Nr. 16/17 mäße Löjung ach der Schei en. Wie das bringt, daß nen, so bringt at zum meite der berechtig e höhere Jn unter Berüd und des Sin Bu entscheiden 4/29.) Ein Hörspiel B. 61. Preis interessieren, ist. Ist doch Gender überdramatisches verdient. xim 3iese ten mit Per .b. H., Ber it einzigartig s zum ersten Darstellung ot. Wir ver wir hier die Beispielen der Benden Groß Terals Nivelle cher und eng Seeresführung tisch bis aufs en Vorgänge. ben die Ver ngestellt: ein ers". Dieses 11. neuen, span eft der Hade d der Karne s Jllustrierte rweden. en wenig ent erlaufen, mit falt und win gen der Tem ter. Es folgt nats Gew unfreundlich troden, aber heinlich einen I. Gießen. sparst chuhen .Sorgen, f heut dal t nicht morgen! 1 he! ster 1930 dytswiffen Gemefter) dhes- und Donners äuft vom sverzeich infendung n werden. Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rücksendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Bolitische Rundschau. Die Morgenpresse berichtet, daß in dem heutigen Minister: rat der Minister für öffentliche Arbeiten, Pernot, den Auftrag erhalten werde, die Saarverhandlungen mit der deutschen De legation fortzusetzen. Trotz aller Fehlschläge, die die Kommunistische Partei in der legten Zeit in Berlin und im Reich bei ihren Demonstratio= nen überall erlitten hat, soll der Moskauer Befehl, am 6. März unter allen Umständen Zusammenstöße mit der Polizei herbeizuführen, befolgt werden. Der bisherige demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Hellpach hat dem geschäftsführenden Vorsitzenden der Demokratischen Partei in einem Schreiben mitgeteilt, daß er sein Reichs= tagsmandat niederlege und gleichzeitig aus der Leitung der Demokratischen Partei ausscheide. Der sozialdemokratische Parteivorstand hat beschlossen, den Senatspräsidenten Grügner aus der Partei auszuschließen. Es wurde erklärt, die Behauptung Grüßners, er habe vom Parteivorstand für sein Vorgehen gegen Grzesinski freie Hand erhalten, sei unrichtig. Meldungen über einen angeblichen Abbruch der deutschrumänischen Handelsvertragsverhandlungen entsprechen, wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, nicht den Tatsachen. Die Berhandlungen gehen weiter. Der preußische Innenminister Professor Dr. Waentig hat am Dienstag offiziell bie Amtsgeschäfte übernommen. Nuntius Orsenigo, der Nachfolger Pacellis in der Berliner Nuntiatur, wird in der Mitte des Monats März in Berlin eintreffen. Der Nuntius, der gleichzeitig Doyen des diplomatischen Korps ist, weilt noch in Rom. Die politische Lage in Spanien ist neuerdings in ein triti: sches Stadium getreten; es hat den Anschein, daß zwischen dem König und dem Ministerpräsidenten Meinungsverschiedenheiten auf Grund der legten republikanischen Kundgebungen hinsicht lich der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung in Spanien aufgetreten sind. Die albanische Regierung hat nach einjähriger Tätigkeit demissioniert. Wie aus Brasilien berichtet wird, ist die Präsidentenwahl ruhig verlaufen. Der konservative Kandidat Julio Prestes als Präsident der Republik und Vital Soares als Vizepräsident haben die Mehrheit erhalten. In Friedrichshafen werden eifrig Vorbereitungen für die nächsten Flüge des„ Graf Zeppelin" getroffen. Die auf den Pariser Bahnhöfen für die russische Handels: vertretung lagernden Waren wurden beschlagnahmt. Die Guthaben der Handelsvertretungen sind bei verschiedenen Banten gesperrt worden. Der bisherige Vorsitzende des Reichsbundes für höhere Beamte, der Reichstagsabgeordnete Scholz, hat mit Rücksicht auf seine Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Volkspartei sein Amt beim Reichsbund niedergelegt. Als sein Nachfolger ist der Reichsminister a. D. Külz in Aussicht genommen. In München ist es am Rosenmontag und in der Nacht zum Faschingsdienstag zu schweren Ausschreitungen gekommen. Die Ermittelungen haben inzwischen zweifelsfrei erwiesen, daß diese Unruhen planmäßig von kommunistischer Seite vorbereitet sind. Hessische Politik. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags kam mit der Beratung des Kapitels Forstverwaltung zu Ende. Eine Reihe von Anträgen der verschiedenen Parteien, die eine Herabsetzung oder gänzliche Streichung der Tagegelder, der Dienstaufwandsentschädigungen, der Entschädigungen für Fahrtkosten usw. ver= langten, wurden zurückgestellt bis zur zweiten Lesung, da die Regierung hier noch Unterlagen beibringen will. Annahme fand ein volksparteilicher Antrag auf Absetzung von 15 000 Rmk. für Aushilfskosten. Auf volksparteilichen Antrag wurden die Amtskosten der Forstämter auf höchstens 35 000 Rmt. begrenzt. Abgelehnt wurde der sozialdemokratische Antrag, zehn Forstassessoren und 40 000 Rmk. bei der Betriebseinrichtung zu streichen. Einstimmige Annahme fand ein Zentrumsantrag, der die von der Regierung geplante Neuschaffung von drei Forstassessorenstellen ablehnt. Es bleibt also hier bei den seitherigen acht Stellen. Das Kapitel wurde im übrigen in der Fassung des Voranschlages angenommen. Die Gesamtausgaben betragen für Personalkosten 3 031 612 Rmk., für sachliche Kosten 5 773 558 Rmf. In dem Kapitel sind 300 000 Rmt. enthalten für die Verzinsung und Tilgung der staatlichen Leistungen an den früheren Großherzog. Die gesamten staatlichen Leistungen samt 3inseszinsen sollen in längstens 55 Jahren getilgt sein. Der Ausschuß setzt seine Beratungen am Dienstag der kommenden Woche fort. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 5. März 1930 Ein neuer Plan?! In Ergänzung der amtlichen Mitteilungen über die letzten Kabinettssitzungen erfährt man aus parlamentarischen Kreisen, daß diese nach dem Verlauf der Kabinettsberatungen vom Dienstagnachmittag auf eine Entspannung der Lage hoffen. In der Ministerbesprechung stand ein neuer Vorschlag des Finanzministers Moldenhauer zur Aussprache, der unter Vermeidung jeder direkten Besteuerung den verbleibenden 100- Millionen Fehlbetrag der Arbeitslosenversicherung auf andere Weise decken soll. In der Mittwochsitzung des Reichskabinetts soll der Finanzminister einen ausgearbeiteten Vorschlag unterbreiten, über den sich das Reichskabinett dann unverzüglich schlüssig werden wird. Alle Pläne eines irgendwie gearteten Notopfers dürften hin gegen von der Reichsregierung angesichts des entschiedenen Widerstandes der Deutschen Volkspartei endgültig fallen gelassen worden sein. Frankreich fürchtet um den Youngplan. