Nr. 8. eide. Tore gleicher ger noch vier mal ermannschaft aus, wohlgemeintesten gen vermögen. elvereinigung am Polizei- Kurhessen Beien. Mit einer pen rechnen, daß sie rvermieden wird, örperlichen Verfas as die Mannschaft nnschaft durch das It. darf fein 1900er teigenden Meister: riten Behörden in Sport, Spiel und mten erkannt hat. de Bewegung zur sland seit langen drei Jahren ein geführt. Dadurch nten, die infolge an eine sportliche eit zur Erholung s gegeben werden. 4 000 Mitgliedern. eds erhöhter WerArbeitsgemeinschaft ossen. Sie betrei Stadion zu Berlin t. Zuſchriften sind cher Post- Sportver rlin NW 40, Boftergarten: en-, Pflaumen- uno ume und Spaliere, che, Quitten- Büsche, beersträucher, großelb, JohannisbeerBrombeeren; mme, Hochstämme, Sorten und wundern, Clematis u. a. Nahonien Cypressen, rten in großer Ausaleen, Kirschlorbeer nstigen Preisen sch( Solstein). Reisende, Herren u. Damen auch solche, die in landwirtsch. Kreis. bekannt sind, gegen feste Bezüge gesucht: Welposska, Kaffel Schließfach 176. Dr., Abitur Anleitung durch Dr. Woitit, Berlin W. 50 Geisbergstraße 24. Vertreter gesucht für Darlehn u. Hypo thefen, finanzbüro Spandau, Moritzftr.5. K MB Le NWK Swolle und filzt nicht NDERS lich Auf Wunsch ellen Nachweis church: sche Wollkämmerei mgarnspinnerei Frankfurt a. M., str.13/ Tel.Römer 1175 Gießener Zeitung ( Steueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr- Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Die deutsche Regierung hat ihren Standpunkt in der Sicherheitsfrage in einem umfangreichen Memorandum niedergelegt, das im Laufe des heutigen Nachmittags beim Völkerbund in Genf und bei Dr. Benesch in Prag überreicht worden ist. Das Remorandum enthält im wesentlichen rechtliche Gesichtspunkte. Außenminister Dr. Stresemann wird sich am 6. FeBenar zu einem einmonatigen Aufenthalt an die französische Riviera begeben. Die Reichsmariueleitung hat gegen das„ Berliner Tageblatt" Strafantrag gestellt, um die Beschuldigungen des Blattes gegen die Mitglieder der Seetransportabteilung über Waffenhiebung nach China zu klären. In den nächsten Tagen trifft der deutsche Botschafter in Mostan, Graf Brockdorff- Rangau in Berlin ein. Sein Besuch wird, wie verlautet, zu wichtigen außenpolitischen Besprechungen in der Reichshauptstadt führen. * Der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Volkspartei im Wahlkreis Düsseldorf hat mit großer Mehrheit beschlossen, von der Kandidatur Luther feinen Gebrauch zu machen. Der Vorstand des Einheitsverbandes der Eisenbahner Deutschlands will die Lohnbestimmungen des Tarifvertrages um 1. April kündigen. Wie Moskau meldet, wurde der Chef der Industrie- Abteilang des taukasischen Handelsministeriums, Nowikow, wegen Bestechung zum Tode verurteilt und hingerichtet. Nowiłow hat etwa 20 000 Rubel Bestechungsgelder von einer privaten Getreidehandelsfirma angenommen. Der mexikanische Präsident Calles hat einen Abände ngsparagraphen der Verfassung unterzeichnet, der die Amts= Dauer der Staatspräsidentschaft von 4 auf 6 Jahre verlängert. Staatspräsident Karl Ulrich. Zu seinem 75. Geburtstag. Der Präsident des Volksstaates Hessen Karl Ulrich, vollendet heute sein 75. Lebensjahr. Er wird mit diesem Tage von seinem Amt als Staatspräsident zurücktreten, aber weiterSin als sozialdemokratischer Parlamentarier sowohl im Reich wie auch im Land tätig sein. Ulrich hat immer erkannt, daß mit Radikalismus in der Politik nichts zu erreichen ist, und er at sich deshalb von Jugend her auf Sachlichkeit eingestellt. Dadurch gelang es ihm nicht nur, sich Achtung in den Kreisen ber politischen Deffentlichkeit zu erringen, sondern über das Barteiliche hinweg hat er auch manchen persönlichen Freund im bürgerlichen Lager. In Braunschweig geboren, kam er früh in die Arbeiterbewegung und nach einer Wanderung durch Cüddeutschland und die Schweiz landete er in der Mitte der achtziger Jahre in Offenbach, wo er damals bereits eine starke fozialdemokratische Organisation vorfand, deren Organ ihn Jum Redakteur bestimmte. 1885 wurde er in Mainz an Stelle einer fassierten Wahl zur zweiten Kammer neu gewählt. Später wurde er in Offenbach in die StadtverordnetenverJammlung entfandt und 1890 schickte ihn der Wahlkreis OffenBach- Diebung in den deutschen Reichstag, dem er, außer der Zeit von 1903 bis 1907, bis heute angehört. Mit dem ehemaligen hessischen Großherzog war er anläßlich eines parlamentarischen Abends zusammengekommen und er sprach sich des fteren mit ihm über die sozialen Zustände aus. Diese perfönliche Angelegenheit Ulrichts wurde ihm in der eigenen Bartei als zu Hofe gehen" schwer angerechnet und trug ihm ben Spottnamen ,, der rote Großherzog" bei. Als auch in Hesen der Zusammenbruch drohte, versuchte man eine letzte Retdung in der Einführung des parlamentarischen Systems und Ulrich wurde ,, Großherzoglich hessischer Staatsrat". Dieser Würde erfreute er sich nur sehr kurze Zeit, nu einen Tag. Am 9. Noembe 1918 trat er an die Spitze des Volksstaates Hessen und bieses Amt bekleidete er ununterbrochen bis jetzt. Der Hessische Landtag einberufen. Wie wir schon in unserer letzten Ausgabe feststellten, haben die Kommunisten gegen die Art der Wahl der parlamentarischen Mitglieder des Hessischen Staatsgerichtshofs Protest eingelegt. Ueber diesen Protest hatte der Aeltestenrat des Hessischen Landtags gestern zu befinden. Im Anschluß daran bringen wir folgende Meldung: Darmstadt. Der Aeltestenrat des Hessischen Landtags hat dem Protest der Kommunisten gegen die Gültigkeit der am 8. Dezember 1927 vorgenommenen Wahl der parlamentarischen Mitglieder des Staatsgerichtshofs stattgegeben und infolgedesfen den Landtag für heute, Samstag, nachmittags, zu einer Bolligung telegraphisch einberufen, um die Neuwahlen vorzunehmen. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Samstag, den 28. Januar 1928 des Die erste Lesung ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lotal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Play vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 9 Schwierigkeiten mit Volen. Wie aus diplomatischen Kreisen zu erfahren ist, ist es bei Reichsschulgesetzes beendet. den in Warschau geführten deutsch- polnischen HandelsvertragsBleiben die Simultanschulen bestehen? Dem Sigungsbericht entnehmen wir: Abg. Frau Dr. Bäumer begründet nochmals den Antrag ihrer Partei, der die einzelnen Simultanschulländer aufzählt und den Weiterbestand der dort bestehenden Schulen verlangt. Abg. Rosenbaum( Kom.) wollte die Länder, die unter§ 20 fallen, namentlich aufgeführt wissen. Vor der Abstimmung erklärt der Abg. Schreck( Soz.), die Sozialdemokraten würden für den Antrag Runkel( D. Vp.) stimmen. Darauf wurde der kommunistische Antrag gegen die zwei Stimmen der Kommunisten, der demokratische Antrag mit 16 gegen 12 Stimmen abgelehnt. Der Antrag des Zentrums:„ In den Ländern Baden und Hessen, sowie in dem ehemaligen Herzogtum Nassau, in denen eine nach Bekenntnissen nicht ge= trennte Schule besteht, tritt dieses Gesetz erst nach fünf Jahren nach seiner Verkündung in Kraft", wurde gegen 7 Stimmen des Zentrums und der Bayerischen Volkspartei abgelehnt. Angenommen wurde dagegen der Antrag Dr. Runtel( D.Vp.) mit 15 gegen 13 Stimmen. Darnach wurde § 20 folgendermaßen gefaßt: In den Gebieten des Reiches, in denen eine nach Bekennt: nissen nicht getrennte Voltsschule gesetzlich oder nach Herkommen besteht, verbleibt es bei dieser Rechtslage. Damit war die erste Lesung des Entwurfs im Ausschuß beendet. Der Entscheidung des Bildungsausschusses tommt nur problematischer Wert zu, denn letzten Endes wird auch hier ein Kompromiß gefunden werden, das es den Regierungsparteien erlaubt, vorläufig noch zusammen zu stehen. Von der verfahrenen Lage bei der Beschlußfassung über das Schulgeset gibt diese überraschende Schlußabstimmung aber ein kennzeichnendes Bild. Weitere Hilfe für Landwirte. Berlin. Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte heute die Einzelberatung des Etats des Reichsernährungsministe= riums fort. In der zurückgestellten Abstimmung werden folgende Entschließungen genehmigt, die Reichsregierung zu ersuchen, wirtschaftspolitisch der Tatsache Rechnung zu tragen, daß große Mengen Schlachtvieh und Fleisch eingeführt werden, trotzdem die deutsche Landwirtschaft in der Lage ist, den Fleischbedarf der Bevölkerung vollkommen zu decken. Ferner wurde eine demokratische Entschließung angenommen: 1. Das System der Einfuhrscheine auch auf die Ausfuhr von Schweinefleisch aus= zudehnen. 2. Gemeinsam mit den Länderregierungen durch die Gewährung von Prämien die Erzeugung von hochwertigen Produkten der Molkereibetriebe zu fördern. 3. Die Reichsregierung zu ersuchen, zur Abwickelung drückender Verbindlichkeiten und zur Erleichterung der überaus schwierigen Kreditverhältnisse der deutschen Landwirtschaft, einen namhaften Reichskredit zu einem erträglichen Zinsfuß zur Verfügung zu stellen. 4. Die Reichsregierung zu ersuchen, alsbald vom Reichstag die Mittel anzufordern, damit das Land der nicht mehr existenzfähigen landwirtschaftlichen Großbetriebe vom Reiche für die Zwecke der bäuerlichen Siedelung angekauft werden kann. Genehmigt wird endlich folgende Entschließung: Die Reichsre: gierung zu ersuchen, eine Vorlage einzubringen, welche das zollfreie Kontingent für die Einfuhr von Gefrierfleisch aufhebt. Der Rest des Etats für das Reichsernährungsministerium wird genehmigt. Nächste Sigung: Haushalt des Reichswirtschaftsministeriums. Bertagung der Entschädigungsdebatte. Berlin. Jm Reichstagsausschuß für die Entschädigungsfragen erhoben die Vertreter der sozialdemokratischen und kommunistischen Fraktion Einspruch gegen die Fortsetzung der Verhand= lungen, bis die Regierungsparteien sich mit der Reichsregierung über die Gesamthöhe der zu gewährenden Entschädigung und über den Charakter des Gesetzes( Schlußgesez oder Zwischenlösung) geeinigt hätten. Demgemäß vertagte sich der Ausschuß auf nächsten Dienstag. Locarnopolitik? Die interalliierte Rheinlandkommission hat dem Reichsfommissar für das besetzte Gebiet ihre Stellung zur Anwendung des Reichskriminalpolizeigesetzes von 1922 im besetzten Gebiet bekanntgegeben. Dabei werden die Vorbehalte und Einschrän= fungen gemacht, daß aus dem unbesetzten Gebiet keine Polizeibeamten oder Polizeiagenten im besetzten Gebiet Aufträge ohne Mitwirkung von Beamten des besetzten Gebietes und ohne Zustimmung der zuständigen deutschen Behörden ausführen dürfen. Die zuständigen deutschen Stellen im besetzten Gebiet seien für die Tätigkeit dieser Beamten verantwortlich. Ferner wird verlangt, daß der französischen Behörde vorher über die Ankunft und den Auftrag der Beamten Mitteilung gemacht wird. Die Durchführung dieser Verfügung erschwert in stärkstem Maße die Bekämpfung des Landesverrats und der Fremdenlegions= Werbung. verhandlungen zu ernsthaften Schwierigkeiten gekommen. Die Fragen der Niederlassung und der Valorisierung der polni= schen Währung sind anscheinend so beträchtliche Differenzpunkte geworden, daß man in der Wilhelmstraße äußerst pessimistisch ist. Jedes Bauprojekt durch 25 Instanzen. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Großbauten A.-G. in Berlin, die das Europa- Hochhaus errichtet, Heinrich Mendelssohn, nimmt in einem an alle Behörden ge= richteten Offenen Brief Stellung gegen die Stillegung des Europa- Hochhausbaues. Er bezeichnet den Fall als ein Schulbeispiel für die städtebauliche Anarchie, die in Berlin herrsche. Architektenkreise messen dem Fall grundsätzliche Bedeutung bei: Immer wieder würden Bauten begonnen und nahezu fertiggestellt, ohne daß die Bauerlaubnis vorliege; das habe seinen Grund in dem übermäßigen, mit den wirtschaftlichen Bedürf nissen in Konflikt stehenden bureaukratischen Apparat, der jedes Bauprojekt etwa 23 bis 25 Instanzen zu durchlaufen zwinge. Die städtebauliche Anarchie in Berlin sei zu allererst auf das Konto der Stadtverwaltung zu setzen. Temperamentvoll fügt H. Mendelssohn hinzu:„ Es ist ein Skandal, daß zu einem Zeitpunkte, zu dem es Pslicht von Staat und Gemeinde wäre, die private Bautätigkeit zu fördern, sogar unter Gewährung von Hauszinssteuermitteln, ihr immer wieder in den Rücken gefallen wird!" Für den Fall, daß die Behinderung des Europahausbaues, der nach Behandlung mit 25 Instanzen, nach Zustimmung aller städtischen Dienststellen und des Sachverstän= digenbeirates angefangen worden sei, länger als 14 Tage dauern würde, will Herr Mendelssohn dahin wirken, daß ,, das Eisengerüst des Europa- Hochhauses in seinem jetzigen Zustand als Schanddokument Berlins für die Dauer von 3 Jahren stehen bleibt"! Kommunisten an der Futterkrippe. Von den Toten soll man nur Gutes reden. Die englischen Zeitungen verstoßen sehr gegen diese gute Sitte, wenn sie jetzt über den dieser Tage durch Selbstmord aus dem Leben geschie= denen Bolschewistenführer Joffe„ Anekdoten" erzählen, die den Mann in einem sehr ungünstigen Licht zeigen. Joffe, ein nach allen drei Dimensionen stattlicher Mensch, soll ein ganz anormal leistungsfähiger Freund kulinarischer Genüsse gewesen sein. Der Aufwand dieses„ Kommunisten" sei schlechthin„ lukullisch" gewesen. Als Sowjetgesandter in Berlin habe er für„ Küche und Keller" besser gesorgt als irgend einer seiner zaristischen Vorgänger. Die ältesten Angestellten der Gesandschaft könnten sich nicht erinnern, je in diesem Hause einen Esser und Trinker von der Aktivität des Herrn Joffe gesehen zu haben. Dazu habe er vom Aufstehen bis zum Schlafengehen unaufhörlich Zigaretten geraucht. Unter sechs Gängen habe es bei Joffe überhaupt keine Mahlzeit gegeben. Dies alles zu einer Zeit, als in Rußland die furchtbarste Hungersnot wütete, als in Deutschland Milch nur noch an Säuglinge und Kranke abgegeben wurde. Dies alles mit einem Monatseinkommen von Inapp 750 Rubeln( 1500 M). Aber der Gesandte Moskaus verfügte daneben noch über einen ebenso großen wie geheimen Fonds von Propagandageldern. Joffe, der s. 3t. die Friedensverhandlungen mit Deutschland geführt hat, erhielt von seinen Genossen den Ehrentitel „ Friedenstaube". Für den Frieden seines Magens hat er jedenfalls Erhebliches geleistet. In zwei Ernten 5242 