et 16: 05 ng ben die bis Den Det Sej en en: en ns: tjel Tan uch gen ags t?" mit an pel: 15: Dete Don eich Den: erte ern, stp! Den, Its err ge ne det nes Ibft dol Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte mird nicht garantiert. 41. Jahrg. --Bolitische Tagesschau. Drück und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 22. September 1928 Die Minister- und Staatspräsidenten der deutschen Länder werden am 2. Oktober zur Information über die Genfer Verhandlungen zusammentreten, und am Tage darauf, am 3. Ot= tober, der Auswärtige Ausschuß des Reichstages. * Reichsminister Dr. Stresemann, dem die Kur in BadenBaden bisher gut bekommen ist, gedenkt Ende Oktober seinen Urlaub zu beenden und am 1. November seine Amtsgeschäfte wieder zu übernehmen. * Reichstanzler a. D. Dr. Luther, der erst vor zwei Jahren ernannt war, erklärt, daß er zu Ende des Jahres sein Mandat als Mitglied des Verwaltungsrates der Deutschen Reichsbahngesellschaft niederlegen werde. 賣 Der Chef der Nordseestation, Vizeadmiral Bauer, scheidet aus dem Dienst. * Der in dem Tarisstreit der deutschen Herren- und Knabenbekleidungsindustrie am Mittwoch ergangene Schiedsspruch ist von beiden Parteien angenommen worden. Nachdem gestern die Kaution in Höhe von einer Million Mark zur Abwendung der weiteren Untersuchungshaft beim Gericht eingegangen ist, ist Sugo Stinnes nach dreiwöchentlicher Haft wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Völkerbundsrat hat gestern in geheimer Sigung den italienischen Diplomaten Conte Gravina zum Nachfolger des Völkerbundskommissars in Danzig, van Hamel, ernannt. Der neue Völlerbundskommissar wird im Juni nächsten Jahres das Amt in Danzig antreten. Im ungarisch- rumänischen Optantenstreit wurde ein vorlaufiges Abkommen getroffen, nach dem zur nächsten Völker: bundsratssigung Vertreter benannt werden. 91 Graf Zeppelins" Triumpfflug über die Schweiz und Süddeutschland. Am Donnerstag ist Deutschlands Stolz, sein ,, Graf 3eppelin", aufgestiegen und hat, zunächst im Streit mit Wolfen und Nebelschleiern. dann gleich der Sonne strahlend, Jubel und Stolz, Freude und Begeisterung in den Herzen der Deutschen ermedt die ihn sehen durften. Das heißt, in unsere ehrliche Freude, in unser tiefes Nachempfinden dieser Feierstunden mischt sich ein Tropfen Wermuth und Neid auf die Glücklichen, die ihn sehen durften. Aber noch klammern wir uns an die Hoffnung, daß sein Weg ihn auch noch über Oberhessen führen wird ihn, den größten, unseren„ Zeppelin". * Um 8 Uhr früh startet der„ Graf Zeppelin", diesesmal mit einer größeren Zahl von Passagieren insgesamt 72 Perjonen zu einem programmäßigen Flug über Süddeutschland. Noch über dem Bodenseee faßt die Leitung den Entschluß, einen Abstecher in die Schweiz zu machen. Durch Wollen, die zeitweise die Erde verdecken, findet, unterbrochen von zahlreichen Manövern, das Luftschiff den Züricher See, wen= det und fliegt nun den Rhein entlang über Basel nach Deutschland hinein. Kurs: Badenweiler- Freiburg- Offenburg.% nach 10 Uhr ist Baden- Baden erreicht, das unvorbereitet, spontan dem Luftschiff zujubelt. Karlsruhe wird passiert, desgleichen Mannheim und an Worms vorbei wird Mainz angesteuert. Die Stadt selbst darf nicht überflogen werden, It. Verfügung der Rheinlandbesagung. So bleibt das Schiff am rechten Ufer des Rheins. Und Graf Zeppelin" senkt wie zum Gruß den Bug, ganz tief, so tief, als wenn er den Boden des Landes küssen wollte, das er nicht überfliegen darf, wo aber Deutsche wohnen unter fremder Besatzung. Der Eindruck des Grußes ist gemaltig. Dann beschreibt das Luftschiff einen weiten Bogen über der Mainmündung und nimmt den Main entlang Kurs nich Frankfurt am Main. Frankfurts Bevölkerung wußte bereits, welche Ehre ihm widerfahren sollte und konnte sich rüsten. Um 1 Uhr beleben sich Türme, Dächer und Fenster, und wo ein Punkt mit weiter Sicht, da sind auch Menschen, die in höchster Spannung das Blidfeld über den vormen, nach dem„ Graj Seppelin" absuchen. Und 10 Minuten später fommt leicht und elegant der schlanke Körper des Luftschiffs aus dem Dunst des Mittags, im mer deutlicher wird sein Bild, immer plastischer und immer gewaltiger die deutlich erkennbare Form. Drei Flugzeuge umsch wärmen den großen Bruder. Ueber dem Flughafen macht Das Schiff einige Manöver und senkt sich auf 300 Meter herab. Cün Postsack wird abgeworfen. Dann steigt es leicht wieder das Manöverieren ist wie ein Spiel anzusehen, so leicht he bt und senkt sich das mächtige Schiff- dann wird der Kurs auf das Häusermeer der Stadt genommen. In wenigen Augenblicken schwebt es über dem westlichen Industrieviertel, stürmüsch begrüßt von der Arbeiterschaft, denn alle Räder stehen are still, alle Hände haben die Arbeit niedergelegt, die Autos und Straßenbahnen halten, die Leute sind ausgestiegen und jubeln dem fliegenden Riesenschiff zu. Auf den riesigen Werksanlagen der J. G. Farben in Höchst war es nicht anders: Die Arbeiter kommen zu Hunderten, zu Tausenden herausgerannt, sie flettern auf die Dächer, auf die Kesselanlagen. Das Schiff fährt in gleichmäßig ruhigem Kurs und verläßt 2 Uhr Frankfurt um Stuttgart anzufliegen.. Hier grüßt der ,, Graf Zeppelin" mit einer Neigung das Grab des Mannes, dessen Namen er trägt. Dann ging die Fahrt weiter nach Reutlingen, Hachingen, am Kloster Beuren vorbei und den Rest des Weges zum ersten Male mit ,, voller Kraft", mit 2000 PS. und einer Stundengeschwindigkeit von ca. 140 Kilometer nach Hause, wo er glatt um 17.28 Uhr gelandet wurde. Der Graf Zeppelin" ist neun Stunden 28 Minuten un( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. Total 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 75 wohnt hat. Am Denkmal der gefallenen 58er legte der Reichspräsident einen Kranz nieder. Danach begab sich der Reichspräsident nach Fraustadt. Dort trug er sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Nach einer Rundfahrt durch die Stadt kehrte der Reichspräsident nach Glogau zurück. Hier begrüßte im Stadtverordnetensaal Oberbürgermeister Dr. Hasse den Reichspräsi denten. Nach der mit stürmischem Beifall aufgenommenen Antwort des Reichspräsidenten trug er sich auch in das Goldene Buch der Stadt Glogau ein. Nach dem Essen im Weißen Saal des Rathauses empfing der Reichspräsident die Veteranen und begab sich dann durch ein Fackelspalier der Vereine zum Bahnhof zur Weiterfahrt nach Culmitau. Die Sozialdemokraten terwegs gewesen und hat eine Strecke von über 1000 Kilo haben den Neichspräsidenten nicht empfangen meter zurückgelegt. Der Graf Zeppelin" hat seine erste größere Fahrt glän= zend bestanden. Möge er weiter so sieghaft zeigen, daß deutscher Geist, deutsche Schaffenslust und deutsches Können Werte zu schaffen vermögen, die uns uns immer wieder an die Spiqe der Nationen stellen. Neue Luftpostmarken für die Zeppelinfahrt. Aus Anlaß der bevorstehenden Amerikafahrten des Luftschiffes ,, Graf Zeppelin" sind besondere Luftpostmarken zu 2 und 4 Mr. Herausgegeben worden. Sie haben die Form eines liegenden Rechtecks und die gleiche Größe wie die Kupferdruckmarken zu 1, 2, 3 und 5 Reichsmark. Die Gesamtgebühr für eine mit dem Luftschiff zu befördernde Postkarte ist auf 2 Mk., für einen gewöhnlichen Brief bis 20 Gramm auf 4 Mk. festgesetzt. Zum Freimachen der Sendungen können auch andere Luftpostmarken verwendet werden. Hindenburg in Niederschlesien. Am Mittwoch weilte der Reichspräsident in Niederschlesien. War auch hier die Bevölkerung außerordentlich stark zusammengeströmt, so fehlte doch der reiche Flaggen- und Blumenschmuck. Die Bevölkerung