Rr. 70 oden 11. mer Ar 1 Ram em j and la De Ra au dra De So n die Speid of binar Reifen. on Gat gere dhjen Der S ewachjer tel etm 5 Kin Rad han, Freih 9 zur Lebens. d Gießen 1 en" aftsrereien edeen", fene ch hne men en, und tigen aben ter mmen Kosten nnten 1, Zeden, Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Der Reichspräsident hat sich Donnerstag abend mit dem fahrplanmäßigen Zuge zum Besuche seines Gutes Neuded( Kreis Rosenberg) nach Ostpreußen begeben. Der Aufenthalt in Ost: preußen, der teinerlei offiziellen Charakter hat, wird etwa eine Woche dauern. Reichsarbeitsminister Wissell hat die Spitzenverbände der Arbeitnehmer zu einer Konferenz im Oktober geladen. Der Führer des Reichsbanners, Hörsing, hat öffentlich gegen den Beschluß des Breslauer Reichsbanners, Hindenburg nicht zu empfangen, scharf Stellung genommen. Der Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, hat seine Urlaubsreise nach Deutschland angetre= Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 8. September 1928 bleme seien auch England, Italien und Belgien zu hören. Am gestrigen Nachmittag stattete Briand dem deutschen Reichskanzler seinen Gegenbesuch ab. Die nur kurze Unterredung verlief wiederum negativ. Briand teilte Hermann Müller mit, daß die von ihm, Briand, übernommene Vermitt lerrolle zwischen Deutschlands Forderungen und den Besatzungsmächten von diesen abgelehnt sei, mit der Feststellung, Deutschland möge sich selbst mit den einzelnen Kontrahenten in Verbindung setzen. Es ist klar, Briand sucht Zeit zu gewinnen. Zwischen dem deutschen Standpunkt und den französischen Forderungen ist vorderhand also noch keine Annäherung festzustellen. Da die Besprechungen nur sehr langsam in Fluß kommen, wird sich der Aufenthalt des Reichskanzlers Müller in Genf wohl noch bis zur Mitte, evtl. auch bis Ende nächster Woche hinausschieben. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lofal 12 Pig., die 90 mm breite Reklame- Petitzeile 96 Pfg. Platzvorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 71 Das Problem der Reichsreform. Von A. Weihel, Frankfurt a. M. Es ist nicht zu leugnen und gilt als unbestreitbar, daß das Streben nach einer Vereinheitlichung des Reiches, dem die wirtschaftlichen und politischen Kreise unseres Volkes im Laufe des letzten Jahres ein wachsendes Verständnis entgegengebracht ha= ben, nicht nur im gegenwärtigen Augenblick auf starke Hemmungen stößt, die mit der Einmischung der Bürokratie der Länder in die praktische Behandlung der Dinge zusammenhängen. So führt der bekannte Tübinger Historiker Prof. Dr. Haller in einem Vortrag, den er kürzlich auf Einladung des nationalen Studentenklubs in Tübingen hielt, und sich nachdrücklichst für den Einheitsstaat einsetzte u. a. offen aus: ,, Die Gegner des Einheitsstaates sind im höheren Beamtentum zu suchen. Die Ministerialräte sträuben sich in ihrem durch die Revolution gestei= gerten Machtgefühl gegen die Vereinheitlichung, bei der sie einer ten. Näheres ist nicht bekannt, doch iſt ſicher, daß Tschitscherin Ein fühnes Verlangen der kleinen Entente. höheren Stelle unterſtehen würden, wenn sie nicht gar überflüssig nach Berlin kommen wird; sein Aufenthalt soll aber nur privaten Charakter tragen. König Boris( Bulgarien) hat den Rücktritt des Kabinetts angenommen und den Kammerpräsidenten Zantoff und den Führer der demokratischen Partei, Malinoff, zur Besprechung der Lage nacheinander empfangen. Das Finanzkomitee des Völkerbundes hat die Auflegung einer Hundertmillionen- Dollaranleihe für Bulgarien genehmigt. Zogu I. von Albanien wird am 28. September, dem Jahrestag der albanischen Unabhängigkeit, in dem historischen Ort Croia gekrönt werden. Bei dieser Gelegenheit wird eine politische Amnestie erlassen. Griechenland wird Freundschaftsverträge mit Südslawien und der Türkei unterzeichnen. Die polnische Presse hetzt den Völkerbund gegen Litauen auf. Bernard Shaw, der seit einiger Zeit Mitglied eines Unterausschusses der Kommission für internationale geistige Zusammenarbeit ist, ist in Genf eingetroffen. Die Kroaten haben der jugoslawischen Delegation in Genf die Berechtigung, an den gemeinsamen Beratungen teilzunehmen, abgesprochen. Die Hoffnung, daß Amundsen noch lebt, ist immer noch nicht aufgegeben. Unterredungen zwischen Reichskanzler und Briand in Genf. Am Mittwoch hatte Reichskanzler Müller den französischen Außenminister aufgesucht, um das Problem der Rheinlandentsegung mit ihm zu besprechen. Es verlautet, daß der Reichskanzler die gesamte Frage der Rheinlandbesetzung aufgeworfen und den stärksten Nachdruck auf das moralische Recht Deutschlands auf Räumung seines Gebiets gelegt hat angesichts der friedlichen Gesinnung, die es bewiesen habe, als es die Locarnoverträge unterzeichnete, dem Völkerbund beitrat, Art. 36 der Statuten des Haager Gerichtshofes, betreffend Zwangsschiedsgerichtsbarkeit, beipflichtete und Dem Kelloggpakt zustimmte. Briand, an die ihm gegebene Marschroute gebunden, verfuchte, Zeit zu gewinnen, indem er ein moralisches Recht Deutschlands ignorierte, die Frage auf geschäftliches Gebiet hinüberziehen wollte und dafür konkrete deutsche Vorschläge anforderte, um dann zum Schluß zu bemerken, zu diesem wichtigen ProDer südslawische und der tschechoslowakische Außenminister haben sich, wie erst jetzt bekannt wird, am Mittwochabend zu Briand begeben und diesem gegenüber den Wunsch ausgesprochen, daß die Kleine Entente über den Gang der Verhandlungen der alliierten Mächte mit der deutschen Regierung über die Räumungsfrage fortwährend auf dem Laufenden gehalten werden möchte, da bei der Entscheidung über die Räumung des Rheinlandes auch die Interessen der Kleinen Entente berührt werden. Dieses Verlangen der Kleinen Entente ist reichlich unver= froren und findet in den tatsächlichen Verhältnissen nicht die geringste Unterstützung. Ein schweres Flugzeugunglück. Donnerstag mittag verunglückte das planmäßige Flugzeug auf der Srecke Erfurt- München D 180 bei einer Außenlandung in der Nähe von Heroldsbach, fünf Kilometer südwestlich von Forchheim( Mittelfranken). Hierbei kamen der Flugzeugführer Zander und die beiden Passagiere Weider und Haur ums Leben. Das Unglück ist auf Bruch der Kurbelwelle zurückzuführen. Amnestie- Ergebnis in Hessen. Auf Grund des Reichsgesetzes über Straffreiheit vom 14. Juli 1928 wurde: a) das bei dem Gericht oder bei der Staatsanwaltschaft anhängige Verfahren eingestellt gegen 29 Personen; b) völliger Straferlaß gewährt 18 Personen; c) die Strafe bei Verbrechen gegen das Leben gemildert in zwei Fällen, so daß bis jetzt in Hessen insgesamt 49 Personen der Am= nestie teilhaftig geworden sind. Außer Geldstrafen wurden an Freiheitsstrafen 10 Jahre, 7 Monate und 20 Tage erlassen. Lutherehrung. Anläßlich der Landesversammlung des Hessischen Hauptvereins des Evangelischen Bundes am kommenden Sonntag, den 9. ds. Mts., in Oppenheim wird an dem neu hergerichteten Lutherhaus, dem Haus, in dem Luther 1521 auf der Reise zum Reichstag nach Worms übernachtet hat, eine vom Evangelischen Die Kirchenvorstand gestiftete Bronze- Tafel