Nr. 30. B- Klasse: 1. lin, 3. OberChristmannKm. weit zu Lejour, vor Letter Stelle. Mannschaftsts- Bonn mit r- Schweiz vor Verkeyn mit Km., Géres: 220 Km, und Gesamtklasse= amitlassement 0 Km., Roselinsiedel- Dres Eau- Frankreich vor Sawalleiz vor Fridend dem Fran Km. fiel an ien ½ Länge. knapp gegen ennfahrer der Franzosen neh e bei Fliegern 1. st die deutsche iden- Punktsieg e Tunney tatird der 4. Juli in Gießen. nen it und billig Klein anlage 21 Reden, tens an ſee. " ppiche Läufer ohne ppichhaus Agay& Glück, ankfurt a. 742 zahlung in 10 Monalstat lief chreiben Sie sofort! findung 3. Hunderttaus Gew. Teilh. mit 000 Rmf. sucht okelmann Hamburg javinenstraße 16. i. bester Geden schäftslage mieten gesucht. 1. Angebore u. 5.. chäftsstelle d. Blatt. Abitur Institut Bolt Willmenau, Thir be fpricht ausfrau! cht nicht den rbeitsschurz nn sie ihre ionell pflegt. stahlraun, wachs, en wie ohne Boden! Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 14. April 1928 Die„ Bremen" in Amerika gelandet. Der Start. Das deutsche Ozeanflugzeug ,, Bremen" ist Donnerstag früh 5,38 Uhr vom Flugplay Baldonnel zum Amerikaflug gestartet, mit Hauptmann Köhl, Freiherr von Hünefeld und Major Fitzmaurice an Bord. Beim Start waren anwesend der Präsident Jrlands, der deutsche Konsul und die Spitzen der Behörden. Die Maschine hatte die deutsche und die irische Flagge gehißt. Das Wetter war schön, der Himmel wolkenlos und die Bedingungen für den Abflug ideal. Nach einem letzten Abschiednehmen bestieg Köhl den Führersiz und auch seine Begleiter nahmen ihre Plätze ein. Die Flugzeuge des irischen Freistaates, die die Eskorte bildeten, stiegen zuerst auf und ihnen folgte die ,, Bremen". Nachleje. London, 13. April. Die Zeitungen veröffentlichen heute morgen lange Berichte ihrer Dubliner Korrespondenten über die Szenen bei dem Abflug, in welchen besonders die Ruhe und die Entschlossenheit hervorgehoben wird, welche die deutschen Herren an den Tag legten. Einige Blätter fönnen sich nicht verfagen, zu sagen, daß die Anwesenheit des irischen Kommandanten auf dem Flugzeug eine große Hilfe für die Deutschen sei, wegen der großen Erfahrungen, die dieser Mann besitze, so daß man sich darauf gefaßt machen kann, daß, wenn der Flug ge= lingt, die Engländer plötzlich entdecken werden, daß die Jren auch Engländer sind, um einen großen Teil des Ruhmes für sich in Anspruch zu nehmen. Amüsant ist die folgende Beschreibung des Korrespondenten des„ Daily Cronicle". Dieser sagt: Baron von Hünefeld, tadellos angezogen, mit dem Monokel, dankt mit einer Handbewegung für den Beifall, welcher den Fliegern von den Anwesenden gezollt wurde. Die Haltung dieses seltsam höflichen und feinen Herrn war wie eines englischen Offiziers in Zivil, welcher in Picadilli eine Droschke mietet, um eine Fahrt durch den Park zu unternehmen. Hauptmann Köhl war zu sehr mit seiner Maschine beschäftigt, um irgendwelche Notiz von den Zuschauern zu nehmen. Nur der Kommandant Fitzmaurice schien erregt zu sein. Er winkte mit einem Taschentuch aus dem Fenster der Kabine, als das Flugzeug abfuhr. Ein Drittel der Strecke zurückgelegt. Dublin. Die ,, Bremen“ wurde wie Donnerstagabend mitgeteilt wird, zuletzt etwa 880 Meilen, d. h. etwa 1500 Kilometer westlich von Jrland, gesichtet. Das Flugzeugzeug verfolgte einen gradlinigen Kurs. Zwischen Neuschottland und dem Kontinent. Montreal, 13. April. Die Canadian Pacific erhielt die Nachricht, daß ein Flugzeug, vermutlich die„, Bremen", um 17 Uhr mitteleuropäischer Zeit die Stadt Yarmouth an der Südspite Neuschottlands überflogen hat. Geleitworte Botschafter Shurmans. Berlin. Der Botschafter der Vereinigten Staaten Jacob Gould Shurman gibt den Transozeanfliegern folgenden Geleitspruch mit auf den Weg: ,, Von ganzem Herzen hoffe ich, daß das Unternehmen der tapferen und wagemutigen Flieger Hauptmann Köhl und seiner Begleiter auf der Bremen" durch die Gunst der Elemente und des Geschickes gefördert werden möge, und daß sie glücklich in Amerika eintreffen, wo meine LandsTeute bereits sich rüsten, ihnen ei- wahrer würdigen, herzlichen Empfang zu bereiten." der Frau Köhl zuversichtlich. Berlin. Die Gattin des deutschen Ozeanfliegers Köhl äußert sich auf die Nachrichten über den Flug der„ Bremen" gegenüber Freunden, sie zweifele keinen Augenblick daran, daß ihrem Mann der Flug gelingen werde. Er sei ein Bayer, ein Dickkopf, und was er sich einmal vorgenommen habe, das führe er auch durch. Die Ruhe habe sie auch nicht verlassen, als am Freitag vormittag eine gewisse Nervosität in der Oeffentlichkeit wegen des Schicksals der Flieger sich zeigte, und sie würde erst dann in Sorge geraten, wenn am Samstag früh noch keine Nachrichten vorlägen. Bürgermeister Walfer wünscht Glück. Der Bürgermeister von Newyork, Walker, hat telegraphisch folgende Botschaft an das deutsche Volk gesandt: ,, Viel Glück den Fliegern; Millionen von Menschen erwarten sie ungeduldig, um ihnen zuzujubeln, wie sie es verdienen." Vertagung des Prozesses gegen die deutschen Ingenieure. Aus Moskau liegt die amtliche Nachricht vor, daß der Prozeß gegen die verhafteten deutschen Ingenieure zunächst vertagt worden ist. Der Grund ist darin zu sehen, daß der Prozeß allem Anschein nach nicht getrennt von dem Prozeß gegen die russischen Ingenieure geführt werden soll. Da das Material gegen die russischen Ingenieure, das recht umfangreich ist, erst noch geDie letzten Meldungen, die heute morgen um 11Uhr durch Radio verbreitet wurden, besagen, daß die ,, Bremen" auf einer fleinen Insel bei Neu- Schottland notgelandet sei. Ein fürchterlicher Schneesturm machte den Fliegern jede Orientierung unmöglich und zwang sie nach vierstündigem, verzweifelten Kampf gegen die Elemente, niederzugehen. Beim Niedergehen brach ihnen das Fahrgestell, so daß sie den Flug nicht gleich weiter fortsegen konnten. Auf die Nachricht von der Notlandung der„ Bremen" hin sind von Newyort aus eine Reihe Flugzeuge aufgestiegen um derselben entgegenzufahren. Unter diesen auch das Junkersflugzeug C 38", das gestern abend bei seiner Ankunft auf dem Flugplatz Mitchellfield Veranlassung für die übereilten und nicht den Tatsachen entsprechenden Meldungen von der Ankunft der Bremen" gegeben hat. Wenn man nach den vielen sich fast stets widersprechenden Meldungen, die sogar von amtlicher Seite Verbreitung fanden, auch mit einigem Steptizismus abwarten muß, bis von drüben die oben