machte einen schweigsamen Eindrud und erst an den Stellen, wo die Schuljugend Aufstellung genommen hatte, drang der Jubel durch. In Waldenburg angekom men, begab sich der Reichspräsident in das Rathaus, wo er von Oberbürgermeister Wießner begrüßt wurde, der u. a. sagte: Was wir im einzelnen von Ihnen erwarten, läßt sich kurz zusammenfassen in dem Wunsch nach Linderung der Notlage des Industriebezirk. In diesem Sinne begrüßen wir Sie mit dem alten Bergmannsgruß ,, Glückauf!" Auch Landrat Franz führte aus, daß Sorge und Elend des Los unserer Arbeiter von Geschlecht zu Geschlecht waren und bleiben. Diese dichtgedrängte Bevölkerung, von den in Not befindlichen Vätern her die schwere Erbschaft geringer Widerstandskraft gegen manche Volkskrankheit mit sich schleppend, kann sich trotz treuester, hingebendster Arbeit nicht aus der Not befreien, wenn nicht vom Reiche her geholfen wird. Ihr Besuch, hochverehrter Herr Reichspräsident, gibt uns nun die Gewißheit, daß unsere Not fortan nicht vergessen wird, daß Waldenburger Not fortan Not des Ganzen ist. In seiner Erwiderungsrede dankte der Reichspräsident für die Begrüßungsworte und gab seiner schmerzlichen Bewegung über die Notlage des niederschlesischen Kohlengebietes Ausdruck. Weiter erklärte der Reichspräsident:„ Ich kann nur aufrichtig wünschen, daß es durch gemeinsame Arbeit von Reich und Staat, Arbeitgebern und Arbeitnehmern gelingt, die hier vorliegenden Probleme zu lösen. Was ich im Rahmen meiner verfassungsmäßigen Befugnisse dazu helfen kann, will ich von Herzen gern dazu tun. Das Elend, das ich hier gesehen habe, erschüttert mich aufs tiefste. Ich verspreche Ihnen noch einmal persönlich, daß hier bald etwas geschehen muß. Stürmischer Beifall dankte dem Reichspräsidenten für diese Aeußerung. Die Fahrt ging dann weiter über Weißstein nach dem dortigen Wintererholungsheim, das von mehreren Gemeinden errichtet wurde. Hindenburg erkundigte sich nach den Einrichtungen dieser Anstalt sehr eingehend. Aus Mitteln, die zu seiner persönlichen Verfügung stehen, stiftete er dann für diese Anstalt 3000 M, desgleichen je 500 M für die drei Familien, deren Ernährer bei dem letzten Grubenunglüd ums Leben famen. Am Nachmittag begab sich der Reichskanzler nach Breslau zurück, wo er um die sechste Abendstunde eintraf. Am Donnerstag weilte der Reichspräsident zuerst in Wahlstatt, wo er zunächst die alte Kadettenanstalt besuchte. Von dort begab er sich nach Liegnig. Auch hier wurde dem ReichsNach präsidenten ein überaus herzlicher Empfang bereitet. einer Rundfahrt durch die Stadt begab sich der Reichspräsident nach dem Schießhaus. Hier wurden dem Reichspräsidenten alte Veteranen vorgestellt. Der ADAC. hatie eine Sternfahrt nach Liegnig veranstaltet und aus allen Teilen Schlesiens alte Veteranen nach Liegnig gebracht. An dem Frühstück zu Ehren des Reichspräsidenten nahm auch Vizekanzler a. D. Hergt teil. Am Nachmittag traf Hindenburg in Glogau ein. An die Begrüßung schloß sich eine Rundfahrt durch die Stadt. Auf den Straßen bildeten Schulen und Vereine Spalier. Ein kurzer Halt vor dem Haus, in dem der Reichspräsident als Kind geBreslau. Das Reichsbanner und die Sozialdemokraten haben sich bei den Empfängen am Dienstag und Mittwoch nicht beteiligt. Die sozialdemokratische Volkswacht" schreibt zu dem Hindenburg- Empfang in Breslau::„ Die Breslauer sind diese Woche glücklich; denn es gibt viel zu sehen. Gestern und heute Hindenburg und morgen Sarrasani, die schönste Schau zweier Welten. Gestern schon haben sie sich der alten Volks= tradition treu gezeigt, in Scharen dorthin zu laufen, wo es etwas zu sehen gibt. Niedriger hängen! Gegen bezahlte Räumung. Ludwigshafen. Die Vorstände des Verbandes der Stadtund Landkreise des besetzten Gebietes haben in einer Sigung in Ludwigshafen folgendes Telegramm an den Reichskanzler abgesandt: ,, Die in Ludwigshafen tagenden Vorstände des Verbandes der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes sprechen dem Herrn Reichskanzler für seine zielbewußte Vertretung der Interessen des besetzten Gebietes in Genf aufrichtigen Dank aus. So sehr die gesamte Bevölkerung des be= setzten Gebietes den Tag herbeisehnt, an dem ihr die materiell und seeelisch schwer empfundenen Lasten der Besetzung abgenommen werden, so weist sie den Gedanken einer Befreiung durch weitere Belastung des Reiches auf politischem oder finanziellem Gebiet weit von sich. Der Verband bittet an diesem Standpunkt bei den weiteren Verhandlungen unter allen Umständen festzuhalten. * Bingen a. Rh. Gelegentlich der am Mittwoch nachmittag stattgefundenen Stadtverordnetenversammlung fand folgende Entschließung die einmütige Billigung des gesamten RolTegiums: Mit Unruhe und wachsender Sorge verfolgte die Bevölkerung des besetzten rheinischen Gebietes die Vorgänge in Genf. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Bingen als Vertreterin der gesamten Bürgerschaft erwartet, daß die Reichsregierun die Freiheit des besetzten Gebietes nicht mit Opfern erkauft, welche neue Lasten für fünftige Generationen darstellen und gleichbedeutend sind mit einer weiteren Beschränkung der Souveränität des deutschen Volkes. Der Bremer Eisenbahnmörder festgenommen. Mainz. Der Bremer Raubmörder Emil Hopp, der während der Fahrt des Eilzuges von Hamburg nach Bremen den Direktor Nordmann ermordete und aus dem Zug warf, ist Donnerstag in Mainz- Kastel festgenommen worden. Hopp hat gestanden, Direktor Neumann überfallen und beraubt zu haben. Ueber den Vorgang machte er folgende Angaben: Er habe Nordmann im Schlaf bestehlen wollen und versucht, ihm die Uhr aus der Tasche zu ziehen. Darauf sei der Direktor erwacht und es sei zwischen ihm und dem Angreifer zu einem kurzen Kampfe gekommen. Er, Hopp, habe aber bald gemerkt, daß Nordmann ihm an Kraft überlegen sei, deshalb den Revolver ge= zogen und den sich Wehrenden niedergeschossen und den Leichnam auf die Schienen geworfen. Nachdem er aus dem Gepäck die wertvollsten Gegenstände entnommen hätte, habe er alles andere durch das Fenster auf die Bahnstrecke hinausgeschleudert. Judae Samilia ein Eigenfaim! durch die Baufparkaffe der Gameinschaft der Scanda Gemeinnütige Gefellicaft mit befchränkt, Haftung JDüftenrot- Dürttemberg Unkündbare Tilgungsdarlehen zu 4 oder 5% Zins In 3% labren wurden 3701 Baufparern über 58 mili, RM, zur Derfügung gestellt. Sofortige Darleben werden nicht gegeben. Samstag, den 22. September 1928. Sonntag! Lokales. Sonntagsgedanken. Wieder naht er, der Feierabend nach harter Wochenarbeit. Feierklänge schallen über Berg und Tal, über Stadt und Land. Was macht schon den Morgen des Tages so feierlich ernst? Warum scheint es, als wenn die Sonne reiner und heller ſtrahlen, die Blumen frischer blühen würden. Die Arbeit ruht, das Einerlei des Alltags, der Kampf und das Hasten ums tägliche Brot wird einmal ausgesetzt. Der Mensch selbst geht am siebenten Tage nicht so tief gebeugt als ſonſt unter der harten Arbeitslaſt einher. Heute sind alle Menschen gleich. Der Arme im Feiertagsgewande so gut wie der Reiche. Heute dürfen sie freie Menschen sein, ruhen und sich des Lebens freuen. Der feierliche Klang der Sonntagsglocken ruft vom Turm des Domes und der Dorfkapelle die Botschaft des Friedens und der Liebe, die Botschaft:„ Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten sollst du ruhen." Der Schöpfer segnete diesen Tag und heiligte ihn. Der Sonntag ist der Gottes tag. Aber sechs Tage sollst du Erdenmensch sein und arbeiten. Heute mehr wie je, weil wir bettelarm geworden sind. Jm Schweiße des Angesichts muß der