Nr. 66 Wege er it aufge eptember rsport den To namhafte rt Main 3. Herbit Es wird Menichen n für den Betttamp nter Mo Stunde 33 Breau in art burds Die Bahn Dant ihrer ines aus Denn aud 9,02 Min Ber Preis Paul Kre 3. Maron für Ame 16 Punkte zurüd Gießen. eise De unerläb dazugehörig ntem Borite hender Spe 1d zum W hlorodont ür Grwaden in blauerall erhäl rute 0 Rmt. iehen dur Deffau R ofition mich ohle, lien ausen llb. Schwich Landm.v.Fly le zeit: ck ühle auf genau auf mit Sie den guten echt Franck eegetränke und ein wiruje ma. hren das anerka rienkaffee- fre Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdsendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Politische Tagesschau. Die Untersuchung des Gesundheitszustandes des Reichsaußen: ministers Dr. Stresemann ist so ausgefallen, daß die Aerzte eine Reise des Außenministers nach Genf nicht für möglich halten. Das thüringische Gesamtkabinett hat sich entschlossen, seinen Rücktritt einzureichen. Die holländische Regierung hat die Einreise der uniformierten Rotfrontkämpfer verboten. Der amerikanische Arbeitsminister Daves hält sich gegenwär tig in Berlin auf. Japan hat die Zustimmung zum englisch- französischen Flottenablommen erklärt. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 25. August 1928 nunmehr zu Wiesbaden gehörende Gebiet ebenso wie Wiesbaden der englischen Zone zugeteilt werden soll. Diesem Wunsche soll nunmehr entsprochen werden. Estland für Handelsvertragsverhandlungen. Der estländische Außenminister Rebane empfing am Donners= tag den deutschen Gesandten Schrötter und schlug ihm vor, die Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Eſtland in Reval zu beginnen. Die Blätter geben der Hoffnung Ausdruck, daß die deutsche Regierung den Vorschlag annehmen werde und daß sich der Zollkrieg, der sonst am 15. Septemeber beginnen würde, vermeiden läßt. Die jugoslawische Antwortnote wurde überreicht, fie enthält Der Fürft zu Wied eine Richtigstellung über die Demonstrationen und bietet Genugtuung durch Bestrafung der Schuldigen an. Das russische Hilfskomitee für die Jtaliamannschaft hat end: gültig beschlossen, die Suche nach Amundsen und der Alessandri gruppe wieder aufzunehmen. Die ersten Probefahrten des Luftschiffes„ Graf Zeppelin" werden für Anfang September erwartet. Ein folgenschwerer Brand, dem ein 74jähriger Herr zum Opfer fiel, war am Mittwoch abend in Zwickau ausgebrochen. Die Schweizer Bundesbahnen haben im Juli elf Millionen Reisende befördert. Gegen die Wohnung des italienischen Konsuls in Lüttich wurde Mittwochnacht ein Bombenanschlag verübt. In der englischen Kohlenerzeugung ist ein starker Rüdgang zu verzeichnen. In der Sache der Ermordung des Generals Obregon find weitere größere Verhaftungen in Mexiko vorgenommen worden. In Mostau fand als Gegenstück zur Olympiade eine„ Spartatiede" statt. Reichsfanzler Müller vertritt Stresemann. Berlin, 24. 8. Reichsaußenminister Stresemann wird nicht nach Genf fahren. Auf der Reise nach Paris wird er von Legationsrat Redelhammer und Konsul Bernhard begleitet sein. Dr. Stresemann wird am Sonntag mit Briand und am Montag mit Poincare konserieren. Das Befinden des Reichsaußenministers ist durchaus gut, trotzdem hat sich Dr. Stresemann heute wieder zu Bett legen müssen, weil die Folgen der gestrigen anstrengenden Untersuchung sich bemerkbar gemacht haben. Stresemann wird von Paris aus unmittelbar nach BadenBaden sich begeben und noch etwa 6 Wochen Urlaub nehmen. Infolgedessen hat sich das Kabinett heute nachmittag um 4 Uhr zusammengesetzt, um nicht nur die politische Lage, sondern auch die Frage der Vertretung des Außenministers in Genf eingehend zu behandeln. Die Sigung fand unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Hermann Müller statt, und sämtliche in Berlin anwesenden Minister haben an der Sigung teilgenommen. Bereits gestern hatte Stresemann eine Unterredung mit Staatsjekretär Dr. Günther, bei der die Frage der Vertretung besprochen wurde. Es haben sich, wie wir berichteten, Bestrebungen geltend gemacht, den Minister für die besetzten Gebiete mit der Vertretung zu beauftragen. Inzwischen hat man aber erfreulicherweise sich doch zu der Auffassung bekannt, daß der Reichskanzler selbst nach Genf fahren muß. Gewisse Etikettefragen waren vorher zu lösen. Es ist nicht üblich, daß, wenn nur auswärtige Minister anwesend sind, der Chef einer Regierung diese in Genf vertritt. In dem Augenblick aber, in dem Hermann Müller als Stellvertreter Stresemanns nach Genf fommt, wird diese Schwierigkeit behoben sein. Deshalb wird Herr v. Schubert zunächst die deutsche Delegation in Genf vertreten, dann aber wird die eigentliche Vertretung durch den Reichskanzler übernommen werden. Diese Lösung halten wir für die einzig richtige. Auf diese Weise wird der Gegenseite jeder Vorwand genommen, daß sie politische Entscheidungen nicht treffen könne. Dazu kommt, daß Hermann Müller als Führer der Sozialdemokratie und damit der größten deutschen Partei immerhin über eine besondere Autotität verfügt, und es schadet darüber hinaus durchaus nichts, wenn auch einmal die Sozialdemokraten bei dieser Gelegenheit tärkere Bindungen in der Außenpolitik in ihren eigenen Reihen zu spüren bekommen. Denn wenn man die Gesamtsituation be= trachtet, ist sie keineswegs sehr erfreulich und aussichtsreich. Der deutsche Rheinlandschritt. Die deutschen Botschafter in London, Paris und Rom und Der deutsche Gesandte in Brüssel haben die Außenminister der Tbetreffenden Länder am Donnerstag dahin verständigt, daß Dr. Stresemann gelegentlich der Unterzeichnung des Kelloggpaktes iin Paris oder im Anschluß an diese Unterzeichnung durch seinen Stellvertreter in Genf die Frage der Rheinlandräumung zur Sprache bringen wird. Engländer statt Franzosen. Wiesbaden, 24. 