zahlt der Landwirt unsere sofort ab Werk lieferbaren DeutzDieselmotoren und DieselSchlepper MOTORENFABRIK DEUTZ A- G Zweigniederlg. FRANKFURT M. Taunusk Samstag, den 28. Januar 1928. Lofales. Sonntagsgedanken. ,, Gebet den hungernden Kindern Deutschlands Brot, gebet Nahrung ihren Seelen, auf daß sie mit dem Vaterland gesunden!" Das waren unsere letzten Sonntagsgedanken. Heute ists wieder Sonntag, Feierstunde. Die Arbeit der Woche häuft Sorgen auf Sorgen ums tägliche Brot; laßt den Sonntag wenigstens heiligen, an Seele und Gott denken! Der Kinder haben wir gedacht, nun helfet noch der reifenden Jugend auf ihren Wegen, seid Wächter derselben und erkennet die Gefahr ihrer fortschreitenden geistigen Unterernährung. Ein Werdender muß sich an einen Großen, an einen Starten anlehnen, um selbst groß und start zu werden. Der Jugend innere Kraft muß durch einen fremden Willen hindurchgehen, damit sie zur Form wird. Alles Große, alles Schöne, alles Gute, alle Kultur wird geschaffen von Könnern, nicht von Sehnsüchtigen. Das war im Weltenlauf bisher Dogma und wird bleiben, solange die ewigen Gesetze des Schöpfers gelten. Wir stehen heute an der Wende aller Kultur. Ein großer Teil der Jugend will der Menschheit den Stab entreißen, auf welchem diese Jahrhunderte lang gestützt durch das Leben schritt. Völlige Freiheit und Selbstentfaltung predigt sie und entsetzend sehen wir bereits an ihren Taten die Wirkung der Parole. Das Ehrgefühl ist abgeſtumpft, Sitte und Moral wird mit Füßen getreten, alle geistigen Werte werden vernichtet, jeder Gemeinsinn ist verschwunden und in allen Ecken der heutigen Jugendpflege lauern Sünde und Laster. Aus Stätten der Erziehung und Kultur, wie es Theater und Kinos sein könnten, sind heute schon oft Tumultplätze für Jugendliche geworden, um Sinnlichkeit und Wollust zu wecken. Soll ein solches Geschlecht dem Daseinskampf gewachsen sein; sollen Deutschlands einstige Baumeister aus solchen Gesellen entstehen? Soll diese Jugend, geschwächt durch Laster und Sünde, zu jener deutschen Kraft gelangen, nach der ein Volk und Land sich sehnt, das im bittersten Wundenschmerz nach einem ,, Aufwärts". ruft? Wachet auf ihr Eltern und Erzieher eines neuen Volkes! Seht den Weg, den eure Schützlinge gehen, schaut die Kraft, wie sie schwindet und hört den Hilfschrei der Millionen nach Besserung. Fürchtet euch vor dem Fluche, den einst Tausende eurer Kinder auf euch schleudern werden aus Kranken- und Irrenhäusern und Gefängnissen!- „ Gießener Zeitung" tenausgabe für das Publikum Montag, den 30. Januar, nach-| mittags von 3 4 Uhr im alten Justizgebäude Darmstadt., Mathildenplay 13, Erdgeschoß, Zimmer 20. * Ueber die Beifizer beim Hessischen Versorgungsgericht. Zufolge eines Beschlusses des Gesamtministeriums weist das Landesamt für das Bildungswesen daraufhin, daß es nicht gestattet ist, Beamte, Lehrer, Angestellte und Arbeiter, die Beisitzer bei dem Versorgungsgericht sind, in der Ausübung des Amtes als Beisitzer zu beschränken oder wegen der Uebernahme oder der Art der Ausführung zu benachteiligen. Gütergemeinschaft Gütertrennung. Wenn Eheleute, die sich nach 1900 verheiratet haben, nicht durch Chevertrag etwas anderes vereinbart haben, dann leben sie nicht in Gütergemeinschaft, sondern in Gütertrennung mit der Maßgabe, daß der Mann die Verwaltung und Nutniesung am eingebrachten Gut der Frau hat. Das beiderseitige Eigentum der Ehegatten bleibt also auch nach der Eheschließung getrennt. Wenn Gütertrennung im juristischen Sinne, d. h. mit Ausschließung der Verwaltung und Nußniesung des Mannes, herbeigeführt werden soll, dann muß dies durch einen Ehevertrag vereinbart werden. Der Ehevertrag muß gemäß§ 1434 BGB. bei gleichzeitiger Anwesenheit beider Teile vor einem Amtsgericht oder Notar geschlossen werden. Alsdann muß eine entsprechende Eintragung im Güterrechtsregister des Amtsgerichts beantragt werden. Deutsche Eltern besinnt euch auf eure Pflichten! Reißt eure Kinder weg von den schlüpfrigen Straßen, die sie jetzt gehen und zeigt ihnen den Weg zu den alten deutschen und christlichen Staatstugenden! Der Grundstein zur Erhaltung und Rettung unseres Volkes liegt mit in der Gesundung und Erziehung der Jugend. Gebet ihr Freiheit und Führung! * Die Funker- Affäre. * Gegen das Kurpfuschertum und Geheimmittelunwesen sollen jetzt auch die gewerblichen und kaufmännischen Fach- und Berufsschulen wirken. Die Schüler und Schülerinnen dieser Schulen sollen beim Unterricht über die Gesundheitspflege in geeigneter Weise aufgeklärt werden. Die teilweise marktschreierischen, zu viel versprechenden und irreführenden Ankündigungen der Kurpfuscherei und Geheimmittelhändler führen zu einer Ausbeutung der Unerfahrenen. Die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung des Kurpfuschertums in Berlin- Wilmersdorf ist zu jeder Aufklärung bereit und schickt auch geeignete Drucksachen. Am Mittwoch überraschte die Gießener die Nachricht, daß außer in Kassel und Fulda, auch in Gießen die Funkentelegra= phisten der Reichswehr- Nachrichten- Abteilung in Untersuchungshaft genommen seien. Die Veranlassung dazu gab eine an den Staatsanwalt weitergegebene Meldung der Funkentelegraphi= schen Ueberwachungsstelle. Weiter wissen wir eigentlich nichts. Vermutungen tauchten auf, nach denen es hieß, man glaube Landesverräter entdeckt zu haben, bezw. es lägen zumindest ganz grobe dienstliche Verstöße vor. Aus Fulda tam gestern die Meldung, daß die Sache harmlos sei, und daß die in Haft genommenen Reichswehrangehörigen schon wieder auf freien Fuß gesetzt seien. Wir können mitteilen, daß diese Meldung, soweit sie die Gießener Soldaten betrifft, sicherem Vernehmen nach, nicht den Tatsachen entspricht. Diese Leute befinden sich vielmehr noch in Gewahrsam. Im übrigen ist zu bemerken, daß beim gegenwärtigen Stand der Untersuchung Mitteilungen von behördlicher Seite nicht gemacht werden. * Für die Sitzung des Staatsgerichtshofs am Dienstag in Darmstadt, vormittags, die öffentlich ist, erfolgt die KarGrüner Rasen Blaue Wellen. Nr. 9. * Winterobstausstellung Gießen Der Besuch der am 4. 5. und 6. Februar stattfindenden Ausstellung kostet, um jedem den Besuch zu ermöglichen, ohne Rücksicht auf die hohen Untosten an allen Tagen 30 Pfg.( Kinder die Hälfte). Es soll gezeigt werden, daß wir in Oberhessen gutes, schönes und dauerhaftes Obst erzeugen können. Wer noch Vorräte an gutem Obst verkäuflich hat, zeige und biete es kostenlos an. Plakmiete wird nicht erhoben. * Verlängerung des Vertriebes der Hindenburg- Marken. Entsprechend den Münschen weiter Kreise hat sich das Poſtministerium entschlossen, die Hindenburg- Wertzeichen und-Postkarten noch bis Ende März durch die Bostanstalten nach den bisherigen Bestimmungen vertreiben zu lassen. Mit den Wertzeichen fönnen Postsendungen noch bis Ende Mai freigemacht werden. Künstliche Augen. Im Interesse des in Betracht kommenden Publikums liegt es, darauf zu achten, daß Herr MüllerWelt aus Stuttgart sich zur Anfertigung künstlicher Augen nach Natur am 1. Februar in Gießen, Hotel Viktoria, aufhält. * Schnellzugsbenußung mit Sonntagskarten. In letzter Zeit ist häufig die Wahrnehmung gemacht worden, daß Reisende mit Sonntagsfarten Schnellzüge benützten, ohne vorher Schnellzugszuschlagskarten gelöst zu haben. Wenn ein Zwang zur vorherigen Lösung von Zuschlagskarten auch nicht besteht, so ist doch allen Reisenden mit Sonntagskarten, die einen Schnellzug benutzen wollen, dringend zu empfehlen, sich stets vor Beginn der Reise mit Zuschlagskarten zu versehen. Roman von Otto von Gottberg. 