Nr. 50. Gießener Zeitung milienhause ruhende er das Haus at ed gedient hat. Die jein Haus halten, undbejiz, wie er es Verkauft er aber en fommenden agt re, tann er fich für Grund und Boden Jm neunten Jahre Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. in seinem Hause Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rüdauf seinem weit fendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. bauen. Um aber er das alte Haus g bekommt er fei usbejizer jeien von Das ist bekannt Ir jeinen Platz ge Und was sagt die 43. Jahrg. Politische Rundschau. Die Rheinlandbefreiungsfahrt des Reichspräsidenten be ginnt am 19. Juli in Mannheim- Ludwigshafen. Nach Be ( Gießener Tageblatt) der hat in einem endigung der Feierlichkeiten in Mainz und Wiesbaden wird größeren Garten die Rheinfahrt am 22. Juli mit dem Dampfer„ Mainz" bis und darauf ruhten Roblenz fortgesetzt. heute sind es nur Der Volkswirtschaftliche Ausschuß nahm das Brotgesez an, gegenwärtig 840 das die Einführung eines Gewichtszwanges vorsicht. Das iß, er wohnt nicht Gesetz soll am 15. August 1930 in Kraft treten und bis zum noch billiger woh: 30. September 1932 Gültigkeit haben. Das Reichswirtschaftsministerium hat ein ZwangskohlenRäufer und zu dem syndikat verordnet. Es hat durch Verordnung den neuen Syndikatsvertrag des rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats für 45 000 Mart. Ich verbindlich erklärt. angeblich durch die Unter dem Ehrenvorsiz Briands wurde in Paris der Konorden bin, ab, du greß der europäischen Zoll- Union im Quai d'Orsay eröffnet. fwertungshypothet Unter den 14 Ländern, die auf ihm vertreten sind, befinden sich auch Deutschland, Desterreich, Ungarn, England, Italien fer aber ging hin usw. n Kaufsumme eine Die finnischen Heimwehren segen ihre energische Verfol: umsonst, während gung der kommunistischen Elemente fort. Es sind fünf Komringen mußte und munistenführer ergriffen und über die Grenze nach Rußland rklich die Vernunft gebracht worden. Pastete?" Aus Lettland wird gemeldet, daß unter der Bauernschaft Blatt stellen einen eine Bewegung im Gange ist, die dafür wirkt, daß nach finniAufrechterhaltung schem Muster die Bauern einen Zug nach der Hauptstadt unie hohe Hauszins ternehmen sollen, um den Sejm zu zwingen, der bedrängten ildet auch insosem Landwirtschaft zu helfen. ande und in kleinen te Hahn aufs Das g, sie erhalten nad Biederaufbausumme von der drückender it, Gießen. Wir fucher Der italienische Ministerrat hat eine Erhöhung der Rüstungsausgaben im Haushaltsjahr 1930-31 um 500 Millionen Lire beschlossen. Aufruf! Anläßlich der Räumung der 3. Zone von fremden Truppen erließ die hessische Regierung nachstehenden Aufruf. An das hessische Volt. Die Hessische Staatsregierung entbietet am Tage der Gesamträumung der besetzten Gebiete Gruß und Glückwunsch den deutschen Männern und Frauen am Rhein. In tiefer Dankbar: teit gedenken wir ihrer, die während langer, schwerer Besatzungszent in unerschütterlicher Treue zu Volk und Staat gestanden, die die inneren und äußeren Drangsale der Besetzung mit Würde und Geduld getragen haben. Das Ringen der vergangenen Jahre um den deutschen Strom wird für alle Zeiten in der Geschichte leben als eine Großtat des deutschen Volkes. Auf sich selbst gestellt, stark in vorbildlicher Einigkeit, hat das deutsche Volk am Rhein, geführt Don zielbewußten, mutigen Männern, den Kampf bestanden; einen Kampf, bei dem es nicht allein um das Schicksal der deutschen Westgebiete, sondern letzten Endes um die Einheit und erkäufl. Hauſe Zukunft des Deutschen Reiches ging. Die unbeirrbare Liebe d. Art zieds Unter reitung an Kaufin creffenten. Nur An der rheinschen Bevölkerung zu Volk und Land und ihre aus= dauernde Opferbereitschaft gaben weitblickenden Staatsmännern ebole v. Selbſteigen der deutschen Republik die Grundlage für eine Politik, die den ümern erm. an di hertigen Tag der Befreiung von fremder Besetzung herbeigeJermietungs- und Ver aufs- Zentrale Frank art M. Goetheplay 2 führt hat. Möge auch die Rückkehr des Saargebietes zum Reiche bald verwirklicht werden. Das Land Hessen begrüßt die Stunde der Befreiung mit EIMARBEIT besonderer Freude und Genugtuung. Die Besetzung, die einem schriftl.Hansa erheblichen Teil des Landes, und dazu dem wertvollsten, auferSie so u. Praxis nt haben: M's er DA THOMPSON'S SEIFENPULVER on finanziellen Kräfte Hessens ausgewirkt. Jetzt, da die Hemmnisse der Ordonnanzen, die Lasten der Beschlagnahmungen und der schwere seelische Druck der Unfreiheit von unserem Besatzungsgebiet genommen sind, kann der Wiederaufbau mit frischen und freien Kräften in Angriff genommen werden. Trotz der schweren wirtschaftlichen Not der Gegenwart muß es gelingen, die tiefen Wunden zu heilen, die die Besatzungszeit geschlagen. Wir bauen dabei auf die ungebrochene, im Kampf um den Rhein erneut bewährte Kraft unseres Volkstums. Wir müssen aber auch darauf vertrauen können, daß ganz Deutschland die Nöte lindern, die Schäden beseitigen hilft, die ein Teil des deutschen Volkes für die Gesamtheit auf sich nehmen mußte. Unser Dank und unser Gruß gilt allen denen, die mithalfen im Kampfe gegen fremde Machthaber und ihre Helfershelfer: den deutschen Männern am Schraubstock und Amboß, in der Werkstatt und am Schreibtisch, hinter dem Pflug, in Aemtern und Kontoren. Der Frauen zumal gedenken wir in dieser Stunde, denen ein besonderer Teil seelischer Bedrückung auferlegt war. Alle werden für ihre Standhaftigkeit und Treue den besten Lohn finden in dem Bewußtsein, Wegebereiter einer schöneren deutschen Zukunft zu sein. Die hessische Heimat, das große deutsche Vaterland aber mögen in friedlicher Entwicklung wieder aufsteigen, uns und unseren Nachfahren möge als heiliges Vermächtnis des Ringens um den Rhein Einigkeit und Freiheit für immer erhalten bleiben! Darmstadt, den 30. Juni 1930. Hessisches Gesamtministerium: Dn. Adelung Kirnberger Leuschner Korell. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschedkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Mittwoch, den 2. Juli 1930 Die Befreiungsfeiern. Mainz. Zehntausende hatten sich auf dem Festhallenplatz eingefunden, auf dem der Festakt vor sich ging. Die Reden wurden durch Lautsprecher verbreitet. Zum ersten Male waltet die Schutzpolizei ihres Amtes. Die Glocken aller Kirchen läuteten die Feier ein. Böllerschüsse ertönten. Ein Chor intonierte ,, Großer Gott wir loben dich". Der Klang des feierlichen Befenntnisses ,, Deutsch ist der Rhein" zog über die andächtig lauschende Menge. Oberbürgermeister Dr. Külb ergriff dann das Wort. Seine Rede flang aus in die Mahnung zur Einigkeit und in einem Hoch auf Deutschland, worauf die Menge das Deutsch landlied anstimmte. Reichsminister Dr. Wirth, der dann das Wort ergriff, führte aus, daß die deutschen Lande zwar frei, aber doch noch minderen Rechts seien gegenüber den Ländern der Sieger. Den Weg der Abrüstung, den wir gegangen sind, sollten alle Länder gehen. Die größte Sicherheit Frankreichs sei die Freiheit unseres Vaterlandes. Unsere Freiheit sei durch den Tributplan teuer erkauft. Die Wirtschaftskrise sei international, und es sei daher zu prüfen, ob die jetzige Form der Weltwirtschaft noch zweckmäßig sei. Einer Neuordnung wollten wir auch den Tributplan unterwerfen, dessen Forderungen über unsere Kräfte gingen. Wir wollen nach unseren Kräften zur Neuordnung beitragen, aber auch die anderen sollten Pflichten übernehmen. Es gilt, einen Weg zur Behebung der Wirtschaftskrise zu suchen. Aus den Fluten des Rheins wollen wir politische Erkenntnis trinken. Das Beispiel des rheinischen Volkes, das uns das Reich gerettet hat, soll auf uns wirken und unsere Vaterlandsliebe stärken. Musikalische Vorträge schlossen die Feier. - Bingen. Die Befreiungsfeier wurde eingeleitet durch einen Fackelzug, der durch die Teilnahme der Studierenden des Rheinischen Technikums ein besonders malerisches Bild bot. Der Fremdenzustrom war außerordentlich groß. Von der Terrasse der Festhalle am Rhein herab feierte darauf Finanzminister Dr. Kirnberger den Anbruch der neuen Freiheit. Pünktlich um Mitternacht ging auf der Burg Knopp die Reichsflagge hoch unter dem Jubel der Tausenden und unter dem Sirenenpfeifen der im Hafen liegenden Schiffe. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 52 Was Hessen tragen mußte. Bejagungsnot in Zahlen, Die Ausdehnung des hessischen besetzten Gebietes. Der Waffenstillstandsvertrag vom 11. November 1918 setzte die Besetzung des linken Rheinufers durch Truppen der Alliierten fest. In das besetzte Gebiet siel die reichste hessische Provinz, Rheinhessen, mit 1377,5 qkm Fläche und 384 168 Einwohnern; ferner wurden vom übrigen Hessen mit dem rechtsrheinischen Brückenkopf Mainz besetzt 585 qkm der Provinz Starkenburg mit 103 742 Einwohnern( der ganze Kreis GroßGerau und Teile des Kreises Darmstadt und Offenbach) und schließlich 1,70 qkm der Provinz Oberhessen( Waldgebiet ohne Einwohner, zum Kreis Friedberg gehörig). Insgesamt waren also 1964,5 qkm mit 487 910 Einwohnern hessisches besetztes Gebiet. Hessen war damit das am stärksten besetzte deutsche Land, denn gegenüber 25,5 Prozent Besetzung in Hessen betrug die Besetzung von dem preußischen Staatsgebiet nur 4,5 Prozent, vom bayerischen 7,8 Prozent. 