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 18 Furchtbare Not russischer Flüchtlinge. Wie von unterrichteter Seite verlautet, erscheinen an der polnisch- russischen Grenze massenhaft russische Flüchtlinge, die vollkommen ausgehungert seien und lieber sterben als nach Rußland zurückkehren wollten. Die Bauern bäten darum, ihnen entweder Schutz zu gewähren, oder sie zu erschießen. Einzelne Bauernfamilien berichteten, daß ihre Dörfer dem Erdboden gleich gemacht worden seien. Nur wenige Einwohner hätten sich retten können, während die Mehrzahl den Tod gefunden habe. Jm Lande herrsche eine immer mehr um sich greifende Gährung, die durch den Hunger wesentlich verstärkt werde. Befreiungsfeier in Mainz. Mainz, 4. 3. Die große Befreiungsfeier für das besetzte Gebiet wird nach der Räumung der dritten Zone am 6. Juli in Mainz stattfinden. Die Feier wird veranstaltet von der Reichsregierung, der Hessischen Staatsregierung und der Stadt Mainz. Die Waffendiebe: Kommunisten. Berlin, 4. März. Im Zusammenhang mit dem Leipziger Waffendiebstahl wird von zuständiger Stelle mitgeteilt, daß ein Angehöriger des Standortkommandos verhaftet worden ist, der mit der Waffeninstandhaltung zu tun hatte und nachweislich Be Ausbau der belgischen Dstgrenze. Berlin. Der französische Botschafter in Berlin, de Margerie, hat bei dem Reichsaußenminister Dr. Curtius vorgesprochen, um sich danach zu erkundigen, ob die im Haag gemachte Zusage der termingerechten Verabschiedung der Younggesetze durchziehungen zur Kommunistischen Partei unterhielt. das Parlament zu erfüllen sei. D mit, wenn auch etwas langsamer Erledigung der Young- Gesetze in Deutschland zu rechnen ist, ist die Sorge Frankreichs um das termingerechte Intrafttreten des Youngplanes höchst überflüssig. Es würde für Frankreich auch nicht der geringste Grund dafür bestehen, schon jetzt mit einer Hinausschiebung der Räumungstermine hervorzutreten, aber das wird des Pudels Kern sein. Brüssel, 4. 3. Der belgische Landesverteidigungsminister beabsichtigt, dem Parlament einen Gesetzentwurf vorzulegen, nach dem ein Fonds von 500 Millionen Franken geschaffen werden soll, der dem Ausbau der Verteidigung der Ostgrenze dienen foll. Das Handwerk fordert Gerechtigkeit. Die Ueberschrift trägt eine Darlegung, welche die Spitzenverbände der Handwerkszweige des Nahrungsmittelgewerbes ( Deutscher Fleischer- Verband, Zentralverband Deutscher Bäkkerinnungen, ,, Germania" und Deutscher Konditoren- Bund e. V.( Reichsverband selbständiger Konditoren) gelegentlich der diesjährigen Haupttagung des Reichsverbandes des deutschen Handwerks der Deffentlichkeit übergeben haben. Diese Schrift besagt im einzelnen folgendes: Die Konsumvereine finden im§ 1 des Genossenschaftsgesetzes ihre gesetzliche Grundlage als ,, Vereine zum gemeinschaft lichen Einkauf von Lebens- oder Wirtschaftsbedürfnissen im großen und Ablaß im kleinen", zur Unterstützung der wirtschaftlich Schwachen. Wer sich jetzt die Konsumvereine in Deutschland mit ihren großen Produktionsbetrieben auf allen Gebieten ansieht, findet nichts mehr von den ursprünglichen Genossenschaften als Selbsthilfeorganisationen der Schwachen, die gemeinsam beraten und zum Ausdruck bringen, was ihnen nottut, sondern großkapitalistische Organisationen. Und diese Entwicklung haben die Konsumvereine unter staatlicher Förderung genommen. Die Konsumgenossenschaften haben daher keinen Anspruch auf besondere staatliche Förderung oder gar auf Bevorzugung in steuerlicher und anderer Beziehung. Es ist im Gegenteil Pflicht des Staates, diese Drganisationen in ihre gesetzlich festgelegten Schranken zurückzuweisen, um den gewerblichen Mittelstand gemäß Artikel 164 der Reichsverfassung vor Aufsaugung zu schüßen. Das Handwerk bittet alle unparteiisch und gerecht Denkenden dringend, folgende Forderungen nachdrücklichst zu unterstüßen: 1. Es ist gesetzlich festzulegen, daß es öffentlich- rechtlichen Körperschaften und Anstalten und Unternehmungen von Reich, Ländern und Kommunen untersagt ist, die Mitgliedschaft bei Konsumgenossenschaften zu erwerben oder von Konsumvereinen Waren zu beziehen. Die Mitgliedschaft von Körperschaften usw. verstößt gegen das Urprinzip der Konsumvereine als Selbsthilfeorganisation des wirtschaftlich schwachen Einzelmenschen. Staat und Kommune sind zu wirtschaftspolitischer Neutralität den Wirtschaftskreisen gegenüber, ja sogar zur Förderung des selbständigen Mittelstandes gemäß Artikel 164 Reichsverfassung verpflichtet. Hiergegen verstößt die Antwort des Preußischen Ministers des Innern, der den Beitritt der Stadt Harburg- Wilhelmsburg zum Konsumverein ,, Produktion" als alleinige Angelegenheit der städtischen Selbstverwaltung bezeichnet. Auch die Kommunalbehörden haben allen Wirtschaftskreisen zu dienen, und da sie in weitem Umfange aus den Erträgnissen der Gewerbesteuer ihre Ausgaben bestreiten, sind sie verpflichtet, den selbständigen Mittelstand zu schüßen. Tun dies städtische Körperschaften nicht, so sind sie von der Aufsichtsbehörde hierzu anzuhalten. Es muß an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, daß nachgewiesenermaßen die Preise einiger Waren, z. B. Brot, von den Konsumvereinen nicht unter wirtschaftlichen Gesichts( Der punkten, sondern als Kampfpreise festgesetzt werden. Konsumverein Dresden legte 1927 in seiner Bäckerei 142 710 R.-Mk. zu.) Fällt die Kontrolle durch den freien Handel und durch das Gewerbe, werden die Konsumvereine zu Monopolpreisen übergehen. 2. Allen Behörden und behördenähnlichen Drganisationen, Schulen usw. ist es zu untersagen, in irgendeiner Form Reklame für die Konsumvereine zu machen. Zu untersagen sind Werbungen auf behördlichen FormuLaren, wie es z. B. beim Polizeipräsidium zu Bielefeld geschehen ist. Auch eine Beeinflussung in den Schulen durch Besorgung von Lehr- und Anschauungsmitteln vom Konsumverein( Zündholzschachteln usw.) muß untersagt werden. 3. Beseitigung der steuerlichen Bevorzugung der Konsumgenossenschaften und Gleichstellung mit dem freien Gewerbe. Durch die Freilassung von der Körperschaftsstener, die die Privatgesellschaften selbst und in Form der Einkommensteuer ihre Gesellschafter sowie alle Gewerbetreibenden zu zahlen haben, sowie durch die Freilassung von der Gewerbesteuer( in Preußen durch die Sonderberechnung, wonach die Gewerbesteuer nur vom Reingewinn nach Abzug der Ausschüttungen, Rückvergütungen usw. erhoben wird) und durch die Nichtversteuerung der Rückvergütungen erhalten die Konsumgenossenschaften völlig ungerechtfertigt erhebliche Vorteile. Bei der Vermögenssteuer haben die Konsumgenossenschaften den Vorteil, daß sie die Geschäftsguthaben ihrer Mitglieder in Abzug bringen können. Dieser Vorteil wirkt sich auch bei der Aufbringung der Industriebelastung zugunsten der Konsumgenossenschaften aus. Die Konsumgenossenschaften sind ferner frei von der Kapitalverkehrssteuer, die in Höhe von 4 Prozent des Kapitals bei jeder Neugründung oder bei Kapitalerhöhungen von den privaten Gesellschaften zu zahlen ist. Wir können uns die Ansicht des Reichsfinanzhofes nur zu eigen machen. ,, Es ist ein Gebot der steuerlichen Gerechtigkeit und der gleichmäßigen Lastenverteilung, Unternehmungen, die miteinander in Wettbewerb stehen, möglichst gleichmäßig steuerlich zu belasten." 