Gießener Zeitung Erscheint: Samstags. = ( Neueste Nachrichten) Bezugspreis 50 Pfg. monatlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. Politische Tagesschau. Angriffe gegen den Reichswehrminister, er unterhalte aus Mitteln des Reichswehretats den„ Süddeutschen Zeitungsdienst" in München, entsprechen, wie amtlich ver: lautbar wird, nicht den Tatsachen. * Af Wunsch Litauens wird es zu Beginn der deutschlitoaischen Handelsvertragsverhandlungen Ende Januar zu einer Reichsaußenminister Zusammenkunft zwischen Stresemann und Woldemaras in Berlin tommen. * In der Silvesternacht haben 15 jüngere französische Offiziere in Zweibrücken wie die Vandalen ge= haust. Das Bismarddenkmal besudelten sie, Aushangstafeln und Ladenschilder wurden zerstört, selbst der von der Stadt errichtete„ Weihnachtsbaum für Alle" wurde ein Opfer der Rohlinge. * In Danzig ist nach beschleunigten Verhandlungen die Neubildung der Regierung auf dem Boden der Weimarer Koalition für die nächsten Tage zu erwarten. 會 Die Rektoren der drei steirischen Hochschulen haben der deutschen Studentenschaft eine Entschließung zum Becker Erla ß übermittelt, nach der sie zum Ausdruck bringen, auch ihrerseits in Zukunft für den groß- deutschen Aufbau der Deutschen Studentenschaft eintreten zu wollen. An der steirisch ungarischen Grenze ist es zu einem sehr ernsten 3011 streit gekommen. Mehrere Wagen mit„ Maschinenteilen" enthielten jedoch„ Maschinengewehre". Trotz des Einspruchs der österreichschen Zollbeamten schoben die Ungarn die Wagen mit militärischer Gewalt in ihr Hoheitsgebiet. Die Führer der rumänischen Bauernpartei erflärten, die Regierung als nicht zu Recht bestehend, jezt nicht mehr länger anerkennen zu wollen. Neujahrsempfang beim Reichspräsidenten. Bei dem Neujahrsempfang in Berlin hat Reichspräsident von Hindenburg an die Diplomaten und die Vertreter der Reichsregierung Ansprachen von hoher politischer Bedeutung gerichtet. Er hat in ernsten, wirkungsvollen Worten der bitteren Enttäuschung des deutschen Volkes Ausdruck gegeben, daß trog Locarno, trotz Genf immer noch fremde Truppen auf deutschem Boden stehen. Vor den Diplomaten hat er das getan in der Sprache, die diese Kreise verstehen. Wenn Hindenburg zu ihnen davon gesprochen hat, daß seine Nation um so freudiger an der Schaffung einer wahren Friedensgemeinschaft mitarbeiten wird, jemehr sie davon überzeugt ist, daß dadurch ihr höchstes Gut, die Freiheit, begründet wird, dann weiß jeder von diesen Botschaftern, Gesandten und Geschäftsträgern, was damit gemeint ist. Rückhaltlos und offen hat Hindenburg dann die Forderung nach endlicher Befreiung des Rheinlandes in seiner Ansprache an die Vertreter der Reichsregierung erhoben.„ Fremde Militärgewalt und Besatzung im Lande ist unvereinbar mit einer endgültigen Befriedigung." Das sind die Worte, die treffend die Ansprache an die Diplomaten unterstreichen. Schließlich hat der Reichspräsident den Neujahrstag benutzt, um erneut in eindringlichen Worten das deutsche Volk zur Geschlossenheit, zur Ueberbrückung der Gegensätze, zur Einheit zu mahnen. Vor allem erklärte der Herr Reichspräsident in seiner AnDruck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Dienstag, den 3. Januar 1928 tretungen, daß die Wahlen, in deren Zeichen das neue Jahr stehe, nicht zur Vertiefung der Gegensäge und zu persönlicher Bekämpfung und Verhetzung ausarten, sondern daß auch im Wahlkampf der Gedanke an das Vaterland und die Gemeinschaft des deutschen Volkes vor dem Streben nach parteipolitischem Vorteil stehe. ,, Denn nur in diesem Gedanken und im festen Zusammenhalten aller Deutschen können wir die so schwierigen Probleme und Aufgaben lösen, die noch vor uns liegen. Daß Gott uns hierfür Kraft und Stärke gebe, daß unserem schwer geprüften Volke weiter Gesundung und friedlicher Fortschritt beschieden seien, ist der Neujahrswunsch, mit dem ich Sie und das deutsche Volk von Herzen grüße!" Anschließend übermittelten zahlreiche Abordnungen, so das Reichstagspräsidium unter Führung des Reichstagspräsidenten Löbe, der preußische Ministerpräsident Braun, die Vertreter der Wehrmacht und die Direktoren der Reichsbahn und Reichsbank dem Reichspräsidenten ihre Glückwünsche, für die er ebenfalls mit herzlichen Worten dankte. Trotz Locarno! Berlin. Bei den Gratulationen zum neuen Jahre, die dem Reichspräsidenten von Hindenburg zugegangen sind, mußte überraschen, daß die Staatsoberhäupter von Frankreich, England und Italien es nicht für notwendig gefunden haben, Glückwünsche zum Neujahr auszusprechen. Sie haben dies übrigens auch bei Hindenburgs 80. Geburtstag nicht getan. Man kann die Frage aufwerfen, ob ein solches Verhalten mit dem Gesetz der internationalen Höflichkeit in Einklang zu bringen ist. Der Herr Reichspräsident hat mit dem österreichischen Bundespräsidenten Hainisch, Papst Pius XI., König Gustaf von Schweden, König Haakon von Norwegen, König Boris Don Bulgarien, Reichsverweser Horthy von Ungarn und dem Schah von Persien Neujahrsglückwünsche gewechselt. Reichsarbeitsminister Dr. Heinrich Brauns begeht heute am 3. Januar seinen 60. Geburtstag. Er wurde 1890 zum Priester geweiht und hat von 1900 bis 1920 die 3entralstelle des Volksvereins für das katholische Deutschland ge= leitet. Seit 1919 auch Reichstagsabgeordneter des Zentrums, trat Brauns im Juni 1920 als Arbeitsminister in die Reichsregierung und bekleidet sein Amt bereits acht Jahre. Am 22. April in Frankreich Wahlen. Paris. Der„ Matin" glaubt mitteilen zu können, daß für den ersten Wahlgang der französischen Wahlen endgültig der 22. April und für den zweiten Wahlgang der 29. April festgesetzt sind. Ein weiterer Einspruch gegen die hessische Landtagswahl. Gegen die hessische Landtagswahl vom 13. November hat nunmehr auch die Evangelische Volksgemeinschaft beim hessischen Staatsgerichtshof Einspruch erhoben. Sie begründet den= selben unter anderem damit, daß die Gesamtzahl der erzielten Unterschriften wenigstens zwei bis drei Abgeordnete erwicien lassen. Somit wäre das Bild des hessischen Landtages doch ein wesentlich anderes geworden, wenn die vom Staatsger: htshos ves Deutschen Reiches in seiner Entscheidung vom 17. Dezember als verfassungswidrig bezeichneten Wahlbestimmung nicht befolgt worden wären. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lotal 12 Pig., die 90 mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platzgurichriften ohne Verbindlichkeit Ber Wiederholungen Rabatt. für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 1 mit sich. Die Erhöhung der Fernsprech- und Postgebühren bedeutete gleichfalls eine Beeinträchtigung. Es war nicht möglich, eine Abwälzung aller Unkosten auf die Kundschaft vorzunehmen. Insbesondere litt das Handwerk wie die gesamte deutsche Wirtschaft unter dem starken, sich mehrenden Steuerdruck. Das Finanz- und Steuerprogramm des Reichsfinanzministers Dr. Köhler wurde wegen seiner angekündigten durchgreifenden Erleichterungen mit Freude begrüßt. Leider sind die vorgenommenen Steuererleichterungen und Steuervereinfachungen nur von unwesentlichem Einfluß und auf der anderen Seite, vornehmlich durch die Erhöhung der Realsteuern, bei weitem wieder ausgeglichen. Die bisherigen Beratungen über das vor> gelegte Steuervereinheitlichungsgesetz konnten zu keinem befriedigenden Ergebnis führen. Nur mit größten Bedenken nimmt das deutsche Handwerk Kenntnis von den Beschlüssen des vorläufigen Reichswirtschaftsrats. Es muß der Erwartung Ausdruck gegeben werden, daß bei der weiteren Behandlung des Entwurfs die Bedürfnisse der Wirtschaft mehr als bisher Berücksichtigung