angeführte Meldung amtlicherseits ausdrücklich be= stätigt ist, so kann man aber doch wohl annehmen, daß diese Nachricht, abgesehen vielleicht von Einzelheiten, den Tatsachen entsprechen wird. Das zugegeben, können wir mit Stolz feststellen, daß es deutschem Unternehmungsgeist und deutscher Tatkraft, unterstützt von deutscher Qualitätsarbeit, erstmalig gelungen ist, den Ozean im ununterbrochenen Fluge von Osten nach Westen, von Europa nach Amerika zu überfliegen. Mit Interesse darf man die Meldungen der nächsten Tage aus Amerika erwarten, die uns von dem leicht begeisterten Amerikaner allerhand erwarten lassen dürfen. Newyork in höchster Erwartung. Newyork, 13. April. Vom Flugplay Mitchellfield wurden in der ganzen vergangenen Nacht Lichtsignale ausgesandt. Bei Tagesanbruch füllte sich der Flugplatz allmählich. Bald setzte ein ungeheurer Autoverkehr auf den Zugangsstraßen zum Mitchellfield ein. Der Landungsplatz ist schon seit drei Uhr von Polizei umstellt. Das innere Flugfeld können nur Besucher mit besonderen Ausweisen betreten. Viele Deutsche und Irländer sind unter den Besuchern. Das Gelände rings um den Flugplatz Mitchellfield gleicht einem Heerlager. Tausende und aber Tausende umlagern das Flugfeld. Im Laufe des Nachmittags trafen 50 Polizisten mit Motorrädern ein, die sofort losfahren sollen, falls das Flugzeug an einer anderen Stelle landen sollte. Die Truppen, die den Ordnungsdienst auf dem Flugplatz verrichten, sind bedeutend verstärkt. 20 Photographen und Kino- Operateure harren mit Ungeduld auf den großen Augenblick. Die Zahl der Presseberichterstatter, die sich auf dem Flugplatz versammelt haben, ist sehr groß. Sieben Flugzeuge liegen startbereit, um der ,, Bremen" entgegenzufliegen. Der Boden des Flugfeldes ist naß, doch hofft man, daß er bis zur Landung der„, Bremen" noch abtrocknen wird. Kurz nach 8 Uhr traf unter Führung des Vorsitzenden des städtischen Empfangskomitees ein großer offizieller Empfangsausschuß auf dem Flugplatz ein. Die deutsche Botschaft war durch Botschaftsrat Dr. Kiep vertreten, dem Konsul Heuser, den stellvertretenden Kommandanten des Flugfeldes, Kapitän Bender, vorstellte. Vom benachbarten Flugplatz Curtrißfield traf das Schwesterflugzeug der Bremen“,„ Junkers C 38", ein, das nach Ausführung mehrerer kunstvoller Schleifen unter dem Beifall der Menge landete. Viele dachten zuerst, es sei die ,, Bremen". In dem Flugzeug befanden sich Hertha und Ehrhardt Junkers als Passagiere. Später trafen zwei KlemmFlugzeuge ein, die die Aufschrift trugen:„, Willkommen, Bremen!" Der Sicherheitsdienst wird von 500 Soldaten, Polizisten und 24 Motorradfahrern verrichtet. Unter den Anwesen= den befinden sich drei Verwandte Köhls, nämlich sein Onkel, Professor Köht, und zwei Kinder. In Newyork wie auch an der gesamten Ostküste der Vereinigten Staaten herrscht schönes Wetter. Die Nachricht von dem glücklichen Herüberkommen der ,, Bremen" über den Ozean löste hier wie im ganzen Lande ungeheuren Jubel aus. In fieberhafter Hast werden die letzten Vorbereitungen für einen der großen Leistung entsprechenden Empfang getroffen. Da die Flieger nach voraussichtlich mehr als 40stündigen Strapazen dringend der Ruhe bedürfen, ist der heutige Empfang in Mitchellfield nur provisorischer Natur, während die amtlichen Feierlichkeiten für morgen abend in Newyork geplant sind. sichtet werden muß, wird voraussichtlich noch geraume Zeit vergehen, bevor der Prozeß eröffnet werden wird. In Berlin wird diese Tatsache außerordentlich bedauert. Einberufung des Landtags. Der Hessische Landtag ist zur 11. Sigung auf Dienstag, den 17. April, 10 Uhr, einberufen. Die Tagesordnung lautet: Regierungsvorlage, den Staatsvoranschlag der Einnahmen und Ausgaben im Rechnungsjahre 1928 betreffend. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 31 Zu den kommenden Wahlen. Hessische Wahlleiter. Zur Reichstagswahl gibt das Hessische Gesamtministerium bekannt, das Ministerialrat Bornemann zum Wahlleiter und Legationsrat Dr. Heinemann zu seinem Stellvertreter be= stimmt ist. * Die Reichsliste des Zentrums. Am Donnerstag setzte das Zentrum die Kandidaten für seine Reichsliste fest. Geführt wird dieselbe von Reichstanzler Dr. Marg, an zweiter Stelle folgt Dr. Wirth, der damit wieder zur Partei zurückgewonnen ist. Ihm folgt der Arbeiterführer Stegerwald, weiterhin u. a. der Großindustrielle Klödner und der Führer der Windthorstbünde Dr. Krone. * Die evangelische Volksgemeinschaft stellt zu der Reichstagswahl in den meisten Wahlkreisen eigene Listen auf. Spitzenkandidat in den Wahlkreisen Hessen und Hessen- Nassau ist Pfarrer Weidner Ober- Lais. KPD.- Kandidaten. Die Kommunistische Partei des Bezirks Hessen- Frankfurt hat ihre Kandidaten für die Reichtstags- und Landtagswahlen aufgestellt. Für die Reichstagswahl im Wahlkreise HessenDarmstadt ist als Spitzenkandidat Hermann Remmele in Berlin aufgestellt. Ein Erfolg dieser Kandidatur ist angesichts der bisher erzielten Stimmenzahl kaum in Betracht zu ziehen. Für den Wahlkreis Hessen- Nassau ist als Spitzenkandidat aufgestellt Wilhelm Münzenbero in Berlin. An zweiter Stelle steht ein noch näher zu bezeichnender Vertreter des Bezirks Kassel. Nach den seitherigen Wahlergebnissen kommt neben dem Spitzenkandidaten ein zweiter Anwärter nicht in Betracht. Für die Landtagswahl ist der seitherige Abgeordnete Karl Rehbein in Hanau als Spitzenkandidat aufgestellt, als zweiter Anwärter Oskar Müller in Frankfurt a. M. * Graf Westarp Spizenkandidat in Potsdam II. Der Landesverband Potsdam II der Deutschnationalen Volkspartei hat als Spitzenkandidaten für den Reichstag den Parteivorsitzenden Grafen Westarp aufgestellt. Reichsaußenminister Dr. Stresemann wird am Samstag, den 28. April aus Anlaß einer Wählerversammlung der Deutschen Volkspartei in der Städtischen Fest= halle in Darmstadt sprechen. Bomben- Attentat auf den König von Stalien. Donnerstag vormittag 10 Uhr, unmittelbar vor der Eröff= nung der Internationalen Messeausstellung von Mailand, ist vor ihrem Eingang auf dem Piazzale Giulio Cesare eine Höllenmaschine explodiert, die in dem Sockel einer Straßenlaterne versteckt worden war. Die Splitter haben 26 Personen getötet und etwa 40 mehr oder weniger schwer verletzt. Der Wagen des Königs tam 7 Minuter später an der Unglücksstelle vorbei. Trotz diesem bedauerlichen Vorfall hat der König die offizielle Eröffnung der Messeausstellung vorgenommen. Auch auf Mussolini war ein Anschlag geplant und zwar auf der Bahn von Mailand nach Rom. In einem Bericht aus Como heißt es, daß ein in einem Versteck liegender Mann die Bombe durch einen Draht habe zur Explosion bringen wollen. Es soll gelungen sein, den Mann zu verhaften. 