Nr. 8. gten eine ipruch te tennte end ihres 71. I iſt 80 ein gro ten. usbrach, Grundurchtbare es, die e Rauch ta. Canjas er d. Vier pidimie Cach den ger als dhe zum - bereits ir Folge ereignete rgarbeiter rden. ustrie er 3,2 Milg gleich Mitglied Leute bean den Aufsichts idspilzen Kürzung Dr. May n, Kreis der wirt e ist im iche Erb-elt auf 72 irgendwie ympathisch, ng irgend Sprache be dlich macht. Dor Ueber Sch. hen Spiel ann A.-G. für unser n. Es ist Das Gebiet orzüglichen 30. Auch Derden, wie Monat an ats infolge schlägen, in stürmisch, Bald darauf a zum Mo Gießen. Ben nikum rkm. Abtl. au..- Starkndm.n FlugtBinfung thwarenfabrit italt 6.m.b.5. efucht lage, Jutalfo, Reeuitätsnachw. Ala- Berlin W.35 Gießener Zeitung Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 43. Jahrg. Politische Rundschau. Das Reichskabinett beschäftigte sich mit dem Schritt der Zentralfraktion. Es wurde beschlossen, in den nächsten Tagen eine Parteiführerbesprechung einzuberufen, in der Mitteilung über den Stand der Saarverhandlungen gemacht werden soll. Beim Empfang des Vereins Auswärtiger Presse in Berlin hielt Reichsfinanzminister Dr. Moidenhauer einen Vortrag über Youngplan und Finanzlage. von Brandenburg hat den Magistrat von Berlin um Auskunft ( Gießener Tageblatt) Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen. Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526. Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M. Samstag, den 1. Februar 1930 heim, wo sich das Fliegerlager, Uhlerhorn, wo sich das Munitionsdepot befindet, im rechtsrheinischen Truppenübungslager Griesheim und in Worms. Ferner ist wie bekannt, Bingen nach dem Abzug der britischen Besatzung mit einer Abteilung französischer Truppen belegt worden. Die Zahl der von der Besagung beschlagnahmten Privatwohnungen hat in Mainz und Worms einige Verringerung erfahren. So wurden freigegeben in Mainz von rund tausend bei der Bevölkerung beschlagnahmten Wohnungen 65 selbständige Wohnungen, 61 Teilwohnungen und 84 Einzelzimmer; in Worms: 59 selbständige und 42 Teilwohnungen. ( Neueste Nachrichten) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg., lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. Für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 9 Finanzreform ein Teil der Gesamtreform. Wenn auch die gegenwärtige Erledigung des Reparationsproblems und vor allem die noch weit von einer Lösung entfernte Vereinigung der Ostfragen uns noch lange nicht davon befreit haben, den Fragen der auswärtigen Politik unser besonderes Augenmerk zu widmen, wenn auch ferner das Ringen um den Inhalt des neuen Staates zwar noch nicht abgeschlossen ist, obgleich es uns nicht mehr in dem Maße erschüttert wie im vergangenen Jahrzehnt so spüren wir doch allenthalben, daß Kampf um unser nationales Leben und der Arbeit an den elementarsten Aufgaben des Wiederaufbaues uns nicht widmen konnten, hervordrängen und der Entscheidung harren. - Der Derpräsident it exjught, welche Maßnahmen zur Det: Das thüringische Kabinett gegen den Mungplan. jest ganz andere Probleme, denen wir bisher bei dem politiſchen Alle vorgesehenen lung des Fehlbetrages vorgesehen seien. Sparmaßnahmen müßten unbedingt durchgeführt werden. Gleichzeitig will er wissen, welche Vermögenswerte die Stadt aus früheren Ueberschüssen angeschafft hat und noch besitzt. Die neugewählte Generalsynode in Preußen, die Gesamtvertretung der evangelischen Kirche der altpreußischen Union, die am 22. Februar zu längeren Verhandlungen im Plenarsigungssaale des Reichswirtschaftsrates zusammentritt, wird u. a. den Haushaltplan festsehen und eine Reihe Kirchen- Gesezentwürfe beraten. Die Demonstration der Arbeitslosen in Wien, für die die Wiener Kommunistische Partei eine große Agitation entfaltet hat, verlief ohne besonderen Zwischenfall. In Le Havre ist unter den Seeleuten ein Streik ausgebrochen, so daß der französische Passagierdampfer„ Isle de France", der nach Newyork hätte abgehen sollen, nicht auslaufen konnte. Die Passagiere sind mit einem englischen Schiff abgereist. Der frühere portugiesische Kriegsminister und Befehlshaber des portugiesischen Heereskontingents in Frankreich während des Weltkrieges, General Cordes, ist am Mittwoch gestorben. Nachforschungen nach dem verschollenen französischen Flugzeug, das den Dienst zwischen Nordafrika und Südamerika versah, sind ergebnislos verlaufen. Voranschlagsberatungen. Der Finanzausschusses des hessischen Landtages ist für Donnerstag, 6. Februar, vormittags 10% Uhr, und folgende Tage zur Erledigung einer Anzahl Vorlagen einberufen. Beraten werden die Regierungsvorlagen über Verwendung der im Staatsvoranschlag vorgesehenen Mittel für Straßenneubauten, Unterbringung der Finanzämter in Worms, die Vereinbarung mit der Hefrag und eine Vorlage über die internationalen Meisterschaften der Studenten in Darmstadt 1930. Weiter enthält die Tagesordnung eine Anzahl Anträge und Eingaben. Die Beratungen über den Staatsvoranschlag beginnen im Ausschuß voraussichtlich Dienstag, 18. Februar. 25,6 Millionen Steuerrückstände in Hessen. Darmstadt, 31. 1. Ein für die schwere Not der hessischen Wirtschaft bezeichnendes Bild ergibt sich aus einer Aufstellung, die der Reichsfinanzminister über den Stand der rückständigen Steuern, Zölle und Abgaben am 1. Oktober 1929 im Landesfinanzamtsbezirk Darmstadt( also Volksstaat Hessen) jetzt unterbreitet hat. An Rückständen waren zu verzeichnen bei der Eintommensteuer 5,6 Mill. Mark, bei der Körperschaftssteuer 2,7 Mill. Mark, bei der allgemeinen Umsatzsteuer 1,7 Mill. Mark, bei der Hersteller- und Kleinhandelssteuer 14 000 Mark, bei der Vermögenssteuer 1,4 Mill. Mark, bei der Erbschaftssteuer 4,1 Mill. Mark, bei der Gesellschaftssteuer 149 000 Mark. Insge samt sind bei den Besiz- und Verkehrssteuern 16 Mill. Mart rückständig. Auch beim Sieuerabzug vom Lohn stehen 105 000 Mark aus. Bei den Zöllen betragen die Rückstände 17 Mill. Mark( dabei allerdings einige beträchtliche Nachverzollungen geschmuggelter Waren), bei der Tabaksteuer 1,3 Mill. Mark, bei der Biersteuer 21 000 Mark, bei der Spiritussteuer 7,1 Mill. Mark( auch hier einige Straferhebungen), bei der SchaumweinSteuer 16 500 Mark, bei der Zündwarensteuer 17 802 Mark und bei der Spielkartensteuer 3140 Mart, insgesamt 25,6 Mill. Mt. Das hessische besetzte Gebiet hat die stärkste Besekung. Main, 31. Jan. Nach der Räumung der zweiten rheinischen Besatzungszone hat von der dritten Zone das hessische besetzte Gebiet jetzt auch die absolut höchste Besagungszahl. Sie betrug Mitte Dezember 14 600 Mann; in der Pfallz standen zu dieser Zeit 11 800, im preußischen besetzten Gebiet 7 700 und in dem badischen Kehler Brückenkopf 1 500 Besatzungstruppen, sodaß die Besatzungsstärke noch rund 35 000 Mann beträgt. Garnisonen befinden sich, abgesehen von kleineren Kommandos, in verschiedenen Orten im hessischen besetzten Gebiet zur Zeit in Mainz, Budenheim, Gonsenheim, Weisenau, WackernWeimar, 31. Jan. Das thüringische Kabinett hat gegen eine Stimme beschlossen, den Bevollmächtigten Thüringens vom Reichsrat zu beauftragen, für Ablehnung des Youngplanes zu stimmen. Becker zurückgetreten. Berlin, 31. 1. Der preußische Kultusminister Becker ist zurückgetreten. Zum Nachfolger Dr. Beckers wurde der Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums, Grimme, ernannt. Weber 3 Millionen arbeitslos! be. Berlin. Der Schwerdruck der Arbeitslosigkeit hat nach dem Bericht der Reichsanstalt in der Zeit vom 20. bis 25. Januar noch zugenommen. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der versicherungsmäßigen Arbeitslosenversicherung fanntlich nicht die Gesamtlast der Arbeitslosenunterstützung betrug am 22. Januar rund 2 140 000. Sie ist in der Berichtswoche um etwa 90 000 gestiegen. Am stärksten war die Zu= nahme der Arbeitslosigkeit in Bayern und Schlesien, am schwächsten in Niedersachsen, Nordmark, Westfalen und Rheinland. Nach der üblichen Verhältniszahl zwischen Hauptunterstützung und Arbeitslosigkeit jeder Art insgesamt sind in Deutschland 3,4 Millionen Menschen gezwungenermaßen beschäftigungslos! Eine herrliche Prognose für den Youngplan und den Reichshaushalt 1930! Die Krawalle in Hamburg. Hamburg, 31. 