Mr. 5 mögli tot buns ajtheti est witle moralij ründen ein Gle te and Gin eifellos eiern, af er Aesthet g folgt.) Gießen dt dt, en rung en en er. nd It) eb eien" haftsurerereien miedeeien", Offene h, ntch hne C S men und en, tigen gaben ster mmen kosten annten g. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Bolitische Tagesschau. In der gestrigen Sigung des Reichstags wurde der Antrag der Deutschen Volkspartei auf Einsegung eines Ausschusses zur weiteren Durchführung des Notprogramms angenommen. * In Innsbrud fand vor dem Dentmal von Andr. Hofer eine große Gegenfundgebung gegen die Feier des italienischen Sie: ges in Bozen statt. In verschiedenen Reden wurde den Südtirolern unverbrüchliche Treue gelobt. Nach der Rettung der„ Italia" leute Marianos und Zappis tieß der ,, Krassin" gegen die Insel Foyn vor. Er erreichte noch Donnerstag abend die Gruppe Viglieri und rettete sie. ** Das internationale Abkommen über die Gleichbehandlung einheimischer und ausländischer Arbeitnehmer bei der Unfallentschädigung wurde im Reichstag in allen drei Lesungen angenommen. * Die spanische Botschaft gibt bekannt, sie habe von der spamischen Regierung ein Telegramm erhalten, worin alle Berichte über angebliche Unruhen in Spanien tategorisch dementiert werden. Reichstagsarbeit der letzten Woche. Der Reichstag hat im Laufe dieser Woche versucht, positive Arbeit zu leisten. Zur Debatte standen Gesetzentwürfe über den Nationalfeiertag, die Reichsamnestie und die Steuersenkung. Den Entwurf über die Einführung des Nationalfeiertages am 11. August vertrat Reichsinnenminister Severing vor dem Reichstag. Er begnügte sich mit einer Begründung des An#rags, indem er betonte, daß nach den Bestimmungen der Geschäftsordnung der Minister des Innern die Verbindung zwischen Reichstag und Reichsrat herzustellen hat. Er erklärte also nicht, Daß das Kabinett als solches diesen Gesezentwurf einbringe, wenn das auch nach der Geschäftsordnung rein formell geschehen müßte. Die Regierung hat sich an diesem Punkte also um die Entscheidung gedrückt. Der Reichstag tat ein gleiches und ließ den Entwurf dem Rechtsausschuß zur weiteren Bearbeitung. Eine Gefahr, die die„ Regierungsfreunde" hätte auseinandertreiben können, ist über den kommenden 11. Auguſt wenigstens gebannt. Aus den Besprechungen im Rechtsausschuß über die Reichsamnestie ist festzustellen, daß bei der endgültigen Abstimmung im Reichstag das Amnestiegesetz in seiner jetzigen Fassung von den Deutschnationalen bis zu den Kommunisten angenommen wird. In dem Gesetz heißt es u. a.: ,, Es wird Straferlaß gewährt für die beim Inkrafttreten des Gesetzes rechtskräftig erkannten und noch nicht verbüßten Strafen, die von Gerichten des Reiches oder der Länder wegen Straftaten verhängt wurden, die aus politischen Beweggründen begangen worden sind oder die wegen Zuwiderhandlungen gegen das Militärstrafgesetz von Militärgerichten bis zum 1. Oktober 1920 rechtskräftig erkannt worden sind. Anhängige Verfahren werden eingestellt, wenn die Tat vor dem 1. Januar 1928 begangen ist; neue Verfahren werden nicht eingeleitet. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 14. Juli 1928 Der Kelloggpaft. Deutsche Zustimmung. Die Antwortnote der deutschen Regierung auf die letzte Note Kellogs über den Kriegsächtungspakt ist dem amerikanischen Botschafter übergeben worden. Die Note ist zustimmend. Die französische Antwort: Briand hat sich vom Ministerrat die Antwort genehmigen lassen, die er an Kellogg zu richten gedenkt. Die amtliche Verlaut barung drückt sich so aus, daß der Minister die Bedingungen zur Kenntnis gegeben hat, unter denen er der Regierung der Vereinigten Staaten antworten will. Aus dieser Formulierung geht hervor, daß Frankreich, wie zu erwarten war, seine Zustimmung von einer Reihe ganz bestimmter Bedingungen ab= hängig macht. An und für sich kann man ja den Standpunkt vertreten, daß allzu häufige Anwendung der Amnestie deshalb gefährlich ist, weil sie die Autorität der Rechtssprechung untergräbt. Aus diesem Grunde hat man auch Anträge abgelehnt, die dahin gingen, die Amnestie bis zum 1. Juli d. J. auszudehnen. Das hätte bedeutet, daß auch der letzte Wahlkampf mit unter die Amnestie gefallen wäre. Die Folge davon wäre gewesen, daß nach jeder Reichstagswahl der Ruf nach Amnestie zu hören gewesen wäre. Die weitere Folge wäre aber gewesen, daß bei den Auseinandersetzungen vor jeder Reichstagswahl kein Mensch mehr auf die geschlichen Bestimmungen Rücksicht genommen hätte. aus. Luftfahrtspionage in Deutschland. Der Beschuldigte geständig. Vor einigen Tagen hat die politische Polizei mehrere Personen verhaftet, die verdächtig sind, Betriebsgeheimnisse der Deutschen Versuchsanstalt für Luftverkehr in Adlershof an das Ausland verraten zu haben. Es handelt sich bei dem wegen Spionage verhafteten Angestellten der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt um den Regierungsbaumeister Ludwig aus Berlin- Wilmersdorf, sowie zwei seiner vermutlichen Helfer. Zwischen dem Regierungsbaumeister und dem Beauftragten amtlicher russischer Stellen fanden in der letzten Zeit wiederholte Konferenzen in Dessau, Friedrichshafen, Berlin und anderen Städten statt, in denen Ludwig unmittelbar die Geldbeträge übergeben wurden. Diese Geldbeträge scheinen in die Hunderttausende zu gehen. Die Ermittlungen sind noch im Gange. Der Agitationsantrag der Sozialdemokraten, mit dem sie in der Wahlkampagne Stimmen fingen, die Steuersenkung, ist angenommen worden. Zentrum und Demokraten stellten sich ihrem roten Bruder an die Seite, um den Lohnempfängern einige Groschen zu schenken, denn mehr machts tatsächlich nicht Am Donnerstag erfolgten im Reichstag dann sämtliche drei Lesungen über die Lohnsteuersenkungsgesetze. Die Schlußabstimmung ergab gegen die Stimmen der Wirtschaftspartei, der Deutschen Volkspartei der Bayer. Volkspartei und die größte Zahl der Deutschnationalen, 210 Stimmen dafür und 188 dagegen bei 7 Enthaltungen. Das entscheidende Wort liegt jetzt beim Reichsrat, der von den Gesetzesvorlagen in seiner Mehrheit nicht besonders erbaut sein soll. Im Reichstag ist folgender Antrag Dr. Scholz( DVP.) und Genossen eingegangen: Der Reichstag wolle beschließen, die Reichsregierung zu ersuchen, den durch die wiederholten Unwetterschäden und völligen Mißernten in schwerste wirtschaftliche Not und Bedrängnis geratenen Landwirten des Vogelsberges, des Westerwaldes und der Rhön unverzüglich wirksame Hilfe zu leisten durch a) Niederschlagung der rückständigen und fälligen Reichssteuern, b) durch Hingabe von Reichsmitteln zur Wiederaufrichtung der geschädigten klein bäuerlichen Betriebe. Gegen den Nobile- Unfug. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. hat der Vorstand der Nationalen Einheitsfront ein Protestschreiben an den Reichsaußenminister gerichtet. Es wird darin auf die Schamlosigkeit hingewiesen, mit der Nobile zu seiner Nordpolfahrt deutsche Unterstützung in Anspruch genommen hat, obwohl nach seinem nachträglichen Geständnis in der„ ,, Newyork Times"( deutsch in der„ B. 3." Nr. 184 vom 7. 7. 