Deutsche mit ehrlichen Fingern sein Brot heute verdienen. Die Erde gibt nichts freiwillig her, nicht das Brot zur Nahrung, nicht den Stoff zur Kleidung, nicht den Stein zum Hause. Sonntag ist's. ., Gießener Zeitung" außerordentliche Professor für Veterinär- Histologie und Veterinär- Embryologie an der Universität Leipzig, Dr. Wilhelm Schauder, mit Wirkung vom 1. Oktober 1928 an zum ordent= lichen Professor für Veterinäranatomie an der Landesuniversität in Gießen ernannt. Wir folgen dem Ruf der Glocke ins Gotteshaus, wo die Menschen heute ihren Jubel und ihren Schmerz, ihre Hoffnung und ihre Sehnsucht zur Himmelshöhe jauchzen und klagen. Und wenn dort die Gottesfreude des Sonntags recht hineingeklungen ist in dein Herz und du wieder hinausgehst in den Sonntag, dann wird die Freude nachklingen, wenn du des Schöpfers Gaben am Sonntag betrachtest in Wald und Feld, an Busch und Strauch. Dann kehrst du neugeſtärkt zurück in dein Haus, zurück zur trauten Stille, wo heute auch heiliger Sonntagsfriede und selige Sonntagsfreude sich paaren. * Freiwerdende Lehrerstellen. Eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Altenschlirf, Dienstwohnung ist vorhanden und beziehbar. Die Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Radmühl, Dienstwohnung ist vorhanden. Eine Lehrerſtelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Herbstein, Dienstwohnung ist vorhanden und beziehbar.- Die Lehrerſtelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Schlechtenwegen, Kr. Lauterbach; Dienstwohnung ist vorhanden und beziehbar. Einen Schimmer des Sonntagsglückes nimm dann mit in das hastende Drängen des Arbeitstages und trage das Sonntagsgewand der Seele auch dann, wenn dich der Lärm des Alltags wieder umbraust. Und Gottes Segen wird dein stiller Begleiter sein. Der Sonntagsschreiber. * Straßensperrungen, * Fuhrwerkswaage außer Betrieb. Wegen Eichung kann die Fuhrwerkswaage in der Frankfurterstraße vom 24. September 1928 auf ungefähr 14 Tage nicht benutzt werden. mitgeteilt v. Oberhess. Automobil- Club e. V.( A. v. D.) Gießen. Die Strecke Kloppenheim- Ober- Erlenbach im Straßenzug Kloppenheim Bad Homburg wird ab 24. September bis auf weiteres für alle Fahrzeuge gesperrt. Umleitung über Holzhausen. * Die Schuhmacherschule Gießen, eine Abteilung der Staatlichen Gewerbe- und Maschinenbauschule, erhielt auf der Reichsausstellung für das deutsche Schuhmacherhandwerk in Dortmund die„ Goldene Medaille" für ausgezeichnete Leistungen. Die Sperre der Straße Vilberl- Nieder- Erlenbach wird ab 24. September ds. Js. aufgehoben. * Gießener Pferdemarkt- Lotterie. Die zehn ersten Gewinne fielen der Reihe nach auf folgende Nummern: 11 547, 8844, 6900, 5716, 13 985, 11 501, 3104, 1609, 502, 9557. * Straßensperrung. Wegen Aufstellung von Asphaltmaschinen wird die Alicenstraße zwischen Bahnhofstraße und Frankfurterstraße vom 24. September 1928 ab auf ungefähr 14 Tage für allen Fahrverkehr gesperrt. * Ernennung. Am 19. September wurde der planmäßige * Rückkehr aus dem Manöver. Unser 1.( Hess.) GrenadierBataillon trifft nach Schluß der diesjährigen Manöver heute Samstagabend 7.25 Uhr wieder in Gießen ein. Nr. 75. Aus Nah und Fern. Ein Landwirt aus Massenheim geriet beim Friedberg. Pflügen in ein Wespennest. Die wildgewordenen Tiere drangen auf den Landwirt ein und setzten ihm mit Stichen stark zu. Nach einigen Tagen stellte sich bei dem Mann eine Blutvergiftung ein, an deren Folgen er gestorben ist. Langsdorf. Letzten Sonntag fand die Diensteinführung des neuen Pfarrers Dr. Heymann durch Dekan Engel- Obbornhofen statt. Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz besetzt. * Doppeljubiläum. Seinen 70. Geburtstag feiert am 28. September Geh. Hofrat Professor Dr. Gisevius, der zugleich am 1. Oktober sein 25jähriges Jubiläum als Ordinarius unserer Universität begehen kann. Gisevius ist am 28. September 1856 zu Wartenburg in Ostpreußen geboren, er studierte in Königs= berg Mathematik und Naturwissenschaft und in Bonn und Poppelsdorf Landwirtschaft und Kulturtechnik. 1885 errang er in Königsberg das Zeugnis 1. Grades. Dann wurde er Wanderlehrer und Winterschuldirektor in Ostpreußen. Von 1888 bis 1898 war er Oberlehrer und dann Direktor an der Landwirtſchaftsschule zu Dahme in der Mark. Im Mai 1898 wurde er Profeſſor an der Universität Königsberg, am 1. Oktober 1903 nahm er den Ruf als ordentlicher Professor der Landwirtschaft an der Universität Gießen an, von 1917/18 war er UniversitätsDirektor, 1917 erhielt er den Titel Geheimer Hofrat. Am 1. Oktober 1925 wurde er emeritiert. Gisevius ist der Schöpfer des Landwirtschaftlichen Instituts der Universität Gießen. Die Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft verlieh ihm die EythDenkmünze wegen seiner Verdienste um die Landwirtschaft. * Gedern. Der zu Gedern am 16. September abgehaltene Vertretertag des Gaues Vogelsberg- Süd wurde vom Gauvorsienden Storck= Altenstadt geleitet. Die Zahl der Gauvereine hat sich auf 42 gesteigert. Es wurde beschlossen, am 5. Mai nächsten Jahres ein Gauwertungsfingen in Schotten abzuhalten, für das ein Pflicht- und ein Wahlchor vorgeschrieben sind. Ein engerer Ausschuß ist dazu berufen, alle Vorbereitungen zu tref= fen und das Singen zeitlich so zu regeln, daß noch anschließend ein Massenchor an der Kirche gesungen werden kann. Durch die Wahl des 2. Gauvorsitzenden Diehl- Ober- Schmitten zum Gauchormeister wurde der Leiter des Schottener Männerchors 1837, Louis Süßel, zum 2. Vorsitzenden erwählt. Tarifermäßigung der Deutschen Reichspost. Der Reichspoſtminister hat dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost eine Vorlage zugehen lassen, die vor allem den Fortfall der Forderung einer Mindestgesprächzahl im Fernsprechverkehr vorsicht. Den Teilnehmern werden nur die tatsächlich geführten Ortsgespräche berechnet werden. Ferner werden die einmaligen Apparatbeiträge, die bei Herstellung neuer Anschlüsse zu entrichten sind, erheblich herabgesetzt werden. Schließlich wird die Einrichtung öffentlicher Sprechstellen auf dem flachen Lande wesentlich verbilligt werden. Im Paketverkehr wird die Gebühr für unversiegelte Wertpakete ermäßigt werden. Empfänger, die ihre Pakete regelmäßig von der Bost abholen, sollen eine Vergütung erhalten. Aus dem Vogelsberg. Merkwürdigerweise sind die Kartoffeln hier noch ziemlich unreif, oowohl sie sonst um diese Zeit geerntet wurden und dieses Jahr doch so trocken war. Besonders die roten Arten stehen zum großen Teil noch in der Blüte. Die Erfahrungen in den nassen Jahren seither haben viele veranlaßt, mehr rote Sorten anzubauen, aber dieses Jahr sind hier die gelben obenan. Manche Landwirte haben das Kartoffelernten wieder eingestellt, da die Knollenhaut noch unreif war. Die Aepfel und Birnen tragen hier sehr wenig, während man mit der Zwetschenernte zufrieden sein kann. Alsfeld. Der langjährige Bürgermeister von Otterbach, Loch, ist im Alter von 55 Jahren gestorben. Loch war führend in der oberhessischen Bauernbewegung, Mitglied der Landwirtschaftskammer und Mitglied des Kreisausschusses. Für den Ausbau des Siedlungswesens, für die Verbesserung der Hutweiden und die Förderung des Obstbaues hat er sich mit Erfolg eingesetzt. Samstag, de Breit gestürzt fei unmehr den greftorben ist. eingeleitet. Worms. Am 2. September fonnte die Firma J. Langenbach u. Söhne G. m. b. H., Worms, den 75. Jahrestag ihrer Gründung feiern. Zur Erinnerung an das Jubiläumsjahr hat sie jetzt eine vornehm ausgestattete Festschrift herausgegeben. Die Firma hat aus Anlaß ihres Geschäftsjubiläums für ihre Beamten und Arbeiter eine Unterstützungskasse mit einem Betrag von R.