26 NWK Itlich 28/29 Köln. nichaftliche niche( aud ilofophiide d Handels ag, den 30 Lauft vom Das Bor niverfitat von Hml ezog. were Tr.. 6 Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Der Kelloggpatt wird nach Ratifizierung in Washington hinterlegt wrden. Auf der Legionärstagung haben die Legionäre Pilsudski unbedingte Treue.gelobt. * Die Nantinregierung hat darauf verzichtet, Truppen nach Der Mandschurei zu schicken. Die mandschurischen Truppen ziehen sich hinter die große Mauer zurück. Geheimer russischer Aufmarsch? Wilna. In den Kreisen der polnischen Generalität, der eine auffallend große Zahl rumänischer Generalstabsoffiziere sugesellt ist, erklärt man jedem, der es hören will und der sich wegen einer eindeutigen Auskunft über die polnischen Absichten gegenüber Litauen an die maßgebenden Persönlichkeiten wendet, daß es polnischerseits als ausgeschlossen bezeichnet werden könne, daß Marschall Pilsudski jemals die Absicht gehabt habe, anläßlich der Legionärstagung einen militärischen Vorstoß gegen Litauen zu unternehmen. Die polnischen Manöver, die bereits in allen Teilen vorbereitet sind und unter dem Oberkommando des Armeeinspekteurs General Romer stattfinden werden, seien so ausgearbeitet, daß jederzeit eine ,, Verteidigung der polnischen Grenzen“ Durchgeführt werden könne. An der litauischen Grenze stehen zurzeit ein polnisches Armeekorps mit drei Divisionen, eine Kavalleriedivision, eine selbständige Kavalleriebrigade und außerdem Teile des Grenzwachkorps. Das Generalkommando, das sonst in Grodno liegt, ist weiter nach Litauen hin vorgeschoben. Großes Aussehen haben hier Meldungen von einem ge= heimen Aufmarsch der russischen Armee hervorgerufen. Nach den bei der polnischen Militärbehörde eingetroffenen Meldun gen verfügt Rußland an der polnischen Grenze zur Stunde über die Formationen des Militärbezirks West, bestehend aus drei Schützentorps und einem Kavalleriekorps mit im ganzen acht Schützen- und zwei Kavalleriedivisionen, sowie über Teile des Militärbezirks Ukraine. Die bevorstehenden polnischen Manöver tragen die ausgesprochene Absicht, auf Litauen einen Drud auszuüben, um es den Wünschen Polens gefügig zu machen. Während man bisher auf seiten der polnischen Regierung der Ansicht war, daß Rußland bei einem evtl. Vorgehen Polens gegen Litauen neutral bleiben und sich auf einen„ Protest" beschränken würde, ist jetzt bekannt geworden, daß zwischen dem russischen Oberkommandierenden des Militärbezirks„ West" und dem litauischen Armeebevollmächtigten direkte Verhandlungen über ein gemeinJames Vorgehen der litauischen und russischen Truppen stattge= junden haben.. Die Rettuno Abkommen ratifiziert. Belgrad. Nach der Erklärung des stellvertretenden Außenministers Schumenkowitsch schritt die Stupschtina zur Abstimmung über die Annahme der Nettuno- Abkommen. Charakteristisch war, daß kein einziger kroatischer Abgeordneter, auch nicht die der Regierungspartei angehörenden xτDaten, bei der Abstimmung zugegen waren. Für die Ratifizierung der Jettuno- Abkommen wurden 158 Stimmen abgegeben. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Mittwoch, den 15. August 1928 festes in Köln wurde erfreulicherweise von einem hessischen Turner erreicht. Der Turner Karl Reuter aus Gießen wurde Sieger im Zwölftamps. Die ihm gewidmete Ehrenurkunde wird ihm durch den Oberbürgermeister der Stadt Gießen im Auftrag des Staatspräsidenten übermittelt. Vertreterversammlung des deutschen Handwerks und Gewerbekammertages. Der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, die gesetzliche Spitzenvertretung der 67 deutschen Handwerks- und Gewerbekammern, tritt Ende August in Köln zu seiner diesjähri= gen Vertreterversammlung zusammen. Die Verhandlungen werden eingeleitet mit einer Vorstandssizung am 21. August im großen Sizungssaale der Handwerkskammer zu Aachen. Am 22. August schließt sich in Köln die geschlossene Mitgliederversammlung an. Die Tagesordnung umfaßt den Geschäftsbericht, sowie die Erledigung sagungsmäßiger Regularien. Der Präsident der Handwerkskammer Köln, Welter, wird über die Errichtung des Instituts für Handwerkswirtschaft Bericht erstatten. Die öffentliche Vertreterversammlung des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages findet im Beisein der Vertreter der Behörden, der wirtschaftlichen Spitzenverbände und son= stiger Korporationen am 23. August, vormittags 9½ Uhr, im Kongreßsaal der Messe statt. Generalsekretär Dr. Meusch wird über das Thema sprechen ,, Das Handwerk zur wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischen Gesetzgebung Deutschlands." Die Tagesordnung umfaßt weiter Vorträge zu Fragen des gewerblichen Schulwesens, wozu Syndikus Dr. Bollinger, Bremen, die Einstellung des Handwerks zu den Berufsschulen und Syndikus Dr. Seiß, Dessau, die Einstellung des Handwerks zu den Kunstgewerbeschulen behandeln wird. Professor Dr. Riebesell, Hamburg, wird ein Referat über die gegenwärtig im Handwerk sehr aktuelle Frage ,, Soziale Fürsorgeeinrichtungen für das selbständige Handwerk" erstatten. Als Abschluß der Tagung ist eine gemeinschaftliche Besichtigung der Pressa vorgesehen. Evangelische Bressewoche in Köln. Am 18. August wird in Köln der Deutsche Evangelische Pressetag, die Spitzenorganisation des evangelischen Schrifttums zum ersten Male wieder seit 6 Jahren zusammentreten. Der im Jahre 1919 ins Leben gerufene Pressetag stellt die oberste Zusammenfassung des vielgestaltigen Pressewesens des deutschen Protestantismus dar. Der Volksschullajtenausgleich auf dem Lande. In Nr. 32 der agrarpolitischen Wochenschrift ,, Reichslandbund" werden zum Volksschullastenausgleich auf dem Lande bemerkenswerte Ausführungen gemacht. Es heißt da u. a.: Das durch die auf Grund des Volksschullehrer- Diensteinfommensgesetzes vom 7. Dezember 1920 erfolgte Zusammenfassung aller Schulverbände in der Landesschulklasse erstrebte Ziel der Schaffung eines Volksschullastenausgleichs zwecks Entlastung der leistungsschwachen Schulverbände unter stärkerer Beteiligung des Staates ist leider nicht erreicht worden. Die bisherige Volksschullastenverteilung hat vielmehr vor allem zu einer finanziellen Belastung der leistungsschwachen ländlichen Schulverbände geführt, die trotz größter Anspannung der ReBerleihung des Georg Büchner- Preises 1928. alsteuern nicht mehr in der Lage sind, die ihnen übertragenen Der Georg- Büchner- Preis, der alljährlich am Tage der deutschen Reichsverfassung verliehen wird, wurde in diesem Jahre dem Maler Professor Richard Hoelscher in Darmstadt und dem Bildhauer Well Habicht in Darmstadt zuerkannt. Ehrung hessischer Turn- und Sportlerleistungen durch den hessischen Staatspräsidenten. Staatspräsident Adelung hat die bekannte junge hessische Florettfechterin Helene Mayer aus Offenbach a. M., die auf der Olympiade in Amsterdam den Sieg errang und damit die olympische Meisterschaft im Florettfechten erwarb, aus Anlaß Dieses hohen Verdienstes durch eine besondere Ehrenurkunde ausgezeichnet. Ebenso