Nr. 98 Dauerte die Uebe Doch nicht das Spie Torgelegenheite f. B. verlegte f eine Unentschlosse chidt zum zweite aft war unbedin wart reichten nie ilen war es gera hrfachen Erjazz en e beim Vorspiel geschlagen. Gießener Beifung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 5 auf Philip vo: 41. Jahrg. ar eine 6: 1- Nieder lieferten in ihre - s das Resultat zum und vor allem Be Hinsicht zufriede nn, von dessen de nden Schiedsricht urde. Die Paulusowie der Reichskanzler, der Reichswirtschaftsminister u. a. mit ihren Damen teilnahmen. Bolitische Tagesschau. Der Reichspräsident gab zu Ehren des diplomatischen Korps in Essen, an dem die Chefs der Berliner fremden Missionen, nachdem sie b In Stockholm wurde ein Zusatzabkommen zu dem gelteneinem fnappen 4en deutsch- schwedischen Handelsvertrag unterzeichnet. Die nene Bereinbarung bringt auf beiden Seiten einige Ergänzungen tagung Februar in Stut März in Nürnber Der deutsch- esthnische Handelsvertrag tann erst nach Regeften finden am lang der Enteignungsfrage ratifiziert werden. und unterliegt zunächst noch der Ratifikation der gesetzgebenden Körperschaften. fmeisterschaften Zum Präsidenten des österreichischen Nationalrates wurde fmeisterschaften van Stelle von Mitlas der Abgeordnete und Finanzminister a. D. Dr. Alfred Gürtler gewählt. Der Reichstag von Finnland hat dem von Sozialisten gegen Die Regierung beantragten Mißtrauensvotum mit 83 gegen 82 cum gibt man der Stimmen zugestimmt. Die Regierung ist daraufhin zurückgeBalgerei doch entreten. Der argentinische Gesandte in Bern unterrichtete den Generalsekretär des Völkerbundes davon, daß seine Regierung be= lein in Gießen, weit sei, als Vermittler zwischen den beiden Staaten Bolivien und Paraguay zu fungieren. RIECK uer ch werbe, Berufe, de etc. SSEN Zimmer Wohn Die argentinische Polizei hat ein weitverzweigtes Komplott gegen den fünftigen Präsidenten Hoover, der inzwischen Don Chile nach Buenos Aires abgereist ist, aufgedeckt. Die Nachrichten aus Afghanistan lauten beruhigend. Dic Wirkung der zwischen den Schinwaris und der Regierung vereinbarten Waffenruhe macht sich bereits bemerkbar. Der telegraphische Verkehr ist wieder hergestellt. Bei der in der Gegend von Lyon wütenden Tphusepidemie End bis jegt 2250 Erkrankungen zu verzeichnen. Bisher find 17 Personen der Krankheit zum Opfer gefallen. Besprechungen der Locarnominister. Die Luganoer Ratstagung mit ihrem kostspieligen und jahlreichen Beamtenapparat ist eigentlich nichts als Staffage, ls Kulisse für das, was sich unter den drei Führern, den ußenministern Deutschlands, Englands und Frankreichs, abpielt. Allerdings verlautet über das Verhandelte, das heimlih Getuschelte, in der Oeffentlichkeit noch nichts. So können Dit denn eigentlich nichts anderes melden, als ein gemeinsames Frühstück, eine Autotour mit anschließendem zweistündigen Gepräch, am nächsten Tage wollte Chamberlain wer weiß 15 welchem Grunde streiken und konnte erst dadurch zu weiterer Mitarbeit gezwungen werden, daß die beiden anderen in kurzerhand in seiner Wohnung aufsuchten, um wieder zu Dritt zu sein. - Die Entrüstung, daß man die Oeffentlichkeit so völlig im Danteln tappen läßt, nimmt langsam, aber merklich. zu. Es ist her zu hoffen, daß das Gerücht, am heutigen Samstag solle en Bericht veröffentlicht werden, sich bewahrheitet. Der Zuckerzoll erhöht. Im Reichstag erfolgte gestern die zweite Beratung der Erung des Zuckerzolls. Das Gesetz soll nur bis zum 31. Dember 1931 gelten. Reichsernährungsminister Dietrich er= mer sofort bezieht, mit der Vorlage werde ein ganz neuer Weg betreten; deslb werde die Reichsregierung die Auswirkung dieses Gesetzes merksam verfolgen und, wenn nötig, Aenderungsvorschläge u vermieten. NER, GIESSE Steinstrasse 84 ahen. WK Ole NWK wolle hrte gute kwolle Abg. Kräßig( S03.) stimmt der Vorlage zu, weil sie zum ftenmal neben einem Schutzzoll für die Erzeuger auch eine Sicherung für die Verbraucher enthalte. Reichsernährungsminister Dietrich erklärt, mit der Vorge werde keine Zwangswirtschaft beabsichtigt. Der Minister Pright die Hoffnung aus, daß die solchen Vereinbarungen anehörenden Kreise mit der Regierung zusammenarbeiten, damit ees Gesetz durchgeführt werden könne. Die Vorlage solle auch zu beitragen, die Beteiligten außerhalb der deutschen Grenen allmählich zur Vernunft zu bringen und schließlich durch ine Konvention die Mißstände zu beheben. Streiemann. Lugano. Reichsaußenminister Dr. Stresemann wird sich ader Ratstagung und nach einer kurzen Verlängerung seiAufenthaltes in Lugano in den Kurort Agra bei Lugano egeben, um sich dort noch einige Zeit von den ungewöhnen Strapazen zu erholen, die die fast ohne Unterbrechung fein anderfolgenden Sizungen des Völkerbundsrats und die Zinisterbesprechungen mit sich gebracht haben. Wahl des schweizer Präsidenten. Bum schweizerischen Bundespräsidenten für 1929 wurde mit er Mehrheit Bundesrat Dr. R. Saab, der Vorsteher des enbahndepartements, gewählt. Von 217 eingegangenen und Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Bostschecktonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 15. Dezember 1928 182 gültigen Stimmen erhielt Dr. aab 178. Während des Krieges war Bundespräsident Dr. Haab, übrigens ein Züricher, turze Zeit( 1917-18) der Gesandte der Eidgenossenschaft in Berlin. Zum Vizepräsidenten des Bundesrats wurde der Vorsteher des Militärdepartements, Scheurer, gewählt. Der Zustand des englischen Königs hat sich verschlechtert. London. Der Abendbericht über den Zustand des englischen Königs gibt wieder ein mehr Besorgnis erregendes Bild. Er lautet:„ Der König verbrachte einen etwas unruhigen Tag. Das Allgemeinbefinden ist nicht ganz so zufriedenstellend, jedoch der Puls stetig geblieben." Der Prinz von Wales hat seine offiziellen Staatsgeschäfte aufgenommen und im St. Jamespalast den Ministerpräsiden= ten und den Erziehungsminister empfangen. Deutschlands Spuren folgen". Schanghai. Der neu ernannte Gesandte Chinas für Deutschland, Tschiang- Tso- Pin, erklärte in einer Unterredung, die er vor seiner Abreise nach Deutschland mit Pressevertretern hatte, er werde die Verhältnisse in Deutschland gründlich studieren. Der Gesandte wies auf die Fortschritte der deutschen Wissenschaft hin, die bewundernswert seien, und erklärte, er hoffe, daß das chinesische Volk Deutschlands Spuren, namentlich hinsichtlich der deutschen Wiederaufbaubemühungen, folgen werde. Er hoffe, daß der Geist Deutschlands bald im chinesischen Volk und in den Regierungskreisen Chinas Eingang finde. Hessischer Landtag. Darmstadt. Der hessische Landtag tam Donnerstag in seinen Beratungen ein gutes Stüd vorwärts. In der ersten Beratung des Kirchensteuergesetzes verlangte zunächst Dr. Müller( Bbd.) dessen Ablehnung, weil zu der Besteuerung auch Zuschläge zu der Grund- und Gewerbesteuer neben Zuschlägen zur Vermögenssteuer und außerdem eine Kopfsteuer herangezogen werden können. Abg. Schott( DVp.) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu dem Entwurf. Der Abg. Hamann( Komm.) hält dann eine durch große Heiterkeit unterbrochene stundenlange Agitationsrede gegen Zentrum, Sozialdemokraten, Gott und die Welt. Staatspräsident Ade= I ung erklärt, daß die Vorlage auf Grund der Reichsverfassung und der Reichsgesetze herausgebracht werden mußte. Für die Sozialdemokraten gibt Abg. Kaul seiner Freude darüber Ausdruck, daß alle Religionsgemeinschaften als gleichberechtigt behandelt wurden. Das Gesetz ändere jedoch nichts an dem grundsäglichen Standpunkt der Sozialdemokratie. Die Deutschnationalen, die Volkspartei, die Demokraten und das Zentrum erklären ihre Zustimmung zu dem Gesezentwurf. Bei der Regierungsvorlage, den vom Staat an die Woh= nungsfürsorge- Gesellschaft gegebenen Stammanteil von 40 000 Mart auf 200 000 Mark zu erhöhen, bringt Abg. Haury( D. Vp.) konkrete Unterlagen für seine kürzlich erhobenen Beschwerden gegen die Gesellschaft vor. Minister Korell bittet um Ueberlassung des Materials, dessen genaue Nachprüfung er verspricht. Die Regierungsvorlage auf Kapitalerhöhung wird an= enommen gegen die Stimmen der Deutschen Volkspartei und der Volksrechtspartei. Eine Regierungsvorlage, die Stelle des Landarbeitsgerichts zu einer Hauptamtlichen Landgerichtsdirektorstelle umzuwandeln, gibt der Volkspartei Veranlassung, festzustellen, daß sie jede neue Stelle verweigere, so lange das Spargutachten ausſtehe. Eine Regierungsvorlage, für Verbesserung der Polizeiunter: tünfte einen Kredit von 200 000 Mart zu bewilligen, wird angenommen. Eine lange Debatte entspinnt sich über ein Gesetz über die technischen und gewerblichen Unterrichtsanstalten und solche für freie und angewandte Kunst. Entgegen der Regierungsvorlage, die eine Uebernahme auf den Staat vorsieht, fordert ein gemeinsamer Antrag der Deutschen Volkspartei und des Landbundes, daß die hessische Handwerkskammer zum Träger dieser Unterrichtsanstalten gemacht werden soll. Die Tendenz der Regierung ist aus einer Bemerkung eines sozialdemotratischen Debattenredners ersichtlich, der erklärt, daß die Handwerkskammern nicht geeignet seien, die Erziehung der Jugend so zu gewährleisten, wie es vom Standpunkt der Regierungsparteien aus wünschenswert wäre. Die Regierungsvorlage wird mit den Stimmen der Koalitions: gegen sämtliche Oppositionsparteien angenommen. Aus der Fülle weiterer Vorlagen sei ein Zentrumsantrag herausgegriffen, der zum Schutze der einheimischen Zuckerindustrie eine Erhöhung des Zuderzolles verlangte. Er wird angenommen. Große Anfrage der Demokraten über die Stellungnahme der hessischen Regierung zum dezentralisierten Einheitsstaat. Die diesmalige Tagesordnung des Landtages mit fast 100 Punkten sieht als einen der letzten die Beratung des Antrages der demokratischen Fraktion betr. sofortige Einsetzung eines Ausschusses in Hessen vor, der die Eingliederung Hessens vor( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Playvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 99 bereiten soll. Es besteht die begründete Gefahr, daß dieser Antrag am Ende der Tagung in einer absolut unzulänglichen Zeit durch beraten werden muß. Da die Deutsche Demokratische Partei eine eingehende Aussprache über den gesamten Fragenkomplex, die den Einheitsstaat und Hessen berühren, für notwendig hält und auch eingehende Aufklärung über die Stellungnahme der hessischen Regierung auf der Länderkonferenz wünscht, hat der Abgeordnete Schreiber in Verbindung mit der Fraktion folgende Große Anfrage an die Regierung gerichtet: ,, Welche Haltung hat die Regierung auf der Länderkonferenz bei der Beratung über die Verfassungs- und Verwaltungsreform im Reich und in den Ländern eingenommen? Ist die Regierung bereit, mit allem Nachdruck für die Schaffung des dezentralisierten Einheitsstaates einzutreten?" Wie wir hören, wird die Regierung diese Anfrage alsbald schriftlich beantworten. Die eingehende Aussprache über die Regierungsantwort wird bei Wiederzusammentritt des Landtages am Ende Januar stattfinden. Öffentliche Notstandsarbeiten in Hessen. Wie in früheren Jahren, so sollen auch im Winterhalbjahr 1928-29 wieder öffentliche Notstandsarbeiten in größerem Umfange ausgeführt werden. Da es sich hierbei hauptsächlich um die Beseitigung eines Notstandes auf dem Arbeitsmarkt handelt, sind Arbeiten nur dann besonders förderungswürdig, wenn ihre Durchführung viele Arbeitskräfte erfordert und daneben ein volkswirtschaftlicher Wert durch die Arbeit geschaf= fen wird. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung gibt als sogenannte Grundförderung für jedes Arbeitslosentagewerk einen Betrag bis zu 3 Rmt. in der Regel als Zuschuß oder teils als Zuschuß, teils als Darlehen. Diese Art Förderung kann bei Notstandsarbeiten von mindestens 2000 Tagewerken durch eine sogen. verstärkte Förderung aus Reichs- und Landesmitteln bis zum fünffachen der als Grundförderung gewährten Summe ergänzt werden. Zur verstärkten Förderung von Notstandsarbeiten stehen im Rechnungsjahr 1928-29 an Reichs- und Ländermitteln je 1,2, zusam= men 2,4 Millionen Reichsmark zur Verfügung. Die Mittel sind im Einvernehmen mit dem Landesarbeitsamt Hessen zu Frankfurt a. M. auf zum Teil bereits im Gange befindliche Notstandsarbeiten verteilt worden, die einen Gesamttostenaufwand von über 7 Millionen Reichsmark erfordern und die Ableistung von rund 224 000 Arbeitslosentagewerken er= möglichen. In der Zeit vom 1. April 1926 bis Mitte November 1928 sind insgesamt für öffentliche Notstandsarbeiten 10 600 000 Rmt. verstärkte Förderung aus Reichs- und Landesmitteln bewilligt worden. Von den Darlehen entfallen auf die fünf Städte( Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms) rund 3,3 Millionen, während für Maßnahmen in den Landbezirken etwa 7,3 Millionen Reichsmark Darlehen aufge= wendet wurden. - Die Altersversorgung des selbständigen Handwerks. In der kürzlich abgehaltenen ersten Sigung der SiebenerKommission, die gemäß dem Beschluß der Ausschüsse für Sozialpolitik und Wirtschaftspolitik beim Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertag und beim Reichsverband des deutschen Handwerks zur Klärung der widerstreitenden Anschauungen über die endgültige Umgestaltung der Altersversorgung im Handwerk eingesetzt worden war, wurde der Wille betont, recht gründlich und fachlich zu arbeiten, um den Mitgliedskörperschaften einwandfreies Material zu dieser Frage vorlegen zu können. Der Arbeitsausschuß will Schritt für Schritt das schwierige Problem zu einer befriedigenden Lösung bringen Es wurde daher zunächst nur beschlossen, sämtlichen deutschen Handwerkskammern zu empfehlen, von jetzt an besondere Fonds anzufammeln, aus denen einmal die gegenwärtig dringendste Not in den Kammerbezirken befriedigt werden könne, von denen aber gleichzeitig ein Teil zur Ansammlung eines Dauerfonds verwendet werden solle. Als letztes Ziel ist daran gedacht, eine Einrichtung zu treffen, die von sämtlichen deutschen Handwerkskammern getragen und unterhalten wird. Da über die Form, Wege und Art der Durchführung noch große Meinungsverschiedenheit herrscht, wird zunächst für die Kammerbezirke, deren Kammern dem Arbeitsausschuß angehören, durch versicherungsstatistische Erhebungen die Art der Belastung und die Höhe der erforder= lichen Mittel festgestellt werden. Das Material soll dann sämt= lichen Kammern zur Begutachtung vorgelegt werden, damit sie an Hand der Beispiele auch für ihre Kammerbezirke die glei= chen Erhebungen machen können. Gleichzeitig erklärte sich die Geschäftsstelle des Kammertages bereit, bei der Beratung der Handwerksnovelle im Reichstag eine größere Bewegungsfreiheit für die Handwerkskammern auf dem Gebiete der sozialen Fürsorge anzustreben. Ein entsprechender Antrag betr. Ergänzung des§ 103 e R. G. D. ist inzwischen dem zuständigen Reichstagsausschuß vorgelegt worden. Raucherzähne Die Spezi altonstrut tion der Chlorodont- Zahnbürste ermöglicht das Reinigen und Weißpuzen der Zähne auch an den Eeilen flächen. Nur echt in blau- weiß- grüner Original vadung in allen