-M. 100 000.- gegründet. Das Haus Langenbach steht heute an der Spitze des rheinischen Weinhandels. Rosenthal Landwirt S and erlitt ichwe ine Ueberführ en. Dort ist e amerif Von Red Die Frage camerikanischen niicht entschiede menden Gefell die Newyo Seligenstadt a. M.( Reicher Kindersegen.) Die Frau eines hiesigen Geschäftsmannes beschenkte ihren Gatten dieser Tage mit dem 23. Sprößling. Von den 23 Kindern sind noch elf am Leben. Die glückliche Mutter steht im 44. Lebensjahr; sie ist bereits Großmutter. die Germa die Equita und die M ünd von den Beifahren eing aft infolge der bersehen, obw Erfolg der Ver Dillenburg. In der Nähe des Ortes Bischoffen fand man nachts den Schuhmachermeister Adolf Sälter von Bischoffen tot auf der Landstraße vor. Er hatte eine schwere Schädelver Ichung. Anfangs nahm man an, daß Säger infolge der DunkelKAFFEE HAG der feinste Bohnenkaffee ist stets anregend- aber nie aufregend Was unsere Feinde über den Ausgang des Krieges sagen. Der französische Generalissimus Marschall Foch sagt: „ Ich behaupte, daß Deutschland im November 1918 hinter dem Rhein hätte standhalten können. Wenn das deutsche Volk einen Gambetta besessen hätte, wäre der Krieg verlängert wor= den, und wer weiß...? Ich glaube, daß ein Volk, das nicht besiegt werden will, nicht besiegt werden muß. Jm November 1918 hatte Deutschland selbstverständlich keinerlei Siegesaussichten mehr. Hätte jedoch seine Armee hinter dem Rhein standgehalten, hätten viele Dinge eine andere Wendung genommen." In fachmännischen französischen Werken über das Eisenbahnwesen im Weltkriege wird nachgewiesen, in welcher ausschlaggebender Weise die deutschen Eisenbahnzerstörungen den Vormarsch der Alliierten im Herbst 1918 gehemmt haben. Wenn die Zerstörungen, so heißt es in einem Werke, in derselben Weise bis zum Rheine fortgesetzt worden wären, dann hätte ein Stillstand der Operationen auf mehrere Monate eintreten müssen. Wie berühmte Leute in Berlin empfangen und begrüßt werden. Diese Ausführungen werden von dem englischen Feldmarschall Haig in seinen Kriegsberichten bestätigt. Einzelne Divisionen waren auf Bahnhöfe angewiesen, die 130 bis 160 Kilometer entfernt lagen. Die Schwierigkeiten der Versorgung wären bei einem weiteren Vormarsch außerordentlich gestiegen, be= sonders wenn bei weiterem deutschen Widerstand große Munitionsmengen hätten nachgeführt werden müssen. In einer am 25. Oktober stattgefundenen Beratung der alliierten Heerführer sprach sich Haig für gemäßigte Waffenstillstandsbedingungen aus. Die verbündeten siegreichen Armeen, so führte er aus, seien am Ende ihrer Kräfte. Deutschland aber sei militärisch noch nicht gebrochen. Während der letzten Wochen seien die deutschen Armeen tapfer kämpfend in bester Ordnung zurückgegangen. In seiner mit Blumen und Kränzen beladenen Droschke hielt der neue Berliner Lokalheros Gustav Hartmann, genannt der„ Eiserne Gustav", seinen Einzug in die in Festesstimmung schwelgende Reichshauptstadt. Offizielle Empfänge fanden statt und sogar Berlins Bürgermeister begrüßte in„ Audienz" den biederen Rosselenker aus Wannsee. Dicht gedrängt standen in den Straßen, die er durchfuhr und er fuhr im Zotteltrab durch halb Berlin! die Menschen Kopf an Kopf. Es war ein Ereignis ſondergleichen! Wagen ſtockien, Straßenbahnen bimmelten, Verkehr war unterbunden. Polizei hatte Mühe, die Straße freizuhalten. Die Masse Mensch" jubelte, winkte mit Händen und Taschentüchern, tobte die Begeisterung. Und ,, Gustav" saß majestätisch auf seinem Bock und winkte gnädig wie ein Fürst vergangener Zeiten mit seiner Peitsche. Der Vertreter Amerikas im Obersten Rat, General Bliß, hat sich dahin ausgesprochen. daß das deutsche Heer zwar geschlagen, aber noch nicht gebrochen gewesen sei, vielmehr noch eine beträchtliche Gefechtskraft gehabt habe. Es hätte wohl noch Stellungen einnehmen können, in denen es die weiteren Verhandlungen beeinflussen konnte:„ Nur die Revolution hat dies verhindert!" Vor einigen Monaten tam nach unendlichen Gefahren und Strapazen, nach entsagungsvoller wissenschaftlicher entdeckungsreise der Asienforscher Filcher nach Deutschland zurück. Man hatte ihn bereits verloren geglaubt und die Zeitungen hatten spaltenlange Artikel gebracht, in denen sie die großen Verdienste Filchners um die Wissenschaft in alle Himmel hoben! Als aber der lebende Forscher in Berlin am Bahnhof eintraf, glücklich, wenn auch im Dienste der Menschheit verletzt und leidend, da entdeckte selbst der schärfst blickende Beobachter nicht eine Spur von festlichem Empfang. Die in Frage kommenden Behörden hatten von seiner Ankunft keine Notiz genommen. Kein Minister, kein Bürgermeister begrüßte den Heimgekehrten! Wozu auch er war ja„ nur“ ein Mann der Wissenschaft, er brachte ja keine Sensation! Gott wie langweilig! Er hatte keine Reklametrommel gerührt... Eine Frage: Ist Berlin Hauptstadt eines Kulturstaates? Der Hausbesitzer Mädchen für alles. bäst. Alle vier echtzeitiger E heinende Gel meien, zu ben Guardian übe Machfolgegesell Madh den En 5224 ff. und agung des en gegen die Die Equitabl Leil mit Erfo Horzeitigen A iber nicht be Punkt steht, d eit nicht den eien bei Ab Begriff eine Während Der Höhe de ther jede Ve idurch ihr ge Equitable i etwa 17 Ce Alles ist schon dagewesen. Daß aber auch Un... praktisches wiederkehrt, zeigt, daß der Gesetzgeber in der Zwischenzeit nicht erfinderischer geworden ist. Nun, vielleicht haben die hierfür Verantwortlichen bereits den Gipfel der Klugheit erreicht. Man erinnert sich noch lebhaft der Unzuträglichkeiten des Hausbesizers beim Eintreiben der Steuern 1924/25. Der erste Mieter be hauptete praenumerando gezahlt zu haben, der zweite wollte nachträglich, der dritte gar nicht zahlen, sondern reklamieren. Alle waren sich in der Verärgerung gegen den Hausbesitzer einig, der als Vollziehungsbeamter des Staates zwar kein Entgelt für seine Mühe, aber Unangenehmes in Hülle und Fülle hatte. Jetzt greift man in Darmstadt u. a. D. wieder zu diesem Zahlungsmodus. Die städtischen Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung werden vom Hausbesitzer für die Stadt einkassiert. Die Kanalbenuhungsgebühr darf der Hausbesitzer als Belohnung für seine Arbeit allein tragen. Er muß dafür zahlen, daß der Mieter ungestört seine Abwässer in die Kanalisation der Stadt entleert. Es ist dies ein allerdings wenig plausibeles- Analogon zur Kaminfegergebühr. Bei dieser hat auch der Haus besitzer für die Entfernung des Schmutzes aufzukommen resp. zu zahlen, den die Mieter durch Feuerung in den Kaminen verursachen. Vor dem Kriege haben die Kaminfegergebühren einen verschwindend kleinen Teil der Miete ausgemacht. Heute sind dieselben bedeutend gestiegen. Die Summe dieser Lasten, verbun den mit den erhöhten Steuern und dem verringerten Entgegenkommen der Behörden kapitalschwachen Hausbesitzern gegenüber ist für den Hausbesitzer finanziell unerträglich geworden. Eine Mieterhöhung, verbunden mit einer Lockerung der Zwangswirtschaft bei größeren Wohnungen, d. h. solchen von 5 Zimmern und mit einer Friedensmiete von monatlich 75 M., ist daher eine der gerechtesten Forderungen. Derselben entsprach bereits die Mehrzahl der deutschen Länder und schaffte dadurch allen wirklich dringend Wohnung Suchenden zu angemessenen Preisen Raum. Statt dessen weiß man in Hessen nichts besseres zu tun, als den Hausbesitzer zu belasten. Man ist hier wenigstens in der Namengebung der Steuern und Gebühren erfinderisch. Somit ist doch nicht jede Hoffnung verloren, daß