28) der Hauptzweck seines Unternehmens die Hissung der italienischen Flagge am Pol am Jahrestag des Eintritts Jtaliens in den Weltkrieg, also der Verrat an dem verbündeten Deutschen Reich gewesen ist. Diese Verhöhnung Deutschlands sei nicht zu überbieten und das Auswärtige Amt habe alle Veranlassung, in Zukunft Bestrebungen entgegenzutreten, die geeignet sind, den politischen Ehrgeiz Italiens zu unterstützen, In einer Zeit, wo die Italiener am Werke sind, das Deutschtum in Südtirol zu vernichten, wo jeder deutsche Versuch, das Los unserer Brüder zu mildern, als ,, Eingriff in die innere Politik Jtaliens" zurückgewiesen wird, ist es ein Gebot der Selbstachtung, den Anschein ,, herzlicher Beziehungen" zu Italien weit von sich zu weisen und Mussolini die Möglichkeit zu nehmen, die herzlichen Bezie hungen zu Deutschland politisch zu mißbrauchen. Jedenfalls haben wir Deutschen keine Veranlassung, ehrgeizige und großsprecherisch Unternehmungen wie die des Generals Nobile mit Gut und Blut zu unterstützen. Die erfreulicherweise gescheiterte Hilfsaktion des deutschen Fliegers Udet würde das allgemeine Empfinden in Deutschland verlegt haben, abgesehen davon, daß ein Deutscher an Nobiles Stelle gegenüber seinen Kameraden anders gehandelt hätte. Die sozialen Lasten in Deutschland. Jrrwege der Sozialpolitik. Nummer 56 erste ihrer Art in Südamerika auch die Muttersprache der Einwohner erfaßt. Es wurde als Umgangssprache ermittelt: deutsche bei 52 535 oder 53 Prozent, italienisch bei 16 035 oder 16 Prozent, portugisisch bei 27 441 oder 28 Prozent, polnisch bei 1697, französisch bei 148, russisch bei 549 und holländisch bei 79 Einwohnern. Bisweilen sollen Minderjährige willkürlich der portugiesischen Sprachgemeinschaft zugezählt worden sein, so daß die Zahl der tatsächlich deutsch oder italienisch Redenden sich noch etwas erhöhen dürfte. Nach einer Zusammenstellung in der„ Nordwestdeutschen Handwerkszeitung" betrugen die Gesamtaufwendungen für Sozialpolitik im Jahre 1927: Sozialversicherung Sozialausgaben im Reichsetat Sozialausgaben der Gemeinden 4 700 Mill. Rmf. 3 000 MII. Rmt. 1000 Mill. Rmt. zusammen 8700 Mill. Rmt. Wenn man vorstehenden Betrag auf die Zahl der Erwerbstätigen umlegt, fommt man zu dem Ergebnis, daß jeder erwerbstätige Deutsche im Jahre 1927 etwa 435 Reichsmart Gozialausgaben hat direkt tragen müssen. Auf das deutsche Volksvermögen berechnet, bedeutet die Gesamtbelastung, daß ein Sechstel bis ein Fünftel des Arbeitslohnes für Zwecke der Gozialversicherungen zurückbehalten wird. Eine wichtige Volkszählung in Blumenau ( Brasilien). Idee und Technik der nationalen Revolution. Die Niederlage der Rechtsparteien in der letzten Reichstagswahl ist vor allem darauf zurückzuführen, daß sich zwei Gruppen von Wählern diesen Parteien versagt haben: die ständisch orga= nisierten Kreise und die Jugend. Mit den Beweggründen dieser beiden Gruppen läßt sich im letzten Grunde auch das Verhalten der vielen Einzelnen erklären, die ohne bewußte Ueberlegung den Parteien den Rücken gekehrt haben. Der Aufforderung, vom Standpunkt des jungen Nationalismus die Gründe dieser Abkehr von den Rechtsparteien darzulegen, soll im Folgenden mit rückhaltloser Offenheit nachgekommen werden. Der deutsche Nationalismus durfte von dem Augenblick an, in dem die ihm feindlichen Kräfte, die( weltanschaulich betrachtet) individualistisch- menschheitlichen oder( soziologisch betrachtet) proletarisch- plutokratischen, die Macht an sich rissen, nur ein politisches Ziel kennen: die nationale Revolution. Konservativ im staatspolitischen Sinne und staatstreu kann und darf man nur sein, wenn Staat und Herrschaft der eigenen Geistesrichtung identisch sind. Daß der Staat an sich kein absoIuter Wert ist, sondern seinen Charakter und damit seinen Wert von der jeweils durch ihn ausgeübten Herrschaft erhält, lehrt die Geschichte, und wir haben es seit 9 Jahren zur Genüge selbst erfahren. Gegen die Herrschaft des Gegners ist nur ein politisches Ziel aufzustellen: die Revolution. Revolution ist kein staatsfeindlicher Begriff: es gibt keine politische Revolution gegen den Staat, sondern nur Revolutionen um den Staat. Jm Munizip Blumenau( Staat Santa Catharina) wurde am 17. Dezember 1927 eine Volkszählung abgehalten, die 98 663 Einwohner ergab. Hiervon waren 15 962 im Ausland geboren, und zwar stammten aus dem Deutschen Reich 11 075, Desterreich 672, der Scheiz 146, Italien 2 426, Rußland 891, Polen 372, Schweden 210 und Belgien 88. Von den fast 16 000 Fremdgeborenen besaßen nur 3654 nicht die brisilianische Staatsangehörigkeit, darunter 2761 Reichsdeutsche, 444 Jtaliener, 243 Russen, 102 Oesterreicher und 63 Schweizer. Was diese Zählung aber besonders wichtig macht, ist, daß sie, soweit ersichtlich, als Die Rechtsparteien haben in ihrer parlamentarischen und außerparlamentarischen Tätigkeit der letzten 6 Jahre die natio= nale Revolution verraten. Das ist die letzte Ursache ihres nicht nur in den Wahlziffern hervortretenden Zusammenbruchs. Revolutionäre Geisteshaltung unterscheidet zwischen juristisch gesprochen der materiellen und der formellen Seite der Revolution, oder verständlicher: zwischen Idee und Technik der Revolution. Die Technik der Revolution stellt die Frage nach dem geeigneten Mittel. Die Mittel einer Revolution können gewaltsame und unbemerkbare, illegale und legale sein. Die öffentliche Meinung faßt im allgemeinen nur die illegalen und unter diesen vor allem die gewaltsamen als eigentlich„ ,, revolutionär" auf. Damit wird jedoch nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Begriff und der historischen Wirklichkeit der Revo Iution gegeben. Es gibt legale( auch legal gewaltsame) und unbemerkt illegale Phasen der Revolution, und diese ermöglichen meist erst den gewaltsam- illegalen Ausbruch. Der revolutionäre Politiker muß die Technik der Revolution in allen ihren Mitteln, nicht nur das kleine äußere Mittel des Putsches, beherrschen. Unter dem Gesichtspunkt der Technik der Revolution könnten also auch legale parlamentarische Parteien ge= eignete und wertvolle Mittel sein.( Vgl. die Aeußerung des ,, Vorwärts", daß die Eroberung der Staatsmacht durch die Arbeiterklasse mit den Mitteln der Demokratie eine naheliegende Möglichkeit sei.") Die Idee der Revolution fordert in erster Linie die Beseitigung der Macht des Gegners und die Aufrichtung der eigenen Macht. Wir fassen die Jdee noch tiefer: unser Ziel ist die Verdrängung einer herrschenden Wesensart, eines herrschenden Menschentyps, einer herrschenden Geistesrichtung und Lebensauffassung, gegen die wir den völkischen Geist und den völfischen Menschen durchsetzen wollen. In dem Glauben an das bessere Recht der eigenen Wesensart und Geistesrichtung liegt die irrationale Wurzel jeder Revolution wie jeder politischen Kraftentwicklung überhaupt. Die Idee der Revolution fordert, daß sie in jedem Augenblick, in jeder Handlung gewahrt und gefördert wird. Sie fordert, daß ihr Träger. sachlich nicht einen Augenblick sich dem Gegner unterwirft, daß er nicht innerlich vor der herrschenden Macht kapituliert und sich ihrem Wesen angleicht. Was prat= tisch getan wird, ob Opposition oder Regierungsbeteiligung, ob Obstruktions- oder Stresemannpolitik ist unter diesem grundsätzlichen Gesichtspunkte gleichgültig. Notwendig ist nur, daß jede Handlung bewußt für das letzte Ziel, nicht um ihrer selbst willen geschieht. Notwendig ist, daß man sich stets, auch in Augenblicken taktischer Kompromisse, als unversöhnlicher Kämpfer vor dem Feind fühlt. Notwendig ist, daß man immer den Blick auf das Ganze, auf die Eroberung der ganzen Macht gerichtet hält und sich nie damit zufrieden gibt, auch mit dabei zu sein und seinen Anteil an der Beute( sprich Personalpolitik) zu erhalten. Notwendig ist, daß man stets entschlossen ist, im Augenblick der Entscheidung die Jdee der Revolution, wenn nötig, auch durch die letzten technisch- revolutionären