Chlorodont- Berlaufsstellen. Samstag, den 15. Dezember 1928. CHIZASHIN Lokales. Schnee! Dräuend legt sich schwer und wuchtig eine bleierne Wolkenschicht über die Erde. Fahl leuchtet ein Dämmerlicht. Grau, wohin das Auge blickt und spärlich das Licht, welches der Tag spendet. Schnee liegt in der Luft, sagen die Menschen, und die Tiere des Waldes verkriechen sich in das dichteste Gebüsch. Schwer lastet auch der Druck auf der Seele. Es ist, als liege etwas über uns, das uns erdrückt und doch ist es die Befreiung. Weiß senkt es sich langsam hernieder und erst kurze Höhe über uns wirbelt es toll, als wäre ein Herentanz entbrannt. Es schneit. Wild durcheinanderwirbelnd senken sich die weißen, kleinen Flocken auf die Dachfirste, Telegraphenstangen, auf die Aeste der Bäume, die wandernden Menschen, auf Fluren und Wälder. Dieses riesige weiße Leinentuch aus Schnee erzeugt Stimmungen in der Menschen Brust. Leichentuch wird es vielfach genannt. Leichentuch, weil die Natur unter ihm erstorben scheint. Weil das lebendige Grün der Wiesen, das wogende Gelb der Felder verschwunden. Weil die Bäume kahle, schwarze Aeste gespenstisch von sich recken. In der Erde regen sich neue Kräfte und unter der schützenden, warmen Dede treibt es und sprießt es zu neuem Werden, zu neuer Frucht. Die Bäume tragen ganz einzigartige Blätter, wie aus Wattebauschen gemacht und der Brunnen dort im Bauernhof wirkt geradezu grotesk mit dem dicen Strohmantel und der weißen Müllerhaube, die er sich aufgesetzt. Die Spatzen in den Straßen streiten sich scheinbar noch viel lauter um die jetzt so targ vorhandenen Körner. Schon wollen sie sich in die Federn fahren, da werden sie aufgescheucht durch einen wilden Haufen fröhlicher, übermütiger Buben und Mädels, welche die Schule herausgeschossen, wie der Himmel die wirbelnden Flocken. Hurrah, Schnee! Das ist ein Rufen und Lachen und ängstliches Aufschreien, wenn die Buben den Schnee zu Ballen for= men und die Wurfschlacht beginnt. Kreischend fliehen die Mädchen den nächsten Haustüren zu oder ziehen den Mantel über die Köpfe, um sich dann ergeben in ihr Schicksal zu finden. Oft stellen sich die Mädchen auch mutig in Kampfesfront und wetteifern mit dem stärkeren Geschlecht um den Sieg, just wie beim Sport. Den Donner der Wurfgeschosse bildet das Brüllen, welches jeden Treffer be= gleitet. Scharfe Messer schneiden nicht lange. Bald wendet man sich anderen Dingen zu. Mit vieler Mühe wird eine große Schneekugel gewälzt, eine kleinere daraufgesetzt, Steine liefern Nase und Augen und schon ist der Schneemann fertig. Dann werden Schlitten hervorgeholt, ein Schneehügel an abgelegener Stelle gesucht und schnell vom ,, Berg ins Tal" saust der Schlitten mit seiner Last Rodeln ist eine Lust! Wer sagt, das Leben sei im Winter gestorben, dem fehlt der rechte Sinn, das neue Leben, welches unter, über und um den Schnee herum sich entfaltet, zu erfassen. Das Leben ist fein fertiges Gemälde, sondern wird es erst durch die Art des Blickes, mit dem wir es umfassen und in uns aufnehmen. Wer sich die Freude an der Natur bewahrt, dem wird auch der Schnee ein Bild von allmächtigem Zauber in die Seele tragen * Die Wahlen zum Landeskirchentag. In den nächsten 14 Tagen finden in ganz Hessen die Neuwahlen zum Landeskir= chentag statt. Wahlmänner sind die Kirchengemeindevertreter. Es sind überall zu wählen: 1. Für jedes Dekanat ein weltlicher Abgeordneter und dessen Stellvertreter. 2. Für je zwei Dekanate zusammen: ein geistlicher Abgeordneter, und dessen Stellvertreter. 3. In einem dritten Wahlgang eine der Landeslisten. Durch die Landeslisten werden 10 geistliche und 24 weltliche Abgeordnete nach dem Verhältniswahlsystem gewählt. Der Marschall Vorwärts. Zur Erinnerung an seinen Geburtstag am 16. Dezember. Von Dr. Karl Klein Buchschlag. Bald 200 Jahre sind es her, daß Fürst Blücher von Wahlstadt am 16. Dezember 1742 geboren wurde. Bald 110 Jahre sind es, seit er gestorben, und seine Haupttaten liegen 115 Jahre zurück. Trotzdem, das Gedächtnis an ihn ist nicht geschwunden. Als Marschall Vorwärts lebt er weiter in der Deutschen Geden= ken. Als der wohlgemute Draufgänger, der seine Soldaten begeisterte, sie zum Siege zu führen vermochte, der auch in schwierigen Lagen ihre Widerstandskraft beleben und mit seinem frischen, fröhlichen Mut Furcht und Verzagen von ihnen fernzuhalten vermochte, sehen wir im Geiste diesen jugendlichen frischen Heldengreis vor uns. Aus den Freiheitskriegen leuchtet seine Heldengestalt, alle anderen überragend, als Heerführer hervor. An seiner Seite hatte er jeweils bedeutende Strategen wie einen Scharnhorst und einen Gneisenau. Als Heerführer war er aber der Mann, deren Pläne und besonders die gigantischen und entscheidenden Gneisenaus zur vücksichtslosen Durchführung zu brin= gen, alle Widerstände dagegen, von welcher Seite sie auch tommen mochten, zu beseitigen. Seinem ungestümen Drängen dankt Deutschland die Wiedereroberung des linken Rheinufers. Am Rheine wollten die Desterreicher und Russen haltmachen, wagten ihn nicht zu überschreiten, zauderten, den geschlagenen französischen Kaiser nach Frankreich hinein zu verfolgen, hätten ihm Zeit gegeben, von neuem Heere aufzubieten und von neuem das Kriegsglück an seine Fersen zu heften. Blücher hatte es durchgesetzt, mit seiner Armee den Rhein überschreiten zu dürfen. In der Neujahrsnacht von 1813 auf 1814 ist er bei Caub über den Rhein gesetzt. Von da an war seine schlesische Armee immer den anderen voran, hatte den Hauptteil der Kämpfe auszuhalten, zog die verbündeten Heere nach sich. Drei Monate darauf war die letzte Schlacht vor Paris, und es endete der Kampf mit dem Einzug in Paris, mit der Abdankung Napoleons. Ohne diesen jugendlichen Feuerkopf von 71 Jahren und sein stetes Drängen wäre er nicht so weit gekommen. Seine Armee hatte er völlig mit dem Geist des Drausgängertums beseelt. Aber das genügte nicht. Durch sein Beispiel, durch seinen Wagemut, durch Vorwärtsdrängen seiner Armee mußte er die anderen zaubernden Heerführer, die mißmutig und verzagt gevordenen anderen Armeen mitreißen. Wenn sie vorwärtsgingen, * Gießener Zeitung" Steuereinziehung durch Postnachnahme. Die Steuerbehörden sind neuerdings in arößerem Umfange dazu übergegangen, nicht rechtzeitig gezahlte Steuerbeträge durch Postnachnahme einziehen zu lassen. Es wird dabei eine Einlösungsfrist von 7 Tagen gewährt, nach deren Ablauf dieselbe zum 2. Male vorgelegt wird. Wird die Zahlung dann verweigert, so beginnt die zwangsweise Einziehung. * Die Neujahrs- Sonntagsfahrkarten. Mit Rücksicht darauf, daß der Neujahrstag auf einen Dienstag fällt, verlängert die Reichsbahn die Geltungsdauer der vom 29. Dezember( Samstag) 12 Uhr ab gelösten Sonntagsrückfahrkarten ausnahmsweise bis zum 2. Januar 1929( Mittwoch) 9 Uhr. * Universitätsgottesdienst. Am Sonntag, den 16. Dezember, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula unter Mitwirkung des Collegium musicum ein Universitätsgottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Cordier. * Beseitigung des Schnees von den Fußsteigen und Rodeln und Schleifen pp. Das Schleifen und Rodeln, das Fahren mit sonstigen kleinen Schlitten auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen( ſowohl auf dem Fahrdamm wie auf den Bürgersteigen) ist, wie das Polizeiamt in Erinnerung bringt, bei Strafe verboten. Zum Schutze der Passanten sind die Polizeibeamten angewiesen, dem Unfug entgegenzutreten und Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Die Eltern werden gut tun, den