4. Solange die Gewerbesteuer noch nicht in Wegfall gekommen ist, Schaffung eines Zuschlages für Warenhäuser, Konsumvereine usw. und einer Filialsteuer. Die bedeutenden Steuereinbußen, die Stadt und Gemeinden durch Vernichtung und Schädigung der selbständigen Geschäfte infolge der Ausbreitung der Warenhäuser und Konsumvereine erleiden, macht die Schaffung einer Warenhaussteuer, berechnet nach der Zahl der beschäftigten Personen, einer Ausverkaufs- und Filialsteuer erforderlich. Den Weg für eine solche Besteuerung zeigt das dem sächsischen Landtag vorliegende Initiativgesetz. 5. Den Konsumgenossenschaften dürfen keine öffentlichen Mittel weder direkt noch indirekt zur Verfügung ge= stellt werden. Es ist festgestellt worden, daß z. B. die Reichsversicherungsanstalt für Angestellte dem Konsumverein Hannover- Laagen G.-Mk. 150 000.-, der Großeinkaufsgenossenschaft Deutscher Konsumvereine in Hamburg G.-M. 750 000.- und dem Allgemeinen Konsum- und Sparverein in Nordhausen G.-Mk. 50 000. als Darlehen zur Verfügung gestellt hat. Einige städtische Gasanstalten gewähren den Konsumvereinsbäckereien Mittwoch, den 5. März 1930. Sonderpreise. Bei Gewährung von Hauszinssteuerhypotheken werden Konsumvereine bevorzugt. Die Läden in städtischen Neubauten werden vielfach be= vorzugt an Konsumvereine zur Errichtung von Filialen vermietet. Bevorzugung beim Verkauf von Gemeindebackhäusern ( Holzminden). 6. Den Konsumgenossenschaften dürfen keinerlei Sonderstel: Inngen in Gesezen eingeräumt werden, wie es z. B. im Zündholzmonopol der Fall ist. Der selbständige Mittelstand hat die berechtigte Befürch tung, daß diese Sonderstellung im Zündholzmonopolgesetz Schule machen wird. Dies widerspricht der klaren Fassung des Artikels 164 Reichsverfassung. 7. Die Verordnung des Reichsfinanzministers vom 5. Dktober 1929 ist derart abzuändern, daß die Möglichkeit besteht, den Finanzämtern den Nachweis zu führen, wenn Konsumgenossenschaften wieder gesetzwidrig auch an Nichtmitglieder verkaufen. Daß eine scharfe Kontrolle der Konsumvereine dringend notwendig ist, geht aus den Berichten aus allen Teilen des Reiches deutlich hervor. Die Konsumvereine würden sich auch nicht auf ihren Tagungen mit solcher Schärfe gegen die Kontrollen wenden, wenn sie nicht wüßten, daß in vielen Konsumvereinen gegen das Gesetz verstoßen wird. 8. Es ist im Genossenschaftsgesetz festzulegen, daß auch die Produktionsbetriebe der Konsumvereine ihre Waren nur an Mitglieder abgeben dürfen. Die Bestimmung des§ 8 des Genossenschaftsgesetzes muß auch für die Produktionsbetriebe der Konsumvereine gelten. 9. Abzulehnen ist die Forderung der Konsumgenossenschaften, dieselben in Korporationen des öffentlichen Rechtes zu verwandeln und sie mit weitgehenden Befugnissen auszustatten. 10. Die Konzessionsgesuche von Warenhäusern für die Errichtung von Gastwirtsbetrieben( ,, Erfrischungsräumen") Lokales. * Steuerprotestkundgebung. Auf Einladung des Bezirksverbandes Gießen des Verbandes hessischer Handwerks- und Gewerbetreibender fand Samstag eine überfüllte Versammlung von Handwerkern und Gewerbetreibenden aus dem Kreise Gießen im ,, Aquarium" statt, die sich nach einem Vortrage des Steuersyndikus Dr. Lindemann von der Hessischen Handwerkstammer Darmstadt und nach längerer Aussprache ,, mit Enttäuschung und Bitterkeit" dagegen wendet, daß die baldige Infraftsetzung der von der Reichsregierung versprochenen Steuersenkungen in Frage gestellt ist. * Geflügelcholera. Die Geflügelcholera in dem Hühnerbestand des Theo Bieker, Gießen, Neustadt 55, ist erloschen. * Schluß des Schuljahres in Hessen. Nach einer für sämtliche öffentlichen Schulen in Hessen verbindlichen Anordnung des hessischen Ministeriums für Kultus und Bildungswesen schließt das laufende Schuljahr Samstag, 5. April, mit der letzten stundenplanmäßigen Vormittagsunterrichtsstunde. An dem= selben Tage sind die Schüler und Schülerinnen, die ihre achtjährige Schulpflicht erfüllt haben, aus der Schule zu entlassen. Die Osterferien dauern drei Wochen. Das neue Schuljahr beginnt mit dem Vollunterricht am Dienstag, 29. April. Am 28. April finden die Schüleraufnahmen und Versetzungen statt. * Reiseprüfung an der Studienanstalt. Sämtliche 18 Oberprimanerinnen der Studienanstalt bestanden gestern die mündliche Reiseprüfung. Das hessische Kultusministerium war durch Staatsrat Blod vertreten. * Unterschlagung und Dienstentlassung. Das hiesige Amtsgericht erkannte gegen einen Grenadier unseres Bataillons wegen Unterschlagung zum Nachteil eines Kameraden im Rüdfall auf sechs Wochen verschärften Arrest und Dienstentlassung. * Bestrafter Felddiebstahl. Die Straffammer lehnte die Berufung des mit 2 Wochen Gefängnis bestraften Felddiebes, der im letzten Jahre in den Gärten ,, an der Hohleich" gehaust hat, ab. * Karnevalsschluß. Das Polizeiamt weist darauf hin, daß von Aschermittwoch ab alle öffentlichen karnevalistischen Veranstaltungen wie Maskenbälle, Kostüm- und Trachtenfeste, Rappenabende usw. verboten sind. Die Polizeibeamten sind angewiesen, die Einhaltung der vorstehenden Bestimmungen aufs strengste zu überwachen und gegen Zuwiderhandlungen jeder Art unnachsichtlich einzuschreiten. Wehrlos rechtlos. Von Hermann Goch. Wir arbeiteten zu Anfang des Jahres 1918 in den Lokomotiv- Werkstätten der P. M. L.- Linie in Lyon- Vaise. Um die fnappe Verpflegung aufzubessern, handelten manche Kameraden ihre Wertgegenstände, soweit siie noch vorhanden waren, gegen Brot und Tabak ein. Auch mein Kamerad Otto Scheiffelen, ein Württemberger, setzte auf diese Weise seine Armbanduhr ihre Wertgegenstände, soweit sie noch vorhanden waren, gegen wertes soilte innerhalb vierzehn Tagen erfolgen. Als am 1. Febrwar noch keine Bezahlung erfolgt war, wurde der Posten zur Rückgabe der Uhr aufgefordert. Er kam dieser Aufforde= rung auch nach, suchte aber von jetzt ab, dem Kameraden Scheiffelen einen Streich zu spielen. Die Gelegenheit war bald gefunden. Als Scheiffelen am 2. Februar nach der Mittagspause den Abort benutzte, forderte der Posten ihn auf, die Tür zu öffnen. Mit Rücksicht auf die vorbeigehenden Zivilisten lehnte der Kamerad das ab. Nun riß der Posten mit Gewalt die Tür auf. Scheiffelen schloß sie wieder, sobald der Posten einige Schritte zurückgegangen war. Dieser schob jetzt eine Patrone in sein Gewehr, öffnete die Tür und feuerte aus wenigen Schritten Entfernung auf Scheiffelen ab. Dann machte er sich schleunigst aus dem Staube. Mit einem Lungenschuß, blutüberströmt und besinnungslos fanden wir unseren Kameraden im Schmutz. Notdürftig verbunden, brachte