Mittel zu verwirklichen. Die Rechtsparteien haben das Vertrauen, Träger Samstag, den 14. Juli 1928. und Mittel der nationalen Revolution zu sein, verloren. Nicht durch einzelne Handlungen, sondern durch ihre innere Entwicklung. Die Rechtsparteien sind ihrem Wesen nach parlamentarische Parteien geworden. Sie sind zufrieden, im Wechselspiel von Regierung und Opposition, Bestandteil des parlamentarischen Apparates zu sein, wie er nun einmal ist. Ihr Bebenntnis zum„ Staat", das jeder Revolutionär schon durch seinen Kampf um den Staat ablegt, haben sie zum ehrlichen Bekenntnis zur Staats maschine, wie sie in der Hand der Gegner liegt, erweitert. Aus dieser parlamentarischen Selbstbeschränkung des politischen Arbeitsfeldes erwächst dann der Anspruch, der Träger nationaler Politik zu sein, und die Mißachtung aller politischen Kräfte, die teine Mandate und Parteizeitungen aufzuweisen haben. " Gießener Zeitung" Gegenwirkung blieb nicht aus: heftige Pressefehde und ein Antrag auf Ausschluß Lambachs aus der Partei. Wie gesagt: wir hatten nicht gedacht, daß die Wahlniederlage gerade diese Folge haben würde. Wir haben bisher nicht geglaubt, daß man in dem derzeitigen Geschichtsabschnitt Aus dieser Entwicklung der Rechtsparteien ist die Abkehr der Jugend und der ständischen Gruppen zu verstehen. Die Jugend( bezw. die Minderheit unter ihr, auf die es allein ankommt) hat erkannt, daß sie unter richtiger Flagge für eine falsche Sache fechten soll. Sie hält die Idee der nationalen Revolution fest; sie steht nach fehlgeschlagenen Versuchen mit untauglichen Mitteln Gewehr bei Fuß, bis sie wirkungsvolle politische Mittel findet oder sich schafft. Sie ist aber nicht bereit, selbst Mittel der parlamentarischen Politik zu werden. - und zwar ausgerechnet in der augenblicklichen politischen Situation noch einmal diesen Prinzipienstreit in dieser Weise aufrollen würde. Da es wider Erwarten geschieht, nehmen wir, die wir an dem Schicksal einzelner Parteien gänzlich uninteressiert sind, die Gelegenheit gerne wahr, unsere Stellungnahme zu den angeschnittenen Fragen und unsere Meinung vor den Streitenden offen darzulegen. Wir haben schon oft betont, daß wir die Republik für einen inhaltlosen Begriff, für eine Negation halten. Mit allem Grübeln findet man keinen eigenen Sinn dieses Begriffes außer der Verneinung: Nicht Monarchie. Nr. 56. tionären Schwung. Wenn die fraglichen Parteien weiter solche Beweise innerer Unselbständigkeit und formalistischer Oberfläch lichkeit geben, dann wird allerdings das Rad des politischen Geschehens über sie hinweggehen, was unter bestimmten Gesichtspunkten vielleicht doch zu bedauern wäre. Werner Best. Lokales. Sonntagsgedanken. Die lebenssprossenden, blumen- und blütenumrauschten Tage des Frühlings sind dahin. Das weite bunte Blütenmeer ist zum Teil verschwunden und das satte Grün und das reifende Gold der Kornfelder umfäumen des Sommers Kleid. Der prangende Schimmer verblaßt allmählich und der äußere Glanz verschwindet. An Stelle üppiger Buntheit des lautesten Farbengetöns tritt nunmehr ernste, heilige Feierlichkeit. Gamstag in Maffe Borstellu Der eines jed Welt füb Elefantend haft mit Tiere eine jeder Fuß ballspiel folle altro find nur Der T gifchen G dent fich 80 eine Unza Ludhje, W bras, Ame jenfchlange Affen und Menge ip dicht nebe mitgeteil Abzweigur dunge Kaffel bornFolge Ulphe- B ab 11 Berstadt Tage des Reifens! Tage der Einkehr- Tage der Vollendung!„ Reif werden" lautet die Losung;„ mehr Verinnerlichung" rufen die beredten Schriftzeichen in Feld und Wald, in Flur und Wiese. So will es ein Schöpferwille. Sommer - Sonntag. Komm, Kamerad, geh' mit mir hinaus in die Werkstatt un-* seres Schöpfers, nimm ein Herz mit aufnahmebereit für die Wunder dieser Gotteshand. Lassen wir die wundeciamen Eindrücke, die sich uns dort bieten, in sinniger Beschaulichkeit vor überziehen an unserm leiblichen und geistigen Auge. Haste mit Andacht Gottesdienst draußen in dem weiten Dom, schau dic Werke seiner Schöpferhand, vom kleinsten Blümlein bis zum gewaltigen Baumriesen und lobe und preise ihn, den Ewigen! Eigenen Sinn und Inhalt haben andere Prinzipien der Staatsorganisation und der Herrschaft: Demokratie, Klassenherrschaft( 3. 3t. vor allem als„ Diktatur des Prole= tariats vertreten), Diktatur( eines Einzelnen) und Oligarchie( im abstrakten Sinne: Herrschaft führender Kreise; ein Prinzip, das sich heute im Kampfe der werdenden nationalen Führerschaft einerseits gegen die herrschenden parlamentarischplutokratischen Kliquen andererseits andeutet.) Monarchie ist an sich weder eine inhaltslose Negation, wie ,, Republik", noch ein selbständiges Staatsprinzip, wie die genannten. Monarchie ist eine Form, eine Krönung, die einem nach einem der genannten Prinzipien gestalteten und beherrschten Staate Weihe und Glanz verleihen kann. Der Monarch kann als Diktator herrschen; die es taten, sind die großen Monarchen der Geschichte. Der Monarch kann auf die wirklichen Führer und Machtträger des Volkes gestützt Symbol der Einheit und Größe des Volkes sein. Er kann selbst in einem demokratisch- parlamentarischen Staatswesen einen letzten Hort von Staatshoheit und Staatswürde gegenüber dem auflösenden Individualismus bieten. Aber ein Monarch kann auch mit seinem Purpur ein Regiment der Schwäche und der Korruption decken( wie in Italien vor dem Staatsstreich. Die Neuerrichtung einer Monarchie ist stets Frage des staatlichen Formgefühls eines Volkes, wie es in seinen Führern und tatsächlichen Machtträgern wirkt. Für instinktlosen Großstadtpöbel ist Monarchie selbstverständlich eine Operetten- und Filmangelegenheit, wie andererseits ein wahrhaft aristokratisches Gemeinwesen oft einen Monarchen als unerträglich ablehnen wird. Die nationalen ständischen Gruppen beginnen zu erkennen, daß nur die endgültige Aenderung, die nationale Revolution sie retten kann. Sie wissen, daß der Kampf wesentlich in ständischen Fronten ausgetragen werden muß. Sie sehen, daß die Parteien klare Entscheidungen scheuen, daß sie- um der ,, breiten Basis" willen alles verwischen und vermischen, daß sie nicht ,, den Mut haben, in Gegensätzen zu leben", wenigstens nicht in anderen als parlamentarischen. So gehen die ständischen Gruppen eigene Wege, indem sie zunächst noch einmal den Versuch machen, im Parlament mit eigener unverschleierter Flagge sich durchzusetzen. Das Scheitern dieses Versuchs wird sie endlich auch praktisch in die Front des Nationalismus führen. Ob es noch einmal gelingen wird, die national revolutio nären Kräfte mit den Rechtsparteien zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuführen? Die Entscheidung liegt bei den Parteien. Wenn sie sich zur Idee der nationalen Revolution bekennen und die politische Technik ihr unterordnen, wenn sie es über sich gewinnen, sich als parlamentarisch- technische Hilfs= mittel einer größeren Bewegung zu betrachten und nicht als ihre Herren, dann wäre eine Zusammenarbeit denkbar. Und nur unter dieser Voraussetzung halten wir eine Zusammenfassung der verschiedenen Rechtsparteien für möglich. Nur eine gemeinsame Zielidee, die von aktivistischen außerparlamentarischen Kräften getragen wird, kann Parteien zusammenzwingen; sonst wirkt allein das soziologische Gesetz, daß Partei Partei bleiben will. Sollte diese Besinnung auf höhere Aufgaben in den Parteien wach werden, dann hätte die Niederlage vom 20. Mai ihren pädagogischen Sinn erfüllt. Aber wir haben keine großen Hoffnungen, weder für diese