Nr. 10. infurt- Erfurt, in: 24. Juni: Juli: Harzer durch Holit: Rund um tember: Rund erg. hujies. t der Deutsche igung ab. Zuch Amsterdam. pregue es sig, .... utten ab b 1. Juli eine ttstarten vor ..nehmer für elnen Sport Begleiter), r), er), gleiter), Aktive mit s Amerita uno ertreten. en turnerischen in Gießen. sieren n mit lation aneiden hrung) e und ssage Dosch Seurgeschäft Weidengasse hlung Möbelg für das Lahngebiet b. denplatz 1 garten: Pflaumen- un und Spaliere, Quitten- Büsche Clematis u. a. Jonien Cypressen n in großer Ausn, Kirschlorbeer gen Preisen ( Holstein). eersträucher, groß 6, Johannisbeer Brombeeren; me, Hochstämme.. rten und wunder Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr.- Für Aufbewahrung oder Räd. lendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Der französische Außenminister Briand fordert eine längere militärische Kontrolle über das Rheinland noch nach 1932. Deutscherseits wird eine solche abgelehnt. Mussolini hat eine scharfe triegsbereite Rede gehalten und den Faschismus als beste Stüge Italiens bezeichnet. Rückgabe des Korridors und des Memelgebietes. Hinter den Kulissen der großen Politik, so wird aus Berlin geschrieben, spielen sich Dinge ab, die geeignet sind, das aller: größte Aussehen hervorgerufen. Mussolini soll bei der polnischen Regierung haben hinweisen lassen, daß das Verschwinden des Korridors eine Lebensfrage für Ostpreußen sei, daßDanzig eine deutsche Stadt sei, die wieder deutsch werden müsse, und daß das Memelgebiet doch nie litauisch gewesen wäre. Er hat ferner darauf hingewiesen, daß Deutschland den Raub Oberschle= fiens, sowie Teile der Provinz Posen nie vergessen fönne und der polnischen Regierung zu verstehen gegeben, daß die Rückgabe des polnischen Korridors als erste Etappe auf dem Wege einer neuen friedlichen Entwicklung anzusehen sei. Im Zusammenhang mit den Versuchen Mussolinis, den allgemeinen Frieden im Osten zu sichern, foll Polen bereit sein, Deutschland als Gegenleistung für Erklärung eines Deinteressements an den Randstaaten den Korridor und das Memelgebiet zurückzugeben und weitgehende Zusicherungen hinsichtlich des Schutzes der deutschen Minderheiten in den Randstaaten zu geben. Die neue hessische Regierungsbildung dürfte sich nach den neuesten Informationen wie folgt zufammensezen: Staatspräsident: Abelung; Innenminister: Leuschner; Arbeitsminister: Korell; Finanzminister: Kienberger. Die Befehung des Justizministeriums steht noch offen; man plant event. eine Mitverwaltung durch den Staatspräsidenten oder den Innenminister. Dem entgegen sind für die große Koalition nochmals Verfuche gemacht worden, jedoch sollen die Sozialdemokraten sich ablehnend verhalten haben. Die Einbeziehung der Deutschen Bollspartei in die Regierungskoalition wäre doch ohne Schwierigkeiten mit der Uebertragung des Justizministeriums an die Deutsche Volkspartei zu ermöglichen. Eine Koalition von der Sozialdemokratie bis zur Deutschen Volkspartei würde eine Regierungsgemeinschaft mit sich bringen, die in weitestem Maße bas Sessenvolf an die Regierung bindet. Das Bewußtsein: Fast das ganze Volf steht hinter uns, läßt Entschlüsse leichter und ersprießlicher reifen, als wenn man gegen eine große Minderheit zu regieren sich genötigt sieht. Drud und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Sieben, Güdanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Bostschedkonto Rr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Samstag, den 4. Februar 1928 Finanzminister Henrich, der sich seit einigen Wochen im Elisabethenstift aufhält, hat sich dort einer ernsten Darmope: ration unterzogen. Die von Professor 3 ander vorgenom mene Operation ist gut verlaufen. Der Patient befindet sich den Umständen nach wohl. Vertreter der Landwirtschaft beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident empfing Abordnungen des Reichslandbundes unter Führung seiner Präsidenten Graf Kaldreuth und Hepp, der Vereinigung der Deutschen Bauernvereine unter Führung des Vizepräsidenten Stamerjohann, sowie Der Deutschen Bauernschaft unter Führung ihres Geschäftsführers Lübke. Die Herren erstatteten dem Herrn Reichspräsidenten Bericht über die gegenwärtige Rotlage der Landwirte und unterbreiteten ihm eine Reihe von Vorschlägen zur Wiederherstellung geordneter und gesicherter Verhältnisse in der Landwirtschaft. Zusammenschluß der Beamten der unteren Laufbahn. Gelegentlich eines Verbandstages, den der Beamten- Zen= iralverband der unteren Laufbahn am 28. und 29. Januar dieses Jahres in Berlin abhielt, kam in lebhafter Weise zum Ausdruck, daß nur ein fester Zusammenschluß aller aus den unieren Besoldungsgruppen erkannt und die Gründung einer Reichsorganisation beschlossen wurde. Die neue Gründung führt den Namen Beamten- Zentralverband, Reichsorganisation der unteren Laufbahnen. Anfang März soll in Darmstadt eine Konferenz der Länderverbände abgehalten werden, um die Reichsorganisation endgültig zu fonftituieren. Die Agrarfrise auf dem Höhepunkt. Die süddeutsche Landwirtschaft bei der Reichsregierung. Die außerordentliche Notlage der süddeutschen Landwirtschaft veranlaßte die gesamten süddeutschen landwirtschaftlichen Organisationen, und zwar die Landwirtschaftskammern, die Bauernvereine, die Landbünde, die Genossenschaftsverbände mit ihren Geld- und Kreditinstituten, sowie die landwirtschaftlichen Vereine aus Bayern und Pfalz, Württemberg, Baden, Hessen und Hohenzollern zu einem gemeinsamen Schritt bei der Reichsregierung. Die Besprechun, an der sich in Vertretung des erfrankten Reichskanzlers Dr. Marx, der Vizekanzler, Reichsjustizminister Dr. Hergt, der Reichsminister für Ernährung Dr. Schiele, Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius, Reichsarbeitsminister Dr. Brauns und Vertreter des Reichsfinanzministers, sowie der Länderregierungen beteiligten, fand am Mittwoch, dem 1. Februar d. Js. in der Reichstanzlei statt. Zu Beginn der Besprechung teilte der Vizekanzler mit, daß der Reichskanzler außerordentlich bedauere, die Vertreter der süddeutschen Landwirtschaft krankheitshalber nicht persönlich emp= fangen zu können. Er bringe jedoch deren Forderungen und Aus dem Haushaltungsausschuß Wünschen das größte Interesse entgegen. des Reichstages. Reichsverkehrsminister Dr. Koch hat zugegeben, daß es rich tig ist, daß die Reichsbahngesellschaft sich augenblicklich mit der Frage einer Tariferhöhung beschäftigt. Es werde erwogen, in den Personenzügen fünftig nur zwei Klassen zu führen, eine Bolster und eine Holzsihklasse. Die Fahrpreiserhöhung der beiden oberen Klassen hat zur Verringerung der Einnahmen geführt. Den Landesregierungen liege der Entwurf einer Kraftfahrzeuglinienverordnung vor, der hoffentlich noch in diefem Winter in Kraft treten werde. Der Reichstag hat vom Reichsverkehrsministerium verlangt, das Wegerecht in Deutschland zu vereinheitlichen. Dr. Koch lehnt es ab, den Wegebau auf das Reich überzuleiten. Einigung über die Angestelltengehälter. Die Angestelltengewerkschaften überreichten gestern mittag bem