man ihn ins Lazarett. Nach 25 Tagen Ein- und Ausschußkanal waren noch stark bereitert kam er in das Untersuchungsgefängnis Lyon- St.Paul. Bis zum Stelett abgemagert, fand ich ihn hier einige Wochen später wieder. Im Mai 1918 passierte Otto Scheiffelen das französische Kriegsgericht in Lyon. Man erkannte auf Gehorsamsverweigerung und fünf Jahre Gefängnis. Gießener Zeitung sind, namentlich hinsichtlich der Bedürfnisfrage und der Beachtung der feuerpolizeilichen Vorschriften, mit genau der gleichen Strenge zu prüfen wie die Gesuche von Einzelunternehmen des Gastwirtsgewerbes. Die Warenhäuser, die dem erwerbstätigen Mittelstand auf allen Gebieten eine übermächtige, vielfach erdrückende Konkurrenz bereiten, pflegen sofort nach ihrer Errichtung Gesuche um die Genehmigung sogenannter ,, Erfrischungsräume" einzureichen. Fast ausnahmslos wird solchen Gesuchen trotz aller Einsprüche nachgegeben, mag die Zahl der Gaststätten auch im engsten Umkreis noch so groß sein. Charakteristisch ist es, daß wiederholt diese Räumlichkeiten schon eröffnet wurden, bevor die Genehmigung vorlag. Die Preise in den ,, Erfrischungsräumen" werden vielfach nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten festgesetzt, sondern um das Publikum heranzuziehen. Sie wirken sich als Kampfpreise gegen den selbständigen Mittelstand aus, der nicht die Möglichkeit hat, diese Verluste auf andere Waren abzuwälzen. Die angebliche Notwendigkeit von Erfrischungsmöglichkeiten für die Käufer der Warenhäuser ist nicht stichhaltig, denn es fehlt jede Kontrolle, ob diese Einrichtungen nur von Käufern benutzt werden. Dem widerspricht auch die Veranstaltung von Konzert und Tanz in manchen dieser ,, Erfrischungsräume". Es handelt sich also um reine Gaststätten, deren Betrieb nicht in den Aufgabenkreis der Warenhäuser gehört, wie schon die Bezeichnung ,, Warenhaus" besagt. Zum mindesten muß die bisherige auffällige Begünstigung der Genehmigungsgesuche genannter Art beseitigt werden. " Germania" Zentralverband Deutscher Bäcker- Innungen Deutscher Fleischer- Verband Deutscher Konditoren- Bund E. V. ( Reichsverband selbständiger Konditoren) Efeublätter sind ein guter Ersaz für Panamaholz als Waschmittel für empfindliche Stoffe. Man macht einen heißen Aufguß von ihnen, verdünnt mit Wasser auf Handwärme und drückt und knetet darin die Stücke, worauf man sie in reinem Wasser klar schwenkt. Das in den Blättern enthaltene Saponin( Seifenstoff) erspart jede Seife oder sonstiges Waschmittel. Vorzüglich aber eignet sich ein stärkerer Absud, man möchte sagen Extrakt, zum Entfernen von Glanzstellen in dunklen Stoffen, z. B. Herrenanzügen, wie zu deren gründlicher Reinigung überhaupt. Man bringt die knapp mit Wasser bedeckten Efeublätter zum Kochen, stellt den Topf zurück, läßt die Brühe noch einige Stunden ziehen, seiht dann ab und bürstet nun strichweise damit, noch ziemlich heiß, die auf einem Tische flach ausgebreiteten, vorher entstaubten Kleidungsstücke auf der rechten Seite tüchtig durch. Darnach wird die Flüssigkeit nur ausge= schüttelt, ohne nachzuspülen, übertrocknet und wie üblich ge= glättet. Die Kleider werden bei diesem Verfahren wie neu, Sch. mindestens wie chemisch gereinigt und kosten kein Geld. Aus Nah und Fern. Lich. In einer einstimmig angenommenen Entschließung an die Regierung legt der Licher Gemeinderat in Gemeinschaft mit der Stadtverwaltung allerschärfte Verwahrung gegen eine eventuelle Aufhebung des Licher Amtsgerichts ein.( Also werden wohl alle Aemter bestehen bleiben!) Laubach. Die Stadt kann in diesem Jahr auf ihr 525jähriges Bestehen zurückblicken. Nidda. Bürgermeisterwahl. Bei gestriger Stichwahl erhielten der bisherige Beigeordnete Rullmann 851, Seit 455 Stimmen. Rullmann ist also zum Bürgermeister gewählt. Bad Nauheim. Ein Unterstützungsschwindler, der schon lange von verschiedenen Behörden gesucht wird, konnte hier festgenommen werden, als er gerade nach Gießen verschwinden wollte. Er hatte einen Mann um einen Geldbetrag geschröpft, doch tamen diesem Bedenken und er benachrichtigte die Polizei. Büdingen. An der Geismühle bei Nieder- Gründau explodierte der Motor eines Lastautos aus Mittel- Gründau und brannte völlig ab. Die Insassen konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Schlitz. Das Schlitzer Trachtenfest findet am 22. Juni statt. Babenhausen. Wegen Amtsunterschlagung wurde ein hiesiger Beamter zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Auf Grund dieser Vorgänge löste man uns in Lyon- Vaise ab und kommandierte uns zur Arbeit auf den Güterbahnhof Lyon- Guillotiere. In der Nacht vom 19. zum 20. Februar arbeitete ich zum ersten Male als Rangierer auf unserem neuen Tätigkeitsfelde. Wir arbeiteten abwechselnd eine Woche in Tagschicht und eine in Nachtschicht. Ich hatte die Aufgabe, Waggons an die Verladerampe zu rangieren. Andere Kame= raden mußten Stückgüter ein- und ausladen. Der Dienst sagte uns im allgemeinen zu, denn wir hatten Gelegenheit, ein wenig für den hungrigen Magen zu sorgen. Daß wir in dieser Beziehung jede Gelegenheit ausnutzten, will ich gern eingestehen. Hätten wir das nicht getan, wären wir verhungert. In der Nacht vom 21. zum 22. März 1918 stand ich mit meinen Kameraden Otto Demeter und Karl Niebling am Kopf der großen Verladehalle. Unsere Arbeit war für einige Stun den erledigt. Wir drehten Zigaretten und erzählten uns etwas. Um dieselbe Zeit hatten Zivilisten vom Bahnsteig eine Korbflasche mit Likör gestohlen und dabei derartige Geräusche verursacht, daß der Nachtwächter aufmerksam wurde. Er ging den Geräuschen nach und sah hinter einem Güterzug einige Gestalten verschwinden. Beim Untersuchen der Waggons fand er dann schließlich die Korbflasche Likör und zwei französische Feldflaschen zwischen den Geleisen liegend. Nun fiel sein Blick auf uns. Wie schon erwähnt, standen wir am Kopf der Verladehalle, etwa fünfzig Meter von der Fundstelle entfernt. Die Korbflasche und die französischen Feldflaschen wurden zum Bahnhof gebracht. Zwanzig Minuten später holte man uns. Man füllte die Korbflasche um. Sie enthielt zwölf Liter, es fehlte nichts. Man beroch uns, ob etwas vom Likörgenuß festzustellen wäre und fand keine Spur davon. Die beiden Feldflaschen hatten den Geruch von Kaffee an sich. Wir hatten nie französischen Feldflaschen besessen, da es verboten war. Trotzdem Nr. 18. Mittwoch, den Babenhausen. Der Gründer der Babenhäuser Eisengießerei Brückner und Fuchs, der 50 Jahre alte Fabrikant Brückner, hat sich, wirtschaftlicher Schwierigkeiten wegen in seiner Werkstätte erhängt. Weinheim. In einem Anfall geistiger Umnachtung brachte der Schreinermeister Jochim seinen zwei Neffen lebensgefährliche Schüsse bei. Mainz wird Sitz des Versorgungsamtes. Die noch als fraglich