Nr. 27. eren mit ion heiden ang) ind age Posch rgeschäft dengasse NWK llen ania stern orben. frit 7414 no freten IIKämmerei spinnerei urt a. M., Römer 1175 ren stehend hrbar nd 1000 PS 5032 TZ A- G. Taunusstr.10 ( Vogtland) vaifundschaft NDE ion, äjdje Frpedit. d. Bl. tung ng mäßiger ige. Bargeld6. 2000 Runt. giös neutral irchenaustr. retung ung zu gün vergeb. Sau iften erbeten alibendant, Berlin W. 9. Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdfendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Bolitische Tagesschau. Die waldecksche Landesvertretung nahm den Anschlußver= trag mit Preußen mit 15 gegen eine Stimme in zweiter Lesung an. Wie aus Moskau gemeldet wird, soll das gesamte Außentommissariat für die baldige Liquidation der Donezassare jein, da man nicht Deutschlands Freundschaft aufs Spiel segen dürfe. Die polnische Presse ist mit dem Ergebnis der polnischlitauischen Konferenz zufrieden. Uebereinstimmend wird der Auffassung Ausdruck gegeben, daß der in Königsberg erzielte Erfolg Zalesti zu danken sei. Der Skandal beim Berliner Reichsbahnzentralamt zieht immer weitere Kreise. Reichsbahndirektor Neumann- Berlin ift vom Amt suspendiert. Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. M Mittwoch, den 4. April 1928 Was beim Straßenbau gespart werden kann. Bei 10000 Kilometer eine halbe Milliarde. Eine interessante badische Denkschrift. Der Straßenbau kann heute in Deutschland in dem dringend erforderlichen Umfang nicht durchgeführt werden, weil die Mittel fehlen. Man hat versucht, sie auf dem Anleihewege hereinzubringen, bisher vergebens, da die Reichsberatungsstelle für Auslandskredite ihre Mitwirkung versagt. Andererseits werden gleichzeitig die Bemühungen unentwegt fortgesetzt, durch genaue Untersuchungen und statistische Erhebungen ausfindig zu machen, welche Straßenbauweise, wenn alle Faktoren berüdsichtigt werden, die rationellste, also die sparsamste ist. Theoretiker( u. a. Professoren der Technischen Hochschulen) und Praktiker des Straßenbaues arbeiten hier Hand in Hand. Das Ziel ist von außerordentlicher Bedeutung für die gesamte deutsche Volkswirtschaft: Gelingt es, Ersparnisse zu machen, so können mit den vorhandenen Mitteln Straßen in weit größerem Umgebnisse solcher Forschungsarbeit dürfte von sonderem Interesse sein. Zu den kommenden Reichstagswahlen. fange als sonst ausgebaut werden. Eine der jüngsten TeilerZu den in letzter Nummer veröffentlichten Namen der Reichstagskandidaten nachstehend noch weitere Namen: Sozialdemokraten: Der in Michelstadt stattgefundene Landesparteitag beschloß folgende Kandidatenliste: 1. Karl Ulrich, Darmstadt( Offenbach), 2. Dr. E. David, Berlin( Mainz), 3. Dr. L. Quessel, Darmstadt, 4. Georg Bedmann, Gießen, 5. Frau Rudolph, Offenbach, 6. W. Thomas, Mainz, 7. Wunibald Lutz, Worms, 8. Anton Lux, Nieder- Florstadt, 9. Heinrich Rizel, Michelstadt, 10. Wilhelm Leuschner, Darmstadt, 11. Kurt Moosdorf, Gießen, 12. Frau Kürner, Offenbach, 13. Fr. Fasig, Sprendlingen( Rheinh.), 14. Karl Stord, Darmstadt. Zentrum: Eine außerordentlich stark besuchte Sigung des Landesausschusses der Zentrumspartei in Mainz stellte die Kandidaten für die Reichstagswahl auf. Wie wir hören, beginnt die Liste mit folgenden Namen: Knoll, M. d. R., Regierungsrat, Darmstadt, Dr. Bauer, Generalsekretär der Hess. Bauernvereine, Lorenz Diehl, Stadtv. in Mainz, Drechsler, Handwerksmeister in Lorsch, Frau Hattemer, M. d. L., Hausfrau, Darmstadt, Ludwig, Landwirt, Gonsenheim Endkampf um die Reichslisten. Die Vorstände der Deutschen Demokratischen Partei und der Deutschen Volkspartei hielten am Dienstagvormittag Sigungen ab, in denen sie sich mit der Aufstellung der Reichslisten beschäftigten. Die Verhandlungen gestalteten sich in beiden Sitzungen ziemlich lebhaft. Die Demokratische Partei setzte Frau Ministerialrat Dr. Gertrud Bäumer als erste auf die Reichsliste. Der Vorstand der Deutschen Volkspartei hatte bis in die späten Nachmittagsstunden hinein noch keine endgültigen Beschlüsse gefaßt. Die Wetzlarer Bauernschaft u. die Landvolkpartei. Weglar. Obwohl die Weklarer Bauernschaft in unmittelbarer Fühlung mit den Gründern der neuen Christlichsozialen Volkspartei steht, hat eine Vertreterversammlung der Bauernschaft ihren Mitgliedern freien Entschluß gelassen über das Vorgehen bei den kommenden Wahlen. Man kam zu dem Beschluß, die seitherigen Rechtsparteien nicht zu bekämpfen, sondern entsprechend der Einstellung des Reichslandbundes die Entscheidung in das Ermessen des einzelnen zu stellen. Staatspräsident Adelung gibt bekannt, daß auf Grund der Festsetzung der Neuwahl des Reichstages durch den Reichspräsidenten auf Sonntag, den 20. Mai ds. Js. die Herren Bürgermeister angewiesen werden, mit der Anlegung der Wählerlisten und Wahlkarteien unverzüglich zu beginnen und als Stichtag für die Aufnahme der Wahlberechtigten den 20. Mai vorzusehen. Zechenstillegungen im Ruhrrevier. Nach einer Veröffentlichung des bergsachverständigen Kommissars für Stillegungsangelegenheiten sind in den Jahren 1924-27 im Ruhrbergbau 65 3echen stillgelegt worden. Die Zahl der seit Beendigung des Krieges im Ruhrbergbau stillgelegten Zechen beläuft sich auf 91. Insgesamt waren auf Diesen Zechen mehr als 58 000 Mann beschäftigt. Diese mußten zunächst größtenteils entlassen werden, konnten aber infolge der durch den englischen Bergarbeiterstreik hervorgerufenen Belebung der Absatzlage allmählich wieder eingestellt werden, soweit sie nicht inzwischen zu anderen Berufen übergegangen " waren. Der fortschreitende Stillegungsprozeß wirft ein Schlaglicht auf die schwierige Lage des Ruhrbergbaus, die insbeson dere durch die Arbeitszeitverlängerung und Lohnsenkung im englischen Bergbau eine Verschärfung erfahren hat. Nicht nur die Belegschaften und Werksbesitzer, sondern auch die Gemeinden Des Ruhrgebietes werden von den Zechenstillegungen aufs schwerste betroffen. Die Straßenbauabteilung des zuständigen badischen Ministeriums hat planmäßig Vergleiche angestellt zwischen einer Kleinpflasterdecke und einer wassergeschlämmten Schlotterdecke, soge= nannter Walzdecke mit Oberflächenteerung. Für die Beurteilung der letzteren wurden die Erfahrungen verwertet, die mit den von Baurat Büchner hergestellten Teerstraßen zwischen Klippenheim und Gundelfingen und Elzach und Gundelfingen gemacht worden sind. Es stellte sich dabei zunächst heraus, daß die Grenze, bis zu welcher Oberflächenteerungen dem Verkehr gewachsen sind, bisher viel zu niedrig angesetzt worden ist. Ueber verschiedene Teile dieser Straßen läuft ein Verkehr von 1500 To., ohne die mit Teer behandelte Straßendecke mehr in Mitleidenschaft zu ziehen als eine Kleinpflasterdecke. Ein Beweis dafür ist, daß die Schotterstraße 1926 nur einmal geteert zu werden brauchte. Weiter wurde festgestellt, daß die vorhin erwähnten mit Oberflächenteerung versehenen Landstraßen sich außerordentlich widerstandsfähig zeigten gegen die gefürchtete Saugwirkung der Autoreifen, durch die bekanntlich die StraBendecken heute am stärksten angegriffen werden. Die Gegenüberstellung der Herstellungs-, Unterhaltungsund Wartungskosten ergab große Unterschiede. Bei der Kleinpflasterdede kosten 100 Meter bei 4,4 Meter Breite 5 100 M, die künftigen Erneuerungskosten betrugen 3350 M, die Jahresfosten bei 25jähriger Lebensdauer und 7,5prozentiger Verzinsung 467,40 M. Bei der wassergeschlämmten Schlotterdecke mit Oberflächenteerung betragen bei gleichen Maßen die Kosten der Eindeckung für 100 Meter nur 675 M, für doppelte Oberflächenteerung im ersten Jahr 270 M, für wiederholte Teerung im zweiten Jahre 67 und für solche in den kommenden Jahren 45 M. Unterhaltung, Hilfsarbeit und Wartung beanspruchen 