Reichsarbeitsministerium eine Erklärung, worin sie dem Schiedsspruch für die Staatsangestellten zustimmen. Auch die Behördenvertreter haben den Schiedsspruch angenommen. Uebertragung der thüringischen Steuerverwaltung auf das Reich. Nach einer gestrigen sehr stürmischen Sitzung, in der das Ermächtigungsgesetz wegen der Uebertragung der Steuerverwaltung auf das Reich angenommen wurde, wurde ver Landtag von Thüringen bis zum 22. Februar vertagi. Die C regung im Hause war so groß, daß es unmöglich war, die Tagung noch zu Ende zu führen, so daß der Präsident kurz entschlossen die Verhandlung abbrach. Neue Rheinbrücken. Genehmigt wird die Einstellung eines neuen Titels: ,, Beihilfe des Reiches für den Bau der neuen Rheinbrücken bei Ludwigshafen, Spener und Magau als erster Teilbetrag 650 000 Mart. Zurückstellung des Schulgesetzes? Berlin. Das Reichskabinett hielt gestern eine Sigung ab. wurses bis zur weiteren Lesung im Bildungsausschuß aussehen. Die Fraktionen werden die Beratung des Reichsschulgeschentg Die Besprechungen leitete der Präsident der Hessischen Landwirtschaftskammer, Dekonomierat Sense 1- Darmstadt, ein. Der Berichterstatter schilderte in ernsten Worten die Notlage der süddeutschen Landwirtschaft, indem er die Entwidelung in der Nachkriegszeit( Inflation, Deflation usw.) darlegte, und auf die Ursachen der heutigen mißlichen Lage näher einging. Er betonte insbesondere die aus den Witterungsverhältnissen entstandenen Schwierigkeiten, die in einzelnen Gebieten mehDEUTZZ Klein Diesel 60 4594 Bauart MIH Uber 6000 Dieselmotoren mit ca 300000 PS geliefert MOTORENFABRIK DEUTZ A- G. Zweigniederlg. FRANKFURT a/ M. Kaiserstr.23 ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Betitzeile auswärts 24 Bfg. lofal 12 Big., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Blag Dorschriften ohne Verbindlichkeit Bei Wiederholungen Rabatt. fär Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 11 Besprach rere Jahre hintereinander die Ernte gefährdeten. sodann die Ueberbelastung der süddeutschen Landwirtschaft mit Steuern und Sozialabgaben aller Art und insbesondere die Krisis in dem Absatz der landwirtschaftlichen Erzeugnisse zu rentablen Preisen. Am Schlusse seiner Ausführungen legte er die Forderungen der süddeutschen Landwirtschaft, die diese in mehreren Sitzungen aufgestellt hatte, vor, die dann auch dem Herrn Vizekanzler und den anwesenden Reichsministern schriftlich überreicht wurden. Die süddeutsche Landwirtschaft sieht einen Ausweg aus der Agrarfrise nur in der unverzüglichen Einleitung folgender Maßnahmen: 1. Umschuldung der kurzfristigen Kredite in langfristige Bersonalkredite auf der Grundlage des Schuldscheines. 2. Erhöhung der Beleihungsgrenze bei Hypothekarkrediten. 3. Stundung der Rentenbankkredite. 4. Beibehaltung der Betriebskredite in der bisherigen Höhe. 5. Anstelle der Abwidelungskredite wieder Zurverfügungstellung dieser Kredite in anderer Form in gleicher Höhe. 6. Uebernahme der Rentenbank- Grundschuldzinsen durch das Reich. 7. Verminderung der Steuerlast; Neufestsezung der Einkommensteuer auf der Grundlage eines dreijährigen Durchschnitts und der Umsatzsteuer- Richtsäge nach den tatsächlichen Ernteergebnissen. 8. Systematische Unterbindung entbehrlicher Lebensmitteleinfuhr, namentlich von Frisch- und Gefrierfleisch, von Milch, und Milcherzeugnissen, von Obst und Gemüse, von Eiern, Wein, Weizen, Braugerste, Malz und Hopfen, sowie Unterbindung der unzulässigen Einfuhr aus dem Saargebiet. 9. Tatkräftige Unterstützung der Werbeaktion für den Verbrauch einheimischer Nahrungsmittel durch das Reich. 10. Sofortige Anbahnung einer Zoll- und Handelspolitik, die der Existenzmöglichkeit der deutschen Landwirtschaft Rechnung trägt und den deutschen Absaymartt allmählich von den Nachwirkungen der nach Kriegsende erzwungenen bedingungslosen Deffnung der wirtschaftlichen Grenze befreit. 11. Maßnahmen gegen die wachsende bäuerliche Dienstbotennot und gegen die Auswüchse der Arbeitslosen- Versicherung. Im Anschluß hieran wies er auf den Ernst der Situation hin. So loyal auch der süddeutsche Bauer im allgemeinen ist, so bestände doch angesicht der heutigen überaus traurigen Lage die Gefahr, daß große Schwierigkeiten entstehen könnten, wenn nicht in letter Minute die Reichsregierung mit baldigen und wirksamen Maßnahmen der Not zu steuern verstände. Im Anschluß daran besprachen die Vertreter der einzelnen Länder und zwar für Bayern Geheimrat Prieger, Präsident der Bayerischen Landesbauernkammer; für Württemberg Landwirt Mayer von dem landwirtschaftlichen Hauptverband; für Baden der Kammerpräsident Dr. h. c. Graf Douglas und für die besetzten Gebiete Defonomierat Bed aus der Pfalz. Letzterer hebt für das besetzte Gebiet insbesondere die schweren Schädigungen hervor, die sich aus der am 10. Januar 1925 erfolgten Einverleibung des Saargebietes in das französische Zollsystem ergaben. Ferner die Tatsache, daß das besetzte Gebiet wirtschaftlich hinter dem unbesetzten Gebiet zurückbleibt, daß es an der Erfüllung von Zukunftsaufgaben nicht herangehen kann, und daher noch längere Zeit einer besonderen Fürsorge bedarf, daß es seitens der Reichsregierung noch notwendig ist, besondere Aufwendungen für dasselbe zu machen, um es wirtschaftlich zu heben und zu entschädigen für die Lasten, die es gezwungen ist, auf sich zu nehmen. Das besetzte Gebiet erhebt daher die Forderung auf sofortige gänzliche Beseitigung der Besatzung, Freigabe sämtlicher Flug- und Truppenübungsplätze, Verhinderung weiterer Eingriffe in den ländlichen Besitz, Uebernahme der Schwarzwildschäden und der Instandsetzungsarbeiten des Straßenneges auf das Reich, sowie Gewährung von Zuschüssen zur Behebung der durch die vorjährigen Ernte- und Witterungsschäden geschaffenen Notlage zur Ermöglichung der Frühjahrsbestellung. Ferner fordert es auch die Uebernahme des den Gemeinden durch teilweise Niederschlagung von Steuern entstandenen Einnahmeausfalles auf das Reich. Ferner wies noch Professor Schlittenbauer aus München auf die Unrentabilität bezgl. Zins- und Absatzverhältnisse des bayerischen Bauernstandes hin. Nunmehr ergriff der Bizetanzler Dr. Hergt das Wort, indem er zunächst für die sachliche Darlegung des süddeutschen Standpunktes dankte und zugab, daß, wenn auch im allgemeinen das Gesamtbild der deutschen Landwirtschaft einheitlich ein sehr trübes sei, so doch speziell süddeutsche Belange, die in den flein und mittelbäuerlichen Besitz- und Betriebsverhältnissen ihre Ursache hätten, vorlägen, die heute entsprechend heraus= gestellt seien und für die nächsten Beratungen der Reichstegierung verwertet werden könnten. Im Anschluß daran führte der Reichsernährungsminister Schiele aus, daß einige Maßnahmen zur Linderung der Notlage zurzeit von der Reichsregierung und vom Reichstag bera= ten wurden, so beispielsweise die Zurverfügungstellung eines 100 Millionen- Zwischenkredits, die Maßnahmen für die Roggenschuldner und vor allem eines 30 Millionen- Fonds für die Besserung der Verhältnisse auf dem Vieh- und Fleischmarkte. Er ging alsdann des näheren ein auf die Absatzkrise, die nicht bloß beim Fleisch vorhanden wäre, sondern neuerdings auch bei Getreide, die auf den übergroßen Druck der argentinischen und tanadischen Farmerorganisationen zurüdzuführen seien und denen man im Inlande mit entsprechenden Maßnahmen begeg= Samstag, den 4. Februar 1928. nen müsse, auch unter Zuhilfenahme der Handelspolitik. Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns verhandelte die angeschnittene Frage der Arbeitslosen- Versicherung, indem er darauf hinwies, daß durch Einführung der Arbeitslosen- Versicherung die Prüfung der Bedürfnisfrage weggefallen sei. Er gab im übrigen zu, daß noch gewisse Aenderungen auf diesem Gebiete notwendig seien, die aber erst allmählich durchgeführt werden könnten, da das Gesez erst ganz kurze Zeit in Kraft sei ,, Gießener Zeitung" Lokales. Sonntagsgedanken. Sonntagsfriede und Familienglück sind in der christlichen Welt verwandte Begriffe. Der eine hebt und trägt den andern und ist ohne den andern nicht denkbar. Wenn am Feierabend mithin abschließende Erfahrungen noch nicht vorlagen.and der Woche der Vater ſich sagt:„ Morgen ist Sonntag", versprach er, dem Problem der Arbeitslosen- Versicherung der Saisonarbeiter besondere Aufmerksamkeit im Interesse der Landwirtschaft schenken zu wollen. Der Reichswirtschaftsminister Dr. Curtius wies in seinen Ausfuhr Reichs with shafts miniſter of Gurtius igies, i, jeine ihm ermögliche, den speziellen süddeutschen Fragen besonderes Berständnis entgegenzubringen. Er glaubt vor allem, als Mittel der Behebung der Notlage auf die Schafung einer besseren Absaz- und Verteilungsorganisation hinweisen zu sollen. Bezüglich der süddeutschen Kreditverhältnisse und ihrer Regelung hält er die Ausgestaltung der Preußenkasse in ein Reichsinstitut für zweckmäßig. Bezüglich der Schutzzoll- und Handelsvertragspolitik glaubt er seinerseits in Aussicht stellen zu können, daß man nunmehr auch in Ruhe den Zolltarif durchgehen müsse, um einen gerechten Ausgleich zwischen Handel, Industrie und Landwirtschaft zu erreichen, während bisher durch die Stabilisierung der Währung und durch den Aufbau der Auslandsbeziehungen manche handelspolitische Maßnahme nicht so durchgeführt werden konnte, wie es den Wünschen der Landwirtschaft, speziell auch der süddeutschen Landwirtschaft mit ihren Spezialkulturen, Wein, Obst, Gemüse, Fleisch, Milch und Milchprodukten usw. entsprochen hätte. Zusammenfassend wies der Vizekanzler noch darauf hin, daß die heutige Besprechung für die Reichsregierung deshalb eine besondere Note erhalten habe, weil die vorgetragenen Wünsche und Forderungen der süddeutschen Landwirtschaft unter Ausschaltung jeglicher parteipolitischen Interessen und durch sämtliche wirtschaftlichen Organisationen gemeinsam vertreten und vorgetragen worden sind. Die Reichsregierung sei sich des Ernstes der gegenwärtigen Lage der Landwirtschaft vollauf bewußt und sich daraus im klaren darüber, daß mit bedenklichen Schwierigkeiten in absehbarer Zeit insbesondere in den süddeutschen bäuerlichen Kreisen gerechnet werden müsse, wenn nicht ernsthafte Maßnahmen zu deren Behebung schnellmöglichst ergriffen werden. Er richtete zum Schluße an die anwesenden Führer der süddeutschen Landwirtschaft die Bitte, mit der Reichsregierung in jeder Hinsicht zusammenzuarbeiten. Hessischer Straßenbericht für die Woche vom 5. bis 14. Februar 1928. ( Mitgeteilt vom Hessischen Automobilklub.). Dieburg Babenhausen Darmstadt Aschaffenburg, bei Bahnhof Babenhausen bis auf weiteres gesperrt. Umleitung: Besondere Umleitungsstraße, auf der Wagen bis 5,5 T. 20 Km., Wagen über 5,5 T. 12 Km. fahren dürfen. Gießen Reißkirchen bis zum Hochdruckbehälter bei Annerod ist teilweise mit Erdaushubmassen und Materialien belegt. Vorsicht! Ortsdurchfahrt Grünberg( Londorferstraße von der Gallusstraße bis zur Höfentränke) vom 21. November bis auf weiteres gesperrt. Umleitung über die Bahnhofstraße. * Staufenberg Mainzlar vom 5. November bis auf weiteres gesperrt. Umleitung: Daubringen. so ersteht dabei vor ihm das Bild der mit ihm die Woche hindurch sich mühenden Gattin und der um ihrer Liebe willen ihnen geschenkten Kinder, wie sie sonntäglich gestimmt und gekleidet, mit ihm durch den morgigen Tag gehen werden, von ihm die Heiligung ihres Sonntags zu empfangen und wiederum ihm selber durch Frauen- und Kindesliebe den Sonntag zu heiligen. So tragen Sonntag und Familie in sich ein gemeinsames, unfaßbare sEtwas, das zusammengesetzt ist aus feierlichem Ernst und friedvoller Traulichkeit. Ortsdurchfahrt Rodheim v. d. H., im Zuge der Straßen Rodheim Köppern und Rodheim Holzhausen, vom 19. Januar bis auf weiteres gesperrt. Umleitung: Ober- Erlenbach resp. Kloppenheim Nieder- Roßbach. Betterweil oder Ober- Roßbach Heute stehen wir mitten in einem Kampfe um Sonntag und Familie. Beide sind in Gefahr; zwar nicht die Begriffe als solche, aber der christliche Inhalt derselben. Als Tag des Müssigganges soll der Sonntag sein Recht behalten; aber die Nr. 11. am Turnfest zu erleichtern, hat die Geschäftsstelle der D. T. allgemeine Urlaubsgesuche an folgende Behörden und Verbände gerichter: Preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst- und Volksbildung. Preuß. Ministerium des Innern, ReichspoſtArbeitgeberverbände, Reichslandbund. Es wurde in diesem ministerium, Deutsche Reichsbahngesellschaft, Deutscher Städtetag, Reichsverband der Deutschen Industrie, Vereinigung Deutscher Schreiben gebeten, in Anbetracht der Größe und Bedeutung des Turnfestes den hierfür erbetenen Urlaub nach Möglichkeit bewilligen zu wollen. Ueber den Erfolg wird berichtet. Gamstag, den 4 Konfektionshäusern besonders die Bet aber fast das gesam fungen verfügbaren Raufen angelegt gung in einigen Te jumvereine und da Der Zahlungsverte Teil noch aus Weih wurden nicht eingel für die Inventurau Klage dahin, daß einen großen Umfo stehen monatelang nahme des Betrie * Am 1. Februar hat ein Wechsel des Bataillonsführers in unserer Garnison stattgefunden. Als Nachfolger von Oberstleutnant Fritz( dessen Vater früher Oberamtsrichter in Butzbach war) wurde Major Lüters zum neuen Bataillonstommandeur ernannt. Lüters war nach dem Kriege Führer der Maschinengewehr- Kompagnie des hiesigen Bataillons, ist also in unse= ter Stadt fein Unbekannter. bekannter. Oberstleutnant Friſt iſt geborener Butzbacher, er besuchte von 1890-93 das dortige Gymnasium und trat beim Regiment 88 als Fahnenjunker ein. Seine Jahres- Hauptversammlung hielt der Verkehrsverein Gießen im„ Postkeller unter Leitung des 1. Vorsitzenden Heiligung wird in der Ewigkeitsfeindschaft unieres revolution Schwieder ab. Nach dem Geschäftsbericht des Borſizenden hat nären Zeitalters untergraben. Auch Familie abgelaufenen Jahr sehr günstig entbestehen bleiben als natürliche Verbindung darf zunächst sich der Verein auch 286 Mitglieder. Außerordentlich rege Don Mann und Weib. Aber die auf ewige Jdeale gegründete Harmonie der christlichen Familie ist durch das nur auf Genießen abgestellte Sinnen und Trachten des„ freien" Mannes und des„ freien" Weibes mit Vernichtung bedroht. Jhr, denen der Sonntag ein leuchtender Friedensstern im Drange der Woche und denen die Familie das heilige Eiland tänist, an dessen Strande die Wogen der hohen See sich als t delnder Wellenschlag verlaufen: Ihr seid berufen, eines durch das andere zu retten, den Sonntag durch die Familie, die Familie durch den Sonntag, indem ihr eines im andern tiefer und n eure milie, so heiligt euere Familie durch den Sonntag! * * Der Kreisschulrat Gg. Huff zu Alsfeld wurde auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. Februar ds. Js. in den Ruhestand versetzt. * Die Reichsinderziffer für die Lebenshaltung beläuft sich für den Durchschnitt des Monats Januar auf 150,8 gegen 151,1 im Vormonat. Sie ist sonach um 0,03 v. H. zurückgegangen. Der Rückgang ist im wesentlichen auf eine Senkung der Ernährungsausgaben zurückzuführen; insbesondere haben die Preise für Butter, Fleisch und Eier nachgegeben. * Die Gießener Kunst- Sammlung im Neuen Schloß, Eingang Senkenbergstraße, ist morgen Sonntag von 11-13 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Cine Wahl- und Arbeitsgemeinschaft. Am letzten Sonntag hat sich in Frankfurt die Evangelische Boltsgemeinschaft und der Christliche Boltsdienst, vertreten durch Pfarrer Weid= ner Ober- Lais mit der Deutschen Reformationspartei, vertreten durch den früheren Vorsitzenden des Evangelischen Bundes, Hof- und Domprediger a. D. Doehring Berlin zu einer Arbeits- und Wahlgemeinschaft zusammengeschlossen. Als Ziel der Reformationspartei wurde s. 3t. bei ihrer Gründung bezeichnet, den beiden Gruppen ,, mit internationaler Weltanschauung, dem Rom ergebenen Zentrum und dem Marxismus, das deutsche reformatorische Staatsprinzip entgegenzustellen." * Zur Sicherung des Rundfunts gegen Störungen durch Rückkoppelung bestimmt das„ Gesetz zur Aenderung des Telegraphengesezes":„ Wer in der Absicht, den Betrieb einer Funkanlage zu verhindern oder zu stören, elektrische Arbeit verwendet oder für die Anlage bestimmte Arbeit entzieht, wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft, wenn die Verhinderung oder Störung eingetreten ist. Dient die Funkanlage nicht öffentlichen Zwecken, so wird die Tat nur auf Antrag verfolgt. Der Antrag kann zurückgenommen werden." Auf Grund dieses Pfarrer Heumanns Heilmittel Baragraphen tann gegen böswillige Rüdtoppler vorgegangen stets vorrätig in der Niederlage Hirsch- Apotheke, Giessen Frankfurterstrasse 4, Das Pfarrer Heumann- Buch 272 Seiten 150 Abbildung. erhält jed. Leser vollständig umsonst und portofrei, von Ludwig Heumann& Co Nürnberg M. 629 Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 27. Fortsetzung. Wo wollte Elisabeth hinaus? Du nicht? Du freust dich ja so auf sein Rommen!" Im Spiegel sah sie Elisabeth traurig den Kopf schütteln und wieder die Hände wie in Verzweiflung heben. Zaghaft tam sie näher. Gerda fühlte zwei kalte Hände zärtlich um ihren Hals greifen. Elisabeths Kopf sant an ihre Schulter. Dort weinte sie wie in alten Zeitenund schluchzte:„ Ach, Gerdchen, ich schäme mich so! Als ich Werner tüßte, wußte ich wirklich nicht, was ich tat. Nun denkt er vielleicht, er darf wieder küssen, oder fragt gar, ob wir..." Gerda machte sich frei. Sprach wirklich Scham oder nur Verstellung aus Elisabeth? Die seufzte wieder:„ Wenn er doch auch vergessen könnte! Ich habe nur Kurt lieb, wie er mich. Jetzt soll ich Werner fragen, ob er nicht tun will, als wäre nichts geschehen, damit Kurt und ich heiraten können. Hilf mir doch, Gerdchen! Wenn du ihm gleich auf dem Bahnhof zuredest, ehe er mich sieht, muß er verstehen, daß ich nichts Böses meinte. Schlecht war ich gewiß nicht, aber ehe ich Kurt gut kannte, dachte ich, Küssen mache immer Spaß, und als Werner auf dem Löwenberg vor mir stand und davon sprach..." ,, Hat er wirklich den Kuß gefordert, Elisabeth?" ,, So wahr ich hier stehe, Gerdchen", nickte Elisabeth und riß das Taschentuch vom Gesicht, um der Schwester frei in die Augen zu sehen. Da wich in Gerda auch das letzte geheime Hoffen. Doch Mitleid für den Geliebten spürte sie immer noch. Ihr war er genommen, Elisabeth aber sollte er nicht gewinnen und für immer dem Glüd entsagen wie sie. Ihm zu Liebe mußte sie der Schwester helfen und ihn auf die schmerzliche Enttäuschung vorbereiten. Elisabeths Dant wehrte sie ab. Für lange Stun den hielt der Kummer wach. Warum schenkte das Schicksal der jüngeren Schwester die Neigung aller Menschen, während sie nur Schmerzen und Sorgen für sich und andere zu tragen hatte? Leider fuhr Ontel Karl mit ihr zum Bahnhof. Als er Werner mit gutmütigem Schelten über das lange Schweigen und Fernbleiben zum Wagen führte, schien der Vetter bedrückt und befangen. Heimlich griff er beim Einsteigen nochmals nach ihrer Hand und sah so schüchtern aus, als bitte er um werden. Es wird also erneut darauf hingewiesen, daß bei der Benutzung von Röhrenempfangsgerät mit Rückkoppelung dieses nur so betätigt werden darf, daß Störungen in anderen Funkempfangsanlagen nicht auftreten können. wickelt und zählt heute ist die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Geschäftsjahr gewesen. Die Einnahmen und Ausgaben betrugen rund 5030 M. * Urlaub zum 14. Deutschen Turnfest. Amtlich teilt die D. T. mit: Um allen Turnern und Turnerinnen die Teilnahme * Die Hauptversammlung der Wandervereine des Vogelsberger Höhenklubs findet am 2. und 3. Juni in Nidda statt. Damit verbunden wird eine Besichtigung des Bades Salzhausen. Ueber 1000 Wanderer aus allen Teilen Oberhessens, aus Wezlar, Frankfurt, Darmstadt, Fulda usw. werden erwartet. * Der Kolonial- Bund Deutscher Pfadfinder beabsichtigt, nachdem die bisherigen hessischen und hannoverschen Horste zur Landesmark Hessen- Hannover zusammengefaßt worden sind, auch hier in unserer Stadt eine Ortsgruppe zu bilden. In erster Linie ist seine Arbeit eine glückliche, jugendgemäße Verbindung von Kolonialgedanken und Pfadfindertum. An der Spitze des Bundes steht der deutsche Kolonial- General von Lettow Vorbed. Jungen und Eltern, die an der Arbeit des Bundes interessiert sind, wollen sich direkt an den Führer der Landesmark Hessen- Hannover des Kolonial- Bundes Deutscher Pfadfinder, Walther Kühle, Hannover, Wielandstr. 