8. Die französische Besatzungszone umfaßt Ibisher auch Erbenheim. Infolgedessen hat die Stadtverwaltung 100n Wiesbaden beantragt, daß das aufgrund der Eingemeindung ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 67 Das Recht der Alten. Von Landeserziehungsrat a. D. Seiffert, Berlin- Friedrichshagen. Das Selbstrentner- Entschädigungsgesetz steht nun schon jahrelang mehr oder weniger, meistens ,, Rentnerversorgungsgesetz" genannt, im Mittelpunkt der innerpolitischen Kämpfe. Denn unsere Alten haben das ihnen gebührende Recht seit der Inflation verloren. Nicht alle Alten. Das ist eben die Ungerechtigkeit. Diejenigen Alten, welche früher Beamte waren, haben ihr Recht als Pensionäre. Sie bekommen ihre Feierabendrente = Ruhegehalt unbeanstandet als einen Rechtsansprud). Der Staat( Reich, Land, Provinz, Kreis, Gemeinde) hat ihnen und der albanische Thron. ihr Leben lang einen Teil ihres Gehaltes einbehalten und Berlin, 24. August. Der Berliner Vertreter der ,, Associated Preß" hat den Fürsten zu Wied gebeten, sich zu den Meldun= gen zu äußern, wonach er erneut Ansprüche auf den albanischen Thron angemeldet haben sollte. Darauf ist vom fürstlichen Kabinett folgende Antwort eingegangen: ,, Fürst Wilhelm hat 1914 Albanien unter Wahrung aller seiner Rechte verlassen. Er hält für sich und seine Nachkommen alle Ansprüche auf den Thron auch jetzt noch aufrecht, trotz der persönlichen Königswünsche Achmed Zogus. Die Mehrheit des albanischen Volkes hängt auch jetzt noch dem Fürsten an. Für seine Rückkehr ist aber eine freie, unbeeinflußte Abstimmung zur Zeit unmöglich. Frei von persönlichem Ehrgeiz, nur das Wohl des albanischen Volkes im Auge, will der Fürst jetzt äußere und innere politische Schwierigkeiten. Er wartet den kommenden richtigen Zeitpunkt ab." Gesamtaussperrung in der deutschen Bekleidungsindustrie. Nachdem der im Juli d. J. gefällte Schiedsspruch für die deutsche Herrenbekleidungsindustrie vom Reichsarbeitsminister als für die Branche untragbar nicht für verbindlich erklärt worden ist, haben die beteiligten Gewerkschaften, ohne eine Urabstimmung vornehmen zu lassen und nochmals in Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband zu treten, den Streik über eine Anzahl Betriebe verhängt. Infolgedessen wurde vom Arbeitgeberverband der Herren- und Knabenkleiderfabrikanten Deutschlands die Aussperrung über das ganze Reich mit Wirfung vom 27. August ab beschlossen. Wo bleibt die Sentung der Realsteuern? Ueber die starke steuerliche Belastung wird seitens der ge= samten deutschen Wirtschaft ständig Klage geführt. Mit Recht hat daher noch fürzlich der Reichsverband des deutschen Handwerks einen Ausgleich der Belastungen und insbesondere einen wesentlichen Abbau der drückenden Realsteuern gefordert. Gerade auf die letzteren Steuern hat das Handwerk immer wieder hingewiesen, eine Belastung, die umso schwerer empfunden wird, als fast durchweg in den städtischen Kollegien die Vertreter der Gruppen den Vorlagen zur Erhöhung dieser Steuern zustimmen, die sie nicht zu entrichten brauchen. Der Gesetzgeber hat die schwere Notlage von Handwerk und Gewerbe anerkannt und zu ihrer Abhilfe ausdrücklich im§ 4 a des Finanzausgleichsgesetzes vom 10. August 1925 in der Fassung vom 9. April 1927 die Länder verpflichtet, Vorsorge dafür zu treffen, daß die Mehrerträge der Ueberweisungen aus der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer, die über den Betrag von 2,4 Milliarden Reichsmark hinausgehen, in erster Linie zur Senkung der Grund- und Gebäudesteuern und Gewerbesteuern unter das am 31. März 1927 gegebene Maß verwendet werden. Bekanntlich hat das angeführte Gesetz die sogenannte Garantiesumme an die Länder und Gemeinden auf 2,6 Milliarden R.M. erhöht. Leider hat man von einer auf Grund dieser Bestim mung erfolgten Herabsetzung der Realsteuerzuschläge, die eine wesentliche Erleichterung gebracht hätte, nicht gehört. Die anfangs Juni vom Reichsminister der Finanzen dem Reichstag vorgelegte Uebersicht über die Gestaltung der Reichseinnahmen und ausgaben in den Rechnungsjahren 1924 bis 1928 weist überraschenderweise auf, daß die den Ländern vom Reich zugeflossenen Steuerbeträge für 1927 ein Rechnungsergebnis von 3 011 761 153 R.M. hatten. Somit hätten 611 Millionen R.M. zur Senkung der Realsteuern im verflossenen Haushaltsjahr zur Verfügung gestanden. Wie erleichternd für die Wirtschaft sich eine Verwendung dieser Ueberweisungen in dem vorgeschriebenen Sinne ausgewirkt hätte, mag daraus hervorgehen, daß das gesamte Aufkommen an Realsteuern für 1927( ohne Hauszinssteuer) mit rund 2 Milliarden R.M. angenommen werden kann. Demnach hätten die Zuschläge zu den Realsteuern, roh gerechnet, um ein Drittel ermäßigt werden können. Die Ueberweisungen für das Rechnungsjahr 1928 sind nach dem Haushaltsplan für 1928 mit 3 217 817 000 R.M. angesetzt, sodaß voraussichtlich über 800 Millionen R.M. zur Sentung der Realsteuern im laufenden Haushaltsjahr zur Verfügung stehen. Es wird Aufgabe der Wirtschaftsvertreter in den städtischen Kollegien sein, mit allem Nachdruck auf diese Zusammenhänge hinzuweisen. Mit großem -Interesse kann auch die durch den kürzlichen Reichstagsantrag der Abgeordneten Scholz und Genossen geforderte Denkschrift erwartet werden, die Auskunft geben soll über die Steuersenkungen, welche die Länder und Gemeinden auf Grund des§ 4 a des Finanzausgleichsgesetzes vorgenommen haben. kapitalisiert. Daraufhin zahlt er ihnen als den Staatspensionären nach der Altersgrenze oder Arbeitsunfähigkeit ihre Pension. Dieselbe ist klagbar. Nichts wird davon abgezogen, auch wenn der Pensionär nebenbei ein Häuschen besitzt, oder eine gute Wohnungseinrichtung hat, oder aufgewertetes Privatvermögen, oder noch irgendwelche Nebeneinkünfte aus Arbeit. Ebenso erhalten sie ihre Pension gestaffelt nach ihren früheren Leistungen, d. h. ihrer früheren Gehaltsklasse. Schließlich bekommen sie ihre Altersrente ehrenvoll ausgezahlt durch die Post oder von ihrer zuständigen Amtsstelle. Niemand macht dem Staatspensionär einen ehrenkränkenden Vorwurf, wenn er sich seine Pension abholt, ebensowenig wird Arbeitszwang als Gegenleistung verlangt. Im Gegenteil, jeder aktive Beamte freut sich, wenn ein alter pensionierter Herr einmal wieder die alte Amtsstelle betritt, d. h. sie haben ihre frühere Ar beitsehre durch die Pensionierung nicht verloren. einen ehrenvollen Die bekommen sie Sie ist für die ArEbenso haben die Arbeiterinvaliden und Angestellten ihr Altersrecht gewährleistet durch die Versicherungsgesetze der Arbeiter gegen Invalidität, Unfall, Krankheit und durch die Angestelltenversicherung. Auch diese Gruppe, der von der Wirtschaft abhängigen Arbeitsinvaliden, hat Rechtsanspruch auf ihre Feierabendrente. unbeanstandet durch die Poſt ausgezahlt. beiter nach 5 Stufen, für die Angestellten nach 9 Klassen ge= staffelt. Also auch hier ist die Höhe der Rente nach den früheren Leistungen verschieden hoch gerechterweise angesetzt. Auch bei diesen Angestellten- und Arbeiterrentnern wird ihnen von ihrer berechtigten Altersrente nichts abgezogen, was sie sonst durch eigene Arbeit oder Privatvermögen hinzubekommen. Ebensowenig wird ihnen auf ihr Häuschen eine Zwangshypothek für die Versicherungsanstalt gelegt, noch Arbeitszwang. Im Gegenteil, darum haben einst alle Gewerkschaften diesem Gesetz zugestimmt und arbeiten an seiner Vervollkommnung dauernd mit, weil nicht bloß der soziale Gedanke verwirklicht werden sollte, daß jeder Arbeiter an seinem Lebensabend wenigstens das Existenzminimum, bei den höheren Stufen auch einigermaßen das Kulturminimum haben sollte, sondern zugleich auch der national- ökonomisch richtige Grundsatz, daß die alten und arbeitsunfähigen Kopf- und