27.20 Gießener Zeitung lares Plus. Thre orzüglichen Kölner endlich zusammen r 21. Minute scho mer erhöhte in der nach dem Wechsel n Kievernagel zum Mannschaft Kölns Schönes Spiel bot, Der Angriff fiel Meisterschaft. ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. Spielverbandes hat 41. Sahrg. Sallmeisterschaft feft Vg.- 07- Köln- Gülz - Kurhessen- Kaj 4- Hagen 72 im . der Trostrunde, die chte. In der Runde en erwarteten Auste, trotzdem er eine er zweiten Halbzeit ie technisch besseren : 0) sicher geschlagen. ung Südost einen Bader- München mit - Bolitische Tagesschau. Die Internationale Presseausstellung in Köln wird am 12. Mai eröffnet werden. Man erwartet De legierte aus fast allen Kulturstaaten. In der saarländischen Regierungskommission soll an Stelle des ausscheidenden Belgiers Lamberts der jezige finnische Ges sandte in Paris, Ehrnrooth, berufen werden. Die wiederholten Gerüchte, der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drümmond, wolle von seinem Posten zurüdtreten und der Tscheche Benesch solle sein Nachfolger werden, sind unwahr. Der deutsch- japanische Handelsvertrag ist im Entwurf von arlsruhe. Es bleibt Japan abgelehnt worden, da durch den Entwurf besonders die japanische Farbenindustrie bedroht würde. 3 Punktführung vor Eine Ueberraschung h über einen so ge egen München 1860, nentschieden mit 3: 3 veist, daß München ilung Nordwest hat gen Mainz 05 fnapp shafen unstreitig die eine schwere Klippe nkt mehr hinter dem Die Frankfurter sieg Saar 05, aber das berzeugten nicht son 50 000 Zuschauer. Die Berliner Meister ern Hertha BSC. und Berliner Poststadion Jes Spiel in Deuts Mannschaften kämpf 3: 2( 1: 1) für Her Unentschieden wär hatte viel Bech, die e der ersten Halbzeit Durch eine Verlegung Tennis- Borussen tro Klein in Gießen. es- Bestände eitsfäufe. erdicht, Mk. 5.-. 6.-. use, für jed. Beruf geeignet, Ituddoppelhofen, Gahlig Stück Mk. 10.-. -Pferdedecken nkel, schwere Originalware, Mh. 15.-. ene große, Stick M. 5.50, artie faft neue desinfizierte . Stück M, 3.50, 3 Stück lefendecken( Woplachs) ca. 7.50, 3 Stück Mh. 20.rotbraun, mit Schwanz, mit doppelseitigem Leder13.50, 15.enig gebraucht, auch als Stick Mh. 2.-, 3 Shild 0/180. lafdecken , Blumen- und Streifen. 4., 5.-, 3, wunderbar geftr., Stúd are, volle Größe, weiß mit orbig und rebfarbig, Stüd Taschentücher fowie bunt,% Duzend Kernlederfohle, Borcalj und 37, Mh. 6.-. am, 6tid Mh. 1.50. nd Bedürftige: wenig gebraucht, 3 Ellid Dorhanden. acher, fiel anch d das iche Brot 12 bis 15000 hessische Landwirte protestieren! Die Hessischen Bauernorganisationen hatten die hessischen Landwirte auf Donnerstag zu einer Protesttundgebung nach Darmstadt eingeladen. In der großen Festhalle waren rund 12000 Bauern zusammengekommen. Den Reigen der Redner eröffnete der Vorsitzende des Hessischen Landbundes, Landtagsabgeordneter Glaser, der die gleichzeitige Notlage der Landwirtschaft auf die ungünstigen Zoll- und Handelsverträge, den unerträglichen Steuerdruck und die soziale Belastung zurüdführte. Die heutige Protestversammlung sei ein letzter Appell an die Verantwortlichen. Helfe er nicht, dann müsse man zum Streik oder zur passiven Resistenz auffordern.( 3uruf: Streif.) Für die oberhessische Landwirtschaft sprach Landtagsabgeordneter Fenchel, für die rheinhessische Landtagsabgeordneter Dr. Möbus, der betonte, daß auch die Bauern heute wie die Arbeiter auf die Straße gehen müßten. Die Versammlung nahm dann eine Entschließung an, die nach einem machtvollen Demonstrationszug durch Darmstadt von den Führern dem Staatspräsidenten Adelung übermittelt wurde. Diese lautet: Entschließung: ,, 12-15000 in der Städtischen Festhalle in Darmstadt versammelte hessische Landwirte haben 4 Notjahre mit Geduld getragen. Unsere Geduld ist zu Ende. Wir verlangen umgehend und unverzüglich Wiederherstellung der Rentabilität unserer Berufsarbeit. Insbeson= dere fordern wir gerechten Zollschuß und ausreichende Sicherheiten dafür, daß die Lage der deutschen Landwirtschaft durch neue Handelsverträge nicht weiter verschlechtert wird. Wir erwarten Kündigung aller für die Landwirtschaft ungünstigen Handelsverträge. Wir verlangen schleunigste Maßnahmen zur Senkung der ungeheuren Steuerlast. Insbesondere fordern wir Beseitigung der hessischen Grundsteuer und Uebernahme der Rentenbant: zinsen auf das Reich. Wir wollen nicht weiter steuerlich unter Ausnahmegesetzen stehen, wir dulden nicht die steuerliche Ausbeutung unseres Berufsstande. Wir verlangen steuerliche Gerechtigkeit und Verteilung der Steuern auf die tragfähigen Schultern. Das vorliegende Notprogramm der Reichsregierung fann höchstens vorübergehende Linderung bringen. Es ist nicht geeignet, dauernde Besserung der Lage der Landwirtschaft zu schaffen. Wir erwarten von Reichs- und Landtag, daß sie sofort alle Maßnahmen ergreifen, um die Lage der deutschen Landwirtschaft von Grund auf zu bessern. Sind Regierung und Parteien nicht fähig, der Not des bäuerlichen Berufsstandes zu steuern, gelingt es nicht, unsere gerechten Forderungen auf gesetzmäßigem Wege zu verwirklichen, dann wird der deutsche Bauer zur Selbsthilfe gezwungen. Ehe wir untergehen, werden wir den Kampf um den deutschen Bauernhof und damit um die Grundlage des Staates mit allen Mitteln führen." * Ueber den Besuch beim Staatspräsidenten berichtet oie Pressestelle des Staatsministeriums: Heute nachmittag wurde dem Herrn Staatspräsidenten durch eine Deputation unter Führung von Herrn Abgeordneten Dr. Müller eine Entschließung der in der Darmstädter UnmittelFesthalle versammelten Landwirte überbrachte. bar nach dem Durchlesen wies Staatspräsident Adelung die Ueberbringer mit allem Ernst auf Ausdrücke und Wendungen in der Entschließung hin, die nicht unbedenklich seien. Er machte die Herren auf ihre Pflicht als Parteiführer aufmerksam, da sich bei dem Ernste der Lage aus mißverstandenen Worten leicht Handlungen entwickeln können, deren Ende nicht abzusehen sei. In dem Gespräch, das sich sodann zwischen dem Herrn Staatspräsidenten und den Landbundvertretern entspann, betonte Staatspräsident Adelung, daß es das ernste Bemühen der Regierung sei, die Notlage der Landwirtschaft, die ja bekannt sei, zu mildern. Die Sorgen der Landwirtschaft seien auch die Sorgen der Regierung, wenn auch über den Weg, wie der Landwirtschaft zu helfen sei, verschiedene Ansichten beständen. Die Hebung des landwirtschaftlichen Standes sei für den Wohlstand des Volkes von grundlegender Bedeutung. Bei allem aber, was die Hessische Regierung zur Steuerung der Not der Landwirtschaft zu tuen willens sei, dürfe man nicht vergessen, daß wir in einer Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Samstag, den 10. März 1928 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30 mm breite Petitzeile auswärts 24 Pig lofal 12 Big.. die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pia Plak. vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 21 Zeit allgemeiner Not des Volkes lebten, und daß versucht| legung eines Gesetzes, das an Stelle der bisherigen werden müsse, diese Gesamtnot im Auge zu behalten. Zum Schluß erneuerte Staatspräsident Adelung seine Ermahnung, unbedachte Aeußerungen, die eine gefährliche Wirkung haben könnten, zu vermeiden, und forderte dringend von den Herren, in der gegenwärtigen Zeit auch beruhigend auf ihre Anhängerschaft einzuwirken. Braktische Schritte zum deutschen Einheitsstaat. Berlin. Der Haushaltsausschuß des Reichstages begann die Einzelaussprache zum Haushalt des Reichsministeriums des Innern Die von den Demokraten beantragten Entschließungen verlangen u. a. baldige VorStaatsangehörigkeiten eine Reichsangehörigkeit setzt, baldige Vorlegung einer Reichsstädteordnung und einer Reichslandgemeindeordnung, unverzügliche Verhandlungen mit Preußen zur Umwandlung des Preußischen Oberverwaltungsgerichtes in ein Reichsverwaltungsgericht, Beseitigung der Enklaven und der Gesandtschaften der Länder untereinander, ein Rahmengesetz für die nationalen Minderheiten in Deutschland und eine Krantentasse für Reichsbeamte. Angenommen werden ferner von der Deutschen Volkspartei beantragte Entschließungen, die die Vereinigung kleinerer mit benachbarten größeren Ländern fordern, die Anstellung und Versetzung von Beamten im ganzen Reich ermöglichen und die Prüfungen in sämtlichen Ländern vereinheitlichen wollen. Gedanken zur Reichsreform.