10, Entschuldigung. Wahrscheinlich dachte er an die Ueberschrift ,, Geliebte Gerda!" Keine Frage nach Elisabeth tam unterwegs über seine Lippen. Die Unruhe seiner Verlegenheit wuchs, je näher er Priedelsdorf kam. Aus dem Hofe suchte er mit fast ängstlichem Blick die Fenster ab. Der Wagen hielt. Elisabeth sprang aus dem Haus, und in Gerda erwachte wieder Haß und Empörung. Auch gestern Abend hatte die Herzlose also geheuchelt, denn jetzt lachte ihr Gesicht, als sei sie von Sinnen vor Freude über Werners Kommen. Sie flatschte in die Hände und jubelte:„ Denkt euch ich komme vom Telefon! Kürt ist auf einer Dienstreise zum Admiralstab für heute in Berlin und kommt mit dem nächsten Zuge!" , Guten Tag, Kusine. Elisabeth!" wenden. Ehrenvolle Berufung. Der Leiter der Buderusschen Gutsverwaltung, Administrator Siebold vom Hofgut Altenberg bei Wetzlar, ist zum Leiter der Grünlandabteilung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen( Siz Bonn) berufen worden. Administrator Siebold ist als hervorragender Landwitt, namentlich auf dem Gebiete der Grünlandbewegung, weit über die Grenzen des Kreiſes und der Provinz hinaus bekannt. Das von ihm geleitete Hofgut Altenberg ist als hervorragendes Mustergut Studienobjekt von Landwirten aus dem Reich und dem Ausland. Werner bot ihr die Hand. Freier, als er gedacht hatte, durfte er ihr gegenüber treten, weil die große Freude über des Vetters Besuch aus ihren braunen Augen lachte. An den Ankommenden schien sie faum zu denken. Tag, Wernerchen! Siehst braun und gut aus!" Es war gerade feine warme Begrüßung. Doch konnte er froh aufatmen und scherzen:„ Spute dich, deinen Seehelden abzuholen, und vergiß nicht den Dolch umzuschnallen." Elisabeth verlor den letzten Rest der durch die Freude über Kurts Kommen verscheuchten Befangenheit. Ihre braunen Augen tanzten in schelmischem Verstehen:„ Guter Kerl bist du doch, Wernerchen!" Er hatte wohl längst begriffen, daß sie nicht mehr gern an den Kuß von ihm dachte. Eigentlich sollte sie ihm zürnen, weil er dem stummen Versprechen so wenig Wert gab. Doch im Glüd, Kurt bald wiederzusehen, schlug sie ihm froh auf die Schulter:„ Ja, Betterchen. Ich muß auf den Bahnhof!" Dann rief sie den Kutscher an, er solle gleich warten. * Ein neuer Wettertal- Sängerbund wurde in Muschenheim gegründet. Zum Bundesvorsitzenden wurde Lehrer GüntherMuschenheim gewählt. Der neue Bund setzt sich zusammen aus den Gesangvereinen der Orte Bettenhausen, Birklar, Langsdorf, Muschenheim und Trais- Münzenberg und beabsichtigt, ein Wertungssingen in Bettenhausen abzuhalten. Im Haus umarmte Tante Bärbchen Werner:„ Und welche Freude euch beide zu haben! Wir warten mit dem Essen auf Kurt." Bericht über die wirtschaftliche Lage des deutschen Handwerks im Monat Januar 1928. Vom Reichsverband des deutschen Handwerks wird uns geschrieben: Im Rückblick auf das Weihnachtsgeschäft wird allgemein festgestellt, daß dieses zu spät eingesetzt habe und daher keine große Ausdehnung annehmen konnte. Uebereinstimmend ergibt sich ferner, daß 1926 das Weihnachtsgeschäft lebhafter und umfangreicher gewesen sei. Besonders auffällig ist es, daß fich die hour pet. Wie üblich, stellte sich nach dem Feſte eine Erhöhung der Beamtengehälter beim Handwerk nicht bemer Eine Stunde später saßen alle um den runden Tisch. Meist sprachen die jungen Offiziere, und der Fröhlichste schien heute Werner. Der Onkel schüttelte bald den Kopf. Heute galten Werners Blicke und Worte nur Gerda, und neulich hatte der Tausendjassa doch mit der jüngeren Schwester geliebelt. Elisabeth bedauerte nicht, daß er ihr so wenig Aufmerksamkeit schenkte. Sie konnte Kurt darum oft in die Augen sehen. Unter Tisch haschte er nach ihrer Hand und fühlte den warmen Gegenbar und Löhne steigert für die Betriebe ni liche Verfassung d angetan, diese La sind noch so hoch, Handwerksbetriebe als einziger Aust inanspruchnahme bl dienstes verbunden. Die Rohstoffpr die Holz und Lede Lohnbasis hat im v allgemeine Geschäftsruhe ein. Verstärkt wurde diese dadurch, daß die Arbeitslosigkeit zunahm. Von großem Einfluß scheinen auch die Inventurausverkäufe gewesen zu sein, die in diesem Jahre in einem besonders großen Ausmaße von Waren- und druck der Finger. Sie war und blieb sein. Nur der Form wegen mußte er mit dem Schlingel drüben reden. Dann wollte er Onkel und Tante fragen, wann er sein Bräutchen heiraten dürfe. Als der Kaffee tam, stand Onkel Karl auf, um zur Feier des Tages Havannas aus seinem Schreibtisch zu holen. Werner dachte zu helfen. Da sprang auch Kurt aus dem Stuhl. Im Korridor ließ er den alten Herrn mit den kurzen Schritten vorangehen, faßte Werner mit Daumen und Zeigefinger um den Kragen und schüttelte ihn freundschaftlich, aber in den Augen stand ein Anflug von Aerger:„ Du Bengel hast neulic Elisabeth gefüßt und dem unerfahrenen kleinen Dingchen den Freiwerber gemimt! Das war doch nicht ernst?" Für den Augenblick fühlte Werner Verdruß. Er schüttelte die Finger des Größeren ab und dachte unwirrsch zu antworten. Doch hatte er eine Rüge verdient, und der Onkel durfte nichts hören. In Hast sagte er leise: ,, Nein, wahrhaftig nicht! Möchte es gern ungeschehen machen!" Kurt schlug ihm gutgelaunt auf die Schulter:„ Das laß mich besorgen, Vetter! Schnell schob er Werner durch die Türe dem Onkel in das Arbeitszimmer nach. Der alte Herr tramte im untersten Fach des Schreibtisches. Die Neffen sprangen zu und griffen nach den Zigarrentiſten. Schon beim Aufrichten lachte Kurt unbefangen:„ Ontel Karl, Elisabeth und ich wollen heiraten. Dürfen wir auf der Tante und deine Einwilligung rechnen?" Der Onkel trat zurück. In dem noch vom Büden roten Gesicht blinkten die Lider über staunende Augen. Mit noch türzeren Schritten als sonst trippelte er quer durch das Zimmer, warf sich in einen Sessel und zwirbelte mit fliegenden Fingern am langen, grauen Premierleutnantsbart. Von einem Neffen starrte er auf den anderen, bis die Ueberraschung überwunden war: ,, Lieber Kurt, wir werden euren Bund gern segnen! Ich freue mich namentlich, weil eins der lieben Mädchen durch die Heirat mit dir immer im Hause des Vaters bleiben dars. Aber Elisabeth ist die Jüngere und ich kann jeden Tag die Augen zu tun. Soll dann die arme Gerda aus dem Heim ihrer Schwester allein in die Welt wandern? Vielleicht wartet ihr, bis der Krieg vorbei ist und auch Gerda. Kurt wies auf den Vetter:„ Onkel, wenn meine Augen mich nicht täuschen, sorgt Werner dafür, daß Gerda nicht allein bleibt." Fortsetzung folgt Aus Friedberg. In wurden die beiden Dr. Leuchtgens auf Sungen. Mit tonstruktionen der wertes Trais: Horle ift schon seit Woch rigt. Mitte März nommen werden. Sungen. In d Trais- Horloff wurd lersheim von dem erfaßt und schwer Mann mußte sofort den. S Hörnsheim. Bersteigerung eine Höchstgebot 7600 Quedborn Ei Dorf. Es hat ei dürfte damit in Anlage kostet rund figes Saatgut zur erträge wesentlich Lauterbach. T unter den Pferden stehende Pferdezuc über 30 wertvolle wirt allein 5 hod ist dem Landwirt perendet. Der Ge geschätzt. Lauterbach. Holzhauer Karl D Buche von dem sti To schwer verletzt, Starb. Aus der Wet finden in unserer v. d. S., am 27. in Münzenberg. Aus der Wett ren Sinne des Wo Wollstadt zu bezei Teine ganze Dienst Brandoberndo it, fonnte man fü teigerung bemert 3000 Mart und fi Mark gelöst wurde Der Krise am Led schaft zu entlasse Büdingen. steht, findet vom bruar durch einer ift Pferde, Kra bringt ein großes Darmstadt. laj feines 75. G auch noch eine gan zugegangen, darun Bifchof von Mainz Dem Sejfischen St bach, dem Prof. D Warum Wenn mo für das freies& ig u 43 Sparers in 2 Jabren Bauspa Wüstenrol Jeder F Nr. 11. Der D. L. all nd Verbände Kunst- und , Reichspoft De in diesem her Städtetag, Jung Deutscher Bedeutung des Möglichkeit be ichtet. lonsführers in r von Obert ter in Butzbach illonstomman er der Maschi t also in unse tist geborener ymnasium und der Verkehrs: 1. Vorsitzenden Sorjizenden hat r günstig entordentlich rege schäftsjahr ge rund 5030 M e des Vogelsidda statt. Daes Salzhausen. ens, aus Weterwartet. Der beabsichtigt, chen Horste zur worden find, zu bilden. In endgemäße Ver rtum. An der al- General von an der Arbeit an den Führer -Bundes Deut Wielandstr. 