gebrachte Meldung aus der Wiesbadener Stadtverordneten- Versammlung, daß der Reichsarbeitsminister sich für Mainz als Sitz des Reichsversorgungsamts für Rheinhessen und Hessen- Nassau entschieden habe, kann nach einer im hessischen Staatsministerium jetzt eingetroffenen Meldung amtlich bestätigt werden. Wezlar. Durch einen scherzhaften Steinwurf seines Arbeitsfollegen wurde ein Arbeiter des Steinbruchs schwer verletzt. Das Gericht verurteilte den Werfer wegen Fahrlässigkeit zu 6 Monaten Gefängnis. Wetzlar. Beim Spiel hat ein Junge die Mütze seines Kameraden auf ein Dach geworfen. Als der andere die Mütze herunterholen wollte, kam er zu Fall und zog sich eine schwere Gehirnerschütterung zu. Nassau( Lahn). Jm benachbarten Obertiefenbach wurde ein Hofgut mit 82 Morgen Land zu dem sehr niedrigen Preis von 14 000 Rmk. verkauft. Ein Beweis, in welch hartem Le= benskampf sich gegenwärtig unsere Landwirtschaft befindet. Bad Ems. Aus Not in den Tod. Ein früherer Bildhauer, der zuletzt hier als Brunnenarbeiter beschäftigt war, hat unter dem Druck großer wirtschaftlicher Notlage Selbstmord verübt. Er ist Vater von 8 Kindern, von denen eins schon seit Jahren frank darniederfiegt. Er war Hausbesitzer, aber die Miete wurde vom Wohlfahrtsamt für die vorgelegten Krankenhausfosten eingezogen. Bereits vor einiger Zeit hatte der Lebensmüde einen Selbstmordversuch mittels Gas unternommen, wobei er aber gerettet werden konnte. Er gehörte der neugewählten Stadtverordnetenversammlung als Mitglied an. Fulda. Ein sechsjähriger Brandstifter. In dem Dorfe Stork ist die Scheune und die Stallung des Maurerpoliers Bischof niedergebrannt. Die Feuerwehr konnte das Wohnhaus und Nachbargebäude retten. Die Ermittlungen führten zu dem Ergebnis, daß als Brandstifter der sechsjährige Junge der Familie in Betracht kommt, der in der Scheune ein Streichholz anzündete und in das Stroh fallen ließ. Kassel. Die Stadtverordneten haben in geheimer Sitzung der Aufnahme eines weiteren Darlehens von 750 000 Mart bei der Volksfürsorge Hamburg zum 1. April 1931 und einem Zwischenkredit in gleicher Höhe bei der Arbeiterbank Berlin zugestimmt. Kassel. Die hiesige Hessische Landesbibliothek feiert dieses Jahr ihr 350jähriges Bestehen. Heidelberg. Die Stadt schließt ihren Etat mit einem Fehlbetrag von 900 000 Rmt. ab. Kostspielige Straßenumtaufe in Berlin. Dem Berliner Magistrat liegt, wie die dortigen Zeitungen melden, seit einigen Tagen die Umbenennungsvorlage für die Berliner Straßen und Plätze vor. Alle Kaiser- Wilhelm- Straßen sollen verschwinden und mit Erinnerungsnamen an die Frei=' heits- und Einigungskriege versehen werden. Die Gesamtkosten dieser ,, Erneuerungstat" sollen sich nicht nur, wie zuerst ange= nommen, auf 450 000 Rmf., sondern auf rund ¾ Millionen Rmk. belaufen. Die Berliner habens ja....! Sch. Ueberschwemmung und Unwetter über Südfrankreich. Seit drei Tagen wird Südfrankreich von orfanartigem Sturm und Wolfenbrüchen heimgesucht. Die ganze Gegend von Bezier steht unter Wasser. Die Stadt ist zum größten Teil überschwemmt. Der Straßenbahnverkehr mußte eingestellt wer den. Der heftige Sturm hat fast sämtliche Telegraphenpfähle umgerissen. Viele Dächer wurden abgedeckt. Die Stadt ist ohne Licht und Elektrizität, so daß selbst die Fabriken nicht arbeiten können. Verschiedene Brücken wurden einfach fortgeschwemmt. Zwischen Carcassonne und Trebes rutschte die Hälfte des Bahndammes ab, so daß der Zugverkehr nur noch eingleisig durchgeführt werden kann. Seit den Ueberschwemmungen von 1907 hat die Bevölkerung eine derartige Sturmflut nicht mehr erlebt. Großfeuer in New Orleans. London, 4. 3. In New Orleans wurde eine Werft, ein Lagerhaus mit 40 000 Ballen Baumwolle und ein 5000 Tonnen großer amerikanischer Frachtdampfer durch ein Großfeuer zerstört. Der Schaden wird auf 19-20 Millionen Mark geschätzt. die ganze Untersuchung ergebnislos verlief, wurden wir zur Gendarmerie gebracht und am 22. März 1918 von vier Gendarmen im Untersuchungsgefängnis Lyon- St. Paul abgeliefert. Der Nachtwächter vom Güterbahnhof wurde vereidigt. Er äußerte sich sehr vorsichtig, seine Aussagen waren sehr unbe= stimmt. Er glaube, uns gesehen zu haben, sagte er. Gefragt, ob noch einer von uns dreien etwas vorzubringen hätte, meldete ich mich zum Wort und kennzeichnete das Lächerliche der ganzen Situation. Wenn wir jetzt verurteilt würden, dann geschähe das auf der„ Basis„ Haß“. Dem Nachtwächter läge es daran, die 75 Frank Prämie einzustreichen und drei Deutsche unglücklich zu machen. Wir könnten französische Zivilpersonen namhaft machen, die in der fraglichen Nacht total betrunken gewesen wären, diese möge man heranholen. So sagte ich und mußte für meine Ausführungen gar manchen gehässigen Zuruf einstecken. Unser Verteidiger versagte völlig. Wir mußten fünf Minuten den Saal verlassen. Nach unserer Rückkehr durften wir von dem Urteil Kenntnis nehmen:„ Fünf Jahre Gefängnis, zehn Jahre Ehrverlust, zehn Jahre Landesverweis und militärische Degradation." ( Wir haben diesen Abschnitt dem kürzlich von Fritz Jbrüg ger in der Hanseatischen Verlagsanstalt in Hamburg 36 herausgegebenen Buche„ P. G ,, Feldgraue in Frankreichs Zuchthäusern"( Rmk. 4,50) entnommen, das eine gewaltige Anklage gegen das französische Strafsystem der Kriegs- und Nachkriegszeit erhebt. Nicht ein einzelner berichtet hier über die skandalöse Behandlung, die unseren Kriegsgefangenen drüben zuteil wurde Männer aus den verschiedensten Kreisen unseres Voltes legen in diesem Buche Zeugnis ab von dem erschütternden ,, Kampf ohne Waffen".) Das Länder bereitet. Die Go haft, die Stürm itok aller Bor gung der Maffe fleinerer und g fajt nicht. Es feine Beeinträ auch bestätigt Als am Hunderte die tenloser, heiter 1 Uhr trafen fahrplanmäßige Frankfurt ein. reitete ihren La verhielt fich die Der Pessimismu allgemein. Die lich einen sehr g Während di ziellen im Hot das deutsche S Hier trafen un weiteren Verl dann auch die besuchten nach Inzwischer Sorgen. Es f chen) wegen Waldhof nicht ling einfegen w durchgeführt. Sehr zahlre eingetroffen. 