Kindern von dem Verbot Kenntnis zu geben und auch die jungen Leute, die nach amtlicher Beobachtung sehr oft als Missetäter in Betracht kommen, mögen die polizeilichen Anordnungen beachten. Des weiteren weist das Polizeiamt darauf hin, daß bei eintretendem größeren Schneefall es Pflicht der Hausbesitzer oder der mit der Hausverwaltung betrauten Personen iſt, den frischgefallenen Schnee alsbald von den Bürgersteigen zu entfernen, wie es andererseits auch selbstverständlich ist, daß das Bestreuen der Fußsteige bei Glatteis ohne vorherige Aufforderung durch die Polizeibeamten eine im Interesse der Sicherheit der Straßenpassanten liegende Pflicht ist, deren Nichtbefolgung Strafe nach sich zieht. * Eigentümer gesucht. Bei dem hiesigen Polizeiamt sind eine Anzahl Geldbörsen, die von Diebstählen auf Sportplätzen, Badeanstalten usw. herrühren dürften, sichergestellt. Personen, die sich geschädigt fühlen, werden gebeten, sich zwecks Anerkennung ihres Eigentums bei der Kriminalpolizeiabteilung zu melden. * Festnahmen. Beängstigend ist die Zahl großer und kleiner Spitzbuben, die in den letzten Tagen von der Polizei erwiſcht worden sind. So wurde am Mittwoch eine jugendliche Betrügerin aus Wetzlar festgenommen, die sich in einem hiesigen Schuhgeschäft ein Paar Halbschuhe erschwindelte. Ein Lehrling aus Frankfurt a. M., der seine Lehrstelle heimlich verlas= Kraftpost Gießen- Klein- Linden. Infolge der in letzter Zeit eingetretenen stärkeren Jnanspruchnahme der Kraftpost zwischen Klein- Linden und Gießen werden vom 15. Dezember ab die s. 3t. wegen schlechter Be nuzung aufgehobenen Pendelfahrten auf dieser Strecke nach folgendem Fahrplan versuchsweise wieder eingerichtet: Gießen Bhf. Gießen Liebigstraße Klein- Linden Nord Klein- Linden Mitte 200 W G W 23 12,30 14,15 17,30 18,20 7,15 12,32 14,17 17,32 18,22 7,19 12,39 14,24 17,39 18,29 7,20 12,41 14,26 17,41 18,31 200 G W W Klein- Linden Mitte 7,22 13,15 14,30 17,50 18,35 Klein- Linden Nord 7,24 13,17 14,32 17,52 18,37 Gießen Liebigstraße 7,31 13,24 14,39 17,59 18,44 Gießen Bhf. 7,33 13,26 14,41 18,01 18,46 W= werktags, S= nur an Sonn- und Feiertagen. - war er bereit an ihrer Seite zu kämpfen und ihnen die Unterstützung seiner sieggewohnten Armee zuteil werden zu lassen. Wenn sie zum entscheidungsvollen Entschluß unfähig waren, stieß er endlich allein vor, die anderen nach sich ziehend, die schließlich von ihren Truppen gedrängt wurden, dem Beispiel des furchtlosen und immer mutigen Führers zu folgen. Nr. 9 Samstag, den 15. maliger Zuschuß von bach- Frankenbach wi fegungszwede eines ft Denimals werden 13 Der Polizeiverordnun Straßen und Müllabf eimer müssen bis spä sen hatte, wurde hier aufgegriffen und dem Wohlfahrtsc übergeben. Weiter wurden in den letzten 8 Tagen festgeno men: Wagner Fr. D. wegen Strafverbüßung auf Ersuchen Amtsgerichts Ludwigshafen, Maler A. G. wegen Unterschlag auf Ersuchen des Amtsanwalts Jena, Friseur G. W. weg Verdachts des Meineids und Unterschlagung auf Ersuchen Staatsanwaltschaft Heidelberg, Arbeiter K. F. wegen St verbüßung auf Ersuchen, des Amtsgerichts Gießen, Schlosser halt benutzt werden. St. wegen Einbruchdiebstahls auf Ersuchen der Staatsanwa standspartei wurden schaft Altena, Bauarbeiter K. B. wegen Körperverlegung wagenlinie in Gießer 19. 100 Rmf. für Ersuchen des Amtsgerichts Stuttgart, Arbeiter E. H. Leg fich hierbei um einen Schlosser K. M. auf Ersuchen der Kriminalpolizei Hamburg werden kreditiert.- Diebstahls auf Ersuchen des Amtsanwalts Braunschweig * Diebstähle. Wie der Polizeibericht mitteilt, wurde 8. 12. 1928 aus dem Realgymnasium ein Herrenwinterman von rotbrauner Farbe mit breitem Gürtel und braunem, roten Karos versehenem Futter, und aus der Goetheschule gededten Fehlbeting werden anteilmäßig nommen. Mitteilu Im Anschluß DOT. Damenmantel( englischer Art), hellbraun kariert, mit breit Sigung des Stadtver = Stoffgürtel, aufgesteppten Taschen und Opossumfragen u Aermelaufschlägen entwendet. In der Oberrealschule wu die elektrische Klingelleitung durchschnitten und zwei Elemen gestohlen. In der Nacht vom 11. auf 12 Dezember wurd in der Gartenstraße und Seltersweg eine größere Anzahl el Aus Niederlleen. Der trischer Glühbirnen, Marke Osram, die anläßlich der Lie Ortsnetzes der hiesige woche angebracht waren, entwendet. * Scharfe akademische Strafe für Feuermelderunjug. dem Unfug des böswilligen Alarmierens der Feuerwehr a seitens der Universitätsbehörde nachdrücklichst entgegenzutrete den. Insgesamt wur Kupferdraht ersetzt. Friedberg. In der ein Dirigententurjus bekannten Musikpädag hat der Senat der Landesuniversität als warnendes Beis derung der Volksbild für andere einen Studenten wegen Einschlagens einer Schei am Feuermeldeapparat und böswilliger Alarmierung der Feue wehr für das laufende Semester vom Studium an der Land universität Gießen ausgeschlossen. it Stadtverordnetenversammlung am Freitag, den 14. Dezember, 4 Uhr nachmittags, im Sigungssaal des Stadthauses. Die Erledigung der 21 Punkte umfassenden Tagesordnu Laubach. In de glossen, das Wasser fondere Kanalgebühr in Laubach soll bei mit der Durchführun Mainz. Eine teu hof handelten gestern den Kaufpreis für ei Teil einig. Der Metzg aus dem Maul des T doch es sanden sich wickelte sich fast reibungslos ab. Die einzelnen Punkte fande zum größten Teil in folgende Erledigung: 1. Die beantragte Erhöhung der Grend nun Metzger un meindehundesteuer ist abgelehnt worden.- 2. Der ortsübli kuh das Papiergeld. Zuschlag von 1 Prozent zur Reichsgrunderwerbssteuer wird 1. Januar 1929 auch zur Steuer nach§§ 10 und 28 des Grun erwerbssteuergesetzes( betr. Tote Hand) erhoben. 3. Für Erneuerung der Turngeräte des Landgraf- Ludwig- Gymnasium werden 2500 Rmk. kreditiert.- 4 Der Kredit von 1000 R für die Beschaffung des Gestühls im Physiksaal der gleich - - - Schule wird um 498 Rmt. erhöht. 5. 55 000 Rmt. werden die dringend notwendige Aenderung der Kühlanlage auf de Schlachthof bewilligt. 6. Dem vorliegenden Entwurf eine Polizeiverordnung über Ein- und Durchfuhr von frischem Flei wurde zugestimmt. 7. Desgl. einer Polizeiverordnung, be Abhaltung der Wochenmärkte in Gießen, und einer Verordnu betr. Verkehrsregelung und Sicherheit auf dem Wochenmar platz. 8. Mit zwei Ausnahmen( H. Reuling, Wieseckerweg und H. Naaf, Walltorstraße 34) wurden die vorliegenden G suche um Schankerlaubnis, bezw. Erweiterung derselben, fürwortet. 9. In drei Fällen werden Befreiungen von ei zelnen Bestimmungen des Ortsbaustatuts genehmigt. 10, 11. Für die Beschaffung von Pflastersteinen für den Wetzlar weg und die Verbindung der Hammstraße und Westanlage we den insgesamt 46 400 Rmt. bewilligt. 12. Für Beleuchtungs zwecke im Asterweg, in der Straße ,, An den Bahnhöfen" un des Landgraf- Philipp- Platzes werden 3820 Rmf. zur Verfügu gestellt. 13. Dem Verein für Luftfahrt in Gießen wird e einmaliger Beitrag von 1000 Rmt. bewilligt. 