10, erusschen Gutsofgut Altenberg Tung des LandBonn) berufen ragender LandObewegung, weit hinaus bekannt. hervorragendes dem Reich und n Muschenheim hrer Günther zusammen aus Birtlar, Langs beabsichtigt, ein Cage des muar 1928. verks wird uns wird allgemein und daher keine nstimmend ergibt lebhafter und g ist es, daß fich mert nicht be bemerk dem Feste eine ie diese dadurch, Einfluß scheinen , die in diesem on Waren- und Nur der Form n. Dann wollte äutchen heiraten f, um zur Feier zu holen. Wer aus dem Stuhl. en furzen Schrit und Zeigefinger tlich, aber in den engel haft neuli en Dingchen den uß. Er schüttelte irrsch zu antwor der Onkel durfte wahrhaftig nicht! julter:„ Das lab er durch die Türe alte Herr framte effen sprangen zu befangen:„ Ontel irfen wir auf der oom Büden roten Augen. Mit noch mit fliegenden Fin bart. Von einem eberraschung über er durch das Zim en Bund gern seg ver lieben Mädchen Des Vaters bleiben ch fann jeden Tag ba aus dem Heim Vielleicht wartet meine Augen mid berda nicht allein Forffehung folgt Samstag, den 4. Februar 1928. Konfektionshäusern in Szene gesezt wurden. Direkt wurden besonders die Bekleidungsgewerbe davon betroffen, indirekt aber fast das gesamte Handwerk insofern, als die für Anschaf= fungen verfügbaren Geldmittel zum großen Teil in diesen Schädi Hervorgehoben wird Käufen angelegt werden. gung in einigen Teilen Deutschlands die Propaganda der Konjumvereine und das Ueberhandnehmen des Rabattunwesens. Der Zahlungsverkehr ließ sehr zu wünschen übrig. Die zum Teil noch aus Weihnachtseinkäufen bestehenden Verpflichtungen wurden nicht eingehalten, da das Publikum zumeist das Geld für die Inventurausverkäufe bereit hielt. Allgemein geht die Klage dahin, daß die Kreditinanspruchnahme der Kundschaft einen großen Umfang angenommen hat. Erhebliche Beträge stehen monatelang und zinslos aus. Die starke Jnanspruch= nahme des Betriebskapitals infolge der hohen Rohstoffpreise Handwerts in einer und Löhne ſteigert den Kreditbedarf des van für die Betriebe nicht mehr zuträglichen Weise. Die augenblick= liche Verfassung ſung des Geld- und Kreditmarktes iſt nicht dazu iſt angetan, diese Lage irgendwie zu erleichtern. Die Zinssätze sind noch so hoch, daß durch sie die allgemeinen Unkosten der Handwerksbetriebe unverhältnismäßig gesteigert werden. Wo als einziger Ausweg für den Handwerksbetrieb die Kreditinanspruchnahme bleibt, ist damit eine Schmälerung des Verdienstes verbunden. Nur Die Rohstoffpreise sind allgemein stetig geblieben. die Holz- und Lederpreise zeigen steigende Tendenz. Auch die Lohnbasis hat im verflossenen Monat keine Aenderung erfahren. Aus Nah und Fern. Friedberg. In geheimer Sigung der Stadtverordneten wurden die beiden bisherigen Beigeordneten Langsdorf und Dr. Leuchtgens auf die Dauer von sechs Jahren wiedergewählt. Dauer von sechs Jahren, w Sungen. Mit Hochdruck wird gegenwärtig an den Eisentonstruktionen der Gas- und Benzinanlage des Schwelkraftwerkes Trais: Horloff gearbeitet. Eine riesige Baggermaschine ift schon seit Wochen mit großen Abschürfungsarbeiten beschäfrigt. Mitte März sollen die neuen Anlagen in Betrieb genommen werden. Hungen. In dem Betriebe der Gewerkschaft„ Friedrich" in Trais- Horloff wurde der Arbeiter Hermann Schneider von Bellersheim von dem versehentlich in Betrieb gesetzten Bagger erfaßt und schwer an der Brust gequetscht. Der schwerverletzte Mann mußte sofort dem Hungener Krankenhaus zugeführt werden. Hörnsheim. Bei einer hier stattgefundenen öffentlichen Versteigerung einer landwirtschaftlichen Hofreite betrug das Höchstgebot 7600 Mart. Erwerber war ein hiesiger Einwohner. Quedborn Eine fortschrittliche Bauerngemeinde ist unser Dormerhorn Eine fortiortreinigungsanlage geſchaffen un dürfte damit in Oberhessen führend vorangehen. Die ganze Anlage kostet rund 4300 Mark. Die Anlage wird nur erstklassiges Saatgut zur Aussaat bringen und dadurch die Ernteerträge wesentlich steigern, so daß die Rentabilität garantiert Lauterbach. Die Blutkrankheit Anämie herrscht immer noch unter den Pferden des großen Nachbardorfes Maar. Die hochstehende Pferdezucht des Dorfes ist fast vernichtet, insgesamt sind über 30 wertvolle Zuchttiere eingegangen, davon hat ein Landwirt allein 5 hochwertige Zuchtstuten eingebüßt. Dieser Tage ist dem Landwirt Karl Zinn wieder eine wertvolle Zuchtstute verendet. Der Gesamtschaden in Maar wird auf 50 000 Mark geschätzt. Lauterbach. Im Walde von Engelrod wurde der junge Holzhauer Karl Decher von Engelrod beim Fällen einer großen Buche von dem stürzenden Stamm am Hinterkopf getroffen und so schwer verletzt, daß er nach mehrtägigem Schmerzenslager verStarb. Aus der Wetterau. Mehrere Dorfkirchenvorstehertagungen finden in unserer Gegend statt. So am 13. Februar in Rodheim v. d. 5., am 27. Februar in Reichelsheim und am 5. März in Münzenberg. Aus der Wetterau. Als ein Lehrer der Wetterau im wahren Sinne des Wortes ist wohl der Rektor Reuß zu NiederWöllstadt zu bezeichnen, der seit 46 Jahren als Volkserzieher Teine ganze Dienstzeit verbracht hat. Brandoberndorf. Wie wertvoll und gesucht hiesiges Land ist, konnte man kürzlich bei einer freiwillig abgehaltenen Versteigerung bemerken, bei der für einen Morgen Wiese über 3000 Mark und für einen Morgen gutes Ackerland etwa 2400 Mark gelöst wurden. Die hiesige Lederfabrik sieht sich schaft zu entlassen. ,, Gießener Zeitung" Reichsminister a. D. Gotheim, dem Oberbürgermeister von Gießen, Prof. D. Berndt- Darmstadt, der Gattin des ersten Reichspräsidenten Ebert, Dr. D. Liebknecht, den sozialdemokratischen Parteien und Reichsbannervereinigungen aus vielen Orten Deutschland. Darmstadt. Von einem Auto überfahren wurde zwischen Eberstadt und Darmstadt der Fuhrmann Seibel, der sein Pferd führte. Soweit bekannt, trug er einen komplizierten Unterschenkelbruch und schwere Kopfverlegungen davon. Das Pferd war zu Boden gerissen worden und lag beim Abtransport des Verunglückten neben den Straßenbahnschienen. Darmstadt. Der Provinzialausschuß für die Provinz Starin der fenburg hat in der Frage der Kommunalisierung des Beerdigungswesens die Entscheidung getroffen, daß alle Gemeinderatsbeschlüsse, die die vollständige oder teilweise Uebernahme der Beerdigungskosten auf die Gemeinden übernommen haben, zu Recht bestehen. Das hessische Ministerium des Innern hat die Beschlüsse beanstandet. Darmstadt. Nach längerem schweren Leiden ist am Don= nerstag Landgerichtsdirektor i. R., Oberjustizrat Dr. Ludwig Rüster in Darmstadt gestorben. Damit ging einer der hervorragendsten Juristen Hessens dahin; durch Jahrzehnte hindurch eine Zierde des Richterstandes. Darmstadt. Die Frage ist noch nicht entschieden, ob die