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Eine Gewißheit, die auch bestätigt wurde. Als am Samstagmittag am Frankfurter Hauptbahnhof Hunderte die Ankunft der Italiener erwarteten, lag ein wolfenloser, heiterer Frühlingshimmel über der Stadt. Kurz nach 1 Uhr trafen die Jtaliener, von Mannheim fommend, mit dem fahrplanmäßigen Zug, aber mit italienischen Sonderwagen, in Frankfurt ein. Die versammelte starke italienische Kolonie bereitete ihren Landsleuten einen stürmischen Empfang. Hingegen verhielt sich die große Masse der Wartenden auffallend ernst. Der Pessimismus, die Sorge um den Ausgang des Spieles war allgemein. Die italienischen Spieler machten schon rein äußerlich einen sehr gesunden, gut trainierten Eindrud. Während die Jtaliener mit einem Teil der deutschen Offiziellen im Hotel Monopol- Metropol Unterkunft fanden, war das deutsche Hauptquartier im Hotel Exzelsior aufgeschlagen. Hier trafen um 16 Uhr zuerst die Münchener Spieler ein. Jm weiteren Verlauf des Nachmittags und Abends gesellten sich dann auch die übrigen Repräsentativen hinzu. Die Jtaliener besuchten nachmittags das Stadion. Inzwischen hörte man im deutschen Standquartier von neuen Sorgen. Es sickerte durch, daß der Linksaußen Hofmann( München) wegen der Entgleisung beim Meisterschaftsspiel gegen Waldhof nicht spielen und daß man für ihn den Fürther Kießling einsetzen würde. Diese Umbesetzung wurde dann doch nicht durchgeführt. Sehr zahlreich war schon am Samstag die auswärtige Presse eingetroffen. Die Sportjournalisten hielten abends im Hotel Exzelsior eine Versammlung ab, in der es zur Gründung eines Verbandes der südwestdeutschen Sportpresse kam. Abends stand Frankfurt, das übrigens zu Ehren des Fußballs und der ausländischen Gäste Flaggenschmuck aufgesteckt hat, im Zeichen eines starken Faschingsbetriebes. Aber selbst der Karnevalsrummel ließ die Gedanken an das Länderspiel nicht verschwinden. Das Länderspiel blieb Hauptgesprächsthema, und überall dominierte die große Ungewißheit, die über dem Ausgang des Spieles lag. Empfang der Stadt Frankfurt. Im Kaisersaal des historischen Römers begrüßte am Sonntagvormittag die Stadt Frankfurt die beiden Nationalmannschaften und ihre Offiziellen. Die Stadt war durch ihren Oberbürgermeister Dr. Landmann vertreten, der in seiner BegrüBungsansprache betonte, welche Bedeutung die Stadt Frankfurt diesem Länderspiel beimesse. Bundesvorsitzender Linnemann dankte für die Gäste. Mit dem bei den Italienern gewohnten rethorischen Schwung sprach der Sekretär des italienischen Verbandes seinen Dank für die herzliche Aufnahme seiner Lands= leute in dem schönen Frankfurt aus. Das Spiel. Das Länderspiel im Frankfurter Stadion bewies wieder einmal, daß der Fußballsport immer noch die große Masse seiner Anhänger mitzureißen versteht. Schon am Samstag waren zahlreiche Schlachtenbummler eingetroffen, und als am Sonntagmorgen die vielen Tausende von Fremden ihren Einzug Nr. 18. hielten, konnte man geradezu von einer Fußballinvasion spre-| Gästetormann, hält sicher. Allmählich tritt eine leichte Ueberchen. Auf die Minute pünktlich liefen die elf Sonderzüge ein. Die Saarländer hatten ihre Fahnen und Musik mitgebracht, aber auch die Bayern, Badenser, Württemberger, Hessen und die Rheinländer waren in prächtiger Stimmung, die dem großen Ereignis den rechten Rahmen gab. In der Umgebung der Frankfurter Bahnhöfe herrschte ein lebensgefährliches Gedränge, das durch den starken Autoverkehr noch gesteigert wurde. Tausende von Autos aus allen Gegenden des Reiches, zwischendurch Kraftpostwagen und Wagen zahlreicher Privatgesellschaften strebten auf den Zufahrtsstraßen, die sich schon von 10 Uhr morgens an belebten, dem Stadion zu, das um 12 Uhr mittags bereits mit über 20 000 Zuschauern angefüllt war. Troz dieses Riesenandranges klappte die Organisation und der Aufmarsch der Fußgänger mustergültig, da ein Heer von 700 Schutzpolizisten, unterstützt von der Feuerwehr, den Ordnungsdienst versah. Das Stadion selbst war noch durch Nottribünen, die über 6000 Zuschauern Sichtmöglichkeiten gaben, vergrößert worden. Schon eine Stunde vor dem Beginn des Kampfes war das weite Rund von fast 48 000 Zuschauern bis auf den letzten Platz besetzt. Ein Jugendspiel und die Weisen der Musik verkürzten den Zuschauern die Wartestunden. Der Zeitpunkt des Spielbeginns rückte immer näher heran, und kurz vor 3 Uhr betraten die Italiener, von dem Publikum lebhaft begrüßt, in ihrer schmucken hellblauen Tracht mit weißen Hosen den Platz. Die Musit intonierte die italienische Nationalhymne. Ein Orkan des Beifalls brach aber los, als anschließend die deutschen Spieler unter der Führung von Leinberger in die Arena sprangen. Wie ein Mann erhoben sich sämtliche Zuschauer, als die Klänge des Deutschlandliedes ertönten. Dann traten die zahlreichen Photographen und Filmleute in Tätigkeit, deren Arbeit jedoch schnell beendet war. Inzwischen war auch der Schiedsrichter Ruoh ( Bern) eingetroffen, der die Mannschaftsführer zur Wahl rief. Wenigen Minuten nach 3 Uhr stehen die Mannschaften in folgender Aufstellung zum Kampf bereit: Italien: Combi Juventus Turin Rosetta Juventus Turin Barbieri Genua Balloncieri Turin Constantino Bari Bay. Münch. SVg. Fürth Hofmann Frank Bayern München Heidkamp Kurhessen Kassel Weber Deutschland: Caligaris Juventus Turin Feraris Rom Meazza Mailand Bay. Münch. Pöttinger SpV. Fürth Leinberger 1. FC. Nürnberg Stuhlfauth Pitto Bologna Magnozzi Orsi Livorno Juv. Turin Schalke 04 Fort. Düss. Зерап Albrecht FSV. Frankfurt Knöpfle SpV. Fürth Hagen Die ersten 45 Minuten des Spiels. Das große Treffen beginnt. Die Italiener spielen gegen den leichten Wind, die Deutschen gegen die Sonne. Gleich zu Beginn wird der Kampf hochklassig. Die deutsche Elf zeigte sich vorerst von der besten Seite. Sie spielt mit großer Sicherheit und systemvoll. Einen Angriff der rechten italienischen Seite wehrt Weber mangelhaft ab, Heidkamp ist der Retter in der Not. Im folgenden Gegenangriff der Deutschen kommt Pöttinger schön vor, schießt prächtig aufs Tor, aber Combi, der legenheit der Deutschen zutage. Sie forcieren das Tempo. Dem Tatendrang der deutschen Stürmer stellt sich aber auf der rechten Seite ein Hindernis in den Weg, da Albrecht und besonders der Schalker Zepan trotz technisch brillanter Einzelleistungen zu langsam sind für die schnelle italienische Deckung. Orsi wird sehr wenig beschäftigt, da die Italiener immer wieder mit ihrer rechten Flanke angreifen. In der deutschen Verteidigung ist Hagen der Turm der Schlacht; der Fürther ist überall, wo Gefahr ist. Eine weite Vorlage von ihm gelangt in den gegnerischen Strafraum, wo Rosetta nur noch zur Ecke ablenken kann. Albrecht schießt den Ball.f Das Leder kommt zu Leinberger, dessen wuchtiger Schuß vom Torpfosten ins Feld zurückprallt. Pech! Unmittelbar nach dieser großen Chance Deutschlands kommt der unbewachte Constantino frei durch, sein Schuß streift nur den Pfosten und geht aus. Das Tempo des Kampfes steigert sich immer mehr. Schon muß Combi wieder eingreifen, um einen Schuß Pöttingers unschädlich zu machen. Sein Gegenüber, Stuhlfauth, unternimmt in bekannter Manier Spaziergänge in den Strafraum und kann verschiedentlich den heranstürmenden italienischen Stürmern den Ball vom Fuß nehmen. Bei einem deutschen Angriff spielt sich Frank frei, doch wirft sich Combi im letzten Moment tollkühn in den Schuß. Jtaliens Linksaußen spielt