Xr. 54 belr das ngebiet H. Olatzi d i) eb ien" 間 aftsrereien edeen", ffene ntch hne en und D, tigen aben ter mmen costen nnten 1, Reben, ns an ee. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Gegenwärtig wird im Reichsernährungsministerium eine Denkschrift vorbereitet, in der ein Ueberblick über die Durchführung des landwirtschaftlichen Notprogramms gegeben wird. Die„ Bremen"-Flieger haben Freitag früh von London den Rüdflug nach Deutschland angetreten. Das Flugzeug„ Europa" ist um 12% Uhr in Amsterdam eingetroffen. Dort erwartete sie ein Automobil des ehemaligen deutschen Kaisers, mit dem fich die Flieger nach Haus Doorn begaben. Das Pariser„ Journal" meldet aus Rom, daß zwischen Rom und Madrid Verhandlungen über den Abschluß eines Marinebündnisses schweben. Die spanische Flotte soll auf italienischen Werften neu aufgebaut werden. Vertreter der spanischen Regierung weilen seit Sonntag in Rom. Mitte September tritt das neue französische Militärstrafge= segbuch in Kraft, das auch für die besetzten Gebiete einige Aenberungen bringt. Der Name Kriegsgericht wird durch die Bezeichnung Militärgericht ersetzt. Nach einem Telegramm hat ein schwedisches Flugzeug Freitag morgen Lundborg, der sich bei der Nobilegruppe aufhielt, geborgen. Die Regierungserklärung gebilligt. In der Reichstagssizung am Donnerstag wurde die Billigungserklärung der hinter der Reichsregierung stehenden Parteien angenommen. Der Antrag lautete:„ Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über." Für den Antrag wurden 261 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten, des Zentrums. der Deutschen Volkspartei und der Bayrischen Volkspartei abge= geuen. Dagegen wurden 134 Stimmen der Kommunisten, Deutschnationalen, Nationalsozialisten, Christlichnationalen Bauern und Deutsch- Hannoveraner abgegeben. Stimmenthaltung übten 28 Abgeordnete der Wirtschaftspartei und der Deutschen Bauernpartei. Damit waren alle weiteren Vertauens- und Mißtrauensanträge erledigt. Der Reichstag hat sich darauf bis Dienstag vertagt. Auf der Tagesordnung steht der Gesetzentwurf des Reichsrates zum Nationalfeiertag. Man kann annehmen, daß dieser Entwurf einem Ausschuß überwiesen wird. Es ist aber nicht ausgeschlos= sen, daß es dabei wieder zu allerhand Unruhen im Reichstag tommen kann, die den ersten Keil in die mühsam überbrückten gegensätzlichen Anschauungen der Regierungsparteien treiben fann. Der Reichstag hat heute besondere Ausschüsse für die besetzten Gebiete und für die Ostprovinzen eingesetzt. Das Zentrum scheint der Auffassung zu sein, daß man diese Ausschüsse als sogenannte Grenzausschüsse zusammenfassen solle. Es ist aber bei den zwei Ausschüssen geblieben. Der Reichstag selbst wird am 12. Juli zu Ende gehen. Am 14. und 15. Juli wird er nach Köln zur Pressa fahren. Das Urteil im Schachty- Prozeß. Moskau. Jm Schachty- Prozeß wurde Freitag das Urteil verkündet. Von den 53 Angeklagten wurden 11 zum Tode verurteilt. Das Gericht beschloß jedoch, für sechs von ihnen beim Zentral- Exekutivkomitee der Sowjetunion um Milderung der Strafe nachzusuchen. 34 Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von einem bis zu 10 Jahren, vier Angeklagte wurden unter Zubilligung von Bewährungsfrist verurteilt und vier Angeklagte freigesprochen. Unter den Freigesprochenen befinden sich die Deutschen Meyer und Otto. Der deutsche Angeklagte B ad= stieber wurde unter Zubilligung von Bewährungsfrist zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Alle Freigesprochenen und unter Zubilligung von Bewährungsfrist Verurteilten wurden sofort auf freien Fuß gesetzt. Gegen das bayerische Wahlgefek. Die Demokratische Partei und die Wirtschaftspartei haben eine gemeinsame Interpellation im Reichstag eingebracht, die sich gegen das bayrische Wahlgesetz richtet. In Bayern ist das Wahlgesetz geändert worden und nach Auffassung der beiden Parteien wird diese Aenderung den Grundsähen der Verhältniswahl nicht gerecht, so wie sie in der Reichsverfassung vorgesehen sind. Dabei wird vor allem darauf hingewiesen, daß nachdem die beiden Parteien eine Klage beim Staatsgerichtshof für das Deutsche Reich angestrengt haben, der Bayerische Landtag mit rückwirkender Kraft für diese Klage den Bayerischen Staats= gerichtshof für zuständig erklärt hat. Vorläufig feine Auslandsanleihen für Gemeinden. Die Beratungsstelle für Auslandskredite im Reichsfinanzministerium hat die Begutachtung der ihr vorliegenden Auslandsanleiheanträge der Gemeinden und Gemeindeverbände nummehr abgeschlossen und die Auflegung einiger Einzelauslandsanleihen und der Cammelauslandsanleihe des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes gutgeheißen. Wie der Amtliche PreuDrud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Samstag, den 7. Juli 1928 ßische Pressedienst mitteilt, führt der preußische Minister des Innern in einem Runderlaß hierzu aus, mit der Zulassung weiterer Auslandsanleihen könne bis auf weiteres nicht gerechnet werden. Nach dem 19. Mai dieses Jahres vorgelegte Anleihe pläne von Gemeinden und Gemeindeverbänden können daher zunächst an die Beratungsstelle für Auslandskredite nicht weiter= geleitet werden. ( Wem mit dieser seltsamen Abdrosselung billigen Kapi= tals gedient ist, ist uns unerfindlich. D. Red.) Rom- Südamerikaflug. Das italienische Flugzeug„ Savoya" ist am Donnerstag etwa zehn Meilen nördlich von Natal, in Nordwest- Brasilien gelandet. Der Flug, der erste Non- Stop- Flug Europa- Südame= rika, bricht den Entfernungsreford Chamberlins und Levines um 700 Meilen. Die zurückgelegte Flugstrecke der Italiener beträgt 4600 Meilen, die Flugzeit 47 Stunden. Das Flugzeug hatte im schlechten Wetter die Richtung verloren und war außer= dem knapp mit seinem Benzinvorrat, so daß die Flieger um= fehrten und in Natal niedergingen. Nach einem Aufenthalt von einer Stunde ſetzten die Flieger Farrarin und del Prere ihren Flug nach Rio de Janeiro fort, wo sie mit ungeheurem Jubel empfangen wurden. Unwetterfatastrophen. In der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch wurde das ge= samte Mitteldeutschland von schweren Unwettern heimgesucht, die teilweise bis zum Orkan ausarteten. So berichtet man aus Ludwigshafen von vernichteten Feldern, entwurzelten Bäumen und zerstörten Fernsprechleitungen in der Vorderpfalz. Desgl. sind die Weinbaubetriebe an der oberen Mosel ein Opfer des schweren Hagelwetters geworden. Berlin. Auch Berlin und Umgebung wurde am Mittwoch von einem schweren Sturm betroffen. Die Sturmtatastrophe hat fünf Schwerverletzte und acht Leichtverleite gefordert. Am stärksten hauste der Sturm im Westen und Südosten der Stadt. Turmaufbauten der Häuser stürzten zusammen, zahllose Fenster wurden eingedrückt, Dachziegel prasselten auf die Straßen. Hart mitgenommen wurde auch der Zentralflughafen auf dem Tempel hofer Feld. Hier wurde das Dach eines Flugzeugschuppens in einer Breite von etwa achtzehn Metern abgedeckt. Außerdem stürzte der Sturm ein achtsiziges Fokker- Wulf- Flugzeug um, das auf dem Flugplatz stand, zum Glüd aber unbesetzt war. Bad Grund. Jm westlichen Harzgebiet richtete am Mittwoch vormittag der Orkan schweren Schaden an. Alte Bäume wurden entwurzelt, Dächer abgedeckt. Jn Bad Grund ist das Dach eines Pavillons vom Sturm emporgehoben und zur Erde niedergedrückt worden, wo es Passanten traf. Eine Dame wurde ge= tötet, ein Herr schwer verletzt. Nach vermißten Kurgästen wird noch gesucht. Salle a. d. S. Am Mittwoch vormittag zog vom Brocken bis nach Blankenburg durch den ganzen Harz mit furchtbarer Gewalt eine Windhose, die großen Schaden angerichtet hat. Bei Dreiannenbohne ist der Wald buchstäblich umgelegt worden. Bäume von einem halben Meter Durchmesser wurden umgestürzt. Lange Wegstrecken sind mit abgerissenen Baumkronen bedeckt. Die Obstbäume haben großen Schaden gelitten. Besonders