Oberpostdirektion Darmstadt aufgehoben werden soll oder nicht. Die Entscheidung wird erst vom Reichstag getroffen. Inzwischen hat die Stadtverwaltung sowohl bei der hessischen, als auch bet der Reichsregierung Schritte unternommen, um die Auflösung der Oberpostdirektion und die damit verbundene schwere Schädigung der Stadt Darmstadt abzuwenden. Hanau. In den letzten Tagen haben Verhandlungen zwischen Vertretern Bayerns und den an der Mainbrücke bei Seligenstadt interessierten Gemeinden stattgefunden, die günstig verlaufen sind. Der Bau der Brücke kann nunmehr als gesichert hetrachtet werden. Egelsbach. An der unübersichtlichen Straßenkreuzung Darmstädter Landstraße Straße Egelsbach- Langen wurde der hiesige Bürgermeister Wannemacher von einem aus Richtung Frankfurt kommenden Frankfurter Auto überfahren. Der Verunglückte trug schwere Verletzungen davon. Ossenheim. In Aufregung befindet sich die hiesige Einwohnerschaft, denn es stehen ihr Verluste durch die Veruntreuungen des Sparkassenrechners vom Raiffeisenverein bevor. Es konnte festgestellt werden, daß die veruntreute Summe größer ist, als man anfangs glaubte. Von dem durchgebrannten Kassenrechner fehlt noch jede Spur. Worms. Nach einem Maskenball in Niederflörsheim entstand zwischen einigen jungen Burschen Streit. Es tam zu einer Messerstecherei, wobei ein junger Mann aus Zell durch einen Schlag auf den Kopf und einen Messerstich in das linke Schulterblatt schwer verletzt wurde. Als der Vater des Täters von der Sache erfuhr, erlitt er einen Herzschlag, der seinen Tod herbeiführte. Wetzlar. Am Samstag abend, nach der Durchfahrt des Per- Wezlar jonenzuges 20,35 Uhr, wurde auf dem Gleis Gießen im Bereich der Station Dutenhofen ein Schienenbruch entdeckt. Der Betrieb wurde sofort eingleisig umgestellt. Das beschädigte Gleis war gegen 23 Uhr wieder fahrbar. Limburg. Die Landwirtschaftskammer veranstaltet Ende Februar oder Anfang März dieses Jahres in Limburg a. d. L. eine Nassauische Landwirtschaftliche Woche. Frankfurt. Wie„ WSN." meldet, ist der ehemalige Verwaltungsdirektor der Frankfurter Städtischen Bühnen, MüllerWieland, gegen den im Zusammenhang mit seinen Verfehlun= gen ein Strafverfahren eingeleitet worden ist, nach Amerika abgereist. Ebenso befindet sich der ehemalige Direktor der Arbeitszentrale, Trapp, gegen den ebenfalls ein Strafverfahren schwebt, seit längerer Zeit in Buenos Aires. Die Organisation des Heff. Sängerbundes innerhalb der Provinz Oberhessen. Mit dieser wichtigen Frage, mit der eine gedeihliche Weiterentwidlung des Männerchorwejens in allgemeinen, in engſter Verbindung steht, hat sich der Vorstand des HSB. schon wiederholt und eingehend befaßt. Immer wieder standen die zu dieser Arbeit Berufenen vor einer Aufgabe, die zu lösen cine Ueberwindung von großen Schwierigkeiten erforderte, die zum Teil in der geographischen Lage der Provinz selbst, als auch den beiden anderen Hessischen der Kriſe am Ledermarkt gezwungen, einen Teil ihrer infolge Provinzen gegenüber zu erbliden waren. Arbeiter= un 20. und Büdingen. Der Petri- Markt, welcher seit 600 Jahren besteht, findet vom 19.- 22. Februar statt. Er am 19. Fe bruar durch einen historischen Festzug eröffnet; am 20. und 21. ist Pferde-, Kram, Rindvich- und Schweinemarkt; der 22 bringt ein großes Volksfest. Darmstadt. Dem Staatspräsidenten Ulrich sind aus Anlah seines Geburtstages außer zahlreichen Glückwünschen auch noch eine ganze Menge weitere Telegramme und Schreiben zugegangen, darunter von dem Reichskanzler a. D. Wirth, dem Bischof von Mainz, von Geh. Kommerzienrat Dr. W. v. Ope!, dem Hessischen Städtetag, dem Oberbürgermeister von Offenbach, dem Prof. Dr. Sommer von der Landesuniversität, dem Warum ewig in Miete wohnen? Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. 3. für das Geld, das man sonst jährlich an Miete zablt, lich ein freies Eigenheim schaffen kann. Unkündbares Baugeld[ chon u 4° 3ins. Sicherster Weg, um je nach den Leistungen des Sparers in kürzerer oder längerer Zeit, u. U. Jchon in 1½ bis 2 Jahren, zum Eigenbeim zu gelangen. Frage an bei der Bausparkasse der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Württ. Sofortige Darleben werden nicht gegeben. Feder Familie ein Eigenheim! In 8 Jahren an 2286 Baufparer 36,7 Mill Rmt. zugeteilt. Die größte Klippe zur Erreichung einer geschlossenen Einheit bildeten jedoch immer wieder die in unserer Provinz bereits bestehenden Sängerverbände, die zum größten Teil auf eine langjährige, traditionsreiche Vergangenheit zurückblicken und mit Recht auf ihrer unbedingten Selbständigkeit neben jeder anderen Organisation beharrten. Ein am 4. September 1927 in Gießen im Cafe Leib stattgefundener Provinzialsängertag, zu dem der Hauptbundesvorstand erschienen war, faßte nach überreicher Aussprache den Beschluß: Alle bis jetzt bestehenden Bünde als selbständige Gaue bestehen zu lassen und neben diesen Gauen die sechs geographischen Kreise der Provinz als sogenannte Sammelgaue zu bilden, in denen sich alle die Vereine zusammenschlies= sen sollten, die keinem Unterbund, sondern dem HSB. direkt angehören wollten. Man schaffte also 11 selbständige Gaue, deren Bildung man damals schon von verschiedenen Seiten mit großem Beden= fen gegenüberſtand. Am Sonntag, dem 29. Januar, fand abermals eine Sigung des Provinzialvorstandes unter der Leitung des Vorsitzenden, Herrn Lehrer Gengnagel- Grünberg, statt, zu der auch die Vorsitzenden der einzelnen Bünde( Gaue) eingeladen und erschienen waren. Auf der Tagesordnung stand wieder einmal das Schmerzenskind, die Organisation der Provinz Oberhessen. Nach reichlicher Aussprache im kleinen Kreise stand die Versammlung einmütig auf dem Standpunkt, daß die auf dem Provinzialsängertag am 4. September geschaffene Teilung der Provinz in 11 Gaue von theoretischen Gesichtpunkten aus wohl Rr. 11. Was tun Sio wenn Jhr Kaffeegetränk nichtso schmeckt wie Sie es wünschen? Nehmen Sie als Zusatz Aecht Franck, wie Millionen anderer Hausfrauen auch! Dann bekommt hr Kaffeegetränk ein feines Aroma und eine schöne goldbraune Farbe. Versuchen Sie es gleich! Aber lassen Sie sich ja nichts anderes geben, nur Aecht Franck mit der Kaffeemühle seit 100 Jahren das anerkannt Beste auf dem Gebiet der Zichorienkaffee- Erzeugung. FRANCK für richtig gehalten wurde, jedoch eine praktische Durchführung sich als vollständig unmöglich erwies. Außerdem konnte man feststellen, daß außer den bis jetzt gegliederten 11 Gauen, noch 15 weitere dem HSB. bis jetzt fernstehende Sängerbünde bestehen, die nach eventueller Erfassung und Angliederung die stattliche Zahl von 26 selbständigen Gauen repräsentieren würden, eine Ueberorganisation, die sich für unsere edlen Bestre bungen nicht fördernd, sondern unbedingt hemmend auswir fen müßte. Aus allen diesen Gründen schritt man zu einer neuen Gliederung und teilte die Provinz Oberhessen in 4 große Gaue, und zwar den Gau Gießener Becken, Gau Wetterau, Gan Vogelsberg- Nord und Gau Vogelsberg- Süd. Diesen 4 Gauen wurden die entsprechenden Bünde mit dem Einverständnis der