200 Verhaftungen vorgenommen. Die Nachforschungen der Polizeibehörden nach den Urhebern des Attentats auf den König dauern fieberhaft fort. Man hat bisher etwa 200 verdächtige Elemente, größtenteils bekannte Anarchisten, ferner auch eine Anzahl von Arbeitern der Mustermesse verhaftet. Unter den Verhafteten befindet sich ein Anarchist, der bereits als Mitschuldiger des furchtbaren Bombenanschlags im Jahre 1922 im Diana- Theater von Mailand eine fünfjährige Kerkerhaft verbüßte. Vor einer Mieterhöhung. Erörterungen im Reichsarbeitsministerium. In der letzten Zeit wurde in der Oeffentlichkeit berichtet, das Reichsarbeitsministerium habe die Absicht, schon in absehbarer Zeit eine weitere Mieterhöhung vorzuschlagen. Richtig ist, daß das Reichsarbeitsministerium den Referenten- Entwurf einer Denkschrift über die Wohnungsnot und ihre Bekämpfung ausgearbeitet und diesen an die Mitglieder des Wohnungsausschusses des Reichstages sowie an die Länder geschickt hat mit der Aufforderung um Rücäußerung. In der Denkschrift wird darauf hingewiesen, daß die Anpassung der gesetzlichen Miete an die allgemeine Preislage und an die Neubaumieten eine unerläßliche Voraussetzung der Aufhebung der Zwangswirtschaft sei, da sonst beim Uebergang in die freie Wirtschaft schwere wirtschaftliche Erschütterungen eintreten müßten. Aus lohnund gehaltspolitischen Gründen seien zweierlei Mieten auf die Samstag, den 14. April 1928. Gießener Zeitung" Dauer unerträglich, da nur die gesetzliche Miete bei der Lohn-| eſsen propagiert werden, und wie wenig auf die übrigen Inter- Opel- Rafeten- Auto bildung berücksichtigt wird. Gerade deshalb sei den großen Massen der Arbeitnehmer die Benutzung der Neubauten nicht möglich und damit ein großer Teil der Bemühungen zur Betämpfung der Wohnungsnot fruchtlos. Es wird darauf hingewiesen, daß ohne Zuschüsse aus Mitteln der öffentlichen Hand die Miete in den Neubauwohnungen heute 200-250 Prozent der Friedensmiete betragen müßten. Es sei aber durch den Einsatz öffentlicher Mittel möglich, die Miete der Neubauwohnungen auf 130-160 Prozent festzusetzen. Man will versuchen, die Neubaumiete weiter zu senken, aber man denkt wohl auch an eine wesentliche Erhöhung der gesetzlichen Miete. Ueber die Folgen dieser Mietserhöhung ist das Reichsarbeitsministerium sich klar; es sagt: ,, Wenn eine Mietserhöhung nicht zu einer schweren Belastung der Wirtschaft und der Lebenshaltung werden soll, kann sie nur gleichzeitig mit einer ansteigenden Bewegung der Konjunktur durchgeführt werden. Es ist unbedingt noiwendig, daß eine Mieterhöhung durch eine entsprechende Erhöhung der Löhne ausgeglichen wird. Eine 10prozentige Mieterhöhung bedeutet etwa eine 2prozentige Lohnerhöhung. Leider muß stets in Rechnung gestellt werden, daß die Berücksichtigung der Miethöhe im Lohn nicht für alle Lohnempfänger gleichzeitig und im gleichen Ausmaß eintreten wird. Es ist aus ohne weiteres zuzugeben, daß große Personenkreise überhaupt nicht in der Lage sind, die Mieterhöhung in irgend einer Form abzuwälzen. Soweit es sich dabei um Fürsorge empfänger handelt, kann hier durch entsprechende Erhöhung der Fürsorgeleistungen geholfen werden. Im übrigen muß die harte Tatsache mit in Kauf genommen werden, daß diese Verhältnisse immer und in jedem Zeitpunkt, der für eine Mieterhöhung überhaupt in Betracht kommen kann, vorhanden sein werden." Wenn es sich auch vorläufig um einen Referenten- Entwurf handelt, so geht doch aus der Begründung hervor, daß man mit einer Erhöhung der Miete tatsächlich rechnet. Nicht zuletzt deshalb, weil im nächsten Jahr der Zinsendienst für die aufgewerteten Hypotheken steigt. Hessen und die Abgrenzung der Reichsbahndirektionsbezirke. essenten im Rhein- Main- Gebiet Rücksicht genommen wird. Ein solches Verfahren mußte, da die Frankfurter Absichten wichtige Belange der hessischen Provinzen Starkenburg und insbesondere Rheinhessen und damit des hessischen besetzten Gebietes gefährden, die verantwortlichen hessischen Stellen auf den Plan führen. Die hessische Regierung sah sich gezwungen, bei dem Reichsverkehrsministerium gegen die Bestrebungen Frankfurts Stellung zu nehmen und mit starkem Nachdruck zu fordern, daß die Interessen der Stadt Frankfurt nicht den hessischen Interessen vorangestellt werden. Es wurde dabei betont, daß eine Veränderung der derzeitigen Direktionsbezirksgrenzen nach den bestehenden Verträgen nicht ohne hessische Zustimmung möglich sein werde. Gewerbesteuer. Dem Landtag hat in den letzten Tagen die Regierung einen Gewerbesteuergesehentwurf für 1928 vorgelegt. Er verfolgt nicht den Zweck, die Gewerbesteuer zu erhöhen, sondern will die Forderungen der Gewerbetreibenden nach neuen und Die jetzigen gerechten Besteuerungsgrundlagen erfüllen. Grundlagenfür die Umlegung der Gewerbesteuer sind veraltet ( Betriebsvermögen vom 31. 12. 1923, Umsatz des Jahres 1925). Die daraus erwachsenden Unzuträglichkeiten sind so stark, daß die Regierung glaubt, nicht auf das Reichsrahmengesetz für die Gewerbesteuer warten zu können, denn dieses Gesetz tritt frühestens im Jahre 1929 in Kraft. Auf den Inhalt des Gesetzentwurfs soll demnächst näher eingegangen werden, doch sei schon heute darauf hingewiesen, daß die Besteuerungsvorschriften des Entwurfs die gleichen sind wie in dem vorjährigen Entwurf. Die beteiligten Berufsvertretungen haben dazu schon im | Vorjahr Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt. Der Entwurf stellt kein selbständiges Gewerbesteuergesetz dar, sondern ist eine Abänderung der Gewerbesteuervorschriften des Gemeindeumlagengesetzes. Bis zum Reichsrahmengesetz für die Gewerbesteuer soll also das Gemeindeumlagengesetz die zusammenfassende Grundlage für die Realsteuern des Landes und der Gemeinden sein und bleiben. Die in den Steuerjahren 1925 bis 1927 bezahlten vorläufigen Gewerbesteuern werden mit den Vorauszahlungen auf die Grundsteuer und die SondergebäudeSteuer 1927 in einem anderen Gesezentwurf behandelt, der ohnedies für die Fortentrichtung der Landessteuern und Gemeindesteuern in dem Steuerjahr 1928 erforderlich ist. Dieser Gesetzentwurf trägt die Bezeichnung ,, Steuervorauszahlungsgesetz für 1928" und ist ebenfalls dem Landtag bereits zugegangen. Die hess. Regierung gegen die Frankfurter Eisenbahndenkschrift. H. A. P. Es ist erinnerlich, daß von Frankfurter Seite in einer Denkschrift unter Hervorhebung des Gedankens der wirtschaftlichen Verflochtenheit des Rhein- Main- Gebietes die Frage der Abgrenzung der Reichsbahndirektionsbezirke angeschnitten wurde. Es war dabei u. a. darauf hingewiesen worden, daß der derzeitige Zustand für Frankfurt durchaus lästig und unangenehm sei und daß der Einfluß der Reichsbahndirektion Mainz für Frankfurt störend hervortrete. Die Ausführungen der Denkschrift kommen zu dem Schluß, daß der Bezirk der Reichs= bahndirektion Frankfurt a. M. entsprechend vergrößert werden müsse. Die Vereinfachung der Verhältnisse im RheinMain- Gebiet muß jedem verständigen Beurteiler am Herzen liegen. Bedauerlich ist aber die Feststellung, wie einseitig im vorliegenden Falle von Frankfurt die rein Frankfurter InterAbdrosselung der privaten Bautätigkeit. Die vom 1. April 1928 gültige Fassung des Gesetzes über Mieterschutz und Mieteinigungsämter enthält eine Bestimmung, die für das Bauwesen, insbesondere aber für das private Bauhandwerk, nicht zu unterschätzende Gefahren in sich birgt, in den interessierten Kreisen aber bisher offenbar noch nicht die gebührende Behandlung gefunden hat. Der bisherige§ 33 hat in Absatz 3 folgende Fassung erhalten: ,, Die oberste Landesbehörde kann anordnen, daß die Vorschriften der§§ 1 bis 31 auf Neubauten oder durch Um- oder Einbauten neu geschaffene Räume Anwendung finden, die nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind oder künftig bezugsfertig werden und für die Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln gegeben sind. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch- Apotheke, Giessen Frankfurterstrasse 4, Das Pfarrer Heumann- Buch 272 Seiten 150 Abbildung. erhält jed. Leser vollständig umsonst und portofrei, von Ludwig Heumann& Co Nürnberg M. 629. MENEN ENEM EVENEMENOMENONE - Nr. 31. eine neue Erfindung. Rüsselsheim. Auf der Opelbahn fanden am Mittwoch und Donnerstag Versuche mit einem sog. Raketen- Auto statt. Es handelt sich um eine neue Erfindung, deren Tragweite sich noch nicht übersehen läßt. Den erstaunten Besuchern wurde ein Wagen vorgeführt, der in ſeiner äußeren Form einem modernen Rennwagen vollkommen ähnelt, der jedoch keinen Motor aufwies, sondern unter der Motorhaube lediglich einen Akkumulator und eine anscheinend recht einfache elektrische Zündungsvorrichtung enthielt. Dafür war der interessanteste Teil des Wagens die Rückwand, die für einen Rennwagen auffal= lend hoch war und aus der in vier horizontalen Reihen 12 dicke Metallrohre heraussahen, in die je zwei elektrische Drähte eingeführt waren. Der Antrieb dieses neuen Wagens baut sich somit auf wenigstens für die Praxis ganz neuen Prinzipien auf. Es handelt sich nicht darum, die Antriebskraft aus einem Verbrennungsmotor, etwa aus einer Kolbenmaschine oder aus einer Turbine zu entnehmen, sondern die Energie hochgeſpannter Gase auszunutzen, die aus einer Düse mit großer Geschwindigkeit ins Freie strömen und dadurch auf den Körper, dem sie entströmen, eine Antriebskraft ausüben. Dieses Prinzip ist jedem schon von der gewöhnlichen Rakete her bekannt. Bei dem Versuch es war der zweite erreichte der Wagen innerhalb 8 Sekunden eine Stundengeschwindigkeit von 95 Kilometern. Nach 60 Metern brach der Fahrer jedoch den Versuch ab, da er körperlich diesem raschen Anfahren nicht gewachsen war. Demnädst sollen weitere Versuche mit dem Raketen- Auto auf der Arus- Bahn stattfinden. Nach den gegebenen Mitteilungen soll die Auswertung der neuen Erfindung nicht für Autos, sondern für die Lustschiffahrt geplant sein. Man hofft in einem Jahre bereits so weit zu sein, um einen betriebssicheren Transozeanverkehr durchführen zu können. nehmen. Er baut und vermietet zwar, hat aber bei Nichtzahlung keine Möglichkeit, den Mieter loszuwerden, ohne den ge= samten schwerfälligen Apparat der Aushebungsklage in Anspruch zu nehmen, ganz zu schweigen von dem zweifelhaften ,, Kündigungsrecht" der Mieterschutznovelle. Vom Organisationsstandpunkt aus könnte man eigentlich diese wesentliche Verschäzsung der Zwangsgesete nur begrüßen. Alle die Eigentümer, welche in der nachrevolutionären Zeit gebaut haben und glaubten, sich der Organisation fernhalten zu können, soweit sie sich mit besseren Rechten ausgestattet glaubten, werden wohl nun eines Besseren belehrt sein und sich denen als Kampfgenossen angliedern, die nun seit Jahren gegen diesen wirtschaftsfeindlichen Zwang ankämpfen. Wenn Reichsjustizminister Her gt schon am 28. Juni 1927 bei den Verhandlungen über die Mieterschuhnovelle sagte, daß das ,,, was hier im Interesse der Vermieter geboten würde, nicht etwa übermäßig viel oder so weitgehend sei, daß darin irgend welche Gefahren für die Mieter erblickt werden könnten", und 2. Als Zuschüsse gelten Darlehen, die auf Grund der Dritten Steuernotverordnung und der Vorschriften über den Geldentwertungsausgleich bei bebauten Grundstücken gegeben sind. ,, daß der vorliegende Entwurf materielle Aenderungen gegen3. Im übrigen bestimmt die oberste Landesbehörde, welche Zuwendungen aus öffentlichen Mitteln anzusehen sind." Die Ziffern 2 und 3 sind neu und unterstellen mit einem Schlage alle Neubauten, alle Um- und Einbauten, die nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind, den Bestimmungen des Mieterschutzgesetzes, soweit Hauszinssteuerhypotheken gegeben worden sind. Durch diese reichsgesetzliche Regelung ist eine Streitfrage geklärt worden, die bisher Literatur und Rechtsprechung beschäftigt hat, die Frage nämlich, ob Hauszinssteuerdarlehen als„ Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln" anzusehen seien. Der preußische Wohlfahrtsminister hatte in seinem Runderlaß vom 2. August 1925- II 6 Nr. 2327- diese Frage bejaht und damit die mit Hilfe der Hauszinssteuer gebauten Wohnungen dem gesetzlichen Mieterschutz unterstellt. Die Rechtsprechung nahm teilweise den entgegengesetzten Standpunkt ein. Die Literatur verneinte überwiegend ebenfalls die Rechtmäßigkeit des Mieterschutzes. Die Novelle hat nunmehr im Sinne des oben angeführten Runderlasses entschieden: Die mit Hauszinssteuermitteln errichteten Bauten fallen unter die§§ 1-31 des Mieterschutzgesetzes! über dem bisherigen Zustand