49 M. Aus diesen Einzelpreisen errechnet die badische Denkschrift bei Annahme einer nur achtjährigen Lebensdauer der Walzdecke die Jahreskosten zu 237 M. Unabhängig von dieser amtlichen Berechnung wurden von privaten Sachverständigen Kostenvergleiche zwischen Kleinpflaster und Schotterdecke mit Oberflächenteerung angestellt, die im Mittel folgendes ergaben: Anlagekosten für 1 km. Kleinpflasterdecke 68 000 M, für 1 Km. Walzdecke mit Oberflächenteerung 12 600 M, Jahreskosten für erstere 6 230 M, für letztere 3 160 M, mithin Ersparnisse pro Kilometer: Anlage: tosten 55 400 M, Jahreskosten 3070 M. Das deustche Straßennek hat einen Umfang von weit über 200 000 Km. Würden davon nur 10 000 Km. geteerte Schotterdecken erhalten, so würde das nach den vorstehenden Zahlen eine Ersparnis von über einer halben Milliarde Mark in den Anlagekosten und von über 30 Millionen an Jahreskosten ( Verzinsung, Erhaltung, Wartung usw.) bedeuten, wobei noch zu bedenken ist, daß die Teerstraßenbaumethode rasche Arbeit macht. In einer Arbeitswoche läßt sich ein Km. mit 2 Walzen neu festlegen, in einem weiteren Tage teeren. Es würde für den weiteren Fortschritt des deutschen Straßenbaus förderlich sein, wenn Fachleute und sachkundige Laien einmal zu den vorstehend verzeichneten amtlichen und privaten Berechnungen Stellung nehmen würden. Bersinkende Mittelstandsschichten. Von Wilhelm Schmidt, M. d. L., Berlin- Friedenau. Vorsitzender des Reichsbundes vaterländischer Arbeiter- und Werk- Vereine. Ein Schlagwort der gegenwärtigen Zeit lautet:„ Deutschland ist aber ein Arbeiterstaat!" Damit versucht man bei allen sog.„ sozialen Fragen", bei Angelegenheiten arbeitsrechtlicher und sozialpolitischer Art, bei der Gewinnung von Mandaten zu den Parlamenten und dergl. mehr besonders wirksam in die Erscheinung zu treten. Richtig ist, daß wir in Deutschland troz Gebiets- und Menschenverluste durch den Friedens"-Vertrag gegenüber 1914 eine Zunahme der Zahl der Arbeitnehmerschaft von rund 16 Millionen auf heute rund 21% Millionen zu verzeichnen haben einen Zuwachs von 5% Millionen Arbeitnehmer! Es gibt eine gesunde Erhöhung der Ziffern der Arbeitnehmerschaft: zunehmende Steigerung der Produktion und Gütervermehrung, Erschließung neuer Industrien, verbunden mit einer Verstärkung der Kaufkraft des Geldes, Vermehrung des Wohlstandes und ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lofal 12 Pig., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholung Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 28 fomit erneuten Bedarf in der Erzeugung. Diese gesunde Entandauernden Ausbeutung durch die Gewerkschaften nicht zu wicklung haben wir seit der Revolution mit ihrer bis heute vermelden! An Stelle der Produktion neuer Werte trat die unter ausschließlicher Verantwortung der Regierung erfolgte Papiergeld- Fabrikation, die Inflation! Millionen von Eristenzen des Mittelstandes, der kleinen Rentner, Pensionäre und der Sparer wurden vernichtet und dadurch nicht nur der Aufstiegsmöglichkeiten der eigenen Familien- Angehörigen beraubt, vielmehr wurden diese selbst gezwungen, im Stande der Arbeitnehmer Aufnahme zu suchen, in dem Notgebot, auf diese Weise das Leben zu fristen! Die Folge war eine erhebliche Vermehrung der industriellen Arbeitnehmerschaft mit nicht kauffräf= tigen Arbeitssuchenden! Also Zunahme der Arbeitslosigkeit! Die in der Revolution ,, vergessene" Vergesellschaftung der Produktionsmittel, oft auch Plan- oder Gemeinwirtschaft um= schrieben, versucht man seit Jahren in allen Parlamenten und Kommunen auf dem Wege der„ kalten Sozialisierung" nachzuholen! Wir erleben eine systematische Vernichtung des Privateigentums, verbunden jedoch mit einer sich immer mehr steigernden Verschuldung von Staat, Ländern und Kommunen! Die übermäßige, auf die Dauer einfach untragbare Besteuerung und Bevormundung der Gewerbetreibenden und der Wirtschaft bedingt eine ganz besondere Förderung des Ueberganges des in Privathänden lebendigen und neugestaltenden Privat: besizes in die„ Tote Hand" der staatlichen und kommunalen Bureaukratie und Experimenteurs! Der Privatmann kämpft bis zuletzt um seine, wenn auch noch so bescheidene Existenz, der Staat und die Kommunen haben nur notwendig, die Steuern und Abgaben zu erhöhen! In der mittleren und GroßIndustrie nimmt die Ueberfremdung durch ausländisches Kapital zu und damit dessen immer mehr hervortretende Diktatur in Wirtschaft und Staat! in Gewerbe und Handwerk versinken Hunderttausende um Hunderttausende im Stande der Industrie- Arbeitnehmerschaft! Wiederum steigen deren Ziffern sehr erheblich, die Arbeitslosigkeit nimmt zu, die behördlich- gewerkschaftliche Bürokratie kann neue Arbeitsnachweise ohne Arbeit schaffen! Der unproduktive und die Wirtschaft hemmende Verwaltungsapparat, der z. B. in Berlin ein volles Fünftel der städtischen Einnahmen verzehrt, dehnt sich immer mehr aus, die Steuerlasten- tragende Bevölkerung verengert sich von Tag zu Tag! Und nun naht als neue überaus ernste Gefahr die Verödung des flachen Landes, bedingt durch die großen Nöte der Landwirtschaft! Man mag über vereinzelte Auswüchse der Demonstrationen der deutschen Bauernschaft denken, wie man will, das Eine muß man auf alle Fälle feststellen, daß das Recht zu öffentlichen Kundgebungen der deutschen Bauernschaft ebenso zusteht, wie es in den letzten 10 Jahren der Revolution den Marxisten der verschiedensten Spielarten von den Behörden zuerkannt worden ist. Für uns ist lediglich folgende Erwägung entscheidend: Wenn Landarbeiter und Bauernsöhne sich in immer stärkeren Massen der Industrie- Arbeiterschaft zugesellen, was dann? Glaubt man für alle Ewigkeiten in der Lage zu sein, die riesenhaften Beträge für Arbeitslosen- Unterstützung und Krisen- Fürsorge aufbringen zu können? Gerade derjenige Teil der Arbeiterschaft, dem Arbeit eine Pflicht ist, dem darum sein Mehrverdienst hinweg- versozialisiert wird, hat ein volles Recht, Fragen vorstehender Richtung aufzuwerfen und von den Abgeordneten der verschiedensten Parteien und von den gesetzgebenden Körperschaften eine klare und unmißverständliche Antwort zu heischen. Die auf Werks- und Volksgemeinschaft eingestellten Arbeiter erblicken in dem Versinken von bedeutsamen Mittelstandsschichten allerernsteste Gefahren für ihre eigene Zukunft! An dem Wort„, Arbeiterstaat" haben wir keinen Geschmack, wir verlangen für uns angemessene Lebensmöglichkeiten, dazu be= dürfen wir eines kauffräftigen städtischen und ländlichen Mittelstandes. Wir fordern einen wirtschaftlichen Zustand, der es weiteren Arbeiterkreisen ermöglichst, in den Mittelstand hineinzuwachsen! Mithin kann vom Standpunkt eines verantwortungsbewußten Arbeiters aus gesehen, nicht die Vermehrung, vielmehr nur die möglichste Verminderung der Ziffern der Arbeitnehmerschaft unser Ziel sein. Einstmals mag es furzsichtige Unternehmer gegeben haben, die an der sog. Reserve- Armee der Arbeit ein gewisses Interesse bekundeten, weil sie vermeinten, dadurch billigere Arbeitrskräfte zu erhalten. Je größer jedoch heute durch den aufgeblähten Verwaltungsapparat und durch die Millionen Erwerbsloser die Lasten werden, welche die produttiven Kräfte unseres Volkes zu tragen haben, umsomehr müssen wir uns mit den Fragen beschäftigen: Wie verringern wir die Zahlen der in den Arbeiterstand hineinfinkenden Massen aus den Mittelstandsschichten, wie reduzieren wir die Steuerlasten und wie vermehren wir die Produktion, wie schaffen wir Arbeitsund Aufstiegsmöglichkeiten für den Arbeiter? Die deutsche Schriftgießerei auf der Pressa. Der Verein Deutscher Schriftgießereien wird mit einer um= fangreichen Kollektivausstellung auf der Pressa vertreten sein. Die