groß waren die Verwüstungen durch den Sturm auch in Bitterfeld und Umgebung. Von einer größeren Anzah! von Häusern wurden die Dächer vollständig oder zum Teil abgedeckt. Groß ist die Zahl der entwurzelten Bäume. Eine Starkstromleitung wurde zerrissen. Auf dem Flugplatz Wernigerode ereignete sich dabei ein Unglücksfall. Das Verkehrsflugzeug D 1391 hatte sein fahrplanmäßigen Flug Quedlinburg- Wernigerode beendet. Pilot und Passagiere hatten gerade das Flugzeug verlassen, als die Windhose sich näherte. Man versuchte das Flugzeug noch zu sichern. Der Sturm riß die Maschine jedoch aus der vierfachen Verankerung und schleuderte sie zehn Meter hoch in die Luft. Das Flugzeug wurde stark beschädigt. Gleiwig. Auch hier ging ein schweres Unwetter mit einem Sturm von 40 stm. Windstärke nieder. Auf dem Gleiwizer Flughafen wurden beide Flugzeughallen abgedeckt und die in den Hallen stehenden Flugzeuge durcheinandergeworfen und beschä= digt. Durch das Unwetter ist der 25 Meter hohe Schornstein der Städtischen Ziegelei umgerissen worden. Auch über Breslau ging am Mittwoch ein schweres Gewitter, verbunden mit außerordentlich heftigem Sturm, nieder. Der Staat als Beute der Parteien. Der Parlamentarismus ist das System der illegalen und der legalen Korruption. Die illegale Korruption ist stets das Symptom parlamentarischer Frühzeit, tastenden Anfängertums der neuen Machthaber, und führt, wenn das Volk der neuen Methoden noch ungewohnt ist, manchmal zu unangenehmen Skandalen: die Namen Sklarz, Kutister, Barmat, Bauer, Heilmann sind nur die bekanntesten aus den Annalen der jungen deutschen Republik. Aber man lernt bald, die Unannehmlichkeiten der ungesetzlichen Korruption zu vermeiden und gewinnt stets wachsende Fertigkeit in der Praxis der legalen Korruption. Unter legaler Korruption verstehen wir den Mißbrauch der Staatsmacht in rechtlichen Formen, aber entgegen dem Sinn der Staatsordnung und des Staatsge= ( Gießener Tageblati) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Plazz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Vollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 55 dankens. Träger und Nuznießer der legalen Korruption sind die Parteien. Gegenstand der Korruption ist der Staat, Leidtragender das Volt. Am deutlichsten tritt die Praxis der legalen Korruption in dem Mißbrauch der Staatsverwaltung als Beute der Parteien hervor. Die Staatsverwaltung ist an sich eine sachliche, unpolitische Angelegenheit. Ihre Aufgabe ist Dienst für das Ganze; Voraussetzung für seine Erfüllung ist der Wille zum Dienst und die Befähigung zu den Funktionen dieses Dienstes, d. h. vor allem die berufliche Vorbildung. Der Parlamentarismus faßt dagegen die Staatsverwaltung allein als politisches Instrument und als Pfründe, als Versorgungsinstitut auf. Deshalb führt die Entwicklung eines parlamentarischen Staates regelmäßig von der Verteilung der Ministerposten und des Anteils der Staatsgewalt unter den herrschenden Parteien weiter zu der Verteilung aller irgendwie bedeutsamen( und einträglichen!) Verwaltungsämter.( Am Ende dieser Entwicklung bei uns auch schon erörterte Auslieferung der steht die Justiz an die Parteien.) Die betreffenden Posten werden dann ausschließlich von der Partei besetzt, der sie bei der Beuteverteilung zufielen. Zugehörigkeit zu dieser Partei und Hörigkeit gegenüber der Partei in der Amtsführung sind Voraussetzungen für die Bekleidung des Amtes; Befähigung für das Amt ist aus taktischer Rücksicht auf das Volk, das die Feinheiten des parlamentarischen Systems oft nicht einsicht, wünschenswert ( ein Fall Fuchs ist doch immer etwas peinlich!), aber durchaus nicht notwendig( ein roter Fuchs ist immer noch erwünschter, als ein einwandfreier Beamter anderer Kouleur!). - Hessen, in dem es noch in der Revolutionszeit möglich war, daß ein sozialdemokratischer Innenminister sich in entschiedenster Weise gegen die partei politische Korrumpierung der Verwaltung wandte, ist nunmehr ganz dem Beutesystem verfallen. Der monatelange Handel um die Ministerien, der der letzten Regierungsbildung vorausging, ist dem parlamentarischen System durchaus angemessen; die Geburtswehen der neuen Reichsregierung zeigen ja zum wievielten Male? das gleiche Schauspiel. Erstaunlich könnte dem Naiven die Tatsache erscheinen, daß sich das am Rande des Bankrotts stehende Hessen ein neues Ministerium( Kultusministerium) schaffen mußte, nur um ausreichende Kompensationsobjekte für den Beutestreit zwischen Sozialdemokratie und Zentrum zu erhalten. In den vier Monaten des Regimentes der neuen Regierung sind 1 Gesandter, 2 Ministerialräte, 2 Oberreg.- Räte, 2 Regierungstäte und 2 Schulräte offensichtlich nach Parteigesichtspunkten ernannt worden. Diese traten zu den zahlreichen anderen Ministerialbeamten, die seit 1918/19 auf dem Wege der Parteiauslese in die Darmstädter Zentra.vehörden berufen wurden. - Nun ist der erste„ Verwurzelte") in den Außendienst Der hessischen Verwaltung berufen worden: der sozialdemokratische Abgeordnete Rechtien als Kreisdirektor von Friedberg. Die Ernennung widerspricht zunächst nach unsever Auffassung dem geltenden Rechte. Nach der Verordnung vom 30. 4, 1879, die nicht aufgehoben ist und deren Fortgeltung auch den einschlägigen Vorschriften der Reichsverfassung die hessische Verfassung schweigt dazu entspricht, wird die Befähigung zum höheren Verwaltungsbeamten durch die beiden vorgeschriebenen Prüfungen erworben. Es ist deshalb zu erwarten, daß in gegebenen Fällen Verwaltungsakte dieses Kreisdirektors und vor allem Urteile des unter seinem Vorsitz tagenden Kreisausschusses wegen vorschriftswidriger Besetzung des Verwaltungsgerichts angefochten werden.( Dieser Kreisausschuß als Verwaltungsgericht wäre ein Gericht, dem nicht ein Rechtskundiger angehörte!) Aber das rechtliche Hindernis ist gering; es genügt ja ein Beschluß des allmächtigen Landtags, um alles geltende Recht legal in sein Gegen= teil zu verkehren. Unsere Sorge gilt dem Volte und dem Staate. Das Volk hat die Kosten dieser Pfründenwirtschaft aufzubringen; das Volk hat unter den Fehlgriffen der Nichtfachleute zu leiden. Und der letzte Rest des Vertrauens zum Staate geht zum Teufel, wenn das Volk der Sachlichkeit und Gerechtigkeit wie der Sachkenntnis der Repräsentanten des Staates, mit denen es täglich zu tun hat, mißtrauen muß. Denn das Volk denkt anders, als man in höheren parlamentarischen Sphären fühn behauptet. Das Volt besteht nämlich nicht nur aus Parlamentariern und Parteifunktionären, die von ihren unbegrenzten Fähigkeiten restlos überzeugt sind, und aus einer Masse ungelernter Arbeiter, sondern überwiegend aus Menschen, die sich durch Lernen und Streben ihre Lebensstellung errungen haben und erringen. Das Volk sagt jedem, der es hören will: ,, Reiner kann als Schlosser, Schreiner, Kaufmann, Landwirt etwas leisten, wenn er nichts gelernt hat, aber uns regieren und verwalten soll jeder können, auch wenn er's nicht gez lernt hat." Und das Volk fühlt instinktiv die ungeheure Gefahr, die dem Gemeinwesen droht, wenn seine Beamten, denen die Ausübung der öffentlichen Gewalt anvertraut ist, unter der Herrschaft des Beutesystems systematisch moralisch korrumpiert, zur Gesinnungslumperei erzogen werden. Denn in Zu funft wird jeder, der eine Staatslaufbahn einschlagen will, sich erst die Mitgliedschaftskarte der Partei besorgen müssen, der der betr. Verwaltungszweig gehört". Sonst ist an ein Vorwärtskommen nicht zu denken; selbst die Assessoren werden zum Teil schon nach diesen Gesichtspunkten verwandt. Am Ende dieser Entwicklung steht eine Beamtenschaft aus Parteifanatikern und Gesinnungslumpen mit stark verminderter sachlicher Befähigung. - Noch schweigt das Volk und läßt diejenigen, die sich als seine„ Bertreter" aufspielen, ihre Partei- und Interessenherrschaft bis zum Letzten überspannen. Es