en en ag ch Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Bostschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 29. September 1928 Die deutsche Delegation zur 9. Völkerbundsversammlung ist am Donnerstag abend unter Führung des Staatssekretärs von Schubert von Genf nach Berlin abgereist. Die vor einigen Tagen wieder aufgenommenen deutschrumänischen Wirtschaftverhandlungen sind auf erhebliche Schwierigkeiten gestoßen, da Rumänien neue Forderungen stellt, mit denen man deutscherseits nicht gerechnet hat. * Das Redeverbot gegen Hitler in Preußen ist soeben aufge= hoben worden. * Der zur Zeit in Deutschland weilende russische Außenminister Tschitscherin soll, wie verlautet, ernstlich erkrankt sein. Die englische liberale Presse verlangt Veröffentlichung aller vertraglichen Abmachungen zwischen England und Frank: reich. Das amerikanische Staatsdepartement hat bekanntgegeben, daß die Vereinigten Staaten die neue Nankingregierung offiziell und de jure anerkannt haben. * Der griechische Ministerpräsident Venizelos ist am Donnerstag nachmittag von dem französischen Ministerpräsidenten Poincare empfangen worden. Explosionen in Stalien. Bei Piacenza. Mailand. In der staatlichen Munitionsfabrik des Forts Pertite, zwei Kilometer von Piacenza, hat sich Donnerstag nachmittag eine gewaltige Explosion ereignet. Ein Kessel, in dem eine Sprengmasse geschmolzen wurde, explodierte plötzlich und brachte die Eisenhütte zum Einsturz. Die Trümmer wurden weit fortgeschleudert. Aus den Trümmern wurden 11 Tote und 7 Verlegte geborgen. Eine Untersuchung wurde sofort eingeleitet, doch fonnte die Ursache noch nicht festgestellt werden. * In Orbetello. Rom. Kurz nach der Katastrophe von Piacenza, die bereits 13 Todesopfer gefordert hat, hat Italien ein zweites Explosions= unglück zu beklagen, das gestern in der Dynamitfabrik von Orbetello erfolgte. Fünf Arbeiter wurden getötet, fünf weitere verletzt. Amundsen tot. Paris. Der Untergang Amundsens und des französischen Marinefliegers Guilbaud nebst ihren drei Begleitern an Bord des französischen Flugzeuges ,, Latham" steht außer allem Zweifel. Mittwoch sind die im Eismeer aufgefundenen Ueberreste des ,, Latham" in Paris eingetroffen. Die Kiste enthält den von einem Fischerboot am 1. September in dem nördlichsten Eismeer aufgefundenen Schwimmer. Der Schwimmer ist im Laufe des Tages untersucht und bestimmt als ein Rest des Wasserflugzeuges ,, Latham" festgestellt worden. Der Schwimmer weist ein Bierter Aufstieg des„ Graf Zeppelin". großes Loch auf und ist vollkommen aufgerissen worden. HierFriedrichshafen. Der„, Graf Zeppelin" ist Freitag morgen 7 Uhr zu seiner 4. Fahrt aufgestiegen. Es herrschte leichter Nordwind und Regen. Dr. Edener erklärte bei Besteigung des Schiffes, daß der Besuch von Wien wegen der Witterungsverhältnisse heute ausgeschlossen sei. Das Luftschiff überflog München und weiter Salzburg. Wien wurde nicht angeflogen. Auch dauerte die Fahrt nicht so lange, wie ursprünglich geplant war. Um Um 16,20 Uhr setzte ,, Graf Zeppelin" zur Landung an. 16,25 Uhr war die Landung glatt vollzogen. Zum ersten Male mit Blaugas. Friedrichshafen. Die letzte Fahrt des ,, Graf Zeppelin" hat zwei wichtige Ergebnisse gezeitigt. Zum ersten Male hat das Schiff beweisen können, daß es kein Schönwetter- Schiff ist. Es hatte mit starken Winden und Regen zu kämpfen und sich dabei auch so glänzend bewährt, daß die Gäste kaum etwas von dem Unwetter merkten. Als zweites, besonders wichtiges Ergebnis betrachtet die Führung das ausgezeichnete Funktionieren des Blaugases, das heute zum ersten Male ausprobiert worden ist. Diese Prüfung ist sehr gründlich vorgenommen worden. Das Luftschiff ist etwa zwei bis drei Stunden nur mit Blaugas gefahren, und zwar in allen fünf Maschinen, dazu in den meisten Kombinationen, die bei den verschiedenen Fahrgeschwindigkeiten und Manövern vorkommen. Von führender Seite wird versichert, daß diese Prüfungen allen Erwartungen entsprachen und sie teilweise sogar übertroffen haben. Im ganzen hat ,, Graf Zeppelin" heute etwa 950 Kilometer zurückgelegt. Die größte Höhe betrug 1450 Meter. Die Durchschnittsgeschwindigkeit entsprach der der bisherigen Fahrten und war eher noch etwas besser. Bolkspartei und Stahlhelm. Berlin. Zwischen den Mitgliedern der D. V. P., die dem Stahlhelm angehörten, haben bisher keine Besprechungen in Gegenwart des Franktionsvorsitzenden Dr. Scholz stattgefunden. Man nimmt an, daß in Kreisen der dem Stahlhelm ange= hörenden Deutschen Volksparteiler erst in nächster Zeit Erörte= rungen über die vom Stahlhelm gegenwärtige verfolgte Politit stattfinden werden. Unglück über Spanien. Wenige Tage nach dem katastrophalen Theaterbrand in Madrid wurde Spanien von einem neuen Unglück heimgesucht, das in seiner Art wieder zu den schwersten gehört. Wir geben folgende Meldungen wieder: Melilla( Maroffo). Eine furchtbare Explosionskatastrophe, die zahlreiche Todesopfer for.rte und riesigen Schaden anrichtete, hat sich Mittwoch abend in dem alten, die Stadt überragenden Fort ereignet und die ganze Stadt in Mitleidenschaft gezogen. Wie sich herausstellte, war das Pulvermagazin im Fort in die Luft geflogen. Das Fort selbst ist vollkommen zerstört. Viele Häuser in der Nachbarschaft sind bis auf die Grundmauern niedergerissen, und ein großer Teil der Stadt hat schwer gelitten. Amtlich wird gemeldet: Die Zahl der identifizierten Todesopfer der Explosionskatastrophe beträgt 42. Die Personalien von drei weiteren Leichen konnten noch nicht ermittelt werden. Außerdem liegen noch menschliche Ueberreste haufenweise herum, deren Identifizierung unmöglich ist. Die Zahl der Verletzten beträgt 342. Es sind über 800 kleine und 640 mehrstöckige Häuser zerstört worden, die im Jahre 1921 gebaut wurden, um den nach Marokko gekommenen Soldaten Unterkunft zu geben. aus schließen Sachverständige, daß das Flugzeug aus ziemlich großer Höhe mit einem gewaltigen Stoß auf das offene Meer aufgestoßen sein muß und sofort versunken ist. Die Not der hessischen Landeskirche. Darmstadt. Im Laufe seiner Beratungen nahm der Hessische Landeskirchentag einstimmig den Vorschlag Dr. Bernbed an, eine Deputation zum hessischen Staatspräsidenten zu senden, um ihm erneut die katastrophale Finanzlage