geweiht werden. Feier erhält im Rahmen der Landesversammlung besondere Bedeutung. Reichskanzler Müller fordert klare, eindeutige Völkerbundspolitik. In der Vollversammlung des Völkerbundes sprach gestern nachmittag vor dicht gefülltem Hause Deutschlands Vertreter, Reichskanzler Müller. Der Reichskanzler führte u. a. folgendes aus: Ist es uns ernst mit dem Verzicht auf eine gewaltsame Löjung von Gegensäten zwischen den Staaten, so sind wir auch gezwungen, immer mehr darauf Bedacht zu nehmen, die Mittel für einen anderweitigen, friedlichen Ausgleich solcher Gegensätze zu finden. Das ist der Gedanke, daß, um die Kriegsgefahr zu beseitigen, es nicht darauf ankommt, den Krieg gegen den Krieg vorzubereiten, sondern dem Ausbruch von Feindeligkeiten vorzubeugen. Und ich mache kein Hehl daraus, daß mich der Stand der Abrüstungsfrage mit ernster Sorge erfüllt. Wir stehen vor der unleugbaren Tatsache, daß die langen Beratungen bisher zu keinem positiven Ergebnis geführt haben. Seit nahezu drei Jahren tagt immer wieder die Vorbereitende Abrüstungsfommission. Es ist aber dabei nicht gelungen, die der Kommission überwiesenen Arbeiten ernsthaft in Angriff zu nehmen, geschweige denn zu erledigen. Es liegt auf der Hand, daß ein Land wie Deutschland, das völlig entwaffnet worden ist, den bisherigen Mizerfolg der Abrüstungsdebatten besonders stark empfindet. Man vergegenwärtige sich doch einmal die Sachlage. Ein Volk hat durch seine völlige Entwaffnung eine Leistung ganz außerordentlicher Art vollbracht. Es sieht, daß es trotzdem aber aus Dem geringfügigsten Anlaß von gewissen Stimmen des Auslandes mit den schwersten Verdächtigungen und Vorwürfen überschüttet und womöglich als Feind des Weltfriedens hingestellt wird. Und gleichzeitig muß es feststellen, daß andere Länder den Ausbau ihrer militärischen Machtmittel ungehemmt fort= schen, ohne dabei einer Kritik zu begegnen. Die Entwaffnung Deutschlands darf nicht länger dastehen als der einseitige Att der den Siegern des Weltkrieges in die Hände gegebenen Gewalt. Es muß endlich zur Erfüllung des vertraglichen Versprechens fommen, daß der Entwaffnung Deutschlands die allgemeine Abrüstung nachfolgen solle. Es muß endlich der Artikel der Satzung zur Durchführung gelangen, in dem dieses Versprechen zu einem Grundprizip des Völkerbundes gemacht worden ist. Ich verstehe nicht, wie man daran zweifeln kann, daß ein Versagen des Völkerbundes in der Abrüstungsfrage geradezu bedrohliche Folgen haben müßte. Ich richte demgemäß an die Bundesversammlung das dringende Ersuchen, sich endlich über die Einberufung einer ersten Entwaffnungskonferenz schlüssig zu werden und Vorsorge dafür zu treffen, daß die technischen Arbeiten der Vorbereitenden Abrüstungskommission nunmehr Die Regierungen unverzüglich zum Abschluß gebracht werden. müssen es über sich gewinnen, sich für einen der Wege zu entscheiden, und es kann nicht zweifelhaft sein, auf welchen die Wahl fallen muß, wenn die Menschheit und ihre Kultur glücklich fortschreiten sollen. Das ist keine leere Jdeologie, es ist Realpolitik im besten Sinne des Wortes." Die Rede des Reichskanzlers wurde von der Versammlung mit auffallend starkem Beifall aufgenommen; besonders bemerkte man auf den Bänken der nordischen und neutralen Staaten sehr starke Zustimmung. Auch bei den Schlußfolgerungen über die Pflicht des Völkerbundes zur Abrüstung wurde aus der Versammlung heraus und von den Tribünen lebhaft applaudiert. würden." Bekanntlich finden diese Bestrebungen vielfach heimliche oder offene Unterstützung durch die mit dem Fortfall der Länder gleichfalls überflüssig werdenden zahllosen Landtagsabgeordneten ( rund 2000 an der Zahl), die an der Erhaltung der Eigenstaatlichkeiten unseres grotesken Länderkonglomerats interessiert, den Vereinheitlichungsbestrebungen zum mindesten passiv gegenüberstehen. Die Langmut des deutschen Volkes wird hier in einer schier unfaßlichen Art auf die Probe gestellt. Es scheint, daß das Beispiel des geschichtlich so spät erfolgten Abgangs des überreifen Dynastiensystems bei den unentwegten Länderbürokraten auf= munternd wirft. Es ist daher erfreulich, daß das Reich wohl nicht zuletzt unter dem Druck der öffentlichen Meinung sich neuerdings dazu bekannt hat, auf der Länderkonferenz die Initiative zu ergreifen und daß, nicht wie bisher, die Führung den Ländern weiter vorbehalten bleiben soll; denn' wenn man einen Sumpf austrocknen will, dann darf man nicht die Frösche, die sich darin tummeln, in diesem Fall die Bürokraten der Länder, darum be= befragen. Die Lösung liegt einzig und allein auf dem Wege einer durchgreifenden Reichsreform, auf der Grundlage einer natürlichen Gliederung, bei einer gleichzeitigen Verfassungs- und Verwaltungsreform, wobei dem Selbstverwaltungsprinzip unter der Hoheit des Reiches zur Verhinderung eines krassen Zentralismus das Primat einzuräumen sein wird. Die Länder allein werden niemals eine Lösung herbeiführen können; denn ein zu hohes Maß von Selbstverleugnung würde ja dazu gehören, um die vorhandene eigene Entbehrlichkeit zu bescheinigen. Ein Rückblick auf die in den letzten Jahren erzielten Fortschritte in der gesteigerten Erkenntnis einer Notwendigkeit baldiger Reichsreform und die hierzu vorgeschlagenen Wege zeigen das endliche Ziel klar und eindeutig auf. Jn 3 Größengruppen lassen sich die bisher erörterten Vorschläge zum Neuaufbau des Reiches zusammenfassen: 1. die fleine Verwaltungsreform ohne Aenderung der Länder; 2. die kleine Verwaltungsreform mit teilweiser Verschiebung in der Länderstruktur ohne Verfassungsänderung, und endlich 3. die große Verwaltungsreform mit Gebietsreform und Verfassungsreform durch eine regionale Gliederung des Reiches. 1. Die Ileine Berwaltungsreform beschränkt sich auf orga= nisatorische Maßnahmen innerhalb der einzelnen Ländergebiete selbst, wie z. B.: Verringerung und Zusammenlegung der Ministerien, Verringerung der Zahl der Abgeordneten, Wegfall der Bezirksregierungen zu Gunsten der Provinzialregierungen in Preußen und der gleichartigen Organe in den anderen Ländern, Vergrößerung der Kreise, Verminderung der Kreisver waltungen, Amtsgerichte usw., Auflösung der Gutsbezirke( allein in Preußen rund 12 900) u. a. m. So sehr nun diese Bestrebungen an sich zu begrüßen sind, so sind diese jedoch nicht geeignet, infolge der Gemengelage der stark zersplitterten Ländergebiete( mit über 200 Gebietsfehen ohne jeden inneren Zusammenhang) eine auch nur annähernde Sie Beseitigung der vorhandenen Mißstände herbeizuführen. sind daher nur als eine, wenn auch erwünschte Teillösung zu betrachten und zu betreiben. 