scheint, daß dieser letzte Punkt erreicht werden muß, damit jedem, der nicht mit dem System der legalen Korruption verfilzt ist, die Augen aufgehen. Dann wird eine große Reinigung den Weg freimachen für den Neuaufbau des Staates auf der Grundlage des Dienstes am Ganzen, der Sachlichkeit, der Befähigung und der Leistung. Samstag, Samstag, den 7. Juli 1928. Rofales. Sonntagsgedanken. Früh um vier Uhr erwache ich und höre der Vöglein Morgengruß. Glocken läuten den Sonntag ein. Mich zieht es hinaus in Gottes Dom zum großen Sonntags- Gottesdienst. Die Natur befindet sich in ihren höchsten Tagen des Werdens. Ein großes Freigeschenk gibt sie uns. Eine ganze Schöpfung liegt da, als wäre sie soeben aus der Wunderhand des Allmächtigen hervorgegangen. Einen Riesendom hat er uns gebaut, auf daß wir seine Herrlichkeit erkennen und ihn preisen. Gießener Zeitung" * Verbesserungen im Postverkehr. Wie der Reichspoſtminister dem Verwaltungsrat der Deutschen Reichspost mitgeteilt hat, haben jetzt alle geschlossenen Landorte wieder eine tägliche Bestellung. Von Einzelwohnstätten( Abbauten) werden im ganzen nur 0,6( im alten Reichspostgebiet nur 0,1) Prozent-- tener als einmal werktäglich belaufen. Von Ende Mai 1927 bis Anfang Juni 1928 sind 1824 neue öffentliche Sprechstellen eingerichtet worden. Bei allen Fernsprechvermittlungsstellen ist jetzt mindestens von 8 bis 20 Uhr ununterbrochen Dienst. Viele wandern durch diese Hallen wie Blinde und nehmen alles hin wie etwas Alltägliches und wundern sich nie über die Wunderwerke Gottes ringsum, deren die ganze Welt ja voll ist. Offene, klare Augen aber finden überall Erfreuendes und Beglückendes. Die entdecken, wenn auch das Herz noch mitsucht, überall Schönes, Neues, Großes auf den Fluren am Sonntag, bei der Arbeit am Alltag, in der Welt der Technik und Künste, bei den Blumen im Feld und unter dem Laubdach des Waldes, ja selbst in der Nacht, wenn die Wunder aus fernen Welten Lichtgrüße uns senden. So wandere ich weiter durch den Morgen des SommerSonntages bis hinauf auf den Berg, wo ein Kirchlein in stiller Einsamkeit all die Sonntagswanderer einladet. Nr. 55. Aus Nah und Fern. Wieseck. Als der Arbeiter Karl Valentin während der schweren Gewitter Dienstag abend gegen 11 Uhr mit seinem Fahrrad sich auf dem Heimweg nach Wieseck befand, wurde er kurz vor seinem Hause vom Blitz getroffen und zu Boden geschleudert. Während ein Begleiter von ihm unversehrt blieb, stellte sich in der Wohnung des Valentin heraus, daß er durch den Blitzschlag die Sprache verloren hatten. Aerztliche Hilfe vermochte bisher nur, den Mann soweit wiederherzustellen, daß er leise flüstern kann. * Das hiesige Kreisveterinäramt macht soeben eine Neuerung für den Gießener Vichmarkt bekannt, die für den Viehhandel von weittragender Bedeutung ist. Es teilt mit, daß jetzt für alles auf den Gießener Viehmarkt aufgetriebene Vieh die Impfung gegen Maul- und Klauenseuche eingeführt ist, wodurch die Abhaltung der Märkte von Seuchenausbrüchen in der Nachbarschaft völlig unabhängig gemacht wird. Die ankommenden| Tiere werden unmittelbar nach dem Ausladen geimpft. Dadurch fällt die von den Vichhändlern bisher immer sehr bitter empfundene Sperre der Märkte, wenn irgendwie in der Umgegend ein Seuchnfall auftritt, in Zukunft fort. Die Märkte können nun ungestört stattfinden. Und von allem, was mein Auge vorher sah, sprach eben dort ein Priester und benutzte diese Welt der Wunder, diese Tage der Vollendung, um die Sonntagswanderer emporzuführen zu den Höhen des Glaubens an den Schöpfer, der den Menschen diese irdische Welt mit all ihren Herrlichkeiten gab, damit sie ihn erkennen und finden. Der Sonntagsschreiber. * Ernannt wurde der Justizinspektor bei dem Amtsgericht Gießen, Anton Roth, im Einvernehmen mit dem Herrn Minister für Arbeit und Wirtschaft zum geschäftsführenden Inspektor beim Arbeitsgericht zu Gießen mit Wirkung vom 1. April 1928 ab. * Der deutsche Dorfkirchenverband hält seinen Dorfkirchentag am 25. und 26. Juli hier ab. Ettingshausen. Hier schlug der Blitz in die Kirche. Größerer Schaden wurde nicht angerichtet. Lich. Die schon längerer Zeit mit der Postbehörde geführten Verhandlungen über den Neubau eines Postgebäudes wurden zum endgültigen Abschluß gebracht. Das neue Postamt wird mit einem telephonischen Selbstanschluß verbunden. Mit den Ausschachtungs- und Fundamentierungsarbeiten soll sofort begonnen werden. des Die Bo 100 Jahre, Ariegervere 1786 gegrü ( Kr. Gold Kriegervere 1806) und freiungstri ( am meiste jen, Saleji Pflege der nen Ramer hrisch feier jajon besteh durch Rabi torbene Ro fen. Die 2 aud in 6 deutet, nur Erit nach 1 entwidlung Pflege der eintreten, nicht wiede icial tätig heutigen T gervereine bald- sch Deutschland Ben. Das Wölfersheim. Bei Neuarbeiten auf dem Hefrag- Gelände stürzte Donnerstag der Montagearbeiter Claus von Villingen von einer Eisenkonstruktion ab. Dabei erlitt er schwere Schädelverletzungen, denen er bald darauf erlegen ist. tag übernommen. * Waldbrandgefahr. Wir nehmen Veranlassung, im Hinblick auf die infolge der Trockenheit bestehende erhöhte Brandgefahr für die Wälder die Waldbesucher und darunter besonders die Raucher und Touristen immer wieder nachdrücklichſt auf die Bestimmungen des Artikels 36 des Forststrafgesetzes hinzuweisen. Es ist nach diesem verboten, mit unverwahrtem Feuer oder Licht, also brennenden Zigarren, Zigaretten, Pfeifen ohne Deckel, den Wald zu betreten, im Walde brennende wie auch glimmende Gegenstände wegzuwerfen oder unvorsichtig zu handhaben und im Walde oder in gefährlicher Nähe desselben Feuer anzuzünden. Insbesondere ist vor Abkochen der Touristen im Walde zu warnen. Ebenso ist das Abbrennen von Waldflächen oder Grundstücken, welche an Waldungen grenzen, ohne Erlaubnis der Forstpolizeibehörde verboten. Wer einen Waldbrand wahrnimmt, soll, wenn die sofortige Unterdrückung des Brandes nicht gelingt, so schnell als möglich den Ortsvorsteher oder die Ortspolizeibehörde der nächsten Gemeinde benachrichtigen. Hierbei sei auch erwähnt, daß jeder auf Aufforderung der Forst- und Ortspolizeibeamten zur Hilfeleistung bei den Lösch= arbeiten verpflichtet ist, sofern er der Hilfeleistung ohne erheb= lichen Nachteil Folge zu leisten vermag. * Polizeibericht. Der in der Nacht zum 29. Juni ds. Js. ausgeführte Gartenhauseinbruch auf dem Nahrungsberg hat seine Aufklärung gefunden. Fast sämtliches Diebesgut konnte dem Geschädigten wieder zugeführt werden. Als Täter wurde der Installateur Friedrich Knörr aus Hatzfeld ermittelt der am 4. 7. in Gießen festgenommen werden konnte. Ferner ist bekannt geworden, daß Knörr in hiesiger Stadt mehrere Zechbetrügereien begangen hat. Geschädigte werden ersucht, sich mit der Kriminalpolizei ins Benehmen zu setzen. * Fundsachen. Das Verzeichnis über die im Monat Juni 1928 gefundenen bezw. abgelieferten Gegenstände kann an der Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Weidengasse Nr. 5, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefor. dert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten bei Fundbüro während der Dienstſtunden gelten zu machen. Worms. Der Parteitag der Demokratischen Partei in Hessen ist für Sonntag, den 30. September, in Worms in Aussicht genommen. Zur Vorbereitung des Parteitages wird am 2. September in Frankfurt a. M. eine Landesausschußsizzung abgehalten. Darmstadt. Der neue Provinzialdirektor Gebhardt, seither Kveisdirektor in Friedberg, hat seine Dienstgeschäft am DiensWeilburg. In der Nacht zum Donnerstag drangen Einbrecher in die Ortskrankenkassenräume ein und stahlen hier, da sie den Tresor nicht aufbrechen konnten, eine Anzahl Medikamente. Dagegen entwendeten sie aus dem Geschäftszimmer des Rechtsanwaltes Dr. Wiens einen größeren Geldbetrag und eine erhebliche Menge von Briefmarken, eine Anzahl Stempelmarfen