gla 6 Bre Gip $ 1 Tot 100 Bu et i jeine um at Dum Pa egen Gießener Beitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Politische Sagesschau. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Mittwoch, den 19. September 1928 Die bayerische Staatsregierung hat an Reichskanzler Müller das Ersuchen gerichtet, zum Zwecke der Information und Aussprache über die Ergebnisse der Genser Besprechungen über die Rheinlandräumung die Staats: und Ministerpräsidenten der Länder zu einer Besprechung nach Berlin zu berufen. In Genfer politischen Kreisen wird von einer Gesamtreparationssumme von 40 bis 45 Milliarden Mart gesprochen. Der Chef der Marineleitung, Admiral Zenker, hat sein Rücktrittsgesuch eingereicht und wird Ende September von seinem Posten zurücktreten. Als Nachfolger ist der bisherige Chef der Marinestreitkräfte der Ostsee, Vizeadmiral Dr. h. c. Raeder, in Aussicht genommen. Die Leitung der„ Pressa" in Köln teilt mit, daß der 14. Oktober der letzte Tag der Ausstellung ist. Die„ Pressa" wird mit einer besonderen Feier abgeschlossen werden. Freiherr v. Hünefeld hat am Dienstag früh seinen seit längerer Zeit geplanten Ostflug mit dem ihm gehörigen Junters- Flugzeug Type W. 3311( Europa), dem Schwesterschiff der " Bremen" angetreten. Wie aus Moskau gemeldet wird, hat das Präsidium des Zentralvollzugsausschusses der Sowjetunion beschlossen, sich dem Kelloggpatt anzuschließen. Die entdeckten gegenrevolutionären Militärorganisationen in Leningrad und Kronstadt werden den Anhängern Trogkis zur Last gelegt. Jn Leningrad sind dreihundert Funktionäre der Partei verhaftet worden. Das Finanzministerium in Belgrad verhandelt wegen einer 100- Millionen- Goldanleihe in Sachwerten mit Deutschland. Es handelt sich um Lokomotiven, Eisenbahnwagen und Schienenmaterial für die südslawischen Eisenbahnen. China will sich wegen Zurücksetzung bei den Ratswahlen vom Völkerbund zurückziehen. „ Graf Zeppelin" fliegt. Friedrichshafen, 18. Sept. Um 3 Uhr wurde die Halle nach Süden geöffnet und das neue Luftschiff„ Graf Zeppelin" mit seiner glänzenden Hülle zeigte sich den vor der Halle Harrenden. Um 3.15 Uhr erteilte Dr. Edener noch letzte Instruk tionen und bestieg dann mit den Piloten das Schiff. Bei bedecktem Himmel und mildem Wetter sowie abflauenden Winden ging dann das Luftschiff 3.30 Uhr aus der Halle auf die vorher nochmals geprüften Laufschienen und verließ in der Richtung Bodensee die Zeppelinwerft, begleitet von Flugzeugen der Dornierwerft. Unten standen die Menschen teils sprachlos vor Rührung, teils jubelnd, schreiend, winkend, in begeisterter Ekstase vor diesem überwältigenden Anblid. Vier Jahre lang hat das deutsche Volk kein Zeppelinluftschiff mehr gesehen. Das letzte fuhr nach Amerika unter dem Staunen der ganzen Welt, kehrte aber nicht mehr wieder. Dieses neue Luftschiff ist um ein Drittel größer als sein letzter Bruder. Als erstes Luftschiff seit zehn Jahren gehört es Deutschland. Der ,, Graf Zeppelin" folgte zunächst dem nördlichen Ufer des Sees, flog über die Inselstadt Lindau und dann drüben am österreichischen und Schweizer Ufer entlang bis nach Kontanz. Glatte Landung. Friedrichshafen, 18. Sept. Das Luftschiff ist um 6,48 Uhr glatt gelandet. Nach seiner letzten Schleife, in der es noch einmal Gas abließ, erschien es wieder über dem Werftgelände, ging bis auf 200 Meter herunter und warf dann aus der Bugluke Ankerfesseln, an denen es dann langsam zur Erde gezogen wurde. Um 19.50 war es vorsichtig zur Halle hinübergeführt. Glänzendes Ergebnis der Probefahrt. Frierichshafen, 18. Sept. Gleich nach der Landung erklärte Dr. Edener, daß die Fahrt ausgezeichnet verlaufen und er mit dem Flug sehr zufrieden sei. Der Graf Zeppelin" habe alles gehalten, was er versprochen und was man von ihm erwartet habe. In mancher Beziehung habe er die Erwartungen sogar übertroffen. So hat die heutige Fahrt schon gezeigt, daß das Schiff ohne Anstrengung auf eine Marschgeschwindigkeit von 120 Kilometern zu bringen ist. Jedenfalls ist es noch schneller, als der 3. R. III. Die Geschwindigkeit wurde auf der üblichen Meßstrecke Friedrichshafen- Kehlen bei Ravensburg erprobt. Diese Strecke, die 5700 Meter lang ist, wurde zweimal durchfahren. Dabei hat sich auch die Manöverierfähigkeit des Schiffes glänzend gezeigt. Höhen- und Seitensteuer funktionierten hervorragend, namentlich haben auch die Maschinen tadellos ge= arbeitet. Dr. Eckener hob besonders hervor, daß sie bei der Umstellung auf Rückwärtsfahrt seine Erwartungen gerechtfer= tügt hätten. Besondere Aufmerksamkeit wurde natürlich der Durchlüftung des Schiffes zugewandt, da ja schon bei der Verfuchsanstalt für Luftfahrt Bedenken wegen des Triebgases bestanden. Dr. Eckener erklärt, daß die Lüftung allen Ansprüchen im vollem Maße genüge, so daß er hoffe, daß diese Bedenken sich durch praktische Erprobung überwinden lassen. Die Ventile haben so gut funktioniert, sagte Dr. Eckener scherzend, daß ich beschlossen habe, im Schiff einen Luftkurort einzurichten. Der Reichspräsident in Schlesien. Reichspräsident von Hindenburg ist Montag in Oberschlesien eingetroffen und hat in Hindenburg den Grundstein für ein neues Kinderkrankenhaus gelegt. Er erklärte, es sei ihm eine besondere Genugtuung, daß sein erster Besuch in Schlesien der Errichtung einer Anstalt gelte, die berufen sei, die Kindersterblichkeit dieser geburtenreichen Stadt zu mindern und der Not der Kinder zu steuern. Danach fuhr der Reichspräsident nach Beuthen, wo er als Leiter des Armeeoberkommandos Ost sich im Kriege aufgehalten hatte, und von dort nach Gleiwitz, wo ein festlicher Empfang stattfand. Auch Oppeln empfing den Reichspräsidenten in festlicher Weise unter stärkster Beteiligung der Bevölkerung. Gestern weilte v. Hindenburg dann in Ratibor, das ihn in reichem Flaggenschmud empfing. Nachdem der Reichspräsident der Geburtsstätte Eichendorffs einen Besuch abgestattet hatte, nahm er an einem Festessen im Jugendheim teil, um dann nach Breslau weiterzufahren, wo er vom Oberpräsidenten Lüde mann, dem Regierungspräsidenten, dem Landeshauptmann und dem Oberbürgermeister empfangen wurde. Nach kurzer BegrüBung verließ der Reichspräsident die Bahnhofshalle und schritt auf dem Bahnhofsvorplatz die Reihen der Veteranen von 187071 ab, dem sich das Abschreiten der Ehrenkompagnie und der Vorbeimarsch derselben anschloß. Sodann wurden die bereitgestellten Automobile bestiegen und die Fahrt ging unter dem brausenden Jubel des die Straßen dicht umsäumenden Publifums nach dem Oberpräsidium. Flieger umkreisten während des Empfanges den Bahnhofsvorplatz. Auch vor dem Oberpräsidium hatten sich Tausende von Menschen angesammelt, die in begeisterte Hoch- und Hurrarufe ausbrachen, als sich der Kraftwagen des Reichspräsidenten näherte. Jm Oberpräsidium wurde dem Reichspräsidenten der Fürstbischof Bertram