Nr. 92 Lub von Deutsch Fahrer. land und dem gemeinschaft ge torradfahrenden die Möglichkeit onalen Wettbe verschaffen, die gliedern bietet. B dieser beiden die Entwidlung Radfahrer. Saue für Gonn Die Versamm Itung des Ama Furter Beschlüsse Deutsches Haus in Zukunft die acher von Mölnehmen am 14. aftsrennen für ze in Chemnik auch dem deut hängt, ein wür Weinkalender, rs nach Art der allen Freunden Sewerbe, die mit Runst, Dichtung Gaue. Der Ka an Rhein und in den Weinn das Labyrinth durch jede gute .75. Buch- und chen. ifmalspflege in gang mit zahlgsbuchhandlung hgeschmüdt mit e Jahrbuch, des Chr. Rauch in Seffenlande wird ner Form darge ermöglicht. eine Einführung ner und Hedwig en Schriftproben, Frankfurt a. M. ftliche Disziplin Sandschrift eines Kenntnis dieser Das Buch gibt in die Kunft der En in Gießen. T jezt zu eiträgen, und Ver Verandie Enden. e 21 der eilrahlo ung rate 50 atalog kosterias aginu str.26 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Reichspräsident von Hindenburg hat an den Präsidenten der argentinischen Nation zu seinem Amtsantritt ein Glüd: wunschtelegramm gerichtet. Präsident Yrigoyen hat mit herzlichen Worten des Dantes erwidert. * Die deutsche Delegation für die Wirtschaftsverhandlungen mit Rußland ist unter Führung von Ministerialdirektor Posse am Donnerstagabend nach Moskau abgereist. Die Delegation hat die Aufgabe, die seinerzeit wegen des Ingenieurprozesses abgebrochenen Verhandlungen wieder aufzunehmen. * Der Reichsbahnoberrat Schulze vom Eisenbahnzentralamt wurde Donnerstag vormittag nach mehrwöchiger Verhandlung von der gegen ihn erhobenen Anklage der Bestechung freigesprochen. Bei der Moskauer Handelskammer für die westlichen Län: der ist eine deutsche Abteilung gegründet worden. Dem Vor: stande gehören elf russische und fünf deutsche Mitglieder an. Der Berichterstatter der Finanzkommission der französischen Kammer stellte die Forderung nach fünfzig deutschen Jahresleistungen von je 2,5 Milliarden Mark auf. * Einflußreiche Kreise der amerikanischen Delindustrie beabfichtigen, auf der nächsten Sigung des American Petroleum: Institutes Präsident Coolidge den Vorsitz des Institutes anzutragen. * Die technische Arbeitergewerkschaft und die Schiffsbauge: werkschaft in England haben beschlossen, die deutschen Metallarbeiter zu unterstützen. Der Inhalt des deutschen Reparationsmemorandums. Das Memorandum der Reichsregierung über die Reparationsfrage steht unmittelbar vor der Fertigstellung, nachdem die Besprechungen zwischen den beteiligten Stellen zum Abschluß gekommen sind. Es wird am Sonnabend in den Händen der fünf Regierungen sein, denen es auf demselben Wege zur Kenntnis gebracht werden soll, auf dem der deutschen Regie: rung von den Memoranden der Gläubigerregierungen Mitteilung gemacht worden ist. Der sachliche Inhalt dieses Memorandums wird sich im wesentlichen an die Darstellungen des Außenministers in der außenpolitischen Aussprache im Reichs= tag anschließen. Es wird darin besonders zum Ausdruck gebracht werden, daß nach deutschert Auffassung im Vordergrund der Kommissionsarbeit zunächst die Frage der deutschen Leistungsfähigkeit stehen müsse, nach deren Prüfung und Untersuchung erst konkrete Vorschläge der Sachverständigen erfolgen fönnten. Es ist sehr wahrscheinlich, daß in dem deutschen Memovandum auch auf die Notwendigkeit des baldigen Zusammentritts der Sachverständigentommission hingewiesen werden wird, der nicht nur im Interesse Deutschlands, sondern zum minde sten ebensosehr in dem seiner Gläubigerstaaten liege. Die Tarifverträge. Der Arbeitgeberverband der mitteldeutsch. Metallindustrie hat den am 31. Dezember ablaufenden Tarifvertrag mit dem Metallarbeiterverband gekündigt. Zur Begründung weisen die Arbeitgeber darauf hin, daß die Rentabilität der in Frage kommenden mitteldeutschen Betriebe schon im Vorjahre sehr schlecht gewesen sei. Sie erklären sich aber bereit, den jetzt ge= fündigten Tarifvertrag zu erneuern und auch über den 31. Dezember hinaus in Geltung zu lassen, sofern der Vertrag für eine längere Zeit und zu denselben Sägen abgeschlossen wird. Das Gebiet des mitteldeutschen Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie erstreckt sich über die Provinz Sachsen und über den Freistaat Anhalt. Wie wir noch weiter hören, werden auch in anderen Bezirken des Gesamtverbandes der Deutschen Metallindustrie die Tarifverträge gekündigt werden, soweit sie am 31. Dezember ablaufen. Das betrifft die Gebiete Hannover, Braunschweig, Hamburg- Land und Kiel- Land. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Bostschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 24. November 1928 Am 5. Dezember ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 93 weil diese Einheitswerte die Grundlage für die Vermögens: besteuerung bilden. In Zukunft soll auch die Realbesteuerung Wahl des Bundespräsidenten in Desterreich. auf diese Werte aufgebaut werden, deswegen kommt ihnen be= Da der Vorschlag des Bundeskanzlers, die Amtsdauer des amtierenden Bundespräsidenten Hainisch zu verlängern, von den Sozialdemokraten abgelehnt worden ist, hat der Bundespräsident auf Antrag der Bundesregierung die Bundesversammlung zur Wahl des Bundespräsidenten auf Mittwoch, 5. Dezember einberufen. Der englische König erkrankt. London. Nach einem gestern morgen herausgegebenen of= fiziellen Bulletin leidet König Georg an einer leichten ,, Kongestion" des einen Lungenflügels. Nach dem am Freitagmittag ausgegebenen ärztlichen Bulletin über das Befinden des Königs von England ist eine ge= ringe Ausbreitung der Kongestion in der Lunge zu verzeichnen. Temperatur 38,3. Die Aerzte haben einen großen Teil des Vormittags im Buckingham- Palast verbracht. sondere Bedeutung zu. Der Einheitsbewertung ist, wie bei früheren Veranlagungen, der Wehrbeitragswert aus dem Jahre 1913 zu Grunde gelegt. Während bei den früheren Veranlagungen die Mietwohnhäuser durchweg mit 45 Prozent dieses Wehrbeitragswertes angesetzt wurden, sind nunmehr die Hauswerte je nach der Größe der darin befindlichen Wohnungen gestaffelt. Aber auch die Werte der Einfamilienhäuser und der Geschäftshäuser sind gegen die letzte Veranlagung nicht unwesentlich erhöht ( Verordnung des Reichsfinanzministers die Einheitsbewertung und Vermögenssteuerveranlagung 1928 vom 9. Juli 1928). Wir haben diese Verordnung in Nr. 12 S. 179 ff. der ,, Sessi= schen Hausbesitzer- Zeitung" vom 20. Juni 1928 zum Abdruck ge= bracht. Danach sind Villen bei einem Wehrbeitragswert von mehr als 100,000 Mt. mit 70% bei einem Wehrbeitragswert üb. 60.000 bis 100.000 Mt. m. 75% und bei einem Wehrbeitragswert bis zu 60 000 Mt. mit 80% des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Geschäftsgrundstücke, sofern sie der Raumfläche Jeder englische Soldat muß fliegen fönnen! ihrer Gebäude nach überwiegend Fabrikgrundstücke oder LagerDas britische Kriegsministerium veröffentlicht eine Verfügung, wonach Offiziere und Mannschaften der Armee in Zukunft verpflichtet sind, soweit das förperlich möglich ist, sich einem Flugkursus zu unterziehen. Die Absicht geht dahin, alle Mitglieder der Armee flugtechnisch so weit auszubilden, daß sie in der Lage sind, gelegentlich Flüge zu unternehmen. Entspre= chende Anweisungen sind an alle Teile der Wehrmacht zu Lande und zur See ergangen. Der hessische Innenminister in der Enklave Steinbach. Steinbach. Als Antwort auf den einstimmigen Beschluß des Gemeinderats, die hessische Enklave Steinbach von dem unnatürlichen