Handarbeiter den jüngeren Arbeitskollegen nicht das Brot wegnehmen sollten. Diese bei den Staats- und Wirtschaftspensionären richtig durchgeführten Rechtsansprüche und Wirtschaftsgrundsätze hat man bei der dritten Gruppe der Arbeitsinvaliden vollständig mit Füßen getreten. Das ist die Gruppe der alten Selbstrentner. Das sind diejenigen Mitglieder des Mittelstandes, welche sich freiwillig ihr Glück geschmiedet haben. Die selbstän= digen Handwerksmeister, Kaufleute, sonstige Gewerbetreibende, die Bauern, die freien geistigen Berufsvertreter, wie Aerzte, Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten, Schriftsteller, Künstler, wissenschaftliche Forscher usw. Sie haben das Risiko ihres Wirtschaftsverdienstes selbst getragen, ohne dem Staat zur Last zu fallen, haben ihre Steuern dem Staate gebracht und zugleich mit derselben freien Zielbewußtheit für eine eigene Alters: rente gesorgt. Sie haben dazu ihr Leben lang einen Teil ihrer Arbeitseinkünfte aufgespart und im Vertrauen auf die Rechtsgrundlagen des Staates ,, mündelsicher" angelegt. Von den Zinsen dieses ihrer Selbstpension zugrunde liegenden Rententapitals wollten sie an ihrem Lebensabend nicht bloß das Eristenzminimum haben, sondern auch auf demselben Kulturniveau bis an ihren Tod leben können. Diese Selbstrentner waren. die besten Kreise unseres Volkes. Sie waren die arbeitslustigen, willensstarken und zugleich staatstreuen Schichten. Sie waren auch die allein unabhängigen Menschen:„ der Bauer ein König auf seinem Ader, der Handwerker ein freier Mann vor Königsthronen oder Bürgermeistern." Was hat man während und nach der Inflation mit dieser unersetzlichen Kulturschicht des deutschen Volkes gemacht? Man hat ihnen zuerst ihr Vermögen geraubt und als sie nun hungernd nach Entschädigung schrieen, da hat man sie so wohlwollend von den gristlichen und menschenfreundlichen Damen des Zentrums, der Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei, recht schnell in die„ Fürsorge" gebracht! Ob dieser großen ,, sozialen" Tat rühmen sich jene Parteien und haben den Rentnerbund dadurch immer wieder blind und taub zu machen versucht, daß man die Fürsorgesäge von 15 M um etliche Groschen erhöhte. Ist dieser Ruhm berechtigt? Jst solche Fürsorge" ,, sozial"? Im Gegenteil, es ist das grausamste Unrecht, was je einem Samstag, den 25. August 1928. Menschen geschehen ist. Man hat die arbeitsfähigen und im rüstigen Lebensalter willensfräftigsten Menschen des gewerblichen und geistigen Mittelstandes in die Stufe der arbeitsscheuen ,, Brüder von der Landstraße", der arbeitsschwachen Psychopathen, der Willenskranten und körperlich Kranken, den Blinden, Krüppel und Schwachsinnigen heruntergestoßen. Das heißt, man hat ihnen nicht bloß ihr Vermögen und ihr Recht, sondern auch ihre Arbeitsehre geraubt! Daher die Verbitterung und die Empörung im Kreise der alten Selbstrentner. Denn wie sieht diese sogenannte Fürsorge aus? Kein Recht auf Grund ihrer Leistungen, sondern Almosen. Keine Wiederherstellung ihres früheren Vermögens, sondern im Gegenteil noch Abzug von dem erbärmlichen Almosen aller sonst noch etwa aufkommenden Einkünfte. Ist es überhaupt verständlich und mit der Vernunft, der ., Gießener Zeitung' sondern muß ebenso nach den früheren Leistungen und der früheren Kulturstufe der Selbstrentner gestaffelt werden. Wie es für die Arbeiter 5 Rententlassen, für die Angestellten 9 und für die Beamten 12 gibt, muß es auch für die 3. Gruppe je nach der Höhe des durch grausame ungerechte Staatsgesetze konfiszierten Rentenvermögens in mehreren Stufen gestaffelt werden. Die Auszahlung muß durch die Post erfolgen. Einspruch gegen die letzte Landtagswahl. Darmstadt. Erneuten Einspruch gegen die Gültigkeit der letzten Landtagswahl hat im Juli d. J. die Nationalistische Arbeiterpartei Gau Hessen erhoben, indem sie das Wiederaufnahmeverfahren vor dem Staatsgerichtshof beantragt hat. Lokales. Sonntagsgedanken. Nr. 67. Ich sah in diesen Wochen Wagen um Wagen heimwärts fahren, mit Aehren beladen, schwer sich wiegend; ich sah die Millia onen Früchte reifen im Felde, stand vor den fruchttragenden Bäumen im Garten und sah über das weite Land die Ernte. Alle sahen dies Werden und Reifen. Haben wir aber auch alle darüber nachgedacht, wieviel stille Kräfte, wieviel Segen am Werke waren, daß solche Fülle wurde? Nun sind die Tage der Erfüllung. Das Waldmeer am Bergeshang gibt schon den Ton an zur Farbe des Herbstes und alles ringsum, was im schwellenden Frühling einst grünte, färbt sich zum letzten Schmuck. Der Herbst hat seinen ersten Hauch getan Die volkswirtschaftliche Berechtigung der Jagd. über Wald und Flur. Und gar bald wird alles schimmern in Moral und der wirtschaftlichen Einsicht der betreffenden Be Die volkswirtschaftliche Berechtigung der Jagd. hörden und ihrer Vertreter vereinbar, daß man folgende an Wahnsinn streifende Maßnahmen gegen die hungernden, entrechteten und entehrten Selbstrentner anordnet, ja sogar durchführt?!": Man verlangt Arbeitszwang, also eine wirtschaftliche Unvernunft, die allen Grundsätzen der sonstigen Versicherungsgesetzgebung Hohn spricht. Hier müssen die Kreise der Gewerkschaften aufgeklärt werden, und wenn die christlichen und gelben Gewerkschaften bei den Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und dem Zentrum blind und erbarmungslos versagen, dann muß mit den freien Gewerkschaften verhandelt werden! Ist es wirtschaftlich vernünftig, daß eine hungernde 75jährige Arztwitwe aus dem Berliner Westen in frühster Morgenstunde nach dem Berliner Osten wandert, um dort als Scheuerfrau ungekannt sich wenigstens das tägliche Brot zu verdienen, weil man ihr ihre einst von ihrem Gatten sichergestellte Altersrente durch die furchtbaren Entwertungsgesetze geraubt hat? Ist es vom Gewerkschaftsstandpunkt aus zuzulassen, daß diese Greisin damit zugleich einer jüngeren Arbeiterwitwe das Brot wegnimmt? Oder was denkt sich ein Stadtrat eines großstädtischen Wohlfahrtsamtes, wenn er einem hungernden greisen Selbstrentner, der glücklich 5700 M früheres Kapital endlich ,, aufgewertet" bekommt, auferlegt, daß er sofort die über 3000 M gehende Summe, also 2700 M, dem Wohlfahrtsamt hypothefarisch vermacht, als„ Ersay" für die bisherigen oder fünftigen minimalen Almosensätze?! Ist das überhaupt noch Almosen oder Fürsorge? Ist es nicht im Gegenteil ein wucherisches Kreditgeschäft auf Todesfall schlimmster Art? Darum weg damit, wie mit jeder anderen Rückerstattung aus dem bißchen überbleibenden Vermögen oder dem Arbeitsverdienst von selbst schwerringenden Kindern oder Enfeln! Von der Pressestelle des Preußischen Landesjagdverbandes wird uns geschrieben: Man ist vielfach geneigt, die Jagd als eine Art Luxus, die Jäger als Freunde eines Feudalvergnügens