vorgestellt. An eine offizielle Feier schloß sich ein Tee im Gesellschaftsraum des Oberpräsidiums, während dessen vor dem Oberpräsidium eine Kapelle fonzertierte und die Menge immer wieder das Deutschlandlied sang. Kabinettssigung über Genf. Nachdem der Reichskanzler Hermann Müller am Dienstagmorgen, von Baden- Baden nach Berlin zurückgekehrt war, hat der Kanzler sofort die Geschäfte wieder aufgenommen. Um 11.30 Uhr ist sodann die Reichsregierung zu einer besonderen Kabinetts= sizung zusammengetreten, in der der Kanzler noch einmal den schriftlich bereits gegebenen Bericht mündlich ergänzte. An der Sigung nahmen teil die Minister Groener, Dr. Curtius, Dr. Koch, Hilferding, Wissell und von Guerard, außerdem der stellvcrtretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Köpfe. Der Reichskanzler gab sehr ausführliche Erklärungen über seinen Genfer Aufenthalt und die dort geführten Verhandlungen. Auch berichtete er eingehend über seinen Gedankenaustausch mit Dr. Stresemann in Baden- Baden. Nach Beendigung der Sigung wurde gegen 14 Uhr eine amtliche Mitteilung herausgegeben, die folgenden Wortlaut hat: ,, Das Reichskabinett billigt einstimmig die Haltung des Reichskanzlers und der deutschen Delegation und dankt dem Reichskanzler für seine geschickte und tatkräftige Führung der Verhandlungen." In den nächsten Tagen wird voraussichtlich eine neue Sigung stattfinden, in der über die in der Genfer Kundgebung erwähnte Finanzkommission zur endgültigen Regelung des Reparations= problems sowie über die Feststellungs- und Vergleichskommisson gesprochen werden wird. Ferner will man sich in dieser Sigung flar darüber werden, in welcher Form die weiteren deutschen Schritte unternommen werden sollen. Es sind verschiedene Vorschläge aufgetaucht. Ein Teil der Kabinettsmitglieder ist der Ansicht, daß es besser wäre, den beteiligten Regierungen den deutschen Standpunkt und die deutschen Vorschläge auf schriftlichem Wege zu übermitteln. Die übrigen Minister glauben, der Fortsetzung der diplomatischen Verhandlung in mündlicher Form den Vorrang geben zu sollen. Die Entscheidung darüber soll, wie gesagt, in einer der nächsten Sigungen des Reichskabinetts falIen. Nichts ohne die amerikanischen Bankiers! Newyork. Der Präsident der Stened Trust Co. in Hoboken, John Steneck, der auf der„ Deutschland" von einer Europareise zurückkehrte, während der er besonders eingehend die Verhältnisse in Deutschland studierte, erklärte, daß die amerikanischen Banfiers eine Beseitigung des Dawesplanes nicht gestatten würden. Die amerikanischen Bankiers, die der deutschen Industrie Anleihen vorstreckten, damit durch den hierdurch gewonnenen Aufschwung die Zahlung der Reparationen möglich gemacht werden könnte, erwarteten befragt zu werden, wenn man sich über die Konsolidierung der deutschen Finanzverhältnisse unterhalten sollte. Truppenverstärkungen im Elsaß. Paris. Das französische Kriegsministerium hat eine Reihe von Garnisonsverschiebungen im Elsaß angeordnet, die vor allem darauf hinauslaufen, die militärischen Positionen von Straßburg und Hagenau zu verstärken. Außerdem wird in Muzig eine neue Garnison geschaffen und dieser Platz als befestigter Ort erklärt werden. Weiter ist geplant, in Longwy und Longuyoni wie vor dem Kriege vier Garnisonen einzurichten. Und das alles im Zeitalter der Abrüstung. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lofal 12 Pig., die 90mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Vollflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 74 Los vom Bölferbund! Berlin, im September. Der Vorstand der Nationalen Einheitsfront hat sich in seiner letzten Vorstandssitzung eingehend mit dem Zusammenbruch der deutschen Erfüllungspolitik in Genf befaßt und einen Beschluß herausgebracht, der auf die Forderung hinausläuft:„ Los vom Völkerbund!" Nie sei die außenpolitische Lage Deutschlands treffender gekennzeichnet worden, als dieser Tage in einem italienischen Blatt, in dem über Briands Antwort an Deutschland gesagt seit, ,, daß man Deutschland die Ohrfeige für seine unwürdigen Anbiederungsversuche an Frankreich überall von Herzen gönne". - Trotz aller Warnungen von seiten der deutschbewußten Kreise unseres Volkes habe man zum Erstaunen aller Neutralen gegenüber dem Erbfeind Frankreich eine Politik der Annäherung und Nachgiebigkeit betrieben, die bei der Wesensart der Feinde von vornherein zum Scheitern verurteilt war nur, um Scheinerfolge vorzutäuschen und Zeit zu gewinnen zur Befestigung der bedingungslosen Herrschaft der Demokratie im Innern. Man habe diese Politik, trotz regelmäßiger schwerer Enttäuschungen auf allen Etappen, fortgesetzt und Deutschland völlig isoliert. Wir stehen vor einem politischen Zusammenbruch wie nie seit Versailles. Und dieser Zusammenbruch ist umso schlimmer, weil uns Briands Kampfansage ahnen läßt, was uns bevorsteht, wenn sich morgen die Erfüllung der Dawesverpflichtungen als unmöglich erweist. Die Zugehörigkeit zum Völkerbund ist für Deutschland verhängnisvoll geworden, sie hat uns lediglich nach allen Seiten die Hände gebunden und uns verhindert, die Frucht Europas vor der Vorherrschaft des übermächtig gewordenen Frankreichs in unsere außenpolitische Rechnung einzustel= len. In Genf haben wir nichts zu erwarten. Die Außenpolitik wird außerhalb des Völkerbundes gemacht. Das britisch- französische Flottenabkommen erledigt. London. Der diplomatische Korrespondent des„ Daily Telegraph" schreibt, in amtlichen Kreisen in London werde jetzt kein Versuch mehr gemacht, die Tatsache zu verheimlichen, daß das Flottenabkommen in seiner augenblicklichen Gestalt tot ist. Die Wahlen in Schweden. Von den Wahlen der Zweiten Kammer liegt bisher ein vorläufiges Endergebnis aus 27 Wahlkreisen vor. Danach sind ge= wählt: Rechte 67( Gewinn 8), Bauernbund 26( Gewinn 3), Liberale 3, Freisinnige 27( Verlust 2), Sozialdemokraten 83( Verlust 13), Kommunisten 6( Gewinn 2). Das Reichsverkehrsministerium zu den gegenwärtigen Fragen des Straßenbaues und der Wegeunterhaltung. Auf der Tagung des deutschen Landkreistages in Rostod führte der Herr Ministerialdirektor Dr. Stapenhorst als Vertreter des Reichsverkehrsministeriums aus, das Reichsverkehrsministerium beabsichtige nicht, eine Reichsstraßenverwaltung aufzuziehen. Davon tönne feine Rede sein. Man könne wohl darüber streiten, ob es nicht richtig, zweckmäßig und wirtschaftlich sei, Straßenzüge von größerer Bedeutung aus der Verwaltung der Landkreise herauszunehmen und sie auf einen leistungsfähigeren Verband zu übertragen. Zum Beispiel sei es sehr gut möglich, daß etwa in Preußen die Provinzen mit ihren größeren Erfahrungen im Straßenbau als die größeren, finanzkräftigeren Verbände eine bessere Wirtschaftlichkeit und größere Rationalisierung auf dem Gebiete der Wegeunterhaltung erzielen könnten. Diese vereinzelte