der Landeskirche vorzustellen und ihn zu bitten, sich mit aller ihm zu Gebote stehenden Macht für die alsbaldige Vorlage im Hessischen Landtag einzusetzen, damit der unhaltbare Zustand beseitigt werde. Angriff auf die hessische Simultanſchule Aus Offenbach wird uns geschrieben: In Offenbach sind zur Zeit zwei Rektorstellen zu besetzen. Der eine der beiden seitherigen Inhaber war evangelisch, der andere katholisch. So entsprach es auch der konfessionellen Zusam= mensetzung der Einwohnerschaft. Nun hat allgemeiner Vorschrift entsprechend der Lehrerausschuß Vorschläge zur Wiederbesetzung gemacht und er hat dabei den Standpunkt eingenommen, daß bei der Besetzung von Rektorstellen künftig keine Rücksicht auf die Konfession zu nehmen sei, da unter den sechs vorgeschlagenen Kandidaten 3 katholisch, 2 evangelische und 1 freireligiöser sind, so ist klar ersichtlich, daß die Durchführung dieses neuen Grundsatzes zunächst unter Schonung der katholischen Konfession auf Kosten des hier überwiegenden evangelischen Voltsteiles ge= schehen soll. Hinter dem freireligiösen Bewerber steht die parteiliche Hilfe der Sozialdemokratie. Dieser Vorgang rüttelt an den Grundlagen der hessischen Simultanschule, für die man nur dann fürder eintreten kann, wenn die konfessionelle Parität sowohl bezüglich der Lehrer als auch bezüglich der Rektoren streng gewahrt wird. Reichsbahntarif und Schwerkriegsbeschädigte. Die von der Reichsbahnverwaltung beabsichtigte Erhöhung des Personentarifs unter gleichzeitiger Schaffung eines Zweiklassensystems hat unter den Schwerkriegsbeschädigten eine erhebliche Beunruhigung hervorgerufen. Seit Jahren genießen die Kriegsbeschädigten, die nach Art ihrer Verlegung oder Gesundheitsschädigung während der Reise sitzen müssen, insofern eine Vergünstigung, als sie auf Grund eines besonderen Ausweises in der 3. Klasse zum Fahrpreis der 4. Klasse in Schnellzügen außerdem gegen den tarifmäßigen Zuschlag befördert wurden. Auf Grund des künftigen Fortfalls der 4. Klasse befürchten die Schwerkriegsbeschädigten auch einen Fortfall dieser Vergünstigung, bei der in erster Linie die Fahrpreisermäßigung bisher dankbar empfunden wurde. Die Spitzenverbände der Kriegsbeschädigten haben deshalb, wie der Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen des Deutschen Reichsfriegerbundes ,, Kyffhäuser" mitteilt, angeregt, daß die mit einem entsprechenden Ausweis versehenen Schwerkriegsbeschädigten in Zukunft auf Militärfahrkarte befördert werden, und zwar im allgemeinen in einem besonderen Kriegsbeschädigtenabteil der Holzklasse und bei besonders schwerer Beschädigung in der Polsterklasse. Wenn man bedenkt, daß die Schwerkriegsbeschädigten als Soldaten in Erfüllung ihrer Wehrpflicht und bei der Verteidigung des Vaterlandes in den jetzt noch bestehenden Körperzustand versetzt sind und ein verbrieftes Anrecht auf den Dank des ganzen deutschen Volkes haben, so kann man ihre Wünsche nur als durchaus berechtigt bezeichnen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Plak vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 77 Sindenburg zum Geburtstag. Zum dritten Mal feiern wir den Geburtstag Hindenburgs, nachdem er, zum Reichspräsidenten erwählt, dieses Amt angenommen hat. Die Hälfte der Wahlperiode ist schon vorüber. Gegen seine Wahl zum Reichspräsidenten wurde eingewendet, daß er zu alt sei. Je länger er Reichspräsident, desto mehr verschwindet diese Einwendung. Nund er die Achtzig überschritten und das 81. Lebensjahr vollendet hat, steht er in alter Frische und unverwüstlich vor uns. Immer noch kein alter gebückter Greis, immer noch hochaufgerichtet ging er in diesem Sommer wieder ins Hochgebirge nach Bayern zur beschwerlichen Gems= jqgd. Keiner wagt mehr zu sagen, daß diese Kraftnatur zu alt sei. Die große Gestalt schreitet immer noch mit sicheren und wuchtigen Schritten daher. Eine trotz aller Leistungen heute noch unverbrauchte Natur! Ein Mann, der das Wort Nerven nicht kennt! Der richtige Germanenwuchs, die Kraft des Gei= stes und des Körpers ist in ihm vereinigt. Mit sicherer Ruhe, mit sicherem Erfassen, verantwortungsbewußt und mit Entschlossenheit trifft er seine Entscheidungen. Ueber den deutschen Militarismus hat man losgezogen, hat ihn verdammt. Aber die Republik konnte froh sein, den Ersten des Militärs als ihre unparteiische Spitze zu empfangen. Die Mär vom deutschen Militarismus ist mit dem Walten Hindenburgs an oberster nichtmilitärischer Stelle zu Grabe getragen. Nach Abschaffung der alten Armee hat sie in ihrer Nachwirfung noch den besten deutschen Mann für die erste Stelle zur Verfügung stellen können. Der von Moltke durch den großen Generalstab erzogene und gezüchtete deutsche Offiziertyp hat in Hindenburg seinen hohen Wert und seine große Bedeutung auch nach dem Kriege noch einmal gezeigt. Die besten Eigenschaften desselben treten in Hindenburg hervor: Pflichtbewußtsein und Pflichterfüllung, unermüdliche Arbeits- und Tatkraft. Es ist das Bewußtsein der verdammten Pflicht und Schuldigkeit. Es ist die hohe Anschauung, daß der deutsche Offizier nicht nach seinen Rechten frägt, sondern in erster Linie nach seinen Pflichten frägt und von ihnen beseelt ist. So steht er an der Spitze des deutschen Volkes auch als leuchtendes Beispiel, als Vorbild zum Nachstreben. Seine eigene Kennzeichnung hat der ernste und schlichte Mann im Reichstag bei der Eidesleistung durch die mit Spannung erwarteten Worte getroffen: ,, Die Anschauung, wie ich sie in der großen Schule der Pflichterfüllung, dem deutschen Heere gewonnen habe, sollen auch für meine Friedensarbeit von Nutzen sein. Sie gipfeln in dem Satze, daß Pflicht vor Recht geht, daß jederzeit, besonders aber in den Tagen der Not, Einer für Alle und Alle für Einen stehen." Damit hat er gezeigt, daß er seine Herkunft und die Vergangenheit nicht verleugnet, daß er sie hochhält, daß er ihre Bedeutung immer wieder hervortreten läßt. Die Festigkeit seiner Persönlichkeit hat sich immer als klarer erwiesen. Er ist nicht der Spielball von anderen, nicht von Parteien. Nicht beirren läßt er sich in dem, was er für recht hält. Der frühere Reichskanzler Dr. Luther hat einmal von ihm gesagt, daß er sehr wohl weiß, was er will. In ernsten Augenblicken, wenn er