*) Was wird aus Hessen? Die nachfolgenden Ausführungen sind der| repräsentierten deutschen Landes- und Volksteil sucht. Noch wesentliche Inhalt einer kleinen Denkschrift, die der Unterzeichnete Anfang November 1926 für die Landesleitung des Nationalblocks in Hes= fen( damals„ Hessischer Vaterländischer Block") als Grundlage für die interne Bearbeitung der behandelten Fragen angefertigt hat. Was vor 1 Jahren zum Gegenstand gründlicher vorbereitender Erwägungen gemacht wurde, bewegt heute die Tagespolitik: Das Problem" der Reichsreform steht im Mittelpunkte des öffentlichen Interesses. Die nationale Bewegung ist deshalb gezwungen. zu dieser schwierigen und schicksalsschweren Frage offen Stellung zu nehmen und dem Volke ihre Vorschläge vorzulegen. Wenn auch dem Nationalisten durch das herrschende parlamentarische System die unmittelbare Mitwirkung an der Lösung dieser Fragen verwehrt ist, so halten wir es doch für unser Pflicht, der Volksmeinung eine flare, eindeutige Richtung zu weisen und durch die Tat zu zeigen, daß der Nationalblock nicht aus un= klaren Schwärmern besteht, sondern nüchterne, verantwortungsbewußte Menschen umfaßt, die keiner vom Schicksal gestellten Aufgabe ausweichen. Daß unsere Gedanken zunächst wörtlich in der Form der Denkschrift vom November 1926 wiedergegeben werden, hat den besonderen Grund, daß diese Denkschrift bereits im Jahre 1927 in Nr. 2/3 der Zeitschrift Reich und Heimat" des Reichsund Heimatbundes deutscher Katholiken" abge= druckt worden ist, in dessen Hände ein Stück der Denkschrift durch Indiskretion gefallen war. Wir müssen diese Angelegenheit und den Wortlaut der Denkschrift der Beffentlichkeit vorlegen, um Mißverständnisse zu vermeiden. Ueber das Verhalten des Herausgebers der Zeitschrift und Vorsitzenden des genannten Bundes, Professor Dr. Schmittmann, der die Denkschrift abdruckte, obwohl er aus der Form des ihm durch Vertrauensbruch in die Hände gefallenen Stückes deren Charakter als Entwurf und als vertrauliche Anregung ertennen mußte, und der auf Anfrage sich weigerte, die Quelle der Indiskretion zu nennen, mag sich der Leser selbst ein Urteil bilden. Ueber die aufgeworfenen Fragen wird noch viel beraten und gestritten werden. Das Ergebnis der sogen. Ländertonferenz zeigt, daß die Erörte rung seit der Abfassung dieser Dentschrift noch nicht viel weiter fortgeschritten ist. Insbesondere werden der Oeffentlichkeit noch immer statt ernsthafter Untersuchungen im wesentlichen nur finanzpolitische Argumente oder ressentimenterfüllte Schlagworte vorgesetzt. Es gilt vor allem, Verständnis für den ganzen Ernst dieser schicksalentscheidenden Aufgabe zu weden. Unsere Grundsätze seien hier zunächst nur kurz angedeutet, wobei den geläufigen, vielgewendeten Bezeichnungen jeweils ein ganz bestimmter staatstheoretischer Inhalt gegeben wird. Wir vertreten den zentralistischen Grundsah in dem Sinne, daß die zum Schutz und zur Ordnung der äußeren Lebensverhältnisse unseres Volkes erforderliche Staatsmacht in der Hand einer einheitlichen( Reichs-) Regierung vereinigt sein soll; den föderalistischen Grundsah in dem Sinne, daß neben dem Gesamt-( Reichs-) volk die Stämme( in den Reichsländern) Quelle der ( Reichs-) Staatsgewalt und an der Bildung des Reichs willens beteiligt sein sollen; den Grundsatz der Selbstverwaltung soweit die damit verbundenen Gefahren der„ Korruption von unten" verhütet werden können. Wir lehnen ab den unitarischen Grundsak in dem Sinne, daß ausschließlich die aus den Einzelmenschen summierte Masse der deutschen Staatsbürger Quelle der Staatsgewalt sein soll; den partikularistischen Grundsak in dem Sinne, daß die Stämme, bezw. Länder, Quelle einer eigenen( Landes-) Staatsgewalt mit eigener politischer Spike( Regierung) sein sollen. Werner Be st. 1. Die Lage und das Problem. 1. Der Volksstaat Hessen scheint der erste der deutschen Mittelstaaten sein zu sollen, der die Lasten der Eigenstaatlichfeit, soweit man im Rahmen der Weimarer Verfassung von einer solchen sprechen kann, nicht mehr zu tragen vermag und deshalb nach einer anderen Daseinsform für den von ihm heute *) Der Nr. 3 des Pressedienstes des Nationalblocks in Hessen" vom 28. Februar 1928 entnommen. Es sei dazu gleich gesagt, daß wir nicht mit allen hier in diesem Artikel niedergelegten Gedanken einig gehen. Die Redaktion. wird die Diskussion über diese Frage sehr theoretisch geführt, und die vorbereitenden Entscheidungen werden, wie das heute in demokratischen Staaten üblich ist, sehr vorsichtig hinter den parlamentarischen Kulissen ausgeflügelt Die Stellungnahme der einzelnen Gruppen wird wesentlich von der selbstsüchtigen Prüfung des eigenen Vorteils bedingt sein. Eine klare grundsähliche und weitblickende Entscheidung ist von keiner der maßgebenden Gruppen zu erwarten. Um deshalb zu verhindern, daß die hessische Bevölkerung eines Tages unvorbereitet vor eine fertige ,, Lösung" gestellt wird, die doch nur ein parlamentarischer Kompromiß, ein unter dem Gesichtspunkt des„ geringsten Uebels" abgeschlossener Interessenausgleich der Parteien wäre, ist es an der Zeit, daß die nationale Bewegung unseres Landes klar und grundsätzlich, dabei nüchtern und fachlich einen Vorschlag vorbereitet, der wirklich dem Besten des hessischen Volkes und des Deutschen Reiches nicht den Interessen der Parteien und Gruppen dient. Dabei sollen nur die Tatsachen berücksichtigt werden, die für eine zweckmäßige Neuordnung entscheidend sind, nicht aber Doktrinen, die wie die Schlagwortprinzipien Föderalismus“ und„ 3entralismus“, ,, Einheitsstaat" und wie sie heißen mögen heute das Gebiet der Reichsreform beherrschen. - 2. Der Bankerott des hessischen Staates hat drei Ursachen: 1. Die Beschränkung der Steuerhoheit durch das Reich entsprechend der Weimarer Verfassung und der sogen. Steuerreform. 2. Die Aufblähung der zentralen Verwaltung( ,, Regierung"), die im alten Großherzogtum reine Arbeitsstelle war, im ,, Volksstaat" dagegen neben dem Parlament zu einer sublimierten Repräsentation der herrschenden Parteien ,, ausgebaut" wurde. 3. Die Aufblähung der allgemeinen Staatsverwaltung, die sich gemäß den nachrevolutionären staatssozialistischen Tendenzen mit Aufgaben übernommen hat, die der ,, alte Staat" nicht kannte. Der wichtigste Punkt, die Steuerbeschränkung, muß hier unerörtert bleiben, da sein Bestehen, seine Abänderung oder Beseitigung außerhalb unserer hessischen Möglichkeiten liegt. Eine Aenderung der einschlägigen Reichsgesetzgebung ist nicht zu er= warten, auch nicht, um den Volksstaat Hessen zu retten. Deshalb muß in dieser Hinsicht mit dem geltenden Zustand als fester Voraussetzung aller Erörterungen gerechnet werden. - Dagegen liegen die beiden anderen Ursachen der„ hessischen Not" im Bereich unseres Einflusses und könnten vielleicht beseitigt werden. Doch ergeben sich auch hier einige Hindernisse, die eine wirksame Reform als aussichtslos erscheinen lassen. Zunächst wäre die erforderliche Verfassungs- und Verwaltungsreform schwerlich für Hessen allein in dem notwendigen Maße durchzuführen, da bei dem Jneinandergreifen der verschiedensten Lebensbeziehungen der deutschen Länder die benachbarten Gebiete davon nicht unberührt bleiben können. Sodann ist aber angesichts der