Herausnahme von Straßen aus der Unterhaltung der Kreise soll aber feineswegs zur Schaffung einer Reichsstraßenverwaltung führen. Den im Reichstage zutage getretenen Bestrebungen auf diesem Gebiete habe das Verfehrsministerium immer die Bedenken und Schwierigkeiten entgegengehalten, die diesem Plane entgegenständen. Viel zwedmäßiger sei der Weg, Vereinbarungen mit den Landesregierun= gen über Richtlinien und Normativbestimmungen zum Zwede einheitlicher Beachtung zu treffen. Dieser Gedanke leite das Ministerium bei der Aufstellung einer Straßenbauordnung. Die Frage der Nurautostraßen sei heute noch nicht spruchreif. Die vordringliche Aufgabe sei es, das vorhandene Stra: Bennet den neuzeitlichen Verkehrsbedürfnissen anzupassen. Auf diese Aufgabe seien alle Kräfte zu verwenden. Wenn aber die wirtschaftliche und verkehrstechnische Notwendigkeit den Bau von Nurautostraßen erfordere, dann sollten auch die wegeunterhaltungspflichtigen Verbände diesen Bau als eine öffentliche Aufgabe in die Hand nehmen. Eine Finanzierung der Nurautostraßen durch Wegeabgaben halte das Ministerium nicht für tunlich. Was die Frage der Finanzierung der Verkehrsstraßen im allgemeinen angehe, so sei das Reichsverkehrsministerium jederzeit bereit, alle Schritte der Landkreise zu unterstützen, die das Ziel hätten, von der Beratungsstelle für Auslandsanleihen die Genehmigung zu Anleihen zu bekommen. Der Straßenbau und die Wegeunterhaltung seien so eminent produktive Aufgaben, daß es sich verlohne, außerordentliche Kräfte zu ihrer Lösung zur Auswirkung zu bringen. Mittwoch, den 19. September 1928. Lokales. Das Herbstgeschäft belebt sich. Nachdem der Sommer soviel wie ausgespielt hat und seine Tage gezählt sind, tritt mit der allgemeinen Erfrischung auch eine Erfrischung des Geschäftslebens ein, auf die so viele Kaufleute gewartet haben, sie sind der Saurengurkenzeit und der damit verbundenen Ebbe im Geldschrank herzlich müde. Die Modehäuser sind wohl die ersten Stätten, wo der erfreuliche Umschwung gewittert wird; ihre Schaufenster finden zunehmend mehr Beachtung und lenken die Schritte mancher Dame dorthin, wo ihr die verlockendsten Kollektionen der Herbstsaison vorgelegt werden. ,, Kein Kaufzwang; auch Ansehen und Anprobieren gestattet!" Bald hat sich das Auge in ein„, Modell" verguckt und in der Regel kommt es zu einem Geschäft. Doch auch die Schuhgeschäfte profitieren, besonders dann, wenn der Herbst Regenwetter mitbringt. Natürlich werden alsdann auch mehr Schirme gekauft. Es füllen sich wieder die an Schwindsucht krant gewesenen Kinos. Ein regerer Appetit fördert den Absatz der Lebensmittelgeschäfte. Bei der Kohlenhandlung mehren sich die Aufträge. Die Lampengeschäfte bringen mehr Beleuchtungskörper und Lampenschirme an den Mann oder an die Frau. Es wird mehr gelesen. Man musiziert. Kurz, in zahllose Berufe kommt ein frischer Wind, in dem die Geldscheine zahlreicher flattern. Nur sollten die Geschäftsleute nicht vergessen, daß Zeitungsreklame, geschickt angewendet, oft Wunder wirkt und die Einnahmen in kurzer Zeit verdoppelt, vielleicht verdreifacht. Es gibt Geschäfte, die sich in der Hauptsache durch gute Dauerreklame zu großen Kaufhäusern entwickelt haben. Sonst wäre ja auch der Kuckuck, der so oft seinen Namen rust, nicht ein so bekannter Vogel! Die große Masse des Publikums ist träg, und wer die Werbetrommel der Reklame am besten zu rühren versteht, macht( wenn die Ware das hält, was sie verspricht) das beste Geschäft. Mittun aber muß heute jeder, will er nicht ganz aus der Reihe der Vorderen in den Hintergrund gedrängt werden.„ Zeige an, was du zu verkaufen hast, dann wirst du verkaufen, was du ange= zeigt hast und noch manches andere dazu!" Straßensperrungen, mitgeteilt v. Oberhess. Automobil- Club e. V.( A. v. D.) Gießen. Gießen- Kleinlinden, im Straßenzug Gießen- Friedberg- Frankfurt a. M., ab 24. September bis auf weiteres; Umleitung: nach Frankfurt über Leihgestern, nach Wetzlar über HeuchelheimAzbach- Niederweisel- Niedermörlen. Ortsdurchfahrt Steinfurth, im Straßenzug Butzbach- GriedelRockenberg- Bad Nauheim, v. 17. bis 27. September; Umleitung: Niederweisel, Niedermörlen. Die Sperrung der Straße Niederwöllstadt- Assenheim ist aufgehoben. Der Landweg Rodheim a. d. Bieber- Bieber wird vom 17. bis 21. September 1928 für den gesamten Fuhrwerks- und Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Umleitung über die Landstraße Rodheim a. d. B.- Fellingshausen- Bieber. * Polnisches Konsulat. Das Polizeiamt Gießen teilt mit, daß die Amtsräume des Konsulats der Republik Polen in Köln a. Rh. vom 1. Oktober 1928 ab Samstags geschlossen sind. * Konsularnachricht. Der zum französischen Konsul in Frankfurt a. M. ernannte Herr Dominique Francois Auguste Forcioli, und der zum Generalkonsul des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowennen in München ernannte Herr Milian Jovanovic, denen namens des Reichs das Exequatur erteilt wurde, sind anerkannt und zur Vornahme konsularischer Verrichtungen im Volksstaat Hessen zugelassen. * Ernannt wurde der Verwaltungspraktikant Wilhelm Kaufmann aus Rinderbügen zum Kasseninspektor bei der Landes- Heriund Pflegeanstalt bei Gießen, mit Wirkung vom 1. September 1928. * Vorsicht, Autofahrer! Laut Verfügung vom Hess. Ministerium müssen die Autofahrer zur Nachtzeit so rechtzeitig abblenden, daß ein entgegenkommendes Auto nicht gefährdet wird; andernfalls macht sich der Fahrer strafbar. * Abladen von Koks auf der Straße. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß nach der Allgemeinen Straßenverkehrsordnung das Abladen von Kohlen, Koks und dergl. auf die Straße verboten und strafbar ist. Die Polizeibeamten sind angewiesen, jede Zuwiderhandlung zur Anzeige zu bringen. r Vermehrung der Lose der Klassenlotterie. Die Zahl der Lose der Staatslotterie soll bei der nächsten Ziehung um 50 000 erhöht werden. Die Verwaltung will aber gleichzeitig, um die eigenen Einnahmen weiter zu erhöhen, im nächsten Jahre den Preis des Loses für alle Klassen von 120 auf 200 Mt. erhöhen. Als Ausgleich soll die Zahl der Gewinne über 100 000 Mt. vermehrt werden. Aus Nah und Fern. Vom oberen Vogelsberg. Der Vogelsberg hat in diesem Sommer eine günstige Getreideernte zu verzeichnen, die Dank des günstigen Erntewetters vollständig unter Dach ist. Ueberall brummen in den Gebirgsdörfern die Dreschmaschinen. Aehnlich rasch konnte dieser Tage auch die Grummeternte bei bespiellos herrlichem Herbstwetter eingebracht werden. Wohl ist die Menge nicht so hoch wie im Vorjahr, dafür hat das Futter erste Güte. Die Kartoffeläder sind hier im Gegensatz zur Wetterau noch grün, sodaß die Reife noch etwa 14 Tage dauern wird. Dem fleißigen Landwirt ist eine kleine Ruhepause zu gönnen. Lich. Dieser Tage fand im Kloster Arnsburg bei Lich eine Versammlung von Milchproduzenten aus verschiedenen