1. Im Anschluß an die heutige Erwerbslojenversammlung bei Sagebiel, an der etwa 3000 Personen teilnahmen, kam es gegen 15 Uhr zu erneuten Zusammenstößen mit der Polizei. Die Demonstranten suchten geschlossen nach dem Holstenplay, dem Schauplatz der gestrigen Reibereien, durchzudringen. Die Polizei ging energisch vor. Die die Straßen säubernden Beamten wurden dabei von Kohlenwagen mit Briketts beworfen. Auch von dem Neubau des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes am Holstenplay warf man wieder mit Steinen und Holzstücken. Die Beamten gaben mehrere Schüsse ab und nahmen etwa 20 Personen in Haft. Nach Angaben der Polizei ist eine Person durch einen Schuß verlegt worden. Bald nach 16 Uhr war die Ruhe wieder hergestellt. Die Berliner Polizei in Alarmbereitschaft! Berlin, 31. 1. Trotz des strengen Kundgebungsverbotes deuten alle Anzeichen darauf hin, daß die Linksradikalen entsprechend den seit langem ausgegebenen Parolen den Versuch machen werden, nicht nur ihre Anhänger, sondern vor allem das große Heer der Erwerbslosen am morgigen Samstag auf die Straße zu bringen. Eine ganze Reihe von Plägen, namentlich im Osten, im Zentrum und in Neukölln, sind auf den beschlagnahmten Flugzetteln als Sammelplätze für Samstagabend 17,30 Uhr angegeben worden und in den Aufrufen befindet sich die bezeichnende Aufforderung„ keinen Zoll zurückweichen". Angesichts dieser Lage, namentlich aber auch im Hinblick auf die letzten blutigen Krawalle in Hamburg sind vom Berliner Polizeipräsidium und vom Kommando der Schutzpolizei umfaſ= sende Vorkehrungen getroffen worden, um Zusammenrottungen im Keime zu ersticken und die Ordnung aufrecht zu erhalten. Für die Schutzpolizei ist von Mittag an die„ große Alarmstufe" angeordnet worden. Kommunistische Propaganda in der französischen Armee. Paris. Nach dem„ Echo de Paris" haben die kommunistischen Elemente des in Hagenau liegenden 12. Artillerieregiments sogar ein eigenes Blatt besessen, das von den fünf verhafteten Regimentsangehörigen heimlich verteilt wurde. Dieses Blatt, dessen Untertitel ,, Kampf- und Schutzorgan der 12. Artilleriekaserne" lautete, haben Beleidigungen der Offiziere und Unteroffiziere enthalten. Zusammentritt des Landesausschusses der Deutschen Volkspartei. Der Landesausschuß der Deutschen Volkspartei Hessens tritt am morgigen Sonntag, 22 Uhr, im Hotel ,, Monopol" in Frankfurt a. M. zu einer bedeutsamen Sigung zusammen. Die Lage nach der Haager Konferenz wird Grundlage der Aussprache sein. Einen breiten Raum werden in den Verhandlungen des weiteren die hessischen Fragen einnehmen, die, nachdem das SofortProgramm der Regierung vorliegt, von besonderer Wichtigkeit sein werden. Die Entwirrung der Wirtschaftspolitik ist unser derzeitiges Schicksal. Es gibt Politiker, die in berechtigter Sorge das ge= genwärtige Jahr 1930 mit dem schwersten der vorangegangenen Nachkriegsjahre, mit 1923, vergleichen und meinen, daß erit der Tiefstand vom November 1923, als die letzten Dämme brachen und die tosende Flut alles zu vernichten drohte, erreicht werden mußte, bis dem in völlige Lethargie verfallenen deutthen Bürgertum geholfen werden konnte. Wir lehnen eine Se aufbeschwörung derartige: Kotastrophenzustände entschieden ab und wollen nicht noch einmal wie der„ Reiter über den Bodensee" über verschlingende Abgründe taumeln; trotzdem seher. wir voller Bitterkeit, wie der Wille zur Tat sich auch jetzt nicht durchsetzen und zu einigender Kraft kommen will, ohne den sehr wohl das Katastrophenjahr von 1923 sich wiederholen könnte. Wirtschaftspolitik ist jetzt unser Schicksal. Diese Erkenntnis ist allgemein; doch umstritten ist der Weg und lähmend wirkt die Verwirrung unseres politischen Lebens, die Willens und Tatenlosigkeit der Mehrheiten in Parlament und Regierung. Dede Kompromisse und taktische Erwägungen sind das beliebte Spiel geworden, um großen vorwärtstreibenden Entscheidungen und Lösungen auszuweichen. Stück und Flickwerk ist an Stelle organischer Arbeit getreten. Ein typisches und zugleich abschreckendes Beispiel hierfür ist die entsetzliche Pfuscherei in der Finanzpolitik der letzten, ins besondere der allerletzten Zeit. Daß Finanzreform die drängendste Aufgabe ist, ist niemandem mehr zweifelhaft, daß die Finanznot aber nur ein wenn auch gegenwärtig das am grelligen beleuchtete Stück unserer Gesamtnot ist, ist noch nicht Gemeingut unserer Politiker geworden. - Finanzreform ist ein Stück der Gesamtreform. Eine isolierte Behandlung ist unmöglich. Jetzt, wo die, außenpolitischen finanziellen Verpflichtungen festgelegt sind, ist der Weg frei geworden für die Gesamtreform unseres innerstaatlichen Lebens. Unmöglich ist die Wiederholung der dilettantischen, ideenarmen und willensschwachen Methoden der letzten Monate, in denen Behebung der Kassennot mit Finanzreform, gleichgesetzt würde, wo in dem Taumeln von Ultimo zu Ultimo sich unsere Kraft verzehrte. Jetzt ist der Weg frei: r beg einer großen und Finanzreform heißt Wirtschafts- und Staatsreform. Wenn auch der Weg einer großen und in gewissem Sinne endgültigen Finanzreform nur in Etappen gegangen werden kann, so muß der Plan für den ganzen Weg bereits am Anfang feststehen. Wenn auch am Anfang der Reform Behebung der Arbeitslosigkeit und Ankurbelung der Wirtschaft durch Ausgabenabbau und Steuersenkung steht, so ist der nächste, jetzt gleichermaßen schon festzulegende Weg der Finanzreform die Befreiung der Wirtschaft von den zahllosen Zwangsmaßnahmen, die ihre Arbeit zufolge der Gesetze der jüngst vergangenen Jahre lähmen. Wir brauchen die Sicherung wirtschaftlichen Arbeitens im Sinne des Artikels 153( Entschädigungsanspruch bei unmittelbarer aber auch unmittelbarer Enteignung) und des Artikels 164( Suz des Mittelstandes). Wo bleiben die Ausführungsgesetze zu diesen Verfassungsbestimmungen? Aber auch zur Staats- und Verwaltungspolitik greift die notwendige Reformarbeit hinüber; denn endlich muß der endgültige Finanzausgleich vorbereitet und geschaffen werden. Die Vielseitigkeit der hier vorliegenden Probleme, das sofortige Hinüberspielen auf das Gebiet der deutschen Frage, darf uns nicht abschrecken, dieses heiße Eisen onzupacken. Ohne endgültige Klärung des Lastenausgleiches zwischen Reich, Ländern und Gemeinden, wobei zweifellos das Schwergewicht von den Ländern auf die Kommunen wird ver= legt werden müssen, ist überhaupt keine sparsame und rationelle öffentliche Wirtschaft denkbar. Undenkbar ist ferner eine finanzielle Ersparnis ohne tiefgreifende Bereinigung unserer maßlos übersteigerten Verwaltung. Eine starke Rationalisierung der Arbeit im Sinne einer Aufhebung entbehrlicher Zwischeninstanzen und Verlegung des Schwergewichtes der Kleinarbeit von der Zentrale nach den unteren Verwaltungsbezirken ist unerläßlich. Unerläßlich iſt ferner zunächst wiederum vom finanziellen Standpunkt geschen die Parlamentsreform. Ein verarmtes Voll tann sich den Lurus um nicht zu sagen, den Jrrsinn von vielen Dugenden von Ministern und mehreren Tausenden von AbgeP - Samstag, den 1. Februar 1930. ordneten( wobei die kommunalen Parlamente noch gar nicht mitgerechnet sind) nicht leisten. Bei der Palamentsreform fommen wir gleichzeitig zur Reform des Wahlrechtes und des parfamentarischen Systems überhaupt, ohne die eine Aufrüttelung der Geister aus dem Marasmus heraus zu politisch verantwor= tungsbewußten Persönlichkeiten nicht mehr möglich it. Also Reform des Staatsethos. So weitet sich der Blick von einer Einzelfrage zum großen Ganzen unseres staatlichen Daseins. Das Ziel ist klar. Wege gibt es genug. Was fehlt, ist der Wille zur Tat. Möge er bald kommen, noch ehe die sausende Talfahrt unseres Staatswagens uns an jene gefährliche Stelle bringt, an der wir im November 1923 angelangt waren! Der Ausschuß zur Förderung der Bestrebungen auf Erlaß einer Amnestie aus Anlaß der Rheinlandräumung. Art V der französischen Note vom 29. August 1929, die das Hauptstück der politischen Vereinbarungen des ersten Haager Abkommens darstellt, besagt, daß die beteiligten Regierungen ., aus Anlaß der Räumung der besetzten Gebiete eine Amnestie Für Handlungen erlassen werden, die mit der Besetzung im Zusammenhang stehen",„, wobei in weitem Maße dem Geiste der Versönlichkeit und Befriedung Rechnung getragen werden soll." Soweit es sich um Urteile deutscher Gerichte handelt, wird diese weitherzige Räumungsamnestie wiederum, wie die Londoner Amnestie vom 1. September 1924, nur den Deutschen zugute kommen, die während der Notzeit 1918-1924 den ehemals feindlichen Regierungen Vorschub geleistet haben.