Zustande zu befreien, unter dem sie, getrennt von Hessen, leidet, sprach vorgestern Minister Leuschner in einer öffentlichen Versammlung. Wohl alle hatten erwartet, daß Hes= sen das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinden achten, und, wenn auch vielleicht unter schwierigen Verhandlungen mit Preußen, den Versuch machen würde, Steinbach gegen ein entsprechendes Aequivalent einzutauschen. Steinbach das diesen vernünftigen Beschluß gefaßt hat, soll aber warten, bis die große Verwaltungsreform im Reiche zur Wirklichkeit wird. Erst im Schlußwort erklärte der Herr Minister sich bereit, falls Preußen wegen der Enklaven an Hessen herantreten sollte, Steinbach als Tauschobjekt im Auge zu behalten. Hessische Verwaltungsreform. Mainz. Zu einer gemeinsamen Aussprache traten kürzlich Vertreter der Hessischen Handwerkskammer, der Hessischen Land| wirtschaftskammer und des Hessischen Industrie- und Handelsfammertages zusammen. Im Mittelpunkt der Erörterungen standen die Fragen der Reichs- und Verwaltungsreformen, sowie des Verhältnisses zwischen Handel und Genossenschaften, insbesondere zu den landwirtschaftlichen. Ueber den heutigen Stand der Frage der Reichs- und Verwaltungsreform berichtet Generaldirektor Dr. Hamann von der Hessischen Land wirtschaftskammer in Darmstadt. In eingehender Aussprache wurde übereinstimmend die Auffassung vertreten, daß ungeachtet der Notwendigkeit einer Reichsverwaltungs- und Reichsverfassungsreform eine Reform der Verwaltung Hessens baldigst Platz greifen müsse. Als besonders wichtig wurde hierfür der Bericht des Sparkommissars über die Verhältnisse in Hessen angesehen, dessen baldige Veröffentlichung von allen Seiten als dringend erwünscht bezeichnet wurde. Ueber das Verhältnis der landwirtschaftlichen Genossenschaften zum Handel berichtete Dr. Charisse von der Industrie- und Handelstammer in Mainz. In der eingehenden Aussprache ergab sich der einmütige Wille der Vertreter der drei Berufsvertretun gen, unter Anerkennung der Berechtigung beider Wirtschaftsformen und im gegenseitigen Verständnis, etwaige Differenzen, die sich zwischen Handel und Genossenschaften ergäben ,, zu beseitigen. Schon diese erste Zusammenkunft zeigte, daß solche persönlichen Aussprachen von Vertretern verschiedener BerufsNeue Verhandlungen in Düsseldorf geplant. gruppen durchaus geeignet sind, gegenseitiges Verſtändnis für Die Lage in der Gruppe Nordwest ist unverändert. Die Verhandlungen ruhen vollständig. Es ist aber zwischen den beiden Parteien eine Vereinbarung getroffen worden, wonach unmittelbar nach Fällung des Urteils durch das Landesarbeitsgericht Duisburg die weiteren gemeinsamen Verhandlungen sofort wieder aufgenommen werden sollen. Gegen das Deutschtum in Sirol. Nachdem sich die deutschen Seelsorger geweigert hatten, den Religionsunterricht in der den Schülern völlig unverständl. italienischen Sprache zu erteilen und den Religionsunterricht in die Kirchen verlegten, wo ihnen die Anwendung der deutschen Sprache gestattet ist, erging nun an alle südtiroler Schulleitungen ein amtlicher Erlaß, den Religionsunterricht nur nach dem vom Ministerium aufgestellten Programm und natürlich in italienischer Sprache zu erteilen. die Interessen jeder Berufsgruppe zu wecken und somit der gesamten deutschen Volkswirtschaft in schwerer Zeit zu nügen. Die Einheitswertbescheide für 1928 und deren Nachprüfung. Zur Zeit werden den Steuerpflichtigen die auf Grund der in diesem Sommer abgegebenen Steuererklärung neu ermittelten Einheitswerte zugestellt, die den meisten Steuerpflichtigen, soweit sie Hausbesizer sind, die überraschende Tatsache mitteilen, daß sie wieder um so und so viel ,, reicher" geworden sind. Dieser Reichtum, der vorläufig nur auf dem Papier steht, eilt in sehr vielen Fällen den vielleicht eintretenden Fällen voraus. Der Steuerpflichtige hat an diesem Zuwachs kein Interesse, er hat davon nicht einmal Nutzen, da sich dieser angebliche Zuwachs in den meisten Fällen nicht realisieren läßt. Interesse an einer Höherschätzung des Grundbesizes hat einzig nur das Reich, häuser darstellen, sind mit 70 Prozent, im übrigen mit 80 Pro3. des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Für Geschäftsgrundstücke mit überwiegend neuzeitlicher Einrichtung erhöht sich der Be= wertungssatz um 5 Prozent des Wehrbeitragswertes, für solche mit überwiegend veralteter Einrichtung ermäßigt er sich um 5 Prozent. Desgleichen sind noch Erhöhungen bezw. Ermäßigungen um je 5 Prozent vorgesehen für gute und schlechte Lagen und für besonders schlechte Lagen Ermäßigungen um 10 Prozent.. Für Grundstücke, die sowohl Wohn- wie auch gewerblichen Zwecken dienen( Wohnhäuser mit Läden, Büros usw.) wird, vorausgesetzt, daß die eine oder die andere Benutzungsart 20 Prozent des Gebäudes überschreitet, der Wert getrennt ermittelt. Werden für die eine oder andere Benutzungsart 20 Prozent nicht überschritten, so wird dieser kleine Teil dem anderen überwiegenden Teil zugerechnet und nach den dafür in Betracht kommenden Bewertungssägen bewertet. Die Verteilung bei gemischter Benutzung ist nach dem Wertverhältnis vorzunehmen, an dem die einzelnen Teile des Grundstücks am Feststellungszeitpunkt( 1. Januar 1928) zu einander stehen. Dabei ist insbesondere auf die aus den einzelnen Teilen erzie!- bare Jahresrohmiete abzustellen. Mietwohngrundstücke sind, wenn sie der Raumfläche ihrer Gebäude nach überwiegend Wohnungen von nicht mehr als 2 Wohn-( Schlaf-) Räumen enthalten mit wenn sie überwiegend Wohnungen von drei oder vier Wohn( Schlaf-) Räumen enthalten mit und im übrigen mit 45% 50% 60% des Wehrbeitragswertes zu bewerten. Mietwohngrundstücke, die sämtliche oben bezeichneten drei Wohnungsgrößen aufweisen, ohne daß sie die eine oder andere überwiegt, sind mit 50 Prozent zu bewerten. Mietwohngrundstücke sind, sofern sie Villencharakter tragen, ohne Rücksicht auf die Größe der Wohnungen, mit 60 Prozent zu bewerten. Für gute und schlechte Lagen sind Erhöhungen bezw. Ermäßigungen von 5 Prozent vorgesehen, für besonders schlechte Lagen treten Herabsetzungen um 10 Prozent des Wehrbeitragswertes ein. Als Mietwohngrundstücke gelten alle bebauten Grundstücke, die nicht als Villen oder Geschäftsgrundstücke anzusehen sind. Die Ausführungsbestimmungen des Landesfinanzamtes Darmstadt vom 12. Juli 1928 haben wir in Nr. 15 unserer Zeitung vom 5. August 1928 S. 233 zum Abdruck gebracht. Dieselben befassen sich mit den Höher- und Geringerbewertungen. Danach kommen die erhöhten bezw. ermäßigten Bewertungssäge für Villen in besonders guten oder schlechten Lagen nur für die Gemeinden Darmstadt, Gießen und Offenbach in Betracht. Die Berücksichtigung besonders guter oder schlechter Lagen bei Geschäftsgrundstüden tommt in Betracht in den Gemeinden Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms. Die Zu- bezw. Abschläge für besonders gute oder schlechte Lagen bei Mietwohngrundstücken kommen in Betracht in den Gemeinden Darmstadt, Gießen und Offenbach.