Orten im südlichen Teile des Kreises Gießen statt, die sich mit der Frage des Milchpreises beschäftigte. In der Versammlung wurde lebhaft Kritik geübt an der starken Differenz des Milchpreises zwischen Stall- und Stadtpreis, die darin zum Ausdruck kommt, daß der Stallpreis pro Liter 17 und 18 Pfg. beträgt, während der Stadtpreis 32 und 34 pro Liter ausmacht. Es wurde gefordert, " Gießener Zeitung" die Spanne zwischen Stall- und Stadtpreis wieder auf 12 Pfg. pro Liter zu verringern, d. h. den Stallpreis dementsprechend zu erhöhen, sodaß die Molkereien nicht mehr 18 Pfennig, sondern 21 Pfennig pro Liter zahlen sollen. Die Angelegenheit soll nunmehr durch ein Schiedsgericht erledigt werden. Friedberg. Der hier stationierte 25 Jahre alte Polizeiwachtmeister Heinrich Guglmeier wollte seinen Urlaub über den Sonntag bei seiner in Wiesbaden wohnenden Mutter verbringen. Bei Naurod stürzte er mit seinem Motorrad. Mit einem doppelseitigen Schädelbruch und schwerer Gehirnerschütterung ist er bald nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Vilbel. Ein Zweimarkstück hinuntergeschluckt hat ein 10 Jahre alter Junge in Büdesheim. Der Junge wurde ins Friedberger Krankenhaus gebracht. Die Silbermünze hat sich im Magen festgesetzt. Herborn. Jm Steinbruch ,, Neue Burg" bei Langenaubach im Dillkreis explodierte der Dieselmotor. Dem Monteur Emil Stahl wurde durch ein schweres Stück des Schwungrades das linke Bein schwer verletzt. Ein anderer Arbeiter erlitt leichtere Verletzungen. Dillenburg. Von einem Schützenfest als Preisträger auf der Heimfahrt begriffen, stürzte der 46 Jahre alte Schuhmacher Adolf Sälzer aus Offenbach im Dillkreis am Sonntagabend so unglücklich mit seinem Fahrrad, daß als Folge eines Schädelbruchs der Tod sofort eintrat. Eisemroth. Auf der Eisensteingrube ,, Saalgrund" bei Eisemroth im Dillkreis ist der 34 Jahre alte Bergmann Wilhelm Blüder durch herabstürzende Gesteinsmassen derart schwer verletzt worden, daß der Tod auf der Unfallstelle eintrat. Der Verunglückte hinterläßt Frau und drei Kinder. Der Fall ist umso tragischer, als auch der Vater vor Jahren bei einem ähnlichen Unfall ums Leben tam. * Die ausländischen Pressevertreter besuchen Frankfurt a. M. Wie der Verein der ausländischen Presse zu Berlin dem Meßamt Frankfurt a. M. mitteilt, wird eine Abordnung des Vereins, die aus etwa 20 Mitgliedern besteht, zur Eröffnung der Frankfurter Herbstmesse eintreffen. Die ausländischen Pressevertreter, die sich ein Bild über die kommende Frankfurter Herbstmesse machen wollen, planen zugleich den Besuch von Bad Hom= burg und größeren industriellen Unternehmungen Frankfurts. Maschinenschau für das Handwerk auf der Fankfurter Herbstmesse 1928. In Verbindung mit dem Meßamt Frankfurt a. M. veranstaltet die Betriebswirtschafts- und Gewerbeförderungsstelle für den Regierungsbezirk Wiesbaden anläßlich der Frankfurter Herbstmesse in der Zeit vom 29. September bis 3. Oktober 1928 eine Maschinenschau für das Handwerk, in der insbesondere die Maschinen des metall- und Holzbearbeitenden Gewerbes, aber auch Werkzeuge und Maschinen für das Bäcker-, Fleischer- und Schneiderhandwerk zur Schau gestellt werden. Daneben wird in einer Sonderzusammenstellung der Rationalisierungsgedanke, soweit er für das Handwerk in Frage kommt, durch das Ausstellungsmaterial des Forschungsinstituts für rationelle Betriebsführung gezeigt, dessen Bezirksstelle die Betriebswirtschafts- und Gewerbeförderungsstelle ist.- Am Sonntag, den 30. September 1928, findet außerdem vormittags 10 Uhr im Handwerkerhaus Frankfurt a. M. eine größere Handwerkerversammlung statt. Der Maschinenbau selbst zeigt die zahlreichen Arten von Schleif- und Bohrmaschinen, von Drehbänken und Biegmaschinen, von Scheren und Stanzen, von Glüh- Härte- und Emaillieröfen, von Schmie defeuergebläsen, Schweißmaschinen usw. Großes Interesse verdienen daneben elektrisch betriebene Kleinmaschinen und Werkzeuge, die selbst für kleinste Handwerksbetriebe in Betracht kommen. Eine Spezialabteilung ist Werkzeugen und Maschinen für die Automobil- Reparatur gewidmet. * Die deutschen Landkreise zum Umbau der Landstraßen. Auf der diesjährigen Hauptversammlung des Deutschen Landfreistages in Rostock, die Straßenbaufragen gewidmet war, wurden u. a. folgende Leitsätze aufgestellt: Die durch den Automobilverkehr zu neuer Bedeutung gelangten 180 000 Kilometer deutscher Landstraßen bedürfen in weitem Umfange einer schleunigen Anpassung an diesen Verkehr. Die Unterlassung des Umbaues wäre eine Verschwendung unzwedmäßig aufgewandter Straßen- Unterhaltungskosten und eine Verewigung der heutigen Staubplage. Die Ausführung sogenannter ,, Nurautostraßen" als Fernstraßen ist vor dem Umbau des vorhandenen Landstraßennetzes noch zurückzustellen. Am dringlichsten ist die Verbesserung der Straßendecken auf den Strecken mit stärkerem Verkehr. Das sind weniger die Verbindungsstraßen der Verkehrstnotenpunkte, als die Straßenbündel an jenen Punkten. Der Umbau ist planmäßig vorzunehmen, d. h. im gegenseitigen Einvernehmen der benachbarten Straßenbauverwaltungen hinsichtlich der vorzugsweise auszubauenden Fernstraßen. Die bisher zur Verfügung stehenden Geldmittel sind unzulänglich. Die Bereitstellung erhöhter Mittel ist unbedingt notwendig, weil die Landstraßen in allen Ländern der Welt die wichtigsten Adern der Wirtschaft werden und weil die deutsche Wirtschaft nicht zurückbleiben darf. Die Geldmittel sind nicht mehr wie jetzt zu drei Vierteln aus allgemeinen Steuern( Gewerbesteuer und Grundvermögenssteuer vom städtischen und ländlichen Grundbesitz) zu entnehmen, sondern in erhöhtem Maße aus der Kraftfahrzeugsteuer. Sie ist zur Schonung der Automobilindustrie und der übrigen Wirtschaft als reine Benugungssteuer nach Verhältnis der Ausnutzung des Fahrzeuges mit wesentlich erhöhtem Gesamterträgnis auszubauen. Aufwertung von Lebensversicherungen. In letzter Zeit wurden vom Reichsaufsichtsamt für Privatversicherung wiederum die Teilungspläne einiger größerer Versicherungsgesellschaften genehmigt. Die Aufwertungsquoten der Der Mittelpunkt Nr. 74. Mittwoch, de des Familienlebens ist und bleibt der gedeckte Tisch, der alle vereinigt und von dem immer nur das Beste erwartet wird. Gelingt es der Hausfrau nun, stets wohlschmeckende und nahrhafte Küche zu führen, dann wird sich die damit geschaffene Zufriedenheit dem ganzen Familienkreise mitteilen und alle übrigen Unternehmungen günstig beeinflussen. Als ein guter Ratgeber für jede Hausfrau und besonders für die angehenden stellt sich hier Dr. Oetker's neues Schulkoch. buch, Ausgabe C, zur Verfügung, das mit seinen ca. 500 Koch-, Back- und EinmacheRezepten, sowie zahlreichen farbigen Tafeln und Anleitungen für häusliche Arbeiten, wie Anrichtekunst usw. lehrreiche Auskunft gibt. Das 150 Seiten starke Buch in dauerhaftem