finden. Reichsfinanzminister Dr. Köhler hat erst kürzlich wieder unterstrichen, daß die gesamte Wirtschaft hier an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt ist. Indessen ist die Gefahr erhöhter steuerlicher Belastung noch nicht verschwunden. Bei den kommenden Beratungen des Entwurfs, sowie bei den Beratungen über den Reichshaushaltsvoranschlag für 1928 muß grundsätzlich dem Gesichtspunkt Rechnung getragen werden, Steuererhöhungen unter allen Umständen zu vermeiden. Von der Arbeit des Gesetzgebers hat das deutsche Handwerk mit größtem Interesse die Beratungen zu dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenderung der Gewerbeordnung und des Handelsgesetzbuches, der sogenannten Handwerksnovelle verfolgt. Es wurde begrüßt, daß endlich wichtige berufsständische Fragen ihrer Lösung zugeführt werden sollen, umso mehr, als das Handwerk bereits über 6 Jahre eine Neuregelung für sich erstrebte. Bekanntlich sieht die Novelle die Errichtung einer Handwerksrolle vor, in die alle selbständigen Handwerksbetriebe einzutragen sind, um damit die Grundlage für die Wahlen zur Handwerkskammer abzugeben und zugleich die Möglichkeit statistischer Erhebungen im Handwerk zu schaffen. Die Wahlen zu den Handwerkskammern sollen auf der Grundlage des allgemeinen gleichen und geheimen Wahlrechts durchgeführt werden. Die Hoffnung des Handwerks, im Jahre 1927 die Handwerksnovelle zu erhalten, erfüllte sich nicht. Zur Zeit liegt der Entwurf einem besonderen Arbeitsausschuß des Reichswirtschaftsrates vor. Hoffentlich gelingt es baldmöglichst, die Novelle zur Verabschiedung zu bringen und damit dem Handwerk eine feste Grundlage zu seinem Aufbau und Ausbau zu geben. Dem Reichswirtschaftsrat lag weiter zur Beratung vor der Entwurf eines Arbeitsschutzgesetzes, wozu der Sozialpolitische Ausschuß kürzlich zu den ersten Paragraphen ein ausführliches Gutachten erstattete. Auch der Entwurf eines Berufsausbil= dungsgesetzes ist im Reichswirtschaftsrat noch nicht vollständig durch beraten. Die Vorlagen zur endgültigen Ausgestaltung des Reichswirtschaftsrats haben unterdessen ihre erste Beratung im Reichstag gefunden. Hoffentlich findet das Handwerk bei allen diesen Vorlagen die entsprechende Berücksichtigung. Es scheint noch viel zu wenig bekannt zu sein, daß das deutsche Handwerk nach den neuesten statistischen Erhebungen rund 1,3 Millionen Betriebe zählt und von dem Ertrag seiner Arbeit rund 8 Millionen Deutsche leben, ganz abgesehen von den kulturellen, sozialen und nationalen Gründen, die gleichfalls eine Berüdsichtigung des Berufsstandes in Gesetzgebung und Verwaltung erheischen. Die nicht vollendeten Gesetzesarbeiten werden im neuen Jahre ihrer Vollendung entgegengeführt werden. Um eine steuerliche Erleichterung zu erreichen, ist es auch dringend notwendig, endlich einmal mit der Verwaltungsreform zu beginnen. Bislang hat die Erörterung dieser Frage feine wesentlichen Fortschritte gezeigt und doch muß sie mit ernstem Willen und fester Absicht angefaßt werden, da ihre Lösung eine weitere Hinauszögerung nicht mehr verträgt, dieses umso mehr, als im sprache an die Reichsregierung, die dadurch ja zugleich uns allen Das Handwerk an der Schwelle menden Jahr das sogenannte Normaljahr auf Grund des gilt: Wir gedenken, so erklärte er, heute wiederum in schmerzlicher Anteilnahme der Volksgenossen im besetzten Gebiet und geben im Bewußtsein, in diesem Wunsche mit dem ganzen deutschen Volke eins zu sein, auch heute der Erwartung Ausdruck, daß ihnen bald Befreiung werde. Fremde Militärgewalt und Besatzung im Lande ist unvereinbar mit einer endgültigen Befriedung. Nur auf freiem Boden und zwischen freien Völkern lann der Gedanke der Verständigung und des Ausgleiches voll zur Auswirkung gelangen. Mit lebhafter Genugtuung stelle ich dagegen fest, daß es in den letzten Tagen gelungen ist, dem anderen bedrängten Grenzgebt. unsers Vaterlands, Ostpreußen, durchgreifende Hilfe zusagen zu können. Ich hoffe, daß diesem Versprechen bald die Berwirklichung folgt und daß die schweren Sorgen, die über diesem von der Heimat getrennten Landesteil, und seiner ar= beitsfreudigen Bevölkerung, seit Jahren lasten, in Kürze behoben werden. Zum Schluß begrüßte auch Reichspräsident v. Hindenburg die wesentliche Besserung der wirtschaftlichen Lage Deutschlands, hoffte, daß der Gedanke des sozialen Friedens und Ausgleichs sich im neuen Jahre stärken und vertiefen möge. Dann bezeichnete er es als seinen dringenden Wunsch an diesem Neujahrstage an alle Deutschen, besonders aber an die führenden Männer im Parteileben, in der Presse und in den Volksverdes neuen Jahres. Das Jahr 1927 brachte dem deutschen Handwerk eine zunehmende Beschäftigung. War zu Anfang des Jahres die wirtschaftliche Lage noch schlecht und die des Handwerks im besonderen durch das große Heer der Erwerbslosen gedrückt, so trat im März und April eine wesentliche Besserung ein. Sie war bedingt durch die zunehmende Bautätigkeit vornehmlich in den Städten, durch Aufträge der Landwirtschaft auf dem Lande und durch die allgemein bessere Beschäftigung in der Industrie, die zu einer starken Verminderung der Erwerbslosen beitrug. Auch in den Sommermonaten hielt die erfreuliche Aufwärtsbewegung an, bis im November, in erster Linie verursacht durch die Saisonsschwankungen, ein merkliches Abflauen folgte. Diese Belebung im verflossenen Jahr war jedoch nicht von einer entsprechenden Steigerung des Geschäftsertrages begleitet. Die Preise für viele Rohstoffe und Materialien zeigten eine langsame aber stetige Erhöhung. Die gestiegenen sozialen Laſten und die zum Teil durch Mieterhöhung bedingten Lohnsteigerungen trugen weiter zur Schmälerung des Ertrages bei. Die neue Regelung der Arbeitszeit, insbesondere die Verpflichtung, Mehrarbeit mit einem prozentualen Aufschlag zum vereinbarten Lohn zu bezahlen, brachte wieder eine fühlbare Belastung Dawesabkommens beginnt, das der deutschen Wirtschaft eine jährliche Belastung von 2½ Milliarden Mark bringt. Angesichts der Fülle der Arbeiten erscheint es zweifelhaft, ob der gegenwärtige Reichstag, der im neuen Jahre seinem Ende entgegensieht, alle Vorlagen wird verabschieden können. Unzufriedene treten schon jetzt für eine Auflösung des Reichstags ein. Die auch im Handwerk zum Teil vorhandene Unzufriedenheit mit den bestehenden Verhältnissen und das Gefühl, bei der Behandlung der Gesetzesvorlagen nicht immer genügende Berücksich: gung seiner Interessen gefunden zu haben, hat in zunehmendem Maße dazu geführt, sich von den älteren Parteien loszulösen und sich jüngeren Parteien mit vorherrschend wirtschaftlicher Zweckbestimmung anzuschließen. Die Spitzenverbände des deutschen Handwerks wollen weder zugunsten der einen noch der anderen Partei ihren Einfluß ausüben, solange die in Frage kommenden Parteien in ihrer Politik auch die Interessen des Handwerks berücksichtigen. Bei den politischen Parteien selbst und bei ihren Fraktionen liegt die Entscheidung, ob sie die berechtigten Wünsche des Handwerks in ausreichendem Maße erfüllen und damit dem Handwerk die Möglichkeit belassen wollen, parteipolitische Neutralität auch weiterhin zu wahren. Mögen Parlament und Regierung im neuen Jahre den Interessen des Handwerks im erforderlichen Umfang Rechnung tragen. Nr. 1. Diensta Dienstag, den 3. Januar 1928. Lokales. * Lohnsteuer. Auf die heutige Bekanntmachung der Finanzämter betreffend die Einreichung von Belegen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927 wird hiermit besonders hingewiesen. Auch sind von den Arbeitgebern Lohnzettel nach vorgeschriebenem Muster für alle Arbeitnehmer auszuschreiben, deren Arbeitslohn im Kalenderjahr 1927 9200 RM. überstiegen hat. Die Lohnzettel sind bis zum 31. Januar 1928 an das für den Arbeitnehmer zuständige Finanzamt einzureichen. - * Der Bund ehemaliger 81er( Inf.