unter Leitung von Dr. Karl Klingspor aufgebaute Schau gibt einen Ueberblick über die gesamte Technik des Schriftgusses und die vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten. Mittwoch, be Mittwoch, den 4. April 1928. Versteigerung von Arbeitslosen in Amerifa. Die dehnbaren nichtamtlichen amerikanischen Schäzungen, daß die Vereinigten Staaten zur Zeit ,, zwei bis vier Millionen Arbeitslose" haben, sind nicht nur in der amerikanischen Presse start kommentiert worden. Arbeitsminister Davis hat dazu gesagt, daß seine Verwaltungsabteilung hoffe, daß ,, im Frühjahr die Zahl der Arbeitslosen bis auf eine Million heruntergehe". Auch diese Auslassung schon wirst ein kennzeichnendes Licht auf die Lage in einem Lande des„, Wohlstandes", in dem von den 117 Millionen Einwohnern bei 45 Millionen Brot- und Lohnverdienern nach Davis„, 15 Millionen Menschen, Lohnverdiener und von ihnen Abhängige, unter Verhältnissen leben, die eine wirtschaftliche und moralische Gefahr bedeuten". Naturgemäß muß in einem Lande, das in keiner Weise auf eine soziale Arbeitslosenfürsorge eingestellt ist, jeder Konjunkturrückschlag oder auch jede längere Arbeitslosigkeit von besonderen Folgen begleitet sein, und wenn man den nachstehenden Auszug aus einer jüngsten Clevelander Zeitung liest, ist man versucht, das Wort vom ,, Lande der unbegrenzten Möglichkeiten" nicht nur auf die Wirtschaftsverhältnisse, sondern auch in dieser Richtung anzuwenden. Da wird lebendig ge= schildert: „ Ja, da hört sich doch alles auf. Es ist einfach unglaublich. Das ist ja Sklaverei eine Versteigerung von Menschen „ Gießener Zeitung" Lokales. * Das Verzeichnis über die im Monat März 1928 gefun denen bezw. abgelieferten Gegenstände kann beim Polizeiamt ( Fundbüro) eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb 2 Monaten geltend zu machen. * Die Gießener Banken sind am kommenden Samstag ( Ostersamstag) für jeglichen Verkehr geschlossen. Nr. 28. Bad Nauheim. Ein Hausmädchen aus Leidhecken hat sich aus unbekannter Ursache in einem Teich ertränkt. Darmstadt. Regierungsrat S ch w amb aus Worms, der von der Sozialdemokratischen Partei auf der letzten Landtags= liste aufgestellt war, ist mit Wirkung vom 1. April mit dem Titel Oberregierungsrat in das Ministerium des Innern berufen worden. * Leichenländung einer Unbekannten in Gießen. Am 3. April 1928 wurde oberhalb des Boothauses Hassia in Gießen an der Abzweigung des Mühlbaches eine bis jetzt unbekannte weibliche Leiche aus der Lahn geländet. Dieselbe war ohne jegliche Papiere und Wertgegenstände. Beschreibung der Leiche: 1,65 Meter groß, träftige Statur, 20 bis 26 Jahre alt, langes, schwarzes Haar, blonde Augenbraunen, rundes, volles Gesicht, rechter Augenzahn im Oberkiefer und letzter Backenzahn im Unterkiefer links fehlen. Kleidung: Ein schwarzer dicker Tuchmantel mit drei großen Knöpfen, weinrotes Manchesterkleid, schwarz und weißkariertes Leibchen, alte leinene Hemdhose, peues, leinenes Hemd, schwarze Strümpfe und schwarze Spangenschuhe mit Einfassung, sämtliche Kleidungsstücke waren ohne Monogramm. Die Leiche kann etwa 2 bis 3 Wochen im Wasser gelegen haben und war im 6. oder 7. Monat schwanger. Alle Personen, welche über die Unbekannte Angaben machen können, werden ersucht, sich sofort mit der Kriminalpolizei in Gießen ins Benehmen zu setzen. nein, so etwas ist in unserem zivilisierten Zeitalter noch nicht dagewesen", ließ sich gestern nachmittag Polizeiinspektor Martin Horrigan vernehmen, als er in Begleitung des Polizeifapitäns Paul Weise zum Public Square kam, wo eine der üblichen Versammlungen der Arbeitslosen im Gange war. Auf einer Kiste stand Frau Sadie Van Vee, Präsidentin des ,, Rates der Arbeitslosen". Neben ihr war Carl Boy, ein Arbeiter, der seit Monaten ohne Beschäftigung ist. In einer wohlgesetzten Rede bot Frau Van Vee den Mann zum Verkauf an.„ Seht ihn an, Leute, dieser Mann will sich selbst verkaufen. Er will dem untertan sein, der ihm Wohnung, Essen und Arbeit gibt. Er ist stark gebaut, gesund, muskulös und nor allem arbeitswillig. Was wird mir für ihn geboten?" Niemand in der Runde anwortete. Nach einer Weile rief Frau Van Vee einen anderen Mann auf mit Namen Marion Fisher, von Beruf ein Tapezierer, der sich ebenfalls bereit erklärt hatte, sich an den besten Bieter zu verdingen. Als Fisher auf eine Kiste steigen wollte, um besser gesehen zu werden, wurde es Horrigan zu bunt. Er trat auf Frau Van Vee zu und bedeutete ihr, daß der Unsinn aufzuhören habe. Dann wurden sie und die Männer verhaftet und nach der Polizeistation gebracht. Dort wurden sie wegen Verletzung der Park- Ordinanz unter Anklage gestellt." * Worms. Ein 14jähriger Knabe hat auf dem Speicher eines Hauses einen Brand angelegt, weil er von dem Hauseigentümer geschlagen wurde. Das Feuer konnte bald gelöscht werden. * Der Verkehrsbund Oberhessen hält am 23. April seine diesjährige ordentliche Jahreshauptversammlung in unseren Stadtmauern ab. Regierungsrat Dr. Krebs- Darmstadt wird einen Vortrag über„ Fremdenverkehrswerbung" halten. Wetzlar. Die Industrie- und Handelskammer Wetzlar beabsichtigt, mit Beginn des Sommersemesters eine höhere Handelsschule mit zweijährigem Kursus und täglichem Unterricht zu eröffnen. * Der Lahntalsängerbund wird sein diesjähriges Bundesfest am 9., 10. und 11. Juli in Kirchhain abhalten. Dem Bund sind kürzlich. drei weitere Männerchöre aus Großen- Buseck, Lollar und Homberg beigetreten, so daß er jetzt 22' Vereine umfaßt. Dillenburg. Das Städtchen Wallau an der Lahn, Geburtsort des Persilfabrikanten Henkel, beschloß, die HauptStraße Fritz Henkel- Straße zu nennen. Geschäftliches. Germa Die Gießener ein Unentschieden jüngt und bewähr linten Posten geb jetzt werden könn ichaft wohl wiede teidiger antreten Ostern muß man baden, denn sonst würde die frohe Feststimmung in der Familie nicht recht aufkommen. Wichtig ist jedoch, daß Kuchen und Torten oder die zu Ostern beliebten Kleingebäcke auch gut geraten. Wer da nun ohne Gorge sein will, verwendet Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin" und richtet sich genau nach den neuen Oetker- Rezepten, Ausgabe F, die in den einschlägigen Geschäften zu haben sind. Dann haben Sie die Garantie, daß alles klappt und auch vorzüglich schmeckt. * Ein wohlgelungenes Konzert zum Besten der Kranken. Der Mandolinen- und Gitarrenverein Neapolita- Gießen hat, trotz seiner zur Zt. stark in Anspruch nehmenden Vorbereit= ungen zu dem im Mai stattfindenden großen nationalen Mandolinenwettstreit, es sich nicht nehmen lassen, am vergangenen Sonntag den Patienten der Nervenklinik durch konzertliche Darbietungen einige abwechslungsreiche Stunden zu bereiten. Es gelangte u. A. zum Vortrag: Ouvertüre ,, König Midas“ von Eilenberg, Fantasie aus der Oper„ Troubadour" von Verdi usw. Die einzelnen Stücke wurden mit großer Hingabe von der Spielschar vorgetragen und wurden mit großem Beifall aufgenommen. Man war über die gute Schulung des Chors überrascht, selbst die schwierigsten Lagen wurden tonrein zu Gehör gebracht. Der Verein und mit ihm sein Dirigent Herr Hans Sonntag können auf die bis jetzt geleistete Arbeit stolz sein. Steuer- Kuriosa oder der unsterbliche Amtsschimmel. Einem Einwohner aus Kreuznach, der Grundbesitzer im Kreise Meisenheim in der Pfalz ist, wurde ein Steuerbetrag über den monatlichen Betrag der Grundvermögenssteuer in der Höhe von einem Pfennig zugesandt. Der Grundbesitzer hatte für die mit eingeschriebenem Brief übersandte Benachrichtigung 45 Pfennig, d. h. den Steuerbetrag von 45 Monaten als Porto zu zahlen. Die Steuer wird er monatlich mit Postanweisung an die zuständige Steuerkasse entrichten. Dafür zahlt er im Jahr 2,40 M an Porto. Die