( Separatisten 2c.) ,, Gießener Zettung" Der Weg der Entschuldung. = Von Dr. Karl Klein Buchschlag. Der Aufsatz„ Entschuldung durch zinsfreie Hypothek" hat begreiflicherweise großes Interesse erweckt. An den Verfasser sind von den verschiedensten Seiten Anregungen herangetreten, einige Erläuterungen über den Gang der Entschuldung zu geben. Diesem Wunsche wird gern entsprochen, dabei aber auch nochmals auf den Weg der eingehenden schriftlichen oder mündlichen Befragung bei der Deutschen Bau- und Siedlungsgemeinschaft( D. B. S.) e. G. m. b. H. in Darmstadt, Heinrichstraße 2, verwiesen, der ja auch von einer erheblichen Zahl von Interessenten eingeschlagen wurde. Diesen Anlaß benutzt der Ausschuß zur Förderung der Beftrebungen auf Erlaß einer Amnestie aus Anlaß der RheinLandräumung, um in einer erneuten großen Eingabe an Reichsregierung u. Reichstag den Erlaß einer wirklichen Befriedungsamnestie für alle Deutschen zu fordern, die aus Anlaß der uncuhigen Jahre 1918-1924 gegen das formale Recht verstoßen haben, insbesondere die staatstreuen Elemente, die in höchster Not des Staates 1923 die Verräter bekämpft und dabei dem Buchstaben des Gesetzes zuwidergehandelt haben. Der Ausschuß tritt völlig überparteilich für eine gänzliche Vereinigung der Unruhekomplege von 1918-1924 und der daburch geschaffenen besonderen Kriminalität ein. Der Ausschuß hat jetzt einen Gesetzentwurf ausgearbeitet, ber nach Ansicht des Ausschusses den Bedürfnissen solcher BeFriedungsamnestie entspricht. Der Eingabe ist eine ausführliche Denkschrift beigefügt, die das Gesamtproblem der Befriedungsamnestie behandelt. Zunächst dürfte aber eine Betrachtung über die heutige Lage des Hypothekenmarktes vorauszuschicken sein. Die vom Verfasser in dem früheren Aufsatz angedeuteten Befürchtungen über wachsende Schwierigkeiten der Hypothekenbeschaffung und Steigerung des Zinsfußes haben sich leider schon mehr als be stätigt. Vor kurzem ist ein Aufsatz durch die Blätter gegangen mit der Ueberschrift„ Börsenderoute und Hypothekenkrise", der mit dürren Worten folgendes besagt: Nr. 9. ken, daß es bis zum 1. Januar 1932 nur noch wenig über zwei Jahre sind. Für ihn ist es ratsam, möglichst bald durch Einzahlung die Darlehensanwartschaft zu erlangen. Wenn er 10 Prozent des von ihm gewünschten zinsfreien Darlehens einbezahlt, gelangt er sofort in die Reihe der Darlehensanwärter und rückt dann seinem Range nach zur Darlehenszuteilung vor. Nach Einzahlung von 10 Prozent des beantragten zinsfreien Darlehens muß er jeden Monat die Pflichtleistung von 1,50 Rmf. für 1000 Rmt., wie oben näher ausgeführt, weiter entrichten. Da der Schuldner der Aufwertungshypothek noch über zwei Jahre Zeit hat, braucht er die 10 Prozent zur Erlangung der Darlehensanwartschaft, also 400 Rmt. für 4000 Rmt., 600 Rmt. für 6000 Rmt. und 800 Rmt. für 8000 Rmt. nicht unbedingt auf einmal zu entrichten. Diesen Betrag kann er auch in mehreren Raten einbezahlen. Was er durch langsame Einzahlung der 10 Prozent in Raten an Zeit der Darlehensanwartschaft verliert, kann er nachher durch Verdoppelung oder Verdreifachung des monatlichen Mindestbetrages wieder einholen. „ Die Lage des Hypothekenmarktes hat sich bedenklich zugespitzt. Zunächst waren die Hypothekenbanken zur Einstellung ihrer Beleihungstätigkeit gezwungen, weil weder das Jniand noch das Ausland deutsche Pfandbriefe kaufen will.... Von großer Bedeutung für die Finanzierung des Wohnungsbaues waren bisher die kommunalen Sparkassen. Deren Mittel für die Bauwirtschaft werden aber ständig geringer, weil die Kommunen zur Deckung ihrer Defizite auf die Mittel der Sparkassen zurückgreifen... So steht der Wohnungsbau vor einem fast völlig geldleeren Kapitalmarkt." Jeder Entschuldungssparer hat es in der Hand, durch die Höhe seiner Einzahlung die Darlehenserlangung zu dem von ihm gewünschten Zeitpunkt herbeizuführen, weil er durch Erhöhung seiner monatlichen Beiträge für sich einen Vorrang schaffen und somit eine Beschleunigung bewirken kann. Sehr bald nach Beginn seiner Spartätigkeit wird er genau gewahr, wie er seine Einzahlungen einzurichten hat, um in der ihm verfügbaren Zeit zu dem gewünschten Erfolg zu kommen. Was hier von der Hypothekenbeschaffung für den allgemein bevorzugten Wohnungsneubau Ungünstiges berichtet wurde, kommt noch viel mehr für die Erlangung von Hypotheken ir Betracht, die der bisherige Haus- und Grundbesitz aufnehmen will. Wenn es sich bei dieser als„ Hypothekenkrise" bezeichneten Lage auch um einen mehr augenblicklich besonders zugespihten Zustand handelt, so ist doch an eine erhebliche Besserung kaum zu denken. Vielmehr wird, wenn die vorübergehende Ueberwindung des Krisenzustandes gelingt, eine langsame und allmahliche Verschlechterung statt der Besserung nachfolgen. Gegenüber dem Versagen der Realkreditinstitute und der allgemeinen außerordentlichen Knappheit an Mitteln zur Beleihung von Haus- und Grundbesitz ist die Bausparkasse die einzige Einrichtung, die noch und immer wieder erhebliche Gelder zur Darlehenszuteilung zur Verfügung hat. Die Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft( D. B. S.) hat vor kurzem wieder Darlehen im Gesamtbetrage von rund 2½ Millionen Reichsmark vergeben und wird binnen kurzer Zeit zu einer Darlehensvergebung in ungefähr gleicher Höhe schreiten. Die bisherigen Amnestiegesetze haben den abschließenden Schlußstrich für die Notzeit 1918-1924 nicht gebracht, weil sie einmal alle Tötungsverbrechen von der Amnestie ausschließen und sodann sich nur auf abgeurteilte Fälle erstrecken, also die Aufrollung neuer Prozesse wegen der alten Vorgänge nicht verhindern. Die Denkschrift behandelt die einzelnen UnruheLompteze und kommt zu der erschütternden Feststellung, daß Heute noch Zehntausende von Deutschen auf der linken und rechfen Seite in einer Ungewißheitslage leben, ob sie nicht wegen Ergendeiner Tötungshandlung im Zusammenhang mit der Unuhezeit 1918-1924 verhaftet und wegen Mordes oder TotSchlags verfolgt werden. Die Rheinlandräumung und die von amfeven Gegnern uns aufgezwungene Verräteramnestie dürfte ber willkommene Anlaß zur Gewährung einer wirklichen BeFriedungsamnestie für alle Deutschen für die Jahre 1918-1924 fein. Der Ausschuß, dem Männer und Frauen aus allen Kreifen der Bevölkerung angehören, erbittet die Amnestie als letzte moralische Gabe an das besetzte Gebiet. Zentrumsantrag zur Stügung des Roggenmarktes. Die Zentrumsfraktion des Reichstages hat, gemeinsam mit ber Bayrischen Volkspartei, einen Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, beschleunigt den Entwurf eines Rog. genbrotgesetzes vorzulegen, das den Genuß von wirklichem Roggenbrot sicherstellt und dadurch gleichzeitig zur Stützung des Roggenmarktes beiträgt. Ernst Morik Arndt und das deutsche Vaterland. Samstag, Die Ar Die Na Deffentlichte auffallendes Aufgabe de fich diefe po möge zur B gewiffenloje Es wuth Proben von terfuchungsam folgende: Mehl, Konditor tonje Wurft Milch u Butter Marga Wein Bier Kaffee, Waffer Effig, 6 Die Zahl Bon jäm 65 Proben= Wie die Auf Teil der Unt ter wurden 1 beamten vor dächtig ersch Dem Verfasser ist von verschiedenen Seiten nahegelegt wor den, sich darüber zu äußern, daß das niedrigste Darlehen der D. B. S. 4000 Rmt. betrage, während an kleineren und auch mittleren Plätzen die Aufwertungshypothek von 25 Prozent sehr oft unter 4000 Rmt. Heruntergehe. Der Nehmer des zin freien hypothekarischen Darlehens kann den die Aufwertungshypothek übersteigenden Betrag des Darlehens zur Vornahme von gründlichen Reparaturen, behufs völliger Instandsetzung seines Hauses, was die meisten Häuser sehr nötig haben, oder zur Erstellung von Nebenbauten verwenden. Es wird ihm sehr willkommen sein, dies auf eine so günstige Weise vornehmen zu können. Zum Schlusse sei noch kurz erörtert, welche Sicherheit die Bau- u. Entschuldungsbausparkasse gewährt. Als gemeinnütziges Unternehmen macht sie keine Gewinne und geht auch keinerlei Geschäfte ein, die Gewinne abwerfen sollen, aber weil sie mit Risiko verbunden sind zu großen Verlusten führen fönnen. Ihre Aufgabe ist nur die immer fortgesetzte Darlehensvergebung an sparende Mitglieder. Jm Gegensatz zu allen anderen Geldinstituten übernimmt sie keine Verbindlichkeiten und macht keine Schulden, aus denen sie eines Tages haftbar gemacht werden