28 28 im/ wie h Darat fteht, che Vollend diefem Ge erzählt( jedn Der Deut che ausfü Sender br Deften beim Pola Verlag, Berlini euernund rteilt) trieb ckereien" rtschafts,, Maurerolstereien Schmiede inereien" " offene en", en", uch, enntlich t ohne de das mmen n, gen und hmen, oflichtigen usgaben rösster len. e Summen in Unkosten shalt nerkannten orrätig. fen, A Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder RüdJendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Reichspräsident v. Hindenburg, empfing am Mittwoch den Reichsinnenminister Severing und den Reichsarbeitsminister Wissell. Am Dienstag waren Finanzminster Dr. Hilferding und Justizminister Koch- Weser empfangen worden. Der Reichspräsident empfing Dr. Edener, der ihm über die Fertigstellung des neuen Zeppelin- Luftschiffes 23. 127 und die Pläne für die ersten Fahrten dieses Schiffes Vortrag hielt. Auf dem Bankett der Stadt Dublin am Dienstag abend wurden die Bremenflieger zu Ehrenbürgern der Stadt ernannt und ihnen die Ehrenurkunde feierlich überreicht. Zahlreiche Reden begleiteten den Att. In Belgrad überreichte der Ministerpräsident dem König die Demission des Gesamtkabinetts. Man rechnet mit länger dauernder Regierungskrise. Bei der Präsidentenwahl in Merito tam es zu Zusammenstößen zwischen den Anhängern und Gegnern des neuen Präsi= denten Obregon; man zählte 15 Tote und etwa 50 Verlegte. Reichstag und Regierungsprogramm. Der Dienstag war der erste ,, große Tag" der neugewählten Volksvertretung! Denn was bedeutet ein Reichstag ohne Regierung und eine Regierung ohne Programm? Erst mit der Bekanntgabe der Marschroute des Kabinetts ist der Reichstag wirklich ins politische Leben eingetreten. Haus und Tribünen waren gut besucht. Auch das Ausland in der Diplomatenloge spitzte erwartungsvoll die Ohren. Das Frankreich Poincarés hat die Linksregierung, die es sich wünschte. Denn die neue ,, Regierung der Persönlichkeiten" zeigt, was nicht oft genug wiederholt werden kann, vollständig sozialdemokratische Betonung. Die wenigen Vertreter, die das Zentrum und die Deutsche Volkspartei zusammen mit den Fachministern entsandten, sind nicht in der Lage, den Kurs des Reichsschiffes Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Donnerstag, den 5. Juli 1928 von der Herabsetzung des steuerfreien Eriistenzminimums, von der Zollpolitik und ähnlichen Dingen mehr. Auf der anderen Seite erklärte Graf Westarp als Oppositionsredner, es sei das Kennzeichen der Regierungserklärung, daß sie sich im völligen Widerspruch zu dem befinde, was die Sozialdemokratie gewöhnlich draußen im Land verkünde. Heute spricht die zweite Garnitur Redner und zwar auch diejenigen der Splitterparteien, die ebenfalls zwei Stunden reden dürfen. Das Mißtrauensvotum der Kommunisten und das der Deutschnationalen ist natürlich eingebracht. Aber all diese Fragen sind nicht mehr von Wichtigkeit, weil sie ja im Grunde genommen bereits entschieden sind. Die hinter der Regierung stehenden Parteien haben nämlich folgenden Antrag vorbereitet: ,, Der Reichstag billigt die Erklärung der Reichsregierung und geht über alle anderen Anträge zur Tagesordnung über." Da dieser Antrag von allen Regierungsparteien unterzeich net ist, gilt seine Annahme als gesichert. Ueber die kommunistinationalsozialistischen Vertrauensantrag wird nicht mehr abgestimmt werden. Die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat Juni 1928. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Die Berichte über die Wirtschaftslage des Handwerks im Monat Juni 1928 zeigen durchweg, daß ein gewisser Stillstand in der günstigen Entwicklung der Beschäftigung eingetreten ist. Zumeist berichten die Handwerkskammern, daß gegenüber dem Vormonat wenig Veränderungen eingetreten sind. Nur vereinzelt wird noch eine Besserung gegenüber dem Vormonat aufgezeigt. Bei der Beurteilung der Gesamtlage muß man sich vor Augen halten, daß der Monat Juni eigentlich der Monat ist, in dem die für die Sommersaison in Frage kommenden Handwerkszweige erfahrungsgemäß ihren Höhepunkt erreicht haben sollten. Wenn sich keine Verlagerungen eingestellt haben, so ist im Vergleich mit dem Vorjahre ein Zurückbleiben festzustellen. Dies besonders im Hinblick auf das Baugewerbe, das feineswesentlich zu beeinflussen. Rechts und links ballen sich dazu wegs den Ausschwung genommen hat, den man von ihm erhoffte drohend die Schlachtfronten der starken Opposition. Die Deutschnationalen und die Kommunisten liegen auf dem Sprunge, jederzeit hervorzubrechen. Als einzige zuverlässige Truppe verfügt der Versailles- Müller nur über seine eigene Fraktion und die Demokraten. Hier gibt es in der Tat kaum noch eine Trennungslinie. Die Deutsche Volkspartei ist keinerlei Bindung eingegangen und kann zu jeder Zeit ihren Minister zurückziehen. Beim Zentrum liegt es nicht anders. Herr von Guérhard betrachtet dieses Kabinett nur als ein„ parlamentarisches Zwischenspiel". Und das ist es auch. Denn in sämtlichen ernst zu nehmenden Kreisen weiß man, daß im Herbst ein weiterer Aus: bau der jetzigen Regierung unter allen Umständen stattfinden muß. Allerdings hofft man, diese Stügungsaktion des zur Zeit techt wadeligen Baues ohne Krisis durchführen zu können.. Un' zwar gleichzeitig in Preußen und im Reich. Ob sich dieser Optimismus als