Steuerkasse bucht nach diesem ganz einfachen Verfahren 12 Pfg. Die Post nimmt für Bestellung dieser Summe 2,85 M ein. Alte Inka- Tänze im heutigen Chile. Schluß. Aus Nah und Fern. Burggemünden. Hier beschäftigte sich ein 16jähriger Junge mit einem Revolver in dem Glauben, daß dieser nicht geladen sei. Er zielte auf einen Freund und drückte ab. Jm selben Augenblick krachte der Schuß und der Freund stürzte schwer getroffen zu Boden. Am Hauptfesttage ist fortwährend Messe in der Kirche, zu der die Indianer ihre Tänze mit Musik in der Kirche selbst aufführen. Den Höhepunkt bildet das Herabsteigen der Jungfrau vom Himmel zu ihren Gläubigen und die nachfolgende Prozes= sion, der sich sämtliche ortsansässige Heiligen und die Heiligen der benachbarten Diözesen anschließen, deren Statuen und Bilder an diesem Tage zum Besuche herangeschafft werden. Diese Besuche werden ganz menschlich ausgeführt: der besuchende Heilige wird vom Besuchten vor dessen Kirche erwartet; die Heiligen küssen sich zur Begrüßung und dann geleitet der ansässige Heilige seinen Besuch in die Kirche. Der kindliche Verstand der Bevölkerung faßt ebenso wie einst die Griechen derartige Vorgänge ganz menschlich auf und so wird auch angeDie richtige Stimmung Prozession durch die Ortschaft getragen zu werden. So bewegt sich der Zug stundenlang durch den glühenden Wüstensand von Haus zu Haus. Wenn man sich hierzu einen wolkenlosen blauen Himmel, im Hintergrunde die Schneeriesen der Hochfordillere mit Vulkanen denkt, so gibt dies alles ein Bild von einer südlichen Farbenpracht, die man so bald nicht vergißt. Was die Tänze im einzelnen bedeuten, so ist nicht immer mit Bestimmtheit zu ermitteln, welcher Gedanke denselben zugrunde liegt. Heidnische Vorstellungen in erster Linie sind mit christlichen Gedanken so verwoben, daß man vielfach die Phantasie zu Hilfe nehmen muß, um einigermaßen richtig enträtseln zu können. Verfasser verdankt die im folgenden wiedergegebenen Erklärungen einem Kaziken, der seine Hauptbeschäftigung in der Einübung alter Tänze sah und über die Geschichte, Sagen und Gebräuche seines Volkes recht gut unterrichtet war. Sind die Tänze genügend eingeübt, was bis Anfang Juli der Fall sein muß, so versammelt sich alles am 15. Juli in der Tirana. Von nah und fern kommen die Zuschauer; auch die Geistlichkeit der umliegenden Diözesen, meist auch der Bischof. ist vertreten. Bietet sich doch auch in diesen Festtagen der Kirche eine vorzügliche Gelegenheit, Einnahmen zu erzielen. Nicht nur wegen Dispense vom Fastengebot( ,, bullas") verkauft, wobei sich natürlich der Peis nach der Zeit richtet, für die die Erlaubnis in Anspruch genommen wird, sondern auch die Plätze, an denen die fliegenden Händler ihre Buden aufschlagen dürfen, werden vermietet; der Preis richtet sich nach der Entfernung von der Kirche und dem Wege, den die Prozessionen einschlagen. Steindorf ViB. Riederwo Gießens Jug ihr Sieg wohl Technik ausgefal Poftiportverein Borujjia Frift. dh die Feststimmung zu Ostern ist doch nur dann vorhanden, wenn alles gut geklappt hat. Vieles soll in der Familie zu Ostern klappen, die Versetzung der Urlaub- der neue Anzug, das neue Kleid soll sitzen und viele andere von den 1000 Wünschen, die gehegt werden, sollen sich erfüllen; aber eins muß sicher klappen: Der Festkuchen muß gut geraten sein, denn sonst wär's um die richtige, die freud. Stimmung geschehen. Setzen Sie also Ihre guten und reichlichen Zutaten nicht auf's Spiel, sondern backen Sie mit Dr. Oetker's Backpulver ,, Backin", das Sie ebenso wie Dr. Oetker's Puddingpulver, VanillinZucker, Gustin usw. stets frisch in allen Geschäften erhalten. Viele neue und wertvolle Anregungen zum Backen bietet Ihnen das neue farb. illustr. Oetker- Rezeptbuch, Ausg. F, das für 15 Pfg. in allen Geschäften erhältlich ist. Sie erfahren aus dem Buche auch Näheres über den vorzügl. Backapparat ,, Küchenwunder", mit dem Sie auf kleiner Gaskocherflamme backen. braten und kochen können. In vollständig neuer Bearbeitung ist Dr. Oetker's Schulkochbuch, Ausgabe C wieder erschienen. Das Buch ist mit seinen ca. 500 Koch-, Back- und Einmache- Rezepten und vielen farb. Tafeln für jede Hausfrau und besonders den angehenden ein guter Ratgeber für die Haushaltführung. Es berücksichtigt die veränderten wirtschaftlichen Verhältnisse, sowie die neuen Forschungsergebnisse in der Ernährungswissenschaft. Wenn nicht vorrätig, ist das 150 Seiten starke Buch in danerhaftem Pappband gegen Einsendung von 30 Prg in Marken von mir portofrei zu bezielen. Dr. August Oetker, Bielefeld Zwischenr Altona, 1. 2 Teilnahme am E in Breslau zum in stets wechselnden Tanzfiguren auf einen kleinen Hausaltar zu bewegen, um dort ihre Reverenz zu machen. Der Altar besteht meist in einem Tische, auf dem unter allerlei Zierrat eine das Christuskind darstellende Puppe aufgebaut ist. Ist ein Geistlicher in erreichbarer Nähe, so erfährt der Altar gern noch eine firchliche Weihe. Eigenartig berühren die Tänzer, die Gelübde zu Ehren der Jungfrau getan haben für Errettung aus Gefahr, Genesung nach schwerer Krankheit usw. Unter irgend einer Verkleidung tanzen diese die drei Festtage fast ununterbrochen durch. So tanzte z. B. ein„ Bär" diesen Tanz bereits schon seit vielen Jahren aus Dankbarkeit dafür, daß er durch den Ratschlag der Jungfrau, in dieser Vermummung zu tanzen, von seinem Rheumatismus befreit war. Der ganze Körper des Tanzenden steckte in schwarzen, zottigen Vicunafellen und es war geradezu erstaunlich, wie ein Mensch in dieser Verkleidung tagelang im heißen Wüstensande herumspringen konnte. Von Zeit zu Zeit lüftete seine bessere Hälfte ihm die Maske und gab ihm zu trinken. Aber auch das schöne Geschlecht wird in den Dienst der guten Sache gestellt, um geweihte Bänder zu verkaufen, mit denen die Frommen sich gläubig schmücken und die Freunde Konfes sion spielt keine Rolle geschmückt werden. Die Töchter der guten, speziell der ansässigen peruanischen Familien, rechnen es sich zur Ehre an, für die heilige Jungfrau zu sammeln; denn erstens sind himmlische Belohnungen für diese Tätigkeit ausgesetzt und zweitens blüht der Flirt bei dieser Gelegenheit mehr denn je. Und der ist für die Südländerin ebenso notwendig nommen, daß die Heiligen nach den irdischen Regeln und Formen mit einander verkehren. worden. Das Gl zweimaliger Berl entscheidende Tor ich also diesmal Der dritte Altona wurde vo Das Experiment neuen Mittelläuf ber Hamburg) wi ( Sarburg), der jort wurde auch d Wie schon in tona und Duisbu hartnäckig geführ lärem Spielende ebenbürtig. Ma Eine große Anzahl von Tänzen ist ihrem Sinne nach gar nicht zu erklären und die Eingeborenen lehnen jede Deutung von sich aus dem Fremden gegenüber ab. Unter der christlichen Oberfläche ist eben das alte Heidentum, der alte Intaglaube und die Geschichte des einst so stolzen Volkes noch voll lebendig. Noch heute findet man bisweilen in den Händen der indianischen Bevölkerung jene eigenartigen Schnüre mit bunten Knoten, quippus genannt, wie sie sich schon in den Gräbern der ältesten Periode befinden und statistischen und geschäftlichen Zwecken dienen. Aber niemals ist bisher einem Weißen das Geheimnis dieser quippus verraten worden. Mit jedem Wissenden, der das Geheimnis mit ins Grab nimmt, geht daher eine Möglichkeit mehr verloren, Licht in die Geschichte eines der ältesten Kulturvölker Südamerikas, der Inkas, zu bringen. Einer der bekanntesten Tänze stellt die Sonne und den Mond dar und symbolisiert die dienende Stellung, die der Mond, die Schwester der Sonne, dem siegreichen Tagesgestirn gegenüber einnahm. Während die beiden Hauptdarsteller im Mittelpunkte der Gruppen von 12 Tänzern einen pas de deux