könnte. Die Gemeinschaftsbausparkasse ist nur die Durchgangsstelle für zinsfreie Darlehen, die auf Goldmartgrundlage an erster Stelle sichergestellt werden und deren Rüdzahlungen, verbunden mit den ständig eingehenden Spargeldern. immer wieder der Darlehensvergebung zufließen. Nun zum Gang der Erlangung eines zinsfreien Darlehens: Es kommt ganz darauf an, wann die zinsfreie Hypothek benötigt wird. Wird die bisherige Hypothek erst in 6 bis 8 Jahren fällig, so genügt es, den Weg der Mindestleistung, dic auch Pflichtleistung ist, und auf alle Fälle immer bezahlt werden muß, einzuschlagen. Es braucht dann als Mindestleistung nur 1,50 Rmf. für 1000 Rmt. im Monat bezahlt zu werden. Das ergibt monatlich 6 Rmt. für 4000 Rmt., 9 Rmt. für 6000 Rmt., 12 Rmt. für 8000 Rmt., 15 Rmk. für 10 000 Rmk. us. Es kann übrigens heute jede Hypothek einer Hypothekenbank oder Sparkasse, die nicht eine längere Laufzeit hat, vom Hypothekenschuldner abgelöst werden. Sparkassen oder Hypothekenbanken nehmen den Betrag des hypothekarischen Darlehens jederzeit gern zurück, da sie ihn sofort zu einem höheren Zinssatz anderweitig ausleihen können. Bekommt also der Entschuldungssparer seine noch längere Jahre laufende höchstverzinsliche Hypothek satt, und will er sie früher in die zinsfreic umwandeln, so braucht er nur einfach seine monatlichen Einzahlungen auf das Doppelte oder Dreifache zu verstärken, um so früher zur Erlangung des zinsfreien Darlehens und Ablösung der Hypothet mit den hohen Lasten zu kommen. Ernst Morik Arndt steht, wie sein großer Zeit- und Streitgefährte, der Reichsfreiherr vom Stein, an einem Wendepunkt ber Zeiten, wie auch die Gegenwart sie erlebt. Die damalige wie die heutige Welt sucht auf allen Gebieten des menschlichen Lebens neues Land. In solchen Katastrophen der Geschichte teht die lebende Generation in der zu Ende gehenden Epoche und ihren Vertretern oft nur das Ueberlebte, das Erledigte, das Schlechte, in sich selbst die einzige Hoffnung, das Zukunftssichere, Das Gute, sie denkt in absoluten Gegenfägen. So galt einem Fichte( vergl. Müsebed, Meister der Politik III., G. 123) die Aufklärung als das Zeitalter der vollendeten Gündhaftigkeit, des raditalen Egoismus. Er selbst schuf und brachte den neuen gewissen Geist eines guten und vollkommenen Reiches. So Tonnte seine Rade ,, über den Begriff des wahrhaftigen Krieges" die Erscheinung des Feindes nur begreifen als alles Böse, gogen Gott und Freiheit Feindliche, was seit Beginn der Zeit bekämpft worden ist von allen Tugendhaften, zusammengebrängt, und auf einmal erschienen, ausgestaltet mit aller Kraft, bie das Böse haben kann." Und er fragt: Wozu?„ Auch alle Kraft des Guten, die jemals in der Welt erschienen ist, soll sich bereinigen und es überwinden. Dies ist das große Schauspiel, welches meines Erachtens dieser Zeit vorbehalten ist." Der Prophet des Guten", der Vertreter des Glaubens an die Zukunft seines Voltes, war Ernst Morig Arndt. Er ist vor 160 Jahren, am 26. Dezember 1769 in Groß- Schoriz auf der Insel Rügen geboren; wie Martin Luther, so konnte auch er sagen, men Vater, mein Großvater, und meine Ahnen sind alle echte, rechte Bauern gewest." Auch in seinem Aeußeren erinnerte er an den großen Dottor Martinus, in dem die Kraft, die Größe und die Einfalt des deutschen Mannes vereint waren, wie nie vorher in einem einzelnen Menschen. Mit Luther hatte er die unterJetzte Gestalt, das flammende, bohrende, braune Auge gemein. Der Schuldner einer Aufwertungshypothek muß daran denLiebe zu einer großen Gesamtheit, die Aufopferung für die Gesamtheit fehlt, die Idee der Gemeinschaft und des Vaterlandes fehlt, die dauernd größte für ein Volt." Und flingt es nicht uns entgegen, als sei es für unsere Tage bestimmt, wenn er im Geist der Zeit( 1805) ruft: Ernst Moriz Arndt war ein Weihnachtskind, und bei der Art, wie er auch später auf bestimmte Tage und auf glückliche Borzeichen Wert legte, ist es mehr als wahrscheinlich, daß das Datum feiner Geburt auf sein Gemütsleben einen bestimmenden Einfluß gehabt hat: Das Christentum bedeutet ihm eine der michtigsten Lebensmächte. Die andere Lebensmacht war ihm das Deutschtum. Trüb Find ihm die Aussichten für das deutsche Volk. Im Jahre 1802 flagt er: ,, Ein Volt, das hundert Herren hat, kann nicht glücklich jein noch groß, weil ihm das Bewußtsein der Stärke, die ,, Ein Mensch ist selten so erhaben, daß er äußere Knechtschaft und Vernichtung dulden tann, ohne schlechter zu werden, ein ganzes Bolf ist es nie." Dann seine bitteren Klagen und laute Anklage: Der Verfasser wurde gefragt, wie es komme, daß die Bansparkasse auch zinsfreie Darlehen zur Ablösung von Hypothe ken gäbe, da sie doch eigentlich nur zum Bauen da sei. Der Hauptzweck ist die Entschuldung und Befreiung von der Schul denlast. In diesem Bedürfnis stehen sich alter und neuer Hausbesitz gleich. Es gilt, durch Entschuldung zu wirtschaftlicher Unabhängigkeit und Freiheit zu gelangen. Es ist das Bestreben, jeden Deutschen zum wirklichen Eigener auf freiem Grund und Boden zu machen. Ich habe Tränen geweint über die Zeit und das Geschlecht; des Gefühls und des Nachdenkens zerstörender Reiz will mir ringend die Brust zersprengen. Ich muß reden, das Herz zu erleichtern, 3orn belebt das Herz, das im Jammer erstarren würde." Die Weihnachtskrankheit. Die„ Berliner Aerztekorrespondenz" veröffentlicht den nach stehenden Bericht aus dem Tagebuch eines Reinidendorfer prattischen Arztes, der Kenntnis gibt von einer Weihnachtskrank heit, die mit dem zweiten Tage des neuen Jahres vollkommen erloschen ist. Der Bericht lautet:„ Vor Weihnachten war es außerordentlich ruhig in der Praxis, wie in den Sommermona ten. Plötzlich, am 20. Dezember, sette ein Sturm auf die Sprech stunden ein, der eine neue Grippeepidemie befürchten ließ. Auffällig war aber schon, daß Besuche in der Wohnung der KranDie Zukunft Deutschlands war der Inhalt seines Dentens. Zwei Mächte rangen um die Vorherrschaft: Oesterreich und Preußen, Habsburg und Hohenzollern. Nur ganz allmählich findet er Berständnis für den preußischen Staat. Ein Kind der Natur, wie er war, brauchte er lange Jahre, um die Vorurteile seiner schwedisch- pommer'schen Heimat zu überwinden: die unflare Begeisterung für das Land der Wälder und der Freiheit, Standinavien, und den Widerwillen gegen dies ärmliche, nüch terne Preußen, das mit seinem verstandestalten Friedrich" doch allein die Spaltung Deutschlands verschuldet habe. Für Arndt war der Staat Friedrichs des Großen mit seiner Zentralisation, seinem Absolutismus geradezu die politische Berkörpe rung der Aufklärung, die er so ingrimmig haßte. Erstaunt lesen wir: ,, Wir Deutschen, wenn wir uns als Volk ansehen, haben uns dieses Königs wenig zu erfreuen gehabt, ja teiner hat uns so geschadet, nicht bloß scheinbar, sondern wirklich." Er geht noch weiter:„ Mit schneidendem Hohn hatte Friedrich der Welt die starrenden Züge des Todes im Antlig des deutschen Reiches" gezeigt." Das war nach Arndt's Meinung ein schweres Vergehen. werden, der Geist der Gewalttat und Lüge durch den Geist der Gerechtigkeit, Wahrheit, der Freiheit, der Einigkeit: Das ge samte Germanien, voran seine Fürsten, muß, wie einst unter Hermann, dem Cherusker, das Joch der Römer zerbrechen. Wenn jeder einzelne sich herrlich fühlt, das Bolt wür digt, das Gesetz heilig, das Vaterland unsterblich, die Für sten edel dann fürchtet Euch nicht: Die Welt ist gerettet." Inzwischen ist die Schlacht bei Jena geschlagen, der Staat Friedrichs des Großen zusammengebrochen. Und nun findet Arndt den Weg zum preußischen Staat: In allen Staaten und Völkern gibt es etwas Dunkles und Geheimes, das ihrem innersten Leben gleich ist, und worin das Ganze wie an unsichtbaren Banden gehalten wird: Die letzte Religion, das innigste Notwendigkeitsgefühl, das unerklärlich zieht und hält. In Deutschland war diese letzte Religion der Name Kaiser und Reich. Durch Friedrich ist diese Religion zerstört und er hat die dunkle Ehrfurcht zuerst lächerlich gemacht." Aber für Arndt tam der Tag von Damaskus, aus dem Austerlitz brach am 2. Dezember 1805 der österreichische Kaisereifernden Saulus sollte ein begeisterter Paulus werden! Bei staat zusammen. Was nun? War dies Deutschlands Ende? Wie ist zu helfen? Der böse Geist kann nur durch den guten Geist überwunden ,, Nie ist die Teilnahme an einem Kriege größer gewesen, nie ist einer mit heißeren Tränen und Gebeten eingesegnet, nie hat höhere Ehre, höheres Heil in irgendeinem auf dem Spiele gestanden als in diesem. Es war tein Krieg mehr um kleine Ländchen, um kleinere Fürstenvorteile, um bürgerliche Händel; es war ein Krieg um Ruhm und Unabhängigkeit, um Ehre und Freiheit einer halben Welt." Nie hat man die Deutschen, nie die Preußen lebendiger gefühlt. Der Hohn war so brennend, die Erinnerung glor reicher Taten und Leiden unter dem gewaltigen Friedrich so frisch, das Vertrauen auf den preußischen Adel so sicher, daß man die Gefahr des ungleichen Kampfes, die fürchterlichen Mittel und die Kriegsart des Gegners und den Ge brauch, den er davon machte, nicht wog. Man wog die Notwendigkeit, die Gerechtigkeit und Heiligkeit des Streites. Es war eine Empfindung, ein Zorn, ein Glaube, ein Ver brawen des ganzen Volkes." Als trotz der Niederlage Friedrich Wilhelm III. in Bartenstein den Entschluß faßte, den Krieg fortzusetzen, da jubelte Arndt ihm zu: Schaften von Stunden Sto fälschung, i hebliche Ge nis verhäng Außerde trieben und mittel zum 1. 