14. Ein ei - - - Lust, am Kriege unter allen Umständen teilzunehmen. Weld Partei man in Deutschland nahm, war damals noch nicht so be deutungsvoll. Schon beim ersten Gefecht geriet er in preuzi Gefangenschaft und trat, wie so viele von Friedrichs des Großen Heldengröße begeistert, 1760 in ein preußisches Husarenregimen 1793 führte er es mit glänzendem Erfolg gegen die Franzose Die Taten Friedrichs des Großen haben in ihm wie in so len anderen den preußischen und deutschen Patriotismus zündet. Nach dem Tilsiter Frieden wurde er Generalkommand in Pommern, auf Betreiben Napoleons dann aber in den R stand versetzt. Wie der Befreiungskrieg von 1813 anhob, da war die 3 für den ungeſtümen Führer von 71 Jahren gekommen, det In dem Zusammenbruch von 1806 war Blücher einer der wenigen, der auch in solcher Zeit den Kopf und den Mut nicht verlor. Viele der späteren ruhmvollen Männer der Freiheitskriege waren schon damals um ihn, so ein Scharnhorst und York. Von seiner Unerschütterlichkeit ging auch auf sie über. Scharnhorst lernte damals an Blüchers Seite, daß man mit Mut und Willenskraft alles überwinde und sagte zu ihm:„ Sie sind unsührer und Held, und müßten Sie uns in der Sänfte nachgetra- Jahre in Ungeduld verzehrt hatte und verzweifeln wollte gen werden. Nur mit Ihnen ist Entschlossenheit und Glück." Aus Blücher sprach zu jener Zeit die innere Freudigkeit des ge= borenen Helden, jene unverwüstliche Zuversicht, welche das Schicksal zu bändigen scheint.„ ,, Den Soldaten schien er herrlich wie der Kriegsgott selber, wenn der schöne hochgewachsene Greis noch mit jugendlicher Kraft und Anmut seinen feurigen Schimmel tummelte. Gebieterische Hoheit lag auf der freien Stirn und in den großen tiefdunkeln, flammenden Augen, um die Lippen unter dem dicen Schnurrbart spielte der Schalk der Husarenlist und die herzhafte Lebenslust."( Treitschke). Seit dem Jahre 1806 und seinem kühnen Zug auf Lübeck war er die Hoffnung der Armee. Damals ging Blücher mit den Resten der Reservearmee und einigen anderen Truppen im Magdeburgischen über die Elbe, um sich mit dem Hohenloheschen Korps zu vereinigen, das leider kapitulierte. Dann faßte Blücher auf Scharnhorsts Rat den verwegenen Plan, sich gegen Flanke und Rücken der Franzosen zu wenden, um einen Teil des feindlichen Heeres von den Marken wegzuziehen. Das nicht sehr große Korps warf sich nach Mecklenburg, und es gelang ihm drei französische Armeekorps hinter sich herzuziehen. Unter den Toren und den Straßen Lübecks kämpfte Blücher dann noch mit seinem Korps mit verzweifeltem Mute gegen die Uebermacht des Feindes. Erst als alle Munition ausgegangen und aller Proviant verloren war, legte Blücher bei Rattbau die Waffen nieder. Blücher war Mecklenburger und in Rostock geboren. Sein Vater war burhessischer Rittmeister gewesen. Im siebenjährigen Krieg nahm er ohne Wissen seines Vaters Kriegsdienste bei den Schweden, die am nächsten waren. Den Jüngling trieb dazu die getel Erhebung, den Auschwung nicht mehr erleben zu können. die Spitze der in Schlesien gesammelten Armee mußte er zunächst mit den anderen Heereskörpern zusammen wirken, mußte er die zaudernde Kriegsführung widerstro mitmachen. Nach dem Waffenstillstand und dem Anschluß Ost reichs bekam er die Führung der selbständigen schlesischen Am Napoleons Plan war, ihn zuerst zu schlagen. Blücher zog ihn h ter sich her, bis Napoleon zurück nach Dresden gegen das b marschierende russische- österreichische- preußische Hauptheer ma Gegen Blücher ließ er Macdonald mit 80 000 Mann zurück. De packte er an der Katzbach und schlug ihn gänzlich. Auf der V folgung wurde diese französische Armee völlig auseinander sprengt. Diese Schlacht an der Katzbach war der erste wahh furchtbare Sieg des Befreiungskrieges, war die starke S chung Napoleons. Ueberall hob dieser Sieg die Zuversicht in Heeren der Verbündeten. Blücher wurde der volkstümliche Was in jedem nationalen Kriege unentbehrlich ist, es entstand d Freude an diesem volkstümlichen Helden, zu dem jeder benu dernd ausschauen fonte. Der Name Blücher war in aller Mu Die moralischen Folgen dieses Sieges waren außerordentlich gr Mit diesem Siege war die schlesische Armee zu weiteren ten freigeworden. Napoleon konnte ihr genügende Kräfte mehr gegenüberstellen. Blücher hatte sich mit seinem Siege a die Freiheit der Entschließung erkämpft. Den Gedanken Grei naus konnte er durchführen, gegen die Flanke von Napoleon mee vorzustoßen und ihn im Rücken zu bedrohen. Dadurch wi Napoleon zum Rüdzug nach Leipzig genötigt. Dadurch wun die Entscheidungsschlacht von Leipzig ermöglicht. ohne Nummern. Offenbach( Kr. unglüdte am Mittw firchen. Durch die bedauernswerte Ma Marburg. Ganz heraus, hat Marbu hat auf seinem Geb ein Hirsch, zwei Wö Flamingos, Pelikane find. Weiter ist ein jauen angelegt, ein Löwe wird demnäch Kaffel. Donners menstoß zwischen ei traftwagen. Der Str einandergerissen. Me Jeder Reichsite Noch einmal tra prenischen Armee in fonnte ihn Napoleon nenter selbst gegen d Bierd stürzte zusamm türmte der Feind ül dedte ihn, so daß er lagte englische Hilfe englischen Heere die ΦΟΥ ar trotz des Sturze Der Spitze des Hee ging Blücher mit f französischen Heeres Sieg von Waterloo Napoleons endgülti Nur noch vier stadt erhobenen Bli et gefeiert und befo auf Einladungen blieb diese echtgern lichtes Heldentum pornt, hat das gri lassen, die ewig in gen werden. Die F Von Medizinal Zum Gesundble freudig gehobene G fraft des Körpers Leiden vergessen lä festigt. Und gerade wirksamite Wa heit. Diese gehob gelöst durch die Fr Durch die Freude i und zufrieden zu je noch so bescheidenes, also ein in näherer oder eine schöne Er Wenn dies icho Nr dem Wohlfahrt 18 Tagen festge ung auf Erjuche wegen Unterschla riseur 6. M. ung auf Ersuchen K. F. wegen Gießen, Schlos n der Staatsan Körperverlegung rbeiter E. 5. ts Braunschweig alpolizei Hamb t mitteilt, wurd 1 Herrenwinterm el und braunem der Goetheschule fariert, mit bu Opossumtragen Oberrealschule en und zwei Elen 12 Dezember m - größere Anzahl anläßlich der euermelderunfug der Feuerwehr licht entgegenzut s warnendes B lagens einer G Tarmierung der udium an der La mmlung Uhr nachmittags, Dthauses. fenden Tagesord nzelnen Punkte f Erhöhung der 2. Der ortsü erwerbssteuer wit 10 und 28 des G erhoben.- 3. Fü -Ludwig- Gymna Kredit von 1000 Shpjitjaal der gle 5000 Rmt. werder = Kühlanlage auf genden Entwurf hr von frischem& olizeiverordnung und einer Verord uf dem Wochenm uling, Wiesederme die vorliegenden eiterung derselben Befreiungen von 5 genehmigt.-10 nen für den We e und Westanlage 12. Für Beleucht den Bahnhöfen 20 Rmt. zur Verf rt in Gießen wit billigt.- 14. Gi teilzunehmen. Damals noch ni geriet er in Friedrichs de zisches Sufare g gegen die f in ihm wie in hen Patriotismus er Generalforma Dann aber in den anhob, da war di hren gekommen, verzweifeln woll erleben zu könne melten Armee esförpern zufamm sführung wider nd dem Anschluß digen schlesischen! gen. Blücher zog Dresden gegen d Bifche Hauptheer 000 Mann zurüd gänzlich. Auf d völlig auseina war der erste w war die starte& ieg die Juverfight eder volkstümlide ehrlich ist, es entita n, zu dem jeder b cher war in aller ren außerordentlig Armee zu weiteren genügende Kräfte mit feinem Siege Den Gedanten& Flante von Napoles bebrohen. Daburd enötigt. Daburb rmöglicht Samstag, den 15. Dezember 1928. maliger Zuschuß von 500 Rmt. für die Autolinie Gießen- Crumbach Frankenbach wird genehmigt.- 15. u. 16. Für InstandDenkmals werden 1350 Rmt. zur Verfügung gestellt. „ Gießener Zeitung" Vorsicht fehungszwede eines städtischen Materialschuppens und des 116er gegenüber gewissen„ Kredit" nitituten! 17. Der Polizeiverordnung und Ortssatzung über Reinigung der Straßen und Müllabfuhr wurde zugestimmt. Die neuen Mülleimer müssen bis spätestens 1. Februar 1929 von jedem Haushalt benutzt werden. 18. Gegen die Stimmen der Mittelstandspartei wurden 50 000 Rmf. zur Einrichtung einer Kraftwagenlinie in Gießen bewilligt. Es ist anzunehmen, daß es sich hierbei um einen neuen Zuschußbetrieb der Stadt handelt. 19. 100 Rmt. für eine Nähmaschine für die Schillerschule werden kreditiert.