Möglichkeiten, noch für die Bewegung im Ganzen, noch für unser Volf. Es scheint, daß sich das deutsche Schicksal bis zur Katastrophe erfüllen muß. Wen die Götter verderben wollen, dessen Sinn verwirren sie. - In sanftem Wellengewoge streicht zarter Windhauch liebkosend über das goldene Aehrenfeld. Duftigen Wolfen gleich schwebt golbrauner Blütenstaub über die Fruchtfelder. Erkennen wir in ihm nicht den Opferrauch der Scholle? Tribut der Erde ist es, den sie ihrem Schöpfer himmelwärts entgegensendet. Wir Nationalisten, die wir im Kampfe um die Macht und um eine Neugestaltung unseres Volks- und Staatslebens stehen, wissen noch nicht, welche Form dem fertigen Werke angemessen sein wird. Wir legen uns deshalb weder auf das monarchische Prinzip fest, noch machen wir Kotau vor dem Schemen ,, Republik", mit dem seine Verfechter doch nur ihre Herrschaft anerkannt haben wollen. Wir fechten und schaffen uns Schritt für Schritt vorwärts in eine Zukunft, die sich erst allmählich entschleiert. Wir wissen heute nur eins: das Staatsprinzip, das uns leitet, ist das ständisch- aristokratische Führungsprinzip. Ist sachlich das Ziel erreicht, so werden wir eine äußere Form finden, die uns entspricht; für diese Entscheidung aber binden wir uns gegenüber keinem. Vor Jahren las ich ein Wort vom ,, aktiven Pessimismus“. Diese Diagnose mag auf uns Nationalisten zutreffen. Wir haben gelernt, zu warten, wir schaffen und kämpfen und wir sind bereit, wenn die Entscheidung fällt, wenn unser Volk uns braucht. Aber wir hoffen nichts und machen keine Hoff nungen. Wir fürchten auch nichts, auch nicht das Scheitern. Eine Idee rein und ungebrochen bewahrt zu haben, trägt wohl seine Sinnerfüllung in sich. Nachwort:„ Monarchismus“... oder...? Als der vorstehende Aufsatz geschrieben wurde, war noch Und du, o Mensch, bist du nicht auch gewillt, deinem Gott und Herrn zu opfern? Lob-, Sühn- und Dankopfer sollen es sein! Achte der Gaben, daß ihr Wohlgeruch sich emporschwinge zu dem höchsten der Throne. Verspüren wir nicht den Odem reifenden Brotes, der verheißungsvoll aus den Aehren quillt? Und ein wonnetrunkenes Vorahnen gesegneter Ernte überkommt uns. Noch aber ist die Zeit der Reife. In geruhsamer Stille erfüllt sich die Sendung, unaufhaltsam das Gotteswort „ Werde"! Es reifen alle Früchte der Erde dem großen Opfertag, dem Erntetag entgegen. Jeder Augenblick ist der Vollkommnung geweiht, jede Stunde dient nur diesem einen Zwed. Und wir? Auch wir sind Gottesgeschöpfe. Einst von seiner Hand gleich einem Samenkorn auf die Erde gelegt, von seinem Odem zum Leben geweckt, von seiner Hand geführt, um dann selbst zu werden und zu reifen. Nun wird wohl verständlich, warum wir dem Prinzipienstreit in der D. N. V. P. mit einem mitleidigen Lächeln zuschauen können. Nein, an einem Prinzip scheitert eine politische Bewegung nicht. Jedes Prinzip läßt sich durchsetzen, wenn ein eiserner Wille, revolutionärer Schwung und Bereitschaft zum Letzten dahinter steht. Und daran scheint es uns in der genannten Partei zu fehlen. Die Monarchisten scheinen überzeugt zu sein, daß das ewige Recht sich durch Fügung des Himmels von selbst durchsetzt; inzwischen genügt es, auch eine Partei zu haben, deren Redner und Zeitungen einem immer wieder sagen, wie recht man hat. Und die ,, Republikaner" sehen, daß die anderen Parteien mit anderer politischer Ware die besseren Geschäfte gemacht haben; es erscheint ihnen also zweckmäßig, den eigenen Betrieb umzustellen, um konkurrenzfähig zu bleiben. Nein, es ist wirklich schwer, keine Satire zu schreiben. nicht vorauszusehen, daß die Wahlniederlage in der Deutung Dierten denn beide„ Richtungen“ nicht, daß ihr Fiasko gerade nationalen Volkspartei eine unerwartete Wirkung zeitigen würde: den von dem Reichstagsabgeordneten Walther Lambach eingeleiteten Streit um den ,, Monarchismus“ ( dieses schöne Wort hat Lambach zum Kernwort der Debatte gemacht) den monarchischen Gedanken im deutschnationalen Programm, der überholt und vor allem für die Jugend zur Angelegenheit des Films geworden sei, für die Wahlniederlage verantwortlich. Er fordert eine Umstellung der deutschnationalen Partei dahin, daß diese in Zukunft Monarchisten und Republikaner in ihren Reihen sammeln können. Die In die Ferien. Auch auf dich, o Mensch, wartet der Schnitter. Deine Früchte sollen einst in himmlische Scheunen gefahren werden. Noch hast du Zeit zur Reife. Der Sonntagsschreiber. * Zirkus Krone kommt nach Gießen. Der größte Wanderzirkus unseres Kontinents, der deutsche Zirkus Krone, ist nach neunmonatigem Triumphzuge deutscher Zirkuskunst durch ganz Spanien, soeben nach Deutschland zu rückgekehrt. Zirkus Krone trifft in den allernächsten Tagen in Gießen ein. darin begründet ist, daß sie beide parlamentarisch wurden, die einen, indem sie zufrieden sind, geschäftig sein zu dürfen, die anderen, indem sie sich damit begnügen, platonisch ihr ,, Recht" zu wahren und doch mitzumachen? Merken diese Parteien denn nicht, daß die„ Vertrauenskrise" tiefer liegt: in dem Mißtrauen des Volkes gegenüber ihrem wirklichen Machtwillen und ihrer Fähigkeit, sich durchzusetzen. Das Volk will keine Prinzipien, sondern entweder nackte Interessenvertretung oder mitreißenden revoluDie große Pause ist da. Die Pforte zum Schulwissen ist auf einige Wochen geschlossen und nur Sonnenkringel spielen fortan durch die immer blinder werdenden Fensterscheiben über Bänke, Tafel und Lehrerpodium. Noch einmal, zum letzten Male vor Ferienbeginn, versammelte gestern die Schule ihre Schäflein um sich, die aufgeregt und in die Ferne schweifend, dem Unterricht nur notgedrungen folgten. Langsam schlichen die Stunden dahin, die Gedanken wanderten durch die weite Welt und malten das Paradies vor Augen, das in den Ferientagen zur Wirklichkeit weren soll. Nicht umsonst liegt die Ferienzeit im Sommer. Das Jahr ist halb vergangen, die Sonne hat ihren höchsten Stand erreicht, die Felder werden gelb da wird es Zeit, eine Pause zu machen, Atem zu schöpfen und die Alltagssorgen hinter sich zu werfen, neue Kräfte zu sammeln für den zweiten Teil des Jah= res, in dem das Licht weniger hell strahlt und die Tage bald grauer werden. Das Fahrrad und die Schule. In der kommenden Woche kommen vier lange Sonderzüge mit dem gesamten Zirkusmaterial und mit über 700 exotischen Tieren aus der Pfalz nach Gießen. Der deutsche Riesenzirkus bringt einen Troß von 1000 Menschen mit, Künstler, Artisten, Beamte, Angestellte, Arbeiter. ab 10 Giegen- 9 * Bur vom 1. G Professor Dent. medizinisc fologischer ergangen felfors G Der Priv sche Tech außerord * Ve folgende Krone bietet nicht die altgewohnte kleine Manege, sondern sein riesiger ovaler Ring nimmt die größten Massen auf, gewaltig ist der Ausmarsch der Menschen und Tiere. Artistische Höchstleistungen von höchster Vollendung kommen in dem Riesenoval der Krone- Arena zur Schau. In pausenloser Vorführung bietet der Spielplan 96 Nummern hintereinan der! Raubtierdreſsuren, gleichzeitig in drei Manegen vorge führt, wechseln in bunter Reihenfolge mit fabelhaften Luftsensationen. Dreißig Artisten vollführen gleichzeitig hoch oben unter der Zirkuskuppel Saltomortales und Loopings. Meisterleistungen der Freiheitsdressur von der hohen Schule gelangen Die Jugendbewegung in den deutschen Radsportverbänden hat Betrachtungen über den Wert des Fahrrades für den Schulbesuch hervorgerufen. Man hat bei der Werbung um die Gunst der Schüler festgestellt, daß das Fahrrad eine weit bedeutendere Rolle beim Schulbesuch