anzusehen. Dem ist nicht so. Die Jagd ist ein wesentlicher Bestandteil des Volksvermögens, die Jäger sind dessen Hüter und Verwahrer. Es ist richtig, daß eine schärfere Auswahl unter der Jägerei oft sehr gut wäre. Dieses Ziel wird bereits durch die beabsichtigte Einführung einer Jägerprüfung verfolgt. Wenn das ,, Recht der Alten" bei den Staats- und Wirtschaftsinvaliden gesetzlich anerkannt und in ihren Bezügen durch die bisherige ,, Aufwertung" wiederhergestellt worden ist, so muß das logischer- und gerechterweise auch für die dritte Gruppe der Alten, der Selbstrentner, geschehen. Das muß durchgeführt werden auf der Grundlage der Entschädigung gemäß der früheren Leistung. Die Selbstrentner müssen heraus aus der Fürforge. Der Staat hat die Pflicht, ihr beschlagnahmtes Vermögen zu einer angemessenen Entschädigung des vorenthaltenen Zinsendienstes wieder zur Verfügung zu stellen. Und diese Entschädigung des Rententapitals resp. seines Ertrages darf nicht bloß sich auf die Darbietung des Existenzminimums beschränken, Der Sieg an der Katzbach Zum 26. August als Erinnerungstag. Von Dr. Karl Klein, Buchschlag. Im Jahre 1927 betrug der durch das Jagdwesen verursachte Umsatz an volkswirtschaftlichen Werten: Wildbretwert des erlegten Wildes 21 Millionen M., Wert der Decken und Bälge 4 Millionen M., Jagdpachtgelder 27 Millionen M., Jagdscheine 4½ Millionen M., Jagdsteuern 5 Millionen M., Jagdindustrie und Handel 45 Millionen M., Hundewesen 3 Millionen M., Jagdpersonal 11 Millionen M., Jagdliteratur und Presse 6 Millionen M., Jagdliche Umsätze allgemeiner Art 10 Millionen M. Ein Forstmeister Bieger in Rostock hat eine neuere Statistik für dieses Wirtschaftsgebiet veröffentlicht und berechnet den Ertragswert der Jagd bei einem Zinssatz von 5% auf 745 Millionen Mark, den jährlichen Gesamtumsatz auf 72 Millionen. All diese Zahlen treffen jedoch nur für Preußen zu. Nimmt man die Länder hinzu, so werden sich die angegebenen 3iffern schätzungsweise um annähernd 100% erhöhen. Dies alles zeigt einwandfrei, daß für unser deutsches Vaterland die Jagd große wirtschaftliche Bedeutung hat. * letter, feierlicher Glut. Es ist das letzte Leuchten gleich einem inbrünstigen Dank der Mutter Erde hinauf zum Himmel. Schrittweise zieht der Herbst ins Land. Das Leben wallt noch einmal auf und dann kommt das Ende. Ende? Nein, der Anfang. Der koloniale Gedanke und die deutsche Pfadfinderbewegung. In der deutschen Jugendbewegung spielt der bündische Gedanke jetzt eine große Rolle. Eine besondere Pflegestätte findet er in der deutschen Pfadfinderbewegung. Da gibt es eine Gruppe in der Pfadfinderbewegung, den ,, Kolonial- Bund Deutscher Pfadfinder e. V.", der sich zur besonderen Aufgabe die Pflege des kolonialen Gedankens gesetzt hat und sich deshalb für seinen ersten Führer, den deutschen Kolonialhelden Lettow- Vorbeck erwählt hat. Das Wachstum dieses Bundes, dessen Geschäftsstelle sich Berlin SW. 11, Bernburgerstr. 24/25, befindet, ist ein Beweis dafür, daß trok aller Gegner doch der koloniale Der Gedanke in der heranwachsenden Jugend weiterlebt. Kolonial- Bund Deutscher Pfadfinder e. V. steht auch im Dienste des großdeutschen Gedankens und hat in diesem Jahre eine mehrwöchentliche Wanderung durch die verschiedensten Teile DeutschDesterreichs gemacht und innige Beziehungen dort angeknüpft. Auch das diesjährige Bundeslager des Kolonial- Bundes Deutscher Pfadfinder e. V. auf der Sachsenburg zeigte einen so frischen frohen Geist, daß wir nur wünschen möchten, daß in jedem Orte Deutschlands eine Gruppe dieses Bundes vorhanden wäre. Der 26. August ist der Erinnerungstag an eine der wichtig= sten Schlachten der Befreiungskriege vor 115 Jahren im Jahre 1813. Es war keine Entscheidungsschlacht, aber eine Schlacht, die eine Wendung herbeiführte und die eine eingetretene Wandlung erstmals mit einem durchschlagenden Erfolg hervortreten ließ. Am 26. August 1813 wurde die Schlacht an der Katzbach geschlagen. Fünfeinhalb Monate seit dem offiziellen Beginn des Krieges waren schon vorübergegangen, ohne irgend welche Entscheidung nach der einen oder anderen Seite zu bringen. Nach der Schlacht an der Katzbach dauerte es nur noch 7 Wochen bis zur Völkerschlacht bei Leipzig, bis zur Entscheidungsschlacht der Befreiungstriege, bis zur tatsächlichen Befreiung Deutschlands bis zum Rhein und mit weiteren Schlägen darüber hinaus. Ueber den Acker sehen wir wieder den Sämann schreiten, der die Körner in die Furche streut zu neuem Leben und noch größerer Fülle. So ist es im Menschenleben. Saat, Reise und Ernte. Heute pflanzen wir selbst noch die Keime, von deren Frucht wir einstens das Brot im fünftigen Leben zu erwarten haben. Wer einst reiche und kostbare Ernte will, darf die Mühen der Aussaat nicht scheuen. Wer goldene Aehren ernten will, darf nicht Unfraut und Dornen fäen. Der Sonntagsschreiber. * Landesversammlung des Evangelischen Bundes. Die diesjährige Landesversammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes findet vom 8. bis 10. September in Oppenheim statt. Sie steht unter dem Thema: Evangelisches Christentum und Deutsches Volkstum. entscheidenden Vorstoß. Gleichzeitig wollte er seine politischstrategische Lage gegenüber dem unsicher in der Flanke, Gewehr bei Fuß, stehenden Desterreich verbessern. Er bedurfte vorübergehender Ruhe. Im Lager der Verbündeten hatte das Zurückweichen bis nach Schlesien die Stimmung stark darniedergedrückt. Bei den Russen wurden schon Stim laut, den Krieg für fremde Zwecke aufzugeben. Da traf das Waffenstillstandsangebot Napoleons ein, das zur Heranziehung und Ausbildung neuer Kräfte dienen, das den Anschluß Oesterreichs bewirken konnte. Der Waffenstillstand dauerte vom 4. Juni bis 11. August. Desterreich und Schweden traten dem Bündnis bei. Es wurde nun aus Desterreichern, Russen und Preußen die Böhmische Armee, aus Preußen und Russen die Schlesische Armee unter Blücher, und aus Preußen und Schweden die Nordarmee gebildet. Während der ersten Monate des Jahres 1813 hatte sich die Erhebung des preußischen Voltes zuerst in Ostpreußen, dann in Schlesien und den Marken vollzogen. Alle Mannschaft war zu den Waffen geeilt, die teilweise primitivster Art waren. Die Ausbildung und Umbildung zu tüchtigen Truppenteilen und Heereskörpern mußte sich allmählich vollziehen. Vor der allgemeinen Volfserhebung, der plötzlichen Umwandlung dieses bisher verspotteten und geknechteten Volkes, die ihnen ein Grauen einflößte, waren die französischen Marschälle zurückgeDann waren wichen, hatten voreilig die Marken geräumt. Preußen und Russen in siegreichen Gefechten durch Sachsen über die Elbe bis zur Saale vorgedrungen. Gegen Ende April er= schien Napoleon mit seinem neu aufgebotenen Heere auf dem Kriegsschauplatz und vereinigte