Nr. 34. 0 Meter), 99 ter), 25 Klein ( 50 Meter). ten Wildschei hlußtagung. Walthers von urg, wo sich norudsvoll be Jolfsbund hält Bürgermeister werden bei es Reichstags mit einem ver Pfingsten durch utsche Meister en Kurtonzerte er Leitung des m Anschluß an neues Kurhaus nzräumen nad net wird, ische Städtetag Le enthält u. a.: n? Ruderwett und Novellen, fg. wirklich viel rall zu haben. n in Gießen. thinnd uflage 700 200 400 300 800 1600 500 lea ssen eitet. EN lage Nr. 21 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. - Bolitische Rundschau. ( Gießener Tageblatt) Der Reichspräsident hat am Freitagvormittag um 11,30 Uhr den neuen päpstlichen Nuntius Orsenigo zur Entgegennahme des Beglaubigungsschreibens empfangen. In gut unterrichteten Genfer Kreisen besteht die Auffassung, daß die ursprünglich für Mitte Juni vorgesehene abschließende Tagung des Abrüstungsausschusses des Völkerbundes vorläufig auf November oder Dezember verschoben werden wird. Präsident Hoover hat den Londoner Flottenvertrag dem amerikanischen Senat zur Ratifizierung unterbreitet. Der österreichische Bundeskanzler Schober ist am Donners: tag aus Paris in London angekommen. Der Stadtoberinspektor Borchard von der Berliner Schulverwaltung wird beschuldigt, bei der Vergebung von Schulneubauten und-Einrichtungen eine Provision von 186 000 M angenommen und für sich verbraucht zu haben. Kapitän 3. D. a. D. Lohmann, der vor einigen Jahren vielgenannte Leiter der Seetransportabteilung im Reichswehrministerium, ist in Rom plöglich an einem Herzschlag gestorben. Das schwanzlose Raketenflugzeug Espenlaubs ist auf dem Bremerhavener Flugplag verunglückt. Am Mittwoch abend haben sich die meuternden Gefangenen der Strafanstalt Columbus bedingungslos unterworfen. Der Sturm auf Tempel- und Gözenbilder in China hat weiter um sich gegriffen. Ein regelmäßiger drahtloser Telegraphendienst zwischen England und Australien ist am 30. April eröffnet worden. Ministerpräsident Tardieu hat die sofortige Ausweisung von 22 Ausländern angeordnet, die Propaganda für den 1. Mai trieben. Die Reichsindegziffer für die Lebenshaltungskosten ist auf 147,4 gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent zurückgegangen. Für Walter von der Vogelweide finden am 10. und 11. Mai in Würzburg größere Feiern statt. Die schweizer. Postverwaltung will v. 1. Juni ab die Bostgebühren nach dem Ausland stark ermäßigen. Am 1. Mai überall Ruhe. In Berlin hatte man dieses Jahr die Maiumzüge, im Gegensatz zum letzten Jahr, in dem sehr bedauerlichen Zusammenstoßze zwischen Polizei und Kommunisten zu verzeichnen waren, gestattet. Lediglich getrennte Aufmarschstraßen waren Sozialdemokraten und Kommunisten zugewiesen. Daß diese eingehalten wurden, dafür setzte sich die Polizei mit vorbildlichem Talent ein. Als die Demonstranten zusammen mit der Polizei den Zügen den Weg durch die belebten Straßen bahnten, ge= schah dies oft nicht ohne Humor. Einige Zwischenfälle, von de= nen man am Abend hörte, müssen als geringfügig betrachtet werden. Jm Wedding, wo es voriges Jahr Tote gab, war von den Kommunisten ein Erinnerungsmal für die bei den Barrikadenkämpfen gefallenen Genossen errichtet. In Süddeutschland waren keinerlei Zwischenfälle anläßlich der Demonstationen zu verzeichnen. In München wurde der Abgeordnete Dressel( Kom.) verhaftet. Im Ruhrgebiet ist der 1. Mai ruhig verlaufen. Bei Krupp fehlten etwa 5 Prozent der Belegschaft und im Ruhrbergbau etwa 12 Prozent. Moldenhauer legt den Reichshaushalt vor. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Am Freitag um 14 Uhr nahm der Reichstag die Beratung des Haushaltes für 1930 in Angriff. Noch nie hat die Etatsgestaltung unter so starken wirtschaftspolitischen Zwangsläufigfeiten gestanden, wie in diesem Jahre. Der glatte Ablauf der Etatsberatung ist ein Prüfstein für die wirtschaftspolitische Einsicht der Parteien. Die Lage ist ernst und kann nicht mehr mit Dem unheilvollen Fraktionismus gemeistert werden. Als entpannendes Moment kann die Stellungnahme der 28 hinter Westarp stehenden Deutschnationalen betrachtet werden, die sich in einem Brief an Hugenberg endgültig von dessen Diktaturmethoden losgesagt haben, ohne sich indessen bedingungslos für Die Regierung Brüning zu erklären. Mit nüchterner Sachlichfeit trug Moldenhauer seine Argumente vor, und warnend fügte er hinzu, daß eine Unordnung im Etats- und Kassenwesen Die Wurzeln des staatlichen politischen Lebens gefährde. Ob die Parteien das einsehen werden? Dann setzte er noch einmal eine Richtlinie für die Etatgestaltung auseinander: Steuersenfung als Voraussetzung für die Kapitalneubildung und EntlaFung der Wirtschaft, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Abgabensentung auf der ganzen Linie. Mit dem Finanzausgleich will Moldenhauer den beweglichen Faktor im GemeindeſteuerSystem erreichen, mit der Kreugeranleihe und dem Schuldentilgungsfonds von 515 Millionen Samstag, den 3. Mai 1930 Tagung des Reichsausschusses der Wirtschaftspartei in Berlin. Der Reichsausschuß der Reichspartei des deutschen Mittelstandes( Wirtschaftspartei) trat am Donnerstag im Reichstag zu einer Tagung zusammen, an der Reichsjustizminister Dr. Bredt, die Fraktionen des Reichstages und der Landtage, sowie die Vertreter der Wahlkreisverbände teilnahmen. Die schwebende Schuldenlast um rund eine Milliarde abdecken and mit dem Osthilfegesetz die Landwirtschaft vor dem Zusammenbruch bewahren. Bedenklich stimmt ihn aber auf der Ausgabenseite der Posten für die Arbeitslosenversicherung und KriHenfürsorge, und er kündigt schleunigst Maßnahmen an, damit Don dieser Seite her der Etatausgleich nicht wieder über den Haufen geworfen wird. Nach einem Bericht des Parteivorsitzenden Drewitz über die politische Lage unter besonderer Hervorhebung der Gründe, die die Wirtschaftspartei zum Eintritt in die Regierung bewogen hätten, wurde einstimmig ohne Aussprache eine Entschließung angenommen, die das Verhalten der Reichstagsfraktion billigt und ihr das volle Vertrauen ausspricht. Ueber die Reform der Arbeitslosenversicherung berichtete Reichstagsabgeordneter Freidel. Im Anschluß an diesen Bericht sprach der Reichsausschuß in einer Entschließung einstimmig die Meinung aus, daß an eine weitere Erhöhung der Bei: träge zur Arbeitslosenversicherung in den kommenden Jahren nicht gedacht werden könne. Man werde vielmehr versuchen müssen, den Betrag wieder auf 3 Prozent zu senken. Besonders notwendig sei es, die Arbeitslosenfürsorge produktiv zu gestalten. Parteipolitische Unduldsamkeit. Es ist erbaulich, anzusehen, daß gerade die Partei, die in der öffentlichen Meinung als Hauptstütze der Republik gilt, nämlich die Sozialdemokratie, immer wieder gegen diejenigen Bestimmungen verstößt, die sie seinerzeit zum Schutze der Republik erwirkt hat. Dies ist um so befremdender, als gerade die SPD. solche Machenschaften mit Vorliebe anderen Parteien zum Vorwurf macht. Einige Fälle aus neuerer Zeit lassen wir folgen. Das Organ der christlichen Gewerkschaften,„ Der Deutsche", meldet, daß kürzlich von dem Vorstand und Ausschuß der Ortsfrankenkasse Karlsruhe versucht wurde, in die Satzungen der Ortskrankenkasse eine Bestimmung hineinzubringen, wonach bei Neueinstellung von Angestellten die Vermittlung der Arbeitsnachweisstelle des Zentralverbandes der Angestellten( sozialisti scher Verband, zu dem nur die Minderheit der Angestellten gehört) in Anspruch genommen werden sollte, wenn aus irgend einem Grunde keine früheren Angestellten oer Ortskrankenkasse genommen werden könnten. Dieses Vorhaben mußte vom Oberversicherungsamt abgelehnt werden, weil es im Widerspruch steht zum Artikel 159 der Reichsverfassung betreffs Vereintgungsfreiheit, wie auch zum§ 81 des Betriebsrätegesetzes. Demselben Blatte ist folgendes bezeichnendes Stimmungsbild entnommen: ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg.. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. ,, Am Freitag, dem 28. März, betreten zwei Tischlergesellen das sozialdemokratische Volkshaus, um dort Arbeiten zu verrichten. Kaum haben sie mit der Arbeit begonnen, werden die beiden auf Herz und Niere geprüft, ob sie würdig sind, das Heiligtum der SPD. betreten zu dürfen. Ersterer ist allerdings sozialistisch organisiert, leider fehlen ihm zwei Wochenbeiträge im Verbandsbuch, daher große Erregung. Der zweite ist ein christlich Organisierter. Beinahe hätte sich der Zionswächter selbst dreimal bekreuzt, ob solcher Unverschämtheit, daß ein christlich organisierter Arbeiter das sozialistische Volkshaus betritt. Der christlich Organisierte mußte das Feld räumen. Der sozialistisch Organisierte schließt sich, von Ekel erfaßt, seinem christlich organisierten Kollegen an. Sofort müssen zwei andere Tischler kommen. Dieselben werden mit dem Geschäftsauto der Firma unverzüglich dorthin gebracht. Vor der Tür geprüft und für gut befunden, dürfen sie arbeiten. Chauffeur fehlt allerdings das sozialistische Verbandsbuch, er legitimiert sich durch sein Abzeichen des Jungdeutschen Ordens. Darob erneut flammende Entrüstung. So geschehen im Jahre der sozialistischen Freiheit 1930." Dem Ein weiterer Fall parteipolitischer Unduldsamkeit war Mitte April nach Meldungen Berliner Blätter Gegenstand einer Verhandlung vor dem Berliner Arbeitsgericht. Dabei stellte sich heraus, daß der im Sklarekskandal oft genannte Personaldirektor Brolat der Betriebsverwaltung der B. V. G. die Anweisung gegeben haben soll, keinem Sozialdemokraten zu fündigung. Tatsächlich wurden durch die B. V. G. trotz Massenkündigungen nicht nur feine Anhänger der SPD. entlassen, sondern sogar noch SPD.- Leute eingestellt, die in angegliederten Als am 1. März Unternehmungen entlassen worden waren. wieder 31 Arbeiter entlassen wurden, befanden sich darunter 7 Leute, die auf der Liste der kommunistischen Gewerkschaftsopposition als Betriebsräte kandidierten, während kein Kandidat der freien Gewerkschaften entlassen wurde. Zwei Arbeiter ließen sich auch überreden, zur SPD. überzuwechseln, und die Kündigungen wurden denn auch tatsächlich aufgehoben. Der als Zeuge vernommene Betriebsingenieur der Wagenbau- Gesellschaft gab zu, daß bei der Benennung der 31 zu kündigenden Arbeiter über deren Parteizugehörigkeit gesprochen worden ist. Das Arbeitsgericht verfügte, daß den betreffenden Leuten ihr Lohn weiterzuzahlen sei, weil nach§ 81 des Betriebsrätegesetzes die Einstellung eines Arbeitnehmers nicht von seiner politischen, militärischen, konfessionellen oder gewerkschaftlichen Betätigung oder Zugehörigkeit zu irgendeinem Verein abhängig gemacht werden darf. Nummer 35 Der Ausweg aus der Not. Der Fall Bederstahl verdient seiner grundsäßlichen Bedeutung halber ein über die Tagesberichterstattung hinausgehendes Interesse. Bisher ist in Deutschland noch kein Fall bekannt geworden, daß die Belegschaft eines vor dem finanziellen Zusammenbruche stehenden Werkes aus eigenem Antriebe Herabsetzung der Löhne vorgeschlagen hat. Selbst wenn man verlernt hat, auf vereinzelte Stimmen wirtschaftlicher Einsicht allzu große Hoffnungen zu sehen, wird man an diesen Vorgängen um so weniger gleichgültig vorübergehen können, als es sich hier nicht um Worte, sondern um Taten handelt. Wir haben hier den ersten Fall vor uns, in dem eine Belegschaft aus der Massensuggestion der ,, Lohnaufbaupolitik" zu erwachen, sich auf die harten Tatsachen zu besinnen und Hand in Hand mit den Unternehmern das Schicksal der deutschen Wirtschaft zu wenden entschlossen zu sein scheint. Das Wesen der Arbeitsgemeinschaft zwischen Unternehmern und Arbeitern besteht eben darin, daß beide Parteien Opfer bringen, um den Betrieb am Leben zu erhalten. Leider ist infolge der gewerkschaftlichen Tarifpolitik und des staatlichen Schlichtungswesens dem Arbeiter vielfach das Bewußtsein verloren gegangen, daß bei aller wichtigfeit des gewerkschaftlichen Lebens doch der Betrieb für ihn das Primäre bleibt und daß mit dem Verlust seiner Arbeitsstätte für ihn eine Katastrophe gegeben ist, gegen die auch die Arbeitslosenversicherung nur einen sehr mangelhaften Schuh bedeutet. Im Falle Beckerstahl ist die Einstellung der Belegschaft eine grundsäzlich andere gewesen. Und eben darauf beruht seine weittragende, hoffentlich symptomatische Bedeutung. Offenbar haben auch gerade diese Gedankengänge die Direktion bestimmt, das Angebot der Belegschaft anzunehmen, obwohl sehr erhebliche finanzielle Bedenken dagegen sprechen, denn selbst bei Durchführung der Lohnsenkung wird für das laufende Geschäftsjahr noch ein Verlust von etwa 1,5 mill. Mr. entstehen. Die Direktion ist offenbar entschlossen, dieses gewiß sehr erhebliche Risiko auf sich zu nehmen, da ihr für die praktische Durchführung des Gedankens der Arbeitsgemeinschaft fein Opfer zu groß erscheint. Aber auch die Belegschaft ist zu Opfern bereit, indem sie sich mit einer Lohnkürzung von 10 bis 15% bereit erklärt hat. Allerdings liegen, wie die Werkleitung in ihrer Antwort betont hat, selbst nach Vornahme der erzungen die Akkordverdienste noch immer ganz erheblich über den tariflich vereinbarten Sägen. Für den Kenner der Lohnverhältnisse in der rheinisch- westfälischen Eisenindustrie hat das nichts überraschendes. Die jüngst veröffentlichten Hauptergebnisse der Lohnerhebung im Dftober 1928 in der eisen- und Stahlerzeugenden Industrie, die ja zu einem sehr großen Teil eine Exportindustrie ist, haben. diese Tatsachen wieder in einer bemerkenswerten Weise bekräftigt( vergl. Wirtschaft und Statistik Nr. 4). Nach dieser amtlichen Lohnerhebung lag der Realwert nicht nur des Stundenlohneinkommens, sondern auch des Wocheneinkommens( also bei verkürzter Arbeitszeit) für die Massen der Arbeiter erheblich über dem Vorkriegsverdienst, und zwar bei den Hochofenwerken um 10%, bei den Stahlwerken um 8% und bei den Walzwerken um 7%. Selbst nach Abzug der Steuer und Sozialbeiträge zeigten die Verdienste noch eine Realerhöhung um 7, 5 und 4%. Bekanntlich ist nach dieser Erhebung durch die damalige bekannte Entscheidung Severings im Anschluß an den Arbeitskampf gegen Ende des Jahres 1928 die zum Teil nicht unerhebliche Severings- Zulage noch hinzugekommen. Bei einer Fortführung dieser überspannten Lohnpolitik ( bergl. u. a. die legten Verhandlungen im Baugewerbe) wird man sicherlich der großen Arbeitslosigkeit nicht Herr werden können, erst recht nicht mit einer