berechtigt zeigen wird, bleibt abzuwarten. Der Kanzler begann sein Programm zu verlesen. Schon ste Einleitung zeigte den einzuschlagenden Weg. Danach hat die Sozialdemokratie doch erheblich Wasser in ihren Wein gegossen und unter Berücksichtigung der bürgerlichen Parteien, ohne die sie nicht regieren kann, sich Mäßigungen ihrer Forderungen auferlegt. Man will Aufbauarbeit leisten Reichsreform und war in erster Linie Agrar-, Steuer- und Sozialreform. Herr Müller verspricht viel. Auch dem bedrängten Mittelstand will das Kabinett beispringen. Man hört diese Botschaft gern, der hoffentlich die Erfüllung folgt. Der Kanzler stellt einen großen Wechsel auf lange Sicht aus, und wenn nur ein Teil des versprochenen innerpolitischen Aufbaues sich in die Tat umsetzt, dann wird es im Reichstage viel zu schaffen und noch viel zu fämpfen geben. Und außenpolitisch? Man muß hier anerkennen, daß die Räumungsforderung für das besetzte Gebiet scharf hervorgehoben und jeder Nebenschacher in dieser ernsten Frage, wie etwa der Abschluß eines Ost- Locarnopaktes, energisch abgelehnt wird. Es scheint, als ob hier die deutsche Sozialdemokratie aus dem Lauf der Dinge wirklich etwas zugelernt hat. Im großen ganzen geht die fast einstündige, nur allgemeine Richtlinien andeutende Erklärung ohne bedeuisame Störungen vorüber. Zum Schluß Geschrei auf den Flügeln, Beifall bei den Sozialdemokraten, dagegen Zurückhaltung in der Mitte. Das Haus vertagte sich, um am Mittwoch in die Aussprache einzutreten. Dieſe Aussprache brachte beine Ueberraschungen. Denn im allgemeinen ist die Stellung der Parteien ja bekannt. Von den einzelnen Parteien, von denen die ersten Garnituren sprachen, wurde meistens darauf hingewiesen, daß sie sich grundsätzlich als Partei nicht gebunden betrachteten. Von sozialdemokratischer Seite sprach der Abgeordnete Dr. Breitscheid, der in diesen Tagen als Nachfolger Müller- Frankens zum Fraktionsvorfizenden neben Wels gewählt wurde. Breitscheid sprach ruhig und sachlich. Interessant ist aber, daß er erklärte, die Sozialdemokratie hätte, wenn sie nicht in der Koalition gewesen wäre, die Fragen der Wirtschaft, der Finanzen und der Sozialpolitik schärfer formuliert, als das in der Regierungserklärung geschehen sei. Die Sozialdemokratie hätte deutlicher gesprochen vom Achtstundentag, von der Ratifizierung des Washingtoner Abkommen, und das in der Beschäftigung, im Gesamtdurchschnitt des Reiches gesehen, nicht den Grad des Vorjahres erreichte. Diese Festellung erklärt auch für eine Reihe sonstiger Handwerkszweige die wenig befriedigende Gestaltung ihres Geschäftsganges. Auf die Beschäftigung im Bkleidungsgewerbe hat anscheinend durchweg die ungünstige Witterung hemmend eingewirkt. In den Orten, die besonders auf Fremdenverkehr angewiesen sind, ist ebenfalls die schlechte Witterung Ursache eines minderen Geschäftsganges. Die Verhältnisse auf dem Geld- und Kreditmarkt haben feine Veränderung erfahren. Der Zahlungseingang von grö= ßeren Lieferungen ist im Handwerk nach wie vor schleppend. Lohnerhöhungen sind im Berichtsmonat weniger zu verzeichnen, nur hier und dort sind noch einige bezirkliche Lohnverhandlungen zu Ende geführt. Die Lage des handwerkerlichen Arbeitsmarktes ist nach Berichten einzelner Landesarbeitsämter nicht sonderlich günstig und bestätigt damit die vorhin aufgezeigte Entwidlung des Handwerks selbst. In den Rohstoffpreisen sind teilweise Erhöhungen zu verzeichnen. 3wangswirtschaft und Hauszinssteuer. In der Zeiischrift ,, Reichsverwaltungsblatt und Preußisches Verwaltungsblatt" vom 28. April 1928 befindet sich ein von Oberregierungsrat 3izlaff in Berlin verfaßter Artikel über Wohnungszwangswirtschaft und Hauszinssteuer, der wegen seiner Trugschlüsse einer kritischen Betrachtung unterzogen werden muß. In seinen Ausführungen stellt Oberregierungsrat Zizlaff folgende Behauptung auf:„ Der Wohnungsmangel hat im wesentlichen seinen Grund darin, daß die Bevölkerung zu den Preisen der freien Wirtschaft Wohnungen nicht mieten tann und daß deshalb Mietwohnungen in freier Wirtschaft nicht erstellt werden. Wenn nicht das das Ausschlaggebende wäre, so würde unsere leistungsfähige Industrie, die zeitweise nicht voll beschäftigt ist, sicherlich die ganze Wohnungsnot in ein paar Jahren beseitigt haben." Hier verkennt Herr 3izlaff völlig die Tatsache, daß der Wohnungsmangel in großem Umfange eine Folge der Zwangswirtschaft ist, wie auch das Mitglied des vorläufigen Reichswirtschaftsrats, Wilhelm Beckmann, festgestellt hat. Diese Feststellung des Herrn Beckmann ist zutreffend, denn die Zwangsbestimmungen, die seit ungefähr einem Jahrzehnt den Wohnungsmarkt beherrschen, haben das Privatkapital vom Baumarkte verscheucht. Wenn nun Herr Zizlaff darauf hinweist, daß die Mieten für die Wohnungen, die die private Jnitiative bei freier Wohnungswirtschaft und ohne Hauszinssteuerdarlehen erstellen würde, für die Bevölkerung unerschwinglich seien, so ist festzustellen, daß diejenigen Haushaltungen und Familien, die eine selbständige Wohnung beanspruchen und wegen des Wohnungsmangels in Untermiete wohnen müssen, heutzutage erst recht exorbitant hohe Mieten zu zahlen haben. Die Wohnungszwangswirtschaft hat das Untermietwesen großge= zogen und vereitelt auch eine rationelle Verteilung des vorhandenen