spielt, als man bisher angenommen hat, und daß die Organisationsbestrebungen in vielen Gegenden von den Schülern ausgegangen sind. So haben die Schüler einer schlesischen Schule eine vier Fünftel der gesamten Schülerzahl umfassende Radlergruppe gebildet und unter Führung der Lehrer sich dem Bund Deutscher Radfahrer angeschlossen. Aus anderen Gegenden Deutschlands werden gleiche Bestrebungen gemeldet, und man hat sich höheren Orts veranlaßt gesehen, über Erhebungen anzustellen. die Benutzung des Fahrrades durch Schüler und Schülerinnen Medizin des Sommers, Heilkraft der Sonne das soll die Freizeit sein. Die Alten wissen sie zu schätzen, die Jugend soll sie begreifen, kennenlernen und erfahren, daß die Mußezeit, die vor ihr liegt, auch zu einem Blick ins Innere zwingt, von dem der Alltag ablenkt. Das ist der tiefe Sinn der Ferien. Der Glückliche, dem sie winten, soll sie in dieser Erkenntnis genießen, dann wird er den richtigen Gewinn aus ihnen ziehen. fahrer Vorschrif Nachtzeit rens aur mäßiger redite G durch ge widerha ง Segezei endet. Der gläubige der Vol Darmito gelegt i Der Besitz eines Fahrrades ist der Wunsch eines jeden Schülers und wohl auch einer jeden Schülerin, ganz gleich, wie lang der Schulweg ist. Der Drang, nach Erledigung der geistigen Arbeit sich körperlich zu betätigen, läßt in den kleinen Herzen den Wunsch nach dem Besitz eines Fahrrades rege werden, und diesem Wunsche können sich die Eltern umso weniger verschließen, als das Fahrrad nicht nur ein Wegverkürzer und Zeitraffer, sondern auch ein Mittel zur Leibesübung und Erzieher zur Heimatliebe ist. Die Lehrer haben dieser Bewegung Rechnung getragen. Wie bereits eingangs erwähnt, haben sich in verschiedenen Schulen Organisationen gebildet, die das Radfahren als Leibesübung betreiben und auf Wanderfahrten die Heimat kennenlernen wollen. Diese Bewegung hat sich der gro ßen Deffentlichkeit in den Jahren 1926 und 1927 durch zwei Schülerwanderfahrten gezeigt, die der Bund Deutscher Radfahrer mit Unterstützung des Vereins Deutscher Fahrrad- Industrieller veranstaltete. Im Jahre 1926 ging es an den Rhein. In Köln wurden die kleinen Wanderfahrer und Wanderfahrerinnen feſtlich empfangen. Im Jahre 1927 führte die Fahrt nach Ostpreußen, dessen Städte und Dörfer eine Woche lang im Zeichen dieser Jugendwanderfahrt standen. Der Nutzen des Fahrrades für Schüler und Schülerinnen ist nicht mehr zu bestreiten. Die Verkürzung des Weges und die Verlängerung der Freizeit allein würden dem Fahrrad den Weg zum Herzen derjenigen bahnen, die Deutschlands Zukunft auf den Schultern tragen, aber zu diesem Nutzen kommt die Freizügigkeit und Selbständigkeit, die ein radelnder Schüler gewinnt. Auf seinen Fahrten lernt er die Natur und die Heimat tennen, und so wird das Fahrrad zu einem Erzieher zum Leben, zur Religion und zur Vaterlandsliebe. Wir greifen eine in Leipzig aufgestellte Statistik heraus. Nach dieser Aufstellung benutzen in Leipzig rund 4500 Schüler das Fahrrad zum Besuch der Schule. Von diesen 4500 entfallen rund 4000 auf die Schüler höherer Lehranstalten und Berufsschulen und rund 500 auf die Besucher der Volksschulen. Aus diesem Unterschied in der Anzahl radelnder Besucher höherer Lehranstalten und der Anzahl der zurSchule radelnden Volksschüler könnte man entnehmen, daß die Anschaffung eines Fahrrades nur den Schülern höherer Lehranstalten möglich ist, aber diese Annahme ist ein Trugschluß. Der Unterschied erklärt sich aus dem Vorhandensein von Volksschulen in allen Stadtteilen und dem dadurch nur kurzen Schulweg und aus der geringeren Anzahl höherer Lehranstalten und Berufsschulen und dem dadurch bedingten weiteren Weg. beide 2 bänden Im für die emt D den 9. über d In tamme befizer merzien das In Aufklär liche Au ein jeder einigen teilte de Herr morte u dürfen. Tätigtei teinen Teke au geben. gebene halb w Anftage Die Steuerd ter dari reien mi ständlich jo einfa maden ten und verlang recht, jo es aber felben 7. Nr.56. ter Told Oberilad olitije nten Ge er Bejt rauschten ütenmeer Das Tel eid. 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Ein Novum der Elefantendressur sind Krones tanzende Elefanten! In Gemeinschaft mit auserlesenen Vertreterinnen der Tanzkunst führen die Tiere eine vollendete Elefantenrevue vor. Jeder Sportsfreund, jeder Fußballspieler begeistert sich an dem sensationellen Fußballspiel zu Pferde! Waghalsige Reiterstücke der Tscherkessen, tolle altrömische Wagenrennen, ernsthafte Jodenrennen das sind nur kleine Ausschnitte aus dem Riesenprogramm. Der Tierpark des Zirkus Krone ist einer der größten Zoologischen Gärten der Welt. Nur im Zirkus Krone allein befin= den sich 80 Löwen und Tiger unter einem Dach! 20 Eisbeeren, eine Unzahl Braunbären, bunte und schwarze Panther, Pumas, Luchse, Wölfe, Hyänen, Dromedare, Känguruhs, Stiere, Ze= bras, Ameisenbären, seltene See- Elefanten, Alligatoren, Riesenschlangen und dito Schildkröten Gürteltiere, Stachelschweine, Affen und Halbaffen engros, exotische Vögel, darunter eine Menge sprechender Papageien, hausen verhältnismäßig friedlich dicht nebeneinander. ―rth. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Abzweigung nach der Kalbsburg bis Abzweigung nach Wildungen vor Friglar, im Straßenzug Gießen- MarburgKassel, vom 17.- 24. 7.; Umleitung: Kleinenglis ― Udenborn Zennern. Folgende Straßensperrungen sind aufgehoben: Uphe- Berstadt im Straßenzug Grünberg- Hungen- Friedberg ab 11. 7. Berstadt Grundschwalheim, im Straßenzug Berstadt Nidda, ab 10. 7. Gießen Reiskirchen, im Straßenzug Gießen- Fulda, ab 14. 7. Dent. - * Zum Rettor der hessischen Landesuniversität für die Zeit vom 1. September 1928 bis 31. August 1929 ist der ordentliche Professor für klassische Philologie Dr. Herzog gewählt worDer ordentliche Professor für Pharmakologie an der medizinischen Akademie Düsseldorf und Direktor des pharmatologischen Instituts, Dr. Fritz Hildebrandt hat den an ihn ergangenen Ruf an Stelle des emeritierten ordentlichen Professors Geh. Medizinalrat Dr. Julius Geppert angenommen. Der Privatdozent für physikalische Chemie und physikalisch- chemische Technik Dr. Hugo Stinging ist zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor ernannt worden. * Berkehrsstrafen. In der Zeit vom 1 bis 30. Juni sind folgende Anzeigen gegen Fahrzeugführer bezw, Kraft- und Radjahrer wegen Zuwiderhandlungen gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben worden: 17 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 9 Anzeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 11 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 17 Anzeigen wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 9 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen und 42 Anzeigen wegen sonstiger Zuwi derhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. * Der hessische Minister des Innern hat bestimmt, daß die Hegezeit für Enten in diesem Jagdjahr bereits mit dem 14. Juli en det. Der Vorsitzende des Landesverband Hessen des Hypothekengläubiger- und Sparerschutzverbandes und des Landesverbandes der Volksrechtspartei, Provinzialdirektor i. R. Geh.- Rat Best= Darmstadt, hat aus Gesundheitsrücksichten diese Aemter niedergelegt und wurde an seiner Stelle Landtagsabg. Prof. Ayt für beide Aemter gewählt. Geh.