36,1 Prozent der hessischen Bevölkerung unterstanden dem Besatzungsregime, während die entsprechenden Zahlen für Preußen 5,9 und für Bayern 12,8 Prozent waren. Am 5. Dezember 1918 und den folgenden Tagen erfolgte der Einmarsch französischer Truppen in Rheinhessen. Am 14. Dezember 1918 erreichte der Besagungseinmarsch die Westgrenze Darmstadts und nahm vom Truppenlager Griesheim Besitz. Die Räumung des hessischen besetzten Gebietes, die im Frühjahr 1930, begann, nahm ihr juristisches Ende in der Mitternachts= stunde des 30. Juni auf 1. Juli 1930. Die Besetzung hat somit 11 Jahre und knapp 7 Monate gedauert. Vorübergehend, vom 6. April bis 17. Mai 1920, war im Zusammenhang mit dem Kapp- Putsch als angebliche Repressalie auch Darmstadt be= setzt und mit ihm das hessische Gebiet zwischen Main und der Eisenbahnstrede Darmstadt- Aschaffenburg. Dieser sogenannte Maineinbruch stieß in Oberhessen bis vor Friedberg vor und umfaßte insgesamt 837 qkm mit 317 017 Einwohnern. Hessen hatte die meisten Besagungstruppen. Das hessische besetzte Gebiet hatte im Verhältnis zu seiner Größe und Einwohnerzahl weitaus die stärkste Besetzung aufzu= weisen. Um die Jahreswende 1928-29 garnisonierten in Hessen fast 19 000 Besatzungsangehörige, das sind beinahe 28 v. H. der gesamten Besatzungsarmeen, während die Bevölkerung nur 13,1 v. H. der Gesamtbevölkerung der besetzten Gebiete aus= machte. Auf 10 000 Einwohner tamen im besetzten Hessen 385 Besatzungsangehörige, im besetzten Preußen 137, in der bayerischen Pfalz 160. Von den damals noch immer fast 1300 farbigen Soldaten der französischen Besatzungsarmee befanden sich über 400 im hessischen besetzten Gebiet. Die Städte Mainz und Worms hatten Belegungen zu tragen, die weit über ihre Friedensgarnisonsstärke hinausgingen. Auch Bingen, das nie GarnisonsWiesbaden erlebte heute nacht seine ganz große Stunde. Zu Tausenden ballten sich die Massen vor dem Rathaus, wo die Befreiungsfeier stattfand. Unzählige Lichter verschönerten das festliche Bild. Feierliches Glockengeläute, unterbrochen von dem Beifall der jubelnden Menge, kündigte die Stunde der langersehnten Freiheit an. Posaunen- und Männerchöre umrahmten die Ansprachen der Redner. Nach der Ansprache des preußischen Ministerpräsidenten Braun brauste das von der Menge begeistert gesungene Deutschlandlied über den Plaz. Ein Chorvorstadt war, mußte eine Besatzungsgarnison unterbringen. Im trag der Wiesbadener Sängerschaft gab der Feierstunde einen weihevollen Abschluß. Auf den Höhen ringsum leuchteten Flammen zum Himmel empor. Auch in Worms, Oppenheim, Groß- Gerau, Bad Schwalbach, Königstein und in vielen anderen Städten am Rhein und in der Pfalz wurden Befreiungsfeiern veranstaltet. Die letzte französische Parade in Mainz. Vier Kompagnien französischer Infanterie traten am Montagvormittag auf dem Deutsch- Haus- Platz in Mainz zur letzten Parade an. General Guillaumat, der Vorsitzende der RheinLandkommission, Tirard, und vier Generäle schritten die Front ab. Darauf wurde unter den Klängen der Marsellaise die Trikolore eingezogen. Die große Menge brach dabei in laute Hurrarufe aus. Unter diesen Hurrarufen mußte das letzte französische Bataillon zum Bahnhof marschieren. Dort nahm General Guillaumat noch einmal die letzte Parade ab und bestieg dann seinen Salonwagen. Wie ein jäher Rausch ist die Freiheit über die Stadt getommen. Zu lange und zu drückend war die Fremdherrschaft. Zehntausende jubelten auf, als Punkt 5 Uhr die Schupo- Truppe Zu über die Brücke von Kastel her Mainzer Boden betrat. gleicher Zeit stiegen auf den Gebäuden und am Rhein, die jahrelang die fremden Farben der Trikolore ertragen mußten, die deutschen Reichsfarben hoch und prägten ein neues, ein besseres Bild von dem deutschen Mainz. Der Jubel beim Einzug der Polizei war ungeheuer. Durch ganz Mainz marschierten sie, voran ein Zug Berittener. Das buntprächtige Bild dieser deutschen Stadt am Befreiungstage, die aufrichtige Freude, mit der die Polizei empfangen wurde, wird sie manche Dienſtſtunde leichter ertragen und vergessen lassen. Am Theater nahmen hohe Beamte und Regierung den Vorbeimarsch ab. Mit Tränen in den Augen sahen alte Leute wieder den Glanz deutscher Mannhaftigkeit. An der Stadthalle endete der Marsch. Das Deutschlandlied erklang. Major Pabst will nach München gehen. Wien. Das„ Neue Wiener Tagblatt" läßt sich aus München berichten, daß Major Pabst beabsichtige, sich in der näch= sten Zeit in München niederzulasen, um in Bayeren Organisationen nach dem Muster der österreichischen Heimatwehren zu grunden. Jahre 1922 betrug die Besatzungsstärke in Mainz 19 300. Sie sank dann in den Jahren 1923 bis 1925 auf 15 000, stieg im Jahre 1926 wieder auf 16 400, ging bis zum Jahre 1929 auf 14 492 zurück und betrug im Jahre 1930 noch 11 365. Jn diese Zahlen sind die Zivilangestellten, jedoch ohne Familienange= hörige, eingeschlossen. Wieviel Wohnungen die Besagung wegnahm. Der sich aus der Besazungsstärke ergebende überaus große Wohnungsbedarf hatte im hessischen besetzten Gbiet Beschlagnahmungen zur Folge, wie sie kein anderer besetzter Gebietsteil aufzuweisen hatte. Soweit diese Wohnungen in den vom Reich für Besatzungszwecke besonders erstellten Wohnbauten zur Verfügung gestellt werden konnten, wurde die Bevölkerung nicht unmittelbar berührt. Dagegen waren im gesamten besetzten Gebiet im November 1928 auch 3599 Privatwohnungen beschlag= nahmt, wovon auf Hessen allein 1080 Wohnungen mit 3709 Zimmern entfielen. Außerdem wurden noch 645 Einzelzimmer in Hessen von der Besatzung zu Wohnzwecken in Anspruch genommen. Zu anderen als Wohnzweden waren am 15. September 1928 im hessischen besetzten Gebiet beschlagnahmt 50 Wohnungen, 53 Einzelzimmer, ferner ganz oder teilweise 76 Häuser, 2 Kirchen, 7 Schulen mit 94 Klassenzimmern, 1 Lichtspielhaus, schließlich Turnhallen, Fabriken und Wirtschaftsgebäude. Besonders drückend wurde von der Bevölkerung die Beschlagnahme von 148 ha besten Ackerlandes der Gemeinde Wackernheim zur Errichtung eines Flugplatzes empfunden. Die Beschlagnahme erfolgte, obwohl anderswo Flugplaygelände in Hessen ausreichend zur Verfügung stand. Die Besayung nahm aber der kleinen Bauerngemeinde Wackernheim ein Viertel ihrer Gemarkung. Aus der Heimat vertrieben. Die Besatzungsjustiz, die mit unzähligen größeren und kleineren Strafen die Bevölkerung schikanierte, erreichte ihren Höhepunkt mit den Massenausweisungen während des Ruhrkampfes. Aus dem hessischen besetzten Gebiet waren insgesamt, soweit feststellbar, etwa 20 000 Personen ausgewiesen, fast 5000 Reichs= und Staatsbeamte mit etwa 11 500 Angehörigen, ferner über 3 000 Privatpersonen einschließlich Angehörigen. Die Welle der Ausweisungen stieg vor allem an, als die Franzosen das Eisenbahnwesen in eigene Regie nahmen und die Bahnbeamten sich treu ihrem Beamteneid weigerten, Regiedienst zu leisten. In Darmstadt hatte die hessische Regierung eine Fürsorgestelle für die Ausgewiesenen eingerichtet, die sich unter der Leitung des Landtagspräsidenten Adelung der Ausgewiesenen annahm. Nicht Mittwoch, den 2. Juli 1930. nur aus dem besetzten hessischen Gebiet, sondern auch aus weiten Teilen der Rheinprovinz strömten die Ausgewiesenen in Darmstadt zusammen. Ihre Unterbringung und Weiterleitung bis weit nach Bayern hinein war eine große Leistung der Fürsorgestelle. Erst im Sommer 1924 war der größte Teil dieser Ausgewiesenen zurückgekehrt. 51 tödliche Besagungszwischenfälle in Hessen. Die Anwesenheit fremder Truppen unter deutscher Bevölkerung führte natürlich zu mancherlei Reibungen, die in den wenigsten Fällen von deutscher Seite verschuldet waren. Hier seien Der nur die tödlichen Besatzungszwischenfälle festgehalten. Schießeifer französischer Wachsoldaten forderte vor allem in den ersten Jahren der Besatzung zahlreiche Opfer. Im Jahre 1919 gab es im hessischen besetzten Giebiet nicht weniger als 25 Todes= opfer. Auch die Jahre 1920 und 1921 brachten noch eine große Zahl von Todesfällen, nämlich 7 und 8. Nach dem Jahre 1923, in dem es 4 Tote gab, ging die Zahl der durch die Besatzung verschuldeten leichtfertigen und fahrlässigen Tötungen, zu denen auch die Tötungen durch französische Autoraserei zu rechnen sind, auf vereinzelte Fälle zurück. Insgesamt erhöhte sich die deutsche Totenliste im hessischen besetzten Gebiet immerhin auf 51 Opfer, unter denen 15 weibliche Personen sind. Hessens Wirtschaftsnot in Steuerzahlen. Gießener Zeitung Gegenwart überwinden, wenn wir uns die Geschlossenheit unseres Wollens, die innere Verbundenheit über Trennendes hinweg bewahren. In Worms führte Innenminister Leuschner u. a. aus: Wenn uns heute etwas besonderes ergreift, dann ist es das Gefühl, daß die Völker Europas jetzt endlich aus der tiesen Verblendung zu erwachen beginnen, die sie 15 Jahre im Banne hielt. Wie wir durch gemeinsame Opfer dem Rheinland geholfen haben, so