25. Fortsetzung. Matrose Kern tam: Meldung vom Wachoffizier: Boot läßt sich nicht mehr auf der befohlenen Tiefe halten." §Rundfunkstunde für Hessen. Die Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes für Volksbildung am kommenden Sonntag von 19 bis 20 Uhr wird für Hessen von besonderer Bedeutung sein. Anläßlich des 75. Geburtstages des Staatspräsidenten spricht Landtagsabgeordneter Stord über den Staatspräsidenten Ulrich, und im Anschluß daran hält Herr Wilhelm MichelDarmstadt einen Vortrag über den Geist der Hessischen Hauptstadt. * Seit 1924 unterhält die hiesige Ortsgruppe des Verbandes für deutsche Jugendherbergen auf dem Hoherodskopf eine neuzeitlich ausgestattete Jugendherberge. Diese wurde im verflossenen Jahre 1927 von 1044 jugendlichen Besuchern, 827 männlichen und 207 weiblichen, aufgesucht. Im Jahre 1926 waren es nur 1029 Besucher. Von den vorjährigen Gästen sind 395 aus Oberhessen( aus Gießen 194), 381 aus Hessen- Nassau, 108 aus Rheinland- Westfalen, 84 aus Rheinhessen und 76 aus StarkenDaß U- 444 noch immer, achterlastig hing, war auch hier zu sehen. Es lag schräg mit dem Bug nach oben und sackte hinten unter dem Gewicht eingedrungenen Dels und Wassers liefer. Immerhin war das Zuströmen der Flut gehemmt. Auf dem Wege zum Turm befahl er in die Zenrale:„ Regler len= zen!" Von der Leiter nach oben rief er:„ Fahrt vermehren. Beide halbe voraus!" burg. An Durchhalten der Beschleunigung war freilich nicht zu denken, ehe die verbrauchte Kraft der Batterien ergänzt war. Um sie aber aufzufüllen, mußte er vor Tagesanbruch im Dunkeln auftauchen. Wenns doch ewig Nacht bliebe! Mit flappernden Zähnen hastete er fröstelnd wieder nach unten, um mit der Handpumpe die Flut aus dem Delmaschinenraum in die mittleren und vorderen Räume leiten zu lassen und so das Boot wieder in die wegerechte Lage zu bringen. Ein Mann tat dann die Arbeit. Zwei andere tonnten mit dem ungeduldigen Kommandanten nur müßig zuschauen. Heizer aus dem E- Maschinenraum späten mit großen runden Augen durch das Lut. Er schickte sie fort: Schleppt alle Trimmgewichte von achtern nach vorn!" Es hieß eilends weiterkommen, ehe der Feind mehr Bomben warf. arum ewig in Miete wohnen? Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J für das Geld, das man sonst jährlich an Miete zabit, lich ein freies Eigenbeim Schaffen kann. Unkündbares Buugeld schon zu 4° Sins Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sporers in kürzerer oder längerer Zeit ,. u. U. Schon in 1 bis 2 Jahren, zum Eigenbeim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkasse der Gemeinschaft den Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben. Jeder Familie ein Eigenheim! In 3 Jahren an. 2286 Bausparen 30,7 Mill Mint. zugeteilt. Samstag, den 28 Pfarre In vielen pfarre Lehrer Lesegottesdier letzten Jahren sehr f steht nur ein gering fiche müffen Sonnta Obenhausen. Re fiebenten Sohne des stelle übernommen. Butzbach, Wegen hiefigen Abteilung de Entlaffung. Lich. Durch den fer hat Lich einen Völker war der erst fihender der Evan Provinzialtags Ob bundes Oberheffen. Grünberg. Eine dingshausen, Weiter in Betrieb genomme von den Einwohnern Lanbagh. Von d bei Ruppertsburg, Berlegung des Fab Stadt Laubach ist z Firma anzufiedeln. Schotten. Ein auf dem Hoherodsko ren und Damen iſt Jollen große Sprung Bahnhof Schotten dung eingerichtet. Friedberg. Der gebung über die N tung des Landtagsa wurde eine Entschli * In Oberhessen noch viel Obst. Die Rekord- Obsternte 1927 hat große Obstvorräte in den Haupt- Obstgebieten Oberhessens zurückgelassen. In den Orten des Niddatales und des Kleebachtales beginnt jetzt bei gelindem Wetter wieder der Obfthandel; aber die Nachfrage ist geringer als das Angebot, und Landwirte und Obstzüchter, die schon unter Geldknappheit leiden, haben den Schaden. Das Obst hat zudem auch an Gewicht verloren. Die Preise, die sonst gegen Frühjahr steigen, sind ge sunken. So kostet im Kleebachtal heute ein Zentner Schöner Don Boskoop nur noch 9 bis 10 Mart, im Herbst 12 Mart, Schafnase, Eiserapfel und andere Wirtschaftsäpfel 5 bis 6 Mark. * Der Wert der Zeitungsofferte. Was der Dünger für die Saat, ist ein gutes Inserat. Was nütt gute Ware und mäßiger Preis, wenn's nur ein klein Teilchen vom Publikum weiß Die Zeitung ist ein hoher Mast, dran zeige das an, was du hast. Bekannt wird jeder Name durch ständige Reklame. Ein zarter Lockruf tut's noch nicht; der Kudud ist's, von dem man spricht. Der Weg zum Sichentfalten geht durch Ein Reisender ist stets probat, - die Zeitungsspalten. er heißt: das gute Inserat: schafft eine gute Zeitung. Die gründlichste Verbreitung Aus Nah und Fern. Bevölkerungsbewegung in Oberhessen. Unter dem Titel„ Gemeindeverzeichnis für den Voltsstaat Hessen" hat die hessische Zentralstelle für die Landesstatistik eine Broschüre herausgegeben, in der die Ergebnisse der Volkszäh lung vom 1. Dezember 1910 und vom 16. Juni 1925 einander gegenübergestellt sind. Bei einer Betrachtung dieser Ziffern stellt sich heraus, daß in der Provinz Oberhessen 121 Gemeinden in der Zeit von 1910 bis 1925 an der Einwohnerzahl abgenom men haben. Von diesen Gemeinden mit rückläufiger Bevöl Rüden zum Wind, um das brennende Zündholz zu schützen. Dabei fiel sein Blick auf das Kielwasser des Bootes.. Er riß die Zigarette von den Lippen und wies mit der Hand über das Heck. Auch Drewitz sah eine lange Delspur, breiter als sein Boot, auf dem Kielwasser, und fand des Wunders Erklärung. Er lachte:„ Die Spur und das Hochkommen nach der Bombenexplosion haben uns gerettet. Als der Kerl nach dem Knallen den Bug aus dem Wasser fliegen sah, glaubte er das Boot zertrümmert, und die breite Delipur bestätigte seine Vermutung. Also drehte er ab, um sich schnell das Viktoriakreuz als Lohn für die Vernichtung eines U- Bootes zu holen!" Allmählich senkte U- 444 die Nase. Fahren konnte Drewiz wieder und wünschte sich Flügel, um die Fühlung mit dem Feinde zu verlieren. Doch der Mangel an Batteriekraft zwang immer noch zu schleichen. Ob sie noch folgen?" fragte er Drießner beim Höhergehen gegen vier Uhr morgens. Auf Schrohrtiefe scheute er fast den Blick ins Okular, aber sah dann über, freies Meer. Die Straße war durchfahren und nirgends ein Schiff zu sehen. Er atmete auf: ,, Mittlere Tanks ausblasen!" Dann ragte der Turm aus dem Wasser. Wellengefräusel spülte nur noch über das Dec. Drewitz stieg auf die Brücke und hielt Umschau. Die mondbestrahlte See lag leer bis zur Rimmung, und wunderbar schön schmeckte die würzige Seeluft, die er tief in die Lungen sog. Gott war seinem Schiffchen gnädig gewesen. Neben ihm stand Drießner. Als