Wohnraums. Dieses geht allein daraus hervor, daß auf eine Wohnung im Jahre 1910 4,7 und im Jahre 1927 dagegen ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pig., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 54 nur noch 3,73 Bewohner durchschnittlich entfallen. Es wird wohl niemand bestreiten, daß dieses Ergebnis angesichts der herrschenden Wohnungsnot außerordentlich überraschen muß. Ferner spricht gegen die Ansicht des Herrn Zitzlaff, daß wegen Unrentabilität die Erstellung von Wohnungen ohne öffentliche Gelder unterbleibt, die Tatsache, daß solche Wohnungen gegen= wärtig doch, und zwar in nicht geringer Zahl, gebaut werden und daß sie meistens schon vermietet sind, wenn kaum mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen worden ist. Wenn auch der Kreis der Personen, die für solche Wohnungen in Frage kommen, verhältnismäßig ein kleiner ist, so bedeutet ihr Ausscheiden aus dem Heer der Wohnungssuchenden doch eine nicht zu unterschätzende Entlastung des Wohnungsmarktes. Die Neubautätigkeit ohne Inanspruchnahme von Hauszinssteuergeldern könnte aber viel reger sein, wenn sie nicht gerade durch die von Herrn Zizlaff verteidigte Wohnungszwangswirtschaft verhindert würde, und zwar deshalb, weil das Privatkapital, welches früher dem Wohnungsbau zuströmte, aus der Ueberlegung heraus andere Anlagen sucht, daß der Geldgeber hinsichtlich solcher Wohnungen vor der plötzlichen Einbeziehung in die Zwangsgesetzgebung absolut nicht sicher ist. Solange die Zwangsbewirtschaf= tung im Wohnungswesen besteht und die Unantastbarkeit des Privateigentums nicht unbedingt gewährleistet ist, wird das anlagesuchende Kapital sich nicht in dem notwendigen und erwünschten Umfange dem Wohnungsbau zuwenden. Die weiteren Ausführungen des Herrn Zizlaff stehen in einem krassen Widerspruch zu der Ansicht namhafter Politiker und deutscher Wirtschaftsführer. Er sagt nämlich folgendes: Wirtschaftliche Kreise propagieren die Wiederherstellung der völlig freien Wohnungswirtschaft mit der Begründung, daß durch die dann eintretende Belebung der Bautätigkeit auf viele andere Industrien ein starker belebender Einfluß ausgeübt werden würde und daß demnach eine Neubelebung der deutschen Wirtschaft ganz wesentlich von der Durchführung der freien Wohnungswirtschaft abhinge. Wie schon oben angedeutet, wird das im wesentlichen ein Trugschluß sein. Alles spricht dafür, daß, wenn wirklich völlig freie Wohnungswirtschaft eingeführt würde, zunächst keineswegs eine Belebung der Bautätigkeit, sondern eine völlige Lahmlegung eintreten und daß erst allmählich die Bautätigkeit sehr langsam wieder in Gang kommen würde, wobei gar nicht daran zu denken wäre, daß sovie! ge= baut würde, wie heute mit Hilfe der Hauszinssteuerhypotheken, da die ungeheure Einschränkung des Wohnungsbedarfs durch die enorme Verteuerung der Mieten naturgemäß auf die Bautätigkeit zurückwirken müßte." Herr Zizlaff meint also, die Wohnungszwangswirtschaft aufrechterhalten zu müssen, weil er durch ihre Beseitigung eine vorübergehende Krise in der Bauwirtschaft befürchtet. Das ist beinahe so, wie wenn ein Arzt an einem nur durch eine Ope= ration noch zu rettenden Patienten diesen Eingriff deswegen nicht vornimmt, weil er vielleicht eine Krise zur Folge haben könnte. Im übrigen wird kein vernünftiger Mensch die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschaft verlangen ohne die Schaffung befristeter Uebergangsbestimmungen. Selbst der deutsche Hausbesitz vertritt diese vom Standpunkt eines jeden vernünftigen Wirtschaftspolitikers, aus selbstverständliche Forde= rung. Wenn Herr Zitzlaff darauf hinweist, daß die Hauszinssteuer noch Jahre hindurch nach Beseitigung der Wohnungszwangswirtschaft für die Förderung des Wohnungsbaues unentbehrlich ist, so halten wir dem entgegen, daß nach Aufhebung der Zwangswirtschaft die nach unserer Ansicht unbedingt einsetzende regere Bautätigkeit und die rationellere Verteilung von Altwohnungen die Wirkung haben muß, daß der Wohnungsmangel schon bald nicht mehr den Umfang aufweisen wird, den man gegenwärtig als Ergebnis von Schäzungen oder statistischen Erhebungen behauptet. Die Notwendigkeit der Verwendung von Hauszinssteuermitteln würde sich demnach auf eine viel fürzere Zeitdauer als die von Herrn 3izlaff vielleicht angenommene beschränken können, und zwar um so meh. dann, wenn der Forderung weiter Wirtschaftskreise gemäß die gesamte Hauszinssteuer diesen Zwecken dienstbar gemacht und der Staat nicht einen großen Teil dieser Gelder zum Ausgleich seines Etats verwenden würde. Das Voranschlagsjahr 1929. Durch hessische Zeitungen ist eine Mitteilung gegangen, daß der hessische Finanzminister die Behörden in einem Rundschreiben angewiesen hat, von der Aufstellung von Voranschlägen für 1929 abzusehen. Die von einem Blatt an die Mitteilung geknüpfte Vermutung, es sei damit eine Beschränkung des Budgetsrechts und eine weitgehende Ausschaltung der Parlamentskontrolle beabsichtigt, ist völlig abwegig. Es handelt sich um eine Maßnahme, die durch die besonderen Verhältnisse dieses Jahres bedingt ist. Bei der Vorlage des Gesehentwurfes über die Erstreckung des Finanzgesetzes 1928 auf 1929 und bei der Beratung der Nachträge ist dem Landtag Gelegenheit gegeben, sein Kontrollrecht unbeschränkt auszuüben. Nach