2. Bei der kleinen Verwaltungsreform mit teilweiser territorialer Flurbereinigung wird hier in Verbindung mit der vorerwähnten Länderverwaltungsreform ein teilweiser Gebietsaustausch zwischen einzelnen Ländern, bezw. auch eine Zusammenfassung der kleineren und kleinsten Länder mit größeren ( Preußen- Walded) angestrebt. Mit Ausnahme der schon an sich nicht mehr lebensfähigen zwerghaften Ländergebilde bleibt hierbei jedoch die bisherige Länderstruktur in ihrer Zerrissenheit im großen und ganzen be= stehen. Es fämen z. B. in Fortfall, die mitteldeutschen Kleinstaaten, die entweder in Preußen aufgehen oder durch Staatsverträge mit dem Reich oder untereinander eine Vereinheitlichung ihrer Verwaltung herbeiführen würden( Sachsen- ThuReich Mecklenburgringen; Preußen- Anhalt- Braunschweig; Strelitz). Auch hier werden die eigentlichen Mißstände in dem reibungsvollem Nebeneinander von Reich- und Länderverwaltungen nicht behoben. Hierunter sind auch anzuführen die erweiterte Provinziale Is an Nr. 71. Gamstag, Samstag, den 8. September 1928. autonomie der preußischen Provinzen, sowie der Plan der sog. Zerschlagung Preußens, d. h. Preußen in seine Provinzen aufzuteilen und diesen die verfassungsrechtliche Stellung von Län* dern zu geben. Ein sehr unzweckmäßiger Weg, da hierbei nur die Zahl der Länder um weitere 12 vermehrt würde und ohne eine gleichzeitige Aufsaugung der mittel- und norddeutſchen Kleinstaaten die notwendige Gebietsbereinigung nicht herbeigeführt werden kann. Im umgekehrten Verfahren einer Expansion erstrebten auch kleinere Länder in partikularistischer Weise eine Vergrößerung ihrer Gebiete durch angrenzende preußische oder andere Gebietsteile( Hamburg, Bremen, Großhessen usw.), was aber weder eine zweckmäßige Gebietszusammenfassung noch eine Verringerung der zu zahlreichen Länder bedeutet haben würde. Auch der Vorschlag von Ministerialdirektor Dr. Brecht hat sich als unzweckmäßig erwiesen, wonach ohne Verfassungsänderung die Personalunion des Reiches mit einzelnen Ländern angeregt wurde. Neben einem komplizierten Verwaltungsverfahren bleibt hierbei nach wie vor die Hegemonie Preußens bestehen. Die Bestrebungen dieser beiden Gruppen, die noch sehr stark unter der Einwirkung des Selbsterhaltungstriebes( Länderpartitularismus) standen, gehören bereits einer hinter uns liegenden Epoche an. Sie haben über den Weg der Diskussion zur dritten Gruppe geführt, die im Zeichen der Vereinheitlichung, d. h. im dezentralisierten Einheitsstaat( Unitarismus) ein größeres Selbstverwaltungsrecht von wenigen zusammenhängenden Gliedern des Reiches erstrebt. ,, Gießener Zeitung" Reichslands Preußen unter Aufsaugung der mittel- und norddeutschen Kleinstaaten seinen Grabesgesang heraufbeschwören. Zudem bringt dieses Verfahren keine Lösung der territorialen Frage um Main und Rhein, die Mainlinie würde im Gegenteil eine unerwünschte Betonung und Verschärfung erfahren. Zu dieser teilweisen Flurbereinigung als Uebergangslösung gehört auch das Problem der Aufhebung der zahlreichen Gebietseinschlüsse( Enklaven) und ihre Eingliederung in die sie umschließenden Länder, was meistens nur mit langwierigen Austauschverhandlungen verbunden wäre. Die endgültige Lösung, auf welche wir heute zusteuern, zeigt zwei Möglichkeiten: Einmal die Aushöhlung und Aufsaugung der Länder durch das Reich, eine Entwicklung, welche heute vom om Reich bewußt gefördert wird, wozu besonders Artikel 7-8 der Reichsverfassung die Handhabe bieten. Dieser Weg birgt die Gefahr einer allzu starken Zentralisation unter Vernachlässigung der örtlichen und provinziellen Gesichtspunkte und schließlich zur Vernichtung der Selbstverwaltung führt, was schon innerhalb des allzu großen Preußens mit der doppelten Zentralisation in Berlin der Fall ist. Auch der frühere Vorschlag Koch- Weser, Artikel 15 der Reichsverfassung zu erweitern und Landesbeamte in Ausführung der Reichsgesetze unmittelbar der Reichsregierung zu unterstellen, hat sich gleichfalls durch die Gefahr einer zu stark betonten Zentralisation als ungangbar erwiesen. 3. Diese große Verwaltungsreform, mit großer Flurbereinigung und gleichzeitiger Verfassungsreform unterscheidet zwei Untergruppen: 1. Uebergangs- und Zwischenlösungen, 2. die endgültige Lösung. Zur ersteren gehört der Vorschlag eines „ Reichsland Preußen", behandelt in den Schriften von Landesrat Kit, sowie von Hugenberg und in gleicher Weise von Stegerwald erörtert. Die Flurbereinigung in Nord- und Süddeutschland bleibt hier ungelöst, zudem steht die preußische Bevölkerung dabei verfassungs- und verwaltungsrechtlich schlechter als die der übrigen Länder, welche außer an der Reichsgewalt noch an ihrer jeweiligen Staatsgewalt teilnehmen, wobei andererseits gleichzeitig das süddeutsche Mißtrauen gegen ein preußisches Uebergewicht in der Reichsregierung nach wie vor be= stehen bleibt. Die verschiedentlichen Vorschläge, auch die übrigen Länder als Reichsländer zu gestalten, kommen schon allein wegen der Beibehaltung der territorialen Zerrissenheit Deutschlands nicht in Frage. und zwangloser einzugliedern als Norddeutschland. Gerade hier setzen aber die allerschwersten Bedenken gegen die Lutherschen Vorschläge ein. Wenn für Süddeutschland die schlüssige Eingliederung ins Reich einfacher ist als für Norddeutschland, warum zögern und eine neue Mainlinie zu schaffen? Was in organiſatoriſcher und staatsrechtlicher Hinsicht in Norddeutschland für die neuen Gebiete möglich ist, das ist es auch für die süddeutschen Länder. Kann man außerdem den weiten Schichten in Süddeutschland, die heute schon für den dezentralisierten Einheitsstaat eintreten, eine Lösung zumuten, die Süddeutschland auf unabsehbare Zeit zurückstößt? Die kühnsten Lösungen sind die einfachsten. Als letzte und einzige endgültige Lösung bleibt daher lediglich ein Aufgehen der Länder im Reich bei gleichzeitiger Neugliederung in wenige zweckentsprechend große Reichsländer ( Reichsprovinzen, wie sie z. B. der heute allgemein anerkannte ,, Frankfurter Entwurf"( mit 13 Gebietsteilen einschließlich Desterreich) vorsicht. Zur Möglichkeit der Wahrung und des Ausbaues der Selbstverwaltung in den einzelnen Gebieten und zur Ueberwindung der bisherigen historisch überkommenen Gesichtspunkte erscheint nur dieser Weg einer allgemeiner Neugliederung Deutschlands gangbar, wobei Preußen sich gleichzeitig mit allen übrigen Ländern der Neugliederung durch das Reich unterwirft, wozu es sich mit einigen andern Ländern bereits früher schon bereit erklärt hat. Hier wäre noch als teilweise Flurbereinigung und Uebergangslösung zu erwähnen, ein von Dr. Luppe- Nürnberg angeregter und von Regierungspräsidenten Pohlmann- Magdeburg weitergeführter Gedanke ,, eine innere Verwaltungsgemeinschaft oder Verwaltungsverschmelzung zwischen Preußen und den einzelnen Ländern herbeizuführen. Dies dürfte unter Erhaltung der Selbständigkeit der Länder wohl nur Notbehelf sein und Gefahr laufen, Stückwerk zu bleiben, selbst auch durch Einfügung eines Art. 18a in die Reichsverfassung( Vorschlag Luppe), der die Frage der Schaffung von Reichsprovinzen zur Erörterung ſtellt. Die sogenannte großpreußische Lösung, angestrebt von der preußischen Regierung( Vorschlag Höpfer- Aschoff) findet Widerstand nicht nur in den betroffenen kleineren Ländern, sondern auch in den mittleren Ländern, vor allem aber in Süddeutschland und in den Hansastädten. Daher wird auch der viel umstrittene Lutherbund mit seiner ersten Offenbarung eines Die Enteignung in Rußland und ihre Bedeutung für die Welt. Referat des Herrn Professor Dr. Jwan