überhaupt nicht vorsehe", so hat er mit diesen Betrachtungen allerdings ins Schwarze getroffen. Daß darüber hinaus aber die Einführung dieser neuen Bestimmung den wesentlichsten Anreiz zur Neubautätigkeit, als dem einzig anerkannten Mittel zur Behebung der Zwangswirtschaft, vernichtet, beweist nur, wie wenig ernst es jenen maßgebenden Kreisen doch mit der Absicht ist, durch eine gesunde Wohnungsbaupolitik den baldigen Uebergang in die freie Wirtschaft wirksam vorzubereiten. Wenn schon die bisherige Geschichte der Wohnungsbaupolitik auch nach Ansicht der Anhänger der Zwangswirtschaft nichts anders darstellt als die Geschichte dauernder Fehlgriffe, so zeigt dieses Ergebnis monatelanger Reichstagsverhandlungen aufs schlagendste, daß man aus die| sen Fehlern nichts gelernt hat! Einschneidender hätte keine Linksregierung im Reichs durch Verschärfung der bestehenden 3wangswirtschaft die Sozialisierung auf kaltem Wege vorbereiten können. Zu unzähligen Malen war in der Vergangenheit erklärt worden, daß die Wohnungsknappheit, wesentlich gesteigert durch falsche Verteilung des vorhandenen Wohnraums, nur durch den Neubau beseitigt werden kann. Besonders die letzten Reichstagsverhandlungen im Wohnungsausschuß und im Plenum standen unter dem Schlagwort ,, Neubauten, Bauprogramm" usw. Wenn man aber Neubauten verhindern wollte, so war nichts geeigneter, als die neuen Bestimmungen, mit denen sich das bisherige Mißtrauen gegenüber früheren Versprechungen über weitere Lockerungen der Wohnungszwangswirtschaft als nur zu berechtigt erwiesen hat. Die notwendige Folge ist, daß sich lein Bauherr mit Verantwortlichkeitsgefühl, der noch etwas zu verlieren hat, finden wird, um ein derartiges Risiko zu überDaß wir mit dieser Ansicht nicht allein stehen, geht aus den Ausführungen einer bekannten nationalen ,,, politisch und wirtschaftlich unbeeinflußten" Korrespondenz hervor, der wir folgendes entnehmen: Lokales. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Aßlar Werdorf, in dem Straßenzug Wetzlar- Herborn, vom 17.- 28. April; Umleitung: Bechlingen- Breitenbach. Km. 22,5 20,0, im Straßenzug Herborn- Hachenburg, vom 18. April bis 16. Mai; Umleitung: Waldaubach- WillingenNeukirch. Obertiefenbach Limburg, im Straßenzug Weilburg- Limburg, vom 10. April bis 12. Mai; Umleitung: Dehrn- Dietkirchen. Straßensperrung. In der Bahnhofstraße zwischen Liebigstraße und dem Bahnhof finden ab Montag, den 16. April, Kanal- und Hausanschlußarbeiten statt. Die Straße ist deshalb zeitweise polizeilich gesperrt. In der Zeit, in der auf der einen Seite der Straße der Verkehr freigegeben wird, ist größte Vorsicht beim Fahren nötig, und erfolgt dieses auf eigene Verantwortung der Führer der Fahrzeuge. „ Der Zusatz zu§ 33 MSchG. ist bezeichnenderweise auf Antrag sämtlicher im Wohnungsausschuß des Reichstags vertre= tenen Parteien, mit Ausnahme der Wirtschaftspartei, in die neue Fassung des Gesetzes aufgenommen worden. Hierdurch erklärt es sich auch, daß die Oeffentlichkeit von diesem neuen Schritt auf dem Wege zur kalten Sozialisierung des Hausbesizes und der Wohnbautätigkeit bisher keine Mitteilung erhalten hat. Denn die Wirtschaftspartei besitzt außer ihrem einmal monatlich soll wohl heißen: einmal wöchentlich( die Redaktion) erscheinenden Verbandsblättchen kein Presseorgan, und die Zeitungen der übrigen bürgerlichen Parteien hüllen sich wegen der Wahlvorbereitungen in beredtes Schweigen. Nur * gegen * Einschreibsendungen an Eheleute brauchen nur dann gemeinsame Empfangsbescheinigung ausgehändigt zu werden, wenn die Eheleute zusammen angetroffen werden. Sonst genügt eine Unterschrift. die Rücksicht auf die Beamten, die durch eine allmähliche Lockerung der Wohnungszwangswirtschaft überflüssig werden würden, und zwar nicht nur in den Wohnungsämtern, sondern auch bei den Gerichten, die sich mit Mietstreitigkeiten zu befassen haben, bei den Finanzämtern, die die Hauszinssteuer verwalten, bei den Katasterämtern, Ministerien usw., kann die Deutschnationalen und Volksparteiler veranlaßt haben, durch besagten Zusatz die Hirtsiefersche Verordnung vom 2. Auguſt 1924 zu sanktionieren. Ueber die Folgen für die Wohnungsbautätigkeit hat man sich dabei wohl keine Rechenschaft gegeben. Diese müssen ge= radezu katastrophal sein. Wenn der Bauherr kein freies Verfügungsrecht über seine Neubauwohnungen hat, besonders alſo mit der Miete im Rückstand gebliebene Mieter nicht aus den Wohnungen entfernen kann, oder wenn notwendig werdende Mietsteigerungen nach Ablauf des ersten Kontraktes durch die Gerichte verhindert werden können usw., so ist das Risiko, das er beim Wohnungsbau übernimmt, viel zu hoch, um durch die Gewinnmöglichkeiten bei der Vermietung oder Veräußerung des Gebäudes aufgewogu werden. Bick Die Bestimmungen salicher preußischen Verwaltungsstellen für Hauszinssteuerhypotheken für die Gewährung solcher Hypotheken im laufenden Jahre sind gegen früher bedeutend verschärft worden. Für die Gewährung einer Hauszinssteuerhypothek ist es jetzt notwendig, daß der Bauherr den Besitz eines schuldenfreien Grundstücks( auch Erbpacht) und rund 12 Prozent des Baufapitals nachweist. Mithin beträgt sein Anteil an einem Wohnungsneubau rund 27 Prozent und nicht, wie zu Anfang der Hauszinssteuer- Bautätigkeit nach der Stabilisierung nur 5 bis 10 Prozent! Das Eigenkapital des BauHerrn steht zudem an letzter Stelle, hinter der privaten ersten Hypothek, die im Durchschnitt 40 Prozent der Baukosten beträgt, und hinter der Hauszinssteuerhypothek, die demnach von 50 bis 60 Prozent der Baukosten auf etwa 33 Prozent gesunken ist. Gamstag, den * Warnung Deutschen Schwer Breslauer Sört lauer Hotlapfelg Den Ehwerhörige Gluttgart laut U verftandigen- Guta funft in der An tämpfung des R gart, Sauptstätter Obwohl das Eigenkapital des Bauherrn prozentual den geringsten Teil der Baukosten ausmacht, ist es doch so hoch, daß der Bauherr allein das gesamte Risiko trägt. Mietausfälle, Entwertung des Gebäudes durch das Sinken des allgemeinen Mietniveaus nach der schließlich doch einmal zu erwartenden Behebung des Wohnungsmangels gehen lediglich auf Kosten des investierten Eigenkapitals des privaten Bauherrn. Er würde somit alles wagen, was er besitzt, wenn er sich jetzt noch, nach Einbeziehung der Neubauwohnungen unter den Mieterschutz, zu einer Bautätigkeit im Interesse der Allgemeinheit entschließen wollte. Derart uncigennützige Mitbürger wird man mohl vergebens suchen! Die Wohnungsnenbautätigkeit dürfte also schon in diesem Jahre nur noch von den Baugenossenschaften, aber von keinem privaten Bauunternehmer mehr ausgeübt werden.