tanzen, bilden die beiden Parteien, deren Paare buntgewebte Seide aus Vicunawolle in den Händen halten, Tanzfiguren, die dem„ Contre" oder„ Lanciers" sehr ähnlich sehen und in ein ,, moulinez" endigen, wobei die beiden Hauptdarsteller den Mittelpunkt der sich über ihnen kreuzenden Bänder bilden. Der Tanzschritt entspricht unserem Polkaschritt, dem sich auch die Musik im Takte vielfach anpaẞt. Die Figur der Jungfrau steht auf einer kleinen Plattform hoch über dem Hochaltar. Ein schräges Seil spannt sich von dort nach dem Boden der Kirche zu, um die Puppe, die in einem kleinen Gestell, ähnlich einem Fahrstuhl steht, sicher zur Erde gleiten zu lassen. Die Figur selbst ist sehr alt und stammt noch aus der Spanierzeit. Sie ist mit echtem alten Silberschmuck und unechten Steinen geschmückt und mit Papierrosen umwunden. Die ,, Paten"- eine Ehre, die besonders verliehen wird, und die auch Verfasser dieses vom Bischof erhalten hatte halten am Hochaltar die Seile in ihren Händen und langsam gleitet die Figur zur Erde nieder, wo sie von der Geistlichkeit und den Gläubigen, in erster Linie den Vortänzern, in Empfang genommen wird, um unter ohrenbetäubendem Lärm in größte Kraft- un heit fonnten die schönen Borstoß heims abschließe delte Wiedmayer Nach hartem un bis zum Ende längerung brad fonnte der au ( HSV.) den Glauchau war Ganz heidnisch ist noch die Art der Totenfeier. Nur beim Tode eines Kindes spielt eine christliche Anschauung insofern mit, als man mit dem Tode eines Kindes nicht den Begriff einer für immer beendeten Existenz verbindet, sondern dasselbe als | ,, Engel"( angelito) sofort in den Himmel verweist. Der Indianer geht von dem Gedanken aus, daß der Tod im Kindesalter ein Glück für den Menschen bedeute, da er ihn vor dem Schweren und der Trübsal bewahre, die ihn im späteren Leben noch hätten treffen können. Der schwermütige Charakter der Aymaras und Quichuas spielt sich in dieser Auffassung wieder, der auch jede ausgelassene Fröhlichkeit zu den Seltenheiten des Lebens zählen läßt. Der Tod eines Kindes ist daher ein wirkliches Freudenfest, zu dem Freunde und Verwandte von nah und fern eingeladen werden. Die kleine Leiche wird geschmückt mit Blumen und Flitterkram aller Art und so auf einen Tisch gestellt. Der übrige Raum wird mit Kerzen und Papier, sowie sonstigem bunten Tand möglichst festlich gemacht. Nach dem Gesang der Klageweiber, der sich nachts besonders schauerlich anhört, beginnt das Gelage, das sich so lange hinzieht, als be rauschende Getränke vorhanden sind oder der Zustand der Leiche es gestattet. Diese wird gern auch an gute Nachbarn weiter gegeben, damit auch sie einen Teil des Segens erhalten, der com ,, Engelchen" ausgeht. Man kann sich eine Vorstellung machen, wie es in einem solchen Raume aussieht und duftet, wo bei tropischer Hitze ein derartiges Gelage bei verschlossenen Türen stattfindet und man erst nach einer Reihe von Tagen daran denkt, dem„ Engelchen“ nun wirklich seine Ruhe zu geben. Die Geistlichkeit ist zwar nach besten Kräften bemüht, diesem Unwesen ein Ende zu bereiten, aber es handelt sich um Jahrhunderte alte Sitten, die viel zu tief wurzeln, als daß das ganz oberflächlich aufgepfropfte Christentum wirkliche Abhilfe schaffen oder den Gläubigen Ersatz bieten könnte. Ein anderer Tanz geht zurück auf die Spanierzeit, und es werden Scheinkämpfe mit Schwertern und Lanzen aus Holz aufgeführt. Eine typische Figur ist der Teufel, der unentwegt die tanzenden Paare umkreist und in den Kreis einzudringen versucht, moran er jedoch durch Schläge mit Peitschen und Pritschen gehindert wird. Die Rolle des Teufels entspricht dem„, bösen Geiste" im alten Infatempeltanze. Ganz in die christliche Anschauung spielen dagegen diejeni gen Tänze herüber, die zur Weihnachtszeit aufgeführt werden. In ihnen wird die Anbetung der Weisen aus dem Morgenlande dargestellt, und zwar bestehen die Tänze in der Hauptsache darin, daß sich die drei Weisen der Reihe nach mit dem Chor Bei der F schaft und Ver erregenden Re auf den Verla vermochte die der Frankfurt Der Spie aus dem Kre Northeim, Oft liga nicht meh Ständig unorie Runde der vi mußte der Lab in Northeim wann in über statter aus Go feler ,, 463. über den and die Spiele gestärkt hat". novers von herigen Beric titer gelten m er es auch m Spitzenvereine beiden Manni an Spiele 16, 76:23, Puntte 12, unentschied Bunfteverhältn Torverhältnis aber nur von zweiten FV. O burg vor Gieß ten ist, daß G tampflos über d. h. des Verk die Tatsache, Der Spielstärt lid folgern la Den des Bezirk los" behauptet anreihen: Ma mit 34:22 Tor 47:18 Loren fchen Kreises a Nr. 28. heden hat figh ift. 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Ist ein Altar gern nog Sinne nach gar en jede Deutung ter der christlichen alte Intaglaube och voll lebendig n der indianischen bunten Knoten ibern der ältester äftlichen Zweder en das Geheimni Giffenden, der da eine Möglichkei ältesten Kultur Teier. Nur beim hauung insofern den Begriff einer ern dasselbe als rweist. Der In Tod im Kindes er ihn vor dem m späteren Leber ge Charakter de uffassung wiede Seltenheiten de t daher ein wit wandte von na je wird geschmüd To auf einen Tif und Papier, sowi nacht. Nach der onders schauerli hinzieht, als b Zustand der Leid Nachbarn weite Jens erhalten, de eine Vorstellun eht und duftet, bei verfchloffene Reihe von Tage feine Ruhe Kräften bemüh es handelt sich rzeln, als daß da wirkliche Abhil inte. Mittwoch, den 4. April 1928. Fußball. Germania Fulda - ,, Gießener Zeitung" " Surnen, Sport und Spiel. BB. Gießen 4: 4. Die Gießener Ligamannschaft weilte in Fulda und konnte ein Unentschieden herausholen. Der Sturm spielte ganz verjüngt und bewährte sich bis auf den Halblinken. Auf den halblinken Posten gehört der jetzige Mittelläufer, der durch Post erjetzt werden könnte. Für die nächsten Spiele wird die Mannschaft wohl wieder in stärkster Aufstellung mit Bingel als Verteidiger antreten. * Steindorf Laubach 0: 2.( Aufstiegspiel.) VfB. Riederwald 1. Jgd.- VfB. Gießen 1. Jgd. 0: 7 ( 0: 1). Gießens Jugend dominierte vor dem Frkfrt. Gol und war ihr Sieg wohl zu hoch im Verhältnis zur Frkfrt. JugendTechnik ausgefallen. Postsportverein Frkft. A.-H.- VfB. Gießen A- H. 4: 1. Borussia Frkft. A.-H. SpVg. 1900 Gießen A.-H. 5: 3. - * Zwischenrundentampf um den DFB- Pokal. Altona, 1. April.( Drahtbericht.) Das Ringen um die Teilnahme am Endspiel um den DFB- Pokal, das am 29. April in Breslau zum Austrag kommen soll, ist endlich entschieden worden. Das Glüd war auf Seiten der Noddeutschen, die nach zweimaliger Verlängerung durch ihren Mittelstürmer Horn das entscheidende Tor schießen konnten. Jm Pokalendspiel stehen sich also diesmal Nord- und Südostdeutschland gegenüber. Der dritte Zwischenrundenkampf im Stadion der Stadt Altona wurde von den vorgesehenen Mannschaften bestritten. Das Experiment des Nordens, in diesem schweren Kampfe einen neuen Mittelläufer auszuprobieren, schlug fehl. Koch( Sperber Hamburg) wurde denn auch nach dem Wechsel durch Schütte ( Sarburg), der vorher Stürmer gespielt hatte, ersetzt und sofort wurde auch das Spiel der norddeutschen Mannschaft besser. Wie schon in den beiden voraufgegangenen Spielen in Altona und Duisburg, so wurde auch diesmal der Kampf äußerst hartnäckig geführt. Wie schon das Resultat von 1: 1 bei regulärem Spielende besagt, waren sich die Mannschaften ziemlich ebenbürtig. Man sah auf beiden Seiten schönes Können und größte Kraft- und Energieentfaltung. Nach leichter Ueberlegenheit konnten die Westdeutschen Mitte der ersten Halbzeit einen schönen Vorstoß des rechten Flügels mit einem Torschuß Sadenheims abschließen. Zehn Minuten nach dem Wechsel verwandelte