es für notwendig hielt, ist er mit seinen klaren Worten hervorgetreten. Auf seine gewichtigen Worte hat das deutsche Volk gelauscht und hat sie zu Herzen genommen. Den nötigen Takt hat er immer bewahrt, aber nie hat er sich einschüchtern lassen. Immer ist er in entscheidenden Augenblicken hervorgetreten und hat nötigenfalls mahnende Worte an das deutsche Volk gerichtet. Sein tattäftiges Wirken, das nicht immer offenbar werden kann, ist doch mehrfach hervorgetreten. Seinem Kampf und Widerstand gegen alle Versuche ist es zu verdanken, daß die Reichswehr nicht der Parteipolitik und dem Bolschewismus ausgeliefert wurde. Mit welch mutigen Worten ist er bei der Tannenbergfeier gegen die Kriegsschuldlüge aufgetreten. Sein tatkräftiges Wirken in der Stille wird erst später die volle Anerkennung finden. Er war ein Heros für das nationale Deutschland, das ihn an der obersten Spize sehen wollte. Immer weitere Bolkskreise hat er, der nie nach Popularität gegeizt hat, für sich gewonnen. Als Autorität hat er sich durchgesetzt. Dein Reichspräsidentenposten hat er zu einer größeren- Bedeutung verholfen. So steht er immer noch und wieder in hoher Unparteilichfeit über allen Parteien, über allen Kreisen des Volkes. Aber nicht in ängstlicher Zurückhaltung weicht er Entscheidungen aus, sondern er wendet seine Macht, die nicht in der Bedeutung seines Amtes sondern in seiner ganzen Persönlichkeit liegt, mit Maß und Ziel an. Wovon er überzeugt ist, daran hält er fest. Gegen seinen klaren Willen läßt er nichts geschehen. Ohne Ansehen der Partei, der Person, der Herkunft und des Berufes hat er, wie es vor der Wahl zum Reichspräsidenten in seiner Osterbotschaft verkündet wurde, seines Amtes gewaltet. Des Einfachsten im Volke, der sich an ihn wendet, nimmt er sich an. Ein besonderes Herz hat er für seine alten Krieger. Die Kameradschaft hält er hoch. Wo er fann, sorgt er für die Kriegsbeschädigten. Immer noch ist er der einfache, schlichte Mann geblieben. Damit ist er dem Herzen des Volkes immer näher getreten. Innerlich steht er ihm nahe. Das Volk weiß, daß er mit ihm fühlt. Jhn, der immer höher stieg, hat nie Ehrgeiz beseelt. Nie hat er sich zu einer Stellung gedrängt. Jmmer mußte er geholt werden. Strebertum hat er nie gekannt. Aber den Ehrgeiz hoher Pflichterfüllung, sein Amt auszufüllen, den hat er immer ge= habt. Wie er sich entschlossen hatte, sich zum Reichspräsidentenamt zur Verfügung zu stellen, war es auch klar, daß er wirklich dazu berufen war. Samstag, den 29. September 1928. Kann ein Lehrvertrag durch Tarifvertrag geändert werden? Die höchst wichtige Frage, ob ein Lehrvertrag durch Tarifvertrag geändert werden kann, war in Schrifttum und Rechtsprechung viel umstritten. Nunmehr hatte sich auch das Arbeitsgericht, die höchste Instanz in arbeitsrechtlichen Dingen, mit dieser bedeutsamen Frage zu beschäftigen. Für das gesamte Bankgewerbe gilt der für allgemein verbindlich erklärte Reichstarifvertrag für das deutschs Bankgewerbe, der auch die Verhältnisse der Lehrlinge regelt. Eine Kreditgenossenschaft hatte mit einem Lehrling einen Lehrvertrag mit einer dreijährigen Lehrzeit und einem geringen Taschengeld abgeschlossen und weigerte sich, den Lehrvertrag entsprechend den Bestimmungen des Bankentarifes abzuändern. Das vom Deutschen Bankbeamten- Verein für den Kläger angerufene Arbeitsgericht Limburg verurteilte die Bank dem Klageantrag entsprechend zur Nachzahlung der Vergütungsdifferenz, weiter zur Zahlung einer Abgeltung für nicht gewährten Urlaub und stellte gleichzeitig fest, daß die Lehrzeit nach 2½ Jahren ende, wie es der Tarifvertrag vorschreibt. Die von der beklagten Bank gegen dieses Urteil beim Landesarbeitsgericht Frankfurt a. M. eingelegte Berufung wurde zurückgewiesen, gleichzeitig aber wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Frage Revision beim Reichsarbeitsgericht zugelassen. Von dieser Revisionsmöglichkeit machte die Bank Gebrauch, indes hatte die Revision keinen Erfolg. Das Reichsarbeitsgericht hat durch Entscheidung vom 19. September 1928 die Revision kostenpflichtig zurückgewiesen und damit die Frage, ob ein Lehrvertrag durch Tarifvertrag geändert werden kann, in bejahendem Sinne entschieden. Lokales. Sonntagsgedanken. PP Gießener Zeitung" Anlaß dieses Jubiläums herausgegeben ist, werden ohne Zweifel in der gesamten Gießener Bürgerschaft voll und ganz gewürdigt. Wir wünschen ,, unseren Polizisten" auch für die nächsten 50 Jahre eine gleich günstige Zeit und die hohe Achtung seitens der Bevölkerung, die ihr gebührt. Die Jubelfeier findet morgen, Sonntag, abends 8 Uhr, im Cafe Leib statt, über die in der nächsten Nummer ausführlich berichtet wird. Straßensperrungen, Ein Vöglein sang einst im Lindenbaum das Lied vom Maien, von Lieb und Leben. Jezt ist es still geworden dort in den Zweigen, nur Blatt um Blatt fällt zur Erde nieder. Kein Singen hör ich mehr und keinen Wachtelschlag, vorbei ist Frühlingszauber und Sommerpracht. Ein Hauch vom großen Sterben zittert über die Erde. Nicht achtlos geht der fühlende Mensch an diesem Welfen und Sterben vorbei. Er hängt an dem Leben und sein Herz kennt nur ein Sehnen nach Unvergänglichkeit, nach ewigem Leben. Und fragend schaut er über Gottes Garten: Soll all diese Pracht und Schönheit, aller Sonnenglanz, alles Leben dahin sein, verblüht, verwelkt, gestorben? - - mitgeteilt v. Oberhess. Automobil- Club e. V.( A. v. D.) Gießen. Stockhausen- Flensungen, im Straßenzug Mücke- Laubach, am 2. und 3. Okt., von 7,30-17 Uhr; Umleitung: Klein- Eichen. Lindenstruth Grünberg, im Straßenzug Gießen- Fulda, vom 1.