ältester Wachoffizier hatte er die Pflicht gefühlt, auf Ablösung zu verzichten, und bot dem Kommandanen eine Zigarette an. Drewitz nahm sie und sagte durch die Flamme des Streichholzes:„ Wenn ich nur wüßte, warum der Kerl keine dritte Bombe geschmissen hat!" Der Oberleutnant drehte den Kopf nach achtern und den Drießner sog tief und froh an der Zigarette:„ Gönnen wirs ihm, Herr Kapitänleutnant! Er hats um uns verdient. Dürfen die Leute nach oben kommen?" Natürlich, Drießner!" Auch sie qualmten Zigaretten und Pfeifen. Ihr Lachen und Sprechen lang merkwürdig laut. Nr. 1 dachte die noch Erregten zu beruhigen und mahnte halb hochdeutsch, halb platt: „ Nu lot man gehn. Das hat doch allens noch mal got gegangen!" Der Kommandant wußte Besseres:„ Drießner, zum Essen friegt jeder ein Glas Schnaps oder Portwein und hinterher drei Liebeszigarren!" Alsfeld terungszahl entfallen auf den Kreis Gießen 19, auterbach 36, Kreis Büdingen 10, Kreis Friedberg 2, Kreis 31, Kreis Schotten 23. Die Abnahme ist zwar gering, aber sie zeigt doch immerhin eine Abwanderung aus den Gemeinden. Die Orte, die diesen Rückgang zu verzeichnen hatten, liegen weitab von großen Städten und Industriegebieten, so daß das Wort„ Landflucht" in dem Sinne eine gewisse Bestätigung findet, als diesen Leuten in den Heimatdörfern kein ausreichender Erwerb zu Gebote stand. Die größte Bevölkerungsabnahme haben die Kreise mit rein ländlicher Bevölkerung( Alsfeld, Lauterbach, Schotten) zu verzeichnen. Der Oberleutnant stellte auch eine Flasche für die Messe kalt. Doch die fröhliche Mahlzeit zu ungewohnter Stunde währte nicht lange. Die Meldung, das Leck sei wieder zu dichten, rief den Kommandanten von Tisch. Er mußte sich zum Rückmarsch nach Emden entschließen. Der Steuermann neben ihm brummte: ,, Dreizehnte Fahrt!" * Zugenommen haben in den 15 Jahren von 1910 bis 1925. Gießen um 2364 Einwohner( obwohl hier durch den verlorenen Krieg eine ganz wesentliche Verminderung der Garnison eintrat), Büdingen um 250, Lauterbach um 460, Schotten um 103, Alsfeld um 90, Lollar um 181, Heuchelheim um 99 Einwohner.. Friedberg konnte sich durch die Eingemeindung des Dorfes Fauerbach um 2576 Personen vergrößern. Die Hoffnung, Elisabeth während der Werftzeit wiederzusehen, blieb unerfüllt. In Emden hörte Drewitz schon, als Hiedring das Leck im Delmaschinenraum besichtigte, er sei als Vertreter des erkrankten Korvettenkapitans Hodrig zum Stab An Briefen des Befehlshabers der U- Boote kommandiert. aus Priedelsdorf durfte er sich freuen. Ihrer vier von Elisabeth lagen auf dem Schreibtisch in der Kammer, und er antwor tete, während Wulkin die Koffer für den Umzug nach Wilhelmshaven pacte. gleicher Post an Gerda und sie geschickt hatte, doch gab sie den ihren nicht mehr der Schwester zu lesen. Nach dem Kus von Kurt hatte sie nicht schweigen können. Der Jubel im Her zen drängte zu den Lippen. Abends vor dem Schlafengehen umarmte sie Gerda und lachte oder weinte ihr ins Ohr, wie glücklich sie sei. Da hatte die Andere sie von sich gestoßen, mar schweigend aus dem Zimmer gegangen und weigerte sich bisher, mit ihr zu sprechen. Nur vor Onkel und Tante wechselten fie unvermeidliche Worte, aber gingen sonst seit Wochen stumm nebeneinander her. Kein Morgengruß, kein Gute Nacht! brach das ewige Schweigen im gemeinsamen Schlafzimmer, aus dem Gerda endlich in die Nachbarstube umgezogen war. Elisabeth lachte beim Lesen seiner launigen Schilderung des Mißgeschicks, aber begriff bald, daß sie ihn fast verloren hätte, und grollte umſomehr dem Zufall, der ihn fernhielt. Zu Ende Februar hatte er sich angesagt, aber zweifelte jetzt, cb cr auf einen Osterurlaub hoffen könne. Doch ein neuer Brief aus Wilhelmshaven half über den Aerger hinweg. Hoffentlich schrieb er oft so lustig und froh. Seine Briefe lasen sich anders als die von Werner, der noch bis zu Neujahr stets zwei mit Ohne Störung zu befürchten, konnte Elisabeth darum jetzt auch Briefe von Werner aus dem Schubsach nehmen und sein nüchternes Erzählen dem heiteren Plaudern Kurts vergleichen.. In der Schilderung der U- Boot- Fahrt schien jeder Satz ein verschleiertes Liebesbekenntnis. Sie wußte, warum er sagte, er habe in der Koje so gelegen, daß ihm stets der Geheimschrank vor Augen war, denn vorher hatte er ermähnt, daß dort ihr Bild hinge. Werners Worte aber verstand jedermann. Er schrieb für die ganze Familie. Das hatte sie verletzt und Premierleutnants gefallen. Wenn die Tante dem Onkel einen seiner Briefe an die Schwester vorlas, rühmte er Werners Fähigkeit, zu sehen und Geschautes wiederzugeben, oder lachte gar:„ Der Junge soll unter die Federfuchser gehen!" Sie griff nach einem Bogen, auf dem der Better von einer Nacht in der Kampfstellung erzählte. Allerdings gaben eine Worte die schrille Klage des heulenden Januarwindes wieder. Sie glaubte das summende Pfeifen um Helmspigen und Gewehrläufe zu hören und wirklich die vom Granathagel zerpflügte Blöße des friegswunden Forstes im zitternden Flackerlicht feindlicher Scheinwerfer strahlen zu sehen. In erbarmungslos flarem Weiß hockten Menschen wie schmutzige Klumpen unter grauer Mänteln oder erdbraunen Zeltbahnen im Trichterschlamm Ein Regen von Eisen und Blei warf sprudelnde Springbrunnen auf. Doch warum hatte er nie von seinem Fühlen und Denken, von seiner Neigung gesprochen? Es war, cls scheue er sich zu offenbaren, und habe Geheimnisse zu verbergen. Ihr Emp sinden aber drängte sich wie auf die Lippen stets in die Feder. Darum hatte sie auch aus ihrer Freude am Verkehr mit Kurt tein Hehl gemacht. Noch während er auf Urlaub in Priedelsdorf war, schrieb sie Werner, wie gut der Better von der Diarine ihr gefalle, wie er Leben und Frohsinn ins Haus trage. Seiher schickte er ihr kürzere und Gerda längere Bricfe. Im Herzen dankte sie ihm dafür und fühlte sich freier. Er konnte ihr nicht zürnen, wenn sie ihn bat, den Kuß auf dem Löwenberg zu vergessen. der die Verelendur und Verminderung nisse aus dem Aus duktion beim Abschl Senfung von Grund öffentlichen Lebens Friedberg. Die Kreise Friedberg, jaal unter dem Bo Sagungen für die i vorgelegt. In das zienrat Langsdorf diums ergab: 1. Müller und L. Si Gettenau( Wet Abend gegen 10 Uh auf der Straße geg aber zum Glüd ni verletzte sich schwer nach Friedberg ins Mainz. Eiin bei Babenhausen die Erde ein. D ins Krankenhaus digt. Mainz. Für werks wurde in de von 2% Millionen ter debattenlos ein Königstein. J 15, November 1927 jetzt. Bis heute i besetzt worden, so nicht mehr unterri Wiebelsbach i beschlossen, am 7. 