und das Notariatssiegel des Anwalts. Schon vor einigen Wochen war ein Einbruch in das Krankenkassengebäude versucht worden. Kostenlose Auskunft erhält jeder Steuerzahier kommenden Montag im Café Leib nach dem Vortrag des Herrn Oberregierungsrat Ka del. Es empfiehlt sich, wer über Einheitsbewertung, Grund- und Gewerbebesteuerung von diesem berufenen Herrn vom Landesfinanzamt Darmstadt Auskunft haben will, seine ausführlichen Fragen vorher auf Papier zu notieren und den Zettel beim Eintritt in den Saal in den dafür aufgestellten Kasten zu werfen. Der Name des Fragestellers wird nicht genannt und auf diese Weise auch Dritten nicht bekannt, von wem die Fragen sind und für wen die Antworten gelten. Herrn Ober- Regierungsrat Kadel ist es lieb, wenn er recht viele Fragen Steuern ,, behafteten" Bürger mögen kommen, selbst wenn sie vorfindet, gern beantwortet er dieselben. Also, alle mit diesen ihre Steuererklärungen schon abgegeben haben. In Steuerangelegenheiten fann man bekanntlich nie genug hören, zumal hier die seltene Gelegenheit geboten ist der kostenlosen direkten Belehrung fürs eigene Haus und Geschäft. Herr Oberregierungsrat Kadel schreibt über seinen Vortrag: * Wagenschilder. Aus polizeilichen Gründen besteht schon seit längerer Zeit die Vorschrift, daß bespannte Pastfuhrwerte auf der linken Seite des Fuhrwerks oder an dem Geschirr des linken Zugtieres mit einer deutlich lesbaren, unverwischbaren Ausschrift versehen sein müssen, die den Vor- und Zunamen, sowie den Wohnort des Fuhrwerksbesitzers( Firma und Wohnſik) angibt. Diese Vorschrift wird besonders von Landwirten vielfach nicht beachtet. Um Strafe und Kosten zu vermeiden, empfiehlt es sich dringend, die vorgeschriebene Aufschrift, wo sie noch fehlt, schleunigst anzubringen. Rheinfrankens geschichtliche Entwicklung. Und solang Du das nicht hast, Dieses: Stirb und werde! Bist Du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde. Goethe. Frankfurt a. M. Das Frankfurter Schwurgericht verurteilte am Mittwoch den früheren Bahnbeamten Wichmann, der in der Nacht zum 1. März ds. Js. aus wirtschaftlicher Not seine drei Kinder gemeinsam mit seiner Frau und dann seine Frau erwürgt hatte, zu acht Jahren Gefängnis. 3wed hat dieser Vortrag solange, als das Veranlagungsverfahren läuft, sogar noch nach Zustellung der ersten Einheitswertbescheide. Diese werden erst gegen Herbst heraustommen. Durch den Vortrag jezt vor dem 15. Juli fönnen die Anregungen noch vor der Abgabe der Erklärungen be= rücksichtigt werden. Selbst nach Abgabe der Erklärungen können noch ergänzende Angaben gemacht werden..." Der Besuch dieses Vortrages kann darum für jedermann vorteilhaft werden. Berlin. Der deutsch- amerikanische Gesangverein ArionBrooklyn, der sich auf der Reise zum deutschen Sängerfest in Wien befindet und auch in München und Nürnberg singen wird, fand bei seinem einzigen Berliner Konzert am Dienstag vor allem mit seinen Volksliedern stürmischen Beifall. Warum ewig in Miete wohnen? Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J. für das Geld, das man sonst jährlich an Miete zahlt, lich ein freies Eigenbeim schaffen kann. Unkündbares Baugeld schon zu 4% 3ins. Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sparers in kürzerer oder längerer Zeit, u. U. schon in 1', bis 2 Jahren, zum Eigenheim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darlehen werden nicht gegeben. Jeder Familie ein Eigenheim! In 3 Jahren an 2286 Bausparer 36,7 Will Nmt. zugeteilt. Zur Römerzeit findet sich um Mosel, Saar und Nahe der Sitz der„ Treveri", den rechtsrheinischen germanischen Teil nahmen die Chatten ein; die Römer betonen erstmals den Rhein als Grenze, später den Limes, bei Rheinbrohl beginnend und zwischen Krotzenburg und Miltenberg längs des Mainz verlaufend. lich eine Scheidungsfcrmel für staatliche Interessensphären, wie der Kampf um die Hegemonie in Deutschland sie erkennen ließ, eine Zwistlinie der Vorherrschaftsproblematik.( Von der das Volk selbst nichts wissen will.) Denn die natürliche Wesensart von Mannheim und Köln, von Heidelberg und Bonn ist ähnlicher als die von Heidelberg und Karlsruhe, von Mannheim und Stuttgart, ja zwischen Heidelberg und Koblenz dürfte mehr Naturähnlichkeit herrschen, als zwischen Bonn und Duisburg, und sicher keine stärkere zwischen Koblenz und Elberfeld wie zwischen Darmstadt und Kassel, zwischen Heilbronn und Fulda. ( Auch die natürliche Wesensart von Aschaffenburg und Mainz ist ähnlicher als die von Aschaffenburg und Würzburg bezw. Nürnberg.) Die Mainlinie ist ein Schlagwort, das, wie die Landkarte weist, nicht einmal staatspolitisch einen Sinn errungen hat, denn der Main fließt quer durch bayerische( aber nicht bayrisch denkende oder fühlende) Ober- und Unterfranken und zerteilt Hessen; er ist gerade nur eine winzige Strecke lang die Grenze zwischen Hessen und dem preußischen( aber weder preußisch denkenden noch fühlenden) Hessen- Nassau". auseilte. jammenschl jefter Form jen, der al Deutschlan sehr dem G Württemb und an e deft- wi fonders in Die Völkerwanderung bringt nach dem Rhein- und Maingebiet die ,, Burgunder", von Oder und Weichsel kommend, und über Mosel und Maas vorstoßend; nördlich davon die ,, Franken"; über Holland und Belgien vorgehend; südlich die„ Alemannen", ins Elsaß eindringend. Während diese Volksstämme, die bis zum Weserlaufe sich ausbreitenden„ Kelten" nach Westen über den Rhein verdrängten, brachten die nachstoßenden Ost- Germanen auch jene zum Weichen über den Rhein. Zu Beginn des 6. Jahrhunderts wird Rheinfranken zum überwiegenden Teil von den" Franten" eingenommen. Die ,, Thüringer" über Fulda und Mainviereck sich vorschiebend, nah men hierbei den südöstlichen Teil des rheinfränkischen Gebiets ein. Die Klärung des Verhältnisses zwischen Reich und Ländern sowie jedwede Verwaltungsreform kann nur auf Grund einer durchgreifenden Flurbereinigung der historisch überkommenen wechselreichen Gemengelage unserer Länderterritorien mit ihren zahlreichen Gebietseinschlüssen erfolgen. Diese Flurbereinigung, die eine natürliche regionale Gliederung des Deutschen Reiches in seiner Gesamtheit zur Voraussetzung hat, beruht jedoch keinesfalls, wie vielfach fälschlicherweise behauptet wird, auf dem Zentralismus der Wirtschaft; auch ist keineswegs die Wirtschaft ausschließlich das Einteilungs- und Zweckprinzip. In der regionalen Gliederung ist somit nicht eine rein wirtschaftlich- technische Entwicklung zu erblicken; im Gegenteil ist hierbei gerade im kulturellen Sinne zurückzufolgern, daß die kulturelle Tradition eines Gebietes in ihrer Fortentwicklung in den bestehenden engeren wirtschaftlichen und Verkehrszusammenhängen sichtbaren Ausdruck ihrer zusammengefaßten territorialen Verbreitung findet. Stellt man nun die bestehenden Zusammenhänge und die vorliegenden Bedürfnisse, wie solche für Rheinfranken in zahlreichen Beispielen vorliegen, in ihrem Umfange und in ihrer inneren Verflechtung fartenmäßig fest, so erhält man ohne allen Zweifel auch das kulturell zusammenhängende Bild, wie ja auch die Wirtschaft dem Leben dient und nicht umgekehrt. Was Rheinfranken betrifft, so zeigt Professor Kuste( Köln) in einem Aufsatz über„ Der Rhein und seine Länder", wie der südliche Teil des Rheinlandes von der Mosel an seit dem Mittelalter schon wirtschaftlich mehr mit Frankfurt als mit irgend einer anderen führenden Stadt verbunden war. Auch Prof. Arthur Blaustein( Mannheim) schildert in seinen südwestdeutsammensetzung und ihrer Stammesgebiete dauernden Verändeschen Betrachtungen dieses Wirtschaftsgebiet, zu dem große Teile der südlichen Rheinprovinz, Hessen, Hessen- Nassau, die Pfalz gehören und zu dem auch das Saargebiet sich zugehörig fühlt. Und Prof Hellpach( Heidelberg) erwähnt in seiner„ Politischen Prognose für Deutschland" hinsichtlich der vielumstrittenen ,, Mainlinie" u. a.: Die nachstehenden Ausführungen legen dar, daß man auch in Beziehung auf die geschichtliche Entwicklung der Bevölkerungseigenart, der Bodenständigkeit uff. an dem Begriff„ RheinFränken" in seinem territorialen Umfange, bei Schaffung der neuen Selbstverwaltungsgebiete festhalten tann und muß, wobei zu betonen ist, daß die Grenzgebiete Ueberlappungsgebiete, nach beiden Seiten hin tendierend, darstellen. Hier können nur örtliche Entschließungen Platz greifen. ,, Die Mainlinie ist eine der seltsamsten Fiktionen, die ein Bolt innerhalb seines eigenen Organismus je aufgerichtet hat. Michts natürliches im Volkstum entspricht ihr, sie bedeutet ledig Versuche, die unabweisbar notwendige Neugliederung Deutschlands allein auf stammesgeschichtlicher Grundlage durchzuführen, werden in praxi stets daran scheitern, daß die deutschen Stämme im Laufe der Geschichte hinsichtlich ihrer Zubunde" n entstanden desverbän Kriegerbu Landesver Erst nach mit Wirt deutschen Die den dieje Org In dem Reiche der Franken nach 568 gehört Rheinfranken vollständig dem Gebiet ,, Austrasten" an, und nach dem Vertrag von Mersen 870 zum Ostfränkischen Reich". Krieg 19 Dentiche am 1. J nad 187 gerverein Vereinen „ Kyffhäu Zur Zeit der sächsischen und fränkischen Kaiser gehört das Gebiet um Mosel und Saar bis zum Rhein dem„ Herzogtum Oberlothringen" an, östlich davon dem„ Herzogtum Franken", woselbst im oberen Lahngebiet sich die„ Sessen" vorfinden. Auch in der kirchlichen Einteilung Deutschlands vom 11.- 16. Jahrhundert umschließt das rheinfränkische Gebiet lediglich Teile der beiden Kirchenprobinzen der Erzbistümer Trier und Mainz. In der Stauferzeit, im ,, Römisch- Deutschen Reiche", gehört die Gegend um Mosel bis zum Rheint dem ,, Herzogtum' NiederLothringen" an, um Rhein und Main dem„ Herzogtum Franten", der nördliche Teil mit Hessen um Marburg der ,, Landgrafschaft Thüringen" an. rungen, Verschmelzungen und Verschiebungen unterworfen waren. Für Rheinfranken dem von Südwesten nach Nordoften als Querriegel über den Rhein sich hinziehenden Landstreifen engster Verbundenheit, zwischen Saarbrücken- Trier und Rassel einerseits, zwischen Koblenz- Siegen und MannheimAschaffenburg andererseits läßt sich anhand historischen Kartenmaterials als eine wechselvolle und schicksalsreiche Entwic lung verfolgen, die sinngemäß auch für die meisten übrigen deutschen Landschaften zutrifft. Rheinfranten in Deutschlands Kreiseinteilung des 15. Jahrhunderts umfaßt die Hauptgebiete des„ Oberrheinischen" und des„ Kurrheinischen Kreises", wozu noch Teile des ,, Westfälischen", des„ Fränkischen", und des„ Schwäbischen" Kreises hinzukommen. Ein verworrenes und zerfetztes Bild zeigen die berüchtigten | Staatenkarten Deutschlands vom Ausgang des Mittelalters bis im Jahr 1 850,000 32 000 2 desverbi zum Zei 15. Jah land, be um Wet ichait Be Das Bis Mainz pfalz un gen bis Mosel neuen Städte u flaven e 18. Jab fait 3m Sm 17. S Stadt aus judlich de Mit den Belnen S Stammes und dem Giammes Der im Mit jolgt nu bieten, jahaften, franten, Güden u den Zei Das Gebi falen an, Spetzogiur jtadt; das zum Gro viered b tum Sie fahnitten Dreied e 1815 1.55. nd der jeinem urde Den ge t blieb, er durd e Silfe en, daß Größe: geführ es mut Postami 1. Mit I jojort Gelände Villin schwere in He Aussicht 2. Gep g abge seither Diens en Ein hier, da Medita mer des ind eine pelmar einigen de ver rurteilte der in ot seine ne Frau Arion erfest in en wird, Stag vor em? .d. J. ich ein Schon en des ½ bis Dei der unde, geben. m! t Nahe der Teil na en Rhei Tendr z ver Main end, un ranten"; nannen , die bis ſten über Oft- Ger nten zum nen. Di end, na n Gebiets einfranter in Vertrag gehört das Herzogtum Franten den. 16. Jahr lich Leill nd Main Samstag, den 7. Juli 1928. Von der Entwicklung des deutschen Kriegervereinswefens. ,, Gießener Zeitung" Nr. 55. Welche Steuerrückstellungen sind in der Uebungshallen, Unterkunftsräume, Verwaltungsgebäude usw.) Vermögensaufstellung für 1928 zulässig? In der Vermögensaufstellung nach dem Stande vom 1. 1. 1928, die für die Vermögenserklärung für 1928 anzufertigen ist, können außer den für die Einkommensteuer abzugsfähigen Steuern, den Gewerbesteuern, Umsatzsteuer, Ausbringungsleistungen, Grund- und Hauszinssteuern usw. grundsätzlich auch rückständige Einkommensteuer: bezw. Körperschaftsteuerbeträge abgesetzt werden. Im Gegensatz zur Einkommensteuerveran lagung sind hier auch die Personalsteuern abzugsfähig. Bei Einzelgewerbetreibenden kann es sich, was mit Rücksicht auf die Aufbringungslast und Gewerbekapitalsteuer von praktischer Bedeutung ist, lediglich fragen, ob die rückständigen Einkommenund Vermögensteuern bereits beim Betriebsvermögen( Einheitswert des Betriebsvermögens!) oder erst vom Gesamtvermögen abzusetzen sind. Nach dem Reichsbewertungsgesetz kommt es darauf an, ob sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit dem Betriebsvermögen stehen. Man wird diese Frage nicht ohne weiteres mit der Begründung verneinen können, daß es sich um persönliche Steuern handle. Zweifellos steht die Vermögensteuer, soweit sie auf den Einheitswert des Betriebsvermögens entfällt, mit diesem in wirtschaftlichem Zusammenhang. Es fragt sich m. E. für die Rückstellung von Vermögen- und Einkommensteuerbeträgen lediglich, ob Steuern bei der Absetzung vom Betriebsvermögen auszuscheiden sind, die nicht gerade auf diese entfallen, sofern es sich dabei überhaupt um wesentliche Beträge handelt. Grundsätzlich werden Einzelgewerbetreibende jedenfalls die rückständigen Vermögensteuerbeträge aus 1927 sowie noch nicht abgeführte Vorauszahlungsbeträge auf die Einkommensteuer 1927 wie auch eine etwa noch zu erwartende Abschlußzahlung für das vergangene Jahr zurückstellen können. Die Vorläufer der heutigen Kriegervereine reichen mehr als 100 Jahre, zum Teil 140 Jahre zurück. Der älteste preußische Ariegerverein Wangerin( Kr. Regenwalde) wurde am 8. Juni 1786 gegründet, der Militär- und Begräbnisverein Ulbersdorf ( Kr. Goldberg- Haynau) 1797. Die ältesten bayerischen Ariegervereine sind die in Aying( gegr. 1786), Lenggries( gegr. 06) und Füssen( gegr. 1807). Um die Zeit nach den Befreiungstriegen 1813-15 entstanden besonders in Preußen ( am meisten in den Provinzen Brandenburg, Pommern, Sachjen, Schlesien) Veteranenvereine, deren Zweck zunächst die Pflege der Erinnerungen an 1813-15, später der war, verstorbenen Kameraden die letzte Ehre zu erweisen, und zwar in miliirisch feierlichen Formen. Friedrich Wilhelm IV. billigte den icon bestehenden und noch sich bildenden Veteranenvereinen durch Rabinettsordre vom 22. Februar 1842 das Recht zu, verjorbene Kameraden mit militärischen Ehren begraben zu dürfen. Die Veteranenvereine, wie sie in Preußen und besonders auch in Sachsen zahlreich bestanden, sind, wie schon ange= deutet, nur Vorläufer der heutigen Kriegervereine gewesen. Grit nach 1864, 1866, vor allem aber nach 1870-71, setzt die Hochentwicklung der Kriegervereine ein. Sie wollten neben der Pflege der Geselligkeit vor allem Kameradschaft üben und dafür intreten, daß die schwer errungene Einheit des Vaterlandes nicht wieder verloren ginge. Sie wollten also national wie jezial tätig sein, und diese beiden Hauptziele sind bis auf den heutigen Tag geblieben. Da nun nach 1871 sehr zahlreiche Kriegervereine entstanden, die alle dieselben Ziele hatten, so tauchte balbschon 1872 der Gedanke auf, alle Kriegervereine in Deutschland zu einem einzigen großen Bunde zusammenzuschlie-| Bei den körperschaftsteuerpflichtigen Erwerbsgesellschaften sind zen. Das war ein hoher Gedanke, der aber weit der Zeit voraus eilte. 