( Bezüglich der Berücksichtigung der Städte Mainz und Worms schweben zur Zeit Verhandlungen mit der zuständigen Behörde.) Als schlechte und besonders schlechte Lagen gelten insbesondere die Altstadtteile dieser Städte. Diese Bestimmungen finden auch Anwendung auf die Grundstücke, die teils Wohn- teils Geschäftszwecken dienen. Für die sämtlichen Grundstücksgruppen in der Gemeinde Wimpfen ist ein Abschlag von 10 Prozent des ermittelten Gesamtwertes vorgesehen. Dieselbe Vergünstigung wird den sämtlichen im im be= setten Gebiet liegenden Grundstücksgruppen zu Teil Besondere Vergünstigungen genießen noch die Grundstücke, deren Erhaltung im öffentlichen Interesse liegt. Wir verweisen dieserhalb auf die auf Seite 181(§ 27) dieses Jahrgangs unserer Zeitung abgedruckten gesetzlichen Bestimmungen. Wegen der nicht zwangsbewirtschafteten Grundstücke( Neubauten) verweisen wir auf Seite 182 und 233 unserer Zeitung von 1928. Aus dieser ziemlich schematischen Bewertung ergeben sich vielfach Grundstückswerte, die heute und auch in der nächsten Zeit den Verkehrswert erheblich übersteigen. Die Werte der Häuser richten sich keineswegs nach der Größe der darin befindlichen Wohnungen. Die Lage des Objektes und die Zahl Samstag, den 24. November 1928 der Wohnungen ist auf den Verkaufswert von großem Einfluß. Unsere Organisation hat bereits eine Herabsetzung der Bewertungssätze beim Reichsfinanzminister durchgesetzt, der noch höhere Bewertungssätze vorgesehen hatte. Es geht nicht an, die Hauswerte z. B. von Berlin mit denen in Darmstadt oder Worms gleichzustellen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß die Hauswerte in den Städten an denen der Vorkriegszeit gemessen, wesentlich hinter denen auf dem Land zurückstehen. In den Städten ist es so: Je mehr Wohnungen in einem Hause sich befinden, desto geringer ist der Kaufpreis, weil niemand die Laſten eines großen Miethauses auf sich nehmen will. Eine Berücksichtigung aller dieser Umstände kann nur im Einspruchswege erfolgen. Der Einspruch ist innerhalb eines Monats, vom Tage der Zustellung des Einheitswertbescheides an gerechnet, beim zuständigen Finanzamt mit Begründung einzureichen. Zur allgemeinen Orientierung sei bemerkt, daß der Abzug der Schulden mit der Einheitsbewertung nichts zu tun hat. Der Schuldenabzug erfolgt erst bei der Feststellung des Vermögenssteuerwertes. Es sehe sich jeder seinen Einheitswertbescheid genau an, wenn die Frist verstrichen ist, ist der Schaden nicht mehr zu reparieren. Insbesondere vergleiche man, ob der angenommene Wertsat richtig ist. Handelt es sich um Gebäude mit Wohnungen und Geschäftsräumen prüfe man nach, ob die Verteilung richtig stattgefunden hat. Wir haben wiederholt festgestellt, daß bei gemischten Grundstücken der auf Geschäftszwecke entfallende Teil zu hoch angenommen wurde. Teilweise rührte das aber daher, daß der Steuerpflichtige bei Abgabe der Steuererklärung bei gleichzeitiger Vermietung von Laden und Wohnung die für beide gezahlte Miete als Geschäftsmiete angegeben hatte, anstatt die Wohnungsmiete von der Gesamtmiete zu trennen. ,, Gießener Zeitung" Lofales. Sonntagsgedanken. Heute ist Totensonntag. Laßt uns heute hinauswandern in den großen, weiten Weltfriedhof, dessen Gräber man im großen Weltkrieg schaufelte. Nur in Gedanken können wir dorthin gehen, unerreichbar liegen sie fern draußen in fremden Landen. Sie, die ihre Heimat so geliebt haben und für diese gestorben sind, müssen in fremder Erde ruhen. Und andere deckt die weite Fläche der Meere, von anderen wieder wissen wir kein Grab mißt- verschollen.- ver= So wollen wir im Geiste heute die Gräber unserer Helden suchen, auf der blutgetränkten Erde Frankreichs, droben bei Ypern und Arras, bei Verdun und in Flandern, drüben auf den waldigen Höhen der Vogesen oder in Polen und Rußland, auf den Schneebergen der Alpen oder das feuchte Grab suchen im weiten, weiten Meere. Da liegen sie alle in friedlicher Ruh', Freund und Feind, alle neben einander. Jm großen Massengrab wurde erst Friede unter ihnen. Vor unserem geistigen Auge erscheint wieder das große deutsche Heer und aus diesem heraus so manch ein liebes Gesicht. Vater Gatte Bruder Freund. Laßt ihnen allen wieder danken, Deutschlands Helden, die ihr Leben gaben für die Heimat. Es ist das, wie ja aus den obigen Bewertungssäten hervorgeht, insofern von oft erheblicher Bedeutung, als der auf Geschäftszwecke entfallende Teil höher zu bewerten ist. Dadurch kann es vorkommen, daß ein über 60 Jahre alter Steuerpflichtiger auf den die Befreiungsvorschriften anzuwenden wären, Vermögenssteuer bezahlen muß, weil durch diese Höherbewertung sein Vermögen auf über 30.000 Mart anwächst, wenn auch nur auf dem Papier. Wenn später auch die Landessteuern nach diesen Einheitswerten erhoben werden, wirken sich die etwa heute begangenen Unterlassungen noch empfindlicher aus. Es geht diesen Steuerpflichtigen dann wie jenen, die aus Patriotismus den Wehrbeitragswert möglichst hoch deklariert haben oder die aus Gründen der Hypothekenbeschaffung den Steuerwert möglichst hoch setzen ließen. Die Folgen dieser, für die damaligen Verhältnisse wohl verständlichen, Handlungsweise lasten heute noch auf den Besitzern, da eine Korrektur nach unten nur in besonders günstigen Fällen zu erreichen ist. - Nr. 93 * Vermißt. Als vermißt gemeldet wird seit 18. November 1928 die Arbeiterin Lina Pizz, geboren am 27. Juni 1911 zu Gießen. Dieselbe ist 1,63 bis 1,65 Meter groß, gesetzt, rundes, frisches Gesicht, Haare dunkelblond, Augen blaugrau, Augenbrauen blond, Ohren, Nase und Mund mittelgroß, Zähne vollständig. Bei ihrem Weggange trug sie roies Kleid mit großen, weißen Punkten, Samihut, hellen Mantel mir Samtfragen, Samtschuhe und hellgelbe Strümpfe. Personen, die über den Verbleib der Vermißten Auskunft geben können, werden geberen die Kriminalpolizei in geeigneter Weise zu verſtändigen. Manch' armes Mutterherz kann auch im Geiste nicht dorthin folgen, wohin man ihren braven Jungen legte. Das ist der größte Schmerz, weil sie das einsame Plätzlein nicht weiß, wo ihr Alles begraben liegt. Komm, arme deutsche Mutter, geh' mit auf den Friedhof in der Heimat! Auch dort siehst du manchen verlassenen Hügel, ohne Kreuz und ohne Blumen. Das sind die Gräber der Vergessenen. Aber auch an sie hat man ge= dacht. Da steht ein Kreuz mitten im Gottesacker, ein Kreuz für alle, denen die Menschen keines geben wollten oder konnten, Der Sonntagsschreiber. Unter günstig gelagerten Verhältnissen ist heute noch eine Neuermittelung des Wehrbeitragswertes zu erreichen( S. 180, § 22) und zwar dann, wenn seit 31. Dezember 1913 eine erhebliche Aenderung in dem tatsächlichen Zustand des Grundstücks eingetreten ist, wenn diese Aenderung noch nicht berücksichtigt worden ist. Erheblich ist eine Aenderung nur dann, wenn der neu ermittelte Wehrbeitragswert um mehr als 15 Prozent von dem maßgebenden Wehrbeitragswert abweicht. Bauliche Abnutzung oder Aenderung der Verkehrslage seit 1913 ist unberücksichtigt zu lassen, da diesen Umständen bei der Anwendung der Bewertungssätze Rechnung getragen wird. Bei Betriebsgrundstücken kann eine Neufestsetzung stattfinden, wenn die frühere Ermittelung nicht alle Bestandteile( z. B. eingebaute Maschinen) umfaßt und der neu ermittelte Wert von dem alten um mehr als 10 Prozent nach oben oder unten abweicht. * Militärkonzert in der Nervenklinik. Unter Leitung des Obermusikmeisters Löber gab unsere Militärkapelle am Mittwoch nachmittag ein Konzert in dieser Anstalt. Die Kapelle brachte schneidige Militärmärsche u. ernste und heitere Kompositioen zu Gehör. Die Kranken waren durch diese freundliche Darbietung der Kapelle außerordentlich erfreut. Camstag, de der Außenwan acht Arbeiter sufammenftitate geriffen. 