Jljin ( Fortsetzung.) Es kommt nur darauf an, einen einheitlichen Willen bei der Mehrheit des deutschen Volkes zur Schaffung des dezentralisierten Einheitsstaates wachzurufen!" Und dieser Wille ist bereits da, nur die Länderbürokratie ist mit allen verfügbaren Mitteln bestrebt, diesen Willen zu unterdrücken und demselben keinen Ausdruck zu verleihen. Man wird sich hierbei der Einsicht nicht verschießen dürfen, daß nicht nur nach allgemeiner süddeutscher Auffassung( wozu auch das preußische Hessen- Nassau gehört), sondern gerade nach allgemeiner gesamtdeutscher Auffassung eine allgemeine deutsche Löſung vorzuziehen ist. Die Einteilung der Landesarbeitsämter, welche bereits vorwiegend unter diesem Gesichtswinkel erfolgte, zeigt deutlich die Richtigkeit und Notwendigkeit, den Weg über die regionale Gliederung Gesamt- Deutschlands zu nehmen. Alles andere ist und bleibt Stückwerk. Buchdruckertagung in Köln. All' A mein Weg Die Mensche erzählen vo Innern die werden. D Sprache vo allabendlich Nicht g gegen jene per Jugend den Wächte die Gefahr Jugend bro Der muß fid er felbst gro muß durch Form wird tur wird g schen der Heute auf welcher Leben schri jeken lejen Raub und Stätten de fein tönnte Lafter gew Soll jein? So entstehen? Laster, zu große deu Wache Geht den wie jie f Tausende Unter überaus ſtarker Beteiligung aus dem In- und Ausland wurde am 5. September in Köln die Jahresversammlung des Deutschen Buchdruckervereins und in Verbindung damit der zweite Internationale Buchdruckerkongreß eröffnet. Ueber 2000 Personen hatten sich zu der Eröffnungsfeier in der großen Messehalle eingefunden, darunter mehrere hundert Ausländer, vor allem aus den englisch sprechenden Staaten, aber auch aus Frankreich, Belgien, Holland usw. Interessant und aufklärend über den Stand der heutigen Auffassung bezgl. einer durchgreifenden Reichsreform sind die Ausführungen von Reichsminister Koch- Weser zu den unfrei= willig veröffentlichten Leitsätzen des Lutherbundes. In der ,, Voss. Ztg." vom 12. 8. 1928 sagt er u. a.: ,, Bedeutungsvoll ist der Entschluß für Norddeutschland, endgültige Verhältnisse zu schaffen. land den bisherigen Zustand. Alle Versuche, in Norddeutschetwa unter Austausch von Enklaven beizubehalten, scheitern an der unhaltbaren Gemengelage der kleineren norddeutschen Länder, die wie Flicken auf dem preußischen Teppich aufgenäht sind. Im Namen der Reichsregierung begrüßte Minister Seve ring den Kongreß. Mit Genugtuung stellte er fest, daß immer mehr berufliche Vereinigungen auf internationaler Basis zusammenkommen, wodurch den Bemühungen der Verträge schlie Benden Staatsmänner erst der Boden bereitet werde. Insbe sondere das„ Blei der Buchdruckerwalzen" fönne gefährlicher werden als das Blei der Geschosse. Um so höher sei die Internationalität dieser Tagung zu würdigen. Auch darin ist Luther recht zu geben, daß für Süddeutschland auch nicht eine annähernd ähnliche territoriale Umwälzung erforderlich ist, wie für Norddeutschland. Süddeutschland vermag sich dem dezentralisierten Einheitsstaat viel schmerzloser Die Frankfurter Messe im Dienste des Handwerks. Der Rationalisierungsgedanke, mit dem sich Industrie und Handel in den letzten Jahren befaßten, gewinnt auch im Handwerk immer mehr an Boden. Neben der stärkeren kaufmännischen Einstellung des Handwerks ist es besonders die Verwendung moderner Maschinen, Apparate und Werkzeuge, die dem Handwerk die Möglichkeit geben soll, sich im Wirtschaftsleben zu behaupten. Da das Handwerk großen Wert darauf legt, diese Maschinen, Apparate und Werkzeuge einmal geschlossen und, soweit wie mög lich, auch in Betrieb zu sehen, haben die Betriebswirtschaftsund Gewerbeförderungsstelle, die Handwerkskammer und der Handwerkerrat Frankfurt a. M., es für notwendig erachtet, in einer Ausstellung die Wirtschaftlichkeit der Maschinenverwendung weitesten Handwerkerkreisen vor Augen zu führen. Eröffnet wird die technische Messe bereits am 29. September, um den Angestellten und Arbeitern der hiesigen einschlägigen Werkstätten und Fabriken Gelegenheit zu geben, sich die Ausstellung vor Beginn der eigentlichen Messe in Ruhe anzusehen. Neben der Ausstellung werden die Betriebswirtschaftsstelle, die Handwerkskammer und der Handwerkerrat die einzelnen Handwerkergruppen zu Verſammlungen und Vorträgen berufen, die durch Lehrfilme unterstützt werden. Jedes Jahr verlassen über eta Milson Menschen das Torf, gchen in die Städte und lassen sich in die Liſten der Arbeitslozen eintragen, finden jedoch doc: ferme Arbeit und bilden den Menschenvorrat der künftigen Konterrevolution. 30 Prozent der Bauernwirtschaften sind nach dem sowjetstatistischen Berechnungen für das Jahr 1928 pferdelos, das heißt 5½ Millionen Bauernwirtschaften sind zur Hälfte proletarisiert. Dagegen rechnen die Kommunisten mit einem anwachsenden Prozentsatz der wohlhabenden Bauernschaft, die vor dem Kriege etwa 5 Prozent des gesamten Bauerntums ausmachte, jetzt aber über 12 Prozent gestiegen sein soll. Noch im Jahre 1926 fühlte sich ein führender Kommunist, Rykof, dadurch veranlaßt, von der Gefahr einer politischen Restauration zu sprechen. Jetzt nach der Revolution steht es so, daß im ganzen von rund 294 Millionen Deßjatinen kaum noch 4 Millionen Deßjatinen den sogenannten„ Staatsgütern" der Sowjetregierung zugewiesen sind. Die ehem. Gutsbesitzer sind entweder ganz ausgerottet oder auf ganz kleine Parzellen reduziert. 290 Millionen Deßjatinen gehören den Bauern. Pro Kopf hat der einzelne Bauer heute nur um zwei Fünftel Deßjatinen mehr Land als vor der Revolution. Und wenn wir richtig in Betracht ziehen, daß die Bauernschaft fast ausschließlich extensive Wirtschaft treibt³), daß sich die russische Bevölkerung in fünf Jahren um nicht weniger als 8 Millionen vermehrt, daß an der revolutionären Bodenverteilung auch ein bedeutender Haufe der zugelaufenen städtischen Proletarier teilgenommen hat, daß in die Masse des zu verteilenden Bodens auch der Privatbesitz der Bauern zum großen Teile einbezogen wurde, und endlich, daß die Revolution in der Bauernschaft einen verschärften Jn= dividualisierungsprozeß ausgelöst hat und also einen allgemeinen Hang zur Teilung innerhalb der einzelnen Bauernwirtschaften, d. h. zur Parzellierung und zum Anwachsen der Zahl der Einzelwirtschaften,- so werden wir vollauf verstehen können, daß der heutige Bauernstand in Rußland eine kolossale Enttäuschung erlebt und, daß das Sowjetrußland an einer akuten relativen Agrarüber bevölkerung leidet. Den neuen sowjetstatistischen Angaben zufolge war eine Bauernwirtschaft im Durchschnitte schon im Jahre 1924 schlechter mit Acerboden versorgt als vor 19 Jahren( 1905): früher 8,5 Deßjatinen Durchschnittsquote, jetzt 7,4 Deßjatinen. - Die Agrarenteignung in Rußland ließ die Bauern vollständig unbefriedigt und rief einen großen Differenzierungsprozeß ins Leben. Dieser Prozeß wird durch folgende der Sowjetstatistik entnommene Zahlen drastisch geschildert. Die Volkszählung von 1927 stellt fest, daß im Laufe der letzten 3% Jahre die Bevölkerung der Städte in Rußland um 24 Prozent( rund um 5 Millionen Menschen) zugenommen hat. So der Bauernstand. 