1 bindung mit einem Männer Wir lesen in Ein sehr inter fürzlich ein Bremer grafe in einer Be Der Quartettverein der weitlichen Vori Im Sommer gesbrüder nach ihren Freund, de gesucht, einestei andernteils, dem meistens bei Sän ip Form des Gesa jenhoch ,, Belcanto" schaft offen, und e Begriff die Tür à Sommernacht herv render blauer Poli rubeftörenden Lärm verschiedene Nachbe wäre gegrölt wo worden waren, war Dann wurde de u 100 RM. Geldi legte, so daß die go fam. Nachdem der hatte, kamen die die vier Sangesbri die damaligen Vor hoch noch einmal i der Verhandlung Die Gänger t Durch den nüchterne prächtigen Männer Nr. 9. fuch der am 4. toftet, um jebem die hohen Unto Sälfte). Es soll hönes und dauerOrräte an gutem enlos an. Plak in Betracht tomdaß Herr Müllerlicher Augen nach ria, aufhält. des Rhein- Mai menden Sonntag nderer Bedeutung Staatspräsidenten Staatspräsidenten Wilhelm Michel hessischen Haupt ord- Obsternte 1927 ieten Oberheffens s und des Klee wieder der Obft as Angebot, und Seldknappheit lei auch an Gewicht r steigen, sind ge Zentner Schöner st 12 Mart, Schaf 5 bis 6 Mark, er Dünger für die e Ware und mäßtm Publikum weiß e das an, was di ndige Reklame.fud ist's, von dem Falten geht durch ist stets probat, lichste Verbreitung Fern. berheffen. für den Volksstaat Landesstatistik eine nisse der Volkszäh Juni 1925 einander ung dieser Ziffern sen 121 Gemeinden ohnerzahl abgenom rückläufiger Bevöl Kreis Alsfeld 19, Kreis Lauterbac var gering, aber sie us den Gemeinden. hnen hatten, liegen gebieten, so daß das gewisse Bestätigung ern kein ausreichen evölkerungsabnahme völkerung( Alsfeld, von 1910 bis 1925 durch den verlorenen g der Garnison ein 60, Schotten um 103, n um 99 Einwohner. eindung des Dorfes atte, doch gab sie den en. Nach dem Kuf Der Jubel im Her r dem Schlafengehen te ihr ins Ohr, wie von sich gestoßen, wat weigerte sich bisher, Tante wechselten fie seit Wochen stumm in Gute Nacht brach lafzimmer, aus dem en war. lisabeth darum jetzt nehmen und fein Ruris vergleichen. ien jeder Satz ein warum er sagte, er der Geheimschrank ähnt, daß dort ihr nd jedermann. Er te sie verlegt und te dem Onkel einen ühmte er Werners zugeben, oder lachte er gehen!" Sie griff n einer Nacht in der er seine Worte die wieder. Sie glauble und Gewehrläufe zu zerpflügte Blöße des Fladerlicht feindliche barmungslos flarem lumpen unter graue delnde Springbrunner m fühlen und Denfen Trichterschlamm Ein t, cls scheue er sich au verbergen. Ihr Emp pen stets in die Feder am Berkehr mit Rut er Better von der Mo uf Urlaub in Priedels obfinn ins Haus trage a längere Briefe, m fich freier. Er tonne Ruß auf dem Löwenberg Samstag, den 28. Januar 1928. Pfarrermangel in Oberhessen. In vielen pfarrerlosen Gemeinden halten allsonntäglich die Lehrer Lesegottesdienste ab. Der Pfarrerwechsel war in den letzten Jahren sehr start; dem großen Abgang alter Geistlicher steht nur ein geringer Nachwuchs gegenüber. Manche Geistfiche müssen Sonntags in drei Gemeinden predigen. Odenhausen. Reichspräsident v. Hindenburg hat bei dem jiebenten Sohne des Landwirts Johannes Krug die Patentelle übernommen. Butzbach, Wegen Einschränkung des Betriebes famen in der hiesigen Abteilung der Firma Bamag- Meguin 100 Arbeiter zur Entlassung. Lich. Durch den plötzlichen Tod von Bürgermeister Völ= fer hat Lich einen schweren Verlust erlitten. Bürgermeister Völker war der erste Berufsbürgermeister und außerdem Vorsitzender der Evangelischen Volksgemeinschaft, Mitglied des Provinzialtags Oberhessen und Bundesrechner des Verkehrsbundes Oberhessen. Grünberg. Eine neue Autolinie von Grünberg über Rüddingshausen, Weitershain nach Odenhausen wird ab 1. Februar in Betrieb genommen. Die Errichtung der Verbindung wird von den Einwohnern der genannten Orte lebhaft begrüßt. Laubach. Von der Firma Römheld auf der Friedrichshütte bei Ruppertsburg, einer bedeutenden Eisengießerei, wird die Berlegung des Fabritbetriebes nach Laubach geplant. Stadt Laubach ist zu großem Entgegenkommen bereit, um die Firma anzusiedeln. Die Schotten. Ein großer Wintersportbetrieb findet morgen auf dem Hoherodskopf statt. Ein Schneeschuhrennen für Herren und Damen ist vorgesehen. Auf der neuen Sprungschanze sollen große Sprungläufe zur Ausführung kommen. Zwischen Bahnhof Schotten und Breungeshain wird eine Autoverbindung eingerichtet. Friedberg. Der hessische Landbund veranstaltete eine Kundgebung über die Not der Hessischen Landwirtschaft unter Leitung des Landtagsabgeordneten Dr. von Helmolt. Einstimmig wurde eine Entschließung an die Regierung angenommen, in der die Verelendung der hessischen Landwirtschaft geschildert und Verminderung der Einfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus dem Ausland, Schutz der landwirtschaftlichen Produktion beim Abschluß von Handelsverträgen, Aufhebung und Senkung von Grundsteuern, Sparsamkeit auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens u. a. m. gefordert wird. Friedberg. Die Industrie- und Handelskammer für die Kreise Friedberg, Büdingen und Schotten tagte im Rathaussaal unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Langsdorf. Die Sagungen für die in Friedberg geplante Handelsschule wurden vorgelegt. In das Finanzgericht Darmstadt wurde Kommerzienrat Langsdorf wiedergewählt. Die Neuwahl des Präsidiums ergab: 1. Vorsitzender Langsdorf, 2. Vorsitzende Ph. Müller und L. Hirsch, Rechner E. Rotschild- Friedberg. Gettenau( Wetterau). Hier gab ein Knecht Donnerstag Abend gegen 10 Uhr, aus bis jetzt noch unbekannten Gründen, auf der Straße gegen einige Personen Revolverschüsse ab, die aber zum Glück nicht trafen. Darauf schoß er auf sich und verletzte sich schwer am Kopfe. Der rabiate Jüngling wurde nach Friedberg ins Krankenhaus gebracht. Mainz. Eiin Sportflugzeug, das von Würzburg kommend bei Babenhausen landen wollte, überschlug sich und grub sich in die Erde ein. Der Führer wurde mit ernsten Verlegungen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Maschine ist schwer beschädigt. Mainz. Für den Ausbau des städtischen Elektrizitätswerfs wurde in der Stadtverordnetenversammlung die Summe von 2½ Millionen Reichsmart nach Vortrag der Berichterstatter debattenlos einstimmig angenommen. Königstein. In Ehlhalten im Obertaunuskreis wurde am 15. November 1927 der einzige Lehrer der dortigen Schule versetzt. Bis heute ist die Stelle des Lehrers noch nicht wieder worden, so daß die Kinder bereits über zwei Monate nicht mehr unterrichtet werden. Wiebelsbach i. Odw. Der Kriegerverein Wiebelsbach hat beschlossen, am 7. und 8. Juli sein 50jähriges Bestehen in Verbindung mit einem Bezirksfest des Bezirks Höchst zu feiern. Männergesang im Gerichtssaal. Wir lesen in den Bremer Nachrichten" vom 8. Januar: Ein sehr interessantes Urteil für alle Sängerkreise fällte kürzlich ein Bremer Gericht unter Vorsiz des Richters Dr. Steengrafe in einer Berufungsverhandlung gegen vier Mitglieder der Quartettvereinigung„ Unterweser" und einen Wirt aus der westlichen Vorstadt. Im Sommer vergangenen Jahres hatten die vier Sangesbrüder nach Beendigung der montäglichen Uebungsstunde ihren Freund, den beklagten Wirt, in seiner Reſtauration aufgesucht, einesteils, um die trockenen Kehlen anzufeuchten, andernteils, dem Freund einen Besuch abzustatten. Wie das meistens bei Sängerbesuchen der Fall ist, fand die Begrüßung ip Form des Gesanges statt, und zwar erklang das Niedersach= senhoch ,, Belcanto". Leider stand dabei die Außentür der Wirtschaft offen, und es war inzwischen 23,30 Uhr geworden. Im Begriff die Tür zu schließen, deren Oeffnung durch die laue Sommernacht hervorgerufen war, trat der Wirtin ein rondierender