Wiedmayer( Kiel) eine Vorlage von Koch zum Ausgleich. Nach hartem und wechselvollem Kampf blieb das Resultat so bis zum Ende der regulären Spielzeit und auch die erste Verlängerung brachte keine Aenderung. Erst in der 136. Minute konnte der ausgezeichnete norddeutsche Sturmführer Horn ( HSV.) den entscheidenden Treffer erzielen. SprangerGlauchau war als Schiedsrichter gut. * Süddeutsche Endspiele. - Bei der Fortsetzung der Kämpfe um die süddeutsche Meisterschaft und Vertretung gab es wieder eine Reihe von aussehenerregenden Resultaten, die nur geeignet sind, die Spannung auf den Verlauf der weiteren Spiele zu steigern. In der Runde der Meister vermochte die SpVg. Fürth in Frankfurt nicht nur Revanche an der Frankfurter Eintracht für die Niederlage in Fürth zu neh= Auf der Warte. Der Spielverkehr der Lahnkreisvereine mit den Vereinen aus dem Kreise Südhannover( Göttingen, Münden, Einbeck, Northeim, Osterode) ist ganz eingeschlafen, seitdem die Bezirksliga nicht mehr in einer Gruppe spielt. Man war daher vollständig unorientiert über die beiderseitige Spielstärke, als die Runde der vier Kreisligagruppenmeister begann. Zufällig mußte der Lahnkreisvertreter, VfB. Marburg, sein erstes Spiel in Northeim austragen; das war am 11. März. Marburg gewann in überzeugendem Stil, sodaß„ Karlos", der Berichterstatter aus Göttingen( jetzt Nachfolger von„, Lebu“ bei der Kasseler ,, AS3.") schrieb:„ Die Elf hat den großen Vorteil gegenüber den andern Aufstiegskadidaten, daß sie ihre Kräfte durch die Spiele gegen die starken Lahnkreisvereine erprobt und gestärkt hat". Da„ Karlos" auch die andern Vereine Südhannovers von ihren Spielen her kennt und nach seinem bisherigen Berichten als durchaus objektiver Beobachter und Kritifer gelten muß, besitzt sein Urteil einen besonderen Wert, wenn er es auch momentan nur auf Grund der Leistungen zweier Spitzenvereine gefällt hat. Stellen wir einmal die Erfolge der beiden Mannschaften gegenüber, dann ergibt sich für Marburg an Spiele 16, gewonnen 13, unentschieden 1, verloren 2, Tore 76:23, Punkte 27: 5, und für Northeim: Spiele 16, gewonnen 12; unentschieden 3, verloren 1, Tore 51:25, Punkte 27: 5. Das Punkteverhältnis ist also beiderseits gleich, wohingegen das Torverhältnis für Marburg ein Plus von 53, für Northeim aber nur von 26 aufweist. Northeim hat vor dem Tabellenzweiten FV. 05 Einbeck( Tore 47:41) 8 Punkte Vorsprung, Marburg vor Gießen 1900( Tore 48:24) nur 5, wobei noch zu beachten ist, daß Gießen je 2 Punkte an Wehlar und Frohnhausen tampflos überließ. Auch ein weiterer Vergleich der Tabellen, d. H. des Verhältnisses der Meister zu den Konkurrenten ergibt die Tatsache, daß im Lahnkreis eine größere Ausgeglichenheit der Spielstärte vorhanden war, als in Südhannover, woraus sich folgern läßt, daß im allgemeinen die Mannschaften im Süden des Bezirkes stärker waren als im Norden, was auch ,, Karlos" behauptet hat. Dieser Feststellung kann man eine zweite anreihen: Marburg hat den BV. 06 Kassel, der bei 12 Spielen mit 34:22 Toren und 18: 6 Punkten vor FV. Melsungen mit 47:18 Toren und 17: 7 Punkten die Gruppe Kassel des Hessischen Kreises anführt, am 18. 3. mit 6: 1 geschlagen, und Nortmen, sondern sich auch mit einem 3: 2- Sieg an die zweite Tabellenstelle zu setzen. Frankfurt war allerdings körperlich noch nicht auf voller Höhe und liegt nunmehr hinter den Fürthern auf der Lauer. Bayern München hat durch einen ausgesprochenen Glückssieg seine ungeschlagene Spitzenstellung gehalten. Mit 2: 1 mußten sich die besseren Leute von Waldhof geschlagen bekennen. Sensationell mutet die 1: 0- Niederlage der Stuttgarter Kickers gegen den FV. Saarbrücken an. Die Saarlän= der siegten aber verdient gegen die ersatzgeschwächten Schwaben. Das Treffen Wormatia Worms Karlsruher FV. fiel dem unbespielbaren Boden zum Opfer. In der Trostrunde gab es in Abtl. Nordwest einige unerwartete Resultate. So vermochte Mainz 05 nur 2: 2 unentschieden gegen den VfL. Neu- Isenburg zu spielen und hat damit abermals einen wertvollen Punkt gegen die unverdient mit 2: 1 in Saarbrücken siegreich gebliebenen Leute vom FSV. Frankfurt eingebüßt. Neckarau schlug erwartungsgemäß Rot- weiß Frankfurt mit 2: 0, während Ludwigshafen 03 gegen alle Voraussicht gegen Borus= sia Neunkirchen in einem 2: 2 einen kostbaren Punkt einbüßte. In der Abtl. Südost erkämpfte sich der 1. FC. Nürnberg ein Bomben 6: 0 gegen den VfB. Stuttgart, das aber bei näherem Zusehen weniger imponiert. Wie eine Sensation wirkt der 4: 3- Sieg von Phönix Karlsruhe über den VfR. Fürth, der allerdings ebensogut auch dem Gegner hätte zufallen können. Union Böckingen mußte sich auf eigenem Platz von Wacker München eine 4: 0- Abfuhr gefallen lassen, während der SC. Freiburg traditionsgemäß auf eigenem Platz Sieger blieb. Mit 3: 2 war diesmal München 1860 das Opfer. Bayern München Sp. Vg. Fürth Eintracht Frankfurt Stuttg. Kickers Karlsruher F. V. Wormatia Worms S. V. Waldhof J. V. Saarbrücken Puntie 19: 3 Spiele Tore 11 34:14 11 29:10 16: 6 11 29:17 15: 7 11 20:19 10:12 10 26:19 9:11 10 18:29 7:13 11 20:33 6:16 11 15:50 4:18 * Großkampftag in Frankfurt a. M. Eintracht Frankfurt VfL. Neu- Isenburg - SpVg. Fürth 2: 3. FSV. Mainz 05 2: 2. Während sich in der Trostrunde VfL. Neu- Isenburg und FSV. Mainz 05 gegenüberstanden, füllte sich das Stadion, und es waren so ca. 40 000 Zuschauer gekommen, eine Rekordziffer selbst für Frankfurts Verhältnisse, troh des den ganzen Tag niedergehenden Regens. Die Zuschauer wurden nicht enttäuscht und bekamen schöne Spiele zu sehen. Das Spiel VfL. Neu- Isenburg FSV Mainz 05 endete unentschieden 2: 2. Die Jsenburger hatten bedeutend mehr vom Spiel und hätten in der zweiten Halbzeit gewinnen müssen, wenn ihr Sturm besser auf der Hut gewesen wäre. Bei Mainz sah man lediglich Einzelleistungen, vor allem Lautner im Tor, war in einer blenden Verfassung. Dann betraten Fürth und Eintracht- stürmisch begrüßt den Play. Um die Kritik vorweg zu nehmen, sei gesagt, daß Eintracht unverdient verloren den Platz verlassen hat. Sie hatte entschieden mehr vom Spiel und nur der Unentschlossenheit seines Sturmes vor dem Tor ist es zuzuschreiben, daß nicht wenigstens 1 Punkt in Frankfurt blieb. Bei Beginn des Spiels war bei Fürth die Hintermannschaft voll auf der Höhe, während in der zweiten Halbzeit sich öfters Mängel zeigten. Die Läuferheim schlug Kassel am 25. 3. in Kassel selbst mit 6: 3. Aus diesen Angaben darf man wohl schließen, daß die Spielstärke der Lahnkreisligavereine im großen ganzen auch besser ist als diejenige der Kreisligisten der Gruppe Kassel, wenn auch bisher noch keine anderen Spiele mit Vertretern dieser Gruppe ausgetragen worden sind. Spiele der letzteren mit Kasseler Bezirksligisten fielen durchweg zu ihren Ungunsten aus; so unterlag z. B. FV. Melsungen am 18. 3. dem Spielverein Kassel mit 0:12! Und nun einige Resultate von Lahnkreisvereinen gegen Vertreter der Kasseler Bezirksliga: am 19. 2. Germania Marburg Hermannia Kassel 2: 3( 0: 3), am 26. 2. FV. Okkershausen Hessen 09 Kassel 3: 2( 2: 2), am 11. 3. Gießen 1900 Sport 03 Kassel 3: 0( 2: 0), am 25. 3. Gießen 1900 Hessen 09 Kassei 2: 3( 1: 1), am 25. 3. Spielverein Kassel Germania Marburg 4: 5( 0: 4; also 3 Siege und 2 knappe Niederlagen! Das beweist doch, daß man im Lahnkreis auf dem besten Wege ist, für Kassel eine beachtenswerte Konkurrenz zu werden! Ungeklärt ist noch das Verhältnis zu den Vereinen der Gruppe Fulda. Der Meister derselben, Hessen Hersfeld, wurde allerdings am 25. 3. von Marburg mit 0: 1( 0: 0) geschlagen auch am 11. 3. von Kassel 1: 3( 1: 0) und spielte am 18. 