3wei rigen famen mit dem Schrec Frankfurt a furt als erite eine großzügige ben. Die Dur Städtischen Ele dem Berband handel und zah hat außerorden stadt des Geda und zwar an d jeiertagen das Wiederum wird Gebäude bestral * Das hiesige Arbeitsamt, dessen Arbeitsbereich durch die Zusammenlegung der früheren Arbeitsämter Gießen, Friedberg und Bad Nauheim gewachsen ist, beabsichtigt den stärkeren Ausbau der Arbeitsvermittlung und der Berufsberatung. Für die letztere ist eine Abteilung für männliche und eine solche für weibliche Berufe vorgesehen, zu deren Leitung erste Fachkräfte herangezogen werden sollen. Die neuen Einrichtungen sollen in den nächsten Wochen ihre Tätigkeit aufnehmen.. * Zahlt Rechnungen sofort! Die Kreditnot ist namentlich bei kleinen Lieferanten und Handwerksmeistern eine derartige, daß jeder Pfennig Bargeld dringend gebraucht wird. Eine nur halbwegs befriedigende Inganghaltung von Handwerk und Ge| ſchäftsleben ist deshalb nur möglich, wenn jede Forderung Zug um Zug beglichen wird. Oft führt nur althergebrachte Gewohnheit dazu, Forderungen erst einige Wochen liegen zu lafsen, um sie gelegentlich mitzubegleichen. Wer also selbst über leibliche Barmittel verfügt denn das ist natürlich die hauptsächlichste Voraussetzung, der gönne auch seinen Lieferanten den Vorzug raschester Barzahlung. * Straßensperrung. Wegen Rohrverlegungsarbeiten des Städt. Gaswerkes ist die Mühlstraße zwischen Bahnhofstraße und Tiefenweg heute am Samstag, den 24. November, für Fahrzeuge noch gesperrt. In Anbetracht der relativ hohen Steuern, die besonders auf dem Grundbesitz lasten, ist es notwendig, daß sich der Steuerpflichtige, mehr wie früher, um seine Steuererklärungen und Steuerbescheide kümmert. Man muß heutzutage auch der Steuerbehörde auf die Finger sehen. Wer das unterläßt und dadurch zu Schaden kommt, hat keinen Grund sich nachher zu beklagen. An den Gräbern unserer Gefallenen im Westen. Von Regierungsrat Richard Fald, Mainz. Schluß. * Ernannt wurde am 16. November: der Lehrer Eugen Zimmer zu Wisselsheim, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Wagenborn- Steinberg. * Warnung! Diebstähle von Kränzen zur Zeit des Totenfestes auf dem Alten- Friedhof. In den letzten Jahren ist es vorgekommen, daß auf dem Alten- Friedhof auf den Gräbern niedergelegte Kränze entwendet wurden. Die Ermittelungen im Jahre 1927 ergaben, daß gestohlene Kränze auf den Gräbern des Neuen- Friedhofes niedergelegt waren. Die Feststellungen ergaben damals, daß die Kränze von jungen Burschen auf der Straße( Marburgerstraße Ede Steinstraße) an vorübergehende Passanten verkauft wurden Derartige Vorkommnisse sind schamlos. Das Publikum wird deshalb auf solche wilde Straßenhändler aufmerksam gemacht. * Die Kriminalpolizei teilt mit, daß eine Armbanduhr sichergestellt wurde, die im verflossenen Sommer in der Müllerschen Badeanstalt oder auf einem Sportplatz entwendet wurde. Ferner wurde in den letzten Tagen ein Autoreserverad von einem Personenkraftwagen( Marte Opel) entwendet. - Aus Nah und Fern. Beuern. Unsere Gemeindeschwester Marie Friedberg verließ unser Dorf nach 28jähriger Tätigkeit, um nun nach insgesamt 42 der Barmherzigkeit gewidmeten Jahren in Gießen auszuruhen. Die besten Wünsche der Gemeinde begleiten sie für ihren Lebensabend. * Achtung! Am 21. ds. Mts. ist hier eine Mannsperson aufgetreten, die sich Assessor von Hoff nannte. Dieser angebliche von Hoff hat hier in verschiedenen Geschäften Grammophonplatten bestellt und nahm in einem Falle 400 Grammophonnadeln gleich mit, unter dem Vorgeben, daß er diese bei der Lieferung mitbezahlen werde. Wie später festgestellt wurde, handelt es sich um einen Schwindler. Derselbe trug einen braunen Ulster, blauen Anzug, braunen Hut und war etwa 1,85 Meter groß. Es wird vor dieser Person gewarnt und bei wiederholtem Auftreten gebeien, dessen Festnahme veranlassen zu wollen. Lich. Die hessische Vereinigung für Volkskunde wird am 8. Dezember hier ihre Hauptversammlung abhalten. Auf der Tagesordnung stehen mehrere interessante Vorträge. Friedberg. In Nieder- Roßbach wurde der seitherige Beigeordnete Cong IV. an Stelle des wegen schwerer Erkrankung vom Amt zurückgetretenen Bürgermeisters Kitz gewählt. Wer Anj Kläger hat Laden gemietet, Mieter verfiel wurde entmünd vertrag nicht mi frankheit ihres Laden das Ges Nidda. Der 62 Jahre alte Landwirt Wilhelm Winter wurde beim Anschirren seines Pferdes von einem Hufschlag gegen den Leib so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verſtarb. Gedern. Das Gederner Krankenhaus entspricht nicht mehr den erhöhten Anforderungen. Es soll deshalb umgebaut und vergrößert werden. Als neues Mitglied in die Gemeinde wurde Usenborn in den Bezirk des Krankenhauses aufgenommen. Darmstadt. Wie Minister Leuschner bei einer Besprechung über den Stellenplan mitteilte, beabsichtigt er bei der Neugestaltung der hessischen Kriminalpolizei auch die Einrichtung eines Landeskriminalamtes für Hessen, dadurch werde allerdings eine Verdoppelung der Zahl der Kriminalbeamten erforderlich. und bis dato 292 unbekannten deutschen Soldaten birgt dieser Friedhof. Auf den Kreuzen kehren häufig Bezeichnungen heimischer Truppenteile wieder, so der Res. Inf. Rgt. 87, 88, 81, 118, 116, der Inf. Rgt. 118, 168, 81. Die Truppenbezeich nungen sind auf den französischen Grabkreuzen nicht immer richtig angegeben. Haben doch gerade in dieser Gegend heimatliche Truppen besonders oft gefochten und einige, wie Landwehr Inf. Rgt. 118, jahrelang im Stellungskrieg gelegen. Weiter ging die Fahrt hinein in die Champagne, entlang der ehemaligen französischen Stellung, an mehreren großen franz. Friedhöfen vorbei nach dem Sammelfriedhof von Auberive, der aus einem französischen und einem deutschen Teile besteht. Längs der Straße liegt der französische, dahinter, durch drei Reihen Nadelholz getrennt, der deutsche Teil. Dieser ist ähnlich angelegt und gepflegt wie der französische, wenn auch der Blumenschmuck jüngeren Datums und daher nicht so üppig ist. Auch sind die Wege hier ohne Kies und ohne Grasieppich. Der Friedhof birgt in Einzelgräbern 2305 und in Massengräbern 3019 Deutsche, ferner in Einzelgräbern 5307 und in Massengräbern 2803 Franzosen, und endlich etwa 500 Polen, zusammen also die Reste von etwa 14 000 Kämpfern. In Reims endete die Fahrt. Frankfurt. Traurig aber wahr. Im Frankfurter Stadtparlament hatte man Dienstag zum erstenmal das Boschhorn in Tätigkeit gesetzt, womit der Vorsitzende, wenn der Lärm der streitenden Parteien zu groß wurde, die Ruhe wieder herstellte. Kassel. Auf einem Bauplatz in der Leipziger Straße ereignete sich am Freitagvormittag ein Bauunglück. Auf einem an jund und streng ausgabe der M reicht Hamburg fie habe als( nukungsrecht a die Stelle ihres dadurch, daß de lor er weder Besitz der Räun zahlung der M des Mannes s Vertretung des dem Kläger un trag inzwischen Abs. 2 des M endigt, vielmeh da ja die Aufh hebungstlage n hatte eigene M sie hatte den jeitens des Klä auch der Haus Mietvertrag m dieses Einvern ten dem Ehem die gesetzlich tes.