wollen wir gemeinsam den Volksgenossen helfen, die durch die Wirtschaftszerrüttung infolge des Krieges am schwersten zu leiden haben. So groß die Freude über die Beseitigung der äußersten Not ist, so groß steht die Not der inneren Wirtschaftskrise vor uns. Es kann nur einen Gedanken geben, alle Kräfte zusammenzufassen, um hier endlich und bald Abhilfe zu schaffen. In Oppenheim sagte Minister Korell: Wir sind frei! Es ist richtig, daß unsere Freiheit noch nicht voll ist, denn wir müssen Tribute zahlen, und kein deutscher Soldat darf das befreite Rheinland betreten. Darum gilt es jetzt durch friedliche Zusammenarbeit der benachbarten Völker die letzten Ungerechtigkeiten zu beseitigen. Nicht Revanchegeist, sondern nur beharrliche Friedensgesinnung kann uns völlig frei machen. Der fremde Angriff ist abgeschlagen worden durch die Treue der rheinischen Bevölkerung. Der Rhein ist frei! Möge Deutschland frei werden und sein Volk stark in allen guten Werken der Arbeit, des Friedens und der Kultur. Die Wirkung des Besatzungsdrucks auf das Wirtschaftsleben des hessischen besetzten und unbesetzten Gebietes drückt sich am deutlichsten in den Steuerzahlen aus. Wenn man bedenkt, daß noch nach dem Krieg, aber vor dem Ruhrkampf, 51 Prozent der Hessischen Gewerbesteuer, 49 Prozent der Einkommensteuer, 52 Prozent der Körperschaftssteuer aufkamen, gegenüber dem Bevölkerungsanteil von 36,1 Prozent, so zeigen diese Zahlen, was für Hessen auf dem Spiele stand, als die Besatzungszeit begann. Infolge des Ruhrkampfes gingen die Steuereinnahmen rapid zurück und bei der großen wirtschaftlichen Bedeutung des besetzten Gebietes im Rahmen des hessischen Gesamtgebietes wurde das ganze Land in schwerste Mitleidenschaft gezogen. Der nach Durchführung der Reichssteuerreform zum ersten Mal nach den Ergebnissen der Steuerveranlagung des Jahes 1922 gebildete Verteilungsschlüssel für die Reichssteueranteile der Länder hatte für Hessen einen Anteil von 2,88 ergeben. Der nächste, nach dem Ergebnis des Jahres 1925 also nach dem Ruhrkampf berechnete Anteil war nur noch 1,86, was einer Verminderung von annähernd 20 Prozent gleichkam. Aehnliche Veränderungen ergaben sich bei der Vermögensteuer. Im Jahre 1913 entfielen auf den Kopf der Bevölkerung an steuerbarem, schuldenfreiem Vermögen im Deutschen Reid) ein Betrag von 2808 RM, in Hessen ein solcher von 3307 RM. Im Jahre 1925 dagegen war in Hessen das Vermögen auf den Kopf der Bevölkerung gerechnet auf 953 RM zurückgegangen, und im Reich auf 1026 RM. Das Vermögen hat 1913 in Hessen den Reichsdurchschnitt um 17,8 Prozent übertroffen. 1925 stand es um 7,1 Prozent unter dem Reichsdurchschnitt. Diese Zahlen sagen mehr über die Folgen des Ruhrkampfes und der Besagung Hessens aus, als man in vielen Worten über die Wirtschaftsnet des Landes ausführen könnte. Die Reden der hessischen Minister anläßlich der Befreiung. In Mainz sprach Staatspräsident Dr. Adelung. Er gedachte zunächst der Toten, die starben, damit Deutschland lebe, Nr. 52. einstimmung mit der Bevölkerung des Saargebietes an Völker= bund, Locarnomächte und das Weltgewissen die dringende Forderung: Helft das deutsche Saargebiet befreien! Lokales. - * Straftammer. Weil er ein Fahrrad gestohlen hatte was er jedoch leugnete, während das Gericht den Beweis für wurde ein Melker die Straftat als schlüssig geführt ansah aus einem Dorfe in Oberhessen, der schon oft wegen bewußter Verwechslung von Mein und Dein hinter schwedischen Gardinen gesessen hatte, von der Gießener Straffammer zu 1½ Jahren Zuchthaus verurteilt. In Bingen sprach Finanzminister Kirnberger: Wie könnte jetzt einer schlafen, der seine Heimat liebt! Was haben wir alles erlebt in diesen schrecklichen Jahren! Deutsch ist hier jeder ehrliche Mensch. Was habt ihr alles erlitten! Wenn die Welt das nur wüßte! Wir Deutsche, die es wissen, schulden euch heißen Dank und die Verpflichtung zur Hilfe. Klein wären wir aber, wenn wir jetzt Haß gegen diejenigen predigten, die unsere Fesseln geschmiedet hatten. Die neue Zeit wird uns hoffentlich die Einigkeit unter uns bringen, damit wir unseres Volkes großer Bestimmung gerecht werden fönnen. Die Jugend vufe ich auf in dieser Stunde, daß sie ihre Hand den Alten reicht. Wahre konservative Gedanken und neue schöpferische Ideen mögen sich vermählen, damit wir zusammenarbeiten an einem freien, einigen Vaterland, in dem jeder sein Brot findet und sich als Freier unter freien, ewigen Gesetzen unterwirft. Reichsminister Treviranus in Mainz. Mittwoch, den Das Programm DO Ben- Buzbach und trum des Gaues G Spielnachmittag geriffen. Man wan fam dann bei pral haufen: die Stadt, a auf den Sportplatz eines„ Rampfgericht Unzweifelhaft Die Wanderung. M Jugendführern war dizipliniert zum G nen unjere Jungens Arbeitsfeld für die Schlagern und zotig Volts und Wande zur ersten Strophe. * Amtsgericht. Wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt und Hausfriedensbruch in der Trunkenheit hatte sich ein Ehepaar zu verantworten. Es wurde mit 105 bezw. 40 RM. in Strafe genommen. * Zapfenstreich des hiesigen Bataillons. Anläßlich der Rheinlandräumung wartete unsere Reichswehr am Montag abend mit einem großen Zapfenstreich auf dem Landgraf- PhilippPlatz auf. Mehrere Tausende von Menschen drängten sich auf dem beengten Platz und hörten mit Begeisterung den schneidigen Militärweisen zu. * Sängerkundgebung. Zu einer eindrucksvollen Kundgebung für den deutschen Chorgesang hatte sich am Sonntag morgen die Arbeitsgemeinschaft der Gießener Männergesangvereine auf dem Landgraf- Philipp- Plaz eingefunden. Wirkungsvolle Chorlieder in Abwechselung mit Vorträgen des Orchestervereins leiteten zu den Ausführungen des Gauvorsitzenden E. Koch und denen des Oberregierungsrat Ritzel, der im Namen der Provinz- und Kreisbehörden sprach. Die Veranstaltung hatte viele Zuhörer angelockt. Mainz. Montag vormittag weilte der Minister für die besetzten Gebiete, Reichsminister Treviranus, der sich auf einer Reise nach Speyer befindet, wo er an der Befreiungsfeier teilnimmt, in Mainz, um in engstem Kreise mit der Stadtverwaltung bezüglich der Zukunftsaufgaben zu sprechen. Der Reichsminister zeigte sich außerordentlich gut orientiert über die Schwierigkeit der Stadt, die darin liegen, daß in größter wirtschaftlicher Not die Schäden, die die Stadt Mainz in den letzten zwölf Jahren erlitten hat, wieder ausgeglichen werden müssen und Ersatz geschaffen werden muß für die verlorene deutsche Garnison. Er nahm die ihm vorgetragenen Wünsche mit großem Interesse entgegen und versprach, sich der Belange der Stadt Mainz, sowie der übrigen Teile des jetzt frei gewordenen Rheinlandes nach Möglichkeit anzunehmen. * Protestkundgebung. Am letzten Sonntag veranstaltete die Gießener Studentenschaft im Café Leib eine Rundgebung gegen die Kriegsschuldlüge. Die Versammlung war gut be: sucht und nahm zum Schluß eine Resolution an, die an maßgebliche Instanzen weitergegeben werden soll. * Straßensperrung( mitgeteilt vom Oberh. Automobilclub E. V., Gießen). Die Ortsdurchfahrt Bruchenbrücken wird vom Umlei: 3. bis 12. Juli 1930 für jeglichen Verkehr gesperrt. tung erfolgt über Nieder- Wöllstadt oder Assenheim. * - Verband oberhessischer Posaunenchöre. Das 25. Jubiläumsfest dieses Verbandes in Gießen nahm am letzten Sonntag einen ausgezeichneten Verlauf. Der Höhepunkt des Festes war der Festgottesdienst in der Stadtkirche. * Oeffentliche Versammlung. In einer öffentlichen Versammlung spricht heute abend der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Dreher in der Turnhalle am Oswaldsgarten. Aus Rab und Fern. Schotten. Ein Landwirt wurde von einem Bullen gegen die Stallwand gedrückt und getötet. Schotten. Der Polizeidiener der Kreisgemeinde Glashütten ist der älteste im Dienst befindliche Polizeidiener Hessens. Er hat 50 Jahre Dienstzeit hinter sich. Offenbach. Ein junges Mädchen wurde am Heusenstammer Täter. und derer, die in den langen Jahren der Bedrückung treu zu Sin Aufruf zur Befreiung des Saargebietes. Weg überfallen. Auf Hilferufe des Mädchens verschwand der ihrem Volke die Verwirklichung fremder Machtbestrebungen am Rhein verhinderten. Wunderbar offenbarte sich die Kraft, die einem großen Volke innewohnt. Die rheinische Bevölkerung kann das unvergängliche Verdienst für sich in Anspruch nehmen, den deutschen Westen deutsch erhalten zu haben. Nur auf dieser Grundlage konnte die weitblickende und konsequente Politik deutscher Staatsmänner zum Ziele führen. Mainz stand im Brennpunkt des Kampfes und Leides. Hier wurde die seelische Bedrückung durch rücksichtslose Beschlagnahme von Wohnungs- und Wirtschaftsräumen besonders verschärft. Ueber diese Stadt brauste der Separatismus mit besonderer Wucht. Hier aber war es auch, wo die Bevölkerung am entschlossensten allen Angriffen auf ihr Volkstum entgegentrat. In Mainz Wir werden die Nöte der fiel die eigentliche Entscheidung. Zur Räumung der Rheinlande. Zeitgemäße Erinnerungen an den Ruhrkampf 1923-25. Die Fälle Heise und Herbst. Für die Befreiung des Saargebietes erläßt ein Ehrenausschuß, mit den