die Besten des Staates und der Stadt auch erfolgreich auf Mittel und Wege sinnen werden, die ihnen, ohne weitere Anspannung der Steuerschraube, die Glättung ihrer ,, genialen" Finanzwirtschaft gestatten werden. Herr Dr. W. Filchner wird am 1. Oktober in der Neuen Aula der Universität einen Lichtbildervortrag über„ Meine Tibetexpedition 1925 auf 1928" halten. Wir hoffen, daß der Besuch dieses Vortrags beweisen wird, welche Hochachtung und Wertschätzung diesem deutschen„ Sven Hedin" in Gießen ent= gegengebracht wird. it umso höh versicherten erreichen m Ausnahmeg jahren der rita nicht Die B Die An tätigkeit in daß die W Ergebnis zu Die in einer neröffentlich Deutschen R Male jeit B nur der lau hinaus ein bedarjes a gang an lich im Ja jahre, die jahren üb Wohnunge wachsbedar In Ne mehr als mehr in bei weitem in Wohnge meinnügigen perfchaften u gebäuden he Den nur in d ihrer Tätigt figen privat Durch U Geschäfts: 3 Aus- und A Morjahr gem 1926 war al jedoch durch Umbauten ringert wur größerem medmäßiger gegen 12 291 1926. Die jchwächer al Der Re meijten in unter diejen 10 000 bis Die Zunahm 75. bein nge ergi bor Pla Item UDO erein M alte tre egen Dur 7 3 τάρτε Kar 3 Onder 2 DE Ka unta ihren erba t fi Lank ir de Erfo ange hr h gebe m ange dels. 1 eine Ta och d hr; 1 dm chofi delp Dunle ** midt terfür Samstag, den 22. September 1928. heit gestürzt sei. Jedoch lassen die näheren Begleiterscheinungen nunmehr den Schluß zu, daß Sälzer eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung eingeleitet. Rosenthal bei Marburg. Mittwoch nachmittag geriet hier der Landwirt Konrad Meg in das Getriebe der Dreschmaschine und erlitt schwere Quettschungen und sonstige Verlegungen, die icine Ueberführung in die Marburger Klinik notwendig machfen. Dort ist er Donnerstag früh gestorben. Die Auswertung amerikanischer Lebensversicherungen. Von Rechtsanwalt und Notar Dr. Kühn, Berlin. Die Frage der Aufwertung der Markversicherungen bei amerikanischen Lebensversicherungsgesellschaften ist noch immer nicht entschieden. Gegen die vier hauptsächlich in Frage kommenden Gesellschaften die Newyork Life Insurance Company, die Germania( Guardian) Life Insurance Company ,, die Equitable Life Assurance Society, und die Mutual Life Insurance Company sind von den zusammengeschlossenen Versicherten grundsätzliche Verfahren eingeleitet worden. Der Zeitpunkt ihrer Beendigung ist infolge der Saiinädigkeit der Gesellschaften noch nicht zu übersehen, obwohl sich die Anzeichen mehren, daß ein endgültiger Erfolg der Versicherten nicht mehr allzu lange auf sich warten läßt. Alle vier Gesellschaften haben während der Inflation in rechtzeitiger Erkennung deren wahren Charakters, die günstig scheinende Gelegenheit, sich von ihren Verpflichtungen zu be= freien, zu benutzen versucht. Die Newyork und die GermaniaGuardian übertrugen ihren deutschen Versicherungsbestand auf Nachfolgegesellschaften den Kronos bezw. die Phönix A.-G. Nach den Entscheidungen des Reichsgerichts( RG. Band 112, G 224 ff. und RG. VI, 96-27 vom 4. 10. 27) sind trotz der Uebertragung des Versicherungsbestandes die Ansprüche der Versicherten gegen die amerikanischen Gesellschaften unberührt geblieben. Die Equitable und Mutual versuchten schon 1921 zum großen Teil mit Erfolg, ihre deutschen Versicherten zur Annahme einer vorzeitigen Abfindung zu veranlassen. Auf diese werden sie sich aber nicht berufen können, da das Reichsgericht auf dem Standpunkt steht, daß Vergleich und Abfindungen in der Inflations= zeit nicht den Auswertungsanspruch ausschließen, weil die Parteien bei Abschluß der Vereinbarung die Möglichkeit und den Begriff einer Aufwertungsforderung nicht kannten. Während in den Verfahren der Markversicherten bezüglich der Höhe der Aufwertung die amerikanischen Gesellschaften bisher jede Verständigung ablehnten, haben die Rubelversicherten durch ihr geschlossenes Vorgehen erreicht, daß die Newyork und Equitable ihnen ein Vergleichsangebot auf der Grundlage von etwa 17 Cent für einen Rubel gemacht haben. Dieser Erfolg ist umso höher zu bewerten, wenn man bedenkt, daß die Rubelversicherten zunächst in langwierigen Gerichtsverhandlungen erreichen mußten, daß ein von der Newyork gegen sie erwirktes Ausnahmegesetz als verfassungswidrig erklärt wurde. Die Verjahren der deutschen Markversicherten konnten zunächst in Amerita nicht zur Durchführung gelangen, da die Newyorker GeDie Bautätigkeit im Deutschen Reich im Jahre 1927. Die Angaben des Statistischen Reichsamts über die Bautätigkeit in Groß- und Mittelstädten ließen bereits erkennen, daß die Wohnungsbautätigkeit im Jahre 1927 ein günstiges Ergebnis zu verzeichnen hatte. Dieser Eindruck wird nun durch die in einem der letzten Hefte von„ Wirtschaft und Statistik“ veröffentlichten Ergebnisse über die Wohnungsbautätigkeit im Deutschen Reiche im Jahre 1927 vollauf bestätigt. Zum ersten Male seit Beendigung des Krieges wurde im Jahre 1927 nicht nur der laufende Bedarf gedeckt, sondern es konnte noch darüber hinaus ein Teil des aus den Vorjahren übernommenen Fehlbedarfes an Wohnungen abgetragen werden. Der Reichszu= gang an Wohnungen im ganzen Deutschen Reiche betrug nämlich im Jahre 1927 288 635 gegen 205 793 Wohnungen im Vorjahre, die Zunahme betrug somit 40,3 v. 5. Der aus den Vorjahren übernommene Fehlbedarf konnte also um rund 89 000 Wohnungen vermindert werden, wenn man den jährlichen Zuwachsbedarf auf etwa 200 000 Wohnungen beziffert. ter be woll miere reinig Entge e batt dieje uhr' adt Ther sable ffon& beles er ha rejp. Ten en ein ute f verb ntgege genübe 7. Gin gswin - Die ge 42,9 v. H. In Neubauten wurden 284 444 Wohnungen 44,1 v. 5. mehr als 1926 fertiggestellt, davon 281 090 mehr in Wohngebäuden. Unter den Bauherren überwogen bei weitem die privaten Bauherren, auf die 60,3 v. H. aller in Wohngebäuden errichteten Wohnungen entfielen. meinnützigen Baugesellschaften stellten 27,9 v. H., öffentliche Körperschaften und Behörden 11,8 v. H. aller Wohnungen in Wohngebäuden her, von den gemeinnützigen Baugesellschaften wurden nur in den Großstädten, auf die sich der überwiegende Teil ihrer Tätigkeit beschränkte, mehr Wohnungen als von den sonfigen privaten Bauherren errichtet. Durch Umbauten, zum Teil im Wege der Umwandlung von Geschäfts- zu Wohnräumen, in starkem Maße aber auch durch Aus- und Anbauten, sind 22 390 Wohnungen gegen 21 445 im Vorjahr gewonnen worden. Nach dem Rückgang von 1925 auf 19 26 war also wieder eine geringe Zunahme zu verzeichnen, die jedoch durch einen gleichfalls etwas größeren Abgang infolge erheblich verumbauten- 2839 Wohnungen gegen 2445 imgert wurde. Die zunehmende Bautätigkeit gestattete auch in. größerem Umfang den Abbruch von überalterten oder unwedmäßigen Gebäuden. Hierdurch kamen 13 360 Wohnungen gegen 12 291 im Vorjahr in Fortfall, d. h. 25,0 v. H. mehr als 19926. Die Abbrauchtätigkeit war also verhältnismäßig weit schwächer als die Neubautätigkeit. t baf berei dy allo Prei 5 in M Exa Stac - Der Reinzugang an Wohnungen ist gegenüber 1926 am meisten in den Gemeinden über 5000 bis 10 000 Einwohner, unter diesen besonders, um 53 v. H., in den Gemeinden von 100 000 bis 20 000 Einwohnern gestiegen. Am geringsten war dile Zunahme in den ganz kleinen Gemeinden bis zu 2000 Ein,, Gießener Zeitung" Deutsche! Kauft deutsche Waren! Es ist leider eine sehr betrübende Tatsache, daß in unserem Familienhaushalt eine Menge Waren ausländischen Fabrikats Verwendung finden. Da sind z. B. englische Schuhcreme, französisches Parfüm, italienische und spanische Früchte usw. Wäre es nicht unser