2. Die Klasse der früheren Gutsbesitzer ist gleich Null zu setzen. Die ganze Bodenkonfiskation erfolgte ohne Entschädigung. Viele Gutsbesitzer wurden nach und nach von der Tscheka verhaftet und( mit oder ohne Anlaß, teilweise als„ Geisel") erschossen. Viele flüchteten. Ein Teil bearbeitet noch bis jetzt eigenhändig fleine Parzellen und wird noch immer verfolgt, enteignet, verbannt und ausgerottet. 3) Die Intensität des Ackerbaues stand in Rußland bei den Gutsbesitzern verhältnismäßig so hoch, daß im Jahre 1916 3. B. 8 Millionen Deßjatinen, bearbeitet im Großbetrieb, 32 Prozent der gesamten Kornernte herstellten und 64 Millionen Deßjatinen, bearbeitet von den Bauern, die übrigen 68 Prozent der gesamten Kornernte abgaben. Der Marktverlauf wurde aber so gedeckt, daß die Gutsbesitzer von ihrem einen Neuntel Saatfläche 48 Prozent des zu verkaufenden Quantums lieferten( Berechnungen des Grafen A. A. Saltyfof, München). 3. Aehnlich ging es dem Fabrikanten und dem Kaufmann. Vollständig und entschädigungslos expropriiert, war der Fabrikbesitzer noch glücklich, wenn er lebendig davontam oder wenn es ihm gelang, sich in der eigenen Fabrik als kleiner Buchhalter oder Kontorist angestellt zu sehen( dies aber als Ausnahme). Zahl der Stadteinwohner nimmt aber, wie gesagt, immer zu. Da kam die berühmte ,, Wohnungsverdichtungspolitik", die auch jetzt immer schärfer geführt wird. Alles wurde ausgemessen, berechnet. Die Wohnungen und dann auch die Zimmer werden immer weiter parzelliert. Fremde Menschen werden gezwungen, in einem kleinen Zimmer zusammenzuwohnen; alles wird durchsetzt von einquartierten Kommunisten, die politische Aufsicht und ständige Spionage treiben, so daß man sogar für seine eigenen Gedanken nirgends sicher sein kann. Das jezige Jdeal der Sowjetwohnungswirtschaft sind acht Quadratmeter Wohnfläche pro Person; in Wirklichkeit beträgt die Durchschnittsnorm sechs Quadratmeter und darunter; hier und da schrumpft sie bis zur ,, Sargnorm" ein( Terminus technicus der Sowjetplitiker). Oft sieht man zwei Familien in einem Zimmer wohnen, vier, fünf Familien eine Küche benützen. Oft sind 18 bis 20 Menschen auf eine einzige Toilette angewiesen. Mehrfach versuchte der frühere Kaufmann, oft beim kleinen Trödlertum anfangend, sich emporzuarbeiten, besonders seit 1921, als die sogenannte„ neue ökonomische Politik“ einsetzte, und immer wurde er von Zeit zu Zeit nach der Methode der Schafschur festgehalten, geschoren auch nach Sibirien verbannt. 4. Analog ging es den Hausbesitzern. Die Häuser wurden, wie alles andere, ohne Entschädigung ,, konfisziert" und den ,, Hauskommunen" prefär ausgeliefert. Ueberall wurden ,, Hausausschüsse" gebildet; sie mußten die Hauswirtschaft besorgen. Dann kam die große ,, munizipale" Wohnungsamtpolitik mit ihrem Terrorismus und ihrer Bestechlichkeit. Es wurde zwangsmäßiges Hinaussehen der sogenannten Bourgeosie durchgeführt und entsprechend ein Hineinsetzen der Proletarier: das Haus wurde zu einer Arbeiterkommune und bekam einen kommunistischen Kommandanten an die Spitze. Dazu kommt noch, daß ein Kommunalhaus im wirklichen Leben niemand gehörend angesehen wird. Der Proletarier, der während der ersten Revolutionsjahre gar nichts für die Wohrung zu entrichten hatte, zahlt jetzt lächerlich kleine Beträge. Daraus kann weder Reparatur noch Renovierung gedeckt werden'). Auch hat niemand das Interesse oder den Willen, das Haus, die Treppen, die Wasserleitungen, den Boden zu schonen und zu erhalten. Die Folge davon ist ein systematisches Einschrumpfen des Wohnungsfonds) und der individuellen Wohnungsfläche). So lautete buchstäblich vor einem Jahr ein kommunistischer Bericht:„ Um die individuelle Wohnungsfläche auf dem Niveau von sechs Quadratmetern aufrechtzuerhalten, wäre es notwendig, während der nächsten fünf Jahre( 1927-1931) 4½- 5 Milliarden Rubel auszugeben. Das fünfjährige Budget des Gosplanes') tann eine Summe von rund 2% Milliarden Rubel dem Arbeiterwohnungsbau zuweisen. Darauf folgt, daß in den nächsten Jahren die individuelle Wohnungsfläche notwendigerweise einschrumpfen wird." Häuser aus Holz, deren es überall recht viele gab, wurden niedergerissen aus Anlaß der Brennstoffkrise. Dadurch nahm der gesamte Wohnungsflächenraum stark ab. Neubauten gab und gibt es keine- weder kommunistische noch im abgeschafften und verschollenen Privatbesitz. Der Bauinder steht der Vorkriegszeit gegenüber auf 265 bei unbefriedigendem Baumaterial. Die Soviel über das Problem des Hausbesitzes. und Irre 1) Laut sowjetstatistischen Angaben vom Januar 1928 kann die„ Revolutionsmiete" nur die Hälfte der notwendigsten Auslagen decken. Deui deutsche 5) Laut den Berechnungen auf das Jahr 1927 sind in verschiedenen Städten bis 35-40 Prozent munizipalisierte Häuser unbrauchbar geworden. stein zur und Erzi ) Seit 1921 werden auch Versuche gemacht, die kleineren und schlechteren Häuser den früheren Besitzern( eventuell auch neuen Reflektanten) zu sehr ungünstigen Bedingungen zwecks ,, Verwaltung" und Reparatur zurückzuerstatten. Diese Versuche haben aber keinen großen Erfolg gehabt. 7) Höchste Sowjetbehörde für Aufbau des Landes. ( Fortsetzung folgt.) * beiten m Straße v allen& nimmt um Zu an den zuständ * 9 29, Pr treten. * Univers 70. Geb gezeichn Schüler Experim Die s Dung" a mischer * pold tember Verba der K ber in Lehrer ist für ichießer heim, mann d begehen. beljen an Stadt un jähriger Das 1. giment, int vorde * Gi Tönnen, gerie Mi bewahrte Gauerito giftiger ganze R ner dran aus. D Don Gau Den jaja einigen teres E in der geschäft Dieb h Die Zu Durch Vorhab r.71 ade hier the riche ung ins ern un cher un uen Ge änder. 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Bilder in schreienden Farben erzählen von den Dramen, Tragödien und Abenteuern, die im Innern dieser Theater den schaulustigen Menschen vorgeführt werden. Diese Bilder allein schon reden oft eine deutliche Sprache vom Geiste der Zeit. Und dorthin strömt in Scharen allabendlich Deutschlands Jugend. Nicht gegen die Kino will ich die Feder führen, sondern gegen jene Stücke, die nicht bilden und veredeln, die den Geist der Jugend vom Jdealen, vom Hohen ins Niedere führen. Zu den Wächtern der Jugend soll heute gesprochen sein, damit sie die Gefahr erkennen, die dort der Jugend in die Wege tritt. Die Jugend braucht Führung. Heute mehr wie je. Ein Werdender muß sich an einen Großen, an einen Starken anlehnen, wenn er selbst groß und stark werden will. Der Jugend innere Kraft muß durch einen fremden Willen hindurchgehen, damit sie zur Form wird. Alles Große, alles Schöne, alles Gute, alle Kultur wird geschaffen nicht von Sehnsüchtigen, sondern von Menschen der Tat. Heute will die Jugend der Menschheit den Stab entreißen, auf welchem diese Jahrhunderte lang sich stützte und durch das Leben schritt. Zügellose Freiheit zeigt der Film und mit Entsetzen lesen wir oft die Wirkung der Parole. Unzucht und Mord, Raub und Verderben füllen die Spalten der Blätter. Aus Stätten der Erziehung und Kultur, wie es Kino und Theater sein tönnten, sind heute allzu oft Tummelplätze von Sünde und Laster geworden. Soll ein solches Geschlecht dem Daseinskampf gewachsen sein? Sollen Deutschlands Baumeister aus solchen Gesellen entstehen? Soll diese Jugend, geschwächt durch Sünde und Laster, zu jener deutschen Kraft gelangen, wie jene, die das erste große deutsche Haus erbauten?