dem Inhalt des Rundschreibens ist die Maßnahme vor allem dadurch bedingt, daß für die Beurteilung der finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse des nächsten Jahres, die die Grundlage für die Aufstellung des Staatsvoranschlages bilden, in dem heutigen Stadium der Entwicklung auf den wichtigsten Donnerstag den 5. Juli 1928. Gebieten der Staatsverwaltung alle Unterlagen fehlen. Im Winter 1928-29 werden voraussichtlich neue Gewerbsteuer-, Grundsteuer- und Gebäudeentschuldungssteuer- Gesetze kommen, zum 1. April 1929 ist ein neuer Finanzausgleich zu erwarten, so daß die Einnahmeseite des Voranschlags sich nicht übersehen läßt. Außerdem können die Ausgaben im Voranschlag auch durch die Vorschläge der Sparkommission beeinflußt werden. Ein warheitsgetreues Bild, wie es der Voranschlag bringen soll, läßt sich daher in den nächsten Monaten schlechterdings nicht entwerfen. Etwa notwendige Ergänzungen für unumgängliche Ausgaben sollen in einem Nachtrag zusammengefaßt werden. Lokales. Straßensperrungen, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil- Club E. V., Gießen. Die Ederbrüde in der Gemeinde Battenfeld, im Straßenzug Biedenkopf Frankenberg bezw. Winterberg, vom 2. 7. bis 14. 7.; Umleitung über Grünenwald. In Hermannstein, im Straßenzug Wetzlar- Nauborn, vom 2.7. bis 6. 7.; Umleitung über Leun. Bad Salzhausen- Nidda, im Straßenzug Berstadt- Nidda, bis auf weiteres; Umleitung über Geisnidda. Nieder- Wöllstadt Assenheim, im Straßenzug Berstadt- Nidda, vom 5. 7. bis auf weiteres; Umleitung über Bruchenbrücken. Nieder- Mörsen Ziegenberg, im Straßenzug Bad NauheimUsingen, vom 9. 7. bis auf weiteres; Umleitung über Niederweisel Horbach- Langenhain. Km. 81,4 Km. 82,4, im Straßenzug Siegen, bis 14. 7. 28; Umleitung: Bahnhof Rennerod. * Polizeibericht. Gestohlen wurden in der Nacht zum 28. Juni 1928 von der Insel der Klinkelschen Mühle auf der Lahn 5 junge lebende Hühner. Rasse: Plymouth- Rocks; Farbe: blau und weiß gestreift( schiefergrau). In der Nacht zum 29. Juni wurden in einem Hofe eines Hauses BahnhofstraßeSchanzenstraße Blumenstöcke und Tomatenstücke in roher Weise abgebrochen und beschädigt. In letzter Zeit wurden wiederholt Frauen auf dem Wochenmarkt die Geldbörsen( Portemonnai und dergl.) aus dem Marktkorb entwendet. Der Dieb, bezw. die Diebin konnte bis jetzt noch nicht ermittelt werden. Einem Handelsmann aus Treis a. d. Lda. wurde am 26. Juni auf dem Viehmarkt in Gießen ein lebendes Kalb im Werte von 70 Rmt. gestohlen( gelbscheckiges Mutterkalb). Am 21. Juni wurden einem Arbeiter auf dem Bahnhof Gießen vor dem Fahrkartenschalter aus seiner Brieftasche, die er auf das Tischchen gelegt hatte, 320 Rmt. gestohlen. Am 26. Juni wurden einem Handwerksburschen, angeblich auf der Herberge, ein Rudsad mit Gärtnerhandwerkszeug und Kleidungsstücken entwendet. In der Nacht zum 29. Juni wurde ein Gartenhaus am Nahrungsberg erbrochen und nachstehende Sachen entwendet: 1 grauer Gummimantel, 1 blaue Arbeitshose, 2 Tischdecken( weiß und rosafarbig), eine Anzahl Messer, Gabeln und Löffel mit Nickelgriffen, eine Hängematte, eine Anzahl Teller, ½ Dutzend Tassen und Untertassen. Vor Ankauf wird gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen die zur Aufklärung dienlich sind, erbittet die Kriminalpolizei Gießen. * Einen besonders beachtlichen und dazu noch doppelten Erfolg hat der bekanntlich sportlich sehr rege Oberhessische Automobil- Club e. V. in Gießen, der sich schon im Frühjahr ds. Js. bei der Sternfahrt zur Pressa den ersten Clubpreis sichern konnte, neuerdings wiederum gelegentlich der Zielfahrt zu dem vom 27. 6. bis 1. 7. stattgehabten Baden- Badener Automobil- Tournier errungen: Bei einer Beteiligung von 15 Wagen erzielte er den zweiten Club- Teampreis, und außerdem wurde seinem Mitglied, Herrn Dr. A. Noll in Gießen für eine Streckenleistung von 1044 Km. unter 113 Bewerbern der zweite Preis für größte Entfernung zuerkannt. Drucksachen aller Art bezieht man am billigsten von Albin Klein, Giessen Das Bezirkskriegerfest in Großen Linden des Bezirks Gießen der Kriegertameradschaft Hassia, das ge= meinsam mit dem Verbandsfest des Kriegerverbandes Hüttenberg am vergangenen Sonntag, den 1. Juli, in Großen- Linden ge= feiert wurde, hat einen sehr eindrucksvollen Verlauf genommen. Die Einwohnerschaft hatte die Häuser gut geschmückt, Guirlanden waren über die Straßen gespannt, zahlreiche Fahnen mit den alten und neuen Reichsfarben und mit den hessischen Landesfarben grüßten weithin; dazu ein wahrer Sonnentag. Kurz, es war eine Lust, beim Fest zu verweilen und den imposanten Festzug mit den mehr als 60 Vereinen und einigen schön aufgebauten Festwagen, der sich infolge seiner Länge nahe 1½ Stunde durch den Ort bewegte, an sich vorüberziehen zu sehen. Als die Spitze des Festzuges am Denkmal der im Weltkrieg Gefallenen angekommen war, machte das Ganze Halt, die Glocken läuteten, die Fahnen senkten sich und auf Minuten sprangen die Gedanken zurück in die Jahre 1914--18 und hinaus auf all die vielen Schlachtfelder, wo Millionen unserer besten Brüder ruhen. Einem kleinen Mütterlein in meiner Nähe rollten Tränen über ihre runzlichen Wangen--- Die neue Zeit fordert mehr wie vor den Krieg, den Blick darum nach vorwärts. So marschierten nach diesem ernsten Akt