Nr. 52.. des Staats: diesem Jahre war bereits er Vorantritt Kampfbahn Kampfipiel: . Lewald mit sübungen der Wagner- Bres ichsausidhujjes ung für sein te und über: De der Stadt r Volkswohl= egrüßungsrede Er gab seiner sdrud, betonte aus, daß der Zutunft im inschaftsgefühl e fodann die die herzlichen urch Professor Reichsausichuz iele aussprach eimat, ein Etrengabe über Des Deutschen Hoch auf Exim Rund der wald fest, daß Verlauf ge gefungen, und an den Mara Sieger. Auf Fanal Mara diger Abschluß erbände tlicht sind. erwaltungsaus BfL. unter Be ng, Braungari, Kartini, Faber das erste f häftsführe Jahre ist ein hrungsbestim prache Einig en sofort den desverbänden Rahmen des lichung dieser mmungen des en. fallversicherung en hat sich die foren. Ein im verficherung auf Gefundheitsdien Die Sportvereine Sefundheitsdienst Tätigkeit im Leibesübungen chwimmen, Fuß en, Wintersport ymnastik betrei ung zugegangen Der Berwaltung Raffen, Schrift le Personen, die tarter, Ehreng tig sind. Ferner portlehrer, Tan tsführer, Spi Dienstperjonal d nur diejenigen bezeichneten An Pflicht und fan sitrafen bis ieje Maßnahmen oben werden. Ge t und Wohlfahn ften wissen, weld e Leibesübunge Träger diefer Be ung und Ausber die Vereine und bung zusammen auf den freie tiden. in in Gießen. efer Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Reichspräsident von Hindenburg ist, von seinem Aufenthalt in Reuded( Westpreußen) zurüdkehrend, Freitag vormittag wieder in Berlin eingetroffen. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist eine Aussprache zwischen der Reichsregierung und der Sowjetregierung über die Stellungnahme der beiden Länder zur Paneuropadenkschrift Briands im Gange. Das preußische Staatsministerium hat einen Beschluß ge= sagt, in dem den preußischen Beamten die Beteiligung an der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei und der Kommunistischen Partei verboten wird. Die sächsischen Demokraten haben eine Einladung der Rechts: parteien, fich an den neuen Verhandlungen über die Regierungsbildung in Sachsen zu beteiligen, abgelehnt. Nach der Uebernahme der finnischen Regierung durch Svinhufvud haben die Lappo- Leute ihre Forderungen zurückgeschraubt. Die Staatsstreichgefahr kann als beseitigt angesehen werden. Wie ous Mostau gemeldet wird, wirt zum Nachfolger Tschitscherine der jegige Stellvertreter des Außenkommissars Litwinow ernannt werden. Der außenpolitische Kurs bleibt also unverändert. Zum Nachfolger Litwinows ist der zweite Stellvertreter des Außenkommissars Karachan ausersehen. Dan 184 Millionen Dollar ab. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 5. Juli 1930 Befreiungsfeier in Koblenz am 22. Juli. Besuch des Herrn Reichspräsidenten. Nachdem das gesamte besetzte Gebiet von der Besazung geräumt ist, findet am Dienstag, den 22. Juli, in der Provinzialhauptstadt Koblenz die amtliche Befreiungsfeier der preußischen Staatsregierung statt, die durch die Anwesenheit des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg, des Herrn preußischen Ministerpräsidenten, mehrerer Reichsminister und Staatsminister Preußens und der anderen Länder, sowie der höchsten Behördenspitzen der Rheinprovinz eine besondere Bedeutung erhält. Dieses Fest der Freiheit am Rhein verspricht eine würdige und imposante Kundgebung zu werden. England vertagt die Entscheidung über Deutsch- Dstafrifa. London, 4. Juli. Lord Passfield brachte gestern im Oberhaus einen Antrag auf Einsehung eines gemeinsamen Komitees beider Häuser des Parlaments zur Beratung einer Vereinigung von Kenia, Uganda und dem früheren Deutsch- Ostafrika ein. Er kündigte jedoch gleich zu Beginn der Debatte an, daß der Antrag lediglich formelle Bedeutung habe und daß er ihn nach Abschluß der Debatte zurückziehen würde. Somit steht endgültig fest, daß das Komitee in der laufenden Session des Parlaments nicht in Attion tritt. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 53 Zur Räumung der Rheinlande. Zeitgemäße Erinnerungen an den Ruhrkampf 1923 bis 1925. Den Höhepunkt erreichten die Beraubungen Mitte Februar in Gelsenkirchen. Der Stadt war von der Besagung eine Kontribution von 100 Millionen Mark auferlegt, die in einer Form eingetrieben wurde, wie man es bei Kulturvölkern nicht für möglich halten sollte. Friedlichen Straßengängern wurden einfach Aktentaschen und Handtaschen nachgeprüft und jedes vorgefundene Geld fortgenommen. Einem Botenmeister der ,, Gelsenkirchener Allgemeinen Zeitung" wurden zwei Milliarden Mark Abonnementsgelder geraubt, überdies wurde er noch festgehalten. Der Frau des Steigers Fiebinger nahm man aus der Handtasche 50 000 Mark heraus, erst auf stundenlanges persönliches Drängen beim französischen General erhielt sie ihr Geld zurück. Eine Arbeiterfrau, der man 20 000 Mark raubte, die sie in ihrem Marktkorb unter einem Zeitungsblatt verborgen hatte, erhielt den Betrag trotz vielfacher Bitten nicht wieder. Der Eisenbahngehilfe Pommerin wurde ins Rathaus gebracht und dort so schwer mißhandelt, daß er besinnungslos wurde; nach Wiedererwachen in einer Zelle stellte er den Verlust seiner Brieftasche mit 70 000 Mart, seiner Uhr und seines Ringes fest. Der Bergmann Rehder aus Rotthausen, der um 12 Uhr nachts vom Hauptbahnhof kam und in seine Wohnung wollte, wurde besinnungslos geschlagen, dann stahl man ihm Das amerikanische Finanzjahr schließt mit einem Ueberschuß Die englische Bankwelt fordert scharfe Schutzzollpolitik. Geldbörse und Trauring. Sogar der Briefträgersaal in der Post 130 000 aus der russischen Kommunistenpartei ausgeschlossen. Moskau, 4. Juli. Im weiteren Verlauf des bolschewistischen Parteitages wurden im Bericht der Zentralkommission einige 3ahlenangaben über die Partei, über die Sowjetbeamtenschaft und über die Ergebnisse der Tschistka, der sogenannten Säube: London, 4. Juli. In einer sensationellen Erklärung, die von bekannten Namen, wie dem Bankier Reginald McKenna, von Aussichtsräten der Bank von England und Mitgliedern führender Finanzhäuser unterzeichnet ist, setzten sich die Spitzen der englischen Bankwelt für die sofortige Inangriffnahme einer scharfen Schutzzollpolitik ein. Die Verlautbarung erregt in parlamentarischen Kreisen das allergrößte Aufsehen, denn die Londoner City galt bislang als das Bollwerk freihändlerischer Gedanken. wurde von französischen Truppen besetzt, die das deutsche Personal verjagten und nunmehr eine große Reihe lagernder Wertbriefe erbrachen. Trotz aller Vorstellungen bei Offizieren und Adjutanten in Gelsenkirchen sowie in Recklinghausen erfolgte feinerlei Rückgabe der gestohlenen Gelder.... In der Nacht auf Conntag, den 25. Februar, wurden drei Bergleute auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstätte nach der Zeche Herkules von mehreren französischen Soldaten überfallen, die ihnen Geld und Uhren fortnahmen. In der Nacht vorher zung, das heißt des Ausschlusses für ungeeignet erachteten Ele Schnelljustiz bei radik. Ausschreitungen widerfuhr einem anderen Bergmann in der Hansastraße dasmente mitgeteilt. Von 1½ Millionen Parteimitgliedern wurden durch die Tschistta 130 000 ausgeschlossen, also fast zehn Prozent. Der Ausschluß betraf nahezu jedes dreizehnte Parteimitglied aus der Arbeiterklasse und nahezu jedes fünfte Parteimitglied aus der Angestellten- und Bauernklasse. Die Tätigkeit dar Tschistka der Sowjetbeamten ist noch nicht beendet. Von bisher kontrollierten 400 000 Beamten wurden 51 000,, ausge= säubert", aiso ungefähr elf Prozent. Der Bericht der Zentralfommission bemängelt allgemein, daß trotz aller angewandten Methoden im leitenden Fachpersonal, unter den wissenschaftlich gebildeten Angestellten und unter den Spezialisten die Zahl Der Kommunisten gering ist. Vor neuen Massenerschießungen. Riga, 4. Juli. Die ersten Folgen der Moskauer Parteibeschlüsse sind der Wiederbeginn des Eintreffens politischer Flüchtlinge aus Rußland. In Riga, Reval und Dorpat sind in den legten Tagen mehr als 120 Russen angekommen. Nach den hier borliegenden Moskauer Berichten sind von den in der Diens tagnacht in Moskau vorgenommenen Massenverhaftungen mehr als 5000 Einwohner ergriffen worden. Nach Lage der Dinge rechnet man mit summarischen Erschießungen schon deshalb, um in den überfüllten Gefängnissen Raum zu schaffen. * Pfarrer Koch vom Sowjetgericht zu 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Kowno, 4. Juli. Wie aus Moskau gemeldet wird, ist der deutsche Pfarrer Koch in Odessa wegen angeblicher sowjetfeindlicher Umtriebe zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem wird Pfarrer Koch nach Sibirien verbannt. Die Saarverhandlungen. Berlin, 4. 