30 Jahre später erst wurde der 1872 angeregte 3usammenschluß zur Wirklichkeit, und auch dann noch nicht in fester Form. 1873 wurde der„ Deutsche Kriegerbund" beschlos= jen, der als Gesamtorganisation aller Kriegervereine für ganz Deutschland gedacht war, es leider jedoch niemals wurde, so scht dem Gedanken auch besonders von Süddeutschland( Bayern, Württemberg, Baden) sowie auch von Sachsen aus zugestimmt und an seiner Verwirklichung gearbeitet wurde. Es entstanden wie immer in Deutschland- Sonderbestrebungen, besonders in Norddeutschland, wo es dem„ Deutschen Kriegerbun de" nicht gelang, alle Kriegervereine zu vereinigen. Auch entstanden damals in den einzelnen Ländern des Reiches Landeswerbände. Alle Bemühungen, zwischen dem„ Deutschen Kriegerbund", seiner norddeutschen Gegenorganisation und den Landesverbänden eine Einigung herbeizuführen, schlugen fehl. Erit nach dem Bau des Denkmals auf dem Kyffhäuser entstand mit Wirkung vom 1. Januar 1900 ab der ,, Kyffhäuserbund der deutschen Landeskriegerverbände", eine Zentralorganisation, die den Landesverbänden ihre Selbständigkeit ließ. So war diefe Organisation noch lose und hat in dieser losen Form den Krieg 1914-18 überstanden. Erst im September 1921 wurde der Deutsche Reichstriegerbund„ Kyffhäuser" beschlossen und trat am 1. Januar 1922 in Wirksamkeit. So war endlich, 50 Jahre nad 1871, die Form für die Vereinigung aller deutschen Kriegermereine gefunden worden, wie sie nun jetzt besteht. Mit 40 Vereinen fing der„ Deutsche Kriegerbund" 1872 an. Der „ Kyffhäuserbund der deutschen Landeskriegerverbände" zählte im Jahre 1926 26 Landesverbände mit 22 000 Vereinen und 1850.000 Mitgliedern, bei Kriegsausbruch 1914 waren es rund 32 000 Vereine mit fast 3% Millionen Mitgliedern in 27 Landes verbänden. zum Zeitalter des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Jm 14. und 15. Jahrhundert bietet Rheinfranken, wie auch ganz Deutschland, bereits eine buntscheckige Karte. Die Grafschaft Nassau um Weylar und die Stadt Nassau mit der angrenzenden Grafschaft Berg, der Landgrafschaft Hessen um Kassel und Marburg, das Bistum Würzburg mit der Abtei Fulda, das Erzbistum Mainz mit der Gegend Aschaffenburg- Mergentheim, die Kurpfalz um Rhein und Neckar, anschließend das Herzogtum Lothringem bis zum Rhein bis nördlich Bingen reichend, und um die Mosel das Erzbistum Trier waren die Hauptbestandteile der nenen Gliederung. Weltliche und geistliche Gebiete, Reichsstädte usw. in bunter Fülle mit zahllosen Enklaven und Exflaven ergaben bei dauernden Veränderungen bis ins 17. und 18. Jahrhundert hinein ein ewig wechselndes Bild der Landhaft zwischen Rhein und Mosel, zwischen Main und Neckar. Jn 17. Jahrhundert bilder sich die Landgrafschaft Hessen- Darmtadt aus Teilen der Landgrafschaft Hessen- Kassel nördlich und südlich des Maines; Nassau wird Fürstentum, Fulda Bistumi. Mit den zahlreichen Verschiebungen in der Abgrenzung der einelmen Hoheitsgebiete wechseln die jeweiligen Untertanen Stammes: und Konfessionszugehörigkeit, je nach der Einstellung und dem persönlichen Schicksal ihrer Herrscher, der sogenannten Stammeshäuser, nach dem Grundsaz„ ,, cuius regio, cius religio", der im Augsburger Religionsfrieden zum Ausdruck gelangte. Mit dem Vordringen Frankreichs im 18. Jahrhundert erjol gt nunmehr die Aufhebung aller Fülle von geistlichen Gebieten, Reichsstädten, reichsritterschaftlichen Gebieten, Grafschaften, Fürstentümer, Herzogtümer usw., die nicht nur Rheinjranten, sondern ganz Deutschland, insbesondere den deutschen Süden und Westen mosaitartig überzogen. In der napoleoniichen Zeit 1812, mit dem Rhein als französische Grenze, gehört dass Gebiet um Kassel- Hersfeld- Marburg dem Königreich Westjal en an, welches das Fürstentum Waldeck umschließt; das GroßHe tzogium Hessen reicht von Arnsberg über Gießen bis Darmjaidt; das Herzogtum Nassau erstreckt sich um Rhein und Lahn, zum Groß- Herzogtum Frankfurt gehört das Gebiet vom Mainplesreck bis zum Oberlauf der Fulda, anschließend das Fürstenturm Isenburg, in zwei Teilen vom Frankfurter Gebiet durch schnitten; das Großherzogtum Würzburg schließt das MainDreieck ein als östlicher Abschluß Rheinfrankens gegen Bayern. Te", gebor m Nieder tum Fron Landgraf 15. Jahr then" und reijes bin eridlige lalters his 1815-1866 mit der Wiedergewinnung der deutschen Rheindie rückständigen Vermögen- und Körperschaftsteuerbeträge, da sie lediglich Betriebsvermögen haben, ohne weiteres von diesem abzugsfähig., Offene Handelsgesellschaften und Kommanditge= sellschaften werden dagegen lediglich die Vermögensteuer von ihrem Betriebsvermögen absetzen können, während die rückständigen Einkommensteuerbeträge von den einzelnen Gesellschaften bei der Abgabe ihrer Vermögenserklärung berücksichtigt werden müssen. Die hellenischen Olympien und die neuzeitlichen„ Olympischen Spiele". Olympia lag im griechischen Peloponnes, in der Landschaft Elis, am nördlichen Ufer des Alpheiosflusses, nicht weit von der Stelle, an welcher dieser Fluß den Kladeos aufnimmt, so daß in der Glanzzeit Olympias dessen Baulichkeiten und Sportanlagen südwärts vom Alpheios und nach Westen vom Kladeos begrenzt waren, während im Norden der Kronoshügel den Abschluß bildete; nach Osten endete die Ausdehnung mit der Anlage des Stadion und des Hippodromos. Man darf sich aber unter ,, Olympia" nicht etwa ein Dorf oder eine Stadt vorstellen; es war überhaupt nicht das, was man allgemein unter einem menschlichen Wohnsiz versteht, sondern nur eine dem höchsten Gott der Hellenen, dem Zeus, geweihte Kultstätte, an der alle vier Jahre ein Nationalfest der Hellenen stattfand, welches in der Hauptsache aus der Vorführung von gymnischen und hippischen Wettkämpfen bestand, aber eng mit dem Götterkult verknüpft wurde, wenn auch lokal die beiden Teile streng geschieden waren. Alles, was mit dem Götterkult zusammenhing, also Altäre, Tempel, Priesterwohnungen, fromme Stiftungen, Ehrenmäler und dergleichen, befand sich nämlich in dem von einer Mauer umgebenen ,, heiligen Bezirk", der sog. ,, Altis", während die profanen Anlagen und Bauten( Stadion, Hyppodrom, lande ein neues buntes Kartenbild: Das Gebiet um Mosel und Saar bildet linksrheinisch den südlichen Teil der nunmehr ,, preuBischen Rheinprovinz"; anschließend Birkenfeld zum Großherzogtum Oldenburg gehörig; das Teilgebiet Hessen- Homburg, das Fürstentum Lichtenberg( seit 1834 preußisch) die Rheinprovinz Rheinhessen und das Großherzogtum Hessen, sowie die dem Königreich Bayern zugeeignete Pfalz. Rechtsrheinisch das Kurfürstentum Hessen mit dem Fürstentum Waldeck, das Herzogtum Nassau und das Großherzogtum Hessen nebst Hessen- Homburg, die freie Reichsstadt Frankfurt a. M. umschließend; Würzburg und Unterfranken finden sich nunmehr erstmalig zum Königreich Bayern zugeschlagen, desgleichen die badische Pfalz dem Großherzogtum Baden. Die nächste Entwicklung nach 1866 geht über die preußische Provinzbildung Hessen- Nassau zur weiteren Vereinfachung über, wobei die zwei Gebiete, der Kreis Wehlar der Rheinprovinz und das Siegerland der Provinz Westfalen verwaltungsmäßig ohne jede innere Zugehörigkeit verbleiben. Die letzten Hemmungen einer natürlichen Gliederung, nämlich die Interessen der Hausdynastien, beseitigte das Jahr 1918. Langsam über den Traum der 48er Jahre hinweg schafft sich hier das Volkstum Geltung, das die eigentümliche Einheitlichkeit der äußerlichen und innerlichen Erscheinungsweise bezeichnet, die ein Bolt im Unterschiede von anderen Böltern als Nation darbietet und die das westliche Europa länge vor Deutschland erreichte. Klar und eindeutig zeigt die Geschichte, daß sogenannte Stammeszugehörigkeit im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr in reine Fürstenzugehörigkeit ausartete. Mit ihrer Abschaffung ist die Möglichkeit geschaffen, die irrationale Buntscheckigkeit, die im Laufe der Geschichte wohl gemildert, aber nicht ganz beseitigt werden konnte, durch eine zweckmäßige Gliederung nach tulturell und wirtschaftlich eng verbundenen Gebieten abzulösen. Die Stämme selbst sind