unter flotten Märschen und mit festem Gleichschritt die etwa 2000 ehemaligen Soldaten im Festplatz ein. Nach kurzen, herzlichen Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Großen- Lindener Kriegervereins, Herrn Ober- Telegraphensekretär Post, und des Bürgermeisters Lang übermittelte der Vertreter der Kriegerkameadschaft Hassia Herr Landgerichtsrat Trümpert, die Grüße des Präsidiums an den festgebenden Verein, der nun 50 Jahre dem Verband angehöre. Allezeit haben die Großen- Lindener Kameraden die Bestrebungen der Hassia gefördert, als sichtbares Zeichen der Anerkennung dafür überreichte er dem Verein den goldenen HassiaFahnennagel. Einen zweiten Fahnennagel überbrachte der Kavallerieverein Gießen durch dessen 1. Vorsitzenden Soldan ,, Gießener Zeitung" Zur Vermögensbewertung. Die Bewertungsvorschriften des Reichsfinanzministers für das zwangs- und nicht zwangsbewirtschaftete Grundvermögen lassen bekanntlich bestimmte Abweichungen von den Normalsätzen zu. Ueber deren Anwendung im Landesfinanzamtsbezirk Darmstadt wurde in einer Besprechung des Landesfinanzamts mit den Wirtschaftsorganisationen am 19. Juni in Darmstadt verhandelt. Das Ergebnis teil der Präsident des Landesfinanzamts durch folgende Verordnung mit: Verordnung über die Bestimmung der Gemeinden mit abweichenden Bewertungssätzen für zwangsbewirtschaftete Grundstücke und über die Höhe der nicht aus Steuerlasten bestehenden Grundstückslasten bei nicht zwangsbewirtschafteten Grundstücken. Auf Grund der§§ 28, 32 3iff. 1 und 2, 36 Abs. 2 der Verordnung über die Einheitsbewertung und Vermögenssteuerveranlagung 1928 vom 9. 6. 28 RBewV. StDB. 1928 vom 9. 6. 28 wird im Benehmen mit der hessischen Landesregierung verordnet: § 1. Die für Mietwohngrundstücke geltenden Normalsätze nach § 26 Abs. 1 fönnen für die als besonders schlechte Lage anzu sehenden Altstadtteile der Städte Darmstadt, Mainz, Offenbach, Worms und Gießen um 10 v. H. des Wehrbeitragswertes ermäßigt werden. § 2. Für die Geschäftsgrundstücke des Hotel- und Beherbergungsgewerbes können die Normalsätze nach§ 25 Abs. 1 für Bad Nauheim um 25 v. H. für Bad Salzhausen, die Kurorte Seeheim, Jugenheim, Alsbach, Auerbach und Lindenfels um v. H. des Wehrbeitragswertes ermäßigt werden. § 3. 15 Für sämtliche Grundstücksgruppen können in der Gemeinde Wimpfen die Normalsätze nach den§§ 24( 1), 25( 1), 26( 1) um 15 v. H. des Wehrbeitragswertes ermäßigt werden. § 4. Für sämtliche Grundstücksgruppen des besetzten Gebiets sind die Normalsätze der§§ 24( 1), 25( 1), 26( 1) neben der Ermäßigung nach§ 1 dieser Verordnung um 10 v. H. des Wehrbeitragswertes zu ermäßigen. § 5. Für die als nicht zwangsbewirtschafteten im Sinne der Durchsführungsverordnung anzusehenden Grundstücke kann ohne Nachweis für die nicht aus Steuerlasten bestehenden Grundstückslasten ein Betrag von 20 v. H. des jährlich im Durchschnitt nachhaltigen Rohertrags abgezogen werden. Der Präsident des Landesfinanzamts. Aus Nah und Fern. n. Das voller Wuch hinten aus und traf den Abendstern. Vorgestern trat hier ein Büroangestellter an ein Gespann von hinten heran und wollte das Pferd streicheln. jungen Mann mit gegen Brust und Leib, so daß er zusammenbrach. Man brachte den Schwerverletzten in die Gießener Klinik, aber auch die sofort vorgenommene Operation konnte ihn nicht mehr retten. Er starb am folgenden Tage. Friedberg. In Rodheim vor der Höhe bei Friedberg verunglückte ein 17jähriges Mädchen bei dem Versuch, auf einen fahrenden Zug zu springen. Dabei geriet es unter den Zug, so daß ein Bein abgefahren wurde. Das Mädchen ist kurz nach der Einlieferung in das Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen. Büdingen. In der Nähe von Niedergründau wurde eine auf dem Felde arbeitende Bauersfrau von einem Motorradfahrer überfallei und vergewaltigt. Nach der Tat fuhr der Unhold in Richtung Langenselbold davon. Mainz. Von der Ortskrankenkasse wird ein neues Verwaltungsgebäude errichtet, das etwa eine Million Mark erfordert. Frankfurt. Die ,, Bremen"-Flieger haben die Einladung der aus Dankbarkeit dafür, daß die Großen- Lindener 1927 zurückgetreten waren des 1. Westdeutschen Kavalleristentages wegen. Die in diesem Fahnennagel eingravierten Worte lösten unter den Gästen viel Beifall aus. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt bei der Festrede des Bezirksvorsitzenden Professor Dr. Krämer- Gießen. Das alte Große, die ruhmreiche Vergangenheit müssen und sollen wir nie vergessen und den starken deutschen Geist aus jener Zeit des Aufstieges brauchen wir heute mehr denn je, um in der neuen Zeitströmung den Wiederaufbau unseres Vaterlandes erfolgreich durchführen zu können. Die Liebe zum Vaterland, die Freiheit und das Recht, sie sollen eines jeden Deutschen Wertvollstes sein. Der Vorsitzende des Hüttenberger Kriegervereins unterstrich die Worte der Vorredner und ermahnte auch im Namen seines Verbandes, immer treu zur Kriegervereinssache zu halten, so wie der Kriegerverein Großen- Linden nun schon 50 Jahre zum Hüttenberger- Verband stehe. Sein Hoch auf die deutsche Kameradschaft fand lautesten Widerhall. Die nun folgenden Vorführungen des GroßenLindener Reitervereins, der beiden Gesangvereine„ Germania" und„ Harmonie" und des Radfahrervereins zeigten gute Leistungen und trugen zur Hebung