- 20. Von dem für 1927 verbliebenen un= gedeckten Fehlbetrag der Gewerbe- und Maschinenbauschule werden anteilmäßig 11 283,51 Rmk. auf die Stadtkasse übernommen. Mitteilungen der Stadtverwaltungen liegen keine Dor. Im Anschluß an die öffentliche fand eine nichtöffentliche Sigung des Stadtverordnetenkollegiums statt. Aus Rab und Fern. Niederkleen. Der Umbau eines weiteren Teiles des elektr. Ortsnetzes der hiesigen Gemeinde ist dieser Tage beendet worden. Insgesamt wurden rund 300 Meter Eisenleitung durch Kupferdraht ersetzt. Friedberg. In den Tagen vom 2. bis 4. Januar findet hier ein Dirigententursus statt, der von der Zentralstelle zur För= derung der Volksbildung in Hessen veranstaltet und von dem bekannten Musikpädagogen Studienrat Werle geleitet wird. Laubach. In der letzten Gemeinderatssitzung wurde beschlossen, das Wassergeld um 50 Prozent zu erhöhen und besondere Kanalgebühren nicht zu erheben. Wegen Entwässerung in Laubach soll bei allen Anliegern angefragt werden, ob sie mit der Durchführung der Entwässerung einverstanden sind. Mainz. Eine teuere Kuh. Im hiesigen Schlacht- und Viehhof handelten gestern ein Metzger und ein Viehhändler. Ueber den Kaufpreis für eine Kuh war man sich bis auf einen kleinen Teil einig. Der Metzger hatte bereits den Betrag von 246 Mark, zum größten Teil in Papiergeld, auf den Pflock gelegt. Während nun Metzger und Händler miteinander handelten, fraß die Kuh das Papiergeld. Es gelang noch, den Betrag von 95 Mark aus dem Maul des Tieres zu retten; die Kuh wurde geschlachtet, doch es fanden sich im Magen nur noch kleine Papiergeldreste ohne Nummern. Offenbach( Kr. Wetzlar). Auf der Grube ,, Rothland" verunglückte am Mittwoch der Bergmann Robert Gröh von Altenfirchen. Durch die Explosion eines Benzinbehälters wurde der bedauernswerte Mann im Gesicht schwer verletzt. Marburg. Ganz im stillen, aus den kleinsten Anfängen heraus, hat Marburg einen 300 erhalten. Gutsbesitzer Löchel hat auf seinem Gebiet einen Tierpark errichtet, in dem bisher ein Hirsch, zwei Wölfe, japanische Zwergziegen, Füchse, Dachse, Flamingos, Pelikane, Adler und sonstige Raubvögel vorhanden sind. Weiter ist ein Assenhaus geschaffen, ein Gehege für Wildjauen angelegt, ein Bärenzwinger im Bau, und ein Löwe wird demnächst seinen Einzug halten. junger Kassel. Donnerstag kam es hier zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einem Lasttraftwagen. Der Straßenbahnwagen wurde in der Mitte auseinandergerissen. Mehrere Personen erlitten Verletzungen. Recht bedauerlich ist es, daß gerade in der jetzigen Zeit des aufstrebenden wirtschaftlichen Lebens, in der Zeit der Existenzfräftigung, immer wieder Einrichtungen auftauchen, die sich mit Flugblättern, in Zeitungsinseraten oder durch sonstige Reflame allen denjenigen zur Hilfe anbieten, denen vom Schicksal schlecht mitgespielt ist. Der Kredit- und Darlehensschwindel, auch der Lombard- und Pfandscheinschwindel hat ja gerade in den letzten Jahren nicht nur in den Großstädten, sondern auch. in der Provinz in Blüte gestanden. Seit es berufstätigen Kreisen wieder möglich ist, Ersparnisse zu machen, um auf Grund dieser Spargroschen sich eine Existenz zu gründen oder geschäftliche Anschaffungen zu machen, tauchen immer wieder Dunkelmänner auf, die es in geschickter Weise verstehen, sich für die Hilfsbereitschaft in den Vordergrund zu stellen. Leider sind jene Unternehmungen dunkler Existenzen oft so täuschend guten Organisationen nachgebildet, daß man schwer das Schädliche an ihnen entdeckt. Auch die gute genossenschaftliche Form muß darunter leiden. Unter Hochtönenden Namen„, Bank" oder aber mit den Bezeichnungen der Mittelstandskreditinstitute: Volks= bank, Mittelstandsbank, Gewerbebant, Kreditbank, versuchen gescheiterte Existenzen, sich eine Verdienstmöglichkeit zu schaffen. Leider gibt es nicht selten Fälle, in denen direkt mit der betrügerischen Seite begonnen wird. Zu leicht ist so mancher, dem daran liegt, weiterzukommen, geneigt, dort, wo eine Hilfe angeboten wird, schnell zuzugreifen, ohne sich vorher genau zu vergewissern, ob man der betreffenden Stelle auch vertrauen fann. Erst wenn man solchen Genossenschaftsfreunden in die Hände gefallen ist, oder der leichtfertigen Geschäftsführung einer nicht genügend bekannten Organisation sich anvertraut hat, kommt man zu den Stellen, die man vorher hätte aufsuchen sollen, um sich Auskunft zu holen. Meist ist es dann zu spät, und auch von hier aus kann Hilfe nicht mehr gebracht werden. Man hat nunmehr nicht nur allein den Schaden, man hat auch indirekt dazu beigetragen, daß, wenn es sich um eine„, 10= genannte" Genossenschaft handelt, der gute Ruf und die segensreiche Arbeit der genossenschaftlichen Volksbanken des Mittelstandes, unserer deutschen Kreditgenossenschaften, schwere Einbuße erleidet. Für derartige geschäftliche Manöver gibt es leider bisher keine gesetzlichen Mittel, sie ganz zu verhindern. Man schützt sich aber, indem man sich vor Eingehen irgend einer Verbindung bei den genossenschaftlichen Verbänden, bei den Industrie- und Handelskammern, sowie Handwerkskammern erfundigt. Verzicht auf den Tariflohn. Immer wieder kommt es vor dem Arbeitsgericht zu Streitigkeiten über untertarifliche Bezahlung. Wir möchten deshalb nochmals allgemein auf die Rechtslage in diesem Falle hinweisen. Zu der Frage, ob der Bericht eines Angestellten oder Arbeiters auf den ihm zustehenden Tariflohn zulässig ist, ist grundsätzlich zu sagen, daß Arbeitsverträge zwischen den an einem Tarifbedingungen abgeschlossen werden können und Abweichungen nur insoweit möglich sind, als sie zu Gunsten des Arbeitnehmers erfolgen oder im Tarifvertrag zugelassen sind. Es wird jedoch von der Mehrzahl der Landarbeitsgerichte und auch vom Reichsarbeitsgericht die Zulässigkeit des Verzichtes auf tarifliche Ansprüche für die Vergangenheit anerkannt, nicht aber für die Zukunft. Wann ein Verzicht anzunehmen ist, Jeder kluge Geschäftsmann richtet sich nach den besonderen Umständen. Ein Verzicht wird benutze die überall beliebten Reichssteuer- Kassebücher von Albin Klein, Gießen. nach der bisherigen Rechtspragis nicht anzunehmen sein, wenn der Arbeitnehmer unter wirtschaftlichem Druck gehandelt hat, in der Annahme, durch die Mehrforderung seine Stellung zu verlieren. Soweit bisher Entscheidungen über diesen Fall vorNoch einmal trat der gefeierte Kriegsheld an die Spitze der preußischen Armee im Jahre 1815. In der Schlacht bei Ligny fonnte ihn Napoleon schlagen. Blücher führte seine Reiterregi- heitsfälle, so gilt dies noch in verstärktem Maße für die Zeimenter selbst gegen den Feind. Sein von einer Kugel getroffenes Pferd stürzte zusammen. Er kam darunter zu liegen. Zweimal stürmte der Feind über ihn weg. Sein Adjutant, v. Nostiz, ver= deckte ihn, so daß er unerkannt blieb. Die erwartete und zugejagte englische Hilfe blieb aus. Zwei Tage darauf leistete er dem englischen Heere die Hilfe. Der Heldengreis von 73 Jahren war trotz des Sturzes und der erlittenen Verletzungen wieder an der Spitze des Heeres. Nach dem genialen Plan Gneisenaus ging Blücher mit seiner Armee gegen Flanke und Rücken des französischen Heeres vor und erkämpfte den entscheidungsvollen Sieg von Waterloo oder Belle- Alliance, womit die Herrlichkeit Napoleons endgültig ein Ende hatte. Nur noch vier Jahre waren dem zum Fürsten von Wahlstadt erhobenen Blücher beschieden. Von hoch und niedrig wurde er gefeiert und besonders groß war der Jubel in London, als er auf Einladungen dorthin