Verfürzung der Arbeitszeit, womöglich noch mit einem Lohnausgleich verbunden. Es kann sich heute nur darum handeln, die gegebene Lohndecke zu strecken und mehr Arbeiter an diesem Lohnfonds teilnehmen zu lassen, sie nicht kurzerhand in die Arbeitslosenversicherung abzuschieben. Welchen Antrieb könnte die Wirtschaft gewinnen, wenn auch nur ein Bruchteil der bei Becker vorgeschlagenen Lohnminderung allgemein, und zwar vor allem in Schlüsselgewerben wie im Baugewerbe und in der Eisenindustrie, zur Durchführung gebracht werden könnte. Nach den verschiedensten Seiten hin, nach der Seite der Selbstkosten, der Kapitalbildung, der Entschuldung, der Breispolitik usw. böten sich wertvollste Entlastungsanssichten. Wäre seit Jahren nur ein wenig von der Einsicht und Opferwilligkeit in der allgemeinen Arbeiterpoliti? betätigt worden, die, wie im Falle Beder, von einzelnen Arbeitergruppen an den Tag gelegt wird, die Lage der Gesamtarbeiterschaft wäre heute eine andere. Vielleicht nicht hohe Nominalspizzenlöhne, die bei Massenarbeitslosigkeit ja nur einen repräsentativen Wert haben, aber faufträftigere Mittellöhne und eine nahezu volle Beschäftigung menschlicher Arbeitskraft, die sich heute durch Maschinenleistung weitestgehend verdrängt sieht, würden die Lage fennzeichnen. Werden die Gewerkschaften die Kraft haben, diesen Kurs durchzuhalten? Berlin. Rechtsanwalt Haver und Kaufmann Peine haben zusammen die Reichsschuldenverwaltung um 40 000 Mart be: trogen. Gamstag, Samstag, den 3. Mai 1930. Die Zusammenseßung der hessischen Gemeinde und Stadtparlamente. Eine statistische Untersuchung über die letzten Kommunalwahlen. In der neuesten Nummer der ,, Mitteilungen des Hessischen landesstatistischen Amtes"( Nr. 4 vom 4. April 1930), veröffentlicht Direktor Dr. Lind einen Artikel über ,, Die GemeindeGießener Zettung ständig, da in Hessen jeder 20. Landwirt im Alter von mehr als 25 Jahren Gemeinderatsmitglied ist. Die Frauen sind in den hessischen Gemeinde- und Stadträten gering vertreten. 9101 Männern stehen nur 42 Frauen als Gemeinderatsmitglieder gegenüber. In den kleineren Gemeinden sind Frauen nur in den seltensten Ausnahmefällen als Ge= meinderatsmitglieder zu finden. und Stadtratswahlen am 16. November 1929". Die interessante Bericht über die wirtschaftl. Lage des deutschen Arbeit gibt einen konzentrierten Auszug aus der Statistischen Aufbereitung des Ergebnisses der letzten Kommunalwahlen und enthält eine Fülle von Einzelheiten, die allgemein Beachtung finden dürften. Entsprechend der allgemeinen Tendenz ist auch bei der Gemeinde und Stadtratswahl in Hessen am 16. November 1929 eine zunehmende Parteizersplitterung festzustellen. Zwar hat in rund zwei Fünfteln aller Gemeinden( 400) überhaupt keine Abstimmung stattgefunden, weil in diesen Gemeinden nur ein Wahlvorschlag eingereicht worden war. Allein 295 dieser Gemeinden hatten jedoch noch nicht einmal 500 Einwohner und nur 16 mehr als 1000 Einwohner. In 14 Gemeinden war es überhaupt nicht möglich, den Gemeinderat aus sieben Mitgliedern zusammenzusetzen, weil gar nicht so viel wählbare Gemeindeangehörige vorhanden waren. Diese Feststellung ist aber keineswegs bloß ein Wahlfuriosum, sondern auch der Ausdruck der Tatsache, daß je nach Größe der Gemeinden das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Gemeinderäten und Einwohnern sehr stark voneinander abweicht. Während in den 14 kleinsten Gemeinden mithin sämtliche wahlfähigen Gemeindeangehörigen zugleich Gemeinderäte sind, entfällt in den Gemeinden bis zu 500 Einwohnern auf 39 Einwohner ein Gemeinderatsmitglied. In den Gemeinden von mehr als 20 000 Einwohnern erst auf 1530 Einwohner ein Stadtratsmitglied. Die Wahlbeteiligung war in den kleinsten und den größten Gemeinden geringer als in den mittelgroßen Gemeinden( 1000 bis 8000 Einwohner). Die Feststellung über die Parteigruppierung der Gemeindeund Stadtratsmitglieder macht bei den einzelnen Parteien besondere Schwierigkeiten, weil die Bezeichnung auf den Wahlvorschlagslisten oft sehr wünschen übrig läßt. Immerhin läßt der Vergleich doch erkennen, daß die Nationalsozialisten bei der letzten Kommunalwahl überhaupt erstmalig in die tommunalen Körperschaften Hessens eingezogen sind sie haben jetzt insgesamt 94 Gemeinde- und Stadtratsmitglieder in Hessen- und daß auch die Kommunisten in diesen Körperschaften fühlbar an Boden gewonnen haben. Eine Einbuße ist bei den Deutschnationalen und den übrigen bürgerlichen Parteien. Die parteilosen Gemeinderatsmitglieder finden sich vor allem in den kleinen und den kleinsten Gemeinden. Die agrarischen Standeslisten haben mit steigender Gemeindegröße geringere Bedeutung, weil die Landwirtschaft eben nur auf dem flachen Lande eine übervagende Bedeutung hat. Im Alter der Gemeinderatsmitglieder ist gegenüber 1922 bis 1925 teine erhebliche Verschiebung eingetreten. Das mittlere Lebensalter der Gemeinderatsmitglieder der verschiedenen Parteien schwankt zwischen 37 Jahren( Kommunisten) die also in der Mehrzahl jüngere Gemeinderäte haben und 64 Jahren( Volfsrechtpartei). - Die Berufsangaben der Gemeinderatsmitglieder sind häufig ungenau. Zwei Drittel aller Gemeinderatsmitglieder sind selbHandwerks im Monat April 1930. Die bereits im Vormonat gemachte Feststellung, daß die Belebung der Handwerkswirtschaft hinter der des Vorjahres zurückbleibt, gilt auch für den Monat April. Von der saisonüblichen Belebung durch das Frühjahr ist naturgemäß auch eine Anzahl Handwerksberufe berührt, doch wird übereinstimmend berichtet, daß diese Belebung sich in ungewöhnlich zögernder Form fortsetzt. Am günstigsten beeinflußt durch die Jahreszeit waren die Bekleidungshandwerke; namentlich das Schneiderhandwerk wies trotz eines 14tägigen Streiks befriedigende Beschäftigung auf. Auch im Puzmacherhandwerk, Friseurhandwerk und zum Teil Schuhmacherhandwerk, war unter dem Einfluß des Wetters und des Dsterfestes, sowie der Konfirmationen die Geschäftstätigkeit vorübergehend lebhafter. Das Sattler, Tapezierer, Uhrmacher-, sowie Gold- und Silberschmiedehandwerk zeigten sich dagegen weniger befriedigt von dem Aufschwung ihrer Umsätze infolge der Konfirmationen und der Ostertage. Die allgemeine geringe Kaufkraft der Kundschaft wirkte hier der sonst üblichen Belebung entgegen. Mit Reparaturarbeiten für die Landwirtschaft noch leidlich beschäftigt waren Betriebe der Stellmacher und Schmiede in ländlichen Gegenden. Besonders bemerkenswert und für die Gestaltung der Handwerkswirtschaft nachteilig ist die Tatsache, daß in diesem Jahre bislang die Bautätigkeit außerordentlich gering ist. Vor Beseitigung der Finanzierungsschwierigkeiten ist auch nicht mit einer durchgreifenden Besserung zu rechnen. Entsprechend der geringen Beschäftigung im Bauhauptgewerbe ließ auch die Beschäftigung der Baunebengewerbe zu wünschen übrig. Mit Ausnahme des Malerhandwerks, das vor Dstern durch die üblichen Frühjahrsreparaturarbeiten zahlreiche Aufträge zu verzeichnen hatte, war in allen Baunebengewerben der Geschäftsgang außerordentlich ruhig. Der Rückgang der Erwerbslosigkeit der Arbeitnehmer machte nur geringe Fortschritte. Fast sämtliche Handwerksberufe berichten, daß die Zahl