“ * Eine Bien nenzüchterverband gestern hier statt eine bienenwirti Juli in Schotten Obergärtner R Heimerishausen b Ober- Breidenbach berg ernannt. Aus Lich. Der G jährigen Jubelfe 3-4000 Sänger n ftreite teilnehmen gelegt worden. D Hohenfolms- Lich Buzbach. De gestellt. Der Bi sprach sich für B den Fall, daß die Die Entscheidung jammlung fallen Bad Nauhei eine furchtbare L die 21 Jahre alt felbit. Das Lieb ten wurde von junge Mann war Das Mädchen wa und Tochter auf der in einem machte. Das ju tenhaus gebrach starb. Der Tät sich in den Kopf völkerung an de ist allgemein. Friedberg. hiesigen Blinde Marienschloß b Darbietungen hinterlassen, i fargen Arbeit anstalt als 3e Gedern. Mann mit sein nen Verlegung Gedern. Mai festgelegt mer eine Zud Köddingen start, daß die mußte. Auch Hartmanns durch die heffi öffentlichen V sprechen. Ein del, Gewerbe, Marburg. nahm abends Haufe der Schu in Abwesenhei folge Entweid beiden Mädche Wilhelmstraße bung auf. S Tod der Freu Marburg. mer handelt e jährigen Täter Kirchhain. von dem Schr überfahren. De befand sich in e Herannahen des tiopersonal die Amerita Bekanntlich an die Person als einer der e als Geograph Der Länge von im Süden der t nun, wie im neu jhen Vaterland gewiesen wird, gebräuchlichen N Drucksac Nr. 31. Erfindung Mittwoch und uto statt. Es weite sich noch n wurde ein einem moder: feinen Motor heinen AkkuTeftrische Zünressanteste Teil wagen auffal Reihen 12 dide he Drähte ein gens baut sich Brinzipien auf. 1s einem Ver oder aus einer hochgespannter r Geschwindig örper, dem fie s Prinzip ist nnt. Bei dem agen innerhalb 5 Kilometern. csuch ab, da er n war. Dem -Auto auf der itteilungen foll Autos, sondern In einem Jahre n Transozean C. B., Gießen. -Herborn, vom Breitenbach. 18. nburg, vom h- WillingenSurg- Limburg, n- Dietkirchen. wischen Liebig den 16. April, raße ist deshalb er auf der einen ist größte Voreigene Verant en nur dann gehändigt werden. Sonst Imähliche Lode werden wür 1, sondern auch en zu befassen ssteuer verwal nn die Deuts durch besagten August 1924 zu tigkeit hat man Diese müssen ge tein freies Ver: , besonders also r nicht aus der endig werdend raktes durch die das Risiko, das h, um durch die er Veräußerung Verwaltungs währung solcher üher bedeutend Hauszinssteuer err den Besit ) und rund 12 eträgt ſein An zent und nicht nach der Sta apital des Bau privaten ersten Baukosten be Die demnach von Prozent gejunter Cozentual den ge ooch so hoch, da . Mietausfälle des allgemeiner zu erwartender glich auf Roften Bauherrn. E er fich jetzt noch nter den Mieter Illgemeinheit ent bürger wird man jon in diesem aber von feinem verden." Samstag, den 14. April 1928. * Warnung für Schwerhörige! Der Reichsverband der Deutschen Schwerhörigenverbände warnt vor dem Ankauf der Breslauer Hörkapsel". Dieser Apparat, der von der Breslauer Hörkapselgesellschaft mit übertriebenen Versprechungen den Schwerhörigen angepriesen wird, wurde vom Landgericht Stuttgart laut Urteil vom 16. Juni 1927 auf Grund von Sachverständigen- Gutachten als wertlos festgestellt. Nähere Auskunst in der Angelegenheit erteilt die Kommission zur Befämpfung des Kurpfuschertums des obigen Verbandes Stuttgart, Hauptstätterstraße 53a I. * Eine Bienenzüchterversammlung des Oberhessischen Bienenzüchterverbandes fand unter Leitung von Lehrer Buß- Leihgestern hier statt. Die Wanderversammlung des Vereins und eine bienenwirtschaftliche Ausstellung finden am 28. bis 30. Juli in Schotten statt. Zu Preisrichtern des Vereins wurden Obergärtner Riedel Assenheim, Lehrer Bernhardt= Heimerishausen bestimmt. Zu Ehrenmitgliedern wurden WellOber- Breidenbach, Keil- Lindenstruth und Schulrat Süß- Friedberg ernannt. F Aus Nah und Fern. Lich. Der Gesangswettstreit in Verbindung mit dem 90jährigen Jubelfeste des Gesangvereins„ Cäcilia" wird etwa 3-4000 Sänger nach Lich führen, davon werden 2500 am Wettstreite teilnehmen. Als Festtage sind der 9. bis 11. Juni festgelegt worden. Das Protektorat hat Fürst Reinhardt zu SolmsHohensolms- Lich übernommen. Buzzbach. Das Fortbestehen der Oberrealschule ist in Frage gestellt. Der Bürgerverein befaßte sich mit dem Thema und sprach sich für Beibehaltung der Oberrealschule aus, selbst für den Fall, daß die Stadt weitere finanzielle Opfer bringen müsse. Die Entscheidung wird in der nächsten StadtverordnetenverSammlung fallen. Liebesdrama in Bad Nauheim. Bad Nauheim. Donnerstagnachmittag ereignete sich hier cine furchtbare Liebestragödie. Ein 24jähriger Student erschos die 21 Jahre alte Tochter eines hiesigen Arztes und dann sich selbst. Das Liebesverhältnis zwischen den beiden jungen Leuten wurde von der Familie des Mädchens nicht geduldet. Der junge Mann war 24 Jahre alt und studierte in Gießen Medizin; das Mädchen war 21 Jahre alt. Die Tat geschah, als Mutter und Tochter auf einer Bank die Rückkehr des Vaters abwarteten, der in einem gegenüberliegenden Hause einen Krankenbesuch machte. Das junge Mädchen wurde noch lebend in das Krantenhaus gebracht, wo es aber bald nach der Einlieferung verstarb. Der Täter starb bald nach dem tödlichen Schuß, den er sich in den Kopf beibrachte. Die Teilnahme der Nauheimer Bevölkerung an dem schweren Schicksalsschlag der beiden Familien ist allgemein. Friedberg. Im vergangenen Jahre bereitete der Chor der hiesigen Blindenanstalt den Gefangenen des Landeszuchthauses Marienschloß bei Buzzbach eine musikalische Feierstunde. Die Darbietungen des Chors haben einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, so nachhaltig, daß die Strafgefangenen von ihrem targen Arbeitsverdienst 274 Mark erspart und an die Blindenanstalt als Zeichen der Dankbarkeit abgeführt haben. Gedern. Hier stürzte vor einigen Tagen ein 28jähriger Mann mit seinem Fahrrad so unglücklich, daß er an den erlittenen Verletzungen starb. Gedern. Der Frühjahrs- Prämienmarkt wurde auf den 21. Mai festgelegt. Gleichzeitig verbindet die Landwirtschaftskammer eine Zuchtviehversteigerung damit. Köddingen. Hier herrscht z. 3t. dieMasern- Krankheit so stark, daß die Konfirmation auf Pfingsten verschoben werden mußte. Auch die Schulen bleiben vorläufig geschlossen. Hartmannshain. Ueber die Förderung der Landwirtschaft durch die hessische