( Oberland pressen und Jasmin gepflanzt. Die 1392 Einzelgräber sind auf diese Weise stimmungsvoll umrahmt. Als Grabzeichenn dienen kleine massive Grabkreuze aus Eichenholz. Den Abschluß des Mittelwegs bildet ein wuchtiges Steinkreuz, das in deutscher und französischer Sprache den Vers Joh. 15, 13 wiedergibt: ,, Niemand hat größere Liebe denn die, daß er sein Leben läßt für seine Freunde". Endliche der Friedhof von Warmeriville, der gleichfalls aus einem älteren, von deutschen Soldaten recht schön angelegten Teile besteht, an den sich eine neue durch Umbettungen entstandene Fortsetzung anschließt. Die Zahl der Toten beträgt 2618, die in Einzelgräbern, und 198, die in einem Massengrab beigesetzt sind. Mehrere Regimentsgedenksteine weist dieser Friedhof auf. Mitten unter seinen Soldaten liegt ein Oberst und Kommandeur des Res. Inf. Reg. 80. Auf dem Massengrab mit seiner weißen steinigen Kreide- Erde lag von ungefähr ohne jeden Schutz eine reizende, völlig unbeschädigte, große Majolika in der Art des Lucca dela Robbia, darstellend eine Madonna mit Kind in weißer Glasur auf blauem Hintergrund, umrahmt mit einem farbigen Früchtekranz. Wie mag sie auf diesen Friedhof gekommen sein? Der Friedhofswärter meinte, sie stamme von dem aufgelösten deutschen Friedhof Isle sur Suippe. Auf dem weißen Hügel, der sich hoch über dem gemeinsamen Grab der 198 unbekannten Kameraden wölbt, wurde von den Besuchern der Bezirksgruppe Mainz ein Rosenstock in die uns heilige Erde gepflanzt. Sie bergen mehrere 1000, mitunter mehrere 10 000 Tote, der größte gar 40 000 deutsche Soldaten. Weiter ging die Fahrt mehr und mehr durch zu beiden Seiten der Straße zerwühltes Kampfgelände hinauf nach Verdun, das fast völlig und in alter Schönheit wieder aufgebaut ist. Zum Verweilen in der Stadt und zur Besichtigung der Schlachtfelder und Friedhöfe und der von Amerikanern und Franzosen errichteten riesenhaften Denkmäler fehlte die Zeit. Bald hielt das Auto weit jenseits Verduns auf der Höhe an dem neuen französischen Kriegerfriedhof Malancourt- Aisne. An der Straße ragen noch einige durch zahllose Schußwunden und Vergasung abgestorbene Bäume gespenstig gen Himmel. Die französische Regierung hat die Sammelfriedhöfe für Freund und Feind in derselben Weise angelegt. Die Unterschiede sind nicht allzu wesentlich. Erwähnt sei jedoch, daß auf den deutschen Friedhöfen die Einheitskreuze von schwarzer Farbe und mit meist mangelhafter, schablonierter Inschrift versehen sind und in der Re- Der zweite Tag galt der Besichtigung einiger um Reims gel zwei deutsche Tote sich in ein zweiseitig beschriebenes gelegener deutscher Kriegerfriedhöfe. Es war dies zunächst der Kreuz teilen müssen, während die Einheitskreuze auf den Friedhof von Berru mit 1650 bekannten und 1680 unbekannten französischen Gräbern weiß gestrichen, sorgfältiger ausgeführt deutschen Kriegern aus allen Gegenden Deutschlands, eine noch und beschriftet sind und jedes Einzelgrab ein Kreuz für sich ganz neue, bahle Anlage mit Anfängen von Blumenpflanzung, hat. Der Blumenschmuck der französischen Sammelfriedhöfe eingezäunt mit einer jungen Weißdornheae. Sodann der ist reicher, vielleicht nur aus dem Grunde, weil mit der Be- Friedhof von Pont- Faverger, der sich an den Ortsfriedhof anpflanzung früher begonnen worden ist. Die Reinhaltung von schließt und in seinem ältesten Teile bereits während des KrieUnkraut ist aber überall gleich vorzüglich. Beim Durchfahren ges von deutschen Soldaten eines Feldlazaretts angelegt der Argonnen, sah man den französischen Terrassenfriedhof bei wurde. Neuerdings ist er durch Umbettungen zu einem großen La Harazee wie mit einem bunten Flor von Nelken und Rosen Sammelsriedhof geworden, eintönig und frostig wie die meisten überzogen malerisch daliegen. Am Rande der Argonnen, nach Sammelfriedhöfe. Es ruhen dort 1479 bekannte und in einem der Champagne zu, hinter dem zum Teil wieder aufgebauten Massengrab 122 unbekannte deutsche Soldaten der verschieden Dorfe Servon, wurde der dortige deutsche Sammelfriedhof e- sten Truppenteile. Eine freudige Ueberraschung bildete der sucht. Er ist schön am Hang gelegen, eine völlig neue Anlage, Friedhof von Aussonce, der in seinem größten Teil während die nach planmäßiger, liebevoller Ausgestaltung verlangt. Das des Krieges von deutschem Militär angelegt und in einer Massengrab war noch nicht geschlossen, da fast täglich noch der deutschen Empfinden entsprechenden Art mustergültig ausgeeine oder andere unbekannte Tote aus dem Kampfgebiet um staltet worden war. Er ist mit stattlichen Lindenbäumen beTahure hinzugebettet wurde. Die Reste von 3508 bekannten| stellt, zwischen den Gräberreihen sind Hecken von Flieder, CyNach Rückkehr aus Belgien und Frankreich wurden die Teilnehmer der Reise immer und immer wieder gefragt, ob man denn ungestört habe reisen können. Man wunderte sich, daß der Besuch der Kriegergräber überhaupt möglich sei. So sei denn hier festgestellt, daß die Teilnehmer der beiden Reisen nirgends Behinderungen und Belästigungen ausgesetzt waren, weder durch die Bevölkerung noch durch beamtete Personen. Im Gegenteil, sie fanden überall Entgegenkommen seitens der Einwohner, die auch, soweit sie dazu imstande waren, von der deutschen Sprache Gebrauch machten. Die Gefühle des Hasses scheinen dem einfachen Volke dort fernzuliegen. Man weiß den wirtschaftlichen Wert dieser Reise zu schätzen. Man findet es aber auch selbstverständlich, daß wir Deutschen um unsere tapferen Helden trauern und deren Gräber besuchen. AI Ja Jugendo Durchs Fal brecher" wurde Gemeiner und naten. Das bedeut in höheren Ste allem im fleiner wölfte Armeeto war, wollte ja dodh nun einma nach seinen Gab Der Empfan nicht eben begeis redete sich in zu tand der Regim und über seiner jen bestidten Na wollten fie fagen ter hörte, war d Ich war zur reine gute Sujard betonter Stirn, Dann wurde ich Mann mit gewal Such in die Attil ijen trug. Sche Wohl polterte e das linte Auge Alles ist ja nur Und nun gab es Unteroffizier Ha Stundeneinteilun Vor allem w fleidet. Zum er Don Stiefeln, So and Sabeltaschen Bemben, Sätteln Nr. 93 18. November 27. Juni 1911 gesetzt, rundes, ugrau, AugenB, Zähne vollid mit großen, Gamifragen, die über den en, werden ge u verständigen. r Leitung des e am Mittwoch Kapelle brachte Tompositioen zu che Darbietung reich durch die Ben, Friedberg stärkeren Ausatung. Für die eine solche für erste Fachkräfte chtungen sollen ist namentlich eine derartige, wird. Eine nur dwerf und GeForderung Zug ergebrachte Ge liegen zu laj also selbst über tlich die hauptTen Lieferanten ern. riedberg verließ nach insgesamt Gießen auszu en sie für ihren bunde wird am alten. Auf der ige. seitherige Beirer Erkrankung gewählt. helm Winter inem Hufschlag furzer Zeit verichi nicht mehr umgebaut und Semeinde wurde ufgenommen. ner Besprechung bei der Neuge die Einrichtung verde allerdings ten erforderlich. rter Stadtparla s Boschhorn in der Lärm der wieder herstellte. iger Straße erf. 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Zwei von ihnen erlitten ernste Verlegungen, die üb gegen die Wohnungszwangswirtschaft. rigen kamen veils mit geringfügigen Hautabschürfungen, teils mit dem Schrecken davon. Frankfurt im Licht. Frankfurt a. M., 23. Nov. Jm vergangenen Jahr hat Frankfurt. als erste deutsche Stadt den Versuch unternommen, durch eine großzügige Lichtpropaganda nach innen und außen zu werben. Die Durchführung der Idee, die von dem Frankfurter Städtischen Elektrizitätswerk, dem Frankfurter Verkehrsverein, dem Verband der Reklamefachleute, dem Verein für Einzelhandel und zahlreichen anderen Organisationen gefördert wurde, hat außerordentlich glückliche Ergebnisse gezeitigt. Die Vaterstadt des Gedankens der Lichtfeste wird auch in diesem Jahr, und zwar an den Adventsonntagen, sowie an den Weihnachtsfeiertagen das Licht wieder in den Dienst der Werbung stellen. Wiederum wird eine größere Anzahl schöner alter und neuer Gebäude bestrahlt werden. Wer hat nach der Ehescheidung Anspruch auf die Mieträume. Kläger hatte von einem Hauseigentümer Wohnräume und Laden gemietet, in dem er ein Backwarengeschäft betrieb. Der Mieter verfiel in Geisteskrankheit, kam in eine