mit demselben die in Deutschland noch vorhandenen Truppen in Stärke von 170 000 Mann. Mit nahezu einer halben Million Soldaten war er den verbündeten Russen und Preußen weit überlegen. Bei Großgörschen besiegte er sie und drängte sie über die Elbe zurück. Bei Bautzen, im östlichen Sachsen, erfocht er nochmals einen Sieg. diese Siege hatten ihn gewaltige Opfer gekostet. Die Verluste seines Heeres waren die größeren. Es waren Pyrrhussiege. Be= sonders die Preußen hatten hartnäckigsten Widerstand geleistet. Wie Treitschte sagt ,,, die Ueberlegenheit der sittlichen Spannfraft und des triegerischen Feuers war auf die Preußen übergegangen". Aber Napoleon hatte keine entscheidenden Erfolge errungen. Erstmals erfaßte ihn ein Bangen vor dem endgültigen Ausgang. Deshalb wollte er alle seine Kräfte sammeln zu einem * Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Ortsausfahrt Marburg. In dem Straßenzug Marburg- Kassel für alle Fahrzeuge ab 20. Aug. bis auf Weiteres gesperrt. Umleitung über Wehrda. Haina- Waldgirmes. Jn dem Straßenzug Bieber- Waldgirmes für alle Fahrzeuge vom 28. Aug. bis 4. Sept. gesperrt. Um leitung über Kinzenbach- Dorlar. Km. 29,2 32,1. In dem Straßenzug Frankenberg- Sachsenberg für alle Fahrzeuge bis auf Weiteres gesperrt. Umleitung über Viermünden Schreufa. Aufgehobene Straßensperrungen: Die Strecke Büches- Büdingen im Zuge der Straße RanstadtGelnhausen ist ab 25. August wieder sperrungsfrei. * Aus der Stadt. Unsere Stadt ist auf dem Wege großstädtisch zu werden. Das laufende Jahr bildet hinsichtlich der der Ladenumbauten und Verschönerungen ein Rekordjahr. Diese Bauten haben außerordentlich zur Verschönerung des Straßenund Stadtbildes beigetragen. Unsere Kaufleute sind mit Recht der Ansicht, daß architektonische Gestaltung des Hauses in Verbindung mit großen schönen Schaufenstern wirksamste Werbemittel sind. Auch durch die Verlängerung der Kolonnaden zwischen Bahnhof und Post ist eine größere Anzahl von Läden und Geschäftsräumen entstanden. Im Innern der Stadt sind gen aus einem Gebirgsbach zu einem reißenden Fluß geworden war, Brücken und Stege fortgeschwemmt hatte. Gamstag, d weitere Geschä Edhaufenster u * Personal der am hiesig mit Wirtung догдеп. Ein trag auf dem hiesig aus Gladenbac Galaganfall b Drei Ja verurteilte Di Alsfeld) weger Drei Jahren 3 Gefängnis u. Am Tage nach der Schlacht setzte die Verfolgung des Feindes gegen die Kaybach und weiter nach Westen, Sachsen, zu ein, die Gneisenau, ihre Bedeutung zur Zersprengung des Feindes und Ausschlachtung des Sieges in Erinnerung an Jena und Auerstädt erstaunend aufs heftigste betrieb. Die wilde Jagd der Verfolgung hielt tagelang an. Bis zum 1. September wurde sie fortgesetzt. Drei Tage nach der Schlacht, am 29. August, wurde die Division Puthod zersprengt. In der Schlacht verloren die Franzosen 30 000 Mann und 105 Kanonen. Mit der Beute an Waffen und Munition konnte die Schlesische Armee ihre mangelhafte Ausrüstung vervollständigen. Das erste Glied der Infanterie, das bisher nur Piken gehabt hatte, kam in den Besitz von Gewehren. Die Tage der Verfolgung zersprengten und vernichteten diese französische Armee von 80 000 Mann. Macdonat meldete an Napoleon: ,, Sire, votre armee du Bober n' existe plus." Majestät, Ihre Armee vom Bober besteht nicht mehr. Napoleon sah sich drei Heeren gegenüber, die ihm in ihrer Gesamtheit überlegen, aber weit von einander entfernt waren. Er hatte den Vorteil der inneren Linie, konnte aber bei einem Vorstoß gegen eine der Armeen in der Flante und sogar im Rücken bedroht werden. Vor der Nordarmee unter Bernadotte glaubte er am wenigsten fürchten zu müssen. Als seinen gefährlichsten Gegner sah er Blücher mit der Schles. Armee an, ihn wollte er zuerst schlagen. Mit voller Kraft wollte er sich auf ihn werfen. Blücher wich ihm vorsichtig aus und zog sich nach Schlesien zurück. Inzwischen drang die Böhmische Armee von Südosten nach Sachsen ein. Napoleon durfte sie nicht in den Besitz des wichtigen Dresden kommen lassen, wodurch seine rüdwärtigen Verbindungen bedroht wurden. Deshalb wandte er sich notgedrungen gegen die Böhmische Armee unter Aufgabe seines Feldzugplanes und beließ in Schlesien den Marschall Macdonald mit 80 000 Mann, der Blücher in Schach halten und weiter nach Schlesien hineindrängen sollte. Sobald Blücher den Abzug Napoleons erfahren, beschloß er den Angriff auf die Franzosen. Das strategische Genie seines Generalstabchefs, Gneisenau, erkannte die Vorteile der örtlichen Lage einer südlich Liegnitz vorwärts der Städte Jauer und Wahlstadt an den Gewässern der Gebirgsbäche der Katzbach und der wütenden Neiße vorgenommenen Schlacht gegen die Franzosen. Die Preußen und Russen stellten sich auf der Hochebene am rechten Ufer der Neiße auf und verbargen sich dort. Der Feind drang über die Katzbach vor und warf die preußischen Vorhuten über diese und über die Neiße zurück. Da Macdonald das Hauptheer Blüchers im weiteren Rückzug vermutete, drangen die Franzosen ziemlich sorglos nach Ueberschreiten der Neiße die Anhöhen hinauf. Nun wurden sie auf der Hochebene empfangen. Wegen des heftigen Regengusses versagten die Gewehre. Kolben und Bajonette wurden zur Hauptwaffe. Viele der Feinde wurden niedergemacht. Der Feind wurde die Anhöhen hinabgeworfen in die Gewässer der wütenden Neiße, die durch anhaltenden ReEs war der erste große Sieg. Seine moralische Wirkung war eine ungeheuere. Die Zuversicht der Verbündeten wuchs wieder. Die Böhmische Armee war gerade von Napoleon zurückgedrängt nach Böhmen, hatte aber im gehobenen Mut durch die Siegesnachricht heftigen Widerstand geleistet und sich durch Umzingelung und Vernichtung des Korps Vandamne wieder freien Weg gebahnt. Die beinahe erschütterte Koalition der Verbündeten war wieder gefestigt. Ein preußischer Kriegsheld war im Marschall ,, Vorwärts" entstanden. Die Zuversicht der Preußen wuchs außerordentlich, während sie bei Napoleon und seiner Gefolgschaft sant. Vor Blücher bekam Napoleon einen ungeheuren Respekt. dönen Tages Dienftitelle un Wanderfahrten Orten Einbruc um es durch der Angeklagt eine jo hohe G ㄓ Keine D 1928 wurde f Maul- und F Die Ernt Die Stoppeln. Viele unserer nach dem Güd Jägers Ernte daß er es an Vor alle den Plan ru jchreibt die in Hubertus Noch wichtiger waren die strategischen Folgen des Sieges, Die Schlesische die meistens weniger hervorgehoben werden. Armee war frei geworden, hatte keinen nennenswerten Gegner mehr vor sich. Schlesien war befreit. Die Schlesische Armee tonnte nach Sachsen vordringen und Bautzen besetzen. Napoleon mußte sich zurückziehen nach Dresden, gefolgt von der Böhmischen Armee. Blücher, gestützt auf das strategische Genie Gneisenau, wendet sich nicht gegen Napoleon, sondern vollzieht seine Vereinigung mit der herankommenden Nordarmee, erzwingt bei Wartenberg den Uebergang über die Elbe. Damit tommt er von Norden und bedroht Napoleon nicht nur in der Flanke, sondern auch im Rücken. Napoleon muß sich nach Leipzig zurückziehen, wo er gegen die von Norden, Osten und Süden anrückenden Feinde in der Hoffnung eines siegreichen Durchbruchs nach einer Seite mit folgender Aufrollung der anderen Seite die Entscheidungsschlacht annimmt. Nur der Sieg an der Katzbach hat die Völkerschlacht bei licherseits vo legten Dritte ftand genom Wildart auf Für den Freuden: di noch in der Zeichen begi Zeitpunkt Die Br Blattjagd. Der H jezen noch, heze zu du Die E die Einzelf peln und Im 1 schnepfen gern dem Im L Man be Hähne. Leipzig e völlig a Führer Gneisena Prestiges trog der Kampf d mußte. Bild Wie steht die Leben. elektrisch und bra Fenster d ben ziehe flug. 