78. -, nmu hrer Des igfeit präge erver: den riger wor ufers motor 6.85 auch tedy ttiver zeuge n ihm endete elnen Ma mein ungen It hrung 264 6. manns - Die , das g lag. Ein id der St nur I und tapper Sch. Rinder. Bacht", Bfg.- volks re Juand es, nurren , lehrt „ Ele eil des n! 7.und inter The der Tho edem swahl einen Ben. mit d ordruck refun Ingeführt si tmöglich Provisio es, renter ORM. un Bülowstr filbert 101 hr schönes cifneu, mi bedeuten bar foion 2663 itung. igen verm Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Politische Rundschau. Der Reichspräsident verlebte seinen 83. Geburtstag am Donnerstag in aller Zurückgezogenheit in Dietramszell. Jrgendwelche Feierlichkeiten oder Kundgebungen anläßlich seines Geburtstages sind nicht veranstaltet worden. Der Auslandskredit, den die Reichsregierung zur Abdeckung der schwebenden Schuld aufnehmen will, soll rund 500 Millio: nen Mark betragen und eine zwei bis dreijährige Lauffrist haben. Jm Preußischen Landtag ist ein Urantrag der kommunisti: schen Fraktion eingegangen, worin das Staatsministerium erjucht wird, die Reichsregierung aufzufordern, sofort alle Zahlungen für den Youngpian einzustellen. Die politische Lage wird auf Grund der gestrigen sozialdemokratischen Entschließung bedeutend optimistischer beurteilt. In politischen Kreisen wird festgestellt, daß die Stellungnahme gegenüber dem Regierungsprogramm nicht grundsätzlich ableh= nend sei. Auf Grund der Entschließung dürfte erwartet werden, daß die Sozialdemokraten mindestens für die nächste Zeit das Robinett tolerieren und vor allem auch nicht einem tommunistischen Mißtrauensvotum zustimmen werden, wenn auch selbstverständlich eingehende Verhandlungen zwischen dem Kanzler und den sozialdemokratischen Führern noch erforderlich sind. Der Juristische Ausschuß des Völkerbundes über die Angleichung des Völkerbundspaktes an den Kelloggpakt hat seine Verhandlungen ergebnislos abgebrochen. Dr. Schacht erklärte bei seiner Ankunft in Amerika, daß Deutschlands Wiederaufstieg von der Wiederbelebung seines Augenhandels abhänge. In einer Führerbesprechung der Wirtschaftspartei wurden Richtlinien aufgestellt, von deren Bewilligung die Partei ihre Beteiligung an der Reichsregierung abhängig macht. Das Reichswehrministerium hat gegen den sozialdemokrati: jchen Reichstagsabgeordneten Künstler Strafantrag gestellt, weil Künstler behauptet hat, bei einer Besprechung zwischen dem sowjetrussischen Militärattaché und Reichswehroffizieren jei der kommunistische Wahlaufruf fertiggestellt worden. Nach der Abreise des Außenministers Dr. Curtius wird Graf Bernstoff die Führung der deutschen Delegation bis zum Schluß der Völkerbundstagung übernehmen. Das„ Echo de Paris" bringt am Mittwoch die Meldung jeines Genfer Korrespondenten, für den 25. Oktober sei die Wie: deraufnahme der deutsch- französischen Saarbesprechungen zwischen Curtius und Briand vereinbart worden. Wie die Bergwerksdirektion der Saargruben mitteilt, wur: den in diesem Monat drei Feierschichten eingelegt. Der österreichische Ministerrat hat den Vizekanzler des Verwaltungsausschusses der Bundesbahnen und Direktor der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer Dr. Dollfuß an Stelle des zurückgetretenen Präsidenten Banhans zum Präsiden ten der Bundesbahnen ernannt. Der frühere König Georg von Griechenland ist wieder vor die Oeffentlichkeit getreten, um Ansprüche auf den Thron geltend zu machen. Am kommenden Montag wird in den Kohlengruben in der Umgebung von Nimes ein 24stündiger Generalstreit der Grubenarbeiter stattfinden, an dem 20 000 Arbeiter teilnehmen werden. Sie verlangen Lohnerhöhung und einen einmonatigen Urlaub. In Vigo ließen die Syndikalisten im Haus der sozialdemo Iratischen Partei eine Bombe in die Luft fliegen, aus Rache für die Nichtbeteiligung der Sozialdemokraten am Streit. Das australische Kabinett hat zur Ausgleichung des Stadthaushalts beschlossen, neben einer Erhöhung der Erbschaftsund Einkommensteuer die Einnahmen der Abgeordneten um 10 v. S., der Minister um 15 v. H. und der Beamten um 2½ bis 12% v. H. zu kürzen. Einberufung des Reichstages zum 13. Oftober. Der Reichstag ist, wie aus Berlin gemeldet wird, am Freitag offiziell vom früheren Reichstagspräsidenten Löbe auf den 13. Oktober um 15 Uhr einberufen worden. In der ersten Sigung wird unter Vorsitz des Alterspräsidenten, des Zentrumsabgeordneten Herold, der Namensaufruf der neuen Abgeordneten und damit die Feststellung der Beschlußfähigkeit des Hauses Dorgenommen. Die Wahl des Präsidenten wird wahrscheinlich erit am 14. Oktober erfolgen. Die Sozialdemokratie erhebt Anspruch auf diesen Posten und hat als Kandidaten wieder den Abgeordneten Löbe aufgestellt. Unbekannt sind noch die Namen für die stellvertretenden Präsidentenposten. Nach parlamentatischem Brauch steht der Posten des ersten Vizepräsidenten den des dritten Vizepräsidenten dem Zentrum zu. ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 4. Oftober 1930 Die Wirtschaftspartei besteht auf Einführung der Arbeitsdienstpflicht. Berlin, 3. 