- 11 Oktober; Umleitung: Hattenrod- Harbach. Die Sperrung der Straße Friedberg- Staden ab Abzweigung nach Bruchenbrücken wird am 1. Oktober 1928 aufgehoben. * Vom Arbeitsamt Gießen. Als Vorsitzender des Arbeitsamts Gießen ist der bisherige Geschäftsführer des Arbeitsamtes Harburg- Wilhelmsburg, H. Bues, bestellt worden. Seine Amtseinführung ist am Dienstag durch den Präsidenten des Landesarbeitsamtes Hessen erfolgt. Dem Arbeitsbereich unterstehen die Kreise Gießen- Stadt, Gießen- Land, Alsfeld, Schotten, Büdingen, Friedberg( ohne die Gemeinden Büdesheim, Dortelweil, GroßKarben, Harheim, Klein- Karben, Massenheim, Nieder- Erlenbach, Nieder- Eschbach, Ober- Eschbach, Ober- Erlenbach, Rendel, Vilbel), Lauterbach( ohne die Gemeinden Bernshausen, FrauRombach, Hartershausen, Hemmen, Huzdorf, Uezhausen, Niederstoll, Ober- Wegfurth, Pfordt, Queck, Rimbach, Sandlofs, Schlitz, Uellershausen- Unter- Schwarz, Unter- Wegfurth, Willofs). Herbstnebel wallen auf und nieder. Auch um die Seele des Menschen. Sie schaut im Sterben der Natur, was ihrem Leibe hier auf Erden naht. Wie die Herbstsonne noch einmal über Wald und Fluren leuchtet und glühende Farbenpracht zeugt, so schauen auch wir einst zurück nach Jugendzeit und Lebensmai und nach der Ernte des Sommers, in dem wir unsere Früchte reifen sahen. So kommt der Herbst auch einst zu dir. Wie die Blätter gelben, so bleicht dein Haar. Ein Blatt nach dem andern fällt, bis ein rauher Windstoß das letzte pflückt. Und alle Sommerpracht, alles Leben ist dahin. Das ist das große Sterben. Doch Tod und Untergang ist nicht das letzte Ende. Auf der sterbenden Flur begegnen sich Tod und Leben. Ein kleines Körnlein in der Furche wartet schon auf den Frühlingstag. So fündet der Herbst Jahr um Jahr das alte Gottesgesez, daß ohne Sterben es kein Leben gibt. Der Sonntagsschreiber. Nr. 77. Ersuchen wird die Schrift von dem Deutschen Museum den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt. * Für Pilzsammler. In der Zeit der Pilzernte werden alljährlich zahlreiche schwere, zum Teil tödliche Erkrankungen durch den Genuß giftiger Pilze verursacht, die in den meisten Fällen selbst gesammelt sind. Da es allgemeine Erkennungsmale für die Eiftigkeit von Pilzen nicht gibt und gerade eine wirksame Behandlung der Erkrankungen infolge Genusses des gefährlichſten Pilzes( des Knollenblätterschwammes) bisher unbekannt ist, kann jedem Pilzsammler nicht dringend genug empfohlen werden, zu Genußzwecken nur Pilzarten zu verwenden, die als zweifellos ungiftig gelten können. Einen Ueberblick über die wichtigsten genießbaren und giftigen Pilze in gemeinverständlicher Darstellung zu geben, hat sich auch das Reichsgesundheitsamt veranlaßt gesehen. Das bei Julius Springer, Berlin W. 9, Linkſtraße 23-24, erschienene Pilzmerkblatt ist unter Mitwirkung des Botanischen Museums in Berlin- Dahlem und der Deutschen Gesellschaft für Pilzkunde bearbeitet. Es werden darin 63 Pilzarten beschrieben, 57 davon ſind farbig in ½- ½ natürlicher Größe abgebildet. Das Pilzmerkblatt kann durch den Buchhandel bezogen werden. Um über die in Deutschland beobachteten Pilzvergiftungen genau unterrichtet zu sein, hat die Deutsche Gesellschaft für Pilzkunde eine Kommission von Aerzten und Pilzfachmännern gebildet. Ausführliche und möglichst sofortige Mitteilungen über vorkommende Vergiftungen werden an Sanitätsrat Professor Dr. Welsmann in Peltum bei Hamm( Westfalen) erbeten. * Besorge deine Geschäftseinkäufe nicht kurz vor dem Ladenschluß! Aus Geschäftskreiſen wird uns geschrieben: Es ist eine alte Unsitte, daß ein großer Teil des Publikums die Wareneinkäufe kurz vor Ladenschluß vornimmt. Nicht nur, daß die Angestellten des Ladengeschäftes darunter leiden, sondern auch für kaufende Publikum ist es vorteilhafter, die Einkäufe tagsüber vorzunehmen. Das Publikum wird dann schneller bedient werden und braucht nicht erst, wie es sonst in der Regel kurz vor Ladenschluß der Fall ist, lange Zeit auf Erledigung des Geschäf= tes zu warten. Der Einkaufende hat auch den Vorteil, daß er bei seinen tagsüber bewirkten Einkäufen die rechte Auswahl der Waren in aller Ruhe vornehmen kann. 50 Jahre Gießener Polizei. ,, 50 Jahre sind am 1. Oktober 1928 verflossen, seitdem in Gießen unter der Bezeichnung„ Schugmannschaft" die Sicherheitseinrichtung begründet wurde, aus der sich Gießens Polizei in ihrer heutigen Form entwickelte. 50 Jahre harter Arbeit, schwerer Verantwortung und unentwegter Pflichterfüllung, eine lange Zeit des Strebens, des Kampfes und auch des Erfolges, aber auch der Anfeindung und der Verkennung der hohen Aufgaben, die die Polizei im Dienste der Allgemeinheit, des Staates und der Stadt, zu Schutz und Schirm der Bürger, zur Sicherheit von Leib und Gut immer und immer wieder erneut zu erfüllen hat". Diese einleitenden Worte der Festschrift, die aus Die Enteignung in Rußland und ihre Bedeutung für die Welt. Schluß. * Ratschläge für Schülerfahrten zum Besuche des Deutschen Museums. Eine von dem Deutschen Museum herausgegebene Druchschrift will den Schulen Ausschlüsse über die Belehrungsmöglichkeiten des Museums erteilen, den Wert hervorheben, welchen das Studium desselben in pädagogischer Hinsicht besitzt, und den das Museum besuchenden Schülern praktische Ratschläge über Reise, Unterkunft, Verpflegung, Kosten und dergl. geben. Auf Weiterhin wird eine Revolution dadurch ermöglicht und be= günstigt, daß die große Masse( ganz unabhängig von ihrem Ausgangsniveau) den Weg zur produktiven und segensvollen, arbeitsamen Selbstbereicherung noch nicht findet( bei einem jungen Volke) oder nicht findet( bei einem alten und müden Volke). Dann entsteht bei der Masse die verhängnisvolle Jllusion ,,, es hätten die da oben alles für sich genommen, sie gönnen, Gerechtigkeit aber fordere Gleichheit" usw. Daß man den Ausweg nicht findet( z. B. intensive Wirtschaft, Eigentum, Fleiß, Unternehmungslust) oder( wie im Kastenwesen), daß man ihn wirklich nicht hat- macht die Menschen neidisch und zur Gärung veranlagt; besonders da, wo ein Mittelstand die Entfernung zwischen oben und unten nicht gut durchschichtet und wo es nicht genügend Menschen gibt, welche die gegebene Verteilung des Vermögens zu verteidigen ein ausgesprochenes Interesse haben( dies trifft für Rußland zu). Dann aber wird eine enteignende Revolution auch dadurch ermöglicht und begünstigt, daß breite Schichten entstehen, die den fördernden Einfluß des Eigentums, dessen Glück, Genuß und Macht verkennen und vergessen. Damit meine ich die proletarisierte Klasse. Und dies trifft bei den westeuropäischen Staaten zu. Wenn alle wüssten Der Eigentumslose verliert nach und nach die richtige Einstellung dem Eigentum gegenüber die schaffende, die schöpferische, die liebende, die aufbauende, die lebendig- tünstlerische. Dadurch wird das Eigentum als solches entweiht; der Instinkt des Privateigentümers wird fade, flach, leichtsinnig, verantwortungslos; das