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August 1928. peitere Geschäftsinhaber mit der modernen Ausgestaltung ihrer Schaufenster und Läden durch Umbauten beschäftigt. * Personalie. Strafanstaltsoberwachtmeister Ludwig Röder am hiesigen Landgerichtsgefängnis ist auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Dezember 1928 in den Ruhestand versett worden. * Ein tragisches Ende. Vergangenen Dienstag früh wurde auf dem hiesigen Viehmarkt der Viehhändler Hermann Mayer aus Gladenbach während des Handelsgeschäftes von einem Schlaganfall betroffen, der den sofortigen Tod zur Folge hatte. * Drei Jahre Zuchthaus. Das hiesige Bezirksschöffengericht verurteilte Dienstag einen Dienstknecht aus Deckenbach( Kreis Alsfeld) wegen einer ganzen Reihe von Einbruchsdiebstählen zu drei Jahren Zuchthaus. Der Verurteilte, der schon oft mit dem Gefängnis u. Zuchthaus Bekanntschaft gemacht hat, verließ eines schönen Tages nach seiner Entlassung aus der Strafanstalt seine Dienststelle unter Mitnahme eines Geldbetrages. Bei seinen Wanderfahrten in Oberhessen beging er dann in zahlreichen Orten Einbruchsdiebstähle, wobei er allerlei Gerät an sich nahm, um es durch Vermittlung gefälliger Leute zu vertreiben. Da der Angeklagte ein schwer rückfälliger Dieb ist, erhielt er jetzt eine so hohe Strafe. * Keine Maul- und Klauenseuche in Hessen. Am 15. August 1928 wurde festgestellt, daß sämtliche Kreise Hessens frei von Maul- und Klauenseuche waren. * Die Jagd im September Die Ernte der Halmfrüchte ist beendet, der Wind geht über die Stoppeln. Der Wald beginnt sein buntes Kleid anzulegen. Viele unserer gefiederten Sommergäste haben bereits ihre Reise nach dem Süden angetreten. Der Herbst naht und mit ihm des Jägers Erntezeit. Voraussetzung hierbei ist natürlich immer, daß er es an einer zielbewußten Hege nicht hat fehlen lassen. Vor allem ist es die Hühnerjagd, die den Jäger jetzt auf den Plan ruft. In weiser Erkenntnis der Verhältnisse so schreibt die in Köthen( Anh.) erscheinende Jagdwochenschrift St. Hubertus Der Heger hat man in diesem Jahre behörd licherseits von dem Rechte, die Jagd auf Rebhühner bereits im legten Drittel des August beginnen zu lassen, fast allgemein Abstand genommen und hat den Beginn der Schußzeit für die Wildart auf den 1. September oder auf noch später gesetzt. Für den Hochwildjäger bringt dieser Monat ganz besondere Freuden: die Hirschbrunst. Anfang des Monats steht der Hirsch noch in der Feiste. Mit der zweiten Hälfte jedoch äußern sich die Zeichen beginnender Brunft, die in manchen Gegenden um diesen Zeitpunkt bereits voll einsetzt. Die Brunstzeit der Rehe ist vorbei und damit auch die Blattjagd. Der Hase hat noch Schonzeit. Viele Häsinnen tragen und jezen noch, deshalb ist gelegentlich der Hühnersuche keine Hasenhehe zu dulden. Die Entenjagd wird fortgesetzt. Namentlich empfiehlt sich die Einzelsuche sowie der Anstand am Einfall an Teichen, Tümpein und Gräben. Im letzten Septemberdrittel beginnt der Rückzug der Waldschnepfen und damit die Herbstschnepfenjagd, die von vielen Jägern dem Frühjahrsschnepfenstrich vorgezogen wird. Im Laufe des Monats endet auch die Schonzeit des Fasans. Wan beschränke jedoch den Abschuß auf ausgefiederte junge Hähne. Leipzig ermöglicht. Dieser Sieg wurde von seinen Erkämpfern völlig ausgenutzt. Er riß die schwankenden und zaudernden Führer der anderen Heere mit, zwang sie zur Ausführung des Gneisenauschen Planes der Einkreisung Napoleons, der seines Prestiges halber, auf welchem für ihn alles aufgebaut war, trotz der Ungunst der Lage alles auf eine Karte setzend, den Kampf der Entscheidung über Sieg oder Untergang annehmen mußte. Bilder aus dem sommerlichen Köln. Von Ufer zu Ufer. Wieder hat ein Werkeltag begonnen. Ueber dem Pressa- Ufer steht die morgentliche Augustsonne. Die Kölner Seite ist voller Leben. Durch das Gewimmel der Uferstraße schrillen sich die elektrischen Schnellbahnen ihren Weg. Autohupen dazwischen und brandeiliges Dahinfligen schwerbeladener Lastwagen. Alle Fenster der spiggiebeligen Rheinfront sind schon geöffnet. Schwalben ziehen über die Dächer, proben ihren baldigen großen Abflug. Kinder spielen schon in der Gosse, lärmen auch durch die Seitengassen. In den Uferwirtschaften stehen die Bänke und Stühle auf den Tischen: der Boden wird gefegt. An den Theken aber werden die ersten ,, Körnchen" gekippt. Die Selterwasserbuden öffnen ihre grüngestrichenen Planken, weil die Sonne einen großen Dursttag verspricht. Menschen eilen in Scharen zu den Dampferanlegestellen. Hochbetrieb ist schon auf dem Rhein. Jn Strommitte zieht ein schwerer Schlepper fünf tiefliegende Ruhrkähne zu Berg. Man hört das Arbeiten der Maschine. Die Schaufelräder schla= gen wütend das Wasser und brummen wumm- wumm- wumm. Der Wellenberg ist hoch und brandet gegen die Flanken der Rähne, wo die braungebrannten Schiffer stehen und ein mäch#iges Steuerrad drehen. Weißgestrichene Dampfer liegen an den Landungsbrüden. Auf schiefer Ebene schreitet man hinab zu ühnen. Auf dem Verdeck ist es schon ein Jubeln der Stimmen, ein Winken von Fahnen und Wimpeln, und dazwischen schmettert Die Bordmusik ihre lustigen Weisen. Kleine Fährboote fligen 100n Ufer zu Ufer. Landungsstege werden fortgeschoben, und die * Schiffe setzen sich in Bewegung. Von Groß- Santt- Martin schlägt es 8 Uhr. Auf dem Rhein ist immer Sonntag. * Im Schatten des Pressa- Turmes. Drüben liegt die Pressa, ein Märchen der Neuzeit. Zwei Brücken führen zu ihr hinüber. Wie zwei kühne Springer sind sie, die Brücken, oder wie zwei Arme von Stahl und Eisen. Tief unten fließt der Rhein, grünlich, von Sonne durchleuchtet. Vor den Brückenpfeilern staut sich das Wasser, gurgelt und dreht sich 11 Gießener Zeitung" Aus Nah und Fern. Schotten. Der Lehrer i. R. Lind in Rudingshain konnte dieser Tage das seltene Jubiläum seines dreißigjährigen Wirkens als Obmann des Bezirkslehrervereins