erste Pflicht, deutsche Ware der ausländischen vorzuziehen? Abgesehen da= von, daß das deutsche Geld dann im Inland bliebe, gäben wir unseren deutschen Volksgenossen dadurch Arbeit und Brot. Mögen diese Zeilen genügen, uns Deutsche, besonders die deutsche Hausfrau, an unsere vaterländische Pflicht zu erinnern! - - richte eine Entscheidung mit der Begründung abgelehnt haben, daß die deutschen Gerichte über diese Ansprüche zu entscheiden hätten. Im Gegensatz hierzu hat sich kürzlich ein Gericht im Staate Oregon für die Klage eines deutschen Markversicherten zuständig erklärt. Auch hat zum ersten Male das Dastriktge= richt in San Franzisko die Mutual in einem Prozeß aus einer mit der Niederlassung der Gesellschaft in Berlin zum Abschluß gebrachten Markversicherung in Höhe von 10 000 Mart zur 3ahJung von 4884,46 Dollar kostenpflichtig verurteilt. Es scheint sich hiernach eine andere Auffassung der amerikanischen Gerichte anzubahnen, doch wird sicherlich dieses kommt auch in den ,, Findings of Fact and Conclusions of Law" des Franziskoer Urteils zum Ausdruck der weitere Verlauf der amerikanischen Verfahren von der Entscheidung der deutschen Gerichte über die Aufwertung abhängig sein. In den in Deutschland anhängigen Verfahren hat sich die Gesamtlage nicht wesentlich verändert. Nachdem die Newyork und Germania vom Landgericht 1 Berlin zur grundsätzlichen Haftung außerhalb des Aufwertungsgesetzes für die Ansprüche aus im Ausland abgeschlossener Markversicherungen verurteilt worden sind, schweben diese Prozesse in zweiter Instanz. Auch gegen ihre Verurteilung zur vollen Auswertung der angesammelten Dividende hat die Newyork Berufung eingelegt. Das Kammergericht hat in dieser Sache einen Beweisbeschluß erlassen, aus dem hervorgeht, daß es grundsätzlich ebenfalls auf dem Standpunkt steht, daß die angesammelten Dividenden außerhalb des Aufwertungsgesetzes auszuwerten sind. Es hat seine Entscheidung von der Vernehmung eines Sachverständigen über versicherungstechnische Fragen abhängig gemacht. Die Verfahren bezüglich des Hauptanspruches schweben immer noch in erster Instanz, da die Rechtsfragen äußerst kompliziert sind. Das Landgericht 1 will sein endgültiges Urteil offenbar von der Auslegung des Artikels 115 der Durchführungsverordrung abhängig machen. Das Reichsaufsichtsamt hat jedoch den dort vorgesehenen Entscheid mit Rücksicht auf das gegen die Mutual in San Franzisko erzielte Urteil und den der Regierung vorliegenden Antrag auf eindeutige Fassung dieses Artikels bisher abgelehnt. Die Versicherten haben sich kürzlich zu der Reichsgemeinschaft amerikanischer Versicherten mit dem Sitz in Berlin zusammengeschlossen, um die grundsätzlichen Verfahren zur Durchführung zu bringen und zu erreichen, daß die Regierung die maßgebliche Bestimmung des Aufwertungsrechtes klarlegt. Es ist zu hoffen, daß dieser Zusammenschluß den Versicherten die erstrebten Erfolge bringt. wohnern. In den Jahren 1919 bis 1927 zusammengenommen war die Wohnungsbautätigkeit, verglichen mit der Bevölkerungszahl, am größten in den mittleren Gemeinden mit 5000 bis 50 000 Einwohnern und am geringsten in den ganz kleinen Gemeinden unter 2000 Einwohnern, und den Großstädten. Die Zahl der im Jahre 1927 fertiggestellten Wohngebäude betrug 131 368 und übertraf damit das Vorjahr( 97 838) um 34,3 v. H. An Kleinhäusern mit 1-2 Wohngeschossen und höch stens 4 Wohnungen wurden 112 050 gegen 84 933 im Jahre 1926 fertiggestellt, d. h. 31,9 v. H. mehr; die Zunahme war also bei diesen verhältnismäßig geringer als bei den größeren Wohnhäusern und der Anteil der Kleinhäuser an der Gesamtzahl der Wohngebäude ist daher von 86,8 v. H. im Vorjahre auf 85,3 zurückgegangen. Auch im ganzen hat die Durchschnittsgröße der Wohnhäuser nach der Zahl der in ihnen enthaltenen Wohnungen wieder um ein geringes zugenommen. Im Jahre 1924 famen auf ein neuerrichtetes Wohngebäude 1,7 Wohnungen, im Jahre 1925 1,8, im Vorjahre 2,0, und im Berichtsjahre 2,1 Wohnungen. Mit zunehmender Gemeindegröße stieg auch die Durchschnittsgröße der erstellten Wohnungen. In den Gemeinden mit 2000 Einwohnern entfielen auf ein neuerrichtetes Wohngebäude 1,3, in den Gemeinden über 100 000 Einwohner 3,8 Wohnungen. Die Durchschnittsgröße der erstellten Wohwenn man die Berichte der Groß- und nungen selbst hat wieder um ein geringes abgenom Mittelstädte zugrundelegt men. Durch öffentliche Körperschaften und Behörden wurden 8,6 v. H. aller Wohngebäude, durch gemeinnützige Baugesellschaften 18,8 v. H. und durch sonstige private Bauherren 72,6 v H. errichtet. Die von gemeinnützigen Baugesellschaften errichteten Wohngebäude waren im Durchschnitt mit 3,2 Wohnungen je Wohnhaus am größten, die von sonstigen privaten Bauherren errichteten mit 1,8 am kleinsten. Durch Abbrüche, Brände usw. kamen 10 755 Wohngebäude in Fortfall, 24,6 v. H. mehr als 1926, an Kleinhäusern allein 1082 oder 23,3 v. 5. mehr. Der Reinzugang an Wohngebäuden stellte sich mithin im Berichtsjahre auf 120 613 gegenüber 89 204 im Vorjahr. Die Zunahme betrug 35,2 v. H. - An Gebäuden für öffentliche, gewerbliche und sonstige wirtschaftliche Zwecke wurden im Berichtsjahre 76 052 gegen 63 757 im Vorjahr, d. h. 19,3 v. 5. mehr errichtet. Die Bautätigkeit des Jahres 1925 mit 76 328 Gebäuden wurde jedoch der Zahl nach nicht ganz erreicht; da aber im Berichtsjahre die industrielle Bautätigkeit verhältnismäßig stark, die landwirtschaftliche dagegen gering war, dürfte das Bauvolumen auch größer als 1925 gewesen sein. Durch Abbruch kamen 8242 Gebäude oder 11,9 v. H. mehr als 1926 in Fortfall. Die Zunahme war also verhältnismäßig geringer als bei den Wohnungen und Wohngebäuden, der Reinzugang an Gebäuden für öffentliche, gewerbliche oder sonstige wirtschaftliche Zwecke betrug 67 810 Gebude oder 20,2 v. H. mehr als 1926. Nr. 75. Wozu braucht deutschland eine Marine? Von Admiral Scheer. Der nachstehende Aufsatz ist ein Originalbeitrag aus dem soeben erschienenen weltbekannten Köhler: schen Flottenkalender 1929, 27. Jahrgang, der auf über 300 Seiten spannende See- Erzählungen, un terhaltende und belehrende Beiträge von prominenten Persönlichkeiten und ca. 150 Abbildungen enthält. Preis R.-M. 1.20. Verlag von Wilhelm Köhler, Minden in Westfalen. Wozu brauchen wir noch eine Marine? Daß diese Frage aufgeworfen werden kann, zeigt deutlich, wie nahe wir daran sind, den unheilvollen Gedanken auf Machtverzicht in uns auftommen zu lassen. Wozu brauchen wir eine Flotte? Um unsere Stellung in der Welt zu behaupten, nicht um die Weltherrschaft zu erobern, wie uns fälschlicher Weise nachgesagt wurde. Die wirtschaftliche Entwicklung des Reichs, seine starke Bevölkerungszunahme von 41 Millionen im Jahre 1871 auf 68 Millionen im Jahre 1914, die raschen Fortschritte der Technik, die Umwandlung in einen Industriestaat, die Unzulänglichkeit der eigenen landwirtschaftlichen Produktion für die Volfsernährung und das Bedürfnis die Einfuhr von Rohstoffen für die industrielle Verarbeitung, die auf eigenen Kolonialbesitz hingewirkt hatte, waren unausbleibliche Begleiterscheinungen des immer stärker mit der Weltwirtschaft verflochtenen und gegen früher so erheblich vergröBerten, einheitlichen deutschen Wirtschaftskörpers. Trotz des unglücklichen Kriegsausgangs hat die deutsche Flott die Bahn frei gemacht für die Freiheit der Meere", und die britische Vorherrschaft zur See beseitigt. Denn der Glaube an die Unüberwindlichkeit und die unbedingte Ueberlegenheit der englischen Flotte ist dahin; England muß sich darein finden, daß seine Flotte auf ein bestimmtes