- Reg. 81, Res.- Inf.- Reg. 81, Landw.- Inf.- Reg. 81 mit Ersatz- Bataillonen und Kriegsformationen) muß seine, ursprünglich für den 2. und 3. Juni 1928 in Aussicht genommene Wiedersehensseier in Frankfurt a. M. nunmehr endgültig auf den 9. und 10. Juni 1928 verschieben. Auskunft erteilt: Kamerad Hermann Frank, Frankfurt a. M., Schielestraße 26, und die örtlichen 81er- Vereine. ,, Gießener Zeitung" Rücksicht auf die in diesem Jahre so frühzeitig beginnenden Fastnachtstage nur ganz kurze Pausen zwischen den einzelnen Veranstaltungen. Es sind außer dem vorgestrigen traditionellen Neujahrskonzert, das den Reigen der Festlichkeiten eröffnete, noch drei Herrensitzungen, drei Konzerte, zwei Vor-, sowie der Fastnachtsmontags- und Dienstagsball, eine Damen- und eine Fremdensizung und ein Kinderfest in der in den närrischen Farben schillernden Narrhalla( Stadthalle) vorgesehen. Et= was Neues bietet die in der zweiten Januarwoche vorgesehene Masten- Modenschau. Der am Fastnachtsmontag stattfindende 90jährige Jubel- Rosenmontagszug wird eine noch nie geschaute Sehenswürdigkeit bilden. Das gut besuchte Neujahrskonzert bewies besonders durch die Anwesenheit zahlreicher Gäste aus den benachbarten Städten die Anziehungskraft des Mainzer Karnevals. * Wie aus einer Uebersicht der Provinzialverwaltung über ihre Tätigkeit auf dem Gebiete der Straßenherstellung in der Provinz Oberhessen im Jahre 1927 hervorgeht, wurden vom 1 April ab, dem Tage des Uebergangs der Landstraßen von den Kreisen auf die Provinz, in der ganzen Provinz Oberhessen rund 30% Kilometer Landstraßen mit Kleinplaster neu versehen, wofür der Betrag von 1 836 000 Mart aufgewandt wurde. Mit Topokabelag wurden rund 8½ Kilometer versehen und dafür 430 000 Mark ausgegeben. Oberflächenbehandlung erfuhren rund 54 Kilometer mit einem Kostenaufwand von 270 000 Mart. Für Bewalzung wurden insgesamt rund 220 000 Mark ausgegeben. * Die hessische landwirtschaftliche Woche findet vom 9.- 13. Januar 1928 in Darmstadt statt. Die hess. landwirtschaftliche Woche ist stets das große Treffen der praktischen Landwirtschaft in Darmstadt, das sich alljährlich größten Zuspruchs erfreut. Aus Rab und Fern. Nah Herborn. Ein orfanartiger Sturm hat in den Gemarkungen Driedorf, Renderoth, Arborn schweren Schaden an Gebäuden und Bäumen verursacht. Auch die Waldungen wurden in Mitleidenschaft gezogen. mundartlicher Dichtung die weiteste Verbreitung zu wünschen sein. Das erste Januarheft„ Das Theater" ist wieder sehr inhaltsreich. Das mit Illustrationen geschmückten Heft kostet nur eine Mark und ist auf den Bahnhöfen und beim Verlag( BerlinSchöneberg) zu haben. Dillenburg. Bürgermeister Kupfrian teilt mit, daß die Aufbringung der Kosten für die Dillregulierung der Verwaltung große Sorgen bereite. Das vom Kulturamt ausgearbeitete Projekt sei mit einem Kostenanschlag aufgestellt worden, der mit Nebenkosten auf 170 000 Mark kommt. Ständen für die Durchführung auch von Staat und Bezirksverband Wiesbaden insgesamt 70 000 Mark zur Verfügung, die als Vorschüsse zugesagt worden sind, so sei bis jetzt noch keine Möglichkeit für die Durchbringung des Restbetrages gegeben. Bei der Dringlichkeit der Ausführung des Planes müssen Mittel und Wege gesucht werden, um die notwendigen Summen bereit zu stellen. Hilfe für die Unwettergeschädigten im Vogelsberg. Für die unwettergeschädigten Gemeinden des Vogelsberges fand in der landwirtschaftlichen Abteilung des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft eine Aussprache der Notstandskommission der geschädigten Gemeinden des oberen Vogelsberges mit den zuständigen Beamten statt. In etwa dreistündiger Unterhaltung schilderten die Mitglieder der Kommission die Art der Entstehung der Schäden, gaben Anregungen zur Beseitigung der vorliegenden Schäden und zu vorbeugenden Maß= nahmen grundsätzlichen Charakters. Dabei wurde auch der Generalkulturplan erörtert. Don Schreiner- und Tischlerkalender 1928. Herausgegeben vom Landesverband bayerischer Schreinermeister, bearbeitet Syndikus Dr. R. Dörfler.. Verlag: Bayerische SchreinerZeitung, Augsburg, Preis in Leinwand fest gebunden 1, M. zuzüglich 15 R.- Pfg. Porto. Der Kalender ist diesmal speziell für Notizzwecke eingerichtet. Das Kalendarium ist so eingerichtet, daß für jeden Tag ein entsprechender Notizraum frei gehalten ist. Der übrige Teil des Kalenders enthält sehr viel Wissenswertes. Dillenburg. Das Fuhrwerk des Gemüsehändlers Frit Sänger aus Altenhunden wurde auf dem unbewachten. Eisenbahnübergang bei Langey von dem Personenzug Fredeburg Altenhunden überfahren. Der Sohn des Händlers wurde hierbei getötet und das Fuhrwerk vollkommen zertrümmert. Das Pferd blieb unverletzt. Die Schuldfrage ist noch nicht ge= klärt. Niederhosenbach. Der 57 Jahre alte Landwirt Friedrich Ha u b begab sich in geschäftlicher Angelegenheit in die hiesige Mühle. Als er in diese eintreten wollte, glitt er auf dem vereisten Wege aus und fiel in das Mühlwasser. Er wurde von dem Mühlrad erfaßt und durch das Rad gezogen. Dabei erlitt er einen Genickbruch, so daß der Tod sofort eintrat. Neu- Isenburg. Eine brutale Roheit, die ihresgleichen fucht, hat sich hier ereignet. Ein Fuhrwerksbesitzer kam in den Stall und bemerkte, daß einem Pferde die Zunge aus dem Maul hing. Man vermutete erst einen Unfall, doch stellte der zugezogene Tierarzt fest, daß die Zunge nur noch an einem Bande hing und vollständig entfernt werden mußte. Nach eingehendem Verhör gestand einer der beiden Knechte, daß sein Kollege das Pferd in dieser schrecklichen Weise durch Reißen an der Zunge verstümmelt hatte. Der Täter hat die Tat bisher nicht eingestanden. Kölner Frühjahrsmesse. Braktische Winke für die Hausfrau. Einige heiße Milchgetränke. Von Luise Holle. Die heiße Milch, die nach längeren Wegen und Märschen in feuchter, kalter Herbst- oder Winterluft das beste und nahrhafteste Durchwärmungsmittel bildet, findet bei der Jugend nicht immer freudige Bewillkommnung, weil sie ihr zu„ einseitig“ ist und deshalb nicht als wohlschmeckend und lodend empfunden wird. Um dem abzuhelfen, beachte man folgende Vorschläge: Heiße Milch mit Karamelzuder. Einige Löffel Zucker müssen in sauberer eisernen Pfanne unter Rühren auf gelindem Feuer sich leicht bräunen, worauf man vorsichtig etwas heißes Wasser daran gibt, so daß sich ein lichtbrauner Sivup bildet. Diesen gibt man an kochend heiße Milch, die dadurch einen sehr feinen Geschmack erhält. Die Tatsache, daß Köln schon seit mehreren Messen die größte deutsche Möbelmesse besitzt, wirkt sich auch auf der technischen Messe aus. Auf der bevorstehenden, vom 12.- 15. Fe bruar stattfindenden Kölner Frühjahrsmesse wird in Verbindung mit der westdeutschen Möbelmesse innerhalb der technischen Messe( 12.- 17. Februar) eine Abteilung Holzbearbeitungsmaschinen vertreten sein. Die bereits vorliegenden Anmeldun= gen zeigen, daß diese neue Gruppe ein ausgezeichnete und wirtschaftlich wertvolle Ergänzung der Möbelmesse darstellen wird. Mainz. Als in der Nacht vom Samstag auf Sonntag der verheiratete 43jährige Arbeiter und Kirchendiener Karl Bettschenka in Weinolsheim das neue Jahr eingeläutet hatte und er sich auf dem Rückweg in seine Wohnung befand, wurde er plötzlich ohne jede Veranlassung von hinten angefallen und durch einen Messerstich in die Lunge lebensgefährlich verletzt. Der Schwerverletzte wurde mittels Auto sofort hierher ins Städtische Krankenhaus überführt. Der Täter, ein 20jähriger Dienstknecht in Weinolsheim, der mit dem Verletzten befeindet ist, wurde noch in der Nacht verhaftet. 