Pappband ist, wo nicht verrätig, gegen Einsendung von 30 Pfg. in Marken von mir portofrei zu beziehen. Dr. Oetker's Backin- Backpulver. Pudding pulver, Vanillin- Zucker, Gustin usw. sind in allen Geschäften stets frisch zu haben. Viele neue und wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen das neue farbig illustrierte Oetker Rezeptbuch, Ausgabe F, das für 15 Pfg. in allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem Buche auch Näheres über den vorzüglich. B a c k- apparat ,, Küchenwunder", mit dem Sie auf klein. Gaskocherflamme backen, braten und kochen können. Dr.August Oetker, Bielefeld einzelnen Versicherungsunternehmungen sind verschieden; sie bewegen sich bis jetzt zwischen 12-17 Prozent. Leider sind auch Teilungspläne zu erwarten, deren Prozentsätze sich unter 10 Prozent halten; als höchste Quote sind vorläufig 22½ Prozent vorgesehen. Bei den meisten Altversicherten besteht die Meinung, der genehmigte Hundertsah verstehe sich von der Versicherungssumme. Diese Ansicht ist irrig. Aufgewertet wird lediglich die Goldmarkprämienreserve bezw. das Deckungskapital jeder Versicherung, d. h. die einbezahlten Goldmarkprämien abzügl. des Verwaltungskoſtenanteils. Die seit dem Jahre 1918 bezahlten Prämien werden nur mit ihrem Goldmarkwert berücksichtigt. Ob der auf die einzelne Versicherung entfallende Aufwertungsanteil in bar ausbezahlt oder in eine neue prämienfreie Versicherung umgewandelt wird, bestimmt der von der Versicherungsaufsichtsbehörde genehmigte und daher maßgebende Teilungsplan der Gesellschaft. Der Schutzverband hat eine Liste aufgestellt, aus der ersichtlich ist, bei welchen Gesellschaften die Aufwertungsquoten bereits definitiv feststehen, in welcher Höhe sich diese bewegen usw. Aus dieser Schrift ist auch zu entnehmen, bei welchen Gesellschaften mit der Genehmigung des Teilungsplanes in nächster Zeit zu rechnen ist. Diese Liste gibt der Schutzverband der Lebens- und Feuerversicherten e. V. München 13, Neureutherstraße 13, gegen Einsendung von doppeltem Rückporto fostenlos ab. Die unterlassene Realsteuersenkung. Ein Urantrag im preußischen Landtag. In der Sonntag- Ausgabe der bekannten Fachzeitschrift „ Das Grundeigentum" wurde darauf hingewiesen, daß entsprechend dem Finanzausgleichsgesetze vom vergangenen Jahre Länder und Gemeinden verpflichtet sind, die über den Betrag von 2,4 Milliarden Rmk. hinausgehenden Reichsüberweisungen aus der Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer zur Senkung der Realsteuern zu verwenden. Nach den amtlichen Ausweisungen des Statistischen Reichsamts sind Länder und Gemeinden im Rechnungsjahr 1927 rund 3,012 Milliarden Rmt. zugeflossen, in denen mehrere Hundert Millionen Reichsüberweisungen aus den drei genannten Steuern enthalten sind. Um den Betrag, den die Ueberweisungen aus diesen drei Steuern die Summe von 2,4 Milliarden Rmt. übersteigen, sind seitens der Länder und Gemeinden die Realsteuern zu senken. Für das Rechnungsjahr 1928 ist eine Reichsüberweisung aus der Eintommen-, Körperschafts- und Umsatzsteuer von rund 2,9 Milliarden Rmf. vorgesehen. Länder und Gemeinden müßten also im Rechnungsjahr 1928 ihre Realsteuern entsprechend dem Finanzausgleichsgesetz um mindestens rund 500 Millionen Rmt. senken. Diese Forderung nach Senkung der Realsteuern sind sofort von der Reichspartei des deutschen Mittelstandes( Wirtschaftspartei) aufgegriffen worden. Die Abgeordneten Ladendorff, Menz und die übrigen Mitglieder der wirtschaftsparteilichen Landtagsfraktion haben am 27. 8. 1928 einen Urantrag im preußischen Landtag eingebracht, in dem von der Staatsregierung gefordert wird: 1. die Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuern um den Betrag zu senken, der von den rund 612 Millionen Rmt. Mehrüberweisungen der preußischen Staatskasse zugute gekommen ist. Dieser Betrag ist den Zensiten ohne Antrag zurückzuzahlen bezw. auf die 1928 oder später fälligen Steuerbe träge anzurechnen; 2. einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die gleiche Regelung wie zu 1) den Gemeinden in entsprechender Anwendung der Bestimmungen zu 1) zwingend vorschreibt; 3. bei Vorlage des Staatshaushaltsplanes für 1929 die voraussichtlich mit rund 800 Millionen Rmt. im Reichshaushaltsplan 1928 veranschlagte Mehrüberweisung in Preußen bei dem Grund-, Gebäude- und Gewerbesteuersoll mit dem entsprechenden Betrage der Mehrüberweisung zu berüc sichtigen; 4. einen Gesetzentwurf vorzulegen, der den Gemeinden die Regelung zu 3) zur zwingenden Pflicht macht. Soweit durch Erstattungen Beträge nicht verbraucht wer den, sind diese in entsprechender Weise auf die Hauszinssteuer anzurechnen. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Spielv Liga- V 2. Mannia 3. Mannia 1. Jgd. 2. Jgd. 1. Schüler Das Haupti an ihm doch der faften demonst fig nicht gezeig Chiri Grünewa dhenes Spiel vo Marburger die Wit leichter Ue orn seiner Läuf Lintsaußen erfo Friefigen ein we verhindern g tur ihren Mi heraus. Wohl fo küchen bis vor fante der Ma Gnige Gewalts hult nichts zu m zahlbarem von In feinem eimmal den Bo durch diesenjanden. Mit der Wenn man guieren, war n torujcht. Mit a tmnten jetzt Ausgleich gefä aber erfolglos fenfter Elim 1900's Mittelf ger, Salblinke nann der Ga Die Mar fhellte alles gebnis 3: 2 fü Die tech Marburger. 1hren Posten ten die hiesig ziger fonnte Die 190 dauernden Kampf um 13u loben we den Bomber törungsspiel als Halbred wachsen zu se viel nach hi gesehen. Die Rahmen der Schiri G Vorher Wollar's 1. ball ging 19 dächtig das waren nur m nigens verdi Die 3.9 dient.D und faires mit 2: 1 au Fehlentschei ften.- Die 3: 1 heimsch ocher- V. f. B Schüler geg Parteien ta allgemeinen die auch am Kirchh 2.G Laubad 2. go Unkar In 3 Deridg VO ind obl A ge mi. ter. ein be hier ch. mit che fel iten uni uer Fatig rkes ket, ften Zu illu. Aus iften uche ck. mit ken, eld ; f aud כ er 1 хозет 3, de Cungs ch Ver 1. de ahlter tigt. ufwe imin n M eben ein chajte veld uch ng de e gil ஹய் pelte tichrif 3 ent Jag Bettag jungen Bitewer tligen Sm 啡 Mittwoch, den 19. September 1928. Fußball. ,, Gießener Zeitung" Turnen, Sport und Spiel. Spielvereinigung 1900 e. V. Gießen. - Liga V. f. B. Kurhessen Marburg Liga 2: 3( 0: 3) 2. Mannsch. Lollar 1. 3: 0( 1: 0) 3. Mannsch. 1. Jgd. 2. Jgd. - - Daubringen 1. 