der erwerbslosen Arbeitskräfte für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch war. Neueinstellungen von Arbeitskräften sind in größerem Maße nur im Schneiderhandwerk erfolgt, sowie vereinzelt im Malerhandwerk. Im letzteren wurden jedoch nach den Ostertagen bereits wieder Entlassungen vorgenommen. Die Löhne haben sich nach 14tägigem Streik im Schneiderhandwerk um 3 Pfg. die Stunde erhöht. Im Baugewerbe ist Verlängerung der Löhne bis zum 31. März 1931 beschlossen worden. Die Materialbeschaffung bereitete keine Schwierigkeiten. Wesentliche Preisänderungen werden nicht verzeichnet. Die Schweinepreise sind weiter etwas abgeschwächt. Die Mehlpreise hab dagegen bereits etwas angezogen. Aus dem In| stallateur- und dem Elektroinstallateurhandwerk wird berichtet, Aus der Zeit der Zigeunerverfolgungen. Aufnahme aller herumvagierenden Zigeuner und herrenlosen Im Jahre 1417 tauchten in Deutschland erstmals merkwürdige Gesellen auf, die phantastische Kleidung trugen und als ihre Heimat„ Kleinägypten" bezeichneten. Es waren Zigeuner, Söhne jenes Volkes, über deren ursprüngliche Heimat sich die Gelehrten noch nicht völlig einig sind, obwohl Indien von den meisten Forschern als das Land der Abstammung bezeichnet wird. Die fremden Wanderer, die sich zu größeren und kleineren Scharen vereinigt hatten und häufig unter dem Befehl sogenannter„ Herzöge" standen, wußten sich die Sympathie der naiven Bevölkerung anfänglich zu gewinnen. Sie verbreiteten die Mär, daß sie sich auf einer selbstauferlegten frommen Bußfahrt befänden, späterhin tischten sie die Erzählung auf, daß die Türken, die Erzfeinde der Christenheit, sie aus ihrer Heimat vertrieben hätten. Ihre Erfahrung in der KräuterHeilkunde, ihre geheimnisvolle Wahrsagerei verschafften den Fremdlingen einiges Ansehen. Doch die Zigeuner wußten sich die Gunst des Volkes nicht allzulange zu erhalten. Sie nahmen lichtscheues Gesindel in ihren Reihen auf, verübten Betrügereien und Diebstähle und wurden zu einer Gefahr für vereinzelte Gehöfte und Ortschaften. Schließlich tauchte sogar der Argwohn auf, daß sie Spione der Türken seien. So brach denn in ganz Europa die Verfolgung der unsteten braunen Gesellen los und Galgen und Scheiterhaufen empfingen reichliche Opfer. Durch Reichstagsbeschlüsse von 1497, 1498, 1500 ward ihnen der Aufenthalt in Deutschland verboten. Nur in Ungarn erging es den Zigeunern erträglicher. Dort gelangten sie auch nach und nach zu einiger Seßhaftigkeit. Sie nahmen häufig einen Beruf als Musiker, Kesselschmiede usw.- an, doch blieb ihre Lebensweise auch dann zwanglos. Die Zigeuner legten sich auf ihren Wanderungen oft bürgerliche Namen bei, zur Erlangung von Pässen. Unter sich redeten die Zigeuner sich mit Namen aus ihrer eigenen Sprache an. - Aller Verfolgungen ungeachtet tauchten überall in Europa immer wieder wandernde Zigeunerscharen mit ihrem Anhang auf. Sie wurden mehr und mehr eine wahre Landplage. Bei der Buntscheckigkeit des alten Deutschen Reiches und bei der daraus resultierenden Schwerfälligkeit der Rechtspflege war es verfolgten Banden nicht allzuschwer, sich über die nächste, nahe Grenze in Sicherheit zu bringen. Kaiser Leopold I. bestimmte 1701, daß die Zigeuner in Böhmen und Mähren für vogelfrei erklärt wurden. Kaiser Karl VI. erließ 1726 ein Gesetz, daß jeder erwachsene Zigeuner, ver in Mähren ergriffen wurde, gehängt, jeder Bursche unter 18 Jahren und jede Weibsperson gestäupt, eines Ohres beraubt und aus dem Lande verwiesen werden sollte. Landgraf Ernst Ludwig von Hessen schritt ebenfalls scharf gegen die sein Land mit Diebstahl und Raub heimsuchenden Banden ein. In den Jahren 1708 und 1709 verbot er die Nr. 35. daß unter dem Einfluß der Wirtschaftsdepression die Preise für Kupfer, Zink, Bleche etc. zum Teil zurückgegangen sind. Die Zahlungsweise der Kundschaft ist weiter ständig schlechter. Es müssen niedrigste Ratenzahlungen zugestanden werden und in vielen Fällen werden nicht einmal diese Zahlungstermine innegehalten. Gesindels im Hessenland. Als aber das Verbot nicht fruchtete und ständig wieder Klagen einliefen, da griff man in Hessen zur größten Strenge. 1734 wurden auch hier die Zigeuner für vogelfrei erklärt, jeder Zigeuner über 14 Jahren durfte ungestraft totgeschossen oder eingesperrt werden. Wer einen einer Untat beschuldigten Zigeuner tötete, erhielt sechs Reichstaler Prämie ausgezahlt. Am 16. August 1727 wurden in Darmstadt drei Zigeuner gehängt, zwei geföpft, mehrere an= dere gepeitscht und gebrandmarkt. Unter den Hingerichteten befand sich der berüchtigte Raubgeselle Breitfuß, der wiederholt aus den Gefängnissen ausgebrochen war. Auch in Gießen erging es den Zigeunern nicht anders, so im Jahre 1726, wie es heißt: die ,, famose Zigeuner, Diebs-, Mord- und RäuberBande, welche den 14. und 15. Wintermonat( November) 1726 zu Gießen seyn hingethan worden". Bei den Hingerichteten, von denen einige lebend von oben herab gerädert wurden, finden wir einige Raubgesellen, deren Taten lange den Schrecken des ganzen Landes bildeten, z. B. Anton Alexander, der kleine Galant genannt( der große Galant wurde in Darmstadt ge= rädert), Johann la Fortun usw. Verlängerung des 4. Hessischen Landtages. Darmstadt, 2. 5. Der Gesetzgebungsausschuß des Landtages ist für Donnerstag, den 8. Mai, nachmittags 3,30 Uhr, einbe= rufen. Als wichtigsten Punkt sieht die Tagesordnung die Beratung einer Regierungsvorlage vor, die den Entwurf eines Gesetzes über Verlängerung der Wahldauer des 4. Landtags enthält. Kommunisten- Verhaftungen in Newyork. Newport, 1. Mai. Jn Newyork sind bei zwei Kundgebun gen bisher 45 Kommunisten verhaftet worden. Die öffentlichen Gebäude, sowie die Wohnungen einiger Finanzmagnaten, wie Morgan und Rockefeller, sind unter polizeilichen Schuh gestellt worden. Die für den Nachmittag angesetzten Rundgebungen auf dem Union- Sqare sind in voller Ruhe verlaufen. Zunächst versammelten sich 20 000 Mitglieder von Kriegsteilnehmer- und anderen patriotischen Organisationen zu einer antikommunistischen Kundgebung, bei der der Newyorker Abgeordnete Fish unter dem Beifall seiner Zuhörerschaft die Ausweisung der Eine Kommunisten aus den Vereinigten Staaten forderte. Stunde, nachdem die Teilnehmer dieser Demonstration den Platz geräumt hatten, rückten die Kommunisten an. Polizeibeamte sorgten für die Aufrechterhaltung der Ordnung. ,, Auf dem richtplay", erzählt„ Der Lauffende Reichs- Bott" von 1728 ,,, baten die meinsten mit klägl. geberden um gnade, absonderlich wiederhohlten Reinhold und Gottfried la Fortun ihr bitten, daß man sie doch aufhängen lassen möchte. Insonderheit hat der Hemperla unter allen sich am herzhafftesten erwiesen und nach verrichtetem gebät, von dem stuhl, worauf die Zigeuner hingerichtet worden, überlaut geruffen: wenn gut Catholische unter den Zuschauern wären, möchten sie etliche Seel- messen vor ihm lesen lassen, und daß sie solches thun wollten, mit dem Huth ein zeichen geben, nachdem nun solches von etlichen geschehen, er auch wohl in acht genommen, hat er zu denen Scharff- Richtern gesagt: Nun: ihr Brüder, tragt mich hin, worauf er von ihnen auf die breche gelegt, und solchem nach so wol an ihm, als seinen übrigen mord- und raub- gesellen das urtheil vollzogen wurde... sodann des gehendten Friedrichs und der enthaupten Ließ bende cörper in die Anatomie zu Gießen gebracht." Den Zigeunerinnen wurden die Kinder bei der Verurteilung weggenommen, wobei sie in großes Jammern ausbrachen. 