hat der hessische Staatspräsident der hes= sischen Florettfechterin Olga Oelters aus Offenbach a. M., die jängst in Köln beim Deutschen Turnfest den Sieg und jetzt in Amsterdam den dritten Platz erzielte, eine Ehrenurkunde gewidmet. Die Ueberreichung dieser beiden Urkunden erfolgte am Montag abend bei dem von der Ortsgruppe Offenbach des Reichsausschusses für Leibesübungen veranstalteten Ehrenabend durch Schulrat Hassinger- Darmstadt. Eine weitere Ehrenurkunde des Staatspräsidenten erhielt doer durch seine glanzvollen Leistungen bekannte Läufer Hermann Engelhardt aus Darmstadt, der sich auf der AmsterDamer Olympiade trotz schärfster Ronkurrenz den dritten Play holen konnte. Die Urkunde hat ihm Staatspräsident Wdelung persönlich überreicht. Auch die Spitzenleistung des diesjährigen Deutschen TurnSchullasten aufzubringen. Nach jahrelangem Drängen der Landgemeinden und der Landwirtschaft prüfen die zuständigen Stellen endlich zurzeit die Frage nach, auf welche Weise die Abänderung des Volksschullastenausgleiches erfolgen soll, da= mit für die Gemeinden der hohe Schuletat tragbar gemacht werden kann. In dem Meinungsstreit um die zukünftige Gestaltung dieses Lastenausgleichs erfahren besonders die kleinen ländlichen Schulverbände mit ihren 1-3klassigen Schulen von seiten der Jeder Samilie ein Eigenfaim! durch die Baufparkaffe der Gemeinschaft der Skrunda Gemeinnüßige Gefellihaft mit befchränkt, Haftung Düftenrot Dürttemberg Unkündbare Tilgungsdarlehen zu 4 oder 5% Zins In 3% labren wurden 3701 Baufparern über 58 mill, Rm. zur Derfügung gestellt. Sofortige Darleben werden nicht gegeben. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 64 Städte eine scharfe Kritik. Als erste Abhilfe des jetzigen Zustandes wird besonders von landwirtschaftsfeindlicher Seite auf die Bildung leistungsfähiger Schulverbände, Abbau von Lehrerstellen und Zusammenlegung von Schulen auf dem Lande hingewiesen. Die Frage der„ kulturellen Notwendig feit für das platte Land" wird als Schlagwort bezeichnet und die Beseitigung der Mehrheit der heute bestehenden sogenannten„ Zwergschulen" verlangt mit dem Hinweis, daß die fleinen ländlichen Schulen viel zu teuer seien. Bemerkenswert ist, daß diese Schulfrage auch im engsten Zusammenhang mit der Durchführung der Landgemeindeordnung und hier wieder mit der Beseitigung der sogenannten„ Zwergdörfer" gebracht wird. Nach der Meinung der Städte sollen die Landgemeinden so gebildet werden, daß sie mindestens eine vierklassige Schule samt Fortbildungsschule aufrecht erhalten können. Eine solche Auffassung kann nur in einer vollständigen Verkennung der tatsächlichen Verhältnisse des flachen Landes begründet liegen. Ihre Verwirklichung würde zweifellos die fulturellen Belange der Landbevölkerung um Jahrzehnte zurückdrängen und alles, was bisher mühevoll für die Bildungsmöglichkeit des flachen Landes geschaffen wurde, zerschlagen. Untersucht man den jezigen Volksschullastenausgleich näher, so tommt man zu dem Ergebnis, daß von einer Begün= stigung des flachen Landes nicht die Rede sein kann, daß viel: mehr die Landgemeinden im Verhältnis stärker an der Aufbringung der Volksschullasten beteiligt sind, als die Städte. Das ursprünglich von dem Gesetzgeber vorgesehene, von den Gemeinden zu tragende Viertel der Volksschulklassen wird in den meisten Landgemeinden weit überschritten. Die Tatsache, daß die sogenannten Beförderungsstellen mit ihrer höheren Besoldung fast ausschließlich in den Städten sich befinden, daß bei der Berechnung des Bedarfs der Landesschulklasse das Durchschnittsgehalt eines Lehrers nach der Orts=. klasse B zugrunde gelegt wird, während die Mehrzahl der Landgemeinden in der Ortsklasse D sich befinden, daß ferner die größte Zahl der jungen Lehrer mit ihrem niedrigen Diensteinkommen auf dem Lande sich befindet, hat eine Mehrbelastung der ländlichen Schulverbände ohne weiteres zur Folge, da ja die Beiträge zur Landesschulklasse sür jede Lehrerstelle in Stadt und Land gleichmäßig berechnet wird.( Der monatliche Beitrag zur Landesschulklasse beträgt ab 1. April 1928 pro Lehrerstelle 415 Mark gegenüber 185 Mark im Jahr 1924.) Die Zusammenlegung von Schulen und damit die Bildung sogenannter leistungsfähiger Schulverbände muß der Praxis an den tatsächlich vorhandenen Verhältnissen, vor allem aber an den weiten Entfernungen, besonders in den verkehrs: armen Gegenden, scheitern. Sie würde lediglich den mittelal= terlichen Zustand in die Neuzeit übertragen, daß nämlich die Kinder der Landbevölkerung einen Weg zur Schule von vielen Kilometern zurücklegen müßten. in Auch der rücksichtslose Abbau von Lehrerstellen läßt sich sachlich nicht vertreten, zumal die Zahl der Lehrerstellen auf dem Lande im Vergleich zur Vorkriegszeit nicht so gestiegen ist wie in der Stadt. Infolge der nicht zu rechtfertigenden minderen Bewertung der Landlehrerstellen gegenüber den Städten ist bereits die Landslucht der Landlehrer als besondere Gefahr auf dem Lande in die Erscheinung getreten. Troh gleichmäßiger Festsetzung der Schulbeiträge ist die z. 3t. be= stehende unterschiedliche Bemessung der Stellenzulagen für die Lehrer und die Benachteiligung der ländlichen Schulverbände durch das Fehlen von Beförderungsstellen und sonstiger Vorteild der Stadtlehrer feineswegs geeignet, die Seßhaft machung der Landlehrer zu fördern. Im Interesse der Bildungsmöglichkeit des flachen Landes lieg es, daß die Frage der Zwergschulen mit größter Sorgfalt und Vorsicht behandelt wird. Wenn schon der Staat für die Fortbildung der Landjugend auf dem Gebiete des höheren Schulwesens im Vergleich zu den Städten verschwindend wenig getan hat, so ist es seine Pflicht, dafür Sorge zu tragen, daß die Landbevölkerung wenigstens eine hinreichende Volksschulbildung erhält. Dieses Ziel läßt sich aber nicht erreichen durch Beseitigung kleiner ländlicher Schulen. Der Hinweis, daß die kleinen einklassigen Schulen nicht geeignet seien, dem bäuerlichen Nachwuchs eine Schulbildung zuteil werden zu lassen, die ihm die Möglichkeit gibt, im wirtschaftlichen und kulturellen, im geistigen und politischen Leben seinen Mann stellen zu können, verliert seine Wirkung durch die bestehende Tatsache, daß das flache Land bisher die Kraftquelle nicht nur der körperlichen, sondern auch der geistigen Energien des deutschen Volfes gewesen ist. Zusammenfassend muß verlangt werden, daß bei dem zu= fünftigen Volksschullastenausgleich die kleineren Schulen nicht etwa beseitigt, sondern größere Berücksichtigung finden als bis: her. Bei der Bedeutung dieser Schulen für das flache Land müssen durch die Neuregelung der Verteilung der Schullasten gerade die kleineren Landgemeinden wesentlich entlastet werden, damit sie in der Lage sind, mehr als bisher auch die sachlichen Ausgaben, insbesondere für die innere und äußere Ausge: staltung des Schulbetriebes, für die Beschaffung der erforderlichen Lehr- und Lernmittel, sür die Schaffung hygienischer Einrichtungen, besonders aber auch für die Verbesserung der Schulbauten, aufzubringen. Mittwoch, den 15. Aug. 1928 Lokales. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Breitscheid Schönbach, im Straßenzug Haiger- BreitscheidDriedorf Löhnberg, vom 13. August bis 3. September 1928; Umleitung: Gusternhain. Lingelbach- Gehaus, im Straßenzug Alsfeld- Nieder- AulaHersfeld, bis 25. August; Umleitung: Richtung Görzhain. Vilbel Nieder- Erlenbach, im Straßenzug Vilbel- Ober- Erlenbach Bad Homburg, vom 13. Auguſt bis auf weiteres; Umleitung: Bonames, bezw. Kloppenheim. Die Sperrung der Strecke Nieder- Florstadt- Staden im Straßenzug Friedberg- Ranstadt ist aufgehoben. * * Straßensperrung. Wegen Rohrverlegungsarbeiten in der Ostanlage ist die Landgrafenstraße ab 14. August etwa 12 Tage für allen Fahrverkehr polizeilich gesperrt. * Strafanzeigen. In der Zeit vom 1. bis 31. Juli sind folgende Anzeigen gegen Fahrzeugführer, bezw. Kraft- und Radfahrer wegen Zuwiderhandlungen gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben worden: 24 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 6 Anzeigen wegen Fahren auf Bürgersteigen, 16 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 10 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 70 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, und 62 Anzeigen wegen sonstiger zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. * Von der Universität. Zum Nachfolger des zum Wintersemester 1928-29 emeritierten ordentl. Professors für Pharmakologie, Geh. Medizinalrats Dr. Julius Geppert ist der or= dentl. Professor an der Medizinischen Akademie Düsseldorf, Dr. Die veterinärmediziFrizz Hildebrand, ernannt worden. des nische Fakultät hat den Dr. phil. Dr. med. h. c. Heinrich Alfred Ammelburg, Direktor der Pharmazeutischen Abteilung Werkes Höchst a. M., ehrenhalber zum Doktor der Veterinärmedizin promoviert. * ,, Gießener Zeitung" Das Erwachen der Landschaft. Rheinfranken. Die Frankenfurt. Von A. Weitzel, Frankfurt a. M. Die immer dringlicher sich auswirkende Notwendigkeit einer wirtschaftlichen und kulturellen Umgestaltung des Reiches ist im Werden. Deutlich bilden sich immer sichtbarere Kraftzentren aus dem Chaos territorialer Zerrissenheit einer hinter uns liegenden dynastischen Epoche heraus. So bringt die Frankfurter Zeitung in ihrer Sonntags- Nummer vom 1. Juli 1928 in einer bild- und kartenmäßig überaus interessant ausgestatteten Sonderbeilage den ersten Auftakt einer Ausführungsfolge über: Rhein- Main Ein zufünftiges Land. Darin kommen namhafte, außerfrankfurterische Stimmen über die bestehende schicksalhafte Verbundenheit des rheinfränkischen Gebietes zu Gehör, eines Gebietes, das sich als ein um Frankfurt gelagertes Kräftesystem heraushebt. Es ist dies der Ausdruck engster Verbundenheit eines landschaftlich zusammengehörigen Kräfteſyſtems, das sich seiner Eigenart erneut bewußt, innerhalb des deutschen Wiederaufbaues zu einer Gemeinsamkeit wiederfindet, um in planvoller Konzentration der Kräfte gegenüber den von Berlin und München sowie von dem Rhein- Ruhrgebiet ausgehenden Strömungen widerstandsfähig zu werden: Rheinfranken, das fünftige Land in der bevorstehenden Neugliederung Deutschlands. Ferienkurse an der Universität. Die Universität veranstaltet vom 1. bis 13. Oftober Ferienkurse für Deutsche und Ausländer. Die Vorlesungen und Demonstrationen sollen in ,, Deutsches Leben in Wissenschaft und Kunst" einführen. Neben künstlerischen und geselligen Veranstaltungen sind Lehrausflüge in die Umgebung Gießens vorgesehen. Den Abschluß finden die Ferienkurse durch eine Main- und Rheinfahrt, wobei einige hervorragende Stätten deutscher Geschichte und deutscher Kultur unter sachkundiger Führung besucht werden. * Nr. 64. zwischen Darmstadt und Friedberg- Nauheim andererseits anlangt, so zeigt sich daß, wie Düsseldorf und Köln mit ihren bevorstehenden weiteren Eingemeindungen zwei angrenzende weiträumige Stadtgebiete abgeben werden, so auch hier die ausge lösten und bereits vollzogenen Erweiterungen innerhalb des Städtekvanzes, aus dem Halbdunkel einer überlebten politischen Klein- und Vielstaaterei, gleich einem verloren gewähnten Demanten, eine weiträumige eng verbundene Großsiedlung hervorgezaubert haben, die sich ihrer Zusammengehörigkeit in täglich zunehmendem Maße bewußt geworden ist und für die das Problem einer großzügigen gemeinsamen Landesplanung bereits die führenden Geister auf dem Gebiete des Städtebaues beschäftigen. Bereits 1922 hatten die Vertreter der großen Wirtschaftsund Verkehrsverbände zwischen Saarbrücken- Trier und Kassel einerseits, bezw. Koblenz- Siegen und Mannheim- Aschaffenburg andererseits, denen sich auch zahlreiche Stätte angeschlossen hat= ten, auf einer Tagung in Frankfurt a. M. vor den Vertretern des Reiches in einer gemeinsamen Resolution dieser Zusammengehörigkeit auf Gedeih und Verderb Ausdrud gegeben. Inzwischen haben die Kraftlinien dieser Landschaft auf den mannigfachen Gebieten einer großdimensionalen Lösung der Verkehrs- und Versorgungsprobleme- aber auch der Kultur sichtbaren Ausdrud ihrer Konzentration gefunden. Windschutzanlage an der Bahn. Eine wichtige neuzeitliche Einrichtung erhält gegenwärtige der hiesige Bahnhof. Es handelt sich um eine Windsuzanlage, die am Fuße des Ablaufberges im Verschiebebahnhof errichtet wird. Die Anlage be= steht aus einer etwa 10 Meter hohen Eisenkonstruktion, die über sämtliche Gleise des Ablaufberges führt und in 5 Meter Höhe ein hohes Lattenspalier mit nur engen Zwischenräumen trägt. Dieses Lattenspalier soll den ablaufenden Wagen Schutz gegen den lästigen Nordwind besonders im Winter bieten und dadurch ein Auflaufen der Wagen und Entgleisungen abstellen. Die Anlage hat sich bereits in anderen Bahnhöfen gut bewährt. Aus Nah und Fern. Die Franken- Furt, die für die Verbundenheit der peripher verschobenen Einzelzentren des Städtekranzes Aufklärung gibt, löst hier jede Vorherrschaft eines einzelnen auf. Daher findet Frankfurt u. a. seine„ Techn. Hochschule“ in Darmstadt, wie Darmstadt andererseits seine„ Universität“ in Frankfurt vorfindet, so hat das„ Rhömisch- Germanische Museum" in Mainz zentrale Bedeutung für den gesamten Städtekranz; der Ort des Zusammenflusses von Rhein und Main zieht auch den natürlichen Sitz der Wasserstraßenverwaltung nach sich und die von Mainz geforderte neue Rheinbrücke, die ja in gleichem Maße im Interesse der Verkehrs- Erschließung des Untermaingebietes liegt, findet bekanntlich auch ihre lebhafteste Unterstützung durch Frankfurt. Ebenso hat Frankfurt und mit ihm der Städtekranz seine ferngelegenen und doch so nahen Hotels in Bad- Nauheim und Wiesbaden, seine Luftkurorte in den Ausläufern des Taunus, des Spessarts und des Odenwaldes. Steht schon die Siedlungsdichte des Landes Hessen und der Provinz Hessen- Nassau mit 150 Einwohnern auf 1 qkm beträchtlich über dem Reichsdurchschnitt, so übertrifft hier die Siedlungsdichte des RheinMainischen Städtefranzes mit 570 Einwohnern auf 1 qfm be= reits nicht unwesentlich die