90 Jahre Mainzer Karnevalverein. Mainz. Die diesjährige Mainzer Karnevalkampagne, die im Zeichen des 90jährigen Bestehens des MKV. steht, hat mit Grüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 17. Fortsetzung. Bücherbesprechung. Heiße Milch mit Erdbeersaft. An die heiße Milchy gibt man mehrere Löffel Erdbeersaft und gibt beim Darreichen einen Löffel Schlagsahne auf die Milch. Statt Schlagsahne kann man auch steifen, mit Vanillezucker gesüßten Eiweißschnee nehmen. Vanilleschaummilch. An die heiße Milch gibt man etwas Vanillezucker und peitscht den steifen Schnee von einem Eiweiß durch, so daß man eine schaumige Milch erhält. Li Mit lich guter Ichaft steh rung, ein nicht zule zelnen G gebildete, Charakter Auf BFB.- Ma Mannscha bis zum tigen S opferung der einig Schluff man ein mn des Ihm feh Stürmer erften M noch einsp leicht daz der VfB etwas wi fagt werd um die 3 tet und nicht gan Edenv Gunsten faum au daran set Milch mit Frucht. In die heiße Milch gibt man einige Löffel Preißelbeeren und eine halbe ganz kleinwürflig geschnittene Banane. Milch mit Röstbrotwürfeln. Auf dem Rost muß man würflig geschnittenes Weißbrot ohne Fett lichtbraun rösten, diese Röſtbrotwürfel bestreut man mit feinem Zucker und beträufelt sie mit Zitronensaft, man gibt sie dann in die heiße Milch. Heiße Milch mit Himbeermarmelade. Einen Löffel steife Himbeermarmelade rührt man mit dem steifen Schnee von einem halben Eiweiß schaumig und mischt unter Quirlen und Schlagen die heiße Milch darunter, die lichtrosa aussieht und leicht schaumig ist. Georg Heß:„ Oberhessisch Woar". Verlag C. Bindernagel. 2, RM. Der in unserer Provinz schon recht gut bekannte und geschätzte Mundartdichter Georg Heß- Leihgestern hat nunmehr im Verlag von Carl Bindernagel, Friedberg i. H. ein kleines Werk mundartlicher Dichtungen erscheinen lassen, in dem er eine Anzahl neuerer Dichtungen mit den schon bekannten vergriffenen„ Mei' Owerhesse" und„ En Hessegruß“ unter dem Titel„ Owerhessisch Woar" zusammenfaßt. Das Werk enthält außer Gedichten auch zwei Dichtungen in dramatischer Form. Georg Heß ist als Oberhessischer Mundartdichter durchaus bodenständig; seine Dichtungen sind der urwüchsige Ausdruck des Volksempfindens, wie es seine Bauern beseelt. Der Verfasser stellt die Personen seiner Dichtung geradezu plastisch vor den Leser; wer jemals seine Gestalten in den alten bäuerlichen Trachten gesehen hat, dem überkommt sofort beim Lesen seiner Verse die Erinnerung an Selbsterlebtes und Erschautes. Aus allen diesen Gründen dürfte diesem ausgezeichneten Werkchen Er warf Paletot, Mühe und Dolch ab und beugte sich über denSchreibtisch. Nur wenige Papiere trug die kleine Mahagoniplatte und obenauf die Meldung, daß die Werftarbeit an U- 444 beendet sei. Darum war das Boot freilich noch nicht seeklar. Jetzt erst begann die Arbeit des Kommandanten und brachte namentlich viel verhaßte Schreiberei. Das kleine Häuflein Papiere hatte sein Vertreter gewiß aus einem Berg von Meterhöhe gewählt, damit der Kommandant sich nicht schon bei der Anfunft ärgere. Fingerknöchel schlugen an die Türee:„ Herein!" faßte den Dritten der Linken für Donnerstag Malen und Einpacken des Bootes an. Zum Schießen auslaufen könnte ich dann Geschäftliches. * Es dürfte wohl wenige Hausfrauen geben, denen der altbekannte Kaffeezusaz Aecht Frand mit der Kaffeemühle oder Kornfranck, der Ersaz für Bohnenkaffee, oder Kaffeegold, das Karlsbader Kaffeegewürz für die feine Küche, nicht bekannt sind. Viele werden darunter sein, die zum mindesten Aecht Franck mit der Kaffeemühle schon als Kind vom Kaufmann geholt haben. Deshalb ist auch von allgemeinem Interesse zu hören, daß die Firma Heinrich Frand Söhne, LudwigsburgBerlin, in diesem Jahr auf ein hundertjähriges Bestehen zurückblicken kann. Aus bescheidenen Anfängen hat sich dieses Unternehmen zu seiner heutigen Bedeutung entwickelt. Frand- Erzeugnisse werden in der ganzen Welt geschätzt und verwendet und in 26 Fabriken hergestellt. Das ist wohl der beste Beweis für erstklassige Qualitäten. Frand- Marken haben sich in jeder Beziehung als gute Freunde und Helfer bewährt. Wir sind deshalb überzeugt, daß alle Hausfrauen gern damit einverstanden sind, daß wir der Firma Heinrich Franck- Söhne auch in ihrem Namen unsere herzlichsten Glückwünsche zu ihrem Jubiläum an dieser Stelle aussprechen. Drießner lächelte:„ Freitag, Herr Kapitänleutnant?" Drewitz lachte mit. Seit Menschen in Schiffen zu Wasser gingen, trugen sie ihren Aberglauben an Bord und wiegten die Köpfe oder hoben die Brauen, wenn sie Freitags auf eine erste Fahrt sollten. „ Deichseln wirs also um, Drießner. Donnerstag wird nur gemalt und am Freitag eingepackt. Die Erlaubnis zum Schießen erbitte ich für Sonnabend und melde mich für Montag seetlar. Flottillenchef schon an Bord?" Drießner sah auf die Uhr am Handgelenk:„ Sollte in 13 Minuten hiersein, Herr Kapitänleutnant. Kommandanten zu 12 Uhr bestellt." Da war schon der gute Drießner, sein erster Wachoffizier. Ein Schlossergesell schien er im ölbefleckten, abgetragenen Bordjakett. Aber darum lugte mit weißer Wäsche doch Sauberkeit aus Hals und Aermeln des sich soldatisch knapp verneigenden Oberleutnants. Unter wohlgescheiteltem Blond haar lag ein Lachen freudigen Willkommens auf glattrasiertem Gesicht, dem der Dienst unter Wasser das gesunde Rotbraun seemännischer Jugend nicht genommen hatte. Müze in der Hand, stand er straff, bis der Kommandant mit einem Händedruckt nach Erleben und Ergehen fragte. Als nach freundschaftlichem Plaudern Drewig ernster blickte, nahm Drießner wieder Haltung und trat gegen die Tür zurück. Sein Kommandant wollte dienstlich sprechen, denn er verschränkte die Arme vor der Brust und lehnte den Rücken gegen die Platte des Schreibtisches. Vor Jahren war Drewig Flaggleutnant eines Admirals, der sich beim Eintreten jeden Offiziers vom Stuhl erhob, gegen den Schreibtisch lehnte und mit verschränkten Armen die Dienstgeschäfte im Stehen erledigte. Der junge Offizier sah, wie leicht die Höflichkeit des sonst vielheischenden Geschwaderchefs Widrig teiten oder Einspruch abtat, und wählte des Vorgesetzten Art als Vorbild. Zu den Papieren greifend, sagte er verbindlich: „ Die Werft ist also fertig, lieber Drießner. Wann kann ich Artilleriemunition und Torpedos übernehmen?" ,, Morgen, Herr Kapitänleutnant!" Also konnte er noch nach dem neuen Wachoffizier Leutnant 3. S. von Ruelow fragen. ,, Macht sich ganz gut, Herr Kapitänleutnant, und"- ein listiges Schmunzeln erhellte Drießners Gesicht„ hat um den Schriftladen gebeten. Von der Menage glaubt er wenig zu verstehen." „ Geschieht also." Er legte den Zeigefinger der Rechten an den Daumen der Linken. ,, Das wäre Dienstag! Für Mittwoch setze ich Reinschiffmachen im Innern und" der Zeigefinger Drewiß zwinferte mit den Augen: Und Sie geben die Papierkneipe nur ungern ab? Kann ich Ihnen nachfühlen. Auch soll im Frizenstaat jeder nach seiner Fasson selig werden. Also wird Ruelow Artillerie- Offizier und nimmt zum F.- L.