der Feststimmung mit bei. Am allermeisten tam aber die Freude des Wiedersehens der Kameraden zum Ausdruck. Dort waren es Altveteranen, die schon die 80 hinter sich haben, hier waren es Kameraden, die draußen im Weltkrieg Schulter an Schulter gestanden haben. Herzlich drückten sie sich die Hände und tauschten liebe Worte ob des Wiederschens aus. Der stille Beobachter hierbei kam zu der Ueberzeugung: daß Kriegerfeste im engeren und größeren Verband doch ihre Berechtigung haben. Die Musik spielte, der Tanz setzte ein und so vergingen die schönen Nachmittagsstunden. Fast rührend war es mitanzusehen, als die Stunde der Heimkehr geschlagen hatte und die Vereine geschlossen hinter ihren Fahnen mit der Musik ,, Muß i denn, muß i denn zum Städtele hinaus", von Kamerad Post bis zum Festplatausgang beglei= tet, Abschied nahmen mit dem Ruf: Auf Wiedersehen in 14 Tagen in Offenbach zum Landeskriegertag! Seelig's feinste Nr. 54. Donnersta Kaffee- zuias Effenz löst die aromatischen Bestandteile der Kaffeebohne restlos; somit völlige Ausnüßung, Verbilligung des Getränks und Ihr Kaffee schmeckt nochmal so gut. Originaldose mit der Großmutter 45 Pfg. Großes Originalpaket mit der Großmutter mit 125 Gramm Inhalt 35 Pfg. Stadt Frankfurt a. M. angenommen und werden am 10 d. M. Frankfurt besuchen. Es ist beabsichtigt, die Flieger bei ihrer Ankunft mit der„ Europa" um 11,30 Uhr auf dem Flugplat offiziell zu begrüßen und sie nach einer Fahrt durch die Stadk zum Rathaus zu geleiten, wo ihnen Gelegenheit geboten wird, sich in das ,, Goldene Buch der Stadt Frankfurt" einzuzeichnen und den Römer zu besichtigen. Um 13,30 Uhr wird auf Einladung der Stadtverwaltung ein Frühstück im„ Frankfurter Hof" stattfinden. Um 17,30 Uhr sind die Flieger vom ,, Verein für Luftfahrt" zum Tee im Flughafen- Restaurant oder bei schlechtem Wetter in einem Hotel eingeladen. Für den Abend haben die Flieger einen Vortrag angekündigt, den sie voraussichtlich um 20 Uhr im Hippodrom halten werden. Neue Bücher. ,, Der Westerwald und seine Sommerfrischen". Der an Naturschönheiten überaus reiche Westerwald wird immer mehr voft denen, die wirklich Erholung und Ruhe suchen, als Sommeraufenthalt bevorzugt. Durch die zahlreichen und billigen Erholungsstätten zeigt ein reich illustrierier Führer ,, Der Westerwald und seine Sommerfrischen" den Weg. Das vorbildlich bearbeitete Buch umfaß auf 100 Seiten das ganze ausgedehnte Westerwaldgebiet und ist im Verlag C. Ebner, Hachenburg ( Hessen- Nassau) erschienen und durch jede Buchhandlung oder gegen Voreinsendung von 0,50 Rmt. und 15 Pfg. für Porto vom Verlag direkt zu beziehen. Eigner Herd ist Goldes Wert! Praktische Familienhäuser auf dem Lande und in den Vororten schon von 3500 Rmt. an. Ein ratgebender Wegweiser für alle diejenigen, die gesund und billig wohnen wollen. Herausgegeben von Amtsbaumeister a. D. M. 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Mit außerordentlich gutem Menschenmaterial wartete vor allem die Korporation Franlonia" auf, die u. a. bis auf die Olympische Staffel alle Staf= feln gewann. Die Olympische Staffel ließen sich die ATV. Rheinfranken nicht nehmen. Die L. C. Korporation ,, Chattia" belegte nach diesen die 2. Plätze.- Wenn man auch den Rückenwind in Betracht zieht, ist die Zeit von 11 Sef.( 10,9 Sef. im Vorlauf) die Geist im 100- m- Lauf herausholte, als sehr gut zu bezeichnen. Nach der flotten Abwickelung des Programms stellten sich die Universitätsfußballmannschaft der Liga des VfB. zu einem Trainingsspiel. Die von Sonne und Wind beeinträchtigten VfB.er zogen in diesem Spiel für die ersten 25 Minuten unbedingt den kürzeren. Denn trotzdem die Universität ohne Adelberger, Schwarz und Geist spielte, führte sie ein derart schönes Kombinationsspiel vor, daß in diesen 25 Minuten die Ligisten zwei Tore minus zu verzeichnen hatten. Beide Tore waren für Bingel unhaltbar. Besonders das 2. Tor von Lohrbacher( Üniv.) war ein Prachtschuß von weit, weit her. In der Universitätsmannschaft läßt vor allem in der Läuferreihe der Eifer nach. VfB. gewinnt an Feldstärke und glich durch Kreß und Böttiger aus. Mit dem Ergebnis 2: 2 ging es in die Halbzeit. Mit annähernder Ausgeglichenheit kämpften die beiden Mannschaften weiter. Aber schon 10 Minuten später baute die Universität ganz ab und VfB. wurde weit überlegen. Brambach( Univ.) im Tor hatte viel zu tun, entledigte sich jedoch seiner Aufgabe mit großem Geschic, mußte allerdings doch noch zweimal den Ball aus dem Netz holen. Die Besten in der Universitätsmannschaft waren: Brambach im Tor, Hohmann als linker Verteidiger, Lohrbacher als Mittelläufer und Bandle als Halblinker. Der Rest konnte nicht durchhalten, das Training fehlt. Nachdem der VFB. sich erst gefunden hatte, zeigte er gleichmäßig gute Leistungen. Auffallen mußte nur der Linksaußen Krez durch sein energieloses und wenig gutes Spiel. Der Gesamteindruck des Uebungsspieles war ein durchaus guter. Es wurde sehr fair gekämpft, so daß der Schiri SchäferGießen wenig einzugreifen brauchte. Auch er entledigte sich jeiner Aufgabe ohne Beanstandungen, wenn er auch einmal Sandspiel übersah. Aus Aßlar. Wer sehen wollte, wie schwer es ist, sich vom Fußball zu trennem, der mußte sich am vergangenen Samstag das Wochenend= spiel( übrigens eine moderne Erscheinung) in Aßlar ansehen. Die Ortsgruppe der Schiri- Vereinigung Weglar hatte wieder ein mal großen Mut und glaubte, ihr Können gegen die spieljtarten VfB.er aus Aßlar unter Beweis stellen zu können. Aber erstens fommt es anders und zweitens als man denkt. Die Schiedsrichter, die sich bestimmt vorgenommen hatten, so einen tleinen Sieg zu landen, haben sich beim Schlußpfiff bitter geiäuscht. 