\ Wachet auf, ihr Eltern und Erzieher eines neuen Volkes! Seht den Weg, den eure Schützlinge gehen, schaut die Kraft, wie sie schwindet! Fürchtet euch vor dem Fluche, den einſt Tausende eurer Kinder auf euch schleudern werden aus Krankenund Irrenhäusern und Gefängnissen! Deutsche Eltern, besinnet euch auf eure Pflichten! Führt deutsche Jugend wieder alte deutsche Wege! Denn der GrundStein zur Erhaltung unseres Volkes liegt mit in der Gesundung und Erziehung der Jugend. Gebet ihr Freiheit und Führung! Der Sonntagsschreiber. * * Straßensperrung. Wegen Vornahme von Straßenbauarbeiten wird die Bahnhofstraße zwischen Westanlage und AliceStraße vom Montag, den 10. September bis auf weiteres für allen Fahrverkehr gesperrt. * Die Herbststaatsprüfung im Justiz- und Verwaltungsfach nimmt am Montag, den 22. Oftober, ihren Anfang. Gesuche um Zulassung zur Prüfung sind bis spätestens 1. Oktober 1928 an den hessischen Herrn Justizminister durch Vermittlung des zuständigen hessischen Landgerichtspräsidenten zu richten. * Von der Universität. Der neue Rektor für das Jahr 192829, Professor Rudolf Herzg, hat die Amtsgeschäfte angetreten. * Geheimrat Karl Elbs, Professor der Chemie an der Universität, begehr am 13. September in voller Rüstigkeit seinen 70. Geburtstag. Seit Jahrzehnten wirkte Karl Elbs als ausgezeichneter Lehrer und Forscher an der Ludowiciana, von seinen Schülern hochgeehrt. Professor Els hat sich besonders um die Experimentalchemie verdient gemacht und in seinen Werken Die synthetische Darstellungsmethode der Kohlenstoffverbin dung" und ,, Uebungsbeispiele für die elektrische Darstellung hermischer Präparate". * In den Ruhestand versetzt. Der Oberreallehrer Leo= pold Geller an der hiesigen Studienanstalt ist am 1. September in den Ruhestand getreten. * Eine größere Hassiatagung. Der Landesvertretertag des Verbandes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen Der Kriegerkameradschaft Hassia findet am 10. und 11. Novemher in unseren Mauern unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Lehrer Jhrig Darmstadt statt. Ein Hassia- Jugendtreffen Hassia- Preisist für den 7. Oktober in Roßdorf vorgesehen. schießen finden statt: in Starkenburg am 16. September in Reinheim, für Oberhessen am 23. September in Büdingen. - * Mit dem heutigen Tage tann Oberstleutnant a. D. v. Rotsmann auf Hofgut Dogelrod bei Alsfeld seinen 70. Geburtstag begehen. Der alte Offizier, der einem über 500 Jahre in OberHessen ansässigen Geschlecht angehört, diente aktiv u. a. in Darmstadt und Worms und meldete sich bei Kriegsausbruch als 56jähriger Mann freiwillig ins Feld. Er führte an der Front das 1. Batl. Res.- Inf.- Regt. 222, zeitweise auch das ganze Regiment, und hat sich auf verschiedenen Kriegsschauplätzen stets int vorderster Linie mit großer Bravour geschlagen. * Ein Unglücksfall, der leicht schlimme Folgen hätte haben Lönnen, ereignete sich Donnerstag in dem Kellerraum der Drogerie Winterhoff. Dort war der in einem Kellerverschlag aufBewahrte Ballon mit Phosphor undicht geworden, wodurch Sauerstoff hinzutrat und aus dieser Verbindung sich Schwaden giftiger Phosphorgase entwickelten. In kurzer Zeit war der ganze Keller vergast, ebenso auch die Aufgänge zum Haus, ferTier drangen die Gase durch die Kellerfenster auf die Straße hinmus. Der Berufsfeuerwehr gelang es erst unter Zuhilfenahme won Sauerstoffapparaten in den Kellerraum einzudringen und Den schadhaften Phosphorballon herauszuholen. Abgesehen von einigen leichten Vergiftungsfällen entstand zum Glück kein weitheres Unheil. Einbruchsversuch. In der Nacht zum 2. September wurde öin der Bahnhofstraße zum Nachteil eines Manufakturwarenggeschäfts versucht, einen Einbruchsdiebstahl auszuführen, Der Dieb hatte bereits die vom Hofe aus erreichbare Haustüre und die Zugangstüre zum Kontor mittels Nachschlüssel geöffnet. Durch die vorhandene Alarmvorrichtung wurde er an seinem Vorhaben gestört und ergriff eiligst die Flucht. ,, Gießener Zeitung" Nr. 71. markung Hopfgarten errichtet. Das abseits gelegene Baugelände ist zum Preise von 2 225 M gesichert. ADAC.- Feldbergrennen im Taunus. Am 23. September 1928 findet eines der bekanntesten Rennen in unserer engeren Heimat für Motorräder, Touren-, Sport- und Rennwagen statt. Dasselbe ist vom Gau 3a des ADAC. e. V., Frankfurt a. M., ausgerichtet und die Rennleitung liegt in den bewährten Händen von Jng. Gg. Heinemann- Bad Homburg v. d. H. Die AusDeutsche! Kauft deutsche Waren! Es ist leider eine sehr betrübende Tatsache, daß in unserem Familienhaushalt eine Menge Waren ausländischen Fabrikats Ver= wendung finden. Da sind z. B. englische Schuhcreme, französisches Parfüm, italienische und spanische Früchte usw. Wäre es nicht unser erste Pflicht, deutsche Ware der ausländischen vorzuziehen? Abgesehen davon daß das deutsche Geld dann im Inland bliebe, gä- schreibungen für das Rennen sind bereits erschienen und können ben wir unseren deutschen Volksgenossen dadurch Arbeit und Brot. Mögen diese Zeilen genügen, uns Deutsche, besonders die deutsche Hausfrau, an unsere vaterländische Pflicht zu erinnern! * Die Räuber auf den Kassenboten, worüber wiederholt berichtet wurde, haben neuerdings in Elberfeld ein Personenauto gestohlen und in Bonn einen älteren Kassenboten überfallen, indem sie ihn niederschlugen und eine Aktentasche mit 25 000 Rmf. raubten. Mit dem bereitstehenden Auto sind sie in Richtung Koblenz entkommen. Der Kraftwagen ist eine grüne Limousine( Opelwagen) mit dem Kennzeichen I Y 18 463. Bei Auffindung des Wagens wird um Mitteilung ersucht. * Fahrraddiebstahl. In der Nacht zum 1. ds. Mts. gegen 2 Uhr wurde in der Bahnhofstraße ein vor einer Wirtschaft auf dem Bürgersteig stehendes Herrenfahrrad, Marke Torpedo, entwendet. Am 4. September abends wurden einem hiesigen Bürger, der dem Alkohol zuviel zugesprochen hatte, eine goldene Taschenuhr mit Reite, Stod und Portemonnaie mit 15 Rmt. entwendet. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Aufklärung dienlich sind, erbittet die Kriminalabteilung. * Diebstähle auf Sportpläßen. In letzter Zeit wurden in Lich, sowie in Heuchelheim auf den Sportplätzen zum Nachteil der Sportler Diebstähle ausgeführt. Der Dieb verstand es, die abgelegten Kleidungsstücke zu revidieren und das Geld aus den Geldbörsen zu entwenden. Es gelang der Kriminalpolizei GieBen, den Täter in der Person eines jugendlichen Friseurlehrlings aus Gießen zu ermitteln. Nach den Ermittelungen gelang es, den Dieb zu überführen, worauf er die Diebstähle zugab. Am 5. September wurden am Bootshaus des hiesigen Rudersportvereins ebenfalls gleichartige Diebstähle ausgeführt. Die Beschreibung des vermutlichen Täters stimmte auf den Friseurlehrling überein. Die sofort angestellten Ermittlungen waren von Erfolg. Der Dieb konnte in der vergangenen Nacht gegen 1 Uhr auf dem hiesigen Bahnhof festgenommen werden. Er gab die Tat zu. * Eigentümer gesucht. Bei einer in mehreren Fällen des Diebstahls auf verschiedenen Sportplätzen und Rudersportvereinen überführten jugendlichen Person wurde ein silbernes Kettenarmband mit Anhänger, auf welchem sich ein Frauenkopf befindet, vorgefunden. Der Eigentümer, welcher nicht bekannt ist, wird gebeten, bei der hiesigen Kriminalpolizei, Weidengasse 5, vorstellig zu werden. * Fundsachen. Das Verzeichnis über die im Monat Auguſt 1928 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände fann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamis, Weidengasse 5, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen. Verkehrsstrafen. In der Zeit vom 1. bis 31. August 1928 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bezw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 27 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 2 wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 1 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 1 wegen Fahrens, ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 7 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 74 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. Aus Nah und Fern. Leihgestern. Eine Familie, die fast 100 Jahre unserer Gemeinde den Bürgermeister stellt, ist die Familie He ß. Der jezige Bürgermeister Heß führt das Bürgermeisteramt in der dritten Generation, Vater und Großvater waren je über 30 Jahre als Ortsoberhaupt tätig. Mücke. Ein Aufblühen der Eisenerzindustrie macht sich in unserer Gegend bemerkbar. Das seit längerer Zeit stillgelegene Bergwerk zwischen Mücke und Ruppertenrod wurde wieder in Betrieb genommen. Die Grube bei Stockhausen bietet ebenfalls wieder den Arbeitern Beschäftigung. Bad Nauheim. Das Reichspostministerium hat ein Fernsprechkabel mit 150 Doppeladern von Frankfurt über Vilbel und Friedberg nach Bad Nauheim genehmigt. Von diesen Adern erhalten Vilbel 20, Friedberg und Nauheim je 40; der Rest bleibt liegen und wird im nächsten Jahre durch ein 50paariges Fernkabel nach Gießen verlängert. Die Einrichtung des Schnellverkehrs mit den genannten Orten wird mit der Kabellegung Hand in Hand gehen und voraussichtlich im nächsten Frühjahr eröffnet werden. Büdingen. Der Kreis Büdingen hat eine neue als Rundstrecke gedachte Autoverkehrslinie erhalten, für die die Genehmigung der Provinzialverwaltung in Gießen vorliegt und die von Nidda über die Kreisorte Wallershausen, Hauerbach, Schwieckartshausen, Oberlais( Kreis Schotten), Michelnau nach Nidda zurückführt. Büdingen. Das hiesige Mathildenhospital blickt in diesen Tagen auf sein 60jähriges Bestehen zurück. Aus Anlaß des Jubiläums findet am kommenden Sonntag ein Festgottesdienst statt und am kommenden Dienstagabend ein großes Künstlerkonzert im Hotel Fürstenhof statt. Alsfeld. Auf dem Kreistag des Kreises Alsfeld wurde endgültig die Errichtung einer Kreisabdeckerei beschlossen, nachdem Kreisveterinärarzt Dr. Hofmann über die Angelegenheit refe= riert hatte. Die Errichtung und Einrichtung der Anstalt ist Sache des Unternehmers, er bekommt auf 15 Jahre ein unverzinsliches Darlehen in Höhe von 25 000 M. Als Vertragsdauer sind 30 Jahre vorgesehen. Die Anstalt wird in der Gevon der Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Hochstraße 43, bezogen werden. Biskirchen. Als ein Lastauto der Mineralquelle Selters den Bahnübergang überqueren wollte, wurde es vom Zug erfaßt und vollständig zertrümmert. Der Führer des Autos, Heinrich Bangert aus Biskirchen, erlitt einen Beinbruch und Schnittwunden. Dem 18jährigen Karl Hein aus Biskirchen mußte ein Bein abgenommen werden. Steinbach. In unserem hessischen Dorse Steinbach, das im preußischen Hessen- Nassau liegt, haben sich infolge der natür=" lichen politischen Verhältnisse Schwierigkeiten verschiedenster Art ergeben. Der Gemeinderat hat deshalb die hessische Regierung um Aufhebung dieser Sonderstellung und um baldige po= litische Austauschverhandlungen gebeten. Dillenburg. Ein 33jähriger Bergmann wurde im Steinbruch verschüttet. Er konnte nur als Leiche geborgen werden. Marburg. Wie in der letzten Stadtverordnetensitzung mitgeteilt wurde, soll mit dem Bau des Hallenschwimmbades in den nächsten Tagen begonnen werden. Der Bau, der zwischen Elektrizitätswerk und Schlachthof zu stehen kommt, wird rund 600 000 Mart kosten. Welche Folgen hat die Versäumung der Steuererklärung? Obwohl viele Steuerpflichtige, insbesondere die Gewerbetreibenden im Laufe eines Jahres eine ganze Reihe Steuererklärungen abgeben müssen, herrscht über die Folgen, die durch Nichtabgabe oder nicht rechtzeitige Abgabe der Steuererklärung eintreten können, vielfach noch Unkenntnis. Wird eine Steuererklärung überhaupt nicht abgegeben, so fann folgendes eintreten: a) Das Finanzamt kann die Abgabe durch Festsetzung von Geldstrafen auf Grund des§ 202 der Abgabenordnung( AO.) erzwingen. Der Festsetzung der Geldstrafe muß aber eine Androhung des Zwangsmittels mit Setzung einer angemessenen Frist zur Abgabe der Steuererklärung vorangehen(§ 202 Abs. 6). Die Androhung muß schriftlich erfolgen, außer wenn Gefahr im Verzug liegt. Die Strafe kann so angedroht und festgesetzt werden, bis der Steuerpflichtige dem Verlangen des Finanzamtes nachkommt. Die einzelne Geldstrafe darf aber 5000 RM. nicht übersteigen. Wird die Strafe gegen natürliche Personen festgesetzt, so ist zugleich die Dauer der Haft festzusetzen, die für den Fall des Unvermögens an die Stelle der Geldstrafe treten soll. Die Haft darf vier Wochen nicht übersteigen. Gegen die Androhung der Erzwingungsgeldstraße ist die Beschwerde an das Landesfinanzamt zulässig(§ 281 AO.) und gegen die Beschwerdeentscheidung des Landesfinanzamtes die Rechtsbeschwerde an den Reichsfinanzhof(§ 283 AO.). Gegen die Festsetzung der Erzwingungsgeldstrafe ist nur die Beschwerde an das Landesfinanzamt gegeben. Dieses entscheidet endgültig. b) Anstatt der Erzwingungsgeldstrafe nach§ 202 AO. kann auf Grund des§ 377 AD. eine Ordnungsstrafe festgesetzt werden. Gegen den hierüber zu erlassenden Strafbescheid kann Beschwerde eingelegt oder Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt werden. Die Frist beträgt eine Woche. Ordnungsstrafe und Erzwingungsgeldstrafe dürfen nicht nebeneinander festgesetzt werden. ent= c) Dem Steuerpflichtigen kann ein Zuschlag bis zu 10 v. H. der endgültig festgesetzten Steuer auferlegt werden(§ 170 Abs. 2 AO.). Das Finanzamt hat die Zuschlagsfestsetzung zu unterlassen oder zurückzunehmen, wenn die Versäumnis schuldbar erscheint. Gegen die Auferlegung eines Zuschlages ist die Beschwerde an das Landesfinanzamt zulässig, das endgültig entscheidet. Da der Zuschlag nur eine Ungehorsamsfolge ist, also keine Strafe, so kann er neben der Erzwingungsgeldstrafe oder der Ordnungsstrafe festgesetzt werden. Sevis 2P5 DEUTZ Motoren liegend und stehend ortfest und fahrbar für alle Brennstoffe und Anwendungsgebiete ferner Diesel- Lokomotiven