15 000 Zur Aufhebung des Stahlhelmverbots in Rheinland Westfalen. Die vom Reichskanzler Brüning angeregte Besprechung zwischen den zuständigen Ressorts des Reiches und dem preußischen Innenministerium über eine Aufhebung des Stahlhelmverbots für Rheinland- Westfalen ist zum 9. Mai einberufen worden. Dr. Edener verhandelte bekanntlich in London mit den Regierungsstellen um die Schaffung eines Luftfahrtverkehrs zwischen dem Kontinent, Indien, England und Kanada. An dieses englisch- deutsche Luftfahrtabkommen, das noch nicht endgültig ist, soll sich ein anderes Abkommen mit Spanien und Frankreich anschließen. Der Zentralpunkt des künftigen internationalen Luftfahrtverkehrs soll Friedrichshafen sein. Interessant ist ein Abenteuer mit Zigeunern, das dem Landgrafen Ludwig VIII. von Hessen zugeschrieben wird. Landgraf Ludwig suchte gleichfalls die Sicherheit im Lande aufrecht zu erhalten. Die herumstromernden, arbeitsscheuen Diebs- und Zigeunerbanden waren ihm verhaßt. Als nun gar eine solche kecke Gesellschaft dicht bei seinem Jagdschlosse Kranichstein das Lager aufschlug und deren Hauptmann einen Taschendiebstahl verübte, da ließ er das würdige Oberhaupt der Bande aufhängen. Nun schwur ihm die große Sippschaft Rache und beschloß, den Fürsten, sobald er abends mit seiner Kutsche von Kranichstein nach Darmstadt führe, zu erschießen. Ein junger Amerikas Zollschuhmauer. Die neue amerikanische Zolltarifsnovelle ist dem Unterhaus zugegangen und wird, aller Voraussicht nach dort lebhafte Debatten hervorrufen, denn sie stellt eine Reford- Bollschuhmawer dar. Noch nie in der Geschichte Amerikas wurden derart hohe Zölle zum Gegenstand der Erörterungen gemacht. Entfettungsfuren im Frühling. sind besonders empfehlenswert. Nehmen Sie dreimal täglich 2-3 Toluba- Kerne, die fettzehrende Stoffe enthalten. Die echten Toluba Kerne erhalten Sie in Apotheken. AnZigeuner empfand Abscheu vor dem ruchlosen Plane. Er eilte heimlich nach Kranichstein, den Landgrafen zu warnen. fangs glaubte man dem braunen Gesellen nicht, doch seine eindringliche Rede fand endlich Gehör. Alsbald beschloß der Landgraf, im Stillen Vorsorge zu treffen. Insgeheim wurden von Darmstadt aus Soldaten zur Umzingelung des Waldes, in dem die Bande lagerte, aufgeboten. Des abends fuhr eine leere Kutsche von Kranichstein ab. In einiger Entfernung aber folgte eine zweite, in der bewaffnet der Landgraf mit drei Begleitern saß. In weiterem Abstand folgte möglichst geräuschlos eine Anzahl berittener Soldaten. Plötzlich brachen aus dem dunkeln Wald vier Zigeuner hervor und feuerten auf die leere Kutsche, deren Wände mit Kugeln durchbohrend. Aber jetzt eilten Landgraf Ludwig und seine Begleiter heran, sie drangen in den Wald, und bald ward von allen Seiten die Verfolgung der Zigeunerschar aufgenom men. Die ergriffenen Bösewichter traf die Todesstrafe. Ein kleines, hübsches Zigeunerkind jedoch, das arglos im Walde und soll demselben den Namen„ Nievergelter" gegeben haben, da er an dem unschuldigen Wesen keine Wiedervergeltung ausüben wollte. Seinem Retter, dem jungen Zigeuner, kaufte der Landgraf bei Gernsheim Hof und Haus und der Beschenkte soll ein tüchtiger Mensch geworden sein. So also erzählt der Volksschriftsteller W. O. von Horn in seiner ,, Spinnstube" eine romantische Geschichte aus dieser rauhen Zeit der Zigeunerverfolgung und der Kämpfe mit Räuberbanden. Totenfest. Hinterm Dorf an der Landstraß'. Hinterm Dorf an der Landstraß' im Mondenschein, Da steht ein Wirtshaus mutterseelen allein. Alle fahrenden Leute, die fuhren reich durch die Welt, Kommen arm in das Wirtshaus, ohne Ränzel und ohne Geld. Sie fommen wohl beim Hahnenschrei u. auch beim Wachtelschlag, Früh einer, spät der andere, den ganzen langen Tag. Die einen jung wie Rosen, verweht vom Wind, Die andern wie Tannen im Walde, die gefallen sind. Ihr Tannen hoch und grün, ihr Rosen rot und reich, Hinterm Dorf im Wirtshaus sind alle arm und gleich! Jeder bekommt ein Kämmerlein und jeder ein hartes Bett, Die Kammer iſt vier Schuh breit, das Lager ist ein Brett. Da liegen sie und schlafen viel lange Jahre hin; Die Gräser zu ihren Häupten werden welk und werden grün. Zuletzt mit Engelscharen, wenn der jüngste Tag anbricht, Kommt Jesus Christ gefahren, zum Weltgericht. Kamerad, der Weg läuft( chnelle, Kamerad, wie wird's dann sein? Hab Acht, hab Acht, Geselle, auf das Wirtshaus im Mondenschein. F. V. „ Der M Schön ist dod tag im Maie bous!" 91 Waienpracht? Maienlied co Tore der We Pracht und d mir den Her Sonntag der Lenz häl durch's Land Blüten und reich und ve fingt uns in schweigen, dieses Schöp Strauch, der alle singen ewigen Lebe Der M Macht * Trinkt in der der braucht, dafür heißen Somm der trinke M * Mehr O Siggelegenhei können auf jo die sich darin lagen unterst müßte es fid pierabfälle, oder sonstig macht einen umliegen. rung öffentl zu begrüßen Nameneinschn Möchte doch tretungen unt * Vom 1. ist recht so. * Jubilä beschäftigte T 25 Jahre im Bon d bahnfekretär Aug. Loos. Stodheim. Reserveloton * Straß Giraje„ Sint Hardt- Allee a lizeilich gejpe Allgem Der Reichsb liche Haupt Gründungsfe den Beratung ter Reichsver Mittel von schen Berufs fachtlafen an Dentistit( J * Bom den Rundfun Man frage je * Oberhei bi: 25. Mai graphische Bil Berlin, statt. * Seminar M ①N NU DND NU D Nr. 35. Die Preife en find. et ständi ugeftander Diefe Bab 25. Landtages Ihr, einbe g die Be Durf eines Landtags rt. Rundgebun öffentlichen naten, wie but gestellt ndgebungen Zunächst ehmer: und ommuniti dnete Fish eijung der erte. Eine ration de an. 15 000 r Ordnung. Rheinland Besprechung dem preußiStahlhelmeinberufen erungsstellen dem Konti lisch- deutsche soll sich ein anschließen. Luftfahrtver em Unterhaus lebhafte De Sollschutzmauer n derart hohe ing Dreimal täg thalten. Die theten. ne. Er eilte warnen. An Doch seine ein loß der Land n wurden von Baldes, in dem hr eine leere fernung aber mit drei Be ft geräuschlos pier Zigeuner n Wände mit f Ludwig und und bald wan har aufgenom desitrafe. G Los im Wal ieß es erziehen gegeben haben, ergeltung aus ner, taufte der Befchentte foll Don Horn i us diefer fe mit Räuber ichein, Welt, und ohne Gel m Wachtelfchlo gen Tag. nd, llen find. dreich, nd gleich! hartes Bett ift ein Brett hin; werden grün. ag anbright, ht ird's dann fein? us im Monden hein. D Samstag, den 3. Mai 1930. Lokales. Sonntagsgedanken. ,, Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus." Wie schön ist doch wieder die Welt! Wie schön doch ein Sonntag im Maien! Da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zuhaus!" Wer könnte sein Fenster schließen vor all' dieser Maienpracht? Wer hört nicht das Klingen und Singen, das Maienlied von Liebe und Leben? Hoch tut euch auf, ihre Tore der Welt! Wacht auf ihr Menschen und schauet diese Pracht und diese Wunder und diese Herrlichkeit und lobet mit mir den Herrn, den König