heutigen Gruppierung der politischen Kräfte des Ueberwiegens durchaus parlamentarisch( im Gegensatz zu staatspolitisch) eingestellter Parteien und angesichts der persönlichen Einstellung der maßgebenden Exponenten nicht zu erwarten, daß die heutigen hessischen Politiker und ihre Gefolgschaft die geistige und praktische Führung auf dem Gebiete so bahnbrechender Reformen an sich reißen könnten. Vor allem aber muß festgestellt werden, daß, selbst wenn die hessische Politik uns das Wunder eines solchen Entschlusses zu Geist und Tat bescheren würde, es noch fraglich wäre, ob die möglichen Reformen allein die Existenz des Volksstaates Hef= sen retten könnten. Schon hier sei ein späterer Gedanke vorweggenommen: ob nicht vielleicht einer tiefer und weiter blickenden staatspolitischen Betrachtung dieses durch andere Ursachen bedingte Ende des Volksstaates Hessen statt als anormale Krankheitserscheinung als ein organischer Entwicklungsvorgang erscheint, der anderen größeren Reformen den Weg ebnet. Das Problem der Reichs= reform ist eine Aufgabe, die uns die Geschichte stellt, nicht eine Sache der Doktrinen und der nach günstigen Landtagsmehrheiten spähenden Parteiinteressen. Aber es sei betont, daß - diese letzte Erwägung nur als begleitende Betrachtung, nicht als Motiv für eine auf Auflösung des Volksstaats Hessen hinzielende Samstag, den 10. März 1928. Aktion aufzufassen ist. Wenn nicht die Finanztatastrophe diese Auflösung erzwänge, wäre aus vielen Gründen die Erhaltung des augenblicklichen Zustandes einer gewollten Aenderung vor= zuziehen. 2). II. Möglichkeiten und Ansichten. 1. Wenn der Hessische Staat sich auflöst, bleiben Volk und Land übrig. Was mit dieser Substanz geschehen soll, das zu entscheiden, ist die letzte Staatshandlung des heutigen Hessen. Seinen maßgebenden politischen Faktoren scheinen heute zwei Möglichkeiten vorzuschweben: a) der Anschluß an ein anderes Land; b) die Schaffung einer ,, Reichsprovinz" Hessen. a) Der Anschluß kann sich vollziehen, indem Hessen in einem benachbarten Land aufgeht, oder aber, indem es sich mit mehreren benachbarten Ländern zu einem neuen Gebilde zusammenschließt. Ein Aufgehen in einem anderen Lande ist nach zwei Seiten hin möglich: nach Preußen und nach Bayern. Ein Zusammenschluß könnte mit Baden und Württemberg erfolgen. Der Anschluß an Bayern und der Zusammenschluß mit Baden und Württemberg würde den Schwerpunkt des neuen Gebildes so weit nach Süden verlegen, daß der Anschluß von Oberhessen an Preußen eine von allen anerkannte notwendige Folge wäre. b) Eine ganz neue Erscheinung im Aufbau des Reiches wäre die Schaffung einer ,, Reichsprovinz" Hessen. Mit dieser würde das Reich die erste eigene Substanz erhalten, deren Erwerb dem Reich die alleinige Staatshoheit in diesem Gebiete, sowie auch die alleinige verwaltungsmäßige und finanzielle Verantwortung für die„ Reichsprovinz" bringen würde.... 2. Die Beurteilung der bisher besprochenen Vorschläge führt zur Ablehnung aller und zwingt, nach einer neuen und besseren Möglichkeit zu suchen. a) Der Anschluß an Preußen wird von uns deshalb abgelehnt, weil wir in einer weiteren Vergrößerung des preußischen Staatsgebietes ein Hindernis für die notwendige Reichsreform und eine Gefahr für dieses vergrößerte Preußen selbst sehen. Eine Vergrößerung Preußens würde den verschärften Widerstand der süddeutschen Staaten hervorrufen und insbesondere nach dem Anschluß Deutsch- Desterreichs an das Reich einen nie dagewesenen Gegensatz und Machtkampf zwischen Nord und Süd bewir ken. Preußen selbst kommt durch die Einverleibung weiterer nichtpreußischer Elemente in die Gefahr, entweder durch deren Ueberwiegen sein eigenes Wesen einzubüßen oder aber in einem Maße der Auflösung zu verfallen, das auch im Interesse des Reichs und der anderen Länder nicht wünschenswert wäre.³) Hier sei bekannt, daß wir befürchten müssen, daß gerade wir Hessen gegebenenfalls mit die ersten wären, die die Parole: Los von Preußen ausgeben würden; auch mit den unbewußten, meist nur im Scherz geäußerten Sympathien und Antipathien muß hier gerechnet werden. Der Anschluß an Bayern oder Württem= berg- Baden muß aus dem gleichen Hauptgrunde mit umgekehrtem Vorzeichen abgelehnt werden. Diese Umbildung würde unmittelbar die Mainlinie wieder erstehen las= sen, da Oberhessen, wie schon erwähnt, diese neue Verbindung nicht eingehen könnte. Es würde ein in sich geschlos= senes Süddeutschland geschaffen, das an den„ Norden" mit der denkbar kürzesten und geographisch wie stammlich am schärfsten abgesetzten Grenze stoßen würde. Der Wegfall der„ hessischen Klammer" müßte die gleiche unheilvolle Folge haben, wie eine Vergrößerung Preußens, die den Widerstand des Südens herausfordert. Im übrigen sei auch hier auf die Möglichkeit hingewiesen, daß in der neuen Einheit der hessische Rest, der in sie eingeht, auf Grund der stammlichen Verschiedenheit und der zahlenmäßigen Geringfügigkeit sich auch nur als beherrschtes Anhängsel fühlen würde. b) So bliebe der Gedanke an die Schaffung einer ReichsGrüner Rasen ✓ Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 37. Fortsetzung. ,, Wir sind uns keiner unsoldatischen oder ehrlosen Handlung bewußt, aber werden den Russen zeigen, daß preußische Offiziere auch am Galgen für Eure Majestät mit Anstand zu sterben verstehen." Als gute Freunde verbrachten sie eine fast heitere letzte Nacht. Gegen Morgen trat ein warmherziger Stabsoffizier in ihre Zelle und rief freudig erregt:„ Sie sind zu lebenslänglicher Zuchthaushaft begnadigt!" Die Herren von Ruville und von Knobelsdorf standen tief= ernst mit gerunzelten Stirnen: ,, Sie freuen sich nicht?" staunte der Russe. Der Aeltere schüttelte den Kopf:„ Nein, Herr Oberstleutnant! Preußische Offiziere sehen teinen Unterschied zwischen schmählichen Tod und schimpflicher Haft." „ Gießener Zeitung" - provinz Hessen. Diese Regelung würde zweifellos die Schwierigkeiten und Gefahren, die zur Ablehnung der anderen Vorschläge geführt haben, vermeiden. Das heutige Hessen bliebe verwaltungsmäßig,- auch bezüglich seiner kulturellen Verwaltung, eine Einheit und könnte, wie bisher, als„ Klammer" des Reiches an seiner empfindlichsten Stelle, dem westlichen Ende der Mainlinie, dienen, an der Stelle, an der schon immer die französische Politik den Meißel anzusetzen suchte, um das Reich in Nord und Süd auseinanderzusprengen. Soweit Hessen als politischer Faktor im Rahmen des Reiches noch in Frage käme, könnte es nur im Reichsinteresse wirksam werden. Die Wir sind aber der Ansicht, daß eine Lösung, die einfach das heutige Hessen als Reichsprovinz erklärt, eine Halbheit bleibt gegenüber den Aufgaben, die sich uns angesichts des hiermit nun einmal angeschnittenen Problems der Reichsreform aufdrängen. Die Auflösung Hessens bringt den Stein unweigerlich ins Rollen, wenn es auch der Bequemlichkeit und Verantwortungsfurcht unserer Tagespolitiker noch so ungelegen kommt. ,, bequemeren" Lösungen bergen, wie wir gesehen haben, zufünftige Gefahren in sich, für deren Abwendung wir uns verantwortlich fühlen. Wir werden deshalb zu einer grundsätzlichen Entscheidung gedrängt. Wir hätten es ohne diesen Zwang für unzweckmäßig gehalten, jetzt schon die Frage der Reichsreform aufzurollen ³). Nun aber muß eine Grundlage gefunden werden auf der die hessische Frage in einer Weise gelöst werden kann, daß diese Lösung wiederum zum Ausgangspunkt einer organischen, gesunden Lösung des größeren Problems werden fann. Deshalb muß die Frage der Reichsreform soweit in Betracht gezogen werden, als dies heute möglich und für unsere Aufgabe notwendig ist. Schluß folgt. Sie waren nur zwanzig Jahre alt und schuldlos, aber mußten Ketten und Sträflingsjacken für König und Vaterland tragen. Andere Dulder fanden den schauerlichen Tod von lebendig Begrabenen durch