2: 0 Butzbach 1. Jgd. 2: 1( 1: 1) Niederweisel 1. Jgd. 3: 1( 3: 1) 1. Schüler Heuchelheim 1. Schüler 0: 0 Das Hauptinteresse fand ohne Frage das Ligatreffen, sollte an ihm doch der eventuelle Klassenunterschied der beiden Mannschaften demonstriert werden. Und dieser Klassenunterschied hat sich nicht gezeigt! Beim Anpfiff stellten sich beide Gegner tem Schiri Grünewald- V. f. B. komplett und führten ein ausgeglichenes Spiel vor, bis das bessere Stellungs- und Zuspiel der Marburger die 1900er ein wenig ins Hintertreffen kommen ließ. Mit leichter Ueberlegenheit vermochte der Marburger Sturm, von seiner Läuferreihe fein bedient, zum ersten Mal durch seinen Linksaußen erfolgreich zu sein. Wenn Brambach im Tor der Siesigen ein wenig aufgepaßt hätte, wäre allerdings dieses Tor zu verhindern gewesen. Wenig später der zweite Erfolg der Gäste durch ihren Mittelstürmer war unhaltbar aus dem Gedränge heraus. Wohl konnten jetzt die 1900er in mehreren raschen Durchbrüchen bis vor des Gegners Tor kommen, aber mit viel Glück tonnte der Marburger Tormann sein Heiligtum reinhalten. Einige Gewaltschüsse gingen drüber weg oder vorbei es war halt nichts zu machen. Selbst zwei Eden konnten nicht zu etwas zählbarem von den Hiesigen verwandelt worden. In feinem Zuspiel konnten vielmehr die Marburger noch einmal den Ball bis zu ihrem Rechtsaußen durchschieben und durch diesen Brambach warf sich aufopfernd zum 3. Tor einsenden. Mit dem Resultat 3: 0 für Marburg ging es in die Pause. Wenn man geglaubt hatte, die Plazmannschaft würde resignieren, war man bei Wiederbeginn des Spieles angenehm ent= täuscht. Mit aller Intensität gingen die 1900er ans Leder und fonnten jetzt das Spiel mehr als offen gestalten. Wie um den Ausgleich gekämpft wurde, beweisen zwei weitere 1900 zuerkannte aber erfolglose Edbälle, ein von Will, 1900 Rechtsaußen, verschenkter Elfmeter und die beiden Tore, von denen Heilmann, 1900's Mittelstürmer, das erste aus dem Gedränge und Adelberger, Halblinker, das zweite als Elfmeterball unhaltbar am Tormann der Gäste vorbei ins Netz schicken konnten. Die Marburger kommen zu keinen weiteren Erfolgen; es zerschellte alles an der Gießener Hintermannschaft. Mit dem Ergebnis 3: 2 für Marburg fand die Spielzeit ihr Ende. Die technisch bessere Mannschaft war ohne Zweifel die der Marburger. Es war eine Freude zu sehen, wie gleichmäßig alle ihren Posten vertraten. Ballstoppen und berechnetes Zuspiel konnten die Hiesigen von ihren Gästen lernen. Der Tormann als einziger fonnte nicht gerade begeistern. Im Die 1900- er ersetzten die technische Ueberlegenheit durch ausdauernden Eifer, Schnelligkeit und gute Einzelleistungen. Kampf um den Ball waren sie ihrem Gegner mehr als gewachsen. Zu loben waren Hohmann in der Verteidigung mit seinen rettenden Bombenschüssen, Glitsch in der Läuferreihe mit seinem Zerstörungsspiel und der Sturm bis auf den rechten Flügel. Erb, als Halbrechter, und auch Will als Rechtsaußen schienen feſtge= wachsen zu sein. Erb gab außerdem nie richtig den Ball ab, spielte viel nach hinten... man hat schon bessere Leistungen von ihm gesehen. Die nicht genannten Spieler fügten sich brauchbar in den Rahmen der Mannschaft ein. Schiri Grünewald darf auch gelobt werden. Vorher hatte die Ligareserve ein Freundschaftsspiel gegen Lollar's 1. Mannschaft ausgetragen. Durch verwandelten Edball ging 1900 in Führung. Balser trat langsam und bedächtig das zweite Tor und Enders köpfte das dritte. Die Gäste waren nur mit 10 Mann im Feld. Das Ehrentor hätten sie wenigens verdient. Böcher- V. f. B. als Schiri war gut. - - Die 3. Mannschaft spielte in Daubringen und gewann verdient. Die 1. Jgd führte den Butzbachern ein ausgeglichenes und faires Spiel vor und konnte den nicht zu verachtenden Gegner mit 2: 1 auf der Strede lassen. Schiri Jung- Lich war bis auf eine Fehlentscheidung gut. Das Publikum benahm sich am schlechteten. Die 2. Jgd. konnte leicht überlegen die Niederweiseler mit 3: 1 heimschicken. Technisch leisteten beide nichts besonderes. Böcher- V. f. B. als Schiri war gut. Den Kampftag beschlossen die Schüler gegen die von Heuchelheim. Die schwachen Stürmer beider Parteien tamen durch die starken Hintermänner nicht durch. Im denn sie sind's, allgemeinen zeigten die Jüngsten schöne Technik die auch am eifrigsten trainieren! uern eitens Für das er Gin 9 Mil en Dem n R In fi ( Wir Lade spart ranit Staat Den Me tomm 3urita Steuer Tegelu wendun die vo chshaus Preufe mit be beri Den dit insfie Diege V. f. B. Gießen. Kirchhain Liga Liga 1: 3( 0: 3) Ettingshausen 1. 8: 2 2. = Laubach 1. Jgd. 1. Jgd. 2: 3 Großen- Bused 1. Jgd. 2: 1 2. Jgd. Warum enig zu Miete wohnen? Baue mit Eigenheim- Baugeld der Baufparkaffe der Gemeinschaft der Freunde Gemeinnügige Gefellichaft mit befchränkt. Haftung Duftenrot Dürttemberg Unkündbare Tilgungsdarlehen zu 4 oder 5% Zins In 3% labren rourden 370+ Baufparern aber 58 mill, RM. zur Deringung geftellt. Sofortige Darieben werden nicht gegeben. Garbenteich 1. Jgd. VfB. 3. Jgd. 4: 1 1. Schüler Wehl. SpV. 1. Schüler 3: 0 Garbenteich 1. Schüler BfB. 2. Schüler 1: 1. Die Liga fuhr in der Ausstellung: Vöckler II., Kreß II., K. Schneider, Kreß III., Schäfer, Preiß, Lehrmund, Bingel, G. Henrich und Hetzel nach Kirchhain und konnte trotz der schwachen Aufstellung das Spiel 3: 1 für sich entscheiden. VfB. führte in der ersten Halbzeit eine schönes flaches Kombinationsspiel vor. In der 2. Halbzeit kam Kirchhain etwas auf und konnte den Ehrentreffer erzielen. Jedoch am Ende wurde Kirchhain völlig eingeschnürt. Zu weiteren Torerfolgen konnte es nicht kommen. Die Leitung des Spiels lag in den Händen eines Schieds: richters des Gastgebers. Die 2. Mannschaft gewann gegen Ettingshausen als technisch bessere verdient. Bei besserem Schußvermögen der VfB.er hätte das Ergebnis noch höher ausfallen können. Ettings= hausens schwächster Punkt war die Läuferreihe. Der Gästetormann nahm die vielen Tore mit ,, bewundernwerte Ruhe" hin. Böcher- VfB. Schiedsrichter. VfB.s 2. Jugend lieferten den Das Resultat Großen- Buseckern ein ausgeglichenes Spiel. - hätte genau so gut umgekehrt aussehen können. Eisse- 1900 schiedsrichterte. Die Wetzlarer Schüler konnten gegen die weit überlegenen 1. Schüler des VfB. nichts ausrichten. Niederweisel 1.- Großen- Bused 1. 1: 2. = Auf nicht gerade bestem Platz lieferten sich beide Vereine unter der Leitung von Schiri Kreiling- VfB. Gießen ein ziemlich hartes ,, Gesellschafts"-spiel. Schiri Kreiling ließ aber keine Unfairnisse aufkommen. Die Großen- Busecker waren der Plazmannschaft besonders durch ihr flaches Spiel überlegen. Die Nieder- Weiseler konnten trotz aller Bemühungen den Ausgleich nicht mehr erziehen. - Grünberg 1. Jgd. Niedergirmes 1. Jgd. 4: 1( 0: 1). Die Niedergirmeser Jugend wurde auf dem kleinen Platz in Grünberg überhaupt nicht fertig. Ein gegen die NiederGirmeser verhängter Elfmeter machte dieselben vollständig kopflos, so daß die Grünberger, die überhaupt besser waren, dann leicht ihres Gegners Herr wurden. Schiri: Philipp- GroßenBuseck. Fußball im Reich. Länderspiel in Nürnberg: Deutschland Dänemark 2: 1( 0: 1) Städtespiel in München: München Westfalenbezirk: - Sp. Vg. Herten Bern 4: 1( 3: 1) Westdeutschland. - Greven09 4: 0 Sparta Nordhorn Westfalia Scherleb. 