10. Wie aus wirtschaftsparteilichen Kreisen zu hören ist, steht der Gedanke einer Arbeitsdienstpflicht innerhalb der Fraktion in noch weit stärkerem Maße zur Debatte, als es nach den programmatischen Erklärungen der Partei den Anschein hat. Man will an dieser Stelle den Reichsarbeitsminister zur Abgabe ausführlicher Erklärungen über dieses Problem veranlassen und angeblich sogar die Zustimmung zum Regierungsprogramm von der Behandlung der Arbeitsdienstpflichtfrage im Kabinett abhängig machen. Schwere Krisis in der Deutschen Staatspartei. Berlin. Die Deutsche Staatspartei hat, wie erinnerlich, von allem Anfang unter einem ungünstigen Stern gestanden. Schon die Gründungsversammlung wurde aus den eigenen Parteifreisen heraus lebhaft kritisiert. Der Wahlausfall hat dann bewiesen, daß die Deutsche Staatspartei bei weitem nicht jene Anziehungskraft besaß, wie sich das ihre Gründer vorgestellt haben. In der Zwischenzeit sind die innerparteilichen Verhältnisse kaum besser geworden. Während es schon vor den Reichstagswahlen schwer hielt, die Mitglieder des Jungdeutschen Or: dens bei der Stange zu halten, ist dies mittlerweile fast unmöglich geworden. Von Tag zu Tag müssen diese der Deutschen Staatspartei aufgegangenen Kreise beschworen werden, die gemeinsame Front nicht zu durchbrechen. Praktisch ist dieser Bruch indessen schon längst vollzogen. Aber auch die früheren demokratischen Kreise sind absolut nicht einverstanden mit der Deutschen Staatspartei. An allen Ecken und Enden kriselt es bereits. Von verschie denen Bezirksverbänden sind in Parteiversammlungen schon Enschließungen gefaßt worden, die erkennen lassen, daß innerhalb der Deutschen Staatspartei grundsätzliche weltanschauliche Gegensätze bestehen, die früher oder später notwendigerweise zu einer Scheidung der Geister führen müssen. So wurde dieser Tage besonders eine Entschließung in einer Berliner Bezirks: versammlung der Deutschen Staatspartei viel beachtet, in der gegen die Uebernahme von Aufsichtsratsämtern durch Abgeordnete der Deutschen Staatspartei protestiert wird. Diese Entschließung richtet sich, wie bereits gemeldet, gegen die bevorstehende Annahme eines Aufsichtsratspostens bei der UllsteinAG. durch den Reichstagsabgeordneten und früheren Reichsfinanzminister Dr. Reinhold. Auch gegen den staatsparteilichen Minister Dr. Höpfer- Aschoff wandte sich die Versammlung, weil er die Mitglieder der alten demokratischen Partei listenmäßig der Deutschen Staatspartei zuführen wolle. Es verlautet, daß sich der Jungdeutsche Orden bezw. die Volksnationale Reichsvereinigung schon in allernächster Zeit grundsätzlich mit den weltanschaulichen Differenzen innerhalb der Deutschen Staatspartei befassen werde, und es ist dabei feineswegs aus: geschlossen, daß diese Organisation auch vor Konsequenzen, die auf die Trennung von der Deutschen Staatspartei hinauslaufen, nicht zurückschrecken werden. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Retlame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 79 Die Schicksalswende der gewerblichen Wirtschaft. Auf dem 15. Deutschen Malertag zu Wiesbaden hielt am 24. August ds. Js. Dr. Ezel, Syndikus der Handwerkskammer von Oberbayern, einen Vortrag über das Thema„ Die Schicksalswende der gewerblichen Wirtschaft". Wir bringen aus seinen Ausführungen nachstehenden Auszug: Bei unserer gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage handelt es sich nicht mehr um eine ungünstige konjunkturelle Erscheinung, sondern wir werden von einer schweren Erkranfung unseres ganzen wirtschafts- und staatspolitischen Systems, einer strukturellen Krise, heimgesucht. Die Grundursache unserer gefährdeten Lage liegt in den wesentlichen Wandlungen und Veränderungen, die sich in der geistigen und politischen Gesamthaltung unseres Volkes vollzogen haben: Es ist die dreifache Geißel der Vergewaltigung der Persönlichkeit durch die organisierte Gesamtheit, der Beherrschung der Staats- und Wirtschaftsführung durch die Parteipolitik und der radikalen, nicht selten bis an die Grenzen des Nihilismus gehenden Vergröberung unseres Denkens. Die Persönlichkeit ist in ihrer sittlichen, sozialen und kulturellen Stellung und Bedeutung entscheidend geschwächt. Das Persönliche ist durch das Anonyme ersetzt. Das wirtschaftliche, gesellschaftliche, staatliche und kulturelle Leben des deutschen Volkes wird mit dem furchtbaren Netz des Kollektivismus unfrei gemacht und geradezu erstickt. Es ist bezeichnend, daß nach einer Mitteilung des Reichsarbeitsministeriums von den 46 Milliarden Löhnen und Gehältern in Deutschland nicht weniger als 35-38 Milliarden in Form von Beamtengehältern und Tarifverträgen gebunden sind. Von rund 50-60 Milliarden Umsatz an industriellen Waren müssen 25-30%, also etwa 15 Milliarden, als kartellmäßig gebunden angenommen werden. Während auf der einen Seite ein Luxuskonsum zutage tritt, leiden auf der anderen Seite weite Bezirke der deutschen handwerklichen Wertarbeit, die Deutschland schön und sehenswert gemacht haben, Not und sind in Gefahr, dauernd matt gesetzt und zerstört zu werden. Ein Heer von Interessenten stemmt sich gegen eine vernünftige, den wirtschaftlichen Notwendigkeiten Rechnung tragende Beschleunigung des Abbaues der Zwangsbewirtschaftung von Räumen. Die Befreiung der Bauwirtschaft kann nur durch die Rückführung auf ihre privatwirtschaftlichen Grundlagen erreicht werden. Bei dem persönlichkeitsfeindlichen Kollektivismus handelt es sich nicht nur um eine Teilerscheinung. Wir finden hier eine Gesamthaltung, die in unserer Gesetzgebung, vielfach auch in der Auffassung öffentlicher Verwaltungen, wirksam geworden und zum Ausdruck gekommen ist und die Herrschaft über große Teile des deutschen Volkes gewonnen hat. Man hält die Zeit für gekommen, eine Nivellierung von Bedarf und Geschmack herbeizuführen und gleichzeitig damit die Zerstörung der Existenzgrundlagen des Handwerks. Verhängnisvoll ist weiter die Durchdringung unseres ganzen öffentlichen Lebens mit Parteipolitik und Fraktionswirtschaft. Die Entscheidungen werden nach parteipolitischen Grundsägen, Beweggründen und Interessen getroffen. DaDer 11. Reichsfrontsoldatentag am Rhein bei ergibt sich die groteske Lage, daß die Bewilligung von am 4. und 5. Oktober 1930. Der Stahlhelm, B. d. F., veranstaltet den diesjährigen Reichsfrontsoldatentag am Rhein in Koblenz. Seit 10 Jahren