blauer Polizeiwachtmeister entgegen, der die Sache als ruhestörenden Lärm auffaßte und in seiner Ansicht noch durch verschiedene Nachbarn unterstützt wurde, die behaupteten, es wäre ,, gegrölt" worden. Nachdem die Personalien festgestellt worden waren, war der 1. Akt beendet. Dann wurde der Wirt, als Erfolg der erstatteten Anzeige zu 100 RM. Geldstrafe verurteilt, der dagegen Berufung einlegte, so daß die ganze Angelegenheit vor Gericht zum Austrag fam. Nachdem der Richter die Belastungszeugen vernommen hatte, kamen die Entlastungszeugen zu Wort, zu denen auch die vier Sangesbrüder gehörten. Nach erstattetem Bericht über die damaligen Vorgänge wurde die vier Sänger fast am Schluß der Verhandlung vom Richter aufgefordert, das Niedersachsenhoch noch einmal so vorzutragen, wie damals. Die Sänger traten auf das erhöhte Richterpodium, und durch den nüchternen Gerichtssaal klang von den geschulten und prächtigen Männerstimmen gesungen das„ Belcanto": ,, Gießener Zeitung" Dillenburg. Im Walddistrikt Neuhaus bei Dillenburg ist der Holzhauermeister Jung aus Uckersdorf bei Holzfällarbeiten von einem umstürzenden Baumstamm erfaßt und auf der Stelle getötet worden. Limburg a. d. Lahn. Am 1. Februar findet hier eine Notfundgebung der nassauischen Landwirtschaft und eine Vertreterversammlung der Bezirksbauernschaft statt. Hanau. Die Stadt Hanau wird in den diesjährigen Haushaltsetat eine beträchtliche Erhöhung der Gewerbesteuer, nämlich von 450 auf 600 Prozent, einstellen. Bretten. Hier stürzte von einem bis zur Eindeckung fertiggestellten Neubau der ganze Brandgiebel und etwa ein Drit tel vom Neubau in sich zusammen. Die Vorder- und Rückfaſ= saden wurden teilweise nach außen gedrückt. Trotzdem der Einsturz erfolgte, als auf dem Dach und innerhalb des Gebäudes gearbeitet wurde, ist kein Menschenleben zu Schaden gekommen. Elberfeld. Zwei Knaben ,, Willi Ed und Hadumar Höke, die ihr 6. Lebensjahr noch nicht beendet haben, erlernten bei einem wissenschaftlichen Versuch in erstaunlich kurzer Zeit Stenographie lesen und schreiben. Die Kinder beherrschen die Normalschrift noch nicht, schreiben aber mit der Kurzschrift bereits so schnell wie acht bis neunjährige Kinder nach dreijährigem Schulbesuch mit der gewöhnlichen Schreibart. Die Versuche sollen nun womöglich mit staatlicher Hilfe im großen durchgeführt werden, um evtl. die Kurzschrift als erste Schrift in den Volksschulen einzuführen.(!!) Opel gegen Ford. Die Opelwerke beabsichtigen, ihren neuen Wagentyp, den kleinen 7/34 PS. 6 Zylinder, bei dem heute eine Tagesproduktion von etwa 10 Wagen vorgesehen ist, im Februar- März serienweise im großen an den Markt zu bringen. Die Preise seien ziemlich günstig gehalten. Es dürfte der offene Wagen etwa 4600 RM,- der geschlossene 4900 RM. und der geschlossene Luxuswagen 5400 RM. Kosten. Die gesamte Belegschaft der Opelwerke werde dauernd erhöht, sowohl in der Automobil- wie in der Fahrrad- Abteilung. Die Automobilproduktion richtet sich naturgemäß sehr stark nach dem Absatz selbst, sieht aber eine Die FahrradTagesproduktion von 400 bis 500 Wagen vor. produktion soll im Sommer auf 5-6000 erhöht werden, gegenüber einer Tagesproduktion von 3000 Stück im Vorjahr. Können wir uns auch im Winter gesundheitsgemäß ernähren? Von Klara Meininger. Um diese Frage, die für die gewissenhafte und sorgliche Hausfrau zur Zeit im Vordergrunde des Interesses steht, zu beantworten, müssen wir uns zunächst einmal mit den modernen Daß der Ernährungsgrundsägen überhaupt beschäftigen. Mensch zu seiner Ernährung ganz bestimmte Stoffe braucht, nämlich Eiweiß, Kohlehydrate, Rohfaser, Fett, Wasser und Salze, das wußte man schon seit längerer Zeit. Trotzdem ergaben sich aber immer noch Unzuträglichkeiten der Ernährung, namentlich in Waisenhäusern, Kinderheimen, Säuglingskrippen usw., obgleich gerade dort am peinlichsten auf gute Beschaffenheit der Nahrungsmittel und Wahl der Kost nach ernährungswissenschaftlichen Grundsätzen geachtet wurde. Die Kinder gediehen nicht und wuchsen schlecht, Rachitis( englische Krankheit) war häufig unter ihnen, die Säuglinge waren anfällig. Es mußte also bei ihrer Ernährung irgend etwas fehlen. Aber was? Schiffsexpeditionen wurden aufs beste ausgerüstet mit Fleisch, Mehl, kondensierter Milch, Konserven usw., so daß nicht nur für reichliche, sondern auch abwechslungsreiche Kost gesorgt war. Trotzdem erkrankten die Mannschaften nach einigen Wochen an Geschwüren, Entzündungen, allgemeiner Körperschwäche, und zwar in einigen Fällen so heftig und zahlreich, daß die Expe= dition abgebrochen werden mußte. Alle Medizinen usw., die man den Erkrankten reichte halfen nichts; aber merkwürdigerweise erholten sie sich von selber und sehr schnell, als sie an Land tamen und frische Gemüse, frisches Fleisch, rohes Obst und Zitronensaft zu sich nahmen. Auch hier war der Beweis gegeben, daß noch Stoffe zu unserer Ernährung nötig seien, die wir noch nicht kannten. ,, Wo die Weser rauscht, wo die Heide blüht, vom Harz bis zum Nordmeer: Heil dir, du deutsches Lied." Zum erstenmal machte sich dabei die vorzügliche Akustik des Raumes auch für Gesangsvorträge bemerkbar. Richter, Staatsanwalt, Zeugen und Verteidiger nahmen die Darbietungen mit großem Beifall auf. Der Richter dankte den Sängern für das Lied und erklärte dem Ankläger gegenüber, daß die Ueberzeugung jetzt wohl allgemein vorhanden sei, daß die= ser Gesang nicht unter den Begriff ,, Grölen" falle. Er wünschte, daß in allen deutschen Landen das des.tsche Lied so zum Vortrag und Ausdrud kommen möge, wie es hier geschehen sei. Dann beantragte der Staatsanwalt Dr. Bünting Freispre= chung, die das Gericht nach kurzer Beratung verkündete. Möge dieses Beispiel moderner Rechtsprechung auch auf andere Arten Gelegenheiten Anwendung finden. Für die Sänger und ihren Verein wird dieser schlagende Beweis eine gerechte Anerkennung sein und von allen Sängerkreisen freudig aufgenommen werden. Ein deutscher Gesangverein im Innern des Staates Sao Paulo. Von einem seiner Mitarbeiter aus dem Sängerbund Brasilien, der einer Einladung zufolge am 23. Oktober v. Js. die Kolonie Campos- Salles im Staate Sao Paulo besuchte, erfährt der Deutsche Sängerbund ein hervorragendes Beispiel, wie tief die Liebe zum deutschen Lied auch im Herzen der Auslandsdeutschen wurzelt. Es ist bewunderungswert, wie die Sänger einen mehrstündigen Ritt in Wind und Wetter auf schlechten Wegen nicht scheuen, um zum Uebungsabend zu kommen. Mitgroßer Aufopferung halten die Sangesfreunde fest an ihren deutschen Sitten und bewahren durch diese Zusammenkünfte ihr deutsches Volkstum. Ein anfeuerndes Beispiel für manchen Sänger, dem es viel bequemer gemacht ist, als den deutschen Sängern von Cosmopolis, die Chorstunde fleißig zu besuchen. Nr. 9. Eine dritte, ganz auffällige Erscheinung, ist während des Krieges in Dänemark aufgetreten. Dänemark versorgte die friegführenden Länder mit Butter, die damals( wie wir alle wissen) äußerst knapp war. Sie erzielte deshalb hohe Preise, und so entzogen die Dänen, um der schönen Einnahmen willen, sich selber die Kuhbutter