Schotten begehen. Lehrer Lind ist als Vorstandsmitglied des Gesamtvorstandes des Vogelsberger Höhenklubs und Schriftleiter der Zeitschrift ,, Frischauf" dieses Vereins sowie als Mitglied des Vorstandes des hessischen Landeslehrervereins weithin bekannt. Darmstadt. Unter dem Vorsiz des Ministers Leuschner fand Mittwoch nachmittag im Ministerium des Innern unter Teilnahme von Vertretern der zuständigen Ministerien, der Stadt Darmstadt, der Technischen Hochschule und von Luftfahrtinteressenten eine Besprechung mit dem Vertreter der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt, Dr. ing. Schrent, statt, die die Verlegung des Höhenforschungsballons„ Bartsch von Sigsfeld" nach Darmstadt zum Gegenstand hatte. Die Aussprache führte zu einer grundsätzlichen Einigung, sodaß damit gerechnet werden kann, daß das Abkommen die Billigung aller beteiligten Stellen finden wird. Das Zustandekommen des Vertrages ist für die Teanische Hochschule, besonders die Lehrstühle für Luftfahrt und Meteorologie von größter Bedeutung. Rüsselsheim. Die Umwandlung der Opelwerke dahier in eine Aktien- Gesellschaft steht nach einer Betätigung der Verwaltung der Werke jetzt bevor. Die Verhandlungen sind im Gange und soll das Aktienkapital auf 50 Millionen Mark festgesetzt werden. Michelstadt i. Odw. Jm Bergstadion soll am Sonntag das Kurtheather eröffnet werden. * Vor der Einigung im Dillenburger Lohntonflikt? Dillenburg. Nach langwierigen Verhandlungen einigten sich die Partenvertreter auf Vorschläge, zu denen sich die Parteien bis Samstag erklären sollen. Nehmen die Parteimitglieder diese Vorschläge an, so kann damit gerechnet werden, daß bereits Anfang nächster Woche die Arbeit wieder aufgenom= men wird. Wie wir von gewerkschaftlicher Seite erfahren, haben die Arbeitnehmerorganisationen die getroffenen Vereinbarungen bereits angenommen. Es wird außerdem erwartet, daß auch die Arbeitgeber, die am Samstagvormittag zusammentreten, die Vereinbarungen annehmen werden. Dillenburg. Wie das Reichsbahnbetriebsamt Siegen mitteilt, ist der D- 3ug 82 Hagen- Gießen- Frankfurt von einem Der mit Schiebe- Lokomotive verkehUnfall betroffen worden. rende D- Zug kam vor dem auf Halt stehenden Einfahrtsignal des Bahnhofs Welschenennest zum Halten. Aus bisher ungeklärter Ursache vollzog sich dieses Halten mit einem starken Ruck, daß fünf Reisende des D- Zuges Verletzungen davongetragen haben. Frankfurt a. M. Zur Hebung der Wohnungsnot soll der Wohnungsbau auf 2000 Wohnungen jährlich gesteigert werden. Der 100 000. Kurfremde in Wiesbaden. Ein Beweis für die Stärke des diesjährigen Fremden besuches in Wiesbaden ist, daß es früher als sonst den 100 000. Kurfremden empfangen konnte! Es ist dies ein Deutsch- Amerikaner, Herr Georg Schmitt und Gattin aus Brooklyn. Die Kurverwaltung brachte den Gästen eine besondere Ehrung dar, indem sie neben einem Rosenstrauß eine kunstvoll gearbeitete Porzellanvase sowie eine Ehrenfurkarte für die ganze Dauer des Wiesbadener Aufenthaltes überreichte. in mächtigen Wirbeln. Wie Striche gleiten Faltboote vorbei. Die Personendampfer schaufeln sich einen Weg durch grüne Wellen und weißen Gischt. Dann ist man drüben, auf der PressaSeite. Feierlichkeit ist hier und stimmungsvolle Sonntagsruhe. Kein Fuhrwerkhasten, kein werktäglich Tun. Nur das PressaBähnchen erlaubt sich ein wichtigtuerisches Schnaufen, ein lautes Pfeifen. Kann sich das erlauben, weil es das Hätschelkind ist, das vielbesuchte, vielbenutzte Pressa- Bähnchen. Ueber dem Ganzen, beide Ufer beherrschend, geruhsam, himmelanstrebend, stehen die beiden Domtürme. Hoch sind die Säle der Pressa, weit und ohne Ende. Die Ein Gutseleve steckt ein Gut in Brand. Nr. 67. In Benterode, einem Dorfe bei Kassel, stedte der Gutseleve R. den Gutshof der Witwe Fid in Brand. Das große Wohnhaus, zwei Scheunen und mehrere Stallgebäude wurden mit den gesamten Vorräten eingeäschert, obwohl die Löschmannschaften von zehn Dörfern sich um die Bekämpfung des Feuers bemühten. Der Brandstifter ist in dem allgemeinen Tumult entkommen. Große Unterschlagungen der städtischen Kassen in Kreuznach. Aus Kreuznach wird gemeldet: Zwei städtische Beamte, ein Obersekretär vom Wohlfahrtsamt und ein Oberinspektor von der Stadtkasse, wurden vor einigen Tagen wegen Unterschlagung verhaftet. Eine Prüfung hat ergeben, daß der Obersekretär Morig rund 100 000 M. und der Inspektor rund 50 000 M. unterschlagen hat. Beide hatten eine Villa und lebten auf großem Fuße. Eisenach. Das Eisenacher Stadttheater kann dieses Jahr auf ein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Es wird aus diesem Grunde jetzt vollständig renoviert. Neue Bücher. Scherer, Peter, Jm alten frohen Rheingau. Im deutschen Straßburg. Bilder und Erlebnisse. Mit Titelbild. Freiburg im Breisgau 1928, Herder. In Leinwand 3,80 M.- Ein alter Rheingauer aus dem weinberühmten Johannisberg erzählt Geschichten von seiner Jugend, die um mehr als zwei, Menschenalter zurüdliegt; er erzählt sie so lieb und launig und mit einer so glücklichen Mischung von Ernst und Humor, wie nur einer erzählen kann, dem Kopf und Herz ganz jung geblieben sind. Da stehen, mit scharfem Blick und liebender Hand gezeichnet, Typen und Originale vor uns, die den Charakter des Rheingauer Völkchens besser erkennen lassen, als gelehrte volkskundliche Abhandlungen. Wie frohsinnig, mutterwizig, wie einfach ihr Leben. Warm und heimelig wird dem Leser in ihrer Gesellschaft zumute. Dazu schenkt uns Scherer noch sechs Bilder aus seinen Studienjahren an der jungen Straßburger Hochschule und aus seinem Amtsleben im deutschen Elsaß: töstliche Ausschnitte aus einer nunmehr zur Episode gewordenen Vergangenheit. Wer in der Hetze des Lebens ein paar stillfrohe Stunden haben, wer Herz und Gemüt erquicken will, der greife zu diesem„ Alten Johannisberger". Er ist ein Sorgenbrecher gleich den abgelagerten feurigen Kabinettsweinen seiner gesegneten Heimat. * Neue Wege im Motorenbau: Betrachtungen über die JunkersGegenkolben- Zweitaktmaschine. Verlag Deutsche Motor- Zeitschrift, Dresden- A 19. Preis M. 0,60( Voreinsendung) bezw. M. 0.99( Nachnahme). Besonders wegen des niedrigen Brennstoffverbrauchs scheinen diese Motoren berufen, auch auf dem Verfehrsgebiet noch eine große Rolle zu spielen. Daneben macht die Schrift auf mancherlei wichtige technische Fortschritte im Bau von Motoren und Kraftfahrzeugen aufmerksam. - Als Monatsschrift für Geschmadspflege hat sich die in der Westfälischen Buch- und Kunstdruckerei Gustav Thomas in Bielefeld erscheinende Zeitschrift„ Die schöne Frau", die bereits im 3. Jahrgang ist, einen festen Platz unter den modernen illustrierten Zeitschriften erobert. Die Zeitschrift ist nicht einseitig als Frauenorgan aufzufassen, vielmehr stellt sie diejenige