haben deutsche Großstädte wie Berlin, Hamburg, Düsseldorf, München die grauen Massen der Stahlhelmer in ihren Mauern gesehen. Auch in diesem Jahre wird der Stahlhelm, der in zehnjährigem Kampf um Deutschlands äußere und innere Befreiung als politischer Wehrverband in vorderster Front steht, seinen Freiheitswillen für Deutschland, seinen Kampf für Kreuz und Schwert, seine straffe Organisation, seine langjährige zähe Arbeit zur Schaffung eines neuen dritten nationalen Deutschlands wiederum durch einen gewaltigen Aufmarsch von unzähligen tausenden Kameraden aus ganz Deutschland bei unseren, von fremder Soldateska erst kürzlich befreiten Volksgenossen am Rhein befunden. In Hunderten von Sonderzügen, in Hunderten von Autokolonnen werden die Freiheitskämpfer in der grauen Bundestracht mit ihren Fahnen und Kapellen durch ganz Deutschland zum Aufmarsch an den Rhein eilen. Dort werden am 4. Oktober abends von Rüdesheim bis Remagen auf den Höhen beider Rheinufer unzählige Freiheiisfeuer auflodern, während gleichzeitig die beiden Bundesführer eine Stahlhelm- Abendseier am deutschen Eck mit anschließendem Zapfenstreich mit 5000 Stahlhelm- Fahnen, Kapellen Fadelträgern veranstalten. Sonntag, den 5. Oktober, werden die Massen der grauen Kameraden, mit Rheindampfern nach Koblenz gebracht, auf der Karthause zum Reichsfrontsoldatenappell formiert, dem eine Heldenehrung, die Ansprachen der Bundesführer, Fahnenweihen folgen. Gegen 13 Uhr wird der Abmarsch von der Karthause beginnen, der mit einem Stunden währenden Vorbeimarsch vor den beiden Bundesführern am Schloß die Veranstaltung endet. Jn Koblenz wird der Stahlhelm Deutschland und der Welt die disziplinierten Formationen seiner alten Soldaten im Weltkriege und seinen Nachwuchs, den Jungstahlhelm, zeigen. und Ausgaben durch die Vertreter von Bevölkerungsschichten erfolgt, die nicht auch für deren Aufbringung verantwortlich und haftbar sind. Es erhebt sich die Frage, ob es möglich ist, die in unserem politischen System bestehenden organischen Schäden durch Einbau einer Zweiten, berufsständisch gegliederten Kammer zu beseitigen. Der Staat muß es ablehnen, sich über die berechtigte und notwendige gesellschaftliche Fürforge hinaus als Versorgungsstaat mißbrauchen zu lassen. In Wechselwirkung mit diesen beklagenswerten Erschei nungen und Entwicklungen steht auch die radikale Vergröberung unseres Denkens und der Unsicherheit unseres Lebensgefühls. Durch das mechanische Mittel einer behördlichen Preisbeeinflussung wird es nicht gelingen, eine allgemeine, tiefergehende und nicht nur vorübergehende Preissenkung herbeizuführen, falls nicht gleichzeitig die organischen Ursachen des Preisaufbaus und der Preishöhe beseitigt oder geändert werden. Wir müssen endlich aufhören, von einer primitiven, grobmaterialistischen Wirtschaftsauffassung auszugehen. Es ist einfach nicht wahr, daß die Wirtschaft nur Produktion und Verbrauch, Angebot und Nachfrage, Kapital, Kredit und Zins ist. Sie ist Festigkeit, Vertrauen, Zuversicht. Dhne diese Vitamine gibt es kein Wirtschaftsleben. Das Bedeutende, Stabilisierende, das doch Inhalt und Wesen des Gesetzgebungsaktes sein sollte, ist zerstört. Niemand, keine Gruppe fühlt sich mehr sicher. Die deutsche Wirtschaft kann und darf nicht verlangen, daß endlich die Grundlagen für ihre Entfaltung wieder hergestellt werden: Dazu ist eine entscheidende und eindeutige Abkehr von den bisherigen Grundeinstellungen und Methoden unerläßlich. Eile tut not. Das deutsche Handwerk, in das unausgesezt der Strom neuer, von unten kommender Existenzen aufsteigt, erfüllt eine große gesellschaftliche Aufgabe. Es muß auch seinerseits die Probleme der Zeit erkennen und geistig durchdringen. Das Handwerk kann sich nicht mit Aeußerungen leutseligen Wohlwollens zufrieden geben. Es will sein Recht vom Staate, da Samstag, den 4. Oktober 1930. mit es ihm gegenüber seine Pflicht erfüllen kann. Das Handwerk hat bisher noch nie einen politischen Machtwillen gezeigt und entfaltet. Es bleibt ernsthaft zu prüfen, ob seine bisherigen politischen Methoden, die seinen unmittelbaren politischen Einfluß immer mehr schwächten, richtig waren und ob nicht an die Stelle der politischen Spaltung und Zerklüftung die Zusammenfassung treten muß. Die berufenen Stellen müssen wissen, daß der gewerbliche Mittelstand in seinen Schwierigkeiten und Nöten mit immer stärkerem Nachdruck auf Klärung seines Verhältnisses zum Staate, seinen Parlamenten und Parteien drängt. Das Handwerk setzt dem Kult der Masse die Verantwortung und Leistung der Person, dem Baal des hundertprozentigen Rationalismus das Kreuz des Berufsethos entgegen. Es will seine Aufgabe und seine Sendung dem Volk und der Nation gegenüber erfüllen, überzeugt, daß im Lager des deutschen Handwerks die Zukunft Deutschlands sein wird. Weber zehn Milliarden Sparguthaben. Wenn etwas aus der allgemeinen Wirtschaftsnot führen fann, so ist es mit in erster Reihe der gesunde wirtschaftliche Sinn des deutschen Volkes, wie er sich in dem regen Sparwillen immer wieder von neuem bekundet. Auch in diesem Jahre, das von Anfang an unter dem Sturmzeichen einer ausgedehnten und schweren Wirtschaftskrise stand, ist der Spartrieb nicht erstorben. So überraschend es zunächst klingen mag: die Spartätigkeit hat sich durchschnittlich im gleichen Tempo wie im Vorjahre fortgesetzt. Im Juli 1930 überschritten die Sparguthaben in den deutschen Sparkassen bereits die zehnte Milliarde und, was besonders bemerkenswert ist, diese zehnte Milliarde wurde in der gleichen Zeitspanne erspart wie die neunte- in sieben Monaten nämlich. Dieser Fortschritt ist nicht erklärt mit dem Hinweis auf die Geldflüssigkeit, wie sie in Krisenzeiten an den Banken regelmäßig