8. auch in herstellungsra mäßige Beha erhebliche M ,, Dank Dir, braver König! So nur herrschest Du Deiner großen Ahnherren wert! Das Unglüd schwebt über jedem Sterblichen Haupte, auch über der Könige Häuptern. Standhaftigkeit erhält, Tugend rettet oft, auch wo es am verzweifelsten ist; und wenn alles fallen soll, so muß der König und Herr glorreich mit fallen und vergehen, ehe er in Schande willigt; von dem Unglück rettet endlich der Tod, von dem Schlimmsten, von Schande, weder Leben noch Tod. Halte das Herz empor und die Hoffnung! Deine Untertanen, die Dein bleiben, werden Mut fassen, und Rache und Mut wird jede Brust entflammen und jeden Arm bewahren gegen Unrecht und Uebermut. Halt aus, König in Preußen! Dein Volk hinter Dir tann noch wieder erstehen und den mit Ehre in Berlin einziehen sehen, den Bonaparte zu einem seiner Unterfönige machen möchte." Ja, so start ist der Glaube des tapferen Mannes an Gottes Gerechtigkeit und Deutschlands Zukunft, daß er jetzt, wo Preußen unter den Fängen des Siegers zu verbluten scheint, den Grundriß zu seinem Neubau des Reiches entwirft. Dorbener Fle und der Ab fen nicht in den Krant in allen& Teiden u. oder wenig es nun nid genauesten" fchreibung ni bei weiblich lichen mit Dezember, g frant geschr Bestätigung bei 45, die bung abgel feit von ü Es ist Der linksde Das Blatt Vor- und N geschehe so Jch müljen lernen den ge und die Rhein muffen Dem Ni endlid nicht perdor bes 3 Sorglo und G teit un Grade tet, da Es ti bruch und Im 2 das g Jahr Preuß Arndt warmem eine heit d Don 1806, erforschliche Des Alten Armot S. Di nen water madhe feiner dem, ten, G helm V Mund verlan Nr. 9. nig über zwei ld durch Ein 1. Wenn er Darlehens ein ehensanwärter Szuteilung vor ten zinsfreien ung von 1,50 , weiter ent het noch über r Erlangung 0 Rmt., 600 nicht unbe En er auch in ame Einzah hensanwart ng oder Ver Der einholen. zu dem von er durch ErSamstag, den 1. Februar 1930. ,, Gießener Zeltang" Die Arbeiten der Nahrungsmittelpolizei in der Stadt Gießen im Jahre 1929. Kontrolle der Nahrungsmittel. Die Nahrungsmittelkontrolle wird im allgemeinen in der Deffentlichkeit wenig bekannt. Hin und wieder verschafft ein auffallendes Gerichtsurteil einen Einblick in diese wichtige Aufgabe der Polizei. In welchem weit größeren Umfang aber sich diese polizeiliche Tätigkeit im Laufe eines Jahres auswirkt, möge zur Beruhigung der Bevölkerung und zur Warnung an gewissenlose Händler nachstehende Schilderung zeigen: Es wurden im Jahre 1929 vom Polizeiamt Gießen 517 Proben von Nahrungs- und Genußmitteln dem Chemischen Untersuchungsamt Gießen zur Nachprüfung übergeben. Es waren folgende: Mehl, Bad- und Teigwaren Konditoreiwaren, Fruchtsäfte, Obst und ObstKonserven 13( 1) nd, durch die Wurst- und Fleischwaren Milch und Milchkonserven 22( 9) 43( 1) 355( 40) Butter und Käse Margarine und sonstige Fette und Dele Wein und Obstwein Bier- und Branntwein 23( 4) 4(-) 12( 2) 6( 2) Kaffee, Tee, Kakao und Schokolade 4(-) Wasser und Mineralwasser 8(-) Essig, Gewürze und Spezerei waren inen Vorrang tann. Gehr enau gewahr, der ihm ver nen. egelegt wor Darlehen der en und aud 25 Prozent mer des zin Aufwertungs zur Vornahme Instandsetzung g haben, oder Es wird ihm ise vornehmen Sicherheit die gemeinnütziges auch keinerlei weil sie I führen föne Darlehens at zu allen bindlichkeiten ages haftbar rtasse ist nur uf Goldmart d deren Rüd 1. Spargeldern. daß die Ban von Hypothe da sei. Der n der Schule und neuer zu wirtschaft: Es ist das er auf freiem t. licht den nach endorfer pral ihnachtstrant s vollkommen chten war es Sommermona uf die Sprech ten ließ. Aufung der Kran den Geist det gleit: Das ge Die einft unter zerbrechen. Das Bolt wür blich, die Für elt ift gerettet." gen, der Staat nd nun findet größer gewesen, ten eingefegnet, einem auf dem in Krieg mehr teile, um bür m und Unab en Welt." en lebendiger nnerung glor igen Friedrich Adel so ficher, s, die fürchter s und den Ge eit des Streites. Man wog die laube, ein Ber III. in Bartenen, da jubelte jeft Du Deiner bt über jedem ptern. 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Außerdem wurden 1577 Revisionen in allen Gewerbebe trieben und Handlungen, in welchen Nahrungs- und Genußmittel zum Verkauf stehen, gelagert und hergestellt werden, 3. B. auch in Backstuben, Mehlkammern, Wurstküchen und Speiseherstellungsräumen auf Reinlichkeit, sachgemäße und vorschriftsmäßige Behandlung der Ware vorgenommen. Es wurden z. T. erhebliche Mängel festgestellt. Es wurden größere Mengen verdorbener Fleisch- und Wurstwaren vorgefunden, beschlagnahmt und der Abdeckerei zugeführt. Brotgewichtsrevisionen wurden ten nicht in vermehrtem Maße bestellt wurden. Was fehlte nun den Kranken?" Rheuma, Erkältungskrankheiten, Neurasthenie in allen Formen, Blutarmut, chronische Unterleibs- und Magenleiden u. a. m. Und alle erklärten, daß sie sich schon mehr oder weniger längere Zeit damit ,, herumschleppten" und daß es nun nicht mehr so weiterginge. Nach der vorschriftsmäßig ,, genauesten" Untersuchung und der Mitteilung, daß Krant schreibung nicht erfolgen könne, begann dann ein Kampf, der bei weiblichen Kassenmitgliedern oft mit Tränen, bei männlichen mit Schimpfen endete. Ich habe über diese vier Tage, vom 20. bis 24. Dezember, genau Buch geführt. 21 Kassenmitglieder habe ich frant geschrieben, bei dreien die Arbeitsunfähigkeit von der Bestätigung durch den Vertrauensarzt abhängig gemacht und bei 45, die mehr oder weniger lebhaft gewünschte Krankschreibung abgelehnt!" Also:„ Statistisch nachgewiesene Begehrlichfeit von über 60 Prozent!" Es ist beachtenswert, daß der vorstehende Bericht auch von der linksdemokratischen„ Bossischen Zeitung" abgedruckt wird. Das Blatt schreibt dazu, es werde so viel und so heftig über die Vor- und Nachteile der Sozialversicherung diskutiert, und das geschehe so häufig auf der Basis von Grundsägen anstatt von Jch will die deutschen Fürsten nicht vernichten, aber sie müssen den größeren deutschen Herrschern ebenso gehorchen lernen für das Vaterland, als sie jetzt Bonaparte gehorchen gegen das Vaterland! Preußen muß an den Rhein und die Donau gehen, Desterreich zwischen der Donau, dem Rhein und den Alpen gebieten... Neue und feste Bande müssen um das deutsche Reich geknüpft werden." Dem deutschen Volte ruft er zu: Nicht die Fremden haben uns unterjocht, nicht die unendliche Verschmitztheit und listige Stärke des Italieners, nicht der Mut und die Tapferkeit der Franzosen hat Euch verdorben! Nein, nein! Der Wahn und die Verblendung des Zeitalters, die Silflosigkeit Eurer Verfassung, die Sorglosigkeit und Schwächlichkeit derer, die Eure Vertreter und Sprecher sein sollten! Endlich Eure eigene Redlichfeit und Gerechtigkeit, daß Ihr das Schwache nicht ohne Gnade vertilgen und das Verräterische nicht erstiden wolltet, das Euch in die Gewalt der Fremden überliefert hat." Es klingt wie ein Propheten- Wort auf unseren Zusammenbruch und die traurigen Begleiterscheinungen unserer Zeit! Jm Befreiungsjahre 1813 jubelt er: ,, Wer mag heute Germaniens Freude beschreiben über das gerettete Preußen, das zugleich ein rettendes ist? Dieses Jahr ist der Gipfel der preußischen Tugend, es gibt ihm eine Ehre, deren es vorher noch ermangelte; er führt Preußen unter die erhabenen Völker ein, welche die Freiheit der Welt gerettet haben." S Arndts Herz gehört jetzt ganz diesem Staate, mit warmem Mitgefühl und mildem Urteil schildert er das Unglüd von 1806, er sieht darin Gottes Finger und das Walten der unerforschlichen Meisheit, welche nur durch den Zusammenbruch des Alten Preußens Wiedergeburt bewirkte.