Stärkeverhältnis zu der anderer großer Seemächte festgelegt ist. Das dadurch angebahnte Gleichgewicht der Kräfte wird von Amerika sorgsam gehütet, trotz aller Freundschaftsversicherungen britischerseits, die drüben nicht ernst genommen werden. Von dieser Freiheit der Meere, die ein Erfolg der deutschen Seefriegsführung ist, nach Maßgabe unserer Kräfte und Bedürfnisse Nutzen zu ziehen, und sie auch für unsere Seeinteressen zu sichern, ist auch in Zukunft der Zweck einer deutschen Marine. Je knapper der Raum im eigenen Lande für die große Bevölkerungszahl geworden ist, umsomehr sind wir auf überseeische Betätigung in Schiffahrt, Handel und Gewerbe angewiesen. Die Geschichte des Deutschen Reiches hat eine kontinuierliche Fortentwicklung der Seemacht nicht zugelassen. Man mag dabei zurückschauen bis in die Zeiten der Hansa, in die Geschichte des deutschen Ritterordens oder auf den Flottenbau des Großen Kurfürsten, Friedrichs des Großen, auf die deutsche Bundesmarine, die preußische und schleswig- Holsteinische Marine, die Marine des Norddeutschen Bundes nach 1866 und schließlich die Kaiserlich deutsche Marine seit 1870. Immer wieder hat die Entwicklung zwangsläufig aussetzen müssen, auch wenn es eine Zeit lang den Anschein hatte, als könne der Deutsche auch ohne eine Kriegsflotte, gestützt auf ein brauchbares Heer, in Ruhe weiter leben. Angesichts dieser durchaus einheitlichen und eindeutigen historischen Erfahrung wäre eine freiwillige Verschleuderung der aus unserer letzten großen Marineentwicklung noch vorhandenen Marinewerte( Schiffe, Anlagen, Personal, Erfahrungen) und ein Abreißenlassen jeder Tradition nicht zu verantworten. Kein einziges der Geevölker, das sich seit der Zeit der groBen Entdeckungen um Welt- und Seegeltung bemüht hat, ist wie Spanien, selbst nach dem Fehlschlag seiner Ambitionen Portugal, Holland, Schweden deren Landbasis und Bevölkerungszahl nicht in Einklang mit jenen stand auf den Gedanken verfallen, seine Marine abzuschaffen, sondern hat sie in das richtige Verhältnis zu seinem Seegeltungsbedürfnis zu bringen verstanden. Sie haben nicht ohne weiteres von der Weltbühne abtreten wollen, und diesem Geltungsbedürfnis ist es zuzuschreiben, daß die spanische Sprache heute noch in einem großen Bevölkerungskreise Amerikas herrscht, die portugiesische in Brasilien, daß der afrikanische Kolonialbesitz Portugals sogar als ein weit über seine Ausnutzbarkeit durch das Mutterland hinausgehender Gebietskörper fortbesteht, daß Holland seinen Reichtum aus Niederländisch- Indien noch weiter erhält und Deutschland allein sollte verzichten?! Seine neue wirtschafts- und sozialpolitische Lage seit der Reichsgründung hatte den Seeverkehr von einem mehr oder weniger nebensächlichen Bestandteil des Wirtschaftslebens zu einem integrierenden Bestandteil desselben erhoben, ihm mußte machtpolitisch Rechnung getragen werden. England aber hatte begriffen, daß es unbeschadet des Vorhandenseins der Seemacht Frankreichs, Rußlands, Jtaliens und anderer Länder die Existenzberechtigung einer deutschen Flotte als historisch unbegründet hinstellen müsse, womit es der noch unbelehrbaren, engherzig fontinentalen Auffassung in Deutschland entgegenkam und seinen Handelsneid, der immer die Triebfeder für Albions Feindseligkeit war, unter der Vorspiegelung versteden konnte, Deutschland brauche teine Marine. Sollten wir uns für alle Zeit damit abfinden, daß England uns auf dem Wasser nicht dulden wollte? Wir, das einzige Volf, das sich ihm an Seetüchtigkeit gewachsen gezeigt hat! Gerade in einer Zeit, wo die Umwertung der Machtverhältnisse durch den Weltkrieg, der doch nichts anderes war, als der große Kampf um Seegeltung, andere Beziehungen der Völker zueinander geschaffen hat, die sich im Zusammenschluß großer Wirtschaftsgebilde zu entsprechenden Machtfaktoren auswirken. Welche Rolle Deutschland dabei zufällt, wird davon abhängen, wie es nach Befreiung von den Fesseln des Versailler Vertrags, die nur eine Frage der Zeit sein kann, seinen staatlichen Zusammenhang gewahrt und gefestigt hat, wie seine Arbeitsleistung in der Welt geschätzt wird, und wie es seine Ansprüche auf Gleichberechtigung mit anderen großen Völkern vertreten tann. Die uns jetzt noch verbliebene bescheidene militärische Macht ist das Mindestmaß dessen, was wir zur Erhaltung der Staatsautorität bedürfen, und diese auch nach außen hin in Erscheinung treten zu lassen, ist die besondere Aufgabe, die der Marine zufällt. Samstag, den 22. September 1928. Deutschland hat eine Küstenausdehnung von Emden bis Memel, in gerader Linie gemessen, von rund 1000 Kilometern Länge. Ueber die Küstengewässer steht ihm die Ausübung des Hoheitsrechtes bis auf eine Entfernung von drei Seemeilen Abstand von der Küste zu. Vielfach ist schon der völkerrechtliche Anspruch erhoben worden, die Hoheitsgrenze weiter auszudehnen, denn die drei Seemeilengrenze entspricht der Tragweite der damaligen Geschütze, die von den heutigen um das dreifache übertroffen wird. In diesem Gebiet hat die Marine die Seepolizei auszuüben. Im Frieden beschränkt sich deren Tätigkeit hauptsächlich auf den Schutz der Seefischerei. Bei der Unsicherheit der heutigen Verhältnisse muß mit Aufständen gerechnet werden, die sich im Küstengebiet ebenso katastrophal für unser Wirtschaftsleben auswirken können, wenn es den Aufrührern gelingt, wichtige Küstenplätze in ihre Hand zu bringen, wie es bei Aufständen in unseren Hauptindustriegebieten der Fall wäre. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist aber anzunehmen, daß die Vorbereitung eines Aufruhrs sich sowohl auf die Küstenplätze, wie auf solche ebenso lebenswichtige Wirtschaftsgebiete streden wird. Die Reichswehr kann dann bei ihrer geringen Stärke den Anforderungen an allen Seiten nicht gewachsen sein. Die Sicherheit des Küstengebietes fällt der Marine zu, die auch allein imstande ist, den Zuzug von Unterstützung mit Menschen, Waffen, Geld und Proviant auf dem Wasserweg zu verhindern und bei der großen Beweglichkeit der Schiffe rechtzeitig an den bedrohten Orten auzutreten. Ihr bloßes Erscheinen könnte schon genügen, wie im Jahre 1919 in Emden, Bremen und Hamburg oder vor Stettin in der Odermündung im Frühjahr 1920, daß der Widerstand oder die Absicht dazu aufgegeben wird. Solange der Gedanke der Weltrevolution noch fortbesteht,- und es könnte eine verhängnisvolle Täuschung sein, die als Phantom zu betrachten- würden bolschewistische Absichten auf einen Stützpunkt an unserer Küste beim Fehlen der Abwehrmöglichkeit durch eine Marine erst recht genährt werden. er= Das Hoheitsrecht legt dem betreffenden Lande auch die Verpflichtung auf, im Kriegsfalle seine Neutralität zu wahren und zu verhindern, daß sein Gebiet von einer der kriegsführenden Parteien ausgenutzt wird. Sonst werden Schadenersatzansprüche erhoben oder das eigene Land wird, wenn es seine Rechte als neutraler Staat nicht wahren kann, gegen seinen Willen mit in den Krieg hineingezogen, wie es im Weltkrieg bei China, Portugal, Brasilien und anderen der Fall war. Holland, Spanien, Schweden dagegen haben, gestützt auf ihre, wenn auch nur schwachen Seestreitkräfte, die sie in Bereitschaft hielten, solchem Ansinnen Widerstand leisten können. Der Alabamafall aus dem Sezessionskrieg der Vereinigten Staaten hat England eine Entschädigungssumme von 15 Millionen Dollars da= für gekostet, daß es in den damals neutralen englischen Gewässern ausgerüstete Kreuzer den Handel der Nordstaaten durch Kaperkrieg schwer geschädigt hatten. Ein wirksamer Küstenschutz läßt sich nur durch angriffs= weise