im Laufe der Geschichte durch staatliche Verschiebungen zerfetzt und Fehen von ihnen dann tünstlich zusammengeschweißt worden. Eine Abteilung deutscher Stämme nach Stammesgrenzen ist daher schon lange zur Unmöglichkeit geworden, da, ganz abgesehen von der Freizügigkeit der beiden letzten Jahrhunderte, einzelne Stämme, wie z. B. die Franken, um die ,, Altis" herumlagen; lettere umfaßte einen Flächenraum von etwa 200 zu 175 Metern; der Komplex des profanen Teils nahm einen noch viel ausgedehnteren Raum ein. Zu dieser Größe und Bedeutung hatte sich Olympia natürlich nur allmählich, im Laufe von Jahrhunderten, aus kleinen Anfängen emporgeschwungen. Ueber die vorgeschichtlichen Zeiten gibt es nur Mythen und Sagen, die zum Teil einander ergänzen, zum Teil sich aber auch widersprechen. Soviel kann man aber doch aus ihnen entnehmen, daß Olympia zuerst nur eine der Götterperchrung dienende Kultstätte gewesen war und daß die Verbindung von gymnastischen Darbietungen und Wettkämpfen mit den religiösen Zeremonien erst später stattgefunden hat, wahrscheinlich um die Zeit, als andere Voltsstämme, besonders die unter härteren Lebensbedingungen groß gewordenen wilden, friegs- und tatenlustigen Bergvölker sich mit den friedlichen, arbeitsamen Urbewohnern des Alpheiostals, die von Ackerbau und Viehzucht, Jagd und Fischerei lebten, vermischt hatten. Diesen war die Hebung und Erhaltung der Körperkräfte sowie eine gesundheitsfördernde Durchbildung des ganzen Organismus. also die Pflege von Leibesübungen aller Art, ein angeborenes Bedürfnis, eine natürliche Notwendigkeit, um den Kampf des Daseins unter den widrigen Verhältnissen, die den geographisch- physikalischen, den klimatischen und nicht zuletzt den politischen Eigenheiten des Landes entsprachen, bestehen zu könDaraus erklärt sich auch die Erscheinung, daß Gymnastik oder, wie sie zuerst hieß, die Athletik, als Hauptfaktor das Leben aller Griechen schon von jeher ausfüllte, und dieses verhältnismäßig kleine Volk derart groß und stark machte, daß es selbst gegen zahlenmäßig weit überlegene Feinde( z. B. Perser!) siegreich bestand. Den Griechen war eben die Pflege der Leibesübungen gleichzeitig oder in erster Linie eine Vorbereitung für kriegerische Waffentaten; daß sie dieselben mit dem Götterkult verknüpften, ist nur eine logische Folge ihrer ganzen Religionsphilosophie. nen. Der Gedanke, die alten„ Olympien" in neuzeitlichem Gewande wieder erstehen zu lassen, tauchte Ende des 19. Jahrhunderts auf und wurde besonders von dem Franzosen Baron de Coubertin verfochten. Seiner Initiative ist es auch zu verdanken, wenn die Idee verwirklicht worden ist. Die erste Veranstaltung fand natürlich mit Absicht sozusagen auf historischem Boden, nämlich in Athen, statt und zwar im Jahre 1896; regel= seitdem ist sie bis auf 1916 während des Krieges mäßig in Abständen von 4 Jahren, wiederholt worden; in diesem Jahre kommt sie bekanntlich in Amsterdam zum Austrag; es ist, wenn man 1916 mitrechnet, die neunte, andernfalls die achte. Mit den„ Olympien" der Hellenen kann man die neuzeitlichen„ Olympischen Spiele" natürlich nicht vergleichen. Letzteren fehlt gegenüber den ersteren vor allen Dingen der nationale Untergrund, sodann aber auch das kultische und ästhetische Moment. Die heutigen Wettkämpfe sind weiter nichts als Vergleichsgelegenheiten für die sportliche Betätigung der Nationen oder Völker aus allen Erdteilen, eine allgemeine Leistungsprüfung, also eine ganz internationale Sache. Da man der sportlichen Betätigung( soweit sie nicht in Rekordsucht ausartet) als Mittel zur Vervollkommnung des Menschen in physischer, intellektueller und moralischer Hinsicht selbstverständlich nicht den Wert und die Bedeutung eines Kulturfaktors absprechen kann, liegt kein Anlaß vor, ihr das Erscheinen vor der großen Oeffentlichkeit zu versagen; im Gegenteil können solche internationalen großzügigen Darbietungen nur zu einer weiteren Hebung und Verbreitung des Sportgedankens und seiner Realisierung beitragen, also damit zur Förderung des Volks: wohles überall ihren Anteil liefern. Sie sind aber auch ein geeignetes Mittel, die Verbindung zwischen Nation und Nation herzustellen, eine Brücke von Kontinent zu Kontinent zu schlagen, eine Verständigung und ein gegenseitiges Sichverstehen so verzettelt sind und andere so vermengt sind, daß die Gliederung nach Stämmen einer Quadratur des Zirkels gleichkäme. Der Verlauf einer wechselvollen Geschichte der einzelnen rheinfränkischen Landesteile in ihrer gegenseitigen Verpflichtung durch Jahrhunderte hindurch, erhärtet die enge Verbundenheit Rheinfrankens in fultureller und wirtschaftlicher Beziehung; gemeinsum ist diesem Gebiete unzweifelhaft eine bodenständige Eigenart. Diese Dezentralität Deutschlands, tulturell ohne Zweifel seine Stärke und seine Fülle ausmachend, ist keineswegs iden= tisch mit der staatspolitischen Eigenbrödelei der ehemaligen Erbfürsten, sondern war und ist in der instinktiven Abneigung einer bodenständigen Bevölkerung begründet, etwas Wesentliches an Eigenart zugunsten irgendeiner Zentralisation aufzugeben. Eigenlebig und schöpferisch zu bleiben, ist hier nach wie vor das stete Ziel, der Sieg des regionalen Temperaments. Det Regionalismus des Westens ist zugleich die konservativste Erscheinung des deutschen Boltstums, in seinem Fortbestehen tut sich die Sieghaftigkeit alles Bodenmäßigen über alles Flukturierende, Zu- und Abströmende tund. Diese regionale Intedrität zieht sich unter einem wechselvollen: Stirb und werde besser!" bereits durch ein ganze Jahrhundert durch, von der schon Fichte in seinen Worten über die ewige Verbesserlichkeit an die Deutsche Nation geredet hat. Die Verflechtungen in dem Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturleben des rheinfränkischen Gebietes, welche zu dieser wirtschaftlichen und organischen regionalen Gliederung bezw. Zusammenfassung die Grundlage abgeben, tennzeichnen in draſtischer Weise die Haltlosigkeit der von den unentwegten Länderpartikularisten verjochtenen Jrrlehre von der Unabänderlichkeit bezw. notwendigen Erhaltung der dynastischen Ländergrenzen. An Rheinfranten schließen sich weitere organische Gebilde an, so im Norden das„ Niederrheinische Gebiet“ und„ Niedersachsen- Weser, im Osten„ Obersachsen“ und„ Franten", im Suden ,, Schwaben". Hier in Rheinfranten wird das Endziel der Zusammenfassung, die Schaffung einer verwaltungsmäßigen Einheit auf der Grundlage weitestgehender Selbstverwaltung sein, welche im Rahmen deutscher Einheit zwangsläufig an die Stelle von 6 Länderregierungen mit ihren Parlamenten und 13 Provinzial, bezw. Bezirksverwaltungen treten wird und muß. Samstag, den 7. Juli 1928. unter den durch so mancherlei äußerliche und innerliche Kontraste fremd und schroff sich gegenüberstehenden Völkern herbeizuführen, also einen Einfluß auf die Politik zu gewinnen, wenn auch nicht gleich von heute auf morgen, so doch allmählich, lang= sam aber sicher. Gerade diese Prädestination schließt jedoch eine Verknüpfung mit der Religion und die Ausstattung mit religiösen Zeremonien aus, da im Gegensatz zu den Hellenen, die alle nur einem Glauben anhingen, die Völker der Erde und selbst wieder innerhalb der einzelnen Völker die verschiedenen Bestandteile heute verschiedenen Religions anschauungen huld gen. Deshalb müssen die modernen„ Olympischen Spiele" lediglich eine profane Einrichtung sein und bleiben. Was schließlist das aesthetische Moment anbelangt, so fehlen auch hierbei heute die Vorbedingungen, die einst in Olympia die Wettkämpfe sozusagen zu einer großen Schönheitskonkurrenz machten, zu einer Menschen- Schau emporhoben, die aber nur für die Götter bestimmt waren, denen die Menschen es als den selbstgeschaffenen Ebenbildern gleichtun wollten. Bei den Hellenen war Dr. Oetker's Einmache- Hülfe ( Eng genes Wortzeichen) Rein Salicylsäure 2% Gramm Ganz außer Gefahr ist Ihr Eingemachtes, denn ein Verderben durch Schimmel oder Gärung ist ausgeschlossen, wenn Sie Dr. Oetker's Einmache- Hülfe gebrauchen. Es ist das einfachste, billigste und trotzdem ausgezeichnete Verfahren. 