( Meinhold, Arndt S. 151.) ,, Die beiden Dinge, wodurch der Staat aus einem kleinen und schwachen ein großer und mächtiger geworden, waren: der Geist freizulassen und das Volk kriegsgeübt zu machen. Der König ließ die Entwürfe und Einsichten seiner besseren Männer walten und fürchtete sich nicht vor dem, worin Schwächlinge, die das deutsche Volt nicht kannten, Gefahren zeigten: Deswegen soll König Friedrich Wilhelm III. von Europa gepriesen werden." Weiße Zähne 296 vorgenommen, wobei auch das von auswärts zugefahrene Brot der Gewichtskontrolle unterzogen worden ist. 210 Brote, die Mindergewicht bis zu 160 Gramm hatten, wurden wegge= nommen und die betreffenden Bäder zur Anzeige gebracht. Auch auf die Kohlen, welche in Säden den Verbrauchern zugefahren werden, wurde ein besonderes Augenmerk gerichtet. Bei 132 Stichproben fonnten strafbare Fälle von Mindergewichten in den Säden nicht festgestellt werden. Ferner sei hier noch erwähnt, daß der Wochenmarkt, der Straßenhandel, der Fleischtransport, das Vorrätighalten von Hackfleisch in der Sommerszeit und die Fleischeinfuhr unter dauernder polizeilicher Kontrolle steht. Wegen verbotswidrigem Vorrätighalten von Hadfleisch wurden 9 Metzger angezeigt und bestraft. Um die Bevölkerung vor gesundheitlichen Schäden zu schützen, ist reichsgesetzlich geregelt, daß alle Tiere, deren Fleisch zum menschlichen Genuß bestimmt ist und nicht restlos im eigenen Haushalt verwendet wird, vor und nach der Schlachtung von einem amtlich verpflichteten Fleischbeschauer oder Tierarzt untersucht werden. In Gießen ist durch eine besondere Polizeiverordnung geregelt, daß alles frisches Fleisch, von Rindvieh, Schweinen, Schafen, Ziegen, Pferden und Hunden, das von Metzgern, Händlern, Hotels und Wirten von außerhalb eingeführt wird und nicht restlos im eigenen Haushalt verwendet wird, auf dem kürzesten Wege zur Nachschau in den städtischen Schlachthof zu verbringen ist. Hier sei zur Unterrichtung der Einwohnerschaft noch erwähnt, daß die Einfuhr von frischem Fleisch in Gießen in den Monaten April bis September nur in der Zeit von 6 bis 20 Uhr und von Oktober bis März nur von 7 bis 19 Uhr stattfinden darf. Anzeigen wegen Zuwiderhandlung gegen diese Verordnung mußten in 9 Fällen erhoben werden. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, daß auch auswärtige Metzger und Händler Fleisch- und Wurstwaren nach der Ladenschlußzeit ihren Kunden in der Stadt Gießen nicht mehr zu bringen dürfen. Bei aller Strenge, welche die Polizei auf diesem lebenswichtigen Gebiete übt, ist die Beanstandungsziffer, 12,6 Prozent im Jahre 1929, gegen 14,7 Prozent im Jahre 1928 immer noch verhältnismäßig hoch. Es wird deshalb an die Verbraucher die Bitte gerichtet, alle ihnen bekannt werdenden Mängel auf diesem Gebiete zur Kenntnis der Polizei zu bringen. Die Polizeibeamten haben Weisung erhalten, diesem wichtigen Gebiet ihrer Tätigkeit unausgesetzt die schärfstte Aufmerksamkeit zu widmen. Erfahrungen, daß ein authentischer Beitrag dazu die Beachtung ter breiten Deffentlichkeit wohl verdiene Sitzung des Wirtschaftspolitischen Ausschusses. Lotales. Sonntagsgedanken. Nr. 9. Ich war hinausgezogen in die weite Welt. Ueber Tal und Höhen, durch Länder und Reiche, über Seen und Meere. Ich hörte das Leben lärmen, sah Städte der Kunst, blühende Auen und Palmenhaine, Stätten der Sage aus grauer Vorzeit. Hin auf bin ich gewandert und hinab und suchte das Glück und suchte es weit. Ich sah das Leben in tausendfarbigem Licht, aber was ich fand, war Einsamkeit. Da, plötzlich stieg in mir ein stilles Heimverlangen aus der Seele tiefstem Grunde. Und ich wanderte zurüd die langen Wege und das Verlangen fiel von mir ab, das mich einst in die Ferne trieb. Da stand ich auf der letzten Höhe und vor mir lag mein Heimattal. Die Sonne füßte eben zum Abendgru noch das Kirchlein und den alten Turm und die Giebel der Häuser. Und die alten Heimatglocken flangen so feierlich ernst, so klar und rein. Es waren die alten Glocken, die ich als Kind vernahm, der gleiche eherne Mund, der einst klagte, als der Vater und die Mutter von uns schieden, die gleichen Glob fen, die einst den Sonntag mir fündeten und die dann später Sturm läuten mußten zum großen Krieg. Niemand heißt mich willkommen als ihr alter ernster Klang. Heimat, o Heimat, o liebtrautes Wort. Wenn auch unsere Herzen beschwert sind von nationaler Not, fest stehen noch Berg und Hügel, noch grüßt das Tal der Heimat und im Tannen wald droben singen die Vögel das alte Lied vom Leben. Heimat, komm an meine Brust! Die weite Welt lohnte mit Kräntung, du Heimat, nur du bist das Glück. Du machst mich wieder stark und jung und gibst mir den Glauben wieder. Den Glauben an meiner Heimat Glück. Und darum will ich den Arm rühren und schaffen, bis aus deutschem Unglück wieder, deutsches Glück sich schafft. Das möchte ich noch erleben, jenen Tag, wo der Aar in deutschen Lüften wieder stolz und fre freisen kann, wo Bruder wieder den Bruder liebt und Deutschland wieder Deutschland ist. Der Sonntagsschreiber. * Abgabe von Steuererklärungen. Die Steuererklärungen für die Einkommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuern sind in der Zeit vom 1. bis 15. Februar unter Benutzung der vorge schriebenen Vordrucke an das Finanzamt abzugeben. * Führerhunde blinder Kriegsteilnehmer auf der Reichsbahn frei! Von der Reichsbahn wird neuerdings in einer Verfü gung an das Personal darauf hingewiesen, daß- sofern Po lizeivorschriften nicht entgegenstehen, und die Mitreisenden nicht Widerspruch erheben erblindete Kriegsteilnehmer an Stelle einer Begleitperson einen Führerhund gebührenfrei mit ins Abteil nehmen können. - * Für unerlaubte Versäumnis der Bolksschule ist eine Geldstrafe in Höhe des halben ortsüblichen Tagelohns für einen Halbtag festgesetzt. Bei der Fortbildungsschule wird der Säumige für einen Halbtag mit einer Geldstrafe in Höhe des vollen ortsüblichen Tagelohnes für gleichaltrige Personen bestraft. Im Nichteinbringungsfall tritt an Stelle der Geldstrafe eine Frei heitsstrafe. Studentische Wahlen. Die Wahlen zum Allgemeinen Stu dentenausschuß der hiesigen Studentenschaft sind durch Beschluß des engeren Ausschusses der Studentenschaft auf den 12. Fer bruar anberaumt worden. Neben der großdeutschen Liste werden auch Kandidaturen von den Nationalsozialisten und von den * Deutsches Seminar der Universität. Einen Vortrag über ,, Politisches Theater und Kulturtheater" hält am Montag, den 3. Februar, abends 8,30 Uhr, im Hörsaal des kunstgeschichtlicher Instituts der Dramaturg des Stadttheaters, Herrn Dr. Karl Ritter. Der gemeinsame Ausschuß für Wirtschaftspolitik beim Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag und beim Reichs Republikanern aufgestellt. verband des deutschen Handwerks trat am 21. Januar in Hannover zusammen, um zu Fragen der Wohnungswirtschaft und der Förderung des Bauwesens Stellung zu nehmen. Im einzelnen wurden behandelt die Wohnungszwangswirtschaftsgesetze, der Entwurf eines Gesetzes über die Gemeinnüßigkeit von Wohnungsunternehmen( Gemeinnüßigkeitsgesez), die Frage des Schutzes der Ladenmieter im bürgerlichen Recht, die Bausparkassenbewegung und die Frage der Baufinanzierung. Nach lebhafter Aussprache wurde der Geschäftsführung ein Beirat beigegeben, bestehend aus den Herren Kammerpräsidenten Bielefeld, M. d. R., Münster, Kammerpräsidenten Dunkel, M. d. R., Erfurt, Syndikus Eberhardt, Reutlingen, Syndikus Riedel, Berlin und Syndikus Dr. Kunze, Dresden, um in einer gemeinsamen Eingabe auf Grund der geführten Verhandlungen die Auffassung des Handwerks zu den Fragen der Wohnungswirtschaft und der Bauförderung niederzulegen. Und dann singt er das Lob ,, seiner Preußen": ,, Wir können nun zu jeder Stunde sterben, wir haben auch in Deutschland das gesehen, weswegen es allein wert ist zu leben, daß Menschen in dem Gefühl des Ewigen und Unvergänglichen mit der freudigsten Singebung alle ihre Zeitlichkeit und ihr Leben darbringen können, als wären sie nichts." ,, Die heilige