7. Die Pariser Saarverhandlungen sind nach monatelangem Hinschleppen in ein ausgesprochen kritisches Stadium geraten. Man muß mit einer Unterbrechung der Verhandlungen rechnen; sie dürften aber später zwischen den beteiligten Regierungen fortgesetzt werden. Allerdings sei nicht zu erwarten, daß sie noch in diesem Jahre zum Abschluß gelangten. Der französische und belgische Bahnschutz des Saargebietes wird voraussichtlich bis zum 10. Juli zurückgezogen werden. Separatistenversammlungen auch in Wiesbaden. In der Nacht zum Freitag wurden in Wiesbaden die Geschäfte von verschiedenen Separatisten zerstört. In einigen Geschäften wurde die Einrichtung völlig zertrümmert. Auch bei der Rheinischen Volkszeitung" wurden die Fensterscheiben eingeworfen. Die Zerstörungen vollzogen sich nach demselben System, wie inn Mainz. Auf Fahrrädern und Motorrädern famen die Trupps am, und ehe die Polizei einschreiten konnte, waren die Zerstörun= gon geschehen und die Täter wieder verschwunden.. Wie erinnerlich, hatte der hessische Innenminister bei dem Presseempfang Mitte vorigen Monats mitgeteilt, daß auch in Hessen zur Aburteilung radikaler Ausschreitungen die Schnelljustiz eingeführt werde. Das ist inzwischen geschehen. selbe Schicksal, in der Nacht darauf einem Fördermaschinisten in der Herkulesstraße. An diesem gleichen 26. Februar wurde der Bergmann Bruno Riedel auf der Söllingstraße in Essen von vier französischen Soldaten angehalten, die um ihn einen Kreis schlossen. Die hinter ihm stehenden Soldaten schlugen ihm auf den Naden und Hinterkopf und fragten nach Waffen, rissen Mantel und Jacke auf und stahlen ihm die Brieftasche mit 43 000 Mart und einigen Zigaretten, dann entfernten sie sich schleunigst. Das gleiche Schicksal erlebte kurz darauf der Bergmann Alfred Peter, dem sie 17 000 Mark und seine Taschenlampe fortnahmen, außerdem Zigaretten in einer Tüte. Hierbei erhielt er einen Schlag mit einem festen Gegenstand ins Genid und einen Tritt ins Gesäß. Als er sich wehren wollte, erhielt er noch Schläge ins Gesicht. In einem Ausschreiben des hessischen Justizministers wird auf das bedrohliche Anwachsen der strafbaren Handlungen bei Zusammenstößen zwischen den Kampforganisationen radikaler politischer Parteien oder zwischen Einzelgruppen ihrer Mitglieder hingewiesen, wie es in letzter Zeit allenthalben im Reich zu beobachten war. Das Staatsinteresse und der Schutz der Allgemeinheit erfordern gebieterisch, daß auf diese Taten eine ihrer Schwere und Gefährlichkeit entsprechende Strafe unverzüglich folgt. Sicherlich ist die Wirkung in der Oeffentlichkeit und bei den Tätern wesentlich stärker, wenn die Bestrafung solcher Ausschreitungen auf dem Fuße folgt. Die Staatsanwaltschaft ist darum angewiesen worden, mit allen Mitteln zu erstreben, daß bis zur Aburteilung derartiger Straftaten nicht mehrere Monaie vergehen. Wird alles getan, was der Beschleunigung dient, so muß, da die Täter meist bei oder unmittelbar nach der Tat festgestellt werden, die Anklage gegen die Hauptbeteiligten regelmäßig einige Tage danach erhoben werden können nach einer weiteren Verfügung binnen zwei Wochen-; etwaige später Beschuldigte sollen durch Erhebung einer Nachtragsanflage zur Verantwortung gezogen werden. Der Hauptverhand- sammengebunden und ihm ein nach Schuhwichs riechender Laplungstermin soll möglicht binnen vier Wochen stattfinden. Um dies zu erreichen, können minder dringliche Termine aufgehoben und die Sachbearbeiter erforderlichenfalls von anderen Dienstgeschäften entlastet werden. In der Hauptverhandlung selbst ist nach dem Ausschreiben mit größtem Nachdruck eine der Tat angemessene Sühne zu beantragen und das Strafurteil alsbald mit Entschiedenheit zur Vollstreckung zu bringen. Am 19. April wurde der Bergmann B. Nieczewski auf dem Nachhausewege von seiner Arbeitsstelle in der Steigerstraße in Bottrop von zwei belgischen Soldaten angehalten und unter Bedrohung mit Pistolen gezwungen, auf einen einsamen Feldweg am Bahndamm der Zechenbahn Prosper 2 mitzugehen. Hier hielt ihm der eine Belgier wiederum die Pistole vor, während ihm der übrige das Arbeitsbuch mit dem soeben erhaltenen Lohnabschlag von 100 000 Mark raubte. Er wurde hierbei zu Boden geworfen, seine Hände und Füße mit einem Strid zupen in den Mund gestopft, so daß er nicht schreien konnte. Alsdann verschwanden die Belgier. Erst am nächsten Morgen wurde er von einem des Wegs kommenden Arbeiter aus seiner Lage befreit und mußte sich wegen der erlittenen Verlegungen in ärztliche Behandlung begeben. So befanden sich am 10. März, abends gegen 1 Uhr, die Eheleute L., der Bergmann Wilhelm Ludwig und der Bergmann Franz Borchardt in Bottrop auf dem Heimwege zu ihren Wohnungen. An der Ecke der Friedrichstraße stießen sie auf Bericht über die wirtschaftl. Lage des deutschen zwei belgische Soldaten. Diese ließen die vorangehenden BergHandwerks im Monat Juni 1930. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Die im Berichtsmonat eingetretene geringfügige Belebung des Absahmarktes und damit auch des Arbeitsmarktes hat eine nennenswerte Auswirkung nicht gehabt. Die auf dem deutschen Wirtschaftsleben lastende Depression hält im allgemeinen unvermindert an. Die saisonmäßige Abnahme der Erwerbslosigkeit ist nicht in gleichem Maße fortgeschritten wie im Vorjahre. So machen sich denn auch in der Handwerkswirtschaft form Anzeichen einer Belebung bemerkbar. Der Baume war nach wie vor still; neue Bauvorhaben wurden nur vei It in Ungriff genommen. Lediglich in den Gewerbegruppen, für die das Pfingstfest von Bedeutung ist, waren Umsätze besser. Auch die. Heuernte auf dem Lande brachte den beteiligten Gewerben eine Besserung des Beschäftigungsgrades. Die Preise blieben in allen Gruppen außerordentlich gedrückt. Die Klagen über zunehmende Schwarzarbeit als Folge der großen Erwerbslosigkeit nahmen immer mehr zu. Die Preise für verschiedene Mealle, besonders Kupfer, zeigten rückgängige Tendenz. leute vorüber, hinderten jedoch das Arm in Arm nachfolgende Ehepaar am Weitergehen. Einer von ihnen riß Frau L. aus dem Arm ihres Manne, faßte sie um den Hals und versuchte ihr mit der Hand die Röde hochzuheben. Als L. versuchte, den Soldaten von seiner Frau wegzureißen, zog der zweite Soldat sein Seitengewehr und holte damit zum Schlage aus. Die beiden Soldaten zerrten darauf Frau L. bis an die Mauer des Güzloeschen Hauses und drückten sie mit dem Rüden gegen die Wand. Einer von ihnen zog die Pistole und hielt ihr die Mündung an die linke Schläfe, während der andere erneut mit der Hand unter die Röcke griff. Als Frau L. laut um Hilfe schrie, wurde ihr der Mund zugehalten. Inzwischen hatte der Ehemann L. die vorangegangenen Bergleute Ludwig und Borchardt und den zufällig des Weges kommenden Bergmann König zu Hilfe gerufen. Die belgischen Soldaten ließen darauf von der Frau ab und eilten davon. In der Nacht zum 14. März drang ein belgischer Unteroffizier in die Wohnung des Bergmann S. in Holsterhausen. Er traf die Ehefrau allein, riß ihr, trotz ihrer verzweifelten Gegenwehr, die Kleider vom Leibe, so daß sie nackend vor ihm stand, und versuchte sie unter Bedrohung mit dem Revolver, den Samstag, den 5. Juli 1930. er vor ihren Augen geladen hatte, zu vergewaltigen. Der Bergmann W., der der Frau zu Hilfe kommen wollte, wurde von dem Unteroffizier ebenfalls mit dem Revolver bedroht und mußte flüchten. Ungeachtet ihrer inständigen Bitte, von seinem schändlichen Tun abzulassen, vergewaltigte der Unteroffizier sodann die wehrlose Frau. In der Nacht zum 1. Mai gegen ½2 Uhr, zeg eine aus einem Offizier oder Offizierstellvertreter und sieben bis acht Mann bestehende schwer bewaffnete französische Patrouille vor das Haus des Bergmanns F. in Habinghorst und erzwang sich dort unter wüstem Toben Einlaß. Der Führer der Patrouille, der einer vorliegenden Meldung zufolge ein Adjutant- Chef Letuja von der 11. Kompagnie des französischen InfanterieRegiments 67 war, gab an, nach dem Bergmann F. suchen zu müssen. Er nötigte die allein anwesende Ehefrau, ihm alle Räume zu zeigen. Nach der ergebnislosen Durchsuchung befahl er der Frau, mit ihm allein in das Schlafzimmer zu gehen. Drei von den Soldaten, die nur französisch sprachen, mußten vor der Tür stehenbleiben, die übrigen, die deutsch sprachen und offenbar Elsässer waren, im unteren Flur warten. Im Schlafzimmer legte der Führer Waffen und Rock ab, fiel über die Frau her und warf sie auf das Bett. Als sie vor Angst schrie, setzte er ihr den Revolver auf die Brust und vergewaltigte sie darauf in brutalster Weise. Darauf wurde die Frau von den drei draußen auf dem Flur wartenden Soldaten ver gewaltigt. Sie erlitt als Mutter von neun Kindern eine schwere Verlegung und überdies eine langandauernde Nervenstörung. Bis zu der Vergewaltigung hatte sie einen Säugling an der Brust gehabt.. Gießener Zeitung er die Hände hochhielt, sofort niedergeschossen. Siemen war ein sehr zuverlässiger Arbeiter, der sicherlich nicht böswillig