Anstalt und wurde entmündigt. Die Ehefrau des Mieters, die den Mietvertrag nicht mitunterschrieben hatte, ließ sich wegen der Geistesfrankheit ihres Mannes von ihm scheiden und betrieb in dem Laden das Geschäft weiter. Der Ehemann wurde wieder gesund und strengte gegen seine frühere Ehefrau Klage auf Herausgabe der Wohnung an, womit er vor dem Oberlandesgereicht Hamburg auch Erfolg hatte. Der Einwand der Beklagten, Sie habe als Ehefrau des Klägers ein selbständiges Mitbenutzungsrecht an den Mieträumen erworben und sei später an die Stelle ihres Mannes getreten, sei nicht stichhaltig. Denn dadurch, daß der Kläger in die Anstalt verbracht wurde, verlor er weder seine Ansprüche gegen den Vermieter, noch den Besitz der Räume. Auch die Benutzung der Räume und die Bezahlung der Miete durch die Ehefrau während der Krankheit des Mannes sei wenigstens bis zur Scheidung Vertretung des Mannes geschehen. Allerdings war der zwischen dem Kläger und dem Hauseigentümer abgeschlossene Mietvertrag inzwischen abgelaufen. Aber damit war doch gemäß§ 1, Abs. 2 des Mieterschutzgesetzes das Mietverhältnis nicht beendigt, vielmehr galt es als auf unbestimmte Zeit verlängert, da ja die Aufhebung der Miete nicht vereinbart und eine Aufhebungsklage nicht durchgeführt worden war. Die Beklagte hatte eigene Mietrechte an der Wohnung nicht erworben; denn sie hatte den Vertrag weder mitunterschrieben, noch war er seitens des Klägers zu ihren Gunsten geschlossen worden. Wenn auch der Hauseigentümer den mit dem Kläger geschlossenen Mietvertrag mit dessen Ehefrau stillschweigend fortsetzte, so ist dieses Einvernehmen zwischen dem Vermieter und der Beklagten dem Ehemann gegenüber wirkungslos, denn es fehlte ja die gesetzlich vorgeschriebene Genehmigung des Wohnungsamtes.( Oberlandesgericht Hamburg Bf. IV. 494. 27.) nur in In der Monatsschrift für die Bestrebungen der christlichnationalen Arbeiterschaft Deutsche Arbeit“( Nr. 9 1928), die vom Gesamtverband der christlichen Gewerkschaften, BerlinWilmersdorf, herausgegeben wird, befindet sich ein sehr be= achtlicher Aufsatz von Gregor Lorani über„ Der Arbeiter unter der Herrschaft des Staatskapitalismus". Unter anderem macht der Verfasser sehr bemerkenswerte Ausführungen gegen die Wohnungszwangswirtschaft und gegen die Sozia= lisierung unserer Bauwirtschaft. Er schreibt wörtlich: Merkwürdig sind die Zustände auch in der Bauwirt schaft. Auch hier machen letzten Endes die Unternehmer mit den Leitern von städtischen Wohnungsämtern und Baugenossenschaften ein Geschäft. Freie Wohnwirtschaft würde nach Lage der Dinge eine Steigerung der durchschnittlichen Wohnungsmiete um höchstens 15 v. H. bedeuten. Rechnen wir einmal, daß der Arbeitnehmer heute durchweg 20 v. H. seines Einkommens für die Wohnung ausgibt, so ergibt sich aus der Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft für ihn eine dreiproz. Kauffrafteinbuße. Wir lassen dabei zunächst einmal außer acht, daß er in manchen Fällen beim Wiedereintritt der Freizügigkeit durch Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft in die Nähe seiner Arbeitsstätte wird ziehen können und dadurch an Zeit und Fahrgeld spart. Wir lassen ferner außer acht, daß die Aufhebung der öffentlichen Bauwirtschaft über 1 Milliarde Steuermittel freimachen würde, was bei richtiger Ausnutzung dieser Ersparnis im Sinne steuerlicher Entlastung der unteren Volksklassen auch der Arbeiterschaft zugute kommen müßte. Wir lassen drittens außer acht, daß nach der ersten Steigerung die Mieten wahrscheinlich alsbald ins Abgleiten kommen würden, weil die Baustofflieferanten den jeden Preis bezahlenden öffentlichen Auftraggeber verlieren und für schärfer kalkulierende Privatleute bauen müßten. Wir rechnen also damit, daß der Arbeitnehmer für eine gewisse Uebergangszeit drei v. H. an Kaufkraft einbüßen würde. Es ist natürlich und billig, daß die Arbeitnehmer versuchen würden, diese Kaufkraftverschlechterung durch höhere Löhne wettzumachen. Weil nun das Unternehmertum fürchtet, im Falle der Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft etwas höhere Löhne zahlen zu müssen, läßt es seine von Haus aus liberalen Prinzipien im Stich und führt den Kampf um die freie Wohnungswirtschaft mit einer solchen Schlappheit, daß von einem eigentlichen Kampf gar nicht die Rede sein kann. Praktisch besteht also eine gleichlaufende Front zwischen Unternehmertum und Baubürokratie. Da nun keine Krähe der anderen die Augen aushadt, hat man das Bündnis gleich auf die gesamte Beamtenschaft mit ausgedehnt. Aus Hauzinssteuermitteln, also aus den Mitteln, die es den davon Beglückten ermöglichen, besser und billiger als andere zu wohnen, sind bisher hauptsächlich öffentliche( also von Beamten benutzte) Gebäude und Beamtenwohnungen finanziert worden, während die übrige Bevölkerung, also namentlich die Arbeiterschaft, verhältnismäßig leer ausgegangen ist. Die Arbeiterschaft hat heute kein wirkliches Interesse mehr an der Wohnungszwangswirtschaft. Gewiß, für den Augenblick brächte die freie Wohnungswirtschaft eine dreiprozentige Kaufkraftschmälerung. Aber diese könnte, abgesehen von dem in den meisten Industrien möglichen Lohnausgleich, durch die eben erwähnten Faktoren bald kompensiert und darüber hinaws in einen Kauftraftzuwachs umgewandelt werden. Nr. 93 50 bis 100 prozentige gemeinnützige" Mietsteigerung! - Die in der letzten Zeit bekanntgewordenen zahlreichen Siedlungsskandale in verschiedenen gemeinnützigen" Bauvereinig ungen werden bei weitem noch übertroffen durch die fast unglaublich anmutende Mißwirtschaft im Gemeinnügigen Bauverein der Beamten und Angestellten des Bezirksamts Cöpenic e. G. m. b. 5.( jetzt Wohnverein Wendenschloß e. G. m. b. H.). Dieser Gemeinnützige Bauverein hat unter den Augen der Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin, des Städtischen Bezirksamts Cöpenick und des Magistrats Berlin die in seiner Siedlung Wendenschloß wohnenden Beamtenmieter neuerdings in schwerste wirtschaftliche Bedrängnis gebracht. Durch Rundschreiben an die Genossenschaftsmitglieder vom 4. 10. 1928 wurden wie in einem redaktionellen Aufsatz der Zeitschrift„ Das Grundeigentum" vom 18. 11. 1928 ausgeführt ist kurzerhand die bar zu zahlenden Mieten ab 1. 11. 1928 um 50 bis 100 v. H. erhöht. Dies, obwohl der Bauverein rund 285 000 R.-Mt. Hauszinssteuermittel und Magistrats- Arbeitgeberdarlehen erhalten hat! Da die Vereinsmitglieder mit einem durchschnittlichen Monatsgehalt von etwa 375 R.-Mt. zum Beispiel jetzt in einer 2½- Zimmer- Wohnung etwa 140 R.-Mt. Miete ohne Nebenleistungen für Wassergeld, Müllabfuhr, Schornsteinfegergebühren usw. zahlen sollen vorbehaltlich der Genehmigung von verschiedenen Zinsermäßigungsanträgen usw., andernfalls erhöht sich die Miete noch mehr! sind diese Beamten der Verzweiflung nahe. Es rächt sich hier die nicht genügend sorgfältige Prüfung des seinerzeit eingereichten Bauvoranschlags durch die Wohnungsfürgegesellschaft Berlin, bei dem ein nicht vor: handenes Eigenkapital der Wohnungsfürsorgegesellschaft vorgetäuscht werden konnte. Damit die Beamtenmieter die Mög= lichkeit hätten, die neuen Mieten aufzubringen, hat der Bauvereinsvorstand durch Rundschreiben seinen Mitgliedern den überaus bezeichnenden Rat gegeben, sie sollten doch Untermieter in ihre Wohnungen aufnehmen! - Abgeordneter Ladendorff von der Reichspartei des deutschen Mittelstandes( Wirtschaftspartei) hat dieses ganze Material in einer Großen Anfrage zusammengefaßt und das Staatsminiſterium gefragt, was es zu tun gedenke, um die Wohnungsfürsorgegesellschaft Berlin zu einer sachgemäßen Verwendung der für den Wohnungsbau bestimmten öffentlichen Mittel anzuhalten, um den schuldlos vor den Ruin gestellten Beamten- Mietern in der Siedlung des Wohnvereins Wendenschloß schnell und durchgreifend zu helfen und um generell solchen Mißständen in gemeinnützigen Siedlungen vorzubeugen. 