Eigentum wird nicht im Lichte der Produktion und der Vervollkommnung erlebt, sondern als Konsumtionswas Millionen täglich tun, sie würden ihu ebenfalls nur noch Kornfranch Onis esund das tägliche Brot! Tassen 100 bud für 30Pfg aus 2 Pfd. 100 Jofunn Franck 1828-1928 Camstag, den Der Stan chaft in Die nun sei ngszwangswir überschritten. Ei zeitig mit dem 2 tigen Erfenntnis Vorteil gereichen in die freie Wi und es fann ni Wirtschaftsleben hat Reinesfalls tishe Lösung wo Nachteile gezeiti Der eigentli nigt mehr der G welcher Vermiet jen, als viel Geldwert nicht Borteile zu erho nis einzelne po Recht der Miet weiteren 3wed, teil an der Mi Diese Mietf aufrecht erhalte nungen überstei hin für die Reg der Steuermitte fehbarer Zeit a Die obigen Einfluß ausüber schaft möglichst icher Anhänger grinde fommer dort, wo die N reicher politisc Die seit 10 wangswirtscha Aus Nah und Fern. Wieseck. Die für nächsten Sonntag vorgesehene Wahl der Kirchengemeindevertretung braucht nicht stattzufinden, da nur ein Wahlvorschlag beim Vorsitzenden eingegangen ist. Trais a. L. In unserer Gemarkung ist der Kartoffelkrebs gefunden und angemeldet worden. Die nötigen Maßnahmen da: gegen sind getroffen worden. Oberlais. Die Wahl der Kirchengemeindevertreter des Kirchspiels Oberlais- Glashütten, die für nächsten Sonntag angesezt war, unterbleibt, da nur ein Wahlvorschlag in beiden Gemeinden eingereicht ist. In Oberlais sind die bisherigen 18 Gemeindevertreter damit wiedergewählt. Jn Glashütten sind neugewählt Lehrer Lehmer und Beigeordneter Erk. Glashütten hat 12 Kirchengemeindevertreter. Schotten. Am 2. Oktober soll nachmittags 12 Uhr eine Gedächtnisfeier für die gefallenen Forstbeamten auf dem Altenburgskopf stattfinden. Da zur selben Zeit der Verband der Hess. Staatsförster hier seine Hauptversammlung abhält, ist mit einer starken Beteiligung von Forstbeamten zu rechnen. möglichkeit bewertet und erkämpft. Aber damit wird es eben zur Konsumtionsangelegenheit, zur Frage nach Geschick, Macht und Lust; es heißt nun Eroberung, Enteigung und Genuß. Ein ganzer Proletarier ist psychisch und sozial verstümmelt in Fragen des Privateigentums. Da kommen die Kommunisten und machen aus dieser Not eine Tugend, indem sie seine Verstümmelung zu einem Kennzeichen der wahren und neuen, der sozialistischen Daseinsweise erheben. Und der proletarisierte Massenmensch, der diese gegebene Verteilung des Eigentums den Reicheren eigentlich abstreiten möchte, sieht sich durch seine Klassenparteiideologie zu einem prinzipiellen Verneiner des Eigentums überhaupt stilisiert und degradiert. Langen. Selbstmord im D.- Zug. In dem aus Frankfurt tommenden D.- 3ug 76 hat sich kurz vor Langen ein bis jetzt noch unbekannter Mann erschossen. Der Tote hatte keine Ausweispapiere und kein Gepäck bei sich. Weglar. In vielen Straßenzügen sind die Verkehrsverhältnisse zu einem Problem geworden, dessen Lösung die Stadt durch Anlage einer großen Umgehungsstraße anstrebt. Jetzt weilten der Landeshauptmann der Rheinprovinz mit dem Präsidenten der Rheinstrombauverwaltung, der Vizepräsident der Rheinprovinz, sowie Regierungspräsident Dr. Brandt in Wetzlar, um sich persönlich von den unhaltbar gewordenen Zuständen zu überzeugen. In längerer mündlicher Erörterung wurden alle in Betracht kommenden Fragen geprüft. Wenn auch mit einem gewissen Entgegenkommen der Provinz zu rechnen ist, so dürfte das Objekt mit einer bedeutenden Summe an dr Stadt hängen bleiben. Das Problem der großen Eigentumskrise wird damit nicht als ein ungelöstes Problem, sondern als die gefundene Lösung behandelt; das Kind wird mit dem Bade zum Fenster hinausgeschüttet. Die verkehrte Einstellung des Proletariers wird als Ideal hochgepriesen und es werden kolossale Maßregeln getroffen, um die verkehrte Einstellung der ganzen Welt zwangsweise aufzudrücken und die ganze Welt( auf einmal oder nach und nach das hängt von dem jeweiligen Temperament des berufenen Enteigners ab) zu proletarisieren. Frankfurt. Internationaler Verband für Wohnungswesen. Nach Mitteilung des Sekretariats des Internationalen Verbandes für Wohnungswesen ist Frankfurt a. M. zum Siz des Sekretariats, das sich bisher vorläufig in Wien befand, gewählt worden. Es wird nun klar, daß der von mir kurz geschilderte Enteignungsprozeß in einem genau zu erörternden und zu erwä genden Zusammenhang mit der großen Weltkrise des Eigentumsbewußtseins steht. Er ist als ein einzelnes, höchst bezeich nendes und bedeutsames Symptom einer alleuropäischen Krankheit aufzufassen 12). Nicht nur deswegen, weil die an der Spitze der russischen Enteignung stehende kommunistische Organisation ( genannt ,, Die dritte Internationale") ihre ganze Jdeologie und ihr Programm der westeuropäischen Arbeiterbewegung ent= nommen hat und wirklich aus„ Proletariern aller Länder" besteht, sondern hauptsächlich darum, weil die anderen europäischen Frankfurt. In der Nacht zum Freitag wurde auf der Strecke Darmstadt Frankfurt ein Postwagen der Eisenbahnpost beraubt. Von dem oder den Tätern fehlt jede Spur. 12) Es ist interessant zu notieren, daß Europa rund ein Viertel der ganzen Menschheit umfaßt( 25 Prozent) und dabei 65% der gesamten organisierten revolutionären Arbeiterschaft liefert. Länder manche überaus günstige Bedingungen für so eine( oder vielleicht etwas andersgeartete) Enteignung in sich bergen und langsam heranreifen lassen. Gewiß kann eine Enteignung verschiedenartig vor sich gehen, namentlich im Tempo, in der Blutbadfrage und in einigen anderen Hinsichten; sie bann auch nicht sozialistisch ausfallen,' sondern entweder rein demagogisch( sei es cäsaristisch oder republikanisch, das alte Rom kannte beides), oder nationalistisch, wie im heutigen Polen usw. Aber im Grunde genommen kommt doch alles auf dasselbe, sei es revolutionäre Enteignung oder kalte Enteignung: man organisiiert auf ,, demokratischen" Wegen, um das Eigentum in an= dere Hände zu bringen; ob man aber dabei das Eigentumsprinzip als solches kommunistisch verhöhnt oder nicht, ist in reeller Hinsicht Nebensache. Es ist für Europa höchste Zeit, das einzusehen und sich zu überlegen, ob man wirklich und ernst am Prinzip des Privateigentums festhält und ob man die schon angefangene und vorrückende