- Kram auch den Schriftladen. Ihnen bleiben Torpedos, Mannschaft und Menage. Danke sehr." Sarg ward. Eltern und Geschwister schickten nach des Gefatlenen Habe. Ueber die Plattform kam Hiedring geschäftig schnellen Schrittes, mit blaurot verfrorenem Gesicht über dem Pelztragen, und rief von weitem:„ Na, Berlin aufgemöbelt und gut erholt, Drewizz?" Der Oberleutnant trat aus der Tür, durch die Wulkin schlüpfte. Drewitz zog sich zum Melden an. Dann schien es Zeit, setzten Rammer erklärte, Kapitänleutnant Hiedring sei noch zum Flottillenches zu gehen. Doch der Läufer vor des Vorge nicht vom Schießen zurück. „ Gehorsamsten Dant, Herr Kapitänleutnant." Der Flottillenchef war ihm an Lebensjahren kaum und an Dienstjahren wenig voraus, aber doch auf der„ Pommerania" und ihren grauen Küchlein Befehlshaber wie ein Admiral. Während des Krieges schöner Jugendzeit führte er noch ein U- Boot. Die Kommandanten der Flottille dankten Gott und der Flottenleitung für den Chef, der ihnen gleich an Lebensjahren und Berufserfahrung war. Er sprach und scherzte auch jetzt nicht lange vom Urlaubserleben des Untergebenen, sondern fragte schon im Aufbau nach der Bereitschaft von U- 444 und verabschiedete sich vor der Türe zu seiner Kammer:„ Also kann ich melden, daß Sie am Montag seeklar sind?" Aber ,, Achtung, Flottillenchef!" rief der Posten auf Deck in den Gang, um seinen Kameraden zu sagen, daß der Herr der Pommerania" komme. Ihm entgegen trat Drewitz aus dem Oberbau. Zwei verlegene, fremde Matrosen gaben den Weg frei. Wo wollt ihr hin?" „ Die Sachen von Herrn Kapitänleutnant Hersthal holen!" „ Geht!" Er winkte mit dem Zeigefinger und schloß kurz die Augen, als fühle er plößlich den Griff einer kalten Hand. Hersthal war von einer Unternehmung nicht heimgekehrt. Lange galt er als vermißt und schlief jetzt wohl unter blauen Wellen in der grauen Hülle von Stahl, die manchem der Waffe zum Befehlen, Herr Kapitänleutnant." Als gegen ein Uhr der Gong zum Essen rief, ging Drewit nach dem Speisesaal im Aufbau. Durch Bullaugen fiel Licht von rechts und links hinein. Kleine Tische, an denen einst Amerikareisende aßen, waren zu drei langen Quertafeln zusammengerückt. Um die mittlere warteten auf den Flottillenchef die Ingenieure oder Ingenieuraspiranten der Flottille, an der fernsten die Wachoffiziere und an der bei der Tür die Kommandanten mit dem Stabsingenieur, Arzt und Pfarrer. Beim Begrüßen der Kameraden konnte Drewiz eine der dicken Kanonen der Wasse beglückwünschen. Seit vierzehn Tagen trug auch Brieg den Pour le merite. ,, Mahlzeit, meine Herren." Hiedring trat ein. Nun er barhäuptig war, fiel das vorzeitig ergraute Haar über dem jugendlichen Gesicht auf. Die Wartenden verbeugten sich, saßen nieder und löffelten ihre Suppe. ,, Was trinken Sie, Brieg?" Drewitz dachte die Ordensverleihung zu feiern. Wenn er Mosel sagt, tue ich mit," meinte Siedring als Nachbar zur Rechten, und Drewitz gegenüber dröhnte der Baz Knerrheims, des rauhen Kriegers:„ Hier ditto! Der Pour le merite ist zwar ein blaues Kreuz, aber doch noch kein Orden für Wasserapostel." Schnell leerte er das schon bestellte Glas Bier auf einen Zug bis zur Neige. Fortsetzung folgt. rade die male roll gegen an front we letden, un die Verte zweitens an Verit Stürmer 1: 1 für das Resu schen ist halb der FC. 192 Bei Jahres fchaftsipi fehen, der weben vo beiderseit sich die Gäste An darauf di tes Tor erwachen zur Halb oerschossen und die Sälfte zu nicht aus 4: 2. Sm während aud 1900 len. Bei einige St glänzende Schiedsric ollen 31 Die G Was Meister ließ, schet nis des des zweit mehr sou Die die Berte Die Spiel fogar Gia in vielen faft auf d einem fid Karlsruh Kleeblät gen wur dürfte der Zumal d einmal b geboten Bayern Unver Worms ge waren stet Bech zwei jeweilig r. 1. schen et me erlinDom Don reiner M al spe o ein frei r viel Dienstag, den 3. Januar 1928. Fußball. „ Gießener Zeitung" Surnen, Sport und Liga VfB. Gießen Liga Weidenau 1: 1. Mit diesem Freundschaftsspiele hat der Verein einen wirklich guten Griff getan. Die sympatische Siegerländer MannIchaft steht in Gießener Sportkreisen in denkbar bester Erinne rung, einmal durch ihr technisches Können, dann aber auch, und nicht zuletzt durch ihre faire Spielweise. Man sah es den einzelnen Spielern an, strohende Gesundheit, harmonisch gut durchgebildete, sportgestählte Körper, ein Kampfsystem, welches als Charaktereigenschaft bestens gekennzeichnet werden kann. über das wirkliche Stärkeverhältnis der an der Meisterschaft beteiligten Gruppenmeister bleibt also auch weiterhin ungelichtet und wenn nicht alles täuscht, wird die nachstehende Tabelle noch manche Veränderung erfahren. Die Tabelle der Meisterrunde. Bayern München Worn atia Worms Sp Vg. Fürth S. V. Waldhof F. V. Saarbrücken Einiricht Frankfurt Suttg. Kiders Karlsruher F. V. Spiele 221 Tore Bunfe 42 3: 1 5: 4 3: 1 1: 0 2: 0 - 1 0: 2 1 2: 3 1 0: 1 0: 2 0: 2 0: 2 * Spiel Nr. 1. und erzielt seine 5. und 6. Ede. Hoffmann täuscht geschickt den Verteidiger Schütz, gibt nach der Mitte an Haringer, der in der 82 Minute plaziert in die linke Ede einschießt. Noch einmal rafft sich Eintracht auf und trotzdem trotzdem Ehmer wegen Tätlichkeit vom Platz gestellt wird, bleibt Eintracht bis zum Schluß weiter im Vorteil. Mannschaftskritik. Bei dem Sieger überragte Kutterer. Sein Partner stand ihm nicht viel nach. Bernstein im Tor hatte nur wenig Gelegenheit sein können unter Beweis zu stellen. Die Läuferreihe war eifrig und schnell. Hier gefiel Nagelschmitz am besten. Im Sturm merkte man deutlich das Fehlen Pöttingers, den Haringer nicht ersetzen konnte. Im übrigen konnten nur die Außenstürmer restlos befriedigen. Die„ Eintracht" verlor das Spiel durch seine unter Form spielende Läuferreihe, nur Müller konnte hier und da Ansprechendes zeigen. Auch die Verteidigung war nicht auf der Höhe. Egly war diesmal besser Auf der anderen Seite eine fast neue Aufstellung in der BFB.- Mannschaft. Nicht nur neu war die Aufstellung der Mannschaft, sondern neu war auch die Spielweise vom ersten bis zum letzten Mann. Die Mannschaft war gegen ihre sonstigen Spiele wirklich nicht wiederzuerkennen. Restlose Aufopferung jedes einzelnen Spielers bis zum Abpfiff, untereinan-„ Eintracht Frankfurt- Bahern München als Schüz. Trumpp war am ersten Tor nicht ganz schuldlos, richen nahrder einig im System und vor allen Dingen lautlos bis zum ugend „ einodend gende müß indem heißes bildet. n sehr t man n Löf man men. etwas Giweiß einige eschnit man diese täufelt ch. steife einem hlagen leidyt en der le oder ID, das efannt Aecht fmann reffe zu gsburgzurüdUnterErzeug Det und eis für Der Be ind des standen ihrem Sium an Gefal hnellen Pelzelt und und an erania" dmiral. och ein tt und Rebens te auch ondern 44 und To fann Drewiz 1 Licht it Amemmen hef die an der Comman eim Be anonen Brieg er bar jugend1 nieder Densvering als er Bak Bour le Orden e Glas Schlusse führte die VfB.- Mannschaft ein Spiel vor, an dem man seine helle Freude haben konnte. Etwas aus dem Rahmen des Ganzen heraus fiel vielleicht der Halblinke Köhler. Ihm fehlt noch die Verständigung für das fein durchdachte Stürmerspiel des neuen Mittelstürmers, welcher heute zum ersten Male mitwirkte und im Laufe der Zeit seine Halbspieler noch einspielen muß. Lobhudelei gehört nicht zur Kritik und ist leicht dazu angetan, Ueberhebungen zu züchten. Aber zum Lobe der VfB.- Mannschaft und um nun auch endlich wieder einmal etwas wirklich Gutes über die Mannschaft zu hören, muß ge= fagt werden: Die 11 Mann spielten vorzüglich. Nur keine Angst um die Zukunft, Material ist genügend da, es muß nur gezüchtet und richtig ausgenutzt werden. Das Resultat entspricht nicht ganz dem Spielverlauf, was wohl auch deutlich durch das Edenverhältnis zum Ausdruck gebracht wurde: 9: 3 zu Gunsten der VfB.