gehen mußte. Dem deutschen Volk blieb diese echtgermanische Heldengestalt immer vertraut. Sein lichtes Heldentum hat das Volk in den Befreiungskriegen angespornt, hat das größtenteils ungeübte Heer Taten ausführen Jassen, die ewig in preußischer und deutscher Geschichte hervorra= gen werden. Die Freude als Heilmittel. Von Medizinalrat Dr. Weber- Waldkirch( Baden). Zum Gesundbleiben und zum Gesundwerden gehört eine freudig gehobene Stimmung, durch welche die ganze Spanntraft des Körpers gesteigert wird, welche uns Schmerzen und Leiden vergessen läßt und den Willen zur Gesundheit in uns festigt. Und gerade der Wille zur Gesundheit ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen die Krankheit. Diese gehobene, lebensbejahende Stimmung wird ausgelöst durch die Freude, durch die Freude auf etwas, oder durch die Freude über etwas. Der Mensch muß, um glücklich und zufrieden zu sein, immer etwas haben, und sei es etwas noch so bescheidenes, worauf oder worüber er sich freuen kann, also ein in näherer oder fernerer Zukunft liegendes Ereignis oder eine schöne Erinnerung. Wenn dies schon in gesunden Tagen nötig ist, um die Stimmung zu heben und durch erhöhte seelische Spannkraft den Körper widerstandsfähig zu machen gegen allerlei Krankten der Krankheit selbst, nur daß die Mittel im allgemeinen andere und dem jeweiligen Zustand angepaßt sein müssen. Auf alle Fälle aber müssen sie immer das Ziel erstreben, den Willen zur Gesundheit und zum Leben anzufachen. Man wird die Umgebung des Kranken so gestalten, daß er nur freundliche Eindrücke bekommt. Man wird dafür sorgen, daß auch die Sonne, die größte Freudenquelle unseres Lebens, Zutritt. zu seinem Zimmer findet, ohne ihn durch Hitze oder Blendung zu belästigen, und man wird ihm alle ärgerlichen oder traurigen Eindrücke, alle Sorgen des täglichen Lebens fernhalten. Die größte Freude spendet uns immer die Natur, und so werden ein paar Blumen im Krankenzimmer unentbehrlich sein. Aber es dürfen deren nicht zu viele sein, damit der Krante sich der Schönheit der einzelnen recht bewußt wird. Man findet manchmal Krankenpimmer, die vor Blumenfülle einem Treibhaus gleichen. Das kann zur erdrückenden Last werden. Und man muß dafür sorgen, daß die Blumen beizeiten entfernt werden, ehe sie anfangen zu welken. Der Eindruck der Vergänglichkeit, des Absterbens, muß dem Kranten erspart bleiben. Aber immer wieder frisch auftnospende Blüten bringen ihm die Unerschöpflichkeit und Unsterblichkeit der Natur zum Bewußtsein. Ebenso wie mit den Blumen soll man mit den KrankenNur solche Menschen besuchen sparsam und wählerisch sein. sollen einen Kranken besuchen, die wissen, daß sie ihm innerlich nahestehen und ihm wirklich eine Freude mit ihrem Besuch machen. Krankenbesuche aus konventionellen Rüdsichten sollen unterbleiben. Hier wirkt ein kurzes Briefchen oder eine Erfundigung nach dem Befinden bei den Angehörigen viel besser. Und was soll der Besucher sprechen? Nach Möglichkeit soll er selbst die Unterhaltung führen und den Kranken, soweit es sein Zustand verlangt, nicht viel sprechen lassen. Er soll auf den Krankheitszustand nur so weit eingehen, wie es nötig ist, um sein Interesse zu zeigen. Er kann auch von einem oder dem anderen Fall erzählen, der von derselben Krankheit glücklich genesen ist, nie aber von solchen Fällen, die unglücklich aus= gegangen sind. Man klage einem Kranken niemals sein eigenes Leid und verlange keine Teilnahme, sondern spende nur solche. Auch über die Qualität des Arztes und des PflegeperNr. 99. liegen und sich eine gewisse Praxis gebildet hat, lassen sich fol= gende Grundsätze als beachtlich für die Arbeitsgerichte erkennen: 1. Die Vereinbarung untertariflichen Lohnes kann niemals als Abänderung des Tarifvertrages zugunsten des Arbeitnehmers angesehen werden. 2. Der Verzicht auf zukünftige tarifliche Forderungen ist in jedem Fall rechtsunwirksam. 3. Der Arbeitnehmer hat jederzeit das Recht, den ihm zustehenden Arbeitslohn zu fordern. Ein dahingehendes Verlangen verstößt nicht gegen Treu und Glauben, auch wenn der Arbeitnehmer vorher untarislichen Lohn vorbehaltlos hinnahm. 4. Der Verzicht auf den Tariflohn für die Vergangenheit bezw. im Zeitpunkt der Fälligkeit ist zulässig. 5. Der Verzicht kann auch stillschweigend erfolgen; doch sind an den Beweis für den Verzicht strenge Anforderungen zu stellen. Zur Vermeidung fruchtloser Streitigkeiten empfiehlt es sich daher, diese Grundsätze bei dem Abschluß von Dienstverträgen genau zu beachten. „ Kyffhäusergeist" ift dem ganzen deutschen Volke not! Wenn man vom„ Kyffhäusergeist" spricht, so denkt man zu allererst an die deutschen Kriegervereine, die im„, Kyffhäuserbunde“ zusammengeschlossen sind und die Pflege rechten ,, Kyffhäusergeistes" auf ihre Fahne geschrieben haben. Was ist ,, Kyffhäusergeist"? Das ist der Geist, der das Vaterland über alles, vor allem über jede politische Partei stellt. Es ist der Geist, der das Ganze sieht und nicht irgendeine Partei, der also in vorderster Reihe Deutsche tennt und nicht nach Politik, Konfession, Bildung und Besitz getrennte und sich nach solchen „ Grundsätzen" befehdende Volksteile, der mit allen Kräften das Wohl, die Ehre und Macht des gemeinsamen Vaterlandes zu fördern gewillt ist und solches Wollen auch in die Tat umsetzt. ,, Kyffhäusergeist" ist auch rechter Kameradengeist, der sich nicht mit schillernden Worten begnügt, sondern ohne Unterlaß in fameradschaftlichen Taten sich kundgibt. ,, Kyffhäusergeist" ist also ebenso national wie sozial, ebenso umfassend wie auf das einzelne gerichtet. Das ist der Geist, der in mehr als 30 000 Kriegervereinen mit 3 Millionen herrscht, also( die Familien der Kameraden mit eingeschlossen) in einem ansehnlichen Teil des deutschen Volkes richtung- und zielgebend ist. Wie anders- vor allem wieviel mehr nationaler und dem Deutschtum würdiger- würde es in unserem lieben Vaterlande aussehen, wenn unser ganzes Volk in allen seinen Schichten vom ,, Kyffhäusergeist" beseelt wäre! Wenn nicht die entsetzlichen Parteiungen wären, nicht die leidige Sucht, um jeden Preis international sein zu wollen und vor allem nicht in breiten Schichten die abscheuliche Art herrschte, dem anderen die Ehre abzuschneiden, wenn er sich deutsch nennt! Auf dem Boden des guten ,, Kyffhäusergeistes" könnten sich sehr wohl alle Deutschen die Hand reichen und sie würden damit vor aller Welt Ehre einlegen. W. Neue Bücher. D. Kulturgeschichtliche und schöne Literatur. Schlöter, Herm.: Helden der Arbeit. Lebensbilder großer Männer des deutschen Wirtschaftslebens. 4. Auflage. Verlag von Quelle& Meyer, Leipzig, Kreuzstraße 14. Muthesius, K.: Goethe und das Handwert. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig, Kreuzstraße 14. 