Weltenteignung gutheißt oder nicht. Denn, wahrlich, sie ist eine Weltbewegung. Sie hat die alte kommunistische Unidee erfaßt, modernisiert, nationalökonomisch und soziologisch theoretisiert( Marxismus) und durch eine suggestive, demago gische Propaganda zu einer Masseneinstellung, zu einer Massenpsychose, gemacht. So wurde sie auch nach Rußland importiert, wo sie, als Mentalität und als Programm des westeuropäischen Proletariats, dem kulturell rückständigen Bauern durch List, Gewalt und Terror aufgezwungen wird. Merkwürdig aber ist, wie an dieser Einstellung und Psychose die geschichtlich ererbte Konzeption des Christentums und das materialistisch- kommunistische Antichristentum gewissermaßen noch bis jetzt zusammenwirken. Das Christentum nämlich, insofern es, sich dem Jenseits zuwendend, an einer gewissen, teilweise verborgenen und passiven Weltverneinung hängenbleibt; insofern es eine Vollkommenheit und eine weltloses Heilighein predigt und die Absagung vom Privateigentum als eine höchste Stufe anempfiehlt. Und das Antichristentum, insofern es, aus materialistischen Gründen und einer Klassenkampfdoktrin zufolge, En teignung ei widerspricht ni sie verstößt aud im Wohnungs rung der Gem gebung der Limie nicht E saften bevor Liggt. Die Pr der Zwangsw überwiegend i fith dieser end Nie Gemeinde Bukunft über her verstorbe firchtung, die Gemeinden a Bedauerl Fernwirtunge tann und erh Parteien und Scandlungswe bleiben, die Ausmaße nur und Demokra tiien damit e des auf einen luft, ist ihne bmlten worden ennen, daß d gierung höher u einer Erf Piso einersei bateigentum dischen Gü uus Klassenh jn". Oder, igne dich se Die schö gentums is riftlichen G Christen beson unisten ein hitgegenzusetze Fierenden und Tielleicht zu er och teine füh wee hervorgeb greifen, imm Die beider Problemlöjung rundlegenden teigentum. erneinung un nur auf Beha at das Prin hagen, auf Retsphilosoph eine allgemein privaten, wiri Eigentums( D Schwungrad d blühens zu le Es foll nic wohl aber Des Privateig L en me Ten als Die nd Qu clin der Den -% and hat DO под gen tum nu reb ith efekt ein nde ähl Kit Ge Iten Se einer ffunt πολ Deis hält Dure ilter nter про το πιό iber e in пет irfte дет eja Ber D Obet Det Blut nid Без Aber ei es orge 7 0 ums reek ich p Samstag, den 29. September 1928. ,, Gießener Zeitung" Der Stand der Wohnungszwangswirt- restlos ausgenugt. schaft in Deutschland und in Hessen. Von G. Ziegler Darmstadt. Die nun seit mehr als einem Jahrzehnt bestehende Wohnungszwangswirtschaft hat in Deutschland ihren Höhepunkt überschritten. Einsichtige Länderregierungen haben bereits frühzeitig mit dem Abbau der Zwangsgesetze begonnen, in der richfigen Erkenntnis, daß es dem Gesamtwirtschaftsleben nur zum Borteil gereichen könne, die Ueberführung des Wohnungswesens in die freie Wirtschaft so frühzeitig als möglich vorzubereiten, und es kann nicht bestritten werden, daß diese Wirtschaft das Wirtschaftsleben der betr. Länder durchaus günstig beeinflußt hat. Reinesfalls kann aber behauptet werden, daß die systematische Lösung wohnungswirtschaftlicher Bindungen irgendwelche Nachteile gezeitigt hätte. - Der eigentliche Zweck der Zwangsgesetzgebung ist heute auch nicht mehr der Schutz der Mieterschaft vor Kündigungen denn welcher Vermieter wird denn heute Wohnungen leer stehen las= sen als vielmehr das Bestreben, durch eine dem heutigen Geldwert nicht angepaẞte Miete der Mieterschaft finanzielle Vorteile zu erhalten, haben sich, aus reinem Agitationsbedürfnis einzelne politische Parteien zur Aufgabe gemacht. Das Recht der Mietfestsetzung durch die Regierung hat noch den weiteren Zweck, Staat und Gemeinden einen bestimmten Anteil an der Miete zu sichern. Diese Mietfestsetzung von oben läßt sich jedoch nur solange aufrecht erhalten, als die Nachfrage das Angebot an Wohnungen übersteigt. Es besteht also auch nach dieser Richtung hin für die Regierungen fein Anlaß, durch restlose Verwendung der Steuermittel das Manto auf dem Wohnungsmarkt in ab= sehbarer Zeit auszugleichen, was durchaus möglich wäre. Die obigen Beweggründe, die die auf die Gesetzgebung Einfluß ausübenden Instanzen bestimmen, die gebundene Wirtschaft möglichst lange aufrecht zu erhalten im Interesse politischer Anhänger und aus steuerlichen Gründen, diese Beweggründe kommen naturgemäß am deutlichsten zur Auswirkung dort, wo die Nutznießer dieser Wohnungspolitik sich in einflußreicher politischer Stellung befinden. Die seit 10 Jahren in Deutschland betriebene Wohnungszwangswirtschaft, die die Entrechtung und entschädigungslose Enteignung eines Teiles der Staatsbürger zum Ziele hat, widerspricht nicht nur den Bestimmungen der Reichsverfassung, sie verstößt auch gegen die guten Sitten. Die Zwangswirtschaft im Wohnungswesen ist ein Schritt auf dem Wege zur Einführung der Gemeinwirtschaft, und wer beobachtet, wie bei Vergebung der Baudarlehen darauf gesehen wird, daß in erster Linie nicht Einzelpersonen, sondern Kommunen und Genossenschaften bevorzugt werden, wird erkennen, daß darin System liegt. Die Privathausbesitzer läßt man an ihrem Altbesitz unter der Zwangswirtschaft verbluten, der Neuhausbesitz ist frei aber überwiegend im Besitz der öffentlichen Hand. In welcher Weise sich dieser enorme Grundbesitz im Laufe der Zeit noch gegen die Gemeinden und auf deren Finanzen auswirkt, bleibt der Zukunft überlassen. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die von der verstorbenen Frau Abg. Balser s. 3t. ausgesprochene Be= fürchtung, dieser Besitz werde sich zu einer Katastrophe für die Gemeinden auswirken, früher oder später eintrifft. Bedauerlich ist es, daß unsere Wohnungspolitik mit ihren Fernwirkungen in marristischem Sinne nur erhalten werden fann und erhalten werden wird durch die tätige Mithilfe von Parteien und Personen, deren politische Einstellung eine solche Handlungsweise nicht vermuten läßt. So ist, um im Lande zu bleiben, die Zwangswirtschaft in Hessen in dem derzeitigen Ausmaße nur möglich, weil zwei bürgerliche Parteien, Zentrum und Demokraten, diese Politik unterstützen. Daß beide Parteien damit einer Entwicklung Vorschub leisten, die letzten Endes auf einen Gegensatz zum eigenen Parteiprogramm hinausläuft, ist ihnen oft genug von den eigenen Anhängern vorgehalten worden. Daß dies keinerlei Erfolg gehabt hat, läßt ertennen, daß die äußeren Vorteile der Teilnahme an der Regierung höher gewertet werden als wichtige Parteigrundsätze. su einer Erfassung des Privateigentums vorzuschreiten versucht. Also einerseits du sollst aus Liebe zum Nächsten dein Pribateigentum spontan fahren lassen, um dich nicht zuviel mit indischen Gütern abzugeben"; und andererseits ,, du sollst aus Klassenhaß das fremde Privateigentum mit Gewalt ergreijen". Oder, noch fürzer: enteigne dich selbst aus Liebe; ent= eigne dich selbst aus Haß. - Die schöpferische Bejahung und Begründung des Privateigentums ist seit jeher einer der schwierigsten Punkte der hristlichen Sozialphilosophie gewesen. Auch jetzt ist es dem Christen besonders schwer, dem enteignenden Pathos der Kommunisten ein gleichmäßiges Pathos der Eigentumsbehauptung entgegenzusetzen, namentlich in den Zeiten eines sich konzentrierenden und organisierenden Kapitalismus. Damit ist auch vielleicht zu erklären, daß die antikommunistische Front bis jetzt noch keine führende und die Massen begeisternde Eigentumsidee hervorgebracht hat und anstatt eine kräftige Offensive zu ergreifen, immer in einer flauen Defensive steckenbleibt. O DOD tlid itif ogij Tage affen tiert Ichen Lift фок Das afe Die beiden angeführten Losungen enthalten keine richtige Problemlösung, sondern eine Flucht vor dem Problem, vor dem dem Prigrundlegenden Problem des menschlichen Daseins bateigentum. Die Zukunft der Welt kann nicht auf eine Weltberneinung und Eigentumsentsagung aufgebaut werden, sondern nur auf Behauptung und Begründung des Eigentums. Man hat das Prinzip des Privateigentums' anzuerkennen, es hochzuschäzen, aufrechtzuerhalten, in religiöser, soziologischer und techtsphilosophischer Hinsicht zu begründen und nach und nach eine allgemeine geistige Einstellung herbeizuführen, welche, den privaten, wirtschaftlich- schöpferischen Instinkt und Genuß des Eigentums( das römische ,, uti et frui") fördernd, ihn auf das Schwungrad des allgemein fulturellen Gedeihens und Aufblühens zu lenken geeignet wäre. Es soll nicht gesagt werden, diese Problemlösung sei einfach; wohl aber sie sei die einzige Lösung. Vor dem Problem des Privateigentums haben wir nicht in eine Verneinung zu - Hessen hat jede Möglichkeit, den Hausbesitz zu entrechten, restlos ausgenutzt. Es hat nicht nur allen Zwangsmaßnahmen gegen den Hausbesitz im Reichsrat zugestimmt, sondern auch allen Lockerungsvorlagen widersprochen. In Verfolg dieser Politik hat es, im Gegensatz zu allen anderen Ländern, bis jetzt von keiner der durch Reichsgesetz gegebenen Möglichkeiten, in eine Lockerung der Zwangswirtschaft einzutreten, Gebrauch gemacht. Bis ins letzte Odenwaldsdörfchen besteht noch die Zwangswirtschaft. Ob eine Wohnungsnot dort, überhaupt besteht oder nicht, spielt dabei keine Rolle. So verlangen z. B. seit drei Jahren auf den Hessischen Landgemeindetagen mit etwa 1000 hessischen Bürgermeistern einstimmig die Lockerung. Ohne Erfolg. Ist es da nicht naheliegend, zu unterstellen, daß die Zwangswirtschaft aus anderen als wohnungspolitischen Gründen in Hessen aufrecht erhalten wird? Als vor drei Jahren die hessischen Bürgermeister zum ersten Male die Beseitigung der Zwangswirtschaft verlangten, wurde von der Regierung die Ausrede gebraucht, die Bürgermeister wollten die Scherereien los sein. Es half auch nichts, als selbst ein kommunistischer Abgeordneter Orte nannte, wo damals schon keine Wohnungsnot mehr bestand. Aber man wollte die Zwangswirtschaft in Hessen nicht lockern, und um diesen Standpunkt nach außen hin zu rechtfertigen, mußte jedes Mittel herhalten. Zentrum und Demokraten machen diese Klassenpolitik mit und werden da= für auf anderen Gebieten entschädigt. Man wende nicht ein, die Aufhebung sei nicht möglich, es ergäben sich unhaltbare Zustände usw. Kein Mensch verlangt eine Beseitigung der Zwangswirtschaft von heute auf morgen. Aber durchaus möglich und notwendig ist ein systematischer Abbau, wie in anderen Ländern. Es klingt wie Jronie, daß der hessische Hausbesitz einer Regierung Steuern zahlen muß, deren Existenz zu einem wedie sentlichen Teil mit dieser Steuerleistung steht und fällt, ihm jedes freie Atmen unterbindet. Der hessische Hausbesitz spielt für die hessische Regierung nur eine Rolle als Steuerzahler, im übrigen ist er gut genug für sozialistische Experimente. Wer geglaubt hat, mit dem Uebergang des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft in die Hände eines demokratischen Ministers werde mit der Raab'schen Methode: Zwangswirtschaft um jeden Preis, gebrochen, sieht sich auch hierin, bis jetzt wenigstens, enttäuscht. Wenige Wochen fehlen nur noch an einem Jahr, seit Hessen seinen neuen Landtag gewählt hat und noch ist kein Schritt vorwärts getan. Es wird in den Kreisen des Hausbesizes nicht verstanden, daß ein Minister, der einer Partei angehört, die selbst, wenn auch offenbar unter dem Druck des seinerzeitigen Volksbegehrens, einen Antrag auf Lockerung der Zwangswirtschaft gestellt hat, auf diese Einstellung seiner Partei keine Rücksicht nimmt. Eine Mehrheit im Landtag wird er für seine Lockerungsmaßnahmen finden. Oder sind andere Rücksichten zu nehmen? Es kann nicht oft genug wiederholt werden, daß der Hausbesitz in erster Linie die Kosten der Koalitionspolitik in Hessen zu tragen hat. Wer sich in der Politik noch den Sinn für Recht und Gerechtigkeit bewahrt hat, wird sich nur mit gemischten Gefühlen an dieses Unrecht, das dem Hausbesitz seit Jahren zugefügt wird, erinnern lassen. All die hochtönenden Worte, sozial und demokratisch, die einmal lebendiges Programm, sind zu toten Buchstaben, zu Worten ohne Inhalt, herabgesunken, seit man in der Politik dazu übergegangen ist, die Güter dieser Welt nach dem Gewicht der Wahlstimmen zu verteilen. Und daß das so ist, darüber könner: die schönsten Wahlreden und Parteiprogramme nicht hinwegtäuschen. Sich frei zu machen von äußeren Einflüssen und der Stimme des Gewissens zu folgen, dessen sind die Mehrzahl der hessischen Politiker leider nicht fähig. Fortsetzung folgt. 20 Droht Husten, Grippe, Heiserkeit hall' Rheila- Perlen hilfsbereit! Schachtel Mk.1.