Motor- Triebwagen Motor- Verschiebebock Diesel- Lokomobilen Motor- Walzen Gaserzeugungsanlagen Heizgasanlagen Diesel- Schlepper insbesondere Kompressorlose Dieselmotoren für Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft und Schiffahrt 1000 PS 5032 MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederlg. FRANKFURT/ M. Taunusstr.10 Samstag, den 8. September 1928. d) Der Steuerpflichtige läuft Gefahr, anstatt auf Grund des § 377 AD. wegen Steuerhinterziehung bestraft zu werdn. Das Reichsgericht hat den Begriff„ Steuerhinterziehung" in seinen Entscheidungen sehr weitgehend angelegt. Es genügt zur Annahme einer„ Steuerhinterziehung", wenn die Finanzbehörde vorsätzlich in Unkenntnis darüber gehalten wird, ob und in welcher Höhe die Steuern zu entrichten sind. Diese Voraussetzung ist aber in der Regel erfüllt, wenn eine Steuererklärung, zu deren Abgabe der Steuerpflichtige verpflichtet war, vorsätzlich nicht abgegeben wird. Die Absicht einer Steuerhinterziehung ist nicht erforderlich. Das Reichsgericht hat auch in der nicht rechtzeitigen Vornahme der Voranmeldungen und Vorauszahlungen eine Steuerhinterziehung erblickt. Das Reich sei, so führt es aus, bei seiner derzeitigen Finanzlage genötigt, darauf zu dringen, daß es an den Fälligkeitsterminen pünktlich in den Besitz der ihm geschuldeten Steuern gelangt. Daher sei den Steuerschuldnern die Vornahme der Anmeldungen und Vorauszah= lungen als Rechtspflicht auferlegt. Die bewußte Nichterfüllung dieser Rechtspflicht begründe gegen den Steuerschuldner die Annahme einer Verschweigung seiner Steuerpflichtigkeit. e) Das Finanzamt ist gemäß§ 210 AO. zur Schätzung berechtigt. Ist im Steuerbescheide festgestellt, daß wegen schuldhafter Nichtabgabe der Steuererklärung die Schäzung notwendig geworden sei, so steht dem Steuerpflichtigen wegen der Höhe der Schätzung nur die Beschwerde an das Landesfinanzamt zu. Dieses entscheidet endgültig. Der ordentliche Rechtsmittelzug ( Einspruch, Berufung, Rechtsbeschwerde) ist nur gegen den Grund der Steuerpflicht und gegen die Beschränkung des Rechtsmittelzuges( wenn eingewendet wird,§ 210 AD. sei nicht anwendbar) zulässig. Wird die Steuererklärung nicht rechtzeitig abgegeben, so muß der Steuerpflichtige darauf gefaßt sein, den Zuschlag gemäß § 170 Abs. 2 AO. bis 10 v. H. der endgültig festgesetzten Steuer ( zu c vorstehend) zahlen müssen. Nebenher kann das Finanzamt auch eine Ordnungsstrafe gemäß§ 377 AO.( zu b vorstehend) festsetzen. Es ist deshalb ratsam, in Fällen, in denen der Steuerpflichtige die Erklärungsfrist nicht einhalten kann, rechtzeitig, jedenfalls vor Ablauf der Frist, um Ausstand zu bitten. Wird " Gießener Zeitung" dem Antrage stattgegeben, nachdem die Erklärungsfrist abgelaufen ist, so werden dem Steuerpflichtigen Nachteile kaum entstehen. Die Fristversäumnis wird als entschuldbar anzusehen sein. Es ist aber zu empfehlen, den Ausstand so zeitig zu beantragen, daß noch innerhalb der Erklärungsfrist eine Antwort des Finanzamts erwartet werden kann.( Vertr. Mitteilg. Der Arb.- Gem. deutscher Hausbesitzerbanken.) Neue Bücher. Asienflug und Heimkehr, von G. F. Graf zu Solms= Lauchach. Verlag Emil Roth, Gießen. Preis brosch. 1, M. Graf zu Solms- Laubach hat in dieser recht gut aufgemachten Schrift seine Erlebnisse über seinen Asienflug mit Roennecke und Hermann mit dem Flugzeug ,, Germania" interessant und auch recht spannend niedergeschrieben. Dem deutschen Flugwesen wird er auch in mancher Beziehung gerecht, indem er Winke gibt für Ostflüge, für die noch viele Erfahrungen notwendig sind, um sie einwandfrei durchzuführen, was besonders der Flug durch die arabische Wüste kennzeichnet. Wir wünschen, daß das Heftchen recht viele Freunde finden möge, denn der Reingewinn aus dem Verkauf ist für die Erbauung eines Krankenhauses in Laubach bestimmt. Kornfranck 100 Tassen aus 1/2 Pfund für 30 Pfg. gesund wie das tägliche Brot! Ein weitblickender Gefchäftsmann foll feine Zeitungsreklame nicht einfchränken Das Publikum merkt gar rasch einen solchen Rückgang und schließt daraus auf einen Rückgang der Firma! Es ist auch wichtig, dass die Reklamen und Anzeigen nicht immer in ein- und derselben Zeitung veröffentlicht werden. Die Anzeigen den verschiedenen Zeitungen wechselweise und damit allen Bevölkerungskreisen zu lesen gegeben, das gibt dem Geschäftsmann weit eher die Möglichkeit, neue Kunden zu werben, oder eine Ware etc. gründlich anzubieten. Wer inserieren muss, benutze deshalb auch nachstehende Zeitungen: ,, Hess. Hausbesitzer- Zeitung" Auflage 12100 ,, Gießener Zeitung" ,, Hessischer Kamerad".... Auflage 51500 ,, Allgem. Hess. Sportzeitung" ,, Hess.Handwerk u. Gewerbe" Auflage 36700 200000 Zeitungen in über 1000 Orten werden monatlich im Volksstaat Hessen und angrenzenden Gebieten durch meinen Verlag zuverlässig verbreitet. Wer von einer Stelle aus eine Sache weitest bekannt geben will, der wende sich umgehend an die Geschäftsstelle ALBIN KLEIN, GIESSEN Verlagsdruckerei, vorm. Wilh. Keller, gegründet 1783 Spezialdruckerei für Geschäfts- und Vereinsdrucksachen Rotations- und Setzmaschinenbetrib Südanlage 21 Fernsprecher 2525 u. 2526 Fernsprecher 2525 u. 2526 Geschäftliches. Nr. 71 „ Eine zeitgemäße Modenschau". Die Antwort auf die schwere Frage: Wie kleide ich mich schön, praktisch und modern? ist heut in Form der Modenschau Freude und Vergnügen. Auf das Angenehmste werden uns die neuesten Modeschöpfungen vorgeführt. Nun denken Sie sich eine solche Modenschau in einem wundervoll ausgestatteten Riesenraume, der bei jedem Blick fesselnde neue Bilder in überraschender Fülle bietet. Dieser Raum, die Messeausstellung der Norddeutschen Woll kämmerei und Kammgarnſpinnerei im Kuppelſaal des Leipziger Grassimuseums ist wiederum eine Hauptsehenswürdigkeit der diesjährigen Leipziger Herbstmesse gewesen. Alles, was über haupt aus Wolle hergestellt werden kann, wird hier in sinnreicher Anordnung und imponierender Veranschaulichung der Größe und Leistungsfähigkeit dieses mächtigen Textil- Industrieunternehmens vorgeführt. Hier zeigt die NWK.- Modenschau alle neuesten, ausschließlich aus Wollgarnen hergestellten, handgearbeiteten oder maschinell gestrickten Modelle, Lebenswahre Figuren zeigen Wollanzüge für Kinder bis zu 3 Jahren, und die Modenschau der Jüngeren bis zu 16 Jahren. Dann aber zeigen graziöse Mannequins in unübersehbarer Fülle eine Modenschau für Damen: Handgearbeitete, entzückende Sachen aus dem eigenen Kunstgewerbe- Atelier der NWK., ferner maschinell hergestellte Wollmoden, die unter der Marke„ Alrowa" bald die Lieblinge der gesamten Damenwelt sein dürften, besonders reiz volle Gitterflauschmodelle in den neuesten Farbstellungen und den elegantesten Ausführungen.- Dies alles nur für den 3wed, für die Welt in Wolle" zu werben, zu werben für den Gedanken, daß die deutschen Wollgarne ,, die als ,, NWK.- Wollen" unter den Marken ,, Stern" ,,, Schwan“ und„ Taube" volkstüm lich geworden sind, jedem Phantasie- und Luxuswunsch, aber auch jedem praktischen Bedürfnisse gerecht werden. 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