Verschüttung oder starben in Qualen unter den Händen französischer Folterknechte. Alle aber santen für Kaiser und Reich unter grünen Rasen oder blaue Wellen als eine Saat kommender deutscher Herrlichkeit. Er sah den Sieg und glaubte das Läuten der Glocken zu hören. Sie jubelten nicht nur zwischen Njemen und Rhein. Die ehernen Zungen alter Reichsmarken um Riga und Antwerpen flangen darein. In einem besiegten Vaterland aber mochte er nicht leben. Und an Elisabeth durfte er nicht denken. Er sah auf seine Leute. Vier saßen um die Taschenlampe in der Hand des Zentralmaats mit baumelnden Beinen auf dem Stahl um das Luk zwischen Turm und Zentrale. Wulfin nahm Spielkarten aus der Tasche. Nee, laß man," meinten die Anderen. Er seufzte wohl in Gedanten an seine Frieda. Schwerer drückte die stickige Luft. Das Dämmern hinter den Glasscheiben schwand. Oben lag Dunkelheit auf dem Meer. Die Müden suchten einen Platz, um sich auszustrecken. Mit leisem Knipsen verlosch die letzte Lampe. Da tam die Nacht, die lange, lange Nacht. ,, U- 444 allerdings drei Wochen überfällig, aber noch mit Gefangennahme der Besatzung zu rechnen," drahtete Kapitänleutnant Hiedring auf einen Brief des Premierleutnants a. D. und Majoratsherrn v. Drewig in Priedelsdorf. Schreiben mochte er nicht, denn die Hoffnung, den lieben Drewig mit seinen Leuten wiederzusehen, begann zu schwinden. U- 444 war auf dem Rückmarsch durch die Frische See einem längst in der Werft liegenden Boot begegnet. Die Rommandanten hatten Nachrichten ausgetauscht, und Drewig sagte, er könne sich nur noch zehn Tage in See halten. Die Zeit war Das Arbeitsverhältnis wird durch die Werksbeurlaubung weder unterbrochen noch beendet. Grundsätzliche Entscheidung des Reichsarbeitsgerichts vom 30. November 1927. sk.( Nachdruck verboten.) Der Arbeiter D. war bei der Maschinenfabrik AugsburgNürnberg A.-G., Werk Nürnberg am 24. 2. 25. eingetreten, wurde am 20. 1. 26. werkbeurlaubt und am 6. 3. 26. aus der Werksbeurlaubung entlassen. Mit der Klage forderte er die ihm zustehende Urlaubsvergütung, welche Beklagte verweigerte, da nach§ 28 des Kollektivabkommens für die Metallindustrie in München, Nürnberg, Augsburg und Fürth der Kläger im gleichen Betriebe ein Jahr ohne Unterbrechung hätte tätig gewesen sein müssen, um Anspruch auf Urlaubsvergütung erheben zu können; dies sei aber nicht der Fall, da das Arbeitsverhältnis durch den Werksurlaub unterbrochen worden sei. Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Nürnberg gaben der Klage statt, das Reichsarbeitsgericht wies die Revision der Beklagten zurück, indem es in seinen Entscheidungsgründen in der Hauptsache ausführt: Die Werksbeurlaubung hat sich erst in den letzten Jahren herausgebildet. Die Einschränkungen und vorübergehende Stillegungen, die das Wirtschaftsleben mit sich brachte, ließen es für Arbeitgeber und nehmer wünschenswert erscheinen, das Arbeitsverhältnis nicht durch Kündigung oder Entlassung zu beenden. Der Arbeitgeber wollte für eine demnächstige Wiederaufnahme des Betriebs seine bishe= rigen Arbeiter zur Verfügung haben, und der Arbeitnehmer, der anderweit doch keine Arbeit finden konnte, wollte sich die Möglichkeit, an seiner alten Stelle wieder eingestellt zu werden, erhalten. So kam man zur Werksbeurlaubung. Der Arbeitnehmer leistet während ihrer Dauer keine Arbeit und erhält keinen Lohn. Er steht aber dem Arbeitgeber zur Ver= fügung und kann im Bedarfsfalle jederzeit wieder einberufen werden. Nr. 21. Gamstag, den 10. geht durch fie. Es ist Folgen wir der Der Lohn. Wir werde geben. Unfere Tage fie an Not und Leid ge hen, zu lindern und j mehr es anderen v trägt und lindert und Das ist das Gehe C Nur erit soviel, w einziehen tann! Nur tagssonne aus ihrer G Sträußchen Veilchen, im Herzen zu schwinge daß man ein Liedchen Der Mensch ist ja tur anbetrifft. Es gi mals ein reifes Nehr in einem Walde war Das Dienstverhältnis wird also durch die Werksbeurlau: bung nicht beendet, die Rechte und Pflichten der Vertragsparteien bestehen vielmehr fort und sind nur insoweit ausge setzt, als auf der einen Seite kein Lohn gezahlt, auf der anderen keine Arbeit geleistet zu werden braucht. Sängt also von der Dauer des Arbeitsverhältnisses und lediglich von ihr der Erwerb eines Anspruchs auf eine Vergünstigung ab, so steht diesem die Werksbeurlaubung nicht entgegen, auch während ihrer Dauer kann der Anspruch an sich erworben werden. Der Einwand der Beklagten, es sei unter den Worten des§ 28 Kollektivabkommens ,, ununterbrochen beschäftigt" eine ununterbrochene Arbeit von einem Jahre zu verstehen, ist nicht be= gründet. Die Beklagte macht zunächst geltend, der Urlaub werde zur Erholung gewährt, er habe also ein Erholungsbe: dürfnis zur Voraussetzung. Das ist irrig. Das Kollektivabkommen enthält keine derartige Bestimmung. Im Gegenteil, es läßt den vertraglichen Urlaub allen Arbeitern zugutekommen. Im übrigen stellt das Abkommen die ununterbrochene Beschäftigung den Dienstjahren gleich und will die Gewährung des Urlaubes nur von dem Ablaufe einer gewissen Zeit abhängig machen. In§ 31 ist nur von einer Unterbrechung des Arbeitsverhältnisses die Rede, also lediglich auf die Dauer des Vertragsverhältnisses abgestellt. Unter der ununterbrochenen Beschäftigung ist danach nur das Arbeitsverhältnis zu verstehen, nicht die ununterbrochene Arbeit selbst. Mit der Praxis ist der Standpunkt der Beklagten völlig unvereinbar und würde dem Kollektivabkommen jeden vernünftigen Sinn nehmen. treten im Leben des Arbeiters Ereignisse ein, die ihn zwingen, eine oder mehrere Schichten zu versäumen. Wenn damit die Beschäftigung im Sinne der Beklagten unterbrochen sein sollte, würde wohl der größte Teil der Arbeiterschaft der Wohltat des Urlaubs verlustig gehen und die Bestimmung nur auf dem Papier stehen. Schließlich wäre es keinem Arbeiter möglich, eine ununterbrochene Dienstzeit von mehreren, insbesondere 15 Jahren, wie sie das Kollektivabkommen vorsieht, zu erfüllen. ( 11-27. Reichsarbeitsgerichtsreferate der Sächsischen Korrespondenz G. m. b. H., Leipzig, Querstraße 13). längst verstrichen. Vor zwei Wochen hatten Funksprüche vergeblich nach seinem Standort gefragt. Neuerdings meldeten englische Zeitungen, ein deutsches U- Boot sei auf der Höhe von Newcastle durch Bomben vernichtet. Anfragen bei anderen Flottillen stellten fest, daß damals nur U- 444 in jener Gegend war. Wenn die Engländer nicht logen, hatten ihre daß noch Nachricht von der Gefangennahme der Besazung kam. Bomben das Boot getroffen. Darum war auch zu bezweifeln, Doch wollte und mußte er noch auf Wiedersehen mit den Vermißten hoffen, obwohl in der Messe Gespräche von Drewiz und U- 444 schnell mit stummen Kopfschütteln endeten. Wenn Kame= raden an der Kammertür mit der Visitenkarte„ v. Drewig, Kapitänleutnant und Kommandant eines U- Bootes" vorüber gingen, drehten sie die Köpfe ab. Es war, als ob des Todes kalte Hand ins frohe Männerleben auf der„ Pommerania" griff. Doch in Priedelsdorf weckte Herrn Hierings Telegramm wirklich Hoffnung. Elisabeth fonnte fast wieder lachen: Rach der letzten Woche Angst wüßte ich ihn lieber in England als auf neuer Fahrt. Auch soll bald ein Austausch von Gefange nen mit England beginnen. Dann kommen sie unseren nach Holland, und Tante bringt auch mich hin. Wir heiraten und leben... ich denke in Haarlem, wo die schönen Blumen wachsen." Tante Bärbchen nickte. Der Onkel versprach sogar, die Hochzeit mitzumachen. Was hätte er nicht zugesagt, wenn der Neffe nur am Leben war! Doch allmählich verlernte Elisabeth das Hoffen und Lachen. Das Leben in Priedelsdorf blieb still. Wohl um die Rede nicht auf Kurt zu bringen, schalt Ontel Karl wieder auf Werner. Am Abend nach seinem Besuch in Berlin war er abgereist und hatte auf seinen Urlaub verzich tet, um zum Regiment zu fahren. Dort