- Rat Best wurde von beiden Verbänden zum Ehrenvorsitzenden gewählt. ,, Gießener Zeitung" * Anzahlungsbetrüger. Ein Anzahlungsbetrüger, der auch in Gießen Gastrollen gegeben hat, wurde dieser Tage in Wiesbaden festgenommen. Er gab sich als Aufkäufer von Proviant für das Personal des Tierparkes des Zirkus Hagenbed- Althoff aus und sprach besonders in Bäckereien, Mezgereien und sonstigen Lebensmittelgeschäften vor. Gleichzeitig hat er Annoncen für den Spielplan des Unternehmens entgegengenommen, wofür er eine Anzahlung von 20 M verlangte. Die ausgestell= ten Quittungen unterzeichnete der Schwindler mit ,, Dr. Lange". Geschädigte wollen sich umgehend mit der Kriminalpolizei GieBen ins Benehmen sezen. Fahrpreisermäßigung der Reichsbahn für Kinderfahrkarten. An den bisher geltenden grundsätzlichen Bestimmungen über Fahrpreisermäßigung für Kinderfahrten ist in letzter Zeit nichts geändert worden. Es gilt folgendes: 1. Kinder bis zu vier Jahren fahren frei. 2. Kinder zwischen vier und 10 Jahren zahlen die Hälfte. 3. Kranke Kinder mittelloser Eltern werden zum halben Fahrpreis nach Kinderheilstätten usw. befördert. 4. Hilfsbedürftige Kinder und ihre Begleiter, die durch den Verein ,, Landaufenthalt für Stadtkinder" oder einer der diesem Verein angeschlossenen Organisationen verschickt werden, werden zum vierten Teil des Fahrpreises 4. Klasse befördert, wenn sie innerhalb Deutschlands Erholung suchen, und frei, wenn sie ins Ausland verschickt werden. Aus Rab und Fern. Nah Bad Nauheim. Die älteste und größte Anstalt des Bades, die Kinderheilanstalt Elisabethaus, begeht im kommenden Jahr ihre 50jährige Gründungsfeier. Im vergangenen Jahr fanden über 1500 Kinder aus ganz Deutschland in der Anstalt Aufnahme. Zur Schaffung weiterer Zimmer für besonders franke Kinder wurde ein Ausbau der Kinderheilanstalt beschlossen. Laubach. Das große Verbandsschießen des Gaues Hessen und Nassau wird am 15., 16. und 17. Juli hier abgehalten, da bei wird die Gaumeisterschaft ausgekämpft. Der Sonntag bringt einen großen historischen Festzug mit zahlreichen Festwagen und Gruppen. Zahlreiche Freiquartiere stehen für die Gäste aus dem Gau, der sich bis ins Lahntal und nach Frankfurt a. M. und Kassel erstreckt, zur Verfügung. Steinfurth. Eine große Rosen- Ausstellung sindet am morgigen Sonntag im Saalbau des Gasthauses zum Bahnhof ſtatt. Der hiesige Rosenzüchter- und Gärtnerverein wird etwa 25 000 Rosen aller Klassen und Farben zur Schau bringen. Seelig's feinste Kaffee- 3ufas Effenz ist seit über 30 Jahren bekannt und beliebt. Bester Zusag zum Bohnenfaffee. Achten Sie beim Einkauf auf unsere Originalpakfungen m. d. Großmutter. Überall zu haben. Dose 45 Vfg. Große Baker mit 125 Gramm Inhalt 35 Pfg. Einheitsbewertung, Vermögens und Gewerbebesteuerung. Vortrag des Herrn Oberregierungsrates Kadel- Darmstadt am 9. Juli 1928 in Gießen. Im dichtbesetzten Saale des Kaffee Leib hielt der Dezernent| vielmehr sind diese den gesetzgebenden Instanzen, Reichstag, für die Bewertungs- und Vermögenssteuern am Landesfinanz- Landtagen und Ministerien zu verdanken. cmt Darmstadt, Herr Obervegierungsrat Kadel, am Montag, den 9. Juli, einen sehr instruktiven, fast dreistündigen Vortrag über die in der Ueberschrift festgelegten Steuerbegriffe. - Im Namen der Veranstalter Indu strie- und Handelslammer Gießen, Handwerkskammer- Nebenstelle Gießen, Hausbesitzer und Ortsgewerbeverein Gießen- begrüßte Herr Kommerzientat Klingspor die Erschienenen, deren große Zahl das Interesse der Allgemeinheit an diesen Fragen beweist. Die Aufklärung der Presse könne doch die viel wertvollere, persön= liche Aussprache nicht ersetzen. Im Rahmen des Themas könne ein jeder weiterhin Anfragen an den Referenten stellen. Nach eimigen herzlichen Begrüßungsworten an den Vortragenden erleilte der Versammlungsleiter demselben das Wort. Herr Oberregierungsrat Kadel dankte für die Begrüßungsmorte und gab seiner Freude Ausdrud, in Gießen sprechen zu dürfen. Acht Jahre sei er in Gießen tätig gewesen, die schönste Tätigkeit, die er je gehabt habe. Seine Ausführungen hätten teinen weiteren Zwed, als Verständnis für die Bewertungsgeseze zu schaffen und Erklärungen für die Vermögenssteuer zu geben. Es bestehe die Möglichkeit, durch Nachträge schon abgegebene Steuerveranlagungsformulare noch zu berichtigen, des halb wäre es ihm sehr angenehm, wenn später an ihn recht viele Anfragen gestellt würden. Die Klagen, so führte der Vortragende weiter aus, über den Steuerdrud sind ein so abgedroschenes Thema, daß wir nicht weiter darüber zu reden brauchen. Dazu kommen die vielen Plakeresien mit den heutigen Steuern. Früher war alles leicht verstöändlich, die Vorschriften und Ausführungsbestimmungen waren sos einfach, daß das Publikum sich leicht mit denselben vertraut maachen konnte. Seit der Revolution ist das anders. Vorschrif= teen und Verordnungen überſtürzten sich. Es wurde unmögliches veerlangt. Und nicht nur das Publikum findet nicht mehr zurecht, sondern selbst der Steuerbehörde geht es so. Verkehrt ist es aber, die Schuld dafür den Beamten zuzuschieben und diefelben für die Kompliziertheit der Gesetze haftbar zu machen, Vor dem Kriege gab es für die Vermögenssteuer ein Muster, das ausgefüllt zurückgereicht werden mußte, heute gibt es deren drei und dazu noch viele Anhängsel. Darüber ist keiner erbaut, auch nicht die Finanzämter. Bei der Ausfüllung dieser Muster sei nun folgendes zu berücksichtigen. Man lese zunächst die Anleitungen durchzugegeben sei, daß diese zu verstehen, schon vielfach ein Kunststück sei fülle dann die Anhänger aus und darauf erst die Steuererklärung. Sämtlichen Steuern zugrunde liegt in Zukunft bei der Ver: mögensfeststellung die Einheitsbewertung. Mit diesem Einheitsbewertungsgesetz soll mit der Vielgestaltigkeit der SteuerNormen berechnungen aufgeräumt werden, man will schaffen, die die ganze Steuergrundlagen in eine Hand legen. Das Bewertungsgesetz ist ja heute noch nicht vollkommen, da so viele Konzessionen an die Länder gemacht werden mußten. Man fann auch noch eine Reihe von Lücken feststellen, die verlangen, daß an diesem Gesetz auch in Zukunft noch weiter gearbeitet werden muß. Wie nötig das Gesez aber an und für sich iſt, erweist die 1913 erfolgte Festsetzung des Wehrbeitragswertes, die durch Reichsgesetz eingeführt, die Durchführungsbestimmungen durch die Länder erhielt Damals war dem Wow. der Ertragswert reichsgesetzlich zugrunde zu legen. Aber man war vor dem Kriege großzügig, in Hessen z. B. tam es nicht genau darauf an, wenn der gemeine Wert für den Ertragswert eingesetzt wurde. noch auf diesem Wehrbeitragswert basieren. Erst jezt, mittels einer zentralen Leitung war es möglich, Einheitsregeln zu schaf= fen. Dieser Kampf um die zentrale Zusammenfassung des ge= samten deutschen Finanzwesens wird besonders hart um das derzeitig im Entwurf vorliegende Reichssteuer- Rahmengesez entbrennen. Dieses Gesetz wird aber wohl kaum durchgehen, denn es geht um die Finanzhoheit der Länder, diese würden sich ge= hemmt fühlen und müßten sich in ihren Ausgaben einschränken. Man kann leicht erraten, welche kolossalen Widerstände hier zu überwinden, wären. Notwendig ist dabei aber die einheitliche Nr. 56. Regelung. Liegt heute doch der Fall vor, daß durch die ver schiedenen Landesgesetze der gleiche Gewerbebetrieb mit z. B. 100 000 Rmf. Betriebsvermögen und 15 000 Rmk. Ertragswert in verschiedenen Ländern ganz verschieden zur Gewerbesteuer herangezogen wird. Wie können die beiden Betriebe dann noch fonkurrieren? Der Wert der Einheitsbewertung ist also wohl einleuchtend. Die den jetzigen Steuererklärungen beigefügten Erläuterungen stellten die Unterteilung des Vermögens in folgende Gruppen