des Ruhrgebietes mit 400 Einwohnern auf 1 qfm. In einem dreifachen konzentrischen Umkreis um Frankfurt, der alten Franken- Furt, die zum Ausgang und Ausstrahlungspunkt der„ ,, Stadt der Straßen" für das gesamte Gebiet geworden und geblieben ist, spielt sich dieses Kräftesystem der neu erwachenden rheinfränkischen Landschaft ab; in der Harmonie von Mensch und Landschaft, von Wirtschaft und Verkehr, von Kunst und Wissenschaft in ihren verschiedenartigsten und mannigfaltigsten kulturellen Zusammenhängen, dabei eine vergangene, kaum verklungene Epoche territorialer Zerrissenheit bewußt und entschieden negierend. Bad Nauheim. Anläßlich des 150. Geburtstages Friedrich Ludwig Jahns enthüllten der Turnverein 1860 Bad Nauheim und der Männer- Turnverein Bad Nauheim auf dem Johannisberg unter zahlreicher Beteiligung eine kunstvolle JahnGedenktafel. Friedberg. Der Konsumverein Gießen hat 14 Brandgeschädigten, wenig bemittelten Familien, neben einem Geldbetrag für zwei Monate Lebensmittel umsonst bewilligt. Friedberg. Vor einigen Tagen wurden beim Kreisamt Friedberg zwei junge Beamte in Haft genommen, denen man größere Unterschlagungen vorwirft. Schlig. Am 23. September findet in unserem Städtchen ein größeres Reitturnier ſtatt. Ausgehend von Groß- Frankfurt im Umkreis von 12-15 km rd. 700 000 Menschen zusammenballend, über das weiträumige Siedlungsgebilde des Städtekranzes am Untermain im Umkreis von 30 km mit fast 2 Millionen Menschen, führen diese konzentrischen Kreise zur rheinfränkischen Gesamtlandschaft über, in einem Umkreis von 100 bis zu 150 km mit etw 7 Millionen Menschen gelagert, um Rhein, Main und Neckar, um Mosel, Saar und Nahe, sowie Lahn und der zur Weser abfließenden Fulda. Groß- Felda. Bürgermeister O. Völzing hat aus Gesundheitsrücksicht sein Amt niedergelegt. Bingen. In den Tagen vom 1. bis 4. September findet in Bingen a. Rh. die Tagung des Deutschen Fleischergesellenbundes statt. Rüsselsheim. Am 26. August wird die neue Mainbrücke Rüsselsheim- Flörsheim dem Verkehr übergeben werden. Von der Wasserkuppe. Neben dem Rhein- Mainischen Städtekranz, dem Kernstück der Landschaft, sinden größere Einzelkraftfelder des rheinfränkischen Systems ihre Zentren in Trier- Saarbrücken Koblenz Kreuznach- Kaiserslautern- Speyer- Worms u. Neustadt, im Dreiſtädtegebiet Mannheim- Ludwigshafen- Heidelberg, in Siegen- Gießen Marburg, Fulda und Kassel, alle ihrerseits wieder in mehr oder minder stark ausgeprägtem Maße eng untereinander verbunden. Am vergangenen Sonntag waren schäzungsweise 50 000 Personen auf der Wasserkuppe und sahen der regen fliegerischen Tätigkeit zu. Am späten Abend unternahm Hauptmann Köhl seinen ersten Segelflug. Spritschiebungsaffäre in Arheilgen. In gleicher Weise haben nun der Städtekranz und mit ihm das gesamte rheinfränkische Gebiet ihre„ Handels- und Börsenzentrale" in Frankfurt. Und auch ihre„ Messe", der bisher leider viel zu wenig Bedeutung in ihrer regionalen Auswirkung beigemessen wurde. Denn sie ist und bleibt vornehmlich ein entscheidender Wirtschaftsfaktor für das gesamte Rheinfranken; darüber hinaus auch für West- und Südwestdeutschland, abgesehen von ihrer internationalen Auswirkung für die das von jeher fosmopolitisch eingestellte Frankfurt einen guten Nährboden abgibt. Soll man betonen, daß neben den Kunst- und KulturZentralinstituten wie Kunstschule und Konservatorium, nebst Museen und Bibliotheken, Opern- und Schauspielhaus, auch 300 und Palmengarten, Stadion und Flugplatz, RundfunkNachrichtendienst, Krankenanstalten und wissenschaftliche Insti tute ihre besondere regionale Bedeutung haben und dessen bewußt, entsprechende Förderung erfahren, die zugleich aber auch nicht unbeträchtliche finanzielle Opfer erfordern! 300 000 Winzer um Rhein und Main, um Mosel und Saar, um Lahn und Nahe rufen in dem Roman ,, Die goldenen Berge" von Clara Viebig zur Schicksalsgemeinschaft auf. Nicht ungehört! Alfons Paquet, der prophetische Rheinrebell, umreißt in seinen Werken über den Rhein mit seherischem Blick diese ge= wordene Landschaft innerhalb der rheinischen Großlandschaft, der auch Leo Sternberg in seinen Landschaftsschilderungen des öfteren Ausdruck verleiht. Und auf der letzten Tagung rheinischer Dichter durchzuckten wie Wetterleuchten die empfundenen rheinfränkischen Bindungen von Mensch und Landschaft die martante, geschichtlich gewordene Silhouette Frankfurts, der Stein gewordenen Franken- Furt mit der das Städtebild dominierenden Pfarrkirche, dem Dom, den abgetreppten Römergiebeln und dem schwer vergoldeten Kreuz der massigen Paulskirche: Natio= naleigentum! Darmstadt. Zu sensationellen Meldungen über große Spritschiebungen und Branntweinsteuerhinterziehungen in Arheilgen erfahren wir: In dem Unternehmen der Firma Zimbo G. m. b. H. in Arheilgen wurde neben der Konfitürenherstellung auch eine Branntweinbrennerei und Liförfabrikation betrieben. Ueber 100 000 Reichsmark an Hinterzogenen Steuern soll in Frage dabei tommen. Weilburg. Der Direktor der hiesigen Landwirtschaftsschule und gleichzeitige Leiter der wirtschaftlichen Beratungsstelle am Landwirtschaftsseminar, Weil, ist als Nachfolger des Ministerialrats Dr. Oldenburg in das Preuß. Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten berufen worden. und Mittwoch, Um der Güdden Gintrag FSV. Karlst SV. 9 Worm Schwar Duisbu Armin VfB. 1900 Gie 1900 Gie Sp. V. 1 Sechshel Manzenb Bad Kre Sp. V. 23. C VfB. Gi ViB. Gi 33. G ViB. Gi Boruffic Fulda, Wohl über drei Viertel der Bevölkerung der Mainmetropole rekrutiert sich aus der rheinsränkischen Landschaft, die in einem ununterbrochenen Zustrom ihrer Verbundenheit immer neuen Ausdruck gibt. Allein im Nahverkehr suchen täglich über 40 000 Werftätige der weiteren Umgebung Frankfurt auf. In einem fast beunruhigenden Tempo ging das Wachstum der Stadt vor sich. 1871 1900 1910 1914 1926 Die technisch nach schwer der ersten bald nach d furt fand f Vajchte un vorerst noc läßt Krep billigen A weiß das den verdie Eintra Frant heutige Apielen nommen tracht m 7500 ha zum No 9391 ha der Man 13 477 ha denheit 13 477 ha 13 477 ha noch 91 000 E. bei 310 000 E. bei 414 000 E. bei 445 000 E. bei 473 000 E. bei und 1928 bereits 550 000 E. bei 19 463 ha. Die hessischen Vororte Offenbach- Isenburg und Keltersbach im Süden, Vilbel und Steinbach im Norden bilden bereits die nächsten Berührungsumgebung und erkennbare Strömungen neigen schon überaus start zur Verwaltungsgemeinschaft. Mit der Jahrhundertwende vollzog sich die bewußte Abkehr von der nur Handels- und Bankstadt zu einem jungen, lebenswarmen Industriezentrum, dem bekanntlich zuletzt durch die J. G. Farben besondere Weltgeltung erwuchs. Die ausgezeichneten Standortsbedingungen finden in dem fünftigen, im Ausbau befindlichen Großschiffahrtsweg der Rhein- Main- Donau- Wasserstraßen ihre besondere Krönung. " Seiner überaus günstigen marktgeographischen Lage verdankt neben dem großen ,, Zentraiflughafen" Frankfurt die neuzeitliche Großmarkthalle" u. den wichtigen„ Zentralviehmarkt". Wer in den frühen Morgenstunden diese beiden Großmärkte einer näheren Beobachtung unterzieht, findet hier die landschaftliche Verbundenheit beweiskräftig unterstrichen. Zufuhr und Abgang erfolgen nämlich aus einem Umkreis von 100 bis 150 km, wie der sich dort ansammelnde schier unübersehbare Lastkraftwagenpark und die Händlernationale erkennen lassen. Und, wer den wachsenden ,, Fleiverkehr", die Kombination von Flug- und Eisenbahnverkehr verfolgt, sieht die Spezialerzeugnisse von Blumen und Edelobst der fruchtbaren Rhein- Mainsenke, von Bijou terien und Lederwaren der weltbekannten Qualitätsstätten Ha nau und Offenbach, der Aschaffenburger Konfektions- und Papierindustrie, der pharmazeutischen Produkte, der Modeartikel und der seinen Eßwaren Großfrankfurts ihren beschleunigten Luftweg über den gemeinsamen Flughafen im Westen Frankfurts nehmen. Es ist daher nicht verwunderlich, wenn wir heute, neben den alten, auch bereits zahlreiche neuzeitliche Verbundenheiten der Landschaft vorfinden, wenn der„ Südwestdeutschen Rundfunk A. G. Frankfurt" Besprechungsräume in Mannheim und Kassel angegliedert sind, wenn die„ Südwestdeutsche Lustverkehrs- A. G. Frankfurt" mit den gleichgerichteten Bodenorganisationen in Darmstadt- Mannheim- Saarbrücken- Trier- Gießen und Kassel einen regionalen Bestandteil der„, Deutschen Lufthansa" bilden, wenn der„ Frankfurt- Offenbacher Gasgemeinschaft" mit über 100 Mill. cbm Konsumverbrauch der„ Frankfurt- Mannheimer Vertrag" auf dem Fuße folgte und mit dem bevorstehenden Einschluß der„ Sekoga" des Freistaates Hessen die landschaftliche Gruppenversorgung gesichert werden soll, wenn die HessischFrankfurter Eltversorgung in der„ Hefrag“ und„ Sefrig" mit ihrem über hundert von Millionen kWh Verbrauch ihren Wellenschlag über die gesamte Landschaft zieht, die mit einem dichten Verteilungsnetz bis zu 220 000 Volt- Leistung der„ Ueberlandzentralen" durchzogen ist und des weiteren Zusammenschlusses sehnlichst harrt, wenn die„ Hafabra" hier im rheinfränkischen Gebiet erstmals aktiv wird mit der AutostraßenTeilstrecke ausgehend von dem Städtekranz am Untermain zu dem Drei- Städtegebiet am Zusammenfluß von Rhein- Neckar, wenn die Fragen von„ Theater- und Museumsgemeinschaften", von ,, Arbeitsteilungen im Hochschulwesen" von„ gemeinsamen Werbe- und Propagandawesen" u. a. m. nicht mehr verstummen wollen, wenn neben den freien Wirtschaftsverbänden auch die öf= fentlich- rechtlichen Körperschaften der„ Hessischen und HessenNassauischen Industrie- und Handelskammer" sich zur Arbeitsgemeinschaft zusammengefunden haben, ja wenn sogar die politischen Arbeitsgemeinschaften der Kommunal-, Landes- und Reichsvertreter, über Ländergrenzen hinweg sich immer enger Haiger. In dem Dorfe Dauersberg wurde das Anwesen des Bergmanns Neubauer, bestehend aus Wohnhaus und Scheune, zur Nachtzeit ein Raub der Flammen. Die Untersuchung des Brandes ergab, daß nur durch Brandstiftung das Feuer entstanden sein konnte. Die Ehefrau Neubauer wurde verhaftet und legte ein umfassendes Geständnis ab. enger zum gemeinsamen Handeln zusammenschließen. Rheinfranken lebt! und Was nun die zentrale Bedeutung des Kernstückes am Untermain zwischen Mainz- Wiesbaden und Aschaffenburg einerseits, Mitten in diesem wirtschaftlich und kulturell ungeheuer bewegten Gebiet steht in Fortbildung der alten„ Reichsmesse", diese„ Frankfurter Messe", sein Großmarkt, Kraftzentrum für sich, das belebende Energien bis zu den südlichen, westlichen und östlichen Grenzen des Reiches, darüber hinaus aber in das der Frankreich, Frankfurter Messe neu erschlossene Westgebiet Belgien, Holland und nach der Schweiz und Italien, sowie den Balkan bis an die Ufer des Schwarzen Meeres hin auswirft. Ohne Vorzugsstellung des einen vor dem andern, jeder Eigenart gerecht werdend, vollzieht sich hier schon lange zum Entsetzen einer erstarrten Länderbürokratie, der jeder Fortschritt suspekt erscheint, eine freiwillige Anpassung und Unterordnung, den verkehrsgeographischen und wirtschaftlichstatischen Gegebenheiten entsprechend, im Geiste der Gemeinschaft, in einem Gefühl der Verbundenheit mit der gemeinsamen Heimat der erwachenden Landschaft Rheinfranten! nicht zur schlossene In der Schaller allmähli ipiel fie der Hal Kellerho Pause Swatoid Angriffe Am zu einer Sonntag 1928 311 unter ar Olympis zuwohner Jagdspri ten der betrat die ten den 2 Na jajen ländi und d iten Schlu spreche der in dort n fie fid Eintr Wohl mutig Bom Den wurd olympijche für diejen Latour ü benes Bo von Am Olympij lauf gen r. 64. eits an en beoor De weit e ausge alb des olitisen nten De ung her t in tag die das g bereits aues be peripher ung gibt Der finde adt, wie furt vor n Main Ort des natürli die von em Mak ngebietes ung dur tädtetran Nauheim des Tau die Sied en- Nassa m Reichs es Rhein 1 qfm be Einwoh d mit ihm d Börjen bisher lei uswirkung ch ein ent infranten and, abge as von je Nährbode nd Kultur um, neb , auch 30 junt: un iche Initi dessen be aber aud Rainmette aft, die i jeit imme äglich über auf. 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Schüler 1900 Gießen 2. Jgd. Sp. V. 1911 Dillenburg Sechshelden 1. Nanzenbach 1. - Heuchelheim 1. Sch. 0: 2 Heuchelheim Jugend. H. nicht ang. VFL. Crefeld 1: 8 1900 Gießen 2. 4: 1 Bad Kreuznach Liga Sp. V. Herborn 1. VfB. Gießen 3. VFB. Gießen 2. - 1900 Gießen 3. 4: 0 abgebrochen. 1900 Gießen Liga 6: 1 Liga VfB. Gießen 1: 3 Ehringshausen 2. 7: 1 Ehringshausen 1. 2: 2 VFB. Gießen 2. Jgd. VfB. Gießen 3. Jgd. Garbenteich 1. Jgd. 1: 0 Leihgestern 1. Jgd. 2: 0 VfB. Gießen 2. Schüler- Garbenteich 1. Schüler 4: 1 Borussia Fulda Rot- weiß Frankfurt 2: 3( 1: 2). Fulda, 12. Auguſt( Eig. Drahtber.). Die Frankfurter waren die technisch und taktisch bessere Mannschaft, doch konnten sie erst nach schwerem Kampfe gewinnen. Fulda zeigte besonders in der ersten Halbzeit ein durchschlagskräftiges Angriffsspiel, das bald nach dem Anstoß zum ersten Tor für Fulda führte. Frankfurt fand sich dann aber gut zusammen und errang bald durch Paschke und Stroh die Führung. Nach der Pause war Fulda vorerst noch feldüberlegen. Bei einem Elfer für Fulda verläßt Kreß aus Protest das Frankfurter Tor, sodaß Fulda zum billigen Ausgleich kommt. Gegen Schluß beherrscht aber Rotweiß das Feld und vermag in der letzten Minute durch Stroh den verdienten Siegestreffer erzielen. * Eintracht Frankfurt Sp. Bgg. Köln- Sülz 3: 4( 2: 0). Frankfurt, 12. August. Die Frankfurter hatten sich für die heutige Begegnung Revanche für das in den Ausscheidungsspielen um die deutsche Meisterschaft verlorene Spiel vorgenommen, doch auch heute reichte es nicht zum Siege. Die Eintwacht mußte allerdings infolge der Abstellung Goldammers zum Nord- Süd- Spiel in Altona die Läuferreihe umstellen, in Der Mantel seinen Posten als Mittelläufer zur vollen Zufriedenheit versah. Die Kölner konnten sich in der ersten Halbzeit nicht zurecht finden und mußten der Eintracht, die schöne ge= schlossene Aktionen einleitete, völlig die