meinte er, sei sein Platz. Des Lebens in der Heimat wäre er müde. Seither schickte der Undankbare nur selten einen kurzen Kartengruß. Onkel und Tante erklärten, sie wollten von ihm nichts mehr wissen, aber schenkten um so mehr Liebe von jungen Mädcher Hinter der Kinder Rücken nickten sie einander oft in wehmütiger Freude an ihrem späten Elternglüd zu. Ungetrübt war es namentlich, weil die Mädchen sich endlich wieder in schwesterlicher Liebe gefunden hatten. - Lokales. Sonntagsgedanken. Es All die traurigen Bilder, die vor 2000 Jahren Wirklichfeit waren, ziehen Jahr für Jahr wie ein großer Film an unseren Augen vorüber. Von Station zu Station der Lei= densgeschichte wandern wir mit und vertiefen uns in die ewigen Wahrheiten von Leiden, Sieg und Auferstehung. Sonntagsgedanken zur Passion. Folgen wir der ewigen Liebe, die vor uns her wandelt. Die schwere Zeit drängt uns auf diesen Weg. Weil in der Zeit von Mühsal und Not nur Liebe heilen kann. Aber sie ist heute unter den Menschen ein Fremdling geworden. Lieblosigkeit und Selbstsucht haben zu tief schon Wurzel gefaßt. Der Geiz ist das schmählichste Widerspiel der Liebe ge= worden. Geh zum Geizigen, sag ihm deine Not, klag ihm den Jammer anderer, rede von Hungernden und Frierenden, von Verwahrlosten und Elenden, von Kranken und Sterbenden er bleibt taub. - Das Wohlgefühl, in seinem Gelde zu wühlen, ist größer als der Wehschrei und die Tränen. So viel, viele sind heute in dem dämonischen Banne dieses aus der Tiefe entstiegenen Lasters. Sie denken nicht daran, daß man auch ihnen einst ein Gewand anziehen wird, das keine Taschen hat. Gerda war im Verkehr mit der Jüngeren fühl und zurückhaltend geblieben, bis Elisabeths Bangen um Kurt begann. Als ihr Mitleid erwachte. nahm sie sich der Trauernden als Mütterchen an. Nie durfte Elisabeth allein sein. Zusammen gingen sie in den Wald oder zum Federvieh, in den Kuhstall oder Gemüsegarten. Dort schaltete Gerda, aber vergaß nie die Jüngere zu unterhalten. Den Alten ging das Herz auf, wenn die hübschen Kinder dann Arm in Arm heimtamen. Sie waren wirklich wieder Schwestern. Das fühlte auch Gerda, deren Groll schwand. Sie wachte mit der Jüngeren bis in die Nacht, wenn Elisabeth aus dem Nebenzimmer an ihr Bett trat und klagte, sie fände teinen Schlaf. Bleich und müde, Jetzt ist die Zeit zur großen Umkehr. Viele schon haben erkannt, daß es für ihr Sehnen nach Gold keine ganze Erfüllung gibt, daß die Taschen wohl voll werden, daß aber das Herz leer bleibt. Gold härtet die Herzen und versteinert sie. Horchen wir auf die Zeit. Ein Wimmern und Jammern stand sie dann morgens auf. Vier Wochen waren seit Hiedrings Telegramm vergangen, als sie sich eines Tages weigerte, zum Frühstück zu kommen. Gerda berichtete davon, und Tante Bärb chen ging nach oben, um die in ihr Kopfkissen weinende Elisabeth zu trösten:„ Trink deinen Kaffee hier und bleibe über Mittag liegen!" Sie wußte, daß ihr Geschlecht Kummer und Schmerz am liebsten im Bett umarmte. Doch die Nichte wollte vom Essen nichts hören und schluchzte nur, sie wollte nach Emden fahren. Die alten Dame tüßte ihr die nassen Augen:„ Warum, mein armes, liebes Kind?" „ Um zu sehen, wie er dort lebte, und von seinen Kameraden zu hören, ob ich noch hoffen darf." Die weite Reise in Kriegszeit loďte nicht, aber die Tante versprach, den Onkel um Erlaubnis zu bitten. Der zudte die Achseln:„ Emden ist Kriegshafen wie Kiel oder Wilhelmshaven. glaubt.. Wenn ihr Da brach er ab, weil er von Hoffen und Glauben nicht mehr zu sprechen wagte. Wieder schrieb er an Kapitänleutnant Hiedring, und seine Frau machte ich mit Elisabeth auf den Weg. Der Schlafwagen trug sie nach Bremen Um Mittag stiegen sie in Emden aus dem Personering. Nebel lag über der Stadt. Der Julitag war nicht falt, doch fühlte Elisabeth sich erschauern, denn leer, einsam und tot schien der Ort im weiten Flachland. Ein Kofferträger führte zum Weißen Haus und dort der Wirt an die Gasttarel. Nur alte Herren, zwei ergraute inattive Stabsoffiziere in Uniform und drei bejahrte Zivilisten, saßen am oberen Ende des Ovals. Jugend und Daseinsfreude schienen aus der Stadt gestohen. Die fünf Alten tuschelten leise, als sei es ein Uarecht zu leben. Nach Tisch forderte Tante Bärbchen einen Boten, um Herrn Siedring Nachricht von ihrem Eintreffen zu geben. Der Wirt meinte, den U- Boothafen dürfe niemand ohne Ausweis betreten, und riet, den Brief durch die Post zu senden. Tante Bärbchen warf das Schreiben in den Kasten. Jezt hich es einen ganzen Tag warten. Der Wirt empfahl einen Besuch des Rathauses und zeigte durch das Fenster:„ Es ähnelt dem von Antwerpen, und namentlich die Waffensammlung ist des Betrachtens wert. Wenn der große Sieger von Lüttich, der kleine alte Emmerich, so hoch war er nämlich nur"-- seine Hand lag wagerecht in Höhe der Schultern, aber aus den Augen Sprach Ehrfurcht als kommandierender General während einer Besichtigung bei mir wohnte, vergaß er nie, seine Offiziere hinüberzuschicken." Die Tante dankte für den Rat und wollte gehen. Elisabeth schüttelte den Kopf. Ihr fehlte Lust und Kraft. Nie wieder konnte sie sich an Berg und Wald, an Fluß und Tal, an Städten und Bauten freuen. Die Stunden schlichen, und der nächste Vormittag schien ohne Ende. Erst nach Tisch brachte ein Matrose einen Brief. Herr Hiedring schrieb, der Dienst hindere ihn leider, den Damen vor sechs Uhr abends aufzuwarten. Forijezung joigt hinausgeschwommen fi leine mehr gab. Gol im Schaufenster an. Frühling im Blumeng machen, denn die Nati Die Jugend ist so für Es läßt sich schon dern Landmann, der h get. Der graue Gra es wollen sich schon 2 eine Biene, die noch Razchen und die erster jein. Wir alle haben H tommen. Sehnsucht ü zarten Wolfen am Ho den Sonnenuntergäng feiner Spendefreudigke die Knospen auf, die länger. * Die Gießener den mit Namen Fri unter falschem Namen chaft Altona Aufnahr * Geltungsdauer Sonntagsrüdfahrkarter Gründonnerstag von Samstag, am Osterson am Karfreitag, am G Sonntag, am Ostermo * Anzeigen in v Dom 1. bis 29. Febru Zuwiderhandlungen Radfahrer gegen ver Anzeigen wegen Fahr terme, 9 Anzeigen weg wegen Fahrens mit wegen Fahrens, ohne Bei gen wegen Fahren wegen sonstiger Zum iót. * Keine Weidet Wetters in den letzte herausgekommen. D jung, darüber herzufa der. Es wird durch die für die erste Früh dentäkchen angewief zogen. Das Abschne Dom Weidefäßchen is betten, die Kinder au Befu Ein Beitrag zum Salloh, gnä Langenberg erwarten em Wetter, denn son De angenehm!" Di tors Burbs war be Airantheit, durch Ber natelang ans Saus. und o wartet man eines mittags auf di Stande Fahrt von umten Städtchen. mlerische Winkel h blflich sind wir ger der präsentiert sich Sntionsgebäude von bitt. Wenden wir u Epen am Fuße des S Surtder" weist uns de lete Treppen zu stei chrichtig funktionie nntlich, infolgedeffen. ht mit impojantem Dorgestellt hatte; in welchem die Bürge Set find wir auf de ns, und schon grüßt Sendetürme, schlank lich stellt man Ver Dern wohlbekannte 100 Meter des Lang Danhöhe, also auch i im Bereich der 12 000 ngstafeln, die wied Die Sendetürme nem Rajen jahreiter e zweite Funkturm, i ichtbar ist, beide Gitt bage die 110 Meter la etäude offenbart bie Nr. 21. Die Wertsbeurlau en der Vertrags: t insoweit ausge hlt, auf der ande Sängt also von glich von ihr der gung ab, so steht en, auch während ben werden. Der Worten des§ 28 igt" eine ununterehen, ist nicht be: tend, der Urlaub es ein Erholungsbe Das Kollettivab Im Gegenteil, ern zugutekommen. erbrochene Beschäf ie Gewährung des en Zeit abhängig chung des Arbeits: e Dauer des Vernterbrochenen Be tnis zu verstehen, der Praxis ist der r und würde dem in nehmen. Es , die ihn zwingen, Wenn damit die brochen sein sollte, t der Wohltat des ing nur auf dem Arbeiter möglich, n, insbesondere 15 rsieht, zu erfüllen. Sächsischen Korre 13). Jahren Wirklich n großer Film an Station der Lei en uns in die ewi ferstehung. en wir der ewigen ere Zeit drängt uns Rühsal und Not nur ein Fremdling ge zu tief schon WurDiel der Liebe ge Not, flag ihm den d Frierenden, von und Sterbenden- wühlen, ist größer iel, viele sind heute Tiefe entstiegenen an auch ihnen einst Tchen hat. 