3: 1 Teutonia Lippstadt- Arminia Bielefeld 2: 1 Union Herford Osnabrüd 06 3: 1 V. f. B. Bielfeld Hammer Sp. Vg. 3: 4 Ruhr- Bezirk: - - Schwarzweiß 2: 3 Sportfreunde Essen Germania Bochum- Meidericher S. Vg. 2: 2 Berg. Märt. Bezirk. Turu Düsseldorf- Duisburger S. V. 2: 4 B. V. 04 Düsseldorf B. C. 05 1: 2 S. S. Elberfeld Bonner F. V. 4: 1 S. S. V. Baumen Rheydter Sp. V. Viktoria Rhenot Niederrhein- Bezirk: Meiderich 06 S. C. Sterkrade V. f. B. Speldorf - Tura Bonn 1: 1 Bezirk Rhein. Fortuna Düsseldorf 3: 2 Viktoria Düsseldorf 3: 4 Union Hamborn 1: 1 B. V. Beed 6: 2 Mülheim 07 5: 1 S. C. Osterfeld V. f. L. Krefeld 5: 1 Berlin. Minerva Kickers 3: 4 Norden- Nordw.- Tasmania 1: 0 Wacker 041. F. C. Neukölln 3: 1 Adlersh. B. C. Alemannia 3: 1 Alemannia Haselhorst- Tennis Borussia 4: 4 B. V. Luckenwalde Spandauer S. V. 0: 3 Union Oberschöneweide- Viktoria 0: 2 Preußen B. S. V. 92 1: 6 - - - S. C. Charlottenburg Weißensee 1: 3 Bergedorf - * Norddeutschland. Viktoria Hamburg 4: 2 Eimsbüttel Altona 93 5: 1 Holstein Kiel Schalke 04 5: 1 Werder Bremen Komet Bremen - Schalke 04( Sa.) 1: 6 Union Bremen 3: 0 * Mitteldeutschland. Städtespiel: Plauen Halle 2: 1 - Verbandsspiele. Fortuna Leipzig- Eintracht Leipzig 2: 1 V. f. B. Leipzig Olympia- Germania 5: 2 Wacker Leipzig Leipziger B. C 4: 5 Dresdener S. C.- Sp. Vg. Dresden 2: 1 S. V. 06 Dresden Guths Muths Dresden 0: 1 Chemnizer B. C.- Hellas Germania 3: 0 Wacker Chemnitz V. f. L. Hohenstein 3: 0 Preußen Chemnit Polizei Chemnitz 3: 2 - - * Südostdeutschland. Repräsentativspiel: Mittel Privatspiel: V. f. B. Breslau Poln. Oberschlesien 2: 3 Hertha B. S. C. 4: 4 Beuthen 09 Verbandsspiele: Vorw. Rasensport Gleiwit 1: 0 Preußen Zaborze V. f. B. Gleiwit 1: 4 Brandenburg Kottbus Viktoria Forst 1: 1 Union Kottbus Deutschl. Forst 3: 2 Wader Ströbizz Askania Forst 2: 6 Kottbus 0: 8V. f. B. Forst 1: 0 Süddeutschland. Der Punktekampf in Gruppe Main. Nr. 74. In der Gruppe Main wird nach den Spielen des Sonntags die Position für einen der Favoriten, den F. S. B. Frankfurt kritisch. Die Mannschaft ging in Offenbach gegen die Kickers wieder beider Punkte verlustig und blieb mit 2: 1 geschlagen. Die Bornheimer stehen nunmehr an 7. Stelle in der Tabelle. Das besagt viel. Rotweiß Frankfurt siegte mit 2: 0 gegen Germania Bieber und hält damit weiter klar die Spitze mit 3 Punkten vor Eintracht Frankfurt, die ihrerseits durch ein 5: 1 gegen Hanau 60 94 den Abstand hielt. Fechenheim vermochte den erwarteten Sieg gegen Viktoria Aschaffenburg mit 3: 1 zu erfechten. Hanau 93 bewies sein können erneut durch einen 3: 1 Erfolg über Union Niederrad. ㄓ Der Punktekampf in Gruppe Hessen. Der Meister Wormatia Worms hat nun auch den schweren Lokalkampf gegen Alemanina Worms mit 2: 0 gewonnen und steht unangefochten auf einsamer Höhe an der Spitze der Gruppe. V. f. L. Neu- Isenburg gewann nicht unerwartet auf eigenem Platz gegen den S. V. Wiesbaden mit 3: 1 und Hassia Bingen erfocht gegen Arlheiligen einen überrraschenden 4: 1 Sieg. Die S. G. Höchst 01 mußte sich von F. C. 02 Langen knapp mit 0: 1 geschlagen bekennen. * Der Punktekampf in Gruppe Südbayern. Mit Rücksicht auf die Repräsentativspiele Deutschland gegen Dänemark und München gegen Bern, zu denen die südbayerischen Vereine verschiedene Kräfte stellen mußten, gab es nur einen schwachen, auf zwei Treffen beschränkten Spielbetrieb. Der eine der beiden Kämpfe wurde schon am Samstag ausgetragen. D. S. V. München undTeutonia München waren die Gegner, die sich mit 3: 3 brüderlich in die Punkte teilten. Am Sonntag gelang es dann Jahn Regensburg die Schwaben Ulm zu schlagen. Das Ergebnis von 1: 0 ist aber unerwartet fnapp. Der Punktekampf in Gruppe Saar. In der Gruppe Saar ist nun kein Verein mehr ohne Verlustpunkte, nachdem der Tabellenführer und Meister F. B. Saarbrücken gegen die Sportfreunde Saarbrüden eine 2: 0 Niederlage bezog. Saar 05 behielt gegen S. V. Saarbrüden knapp mit 3: 2 die Oberhand, Borussia Neunkirchen und B. f. R. Pirmasens trennten sich mit 2: 2 unentschieden, während der F. K. Pirmasens den F. C. Kreuznach 02 mit dem knappesten aller Resultate von 1: 0 abfertigte und nun als alleiniger ungeschlagener Verein mit 1 Verlustpunkt die Tabelle anführt. * Die Punktekämpfe in der Gruppe Baden. Die Sensation des fünften Ligasonntags in Baden war die Niederlage des Meisters K. F. V. gegen den Lokalrivalen Phönix- Karlsruhe mit 2: 3 Toren. Die größere Schnelligkeit der jungen Phönigleute gab den Ausschlag. Mit 3: 0 sicherte sich die Freiburger Sp. Vg. Sieg und Punkte im Kampfe gegen den F. V. Offenburg. Eine weitere Ueberraschung brachte das Spiel in Villingen, wo der S. C. Freiburg nach einer 2: 0 Niederlage 2 wertvolle Punkte lassen mußte. Die Tabelle wird jetzt von dem noch ungeschlagenen Phönig angeführt, hart bedrängt von F. C. Freiburg und Karlsruher F. V. Der erste Sieg über Dänemark 2: 1. Dänemark führt bei Halbzeit mit 0: 1. Nürnberg, 16. September.( Eig. Drahtbericht.) Begreif= lichen Jubel hat dieser erste Sieg über die Dänen in allen deutschen Gauen ausgelöst, nachdem uns die drei vorhergehenden Begegnungen nur deutliche Niederlagen gegen diese kleine, aber fußballerisch so große Nation eingebracht hatten. Ein ganz erfreuliches Moment ist ferner, daß sich der Kampf absolut reibungslos abspielte, daß auf beiden Seiten wirkliche Fairneß die Geschehnisse diktierte. Unsere Fußballer haben sich rehabilitiert und den letzten Schatten von Amsterdam beseitigt. Und dazu darf man ihnen und sich selbst gratulieren. Die Mannschaftsaufstellung. Deutschland: Wentorf( Altona 93); Beier( Samb. SV.), Weber( Kurhessen Kassel); Knöpfle( FSV. Frankfurt), Leinberger( SpVgg. Fürth), Heidkampf ( Bayern München); Reinmann( 1. FC. Nürnberg), Horn( Samb. SV.), Schmidt II.( 1. FC. Nürnberg), Pöttinger, Hoffmann( beide Bayern München). Dänemark: G. Stolz, Sven Petersen( beide Boldklubben 93), P. Jörgensen, Sven Hansen( beide Frem), Henri Hansen( B. 93); Vald Laursen( K. B.), Paul Jensen( B. 93), 5. Last heim( B. 93); Borge Havn B. 93), Eile Holm( Frem); Nils Hansen( Frem). Der Kampf beginnt. Vom Anpfiff an entwickelt sich ein herrliches Ringen zweier potenter Gegner und die fesselnden Kampfbilder werden Ligion. Deutschland hat die reinere Ballbehandlung und ist im Feld leicht überlegen. Recht bald fommen brenzliche Augenblicke vor dem Gästetor und niemand vermutet, daß Dänemark doch den Führungstreffer erzwingen würde. In der 9. Min. fommt Beier beim Stoppen zu Fall. Wentorf kann nicht mehr herbeieilen und Sven Petersen sendet unhaltbar ein. 1: 0 für Dänemark. Das befürchtete Nachlassen der deutschen Mann1chiedene Ecken werden erzwungen, aber auch eine Prachtleistung von Pöttinger in der 17. Minute wird durch ganz hervorragende schaft tritt nicht ein. Im Gegenteil, sie wird aggressiver. VerParade des dänischen Hüters zur Ed abgewehrt. Die Dänen Nr. 74. Mittwoch, den 19. September 1928. legen zu und der Kampf wird ausgeglichen, Man