zu spät die Sperre passiert hat. Er hatte sich in der Sperrzeit um eine oder zwei Minuten vertan... Vier von den Soldaten drangen dann unter wüstem Lärmen und Schreien in die in dem gleichen Hause gelegene Wohnung des Bergmanns K. und durchsuchten dessen Räume, zwei andere in die ebenfalls in dem Hause gelegene Wohnung des Arbeiters M., wo die 23jährige Tochter sie durch alle Räume und auch in den Keller begleiten mußte. Als die Soldaten sie vergewaltigen wollten, gelang es dem Mädchen, zu flüchten. In der Wohnung des M. fanden sich dann alle Mitglieder der Patrouille ein und tranken dort drei Flaschen Schnaps, die sie aus dem Keller entwendeten. Während sie sich betranken, spuckte der Führer der Patrouille dem Arbeiter M. auf den Kopf und sagte dazu höhnisch:„ So, jetzt bist du Franzose!" Einer der Soldaten bedrohte M. mit dem Revolver und setzte ihm die Waffe wiederholt auf den Mund, bis er schließlich einen Schuß auf die Küche abfeuerte. Morgens gegen 4% Uhr begehrte die Patrouille dann noch unter wüstem Toben Einlaß in die Wirtschaft H. auf der Kronprinzenstraße. Als der Wirt sich am Fenster zeigte, schoß der Offizier auf ihn, nur durch ein Zufall ging der Schuß fehl. Dem Zwange weichend, mußte der Wirt schließlich öffnen und den Franzosen das verlangte Bier verahfolgen.... Am 10. August nachmittags wurde der Bergmann Leo Sadetzki in Hervest von Belgiern erschossen. Sadekki hatte auf den Lippewiesen sein Vieh gehütet und kam hierbei näher als 50 Meter an den Fluß heran, was die Belgier verboten hatten. Er hatte seinen kleinen Jungen an der Hand. Die Erschießung erfolgte von einer belgischen Radfahrerpatrouille von acht bis neun Mann, die sich dann auf ihren Rädern schleunigst davon machte. Am 10. September wurde der Schießmeister Georg Siemen in Raurel auf dem Wege zur Zeche Friedrich der Große beim Block Bladenhorst, nördlich der Köln- Mindener Eisenbahn, von einem französischen Posten erschossen. Der Bahnübergang war während dieser Stunde gesperrt. Fast unmittelbar vor der Schranke wurde er von dem Posten angerufen und, obwohl Das Steingewerbe in Beuern. Von Wilhelm Arnold V., Beuern. ( Fortsetzung und Schluß.) Ein Aufatmen geht durch die deutschen Lande. Die lange ersehnte Räumung der Rheinlande von den Besagungstruppen ist am 1. Juli beendet. Um die Gefühle der befreiten Bevölkerung verstehen zu können, wird es angebracht sein, sich noch einmal in die Zeiten der schlimmsten Bedrängnis Elerade durch die Besatzung zurückzuversehen. rechtzeitig erscheint von Dr. Hans Spethmann ein Band über den Ruhrkampf 1923 bis 1925( ,, 12 Jahre Ruhrbergbau", Band 4, Verlag Reimar Hobbing, Berlin, 8,- RM.) Der Band bringt eine Fülle von erschütternden Ereignissen, die die Bevölkerung hat ertragen müssen und die bisher wegen der Besatzung nicht bekanntgegeben werden fonnten. Immer mehr rückt in diesem Band die Arbeiterschaft in den Vordergrund der Darstellung, der der Verfasser, in der Gesamtheit gesehen, in seinem Vorwort das Zeugnis ausstellt, daß sie mit Anspannung aller Energien, namentlich auch der seelischen, geholfen habe, den Feind abzuwehren. Wir sind in der Lage, die vorstehenden Ausführungen aus den Kapiteln über Mißhandlungen, Beraubungen, Vergewaltigungen und Tötungen wiederzugeben: Bausparkassen und Arbeiter. Durch die Presse ging kürzlich eine Kritik der Spitzenverbände der freien Gewerkschaften an der neuen Einrichtung der Bausparkassen, die nachzuweisen suchte, daß die Bausparkassen nicht geeignet seien, eine Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der breiten Masse, der Arbeiter, zu erreichen. Die Begründung enthält manches Berechtigte, nämlich insoweit, als sie darauf hinwies, daß viele Bausparkassen durch Versprechungen den Interessenten vortäuschen, mit kleinen Ersparnissen zu einem Eigenheim zu kommen, daß die längste Wartezeit aber bei kleinen Einzahlungen oft viele Jahrzehnte betrage und daß die Sicherheit für die Einlagen sowie auch diejenige der Hypotheken oft nur gering sei. Nr. 53. die wichtigste Aufgabe der Bausparkassen, vorausgesetzt, daß sie billig zweite Hypotheken geben, an deren Beschaffungsmöglichfeit es schon früher gefehlt hat. Wird aber ein Bausparvertrag auf einen Teil der Baukosten beschränkt, weil für den anderen Teil Gelder zur Verfügung stehen, dann ändern sich auch die oben angegebenen Schlußfolgerungen für die notwendige Höhe des Einkommens ohne weiteres. Auch wird in vielen Gegenden ein bescheidenes Arbeiterhäuschen schon erheblich billiger als für 12000 RM. erstellt, oft für 9000 bis 10 000 RM., ja, bei Selbsthilfe auf dem Lande, mitunter noch billiger. Aber damit braucht man das Kind noch nicht mit dem Bade auszuschütten. Die Gründungsepidemie und der Mangel einer gesetzlichen Regelung haben allerdings dahin geführt, daß viele Bausparkassen entstanden sind, denen die obengenannten Gefahren und Nachteile anhaften. Aber nicht zu bestreiten ist, daß es auch solide private Bauspargesellschaften gibt, für die jene Kritik nicht zutrifft, sowie gemeinnügige öffentliche Bausparkassen des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, die unter stärkster Kontrolle stehen und bei denen jeder Verlust ausgeschlossen ist. Dieser Niedergang im Steinbruchsgewerbe war nebst einer auffälligen Verminderung der Baulust im allgemeinen, vorzugsweise dem Mangel an Aufführung von öffentlichen, größeren Bauten zuzuschreiben. Man hatte in Bezug auf die staatlichen Ausführungen in den vorhergehenden Jahren nicht weise gewirtschaftet und über Hals und Kopf darauf losgebaut.( Wie heute. Die Red.) Das hatte verschiedene Nachteile im Gefolge. Einesteils wurde der Staat blindlings in große Schulden gestürzt und dann war auch der übereilte Gang der Bautätigkeit selbst für die Geschäftswelt nicht vorteilhaft. Die Lieferungen waren in der Regel zeitlich zu kurz bemessen, und das ist ein großer Uebelstand für den Unternehmer, sonderlich für den eines Lungsteinbruches. Er kann seinen Verpflichtungen meistens sehr schwer nachkommen, er wird gedrängt und sieht sich auf allerlei Weise geschädigt. Das schlimmste ist nun noch, daß durch die gewaltsame, überrasche Bauweise alles auf eine Höhe hinaufgewirbelt wird, auf der es sich nicht halten kann, und dann kommen die unliebsamen Rückwirkungen und Stauungen! Samstag, den 5 Ein großes Frei ften Tagen des Werd und vom Allvater ge Schnitt. Sie find ba tag trägt ein Stüd Der Erntetage. Uebe Galante, hohe Sal glühender Luft lacht goldenen Mehren, fie Die Reife, da das 3 getrönt werden. Wi liche Hausvater mit Jahr übergießt er So wird Gaat u im Himmel die Ernte fie reifen felbft mit und oft unbemerkt, al Erntetag entgegen. in ewige Scheunen, den gebunden, von G hen und dort niederg Als mißverständlich muß aber wohl die Ansicht bezeichnet werden, daß für das organisierte Sparen für den Wohnungsbau die seit Jahrzehnten bewährten Baugenossenschaften genügten. Diese Bemerkung verkennt den gewaltigen Unterschied zwischen Baugenossenschaften und Bausparkassen. Das wesentliche Ziel der Baugenossenschaften ist, rationell und billig zu bauen, das wesentliche Ziel der Bausparkassen aber, durch kollektives Bausparen Mittel für den Wohnungsbau aufzubringen. Beide Einrichtungen ergänzen sich also, können Hand in Hand arbeiten und tun es auch schon vielfach, namentlich, wenn es sich beiderseits um solide und gemeinnützige Institute handelt. Weiter war gegen die Bausparkassen angeführt, daß ein, den bescheidensten Ansprüchen kaum genügendes Eigenheim 12 000 RM. foste und einen monatlichen Reinverdienst von 280 RM. auf die Dauer von 20 Jahren voraussetze, worüber die breite Masse der Arbeiter nicht verfüge, auch, daß meist ein Eigenkapital verlangt werde, welches bei den heutigen Finanzierungsverhältnissen auch ohne Hilfe einer Bausparkasse zum Bauen ausreiche. Verlangt werden meist etwa 20 Prozent eigene Ersparnisse. Wie dieser Betrag ohne weitere Hilfe zum Bauen ausreichen soll, erscheint nicht ganz klar. Sollte dabei an erste Hypotheken und verbilligte Mittel aus der Hauszinssteuer gedacht sein, so wird selbst damit kaum jemand 80 Prozent der Baukosten decken können. Diese vorhandene Finan zierungslücke zwischen einem kleinen eigenen Kapital und von dritter Seite aufzunehmenden Hypotheken auszufüllen, ist aber Als Ergebnis darf also wohl gesagt werden: Sicherlich wer den viele Arbeiter nicht über ein Einkommen verfügen, mit dessen Hilfe sie sich ein eigenes Haus errichten können. Und andererseits werden viele private Bauspargesellschaften nicht diejenigen gemeinnügigen Einrichtungen sein, an die sich Arbeiter wenden sollen. Aber es gibt erfahrungsgemäß auch Arbeiter, die ihre ganze Sparkraft auf die Schaffung eines, wenn auch bescheidenen Häuschens konzentrieren wollen und können. Warum soll dieses Streben nicht auf dem