Oberbürgermeistern von Saarbrücken und Trier. dem Regierungspräsidenten, dem Landeshauptmann u. n. an der Spitze, einen Aufruf, in dem es u. a. heißt: Es ist mit dem feierlichen Gelübde der Liquidierung des Krieges und der Befestigung eines dauernden europäischen Friedens unvereinbar, wenn jetzt, in letzter Stunde, versucht wird, durch unberechtigte Besitzansprüche auf Saargruben, durch das Verlangen nach wirtschaftlichem und nach Anerkennung der Saar- Pachtverträge die sofortige Rückgliederung des Saargebietes unmöglich zu machen. Angesichts der endlich errungenen Freiheit des deutschen Rheines und unter Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker richtet der Bund der Saarvereine in UeberEin Aufatmen geht durch die deutschen Lande. Die lange ersehnte Räumung der Rheinlande von den Besatzungstruppen ist am 1. Juli beendet wor den. Um die Gefühle der Bevölkerung, die sich überall zur Befreiungsfeier rüstete, verstehen zu können, wird es angebracht sein, sich einmal in die Zeiten der schlimmsten Bedrängnis durch die Bejagung zurückzuversetzen. Gerade rechtzeitig erscheint von Dr. Hans Spethmann ein Band über den Ruhrkampf 1923 bis 1925( ,, 12 Jahre Ruhr bergbau", Bd. 4, Verlag Reimar Hobbing, Berlin, 8, RM.). Der Band bringt eine Fülle von erschütternden Ereignissen, die die Bevölkerung hat ertragen müssen und die bisher wegen der Besatzung Immer nicht bekanntgegeben werden fonnten. mehr rückt in diesem Band die Arbeiterschaft in den Vordergrund der Darstellung, der der Verfasser, in der Gesamtheit gesehen, in seinem Vorwort das Zeugnis ausstellt, daß sie mit Anspannung aller Energien, namentlich auch der seelischen, geholfen habe, den Feind abzuwehren. Wir greifen aus den Darstellungen die Fälle Heise und Herbst heraus, die die Haltung der Besatzungsbehörden besonders kennzeichnet, weil es sich um Männer handelt, die sich auf dem Gebiete der Wissenschaft und Technik allgemein anerkannter internationaler Geltung und Achtung erfreuen: des Gardevereins. Am 23. Juni wurde der Verhaftete in das französische Militärgefängnis von Dortmund überführt, wo der Aufenthalt etwas erträglicher war und wo er Kragen, Hosenträger und Schnürsentel wiedererhielt. In der kleinen Zelle, in der er mit zwei anderen untergebracht war, gab es eine Waschgelegenheit, außerdem konnte er vormittags und nachmit togs je eine Stunde auf dem Hofe spazieren gehen, ferner auch jeden Morgen selber die Belle säubern. Ueberdies durfte er jede Woche einmal fünf Minuten lang durch ein enges Gitter mit Angehörigen sprechen. Am 18. Juli, genau vier Wochen nach der Festnahme, wurde er freigelassen ohne weitere Erklärung und ohne daß er im Gefängnis auch nur ein einziges Mal von einem Untersuchungsoffizier vernommen wäre. Bei Professor Heise erschienen am 20. Juni 1923 drei französische Kriminalbeamte und durchsuchten seine Wohnung nach Akten des Gardevereins., dessen Vorsitzender er schon seit 1921 nicht mehr war. Er wurde in einem Auto zum französischen Kriminalbüro gefahren, wo man ihm Kragen, Hosenträger und Schnürsenkel fortnahm und ihn in einen Keller einsperrte. Der Aufenthaltsraum enthielt nichts weiter als eine Holzpritsche, einige wollene Decken und einen Unrateimer, der seit Wochen nicht gereinigt war; eine Waschgelegenheit war nicht vorhanden. Vertreter des Roten Kreuzes wurden nicht zugelassen, wahrscheinlich, damit sie nicht einen Einblick in diese unglaublichen Zustände erlangten. Eine Vernehmung geschah erst nach zwei Tagen, am 22. Juni, und zwar über das angebliche Fortbestehen Die Verhaftung von Professor Herbst geschah am 31. Mai 1923. Am frühen Morgen dieses Tages fand in seiner Bergschule eine Haussuchung statt, die als einziges Ergebnis drei Flugblätter zutage förderte, die ein Lehrer mitgebracht und auf dem Tisch im Lehrzimmer hatte liegen lassen. Die Franzcsen waren über dieses magere Ergebnis sichtlich enttäuscht, verhafteten aber trotzdem Professor Herbst. Groß- Umstadt. Ein Lehrling erlitt auf einem Karussell einen Schwindelanfall, stürzte ab und wurde tödlich verletzt. Am Ziel angelo pafe zum Gottesd des Deutschordensri aus Münzenberg ei des„ Lobe den He liche Handlung. liche zwischen sich takt und versetzte Dann verjam der in lebendigen Geschichte des Sch ruhmvolle Vengan Hatte Herz u liche Akung empf weile reichlich gest Darmstadt. Ein mit zwei Schupoleuten besetztes Flugzeug mußte notlanden. Das Flugzeug geriet dabei in Brand. Wäh rend der Pilot sich retten konnte, verbrannte der angeschnallte Mitfahrer. Frankfurt a. M. Zwischen mehreren Erwerbslosen und vier Beamten des Fürsorgeamtes kam es zu einer schweren Schläge: rei, die durch das Ueberfallkommando beendet werden mußte. Büdo Luxus für den Schuh suchungsgefangene behandelt und in großen Sälen unterge: bracht. Im allgemeinen war die Behandlung angemessen Mangelhaft war die Bewegung im Freien, nur zweimal täglich eine halbe Stunde auf dem gepflasterten Gefängnishof. Weit ungünstigere Verhältnisse herrschten in Germersheim Das Gefängnis war weder für eine große Gefangenenzahl, noch auch für einen Daueraufenthalt eingerichtet. Wir mußten Zweien eine enge Zelle teilen, die zwischen den Bettgestellen foum Bewegungsmöglichkeiten bot, konnten nur auf dem Strohsack sitzend, schreiben und lesen, hatten wegen des geringer Drucks in der Wasserleitung Schwierigkeiten mit der Beschaffung des nötigen Reinigungswassers, verfügten nur über einfache Emailleeimer als Abortkübel und hatten wenig Bewegung, de uns nur zweimal ein halbe Stunde täglich auf dem engen Ge fängnishof bewilligt wurde, wo wir nur im geschlossenen Zug zu Dreien gehen durften. Die Verpflegung war schlecht und un zureichend. Allerdings wurden anscheinend die zuständigen Mengen geliefert, jedoch wurde der erste Atguß der Fleischbrüh für die Aufseher abgezapft. Die Zubereitung war ganz minder wertig, insbesondere wurden die Hülsenfrüchte, die zur täglichen Kost gehörten, nicht genügend lange gekocht, so daß man nur eine mehr oder weniger klare Brühe mit ,, Schrapnellfugeln" erhielt Infolge der Eintönigkeit des Gefängnislebens drängten sich die Gesangenen zum täglichen Kartoffelschälen als willkom mene Abweslung. Alle Zeitungen waren verboten. Beleuch tung in den Zellen war nicht vorhanden, mit fortschreitender Verkürzung der Tage mußte das Bett immer früher aufgesu werden. Auch war für Heizung nur sehr mangelhaft gesorgt weil lediglich eine Gesamtheizung des ganzen Gebäudes vorge sehen war. Da die Verhafteten nicht als politische Gefangen angesehen wurden, so waren die Mitgefangenen teilweise rech übler Art. Einer unter ihnen suchte schon während der Ge fangenschaft Genossen für demnächstige Kircheneinbrüche. Herbst wurde zunächst in die französische Wachstube im Gebäude des Kohlensynditats gebracht und abends nach Werden geschafft, wo er mit etwa dreißig Leidensgenossen in einem gröBeren Raum untergebracht ward. Die erste Vernehmung erfolgte nach einigen Tagen durch Kapitän Duver, wobei sich als Belastungsunterlage lediglich die erwähnten Flugblätter ergaben und ein Anschlag, der die abfällige Aeußerung Macdonalds über den Ruhreinbruch wiedergab, wörtlich der„ Deutschen Bergwerks- Zeitung" entnommen. Kapitän Duver tat hierüber sehr erregt, trotzdem ihn Herbst darauf aufmerksam machte, daß die„ Deutsche Bergwerks- Zeitung" niemals verboten gewesen sei und das Macdonald als Engländer französischer Bundesgenosse sei. Am 27. Juni wurde Herbst dann vom Kriegsgericht Werden zu fünf Jahren Gefängnis und 10 Millionen Mark Geldstrafe verurteilt, blieb aber vorläufig noch im Zuchthaus Werden, bis er am 19. August nach Germersheim abtransportiert wurde, wobei man ihn mit Handfesseln an einen anderen Leidensgenossen schloß. Im Gefängnis fam er mit Landrat Schöne in eine Zelle, in der sich beide ohne Licht ihre Strohsäcke suchen mußten. In Germersheim blieb Herbst bis zum 1. November, alsdann wurde er nach Zweibrüden überführt, wo er noch bis zum 6. März 1924 aushalten mußte, über ein Vierteljahr nach Abschluß der Micumverträge! Ueber seine Erfahrungen ist seinem Berichte das Nachstehende entnommen: Im Werdener Zuchthaus wurden wir noch als UnterIm Zweibrüder Gerichtsgefängnis waren die Verhältnisk besser infolge der umfangreichen Fürsorgetätigkeit des Roter Kreuzes, dessen waderen Vertreters, des leider zu früh ve sterbenen Herrn A. Albert, hier ehrend gedacht sei. Die Zellen waren geräumiger und mit Klapptischen, Heizvorrichtungen und geruchlos abgedeckten Abortkübeln versehen. Ueber fünfzig Jahr alte Gefangene wurden durch das Rote Kreuz verpflegt. Fü die übrigen wurde die Zubereitung des Essens durch fundige Mitgefangene zugelassen, auch war eine Zuschußverpflegung vot vier Pfund wöchentlich je Kopf gestattet. Als größte Härte empfand der Verhaftete das demütige Strammſtehen vor det Aufsehern beim jedesmaligen Oeffnen und Schließen der Zellen. In reichlicher Me fenbergwirt, eine Antlang fand un Husch, husch, rollte also insgesa wieder in Gießer Schnell wurden beren Sportkleid einstündiger Ra diesesmal ohne nahm. Dann Waldsportplaze jchauer eingefur folgten. Zunächst be Weklar, Herr B anschließend Her anjprache. Der und wohldurchd zu viel für die Ton für eine 2 „ Spiel" austol Sprach dann au Bezirts Heffen Nun endli zu seinem Red großen Plaz Schwarze, grüne einander, daß sehene Geräte, tämpfe, Malla usw. tam alles Austrag. Ein Neue deuti Fern von sich in den let widelt. Alles unsere Reichsg Sportdiszipline durch die Beti eigenen Berba Denten im ge Berichterstatter Am Mitt bereits der er der schwierigit Fünftampf, w Besondere spiele durch di deutschen, die in jeit einrüdten. der und Sud treten waren bi lau tamen. Die Danzig und Schlachtenb Uhr morgens, e landsdeutschen v Fußballipi Den Auftaf land- Schlejie tam, und mit ei endete. In der bald in Führun 97r. 52 ietes an Bolt die dringen ceien! Mittwoch, den 2. Juli 1930. estohlen hatte Den Beweis f urde ein Mell wegen bewußte dischen Gardine zu 1½ Jahr Die Staatsgem tte sich ein E ezw. 40 RM, Anläßlich hr am Mont Bandgraf Philip drängten sich a ung den schnei idsvollen Kun fich am Sonnic Männergejan gefunden. M orträgen des Des Gauvorsize at Ritzel, der i ach. Die Vera tag veranstalt eine Kundgebu ing war gut an, die an m h. Automobilch brüden wird vo esperrt.