aufzutreten pflegt. Bei den Sparguthaben handelt es sich ja im wesentlichen um die oft sauer erübrigten Rücklagen der Angestellten, Beamten, Arbeiter und der Gewerbetreibenden. Alle diese Schichten schaffen sich wieder, wenn man es so ausdrücken darf, ein gewisses Geldpolster für Fälle der Not, oder sie spaven, um irgendeine größere Anschaffung zu machen, eine größere Ausgabe( z. B. Ausbildung des Sohnes, Aussteuer der Tochter usw.) bestreiten zu können. Das aber zeigt unverkenn= bar, daß in breiten Volksschichten ein gesundes Prinzip in der Führung des Privathaushalts waltet. Auch volkswirtschaftlich gesehen, ist das Sparen von größter Bedeutung: die Ersparnisse lagern ja nicht als totes Kapital in der Sparkasse oder in Banken, die heute auch wieder Sparkonten eingerichtet haben, sondern werden in der Wirtschaft nutzbringend angelegt. Zehn Milliarden Sparguthaben auf den Sparkassen, angehäuft in sechs Jahren das ist eine gewaltige Leistung. Sie wurde erreicht trotz der bitteren Erfahrungen der Inflation, im festen Vertrauen auf die Zukunft unserer Währung und Wirtschaft und trotz der oft schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse im Nachkriegsdeutschland. Ende des Jahres 1924 ruhten auf den deutschen Sparkassen nur 608 Millionen Spareinlagen. Dann stiegen, bei wachsender Spartätigkeit, diese Einlagen ununterbrochen: bis Ende 1926 auf 3,1 Milliarden, bis Ende 1929 auf 9,0 Milliarden und bis zum 31. Juli 1930 schließlich auf 10,0 Milliarden. Mißt man dieses Ergebnis allerdings am Vorkriegsstande, dann zeigt sich, daß wir gegenüber 1913 noch weit im Rückstand sind. Damals gab es auf den deutschen Sparkassen 19,7 Milliarden Mark Spareinlagen. Heute stehen wir, was den Umfang der Spareinlagen betrifft, mit 10 Milliarden RM. etwa an derselben Stelle wie im Jahre 1903. Flurnamen der Gemarkung Beuern. Von Wilhelm Arnold- Beuern. ( Schluß). Der Umfang des Dorfes in früherer Zeit ist noch jetzt leicht festzustellen. Der Haingraben, dessen Spuren größtenteils noch sichtbar sind, umgab es von drei Seiten. Die weitere Begren zung bildete der Bach, in welchen der Haingraben einmündete. Am oberen Ausgang aus dem Ori befand sich augenscheinlich ein Tor, wenigstens wurden dort Reste von Grundmauern aufgefunden, ein solches ist auch am unteren Eingang zum Dorf anzunehmen. Von der Untergasse, welche das Dorf der Länge nach durchzieht, zweigen sich verschiedene Nebenstraßen ab: erſtlich die Borngasse, benannt nach dem schon 1650 erwähnten Oberborn. Da, wo die Hintergasse in die Borngasse einmündet, durchschneidet sie das frühere Gelände des Brandhofes und teilt dasselbe in den oberen und unteren Hofgarten.( Nach der Ueberlieferung wurde allabendlich( um 9 Uhr) das Tor bei der Hintergasse und der hintere Ausgang der Berngasse an der Scheifen richtiger schiefen Gasse, noch jetzt die Lücke genannt, geschlossen.) Zweitens zweigt sich ab von der Untergasse die Mezzengasse, die in den früher sogen. Metzenbach einmündet, über welchen einst der Mezzensteg( jetzt 2) führte. Metz findet sich schon zusammengesezt in Girmet- wiese in der Gemarkung vor und bezeichnet, wie Gir oder Kir( Kirloh) eine sumpfige oder schlammige Tiefstelle, mundartlich Matsch. Bei den Ausschachtungen zur Wasserleitung zeigte sich eine solche am oberen Ende der Straße von 3 Meter Tiefe von schwärzlichen Erdmassen aufgefüllt. Im übrigen sind Zusammensetzungen mit Metz in Oberhessen ungemein häufig, auch die Ortsnamen Waldgirmes und Kleingirmes gehören dazu. Die Pfütze, früher nur ein Pfad, verbindet die Untergasse mit dem Bersröderweg. Letzterer wurde auch Froschgasse genannt. An der Nordseite der Untergasse münden, außer der schon erwähnten Hintergasse, westwärts noch die erst seit 1870 entstandene Hofgartenstraße( im Volk: die neue Gasse) und die noch jüngere Scheibengasse. Als sich die Bevölkerung mehrte, begann man, sich auch *) Nach einer Mitteilung des Bürgermeisters von Bleidenbach wird die Benennung ,, auf den Beuern" daselbst nur im Gemarkungsgrundbuch geführt, während sie beim Volfe ungebräuchlich ist, das statt dessen auf den Staare" sagt. Die fragliche Stelle sei fumpfiges Wiesengelände und es sei sehr unwahrscheinlich, daß daselbst sich ehemals Wohnstätten befunden hätten. ,, Gießener Zeitung" Lokales. Sonntagsgedanken. Ueber die Berge sendet die Sonne einen letzten Abschiedsgruß der Erde. Sie hat ihren Tagesweg vollendet, wie die Menschen ihre Tagesarbeit. Noch einmal bestrahlt sie den Himmel mit ihren schönsten Farben. Es ist Abend geworden und der Tag hat sich geneigt. Wie die große Sonne noch einmal vor ihrem Scheiden eine Fülle von stiller Pracht über die Erde gießt, so soll der Feierabend das innerste des Menschen mit Frieden und Glück bestrahlen. Wenn die Abendglocken läuten, dann steigen die Gedanken der Menschenkinder aufwärts in die lichten Höhen, wo es feinen Abend gibt, wo ein sonnenheller einziger Tag die Ewigkeit ist. Von dort aus gibt ein ewiger Gott uns Menschen Tag um Tag. Und wie die Sonne in ihrem Lauf ihren Tagesweg vollendet, um am folgenden Morgen ihn wieder neu zu beginnen, so soll der Mensch schaffen und wirken, Tag für Tag, vom frühen Morgen bis es Abend wird. Dann wird der Tagesschluß in Wahrheit zum Feierabend verdienter Ruhe, dann wird es der Seele leicht und froh, denn sie hat die Ruhe der Nacht verdient. Umstrahlt vom goldenen Abendrot wanderst dann du und ich durch den stillen Abendfrieden. So wie die Sonne hinter dem Bevge friedlich und still versinkt, so wird auch einst unser Leben hinuntersinken, wenn die Todesdämmerung naht und der letzte Abend anbricht. Mit jedem neuen Abend sind wir eine Wegstrecke der aufdämmernden Ewigkeit entgegenpilgert. Wenn die Abendglocken läuten, mahnen sie uns Tag für Tag an den letzten Feierabend unse= res Lebens. Wie ein großer, langer Tag wird einst das Leben versinken. Und das letzte Abendrot, das wir schauen werden, wird uns die letzte Strecke Weges beleuchten, wo am Ende das Tor in eine andere Welt sich öffnet. Der Sonntagsschreiber. * * Vom Stadthaus. Die Voranschläge für das Rechnungsjahr 1930 für die Stadt, das Wohlfahrtsamt, die Elektrizitätswerke, das Gaswerk, das Wasserwerk, das Volksbad, die Studienanstalt, die Gewerbeschule und die Maschinenbauschule liegen bis zum nächsten Donnerstag auf dem Stadthaus, in der Bergstraße, zur Einsicht offen. * Winterfahrplanzeit. Mit dem 5. Oktober beginnt bei der Reichsbahn die Winterfahrplanzeit. * Verhaftet. Am 20. 