel6. im Alter faches dessen, was Du eingezahlt hast wirst Du die angesammelten Gelder selbst zurückerhalten. Diese 6 Vorzüge bietet Dir allein die Lebensversicherung. Lege die Hälfte Deiner Ersparnisse in Lebensversicherungen an! Samstag, den 6. September 1930. Mehr Grünland! Von Tierzuchtinspektor Dr. P. Lieb. Dem gesamten Grünland, wozu Wiesen, Weiden und Futterbau gehören, wurde in früheren Jahren viel zu wenig Beachtung geschenkt. Durch das große Angebot von Kraftfuttermitteln hatte es der deutsche Landwirt, der damals noch Geld in den Fingern hatte, leicht, den Futtermangel der eigenen Wirtschaft zu ergänzen. Die schweren wirtschaftlichen Zeiten des Krieges und der nachfolgenden Jahre zwangen den viehhaltenden Landwirt, andere Wege zu gehen, und erst dann entstand eigentlich der Begriff„ Grünland". Intensiver Ackerbau kann auf die Dauer nur durch Stallmist, der durch Kunstdünger ergänzt wird, betrieben werden. Ersterer ist aber ein wichtiges Nebenprodukt der Tierhaltung und Zucht. Viehzucht und Grünland sind aber unzertrennlich. Daß sich der deutsche Bauer immer mehr vom Kraftfuttermarkt des Auslandes losmachen muß, ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit. Das eine steht heute fest, daß das Grünland heute so entwickelt werden kann, daß es die deutschen Tierbestände restlos ernährt. Ein ,, intensiv" geleiteter Gutsbetrieb muß nicht immer vorwiegend Ackerbau betreiben, wie irrtümlich noch vielfach angenommen wird, sondern kann und muß diese Intenvisität auch auf das Grünland, das im allgemeinen geringeren Arbeitsaufwand beansprucht, ausdehnen Es ist deshalb auch oft betriebswirtschaftlich richtiger, allzuschwere Ackerböden, ungünstig gelegene Feldstücke oder moorige Böden, die ertragunsicher sind, in Grünland umzuwandeln. Dabei darf natürlich die Frage des Wasserhaushaltes solcher Böden nicht übersehen werden, denn das ist Vorbedingung. Auch der Anbau von Stoppelsaat und Grüngetreide zum Futtern, wodurch wir in 2 Jahren 3 Ernten erzielen, gehört hierher. Die Grünlandwirtschaft muß in Zukunft die feste Grundlage für die deutsche Tierzucht und Haltung bilden. Wenn Grünland, Tierzucht und Haltung, sowie Ackerbau auf gleiche Stufe gebracht werden, wenn der Landwirt der Zukunft auf Wiese, Weide und im Stall ebenso häufig aufzufinden ist, wie auf dem Felde, dann wird die Wirtschaftslage besser und sicherer werden, sowohl für die Volksernährung als auch für den einzelnen deutschen Wirtschaftshof. Selbstverständlich muß auch dem Grünland die notwendige Pflege zukommen, wobei die Egge das Hauptgerät bildet. Bei Neuansaaten von Wiesen und Weiden kaufe man nie fertige Grassamenmischungen, sondern lasse sich Art und Menge der Grassamen von einem Fachberater nennen und stelle sich dann das Gemisch selbst zusammen. Sehr wichtig ist ferner die Ernährung des Grünlandes, wobei der Stichstoff der treibende Faktor ist, der nicht nur Masse, sondern auch eiweißreiches Futter erzeugt. Stidstoffsammler, wie Kleearten usw., benötigen nur eine Kaliphosphatdüngung. Wiesen und Weiden fönnen nur Höchsterträge bringen, wenn ihnen sämtliche Nährstoffe zugeführt werden. Der gegebene Grünlanddünger ist der Kompost oder Stalldung, der alle drei bis vier Jahre gegeben werden muß. Da der Nährstoffbedarf der Wiesen und besonders der Weiden sehr hoch ist, muß fünstlich beigedüngt werden. In dem Volldünger Nitrophoska II oder III gibt der Landwirt gleichzeitig Stickstoff, Phosphorsäure und Kali. Gerade jetzt im Spätsommer, wo die Pflanzen nach den Forschungsergebnissen von Geheimrat Professor Dr. Falke, Leipzig, Reservestoffe in den unteren Organen für das kommende Frühjahr ausspeichern, ist eine Düngung angebracht. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft, Berlin, welche, wie in jedem, so auch in diesem Jahre ,, Weidedüngungsversuche" durchführte, fam nach den neuesten Berichten wieder zu dem Ergebnis, daß ein guter und reichlicher Pflanzenbestand nur durch eine gute Pflege der Grasnarbe und durch eine entsprechende Ernährung, wobei der Stickstoff an erster Stelle steht, erreicht werden kann. 75 Jahre Westermanns Monatshefte. 75 Jahre-- das bedeutet, daß 74 Jahre lang Monat für Monat ein Hest dieser Zeitschrift in Tausenden von Exemplaren aus dem Braunschweiger Verlagshaus in die Welt hinausgewandert ist. Nahezu 900 Hefte sind in den 74 Jahren erschienen. Drei Vierteljahrhunderte deutscher Kultur spiegeln sich in diesen Hesten. Betrachtet man die Entwicklung dieser Zeitschrift, so fällt die enge Zeitverbundenheit auf. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Tüchtige, fachkundige Dame der Bandagenund Corseletbranche als Bezirksleiterin gesucht. Wir biet. die höchste Provis. 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Deutschland Washington, 8. lehrte Senator B ber, die europäi perftande, infolg in der ganzen W Weltwirtschaftsdep ritanijchen Zolltar Zolltarife um run Daß der Außenhand Arbeitslosigkeit in prophezeit dann, Notlage Deutschl rauf gejagt mache Anstrengungen gen chung der Kriegsi wieder ins Rollen bohen, nicht genan auch England abi zahlungen an Am Deutschland jo Reichsaußenn Verbleiben des mung fein Grun habe 1927 gegen Brotest eingelegt. as dringendite möglich geregelt m Wahlreije d Wie man aus gierten in Genf a lajien, sich mit d deutschen Grenzita nügen, und mit Mit Rücksicht auf für den Wahlsonn gierten in Aussia Gefälschte U Rajjel, 9. Sept. hen Deutschen Art htsanwalt gegen en SA- Führer O ler Befehle" ein Die politische Poli mehritündige Haus Das Büro des Weir Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder mit all ihren Angehörigen ist dieses Mal unbedingt Ehrensache. Der 1. Präsident der Kriegerkammeradschaft Hassia, Exz. General von Oidtman, ist anwesend.- Für das Preisschießen sind zahlreiche wertwolle Preise ausgesetzt. Jedermann kann sich an diesem Schießen beteiligen. Ein Teil der Preise ist im Schaufenster der Pianohandlung Schönau im Seltersweg ausgestellt - dhung einbezogen uf das Polizeiprä ung wieder entla t gefunden. U