sich glänzend durch, scheitert aber an Hagen, der ihm den Ball abnimmt. Nach einer Viertelstunde trifft ein wuchtiger Schuß Magnozzis die Latte des deutschen Tores. Italiens Angriff ist zur Höchstform aufgelaufen, die deutsche Verteidig. muß harte Arbeit verrichten, und Stuhlfauth hat des öfteren einzugreifen. Zwischendurch kommt der deutsche Sturm in vorbildlicher Zusammenarbeit mehr durch. Eine glänzende Rombination zwischen Hofmann, Frank und Pöttinger findet ihren Abschluß mit einem schwachen Schuß von Albrecht. Zepan glänzt durch ballartistische Tricks, seine Ballführung wird von feinem seiner Nebenleute erreicht. Trotzdem glückt den Deutschen kein Treffer, da Italiens Verteidigung wie eine Mauer steht. Zudem verfallen die Deutschen in den Fehler, sich die hohe Spielweise der Italiener aufdrängen zu lassen, ziehen dabei aber natürlich den kürzeren, da das Kopfspiel der Jtaliener weitaus besser ist. Nach einer zweiten Ecke für Deutschland scheint das Verhängnis in Gestalt eines Handelfmeters zu nahen, den Hagen verursacht hat. Totenstille herrscht in dem weiten Rund, als Orsi sich den Ball zurechtlegt und zum Schuß ansetzt. Das Leder fegt aber über die Latte, und Zehntausende atmen erleichtert auf. Kurz darauf wird Knöpfle verletzt und muß ausscheiden. Für ihn springt sofort Mantel( Eintracht Frankfurt) ein. Der Rest der ersten Halbzeit bringt hüben und drüben noch einige Angriffe und Deutschland eine dritte Ecke, doch fällt kein Tor. Mit 0: 0 geht es in die Pause. * Nach der Pause fängt das Spiel für die Deutschen recht vielversprechend an, da der Sturm sofort im Angriff liegt. Zepan schießt, aber Combi hält glänzend. Deutschland erzwingt die vierte Ecke, wieder ohne Erfolg. Ein Schuß von Frank, der sich vorher, unbeachtet von dem Schiedsrichter den Ball mit der Hand vorgelegt hat, verfehlt knapp sein Ziel. Aber schon in der achten Minute bricht das Verhängnis über die deutsche Elf herein. Bei einem Strafstoß von Caligaris sperrt Weber den italienischen Stürmer Magnozzi dicht an der Strafraumlinie regelwidrig, der Schiedsrichter diktiert abermals einen Strafstoß, der gut vors Tor gegeben wird. Wie der Blitz ist Magnozzi hoch und köpft den Ball an dem sich vergebens streckenden Stuhlfauth vorbei in die Torece. Italien führt mit 1: 0. Dieser Erfolg löst bei den zahlreichen italienischen Schlachtenbummlern ungeheuren Jubel aus. Aber die deutsche Elf gibt Erfahrung und Kundenurteile- Ddrei Deutsche Zivilperionen otal betrunken fagte ich und häftigen Zuruf Wir mußten Rüdkehr durf nf Jahre Geesverweis und MERCEDES Frik Jbrig urg 36 heraus ichs Zuchthäu ltige Anflage nd NachkriegsSer die standa brüben zuteil zeifen unseres em erschüttern BENZ besser als alle Reklame! 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Lebhaft angefeuert von den Zu-| hoben die Hand wer kennt nicht den Faschistengruß und schauern, rennt der deutsche Sturm immer wieder gegen das italienische Schlußdreieck an, wo der„ Panther von Turin", Caligaris, aber schier unüberwindlich ist. Ein Strafstoß gegen Italien wird verschossen. In der deutschen Hintermannschaft zeigt sich langsam große Nervosität, die sich u. a. darin äußert, daß Stuhlfauth im Strafraum den vor ihm stehenden Weber zweimal umläuft. Deutschland kommt zu drei weiteren Ecken, die aber sämtlich nicht erfolgbringend ausgenützt werden kön= nen. Zudem haben Frank und Pöttinger mit ihren Torschüssen viel Pech. Hinzu kommt noch, daß sich Combi jeder Situation gewachsen zeigt. Nach zwei weiteren Eden für Deutschland fällt dann in der 30. Minute die endgültige Entscheidung zu= gunsten Italiens. Orsi, der von Mantel immer gut bewacht wird, steht zufällig frei und gibt den Ball in die Mitte. Magnozzi lenkt an Meazza weiter, der aus der Luft mit Prachtschuß verwandelt. An einen deutschen Sieg ist nun nicht mehr zu denken, zumal die Italiener in der Abwehr sehr vom Glück begünstigt sind und außerdem noch zwei Stürmer in die Läufer reihe zurücknehmen, eine taktische Maßnahme, die man schließlich verstehen kann. So prallen denn alle Angriffe der deutschen Stürmer an der massiven Deckung des Gegners ab, selbst das Ehrentor bleibt versagt, da Pöttinger kurz vor Schlußpfiff in aussichtsreicher Position verschießt. Schon beginnen die Massen abzuwandern. Der Schiedsrichter pfeift den Kampf ab. Die italienischen Begleiter dringen ins Spielfeld und beglückwünschen mit südländischer Begeisterung ihre siegreichen Landsleute, während die große Masse der deutschen Zuschauer still und niedergeschlagen die Kampfstätte verläßt. Die Spieler. - Kritik. Die siegreiche italienische Elf zeigte nicht die bei den Deutschen mitunter hervortretende bestechende Technik, dafür war ihre Spielweise aber ganz auf den Erfolg eingestellt. Die blitzschnellen Angriffe zeigten immerhin Methode. Es wurde eben moderner Zweckfußball gespielt. Nicht immer klappte die Zufammenarbeit der einzelnen Reihen reibungslos, wenn auch nicht vergessen sei, daß die Ballbehandlung aller Spieler nicht das Prädikat sehr gut" verdiente; dafür kämpften alle Azzurris mit so größerer Energie und dem letzten Einsatz ihres Körpers. Sie waren immer um einen Bruchteil schneller am Ball als die Deutschen; außerdem verfügten die Stürmer über gutes Schußvermögen. Ihre stärkste Waffe hatten die Italiener ganz ohne Zweifel in ihrem Schlußtrio, in dem vor allem der Torwart Combi eine überragende Partie lieferte. Er stellte Stuhl= fauth in den Schatten. Gut und erfolgreich spielten die beiden Verteidiger, ohne Trick, aber doch recht wirksam. Die Läuferreihe lief erst in der zweiten Halbzeit zu ihrer wirklichen Form auf und verstand es sehr gut, dem Sturm den nötigen Druck nach vorne zu geben. Auch im Zerstören zeigten sich die Läufer ganz auf der Höhe. Im Sturm ließen nur der Linksinnen Magnozzi und der rechte Flügelstürmer Constantino Wünsche offen. Der Beste der Fünferreihe war Baloncieri. Auch die deutsche Elf hatte Schwächen aufzuweisen. Im ganzen genommen war jedoch das Spiel der deutschen Mannschaft nicht schlecht, doch beging sie manchen taktischen Fehler. So war es ein großer Nachteil, daß die Deutschen sich von den Gästen das hohe Spiel aufdrängen ließen und den Flachpaß vernachlässigten. Neben ganz großen Leistungen zeigte sich Stuhlfauth auch bedenklich unsicher. Weber konnte nicht an seine beste Form anknüpfen. Der Angelpunkt der deutschen Abwehr war Hagen, der seinen Partner weit übertraf. Die deutschen Außenläufer stellten sich zu sehr auf die Unterstützung des Sturms ein. Sie vernachlässigten daher die Deckung. Trotzdem überragten Mantel und Heidkamp noch Leinberger, der nicht die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllte. Der Sturm litt an Schußpech. Angenehm enttäuschte Zepan, dagegen