Frau, die nach jeglicher Geschmacksveredlung strebt und sowohl die Schönheit der äußerlichen Linie wie die des Gemüts- und Seelenlebens zu fördern sucht, in den Mittelpunkt ihrer redaktionellen Bestrebungen. Verantwortlich: Paul Chrißian klein in Gießen. bilden sich die riesigen, Leuchtbuchstaben nach, unermüdlich, Worte, Sätze, Anpreisungen. Auf dem Pressa- Turm dreht sich der Scheinwerfer, treisen mit weitausholenden Kehrbewegungen drei dünne Strahlen, wollen die Nacht wegjegen. Aber es ge= lingt ihnen nicht, gleich hinter ihnen schlägt die Dunkelheit wieder zusammen. Darum lommen sie wieder, immer wieder, die fegenden, kehrenden, unermüdlichen Strahlen. Schon haben sich die Kölner aufgemacht, den schönen Abend zu genießen. Auf den Brücken formen sich endlose Reihen. Hochbetrieb an allen Kassen der Pressa. Die Drehkreuze an den Sperren fnarren ohne mit Hallen, Gänge und Häuser haben lebhaften Besuch. Man schreitet voller Belegung hin zum Bergnügungspart. Alle Wege, alle dieje feierlich wie auf Gummisohlen. Rote Läufer dämpfen überall die Schritte der unzähligen Menschen. Das Auge vermag taum die Fülle der Eindrücke zu fassen. Man fühlt sich ermüdet vom Sehen und Wandeln. Bald ist es die beschauliche Ruhe des Museumsbaues, bald die geräuschvolle Unrast der gewaltigen Räume, wo neuzeitliche Rotationsmaschinen rasen. Zahlreich gehen die Besucher, meist gruppenweise, unter Führung erfahrener Erklärer. Die Säle sind fühl, sonnengeschützt. Draußen aber liegt die Hize über den breiten Straßen u. Wegen. Sprengwagen fligen ohne Unterbrechung auf und ab, hin und her. Die Sonne malt lebhafte Farben, läßt das Rot der Klinkerwände leuchten, das Weiß des Museumsbaues strahlen. Jm satten, ge= pflegten Grün der Anlagen findet das Auge einen Ruhepunkt. Hunderttausend Blumen duften föstlich. Aus den verschiedenen Restaurationstüchen der Pressa weht ein würziger Geruch, der die hungrigen Pressa- Besucher auf die schattigen Terrassen lockt. Bon drüben her wehen die Mittagsgloden ihren Ruf über Dächer und Strom. Wunder des Lichts. Zu Ende der Werteltag. Das eilige Streber: der unzähligen Lastwagen hat aufgehört. Die Sonne hat sich irgendwo hinter dem Häusermeer versteckt, ist verschwunden. Schon treffen die ersten Personendampfer wieder ein. Die Menschen sind sonnenbraun, haben die Freude in den Augen. Sportfahrzeuge eilen zu den Anlegeplägen. Musikkapellen spielen. Das Schlagen der großen Trommeln und das Toben der Bässe schallt über den Strom. Straßenbahnen sind schon erleuchtet, und vom Hauptbahnhof herüber winken die bunten Signale und Weichenlichter. Abendzüge donnern über die Hohenzollernbrüde, geräuschvolle Schlangen, mit Licht gesprenkelt. Rudweise blitzt die Straßenbeleuchtung auf. Sofort ist der Strom dunkel, fast schwarz. Die Lichter legen tausend Brüden über die dunklen Wasser, breite, gepflegten Straßen sind voller Menschen und Bewegung. Der Pressa- Leuchtbrunnen stäubt seine Kühle auf die Vorübergehenden, lockt mit herrlichen, ständig wechselnden Farben. Die Pressa- Kapelle schmettert ihre Weisen, und die Menschen sitzen ringsum, fosten die liebliche Ruhe, die Erholung nach des Tages Hize und Mühe. Sie alle haben jetzt Sonntag, für Stunden wenigstens. Vom Vergnügungspark jubelt und schallt es herüber. Da flammt auf dem anderen Ufer die Dombeleuchtung auf und das Lichtmärchen der taghellen Rheinfront. Giftgrün stehen die Uferbäume. Ihre Schatten sind scharf umrissen. Man sieht teine Dächer mehr, nur noch die bunten, romantischen Fronten. Groß- Santt- Martin steht wie ein hoher Wächter über dem Gewimmel der Spiggiebel. Weiter zurüd leuchtet der Rathausturm auf, und wie ein lichterfüllter Weihnachtsbaum streben die beiden von innen und außen erhellten Domtürme empor. Man kann sich nicht müde sehen am weltbekannten Kölner Lichtwunder. Lampengirlanden schwingen sich über die Hohenzollernbrüde zeichnen die Bogen und Rundungen in die Nacht. Bis dann mit dem Schlage Mitternacht, alle diese Herrlichkeit jäh verlöscht. Drunten aber, im Vergnügungspark lodt die Helligkeit noch lange weiter, verlängert das Lichtmärchen der Augustnacht. Warum ewig in Miete wohnen? Wenn man durch Erwerb eines Baufparbriefes der G. d. J. für das Geld, das man Jonlt jährlich an Miete zahlt, fich ein freies Eigenheim Ichaffen kann. Unkündbares Baugeld schon ju 4% 3ins. Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sparers in kürzerer oder längerer Zeit, u. U. Schon in 1%, bis 2 Jahren, zum Eigenheim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkalle der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Würt. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben. gelbe zitternde Goldbrüden. Um die Dächer und Mauern der Feder Pressa laufen die elektrischen Lampen, bilden unendliche Perlenschnüre, und auf den Reklamegiebeln der Zeitungsstraße rennen Jeder Familie ein Eigenheim! J& Jahren an 8286 Bausparer 36,7 Mi Raat, zugeteilt. Samstag, den 25. August 1928. ,, Gießener Zeitung" Nr. 67. Ein weitblickender Gefchäftsmann foll feine Zeitungsreklame nicht einfchränken Das Publikum merkt gar rasch einen solchen Rückgang und schließt daraus auf einen Rückgang der Firma! Es ist auch wichtig, dass die Reklamen und Anzeigen nicht immer in ein- und derselben Zeitung veröffentlicht werden. Die Anzeigen den verschiedenen Zeitungen wechselweise und damit allen Bevölkerungskreisen zu lesen gegeben, das gibt dem Geschäftsmann weit eher die Möglichkeit, neue Kunden zu werben, oder eine Ware etc. gründlich anzubieten. Wer inserieren muss, benutze deshalb auch nachstehende Zeitungen: ,, Hess. Hausbesitzer- Zeitung" Auflage 12100 ,, Gießener Zeitung" ,, Hessischer Kamerad" ,, Allgem. Hess. Sportzeitung" Auflage 51500 ,, Hess.Handwerk u. Gewerbe" Auflage 36700 200000 Zeitungen in über 1000 Orten werden monatlich im Volksstaat Hessen und angrenzenden Gebieten durch meinen Verlag zuverlässig verbreitet. Wer von einer Stelle aus eine Sache weitest bekannt geben will, der wende sich umgehend an die Geschäftsstelle ALBIN KLEIN, GIESSEN Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller, gegründet 1783 Spezialdruckerei für Geschäfts- und Vereinsdrucksachen Rotations- und Setzmaschinenbetrib Südanlage 21 Fernsprecher 2525 u. 2526 Häßlicher Zahnbelag entstellt das schönste Antlig. Uebler Mundgeruch wirkt abstoßend. Beide Schönheitsfehler werden gründlich beseitigt oft schon durch einmaliges Buzen mit der herrlich erfrischend schmedenden ChlorodontZahnpaste Die 3ähne erhalten darnach einen wundervollen Elfenbeinglanz, auch an den Seiten flächen, besonders bei gleichzeitiger Benutzung der dafür eigens tonstruierten Chlorodont- Zahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt. 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