9. 1930 versuchte der 48jährige wohnungslose Elektromonteur Ernst La as aus Näviges bei einem hiesigen Arzt durch Vorspiegelung falscher Tatsachen in den Besitz von Morphium zu kommen. Laas, der anscheinend starfer Morphinist ist, war im Besitze einer Spritze und eines Fläschchens mit Morphium, das er vermutlich in Essen auch auf betrügerische Weise erlangt hat. Kurz nach seiner Festnahme brachte sich Laas mit seinem Messer verschiedene Schnittwunden auf der Brust bei, die seine Einlieferung in die Klinik notwendig machten. Ein angeblicher Dr. Vorberg- Schürmann aus Ulm bestellte vor einigen Wochen bei einem hiesigen Optiter ein Fernglas zum Preise von 140 RM. Als nach Liefe rung des Glases der Kaufpreis nicht einging und alle Zuschrif ien unbestellbar an den Geschädigten zurückkamen, stand für diesen fest, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen war. Einige Zeit später wurde bei dem Geschädigten wieder ein Glas durch einen Dr. Stevens aus Biberach- Riß bestellt. Der Geschädigte erstattete Anzeige. An Hand der Korrespondenz beider Besteller konnte von der Kriminalpolizei einwandfrei festgestellt werden, daß es sich um ein und dieselbe Person handelte. Auf telephonisches Ersuchen hin an die Kriminalpolizei Biberach- Riß konnte der angebliche Dr. Steven in der Person des von der Staatsanwaltschaft Ulm wegen Betrugs gesuchten Vertreters Friedrich Vorberg aus Lüttringshausen festgenommen werden. Um bei seinen Opfern allen Argwohn wegzutäuschen, benutzte Vorberg zu seinen Bestellungen Briefbogen mit der ausgedruckten Adresse: Dr. Steven, Handelsvertreter, Biberach- Riß. Haftbefehl wurde gegen Vorberg erlassen. Festgenommen wurde auf Grund eines Haftbefehls ein An der außerhalb des durch den Haingraben umhegten Ortes anzubauen. So entstand der Ortsteil Fünfhausen nach einer z. T. noch vorhandenen Gruppe von 5 Häusern benannt, ferner seit 1830 auf dem früheren adeligen Hofgelände an der Borngasse die Neuenbäu( leider nicht amtlich geführt). Den bedeutendsten Zuwachs an Gebäuden hat das Dorf durch den Ausbau der beiden schon genannten Straßen, der Hofgarten- und der Scheibengasse, erfahren. Eine Anzahl von Gebäuden ist neuerdings auch auf der Atzenwiese entstanden. Außer der alten, 1322 erbauten Kirche waren früher innerhalb des Orts an hervor ragenden Gebäuden noch vorhanden: der Brandshof( abgetragen um 1778), der Pfaffenhof( bis 1817 bestanden) und der Schwalbacherhof in der Mezzengasse( nach der Ueberlieferung im August 1770 durch Feuer zerstört). Beethoven Thema. Sein Brief, der Ruf seines Herzens, hatte sein Ziel erreicht! Aber das Zeichen, das Wunder der Verzeihung ließ recht lange auf sich warten. Wer sagte übrigens, daß es überhaupt kommen werde? Vielleicht hatte sich die Pforte des Paradieses schon für immer hinter dem Verworfenen geschlossen? Beethoven wendet sich vom Fenster ab und zuckt in demselben Augenblick heftig zusammen- ein Paar dunkler Augen betrach= tet ihn von der anderen Seite des Zimmer her! Bei dem undeutlichen Lichtschein der einen Kerze, die auf dem Tische brennt, tritt eine steife Greisengestalt hervor, die Lippen barsch, die Nase willensfräftig, und die Augen, die strengen, dunklen Augen scheinen ihn durchbohren zu wollen. - Beethoven weicht einen Schritt zurück, doch die Augen lassen ihn nicht los. In der nächsten Sekunde begreift er, daß er einer Sinnestäuschung zum Opfer gefallen ist. Es ist ja nur das Bild seines Großvaters an der Wand, dem die ungewisse Beleuchtung ein so seltsames Leben verliehen hatte. Aber der Schreck, der ihm für die Dauer eines Augenblicks die Kehle zuschnürte, hat einen neuen Gedanken in ihm geweckt. Ja, ja, ich verstehe Dich, sagt er, Du hast recht, Du hast sehr recht! Und plötzlich fühlt er das fieberhafte Feuer und die brennende Sehnsucht in seiner Brust ermatten und vergehen. Eine unendlich weite und fühle Leere und Dede umgibt und erfüllt ihn. Es ist ihm, als gehe er unter einem hohen Kirchengewölbe dahin und jeder seiner Schritte halle wider und werde unter den sich verjüngenden Spitzbögen verschluckt. Orgelflang durchNr. 79. Kläranlage wohnhafter Kaufmann und auf Ersuchen der Staats anwaltschaft Plauen der Buchbinder Gerhard Börz aus Bochum * Aus dem Gerichtssaal. Am vergangenen Mittwoch hatte sich vor dem Großen Schöffengericht Gießen der Leiter des Butzbacher Stadtbauamtes, Stadtbaumeister Scheerer, wegen Ver gehens im Amt zu verantworten. Der Angeklagte wurde zu Urteil hat der Angeklagte Berufung eingelegt. Camstag, de SAMS Alsfeld. R Krause in Alsi zeit. Herr Koch Klein- Krog einem Jahr 2 Monaten Zuchthaus verurteilt. Gegen dieses jahr; beide sin * Gestohlen wurde eine Reiseschreibmaschine, Marke„ Erika" Josef Merget e * Fahrraddiebstähle im September 1930: Damenrad Marke Frau des Besize mit der Fabrifnummer 104 742. ,, Lehrmann", Herrenrad Marke„ Miele" Fabriknummer 60056, Herrenrad Marke„ Mifa" Fabriknummer unbekannt, Herrenrad Marke„ NSU" Fabriknummer unbekannt, Herrenrad