fiel Frank aus. Auch Albrecht ließ zu wünschen übrig. Pöttinger und Hofmann be= friedigten. Der Schiedsrichter Ruoff( Bern) war ausgezeichnet. Ergänzend zu obigem Bericht geben wir noch einige Feststellungen unseres Berichterstatters: Vor dem Länderspiel trennten sich die Jugendmannschaften des FSV. und von Union- Niederrad mit einem 4: 2- Sieg der Sportverein- Jugend. Leider fand dieses Treffen nicht die genügende Aufmerksamkeit. Auf alle Fälle dürfte ein neuer Tormann für künftige Länderspiele in dem Niederrader Tormann entdeckt sein, der eine haushohe Niederlage seiner Mannschaft mit fabelhaftem Können vereitelte. Der Faschistengruß. Die Jtaliener tamen als erste aufs Spielfeld. Sie nahmen Reihe, Front nach den Tribünen, Aufstellung, sofort in einer Man achte genau auf die Marke Union'! Der Schürzenjäger. Nach der Pause fredenzten einige holde Mägdelein in zierlicher Zofentracht den Spielern ,, Kaffee Hag", der gern und willig genommen wurde. Dieses Renkontre bot den Scharen ber Pressephotographen natürlich Gelegenheit zu ausgiebiger Arbeit. Heiterkeit löste die Attacke eines der italienischen Gäste auf eines dieser holden Wesen aus. Er versuchte, schnell einen kleinen Schmuß anzulegen und entkleidete die junge Dame da= bei unbemerkt ihres zierlichen Schürzchens. Spaß muß sein! Das erste Tor im Länderspiel. Strafstoß für Italien!! Der Ball geht von Feraris zum Magnozzi, den Meazza unterstützt, indem er Hagen absperrt. Magnozzi töpft ins Tor, in dem Stuhlfauth tatenlos steht. Unser Tormann schien auf den Pfiff des Unparteiischen zu warten, da er annahm, daß das Tor aus dem Abseits gefallen sei. Eine Leichtsinnigkeit, die in solchem Spiele selbst ein Stuhl= fauth sich nicht leisten darf. Südliches Temperament. Die Ersatzleute der Jtaliener lagerten hinter ihrem Tore, bereit, jeden Moment einzugreifen. In Augenblicken, in denen ihr Combi frei war, herzten und küßten sie denselben nach allen Regeln der Kunst ab. Auch die Torschützen wurden von ihren Spielkameraden mit echt südlichem Temperament im Spielfeld abgeküßt. Eine Begeisterung, die man versteht. Der„ Frankforter"! So drei richtige, ausgekochte Frankfurter drängelten sich am Aufgang zur Tribüne herum. Plazmachen wollte niemand und alles empörte sich über diese frechen Eindringlinge. Ein Schupo wollte klären. Aber mit Gemütsruhe antwortete der eine der Angeklagten:„ Ich hab' nen Bruch und kann hier nicht weg, sonst müssen Sie mich schon forttragen!" Alles lachte, der gemütliche Schupo auch und die„, 3 Frankfurter" konnten bleiben. * Kommunistische Störungsversuche. In der Nacht zum Sonntag waren Kommunisten ins Stadion eingedrungen. Mit Farbtöpfen und Pinseln ausgerüstet, versuchten sie die Gebäude mit Schmähungen gegen Italien zu bemalen. Das Stadiongebäude war jedoch auch während der Nacht durch Polizei gesichert. Polizeihunde nahmen die Witterung der Eindringlinge auf, und es gelang, 15 Personen, die teilweise auch Waffen bei sich führten, zu verhaften, ehe sie im Stadion selbst Unfug stiften konnten. Ueber das Spiel sagt: Der Schiedsrichter Ruoff( Schweiz):„ Bei den Deutschen fehlte der Zusammenhang. Beide Tore waren haltbar. Die deutsche Verteidigung war konsterniert und machte taktische Fehler. Auch die deutsche Läuferreihe war bis auf Mantel schwach. Der beste Mann auf dem Plage war der italienische Torhüter Combi. Ein 2: 1- Ergebnis hätte dem Spielverlauf des Kampfes besser entsprochen." Dr. Bauwens( Köln):„ Die deutsche Mannschaft zeigte in der Läuferreihe entscheidende Schwächen. Der beste Mann in der Halbreihe war Mantel. Ueber Knöpfle kann man kein Urteil fällen, da er zu früh ausschied. Der Angriff unserer Mannschaft spielte zu weich." Barassi, Präsident der ersten italienischen Liga:„ Die deutsche Mannschaft war in der ersten Halbzeit besser als die italienische, namentlich in taktischer Hinsicht. Die hätte bei der Pause mit einem oder zwei Toren führen können. Nach der Pause wurde Leinberger schwächer. Glänzend gefallen hat mir Mantel. Beide Tore waren nicht unhaltbar." Heizi Noch ein Sieg der Italiener. Griechenland 3: 0 geschlagen. Nr. 18. zu gleicher Stunde, in der Jtalien in Frankfurt mit seiner A.- Mannschaft gegen Deutschland 2: 0 siegte, traten die Azzuris in Neapel mit ihrer B.- Mannschaft gegen Griechenland an. Hier kamen die Italiener nach überlegener Spielführung zu einem klaren 3: 0- Sieg. Jn Mailand wurden die Stuttgarter Kickers vom Milan- Klub 6: 2 geschlagen. Auch ein Hochschulfechtkampf... Der Hochschulfechtkampf zwischen Deutschland und Italien in San Remo endete mit dem 3: 1- Sieg der Jtaliener. Lediglich der Berliner Hallenmeister Eugen Mayer holte mit einem Sieg über Copeco einen Ehrenpunkt für Deutschland heraus. Westdeutschland. - Bergisch- Märkischer Bezirk: TURU. Düsseldorf SC. 99 Düsseldorf Rheinbezirk: Städtespiel Köln Ruhrbezirk: Spielv. Ratingen 1: 2 BV. 04 3: 1 Duisburg 1: 4! Schwarz- weiß Essen Castrop 02 7: 1 Essen 99 Horst- Emscher 3: 2 Schalke 04 - - BV. Altenessen 3: 4 Alemannia Dortmund- Spielvereinigung Herten 1: 4 Westfalen- Bezirk: Münster 08 Südwestfalen- Bezirk: Borussia Rheine 4: 2 Gevelsberg 08 Union Gelsenkirchen 3: 7 - Hallensportfest in Frankfurt. Der beste deutsche Sprinter der letzten Saison, Eldracher, früher 1900 Gießen, ist nun doch noch von seinem Entschluß, in dieser Saison an feinem Hallensportfest teilzunehmen, abgegangen. Eldracher wird beim Frankfurter Hallensportfest am 8. März( Samstag) den Sprinterdreikampf bestreiten. Es kommt also zu dem höchstinteressanten Zusammentreffen zwischen dem besten Mann der Aschenbahn und dem Läufer, der sich in dieser Wintersaison als Spezialist der Hallenbahn erwies, Jonath Hannover. Im weiteren Programm, das äußerst spannend zu werden verspricht, werden auch eine Reihe Mitglieder der Gie Bener Spielvereinigung mitwirken. Wir wünschen unseren heimischen Vertretern„ Hals- und Beinbruch"! Neue Bücher. Erid Bezugspreis Redaktionsschluß Jendung nicht ve 43. Jahr Boli Jm Reichst gangen:„ Der zu ersuchen, ent 1930 im Reichsh Banzerfreuzer B Die Reichsta gemeinschaft hat entwurf über die ablommen das Dr. Rauscher polnischen Hande Der Entwur tag zugegangen, Der Bildun tag eine Eingal für Lehrer das regierung zur Was die Frühjahrsmode an Ueberraschungen bringt, sagt Ihnen die neueste Nummer der„, Eleganten Welt", die als gro Bes Spezial- Frühjahrsmodenheft erscheint. 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Es if Rüdtrittsabfid wo im Plenu tämpfte Pole Dose und un Soweit der Atmosph zwei Gefichts wirtung des gefehe und die fungen über des Reichstab Laftung für Anders auf das Parl vos ist, so jeh bantpräsident nahme der nicht verhehl eventl. eine gejeze nach fi 1ach Ansicht iche Attion in groge Verwirr ausgejalojen,