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Unser Herz wird umso froher, je mehr es anderen von ihrem Schmerze fortnimmt, ihn selber trägt und lindert und dadurch Menschenseelen beglückt. Das ist das Geheimnis der Passion. Ein Hauch Frühling Nur erst soviel, wie man mit einem tiefen Atemzug in sich einziehen tann! Nur erst die wärmere Luft, die die Nachmit tagssonne aus ihrer Gleichgültigkeit erweckt hat! Nur erst ein Sträußchen Veilchen, die so zärtlich durften und es beginnt im Herzen zu schwingen und zu schwellen, traulich und heimlich, daß man ein Liedchen summen möchte. - Der Mensch ist ja so sehr bescheiden geworden, was die Natur anbetrifft. Es gibt alte Leute in der Stadt, die noch niemals ein reifes Aehrenfeld gesehen haben, die noch nie allein in einem Walde waren, noch nie durch das Schilf eines Sees hinausgeschwommen sind auf die freie Fläche, wo es keine Badeleine mehr gab. Solche Pflastertreter sehen sich den Frühling im Schaufenster an. Sie kaufen vielleicht auch ein Stückchen Frühling im Blumengeschäft, aber nur, um die Mode mitzumachen, denn die Natur fängt wieder an, Mode zu werden. ,, Die Jugend ist so für Natur! Es läßt sich schon wieder draußen wandern. Man begegnet dem Landmann, der hinter dem Pflug und hinter der Egge geht. Der graue Grasrain zeigt die ersten grünen Spitzchen; es wollen sich schon Blättchen bilden. Man trifft auch schon eine Biene, die noch ganz schlaftrunken ist. Sie suchen die Kätzchen und die ersten Blümchen, aber wie hungrig mögen sie jein. Wir alle haben Hunger nach dem Frühling. Der Lenz muß tommen. Sehnsucht über Sehnsucht steigt empor, wenn man die zarten Wolken am Horizont hinschweben sieht, wenn die glutenden Sonnenuntergänge dieser Tage das herrliche Gestirn mit seiner Spendefreudigkeit vor die Augen zaubern. Schon brechen die Knospen auf, die Blättlein entfalten sich, die Tage werden länger. * Die Gießener Kriminalpolizei warnt vor einem Reisenden mit Namen Frizz Höhnes, geb. am 31. Januar 1900, der unter falschem Namen für die Deutsche Lebensversicherungsgesellschaft Altona Aufnahmegebühren erschwindelt. * Geltungsdauer der Sonntagsfahrkarten an Ostern. Die Sonntagsrückfahrkarten gelten zu Ostern: zur Hinfahrt am Gründonnerstag von vormittags 12 Uhr an, am Karfreitag, am Samstag, am Ostersonntag und am Ostermontag; zur Rückfahrt am Karfreitag, am Samstag bis 9 Uhr vormittags, am Ostersonntag, am Ostermontag, am Dienstag bis 9 Uhr vormittags. * Anzeigen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. In der Zeit vom 1. bis 29. Februar 1928 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 21 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 9 Anzeigen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 7 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 7 Anzeigen wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 8 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen und 47 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. * Keine Weidefäßchen abreißen! Infolge des gelinden Wetters in den letzten Wochen sind an den Weiden die Triebe herausgekommen. Das gibt vielen Unverständigen Veranlas= sung, darüber herzufallen und die Zweige in Massen abzuschneiden. Es wird durch diese Unsitte in der Hauptsache den Bienen, die für die erste Frühlingstracht fast ausschließlich auf diese Weidenkätzchen angewiesen sind, ihre Hauptnahrungsquelle ent= zogen. Das Abschneiden sowie das Feilbieten und der Verkauf von Weidekätzchen ist strafbar. Eltern und Lehrer werden ge= beten, die Kinder auf dieses Verbot hinzuweisen. Besuch in Langenberg. Ein Beitrag zum 1. Geburtstag des Rhein- Ruhr- Senders. ,, Halloh, gnädige Frau, wann darf ich Sie einmal in Langenberg erwarten? Aber kommen Sie bitte nicht im schlimmSten Wetter, denn sonst ist der Zugang zu uns herauf nicht getade angenehm!" Die Mahnung des Herrn Telegrapheninspekfors Wurbs war berechtigt, aber schwer zu beherzigen, denn Krankheit, durch Berufsstrapazen erworben, fesselte mich monatelang ans Haus. Doch auch der Winter bringt schöne Tage, and o wartet man denn, treu beschützt( weil Rekonvaleszent), cines mittags auf die Elektrische nach Langenberg. Eine gute Stunde Fahrt von Elberfeld aus, und wir sind in dem verträumten Städtchen. Das heißt, daß es verträumt ist und viele malerische Winkel hat, haben wir erst später festgestellt. Augenblicklich sind wir gerade gegenüber dem Bahnhof gelandet, und der präsentiert sich mit einem der berühmten fabrikartigen Stationsgebäude von ausgemachter- na, sagen wir Nüchternheit. Wenden wir unseren Blid erfreulicheren Zielen zu: wir Stehen am Fuße des Hordtberges, und ein Schild ,, Aufgang zum Gender" weist uns den rechten Weg. Es gilt, viele neu ange= legte Treppen zu steigen und dabei zu erproben, ob das Herz noch richtig funktioniert. Ja, es geht, die gute Laune hebt sich merklich infolgedessen. Der Hordtwald umfängt uns, und zwar nicht mit imposantem Rauschen ragender Wipfel, wie ich es mir vorgestellt hatte, sondern als ein braver kleiner Stadtwald, in welchem die Bürger ihr Quantum Ozon einnehmen können. Jetzt sind wir auf der Höhe angelangt, ein Plateau liegt vor uns, und schon grüßt in nächster Nähe der erste der beiden Sendetürme, schlank und schön gen Himmel steigend. Unwilltürlich stellt man Vergleiche an mit einer anderen, uns Rheinländern wohlbekannten Turmgröße, dem Kölner Dom: diese 100 Meter des Langenberger Senders sind zwei Drittel der Domhöhe, also auch schon ein recht stattliches Maß. Daß wir im Bereich der 12 000 Voltspannung sind, verraten uns Warnungstafeln, die wiederholt auf Lebensgefahr bei Annäherung an die Sendetürme aufmerksam machen. Auf noch graugrünem Rasen schreiten wir auf das Senderhaus zu, hinter dem Der zweite Funkturm, in 250 Meter Entfernung von dem ersten, sichtbar ist, beide Gittermasten halten schwebend in luftiger Söhe die 110 Meter lange T- Antenne. Ein Gang ums Sender= gebäude offenbart die schmude Sauberkeit der ganzen Anlage. sweis betreten, und n. Tante Bärbchen hich es einen gan en Besuch des Rat Es ähnelt dem von mmlung ist des Be on Lüttich, der fleine nur"-- feine Hand aber aus den Augen er General während ger nie, feine Offi wollte gegen. Elifa und Kraft. Nie wie an Fluß und Tal, an fte Vormittag fchien Matrofe einen Brief hn leider, den Damen Gottjegung joigt ,, Gießener Zeitung" * Haftung der Ehefrau für die Steuer. Für die Einkom mensteuer des Ehemannes haftet u. U. die Ehefrau. Ein Ehemann war mit 55 Mark im Rückstand. Die Pfändung blieb fruchtlos. Das Finanzamt forderte die Ehefrau auf, zu zahlen. Sie legte Beschwerde ein, die das Finanzamt als Einspruch zurüdwies. Finanzgericht und Reichsfinanzhof wiesen die Berufung zurüd. Die Mieteinnahmen der Frau waren dem Einkommen des Ehemannes hinzugerechnet worden. Die Ehegatten waren demgemäß zusammen veranlagt worden. Daß der Steuerbescheid lediglich dem Ehemann zugestellt worden ist und daß die Beschwerdeführerin auf die Steuererklärung und die Festsetzung der Steuer teinen Einfluß gehabt hat, ändert an der Haftung nichts. Aus Nah und Fern. Großen- Bused. Die Beteiligung an der Haussammlung zu Gunsten des geplanten Kriegerdenkmals war sehr gut. Der eingegangene Betrag beläuft sich auf über elfhundert Mark. Großen- Linden. In diesem Jahre kann die hiesige Likör-, Gährungs- Essig- Fabrik und Brennerei von Krause& Co. auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Bis auf den Gründer der