400- Jahr- Feier. Unter dem Vorsitz von Kirchenrat Dekan Schiller hat sich in Augsburg ein Ausschuß gebildet, der die Vorarbeiten für die 400jährige Gedächtnisfeier des Reichstags von Augsburg im Jahre 1930 in Angriff genommen hat. Eine Reihe führender Persönlichkeiten der Stadt Augsburg haben sich in den Dienst der Sache gestellt. Mit den Vorbereitungen ist jetzt schon begonnen worden, da die Jubelfeier in großem Stil feierlich be= gangen werden soll. Die vom Augsburger Reichstag des Jahres 1530 verabschiedete„ Konfession" stellt bekanntlich das grundlegende Bekenntnis der von Martin Luther ausgehenden Reformation dar und das Band, das heute das Luthertum der ganzen Welt umschlingt. So wird Augsburg 1930 neben den offiziellen Altwerden und jungbleiben? Ja- wenn Sie Kaffee Hag trinken! Aus meiner Husarenzeit. Jugenderinnerungen von Georg von Ompteda. Durchs Fähnricheramen gefallen!... Nun, für uns„ Verbrecher" wurde eine Lösung gefunden. Sie hieß: Eintritt als Gemeiner und Wiederholung der Prüfung nach einigen Monaten. Das bedeutete zwar einen Verlust in der Beförderung, der in höheren Stellen einmal entscheidend werden konnte, vor allem im kleinen Sachsen, weil es damal nur ein einziges, das zwölfte Armeekorps, aufstellte. Aber der Husar, der ich nun war, wollte ja nicht gerade Feldmarschall werden, schien ich doch nun einmal für Auszeichnungen nicht geschaffen. Jeder nach seinen Gaben! Der Empfang beim Regiment war, wie sich denken läßt, nicht eben begeistert. Der Herr Oberst wurde mir saugrob und redete sich in zunehmende Heftigkeit hinein. Im Hintergrunde stand der Regiments adjutant, ein geistig überlegener Offizier, und über seiner aus der Korpsstudentenzeit mit einigen Schmissen bestickten Nase lächelten mich seine Kneifergläser an, als wollten sie sagen: Alles ist ja nur bedingt! Denn wie ich spä= ter hörte, war das ein Wort, das er gern gebrauchte. Ich war zur dritten Eskadron gekommen. Der Rittmeister, eine gute Husarenfigur mit kleinem blonden Schnurrbart und betonter Stirn, führte die Schwadron seit kaum zwei Jahren. Dann wurde ich dem Wachtmeister Gottschalk übergeben, einem Mann mit gewaltigem Schnauzbart, das dickgeschwollene Dienstbuch in die Attila geschoben, wozu er ständig den zweiten Knebel offen trug. Scheinbar barsch, war er eigentlich ein guter Kerl. Wohl polterte er bisweilen, doch dann kniff er wieder seltsam das linke Auge zu, als wollte auch er wie der Adjutant sagen: Alles ist ja nur bedingt! Mein Berittführer wurde gerufen, Unteroffizier Harzer, ein Mann von wohlwollender Sicherheit. Und nun gab es plötzlich so viel zu tun, daß mir die scharfe Stundeneinteilung des Korps wie ein Schlaraffenleben erschien. Vor allem wurde ich auf der Kammer der Schwadron eingekleidet. Zum erstenmal erblickte ich da die endlosen Reihen Don Stiefeln, Hosen, Attilas, Bandelieren, Feldmützen, Säbeln und Säbeltaschen, Koppeln, Mänteln, Pelzmützen, Unterhosen, Hemden, Sätteln, Frieskogen und Zaumzeugen. Peinliche Ordnung hielt Unteroffizier Harzer, zugleich Kammerunteroffizier der Schwadron. Immer wiederholte er, der Staat dürfe nichts verlieren durch Motten, Unordnung und„ Sauerei verfluchte"; das klang, als ob der Rittmeister spräche. Und ich begriff das Schillersche ,, Wie er räuspert und wie er spukt". Erst als Offizier kam ich dahinter, daß jede Schwadron einen anderen Ton hatte, je nachdem, ob der Schwadronschef ein Draufgänger war oder ein Pomadentopf, eine Generalſtäblernatur, ein Schöngeist oder einer, der im Dienst eine Volkssprache redete, die keusche Jungfrauen nicht wohl hätten vernehmen dürfen. Man konnte nicht gerade behaupten, daß es bei uns wie in einem Nonnenkloster zugegangen sei- wir waren eben Husaren!„ Feine Hunde", und Moralprediger hätten weder getaugt, an den Feind zu gehen, noch auch die Pferdeäppel aus der Streu zu lesen, wie ich es jetzt mußte. Und zwar mit bloßen Händen. Man wusch sich im Stalleimer wieder rein. Geschadet hat es mir wahrlich nichts. Im Gegenteil. Das Leben im Stall und mit dem„ Schinder". wie mein erster Reitlehrer, Sternburg, der spätere deutsche Botschafter in Washington, gesagt hätte, trieb, was etwa Verzärteltes an mir gewesen, gründlich aus. Auch verband es unsereinen mit den Bauern- und Arbeitersöhnen der Schwadron. Sie sahen, daß der junge Mann aus gutem Hause nichts voraushatte vor ihnen, sahen aber auch, daß er ihnen an Wissen weit überlegen war, obwohl man ihn im Kadettenkorps hinausgesetzt hatte. Denn das war der ganzen Schwadron bekannt, und sie freute sich über solche„ ,, Sauerei verfluchte". Ich aber lernte, daß diese Husaren gute, unverbildete Jungen waren, wenn auch hier und da ein durchtriebener Bursche nicht fehlte. Von Anfang an mußte ich mein Pferd puzzen, die Streu auslesen, die Hufe reinigen, die Krippe auswischen. Kurz, ich lernte den Dienst von unten auf. Nichts besonderes übrigens, denn das mußten die Fähnriche ein paar Woche ebenso, nur ließ mich mein Rittmeister den Stalldienst monatelang tun, und nebenbei sollte ich mich noch für die Wiederholung der Fähnrichsprüfung begeistern. Der Befehl traf nämlich ein, daß wir„ Schwerverbrecher", um uns auf die Prüfung in Berlin vorbereiten zu können ,,, tun- lichst vom Nachmittagsdienst befreit werden sollten. ,, Tunlichst" ist aber ein weiter Begriff, und so tam es fast nie dazu. Nun hätte ich dem Rittmeister eigentlich gram sein müssen, daß er mich am ,, Büffeln" verhinderte, ich hatte ja aber gehört, daß alles nur bedingt sei, so war ich von vornherein gesonnen, mich mit so zweifelhaften Dingen nicht zu schinden. Ich hoffte auch so zu bestehen. Und wenn nicht: Amerika Tellerputzen Flaschenspülen. Immerhin wäre es hart gewesen, das Regiment zu verlas= sen, denn im allgemeinen entsprach das Leben bei der Husaren ganz meinen Forderungen an das Glück. Auch jene Müdigkeit, die mich abends wie erschlagen ins Bett hat sinken lassen, war nichts andres. Hermann Sudermann hat einmal ein schönes Wort geprägt:„ Ein ganzes Müdewerden ist schon ein halbes Glücklichsein!" Auf die Dauer freilich wäre ein Leben, wie ich es führte, unmöglich gewesen. Denn nicht allein der Dienst hielt mich im Bann, sondern auch die Kameradschaft. Wir angehenden Fähnriche mußten uns nämlich in jenem Stammlokal einfinden, wo.e Junggesellen des Regiments meist ihr Abendbrot verzehrten; im Kasino aß man zu Mittag. Dabei erforderten es Rang und Bescheidenheit bis die Letzten gegangen waren, wie wir auch warten mußten, daß die Vorgesetzten das Wort an uns richteten. So blieben nur wir Gleichgestellten zu gedämpfter Unterhaltung, nämlich der Graf Friz Schimmelmann, mit dem ich eingetreten war, und ich. Wir sind später zugleich Offizier geworden, sind zusammen auf Reitschule, zusammen jahrelang beim Regiment gewesen. Dann hat uns das Leben getrennt, aber wenn es uns, wie im großen schweren Kriege, einmal wieder zusammenführte, so war es mir in den Tagen der Gemeinschaft mit diesem wahrhaft vornehmen Menschen, als hätten wir uns vor einer Stunde erst getrennt. An solchen Abenden bin ich oft vor Müdigkeit fast vom Stengel gefallen; dennoch wagte ich