vorgehende Schiffe durchführen. Sonst laufen wir wieder die Gefahr einer Blockade durch Kleinstaaten, die uns auf dem Wasser überlegen sind, wie der deutsche Bund und Preußen gegenüber Dänemark 1848 und 1864. Das Fehlen einer Wehr zur See wäre eine direkte Herausforderung an unsere Nachbarn im Osten, die eine Marine besitzen, oder, wie Polen, im Begriff sind, sie zu schaffen, mit einer Blockadedrohung uns ihren Willen aufzwingen. Das durch den polnischen Korridor vom Reich getrennte Ostpreußen kann nur auf dem Wasserweg davor ge= schützt werden, sich der von Polen drohenden Gefahr zu er= ,, Gießener Zeitung" wehren. Der Besitz Ostpreußens ist allein das Halten einer Marine wert, die den anderen Ostseeflotten an Leistungsfähigkeit überlegen ist. Und es ist eine Ehrenpflicht des Reichs, sie nicht durch Ueberaltern unseres Schiffmaterials noch unter den bescheidenen Kampfwert, der ihr nach dem Versailler Diktat verblieben ist, herabsinken zu lassen. Neben dieser notwendigen Sicherung unserer Küste, einer Verteidigungsfront, die allein von der Marine gehalten werden kann und muß, hat sie auch im Frieden eine Reihe von Nebenaufgaben zu erfüllen, die ein Kulturvolk wie das deutsche, das es doch auch bleiben will, nicht vernachlässigen darf. Das sind 3. B. die Hilfeleistung bei Seenot oder bei der gerade in der Ostsee häufig eintretenden Eisgefahr, daneben die Seevermessung und das Seekartenwesen, auf die unsere wieder im Aufblühen begriffene Handeelsschiffahrt angewiesen ist, wenn unsere Reedereien dafür nicht Geld im Ausland bezahlen sollen, während gerade die Güte und Zuverlässigkeit der deutschen Arbeit auf diesem Gebiet sich Absahmöglichkeit im Ausland geschaffen hat. Ferner der Wetter- und Handelsnachrichtendienst, die Ueberwachung der Seezeichen, die Beaufsichtigung der Fischerei, die volkswirtschaftlich eine große Rolle spielt, und zu deren Förderung auch die wissenschaftliche Erkundung der Meeresverhältnisse und der in dauerndem Wechsel begriffenen Möglichkeiten zum Betrieb des Fischfangs gehört. Die von allen Kulturstaaten betriebene Arbeit zur Förderung der Wissenschaft hat eine große Tragweite für die so wünschenswerte Annäherung der Völker untereinander. Auch auf diesem Gebiet kann die Marine wertvolle Dienste leisten, wie es die vor kurzem beendete zweijährige Expedition des Vermessungsfahrzeugs„ Meteor" im Atlantischen Ozean bewiesen hat. Nicht nur, daß dabei ein ganz neues Bild von der Gestaltung des Meerbodens im Zusammenhang mit den für die Schiffahrt so wichtigen Meeresströmungen ge= wonnen worden ist, sondern die gleichzeitig vorgenommenen meteorologischen Beobachtungen haben auch Aufschluß gebracht über die Windverhältnisse in großen Höhen, die für die Luftschiff= fahrt von besonderem Werte sind. Als der erste Chef der Admiralität, General von Stosch, den Entschluß faßte, die Schiffe der neuzugründenden Reichsmarine nur aus deutschem Material und auf deutschen Werften bauen zu lassen, hat er damit der deutschen Industrie einen mächtigen Ansporn gegeben, der sich weit über den eigentlichen Schiffbau hinaus geltend gemacht und unsere Eiſenindustrie erst in der Welt konkurrenzfähig gemacht hat. Die technische Fortentwicklung im Schiffbau kann auch künftig nur von einer Reichsbehörde, die durch den Kriegsschiffbau auf der Höhe der Anforderungen bleibt, so gefördert werden, daß sie unserer Handelsschiffahrt zugute kommt und unserer Industrie Aufträge aus dem Auslande zuführt. Volkswirtschaftlich wirkt sich der Bau von Kriegsschiffen auch noch dahin aus, daß der größte Teil ihrer Kosten in Höhe von 80 Prozent dem an der Herstellung beteiligten Werkspersonal als Arbeitslo; n bezahlt wird. Lassen wir unsere staatliche Schiffahrt, die Marine, verkümmern oder ganz eingehen, ſo iſt die unausbleibliche Folge auch ein Niedergang in der personellen und materiellen Leistungsfähigkeit der Handelsmarine, die durch die Tatkraft und Unternehmungslust der hanseatischen Reedereien auf dem besten Wege ist, sich ihren Weltruf zu erhalten. Wenn ihre Schiffe auch viel dazu beitragen, Zeugnis von deutschem Können ablegen, so ist ihre Wirkung als Repräsentanten des deutschen Reichs und seiner Macht nicht zu vergleichen mit dem von Alters her gebräuchlichen Zeigen der Flagge durch Kriegsschiffe. 500 000 qm GROSSER AUSSTELLUNGSPARK AM Rechnungs- Vordrucke RECHTEN RHEINUFER M. AUSSTELLUNGSBAHNHOF Verlobungsanzeigen Vermählungskarten NWK WOLLE * NWK Einladungskarten Geburtsanzeigen Besuchsanzeigen Nr. 75. Darin liegt das Geheimnis der Wirkung, daß Organisationstalent, Ordnung, Disziplin und Bildung eines Volkes ihren prägnantesten Ausdruck finden in einem Kriegsschiff mit seiner Besagung, die dem Ausland gegenüber eine erlesene Aus: wahl seiner Volkskraft und seiner Leistungsfähigkeit in technischer Hinsicht vor Augen stellt. Eine Nation, die sich selbst aufgibt, ist verloren. Dazu haben wir Deutsche keinen Grund. Wir dürfen stolz sein auf die Taten unserer Flotte. Wir brauchen Seegeltung. Wir dürfen die Tradition nicht abreißen lassen, denn eine Flotte läßt sich nicht wie eine Armee aus dem Boden stampfen. Wir wollen Anteil haben an der von uns erkämpften Freiheit der Meere, denn die innere Berechtigung dazu liegt in der Leiſtungsfähigkeit und der Betriebsamkeit des deutschen Volkes, das in der Heimat nicht den nötigen Raum für seine Arbeitskraft findet. Deshalb darf unsere Flagge nicht vom Meere verschwinden und: Dazu braucht Deutschland eine Marine! „ Die Faust" verboten. Der hessische Minister des Innern hat die in Worms erscheinende Nationalsozialistische Wochenschrift„ Die Faust" mit Wirkung vom 20. September 1928 an verboten. Das Verbot ſtützt sich auf die Paragraphen 8 und 21 des Gesetzes zum Schutze der Republik und ist veranlaßt durch einen in Nr. 58 des zweiten Jahrgangs der„ Faust" erschienenen Artikel: ,, Ein Traum ein Gespenst und die Verfassung", der nach Form und Inhalt eine öffentlich erfolgte Beschimpfung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staatsform des Reiches sein soll. Neue Bücher. „ Deutschland unter dem Dawesplan". Unter diesem Titel erschien gerade zu Beginn des ersten Normaljahres aus der Feder eines führenden Nationalökonomen, Professor Dr. Mar Sering, ein neues Buch zur Reparationsfrage, das jedem Staatsbürger zur Lektüre wärmstens empfohlen werden kann. Das Buch ist erschienen im Verlag von Walter de Gruyter u. Co., Berlin W 10. Preis Mt. 10.-. * Hochschulführer der Deutschen Hochschule für Leibesübungen von Joh. 3ippel. Verlag Neville B. Bloch, Berlin SW. 11. Vertrieb durch die Buchhandlung für Turn- und Sportbücher Max Sandkaulen, Berlin C 2, Klosterstraße 45. Preis 75 Pfg. Dieser Führer für das Wintersemester 1928/29 läßt uns einen Blick in den Wirkungskreis der Hochschule für Lei besübungen und ihre innere Ausgestaltung werfen. Das Heftchen zeigt unseren Akademikern aber auch den Weg zu den hohen Zielen, die man dort erstrebt und ist allen Sportinteressenten zu empfehlen, um sich ein Bild davon zu machen, wie man unsere sportlichen Führer heranbildet. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch- Apotheke, Giessen Frankfurterstrasse 4, Das Pfarrer Heumann- Buch 272 Seiten 150 Abbildung. erhält jed. Leser vollständig umsonst und portofrei, von Ludwig Heumann& Co. Nürnberg M. 629. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Bezugs Redaktionsschl fendung nich 41. a Bo Der Reid den Sommer nur fleine B Der deut verhandlunge eingetroffen. In Alten minente Füh prechung übe auj. 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