1 Päckchen Dr. Oetker's Einmache- Hülfe für 7 Pfg. genügt, um 10 Pfd. eingemachte Früchte, Marmelade, Gelee, Fruchtsäfte, Gurken usw. haltbar zu machen. Gebrauchsanweisung ist jedem Päckchen aufgedruckt! Dr. Oetker's Einmache- Rezepte erhalten Sie kostenlos in den einschläg. Geschäften. Verlangen Sie ebenda das neue farb. illustr. Rezeptbuch, Ausg. F für 15 Pfg., das Ihnen eine Fülle von Anregungen zum Backen u. zur Bereitung von Süßspeisen bietet. Falls das Buch nicht vorrätig, ist es gegen Einsendung von Marken von mir direkt zu beziehen. Dr. August Oetker, Bielefeld. „ Gießener Zeitung" jeder einzelne ein Vertreter des Schönheitsideals; wieweit sie es in der Personifizierung dieses Jdeals gebracht haben, können wir heute noch an den vielen Statuen, Reliefs, Tempelfriesen, Wandgemälden, Vasenbildern und dergleichen erkennen und bewundern Dem Schönheitskult galt vor allem die gymnastische Betätigung, die daher auch frei von jeder beengenden Kleidung, also nackt betrieben wurde, nicht nur bei den Uebungen, sondern namentlich bei den öffentlichen Wettkämpfen, und zwar von beiden Geschlechtern. Man braucht es wohl nicht weiter auszuführen, daß ein solcher Sportbetrieb heute nicht möglich ist, denn ganz abgesehen davon, daß es die modernen Moralbegriffe für verwerflich halten, wenn sich die Menschen nackt sozusagen zur Schau stellen, ist das Schönheitsideal heutzutage noch viel zu wenig bei den Sportsleuten verkörpert, als daß es bei den„ Olympischen Spielen" eindrucksvoll zutage treten würde. Dazu kommt durch die Internationalität dieser Veranstaltung die Verschiedenheit der Hautfarben: weiß, schwarz, gelb und braun, sowie die Differenz der Staturen: hier Nr. 55. lang und hager, dort klein und rundlich, daneben alle möglichen Zwischenformen! Das gäbe zusammen wohl ein recht buntes Bild, eine große Völker- und Rassenschau, aber vom ästhetischen Standpunkt würde die Sache höchstens komisch, grotesk wirken. Schon die Buntheit der Sportbekleidung, die ja aus moralischen Gründen vorgeschrieben ist und aus ästhetischen Gründen sobald noch nicht fallen wird, ist für manche Zuschauer ein Stein des Anstoßes; und sie haben recht, wenn auch andere an dem farbenprächtigen Schauspiel" ihre Freude haben. Ein einheitliches Sportkostüm für alle Teilnehmer würde zweifellos die Unterschiede in Hautfarbe und Statur stark verschleiern, also unauffälliger machen und damit den Forderungen der Aestheti mehr entgegenkommen. ( Fortsetzung folgt.) 200000EE60006f1ce00 Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. ECCOCO000222ee30 Herr Oberregierungsrat Kadel aus Darmstadt Dezernent für die Bewertungs- und Vermögenssteuern am Landes- Finanzamt Darmstadt, hält am Montag, den 9. Juli abends 8, Uhr im Cafè Leib, Gießen einen Vortrag über Einheitsbewertung, Vermögens- u.Gewerbebesteuerung Die unterzeichneten Organisationen laden hiermit ihre Mitglieder zu diesem sehr wichtigen Vortrag ein. Industrie- u. Handelskammer Giessen Kommerzienrat Schirmer Handwerkskammer- Nebenstelle, Sitz Gießen Georg Becker, Vorsitzender Austräger( in) in Gießen gesucht| fchriften u. z. Werben für wöchentliche Zeitneuer Abonnenten. Dr. Oehler, Offenbach a. Main, Tulpenhof Straße 6 Zeitschriftenhdlg. Einj.- Abitur Institut Boltz Lillmenau, Thür An unsere Mitglieder! Die Leitung unserer Hauptagentur Gießen hat ab 1. Juli 1928 Herr Friedrich Müller - übernommen und bitten wir Sie, sich in allen Angelegenheiten an denselben zu wenden. Gleichzeitig teilen wir Ihnen mit, daß sich das Büro dieser Hauptagentur ebenfalls ab 1. Juli 1928 in der Schillerstraße 19 befindet. VOLKSWOHL BUND Allgemeiner Bestattungs- und Versicherungsverein A.-G. Direktion Berlin 2 Merkmale Prancis Aecht Franck der Echtheit: 1 der Name Kaffee- Zusatz Franck Franck- Fabrik in Deutschla Ludwigsburg, Halle Kauss a Rhein, Ma Grasagartach, Marb Eppingen, Brette Unit 100 F Franck 1828-1928 70 Meda kg- 250 Gra 2 Schutzmarke Kaffeemühle Achten Sie bitte beim Einkauf genau auf diese zwei Kennzeichen, damit Sie den guten, sparsamen Kaffee- Zusatz Aecht Franck erhalten. Er gibt dem Kaffeegetränk eine schöne, goldbraune Farbe und ein würziges feines Aroma. Aecht Franck ist seit 100 Jahren das anerkam Beste auf dem Gebiet der Zichorienkaffee- Erzeugung Drucksachen aller Art bezieht man am billigsten von Albin Klein, Giessen 1928 Röhr, Syndikus NWK WoLe NWK Taubenwolle beste und zarteste Zephirwolle zum Häkeln u.Sticken Uberall ges gesch erhaltlich Für die Reise Wanderungen und das Wochenende unerläßlich Chlorodont- 3ahnpaste und die dazugehörige Chlorodont- 3ahnbürste mit gezahntem Borstenschnitt zur Beseitigung fauliger, übelriechender Speise reste in den Zahnzwischenräumen und zum Weißpuzen der Zähne. Die gef. gefch. ChlorodontZahnbürste von bester Qualität, für Erwachsene 1.25 Mt., für Kinder 70 Pf., ist in blau- weißgrüner Original- Chlorodontpadung überall erhältlich. MAL KTOBER PRESSA DIE W WELT RHEIN KOLN Wer verkauft sein Haus event. mit Geschäft od. sonst. Anwesen hier od. Umg.? Nur Angebote direkt v. Besitzer unter V. 98 an den Verlag Haus- u. Grundbesik Frankfurt a. M., Zeil 51. Dr., Abitur Anleitung durch Dr. Woitik, Berlin W. 50 Geisbergstraße 24. Die ganze Welt im eigenen Heim gemütNichts Schöneres gibt es, als sich lich daheim sitzend- alle fernen Sendestationen ,, heranzuholen". Man weiß ja auch genau, ob Rom, ob Paris jetzt sendet/ was Langenberg jetzt bringt und welche Musik gerade aus Barcelona ertönt... denn:„ Der Deutsche Rundfunk". die älteste und größte Funkzeitschrift, bringt ja wöchentlich alle ausführlichen Programme aller in- und ausländischen Sender. Heft 50 Pf. Monatsbezug RM 2,- durch das Postamt od. eine Buchhandlung. Probeheft umsonst vom Verlag, Berlin N 24 Hausbesitzerverein Gießen Hch. Launspach Ortsgewerbeverein Gießen Prof. Dr. Krausmüller Universal- ReichssteuerKassebuch mehrfach gesetzlich geschützt ( Von vielen Steuerinspektoren und Bücherrevisoren bestens beurteilt) enthält Spezialeindrucke für jeden Handwerksbetrieb z. B. für ,, Gastwirtschafte." ,,, Bäckereien" ,, Gärtnereien" ,,, Glasereien" ,,, Landwirtschaftsbetriebe" ,,, Maler u. Weissbinder" ,,, Maureru. Baugeschäfte" ,,, Metzgereien" ,,, Polstereien und Sattlereien" ,,, Schlossereien" ,,, Schmiedereien" ,,, Schneiderbetriebe" ,,, Schreinereien", ,, Schuhmachereien" ,,, Spenglereien", offene ,, Ladengeschäfte",, Modistinnen", , Weissnähereien“,„, Architekten", ,, Aerzte" und ,, Agenturen". Mit diesem Kassebuch, für dessen Führung Buchführungsvorkennt99 " 2 وو nisse nicht erforderlich sind, kann zu jeder Zeit sofort ohne viel Mühe die zu zahlende Umsatzsteuer sowie das steuerpflichtige Einkommen festgestellt werden, weil die umsatzsteuerpflichtigen und die umsatzsteuerfreien Einnahmen, sowie die einkommensteuerpflichtigen und die einkommensteuerfreien Ausgaben getrennt von einander mit grösster Leichtigkeit gebucht werden. Nebenher weiss man auch, welche Summen für Materialien und die verschiedenen Unkosten sowie für den eigenen Haushalt verausgabt wurden. Diese allseits als sehr praktisch anerkannten Bücher sind bei mir stets vorrätig. Albin Klein, Gießen, Südanlage 21. 別 Rebaltic fenbung 41. In Der Deu weiteren In große G ges in tirolern Nad tieß der Donners Das einheim entidad genomm Die nischen über a werden. N De Arbeit Nation Den C 11. Reichs trags, schäfts Reichs daß d menn müßte Enti den Eine treibe gebar 9 amne im F Den wird daß iſt, diej ging hätt Amm nach gewe den mehr hätte. in de anger ihren einig aus. Drei abiti der Bah gege beim heit Geno Reid meit Not Des zu 1 Reid aufr