Weg des kollektiven Bausparens durch solide gemeinnütige Bausparkassen unterstützt und gefördert werden? Frick darf in Kassel nicht reden. Der thüringische Staatsminister Dr. Frick wollte Dienstag abend vor einer großen Versammlung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiter- Partei in Kassel aus Anlaß der Rheinlandbefreiung sprechen. Polizeipräsident Dr. Hohenstein aber hatte plötzlich diese Versammlung verboten. Der Polizeipräsiden hat bestimmt, daß auch ebenso Rundgebungen anderer Parteien und Organisationen gleichfalls verboten werden. Ferner wurde jede etwa an anderer Stelle vorgesehene Ersakkundgebung in geschlossenen Räumen oder unter freiem Himmel einschließlich aller Umzüge wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verboten, so daß der thüringische Staatsminister Dr. Frick unter gar keinen Umständen zu seinen Anhängern in Kassel sprechen konnte. Feiger polnischer Ueberfall auf deutsche Schüler. Warschau, 4. Juli. Im oberschlesischen Przelajka überfiel eine Anzahl polnischer Burschen die Schüler des Laurahütter deutschen Gymnasiums, die einen Ausflug unternommen hatten, wobei mehrere Schüler von den Polen durch Stockhiebe und Steinwürfe mehr oder minder schwer verletzt worden sind. Wenn es nicht zu größeren Ausschreitungen kam, so ist das lediglich dem besonnenen Verhalten der deutschen Gymnasiasten zu ver danken. Das 50. Todesopfer der Lübecker Kinderkatastrophe. Lübeck, 4. Juli. Gestern vormittag und heute früh starben wieder zwei Kinder als Opfer der Fütterung mit dem Tuberkuloseserum. Damit ist die Ziffer der Toten der Lübecker Kinderstatastrophe auf 50 gestiegen. Nach dem Bericht des Gesundheitsamtes sind außerdem 69 Kinder krank, 74 gebessert und 59 gesund bezw. in ärztlicher Beobachtung. eine langjährige Tätigkeit im Steinbruchsgewerbe reichlich ge-| dingungen zur Entfaltung ihrer förperlichen und geistigen sammelten Erfahrungen und angeeignete geschäftliche Gewandtheit, sowie auch die mannigfachen Beziehungen und Bekannt= schaften auf weithin, kommen ihm nunmehr zustatten. An Arbeit und Bestellungen hat es bis dahin auch nicht gemangelt, obwohl der Wettbewerb überall stark ist und auf die Steinpreise drückt. Immerhin ist der Stand eines solchen Geschäftsmannes, der mit dem eigenen, nicht überreichlichen Kapital zu wirtschaften genötigt ist, kein beneidenswerter, und es erfordert die größten Anstrengungen, denselben zu behaupten. Er beansprucht einen hohen Grad von Mut und Entschlossenheit, Geduld und zäher Ausdauer, um sich durch alle Widerwärtig keiten und Unannehmlichkeiten im Geschäftsgange und im Verkehr mit der Arbeiterschaft durchzuschlagen. Zur Zeit( Juni 1912) beschäftigt Damm im ganzen 40 manns.) Beim Rückblick auf den Entwicklungsgang und das Gesamtbild des hiesigen Steingewerbes von ehedem und jetzt lassen sich noch die verschiedensten Gedanken ausspinnen. Erstlich drängt sich, wie auch sonst überall wahrnehmbar, die unumstößliche Tatsache vor, daß die Menschen immer in der Zeit erscheinen und auf den Plan treten, in welche sie passen und in der die Be8 Unerwarteterweise ist Damm nach kurzem Krankenlager am 24. Oktober 1913 gestorben. Sein Ableben hat in geschäftlicher Beziehung zunächst zur Folge, daß der Betrieb des Steinbruchs bedeutend verringert und eingeschränkt wurde. Eine Anzahl Leute wurde entlassen, und nur, weil sich die Witwe Damms mit dem Verkauf des Werkes trug, hielt sie den Betrieb in geringem Umfange( mit 7 Mann) noch aufrecht. 1913 hat bis dahin, soweit man urteilen tann, lohnend gewesen ist. An dann der älteste Sohn Heinrich das Geschäft übernommen, das Der Vertrag Damms mit der Gesellschaft hessischer Steinbrüche war auf 25 Jahre festgesetzt, sollte jedoch diese Dauer nicht erreichen. Am Schluß des Jahres 1910 reichte Damm seinerseits die Kündigung des Vertrages ein und trat als Leiter des Betriebes aus. Ein gewisser Schomber aus Londorf ( 29jährig) übernahm die Stelle. Die Gründe von dem Rückzahlungsfähigen Bestellern und günstigen Aufträgen hat es tritt Damms waren angeblich in geschäftlichen Verlusten usw. zu suchen. 1909 war eine Fernsprechleitung eingerichtet und eine unmittelbare Verbindung mit dem Hauptgeschäft in Londorf hergestellt worden. Im folgenden Jahre wurde in dem mittleren Bruche ein Krahnen aufgestellt. Beides bietet wohl im geschäftlichen Betriebe schätzbare Vorteile, heischt aber auch wieder nicht geringe Geldopfer. Hier verstehen sich nun manche Gesellschaften meisterhaft auf die Kunst, den größeren Teil der Lasten auf fremde Schultern abzuwälzen.( Man berechnet hohe Summen für Abnutzung des Geschirrs, von Unterhaltung von Anlagen usw., kurzum sucht auf die verschiedenste Art den Mitteilhaber auszupumpen.) Seit Ende April 1910 hat Damm den Betrieb am roten Holzberge auf eigene Rechnung übernommen. Seine, durch seit läi jegen. * Nadjendung de fendung von Postien brude zu benutzen, di uftellern zur Abgabe diefer amtlichen Vo fendung der Post und Eigenart gegeben sind.( Alles zu seiner Zeit. D. Red.). Das gilt sowohl von denjenigen, die eine führende oder hervor ragende Rolle in der Welt zu spielen haben, wie auch von den untergeordneten Maſſen. Währe Sommerlad z. B. einige Jahrzehnte später ins Dasein getreten, er würde unbestreitbar nicht so hohe Ziele erreicht haben, nicht so zu Wohlstand, Ansehen und Würde gelangt sein, ja man möchte behaupten, es wäre einfach unmöglich gewesen. Damit soll nun keineswegs gesagt sein, daß er nicht vermocht hätte, sich auch anderen Zeitverhältnissen anzupassen, auch soll nicht in Abrede gestellt wer den, daß die Menschen überhaupt bis zu einem gewissen Grad gestaltend und bildend auf die Zeit ihres Auftretens einwirfen. Jm Grund genommen ist es das Walten einer höheren Vorsehung, die Menschen und Verhältnisse, so wie sie eben zu einander Erfordernis sind, in die Erscheinung treten läßt und zur Erreichung ihrer Ziele in Einklang bringt. Unsere Erde und das Leben auf ihr ist in steter Entwicklung begriffen. Aus geringen Anfängen, aus unscheinbaren Urzuständen, bildet sich alles heraus und gelangt zu immer höherer Vollkommen heit. Es ist aber auch nichts unendlich, was einen Anfang gehabt hat, das wird auch mit der Beuerner Steinausbeutung nicht anders sein. In einigen Jahrzehnten sind voraussichtlich unsere Lungstein bergenden Anhöhen durchwühlt, da nur die Ränder derselben in der Regel in Betracht kommen. Die Gesteinsmassen im Innern sind entweder verbrannt und unbrauch bar, oder ihre Gewinnung ist wegen des zu bedeutenden Abraumes zu beschwerlich und nicht mehr lohnend. Im großen ganzen mag die Ausbeute unseres Steines den Zeitraum von 100 Jahren nicht viel überdauern. nicht gefehlt und der junge Leiter des Geschäfts lebte sich immer mehr hinein. Indeß hat die Familie sonst ihre liebe Not. Acht Tage nach dem Hinscheiden Damms war der jüngste seiner drei Söhne, Karl, als Freiwilliger bei dem 25er Artillerie- Regiment in Dmstadt eingetreten. Der zweite Sohn, Wilhelm, aber, ein väd. r Junge und mit Leib und Seele Bauer, war schon Zeit unheilbar lungenleidend und ist gestorben. Heinrder älteste Sohn, war auch ein Viertel Jahr krank gewesen Er ist jetzt( 1930) Bürgermeister zu Hachborn. So ist es wohl kein Wunder, daß die Dammsche Witwe fast zusammenbrechen wollte. Troy alledem hat Gott Mittel und Wege ge= zeigt, daß alles ruhig weitergeführt werden konnte.( Der älteste Sohn Damms, Heinrich, eben vom Dienst bei den Pionieren in Mainz zurüdgekommen, hat die Leitung übernommen, findet aber wenig Spaß daran. Damm hat leider sehr verwickelte Verhältnisse hinterlassen. Darüber, und wie seine Familie sonst noch heimgesucht wurde, wird in Folgendem noch eingehender berichtet werden.) 