- Uml heim. ms 25. Jubiläun en Sonntag ein Festes war öffentlichen zialistische Rei le am Oswal Fern nem Bullen g neinde Glitter ener Seffens. Heusenstamm sverschwand einem Karaj tödlich verlegt. besetztes Flug in Brand. M e der angej Jerbslosen und schweren Schl et werden muß xus en Schuh en Sälen unt olung angem nur zweimal t Gefängnishof. en in Germersh Gefangenenzahl et. Wir mußt n den Bettgeft auf wegen des geri mit der Beschaf nur über eini auf dem engen Denig Beweging n geschloffenen nd die zuständ guß der Fleisch war schlecht und ng war ganz mi hte, die zur tägl so daß man nut apnellfugeln" ed chälen als wil verboten. Be mit fortschreit mer früher aufg zen Gebäudes politische Gefa genen teilweife on während de aren die Verhal lebens drängter mangelhaft ge rcheneinbrüche etätigteit bes leider zu früb dacht fei. Die 3 Deizvorrichtungen Weber fünfzig 3 reuz verpflegt Effens durch fun dufverpflegung Als größte rammitehen vor Schließen der 3 ,, Gießener Zeitung" Surnen, Sport und Spiel. Jugendspieltag in Gießen. Das Programm des Jugendtages für die Gruppen GieBen- Butzbach und Wetzlar- Weilburg sah in Gießen, den Zentrum des Gaues Gießen- Wezlar, eine Wanderung und einen Spielnachmittag vor. Leider hatte man beides auseinander gerissen. Man wanderte zunächst, aß am Ziel zu Mittag und kam dann bei prallem Sonnenschein in den glühenden Steinhaufen: die Stadt, zurück, veranstaltete einen Umzug, ging dann auf den Sportplatz und veranstaltete„ Spiele" unter Leitung eines ,, Kampfgerichts". - Unzweifelhaft der schönste Teil des Jugendspieltages war die Wanderung. Morgens um 19 Uhr gings los. Mit ihren Jugendführern waren es ca. 250 Marschteilnehmer, die wohldiszipliniert zum Schiffenberg hinaufpilgerten. Leider können unsere Jungens nicht mehr singen! Hier ist ein dankbares Arbeitsfeld für die Jugendleiter; die schnellebige Zeit mit ihren Schlagern und zotigen Versen verdrängt das alte schöne deutsche Volks: und Wanderlied mehr und mehr. Kümmerlich reichts Das muß anders werden. zur ersten Strophe. Am Ziel angelangt, wurden die Jungen nach kurzer Ruhepanse zum Gottesdienst gerufen. In dem alten Kirchenschiff des Deutschordensritter- Klosters hielt dann Herr Pfarrer Lenz aus Münzenberg einen Feldgottesdienst ab. Die feierliche Weise des„ Lobe den Herren..." eröffnete und beschloß die seierliche Handlung. Und in prächtigen Worten fand der Geistliche zwischen sich und den jungen Sportlern den rechten Kontakt und versetzte alle Zuhörer in Feierstimmung. Dann versammelte sich alles um Rektor Müller- Gießen, der in lebendigen Worten den aufhorchenden Jünglingen die Geschichte des Schiffenbergs, sein ehrwürdiges Alter und seine ruhmvolle Vergangenheit vorbrug. Hatte Herz und Lunge auf der schönen Wanderung reichliche Azung empfangen, war auch Seele und Gemüt mittlerweile reichlich gestärkt, so kam nun der Magen zu seinem Recht. In reichlicher Menge hatte Herr Lynder, der freundliche Schif= fenbergwirt, eine fräftige Erbsensuppe bereitet, die stärksten Antlang fand und den„ Kohldampf" gründlich vertrieb. Husch, husch, das Programm trieb leider weiter. Man rollte also insgesamt den Berg hinab und landete gegen 1 Uhr le biente als Umtleiberaum. in Giezen. Die Boltshalle wieder in Schnell wurden die lästigen Kleider mit der luftigen und ſauberen Sportkleidung vertauscht und noch ein wenig geruht. Nach einstündiger Rast stellte sich alles zum Umzug auf, der leider diesesmal ohne Musik seinen altbekannten Weg durch die Stadt nahm. Dann gings im Dauerlauf auf den Rasen des VfB.Waldsportplatzes, hier hatten sich inzwischen eine Zahl Zuschauer eingefunden, die mit Interesse dem weiteren Programm folgten. Zunächst begrüßte der Jugendleiter des Gaues Gießen Weklar, Herr Busch- Niederweisel, seine Jugend und erteilte anschließend Herrn Prof. Lenz- Gießen das Wort zur Festansprache. Der Redner entledigte sich seiner Aufgabe in seiner und wohldurchdachter Weise, nur dünkt uns, der Gedanken wären zu viel für die jugendlichen Köpfe gewesen, zu ernst wäre der Ton für eine Ansprache an Jungen, die sich Minuten später im ,, Spiel" austollen wollen und sollen. Kurze treffende Worte sprach dann auch noch Herr Happ- Gießen, der Vorsitzende des Bezirks Hessen- Hannover im WSV., im Namen des Verbandes. Nun endlich kam der 2. Teil des Programm, der Spieltag, zu seinem Recht. Es dauerte gar nicht lange, da war auf dem großen Platz alles voller Leben, quirlten weiße, gelbe, blaue, schwarze, grüne, rote Sportanzüge und ihre Träger bunt durcheinander, daß einem schier Angst werden konnte. Selten ge= sehene Geräte, der Medizinball, das Tauziehen, die Reiterkämpfe, Mallauf, Hindernislauf, Ballweitwurf, Schleuderball usw. fam alles zu gleicher Zeit in verschiedenen Klassen zum Austrag. Ein herrliches Bild kräftigen Lebenswillen. Nachstehend bringen wir die Ergebnisse der einzelnen MannErgebnisse: schaftswettkämpfe: A- Klasse: Niederweisel 6 Punkte, Azlar 1. 6 P., Ehringshausen 2. 3 P., Ehringshausen 1. 6 P., Burgsolms 1. 6 P., 1900 1. 5 P., VfB. 1. 5 P., VfB. 2. 5 P. B- Klasse: Burgsolms 2, 5 P., Grünberg 1. 6 P., 1900 2. 6 P., Großen- Bused 1. 5 P., VfB. 2. 4 P., Aẞlar 2. 4 P. C- Klasse: VfB. 2. 5 P., Garbenteich 6 P. D- Klasse: VfB. 6 P., Butzbach 1. 5 P. Als Sieger gingen aus der A- Klasse hervor: Aẞlar, Niederweisel, Ehringshausen, VfB. Gießen, 1900 Gießen, Burgsolms. In der B- Klasse: 1900 Gießen Burgholms, Grünberg, GroßenBuseck, Aßlar, VfB Gießen, Butzbach. In der C- Klasse: VfB. Gießen und Garbenteich. In der D- Klasse: VfB. Gießen und Butzbach. Die siegenden Mannschaften bekamen DFB.- Wimpel und in diesen wieder jeder Teilnehmer das neue WSV.( Verbands-) abzeichen. Gleichfalls bekam jeder Verein, der sich im ganzen Programm aktiv beteiligt hatte, einen Wimpel zugebilligt. Den Abschluß der Veranstaltung bildete ein PropagandaFußballspiel der Senioren - VfB. Gießen komb. Großen- Bused 1. 6: 0( 4: 0). Der Kampf, der sehr fair und sehr flott durchgeführt wurde, sah die Busecker klar im Nachteil. Erstens war die gesamte Stürmer- und Läuferreihe ihres Gegners Liga und zwar Bezirksliga, und zweitens konnte Gr.- Bused nur mit einem Ersatztormann und entsprechenden Ersatzleistungen aufwarten. Dazu kommt, daß die Mannschaft durch einige nicht ganz ersichtliche Urteile des Spielleiters, Herrn Köhler- 1900 Gießen, ge= handicapt wurde, so war z. B. das erste und vierte Tor gar feine regulären Tore. Im übrigen dominierten also die Ligaleute, die noch nicht einmal jede Chance ausnutzten. Besonders in der zweiten Halbzeit verlegten sie das Spiel fast ganz in die Spielfeldhälfte des Gegners. Es war 28 Uhr durch, als dieses Spiel, dem etwa nur noch 200 Zuschauer ihre Aufmerksamkeit schenkten, zu Ende war. Zwischendurch war man auch mit der Siegerverkündung und der Wimpelverleihung usw. an die Jugendlichen fertig geworden. Der Jugendspieltag war er! Noch ein wenig Gedanken Kritik will ich nicht sagen zum Ganzen. Zunächst Hochachtung vor der wieder von nur Wenigen geleiteten Arbeit dieses Treffens, vor allem vor Herrn Busch Niederweisel, bem verdienten Jugendobmann des Gawes. Und dann einiges Befremden, aber recht kräftig. Als erstes sei die verhältnismäßig schwache Beteiligung der Gießener Vereine bloßgestellt- die Führer beider Vereine haben ihr Möglichstes getan, eine Reihe Jugendlicher selbst ist es, die sich zu gut dünken, so etwas" mitzumachen. Meine lieben jungen Freunde, das ist mangelnder Korpsgeist und die Feigheit, für seine Ziele auch öffentlich einzutreten. Und dann wo waren die Wetzlarer und Weilburger? Wo? Ich hörte, darüber werde man sich anderen Ortes noch unterhalten, und ich hoffe, recht bald. Gefreut hat mich u. a. das schmucke und disziplinierte Auftreten eines WSV.- Neuling, des FC. Flensungen- Müde. So hat man so manches gesehen. 