Initiative überlassen. In der 17. Minute führte eine Passfolge von Döpfer über Schaller zu Ehmer, der kurz entschlossen skorte. Köln kommt allmählich etwas auf, sodaß man zunächst verteiltes Mittelfeldspiel sieht. Doch Eintracht drückt wieder mehr gegen Schluß der Halbzeit und kann durch Schaller, der eine Flanke von Kellerhof verwandelt, das zweite Tor vorlegen. Nach der Unter Ferd. Pause sind die Kölner wieder umgewandelt. Swatoschs spielerfahrener Leitung tragen sie gut eingeleitete Angriffe vor und in der 15. Minute können sie durch den Halbrechten Zarges ein Tor aufholen. Doch Eintracht antwortet mit guten Gegenangriffen und Döpfer schießt zwei Minuten den dritten Treffer für Eintracht. Vesper verschuldet dann einen Strafstoß, der zum zweiten Treffer für Köln führt. Nun liegen die Kölner starf im Angriff und Eintracht muß sich immer mehr in die Hälfte zurüddrängen lassen. Aus einem Gedränge fiel 6 Minuten vor Schluß der Ausgleich und Ferd. Swatosch kann drei Minuten vor Ende den nach der Gesamtleistung verdienten Sieg durch einen vierten Treffer sicherstellen. Zuschauer über 4000 zu Beginn. Ein jüddeutscher Triumpf im Norden. Norddeutschland Süddeutschland 3: 5. Altona, 12. Auguſt( Eig. Drahtber.). Das Volksparkstadion in Altona war trotz der feuchtheißen Witterung von 10 000 31schauern umlagert, die sich den großen Repräsentativtampf des Nordens gegen den Süden nicht entgehen lassen wollten. Die Gäste hatten eine einheitliche, technisch und taktisch hervorragende Elf zur Stelle, die jederzeit das bessere Ende für sich behielt. Bis zur Pause( 33) ließ das Torverhältnis noch keine Schlüsse auf das Ende zu. Nach der Pause indessen legte der Süden noch zwei weitere Tore vor, die den Sieg sicherstellten. Kritisch betrachtet, muß beim Süden der Sturm belobt werden, der keinen schwachen Punkt aufwies. Hervor taten sich besonders die Flügelstürmer. Die Läuferreihe glänzte durch hervorragende Arbeit von Goldammer und Knöpfle, die Hagen übertrafen. Der Norden war Wentorf im Tor teilweise überragend. Die Läuferreihe versagte meist. Im Sturm gab es viel auszusetzen. Der Kampf. = Süddeutschland stellte: Ertl, Falf- Klingseis( Wader), Knöpfle( FSV. Frankfurt)-Goldammer( Eintracht)-Hagen( Sp. Vg. Fürth), Winkler( Wormatia) Hochgesang( 1. F.C.R.)= Schmidt 2( 1. FCN.)- Müller( Wormatia)-Kießling( Sp. Vg.F.). Norddeutschland erschien mit: Wentorf( Altona 93), BeierRisse( HSV.), Wahn( Union Altona)-Schütt( Harburg)-Wolpers( Hannover), Kolzen( SSV.)- Ziegenspect( HSV.)- Pollizz ( Union Altona)-Sveistrup( Altona)-Rave( HSV.). Das Spiel begann mit einer Ueberraschung, da es den Hamburgern bereits in der ersten Minute gelang, durch Schütt, der eine Flanke von Kolzen aufnahm, in Führung zu gehen. Damit war das Signal für Generalangriffe des Südens gegeben, der unausgesetzt seine Gefährlichkeit bewies und bald durch Winkler ausglich. Leider zog sich wenig später Ziegensped eine Verletzung zu und mußte durch Thiele ersetzt werden. Nach verteiltem Spiel rissen die Einheimischen in der 21. Minute abermals die Führung an sich. Das Leder wurde aus unübersichtlicher Position eingelenkt. Doch auch diesen Vorsprung egalisierte der Süddeutsche Winkler. Dann hatte der Norden lange mehr vom Kampf und legte durch Elfer wegen Hand Nr. 3 vor. Rave war der Schütze. In der 37. Minute erzwang der Süden durch Schmidt 2 auf Ede den Ausgleich und dann kam die Pause. Nach dem Wechsel ein Ringen mit etwa gleichen Chancen, bis der Norden merklich nachließ. Noch ging es gut, als ein Hand von Risse von Birlem- Berlin übersehen wurde. Die nordische Verteidigung ging in Nöten und die 5. Minute brachte dem Süden durch Müller erstmalig die Führung. In der 12. Minute war der süddeutsche Sturm wieder schön durchgekommen und Müller bekam das Leder vor die Füße. Er zögerte nicht lange und mit Bombenschuß saß das Leder zu 5: 3 im Kasten. Langsam machten sich auf beiden Seiten die Ermüdungserscheinungen bemerkbar. Gab es wirklich noch eine aussichtsreiche Torgelegenheit, so wure sie in zunehmender Schwäche vergeben und es blieb bei dem Stand von 5 3 für den Süden. Abschluß der olympischen Spiele. Die Schlußzeremonie. Amsterdam, 12. Auguſt( Drahtber.). Trübes Wetter paßt ju einer Abschiedsstimmung. Es stellte sich auch ein, als es am Sonntagnachmittag hieß, Abschied von den Olympischen Spielen 1928 zu nehmen. Trotzdem famen über 40 000 Menschen, darunter auch die holländische Königin mit großem Gefolge zum Olympischen Stadion hinaus, um dem feierlichen Schlußakt beizuwohnen. Nachdem der letzte Olympische Wettbewerb, das Jagdspringen abgewidelt war, versammelten sich die Delegierten der Nationen vor der Loge des J.O.C. Graf Baillet- Latour betrat die Ehrentribüne und verkündete mit den folgenden Worten den Abschluß der Olympischen Spiele 1928: ,, Nachdem wir im Auftrage des Internationalen Olympischen Komitees Ihrer Majestät der Königin und dem holländischen Volke, dem Bürgermeister der Stadt Amsterdam und dem Veranstalter der Spiele den Ausdruck unserer tief= sten Dankbarkeit ausgesprochen haben, verkünden wir den Schluß der 9. Olympischen Spiele und der Tradition entsprechend, laden wir die Jugend aller Länder ein, sich wieder in 4 Jahren in Los Angeles zusammenzufinden und dort mit uns die 10. Olympischen Spiele zu feiern. Mögen sie sich entwickeln ohne jeden Zwischenfall und in vollster Eintracht, und möge das olympische Feuer fortleuchten zum Wohle einer Menschheit, die immer hingebender, immer mutiger und immer edler wird. So sei es!" Vom Marathonturm her ertönten Fanfaren, ArtillerieſalDen wurden abgegeben und während sich dann langsam die olympische Flagge senkte, stimmte eine Bläserschar ein eigens Graf Bailletfür diesen Schlußakt vertontes Schlußlied an. Latour übergab dem Bürgermeister von Amsterdam noch ein seidenes Band, das während der nächsten vier Jahre im Rathaus von Amsterdam aufbewahrt werden wird. Damit hatten die Olympischen Spiele, die in jeder Hinsicht einen erfreulichen Verlauf genommen haben, ihren Abschluß erreicht. Deutschland kann mit dem Ergebnis dieser Spiele besonders zufrieden sein. Seine Aktiven haben uns durch präch= tige Leistungen an den zweiten Platz unter 45 beteiligten Nationen gebracht und das ist ein Erfolg, wie wir ihn besser nicht erwarten durften. * Nach Erledigung des Jagdspringens nahm die Königin Wilhelmine die Verteilung der Goldmedaillen an die noch in Amsterdam gebliebenen Sieger vor, die natürlich längst nicht mehr vollzählig erscheinen konnten. Von Deutschland waren die Damen Meyer und Schrader, die Reiter Rittm. Linkenbach, Frhr. v. Langen und Frhr. v. Lotzbeck sowie die Schwerathleten Straßberger und Helbig zur Stelle. Die Königin händigte die Goldmedaillen aus, darauf verteilte der Prinz Heinrich die Silbermedaillen und Graf Baillet- Latour die bronzenen. 