Begeisterung dieser Tage ist durch keine Ausschweifung und Wildheit entweiht worden: es war, als fühlte auch der Kleinste, daß er ein Spiegel der Sittlichkeit, Bescheidenheit und Rechtlichkeit sein müsse, wenn er den Uebermut, die Unzucht und Prahlerei besiegen wollte, die er an den Franzosen so sehr verabscheut hatte... Die PreuBen sind dem ganzen deutschen Volte nicht allein die Anführer zur Freiheit gewesen, sie sind ihm auch ein Muster zur Tapferkeit, Zucht, Bescheidenheit und Menschlichkeit; sie sind die rechten Krieger Gottes, wie der jezige Krieg ein rechter Gottestrieg genannt werden kann; sie sind in der Schlacht wie ein verzehrendes Feuer, und wie erquidender Sonnenschein, wenn die Schwerter ruhen." ,, Dies alles, daß Preußen wieder dasteht, daß Deutschland erstehen wird, daß das glorreiche Geschlecht der Hohenzollern auch fünftig im Glanz herrschen wird das alles verdanken wir nächst Gott der geistigen Freiheit, die der König seinen Untertanen unverfümmert ließ." Mit flammendem Protest wendet er sich gegen die, welche die Freiheit einschränken und verkümmern, die Männer der neuen Zeit als Aufrührer und Jakobiner verdächtigen wollen! Ich sage, Deutschland hat keine anderen Jakobiner und Umfehrer als die zerbrochenen Seelen, die vor jedem fühnen Gedanken und jeder hohen Tat zittern, als die bübischen Verräter, die für Napoleon und seine Franzosen arbeiten und den matten Wiegenschlag der Stiaverei immer wieder einleiern möchten. Wenn alle Jakobiner heißen, welche gegen die deutsche Sitte sich auflehnen, welche auf das Vaterländische und Deutsche und auf die Wiedererhebung und Wiederbelebung des Vaterländischen und Deutschen hinweisen, so ist der König von Preußen, welcher zuerst den Stolz und den Mut der Rettung ergriffen, Deutschlands erster Jakobiner! Also nur immer frisch und getrost, braver König von Preußen! * Bom Flugverkehr 1930. Wie verlautet, wird die bisherige Flugverkehrslinie Frankfurt- Gießen- Kassel- Hannover in die ser Zusammenstellung im Jahre 1930 nicht mehr beflogen. Die Stadt Kassel wird als Flughafen ausfallen, da Kassel, bekanntlich Schwierigkeiten wegen d. Bereitstellung eines Flugplatzes macht. Es wird vielmehr die internationale sogenannte nordische Fluglinie Frankfurt- Gießen- Hannover- Hamburg- Lübeck- Travemünde Kopenhagen- Gotenburg- Oslo beflogen. Auf dieser Linie bleibt der Gießener Flughafen nach wie vor planmäßiger Saltepunkt aller Verkehrsflugzeuge. * Obst- und Gartenbauverein. Pünktlich 3,30 Uhr findet Zittre nicht vor dem Volfe, es hat nie etwas anderes ge wollt als Deine und seine Ehre und kann nichts anderes mollen... Wir leben in einer neuen Zeit, wir warten einer neuen deutschen Herrlichkeit, wie seit Jahrhunderten nicht gewesen ist, aber wir wollen und tönnen sie nicht durch wilde Revolutionen gewinnen. Solche Tollheit ist nicht deutsche Art, für solches Unglüd ist unsere Schuld zu flein." Und dann wendet er sich zu Desterreich, das thm einst als die deutsche Vormacht vorgeschwebt hatte., Wie hat Desterreich den Krieg von 1813/14 geführt? Und wie die Verhandlungen mit Napoleon und in Wien auf dem Kongreß? Warum hat es seinen deutschen Kaiser, den es im Som mer 1806 wie eine unbedeutende Kleinigkeit so leicht auf gab, nicht wieder gewollt? Warum hat es seine alten Landschaften am Rhein und jenseits des Rheins, warum hat es seine alten Stammlande Elfaß und Lothringen nicht wieder gewollt? Warum hat es sich aus Deutschland heraus gegen Polen und Italien und die Türkei hingezogen, wo ihm doch keine sichere Herrschaft blühen wird? Es ist möglich, daß ihm noch einmal ein Wahn und eine Lust der alten Herrschaft antommt, daß es sich wieder in die Mitte des Reiches hineinstellen will. Vergebens! Verloren ist verloren. So gerecht ist das Glüd: Die Zeit wird tommen und ist wohl nicht fern, wo Desterreich die Politit der Nein! lezten beiden Jahre wirklich nicht legnen wird. Wer soll des Rheines Hüter sein? Preußen!" ,, Ein edler Stolz ziemt Preußen für Deutschland und für sich selbst. Eine Welt und ein ganzes hoffendes Volk, sieht darauf als auf das glänzende Zeichen seiner glücklichen Zukunft. Preußen wird durch sein eigenes großes Herz. es wird durch den fortreißenden Strom der Umstände und Verhältnisse, es wird durch die Notwendigkeit des Kampfes um fein eigenes Dasein zu jener Höhe hinauf getrieben werden, vor welcher ihm jetzt selbst schwindeln würde, wenn es sie sehen könnte, wie sie sein wird. O, tönnte ich meis.' sagen, so flar steht Preußens und Germaniens Zukunft vor meiner Seele; aber ich will die Wonne der Geschichte in meiner Brust verschließen, deren Erfüllung nicht mehr in weiter Ferne dämmert." Schluß folgt. machen jedes Antlitz ansprechend und schön. Oft schon durch einmaliges Putzen mit der herrlich erfrischend schmeckenden Chlorodont- Zahnpaste erzielen Sie einen wundervollen Elfenbeinglanz der Zähne, auch an den Seitenflächen, bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens konstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. Faulende Speisereste in den Zahnzwischenräumen als Ursache des üblen Mundgeruchs werden gründlich damit beseitigt. Chlorodont: Zahnpaste, Mundwasser, Zahnbürsten Einheitspreis 1 Mark bei höchster Qualität. verlange nur echt Chlorodont in blau- weiß- grüner Originalpackung und weise jeden Ersatz dafür zurück. Man 3 Samstag, den 1. Februar 1930. morgen nachmittag im Hotel ,, Hopfeld" ein Vortrag von Kreisobstbauinspektor Kilp- Wetzlar über„ Neuzeitliche Maßnahmen im Obst- und Gemüsegarten zur Erziehung besserer Ernten" statt. * Ga Gi Ta. Die Mitglieder des Staditheaters veranstalten heute Abend in sämtlichen Räumen des Gesellschaftsver. eins einen Kostümball zu Gunsten ihrer Wohlfahrtskasse. * Werbeschwimmen. Unter Mitwirkung der Turnvereine von Friedberg, Wetzlar und Buzzbach hält der TV. 1846 am morgigen Sonntag, nachmittags 3,30 Uhr, im städtischen Volksbad ein Werbeschwimmen ab. * Ốp. gg. 1900. Einen großen Jubiläums- Maskenball veranstaltet der Verein heute Abend in sämtlichen Räumen des Café Leib. * Dorfkirchenvorsteher- Tagungen in Oberhessen. Die seit einigen Jahren in Oberhessen eingeführten alljährlichen Dorftirchenvorsteher- Tagungen sind für das laufende Jahr wie folgt anberaumt: 24. Februar in Ortenberg( Kreis Büdingen), 3. März in Bellersheim( Kreis Gießen) und 10. März in NiederWeisel( Kreis Friedberg). Aus Nab und Fern. Hungen. Einen alten Zopf bildet das Verhältnis zwischen politischer Gemeinde und der Kirchengemeinde. Die zweite Pfarrei, die seit Jahrzehnten aufgehoben ist, besteht trotzdem noch auf dem Papier. Das Gebäude, es dient heute dem Vermessungsamt, muß die Gemeinde mit erheblichen Geldopfern unterhalten, dagegen fällt die Miete der Kirche zu. Vorstel= lungen gegen dieses Mißverhältnis wurden immer wieder abgeschlagen. Groß- Felda. Auf dem letzten Bezirksfeuerwehrtag, der in Ermenrod stattfand, erhielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr das nächste Bezirks- Fenerwehrfest, welches im Jahre 1932 stattfindet, zugesprochen. Damals hat nun das Kommando ver Freiwilligen Feuerwehr beschlossen, in vielem Winter at: Anttakt zum Bezirksfeuerwehrfest einen Theaterabend zu arran gieren. Der Theoterabene erlief glänzend und übertra a! ie an ihn gestellten Erwartungen. Der große Saal der Gastwirtschaft ,, Zur Traube" war bis auf den letzten Platz besetzt. Nach einem schneidigen Eröffnungsmarsch der hiesigen Kapelle Frankonia richtete der 1. Kommandant der Wehr, Herr Metzgermeister und Gastwirt Karl Rühl, herzliche Begrüßungsworte an die zahlreich erschienenen Gäste. Gleichzeitig dankte er auch allen, die zum Gelingen des Abends ihre Zeit und Kräfte der guten Sache widmeten. Mit dem Wunsche, daß noch viele junge Leute sich der Freiwilligen Feuerwehr, deren Arbeit und Wirken nur der Allgemeinheit dient, anschließen mögen, damit der Grundsaß der Wehr ,, Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr", noch mehr zur Geltung komme, schloß der 1. Kommandant seine mit großem Beifall aufgenommenen Worte. Heute schon kann man ruhig sagen, daß sein Appell auf guten Boden gefallen ist, und daß der Theaterabend des Vereins ein Werbetag für denselben in des Wortes bestem Sinne gewesen ist. Dem vorzüglich verlaufenen theatralischen Teil folgte eine große Verlosung und Tanz. Durch freiwillige Spenden waren eine große Menge schöner und