Marke ,, Corona" Fabriknummer 529 570. * Guchen eines ve und ihr die Ko Zwangsv Bensheim. Jahren erbohrte nia", Herrenrad Marke„ Brentano", Herrenrad Marke„, C. Leich", Herrenrad Marke ,, Torpedo", Herrenrad Marke ,, Miele" Herrenrad Marke„ Germania", 2 Herrenräder Marke unbekannt, Herrenrad Marke„ Goldrad". Sichergestellte Fahrräder: Herrenrad Marke ,, Aleman versteigerung 43 * Billigerer Fahrzeug- Brennstoff. Die Bensinpreise sind in der letzten Zeit bis zu 3 Pfg. pro Liter heruntergesetzt worden. * Grundstücks- Verpachtung. Am Montag, den 6. und Diens tag, den 7. Oktober sollen leihfällig gewordene Grundstücke der Stadi an Ort und Stelle auf weitere 6 Jahre verpachtet wer den. Zusammenkünfte sind am Montag um 8.30 am Schiffenberger- Weg, am Bahnübergang; um 11 Uhr bei der Marga retenhütte, um 2 Uhr nachmittags an der Gabelsbergerstraße, Ece Hammstraße, am Dienstag um 8.30 Uhr in der Licherstraße bei der Wirtschaft,„ Zur Stadt Lich"; um 9.30 Uhr an der Ecke Kaiserallee- Alter Rödger Weg; um 2 Uhr nachmittags am Eichamt in der Dammstraße. * Aus dem Stadttheater. Am Sonntag, den 5. Oktober, nachmittags 6 Uhr, wird zum letzten Male der Schwank ,, Weekend im Paradies" von Arnold und Bach als Fremdenvorstel lung gegeben. * Konzertverein. Ein Sonderkonzert, anläßlich des ärzt lichen Fortbildungkurses, findet am Dienstag, den 7 Oktober, abends 8 Uhr, in der Universitätsaula statt. * Turnverein 1846. Am Sonntag, den 5. Oktober, findet in der Turnhalle am Oswaldsgarien das Vereins- Abturner ſtatt. * Männer- Turnverein. Morgen, Sonntag, den 5. Oktober, ist ein Turngang nach Großen- Bused. Abmarsch 9 Uhr am Gerichtsgebäude. * Gesangverein Heiterkeit. Samstag, ven 4. Oktober, abends 8 Uhr, in der Turnhalle Abendunterhaltung mit Theateraufführung. * Dirigententursus. Der Hessische Sängerbund wird im Frühjahr 1931 in Darmstadt einen großzügigen Dirigentenkursus veranstalten. * Undichte Fenster und schlecht schließende Türen lassen unnötig kalte Luft ins Zimmer dringen. Also Fugen und Ritzen gut abdichten und für feſtſchließende Türen Sorge tragen! Auch die Dachluken und Kellerfenster bezw. die Türen benötigen die gleiche Vorsorge, falls Verschwendung von Heizmaterial vermieden werden soll. Straßensperrung, Die Straße Kirchhain- Hersfeld wird ab Chausseehaus zur Kreisgrenze Marburg Kirchhain bis auf weiteres gesperrt. Die Umleitung nach Kirchhain erfolgt für den Verkehr aus Richtung Frankfurt über Marburg- Schützenpfuhlbrücke- Kleinseelheim- Kirchhain und umgekehrt; für den Verkehr aus Richtung Frankenberg und Biedenkopf über Chausseehaus Bürgeln Ginseldorf- Bauerbach- Kleinseelheim- Kirchhain und umgefehrt. braust den Säulenwald. Es ist das Heiligtum der großen Einsamkeit, das Heiligtum des Künstlerseins und des Künstlerleides, in das jeder eintreten muß, der das Angesicht Gottes schauen will, um sich Tag für Tag für die Menschheit zu opfern. In diesem selben Augenblick steht das Thema des PrestoSazzes wie mit Feuerschrift geschrieben vor ihm, und er rast über dos Piano, als gälte es die Eingeweide aus seinem Körper zu reißen. Wie mit grollenden, donnernden Paukenschlägen stürmt die Flut der Leidenschaft in immer heftigeren Ansätzen von der dunkelsten Tiefe des Basses bis zum schmetternden Diskant hin auf. Ein adlergleicher Gedanke nach dem andern reißt sich heraus aus dem Sturmgebrause, breitet seine schweren Schwingen aus und stößt unter gellendem Schrei mit den anderen zusammen. Mit ihren grausamen Schnäbeln, ihren wie aus Stahl geschmie deten Klauen hacken sie auf das zitternde Opfer los, das in dem fürchterlichen Kampfe schwer verwundet wird und heftig blutet. Bisweilen scheint der Kampf zu ermatten, ein blasser Sonmenschimmer, ein stillerer Dur- Klang durchdringt die düstere Wolke. Doch das währt nur eine Sekunde. Gleich donnert es aufs neue mit vermehrter Raserei. Neue mächtige, streitbare Vögel mischen sich in das blutige Spiel. Der Kämpfer scheint dem Erliegen nahe und im Begriff zu sein, sich hoffnungslos der unwiderstehlichen Uebermacht zu ergeben. Da, plötzlich, unter einer unerhörten Anspannung aller Kräfte der Verzweiflung, mit einem letzten, Himmelanstürmenden Aufflammen des heiligen Feuers der Selbstbehauptung bricht sich sieghaft der Gedanke der Persönlichkeit Bahn! Wie eine elektrische Eniladung, die die Athmosphäre reinigt, rollt ein riesiges Arpeggio den steilen Abhang der ganzen Klaviatur hinauf, wird von einem donnernden Widerhall beantwortet und erstirbt in zitterndem, atemlosem, gebieterischen Schweigen. Es ist der Augenblick der inneren Sesbstprüfung, der notwendige Rückschlag nach dem übermenschlichen Kraftausbruch. Und dann das turze Nachspiel! Kein überheblicher Sieges: jubel, kein übermütiger Freudenlärm. Dazu ist der Kampf zu crschütternd gewesen, der zu teuer erkauft worden. Doch durch die männlich beherrschten Schlußstrophen leuchtet wie Sternenschein die Ahnung des höchsten menschlichen Glücks: Das Emp finden der eigenen Persönlichkeit und ihrer Kraft. ( Aus dem schwedischen Beethovenroman ,,, Quasi una fantasia" von G. Nordling. Uebersetzt. Geb. 5.