der Ehre. Sonntag ist's im Maien! Macht Türen und Fenster auf, der Lenz hält seinen Einzug, auf sonnenhellen Wegen zieht er durch's Land und bringt eine Fülle von Wundergaben mit. Blüten und Blumen streut der holde Knabe über die Erde, so reich und verschwenderisch. Und der Frühlingschor der Vögel singt uns in Wald und Feld den Maiensegen. Wer könnte da schweigen, wer hat da fein Loblied auf den Lippen zu Ehren dieses Schöpfers? Die Blumen im Haag, der Flieder am Strauch, der grünende Wald, die Lerche über dem Feld, alle singen heute das Lied der Auferstehung, das Lied vom ewigen Leben. - Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus." Macht Türen und Fenster auf! Der Sonntagsschreiber. * Trinkt mehr Milch! Die warme Jahreszeit naht heran, in der der menschliche Körper weniger Wärme zu erzeugen braucht, dafür aber das Durstgefühl stärker ist, besonders in den heißen Sommertagen. Wer sich billig und gut ernähren will, der trinke Milch. * Mehr Ordnungsliebe! Unsere schönen Anlagen mit ihren Sitzgelegenheiten sind eine Stätte der Ruhe und Erholung. Wir können auf solche Anlagen stolz sein. Möchten aber auch alle, die sich darin ergehen, die Verordnung sich einprägen:„ Die Anlagen unterstehen dem Schutze des Pubilkums!" Jeder Besucher müßte es sich und seinen Mitmenschen schuldig sein, nicht Papierabfälle, Zigarettenschachteln, Apfelsinen- und Obstschalen oder sonstigen Unrat herumzuwerfen. Es wirkt unschön und macht einen schlechten Eindruck, wenn solche Ueberbleibsel herumliegen. Jedenfalls grenzt die so herbeigeführte Verunzierung öffentlicher Anlagen an groben Unfug, so daß es sehr zu begrüßen wäre, wenn das Wegwerfen von Abfällen oder Nameneinschneiden in die Bänke streng bestraft werden würde. Möchte doch jedermann dazu beitragen, daß derartige UeberSch. tretungen unterbleiben. * Vom 1. Mai hat man in Gießen nichts gemerkt und das ist recht so. * Jubiläum. Der bei der Firma Möbelfabrik Stückrath beschäftigte Tapezierer und Deforateur Motz ist am Mittwoch 25 Jahre im Dienst dieser Firma gewesen. * Von der Reichsbahn. 40 Jahre im Dienst ist der Reichsbahnsekretär Wilhelm Luh, 25 Jahre der Reichsbahnassistent Aug. Loos. Ernannt wurde zum Obersekretär Herr Kelp in Stockheim. zum Lokomotivführer Herr Rullmann- Gießen, zum Reservelokomotivführer Herr Kreuter- Gießen. * Straßensperrung. Wegen Rohrlegungsarbeiten ist die Straße Hinter den Schießgärten" am 5. und 6. Mai und die Hardt- Allee am 9. und 10. Mai für jeglichen Fahrverkehr polizeilich gesperrt. * Allgemeine Berufsbildungsfragen auf einer Fachtagung. Der Reichsbund Deutscher Dentisten hält Ende Mai eine ordentliche Hauptversammlung in Berlin ab, zugleich seine 50jährige Gründungsfeier. Den breitesten Raum der Tagesordnung werden Beratungen über Auswirkungen einer geplanten Reform der Reichsversicherungsordnung, sowie die Bereitstellung neuer Mittel von Seite der Berufsorganisationen für alle dentistischen Berufsbildungsmöglichkeiten, besonders für die Sonderfachklassen an Berufsschulen und die höheren Lehranstalten für Dentistik( Institute) einnehmen. * Vom Rundfunk. Die Reichspost hat den Kreis der von den Rundfunkgebührenden zu Befreienden bedeutend erweitert. Man frage seinen Briefträger. * Oberhessischer Kunstverein. Vom Sonntag, den 4. Mai bis 25. Mai findet im Turmhaus auf dem Brandplatz eine graphische Bildausstellung der Gesellschaft für Volksbildung, Berlin, statt. Seminar für Turnſehrerinnen des Aliceschulvereins. Am MERC ON URBUR NÜRBURG ,, Gteßener Zeitung" Mittwoch wurde obiges Seminar, das mit dem Institut für Leibesübungen der Landesuniversität verbunden ist, feierlichst eröffnet. Die Leitung untersteht dem Universitätssportlehrer Dr. Möckelmann, als akadem. Turnlehrerin wirkt Fräulein Lüder aus Berlin. Zu dem ersten Kurs haben sich schon mehr als 20 Teilnehmerinnen gemeldet. * Der Verschönerungsverein Gießen ladet seine Mitglieder zu einer ordentlichen Generalversammlung auf Mittwoch abend in den ,, Hessischen Hof". Als wichtigster Punkt steht zur Ver= sammlung:„ Vereinigung des Vereins mit dem Verkehrsverein Gießen". * Aus dem Evangelischen Kirchengesangverein. Jm Rahmen der zahlreichen Veranstaltungen, die gelegentlich der Sechshundertjahrseier der Stadt Darmstadt stattfinden, wird das 46. hessische evangelische Kirchengesangfest in Darmstadt am 31. Mai und 1. Juni begangen werden. * Die Leibdragoner halten heute abend eine wichtige Versammlung bei Bönsel, ab. * Der Gardeverein Gießen lädt seine Mitglieder und Freunde zu seinem heute abend stattfindenden 30. Stiftungsfest in das Kath. Vereinshaus ein. Aus Nah und Fern. Klein- Linden. Lehrer Gernandt von hier ist nach Burkhardsfelden versetzt. Sein Amtsnachfolger wurde Lehrer Röhrig aus Nidda. Lollar( Kr. Gießen). Die Gemeinde Lollar hat die Fortführung der bereits bestehenden Kanalisation zur Ableitung von Regen- und Schmutzwasser beschlossen. Als Vorfluter soll die Lumda, bezw. der Mühlgraben dienen. Großen- Bused( Kreis Gießen). Der FeldbereinigungsKostenausschlag der Gemeinde liegt in der Zeit vom 2. bis 8. Mai ds. Js. auf der hiesigen Bürgermeisterei zur Einsicht offen. Lauter( Kreis Gießen). Der Wunschtermin zur Feldbereinigung der Gemeinde, welche die Beteiligten für die Bildung der neuen Grundstücke geltend machen wollen, findet am Donnerstag, den 8. Mai 1930, vormittags, auf der Bürgermeisterei statt. Wölfersheim. In der Nacht zum Donnerstag wurde in das Postamt eingebrochen und sämtliche Telephonleitungen durchschnitten. Da die Einbrecher gestört wurden, flohen sie, ohne irgend etwas mitnehmen zu können. Ober- Lais. Pfarrer Weidner ist nach Osthofen berufen worden und verläßt unsere Gemeinde am 18. Mai. Darmstadt, 2. 5. Die hiesigen Wirtschaftsführer sprachen sich in einer Versammlung gegen die beabsichtigte Steuererhöhung aus. Das Hess. Seminar für Sprecherziehung in Darmstadt. Die an der Städtischen Akademie für Tontunst in Darmstadt im Auftrage des hessischen Ministeriums für Kultus und Bildungswesen und der Stadt Darmstadt eingerichtete Abteilung für Sprecherziehung wurde mit Beginn des Sommersemesters in das„ Hessische Seminar für Sprecherziehung" umgewandelt. Die Leitung wurde dem Universitätslektor Roedèmener neben seiner Frankfurter Amtstätigkeit übertragen; das Seminar bleibt nach wie vor der Städischen Akademie angeschlossen. Die Fa. Opel schenkt der ev. Landeskirche ein Auto. Der Senior der Firma Opel, Geh. Kommerzienrat Dr. Wilhelm v. Opel, hat bei seiner Uebersiedelung nach Wiesbaden und dem damit verbundenen Abschied von der hess. evangelischen Landeskirche dieser einen Opelwagen neuesten Modells zum Geschenk gemacht. Krofdorf. Seit 25 Jahren betreut Gemeindeförster Möller die Waldungen der Gemeinde Krofdorf- Gleiberg und Launsbach; aus Anlaß dieses Jubiläums wurden Herrn Möller viele Ehrungen zuteil. Vom Auto getötet. Haiger. Ein schwerer Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich auf der Landstraße nach Wissen( Kreis Siegen). Der 70jährige Schreiner Wilhelm Kölbach passierte die Straße und bemerkte nicht das Herannahen eines Kraftwagens. Nr. 35. Er wurde von diesem erfaßt und scher verletzt. Der Tod trat bald danach ein. Montabaur. Ein Arbeiter wurde von einem drei Zentner schweren Tonblock getroffen und schwer verletzt. Frankfurt a. M., 2. 