3. B. vate ich vor einem Hindernislauf mit derartig gefährlichen Hindernissen für die Zukunft dringend ab es hätten böse Sachen dabei passieren können. - Insgesamt läßt sich ein harmonischer und befriedigender Verlauf dieses 3. Deutsch. Jugendspieltages in Gießen feststellen. Es war ein Tag voller Sonne, voller Waldesluft, voller Luſt und voller Freude ein Stahlbad für die Nerven aller, ein und das sollte es ja Kräftesammeln für den grauen Alltag Burgeleit. sein! - III. Deutsche Kampfspiele. - Neue deutsche und österreichische Höchstleistungen Westdeutschland nur 3. in der 4 × 400 Meter- Staffel Gutes Abschneiden der Westdeutschen. Fern von uns, im Südosten unseres Vaterlandes, haben sich in den letzten Tagen die 3. Deutschen Kampfspiele abge= wickelt. Alles, was deutscher Zunge ist, also von weit über unsere Reichsgrenzen her, hat sich hier und zwar in sämtlichen Sportdisziplinen in ritterlichem Kampfe zusammengefunden und durch die Betätigung für unsere großen Ziele außerhalb des eigenen Verbandes bewiesen, daß der Spruch vom gesunden Denten im gesunden Körper langsam Wahrheit wird. Unser Berichterstatter gibt im folgenden seine Eindrücke wieder: Am Mittwoch, den 25. Juni 1930, morgens 7 Uhr, fiel bereits der erste Startschuß der 3. Deutschen Kampfspiele. Eine der schwierigsten Konkurrenzen der Kampfspiele der moderne Fünfkampf, wurde mit dem Reiten begonnen. Besondere Bedeutung erhielten die 3. Deutschen Kampfspiele durch die überaus zahlreiche Teilnahme der Auslands= deutschen, die in bester Stärke zum Nationaldeutschen Olympiafest einrückten. Bereits am Dienstag trafen die Saarlän= der und Sudetendeutschen in Breslau ein. Stark vertreten waren die Oesterreicher, die mit 120 Mann nach Breslau kamen. Die Danziger Expedition, die insgesamt 130 Teilnehmer und Schlachtenbummler umfaßt, traf am Donnerstag, um 5 Uhr morgens, ein. In den Wettbewerben traten die Auslandsdeutschen voll auf den Plan. land - - Fußballspiel Saarland Schlesien 4: 3( 2: 3). Den Auftakt bildete am Mittwoch das Fußballspiel SaarSchlesien, das vor etwa 3000 Zuschauern zum Austrag tam, und mit einem verdienten 4: 3( 2: 3)-Siege der Saarländer endete. In der 2. Minute gingen die Saarländer durch Theobáld in Führung, doch in der 10. Minute glich Heinisch für Schlesien aus. In der 17. Minute brachte Cziegielski die Schle fier in Führung. Eine schöne Einzelleistung von Gelf führte in der 21. Minute zum Ausgleich für die Gäste. In der 37. Minute brachte Grieger die Schlesier wieder in Führung. Nach der Pause waren die Saarländer vollständig überlegen. In der 57. Minute erzielte Werny das dritte Tor und zwei Minuten später war es Kullmann, der für die Saaländer das 4. Tor schoßz und das Endergebnis herstellte. Der Donnerstag, der erste Tag der Kampfspiel- Tennisturniere, brachte in den Kämpfen um die nationalen Meisterschaften des Deutschen Tennisbundes interessanten Sport. Fast Ueber: alle gemeldeten Größen waren schon eingetroffen. raschungen blieben auch hier nicht aus. Als Auftakt der sechtsportlichen Wettbewerbe fand am Donnerstag ein Städtewettkampf im Säbelfechen zwischen Breslau und Danzig statt. Breslau blieb überlegener Sieger und gewann damit den von Danzig gestifteten Pokal. Deutscher Abend. Die große Kundgebung am Donnerstag abend in der Jahrhunderthalle nahm einen eindrucksvollen Verlauf. Etwa 10 000 Menschen füllten den riesigen Ruppelbau, als Direktor Burkert das Präludium von Sebastian Bach auf der Orgel erklingen ließ. Prachtvoll kamen dann die beiden Breslauer Gaue des Schlesischen Sängerbundes unter Leitung von Bun deschormeister Hermann Behr zu Gehör. Sehr eindrucksvoll war auch der Sprechchor„ ,, Volkstum" der evgl. Jugendbünde Breslaus unter Leitung von Rud. Mirbt. In Vertretung des Reichsinnenministers Dr. Wirth ergriff dann Oberpräsident Lüdemann- Breslau das Wort, um den Dank der Reichsregierung an den Deutschen Reichsausschuß und Nr. 52. alle Helfer und Mitwirkenden der Deutschen Kampfspiele für diese Förderung der kulturellen Aufgaben des deutschen Ostens zu übermitteln. Besonderen Dank sprach er den Auslandsdeutschen für ihr Erscheinen aus. Der Redner wies dann auf die Not des deutschen Ostens hin und gab der Hoffnung Ausdruck, daß das deutsche Volk nunmehr nach der Befreiung des Rheinlandes seine Blide auch mehr nach dem deutschen Osten richten werde. Exzellenz Lewald, der Vorsitzende des Deutschen Reichsausschusses betonte dann in kurzen Worten, mit welcher Freude er das Zusammenkommen der 3. Deutschen Kampfspiele begrüße und sprach seinen Dank der Stadt Breslau und allen Teilnehmern für die Förderung des großen Werkes aus. Die Berechtigung der Deutschen Kampfspiele liege darin, daß sie alle vier Jahre einen gewaltigen Aufruf an die ganze deutsche Jugend richteten, sich zusammenzuraffen und in den Dienst der deutschen Allgemeinheit zu stellen. Unter Leitung von Stadtturnrat MühIner kam dann die Breslauer Schuljugend mit einer flott durchgeführten schwungvollen Körperschule zu Wort und den Beschluß machte wieder Kirchenmusikdirektor Burkert mit der Toccata und Fuge in D- Moll von Johann Sebastian Bach. Unter der Leitung des Schiedsrichters Schiebold( Br. FV. 06) begann am Freitag das Vorrunden- Handballspiel, der Kampf zwischen dem Polizeisportverein Wien und dem Turnverein Vorwärts Breslau. Etwa 3000 Zuschauer waren Zeuge eines fairen, aber sehr harten Spieles, wobei sich besonders die Wiener Polizisten als überraschend gute Mannschaft entpuppten. Die Wiener gewannen mit 9: 3 Toren. Kampfspielmeisterschaft im Gewichtheben. Am Freitag vormittag traten die Gewichtheber in 7 Gewichtsklassen an. Die Kampfspielmeisterschaften gelten gleichzeitig als Deutsche Meisterschaften des Deutschen Athletik- Sportverbandes von 1891. Die Uebungen bestanden aus beidarmig Reißen, Drücken und Stoßen. Die Wettkämpfe wurden. lott abgewickelt. Einige Rebordversuche mißlangen. Von den Westdeutschen konnten Antonie Franz- Dortmund im Fliegengewicht den 3. Platz, Bierwirth- Essen im Halbschwergewicht den 2. Platz und Stanislawski- Düsseldorf in derselben Klasse den 5. Plazz belegen. Moderner Fünfkampf( Schießen). Das Pistolenschießen begann auf dem Kleinkaliber- Schießstand Westend um 8.30 Uhr bei besonders geeignetem Wetter. Um 9.15 Uhr traf der Chef der Heeresleitung, Herr Generaloberst Heye, in Begleitung des Obersten im Reichswehrministerium, von Brauchitsch, und seines Adjutanten ein. Der Herr Chef der Heeresleitung sprach längere Zeit mit dem Kommandeu der Polizeisportschule, Herrn Oberst Wessel und zog einige Fünfkämpfer in ein Gespräch. Gegen 11 Uhr verließ der Herr Chef der Heeresleitung den Schießstand, um auch anderen Konkurrenzen beizuwohnen. Für das Pistolenschießen wurden 20 Schuß gegeben, die auf eine Zehner- Ringscheibe zu schießen waren. Es wurde im allgemeinen durchschnittlich geschossen. Eine hervorragende Leistung war die Schußzahl 191 des Oberltn.Barth, der dem Schles. Reiterregt. 8 angehört und 190 Ringe des Oberlt. Har. Gesamtplazierung nach dem Pistolenschießen: 1. Hax, 2. Schröder, 3. Hölter, 4. Barth, 5. Naude, 6. Kahl, 7. Rosenfeld, 8. v. Plate, 9. Remer, 10. v. Behr, 11. Strempel, 12. Graf Uexküll, 13. Dingelacker, 14. Heydrich, 15. Radke, 16. Berlin, 17. Egelhaaf, 18. Stabenow. Vorkämpfe im Bogen! Vor einem zahlreichen Jugend- Publikum wurden in der Jahrhunderthalle am Freitag vormittag die ersten Vorkämpfe der Kampfspielmeisterschaft im Amateurboren durchgeführt. Hauptversammlung des Deutschen Reichsausschusses in der Aula Leopoldina der Breslauer Fried.- Wilh.- Universität. Bereits zum dritten Male führte der DRA. seine ordentliche Hauptversammlung in den Räumen der Breslauer Universität durch. Dies betonte Conrektor Ehrenberg, der namens des Rektors und der Universität den DRA. willkommen hieß, und darauf hinwies, wie wichtig die Leibesübungsschule für die gesamte Jugend und besonders auch für die berufenen, geistigen Führer des Volkes sei. Vertreter der Reichsbehörden, der Provinz Schlesien, der Bayerischen Staatsregierung ergriffen dann das Wort, um ihren Dank für die zielbewußte Arbeit des DRA. zum Ausdruck zu bringen, und besonders Oberbürgermeister Wagner namens der Stadt Breslau. Die Deutsche Turn- und Sportjugend gebe ihm die Hoffnung, daß es gelingen werde, der großen Schwierigkeiten, unter denen das deutsche Volk zu leiden habe, Herr zu werden. Exzellenz Lewald dankte für die Anerkennung und die guten Wünsche und betonte, daß es sich für den DRA. und seine Ver= bände bewußt um eine Erziehungsarbeit am Volke handelte. Die Deutschen Kampfspiele seien auch weiterhin als Sammlung des deutschen Willens zur Wiedererstarkung des Volkes im besten nationalen Sinne eine Notwendigkeit. Als Ort für die nächste Hauptversammlung wurde Trier gewählt. In einem abschließenden Vortrag verbreitete sich dann Dr. Brandt über die organisatorische Entwicklung der Leibesübungen nach dem Kriege. # Der Reichspräsident von Hindenburg hat an Herrn Oberbürgermeister Dr. Wagner und Staatssekretär a. D. Dr. Lewald zur Eröffnung der 3. Deutschen Kampfspiele folgendes Telegramm gesandt: ,, Den Teilnehmern an den