bewundert das schnelle, entschlossene und dennoch präzise Kombinations= spiel der Gäste, das der deutschen Verteidigung manch harte Nuß zu knaden gibt. Nach der Pause. Hatte vorher die steife Brise den Gästen zur Seite ge= standen, so war sie nunmehr willkommener Bundesgenosse der Deutschen. Ihr Wert machte sich schnell bemerkbar. Fast unausgesetzt lagen die Gastgeber im Angriff. Die 12. Min. sollte dann den verdienten Ausgleich bringen. Vor dem Gästetor hatte sich ein Gedränge entwickelt. Heidkampf fischte sich das Leder heraus und sandte genau berechnet ein. 1: 1. Nun war die deutsche Mannschaft kaum mehr zu halten. Immer wieder rollten die Angriffswellen vor, bestens vorbereitet durch die deutsche Läuferreihe. Der Dänen Hintermannschaft ging in Nöten und die Zuschauer witterten Morgenluft. Die 22. Min. brachte die Entscheidung. Wieder war die linke Seite des deutschen Sturmes vorgestoßen und von der Flanke folgte Torschuß auf Torschuß. Nils Hansen wehrte, was zu wehren war, zuletzt im Fallen, vermochte das Leder aber nicht wegzubesördern und der blitzschnell startende Hoffmann sandte zum Führungstreffer ein. 2: 1 für Deutschland. Weiter, von den Zuschauern mächtig angefeuert, setzten die Deutschen Dampf auf und spielten ständig überlegen. Die 35. Minute hätte durch Schmidt II. einen sicheren Treffer gebracht, wenn ein dänischer Verteidiger ihn nicht regelwidrig gelegt hätte. Da aber Schiedsrichter Ruoff- Schweiz den Fall offenbar übersehen hatte, blieb es bei dem Stand bis zum Schluß, obwohl die Dänen dann nochmals fräftig auftamen. Im Spiegel der Kritik. Man soll nicht in den Fehler verfallen, alles in rosigem Licht zu sehen, wenn eine Mannschaft gesiegt hat. Darum muß festgestellt werden, daß im deutschen Sturm doch noch manche Schwächen zu beobachten waren. Während sich die linke Seite mit Hoffmann- Pöttinger begreiflicherweise gut verstand, fehlte bei dem Sturmführer Schmidt II. etwas der Zusammenhang sowohl mit diesem als auch dem andern Flügel. Da auch der Rechtsaußen Reinmann sich zuviel in Einzelaktionen erging, so war Horn als Verbindungsstürmer der Leidtragende. Handball und Leichtathletik. Leichtathletikfest in Mainz. Sehr schöne Leistungen. Dr. Pelzer schlägt Engelhardt. Mainz, 16. Sept.( Drahtber.) Wenn auch der F. S. V. Mainz manche Absagen erhalten hatte, so blieb doch die Besetzung seines Sportfestes glänzend genug, um 6000 Zuschauer anzuziehen und um schöne Kämpfe und Leistungen zu ermöglichen Scharf mar der Kampf über die 400 Meter, wo der wiedererstandene Dr. Peltzer in 49.5 Set., mit Handbreite gegen Engelhardt Sieger bleiben konnte. Jm Distuswerfen tam Hoffmeister auf die respettable Weite von 46.90 m. Fahren Sie ein PRESTO Rad, es ist beste Qualität zu billigstem Preis! 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Preußen Krefeld 2: 02.1 Min. 4 × 400 m: 1. Teutonia Berlin 3: 30.2 Min.; 2. Röln 99. 4X800 m: Preußen Stettin 2: 10.9 Min. Weitsprung 1. Meier- Charlottenburg 7.33 m; 2. Esser- Köln 6.89 m. Diskus: 1. Hoffmeister- Münster 46.90 m; 2. Molles- Königsberg 38.53 m. Speer: 1. Schnackerz- Köln 59.90 m; 2. Hoffmeister 59.75 m; 3. Molles 59.70 m. Die Rheinstaffel. Hessen- Preußen Kassel siegt in der Hauptklasse. Düsseldorf, 16. September( Drahtber.) Trotz ihrer Verlegung auf den Herbst gestaltete sich auch die diesjährige ,, Rheinstaffel" zu einer machtvollen Kundgebung für den Sportge= danken. Riesige Menschenmassen umsäumten den 15,2 km. langen Staffelweg von Neuß nach Düsseldorf. Weit über 3000 Läufer und Läuferinnen standen im Kampf. In der Klasse A der Hauptgruppe tam es zu interessanten Kämpfen. HessenPreußen Kassel siegte schließlich in 37: 09,4 Minuten für die 15,2 km. mit 10 m Vorsprung vor Münster 08 und dem vorjährigen Sieger Schwarz- Weiß Essen, der 37,32 Min. benötigte. Vierter wurde der Oberhausener TV. 46 in 37:40 Min. In der Klasse der reinen Fußball- Vereine gewannen die Sportfreunde Neuß in 42:30 Min. vor dem Düsseldorfer SV. 04. Bei den Turnern blieb der TV. 47 Düsseldorf in 41:55 Min. vor dem Oberhausener TV. 73 in Front. * Leichtathletik in Augsburg. Augsburg, 16. Sept.( Drahtber.) Schwaben Augsburg hatte ein gut besetztes Sportfest. Jm beidarmigen Kugelstoßen für Damen konnte Frl. Jungkunz- Ulm erneut den Weltrekord verbes= sern. Sie kam diesmal auf 20.84 m( rechts 11.28, links 9.20 m). Die Ergebnisse: 100 m: 1. Salz- Eintracht Frankfurt 10,8 Set. 200 m 1. Eldracher- Eintracht Frankfurt 21.9 Set.; 2. Metzger- Eintracht Frankfurt 22 Set. 110 m Hürden: 1. Leistner U. S. A. 14,7 Sek.; 2. Welscher- Eintracht Frankfurt 15 Sef.; 3. Steinhardt- Karls= ruhe 15.1 Sef. 4 × 100 m Staffel: 1. Eintracht Frankfurt 43.4 Set.Hochsprung: 1. Schwarzfischer- D. S. V. München 1.80 m; 2. Barth- Nürtingen 1.75 m.( Außer Konkurrenz: Bonneder- Regensburg 1.85 m). Damen: Distus: Jungkunz- Ulm 31.875 m. Damenfrisieren Shampoonieren mit prima Ondulation Bubikopf- Schneiden ( vollendete Ausführung) sowie Manikure und Vibrationsmassage Bernhard Dosch Damen- u. Herren- Friseurgeschäft Neue Existenz bei hohem Einkommen für den Verkauf von Herren- Tuchen und Buckskin, Kleiderstoffe für Damen sowie Wäscheausstattungen und Trikotagen an Private suchen wir per sofort geeignete Herren Neue Bücher. Die Rakete als Motor ist wohl das zeitgemäßeste Problem. Dipl.- Ing. Kuhlenkamp berichtet in verständlicher Weise über den Stand dieser Erfindung im Septemberheft von Westermanns Monatsheften. Auch sonst ist dieses erste Heft des neuen Jahrgangs außerordentlich vielseitig in Wort und Bild. Ca 100 Ahbildungen, teils als Kunstblätter, teils im Text, schmücken das Heft vorbildlich. Lassen Sie sich ein Heft von Ihrer Buchhandlung unverbindlich vorlegen. Die große Parade der Herbstmodelle beginnt in der soeben erschienenen Nummer der„ Eleganten Welt". Sie umfaßt die Kleider für alle Tageszeiten vom einfachen Trotteurkleid bis zum problematisch zugestalteten Abendkleid. Auch was es für den Herrn heißt, gut angezogen zu sein, wird in künstlerisch illustriertem Artikel dargetan. Für 1.- M ist das schöne Heft überall zu haben. „ Die schöne Frau." Aus dem interessanten Inhalt des Hef= tes 11 seien folgende Beiträge hervorzuheben: Neueste Modenschau: Im Herbst 1928. Schönes Heim und schöner Garten: Vom Paradies der Kinder( Gedanken über Gärten und Gartenkultur von Albert Conrad Hansen). Vom Sang des Lebens: Schubertjahr 1928. Auf Horchposten in der Ostsee( Burg Insel Fehmarn Hochsommer 1928). Das umfangreiche Heft bauft man in jeder guten Buchhandlung zum Preise von 1 M. Sonst auch direkt vom Verlag Gustav Thomas, Bielefeld, zu beziehen. Wertvolle Bilderartikel für die Familie und Abhandlungen sind in der Tiefdruckillustrierten ,, Die J. 3. 20", die Freitags erscheint, enthalten. Verlag: Guido Hackebeil A.-G. 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