1914. Nun ist auf einmal die Fackel eines Weltkrieges entbrannt, wie ihn die Geschichte nicht kennt und alle waffen: fähigen und waffenpflichtigen jungen Leute werden einberufen. Karl Damm ist bereits mit seinem Regiment auf den Kriegsschauplatz ausgerückt und jetzt hat auch Heinrich Damm Ge stellungsbefehl erhalten. Das war des Unglücks Spize für die Familie Damm. Indeß ist es zum Schlimmsten nicht gekommen. Durch die gemeldete frühere Erkrankung Heinrichs( Rippenfell entzündung) hat sich wahrscheinlich ein Abszeß am Knie gebildet und man schickte ihn heim, um sich heilen zu lassen. Dann haben sie ihn später noch einmal morgens geholt und abends wieder zurückgeschickt. So wird er nun wohl bei den Seinigen, die seiner so nötig haben, bleiben können. Die hiesigen Steinbruchsbetriebe sind aber bei dem Aus* Von der Unive Mittwoch, den 9. J Realgymnasiums ein abend. Der dritte über das Thema ,, Der Gegenwart", fin * Diebstähle. einem Ader auf de Stück„ Hinter dem 2 Manfarth, Frankfu Auto drei Landkarte Handbürste und H Badeanstalt an der Damenarmbanduhr der Nacht zum 22 Schießstand eine T zwei Ringscheiber Johannisstraße Kühlerschraube; e und ein Mülleime beschriebene Fah Rahmen, schwar reifung und neue mann", Fabritnu gen, deutscher Len Rahmen ist an e Marte Triumph Schwarze Felgen ,, Göride", Fabrit Felgen und grü liche Lenkstange Jdeal", Fabriknu Felgen mit verm die Gummigriffe bruch des Krieg Leute zu den Fa zur Linie geschic des Geschäfts, ist hiejigem Ori, bei tätig. Ein jünger lich gezogen. Viel wie alles Schlimm will's Gott, bald frischende Wirkung rade jo müde und und Kassen verkr nehmungsluft, bei faum mehr wußt 1918. Noch m ist immer noch fe land endgültig& daß wir mit aller begegnen fönnen, unjerer völligen weiterhin noch id Gottes Hilfe ein Steingewerbe li ziehung des Hilf ner bis zum 60. find, anderen B her( dem auch e hilfe eines Geje fortgefallen und noch der einzige itens noch zeitwei wurden 70 Steinh 1919. Jm 3 einen ehrenvollen liebes deutsches bem politischen 3 tommen. Die G Löhne und der m Fortbestehen aller Unternehmungen. auf geringe Aus wandt. Heinrich gebliebenen Stein Mann beschäftigt. Nr. 53 usgelegt, bag f haffungsmögli Bausparvertra für den andere ern sich auch die notwendige Ho in vielen Gegen blich billiger als 000 RM., ja, b liger. Ansicht bezeichne en Wohnungsba haften genügten terichied zwijde wesentliche Zi ig zu bauen, das follettives Ba bringen. Beid in Hand arbei wenn es sich bei handelt. : Sicherlich me verfügen, mit de Fönnen. Und a chaften nicht die die sich Arbeite iß auch Arbeite eines, wenn aut nd fönnen. We des follettive parkassen unter Den. wollte Diensto Nationaljoziali Anlaß der Rhein Hohenstein abe Der Polizeiprä gen anderer Pa werden. Ferne hene Erjattum freiem Himm der öffentliche taatsminister n Anhängern i sche Schüler. Brzelajta überf des Laurahü ernommen hatte h Stochiebe worden sind. Men ist das lli najiajter D213 tatastrophe te früh starbe nit dem Tuber er Lübecker Kit cicht des Gesun 74 gebeffert un en und geistig - D. Red.). D De oder hero wie auch von 8. B. einige Jah unbestreittar ni Johlstand, Anje ehaupten, es feineswegs ge anderen Zeit Srede gestellt em gewissen G Auftretens ein Iten einer höhe so wie sie el einung treten g bringt. Un widlung begri Urzuständen, bilde herer Volltommer was einen Anf r Steinausbeut find vorausfight wühlt, da nur kommen. Die annt und unbra zu bedeutenden! mend. Im gr Den Zeitraum eines Weltfri t und alle wo werden einber at auf den Kri einrich Damm lüds Spike fir ten nicht gefom inrichs( Rippen ham Knie gebi Taffen. Dann ba und abends wi den Geinigen aber bei dem Samstag, den 5. Juli 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. Ein großes Freigeschenk gibt uns die Natur in ihren höchiten Tagen des Werdens. Ernteschwer, vom Sonnenfuß geweiht und vom Allvater gesegnet, steht die Frucht da, mahdbereit zum Schnitt. Sie sind da, die Tage der Vollendung. Jeder Werktag trägt ein Stüd Festtag vor sich her in dem großen Kranze der Erntetage. Ueber das reifende Korn flutet die Julisonne. Schlanke, hohe Halme wiegen schwere, dichte Aehren. Voll glühender Lust lacht die Sonne über das Land hin. Und die goldenen Aehren, sie bringen uns Brot. Nichts Schöneres als Die Reife, da das Ziel erreicht und alle Mühen und Sorgen gekrönt werden. Wieder ist das Brot gereift, das der himm fische Hausvater mit milder Hand uns gespendet. Jahr um Jahr übergießt er Fluren und Felder mit seinem SchöpferTegen. So wird Saat und Ernte nie aufhören, solange der Vater im Himmel die Ernte segnet. Nur die Schnitter wechseln. Denn sie reifen selbst mit jeder neuen Ernte, die sie einführen, still und oft unbemerkt, aber sicher und unaufhaltsam ihrem eigenen Erntetag entgegen. Diese Ernte aber wird einst eingefahren in ewige Scheunen, auf Erden geschnitten, von Menschenhänden gebunden, von Engeln hinaufgetragen im himmlische HöHen und dort niedergelegt zum seligen Frieden der Ewigkeit. Der Sonntagsschreiber. * * Nachsendung der Postsendungen. Zu Anträgen auf Nachsendung von Postsendungen sind möglichst die amtlichen Vorbrude zu benutzen, die an den Postschaltern und von den Postzustellern zur Abgabe bereit gehalten werden. Die Verwendung dieser amtlichen Vordrucke gewährleistet die pünktliche Nachsendung der Post und liegt daher im Vorteil der Empfänger. * Von der Universität. Das Romanische Seminar hält am Mittwoch, den 9. Juli, abends 8.15 Uhr, im Musikhaus des Realgymnasiums einen französischen Theater- und Deklamationsabend. Der dritte Ferienkursus für Deutsche und Ausländer über das Thema ,, Das neue Deutschland. Geistige Strömungen der Gegenwart", findet vom 21. Juli bis 2. August statt. - * Diebstähle. Gestohlen wurden: Anfang Juni 1930 von einem Ader auf dem Gelände der„, Schönen Aussicht", Grundstück„ Hinter dem Weiher", ein Einspännerwendepflug, Modell Mayfarth, Frankfurt a. M.; am 19. Juni 1930, aus einem Auto drei Landkarten, eine kleine braune Ledertasche mit Seife, Handbürste und Handtuch; am 21. 6. aus der Müllerschen Badeanstalt an der Lahn 15,80 RM. Bargeld und eine goldene Damenarmbanduhr mit Ripsband im Werte von 70 RM.; in Schießstand eine Telephonapparat, 70 Meter Kupferdraht und zwei Ringscheiben; am 24. Juni von einem in der Johannisstraße aufgestellten Adler- Personenkraftwagen die Rühlerschraube; ein grüngestrichener zweiräderiger Handkarren und ein Mülleimer mit der Nummer 5501. Ferner nachstehend Beschriebene Fahrräder: Damenrad Marke„ Presto", schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lenkstange, neue Bereifung und neue schwarze Schutzbleche. Herrenrad Marke„ Kurnann", Fabrifnummer B 1798, schwarzer Rahmen, gelbe Felgen, deutscher Lenker, gelber Sattel, gelbe Satteltasche. Der Rahmen ist an einer Seite etwas abgescheuert. Herrenrad Marke„ Triumph, Fabriknummer 378 908, schwarzer Rahmen, Schwarze Felgen und gewöhnliche Lenkstange. Herrenrad Marke Görice", Fabriknumer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen und grünen Streifen, neue graue Bereifung, gewöhnliche Lenkstange und Freilauf. Herrenrad Marke„ ViktoriaIdeal", Fabriknummer unbekannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen mit verwischten roten Streifen, gewöhnliche Lenkstange, die Gummigriffe sind mit Draht umwidelt, beschädigte Berei' bruch des Krieges sofort eingestellt worden, da die jungen Leute zu den Fahnen geeilt sind. Fuhr hat einen seiner Söhne zur Linie geschickt, der älteste, Wilhelm, die seitherige Seele des Geschäfts, ist als Ersazreservist gleich vielen anderen aus hiesigem Ort, bei den Schanzarbeiten an der Festung Mainz tätig. Ein jüngerer Sohn wurde bei der Musterung als tauglich gezogen. Vielleicht und hoffentlich übt der Krieg, der ja, wie alles Schlimme, auch seine guten Seiten hat, nach seiner, will's Gott, baldigen Beendigung eine belebende und erfrischende Wirkung auf die Geschäftswelt aus. Sie war ge= rade so müde und auf dem Gefrierpunkt angelangt, die Banken und Kassen verkracht und kein Vertrauen mehr und Unternehmungslust, besonders im Bauwesen, vorhanden, so daß man faum mehr wußte, wie es weitergehen sollte. A 1918. Noch wütet der grausige Krieg, und nach 3½ Jahren ist immer noch keine Ende abzusehen. Zwar ist nun mit Rußland endgültig Frieden geschlossen und unsere Ostfront frei, sodaß wir mit allem Nachdruck unseren Gegnern an der Westfront begegnen können, allein diese erklären, daß sie den Krieg bis zu unserer völligen Vernichtung fortsetzen wollen. So wird es auch weiterhin noch schwere Opfer an Gut und Blut kosten, bis mit Gottes Hilfe ein ehrenvoller Friede erfochten ist. Das ganze Steingewerbe liegt darnieder. Durch die immer straffere Anziehung des Hilfsdienstgesetzes sind sämtliche arbeitsfähige Männer bis zum 60. Lebensjahre, soweit sie nicht militärisch verwendet find, anderen Beschäftigungsarten zugeteilt. Konnte Fuhr seitHer( dem auch ein Sohn gefallen ist) noch wenigstens die MitHilfe eines Gesellen haben, so ist auch diese Möglichkeit nun Fortgefallen und er ganz auf sich angewiesen. Zur Zeit bin ia) moch der einzige Vertreter des Steinhauerhandwerks und wenigStens noch zeitweise tätig.( 3ur Zeit des Dammschen Betriebes wurden 70 Steinhauer in Beuern gezählt.) 1919. Im Zeichen der Inflation. Alle Hoffnung auf Unser einen ehrenvollen Frieden ist zuschanden geworden. Liebes deutsches Vaterland blutet aus tausend Wunden. Mit bem politischen Zusammenbruch ist auch der wirtschaftliche geCommen. Die überhohen Die Geschäfte liegen darnieder. Löhne und der nun eingeführte Achtstundentag erschweren das Fortbestehen aller Betriebe und rauben die Lust zu neuen Unternehmungen. Unsere hiesige Steinhauerschar hat sich bis auf geringe Ausnahmen anderen Beschäftigungsarten zugewandt. Heinrich Damm wie Fuhr( die beiden einzigen übrig gebliebenen Steinbruchbetriebe) haben seither nur je zwei Mann beschäftigt. Die Preise für Rohmaterial sind ins Un ,, Gießener Zeitung" fung. Herrenrad Marke„ NSU. Pfeil", Fabrifnummer unbefannt, schwarzer Rahmen, schwarze Felgen, gewöhnliche Lentstange, auf dem Rahmen goldener Eichenkranz mit der Zahl 25, an der Hintergabel Steckschloß, die Handbremse ist verrostet und Gummipedale. * Festnahmen: Ein mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafter Bäckergeselle, Paul Hermann Claus, in Dresden geboren, wurde am 2. 