anwesenden Vertreter als geschlossene Bezirke eingegliedert und dürfte wohl hiermit auch diesen in weitgehenstem Maße Rechnung getragen sein, sowie deren unantastbare Selbständigkeit voll und ganz gewährleistet sein. Die in aller Kürze beabsichtigten Gausängertage wählen ihren Gauvorstand, dem auch alle jeweiligen Bundesvorsitzen= den der Unterbünde ohne besondere Wahl angehören sollen, alle Vereine innerhalb des Gaues, welche keinem Unterbunde angeschlossen sind, unterstehen dem Gauvorstand direkt. Die Versammlung stand geschlossen auf dem Standpunkte, durch diese neue Gliederung nun endlich eine Organisation geschaffen zu haben, durch die auch wir uns in Oberhessen würdig an unsere Nachbarprovinzen anreihen können, und durch die eine gedeihliche Weiterentwicklung des HSB. gegeben ist, wodurch auch dieser als festgeschlossenes Glied in der großen Kette des mächtigen Deutschen Sängerbundes gebucht werden fann. Möchten sich nur jetzt alle noch uns fernstehenden Vereine und Verbände zur Aufgabe machen, sich unserer Organisation anzuschließen und mitzuhelfen an dem großen Kulturwerk zur Sebung und Förderung des deutschen Männergesanges und zur Pflege des deutschen Liedes. Vermischtes. Das deutsche Lied in Dänemark. Der deutsche Mgo.„ Union" in Sonderburg( Dänemark) konnte in diesen Tagen unter Beteiligung der Brudervereine aus den nordschleswigschen Städten Tondern, Lügumkloster, Hoyer und Hardersleben die Feier seines 60jährigen Bestehens begehen. Das deutsche Lied hat für Nordschleswig eine besondere politische Bedeutung. Beim Abstimmungskampfe hat es sich als Bundesgenosse treu bewährt. Aus tausend Kehlen erscholl bei den Volfsumzügen der Sang vom meerumschlun= genen Heimatland wie das Protestlied Emanuel Geibels gegen den Brief des Fürsten vom Inselreich. Auch jetzt ist es den abgetrennten Deutschen nicht minder lieb und wertvoll, spricht doch die deutsche Seele aus ihm, und immer wieder packt es erdrückend wirkt. Bon großem Dang und Anerkennung, den die deutschen Nordschleswiger den deutschen Gesangvereinen für ihr Wirken zollen, spricht die lebhafte Anteilnahme der Bevölkerung an der Feier. der„ Union". Die Jubiläumsfeier war mit einer eindrucksvollen Bannerweihe verbunden. Unter Leitung von Ernst Hansen schloß sich ein Festtonzert an, in dem u. a. ,, Wieland der Schmied" von R. Hoffmann zum Vortrag gelangte. Auch befreundete. Vereine aus Hardersleben, Hoyer und Lügumkloster traten mit Chören auf. Ein Geſamtchor mit Heinrichs wuchtigem Deutschlandslied ,, Wo gen Himmel Eichen ragen" bildete den Abschluß des Konzerts. das Gemüt, wenn die Not ber, Zeit jier ett Jedes zweite Auto auf Kredit gekauft. Etwa seit anderthalb Jahren bestehen jene Kreditinstitute, die heute, die Mitteilung wird jeden überraschen, dem deutschen Autohandel und durch ihn auch der Autoindustrie rund 150 Millionen zur Verfügung stellen. Diese Zahl beweißt, welchen großen Umfang in aller Stille das Autokreditgeschäft angenommen hat. Sie besagen, das jeder zweite Wagen auf Kredit gekauft ist. Die älteste Frau Deutschlands gestorben. In Embsen, Kreis Lüneburg, starb in diesen Tagen Deutschlands älteste Frau, die Witwe Johanna Prigge. Sie wurde am 6. November 1921 zu Hamburg geboren. Samstag, den 4. Februar 1928. ** Weil bie biden Männer früher sterben. In den Statu ten des Budapester 3weizentnez- Klubs" heißt es: Aufnahme in den Klub finden nur Herren, die mehr als 200 Pfund ,, Le= bendgewicht" auf die Waage bringen. Als Aufnahmegebühr Find für jedes Kilo 1000 Azonen( 75) zu zahlen, im geringsten Falle 100 000 kronen( 75,-). Alle Herren, die 300 Pfund und mehr wiegen, werden als Ehrenmitglieder unentgeltlich aufgenommen. Die Zahl der Mitglieder, die im steten Wachsen begriffen ist, beläuft sich auf über Hundert. Das bidste Mitglied miegt 512 Pfund. Zwed des Bereins ist erhöhte fröhliche Geselligkeit, um sich ein wenig rascher zu amüsieren, da dide Männer verhältnismäßig früh sterben. Die Tranthucht unter den zuffischen Frauen. Das Organ der russischen Genossenschaft ,, Trud" lenkt die Aufmerksamkeit auf die zunehmende Trunksucht der Frauen in Rußland. Es teilt mit, daß im vergangenen Jahre und 40 000 Personen in Leningrad wegen Trunfsucht bestraft worden sind, gegenüber 2100 im Jahre 1925 und daß von den Bestraften die Hälfte Frauen waren. ,, Den Didften" natürlich! Baris. Ein hiesiges Boulevardblatt stellte foinen Lesern fürzlich die Frage: Nehmen Sie an, daß die Herren: Marschall Foch, Poincaré, Lindbergh und Edison zusammen einen Ballonaufstieg machten, daß der Ballon am Verunglücken fei und daß es nur einen einzigen Ausweg gebe nämlich einen der Passagiere über Bord zu werfen. Wen würden Sie da wählen?" Die Zeitung erhielt eine große Anzahl von Antworten, in denen die Vorzüge der einzelnen Berühmtheiten lang und breit erörtert wurden. Ein Brief nur enthält die richtige Antwort. Sie lautete turz und bündig:„ Den Dichsten!" Bücherede. Das deutsche Morgenrot. Ein Arndt- und Stein- Roman von Ostar Anwand. Mit 22 Abbildungen nach historischen Darstellungen. Verlag von Rich. Bong, Berlin.-Ganzleinen 6,50 RM., Halbleder 10,- RM. Ein Buch starfen ,, Gießener Zeitung" inneren Erlebens, das die Zeit gewaltigen Ringens um eine neue Entwicklung Deutschlands, in die bisher nur der Historiker flaren Einblick besaß, geschichtlich getreu und mit dichterischer Kraft der Vergegenwärtigung darstellt. Wie zwei Pfeiler, die das Gewölbe des Romans tragen, wachsen die Schicksale Arndts und Steins nebeneinander empor, streben sich zu und vereinigen sich. Durch den Roman, der mit dem Ausmarsche zum Befreiungstriege endigt, leuchtet die tiefe Sittlichkeit dieser Volkserhebung. Das Buch ist von dem Verlage vornehm ausgestattet. * Bilanz und Einkommensteuer. Ein unentbehrlicher Ratgeber für buchführende Geschäftsleute und solche, die es werden wollen, sowie eine praktische Anleitung für jeden Steuerpflich tigen, der seinen tatsächlichen Verhältnissen entsprechend besteuert sein will. Im Selbstverlag herausgegeben von W. Harry Möller, Buchprüfer und Steuerberater, Oberndorf a. N. Zweite Auflage. Preis 2,10 RM. postfrei. Das Buch kommt aus der Praxis und ist dazu bestimmt, dem Praktiker zu helfen. Kurz und bündig will es die bei Einrichtung einer Buchführung und beim Buchabschluß auftauchenden Fragen flären. Der zweite Teil erläutert die wesentlichen Bestimmungen des Einkommen: steuergesetzes unter Zugrundelegung des vom Steuerpflichtigen auszufüllenden Steuerformulars mit Beispielen für die Berechnung des Einkommens für Gewerbetreibende mit oder ohne Buchführung, so daß das Buch zur Abgabe der Einkommensteuererklärung zur Frühjahrsveranlagung 1928 unentbehrlich ist. Geschäftliches. eine Mannesmann baut einen 2,4 Liter 8 Zylinder Neuschöpfung ersten Ranges. Die Direktion des MannesmannAutomobil- Werks Remscheid teilt mit, daß sie einen 2,4 Liter 8 Zylinder Personenwagen 9/ 55PS auf den Markt bringt, der seit einer Reihe von Monaten erprobt ist und sich ausgezeichnet bewährt hat. 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