9: 1, eine bittere Abfuhr buchten sie in den Analen der Schiri- Vereinigung Wezlar. Das Spiel selbst hatte nicht das gebracht, was man sich von ihm erhofft hatte. Es hatte nicht im Sinne der Schiri gelegen, das Spiel zu einem Kampfspiel zu gestalten, sondern es sollte nur eine Demonstration der Alten Herren sein, die sich nicht mehr wie die jungen, tatendurstigen Jungmannen, in den Kampf stürzen. Um es aber ganz kurz zu sagen, viel technisches Können war bei den Schiris nicht mehr vorhanden, und trotz des recht guten Torhüters von Aẞlar mußte die hohe Niederlage so zahlenmäßig zum Ausdruck kommen. Doch mit einem unverwüstlichen Stehvermögen wurde der zweite Akt der Wochenendpartie begonnen. Man muß es den Aßlarern schon lassen, diesmal war im Gegensatz zum vergangenen Jahr alles prima vorbereitet. Für des Leibes Nahrung war Vorsorge getroffen, für Unterhaltung bestens gesorgt, und so konnte es nicht ausbleiben, daß das Spiel mit seinem Ausgang überhaupt nicht mehr in Erwägung gezogen wurde. Dafür aber durften sich die Weglarer Pfeifenmänner überzeugen, daß die Aßlarer nicht nur einen Fortschritt in spielerischer Hinsicht zu verzeichnen haben, sondern auch sehr gut verstehen, ihren Gästen recht angenehme Stunden zu bereiten. Recht kernige Worte sprach, der derzeitige Führer des Vereins, Herr Geuß, und es ist dem Verein nur zu wünschen, daß er diesen Mann am Steuer behält. Der Schiri- Häuptling, Henkel Wetzlar sprach für die Schiri. Der Gau- Obmann Klier, der auch seine Nase überall haben muß, für die Bewegung im allgemeinen. Wenn all die schönen Worte auch auf den Boden gefallen sind, die sie zu ihrer Verwirklichung brauchen, dann braucht es uns um unsere Sportbewegung nicht bange zu sein. Eine Tombola bescherte noch so manchen mit brauchbaren( wenn auch das Glück die Gewinne manchmal in recht drastischer Weise verteilte) Geschenken. Ein kleines Tänzchen, wenn auch offiziell verboten, versöhnte die Alten Herren mit ihren besseren Ehehälften, die doch so oft alleine ihre Sonntag- Nachmittage verbringen müssen. Ein Dorshumorist sorgte für den unterhaltenden Teil und wurde in seinem Reportoir von dem stetigen als Ersatz- Schiri Voceroth u. Frau Schirihäuptling Henkel trefflich unterstützt. Als Eintage gabs eine Massengratulation, die Herrn Geuß galt, der sein 45. Wiegenfest im Kreise seiner Sportkameraden verbrachte. Der Gau= obmann Klier fand passende Worte für den Jubilar und die= ser war sichtlich bewegt, als sich alle seine Getreuen meldeten, um durch einen kräftigen Händedrud zu beweisen, wie sie mit ihrem Führer fühlen, daß dadurch die Stimmung nicht schlechter wurde, ist erklärlich. Nur allzu rasch nahte der Abschied für die Gäste. Mit Worten des Dantes für die Gastfreundschaft, mit dem Hinweis auf immer besseres Verständnis von Verein zur Instanz und letzten Endes für alle die Führer, die sich in der Bewegung an leitender Stelle befinden, entbot Herr Klier den Gastgebern ein fröhliches Wiedersehn. Auf Schusters Rappen begab sich eine kleine Gruppe auf die 6 Kilometerstrecke. Zu einer Bestleistung ist es allerdings nicht gekommen. An dieser Stelle aber im Namen aller Gäste herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme und die schönen Stunden in Aßlar. Hans,/ du Ein Schwäger. warst glücklich! Handball und Leichtathletik. Gau- Athletik- Meisterschaften auf der Spilburg in Wehlar. Umstände verschiedenster Art taten den diesjährigen Gaumeisterschaftskämpfen nicht unwesentlich Abbruch. In Weylar war Schützenfest, in Gießen Regatta und Universitätssportwett= kämpfe. Alle drei Veranstaltungen hielten nicht nur viele Zuschauer, sondern aus Gießen auch eine ganze Reihe der befähigsten Wettkämpfer zurück. Wenn das Umstände sind, die der Veranstalter nicht beeinflussen kann, so schien der Rest der Veranstaltung ein Opfer der„ rührigen" Wetzlarer Leichtathle= ten werden zu wollen. Trotz der einwandfreien, verbandsseitigen Vorarbeiten, hatten sich in Wetzlar nicht genügend„, helfende" Hände finden lassen, um Plazaufbau und Gerätebeschaffung reibungslos abzuwideln. Aber davon wird der Außenstehende hoffentlich nicht mehr wie nötig gemerkt haben. Die Kämpfe selbst wurden fast ausschließlich zwischen Gießen und Wetzlar ausgetragen. Besondere Zeiten wurden nicht ge= laufen, bis auf Müllers- 1900 200- m- 3eit von 23 Set. Die erſtmalig ausgetragene Meisterschaft im Hammerwerfen wird hoffentlich dazu beitragen, diese außerordentlich wertvolle Uebung im Gau ein wenig mehr einzubürgern. Vertreten war ca. 9 Vereine, die die 18 Konkurrenzen mit folgenden Ergebnissen austrugen: 100 m: 1. Müller, D.- 1900 11,9 Sef.; 2. Webermeier- 1900 12 Sef.; 3. Zerndt- SpV. Weylar 12,1 Sef. 200 m: 1. Müller, D.- 1900 Gießen 23 Sef.; 2. Zerndt- W. Sp. 24 Gef.; 3. Schwab- 1900 24,8 Get. 400 m: Philipp- VfL. Wezlar 54,9 Sef.; 2. Seifert- 1900 55,1 Gef.; 3. Hertstein- SpV. Wezlar 56 Sef. 800 m: 1. Gelbert- 1900 Gießen 2: 22,1 Min.; 2. Wolf- SpV. Wetlar 2:24 Min.; 3. Birkenstoc- 1900 2:26 Min. 1500 m: 1. Wambach- FC. Werdorf 4:40 Min.; 2. Koch- Grünberg 4:46 Min.; 3. Diezel- SpV. Wetzlar 4:54 Min.