Firma, gehören alle seitherigen Inhaber einer Familie an, die es verstanden hat, den Betrieb ständig auszubauen und sich durch ihre Produkte viele Freunde zu erwerben. Friedberg. In mehreren Orten der Wetterau ist unter den Schweinen die Rotlauffeuche ausgebrochen. Friedberg. Das Politechnikum sich sein Wintersemester mit 580 Studierenden. Das Sommersemester nimmt am 17. April seinen Anfang. Schotten. Auf der Herchenhainer Höhe bei Herchenhain im Vogelsberg soll eine Segelflugschule errichtet werden. Eine Flugzeughalle soll in Kürze in Bau genommen werden. Viernheim. Hier brachte eine Kuh zwei zusammengewach= sene Kälber zur Welt, die zusammen einen Kopf hatten, doch acht Beine, zwei Schwänze, aber nur drei Ohren aufwiesen. Das Tier wurde getötet. Eisenroth. Beim Reinigen seiner Pistole löste sich ein Schuß und verletzte den Ziegelarbeiter Mellies durch Lungenschuß schwer. Groß- Gerau. Der Plan des Gemeinderats, das altertümliche Rathaus zu einer Gedächtnishalle für die Opfer des Weltfrieges umzugestalten, hat nunmehr die Genehmigung des Denkmalpflegers für Hessen gefunden. Die Staatsregierung wird um die Bewilligung eines Zuschusses ersucht werden. Mainz. In der letzten Stadtverordnetenversammlung gab es Entrüstungsstürme, weil sich aus dem Haushaltsplan der Stadt Mainz für 1928 ein Fehlbetrag von zweieinhalb Millionen ergab. Der Oberbürgermeister glaubt durch Verschärfung der Vergnügungssteuer und Erhöhung der Grund- und Gebäudesteuer den Fehlbetrag auf 1% Mill. RM. herabmindern zu können. Bingen. Hier ist das Gerücht verbreitet, daß die Hessische Höhere Bauschule nach Mainz verlegt werden solle, da die Stadt Bingen die anteilmäßigen Kosten nicht mehr zu tragen in der Lage sei. Wezlar. Vor einigen Tagen wurde in den Abendstunden ein 8jähriger Knabe von einem unvorschriftsmäßig fahrenden Motorradfahrer überfahren und schwer verletzt. Der Motorradfahrer ließ den Jungen liegen und fuhr mit höchster Geschwindigkeit weiter. Limburg. Ein junges Mädchen, das ihr Kind nach der Geburt tötete, wurde zu zwei Jahren und 1 Monat Gefängnis verurteilt. Dillenburg. Die Hardtermühle wurde mit sämtlichen Nebengebäuden das Opfer eines Großfeuers. Der Besitzer ist nur gering versichert. Dillenburg. Unter dem Verdacht, Amtsgelder unterschlaAn der Ostseite schweist das Auge frei über den Horizont und entdeckt die Kuppen einer Bergkette, die der Landschaft ein prächtiges Relief geben. Wir treten ins Haus, und dort empfängt uns der Herr des Hauses, Herr Tel.- Insp. Wurbs, mil freundlichem Willkomm. Die Halle, irgendwo als Ausstellungshalle aufgekauft, hat sich recht zweckmäßig zum Sendehaus umbauen lassen. Herr Wurbs übernimmt die Führung durch sein Reich. Zunächst, und dies ist sehr praktisch, stellt er uns schematisch auf einer Tafel den komplizierten Prozeß der Transformatoren und Gleichrichtung des vom Elektrizitätswerk Kupferdreh kommenden Drehstroms in den für die Hauptsenderöhren nötigen Anodenstrom dar. Wir bewundern den Hochspannungsraum mit Vorsicht, denn es heißt überall: ,, Nichts berühren! Sonst fönnen Sie sich in drei Tagen beerdigen lassen." Gleiche Gefahr droht natürlich in jedem anderen der Betriebsräume, und wir sind auf unserer Hut, obwohl wir gern aufs gründlichste jeden Winkel vor und hinter den Maschinen in Augenschein nehmen. Da ist der hochinteressante Gleichrichterraum mit dem Hauptbetriebstransformator, in welchem Spannung von 380 Volt auf 12 000 Volt herauftransformiert und durch sechs wassergefühlte Gleichrichterröhren sechsphasig gleichgerichtet wird, zur Verwendung als Anodenspannung für die Hauptsenderöhren. Jeder kleinste Restton wird aus dem gleichgerichteten Strom noch durch eine besondere Siebkette entfernt. Im benachbarten großen Maschinenraum finden wir das Prunkstück der ganzen Sendeeinrichtung, eine prachtvolle, dreizehnfeldige Maschinenschalttafel aus Marmor mit 25 Meßinstrumenten. Hervorragend praktisch ist die Kühlanlage und die elektroosmotische Wasserreinigungsanlage zur Enthärtung des benötigten Kühlwassers. Die Kreiselpumpe fördert 5000 Liter Wasser pro Stunde, und ein außerhalb des Gendergebäudes gelegener Kühlraum von 18 Meter Höhe dient der Rückfühlung des Wassers zum Wiederverbrauch. Eine Pumpstation für die Wasserversorgung be= findet sich in der Tahlsohle von Langenberg. Nachdem wir im Maschinenraum die interessante Wirksamkeit des Osmose- Apparates, durch die Kalfgehalt und sonstige Unreinigkeiten des Wassers entfernt werden, beobachtet haben, steigen wir auch in den Keller hinab, um uns die gewaltigen vier Wasserkessel, die je 20 Kubikmeter fassen, anzusehen. Drei davon enthalten Rohwasserreserve und einer enthärtetes Wasser als Reserve. Die Kessel müssen natürlich öfter gereinigt werden. Um ein Roſten Nr. 21. S Bleiben Fur Aandhaft FRANCK SCHUTZMARKE wenn der Versuch gemacht wird, Jhnen an Stelle von Aecht Franck ein beliebiges Zichorien= fabrikat aufzureden! Es gibt für Aecht Franck nichts Gleichwertiges. Dafür bürgen unsere 100 jährigen Erfahrungen auf dem Gebiet der Zichorienkaffee- Erzeugung. Verlangen Sie ausdrücklich Aecht Franck mit der Kaffeemühle. gen zu haben, wurden in Haiger ein Oberstadtsekretär und ein Polizeibeamter verhaftet. Haiger. Ein Explosionsunglück hat sich auf der Grube Gosenbach zugetragen. Dort stießen die Bergleute Schade und Hafer bei Bohrarbeiten auf ein altes Sprengloch, in dem sich noch Sprengstoff befunden haben muß. Es kam zur Explosion, bei der beide Bergleute lebensgefährliche Verletzungen am ganzen Körper davontrugen. Steinau a. d. Str. Der 13jährige Volksschüler Philipp Hufnagel erblickte in dem bei der Badeanstalt abzweigenden großen Mühlgraben einen mit den Wellen kämpfenden 5jähri= gen Jungen. Hufnagel sprang ins Wasser, und obwohl der Ertrinkenden ihn selber in größte Gefahr brachte, gelang es ihm, den Jungen unter Aufbietung aller Kräfte ans Land zu bringen. Gelnhaar. Ein sieben Jahre altes Mädchen bekam von der Mutter ein Markstück zum Einkaufen, das es, um zu spielen, in den Mund nahm. Hierbei verschluckte es im Eifer die Münze, die sich unterhalb des Kehlkopfes festsette. Das Kind mußte nach Gießen in die Chirurgische Klinik gebracht werden. Rüdesheim. Die Zahnradbahn auf den Niederwald wird am 1. April ihren Betrieb wieder eröffnen. Typhus im Regierungsbezirk Koblenz. Im Regierungsbezirk Koblenz sind 32 Personen nach dem Genuß von Milch, die aus einer Sammelmolkerei stammte, an Typhus erkrankt. Ein Fall ist tödlich verlaufen. Betzdorf. Auf der Grube„ Friedrich Wilhelm" wurde Bergmann Seifner verschüttet. Er konnte zwar noch lebendig geborgen werden, starb aber kurz darauf. Er hinterläßt Frau und vier Kinder. Naumburg. Die Steuer auf Jazzbandmusik wurde aus volkserzieherischen Gründen um 50 Prozent erhöht. Berlin. Wegen Mißhandlung ihres zehnjährigen Mädchens wurde die Arbeiterfrau Werner zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt, während der Stiefvater des Mädchens einen Monat Gefängnis erhielt. Der hinzugezogene Arzt erklärte, daß ihm ein derartiger Fall von Grausamkeit noch nicht vorgefommen sei. Das Kind war fast täglich gezüchtigt worden und sein ganzer Körper war mit Striemen, Wunden und Beulen bedeckt. möglichst zu vermeiden, sind sie kürzlich sorgfältig auch innen angestrichen worden; ein Handwerker hatte mit dem Anstrich eines Kessels jeweils acht Tage zu tun, natürlich im Innern des Hohlraums bei künstlichem Licht arbeitend. Eine angenehme Arbeitsstätte! Wir kehren an die Oberwelt zurück und betreten den 14X10 Meter großen Senderaum. Hinter der Senderschalttafel mit den Schaltgriffen und Meßinstrumenten für die Bedienung des Senders sind übersichtlich die drei Stufen des Senders von 04 KM.( 1 Röhre), 3 KW.( 2 Röhren) und 60 KW.