feſt: 1. Landwirtschaftliches, gärtnerisches und forstwirtschaftliches Vermögen; 2. Grundvermögen an Häusern( Villen, Mietswohnungen, Geschäftshäuser, Einfamilienhäuser usw.) und Bauplätzen, und 3. Betriebsvermögen. Es wird heute weiterhin jedesStüd des Vermögens für sich bewertet. Ein Gießener z. B., der in Gießen ein Miethaus, in Wieseck eine Fabrik besitzt, einen eigenen Ader in Fellingshausen verpachtet und eine Reihe von Bauplätzen in Klein- Linden zum Eigentum hat, muß das Miethaus als Einheit, das Fabrikgebäude, den Betrieb( die Mobilien), den Acker und jeden Bauplatz als Einheit bewerten lassen. Er hat für jede Einheit ein besonderes Formular auszufüllen. Also soviel Einheiten, soviel Anhänger an die Steuererklärung sind einzureichen. Eine weitere Neuerung liegt darin, daß Reklamationen gegen die Einheitsbewertung nur insofern möglich sind, als nur gegen den. einzelnen, zu beanstandenden Anhänger"-Steuerbescheid, also gegen die Bewertung der Einheit, reklamiert werden kann. Bei verstreut liegendem Besitz zieht das Finanzamt am Wohnort des Steuerpflichtigen alle diese Einheitswert- ,, Anhänger" zusammen. Der Einwand, daß durch dieses Verfahren es kann vor= kommen, daß der Steuerpflichtige 100 Anhänger auszufüllen hat und daß das Finanzamt bei verstreut liegendem Besitz monatelang warten muß, bis es seine Abschlußarbeiten vornehmen bann- alles andere als Vereinfachung erzielt sei, stimmt nur begrenzt. Das Einheitswertgesetz wird einmal große Bedeutung ge= winnen, wenn erst alles im Fluß ist. Eine sehr grgße ihl Steuerpflichtiger in Gießen wird wohl( bis auf Direktoren von Aktien- Gesellschaften, G. m. b. H. usw.) Vermögenssteuererklärungen nach dem Muster I für Gewerbe und Hausbesitz erhalten haben. Auf der Vermögenserklärung wird in diesem Falle unter I nach landwirtschaftlichem, forstwirtschaftlichem und gärtnerischem Vermögen gefragt. Für die Bewertung dieses Vermögens ist ein sehr ausgeflügeltes System geschaffen, das aber im großen und ganzen brauchbar ist. Ein Reichsausschuß hat den besten landwirtschaftlichen Betrieb Deutschlands gesucht, ihn bewertet und mit der Verhältniszahl 100 belegt( entspricht z. 3t. einem Geldwert von 41 100 Rmt). In jedem Finanzamtsbezirk wird wieder der beste Hof gesuchtfür Hessen ist es ein Betrieb in Rheinhessen auch dieser wird bewertet und das Ergebnis zu dem besten deutschen Hof in Beziehung gebracht. Die hessische Bewertungsziffer ist 85. Dieser selbe Bewertungsvergleich wird sodann auf den besten Betrieb in jeder einzelnen Gemeinde fortgesetzt. Bei der Bewertung der Betriebe wird im Gegensatz zu früher nach allen nur erdenkbaren Faktoren des Ertragswertes gesucht und dieselben berücksichtigt, wie Bodenart, Höhenlage, klimatische Verhältnisse, die Aufteilung des gesamten Betriebes usw. - Viele werden sagen: wohl habe ich einen Acker, aber damit bin ich doch noch kein Landwirt. Hat der Betreffende den Acer z. B. verpachtet, dann liegen die Verhältnisse so, daß die Quote, die sich aus Grund und Boden, Hofreite und Betriebstapital zusammensetzt, verteilt wird. Leider läßt es sich nicht vermeiden, daß der Abschlag nicht immer ganz ohne Mängel durchgeführt wird. Der wesentlichste Teil der für die Vermögenserklärung in Frage kommenden Feststellungen betrifft das Grundver mögen. Hierzu zählen: Mietwohngrundstücke, Fabriken, Villen, Einfamilienhäuser und Bauplätze. Ein Begriff, dessen Prüfung im Zweifelsfalle dem Grundbewertungsausschuß überlassen ist, ist die Villa. Dieselbe qua= lifiziert sich als solche dadurch, daß sie vom Eigentümer bewohnt wird vermietet, fällt sie unter die Mietwohngrundstücke daß die Wohnfläche, die innere und äußere Aufmachung sie vom Einfamilienhaus deutlich scheidet. Die Besteuerung für Villen ist nach dem neuen Gesetz gesteigert und zwar von 65 Prozent auf 70-80 Prozent vom Wehrbeitragswert. Auch die Quote für Mietwohngrundstücke, die bisher ganz allgemein 45 Prozent vom Wbw. betrug, ist gesteigert, der alte Satz gilt nur noch für Grundstüde mit 2-3immerwohnungen. Dabei ist es gelungen, für Gebäude in Altstadtteilen der hessischen Städte, also auch in Gießen, die Quote um 10 Prozent senken zu fönnen, denn auch in Gießen gibt es Häuser, die so alt und baufällig sind, daß der Bauplah teuerer als das Gebäude auf ihm ist. Für größere Mietwohnungen ist die Quote um je 5 Prozent gesteigert für 3-4-3immerwohnungen, auf 60 Prozent von 5- Zimmerwohnungen. Die Möglichkeit, in Altstadtteilen Gießens eine Sentung des Prozentsazes um 10 Prozent vorzunehmen, gilt auch für Geschäftsgrundstüde. Allgemein werden diefelben mit 70 Prozent des Wbw. bei Fabrikgebäuden und Lagerhäusern eingesetzt, mit 80 Prozent bei Geschäfts- und Kontorhäusern. Die Geschäftsgrundstücke der Handwerker finden die gleiche Bewertung wie die der Fabriken. Noch eine Variation ist hier zu erwähnen, für neuzeitlich eingerichtete Fabriken kann die Bewertungsquote von 70 auf 75 Prozent des Wehrbeitragswertes, bei alten Baraden von 70 auf 65 Prozent geändert werden. Man bedente aber, welch eine Unmasse von Steuern auch heute Bei gemischten Grundstücken liegt der Bewertung zunächſt die am 1. Januar 1928 erhobene Rohmiete zugrunde. Nach dieser wird eine Teilung zwischen Wohnungsmiete und Gewerbemiete prozentual, aber n nur wenn ein Prozentsaz 20% erreicht und demnach eine verschiedene Besteuerung des Grundstüces nach dem Wow. vorgenommen. Ist z. B. nach der Rohmiete 50% des Grundstückes gewerblich benutzt und 50 Prozent zu Wohnzweden, so wird die Hälfte des Wbw. zu 80 Prozent, die andere eventl. nur zu 45 Prozent zur Steuer herangezogen. Vorkommende Härten sollen gemildert werden. Samstag, den 14. Juli 1928. Für all diese Grundwerte wird von dem 1913 festgesetzten Wehrbeitragswert ausgegangen, der 1913 im Bausch und Bogen festgesetzt, heute manche Ungerechtigkeit enthält, da der Ertragswert oft um ein bedeutendes gesunken ist. 1924 und 1925 bestand wohl die Möglichkeit der Revidierung, von der leider bei den damaligen, wenig festen Verhältnissen kaum Gebrauch ge= macht wurde. Jetzt kann der Wbw. nur geändert werden, wenn die Festsetzung desselben mindestens 25 Prozent zu hoch ist, also Zustand und Beschaffenheit der Werte um ein Bedeutendes gesunken ist. Für nach dem 30. Juni 1918 errichtete Gebäude gilt der Ertragswert. Für die Lasten, ohne die Steuern, darf 25 Prozent der Rohmiete als Pauschal allgemein zum Abzug gebracht werden, es genügt dieses für die meisten neuen Häuser. Bei der Rohmiete unterscheidet man wieder zwischen der tatsächlichen Rohmiete und der nachhaltigen Rohmiete, unter letzterer versteht man einen ortsüblichen durchschnittlichen Mietwert. Und diese nachhaltige Rohmiete ist die Grundlage des Ertagswertes. Richtschnur dabei ist, daß der Ertragswert nie den Gemeinwert übersteigt, wobei der Gemeinwert 75-80 Prozent der Baukosten ausmacht. Gehören Vermögensteile mehreren Personen Mann und Frau gehören, solange sie gemeinsamen Haushalt führen, stets zusammen hat jede dieser Personen die vorgeschriebenen Formulare auszufüllen. Beanstandungen und Reklamationen eines einzigen genügen, um in die Untersuchung einzutreten. - Der Abschnitt II der Erläuterungen gilt besonders dem Gewerbetreibenden. Hier ist bei der Aufstellung des Betriebs= vermögens darauf zu achten, daß die gesamten Betriebsgegenstände mit dem Wert einzusetzen sind, dit dem sie zur Weiterbenutzung verkauft würden. Eine ganze Reihe von kaufmännisch geleiteten Gewerbebetrieben hätten im Gegensatz dazu in ihren Bilanzen