3. gegen Northeim 1: 1( 0: 1), von den anderen Vereinen aber hat nur SV. Alsfeld gegen Lahnkreisvereine gespielt und zwar mit zwei Siegen gegen VfB. Gießen, zwei Siegen gegen SV. Weylar und zwei Niederlagen gegen Gießen 1906. Als spielstark kann man jedoch eigentlich nur noch Germania Fulda bezeichnen, während alle anderen unter normalen Umständen auf Grund ihrer Leistungen bei den Verbandsspielen keinen gleichwertigen Gegner abzugeben vermögen; daher darf man mit einem gewissen Recht wohl behaupten, daß im Durchschnitt die Lahnkreisvereine auch besser sind als die Vereine der Gruppe Fulda. Es wäre gut, wenn man die Richtigkeit dieser Behauptung bald durch Spielabschlüsse zu erproben suchte. - Bei solchen praktischen Vergleichen der Spielstärke zwischen den Vereinen der verschiedenen Kreise bezw. Gruppen wird es selbstverständlich vorkommen, daß dieser und jener Lahnkreisvertreter auch mal den kürzeren zieht; man weiß ja, daß die Leistungen einer sonst guten Mannschaft oft von inneren Bedrängnissen und Wirrsalen wie auch von äußeren Eindrücken und Einflüssen wesentlich oder entscheidend abhängig werden und sich dabei verschlechtern, während die gegnerische Elf sich gerade in einer außergewöhnlichen Hochform befindet. Im allge= Nr. 28. reihe, auch der Sturm, zeigte neben schöner Kombination auch einen ungestümen Drang nach dem Tor. Und das entschied das Spiel. Dem Schiedsrichter Müller- Beiertheim, der jederzeit das Spiel in der Hand hatte und gut leitete, stellten sich solgende Mannschaften: Eintracht: Schütz Kübert Schaller Kießling Döpfer Trumpp Goldammer Dietrich Kirchheim Frank Kraus II Rupprecht Leinberger Franz Kleinlein Maurischat Kissinger Kellerhof Auer Knöpfle Hagen Neger Fürth: Der Spielverlauf: Zu Beginn ausgeglichenes Spiel. Bei einem Vorstoß Eintrachts verwirkte Kleinlein einen Straßstoß, der gut getreten, aber von Neger zur Ecke abgewehrt wird. Die Ecke kommt gut herein, aber Hagen rettet durch befreienden Schlag. Dann verschuldet Schütz eine Ecke, die aber ins Aus getreten wird. Eine weitere Ecke Eintrachts bringt nichts ein. Nach einer zweiten Ede Fürths entsteht eine gefährliche Situation vor dem Eintrachttor, die aber gerade noch geklärt werden kann. Auch eine solche, verursacht durch einen Strafstoß, wird durch Schütz meisterhaft geklärt. Eine dritte Ecke für Führt wird von Frank daneben geköpft. Franz wird gegen Maurischat unfair. Der hierfür gegebene Strafstoß hätte Frankfurt die Führung geben können, aber Dietrich kann das leere Tor nicht finden. Die 3. Ecke für Eintracht wird über das Tor geköpft. In der 20. Minute gelingt es Frank, seiner Mannschaft die Führung zu geben. Das Spiel wird nun aufgeregter. Man bewundert eben noch eine feine Leistung Kießlings, und wieder kann Eintracht zur zur Ecke abwehren. Schütz verschuldet wieder eine Ecke, die aber in glänzender Manier unschädlich gemacht wird. Eintracht hat nun mehr vom Spiel. Schaller hat mit einem Flankenlauf Pech, ebenso Frank, der einen scharfen Schuß auf den Pfosten knallte. Dann Halbzeit. Mit dem Anstoß rückt Eintracht gleich noch vorn, und nachdem Mit dem Anto; vt castellerypis halten taun, gelingt es Döpfer, in der 2. Minute den Ausgleich zu erzielen. In der Folge ist Fürths Hintermannschaft wiederholt unsicher, auch Unfairheiten seitens der Fürther müssen geahndet werden. Eintracht ist weiter im Vorteil. Ein Fehler Hagens hätte verhängnisvoll werden können, aber Kissinger schießt, vor dem Tore stehend, Neger in die Hände. Dann stößt Hagen Dietrich in dem Stafraum mit der Hand weg. Den verhängten Elfmeter drückt Döpfer, nachdem Neger gehalten hatte, im Nachschuß ein. Eine Minute später ist es wieder Frank, der seinem Verein den Ausgleich verschafft. Eine Ecke für Eintracht wird abgewehrt. Nach einem Strafstoß und Ecke für Fürth ist es Rupprecht, der geschickt über viele Köpfe hinweg, den Ball ins Tor hebt; das war in der 25. Minute. Bald darauf ist Eintrachts Hintermannschaft wiederholt unsicher. Verschiedene schöne Vorstöße Eintrachts scheiterten an der wieder sicheren Hintermannschaft Führts. Obwohl Eintracht gegen Schluß immer überlegener wird, gelingt es ihr nicht, den verdienten Ausgleich zu erzielen. Fürth hat einen glücklichen Sieg errungen, der ihm den zweiten Tabellenplay sichert. Seine besten Leute hatte es in der Verteidigung und Läuferreihe. Im Sturm gefiel vornehmlich Kießling, der alle Tore einleitete. Die übrigen Stürmer, bis auf Frank und Rupprecht, erschienen ungefährlich. meinen aber kann man wohl die Zuversicht haben. daß die Lahnkreisligavereine in ihrer gegenwärtigen spielerischen Ver fassung bei einer Probe gut abschneiden werden. Auch in der -Klasse sind eine Anzahl Vereine, welche über eine beträchtliche Spielstärke verfügen und sich nich. zu scheuen brauchen. gelegentlich einen Waffengang mit Ligavcrtretern su riskie ren; mehrere Beispiele haben dies faktisch bestätigt. Es wäre nur zu wünschen, wenn das neue Spielsystem, das der WEV. einzuführen beabsichtigt, den guten Vereinen der Gauklassen eine bessere Gelegenheit zu ihrer Weiterentwickelung durch Vermehrung der Aufstiegmöglichkeit schaffen würde. Bisher sah es schlecht hierin aus. Die Vereine tun gut, schon jetzt mit der Propadanda für dieses Projekt zu beginnen und dafür zu sorgen, daß ihre Vertreter auf den Gau-( und Kreis-) tagungen sowie auf dem Bezirkstag in diesem Sinne wirken und stimmen, damit bei der Wahlversammlung entsprechende Anträge nicht nur eingebracht werden, sondern vor allem auch Anklang finden. Wenn z. B. die Lahnkreisliga auf 10 Vereine erhöht wird und am Schluß jeden Jahres die beiden Tabellenletzten absteigen und dafür die beiden Gaumeister ohne weiteres aufsteigen, tritt schon ein vermehrter Wechsel ein. Die Gesamtzahl wird aber immer auf 10 erhalten; falls also etwa aus der Bezirksliga Vereine absteigen müssen, ohne daß dafür Vereine aus der Kreisliga den Aufstieg erkämpft haben, steigt noch der Drittletzte( und Viertlette) aus der Kreisligatabelle ab, sodaß der Platz für die zwei Gaumeister stets frei gemacht wird. Die Kreisliga weist 3. 3t. neun Vereine auf; dazu kommt VfB. Gießen als absteigender Bezirksligist, sodaß zehn Vereine da wären und die beiden Tabellenlegten absteigen müßten, um den beiden Gaumeistern den Ausstieg zu ermöglichen; falls aber VfB. Marburg zur Bezirksliga aufsteigt, also ausscheidet, brauchte bei neun Vereinen nur der Tabellenletzte abzusteigen. Da die Frage noch nicht spruchreif ist, kommen wir später darauf zurück, doch kann es nichts schaden, wenn sich Vereine und Behörden schon jetzt mit einer Lösung beschäftigen, die allgemein befriedigt. Wenn der Lahnkreis wirklich solch spielstarte Vereine besigt, wie ihm sogar von seiten der Konkurrenten zugeschrieben werden und er hat sie in der Tat auch, dann ist nicht einzusehen, warum nicht diesen Vereinen in einer vermehrten etwa Zehnerliga die Gelegenheit geschaffen wird, ihre Kräfte gegenseitig zu erhalten und zu stärken. Mittwoch, den 4. April 1928. Westdeutsche Fußball- Endkämpfe. Bei der Fortsetzung der Endspiele um die Westdeutsche Fußballmeisterschaft gab es am Sonntag eine nicht geringe Ueberraschung. Preußen Krefeld, das Köln- Sülz und Schalke 04 geschlagen hatte, ließ sich vom Westfalenmeister Borussia Rheine die erste Niederlage beibringen. Der Kampf um Titel und Plätze ist jetzt also wieder vollkommen offen. In der Runde der Zweiten erwarb sich Schwarz- Weiß Essen im Wiederholungsspiel gegen VfB. Bielefeld mit einem 4: 0- Sieg die Berechtigung zur Teilnahme an der Zwischenrunde, an der außer den Essenern noch Duisburger Spielverein, Fortuna Düsseldorf und Kassel 03 teilnehmen Die Tabelle der Meisterrunde: Bunfte 6: 2 6: 2 Verein Spiele Tore Köln/ Sülz 07 4 17: 6 Preußen Krefeld 4 9: 7 Schalke 04 3 8: 3 4: 2 Borussia Rheine 