( 3 Röhren) mit ihren Abstimmitteln, Kondensatoren und Spulen, sowie den Röhren aufgebaut. Es gibt genug hier zu schauen, aber wiederum dürfen wir alles nur in respektvoller Entfernung bewundern. Ein Fernsprech- Schaltschrank enthält die Verbindungen mit den Besprechungsstellen in Köln, Aachen, Düsseldorf, Elberfeld, Dortmund und Münster. Nicht weniger als sechs Leitungen, davon drei in Sonderkabel, führen nach Elberfeld, wo die jeweilige Umschaltung mit den Besprechungsräumen stattfindet. Der Elberfelder Verstärkerraum ist bekanntlich die wichtigste Umschaltestelle für das ganze Gebiet des Westdeutschen Rundfunks. Orchestermusik ertönt aus einem Lautsprecher. Es ist die Zeit des Nachmittagskonzerts. Herr Wurbs verspricht uns ein interessantes Experiment zu zeigen, wie stark die Luft im Raum mit Elektrizität geladen ist. Wir treten hinter der Schalttafel in den Kreis der stärksten Anodenspannung, die technischen Beamten nennen ihn scherzend den„ Hochfrequenzzirkus". Luftleere oder mit Gas gefüllte Glasröhren, die man hier in die Luft hält, glühen auf und lassen phosphoreszierend das Durchgehen des Hochfrequenzstromes erkennen. rühren uns gegenseitig leicht mit den Fingerspigen; die Haut verbrennt fnisternd und bekommt einen Brandflecken. Fabelhaft wirkt ein anderer Versuch: Aus einem frei stehenden Kondensator zieht der Assistent des Herrn Wurbs vermittels eines Schlüssels einen Flammenbogen. Der Lautsprecher wird für einen Augenblid abgestellt, und, wunderbar, wir hören auf dem Flammenbogen die Fortsetzung des Konzertes. Wir be= So sind ein paar Stunden im Nu vergangen bei unserer Wanderung durch das technische Wunderreich des Rundfunks. ( Entnommen aus dem Heft 3 der Wochenzeitschrift„ Der deutsche Rundfunk".) Nr. 21. Samstag, den 10. März 1928. Arzt und Seelsorger. Unter Aerzten und Pfarrern ist, ausgehend von der Provinz Sachsen, eine Bewegung entstanden, die erkannt hat, wie notwendig und heilsam ein Zusammenwirken von Aerzten und Pfarrern im Interesse der ihnen anvertrauten Mitmenschen sein müßte. Die neue Bewegung, die das Psychische im Leben des gesunden und namentlich auch des kranken Menschen gefunden hat, mußte dazu führen, daß eine Verständigung zwischen denen gesucht wird, die mit der Psyche zu tun haben, namentlich den Aerzten und Pfarrern. Sehr wesentlich hat das wissenschaftliche Institut für Weltanschauungskunde in der Lutherstadt Wittenberg zur Annäherung der beiden Berufe, die von verschiedenen Standpunkten aus mit dem leidenden Menschen zu tun haben, beigetragen. Auch an dem apologetischem Seminar in Spandau haben erfolgreiche Konferenzen von Angehörigen beider Berufe stattgefunden. Die erste Versammlung in Hessen zwischen Aerzten und Pfarrern fand auf Anregung des Konsistorialrates Dr. Rhoden- Halle in Hungen in Oberhessen am 21. Februar statt. Sie war von mehreren Pfarrern und Aerzten besucht. Pfarrer Ködding von Eberstadt bei Lich referierte über das Thema„, Welche gemeinsamen Aufgaben stellt der organische Zusammenhang von Leib, Seele und Geist den Aerzten und Pfarrern?" Aus der prinzipiellen Darlegung des normalen Menschen als einer wunderbaren und liebevollen Schöpfung Gottes ergaben sich nach der Meinung des Redners vier gemeinsame Aufgabenkreise, den Entwicke lungsstufen eines Menschen entsprechend: 1. Die Kindheit mit der Kinderpflege und den Erziehungsfragen, wobei auch die Vererbungslehre mitspielt; 2. Die Jugendzeit mit ihren mannigfachen Gefahren der äußeren Versuchungen und inneren Verirrungen, beide auf Grund der körperlich- seelischen Entwickelung in diesem Alter; 3. Das Ehe und Familienleben; 4. Die Krankenbehandlung. Auf all den genannten Gebieten begegnen sich naturgemäß der Arzt und der Seelsorger; aber wie wenig haben sie Preisfrage kisum tbiertrev eleiv esöb neknadeg Jeder Löser dieses Sinnspruches erhält zwecks Einführung d. von mir hergestellt. Sprech- Apparat Grösse 30X30X22 cm Holzgehäuse mit Haube, mahagonifarben starkem Werk f.25 cm- Platte, la Glimmerschalldose, trichterlos, zum Fabrikpreis v. Rmk. 9,20 franko inkl. Verpack., ohne jegl.sonstige Bedingung, geg.Nachnahme. Teilen Sie in Ihrer Lösung mit, ob Sie den Appar.schwarz o. mahagonifarb. wünsch. Eugen Wirthmann Sprechapparate- Fabrikation Nürnberg, Hintere Sterngasse 3. " Gießener Zeitung" bisher Hand in Hand gearbeitet und dabei doch wohl empfunden, daß sie sich einander ergänzen müßten, oder daß der eine ohne den anderen in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen, in den schwierigen Ehefragen bedrohter Familien sowie an der Beeinflussung der Kranken nicht recht fertig werden tann. Darum schlug der Vortragende Arbeitsgemeinschaften vor, wie sie ja anderwo schon mit guten Aussichten begründet worden sind. Nach ihm wurde Herr Dr. med. Aubel von Gießen( Gartenstraße 10) um seine Ansicht gebeten. Mit seinen zustimmenden Ausführungen gerade auch zu dem ersten ( prinzipiellen) Teil des Vortrages gab er ein fein ergänzendes Korreferat. Er sagte u. a.: Leib( Psychologie), Seele und Geist des Menschen streben von Natur aus nach vollkommenen Funktionen und edelster Betätigung. Religion, Ethik und Kunst sind die natürlichsten, instinktivsten und notwendigsten Bedürfnisse des Menschen. Das Streben nach ihnen sind die mächtigsten Triebe des Menschen. Die Unterdrückung dieser Triebe und der Entfaltungskraft ist die Ursache aller körperlichen, seelischen und geistigen Krankheiten.- Aerzte und Pfarrer müssen fünftighin genügend von allen Teilen des Menschen Verstehen. Die gleichzeitige Hilfe einer Funktion in allen drei Teilen hat sich nach meiner Erfahrung als der richtigste und idealste Weg erwiesen, usw. Auf Vorschlag des anderen Arztes, Herrn Dr. Kaht von Gambach, der betonte, daß Pfarrer und Arzt vor allem als Mensch zum Menschen, als der mitfühlende, verstehende Freund dem Kranken nahen müsse, wurde beschlossen, daß zunächst die Jugendpflege planmäßig in Angriff genommen werden soll. Deshalb wurden in den vorläufigen Arbeitsausschuß gewählt die Herren Dr. Aubel und Dr. Kaht, sowie Pfarrer Weber- Trais- Horloff und Ködding. Es wurde aber auch für richtig befunden, gerade für dieses Arbeitsgebiet einen bewährten Pädagogen aus der Lehrerschaft in den Ausschuß zu bitten. Seine erste Sitzung gedenkt der Ausschuß in etwa 14 Tagen in Gießen zu halten. Er wäre erwünscht, wenn jetzt schon aus den Kreisen der Lehrer, Aerzte und Pfarrer Mitteilungen über die tatsächlichen Zustände, Nöte und Bestrebungen der Jugendlichen, aber auch Vorschläge und Anregungen den genannten Herren vermittelt werden könnten. Hiernach würde er um so richtiger sein Arbeitsprogramm entwickeln. Rheila Perlen Stündlich 1-2 schützen Dich vor Husten und Erkältung Schacht. Mk.1.- nur in Apotheken u. Drogerien Gießen: Central- Droger. E. Karn, Kaifer- Drogerie E. Noll, Löwen- Drogerie, W. Kilbinger. Kyffhäuser- Technikum Frankenhausen. Ing u.Werkmstr.- Abt. f.Masch.- u.Automobilb. Schwachu.Starkstr.- Technik. Aelt. Sonderabt. f. Landm..Flugt. Garantiert reinen Bienen: Honig Blüten( Schleuder)- ohne Zuckerfütterung 10- Pfd.- Dose 10.50 Rmk. halbe 6.50 Rmt., Auslese dose 12.- Rmk. halbe 7.- Rmf., frei Nachnahme. Garantie Zurückn. 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Beam Amtlich wird Dem Landtag wefezes nebst der | chluzfaffung_von Find, gegenüber de Beamtenorganisati einige Verbesserun ift auf der Grund und lehnt sich, fow dern eine andere die in den Nachbar getroffen worden tes, durch Einlege gelten, nicht in üft bei ihnen eben Fes, durch Einleg Der Reichsbesoldu aber durch den 2 enden Verhältnis Der unteren Grup eine Verbesserung Thiedenen Grupper Howeit es sich nur Beamten wird du Reichsbeamten und fenen Anordnungen regelung vorgeschla werden fonnte und ohne Vorteile blei Sozialdem Bu einer öffe partei in Jmjen, S Sildesheim, am 2. Einheitsstaat und fozialdemokratische Sildesheim, folgen tommenden Wahle befannt zu werden