das Inventar buchgemäß schon fast ganz abgeschrieben, diese Bilanzziffern gelten also nicht. Irrtümlicherweise hat der Geschäftsmann ein Interesse daran, sein Vermögen so niedrig wie möglich bewerten zu lassen. Dabei ist es heute so, daß die großen Betriebe ihr Betriebsvermögen denkbar hoch einsetzen, gern die höheren Vermögens-, Gewerbe- und Industriesteuern zahlen, um diese Beträge um ein Vielfaches bei der Eintommensteuer zu sparen. Es ist doch klar, wenn ein Geschäftsmann sein Warenlager in der Vermögensaufstellung hoch einsetzt, die Spanne bis zum Verkaufswert geringer wird, und sich damit die Einkommensteuer senkt. Auch ist schon sehr oft vorgekommen, daß zu niedrige Bewertung hemmend bei Kreditge= suchen in Erscheinung trat. Ein weiterer Nachteil der niedrigen Bewertung ist der, daß ganz allgemein die Landeszuschläge erhöht werden würden. Wenn heute auch über die Umständlichkeit des Einheitsbewertungsverfahren noch geklagt würde, so ist der Grundgedanke gut. Die Ausfüllung der ,, Anhänger" muß sorgfältig geschehen, bezw. es muß, bevor dieselben Rechtskraft erlangt haben, reklamiert werden. Betont werden kann aber, daß das Beschwerdeverfahren äußerst umständlich sei. Viele Fehler würden dadurch ,, Gießener Zeitung". gemacht, daß die Industriebelastungsschulden nicht richtig aufgeführt würden. Schulden auf Geschäftsgrundstücke gehören unter das Betriebsvermögen. Was das ausmacht, beweise folgender Fall. Auf ein gemischtes Grundstück, das zur Hälfte ge= schäftlichen Zwecken dient, wird eine Schuld von 20 000 Rmf. aufgenommen. Das Betriebsvermögen ist 30 000 Rmf., der Betrieb unterliegt mithin der Industriebelastung. Nun ist es aber zulässig, in diesem Falle die Hälfte der aufgenommenen Hypothef als für geschäftliche Zwecke aufgenommen, vom Betriebsvermögen in Abzug zu bringen. 3010 Tausend Mark 20 000 Rmk. Der Betrieb ist dann industrieabgabefrei. Die Hypothekenschulden können immer nach dem Prozentsatz der gewerblichen Quote vom Betriebsvermögen in Abzug gebracht werden. Ist eine Hypothek ganz oder über diesen Prozentsatz für den Betrieb aufgenommen, kann sie in diesem Verhältnis unter Nachweis der Tatsache abgezogen werden. Die Gewerbesteuern für das Jahr 1928 sind im übrigen ein Provisorium. In Hessen können erst endgültige Verhältnisse geschaffen werden, wenn das Reichsrahmengesetz verabschiedet ist. Die Gültigkeit dieser Zwischenlösung beschränkt sich auf höchstens bis 1929. Das Gewerbekapital wird gleichfalls auf dem Einheitswert aufgebaut. Das buchgemäß sehr niedrige gewerbliche Grundvermögen wird später von Amts wegen eingesetzt. In Abzug gebracht werden können die laufenden Schulden bis zu 50 Prozent des Wertes des Warenlagers. 3. B. Brutto- Gewerbekapital abzgl. Einheitswert für Gebäude 100 000 Rmf. 10 000 Rmf. 90 000 Rmf. Waren- Materialrest Betriebsschulden 75 000 Rmf. davon abzuziehen 50% 45 000 Rmt. 45 000 Rmf. 45 000 Rmf. von 90 000 Rmt. Netto Gewerbekapital Für die Festsetzung der Gewerbeertragssteuer ist die Einkommensteuer maßgebend; vom Brutto- Ertrag kann man für eigenes Geschäftskapital eine Verzinsung von 4 Prozent in Abzug bringen. Nachdem auf Grund der Einheitsbewertung die Regierung einige Uebersicht gewonnen haben wird, werden die entsprechenden Sätze festgelegt. * Mit dem Hinweis auf die vorgeschrittene Stunde und die unerschöpfliche Vielseitigkeit dieser Probleme schloß der Vortragende ohne Uebergang seine beifällig aufgenommenen Ausführungen. Herr Kommerzienrat Klingspor sprach dem Oberregierungsrat Kadel für seinen klaren und verständlichen Vortrag im Namen aller den Dank aus, und betonte, daß das Gehörte Wegweiser und Richtschnur für die nächste Veranlagung sei. An Herrn Kadel wurden nun 3. T. aus der Versammlung heraus, z. T. schriftlich und anonym Anfragen gestellt. Die Beantwortung dieser Anfragen bewies die ungeheuere Sachkenntnis des Referenten auf seinem Spezialgebiet. Leider konnte er Nr. 56 eine ganze Reihe, das Gebiet der Sonderſteuer betreffende Fra gen, nicht gründlich beantworten. In liebenswürdiger Weise erklärte er sich jedoch bereit, dieselben dem Referenten für diese Steuer, Herrn Regierungsrat Jung- Darmstadt, vorzulegen und sie beantwortet dem Zeitungsverleger Albin Klein, Gießen Südanlage 21, wieder zuzustellen, von wo die Fragesteller die Antworten abholen können. Herr Launspa ch schilderte den Fall eines Handwerkers, der ein kleines, 150 Jahre altes Häuschen besitzt und in demselben in einer Werkstatt arbeitet, die 20 M monatliche Miete kostet. Das Finanzamt hat dem Betreffenden 8000 Rmf. Ein: heitswert für seine Vermögenssteuer festgesetzt. Herr Kad ſtellt fest, daß 1., da eine Differenz von mehr als 25 Prozent für den Wbw. zu bestehen schiene, Nachprüfung beantragt werden kann, 2. daß, da das Gebäude wahrscheinlich im Altstadtviertel läge, weitere 10 Prozent vom Wbw. abgezogen werden würden. Zu der Aufstellung des Betriebsvermögens stellt Herr Kadel auf Anfrage fest, daß nicht nur bare Schulden, sondern auch rückständige Soziallasten, Beleuchtungs- und Telephon gebührnisse als Geschäftsunkosten abzugsfähig sind. Ein interessanter Falle wurde vom Vortragenden wie folgt beantwortet: Es ist möglich, daß ein Geschäftsmann von ſeinem Vermögen seinen bisher bei ihm fast unentgeltlich tätigen zwei Kindern je 5000 Mart überschreibt, und die Summe von 10 000 Mark als Schuld bei sich abzieht. Voraussetzung ist, daß die Kinder volljährig sind und keine Einkommen von mehr als 3000 Mark haben, da sonst sie die je 5000 Mark versteuern müßten. Allerdings sei Vorsicht geboten, da man leicht Gefahr laufe, Steuern hinterziehen zu wollen. Eine andere Frage fand damit ihre Erledigung, daß der Redner nochmals feststellt, daß Aktien mit dem halben Kurs: wert des 31. 12. 1927 einzusehen seien. Zum Betriebsvermögen gehören sie aber doch wohl nur dann, wenn z. B. auf einer Bank Aktien deponiert wurden, um ein Darlehen für den Betrieb zu erhalten. Zum Schluß noch eine höchst launige Anfrage, es hieß in derselben annähernd: ,, Können die Steuern nicht auf Einkommen- Vermögensund Wertzuwachssteuer beschränkt werden? Damit würden doch 60 Prozent der Finanzbeamten abbaureif. Durch die leerwerdenden Finanzämter könnte man die Wohnungsnot beheben." Humorvoll ging Herr Oberregierungsrat Radel auch auf diese Frage ein und führte an, daß ein anderer führender Reichssteuerbeamter, die Steuer bis auf eine, die Umsatzsteuer, ganz abgeschafft sehen möchte. Allerdings sei unter den heutigen Verhältnissen mit einer Vereinfachung unseres Finanzapparates kaum zu rechnen. Es war fast 12 Uhr, als Herr Kommerzienrat Klingspor den sehr beachtlichen Vortragsabend mit nochmaligem Dank an den Vortragenden schloß. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. 500 000 qm GROSSER AUSSTELLUNGSPARK AM RECHTEN RHEINUFER M. AUSSTELLUNGSBAHNHOF 2 Redatti fendung 41. De ermord Obrego haftet, regung De wird a wird di proche Frage werden De flieger desprä Der Re A den fr miften Kossé, D bergen Betra Schiede reidhe ful re gelun ten G aufzu An unsere Mitglieder! Die Leitung unserer Hauptagentur Gießen hat ab 1. Juli 1928 Herr Friedrich Müller übernommen und bitten wir Sie, sich in allen Angelegenheiten an denselben zu wenden.- Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, daß sich das Büro dieser Hauptagentur ebenfalls ab 1. Juli 1928 in der Schillerstraße 19 befindet. VOLKS WOHL BUND Allgemeiner Bestattungs- und Versicherungsverein A.-G. 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