- nur in Apotheken u.Drogerien fliehen, mag diese Vereinung ,, christlicher Sozialismus“,„, religionslose Sozialdemokratie" oder„ antireligiöser und antichristlicher Kommunismus" heißen; sondern wir haben das Problem männlich und nüchtern anzupaden und einer sozial und kulturell aufbauenden Zwedmäßigkeit unterzuordnen. Denn das ist das evidenteste Fazit der gegenwärtigen Revolution in Rußland: durch die Verneinung des Privateigentums wird das Privateigentum nicht kompromittiert, sondern rehabilitiert, und zwar in der Richtung, daß seine Notwendigkeit erlebt und eingesehen, wenn auch nicht sofort ehrlich und offen cnerkannt wird. An die Stelle des enteigneten Privatmannes tritt demzufolge nicht ein Kollektivwesen( verfahre es rücksichtslos und grausam, wie es nur wolle), sondern der neue, sich das Enteignete aneignende Privatmann, der revolutionäre Neureiche, und zwar meist aus dem Korps der kommunistischen Beim Kommunismus Eigentumsverneiner emporkommend. handelt es sich durchaus nicht nur um die Herstellung einer neuen Art des Eigentums, nämlich des„ kollektiven Eigentums", sondern vor allem und reell um die konkrete Enteignung des hier und jetzt Mehrhabenden und um die konkrete Verteilung des enteigneten Vermögens an die gierigen hier und jetzt Wenigerhabenden. Also nicht nach der Formel: ,, Niemand habe es, dann werden es alle haben", sondern nach der Formel: ,, Glücklich sind die Besitzenden, und jetzt komme ich an die Reihe." Damit haben wir einen wichtigen Unterschied festgestellt, nämlich: der Enteignungsprozeß ist nicht mit dem Sozialisierungsprozeß zu verwechseln. Man kann die Enteignung anderer und eine neue Verteilung wollen, indem man fremd und feindlich jeglicher Sozialisierung und Nationalisierung gegenübersteht; so stand es bei den russischen Bauern vor der Revolution, denn sie dachten, die Gutsbesitzer haben Gott weiß wie viel Ackerboden, und es wäre gut und vorteilhaft, sie zu enteignen und den Boden sich anzueignen; daraufhin wurden sie auch von den Kommunisten verlockt und geknechtet. Nicht jede Enteignung kommt von überzeugten Sozialisten und verbissenen KommuNeue Bücher. Nr. 77. Emilie Zola. Das Paradies der Damen. Roman. Uebertragen von Franz Franzius. Volksverband der Bücherfreunde, Wegweiser- Verlag G. m. b. H., Berlin- Charlottenburg 2. Unbekümmert um Ruhm und Haß hat Zola sein Werk geschaf= fen. ,, Das Paradies der Damen" ist eine padende Dichtung aus der Sozialpolitiker Erkenntnis schöpften eine Psychologie des modernen Wirtschaftslebens, deren Wirklichkeitstreue die kleinſten Einzelheiten des modernen Warenhausbetriebes exaft erfaßt und deren großartige Phantastik im Rythmus des modernen Lebens die ewige Romantik aufspürt. Dieses Buch( Halbleder geb. 4,30 R.-Mr.) veranschaulicht die Leistungsfähigkeit der Bücherfreunde. Ausführliche Druckschriften versendet kostenlos die Hauptgeschäftsstelle Berlin- Charlottenburg 2, Berliner Straße 42-43. Ein einzigdastehendes Literaturwerk veröffentlicht Prof. Dr Edard Engel, der bekannte Literaturhistoriker.„ Was bleibt?" Das Werk erscheint bei Koehler u. Amelang in Leipzig. Walter Bloehm bringt als Resultat seiner jüngsten Amerikareise einen gewaltigen Amerikaroman„ Sohn seines Landes". Die deutsche Ausgabe erscheint bei K. F. Koehler u. Amelang in Leipzig. Briese Max Regers erscheinen dieser Tage bei Koehler u. Amelang. Eine Fortsetzung zu dem bekannten Lebensbild ,, Gabriele von Bülow" bringt Anna v. Sydow: ,, Gabriele von Bülows Töchter." Es behandelt die von der Biedermeierzeit bis zum Ausgang des Weltkrieges reichenden Schicksale der Enkelinnen Wilhelms von Humboldts. Das Bayerische Hochland, illustrierte Zeitschrift für den Fremdenverkehr und Wintersport im Bayerischen Hochland und im Allgäu, beschäftigt sich in seiner August- Ausgabe in erster Linie mit dem herrlichen, jedermann beliebten Schlierseer- und Tegernseer- Tal. Interessenten erhalten Probenummern kostenlos durch den Verlag München 9. „ Unser Franz“, ein Lebensbild des Stahlhelmgründers Franz Seldte.( Otto Doller Verlag Magdeburg. Preis RM 1.-) Die schwierige Aufgabe, eine prominente Persönlichekit der Zeitgeschichte mit vollkommener Objektivität in ihrem Sein und Werden darzustellen, ist gewiß nicht oft so gelöst worden als in diesem kleinen Buch über den Gründer und 1. 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Woran das Eigentumsbewußtsein der Welt krankt ist eben Neid und Habsucht; man sucht Reichtum und Macht, und zwar durch gesetzeswidrigen Umsturz und Blut. Der angebliche Kommunist hat aber sehr wenig zu verlieren: mißlangt sein kommunistisches Experiment, so wird er doch selbst durch dieses eine ,, prominente Größe", als der„, mutige" Verteiler und Spender der nach dem Experiment übriggebliebenen schäbigen Ueberreste eines ehemals fürstlichen Vermögens. des. - Nichts wirkt so sehr auf die Gemüter wie die angeblich ,, großartigen Neuerungen" des wenig bekannten fremden LanUnbewußte Detonation und bewußte Imitation wirken ausschlaggebend. Was hat man gegenwärtig, in der Nachfriegszeit, vom Sozialismus in Griechenland, in Jugosla= wien, in Ungarn, in der Tschechoslowakei, in Rumänien, in Polen, in Litauen, in Lettland, in Estland und in Finnland? Nichts, außer einigen ministerialen Erscheinungen. Und doch hat sich in diesen Ländern des Zwischen europas" die von Osten her kommende Enteignungswelle verbreitet¹³). Da ist schon eine enteignende Umwälzung zustande gekommen auf Grund zweier Prinzipien: Kleinbesig und Nationalismus, d. h. Befrie digung des immer nach Boden gierigen Kleinbauern und Eliminierung des nicht national genug eingestellten Grundbesitzers. Brausend und blutig hat die kommunistische Enteignung in Osteuropa angefangen; hart, demagogisch und nationalistisch hat sie sich über Zwischeneuropa verbreitet. Wird sie vor dem westeuropäischen Tor willig und liebenswürdig halt machen? Es rüttelt und nagt in der Welt am Privateigentum; und der ganze Prozeß und die Gefahr bleiben einheitlich und verhängnisvoll. ( Lange anhaltender, stürmischer allgemeiner Beifall.) 13) Man braucht nur das von dem hochkompetenten und objektiven Auge Professor Sörings redigierte Kollektivwerk über die Agrarfrage in Zwischeneuropa nachzulesen. Samstag, den 29. September 1928. 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