4 8:13 Kurhessen Kassel 3 4: 8 4: 4 2: 4 Schwarz- Weiß Barmen Hagen 72 3:12 0: 8 0 Breußen Krefeld Borussia Rheine 2: 3. Das allgemein überraschende Ergebnis kam im Duisburger Stadion vor 7000 Zuschauern zustande. Die Krefelder waren durch eine Verlegung ihres Mittelläufers Botschen, sowie durch den Ausfall des Ersatz- Rechtsaußen gehandicapt. Im übrigen überraschten aber auch die Westfalen durch ein sehr gutes, frisches Spiel. Krefeld ging zunächst in Führung, doch glich Rheine noch vor der Pause aus. Die Westfalen erhöhten dann nach dem Wechsel auf 3: 1 und ließen die Krefelder nur noch zu einem Treffer kommen. * SpVg. Köln- Sülz Sagen 72 4: 1. Das auf dem Plaze von VfR. Ohligs vor 6000 Zuschauern ausgetragene Treffen sah die Sülzer fast stets in Front. Bei der Pause stand die Partie noch 2: 1, dann beherrschten die Rheinländer aber ununterbrochen das Feld. Hagen kann es lediglich seiner guten Hintermannschaft zuschreiben, daß das Resultat nicht noch höher ausfiel. Handball und Leichtathletik. Osterspiele der SpVg. 1900 Gießen. Am 1. Osterfeiertag ist die 1. und 2. Handballmannschaft tätig. Gegner der 1. Mannschaft ist VfL. Wetzlar, die 2. Mannschaft spielt gegen Garbenteich. Das Spiel gegen Wetzlar dürfte besondere Anziehungskraft haben, da sich aller Voraussicht nach die beiden führenden Lahnkreisverein in ihren stärksten BesetzunMöbel Schlafzimmer Wohnzimmer Herrenzimmer auf Küchen bequeme Teilzahlung Gemeinnützige Möbelversorgung für das Hausrat ausrat Rhein-, Main-, Lahngebiet G. m. H. b. Gießen, Lindenplatzi Lohnlisten „ Gießener Zeitung" gen gegenüberstehen und so endlich einmal ein Bild über das wirkliche Stärkeverhältnis entsteht. 會 Frühjahrswaldlauf Weilburg. der Gruppe Weklar Gewissermaßen als Auftakt der Leichtathletik sollten die Gruppen- Waldläufe am vergangenen Sonntag gelten. Um aber gleich vorweg zu betonen, recht froh und heiter wie man es sich als Jünger des Nagelschuhs wünscht, war die Einführung in die Saison nicht. Erstens einmal hatte Petrus absolut kein Einsehen. Zum andern wurden viele Anfänger des Laufsportes durch Konfirmationsfeiern zurückgehalten. Wenn es nun trotzdem zur Durchführung des Laufes kam,( es wurde gauseitig noch den Vereinen überlassen, ob sie bei diesem Wetter laufen lassen wollten) so spielten in erster Linie die einmal entstandenen Unkosten, zum andern aber auch der Umstand, daß weitere Sonntage durch Spiele besetzt sind, die Hauptfaktoren. Als Ort der Austragung war Weilburg bestimmt. Es darf ruhig einmal darauf hingewiesen werden, daß in Weilburg geradezu unerklärliche Zustände am Plaze sind. Nicht bei dem Verein, sondern von seiten der Stadt und des Kreises. Nur der Treue einiger beherzter Männer ist es zu verdanken, daß sie das Vereinsschiff im ruhigen Fahrwasser steuern. Dem Unterzeichneten stellten sich um 3 Uhr trotz Bindfadenregens 5 Mannschaften der Senioren und eine Jugend- Mannschaft zum Start. Der Westdeutsche Meister über 25 Km., Paul Gerhardt, der von Siegen wieder nach Weilburg zurückgekehrt ist, trug zum allgemeinen Ehrgeiz bei. Bei gutem Wetter eine ideale Laufstrecke, war sie durch den Regen in eine fast gefährliche geworden, und mit heilen Gliedern kamen alle Läufer durchs Ziel. Gerhardt- Weilburg, lebhaft beglückwünscht, ließ sich den Sieg nicht nehmen. Mit 40 m Abstand folgte ihm Bambach- Niedergirmes, als Dritter rangierte sich ein Läufer aus Niedershausen ein. Die Ergebnisse: Mannschaftslauf; Senioren: 1. W. SpV. 9 Punkte, 2. VfB. Aß-lar 21 P., 3. FV. Weilburg 22 P., 4. VfL. Wetzlar 26 P., Jugend: 1. SpV. Wezlar. Einzel- Senioren: 1. Gerhard- Weilburg( besondere Wertung) 15 Km. 15,2 Min., 1. Bambach- Niedergirmes, 2. HeberlingNiedershausen, 4, Bambach- W. SpV. für Stägige, 14tägige und monatliche Lohnauszahlung und mit dem notwendigen Steuerabzug- Vordruck, grosse Lohndüten mit Ausrechnungs-, Versicherungs- und Steuerabzug- Vordruck, Arbeitszettel und alle anderen Formulare stets vorrätig bei Albin Klein in Giessen. Z Rauchst Du Nicolai, So bist Du sorgenfrei! 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Der Bezirk Frankfurt im BDR. brachte am Sonntag bei schlechtem Wetter auf der Strecke Frankfurt- Darmstadt- Frantfurt( 50 Km.) seine Straßenmeisterschaft zum Austrag. Das Er gebnis lautete: 1. A. Koch- Offenbacher BC. 1: 25,13 Std., 2. HengEdelweiß Niederrad 1: 27,2 Std., 3. Simrod- Rot- Weiß Frankfurt, 4. Schmitz- Wanderlust Bonames, 4. Brecht- Rot- Weiß Frankfurt. น Großer Straßenpreis von Hannover. Berufsfahrer: 1. Richard Huschbe- Berlin( Opel) 12 Std... 2. Nörenberg- Berlin, 3. R. Wolke- Chemnitz, 4. Nebe- Leipzig, 5. Schorn- Köln, 6. Brandes- Hannover, 7. Dumm- Frankfurt. Amateure: 1. Dube- Chemnitz( Diamant) 11:24:21 Std., 2. Tschudi- Opel Rüsselsheim, 3. Wizat- Hannover, 4. SiegelChemnitz, 5. Stübbeke- Westig, 6. Franken- Rüsselsheim. Eröffnungsrennen auf der Rütt- Arena. Berlin, 1 April. Herrliches Frühlingswetter, guter Besuch und einwandfreier Sport gestalteten die Premiére der Berliner Rütt- Arena am Sonntag zu einem schönen Erfolg. In den Dauerrennen gab es schöne Kämpfe. Sawall und Thollembeck dominierten. Bei den Berufsfliegern tam Oskar Rütt mit schö= nen Leistungen zum Sieg. Die Ergebnisse: Steherrennen: 15 Km.: 1. Sawall- Berlin 14:33 Min., 2- Thollembed- Belgien 15 m zurück, 3. Dederichs- Köln 75 m. 15 Km. 1. Sawall 14: 10,4 Min., 2. Thollembed 40 m, 3. Lewanow 190 m.- 30 Km.( Großer Eröffnungspreis): 1. Thollembed 28: 39,3 Min., 2. Sawall 140 m, 3. Miquel 180 m. Sauptfahren: 1. Oskar Rütt, 2. Kießlich drei Längen zurück. Endlauf der Zweiten: 1. Bossi, 2. Henne. Endlauf der Dritten: 1. Mühlbach, 2. Dorn. Ausscheidungsfahren: 1. Mühlbach, Deutsche 2. Dobe. Verfolgungsfahren: Kedzierski holt Dorn. Meile für Amateure: 1. Preuß- Breslau 9: 47,4 Min., 2. RefegerBerlin, 3. Krehn- Berlin. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Direction der Disconto- Gesellschaft| Damenfrisieren Berlin. Der auf unsere Kommanditanteile für das Geschäftsjahr 1927 entfallende Gewinnanteil wird mit RM 10.für die Stücke von RM 100.RM 100.- für die Stücke von RM 1000.unter Abzug von 10% Kapitalertragssteuer vom 31. März 1928 ab gegen Einlieferung des Gewinnanteilscheins Nr. 2 bezahlt in den üblichen Geschäftsstunden bei der Direction der Disconto- Gesellschaft in Berlin, der Norddeutschen Bank in Hamburg, Hamburg oder dem A. Schaaffhausen'schen Bankverein A.-G. in Köln oder in Gießen bei der Direction der DiscontoGesellschaft Zweigstelle Gießen sowie bei sämtlichen Filialen oder Zweigstellen der vorgenannten Banken an anderen Plätzen. Unter Bezugnahme auf unsere Umtauschbekanntmachung vom 31. Dezember 1927 weisen wir die Innaber unserer Kommanditanteile zu RM 40.-, 50.-, 150., 180.- und 400.- nochmals darauf hin, dass zunächst der Umtausch dieser Stücke vorzunehmen ist, da die Auszahlung der Dividende nur auf Grund des ersten an den neuen Anteilen zu RM 100.- und RM 1000.- haftenden Dividendenscheines Nr. 2 erfolgt. Berlin, den 30. März 1928. Direction der Disconto- Gesellschaft. GENERAL- VERTRETUNG Reisender, der Video" Schnellwaage für 1. ein großes Gebiet in Hessen 2. 3. 〃 11 11 " " 4. den Regierungsbez. Koblenz per sofort an Herrn mit außergewöhnlichem Verkaufs- u. Organisationstalent z. vergeb. Es find. nur Herren Berücksichtig. denen ein Auto z. Verfüg. steht, da große Verdienstmöglichkeit gebot. Nur wirklich erste Kräfte woll.sich meld.Herren aus der Branche bevorzugt. Offert unt.: Berliner Pumpenfabrik Akt.- Gef. Berlin S. O. 36 der bei den Landkaufleut gut eingeführt ist, gegen Fixum u. Provision gesucht. Ang. u. O. 45 Ann.- Erped. Dr. Schäffer& Co.G.m.b.H. 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