und begnügten sich mit Margarine. Als Folge trat in Dänemark eine ungeheure Anzahl von Kindererkrankungen und eine erschreckende Kindersterblichkeit auf. Als man den Export einschränkte und den Kindern wieder Vollmilch u. Butter gab, besserten sich diese Zustände sehr schnell wieder. Welche Schäden unzureichende Ernährung bei uns im Lande gehabt hat, das haben wir wohl alle noch in der Erinnerung, und noch heute haben wir z. T. unter den Folgen zu leiden. Es müssen in unseren Nahrungsmitteln außer den uns bereits bekannten Stoffen also auch noch andere sein, die für unser Gedeihen notwendig sind. Hier setzte die wissenschaftliche Forschung ein. Vitamine und Kompletine, das ist Lebens- und Ergänzungsstoffe, nannte man diese geheimnisvollen Bestandteile, diese modernen Zaubermittel, deren Erforschung noch jetzt sozu= sagen in den Kinderschuhen steckt. Chemisch sind sie nämlich bis jetzt noch nicht zu erfassen, und deshalb konnte man ihnen auch noch keine bestimmten Namen geben. Man weiß nur, daß ihr Fehlen gewisse Krankheiten hervorruft, daß sie hohe Temperaturen und dauernde Hize nicht vertragen und daß sie sich nur in frischen Stoffen finden. Je nach den Krankheitserscheinungen, die ihr Fehlen hervorruft, hat man sie benannt, z. B.: Vitamin A beeinflußt das Wachstum; das Fehlen von Vitamin B hat Beri- Beri zur Folge, das von C Storbut. Ein anderes Vitamin, das Vitamin E, hängt mit der ,, englischen Krankheit", der Rachitis, zusammen, und dieses Vitamin findet sich vorzugsweise in Fischfleisch und Fischfett( Lebertran). Außerdem wird seine Bildung, wie man neuerdings bestimmt vermutet, beeinflußt durch Sonnenlicht. Daher z. B. die guten Erfolge, die man neuerdings in Kinderheilstätten durch Darreichen von Lebertran, durch Sonnenbäder, durch Bestrahlung erzielte. Vitamin A findet sich in frischem Fleisch, in Butter und Milch, in allen grünen Gemüsen, Vitamin B ist in der Schale des Getreidekorns, nicht in dem Mehlkörper, enthalten. Vitamin C endlich findet sich im grünen Gemüse, im rohen Obst, in Zitronen und Orangen, am meisten aber in der Tomate, die roh und gekocht ein wahres Idealnahrungsmittel ist. Welches sind nun die praktischen Folgerungen für die Hausfrauen? Wir müssen auch im Winter unsere Nahrung vitaminreich gestalten, und, da wir nur relativ geringe Mengen dieser geheimnisvollen„ Lebensmittel"( im wahrsten Sinne des Wortes) benötigen, um gesund zu bleiben, so läßt sich dies auch im Winter unschwer durchführen. Wichtig ist, daß wir rohe Milch trinken, d. h. solche, die wir von einer guten Molkerei beziehen, die die Milch gereinigt und entkeimt hat. Muß die Milch doch aufgekocht werden, so darf dies nur kurz geschehen. Ferner sollen wir möglichst Schrotbrot( Vollkornbrot) essen und die vitaminreiche Kuhbutter als Aufstrich verwenden, dafür lieber einmal den teuren und den Verdauungsapparat weit mehr belastenden Ausschnitt fehlen lassen. Auch bei der Mittagsmahlzeit soll das Fleisch nur Beigabe, nicht die Hauptsache sein, aber nie dürfen die Kartoffeln fehlen. Sie haben die Eigenschaft, auch im gekochten Zustand noch beträchtliche Bitaminmengen aufzuweisen und außerdem säurebindend zu wirken. Alle Salate, namentlich Tomatensalat, Rotkraut- oder Weißkrautsalat, Endivien, Rapunzelsalat usw. sind im Winter, weil gute Vitaminträger, sehr wichtige Zukost, und man sollte sie stets anstatt mit Essig, mit Zitronensaft bereiten. Trinken wir dann noch öfters ein Glas Zitronenlimonade, essen täglich eine Apfelsine oder einen Apfel, so brauchen wir nicht zu befürchten, daß unsere Winternahrung zu arm an Vitaminen ist. Vermischtes. Wann heiraten deutsche Mädchen? Eine vom Statistischen Reichsamt herausgegebene Statistik über die Eheschließungen in Deutschland gewährt aufschlußreichen Einblick in das Alter derer, die 1925 zum Standesamt schritten. Die Statistik stellt fest, daß 45 Mädchen unter 16 Jahren heirateten, 881 zwischen 16 und 17, 13 000 zwischen 18 und 19, 27 000 zwischen 19 und 20. 42 000 mit 21 Jahren, 80 000 zwischen 22 und 23 Jahren, wogegen nur noch 30 000 mit 27 Jahren sich verehelichten, 16 000 mit 30, 10 000 mit 33, 5000 mit 38 und endlich 3500 mit 39 Jaren, denen die Bräute im Alter bis zu 60 Jahren der Zahl nach nur um ein Geringes nachstanden. Das gewerbsmäßige Bettlertum in den Vereinigten Staaten. Aus New Yort wird gemeldet: Eine Untersuchung über das gewerbsmäßige Bettlertum, die man hier angestellt hat, ergab derart gewinninteressante Resultate. Das Bettlergewerbe bringend, daß ein junger Mann, dem man einen Wochenlohn von einhundert Mark anbot, es vorzog, zu betteln. Man hat weiter festgestellt, daß ein Individuum, das es verstand, daß Mitleid seiner Mitmenschen zu erregen, in der Woche bis zu zweitausend Goldmark„ verdient" hat. Es gibt hier Bettler, die Konto auf der Bank und ein Automobil besitzen und die den Winter in Florida verbringen. Bücherecke. ,, Efer's Kassengehilfe" gesetzlich geschützt. Verlag von Paul Eberhardt, Leipzig C 1, Königstraße 19. Dieser Kassengehilfe bedeutet eine Umstellung des Einkassierens und damit eine erhebliche Erleichterung für jeden Vereinskassierer. Trotz der einfachen Handhabung ist dieses Steuerbuch zuverlässig und hat in kurzer Zeit die Unentbehrlichkeit im Vereinswesen voll erwiesen. Der Verlag ist bereit, dieses Buch jedem Verein auf Verlangen zur Ansicht unverbindlich zuzustellen, damit sich ein Jeder von dem Wert dieses Kassengehilfens überzeugen kann. 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Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung Buchführungsvorkenntnisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen festgestellt werden, weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuer pflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. Nebenher weiss man auch, welche Summen für Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden. Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Gießen, Sūdanlage 21. Erscheint Bezugspreis 2,4 Redaktionsschluß früh lendung nicht verlan 41. Jahrg. Die heffi Darmstadt, 31. verhandelte heute der die von der Nation schaftspartei und der Gültigkeit der letzten Die Nationalsozialisti anwalt Frant- Mi die Wirtschaftspartei und weitere fünf Ver durch ihre Vorsitzende Als Vertreter der he tor Schwarz und Zu Beginn der Ver hebenden Parteien g richtshofes mit der acht Parlamentarier Rach kurzer Beratung zumal eine andere J den ist. Als Berichterstat tendorf, der die fachlich erörterte und date einer kritischen, fuchung unterzog. E erhebenden Parteien hatte. Ministerialdirekto Regierung und stellt Vordergrund. Er b Splitterparteien die im geringsten beeinf Danach kamen d die nun mit ihren ihren angeblichen U Nach 2½tündige die Anfechtung der jeien. Damit ist di wahl festgelegt. Der He Der Landtag hung der Fraktione dent Adelung Geburtstags des feinem reich mit B derte. Nach kurzer Beschlüsse des Aelt der acht Parlament geführt haben, fand listen für die Ver eine der Sozialdem ohne die Volksrecht der Wahl enthielt. Stimmberechtigten. 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