7. 30 dabei betroffen, als er im Begriffe stand, Bettwäsche an den Mann zu bringen. Da Claus über den Erwerb unglaubwürdige Angaben machte, wurden die in seinem Besitz befindlichen Wäschestücke sichergestellt und Claus selbst dem Amtsgericht zugeführt. Haftbefehl wurde erlassen. Nachfolgend sind die mit großer Wahrscheinlichkeit aus einem Diebstahl herrührenden Gegenstände aufgeführt: ein graugrüner Rudsad mit aufgenähten Taschen, Ledertragriemen und wasserdichiem Futter, zwei Damastbezüge, zwei Kopfkissenbezüge und ein Handtuch, gezeichnet M. R., drei weißleinene Bettücher, gez. R., ein Paar grüne Sportstrümpfe, ein Damenpullover braun- grau- gelb mit weiß gewürfelt, Hals- und Aermelaufschlag aus grauer Wolle, eine grüne Ledertasche mit verschlisse nem Seidenfutter und eingenähten Schlaufen für Bestecks oder Toilettenartikel. Auf der Tasche ist aus Metall der Buchstabe Ein An F, ein zweiter Buchstabe, vermutlich E, ist entfernt. der Kläranlage wohnender Hausierer entwendete in GroßenLinden aus einer unverschlossenen Wohnung, deren Inhaber für kurze Zeit abwesend waren, aus einem Kleiderschrank, der in einem Zimmer im ersten Stockwerk stand, 40 RM. Bargeld. Als der Täter das Haus verlassen wollte, bemerkte er die zurückgekommene Inhaberin, worauf er kurz entschlossen durch ein offenes Fenster in den Garten sprang u. flüchtig ging. Einigen Einwohnern gelang es aber bald, den Dieb, der seine Attenmappe mit dem entwendeten Geld versteckt hatte, festzunehmen. Das versteckte Geld wurde kurz nach der Festnahme aufgefunden und konnte der Geschädigten restlos ausgehändigt werden. - * Sichergestellt sind: eine elektrische Fahrradboschlampe ( Dynamo und Gehäuse mit Batterie), ein Boschblendgehäuse mit Batterie, ein Dynamo( Radsonne Nr. 1128), ein kleiner englischer Schraubenschlüssel, ein Motorradschlüssel( Bugreid 14, 15 5/16 und 1/4), zwei Schraubenzieher, eine Drahtzange, eine Ravensteins Rad- und Autokarte der Mittelrheinischen Verfehrszentren, ein schwarzledernes Zigarrenetui. Die Gegenstände rühren aus Diebstählen her, die aus Personenkraftwagen usw. anläßlich des Schützenfestes und der Opelwagenausstellung 1929 entwendet wurden. Personen, die Eigentumsrechte geltend machen können, werden gebeten, bei der Kriminalpolizei, Zimmer 24, vorzusprechen. * Hochschulgesellschaft. Eine Festsitzung findet heute, Sams= tag nachmittag 5.15 Uhr, im Großen Hörsaal der Universität statt, in deren Mittelpunkt ein Vortrag von Professor Dr. Kalbfleisch über„ Papyrusfunde", mit Lichtbildern, steht. * Erste Reichskurzschriftgesellschaft„ Gabelsberger" und Damenabteilung e. V. Heute, Samstag, abend in der„ Stadi Lich" Vereinsabend. Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav- Adolf- Stiftung. Vom 6. bis zum 8. Juli wird in Lauterbach die 87. Jahresversammlung des Hessischen Hauptvereins der Gustav- AdolfStiftung abgehalten werden. In einer großen Volksversammlung werden neben den Führern des Hessischen Hauptvereins Vertreter der Auslandsdiaspora über oberhessische Auswanderer in Ungarn, Galizien und der Bukowina und an der Wolga sprechen. geheuerliche gestiegen, so daß die Bautätigkeit fast gänzlich lahmgelegt ist. Der Zentner Kalk, der früher für 80 oder 90 Pfg. erhältlich war, kommt 3. 3.( 1919) auf über 6 Mk. zu ſtehen. Zement ist gänzlich unerschwinglich und bewegt sich immer noch in rasendem Aufstieg bis zu 25 oder 30 Mt. für den Zentner.( 3iegel das 1000= 100 Mt.) Auch das Grabmalgeschäft ist natürlich sehr in Mitleidenschaft gezogen. Zwar fonmten einige Betriebe, wie Azbach in Gießen, mit ihren alten Beständen jetzt aufräumen und zu hohen Preisen an den Mann bringen, indessen ist der Mangel an Rohsteinen sehr groß, wie die Preise fabelhaft. Der Kubikmeter Muschelkalk stellt sich bereits auf 1000 Mt. Italienischer Marmor, der während des Krieges überhaupt nicht zu erhalten war, taucht jetzt wieder auf, aber ein Kreuzstück, das ehedem nur eine Vorlage von höchstens 12 Mf. benötigte, erfordert jetzt eine solche von weit über 100 Mt.( angebl. 150 Mk.) Jn der Berechnung für Rohblöcke in Lungstein sind die Geschäftsinhaber in hiesiger Gegend ebenfalls nicht zurückgeblieben; ein solcher, der vor dem Kriege für 6-10 Mt. zu erstehen war, tommt nunmehr auf 40-50 Mt. Schmiedefnecht in Londorf fordert bereits um 300 Mt. für den Kubikmeter fertiger Werkſteine. Selbstverständlich muß auch der Grabmalſteinmetz bei der Uebernahme von Aufträgen mit dem ungemessenen Preisaufstieg des Rohsteins rechnen. Ein Grabmal, das in Friedenszeiten für 80 bis 100 Mk. zu liefern war, kann, auch bei verhältnismäßig bescheidenem Verdienst, nicht unter 380-400 Mt. ausgeführt werden. Anfangs 1921. Jm verflossenen Jahr hat die Preisaufwirbelung noch weiter angehalten. Ein Rohblod: 50X25X65 cm wurde mit 80 Mt. berechnet, ein unbossiertes Stüd zu einem Kreuz mit 50 Mt. Dementsprechend bewegten sich die Preise für fertige Denkmäler einfacher Art zwischen 6-800 Mt. Lungstein wird z. 3. sehr begehrt und von auswärtigen Geschäften geholt. Verschiedene Werkstätten führen auch Kunststein ein. Die hohen Preise für Grabmäler veranlassen, daß immer mehr Gräber ohne irgend ein Gedenkzeichen liegen bleiben, was bis zum Kriege ein seltener Fall war. Gegenwärtig stehen wir im Zeichen der Kriegerehrungen. Allenthalben ist man bestrebt, dem Gedächtnis der gefallenen Krieger einen sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Von der Gemeinde Beuern sind vorläufig 15 000 Mt., von der Großen- Busecker 20 000 Mt. für diesen Zweck vorgesehen. Fuhr beschäftigte zeitweise zwei Steinhauer, ebenso Damm. 1922. War die Geldentwertung und die dadurch bedingte Preisaufwirbelung aller Rohstoffe und Erzeugnisse im vorherNr. 53. Aus Nah und Fern. Nidda. Der Reiterverein Nidda und Umgegend veranstaltet Samstag, den 5. und Sonntag, den 6. Juli, das 1. Reit- und Fahr- Turnier. Ofarben( Kreis Friedberg). Der 23jährige Weißbinder Wilhelm Heidt kam aus noch nicht geklärten Gründen mit der Startstromleitung in Berührung. Er war sofort tot. Kirtorf. Hier findet am 20. Juli d. J. ein allgemeines evangelisches Jugendtreffen statt. Ueberfall auf einen Förster. Seligenstadt. Dienstagabend wurde im hiesigen Forstwald Förster Hofmann, als er zwei junge Leute anredete, von diesen überfallen. Sie versuchten, ihm das Gewehr zu entveißen. In der Not griff der Förster zu seinem Revolver und feuerte auf die beiden Angreifer. Der eine erhielt dabei einen lebensgefährlichen Bauchschuß, während der andere mit einem Beinschuß davonkam. Beide mußten in das Krankenhaus überführt werden. Der eine Verletzte dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Dieburg. In den Tagen des 19. bis 21. Juli findet hier der 26. Landesfeuerwehrtag Hessens statt. Schweres Unwetter. Jugenheim bei Bingen. Am Mittwoch nachmittag ging über der hiesigen Gegend ein furchtbares Unwetter nieder. Einem schweren Hagelschlag, der über eine Viertelstunde lang Weinberge und Felder verwüstete, folgte ein Wolkenbruch, der Straßen und Feldwege in reißende Ströme verwandelte. Frauen, die von den Feldern nach Hause eilten, wurden von den Fluten mitgerissen und konnten nur mit Mühe vom Tode des Ertrinkens ge= rettet werden. In Jugenheim stand das Wasser teilweise zwei Meter hoch, sodaß sich die Bewohner in die oberen Stockwerke flüchteten. Weithin hörte man das Gebrüll des in den Ställen mit dem Tode ringenden Viehes. Der Schaden ist noch unübersehbar. Die Mehrzahl der geschädigten Bauern ist nicht versichert. Weglar feiert. Wezlar. Die Stadt Wetzlar beging die Feier ihres 750jährigen Jubiläums. Am Donnerstag vormittag zog ein historischer Festzug durch die dichtgefüllten Straßen der Stadt zum Festplatz, wo Oberbürgermeister Dr. Kühn in seiner Festrede einen geschichtlichen Rückblick auf das Werden der Stadt warf. Bürgeln( Kreis Marburg). Eine Kuh, die von der Weide heimgetrieben wurde, stürzte durch eine Falltür in einen Keller. Um sie zu befreien, mußte die Hauswand durchbrochen werden. Schloß- u Schloß- und Trachtenfest. Marburg. Am morgigen Sonntag findet das Schloßfest statt. Unter der Regie von Emil Wessel, dem bekannten hessischen Volkstrachtenforscher, wird eine Gruppe von 100 Schwälmern in größter Festtracht in zwei Vorstellungen auf der Schloßbühne zu sehen sein. Weiterhin werden alte historische Volksspiele und Tänze einer oberhessischen Trachtengruppe gezeigt. Ein von einer weitbekannten Hessenschriftstellerin verfaßtes Hessenstück ein Schwant aus einem Dorf, in dem gerade Kirmes abgehalten wird bildet den Abschluß der Vorführungen. Wenn Du Raslerklingen schenkst, so nehme nur Hexen 30. Fabrik Paul Aug. Weck, Erfurt gehenden Jahr noch eine mäßige gewesen, so schnellte dieselbe seit Anfang dieses Jahres im m rasendem Tempo in die Höhe. Um den unmäßig verteuerten Lebensunterhalt des arbeitenden Volkes zu decken, mußten die Löhne stetig erhöht werden. Könnten unsere Alten, die sich einst mit ein paar Kreuzer Taglohn begnügen mußten, jetzt einmal wieder am Tageslicht erscheinen, sie würden sich vor Staunen nicht zu fassen wissen, wenn sie hörten, daß die Gesellschaft hess. Steinbrüche in Londorf einen Stundenlohn von 110 Mt. bezahlt und daß man jetzt statt 12 oder 14 Stunden täglich nur 8 Stunden zu arbeiten braucht. res Die Preise für Rohwerksteine haben sich im Laufe des Jahvon 3000 Mt. auf 20 000 Mt. erhöht( pro Kubikmeter). Verschiedene Kriegerdenkmäler sind in den hiesigen Brüchen hergestellt worden, u. a. das für Jlsdorf von Damm, und das für Ermenrod und besonders das von Geilshausen aus dem Bruche von Fuhr.