( Eine beachtliche Leistung des jungen Werdorfers.) 3000 m: 1. Bambach- SpV. Weylar 10:58 Min.; 2. BärwinkelSpV. Weylar 11:02 Min.; 3. Wambach- FC. Werdof 40 m zurück. Kugelstoßen: 1. Mohl- VfB. Gießen 12 m; 2. Koch- VfL. Wehlar 11,43 m; 3. Frey- 1900 Gießen 10,61 m. Distuswerfen: 1. Mohl- VfB. Gießen 34,66 m; 2. Frey- 1900 32,78 m; 3. Philipp- VfL. Wetzlar 30,12 m. Hammerwerfen: 1. Birkenstod- 1900 Gießen 24,30 m; 2. Moh!- VfB. Gießen 23,20 m; 3. Marsthaler- SpV. Wetzlar 23,05 m. Speerwerfen: 1. Koch- VfL. Wetzlar 40,06 m; 2. Hopfenmüller1900 Gießen 39,92 m; 3. Blant- FV. Weilburg 38,38 m. Weitsprung: 1. Webermeier- 1900 Gießen 6,35 m; 2. Seipp- 1900 Gießen 6,10 m; 3. Wolf- SpV. Wetzlar 5,85 m. Nr. 54. Hochsprung: 1. Capello- VFL. Wetzlar 1,65 m; 2. Seipp- 1900 Gießen 1,65 m; 3. Hopfenmüller- 1900 Gießen 1,45 m. Stabhochsprung: 1. Kappes- Grünberg 2,60 m; 2. Capello- VfL. Wetzlar 2,45 m; 3. Schneider- Großen- Bused 2,35 m. Dreikamps: 1. Koch- VfL. Weylar 138 Punkte; 2. Müller, D.1900 Gießen 129 P.; 3. Hopfenmüller- 1900 120 P. und Capello- VfL. Wetzlar 120 P. Vereinsäuftamps: 1. 1900 Gießen. 4 mal 100 m: 1. 1900- Gießen I. 46 Set.; 2. SpV. Weylar 46,5Gef.; 3. 1900- Gießen II. 46,8 Sef. 4 mal 400 m: 1. 1900- Gießen 3: 50,2 Min.; 2. SpV. Weylar 3: 57,2 Min. 3 mal 1000 m: 1. SpV. Wehlar 9: 15,4; 2. VfB. Gießen 9: 22,2 Min. 100 m in 10,4 Sekunden lief bei den südd. Meisterschaften Geerling- Eintracht Frankfurt und ließ Dr. Wichmann 10,6 und Eldracher 10,7 sicher hinter sich. Die Zeit egalisiert die Deutsche ( Körnig) und Weltbestleistung( Paddock- USA.). Olympiakandidaten unterliegen! Bei den leichtathletischen Landesverbands- Meisterschaften ergab sich die erstaunliche Tatsache, daß drei von den DSB. Kandidaten für die Olympischen Spiele, die auch in der Staffel stehen, Corts, Houben und Dr. Wichmann, über 100 m glatt geschlagen wurden. Corts unterlag gegen Körnig( 10,8), und Schlößke( 10,8), Houben in 10,8 gegen Jonath( 10,6) und Dr. Wichmann in 10,6 gegen Geerling( 10,4). Diese mehrmaligen Niederlagen muß man nun wohl in Rechnung stellen. Leichtathletische Umschau. Die Ausbeute eines Sonntags. In drei Wochen beginnen die Amsterdamer Hauptspiele, auj die sich mit ganz besonderer Sorgfalt unserer Leichtathleten seit Jahr und Tag vorbereiten. Mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgen wir in diesen Wochen die Leistungen unserer Athleten, um zu sehen, ob und in welchem Ausmaße sie für die großen Amsterdamer Kämpfe gerüstet sind. Auch am vorletzten Sonntag trat wieder ein großer Teil unserer Olympiakandidaten in Aftion, und zwar in der Hauptsache bei den Ostdeutschen Kampfspielen in Breslau und beim Länderkampf WestdeutschlandHolland in Dortmund. Die besten Leistungen sah man auch diesmal wieder in den Wurfkonkurrenzen. Paulus und Hoffmeister, die zusammen mit dem Allensteiner Hirschfeld zu un= seren hoffnungsvollsten, aber auch zuverlässigsten Kräften für Amsterdam zählen, kamen im Diskuswerfen wieder glatt auf 45 m. Zu ihnen gesellte sich aber noch ein dritter Mann, der Berliner Polizist Hänchen. Der Berliner hat in den letzten Wochen seine Leistungsfähigkeit stetig gesteigert und erreichte mit 45,72 m einen Wurf, der auch international erstklassig ist. Im Diskuswerfen haben wir also vier Leute, die in Amsterdam uns zumindest einen guten Platz sichern müßten. Jm Kugelstoßen dagegen werden wir wohl unsere Hoffnung allein auf Hirschfeld setzen müssen, denn ein anderer deutscher Athlet ist noch nicht an die 15 m gekommen und hart an die 15 m stoßen auch eine Reihe Athleten in europäischen Ländern. Was die Amerikaner im Kugelstoßen leisten werden, weiß man noch nicht, aber ein Darany- Ungarn verbesserte am Sonntag den ungarischen Rekord auf 14,83 m und in Paris stieß Duhours die Rugel 14,77 m weit. Das ist eine Konkurrenz, die zwar ein Hirschfeld nicht zu fürchten braucht, die aber unseren übrigen Werfern durchaus ebenbürtig ist. Bei den Springern war diesmal Köpptes Leistung im Hochsprung mit 1,87 m die beste. In Amsterdam wird man natürlich viel besser springen. Unter den Läufen ragten die 800- m- Leistungen von Müller- Zehlendorf mit 1: 56,2 Min. und Dr. Merkel mit 1: 56,3 Min. hervor. Ganz dunkel gelagert ist zur Zeit die Situation in den Kurzstrecken. Gerade hier darf man die nächsten großen Kraftproben bei den verbands, englischen und deutschen Meisterschaften mit besonde rem Interesse erwarten. Houben wurde von Jonath geschlagen. Ist Jonath so gut, oder aber hat Houben wieder nachgelassen, das ist die Frage. Wie steht es mit Körnig? Wird er sich gegen Geerling, Dr. Wichmann und die anderen durchsetzen? Haben wir zur Zeit auf den Kurzstreden einen wirklich überragenden Mann? Zu diesen Zweifeln tommen dann noch die anderen, die Sorgen um Dr. Peltzer, die Fragen, ob die Büchner, Böcher, Kohn usw. in den Wochen bis Ende Juli ihre Leistungsfähigkeit noch wesentlich steigern können. Augenblicklich hat es nämlich kaum den Anschein, als könnten sie mit besonde ren Erfolgsaussichten in die Amsterdamer Kämpfe eingreifen. 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