- Mannschaft. Zeitweise konnte der Gegner sich kaum aus der Umklammerung frei machen und mußte alles daran setzen, sein Heiligtum frei zu halten. Typisch ist, daß ge= rade die beiden Tore keine Glanzleistungen waren, denn beidemale rollt der Ball aus dem Gedränge heraus ins Tor, wohingegen andere wohldurchdachte Angriffe nicht durch Torschuß ge= frönt werden konnten. Hierbei hatte ganz besonders VfB. zu lelden, und es ist wohl dem Umstand zuzuschreiben, daß einmal die Verteidigung der Siegerländer sehr auf der Hut war, und zweitens die Unschlüssigkeit vor des Gegners Tor aus Mangel an Verständnis, wohl bedingt durch die Neubesetzung in der Stürmerreihe jeden Erfolg vereitelte. Trotzdem das Resultat 1: 1 für die VfB.- Mannschaft ziemlich schmeichelhaft ist, hätte das Resultat sehr leicht viel höher ausgehen können. Zu wünschen ist auf jeden Fall, daß keine neuen Verschiebungen innerhalb der Mannschaft mehr stattfinden möge. * FC. 1926 Großen- Bused 1. SpVg. 1900 Gießen Liga- Res. 4: 4( 2: 2). Bei herrlichem Fußballwetter trafen sich zu Anfang des Jahres obige Mannschaften in Großen- Buseck zu einem Gesellschaftsspiel. Ein schönes Spiel konnte man allerdings nicht sehen, denn an beiden Mannschaften merkte man noch die Nachwehen von der Neujahrsnacht. Bei Beginn des Spieles waren beiderseits nur 10 Mann zur Stelle, jedoch vervollständigten sich die Einheimischen nach etwa einer Viertelstunde. Der Gäste Anstoß scheiterte an der Läuferreihe, doch sie können kurz darauf durch einen Elfmeter in Führung gehen. Auch ein zweites Tor für 1900 fiel schon nach etwa 10 Minuten. Doch jetzt erwachen auch die Einheimischen. Ihr Mittelstürmer holt bis zur Halbzeit zwei Tore auf. Ein Elfmeter wurde von ihnen verschossen. Nach Halbzeit hat 1300 die Vorteile des Plates und die Sonne im Rücken. Trotzdem werden sie stark in ihre Hälfte zurückgedrängt, so daß weitere Erfolge der Einheimischen nicht ausblieben. Nach etwa 20 Minuten führt Gr.- Buseck mit 4: 2. Jm Endspurt kommen die Gäste nochmals merklich auf, während die Gastgeber nachlassen. Infolgedessen kann dann auch 1900 in den letzten 10 Minuten das Resultat auf 4: 4 ſtellen. Bei Gr.- Bused vermochte nur der rechte Verteidiger, sowie einige Sturmspieler gefallen. Auch der Tormann leistete eine glänzende Partie, er konnte von den 4 Toren feines vermeiden Schiedsrichter Kreiling- VfB. Gießen leitete das Spiel zur vollen Zufriedenheit. 0: 2( 0: 1) Eintracht gewinnt! War seit Tagen die überzeugende Meinung so ziemlich aller mainischer Fußballer, die den neuen Mainmeister in den letzten Spielen gesehen und die Erfolge miterleben durften. Für einen etwas weitersehenden Beobachter all dieser Vorgänge war jedoch dieses Urteil etwas verfrüht, denn eine Mannschaft mit süddeutscher Taktik und nicht zuletzt durch die Tatsache, daß die Bayern alles daransehen würden, um das am vergangenen Sonntag verlorene Prestige gegen Worms, durch einen Sieg in Frankfurt wieder zu gewinnen. So kam es, wie es fommen mußte. Eintracht hatte das Spiel schon gewonnen, ehe es begonnen hatte. Das war ein Fehler.- Bereits in den ersten Minuten gelang es den Bayern eine Schwäche des Gegners auszunuzen und durch einen prächtigen Kopfstoß Hutsteiners in Führung zu gehen. Die Bayern verstanden es immer wieder, in der ersten Hälfte vor der Pause gefährliche Situationen vor dem Eintrachttor zu schaffen. Erst dann wurde die Eintrachtangriffe häufiger, scheiterten jedoch an der aufmerksamen Verteidigung Bayerns und an der Unentschlossenheit ihrer Stürmer. Die zweite Halbzeit stand im Zeichen der Ueberlegenheit Eintrachts. Hier hätte der Ausgleich, ja der Führungstreffer erzielt werden können, wenn die Läufer den Sturm besser unterstützt bezw. die Stürmer mit ihren Schüssen nicht so großes Pech gehabt hätten. Berücksichtigt muß jedoch werden, daß Kutterer wie ein Löwe arbeitete und ihm ist es in aller- erster Linie zu verdanken, daß in dieser Zeitphase Eintracht kein Erfolg beschieden war. Zu allem Unglück wurde Schüß verletzt, der ohnedies nicht in seiner gewohnten Form war, und dieser Umstand trug auch dazu bei, daß Bayern in den letzten zehn Minuten ein zweiter Erfolg glückte. Zum Spielverlauf. Dem Schiedsuichter Höhn- Mannheim stellten sich folgende Mannschaften: Eintracht: Trumpp, Schütz, Egly, Kübert, Goldhammer, Müller, Schaller, Döpfer, Ehmer, Dietrich, Kellerhoff. Bayern: Bernstein, Kutterer, Schmidt 1, Peller, Nagelschmitt, Hoffmeister, Hoffmann, Schmidt 2, Haringer, Hutsteiner, Welker. Eintracht hat Plazwahl und wählt die Sonne zum Bundesgenossen. Bayern geht sofort zum Angriff über und Schütz klärt mit weitem Abstoß. Der Ball wird durch die Eintrachtstürmer vorgetragen, aber Ehmers Schuß geht neben das Tor. Sofort ist wieder Bayern offensiv. Der Ball kommt in den Strafraum und wird aber von einem Eintrachtsmann zur Ecke abgewehrt, die den Bayern aber nichts einbringt. In der 8. Minute gibt es wieder eine gefährliche Situation durch einen Fehler Schütz. Letzterer holte den Ball, der sicherlich ausging, verlor ihn an den Linksaußen Hoffmann, der schön zur Mitte gab und ebenso schön von Hutsteiner eingeköpft wurde. Bayern liegt weiter im Angriff. Gelegentliche Angriffe der Frankfurter scheitern an der guten Verteidigung des Gegners. Schütz macht wieder einen Fehler, der verhängnisvoll hätte werden können, Goldhammer gibt jedoch geschickt an Trumpp zurück, der klärt. Dann wird Ehmer in aussichtsreicher Stellung am Schuß durch gefährliches Spiel gehindert. In der Folge fällt die unsichere Abwehr und sonst aber gut. Die Stürmerreihe konnte sich nicht wie gewohnt entfalten, man sah gute Einzelleistungen, nur Schaller, Döpfer und Kellerhof waren in ihrer seitherigen guten Form. Der Schiedsrichter, Herr Höhn- Mannheim, machte verschiedene Fehler und hinterließ keinen guten Eindruck. Knirim. Südbayerns Elf gegen die„ Deutsche“. Die verschiedentlich bereits bekanntgegebene südbayerische Mannschaft für das am 6. Januar in München stattfindende Probespiel der Olympiakandidaten des DFB. hat in verschiede nen Punkten nicht gestimmt. Die Aufstellung dieser Elf ist erst jetzt endgültig erfolgt und zeigt folgendes Bild: Tor: Ertl Wacker München); Verteidigung: Falk( Wacker) und Kutterer ( Bayern); Läufer: Weber( Wacker), Huiras( Wacker) und Nagelschmitz( Bayern); Sturm: Stiglbauer und Hornauer( beide 1860), Kraus( Schwaben Augsburg), Schmidt II( Bayern), Hörmiller( Wacker). Es handelt sich also um eine rein Münchener Kombination, verstärkt nur durch den Mittelstürmer Krais von Augsburg. Radfahren. Neujahrs- Radrennen in Münster. Münster, 1. Januar( Drahtbericht). Die Neujahrsradrennen in der Halle ,, Münsterland" in Münster hatten wieder einen sehr ansprechenden Besuch aufzuweisen. Das Programm bot sportlich sehr interessante Kämpfe. Im Mittelpunkt stand ein internationaler Fliegerkampf, der dem jungen Oskar Rütt einen schönen Erfolg brachte. Ein 300 Runden- Punktefahren für Berufsfahrer fiel in 1: 12,26 Std. und mit 44 Punkten an Göbel vor Fricke 26 Punkte. Jm Runden- Zeitfahren stellte Oskar Rütt mit 10 Sef. einen neuen Bahnrekord auf, Mori benötigte 10,1 Sef. Die Amateure tamen u. a. in einem 200 RundenMannschaftsfahren zu Wort, das von der Mannschaft Schling= mann- Heyen mit 37 Punkten vor Benninghoff- Standhaft( 16) und Eseler- Girse( 16) gewonnen wurde. * Bei den Amateur- Radrennen in Stuttgart schlug am Sonntag der Däne Falt- Hansen im Viererkampf den Schweizer Knabenhans, den Jtaliener Severgnini und den Dortmunder Joksch. Joksch stürzte im letzten Lauf und zog sich einen Bruch des linken Oberarms zu. Jm 300 Runden- Mannschaftsfahren blieben die Münchener Steeger- Zettner in Front. V Drei- Stunden- Rennen in Dortmund. Am 8. Januar wird in der Westfalenhalle als Vorprüfung zum Dortmunder Sechstagerennen eine Fahrt über drei