( Entwurf und Ausführung der Bildhauerarbeiten von meinem Sohn Wilhelm. Einweihung am Totengedächtnistag 1922.) Da das Bauen für den Einzelnen infolge der fabelhaft hohen Materialpreise und Löhne fast unmöglich wird, hat sich auf Betrieb eines zu Besuch hier weilenden Rechtsanwaltes Dr. Soldan aus Mainz eine Baugenossenschaft gebildet, die bereits einige 40 Mitglieder zählt. Sie hat ihre Tätigkeit mit der Herrstellung von Feldbrandsteinen auf dem Pfarrgrundstück am Hofacer begonnen, doch stellen sich auch hier allmählich schier unüberwindliche Hindernisse entgegen. Nachdem unsere Währung wieder gefestigt ist, ist auch ein ruhiger Geschäftsgang der beiden Steinbruchsbesitzer wieder eingetreten. 1929 wurde das hiesige, längst geplante und in der Ausführung begriffene Ehrenmal der Gefallenen endlich errichtet. Die Werksteine haben die Brüche von Damm und Fuhr geliefert. Auch die Erbauung der Marktlaube in Gießen brachte einen beträchtlichen Auftrag. 1930 ist der Betrieb von Fuhr eingestellt worden. Der Sohn Wilhelm, sonst sehr tüchtig und strebsam, hat leider nicht den Unternehmungsgeist des Vaters übernommen. Vernichtend für unsere Steinindustrie und die Verwendung unseres schönen Naturgesteins ist inzwischen der sich immer mehr verbreitende Kunststein geworden. Junge Kräfte treten nicht mehr ein, nach Abgang der wenigen, noch tätigen älteren Leute, wird in absehbarer Zeit die ganze Steinmetzunft an hiesigem Orte ausgestorben sein. Samstag, den 5. Juli 1930. Großfeuer in einer Seidenfabrik. Nastätten am Taunus. Ein Großfeuer vernichtete nachts die Seidenfabrik Kampf& Spindler zu zwei Dritteln. Von den 200 Webstühlen sind 80 vollkommen unbrauchbar, während der Rest durch Hitze und Flugfeuer beschädigt wurde. Zuletzt beschäftigte die in doppelter Schicht arbeitende Fabrik etwa 200 Arbeiter, die nun brotlos geworden sind. Frankfurt a. M. Ein Steuerinspektor, der durch Quittungsfälschung das Reich um 400 Mark schädigte, erhielt 15 Monate Zuchthaus. Tod eines Kasseler Oberregierungsrates unter der Straßenbahn. Kassel. Oberregierungsrat Dr. jur. Graf von PlatenHallermund aus Kassel wollte am Freitag in der Hohenzollernstraße einem Kraftwagen ausweichen und kam dadurch der Straßenbahn an der Querallee zu nahe, so daß er zur Seite ge= schleudert und durch einen schweren Schädelbruch getötet wurde. Kassel. Zwei Vorstandsmitglieder des Darlehenskassenvereins in Neuhof haben den Zusammenbruch der Sparkasse mit 800 000 Mark Verlust verursacht. Operation auf der Straße. Boppard. Bei einem Motorradunglück auf der Koblenzerstraße drang einem Schüler ein Bremshebel in den Oberschenkel. Der Arzt führte trotz starken Straßenverkehrs die Operation glücklich durch. Strafantrag im Prozeß zum Eisenbahnunglück von Buir. Köln. In dem Prozeß gegen den Lokomotivführer Nordhaus und den Fahrdienstleiter Fischer wegen des Eisenbahnunglücks von Buir beantragte der Staatsanwalt gegen Nordhaus sechs Monate und gegen Fischer neun Monate Gefängnis. Drei Personen vom Blizz erschlagen. Treis( Mosel). In der Gemarkung Treis arbeitende Personen, der 54jährige Landwirt Franz Geisler, sein 14jähriger Sohn Jakob sowie sein 22jähriger Sohn Josef und dessen Braut Katharine Puth suchten vor einem herausziehenden Gewitter Schutz unter einem Apfelbaum. Der Blizz schlug in den Baum und traf die Gruppe. Drei Personen wurden auf der Stelle getötet, während der 14jährige Jakob Geisler mit dem Leben davontam. Riesenbrand in Oberfranken. Thiersheim. Am Donnerstagnachmittag brach in einer Scheune ein Feuer aus, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete und in kürzester Zeit einen Häuserblock von 15 Wohnhäusern und vier Scheunen mit insgesamt etwa 35 kleineren Nebengebäuden, Schuppen usw. völlig einäscherte. Kleinvieh, Schweine usw., sind zum Teil mit verbrannt, ferner sämtliche Futtervorräte. Dagegen ist ein Verlust an Menschenleben nicht zu beklagen. Sechzehn Feuerwehren erschienen an der Brandstätte. Die Löscharbeiten waren durch den bald eintretenden Wassermangel stark behindert. Den Vater erschossen und - freigesprochen. Nach dreistündiger Beratung des Gerichts wurde der Handlungsgehilfe Wilhelm Bodelmann in Bremen, der seinen Vater erschossen hatte, freigesprochen. In seiner Begründung des Urteils führte der Vorsitzende des Gerichts u. a. aus: ,, Das Gericht ist der Ansicht, daß die Lage, in der der Angeklagte sich am 28. Februar befand, die war, daß ein Angriff seitens des Vaters auf ihn erfolgte. Der Angeklagte habe sich also in Notwehr befunden. Wegen Ueberschreitung der Notwehr sei der Angeklagte nicht strafbar, weil das Gericht annehme, daß der Angeklagte die Grenze der Notwehr aus Furcht überschritten habe. Die Nordpolfahrt im U- Boot. Kopenhagen. Polarforscher Wilkins will seine U- Bootfahrt nach dem Nordpol im nächsten Sommer ausführen. Er hat dem norwegischen Grönlandforscher Prof. H. U. Sverdrup die wissenschaftliche Leitung der Expedition angeboten. Ferienreisen der Schiller- Akademie. Die Schiller- Akademie zu München, die sich in jahrelanger, gemeinnütziger Tätigkeit allgemeine Anerkennung erworben hat, veranstaltet im Verfolg ihrer kulturellen Bestrebungen auch in diesem Sommer wieder mit günstig gelegenen Ausgangspunkten an der deutschen Grenze eine Reihe von allgemein zugänglichen Ferienreisen unter bester künstlerischer und wissenschaftlicher Führung. To je eine Studienfahrt nach London und Paris. Die Reise nach London gibt auch Gelegenheit zum Besuch von Drford, Stratford, der Insel Wight und der beiden internationalen Ausstellungen in Antwerpen und Lüttich. Von Paris aus werden Versailles, Reims und die Schlachtfelder besucht. Den Abschluß des Programms bildet eine Septemberfahrt nach Spanien mit Ausflug nach Marokko. Ausführlichen Prospekt gegen 15 Pfennig Porto kostenlos durch die Verwaltung der Schiller- Akademie, München- Grünwald. Wissen Sie schon? daß die Kurverwaltung in Timmendorfer Strand Weltmeister Max Schmeling zu einem 14tägigen kostenlosen Kuraufenthalt eingeladen hat; ... daß in Bad Homburg die Kurtage für längeren Kurcufenthalt von 40 Mark wie bisher auf 35 Mart ermäßigt worden ist. .. daß sich in Bad Homburg am 5. Juli der Wohlfahrtsausschuß des Deutschen Städtetages zu einer Tagung im Kurhaus trifft; .... daß Schlangenbad als erstes Bad in Deutschland die völlige Sperrung für Motorräder durchgesetzt hat; mit dieser Sperre ist eine idyllische Ruhe eingetreten. Union ,, Gießener Zeitung" Die Feuerverhütung auf dem Lande. Der intensiven Arbeit der Drganisation der Verbände der freiwilligen Feuerwehren ist es zu danken, daß die Zahl der Gemeinden, in denen die Feuerlöscheinrichtungen und-geräte noch als rückständig zu bezeichnen waren, ganz erheblich abgenommen hat. Ueberall, wo es gelungen ist, freiwillige Feuerwehren auf dem Lande ins Leben zu rufen, sind nunmehr die Feuerlöscheinrichtungen der Neuzeit entsprechend ausgebaut. Um so mehr muß es wundernehmen, daß auf dem Lande sich weit mehr Brandfälle als in den Städten ereignen, trotzdem wir fast ausschließlich in den Städten die feuergefährlichsten Betriebe haben. Von allen Bränden auf dem Lande werden ein Fünftel durch Brandstiftung und drei Viertel etwa durch Unvorsichtigkeit verschuldet. Diese durch Statistiken belegte Tatsache Diese durch Statistiken belegte Tatsache läßt erkennen, warum den freiwilligen Feuerwehren nicht nur die Aufgabe der Brandverhütung zufällt. Durch die Mitarbeit an Verordnungen, durch Wort und Schrift und dergl., weisen sie ständig auf die Brandgefahren hin, die gerade in der Landwirtschaft sehr vielseitig sind. - Ein kleiner