Deutschen Kampfspielen, besonders auch den aus den Nachbarländern herbeigeeilten Turnern und Sportsleuten danke ich herzlichst für ihre Grüße und das Gelöbnis der Trewe. Mögen die Breslauer Kampfspiele ein Fest kraftvoller Jugend und zugleich ein erneutes Bekenntnis zum deutschen Volkstum sein. von Hindenburg, Reichspräsident." Mittwoch, den 2. Juli 1930. Bei gutem Besuch fanden am Freitag nachmittag die ersten, Entscheidungen im Schwimmen statt. Jm 1000- m- Schwimmen für Herren siegte Neigel- Göppingen in 14: 06,3 vor HandSchuhmacher- Dortmund( 15: 07,9), Dritter wurde Wittauer- NeuIsenburg( 15: 12,9). Im Kunstspringen für Herren wurde Riebschläger- Zeitz mit 155,58 Punkten Sieger. Zweiter Stork- Frankfurt a. M. 145,60 Punkte, Fünfter Schumm- Cöln. Jm Brustschwimmen für Herren 400 m- Lauf siegte Schwarz- Göttingen in 6:15 Minuten, Zweiter Künniger- Leipzig 6: 16,9 Min. Rückenschwimmen für Damen 200 m: 1. E. Sasserath- Reyhdi 3:17 Min. Schlagball der Männer. Der Westbund Güterloh- Essen( Eichenkreuz) siegte gegen den Vertreter der DT. mit 38: 4( 33: 0) und dann auch gegen Germania Gleiwitz überraschend glatt mit 12: 3( 5: 3). In den am Freitag nachmittag ausgetragenen leichtathletischen Wettbewerben schied Germing- Osnabrück im 7. Vorlauf für 100 m mit 11,6 Sef. aus. In den Vorläufen für 400 m konnte sich Erbel- Essen für die Zwischenrunde durchsetzen. Das Diskus für Frauen gewann in der Entscheidung Frl. Reu= ter Frankfurt a. M., SC. 1880, mit 35,80 m. In der Entscheidung des Distuswerfen für Männer konnte Paulus- Wetzlar mit 42,62 m nur den 2. Platz belegen, hinter Januasch, Desterreichischer L. A. V., mit 44,02 m. = Jiu Jitsu. Am Freitag nachmittag fielen auch die ersten Entscheidungen im Jiu Jitsu. Im Fliegengewicht wurde Polk( 1. BJC. Berlin) Kampfspielmeister und deutscher Meister des Reichsverbandes für Jiu Jitsu. Im Federgewicht errang Wölfer( SC. Charlottenburg) den Kampfspiel- Meistertitel. Im leichten Mittelgewicht siegte Hoppe( 1. Berliner Jiu Jitsu- Klub). Jm Halbschwergewicht errang überraschenderweise Casch( Deutscher Jiu Jitsu- Klub) die Meisterschaft. Die Kampfspiel- Schießwettbewerber. Bei den Polizeischießständen im Westend begannen am Freitag die Wettkämpfe der Schützen. Während die Polizeischützen und die Kleinkaliberschüßen erst am Sonnabend antreten werden, herrschte bei den Großkaliberschützen bereits regerer Betrieb. Die bisherigen Spitzengruppen in den einzelnen Disziplinen sind folgende: Meisterschaft im Scheibengewehrschießen: a) Feldscheibe 1. Kannegießer, Köln, 225 Ringe, b) Feldscheibe 1. Stöger, Zella- Mehlis, 226 Ringe, 2. Richartz, Köln, 215 Ringe. Meisterschaft von Deutschland im Wehrmanngewehr- Schießen. 1. Kannegießer, Köln, 236Ringe, 2. Richarz, Köln, 212 Ringe. Am Freitag Nachmittag fand die Zwischenrunde im Florettfechten statt und qualifizierten sich u. a. für die SonnabendEndrunde Haim- Offenbach, Mayer- Offenbach und Thomson- Offenbach. Samstag, den 28. Juni. ,, Gießener Zeitung" stellte. Dobermann- Köln wurde mit 13,28 Meter fünfter. Den 5000 Meter Lauf konnte der Heeresmeister Schönfelder- Wünsdorf in der guten Zeit von 15: 29,4 Minuten bei starkem Gegenwind gewinnen. Eine Sensation war die Stabhochsprung- Entscheidung. Wegener- Halle stellte mit 4,055 Meter einen neuen deutschen Rekord auf. Gut in Form war auch der Münsterer Stechenmesser, der 3,80 Meter noch übersprang. 3. wurde Müller- Cannstatt mit 3,70 Meter. Als letzte Konkurrenz im modernen Fünftampf wurde am Samstag vormittag der Geländelauf über 4000 Meter ausgetragen. Die zu durchlaufende Strecke stellte an die Wettkämpfer große Anforderungen, da die Strecke erst am Start bekanntgegeben wurde. So verliesen sich einige Teilnehmer und brachte diese um bessere Plätze, Oblt. Har sogar um den Sieg. Sieger wurde Pol.- Oblt. Kahl vor Oblt. Hax. Die Schwimmwettkämpfe wurden zum Abschluß gebracht. Jm 200 Meter Schwimmen für Herren wurde der Breslauer Schubert mit 2: 27,1 Min. von Balf- Nürnberg sicher geschlagen, der mit 2: 23,7 Min. einen guten Bahnrekord aufstellte. 3. wurde Neigel- Göppingen mit 2: 31,6 Min. Das Kunstspringen für Damen sah die Frankfurterin Kapp vor Borgs- Münster siegreich. 100 Meter Freistil für Damen hatte folgendes Ergebnis: Zu gleicher Zeit wurden weitere Schwimmwettkämpfe ausgetragen. Hier qualifizierten sich für die Entscheidung im 200 Meter Freistil für Herren u. a. Neizel- Göppingen, Handschuhmacher- Dortmund und Witthauer- Neu- Isenburg. Jm Damen 400 Meter Brustschwimmen u. a. Fräulein Baer- Heidelberg. Auch im Jiu Jithu fielen die Entscheidungen. Im schweren Mittelgewicht schlug der Berliner Lindner Rink- Berlin durch Aufgabe nach 6,25 Minuten Kampf. 1. Schneider- Stettin 1: 18,7 Min.; 2. Sasserath- Rheydt 1: 23,8 Min.; 3. Weinig- Frankfurt a. M. 1: 26,2 Min. Turmspringen für Herren: 1. Riebschläger- Zeitz, 2. Schumme Köln, 3. Foest- Breslau, 4. Stork- Frankfurt. " Das Entscheidungsspiel im Handball führte die beiden Vorrundensieger Polizei" Berlin und Polizei"-Wien zusammen. Die Berliner konnten einen verdienten 10: 2( 4: 1) Sieg erringen. Ueberraschend wurde die Mannschaft des deutschen Hochschulamtes für Leibesübungen in Prag Kampfspielsieger im Faustball für Männer. Die Entscheidungen im Ringen brachten in den Samstagkämpfen folgende Sieger: Federgewicht: 1. Lauterbach- Nettschkau, 2. Men- Dortmund; Mittelgewicht: 1. Krämer- Dortmund, 2. Häßler- Göppingen; Halbschwergewicht: 1. Vogedes- Dortmund, 2. Heitmann- Dortmund; 3. Jbach- Barmen; Schwergewicht: 1. Gering- Ludwigshafen, 2. Muß- Dortmund- Hörde, 3. BuchnerKoblenz. In der Vorrunde um den Silberschild im Hockey konnte die westdeutsche Mannschaft die südostdeutsche Mannschaft mit 7: 0 ( 2: 0) verdient schlagen. In der Jahrhunderthalle fand am Samstag abend ein Hallensportabend statt, der einige interessante Entscheidungen und Ausschnitte aus dem gesamten Kampfspielbetrieb brachte. So die Vorfüh rungen der Fechter. Dazu kam die Ringkampfentscheidung im Weltergewicht, in dem Földeak- Hamburg Sieger wurde. Jm Jiu- Jithu wurden 2 Kämpfe ausgetragen. Im Halbschwergewicht gab es ein Unentschieden zwischen Baruffo- Breslau und Clasenapp- Berlin und im Leichtgewicht wurde Neumann- Berlin Kampfspielmeister. Die Boxer führten 3 Zwischenrundenkämpfe durch. Großen Beifall fanden die Reigenvorführungen der Breslauer Radfahrer, darunter war ein Siebziger Flaggenreigen. Im Gewichtheben zeigten 8 Kampfspielsieger, darunter auch der Olympiasieger Helbig- Plauen einzelne Uebungen im Gewichtheben. In den Kämpfen im Fechten wurde im Herren Florettfechten Haim- Offenbach Kampfspielsieger; 2. Thomson- Offenbach; MaierOffenbach. Erwartungsgemäß holte sich die Olympiasiegerin Fräulein Helene Mayer- Offenbach die Kampfspiel- Meisterschaft im Damen Florettfechten; 2. Fräulein Dehlfers- Offenbach; 3. Frl. Haas- Offenbach; 5. Frl. Leonhard- Offenbach; 8. Frl. JüngstOffenbach. Man sieht, Offenbach dominiert, so fördern gute Beispiele...! Der Sonntag. Auf den Polizeischießständen wurden die Schießwettkämpfe beendet. Sieger des 1. Wettbewerbs wurde Spoerer, ZehlaMehlis. Die Leichtathleten zeigten durchweg sehr gute Leistungen. Den Zehntampf für Männer gewann Wessely- Wien mit 7624,50 Punkten, vor Ladewig DSC. Berlin mit 7615,33 Punkte. Im Speerwerfen gab es einen deutschen Rekord mit 65,59 Meter. Nr. 52.. Siegerverkündigung war gleichfalls eine Ehrung des Staatssekretärs Exzellenz Dr. Lewald verbunden, der in diesem Jahre seinen 70. Geburtstag feierte. Sehr eindrucksvoll war bereits der Ausmarsch bei der Siegerverkündigung. Unter Vorantritt von vier Herolden marschierten die Sieger in die Kampfbahn ein, geführt von der deutschen Olympiasiegerin und Kampfspielmeisterin Helene Mayer- Offenbach, die Exzellenz Dr. Lewald mit einem Gedicht begrüßte und als Förderer der Leibesübungen der deutschen Jugend feierte. Oberbürgermeister Dr. Wagner- Bres lau widmete dem Vorsitzenden des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen herzliche Worte der Anerkennung für sein Wirken im Interesse dieser deutschen Nationalfeste und überreichte ihm das Buch„ Schlesien" als Ehrengabe der Stadt Breslau. 100 Meter Laufen, Männer: 1. Schumacher( Kickers) Stuttgart 11 Set.; 2. Schlinsog( VfB. Breslau) 11 Set ,. Brustbreite; 3. Rehn- Saarbrücken 11,1 Set.; 4. Glaser- Wien 11,1 Sek., Brustbreite. Im Stadion tamen in der Leichtathletik bereits mehrere wichtige Entscheidungen zum Austrag. Jm 1500 Meter Lauf siegte der Breslauer Krause in 4: 06,2 Minuten vor dem Danziger v. Kositzkowski in 4:07 Minuten. Der 400 Meter Lauf hatte folgendes Ergebnis: 1. Ruiner- Wien 49,8 Sef.; 2. SchmidtHamburg 50,8 Sef.; 3. Single- Stuttgart 51 Sek. Den Weitsprung für Männer gewann unser Kölner Dobermann mit dem sehr guten Sprung von 7,32 Meter; 2. wurde Sieg- Schöneberg mit 7,16 Meter; den 5. Platz konnte Jllhardt- Lüdenscheidt mit 6,81 Meter belegen. Das Hammerwerfen gewann WagnerStuttgart mit 44,03 Meter vor Wenninger- Zuffenhausen mit 41,03 Meter. Einen harten Kampf lieferten sich die Damen im Hochsprung, den Frl. Steinberg mit der vorzüglichen Leistung von 1,43 Meter gewinnen konnte. Den 4. Platz belegte Frl. Notte- Düsseldorf mit 1,385 Meter. Das Kugelstoßen für Männer sah den Desterreicher Vetter mit 14,38 Meter siegreich, der mit diesem guten Wurf einen neuen österreichischen Rekord auf80 Meter Hürden Laufen, Frauen: 1. Birkholz( DSC. Breslau) 12,7 Sefunden. 