1927. Preis geb. 5,40 RM. Wissell, Rudolf, Reichsarbeitsminister: Des alten Handwerks Recht und Gewohnheit. Herausgegeben von der Arjonals soll möglich wenig und nur das nötigste gesprochen werden, um das Vertrauen des Kranken zu stärken. Sobald es aber die Umstände erlauben, soll die Unterhaltung abgelenkt werden, um den Kranken nicht in seine Krankheitsideen zu vertiefen. Und jetzt soll das Motiv der Freude einsetzen. Man spricht über gemeinsame frohe Erlebnisse und frischt freundliche Erinnerungen auf, oder macht fröhliche Pläne für die Zukunft mit starker Betonung der Zuversicht auf baldige Genesung. Man bringe möglichst wenig Alltägliches und vermeide jeden Klatsch und Tratsch aus der Gesellschaft, wenn es sich nicht um besonders witzige Einfälle handelt. Die Besuche dürfen dem Kranken nicht zur Last werden, sie dürfen nicht zu lange dauern und nicht zu zahlreich sein. Bittet aber der Krante um längeres Verweilen und erlaubt es sein Zustand, so soll man ihm willfahren. Niemand aber darf sich bebeleidigt fühlen, weil er nicht empfangen wird, weil schon zu viel Besuche dagewesen sind. Er soll dann am nächsten Tage mir um so freundlicherem Gesicht wiederkommen. Wer sich durch solche Rüdsichtnahme gekränkt fühlt, gehört nicht zu den Personen, die den Kranken überhaupt besuchen sollen. Außer den Blumen sind es Leckerbissen und Lektüre, mit denen wir unsern Kranken Freude machen wollen. Bei beiden wird man sich nach dem Geschmad und nach dem Zustand des Kranken und den ärztlichen Anordnungen richten müssen. Ebenso wie bei den Blumen ist auch hier Maßhalten das erste Gebot. Der Lesestoff ist ganz besonders sorgfältig auszuwählen, da man mit ihm am meisten nützen und schaden kann. Es ist flar, daß keinerlei Schriften über Krankheiten gelesen werden dürfen. Der Krante soll sich nach dem richten, was ihm der Arzt sagt. Er wird sich aus populären Schriften nie ein richtiges Urteil über seinen Zustand bilden können, wird anfangen zu be= obachten und zu grübeln und alles viel schwerer nehmen, als es ist. Leichte Schriften mit heiterem Inhalt, nach Geschmack womöglich auch lebensfrohe Poesie, nicht zu lange und span= nende Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann, auch etwas Nachdenkliches, ohne daß es tief philosophisch sein soll, aber nichts, was mit dem Beruf des Kranten in gar zu innigem Zusammenhang steht, sondern was ihn über den Alltag hinaushebt. Das sind die geeigneten Mittel, einen Kranken in freudige Stimmung zu versetzen, mit denen man einen nicht unwesentlichen Teil zur Genesung beitragen kann. Samstag, den 15. Dezember 1928. beitsgemeinschaft für Deutsche Handwerkskultur durch Dr. Konrad Hahm. 2 Bände. Format 14X26½ cm mit insgesamt 1200 Seiten Text und ca. 100 Lichtdrucktafeln. Preis in Halbleinen 50 RM. Verlag Ernst Wasmuth A. G., Berlin. Neuburger, Otto: Der arbeitende Mensch in der erzählenden Literatur, ein Lesebuch. Verlag Albert Langen, München. Preis 3,- RM.- Wissenschaftliche Ergebnisse der Ausstellung München 1927„ Das Bayerische Handwert". Im Auftrage des Bayerischen Handwerkskammertages herausgegeben von dem Direktor und Syndikus der Handwerkskammer von Oberbayern, von Dr. Ferd. Knoblauch, Geh. Landesgewerberat, unter Mitwirkung von Dr. Ludwig Pfeuffer, Leiter der wissenschaftlichen Abteilung der Ausstellung. Das Werk enthält 98 Bildtafeln und 96 Abbildungen. Der Preis ist auf 10,- RM festgesetzt. Verlag: Handwerkskammer von Oberbayern, München 6, Brieffach. Dr. Jacob, Gust.: Alte badische Handwerkskunst. Verlag: Betriebs- und Lehrmittel- G. m. b. H., Karlsruhe i. B., brosch. 4, RM, geb. 5,- RM. Wolff, Julius: Der Sülfmeister. Erschienen in der Groteschen Sammlung zeitgenössischer Schriftsteller, Berlin, Preis 10,50 RM. Ludwig, Otto: Zwischen Himmel und Erde. Verlag Knaur, Leipzig. Preis in Ganzleinen 1,90 RM, Halbleder- Luxus 3,75 RM, Ganzleder 4,80 RM. Herzliche Bitte zur Weihnacht 1928. Die Erziehungsanstalten zu Niederwörresbach, Post HerrGießener Zeitung 66 Hinrichs, Aug.: Der Wanderer ohne Weg. Verlag von Quelle & Meyer, Leipzig, Kreuzstraße 14. Preis 5,- RM. Eyth, May: Hinter Pflug und Schraubstock. Verlag: Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart und Berlin. Preis 8,- RM. Keller, G.: Die Leute von Seldwyla. Verlag Heß& Becker, Leipzig. Preis 3,75 RM. Riehl, W. H.: Die Deutsche Arbeit. Verlag Cotta, Stuttgart, Cottastraße 13. Preis 1 bis 2 RM. Riehl, W. H.: Naturgeschichte des deutschen Volkes. 1. Band: Land und Leute. 1925. 12. Auflage. Preis 6,- RM. 2. Band: Bürgerliche Gesellschaft. 1907. 10. Auflage Preis 6,- RM. 3. Band: Die Familie. 1925. 12. Auflage. Preis 6,- RM. 4. Band: Das Wanderbuch. 1925. 5. Auflage. Preis 6,- RM. J. G. Cotta'scher Verlag, Stuttgart, Cottastraße 13. Alte Handwerkerschwänke. Herausgegeben von Hermann Gumbel. Verlag Eugen Diederichs, Jena. Preis 2,- RM. „ Die Die deutsche Verwaltungs- und Verfassungsreform in Zahlen. Soeben ist als Veröffentlichung der Spitzenverbände von Banken, Handel, Handwerk und Industrie das Buch Deutsche Verwaltungs- und Verfassungsreform in Zahlen" erschienen. Diese Schrift bringt endlich positives Tatsachen- und Zahlenmaierial über die Verwendung der Steuermittel durch das Reich und die einzelnen Länder. Sie zeigt in ihrem ersten Teil, daß sich der Steuerbedarf als Ausdruck der unmittelbaren Belastung der Wirtschaft gemessen am Volkseinkommen - Beschlagnahmeir.4Zimmer Wohnung üchtig fleiß. chrl. mit Bad u. Mädchenzimmer sofort beziehbar in Grünberg zu vermieten. Steinstrasse 84-86. Mädchen a. Oberhess. z. tinderl. Ehepaar b. gut. Lohn f. stein, und Hof Rechtenbach, Kreis Wetzlar, beherbergen zujam: EDUARD GONDNER, GIESSEN Ende Dez. spätesten! men 140 Pfleglinge. 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Sie stellt fest, daß die Steuern seit 1925 um 3,3 Milliarden Reichsmark und der Gesamtaufwand für öffentliche Zwede einschließlich der sozialen Versicherung auf rund 23 Milliarden Reichsmark oder über 38 Prozent des Volkseinkommens gestiegen sind. Nach einer Darstellung der hauptsächlichsten Ursachen für die Behördeninflation und die Steigerung des öffentlichen Bedarfs unterzieht die Schrift in ihrem zweiten Teil den Aufwand der einzelnen Länder auf allen Verwaltungsgebieten einer eingehenden vergleichenden Betrachtung. Die Arbeit bietet das reichhaltigste und aktuellste Zahlenmaterial, das die Grundlage für alle Reformvorschläge sein muß, wenn diese sachlich überzeugen sollen. Die Schrift zu kennen, ist für alle an den Fragen der Verwaltungsvereinfachung und des Steuerabbaues interessierten Staatsbürger und Steuerzahler unerläßlich. Sie wird bei allen kommenden Verhandlungen über die Fragen der Verwaltungsund Verfassungsreform, des Finanzausgleichs, der Steuervereinheitlichung u. a. unentbehrlich sein. Die Schrift, die bei 226 Seiten Umfang reiches Tabellenmaterial und graphische Darstellungen enthält, kann vom Reichsverband des deutschen Handwerks, Hannover, Prinzenstraße 20, bei sofortiger Bestellung zum Vorzugspreis von nur 4.50 R.-M.( außer Porto)( Buchhändlerpreis 6.- R.-M.) bezogen werden. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. GEGRÜNDET 1798 SELTERSWEG 26 TELEFON 820 KUHNE Spezial- Geschäft für Reiseartikel und feine Lederwaren Ausrüstungen für den Wintersport, Ski, Rodel etc. Grösste Auswahl passender Weihnachtsgeschenke in allen Preislagen. Eigene Werkstätte. Garantie- Fahrräder Markenfreilauf, Is Bereifung, fracht- u. verpackungsfrei g. 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Brandfata Berlin. Gegen 11 U Belluloidfabrik in schwere Explosion. ten die in den dortige beiterinnen, da imme en der Weg ins Frei chnitten war, durch die Feuerwehr eintraf, un die meisten Betro Shingen verzweifelt sofort Sprungtücher schiedene Personen, esprungen. Die Zahl Schwerverletzten 15. Berlin. Die Brand mitraße stattfand, wir anderen Tage ein L ng der Ursache der 2 bei der Untersuchun erit feit fünf Tagen cophe durch ihren Leich fjende Arbeiterin bei orden, daß auch an ihre hat sich aber weiter Radiozubehörteile, T nterlassen hat, um einer Fen wird gegen Trokfi Brandstiftung anhäng Die Franzo Köln. In Koblenz f Bermögensverwaltung du mmen und in das tort Es handelt sich um mitt Die Gründe, die die Fra Saben, find unbekannt. Bernehmung geladen