Spaziergang durch einige landwirtschaftliche Betriebe soll ein Beispiel geben. Wir treten in ein Gehöft, dort wird gerade Getreide gedroschen. Das Stroh liegt in haushohem Haufen auf dem Hofe, durch das Hin und Her der Leute und durch das Vieh ist das Stroh über den Hof verbreitet. Mein Begleiter raucht eine Zigarette, wirft beim Betreten des Grundstücks diese achtlos weg. Der Zigarettenstummel glimmt weiter, das verstreute Stroh gerät in Brand, im Nu wir haben kaum den Besizer, der den Elektromotor bedient, begrüßt- steht schon der Strohhaufen in Flammen. Mit Mühe und Not können wir uns gerade noch durch die Scheune ins Freie retten, da brennt auch schon diese, denn durch das verstreute Stroh ist ein Uebergang für das Feuer zur Scheune geschaffen. An ein Retten ist nicht mehr zu denken. Ehe die Feuerwehr die Löschgeräte herbeischaffen kann, stehen die Schenne und die angrenzenden Hofgebäude und Stallungen bereits in hohen Flammen. Die Früchte jahrelanger Arbeit sind dahin, Betriebsstörung, Verdienstausfall, Entlassung von Personal, in vielen Fällen Sorge, Not und Armut sind die Folgen. Die gleichen Folgen können eintreten bei Verwendung offenen Lichtes und durch mangelhafte elektrische Anlagen. Die Wartung der zum Dreschen von Getreide, zum Sägen von Holz und dergl. benötigten elektrischen Maschinen läßt oft sehr viel zu wünschen übrig. Elektromotor und Maschinen sind oft nicht eingebaut, sondern stehen in der Scheune, unter Treppen usw., dort verstauben sie, Stroh- und Heureste fallen darauf oder hinein, die Lager werden garnicht oder selten mit Del gefüllt; die Folge davon ist Heißlaufen des Lagers, Entzünden der feuergefährlichen Heu- und Strohreste, Uebertragung des Feuers auf die Gebäude. Die elektrischen Leitungen, die zur Beleuchtung der Ställe erforderlich sind, bedingen eine besondere Pflege und Wartung. Sie müssen von außen in nächster Nähe der Verbrauchsstelle eingeführt werden und nicht erst über Böden und von dort ans durch die nasse Stalldecke, denn durch die Ausdünstung des Viehes und die aus dem Dung entstehenden salz- und säurehaltigen Dämpfe werden Rohre und Kabel zerstört. Viele Brände in der Landwirtschaft sind auf diese Mängel zurückzuführen. Eine große Fehlerquelle sind auch unvorschriftsmäßige Sicherungen. Der Landwirt hat häufig keine neue Sicherung bei der Hand, er hilft sich damit, daß er die Sicherung durch Draht, Nägel usw. überbrückt, und bedenkt dabei nicht, daß die Sicherung nur durchgeschlagen sein kann, weil ein Fehler irgendwo an einem versteckten Drt in der Leitung ist, und daß nun wenn die Vorbedingung hierfür gegeben ist dadurch unbedingt ein Brand entstehen muß. - - Auf unserem weiteren Wege besuchen wir einen Kleinbauer; die Tür ist verschlossen, auf unser Klopfen antwortet ein vierjähriges Kind, es ist nur mit der kleinen Schwester allein zu Hause, Vater und Mutter sind auf dem Felde. Es ist dies eine häufige Erscheinung; die Erwachsenen gehen ihrer Feldbeschäftigung nach, und zu Hause schließen sie die kleinen Kinder ein. Das Kind findet Streichhölzer, spielt damit, läßt ein brennendes Zündholz fallen, ein Brand entsteht, nicht nur das Anwesen, sondern die Kinder kommen elend bei solchem Brande um. Eine weitverbreitete Unsitte ist das Anbrennen eines Lagerfeuers der Kinder beim Weiden des Viehes. Wird ein solches Feuer in der Nähe der Scheune angezündet, so kann schon herumliegendes Stroh oder auftretender Wind das Feuer auf nachbarliche Scheunen usw. übertragen. Durch Spielen der Kinder ereignet sich nach statistischer Feststellung jede zweite Stunde des Tages ein Brand. Innerhalb 10 Jahren sind durch Kinder 46 500 Brände verursach worden. Daß den zahlreichen Bränden jährlich fast 1400 Menschen in Deutschland zum Opfer fallen, ist besonders betrüblich. Deshalb muß man die Seinen, namentlich die Kinder, zu besonderer Vorsicht anhalten und ihnen die Gelegenheit nehmen, mit Feuer und entzündlichen Sachen zu spielen. Eine Belehrung über die Gefahren, die bei Feuer für Leben und Gesundheit der Kinder selbst drohen, wird ihren Eindruck nicht verfehlen. Hier wird die Feuerschußwoche mit ihrer Aufklärungsarbeit schon durch Verbreitung ihrer offiziellen Aufklärungsschrift Feuerverhütung! Das Büchlein für alle“ hof: fentlich ganz besonders segensreich gewirkt haben. Durch das Trocknen von Holz hinter dem Dfen oder Herd sind schon viele Besizer obdachlos geworden. Eine große Zahl der Brände auf dem Lande ist auf schadhafte Schornsteinreinigungstüren, unvorschriftsmäß. Feuerungsanlagen und Lagerung alten Gerümpels auf dem Dachboden in der Nähe von Schornsteinen zurückzuführen. Den Mahnungen des Schornsteinfegers, Mängel an Schornsteinen, Heizi Kein Rauch, kein Ruß.keine Schlacken Nr. 53. Defen, Herden zu beseitigen, soll man unverzüglich nachkommen. In diesem Zusammenhange sei hier erwähnt, daß auch der Mieter nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch verpflichtet ist, dem Vermieter unverzüglich Anzeige zu machen, wenn sich Mängel in der gemieteten Wohnung zeigen, oder wenn eine Vorkehrung zum Schutz des Hauses gegen eine nicht vorgesehene Gefahr erforderlich wird, andernfalls ist der Mieter zum Ersaß des. Schadens verpflichtet. Nur selten finden wir auf landwirtschaftlichen Gehöften eine Aschengrube, die Asche wird vielfach auf den Dunghaufen oder in den Garten, der sich hinter dem Gehöft an die Scheune anschließt, geworfen. Durch glimmende Asche oder Funken gerät Reststroh leicht in Brand und überträgt diesen auf die benachbarten Gebäude. Das Aufbewahren von Asche in Pappschachteln, Holzkisten und beschädigten Blechbehältern führt regelmäßig zum Brande. Die Asche aus Feuerstätten ist stets in Behältnisse aus feuersicherem Material zu bringen, auch diese dürfen nur auf feuerbeständige Unterlagen gestellt wer den. Durch Auftauen der eingefrorenen Wasserleitungen brannten vom 5. bis 14. Februar in der Provinz Brandenburg an drei verschiedenen Drten Ställe nieder. Ein außerordentlich großer Teil aller Brände in der Kälteperiode ist auf Unvorsichtigkeit beim Auftauen zurückzuführen. Eine vielfach verbreitete Unsitte ist das Anmachen von Feuer in Defen und Herden mit Petroleum, Benzin und ande ren feuergefährlichen Flüssigkeiten. Viele Menschen müssen jährlich diese Handlungsweise mit ihrem Leben büßen. Wie gefährlich das Umgehen mit offenem Licht in den landwirtschaftlichen Betrieben ist, wo überall von den Wänden und Decken der Scheunen und Ställe brennbare Halme und Spinngewebe herunterhängen, braucht nicht besonders erwähnt zu werden. Aber auch mit den sogenannten Sturmlaternen muß man vorsichtig umgehen. Ein Hütejunge, 13 Jahre alt, mußte Haferstroh von der Scheune auf die Tenne werfen, der Junge hatte eine Sturmlaterne bei sich. Als er abgerufen wurde, nahm er diese mit hinunter und stellte sie auf die Dresch maschine. Als dann später weiter Strohbünde auf die Tenne geworfen wurden, wurde die Sturmlaterne unbemerkt umge= worfen, in wenigen Minuten war die Scheune ein Raub der Flammen, und ein Schaden von ca. 20 000 Mark entstand. Neue Bücher. Flugtag in der Kleinstadt. Nicht jeder hat das Glück, in einer Stadt mit einem Flughafen zu wohnen. Nur hoch oben im unendlichen Blau des Himmels sehen sie den blinkenden Vogel ziehen. Wollen Sie das Leben und Treiben eines Kleinstadt Flugtages in einer miterleben? Es steht in der„ Woche". ,, Sollen die Ledigen besteuert werden?" Zu diesem hochaktuellen Problem nimmt Dr. Gerh. Wagner im„ Heft", der Zeitschrift der Frauf hin sehr interessanter Weise Stellung. Jede Frau wird weiterhin entzückt sein, wenn sie die„ Seft= Modenschau" sieht. - ,, Sonnenschein Freude für Alle", Familienausgabe der bekannten Zeitschrift„ Jm Wartezimmer", Verlag Gustav Thomas, Bielefeld. Preis 60 Pfg. Das neue Heft enthält wieder gut gewählte Unterhaltungsbeiträge. ,, Wie sah Christus aus?" Vor über 25 Jahren erwarb ein privater Münchener Sammler von einem griechischen Händler aus Jerusalem einen 11 Zentimeter hohen Kopf aus gelbem Alabaster. Die besten Forscher haben den Kopf gesehen und ihn vom ersten Drittel des ersten Jahrhunderts datiert. Groth hat das Material als aus Palästina oder aus Oberägypten stammend festgestellt. Alle, die den Christuskopf gesehen haben, waren überwältigt von dem unbeschreiblich seltsamen Bilde. Der Vorsitzende des Münchener Altertums- Vereins, Franz Wolter, hat eine kleine ikonographische Studie dem Alabasterkopf gewid met. Sie ist im Verlag von Hugo Schmidt in München mit 12 Bildern illustriert. Preis 2,50 RM. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Albin Klein Giessen Vom einfachen Handzettel bis zu den umfangreichsten Katalogen werden alle Drucksachen in Qualitätsausführung schnellstens und preiswert geliefert. 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