5. Eine Frau wurde am Bethmannpark von einem Traktor gegen die Wand gedrückt und getötet. Hanau, 2. 5. Mehr Schutz des Handwerks gegen die Schwarzarbeit und den Schwarzhandel verlangten die vereinigten Innungen in einer Entschließung. Wiesbaden, 2. 5. Als kommunistischer Fassadenschmierer wurde der Joseph Bausch festgenommen. Er hat das Kriegerdenkmal in Biebrich mit roter Farbe besudelt. Großer Heide- und Moorbrand. Bederkesa( Prov. Hannover). Jm Hohen Moor am Dahlemer See entstand durch die Unvorsichtigkeit zweier Arbeiter, die in der Heide Zigaretten geraucht hatten, ein Feuer, das sich infolge des starken Ostwindes rasch ausbreitete und in kurzer Zeit 1000 Morgen Heide und Moor vernichtete. Viel Wild und viele Nogelnester wurden vernichtet. Die beiden Arbeiter wurden verhaftet. Großer Mühlenbrand. Schadendorf( Kr. Hildburghausen), 1. Mai. In den Nebengebäuden der Schadendorfer Mühle war in der Nacht Feuer ausgebrochen, das infolge des herrschenden Windes großen Umfang annahm. Dem verheerenden Element fielen alle Baulichkeiten und sämtliche Futter- und Mehlvorräte zum Opfer. Die Walpurgisfeier auf dem Broden. Brocken, 1. Mai. Die gesellige Feier der Walpurgisnacht hatte auch in diesem Jahre wieder sehr viele Gäste des höllischen Spukes zum Brodengipfel gelodt, so daß die gesamten Räume des Hotels alle Besucher kaum zu fassen vermochten. Nach der Begrüßungsansprache und der ernsteren Festrede leitete eine Walpurgisgroteske über zu dem fröhlichen Teil der Feier. Teufelskappen und Besen wurden an die Gemeindemitglieder verteilt und gaben der Stimmung Auftrieb. Die Satanspredigt hielt bei loderndem Holzstoß Chefredakteur Rassy. Ein prachtvolles Feuerwerk, das weithin bis ins nördliche Harzvorland zu sehen war, vervollständigte den Mitternachtszauber. Bäderkunde und Versicherungswesen. Von Jahr zu Jahr steigt die Zahl der Kurbedürftigen, die von den Versicherungs- und Versorgungsträgern in die deutschen Bäder verschickt werden. Die damit zusammenhängenden wissenschaftlichen und sozialen Probleme wurden auf einer Tagung erörtert, die gemeinsam von der Zentralstelle für Balneologie, der Arbeitsgemeinschaft für wissenschaftliche Heilquellenforschung und den Trägern der Reichsversicherung und Reichsversorgung in Bad Kissingen vom 26. bis 28. April abgehalten wurde. Wesen und Grenzen der Selbstverwaltung. Am 15. Mai ds. Js. findet in München eine große Kundgebung der deutschen Landkreise statt. Sie beschäftigt sich mit dem äußerst aktuellen Thema der Grenzen der Selbstverwaltung, eine Frage, die gerade im Hinblick auf die Ereignisse des letzten Jahres von außerordentlicher Bedeutung ist. Calais. Ein Kaffeehausbesitzer wollte eine alte Geige verkaufen, als es sich herausstellte, daß es sich um eine Stradivarius handelt, die 700 000 Franken Wert hat. Diskontsentungen London, Paris, Newyork. Der 1. Mai 1930 brachte am internationalen Papitalmarkt ein sehr seltenes Ereignis: Drei große Notenbanken, London, Paris und Newyork haben an ein und demselben Tage ihren Wechseldiskont um ½ Prozent herabgesetzt. Englisches Eingeständnis. London. Der sechste Band der englischen Dokumente über die Ursachen des Weltkrieges, in dem der Zeitraum von 1907 bis 1912 behandelt wird, ist am Mittwoch veröffentlicht worden. Der Band erbringt den Beweis dafür, daß sich England schon vor 1914 bereit erklärt hatte, zusammen mit Frankreich gegen Deutschland zu kämpfen. 969 ungetreue Sowjetbeamte. Kownow. In dem russischen staatlichen SpiritusbrennereiTrust sind große Unterschlagungen aufgedeckt worden. 969 Beamte wurden sofort aus dem Dienst entlassen. RCEDES- BENZ NUR BURG ACHT ZYLINDER IN EINER REIHE 18/80 PS 4,6 LITER B 8 siebensitzige Pullman- Limousine RM 15000.- ab Werk ①NURBUR NURBURG 8 vier- fünfsitziges Cabriolet RM 17 800.- ab Werk / N∞ 8 Das Urteil eines verwöhnten Publikums, strenger Experten und gewissenhafter Pressevertreter: ..Der schönste Wagen der internationalen Automobil- Ausstellung Genf 1930" Die Statistik erhärtet die Anerkennungen: von allen deutschen Personenwagen, die im Jahre 1929 in die Schweiz eingeführt wurden entfielen 40% auf Mercedes- Benz DAIMLER- BENZ A.-G. Verkaufsstelle: GIESSEN, Bahnhofstrasse 90-92- Fernruf Nr. 4121 I Samstag, den 3. Mai 1930. ,, Gießener Zeitung Nr. 35. Wir reinigen Ihre Federn- Kostenlos holen wir Ihre Deckbetten und Kopfkissen morgens ab und bringen dieselben abends wieder zurück. Sie brauchen Ihre Betten über Nacht nicht zu entbehren 1 Deckbett 2.00 Preise für Reinigen: Plukea Mk. 1.50 Betten- Bär Gießen Telephon 4071 1 1 Kissen Mk. 0.50 Marktstr. Nr.29 G 42 blinde Passagiere an Bord eines deutschen Dampfers. Der deutsche Dampfer ,, Amacis" meldete bei seiner Einfahrt in Messina, daß sich 7 blinde Passagiere an Bord befänden, die versuchen wollten, ausländische Häfen zu erreichen. Bei einer Untersuchung des Schiffes wurden weitere 35 Personen, die sich an Bord versteckt hielten, gefunden. Alle 42 Personen wurden verhaftet. Vor Gandhis Verhaftung? London. Die amtlichen britischen Stellen haben neuerdings Erwägungen angestellt, angesichts der drohenden Lage in Indien, doch noch zu einer Verhaftung Gandhis zu schreiten. Das rentierte sich. Der Direktor und zwei Angestellte einer großen Versicherungsgesellschaft in Sydney( Australien) wurden unter dem Verdach verhaftet, ihre Firma um fünf Millionen Mark betrogen zu haben. ein EinSteigen, und 1785 überflog der Franzose Blanhard bei günstigem Winde mit seinem Ballon den Kanal zwischen England und Frankreich. Ein Sturm der Begeisterung ging durch ganz Europa. Auch Deutschland sah verschiedene Auffahrten Blanhards, und in dem Werk ,, Vierzig Jahre aus dem Leben eines Toten" ist sehr anschaulich ein Aufstieg dieses Franzosen geschildert, als er im Herbst 1785 in den Mauern Frankfurts weilte. Am 27. September genannten Jahres wimmelte es in und um Frankfurt von Menschen. Aus allen Staaten Deutschlands waren die Leute herangeströmt, das merkwürdige Schauspiel einer Ballonfahrt zu genießen. Die Gasthöfe und Privatwohnungen der Stadt waren nicht imstande, all den unzähligen Fremden Unterkunft und Verpflegung zu bieten. Die erbärmliche sogenannte Wissenschaft. Auf dem letzten Münzforschertag hat der Münchener Universitätsprofessor Geheimrat Lotz über Münzgewinne der Gegenwart gesprochen und dabei den außerordentlich niedrigen Metallwert der meisten heutigen Scheidemünzen markstück ist nur 18,9 Pfg., ein Fünfzigpfennigstück aus Aluminiumbronze nur 0,86 Pfg., ein solches aus Nidel 1,22 Pfg. wert -als gute Schutzmaßnahme gegen Ausfuhr und Fälschungen bezeichnet. Nicht zu glauben! Je gelehrter, desto verkehrter kann Je man auch hier wieder sagen. Gerade umgekehrt ist es. geringer der Metallwert und je höher der Nennwert einer Münze ist, desto größer ist der Anreiz zu Fälschungen. Denn der Prägegewinn ist bei einem solchen Unterschied am höchsten. Dies gilt für den Münzfälscher geradesogut und nicht weniger als für den Staat, der solches Münzzeug prägen läßt. Wie sehr der Herr Geheimrat sich auf einem Jrrweg befindet, zeigen die Erfahrungen der Stadt Nürnberg. 