Regierung wird Minister Korell in einer öffentlichen Versammlung des Bauernvereins am 22. April sprechen. Ein parlamentarischer Abend für Vertreter von Handel, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft geht voraus. Marburg. Ein in der Wilhelmstraße bedienstetes Mädchen nahm abends in Gemeinschaft mit einer Freundin, die in einem Hause der Schwanenallee ebenfalls als Dienstmädchen tätig ist, in Abwesenheit der Herrschaft ein Wannenbad. Jedenfalls infolge Entweichens von Gas aus dem Badeofen schliefen die beiden Mädchen in der Badewanne ein. Das Mädchen aus der Wilhelmstraße wachte im Laufe der Nacht aus seiner Betäubung auf. Herbeigerufene ärztliche Hilfe konnte nur noch den Tod der Freundin feststellen. Marburg. Bei dem Lustmord an der 68jährigen Efise Krämer handelt es sich wahrscheinlich um einen Racheakt des 17jährigen Täters. Kirchhain. Donnerstag wurde in der Nähe von Allendorf von dem Schnellzug Hamburg- Frankfurt ein Rottenführer überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein. Der Verunglückte befand sich in einer sehr unübersichtlichen Kurve, so daß er das Herannahen des Zuges nicht bemerkte und auch das Lokomotippersonal die arbeitenden Leute nicht rechtzeitig sehen konnte. Amerika hat seinen Namen von einem Deutschen erhalten. Bekanntlich stellt der Name„ Amerika" eine Anlehnung an die Person des Florentiners Amerigo Vespucci dar, welcher als einer der ersten den Pfaden des Kolumbus folgte und 1497 als Geograph und Steuermann unter dem Admiral Ojeda in der Länge von 100 Meilen zuerst die Küste des festen Landes im Süden der westlichen Neuen Welt untersuchte. Nicht er hat ,, Gießener Zeitung" burger Geograph und Kartenzeichner Martin Waldseemüller, oder, wie er sich mit seinem ins Griechische übertragenen Ge= lehrtennamen nennt, Martinus Hylacomylus. In seiner be= reits im Jahre 1507 erschienenen ,, Cosmographiae Introduktio" findet sich zum erstenmale die Bezeichnung Amerika für den neuentdeckten Erdteil. Dieses Werk, dessen weite Verbreitung der Verfasser schon 1508 rühmt, hat vier Auflagen erlebt, und der Umstand, daß es zweimal zu Venedig abgedruckt worden ist, beweist, von welchem Einfluß es gewesen, auf die weitere Verbreitung sowohl der Kunde von den vier Reisen des Amerigo Vespucci als des Namens Amerika. Waldseemüller als großer Bewunderer des genannten Seefahrers war es auch, der zum ersten Male ganz ohne dessen Zutun im Jahre 1522 den Namen Amerika auf die als„ Orbis typus universalis iuxta hydro- graphorum traditionem" von ihm herausgegebenen Weltfarte gesetzt hat. An diesen Tatsachen kann keine Kritik irgendwie rütteln. Die Yankees müssen es sich also gefallen lassen, daß wie in demselben Heft der erwähnten Zeitschrift festgestellt ist, ein Deutscher Amerika entdeckt und ein anderer gelehrter Deutscher ihren Erdteil gewissermaßen getauft hat, leider auf den Namen eines Italieners. Der deutsche König von Korsika. Korsika, die schöne Insel im Mittelmeer, ist berühmt durch ihre wilde Primitivität und durch ihre Räuber. Diese Primitivität Korsikas wird durch Zuschüsse reisender Engländer erhalten und der letzte Räuber der Heimatinsel Napoleons wurde kürzlich auf seinen dringendsten Wunsch und trotz des schärfsten Widerstandes der Regierung und der Bevölkerung gefangen ge= nommen. Sonst ist von der Insel nichts weiter bekannt, als daß die Italiener sie für italienisch, die Franzosen für französisch und die Korsen für korsisch halten. Die Korsen sind auf ihre Insel sehr stolz. Und mit Recht; denn Korsika hat sogar seine eigene glorreiche Vergangenheit. Die Insel hatte einmal ihren eigenen König, sieben Monate lang, vom 15. April 1736 ab. Dieser König hieß Theodor Neuhof, war ein Deutscher und abenteuerliebenden Gemütes. Er kam in Korsika mit einer Flotte an, die aus einem alten Schiff bestand und etwa 200 alte Pistolen an Bord hatte. Die Korsen unterwarfen sich, krönten ihren Eroberer mit Lorbeeren und setzten ihn auf den Thron. König Theodor schlug nun Münzen, gründete einen Orden, verlieh hohe Würden und erließ Gesetze. Nach sieben Monaten aber wurde es dem König langweilig und er verließ die Insel: Sein weiteres Schicksal ist unbekannt. Voltaire hat diesem Könige von Korsika folgende Zeilen in seinem„, Candide" gewidmet: ,, Baron Theodor erschien am 15. März 1736 im Hafen von Aléria. Er war als Türke angezogen und trug einen Turban... Er brachte Stiefel aus gutem Leder mit, was ein unbekannter Lurus auf Korsika war. Man hielt ihn deshalb für einen der größten Fürsten des Erdballs"... Sic tranſit gloria mundi. Flieger im Kampfe gegen Heuschrecken. Aus Kairo kommt die Nachricht, daß in Aegypten und im nördlichen Sudan, sowie auch in der Gegend des roten Meeres ungeheure Heuschreckenschwärme beobachtet werden. Seit vielen Jahren sind diese Tiere nicht in solchen Mengen aufgetreten, und wo sie sich niedergelassen haben, ist alle Vegetation vernichtet; Hungersnöte und Seuchen sind die Geschenke, die sie zurücklassen. Man versucht deshalb auf alle erdenkliche Weise. diese Heuschreckenschwärme zu vernichten, was aber bei ihrer oft meilenweiten Ausdehnung sehr schwierig ist. Neuerdings hat man mit Erfolg Flugzeuge gegen die geflügelten Räuber mobilisiert. Die Piloten überfliegen die Schwärme, die sich stets nur in geringer Höhe halten und werfen pulverisiertes Arsenik oder Gasbomben auf sie ab. Die erstere Methode hat sich als die sicherste erwiesen, während durch die letztere bisweilen auch Vergiftungen von Menschen verursacht worden sind. Die Hungersnot in China. Erschütternde Berichte kommen aus Peking über die Nöte des von kriegerischen Wirren zerrissenen ,, Reiches des Himmels" Nr. 31. auch noch nicht endgültig, behoben, und es werden hiervon aus= teichende Mengen verteilt, aber es macht die größten Schw'erigfeiten, auch nur geringe Quantitäten Butter zu erhalten. Sehr unangenehm macht sich auch das Fehlen von Reis und Tee bemerkbar, was man auf die chinesischen Wirren zurückführt. Da die meisten Lebensmittelläden in Rußland verstaatlicht sind und in diesen die Lebensmittel nur in bestimmter L'enge und zu bestimmten Preisen verabsolgt werden dürfen, ist der Ansturm auf die wenigen freien Lebensmittelgeschäfte um so hef= tiger. Mit der sprichwörtlichen russischen Geduld versammeln sich die Käufer vor diesen schon morgens früh um 7 Uhr, obgleich sie erst um 11 Uhr geöffnet werden dürfen. Man bevorzugt diese Läden, obgleich alle in ihnen verkauften Waren um 25 bis 50 Prozent teurer sind, als in den staatlichen Verteilungsstellen, doch auch noch aus zwei ganz bestimmten Gründen: Erstens ist die Bedienung dort schneller und zuvorkommender, und zweitens gibt es dort gelegentlich auch die offiziell verpönten Delikatessen, wie vor allen Dingen Wein und Südfrüchte. Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im März 1928. Die eingelaufenen Berichte lassen erkennen, daß die winterliche Geschäftsstille auch für den Monat März noch nicht in allen Handwerksberufen überwunden ist. Zwar ist in einer Anzahl von Handwerken eine geringe Besserung des Auftragseinganges zu verzeichnen, jedoch erfolgte die Belebung des Geschäftes nicht in dem sonst um diese Jahreszeit üblichen Maße. Für das Baugewerbe wird im allgemeinen von einer leichten Zunahme der Aufträge berichtet. Die Bautätigkeit erstreckte sich aber zum großen Teil auf die Fertigstellung von Bauten aus der vorigen Bauperiode. Neue Bauvorhaben konnten zunächst infolge der am Ende des Etatsjahres verminderten Auftrage seitens der Behörden in geringerem Umfange begonnen werden. Auch wurde die Auswärtsbewegung auf dem Baumarkt durch das Wiedereinsetzen des Frostes unterbrochen und bis nahezu zum Schluß der Berichtszeit empfindlich gehemmt. Das Her= renschneiderhandwerk, für das der Frühjahrsbeginn stets eine Zeit guter Beschäftigung bedeutet, meldet lebhafteren Geschäftsgang, allerdings nicht in dem gleichen Umfang wie früher. Am ungünstigsten war die Lage des Handwerks in den überwiegend ländlichen Gemeinden, wo sich die Notlage der Landwirtschaft in besorgniserregender Weise auf das Handwerk auswirkt. Sie erfährt durch die wieder ständig zunehmende Borgwirtschaft noch eine besondere Verschärfung, zumal der Handwerker seine Rechnungen bei seinen Lieferanten viel früher bezahlen muß und dadurch häufig in drückende Schuldverpflich= tungen kommt. Nach der schon früher ausgesprochenen Befürchtung hat die Lohnbewegung mit wenigen Ausnahmen das ganze Handwerk ergriffen. Zum Teil haben die Lohnverhandlungen durch das Zugeständnis von Lohnerhöhungen bereits ihren Abschluß ge= Da in den meisten funden, zum Teil dauern sie noch fort. Handwerken die Beschäftigung und Verdienstmöglichkeit sehr ge= ring und eine Abwälzung der gestiegenen Kosten auf die Kundschaft kaum möglich ist, sieht das Handwerk mit größter Sorge in die Zukunft. Die allgemeine Lage des Arbeitsmarktes hat keine wesentliche Besserung erfahren. Lediglich im Baugewerbe und im Schneiderhandwerk sind Arbeitereinstellungen erfolgt. In der Materialbeschaffung werden Schwierigkeiten nicht gemeldet. Die Preise für die benötigten Rohstoffe und Materialien waren überwiegend unverändert. Nur für Textilien zeigten die Preise steigende Tendenz. Bücherbesprechung. Das Bayerische Hochland, illustr. Zeitschrift für den Fremdenverkehr und Wintersport im bayr. Hochland und im Allgäu beschäftigt sich in seiner März- Ausgabe wiederum in Wort und Bild mit dem bayerischen Oberland. Sie ist vor allem dem Gebirgsörtchen Bad Tölz und dem schönen Orte Lenggries im Jsarwinkel gewidmet. Auch die Perle der Chiemgaustädte Traunstein kommt zu Wort. Die Interessenten erhalten Probenummern kostenlos vom Verlag München 8. zu uns. Man kann sich von den Zuständen keinen Begriff Maßgebende machen, und zahlen geben nur einen schwachen Anhaltspunkt dafür. Mehr als vier Millionen halbverhungerter Obdachloser durchziehen bettelnd das Land. Die Felder liegen öde und verwahrlost, teils war es infolge des Kriegsgetümmels unmöglich, sie zu bestellen, teils sind die Bauern durch eine Reihe von Mißernten entmutigt und am Rande ihrer Kräfte. Sie verschleudern ihre Aecker zu Spottpreisen, um etwas Bargeld in die Hand zu bekommen, für das sie sich Lebensmittel kaufen können. Aber nicht nur Land, Häuser und Gerätschaften werden verkauft, sondern auch Menschen.. Viele chinesische Eltern verkaufen ihre Kinder, da sie sie nicht mehr ernähren können. Namentlich die jungen Mädchen erfahren dieses Schicksal; sie wandern in die öffentlichen Häuser und Matrosenkneipen der Hafenstädte und werden je nach ihrer Jugend und ihrem Aussehen mit 5 b.s zu 25 Dollar bezahlt! In Tsinan, der Hauptstadt von Shantung, leben 25 000 Flüchtlinge buchstäblich auf der Straße, sie schlafen, in ihre zerfallenen Lumpen gewickelt, in der bitteren Kälte auf dem nadten Erdboden. Von Zeit zu Zeit wird durch öffentliche Wohltätigkeit etwas Reis und Suppe verteilt, aber meist müssen diese Unglücklichen ihr Leben mit den Abfällen fristen, die sie auf der Straße finden oder sich erbetteln. Ein großer Teil der Bevölkerung nährt sich von Wurzeln, Baumrinden und feingeschnittenem Stroh, und der Todesfälle sind so viele, daß man kaum noch irgendwelche Notiz von ihnen nimmt. Ganze Dörfer und selbst gröhere Ortschaften sind völlig ausgestorben, und immer weiter nun, wie im neuesten Heft der illustrierten Zeitschrift ,, Des deutschreitet das Hungergespenst durch das Land... schen Vaterland"( Organ der Nationalen Einheitsfront) nachgewiesen wird, dieser neuen Welt ihren schon über 400 Jahre gebräuchlichen Namen gegeben, sondern ein Deutscher, der FreiXXX Drucksachen aller Art bezieht man am billigsten von Albin Klein, Giessen „ Lebensmittelschlangen" in Moskau. Die Lebensmittelknappheit in Rußland macht sich auch, iri Straßenbilde der Großstadt deutlich bemerkbar. Menschenansammlungen vor den staatlichen Lebensmittelläden sind an der Tagesordnung. Zwar ist die Mehlknappheit zur Zeit, wenn Ernährungsphysiologen sind der Ansicht, daß diejenige gemischte Kost die zuträglichste ist, die einige Mal wöchentlich kleine Fleischgaben, täglich reichlich Gemüse und Obst und im übrigen Milchmehlspeisen enthält. Sicher ist es nun jedem erwünscht, auch eine Abwechselung in den Mehlspeisen zu haben. Hier kommen Ihnen Dr. Oetker's Puddingpulver, die leicht und schnell mit Milch zu bereiten sind, sehr entgegen. Sie ergeben schmackhafte und wohlbekömmliche Nachspeisen. Dr. Oetker's Puddingpulver sind ebenso, wie Backpulver„ Backin", Vanillin- Zucker, Gustin usw. infolge großen Umsatzes in allen Geschäften stets frisch zu haben. Viele neue und wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen das neue farbig illustrierte Oetker- Rezeptbuch, Ausgabe F, das für 15 Pfg. in allen Geschäften erhältlich ist. 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