wertvoller Preise zusammengekommen, und es konnte jemand, wenn Fortuna ihm gut gesinnt war, gut auf seine Rechnung kommen. Unter den rhythmischen Klängen der Kapelle Frankonia wurde nun bei guter Stimmung bis zur vorgerückten Stunde eifrigst das Tanzbein geschwungen. Büdingen, 30. Jan. Der neu gewählte Kreistag des Kreises Büdingen hielt gestern unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Gaßner seine erste konstituierende Sigung ab. Nach der Verpflichtung der neuen Kreistagsmitglieder wurde die Wah! des Kreisausschusses vorgenommen, zu der zwei Listen vorlagen. Es wurden in den Kreisausschuß gewählt: zwei Vertreter des Landbundes, ein Vertreter der Volkspartei, ein Vertreter der Demokratischen Partei und zwei Mitglieder der Sozialdemokraten In der gleichen Weise sind auch die stellvertretenden Mitglieder bestimmt worden. Düdelsheim( Dberhessen). Feldarbeit und Alltagsmühen ließen es nicht zu, über die Tätigkeit unserer Wehr näheres zu schreiben. Nun ist's Winter, mit ihm kommen die langen Abende, wo auch der Landbewohner wieder besser die Zeit hat, innere Vereinsarbeit zu leisten. Vieles hat sich in der Zeit ereignet, seitdem zuletzt von hier näheres berichtet wurde. In NWK WoLe Self 1241 Sternwolle in unübertroffen Haltbarkeit NWK Suche f. meine Tochter 18 Jahr. alt, katholisch, Stellung als Haustochter 3. Erle nung d. Haush. Nähkenntn. Bei Familienanschl. Tascheng. erwünscht. Frau Burlon Marburg Lahn Kavernenstr. 35 Bettnässen sofort, Abhilfe. Alter und Geschlecht angeb. Auskunft umionst. Dr. med. Eisenbach, München 207, Bayerstraße 35 II. Gießener Zeitung erster Linie kann man hier, dank der großen Unterstützung des Herrn Bürgermeisters Albrecht, die Anschaffung der Motorsprize erwähnen. Gelegentlich des Feuerwehrfestes in Gelnhausen, wo Anbahnung mit der Firma Flader in Jöhstadt ge= troffen wurde, kam sie später zur Vorführung, wo die gesamte Gemeindevertretung den Kauf tätigte. Somit hat Düdelsheim die erste Motorsprize im Kreis Büdingen. Dank der guten Anleitung unseres Kommandanten ist auch schon eine geübte Mannschaft herangebildet worden, die schon Vortreffliches leistet. Ein weiteres großes Verdienst unserer Gemeindeverwaltung ist die Errichtung eines großen Sprizenhauses mit Schlauchturm, das den modernsten Anforderungen genügt. Auch in der Mitgliedschaft ist eine Besserung zu verzeichnen, während die Aktiven auf 70 Mann gestiegen sind, sind die Passiven mit 160 Mann heute der stärkste Verein unseres Drtes. Man darf deshalb mit Stolz sagen, daß sich unsere Wehr der allgemeinen Beliebtheit erfreut. Am 20. Oktober wurde als Schlußübung eine Nachtübung durchgeführt. Kurz danach fand der beliebte Feuerwehrball und am 23. Dezember die Weihnachtsfeier statt. Babenhausen. Der Gesangverein„ Sängerbund" Babenhausen feiert am 5. bis 7. Juli 1930 das Fest seines 90jährigen Bestehens. Mit ihm verbindet er einen großen nationalen Gesangswettstreit für Stadt- und Landvereine, Quartett- und nicht preisgekrönte Vereine. Steuer Ersparnis bringt das Reichssteuer Kassebuch RIECK ReichssteuerKassebuch D.R.G.M. mit Spezialeindruck für jedes Gewerbe, für jedes Geschäft, für freie Berufe, Agenturen, für Vereine, Verbände etc. Zu beziehen vom Herausgeber: ALBIN KLEIN GIESSEN • Fernsprecher Nr.2525, Súdanlage 21 Die Silberne Hochzeit des ehemaligen hessischen Großherzogs= paares. Darmstadt. Die Silberne Hochzeit des ehem. hessischen Großherzogpaares wird, dem Ernste der Zeit entsprechend, in aller Stille als einfache Familienfeier begangen werden. Nur die allernächsten Verwandten werden anwesend sein, um den festlichen Tag mit dem Silberpaar zu begehen. Dr. Richter zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt. Bingen. Das preußische Staatsministerium hat die gegen den Arzt Peter Richter von hier wegen Ermordung der Krantenpflegerin Käthe Mertens aus Bonn erkannte Todesstrafe in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Marburg. Die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakul= tät der hiesigen Universität hat dem Präsidenten der DeutschAmerikanischen Handelskammer in Newyork, Herrn Hermann Nr. 9. A. Metz, den Ehrendoktor der wissenschaftlichen Staatswissen schaften verliehen. Deckungsmaßnahmen in Frankfurt. Frankfurt. Zur Abdeckung des Fehlbetrages der Stadt Frankfurt sollen außer der bereits gemeldeten Tariferhöhung der städtischen Bahnen die Gemeindeſteuern erhöht werden und zwar die Gewerbesteuer auf 475 v. H. und die Grundsteuer auf 235 v. H. Eine Erhöhung der Hundesteuer ist ebenfalls vorgesehen. Selbsthilfe Kassels im Luftverkehr? Bekanntlich mußte der Kasseler Flugplatz stillgelegt werden, weil die Stadt die bisherigen Zuschüsse nicht mehr leisten kann. Nunmehr sind Bestrebungen im Gange, eine Selbsthilfeorgani sation zu schaffen, die einen Bedarfsluftverkehr ins Leben rufen will. Man plant die Gründung einer Luftfahrtgenossenschaft mit möglichst vielen Mitgliedern und einem möglichst geringen Anteil des einzelnen Mitgliedes. Ludwigshafen, 29. Jan. Das Erweiterte Schöffengericht Ludwigshafen verurteilte heute den Handlungsreisenden Anton Riehl aus Viernheim( Hessen) wegen Vergehens gegen§ 6 Absatz 1 des Spionagegesetzes( Verrat militärischer Geheimnisse unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu einem Jahr Gefängnis. Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Köln veranstaltet in der Zeit vom 17. März bis 30. April 1930 einen Ferienkursus für Studierende und Rechtskandidaten. Es werden alle Teile des Bürgerlichen Rechts, Handelsrecht, Straf recht, Staatsrecht, Verwaltungsrecht, Völkerrecht und Zivilprozeßrecht vorgetragen. Die Teilnehmergebühr beträgt 2,50 Mark pro Wochenstunde. Die Anmeldung muß spätestens vom 1. März ab erfolgen. Großer Mühlenbrand. Stuttgart. Eine der größten Mühlen Deutschlands, die Rommelsche Mühle in Bissingen, wurde am Donnerstag, den 30. Januar, früh, durch Großfeuer fast völlig zerstört. Die acht Stockwerke hohen Mittelgebäude, das die wertvollen Maschinenräume enthielt, ist bis auf den Grund niedergebrannt. Erst nach vierstündiger Bekämpfung durch die Feuerwehren der benachbarten Städte konnte das Feuer niedergefämpft werden. Die Brandursache ist unbekannt. Der Schaden ist durch Ver sicherung gedeckt. Ein Expreßzug stürzt in eine Schlucht. Madrid, 31. 1. Der Expreßzug Madrid- Algeciras ist gestern bei LosBarius westlich von Gibraltar verunglückt. Eine Brücke brach in dem Augenblick zusammen, als der Zug darüberfuhr. Der Expreßzug stürzte in eine Schlucht. Bisher wurden zwei Tote geborgen. Die Zahl der Verletzten ist noch nicht bekannt. Großfeuer in einer Londoner Vorstadt. London. Am 30. Januar wurden auf dem Markt der Londoner Vorstadt Tooting durch Großfeuer 50 Läden zerstört. Neue Bücher. Allg. Deutsches Kommersbuch. Verlag Moritz Schaumburg K.-G., Lahr i. Baden. Preis: Leinen geb. 7,- Rmt. Das vorliegende, sehr schön gebundene handliche Kommersbuch enthält 739 Lieder aller Arten, wie Vaterlands-, Heimat-, Jugend-, Gesellschafts-, Wein-, Wander-, auch humoristische Lieder u. a. mehr. Es erscheint in dem bekannten Schaumburg- Verlag jetzt in seiner 150. Auflage und ist besonders beliebt durch die für jedes Lied eingedruckten Noten. Ein solches Buch sollte in feinem Haus, in keinem Verein und in keiner studentischen Verbindung fehlen. Im Zeichen des Faschings steht die soeben erschienene Nummer 3 der Neuen illustrierten Frauenzeitung„ Das Heft", Berlin SW. 68. Für Fastnachtstrubel und Maskenbälle werden Vorschläge zu lustiger Kostümierung gemacht. Dem eigenartigen Charakter dieser originellen Zeitschrift entsprechend werden aber auch ernste Fragen in verständlicher, flüssiger Form behandelt. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. Sämtliche Drucksachen HAUSHALTUNGS- BÜCHER VERLOBUNGS ANZEIGEN GRATULATIONS KARTEN für Familien, Vereine und Behörden wie STERBFALLANZEIGEN GEBURTS- ANZEIGEN EINLADUNGSKARTEN liefert immer schnell, gut und preiswert In allen Man achte genau auf die Preislagen Marke Union! Kaffee- Vertretung mit Verteilungslager an Selbstverbraucher. vergibt Groß- Rösterei J.Behrens, Hamburg 36 Heizi ALBIN KLEIN GIESSEN Frei von Rauch, Geruch und Ruß Union Hohe Heizkraft, altbewährt Ohne Schlacke, ohne GrusBriketts Man achte genau auf dies Marke Union! Bezug Redaktionsja fendung nid 43. 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