110 Meter Hürdenlaufen: 1. Beschehnik( DSC. Berlin) 15,2 Sek.; 2. Langwald( Berliner Sportklub) 15,2, Brustbreite. Speerwerfen: 1. Weidmann- Leipzig 65,59 Meter, neuer deutscher Reford; 2. Stosch- Ratibor 63,95 Meter, neuer deutscher Reford. 100 Meter Laufen, Frauen: 1. Frl. Wittmann( BrandenburgBerlin) 12,7 Sekunden. Hochsprung, Männer: 1. Ladewig( DSC. Berlin) 1,80 Meter; 2. Jllhardt, T. V. Jahn, Lüdenscheidt 1,80 Meter. 4 mal 100 Meter Staffel, Männer: 1. Stuttgarter Kickers 43,1 Sef.; 2. Deutscher Sportclub Breslau 43,3 Sekunden. Druckarbeiten Für die preußische Staatsregierung war der Volkswohlfahrtsminister Hirtsiefer erschienen, der seine Begrüßungsrede an alle Aktiven und an die Bevölkerung richtete. Er gab seiner hohen Wertschätzung der Deutschen Kampfspiele Ausdruck, betonte deren kulturelle Bedeutung und sprach den Wunsch aus, daß der Deutsche Reichsausschuß diese Kampfspiele auch in Zukunft immer weiter veranstalten möge, da sie das Gemeinschaftsgefühl aller Deutschen stärken. Der Minister würdigte sodann die Verdienste Dr. Lewalds und überbrachte ihm die herzlichen Glückwünsche der Staatsregierung. 4 mal 100 Meter, Frauen: 1. Brandenburg 49,5 Sef.; 2. Magdeburg 50 Sef.; 3. DEC. Breslau 50,4 Sef.; 4. GriesheimFrankfurt a. M. 51,4 Sekunden. 4 mal 400 Meter Staffel für Verbände: 1. Norddeutscher Sportverband 3: 18,4 Min.; 2. Verband Brandenburgischer Ballspielvereine 3: 19,2 Min.; 3. Westdeutscher Spielverband 3: 19,3 Min. Bis zum 2. Wechsel führten die Westdeutschen mit ca. 8 Meter, doch ein schlechter Wechsel und auch ein schlechter dritter Läufer, brachte diese um den Sieg. Auch die Sudetendeutschen meldeten sich durch Professor Zeckendorf- Prag zum Wort, der dem Deutschen Reichsausschuß seinen Dank für die Veranstaltung der Kampfspiele aussprach und ihm ein Geschenk aus der sudetendeutschen Heimat, ein Erzeugnis der dort heimischen Glasindustrie, als Ehrengabe überreichte. 10 mal 250 Meter Städtestaffel: 1. Berlin 4: 52,4 Min.; 2.Stuttgart 4: 53,2 Min.; 3. Breslau 4: 54,2 Min. Die Stuttgarter Ridersleute hatten noch bei dem 7. Wechsel einen Vorsprung von etwa 20 Meter. Kampfspielmeister in Faustball wurde Pragerdeutsche Studentenschaft. Den zweiten Platz belegte Sportverein Eisbüttel, den dritten Platz belegte Spielverein Hagen. Ihm schloß sich die Ortsgruppe Breslau des Deutschen Reichsausschusses an. Dann brachte Staatsminister Dominicus ein Hoch auf Exzellenz Lewald aus. das von den Tausenden im Rund der Kampfbahn jubelnd aufgenommen wurde. In seinen Dankesworten stellte Exzellenz Lewald fest, daß die Kampfspiele einen würdigen und glänzenden Verlauf ge= nommen haben. Gemeinsam wurde dann das Deutschlandlied gesungen, und dann erfolgte die Ausgabe der Siegerplaketten an den Maraton- und Zehntampfmeister und an die übrigen Sieger. Auf beiden Seiten des Stadions brannten auf hohem Fanal Marathonfeuer. Es war ein ungemein starker und würdiger Abschluß der 3. Deutschen Kampfspiele 1930 in Breslau. Im Schlagball wurde Kampfspielmeister 1930 ATV. Milkultschütz. Den dritten Platz belegte Westbund Gütersloh- Essen. 4 mal 100 Meter Staffel für Auslandsdeutsche: 1. Saar 43,7 Sef.; 2. Desterreich 43,7 Sef., Brustbreite zurück; 3. Danzig. Recht interessant war der Marathon- Lauf über 42 Kilometer. Zwischenzeiten: 10 Kilometer Wanderer 38:45 Min.; 15 Kilometer Sehr 57,20 Min.; 31,700 Kilometer Sehr 2: 11,31 Std. Ergebnis: 1. Sehr, Dülken 2: 59,44 Std.; 2. Wanderer, Potsdam 3: 4,14 Std.; 3. Hempel, Charlottenburg 3: 12,5,2 Std.; 5. Jaekel, Saarbrüden 3: 14,49 Std. Der alte Gottschling mit seinen 65 Jahren lief noch die ansehnliche Zeit von 4: 16,37 Std. und wurde 18. Schlußfeier der 3. Deutschen Kampfspiele. Die Sstlußfeier der 3. Deutschen Kampfspiele gestaltete sich zu einer macht- und eindrucksvollen Kundgebung. Mit der Vertrag Turnerschaft - Sportverbände tritt in Kraft. Wenn die Ausführungsbestimmungen veröffentlicht sind. In Breslau fand die erste Sigung des Verwaltungsausschusses der Arbeitsgemeinschaft DT.- DFB.- DSBFL. unter Beteiligung von Dominicus, Dr. Thiemer, Steding, Braungart, Breithaupt, Linnemann, Jersch, Hädicke, Schmidt, Kartini, Faber und Dr. Xandry statt. Staatsminister a. D. Dominicus wurde für das erste Geschäftsjahr zum Vorsitzenden, Breithaupt zum Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft gewählt. Für die kommenden Jahre ist ein bestimmter Wechsel angestrebt. Ueber die Ausführungsbestim= mungen des Vertrages wurde nach angeregter Aussprache Einigfeit erzielt. Diese Ausführungsbestimmungen werden sofort den Kreisen der Deutschen Turnerschaft bezw. den Landesverbänden der Sportbehörde zugestellt, damit die Arbeit im Rahmen des Vertrages beginnen kann. Mit der Veröffentlichung dieser Ausführungsbestimmungen treten sämtliche Bestimmungen des Vertrages in Kraft. aller Art für Behörden, Geschäftsleute u. Private fertige ich in jeder gewünschten Ausführung in Schwarz- und Buntdruck bei äußerster Berechnung an. Verlangen Sie Angebote von der Verlagsdruckerei E Erideint Bezugspreis 2,4 Redaktionsschluß früh fendung nicht verlang 43. Jahrg. Rolitija DO Reichspräfident in Neuded( Westpreuz der in Berlin eingetrof Wie aus Mostau fchen der Reichsregier Stellungnahme der B Briands im Gange. Das preußische S faßt, in dem den pre Nationaljozialistischen nistischen Partei verb Die fächsischen Der parteien, fich an de gierungsbildung in S Nach der Ueberna hufvud haben die Lap Die Staatsstreichgefa Statt Unterstützung neue Lasten. Ehrenamtlich tätige Sportbeamte müssen zur Unfallversicherung angemeldet werden. Auf der Suche nach neuen Einnahmequellen hat sich die Reichsunfallversicherung auch den Sport auserkoren. Ein im Jahre 1928 beschlossenes Gesez, das die Unfallversicherung auf sämtliche Einrichtungen und Tätigkeiten des Gesundheitsdien= stes ausdehnt, wird dazu benutzt, um jetzt auch die Sportvereine heranzuziehen. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Volkswohlfahrtspflege dehnte den Begriff„ Tätigkeit im Gesundheitsdienst auf alle Vereine aus, die Leibesübungen Turnen, Leicht- und Schwerathletik, Boxen, Schwimmen, Fußball, Hockey, Handball, Tennis, Golf, Fechten, Wintersport, Wandern und Touristik, Jugendpflege und Gymnastik betreiben. Allen diesen Vereinen ist jetzt die Mitteilung zugegangen, daß die Unfallversicherung sich auf alle in der Verwaltung tätigen Mitglieder erstreckt, wie Vorstand, Kassen-, Schrift, Presse-, Spiel-, Ball-, Fechtwart, weiter auf alle Personen, die als Kampfrichter, Zielrichter, Zeitnehmer, Starter, Ehrenge richtsmitglieder usw. vol! oder teilweise beschäftig sind. Ferner unterliegen der Versicherungspflicht Trainer, Sportlehrer, Turnwarte, Vorturner, Riegenführer, Mannschaftsführer, Spic führer, Kontrolleure, Plazausseher und alles Dienstpersonal. Ausgenommen von der Versicherungspflicht sind nur diejenigen aktiven Mitglieder, die eine Tätigkeit der vorbezeichneten Art nicht ausüben. Die Anmeldung ist gesetzliche Pflicht und kann im Falle des Nichtbeachtens durch Ordnungsstrafen bis zu 1000 Mark erzwungen werden. Gegen diese Maßnahmen tann nicht früh genug energisch Einspruch erhoben werden. Gerade Behörden, die den Dienst an Gesundheit und Wohlfahrt des Volkes zur Aufgabe haben, müßten am besten wissen, welch vorbeugenden Wert für die Volksgesundheit die Leibesübungen haben, und daß deshalb die Vereine, die die Träger dieser Bewegung sind, mehr Unterstützung statt Knebelung und Ausbeutung verdienen. Es ist zu erwarten, daß sich die Vereine und Verbände zu einer gemeinsamen Protestkundgebung zusammenschließen werden, um dieses neueste Attentat auf den freien Willen und freie Betätigung im Keime zu erstiden. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Albin Klein, Gießen Wie ous Mostau herine der jegige S nannt werden. D ändert. Zum Nachfo des Außenfommissars Das ameritanijd von 184 Millionen 13000 Kommun Mostau, 4. J Parteitages wurd Zahlenangaben ü und über die Erg tung, das heißt de mente mitgeteilt. durch die Tschitta 130 000 a Der Ausschlu glied aus der A mitglied aus der der Tschistka der bisher fontrollier säubert", aijo un tommission bemä Methoden im lei gebildeten Angel der Kommunisten Bor ne Riga, 4. Juli. schlüsse sind der Wi linge aus Rußland Ichten Tagen mehr Dorliegenden Mos tagnacht in Most als 5000 Einwoh rechnet man mit in den überfüllten Dom Sowjetger Kowno, 4. J deutsche Pfarrer licher Umtriebe Außerdem wird Di Berlin, 4.7 monatelangem S dium geraten. handlungen rechn ligten Regierunge erwarten, daß sie Der franzöfifche un Doraussichtlich bis Gep In der Nacht fchäfte von verschie schäften wurde die Rheinischen Bolts fen. Die Zerstörun in Mainz. Auf Fa all, und ehe die B gen geschehen und