nicht, vor dem allerletzten Nachtlicht aufzubrechen Davon ist mir eine tiefe Abneigung gegen jegliches Kneipenleben geblieben, so daß ich später als Offizier ein seltener, dann aber freilich desto ausdauernderer Gast bei solch abendlichen Sizungen gewesen bin. ( Fortsetzung folgt.) Samstag, den 24. November 1928 Vertretungen des Deutschen Evangelischen Kirchenbundes, des Gustav- Adolf- Vereins usw. die Vertreter des Luthertums aller Erdteile in seinen Mauern sehen. Eine Festschrift aus der Fer der eines namhaften Kenners der Augsburgischen Reformationsgeschichte ist in Vorbereitung. Eine alte Kirchenglocke. Die kunstvolle alte Barbara Glocke in der MariaMagdalenenkirche in Eberswalde ist in diesen Tagen bedauerlicherweise von neuem gesprungen. Die 36½ Zentner schwere, über 400 Jahre alte Barbara- Glocke hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Sie wurde 1518 in Neustadt- Eberswalde gegossen, sie läutete die Reformation ein. Sie erklang, als Gustav Adolfs Leiche vor dem großen Altar der Kirche aufgebahrt stand, sie verkündete den Frieden nach den blutigen Glaubenskämpfen des 30jährigen Krieges, sie meldete den Hubertusburger Frieden und ertönte dumpf, als Preußens größter König dahinging. Als 1809 die Freiheitskämpfer sich sammelten, begrüßte sie diese. Als man 1888 Kaiser Friedrichs Tod beklagte, zersprang sie beim Trauergeläut. Nach der Wiederherstellung erklang sie bis zum Jahre 1909, wo sich der alte Schaden wieder zeigte. Ende 1925 wurde sie von neuem geheilt, bis jetzt ein neuer Sprung neben der alten Rißstelle entstand. Mit dem weiteren Schicksal der Barbara- Glocke werden sich die kirchlichen Körperschaften demnächst beschäftigen. Neue Bücher. Fundvogel. Die Geschichte einer Wandlung. Von Hanns Heinz Ewer s. 544 Seiten. Preis in Ganzleinen geb. R.-M. 7.50. Sieben Stäbe- Verlags- und Druckereigesellschaft m. b. H., Berlin NW 6. Ein Mann zu sein! Welches Mädchen, welche Frau hat das nicht schon einmal gewünscht? Nun, gar so weit sind wir von der Erfüllbarkeit dieser Sehnsucht nicht mehr entfernt. Was sich hinter dem Schleier wissenschaftlicher Fachausdrücke abspielt, die Möglichkeiten, die sich auftun verflicht der Autor zu einer Geschichte, d. uns in Bann schlägt v. ersten bis zum letzten Buchstaben, Kinderlachen und Falkenbeize am Niederrhein. Elend und Leid im belgischen Schulkloster, Sonne und Lust auf Capri, Spionenarbeit in England, Zigeunerviertel und Milliardärsleben in New York, geheimnisvolles Barok in Brigen, Bummelleben in Paris, großer Liebe, die abseitige Wege geht, weil Menschen sie tragen, denen unser grauer Alltag fremd ist und mit denen wir dennoch fühlen und fiebern, weil fie uns verwandt sind in unseren Träumen. - * I „ Gießener Zeitung" Tufür Cag 20 19 371802111 18 B 16 4340344000 الحممر 132 muun www m kann die Hausfrau ein vollaromatifches, gehaltvolles Kaffeegetränk auf den Tisch bringen, wenn fie zu jedem Bohnenoder Getreide kaffee etwas Aecht Franck" nimmt. 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Und gleich liest Bubi auch selbst in seinem Buch, denn hier sind keine Schwierigkeiten mit der schweren deutschen Schrift oder kleinem Druck zu bewältigen. Die kleinen Geschichten muß er immer wieder lesen, so nett sind sie. In der Gruppe Tierge= schichten ist erschienen: Die Herren des Waldes. Eine natur wissenschaftliche Erzählung vom Leben der Ameisen, von N. M. Nr. 93 Jlgerd. Mit 4. farb. Bildern. Für 10-15jähr. Halbleinen R.-M. 2.; Ganzl. R.-M. 3. K. Thienemanns Verlag, Stuttgart. Der Verfasser des Buches, ein besannter Biologe, stellt sich hierin die Aufgabe, die heranwachsende naturliebende Jugend über sein besonders Forschungsgebiet, über das Leben und den Staat der Ameisen zu unterrichten. Seine jahrzehntelangen biologischen Beobachtungen, sein ganzes Wissen um die Geheimnisse und Rätsel dieses auf strengste Arbeits- und Pflichteneinteilung gestellten Staatswesens, bringt er in dieser Erzählung unter, die sich liest wie ein spannender, handlungsreicher Roman. Die Ameisen gehören zu den Insekten, die uns am besten bekannt und vertraut sind. Wer aber das Buch gelesen hat, wird ehrlich bekennen müssen, daß er bisher von diesem Wundervolk nichts wußte, und fünftig staunend und bewundernd vor diesen verachteten und unscheinbaren Geschöpfen stehen. Wir können unserer Jugend dieses Buch nur bestens empfehlen. Das Christkind tommt. Ein Weihnachtsbuch für Kinder von 1 bis 80 Jahren. Gemalt von Josef Madlener, geschrieben von Marga Müller. 48 S. mit 10 ganzs. Bildern. Halbl. 5,- Mark. Verlag Josef Müller, München 23.- Wer dies Buch auftut, wird umfangen sein vom Zauber der Weihnacht. Das Kind wird nur„ a“ ſagen, ein einzigbeglücktes„ Ja, ſo iſt es!", denn hier sieht es seine Weihnachtswelt wunderfroh wirklich geworden, wie sie in seinem Herzen lebt. Darum, wer die Stimmungswelt der deutschen Weihnacht nicht verlor, der halte fie fest, und wer sie verloren, der rufe sie zurück mit diesem echten deutschen Weihnachtsbuch. Es wird sie ihm lebendig machen für immer. Das Buch, dem der Verlag alle Sorgfalt geschenkt, wird in seinem festlichen Gewand eine Zierde für den Weihnachtstisch aller guten Menschen sein, und er wird den heiligen Abend und noch manche Stunde darüber hinaus mit wahrer Freude und stillem Glück sich daran erfreuen. Reichssmietengesetz. Gesetz über Mieterschutz u. Mieteinigungsämter vom 20. und 17. Februar 1928 nebst Verordnungen über das Kündigungsschreiben vom 3. März 1928. Tertausgabe.. München 1928. C. 5. Bed. 55. S. Nachtrag zu: Stümper ,, Das Reichsrecht der Wohnungszwangswirtschaft“. Geh. Mk. 1, Kart. Mt. 1.20. Mit diesem Heft sind die Texte der neuen Gesetze zum Mietrecht, die im Februar und März herausge= kommen sind, erschienen. - Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Erf Bezugspre Redaktionsschluß lendung nicht 11. Jahr Boli Reichsaußen gluffe feft, fich a önlich zu beteili Nachdem das Botschafterpostens von Dirtien durd nunmehr die endg lands wichtigstem Mit der Re Schiedsspruches ift nicht vor dem Der amerikan eingetroffen und Am 28. Nove jekretär des Böl Reichshauptstadt Am Montag der deutschen Sa Delegation statt. worden. Zwischen Ung gleichsvertrag ab Zwischen Gr über den Bevöl Fahren Sie ein PRESTO Rad, es ist beste Qualität zu billigstem Preis! Unübertroffen leicht. Lauf schnittiger Bau, elegante Ausstattung ( auch in geschmackvoller bunter Emaillierung) und gediegenste Ausführung Günstige Zahlungsbedingungen! Verkauf durch: Jakob Schupp, Gießen, Seltersweg 83 ก Droht Husten, Grippe, Heiserkeit hall' Rheila- Perlen hilfsbereit! 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Die Anzeigen den verschiedenen Zeitungen wechselweise und damit allen Bevölkerungskreisen zu lesen gegeben, das gibt dem Geschäftsmann weit eher die Möglichkeit, neue Kunden zu werben, oder eine Ware etc. gründlich anzubieten. Wer inserieren muss, benutze deshalb auch nachstehende Zeitungen: ,, Hess. Hausbesitzer- Zeitung" Auflage 12100 ,, Giessener Zeitung" ,, Hessischer Kamerad" ,, Allg. Hess. Sportzeitung" Auflage 51500 ,, Hess.Handwerk u. Gewerbe" Auflage 37600 ,, Hessische Sängerwarte" Auflage 3000 225000 Zeitungen in über 1200 Orten werden monatlich im Volksstaat Hessen und angrenzenden Gebieten durch meinen Verlag zuverlässig verbreitet. Wer von einer Stelle aus eine Sache weitest bekannt geben will, der wende sich an den Zeitungsverlag ALBIN KLEIN, GIESSEN Verlagsdruckerei, vom. Wilh. 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