- RM., im Verlage C. Bertelsmann, Gütersloh. Erhältlich in jeder Buchhandlung.) Mainz. Bein eines Verwaltun Frankfurt a am Main ein G in einer öffentl Der Frankfurt Medem- Witte, gen Wochen in Mann ein. Bes in der sich eine jes zogen Erfun daß es in Deuts gebe. Man ve Tages bei den rade mit seiner mädchen hörte, verschwand er bejorgen. Inzu einem Schwind Frankfurt det am Monto cinom Auftrie und Ermeländ zugt werden, f Frankfurt a. Flach- und Hi Bad Hom beliebten N des Kurhau Giegen. im Siebenjo Prozeß mit Trier, Kinder im Wied Hannover, 72teilige, Seite it majjiv rojti gichweres F jährigen Ga ner Preis, für u verfanien. D die Geschäf Sude fofort od. Gießen oder Gas 3 4 3imme Bem great. Off Landwirtsc Herren zu vergebe Konkurre keiten, k nierung, s ähnliches Willi Wurtzel er Staatse 5 Bochum Doch bat Des Buy gen wurde Samstag, den 4. Oftober 1930. Aus Nah und Fern. Alsfeld. Rentner Hch. Koch und seine Gattin Emma geb. Krause in Alsfeld feiern am 7. Okt. das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Koch steht im 78. und seine Gemahlin im 70. Lebensen die jahr; beide sind noch sehr rüstig. e ,, Erit ad Marl mer 6005 Herrenta d Marl Alemar Carte C Miele nbefann reife fin ntergeje 10 Diens Ditüde de chtet wer Schiffen Marge gerftrage icherstras der Ed ttags an Oftober nt, Weet envorite des är Oftober er, fin Abturne Oftob Uhr 2, abent heateran wird in irigent en laj nd Rigen ! Nud gen die cial Dep eehaus esperrt hr aus Klein us Rid Bürgel d umge Oben Künstle ht Go zu op raft Körper Klein- Krogenburg, 3. 10. In der Diamantschleiferei von Josef Merget ereignete sich ein entsetzlicher Unglücksfall. Beim Suchen eines verlorengegangenen Diamantsteinchens wurde die Frau des Besitzers von der Transmission an den Haaren erfaßt und ihr die Kopfhaut vollständig abgezogen. Zwangsversteigerung einer Mineralwasserquelle. Bensheim. Für das Kunoldsche Anwesen, mit der vor zwei Jahren erbohrten Mineralwasserquelle, wurden in der Zwangs= versteigerung 43 310 Mark erlöst. Mainz. Beim Reichsvermögensami wurden Veruntreuungen eines Verwaltungssekretärs aufgedeckt. Sitler in Frankfurt a. M. Frankfurt a. M. Am 4. und 5. Oktober findet in Frankfurt am Main ein Gautag der NSDAP. statt, auf dem Adolf Hitler in einer öffentlichen Versammlung sprechen wird. Der„ Graf", der es plötzlich eilig hatte. Frankfurt a. M. Unter dem Namen Udo Wolf Graf von Medem- Witte, Staatsanwalt und Dr. jur., führte sich vor eini= gen Wochen in ersten Familien der Stadt ein junger, eleganter Mann ein. Besonders gut hatte er es bei einer Direktorfamilie, in der sich eine heiratsfähige Tochter befand. Freunde des Haujes zogen Erkundigungen nach dem ,, Grafen" ein und erfuhren, daß es in Deutschland einen Staatsanwalt jenes Namens nicht gebe. Man verständigte die Polizei, die den„ Grafen" eines Tages bei den Gastgebern aufsuchte. Als der ,, Graf", der gerade mit seiner Dame heimkehrte, auf dem Flur von dem Hausmädchen hörte, er werde im Salon von zwei Herren erwartet, verschwand er mit dem Bemerken, er müsse schnell noch etwas besorgen. Inzwischen hat sich herausgestellt, daß die Familie einem Schwindler ersten Ranges in die Hände gefallen ist. en ftüm Don stant ich hera ngen a sufammen gefami Frankfurt a. M. Der nächste Frankfurter Pferdemarkt findet am Montag, den 6. Oktober, statt, und man rechnet mit einem Auftrieb von 500 Pferden. Mittelschwere Arbeitstiere und Ermeländer Pferde, welche von der Landwirtschaft bevorzugt werden, kommen in guter Qualität zum Verkauf. Frankfurt a. M. Am Sonntag, 5. Oktober, finden hier große Flach- und Hindernis- Rennen statt. Bad Homburg. Mit dem Beginn der Wintersaison sind die beliebten Nachmittags- Tanztees in die geheizte Wandelhalle des Kurhauses verlegt. Siegen. Die Erben eines Offiziers von Weschpfennig, der im Siebenjährigen Krieg gefallen ist, führen noch immer einen Prozeß mit dem preußischen Staat um das Erbe. Trier. In einem Ort an der Mosel nahmen Zigeuner 3 Kinder im Alter von 7 bis 9 Jahren mit. Wieder ein Todessprung aus dem Flugzeug. Hannover, 3. Oktober. Nach der Landung des Flugzeuges 72 teilige, 100 g schwer versilberte Besteckgarnitur mit massiv rostfreien Klingen, sehr schönes, ganz schweres Rokokomuster, fabrikneu, mit 30 jährigem Garantieschein, ganz bedeutend unier Preis, für RM 180.- gegen bar sofort zu verfanfen. Offerten unter Nr. 26 63 an die Geschäftsstelle dieser Zeitung. Suche sofort od. bis spät. 1. Novemb. d. J. in Gießen oder Umgebung eine gutgehende Gastwirtschaft mit 3 4 3immerwohng. z. pacht. Kap. vorh. Verm.zirectl. Off.unt. G, 3.2700 a. d Gieß.3tg. Landwirtschaftl. Vertretung ist an Herren zu vergeben, die b. Landwirlen gut eingeführt sind. Konkurrenzlose Verdienstmöglichkeiten, keine einmalige Provisionierung, sondern bleibendes, rentenähnliches Einkommen( 600 RM. und mehr monatlich). Bewerbungen an: Willi Wurtzel, Berlin W 57, Bülowstr.66 ,, Gießener Zeitung" der Strecke Hamburg- Hannover auf dem Flughafen Hannover, berichtete dort der Fluggast Raedle, daß gegen 12.10 Uhr ein zweiter Fluggast, Pipler, in offenbar selbstmörderischer Absicht aus dem Flugzeug gesprungen sei. Die Leiche des Zipler wird in der Gegend von Nenndorf, südlich Harburg, gesucht. Ein Todesurteil in Osnabrüd. Osnabrück. Das Schwurgericht verurteilte den 18jährigen Tischler Wilhelm Schulte wegen Mordes an der 22jährigen Emma Wallmeyer zum Tode. Der Bursche hatte das Mädchen in den Wald gelockt und es dort erwürgt und aufgehängt. 140000 Berliner Metallarbeiter vor dem Streif. Berlin, 3. Oktober. Jm Reichsarbeitsministerium finden heute nachmittag unter dem Vorsitz des Sonderschlichters Voelders, Bremen, noch einmal Verhandlungen über den beabsichtig= ten Lohnabbau bezw. über eine Verkürzung der Arbeitszeit in der Berliner Metallindustrie statt. Die Lage ist ernst. Der Streit erscheint unvermeidlich. Die Vertreter des Metallarbeiterverbandes wollen über die Forderung der Arbeitgeber, die auf einen Lohnabbau von 15 Prozent hinausläuft, überhaupt nicht verhandeln. Die Arbeitgeber wiederum erklären, auf keinen Fall in eine Verkürzung der Arbeitszeit einwilligen zu wollen, wie die Gewerkschaftsvertreter sie angesichts der großen Arbeitslosigkeit in der Industrie fordern. Spritschmuggel. Warnemünde. Vom Zollkreuzer ,, Hummel" wurde ein mit 1000 Liter Sprit beladenes Schmuggelfahrzeug aufgebracht. An Bord befanden sich ein Litauer und ein Däne, die zu einer Spritschmugglervereinigung gehören. Flugzeugunglück bei Paris. Paris, 3. Oktober. Auf dem Flugfeld von Orly bei Paris ereignete sid) gestern ein fürchterliches Unglüd. Ein Flugzeug mit drei Passagieren stürzte brennend ab. Der Pilot und die drei Fluggäste verbrannten, bevor ihnen Hilfe gebracht werden Lonnte. Wiederholung der Internationalen Hygiene- Ausstellung Dresden im Jahre 1931. Nr. 79. Billigere telegraphische Postanweisungen. Eine telegraphische Postanweisung über den Betrag von RM. 100.