Stunden vor sich gehen. Eine Reihe erstklassiger Mannschaften ist bereits verpflichtet, so Ehmer- Kroschel, Rausch- Hürtgen, Stode lynks- Göbel, Mori- de Martini, Charlier- Duray, Lorenz- Dsmella und Düllberg- Neumann. Die beiden Letzteren starten erstmalig als Berufsfahrer. das schlechte Läuferspiel Eintrachts auf. Auch die unverständ Leichtathletik und Schwimmen. lichen Entscheidungen des Unparteiischen traten unangenehm in Erscheinung. Nach guter Kombination der Bayern und nachdem Welker einen Bombenschuß daneben setzte, erzielt Bayern Die Endspiele um die jüddeutsche Meisterschaft. seine zweite Ede, die gut hereinkommt aber von Trumpp abgeWas schon der Auftakt der Endspiele um die süddeutsche Meisterschaft am vergangenen Sonntag in München erwarten ließ, scheint Tatsache werden zu wollen. Das unerwartete Ergebnis des ersten Kampfes ist durch ebenso unerwartete Resultate des zweiten Spielsonntages überholt worden. Es wird wohl kaum mehr soviel daneben getippt werden, wie diesmal in der Runde der Meister. Die Ueberraschungen beziehen sich allerdings weniger auf die Verteilung der Punkte überhaupt; in dieser Beziehung lagen die Spielresultate noch immer im Bereich der Möglichkeit, oder sogar Sicherheit. Aber der ganze Verlauf der Kämpfe bedeutet in vielen Beziehungen Sensaiton und hinterläßt Unsicherheit faft auf der ganzen Linie. So hatte man in Fürth wohl mit einem sicheren Punktgewinn der Spielvereinigung gegen den Karlsruher Fußballverein gerechnet, ein Punktgewinn, der den Kleeblättlern ja auch zugefallen ist. Aber die Art, wie er errungen wurde, entspricht in keiner Weise den Erwartungeen und dürfte dem Prestige des Pokalmeisters erheblich geschadet haben. Zumal deshalb, weil das in der 37. Minute durch Frank nur einmal besiegte Karlsruhe gleichsfalls keinerlei gute Leistungen geboten hat. In Frankfurt gab es mit dem 2: 0 Sieg der Bayern über Eintracht Frankfurt ein scheinbar klares Ergebnis. Unverdient ist die Niederlage der Stuttgarter Kickers in Worms gegen Wormatia Worms mit 2: 3 Toren. Die Schwaben waren stets eine Klasse besser als ihre Gegner, hatten aber das Pech zwei Elfer zu verschulden und verloren. Für Worms skorte jeweilig L. Müller und für Stuttgart Manneval.- Das Dunkle - fangen wird. Eintracht leitete einige aussichtsreiche Angriffe ein, aber immer wieder ist Kutterer zur Stelle. Bei einem Strafstoß, den Dietrich verschuldete, verliert Trumpp den Ball, und es entstehen hierdurch aufregende Momente vor dem Eintrachttor, bis Schütz durch befreienden Schlag klärt. Kurz vor Schluß der 1. Halbzeit, erzwingt Bayern seine dritte Ecke, die aber von Schmidt 2 über die Latte geschossen wird. Dann kommt Eintracht wieder gut auf, aber die bestgemeinten Schüsse von Ehmer, Kellerhof und Döpfer verfehlen ihr Ziel. Halbzeit. Vom Abstoß aus, kombinieren die Bayern wunderbar vor, ohne daß ein Gegner den Ball berührt, der abschließende Torschuß verfehlt jedoch knapp sein Ziel. Bei einem Duell Schütz Hoffmann bleibt Letzterer Sieger, aber Schütz scheint verletzt. Einige Kabinettstückchen Rutterers erregen allgemeine Bewunderung. Eintracht wird überlegener, kann aber durch das Bersagen seiner Läuferreihe wenig ausrichten, trotzdem sind sie im Strafraum gefährlich. Nachdem die 4. Ecke Bayern ergebnislos bleibt, versucht Ellmer einen Alleingang, sein Schuß geht jedoch über die Latte. Das Spiel wird nun härter. So wird z. B. Schaller im Strafraum unfair gelegt, der berechtigte Elfmeter wird vom Schiedsrichter nicht gegeben. Kurze Zeit drückt Bayern. Erst ein schön getretener Strasstoß bringt die Eintrachtelf wieder in des Gegners Hälfte und Bayern verteidigt sehr zahlreich. Döpfer verschießt eine sehr gute Vorlage, dann erzwingt Eintracht seine 4. Ecke, die aber ins Aus geht. Der Ausgleich hätte im Anschluß einer Flanke Kellershofs erzielt werden können. Der Ball rollt an dem leeren Tor vorbei und 2 Eintrachtleute verfehlten die totsichere Chance. Zeitweise macht sich Bayern von dem Druck frei, Küppers Rekordversuch mißglückt. Körnig - Ruhrort, 1. Januar( Drahtbericht). Der deutsche Meister im Rückenschwimmen, Ernst Küppers- Viersen, unternahm am Neujahrstage im Ruhrorter Hallenbad, das eine Bassinlänge von 25 Meter aufweist, einen Angriff auf den von ihm selbst mit 1: 11,9 Min. gehaltenen deutschen Rekord im 100 MeterRückenschwimmen. Der Versuch mißglücke, Küppers verfehlte zweimal die Wende und schwamm nur eine Zeit von 1: 12,7 Min. Küppers will den Versuch in den nächsten Tagen wiederholen. Lammers Dr. Wichmann. Houben Das Zusammentreffen zwischen den besten Sprintern der DSB. und dem Turnmeister Lammers- Oldenburg scheint nun endlich zur Wirklichkeit zu werden. Die Deutsche Sportbehörde hat ihre Genehmigung zu einem Start von Houben und Körnig gegen Lammers am 7. März im Berliner Sportpalast beim Hallensportfest des Verbandes Brandenburgischer Athletik- Vereine erteilt. Die DT. wird ihrerseits mit einer Zustimmung kaum auf sich warten lassen. Das Feld soll noch durch den Frankfurter Dr. Wichmann vervollständigt werden. - Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig in der Niederlage Hirsch- Apotheke, Giessen Frankfurterstrasse 4, Das Pfarrer Heumann- Buch 272 Seiten 150 Abbildung. erhält jed. Leser volländig umsonst und portofrei, von Ludwig Heumann& Co Nürnberg M. 629. Dienstag, den 3. Januar 1928. ,, Gießener Zeitung" Nr. 1. 100 Forfen Hps Franck. sein. AN DIE DEUTSCHE HAUSFRAU. Erzeugnisse, die sich die Gunst von Millionen Hausfrauen in aller Welt erworben haben und ein Jahrhundert hindurch zu erhalten wußten, müssen gul Diese Überzeugung pflanzle sich fort von Generation zu Generation. Jhr Erfolg ist die heutige meltumspannende Bedeutung der Firma FRANCK und die große Verbreitung ihrer Erzeugnisse in allen Kulturländern. Es werden täglich über 120 Millionen Tassen getrunken. Aecht Franck und Kornfranch sind Qualitätsmarken, die nicht übertroffen werden können. Das hat die Hausfrau erkannt Ihr gebührt Bekanntmachung über die Einreichung von Belegen über den Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927. Auf Grund der Verordnung des Herrn Reichsministers der Finanzen über die vereinfachte Einreichung der Belege über den Steuerabzug vom Arbeitslohn für das Kalenderjahr 1927 vom 2 August 1927 sind bis spätestens 29. Februar 1928 bei dem Finanzamt einzureichen: 1. Lohnsteuer- Ueberweisungslisten nebst Bescheinigungen von Arbeitgebern( Behörden) über die im Kalenderjahr 1927 einbehaltenen Steuerabzugsbeträge derjenigen Arbeitnehnehmer, die im Kalenderjahr 1927 während der ganzer Dauer der Beschäftigung oder während eines Teils derselben in einer anderen Gemeinde als in der Beschäftigungsgemeinde einen Wohnsiz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatten. Als Beschäftigungsgemeinde gilt die Gemeinde derjenigen Betriebsstätte, von der aus im Kalenderjahr 1927 der Arbeitslohn gezahlt worden ist und Steuerabzugsbeträge abzuführen waren. Im Behördeverfahren ist der Sitz der zahlenden Kasse maßgebend. Für jede Wohnsitgemeinde ist eine besondere LohnsteuerUeberweisungsliste auszuschreiben. Besitzt der Arbeitgeber mehrere Betriebsstätten, von denen aus im Kalenderjahr 1927 Arbeitslohn gezahlt wurde und Steuerabzugsbeträge abzuführen waren, so sind von jeder dieser Betriebsstätten aus die Lohnsteuer- Ueberweisungslisten besonders auszuschreiben. Hat ein Arbeitgeber die in mehreren Betriebsstätten einbehaltenen Steuerbeträge durch eine Stelle gesammelt an eine Kasse der Reichsfinanzverwaltung abgeführt, so sind die Ueberweisungslisten grundsäglich von dieser Stelle ausunser Dank! Heinrich