2 Punkte, Endklassement der Nationen. ( Goldmedaille 3 Punkte, Silbermedaille Broncemedaille= 1 Punkt.) Nation: 1te Plätze: 2te Pläge: 3te Pläge: Punkte: 22 118 1. Amerika 2. Deutschland 3. Frankreich 4. Finnland 5. Holland 6. Schweden 7. England 8. Italien 9. Schweiz 10. Canada 11. Ungarn 12. Tschechoslowakei 18 11 9 7 12 8 9 6 11 16545 10 87476452 F 16 9869512764702 69 51 49 47 45 41 39 32 27 25 18 Nr. 64. Handball und Leichtathletik. Internationale Leichtathletik in Duisburg. Weltrekordmann Pentilä warf den Speer 67,77 Meter weit, Hoffmeister wurde mit der für deutsche Verhältnisse recht respettablen Leistung von 63,06 Meter hinter dem Finnen Zweiter. Auch im Distuswerfen bot Hoffmeister mit 45,42 Meter wieder eine recht gute Leistung. Deutsche Leichtathleten in Zürich. Bei einem internationalen Leichtathletik- Meeting in Zürich gingen am Sonntag auch einige prominente deutsche Athleten an den Start. Schüller- Krefeld gewann in 10,8 Sef. das 100 m- Rennen und die 200 in 22,4 Get. vor dem Schweizer Sautter. Berlin siegt im Städtekampf gegen Budapest. Die ungarischen Olympia- Leichtatleten absolvierten am Sonntag bei starkem Publikumsandrang auf dem Platze des SC. Charlottenburg einen Städtekampf Budapest gegen Berlin. Die Vertreter der deutschen Reichshauptstadt tonnten in sieben von elf ausgetragenen Wettbewerben siegreich bleiben und den Städtekampf im Gesamtklassement mit 55:42 Punkten gewin nen. Ergebnisse: 100 Meter: 1., Gerö- Budapest 10,9 Set. 400 Meter: 1. Barsi- Budapest 49,2 Gef., 2. Schmidt- Berlin 50 Sekund. di0 Meter: 1. Böcher- Berlin 1: 56,9 Min. 2. Müller Berlin 1.58,6 Min. 1500 Meter: 1. Böcher- Berlin 4:06, 2. Marton- Budapest 4: 068 Min. 5 000 Meter: 1. Kohn- Berlin 15: 58,5 Min., 2. Szerb- Budapest 15: 5 Min., 3. Klingling- Budapest 15: 59,4 Min. 1. Schulze- Berlin 15,8 Set., 2. Troßbach110 Meter Hürden: Berlin 15: 9 Sef. 1. Berlin( Subbrich, Schlößte 1, 4 mal 100 Meter- Staffel: Bezke, Schlößfe) 41,9 Sef., 2. Budapest 42 Gef. * Leichtathletikkampf England- USA. Das Stadion von Stamford Bridge war am Samstagnachmittag beim Leichtathletik- Länderkampf ,, Britisches Weltreich" gegen Vereinigte Staaten von Nordamerika bis auf den letzten Platz gefüllt. In dem kurios zusammengestellten Programm, das neben Würfen und Sprüngen nur Staffeln, aber feine Einzel- Lauf- Wettbewerbe brachyte, wurden die besten Kräfte der beiden Länder eingesetzt. Es gab prachtvolle Kämpfe und sehr schöne Leistungen. Zum Schluß behielt USA. knapp mit 8: 6 Siegen die Oberhand. * Internationale Leichtathletik in Paris. Ein äußerst umfangreiches Athletikprogramm mit erstklaijigen Besetzungen wurde am Sonntag im Stade de Colombes ab= gemidelt. 15 000 Zuschauer verfolgten interessante Kämpfe. Das bemerkenswerteste Ereignis war die neue Schlappe, die sich der französische Rekordmann Sera Martin im Kampf mit seinem Schweizer Namensvet.er Paul zuzog. Der Schweizer' siegte vor dem Franzosen. Ergebnisse: 1. 200 Meter: 100 Meter: 1. Scholz- USA. 10,8 Set. Locke- USA. 21,4 Set. 400 Meter: 1. Jadson- Frankreich 49,6 Sef., 2. Dr. Paul Martin- Schweiz. 800 Meter: 1. Dr. Paul Martin- Schweiz 1: 53,3 Sef., 2. Sera Martin- Frankreich 7 Meter zurück. 1500 Meter: 1. Ladoumegue- Frankreich 3: 53,4 Min. Die hellenischen„ Olympien" und die neuzeitlichen Olympischen Spiele". Fortsetzung. 2. Teil. Die hellenische Agonistik( von ,, agon" Wettkampf) unterschied in der Blütezeit Olympias zwei räumlich getrennte Arten: erstens die gymnischen oder gymnastischen Wettkämpfe, die auf dem Stadion stattfanden, und zweitens die hippischen Wetttämpfe, welche auf dem Hippodromos ausgetragen wurden. Bei ihren Uebungen sowohl wie auch bei den Wettkämpfen waren die Athleten( so hießen die Sportsleute zunächst) stets gymnos", d. h. nackt; davon leiten sich die Bezeichnungen ,, gymnisch, gymnastisch und Gymnastik" ab; wenn die beiden letzteren auf die moderne Sportbetätigung übernommen worden sind, so haben sie doch nur die Bedeutung von Kollektivbegriffen; ihre ursprüngliche Berechtigung ist aber hinfällig geworden, da ja heute in Kleidung geübt und gekämpft wird. Auch die hippischen Vorführungen der Hellenen wurden nadt abgewidelt, wenigstens solange das Fest in Olympia national war; erst als auch die„ Barbaren", d. h. die Nichtgriechen, zugelassen wurden, tam die Bekleidung, z. B. bei den Wagenlenkern ein langes faltiges Gewand, auf. Die gymnastischen Wettkämpfe umfaßten: Lauf, Sprung, Speerwerfen, Distuswerfen, Ringen, Faustkampf, Bantration und Fünftampf; zu den hippischen gehörten Wettreiten und Wagenrennen. Bei den beiden letzteren und beim Lauf gab es verschiedene Unterarten. Der Lauf bildete den Ausgangspunkt für die ganze Entwidlung der Agonistit. Er führte zunächst nur über eine abgestedte wahrscheinlich von Fall zu Fall im Ausmaß unterschiedliche und auch örtlich wechselnde Strecke in der Nähe des Zeusaltars. Dann wird diese wohl auf das Terrain, auf welchem später die Rennbahn( ,, Stadion") und die ganze Sportanlage( die nach der Rennbahn den Namen„, Stadion" erhielt) entstanden sind, dauernd verlegt und dort ein für allemal in ihrer Länge festgesetzt worden sein. Bei den Ausgrabungen des Stadions, das ungefähr die Richtung von Westen nach Osten hatte, fand man zwei aus einzelnen Felsblöden zusammengesetzte Steinschwellen, die von Mitte zu Mitte eine Entfernung von 192,27 Metern aufweisen und zweifellos die Grenzen der Laufstrecke( Renn Nr. 64. Mittwoch, den 15. Aug. 1928 bahn) darstellten, sicher aber nicht von Anfang an da waren, sondern erst im Laufe der Zeit, als man die Anlage der Strecke verbesserte, in die Erde eingelassen wurden. Da die Rennstrecke 600( olympische) Fuß betrug dieses Maß galt seit 776 v. Chr. unter dem Namen„ Stadion" als Einheitsmaß- fallen auf den Fuß etwa 32,05 Zentimeter. Die Breite der Steinschwellen beträgt 48 Zentimeter(= anderthalb Fuß), ihre Länge 25,60 Meter(= 80 Fuß). Auffallend ist, daß sich in ihrer Mitte durch die ganze Länge hindurch zwei nebeneinander laufende etwa dreieckige, nach vorn zu aber abflachende Rillen hinziehen und zwischen diesen Rillen in Abständen von 1,28 Metern(= 4 Fuß) Löcher befinden. Man hat dies mit Recht so gedeutet, daß die Rillen( wie heute die Startlöcher) den Läufern einen festen Halt beim Starten bieten sollten, und daß die Löcher zur Aufnahme von Holzpfosten dienten, durch welche die Bahnen insgesamt 20 für die Läufer festgelegt wurden. Das mittelste Loch in der westlichen Schwelle ist größer als die andern, woraus man schließt, daß hier ein dickerer und größerer Holzpfosten eingesetzt wurde, der als Wendezielsäule beim Doppellauf und Dauerlauf galt. Diese Ansicht ist aber anfechtbar, weil bei einem Feld von 20 oder auch weniger Läufern sicher jeder seine Bahn einhalten mußte und nicht alle nach der Mitte zu sich zusammendrängen durften und konnten; das Wenden ge= schah also jedenfalls innerhalb der einzelnen Abschnitte auf der Steinschwelle. Der Zweck des größeren Loches ist demnach nicht ganz klar; vielleicht wurde hier ein besonderer Pfosten eingesetzt, wenn die letzte ,, Runde" des Dauerlaufes( bei der andern Schwelle) begonnen hatte; dann wurde wahrscheinlich derjenige Sieger, der den Pfosten zuerst anschlug. Der einfache Lauf, der, wie schon gesagt, einmal über die vorgeschriebene Strecke führte, hieß zuerst ,, Dromos", nachher, als die Bahn genau und dauernd festlag ,,, Stadiodromos" oder kurz ,, Stadion"; er beherrschte allein das Feld bis 724 v. Chr.