80 Prozent der bron zenen 50 Pfg.- Stücke, die sie im Straßenbahnverkehr eingenommen hat, können als gefälscht angenommen werden. Der Schaden der Stadt Nürnberg beträgt 10 000 Mark. Es sind also 20 000 Münzen Falschstücke! Aber so macht es die sog. Wissenschaft in ihrer Kläglichkeit. Anstatt für gutes solides Geld einzutreten, scheut sie sich nicht, übelste Staatspraktiken im Geldwesen gutzuheißen und zu rechtfertigen. Hoffentlich be= sinnt sich jetzt Herr Geheimrat Lotz eines anderen und besseren! Das erste Luftschiff zu Frankfurt a. M. Im Jahre 1783 ließen die Gebrüder Montgolfier in Frankreich ihren ersten Luftballon aufDEUTSCHE BANK UND DISCONTO- GESELLSCHAFT Aktienkapital und Reserve 445 Millionen Reichsmark Bilanz am 31. Dezember 1929 Kass, fremde Geldsorten und fällige Zins- und RM Aktiva Dividendenscheine. 81,559,587.97 Guthaben bei Noten- und Abrechnungsbanken .111,457,474.27 193,017,062 24 Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen.... 1,249,899,924 31 Nostroguthaben bei Banken und Bankfirmen Keports und Lombards gegen börsengängige Wert431,927,341 80 papiere 152,413,968 27 Vorschüsse auf vertrachtete oder eingelagerte Waren Eigene Wertpapiere 699,975,744 35 Beteiligungen an Gemeinschafts- Geschäften.. Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken und Bankfirmen. Schuldner in laufender Rechnung. Langfristige Dollar- Vorschüsse Bankgebäude Sonstiger Grundbesitz... Mobilien Aktienkapital. Passiva 78,665,268 89 73,558,788 19 35,014,387 31 2,403,001,557 19 104,450,000 99,375,663 34 12,530,361 94 RM 5,533,830,068 83 RM 285,000,000 Allgemeine Reserve................. 142,500,000. Besondere Reserve.. Gläubiger in laufender Rechnung. Akzepte... 60% Dollar- Darlehn, fällig 1.9.1932 Unerhobene Dividende.. 17,500,000.Dr. Georg von Siemens- Wohlfahrtsfond 3,782,820.David Hansemann- Wohlfahrtsfond..... 8,000,000.Sonstige Wohlfahrtsstiftungen... 298,812.03 Übergangsposten der eigenen Stellen untereinander Zur Verteilung verbleibender Überschuß. 160,000,0004,728,636,949 26 213,158,340 34 105,000,000273,598 02 7,081,632 08 497,418 87 34,182,135 31 RM 5,533,830,068 88 Gewinn- und Verlustrechnung am 31. Dez. 1929 Soll RM Handlungs- Unkosten... 155,986,440 12 Steuern und Abgaben... 24,892,591 87 Wohlfahrtseinrichtungen, Pensionen und Abfindungen sowie Versicherungsbeiträge für die Beamten Abschreibung auf Mobilien 15,167,248 71 Zur Vorteilung verbleibender Überschuß. Haben Vortrag aus 1928... Gebühren Zinsen und Wechsel Sorten und Zinsscheine. Dauernde Beteiligungen. RM Die Zuschauerplätze auf der Bornheimer Heide wurden teuer bezahlt. Der erste Plaz kostete eine Goldkrone, der zweite einen Dukaten, der dritte einen halben. Aber am 27. September sollten die zahlenden Zuschauer und die nicht zahlenden Zaungäste keineswegs auf ihre Kosten kommen. Der Ballon stand zur Abfahrt bereit, der Erbprinz von Hessen war trok entschie= denen Abratens seiner Verwandten in die Gondel zur Mitfahrt eingestiegen da riß der Ballon, und pfeiffend entwich das Gas aus einem Loche. Aber die geehrte Zuschauerschaft, besonders die mit Freibesuch, begann jetzt auch zu pfeifen, und zwar in wütendem Tone. Man glaubte sich gefoppt, man hielt die anzeigte Luftreise für ein Schwindelmanöver. Hunderte stürzten auf den schreckensstarren Blanchard und seinen zusammengeschrumpften Ballon los. Nur mit äußerster Mühe gelang es einigen besonnenen und einflußreichen Herren, den armen Luftschiffer vor Prügel zu retten. Der Fürst von Nassau- Weilburg bot ihm seinen Wagen an, militärischer Schutz umringte die Kutsche, und so gelangte der Aviatiker doch noch mit heiler Haut in den Gasthof zum„ Goldenen Löwen" zurück. lassen und Bergen des Ballons, der in genannter Stadt in die Reitbahn verbracht wurde. Vierspännig, in fürstlichem Wagen, fuhr folgenden Tages Blanchard nach Frankfurt zurück, und wie einen Fürsten emp= fing ihn die Stadt. Ihm zu Ehren wurde im Theater ein Festgedicht in französischer Sprache vorgetragen, Schauspieler krönten auf der Bühne seine Büste mit Lorbeer. Das Volk geriet in immer höhere Begeisterung. Es spannte ihm, als er am zweiten Tage zum Anhören eines zu seiner Ehrung verfaßten Stüdes wiederum ins Theater fuhr, unter Vivatrufen die Pferde seines Wagens aus. Am dritten Tage empfingen ihn der Rat, die Bürgermeister und der Stadtschultheiß feierlich im Römer. Man ließ ihm fünfzig doppelte Krönungsdukaten als Ehrengeschenk überreichen. Die Kosten der Ballonfahrt übernahm die Stadt. Die Menge beruhigte sich bald und der 3. Oktober 1785 sah alsdann Blanchards Triumph. Zehntausende jubelten ihm zu, als er morgens 10 Uhr als alleiniger Insasse der Gondel mit seinem Ballon emporschwebte. Unendlich frohe Rufe schallten zu ihm hinauf, als er das Publikum unten durch Schwenken einer weißen Fahne begrüßte. Aber als er in der Gegend von Weilburg landen wollte, machten es dortige Landbewohner gerade so wie noch vor wenigen Jahren Chinesen beim Anblick des ersten Flugzeuges sie rissen aus und liefen, was die Beine hergaben. Ein Schäfer und ein junger Bursche schnitten sogar die Ankertaue des Ballons durch, damit das Ungetüm nicht landen sollte. Erst das Hinzukommen einiger beherzter Leute ermöglichte Blanchard endlich bei Weilburg das VerBruchleiden Hermes Gute Seilerfolge wurden in Fällen, wo andere Heilmittel ohne Erfolg versucht waren, durch unsere Methode ohne Operation, ohne Einsprit zung, ohne Berufsstörung erzielt und sind bestätigt. Referenzen pp. gegen doppeltes Rückporto. Sprechstunde unseres Chefarztes: Marburg: Mittwoch, 7. Mai, vorm. 8-12 Uhr, Hotel Freidhof( bei der Universität). Gießen: Mittwoch, 7. Mai, nachm. 3-7 Uhr, Bahnhofshotel Lenz. Bis 800 Mark Monats- Verdienst Wenige Jahre später begann das Interesse des Publikums an Ballonfahrten zu erlahmen. Es fehlte eben den Fahrzeugen die Lenkbarkeit, und dadurch vermochten sie die hohen Erwar tungen, die sich an ihre ersten Fahrten geknüpft hatten, nicht zu verwirklichen. Noch für lange Jahrzehnte hinaus sollte den Menschen die Beherrschung der Luft versagt bleiben. Neue Bücher. Umwälzende Erfindungen auf dem Gebiet der Technik haben im letzten Jahrzehnt berechtigtes Aufsehen erregt! In diesem Zusammenhang verdient eine Sache Erwähnung, die vielen unserer Leser nicht mehr unbekannt ist. Zwar keine„ Erfindung", aber immerhin eine umwälzende Jdee ist es, eine Art faufmännisches Hochschulstudium denjenigen zugängig zu machen, die eine Handeshochschule oder eine Universität nicht besuchen können. Für sie ist das Selbststudium,„ Die Handelshochschule", der Schlüssel in eine erfolgreiche Zukunft geworden! Die Lieferungen 70 bis 73, die uns neu vorliegen, halten sich unbedingt auf derselben höhe wie alle vorhergegangenen. Der Industrieverlag Spaeth& Linde, Berlin W. 10, Genthinerstr. 42, gibt den Prospekt„ Cr 3" und eine interessante Probelektion umsonst ab. Lediglich die Portokosten von 30 Pfg. sind einzuschicken. Es werd. eine Anzahl tücht. Personen ges., gleich welchen Berufes od. Geschlechtes. Sehr günst. Gelegenh.f. solch. d. sich selbständ machen woll. 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