Franck Schne Ludwigsburg G.m.b.H. Berlin- Holle Neuß Habe mich nach 6jähriger fachärztlicher Tätigkeit an den Universitäts- Augenkliniken zu Frankfurt a. M. und Gießen in Gießen, Bahnhofstraße 71 p., als niedergelassen. - Augenarzt Sprechstunden vormittags 10-12 Uhr, nachmittags 3-5 Uhr, außer Samstag- Nachmittag und Sonn- u. Feiertags. Telephon 2575 Dr. med. H. W. Kranz Privatwohnung: Südanlage Nr. 19 Weinkellerei aus Rheinhessen sucht ab 1. Januar 1928 bei etwas eingeführter Kundschaft tüchtigen, zuverlässigen Provisions- Vertreter. Angeb. a. d. Geschäftsstelle d. Bl. unter 1700. eppiche Läufer ohne| Kaffee- Vertretung Anzahluug in 10 Monatsrat lief. cv. mit Niederlage Teppichhaus Agay& Glück. für Selbstverbraucher Frankfurt a. M 742 Schreiben Sie sofort! Der illustrierte Abreiß- Kalender Bezugs Redaktionssch Jendung nich 41. คัด Vol Der Rei Gruppe 2 in kein zum Das ser Sower tran Dr. Strejema de aber schon Wie das am 1. April dieselbe für Ab 1. A waltung auf #ener, Gewer England Woldema naftreitfrage, Ameri ab, will de wiffen. Es w nicht ausgejd verg. ffee Improt Verhind J. Behrens, Hamburg 6. Neuwe Kaum i des Hess. Verkehrsverbandes Wer seine Heimat liebt, wer die Heimatinteressen zu fördern zuschreiben. In besonders begründeten Fällen kann jebod bestrebt ist, wer Land und Leute unseres schönen Hessenlandes daß die Ueberweisungslisten von den einzelnen Betriebs näher kennen lernen will, wer täglich erinnert sein möchte an der Präsident des Landesfinanzamts auf Antrag zulassen, stätten aus ausgeschrieben werden, wenn der Arbeitgeber in der Lage iſt, der Kaſſe der Reichsfinanzverwaltung, an heimatliche Begebenheiten aus der Vergangenheit, der kaufe sich die die Steuerabzugsbeträge abgeführt worden sind, mitzuteilen, wie sich sein Abführungssoll auf die einzelnen Be- einen solchen Kalender. triebsstätten verteilt. Arbeitnehmer, die während der Dauer der Beschäftigung im Deutschen Reich weder einen Wohnsiz noch ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatten, sind für sich in einer gemeinsamen Lohnsteuerüberweisungsliste zusammen aufzuführen. 2. Fehlanzeigen von den Arbeitgebern( Behörden), die Ueberweisungslisten und Bescheinigungen nach Ziffer 1 nicht auszuschreiben und einzureichen haben. Soweit nach Ziffer 1 und 2 Lohnsteuer- Ueberweisungslisten Bescheinigungen und Fehlanzeigen abzugeben sind, sind sie dem Finanzamt, in dessen Bezirk die Beschäftigungsgemeinde liegt, einzusenden. 3. Steuerkarten und Einlagebogen, die zum Einkleben und Entwerten von Steuermarken verwendet worden sind, von den Arbeitnehmern, deren Steuerabzug vom Arbeitslohn im Kalenderjahr 1927 im Martenverfahren durchgeführt wurde. Dabei ist die Nummer der Steuerkarte für 1928 und die Behörde, die diese Steuerkarte ausgestellt hat, sowie die Wohnung am 31. Dezember 1927 anzugeben. Ruständig für die Ablieferung ist das Finanzamt, in dessen Bezirk der Arbeitnehmer zur Zeit der Ablieferung seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Die Versäumnis der Einlieferungspflicht ist mit den in§ 377 der Reichsabgabenordnung vorgesehenen Strafen bedroht. Außerdem kann die Einlieferung durch die im§ 202 der Reichsabgabenordnung vorgesehenen Strafen erzwungen werden. Auf die Verpflichtung zur Einsendung oder Uebergabe der Steuerkarten und Einlagebogen haben die Arbeitgeber durch Anschlag in den Arbeits- und Geschäftsräumen hinzuweisen. Die Verpflichtung zur Bekanntmachung in den Arbeits- und Geschäftsräumen besteht auch für die Arbeitgeber, die den Steuerabzug vom Arbeitslohn im Ueber= weisungsverfahren durchführen, da sich unter ihren Arbeitnehmern solche befinden können, für die im Laufe des Jahres von einem anderen Arbeitgeber Marken geklebt worden sind. Whilosophenwald Heute Dienstag Schlachtfest Von morgens 10 Uhr Schweinskopf mit Kraut. Abends von 6 Ur ab: Mezelsuppe. Zu haben in unserer Geschäftsstelle Gießen, Südanlage 21. Direction der Disconto- Gesellschaft, Berlin Auf Grund der 5. und 7. Verordnung zur Durchführung der Verordnung über Goldbilanzen fordern wir die Inhaber unserer Kommanditanteile über 40, 50, 150, und 180 RM auf, ihre Stücke zum Umtausch in neue Kommanditanteile über 1000 bezw. 100 RM einzureichen. Der Umtausch vorstehender Komanditanteile erfolgt: bis spätestens 31. Mai 1928 bei der Direction der Disconto- Gesellschaft, Berlin, Norddeutschen Bank in Hamburg, Hamburg, دو دو " " 2 dem A. Schaffhausen'schen Bankverein A.-G., Köln, einer Filiale oder Zweigstelle der vorgenannt. Banken an anderen Plätzen; ferner den erstmalig im Reichsanzeiger Nr. 306 vom 31. Dezember 1927 bekanntgegebenen Stellen Heute Dienstag den 3. Januar 1928 bei den obengenannten Stellen erhältlich sind, während der üblichen Geschäftsstunden. Megelsuppe G. Laichinger Wilhelmstraße 49 Die Lehrfurie An Stelle des Arbeitnehmers kann der Arbeitgeber die Einsendung oder Uebergabe der Steuerkarten und Einlagebogen übernehmen. In diesem Falle sind die Steuerfarten und Einlagebogen dem für den Arbeitgeber zustän- für Kleidermachen u. Wäsche digen Finanzamt zu übersenden. Die Vordruce für die Lohnsteuer- Ueberweisungslisten nähen beginnen 3. Januar 1928 unter Beifügung zahlenmäßig geordneter Nummernverzeichnisse, für welche Formulare Die Umtauschbedingungen sind bei den oben angegebenen Stellen sowie bei unseren Depositenkassen zu erfahren und in der obenerwähnten Nummer des Reichsanzeigers veröffentlicht. Alte Kommanditanteile über 40, 50, 150 und 180 RM, die nicht bis spätestens 31. Mai 1928 bei den vorgenannten Stellen zum Umtausch eingereicht worden sind, werden gemäß§ 290 H G B. für kraftlos erklärt. Ebenso werden solche Kommanditanteile für kraftlos erklärt, welche nicht in einem Betrage eingereicht werden, der die Durchführung des Umtausches ermöglicht, und uns nicht zur Verwertung zur Verfügung gestellt worden sind. Die an Stelle der für kraftlos erklärten alten Kommanditanteile auszugebenden neuen Stücke werden für Rechnung der Beteiligten verkauft. Der Erlös wird nach Abzug der Kosten zur Verfügung der Beteiligten gehalten werden. Sowohl die alten als auch die neuen Kommanditanteile sind an den Börsen, an denen sie gehandelt werden, bis znm 29. Mai 1928 lieferbar. Von diesem Tage ab werden die Börsenvorstände die zum Umtausch einzureichenden alten Kommanditanteile für nicht mehr lieferbar erklären. Um eine Verzögerung in der Auszahlung der Dividende un seres Gesellschaft für das Geschäftsjar 1927 zu vermeiden, empfiehlt er zunehmen, da die Auszahlung auf Grund der an den neuen Kommanditanteilen haftenden Gewinnanteilscheine erfolgen wird. ( Ziffer 2) sind bei den unterzeichneten Finanzämtern koste Marie Sack, Goethestr. 31. sich, den Umtausch rechtzeitig vor Fälligkeit dieser Dividende vorund Bescheinigungen( 3iffer 1), sowie für die Fehlanzeigen los erhältlich. Auch wird von diesem jede weitere Austunft erteilt. Die Finanzämter. Gießen, Buzbach, Grünberg, Sungen, den 2. Januar 1928. Drucksachen billigst Albin Klein bei Berlin, den 31. Dezember 1927. Direction der Disconto- Gesellschaft.. der Hamburg ist, da werde Neuwahlen Wie die Sc Rahmengeset Die verfassu geblich gefid würden. K Staatsgerich Der Staaten wirfender R ten Staaten hoben. In der Meinung - Wie die Ae Dem Re nanzminister änderung de der beiden H ausschuß zur ratungen so Januar das Schiffen vorg Die An Das Christlichen den, daß d eisenindustr unter die A ter der Gro Bestimmung haben. Das fügung. Der f Herm Mit Dem Sadjens ve den. U. a. Desversicher rium zum tritt der ne Wirtschaftsm an fich fein Neuernennu Schrift über Dener bürger Beamten me folde partei bedingt unte