( 14. Olympiade), obwohl schon im Jahre 776 die Abhaltung des Wettkampfes( und Festes) in jedes fünftes Jahr angesetzt, hiernach die Zeitrechnung der „ Olympiaden“ eingeführt und die Eintragung der Sieger in eine besondere Liste angeordnet und begonnen worden war. Erst 724 kam der Doppellauf oder„ Diaulos" hinzu, bei dem die Bahn zweimal durchmessen werden mußte( hin und zurück 384,54 Meter). Die nächste( 15.) Olympiade( 720) brachte den Dauerlauf oder„ Dolichos"; seine Länge war verschieden, als größte werden 24 Stadien= 4614,50 Meter angegeben; die fürzeste hieß zeitweilig Roßlauf oder„ Ephhippos", weil dabei 4 Stadien(= 769 Meter) gelaufen werden mußten, was unge= fähr dem Wettreiten über die einmalige Bahn im Hippodromos gleichkam. Bei diesen drei Arten des Laufes blieb es bis 708, also 3 Olympiaden lang. ., Gießener Zeitung" Stadiodromos, dem Sprung(„ Salma"), dem Ringkampf, dem Scheibenwurf( ,, Diskobolia") u. Speerwurf bestand. Beim Ringkampf galt der ,, freie Stil". Der Sprung war auf den Weitsprung beschränkt, da noch keine Sprunggeſtelle bekannt waren; dagegen bediente man sich, um einen größeren Schwung zu erzielen, der „ Halteres“ oder Sprunggewichte, die den heutigen Hanteln glichen und auch wie diese gehandhabt wurden. Sehr beliebt ( oder vielleicht allein zugelassen) muß der Dreisprung gewesen sein, denn wenn berichtet wird, daß ein gewisser Chionis in der 29. Olympiade( 664 v. Chr.) 52 Fuß, das sind 16,64 Meter sprang und damit einen Rekord aufstellte, der erst einige Olympiaden später von einem gewissen Phyallos durch einen Sprung über 55 Fuß( oder 17,60 Meter) überboten wurde, so kann es sich dabei nicht um den einfachen Weitsprung handeln. Der Diskus bestand aus rohgearbeitetem Eisen oder aus Stein, später aus Bronze und hatte einen Durchmesser von 20 bis 30 Zentimetern bei einem gewöhnlichen Gewicht von 2 bis 2% Kilogramm; der Fund im Alpheiosfluß( bei Olympia) von 20 Zentimetern Durchmessern und 4 Kilo Gewicht beweist, daß die Schwere unterschiedlich war. Die Hellenen drehten sich beim Werfen nicht um ihre eigene Achse( wie heute), sondern benutzten nur den Schwung des Armes( wie die bekannte ,, Diskobolos"-Statue zeigt) u. schleuderten die Scheibe auch nicht flach ( horizontal), sondern mit der Schmalseite( vertikal), sodaß keine solche Wurfweiten wie heute erzielt wurden; als besondere Leistung wurde ein Wurf von 95 Fuß, das sind 30,40 Meter, erwähnt. Die Länge des Speers betrug 2 bis 2½ Meter; in der Mitte des Schaftes war eine lederne Schlinge befestigt, in welche ein oder zwei Finger eingriffen, um den Speer möglichst weit zu schleudern. Ein Broncediskus im Berliner Museum zeigt auf der einen Seite einen zum Sprung ansehenden Wettkämpfer( mit Haltern) und auf der anderen Seite einen Speerwerfer. Der Fünfkampf wurde wahrscheinlich in dieser Reihenfolge durchgeführt: 1. Sprung( wer eine bestimmte Weite erreichte, durfte an Nr. 2 teilnehmen), 2. Speerwurf( wobei 4 Sieger für Nr. 3 ausschieden), 3. Lauf( die drei Besten für Nr. 4 qualifiziert), 4. Diskuswurf( daraus 2 Sieger), 5. Ringkampf( der den Schlußsieger erbrachte). Nach einer andern Version brauchte ein Wettkämpfer nur in drei von ihm gewählten Teilkämpfen zu ſiegen, um als Sieger im ganzen Fünfkampf zu gelten. Zwanzig Jahre oder 5 Olympiaden vergingen, ehe man neue Erweiterungen des Agons vornahm: im Jahre 688(= 23. Olym piade) kam der Faustkampf( Pygmä) hinzu. In der griechischen Litteratur wird er allgemein als die schwerste Wettkampfart hingestellt, weil bei ihm die Hände mit Lederriemen umwidelt wurden, die durch Knoten, Nägel oder Eisenplättchen verſtärkt waren; Siegerstatuen lassen deutlich die schweren Gesichtsverlegungen( namentlich an den Ohren) erkennen, die durch die ( Schluß folgt.) In diesem Jahre( 18. Olympiade) wurde der Agon ganz be= deutend erweitert, zunächst durch den Ringkampf(„ Palä") und weiterhin durch den Fünfkampf( Pentathlon), der aus dem Bandagen hervorgerufen wurden. Schutz- Marke M B Neue Bücher. von Thilo und ,, Deutsches Spielhandbuch", herausgegeben Scheller, Lehrer an der Preuß. Hochschule f. Leibesübungen. 1. Teil ,, Bunte Spiele", lustige Neck-, Geschicklichkeitsvolkstümliche( alpenländische) Kraftspiele, bearbeitet und herausgegeben von Dr. Georg Wolfbauer- Graz. Verlag Ludwig Vogenreiter, Potsdam. Der Turn- und Sportlehrer Thilo Scheller geht soeben daran, ein„ Deutsches Spielhandbuch" zu schaffen, das aus mehreren Teilbänden bestehen soll und in dem die gesamten Spiele des deutschen Spielguts gesammelt werden sollen. Der 1. Band ist bereits unter dem Titel ,, Bunte Spiele( siehe oben!) erschienen. Bearbeitet wurde dieser Teil von dem Grazer Dr. Georg Wolfbauer und Dr. Fritz Wurditsch. Das Buch umfaßt 130 Seiten mit 224 verschiedenen Spielbeschreibungen, deren Heimat in allen deutschen Gauen zu finden ist. Das Werk iſt faſt mit 200 schönen Bildern ausgestattet und kostet steif kart. nur M. 2. Die Absicht der Herausgabe einer umfassenden Sammlung des gesamten Schatzes deutschen Spielguts ist zu begrüßen. Die Erklärung der Spiele ist leicht verständlich, die beigegebenen Bilder unterstützen das Verständnis der Spiele wesentlich. Das Spielhandbuch wird für alle deutschen Jugendgruppen, für Schulen, Turn- und Sportvereine ein wertvoller Behelf sein, dessen Auswertung manche Stunde mit frohem Lachen und manche Wanderung, ob bei Sonnenschein oder Regenwetter und bei unfreiwilliger Rast, mit gutem deutschen Humor ausfüllen wird. Der Maler Rubens hat bekanntlich einen Früchtekranz" gemalt, der in der Alten Pinakothek in München hängt; prächtige Büblein tragen diesen Kranz, aus ihren Augen lacht die Lebensfreude, und die Früchte winken appetitlich aus dem grünen Gewinde. Man möchte das Bild am liebsten in alle Stu-ben hängen, in denen die Sorge oder der Kummer daheim iſt. Aber einen Früchtekranz anderer Art kann man in die ein= fachste Behausung bringen, und dieser Früchtekranz lacht genau so fröhlich in die Welt hinein. Es ist ein alter Bekannter: Der„ Hintende Bote" aus Lahr. Trotz seines Stelzfußes geht er immer noch jugendlich straff und wacker daher. Und sein ,, Früchtekranz“ sind die vielen fröhlichen und ernsten Geschichten, die er erzählt. Der„ Hinkende" möchte nicht bloß unterhalten, sondern auch belehren. Der„ Lahrer Hinkende Bote" iſt im Verlag von Moriz Schauenburg in Lahr( Baden) erschienen. Der Preis des Jahrganges 1929 beträgt 60 Pfg. Die unter dem Titel„ Großer Volkskalender des Lahrer Hinkenden Boten" erschienene erweiterte Ausgabe kostet gebunden Rmt. 1,40. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Trinkt das gute Mainzer Aktien- Bier! 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