- tostet heute RM. 3.50, eine solche über den Betrag von RM. 500.- RM. 4.50. Diese hohen Gebühren lassen sich mit den tatsächlichen Einzellosten der Ueberweisung, die einmal in der Telegrammübermittlung, dann in der Postüberweisungsge bühr und schließlich in einer Eilbotengebühr bestehen, kaum in Einklang bringen. Der Verband reisender Kaufleute Deutschlands hat deshalb wie er uns mitteilt bei der Reichspostverwaltung beantragt, die seit einigen Jahren geltenden Pauschalsätze einer Nachprüfung zu unterziehen. Zeitungsmeldungen zufolge hat das Präsidium der HygieneAusstellung auf Grund zahlreicher Anregungen aus Kreisen der Wissenschaft, der Aussteller und Besucher den Vorschlag gemacht, die Ausstellung vom 15. Mai bis 30. September 1931 zu wiederholen, wobei beabsichtigt ist, den sachlichen Inhalt neu zu gestalten und zu erweitern. Maßgebend für den Gedanken der Wiederholung war die Tatsache des immer mehr anwachsenden Besuches und die Erwägung, daß der wertvolle Inhalt der großen Ausstellung bei einer Wiederholung erst voll ausgewertet und der Allgemeinheit nutzbar gemacht werden kann. Der Rat der Stadt Dresden hat bereits die Verlängerung des Garantievertrags beschlossen. NWK* WOLLE Sternwolle unübertroffen Haltbarkeit NWK Jn allen Preislagen Sch. Mit den heizkräftigen Ruhr- Eiformbrikell erzielen Sie die Die Gebühr für eine telegraphische Postanweisung müßte sich nach seinem Dafürhalten zusammensetzen bei einem Betrage von RM. 100.- aus der Telegrammgebühr von vielleicht.. RM. 1.50 der Postanweisungsgebühr von. und der Eilbotengebühr von. Insgesamt also bezw. bei einem Betrage von RM. 500.- aus der Telegrammgebühr von vielleicht. der Postanweisungsgebühr von und der Eilbotengebühr von " -.40 " -.40 RM. 2.30 RM. 1.50 " -.80 " <-. 40 insgesamt also RM. 2.70 Die Telegrammgebühr könnte ohne Rücksicht auf die Länge der Adresse vielleicht einheitlich mit RM. 1.50 in Ansatz gebracht werden. RUHRKOHLE günstigste Ofenheizung. Keine Fingerabdrücke mehr! Loba Mobet Politur gland wandervolt, glot Schuts und erhalt Thro Gaganskindla Die neue Loba- Politur reinigt und poliert Holz- und Ledergegenstände, überzieht die Oberfläche mit einer harten, widerstandsfähigen, gegen Fingerabdrücke unempfindlichen Schutzschicht, sodaß sich kein Staub in Fugen und Poren ansetzen kann. Gibt wundervollen warmen Glanz und verlängert die Lebensdauer der behandelten Gegenstände. Sie macht 1, blitzsauber, 2. blitzblank. Preis mit Auftragtuch RM. 1.VEREINIGTE WACHSWARENFABRIKEN A- G DITZINGEN BEI STUTTGART Würde die telegraphische Ueberweisung von Geld auf diese Art verbilligt werden, so könnte von ihr sowohl im geschäftlichen als auch im privaten Verkehr viel öfter Gebrauch gemacht werden. Das gesteigerte Tempo unserer Wirtschaft verlangt vielfach rasche Entschlüsse und Planänderungen, so daß heute ein erhöhtes Bedürfnis für die Möglichkeit telegraphischer Geldüberweisungen ohne Zweifel überall vorliegt. Wenn die Reichspostverwaltung diesem Bedürfnis entspräche, würde sie dabei sicherlich kein schlechtes Geschäft machen. Heute steht sie leider noch auf dem Standpunkt, daß eine Ermäßigung auf die vom V. r. K. D. vorgeschlagenen Sätze für sie aus Gründen der Wirtschaftlichkeit 3. 3t. nicht tragbar" ist. Deutschland in der Biererzeugung voran! Im Jahre 1929 hat Deutschland 57 Millionen Hektoliter Bier erzeugt, Großbritannien 31,8, Frankreich 17,6, Belgien 15,8, Tschechoslowakei 12.2 Millionen Hektoliter. Die Bierproduktion in der ganzen Welt betrug 185,2 Millionen Hektoliter. Fast ein Drittel der Gesamterzeugung fällt also auf Deutschland; es steht mit seinem Anteil an der Spitze aller Länder. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Jeder kluge Geschäftsmann benutze die überall beliebten Reichssteuer- Kassebücher von Albin Klein, Gießeu Albin Klein Giessen Vom einfachen Handzettel bis zu den umfangreichsten Katalogen werden alle Drucksachen in Qualitätsausführung schnellstens und preiswert geliefert. Fernruf Nr. 2525 und 2526 Buch- und Zeitungs- Druckerei as in den tig blute aller Go ie difte onnert ftreitbe fer fche ngslos Tid, unt zweiflun des heil t der 6 Eniladung eggio be Don einen itternden mblid nach den Gieges Kampi Dody durd Sternen Das Emp una fam Verlage andlung) Rente oder Kapital? TE] FEE Eine Rente ist Dir für Dein Alter gesichert- aber genügt diese wirklich für Dich? Möchtest Du nicht ein eigenes Häuschen- und wenn's auch erst im Alter wär'? Ein kleines Kapital für die Aussteuer Deiner Tochter, für die Berufsausbildung Deines Sohnes, zu kleinen Freuden für Dein Alter? So schaff' ein solches Kapital für Dich und Deine Lieben durch eine Lebensversicherung! Sie garantiert den Deinen eine feste Summe- und wenn Du alt wirst, kannst Du selbst genießen, was Du in Deinen besten Jahren angesammelt hast. Du und die Deinen sorgenloser- durch Deine Lebensversicherung! Samstag, den 4. Oktober 1930. ,, Gießener Zeitung" Nr. 79. G Olympia Olympia GEBHARDT- BERLIN Olympia Korrespondenz Schreibmaschine Buchungsmaschine mit Rechenwerk>> Saldomat<< EUROPA SCHREIBMASCHINEN A.G. FRANKFURT a. M. 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