Nr. 9. Reisende, en u.Damen olche, die in tich. Streis. be sind, gegen feste züge gesucht: poista, Kaffel hließfach 176. Abitur leitung durch Dr. Woitit, Berlin 10. 50 sbergstraße 24. rtreter gesucht Darlehn u. Sup fen, Finanzbüro ndau, Moritstr.5 garten: Bflaumen- un und Spaliere, Quitten- Büsche, ematis u. a. ien Cypressen, n großer Aus Kirschlorbeer Preisen Holstein). Sträucher, gro Johannisbeer ombeeren; Hochstämme, n und wunderuerà und teilt) trieb ckereien" rtschafts,, Maurerolstereien Schmiede inereien", ", offene en", en", ch, enntrlich t ohne nde das mmen en, gen und hmen, pflichtigen Ausgaben rösster Hen. e Summen Unkosten halt nerkannten rrätig. Ben, Gießener Zeitung ( Neueste Nachrichten) Erscheint Mittwochs und Samstags. Bezugspreis 2,40 M vierteljährlich frei ins Haus. Redaktionsschluß früh 8 Uhr. Für Aufbewahrung oder Rüdlendung nicht verlangter Manuskripte wird nicht garantiert. 41. Jahrg. - Druck und Verlag von Albin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Südanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Postscheckkonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Mittwoch, den 1. Februar 1928 Die hessischen Wahlen gültig! zum hessischen Darmstadt, 31. Januar. In einer sechsstündigen Sitzung verhandelte heute der hessische Staatsgerichtshof über Einsprüche, die von der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei, der Wirtschaftspartei und der Evangelischen Volksgemeinschaft gegen die Gültigkeit der letzten Landtagswahl erhoben worden waren. Die Nationalsozialistische Partei war vertreten durch Rechtsanwalt Frant- München und Ringshausen- Offenbach, die Wirtschaftspartei durch Rechtsanwalt Rohde Frankfurt und weitere fünf Vertreter, die Evangelische Volksgemeinschaft durch ihre Vorsitzenden Pfarrer Weidner und Lehrer Greb. Als Verte for lie bent en Regierung waren Miniſterialbirettor Schwarz und Ministerialrat Bornemann erschienen. Zu Beginn der Verhandlung protestierten die Einspruch erhebenden Parteien gegen die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofes mit der Begründung, daß die ihm angehörenden acht Parlamentarier nicht Richter in eigener Sache sein könnten. Nach kurzer Beratung erkannte das Gericht sich für zuständig, zumal eine andere Instanz zur Entscheidung gar nicht vorhanden ist. Als Berichterstatter fungierte Oberlandesgerichtsrat Altendorf, der die Einsprüche der einzelnen Parteien rein fachlich erörterte und die Möglichkeit ihrer Abgeordnetenmandate einer kritischen, mit statistischem Material belegten Untersuchung unterzog. Er wies darauf hin, daß keine der Einspruch erhebenden Parteien überhaupt einen Wahlvorschlag eingereicht hatte. Ministerialdirektor Schwarz vertrat den Standpunkt der Regierung und stellte die politisch praktische Erwägung in den Vordergrund. Er betonte, daß auch einige Mandate dieser Splitterparteien die politische Konstellation im Landtag nicht im geringsten beeinflussen würden. Danach kamen die Vertreter der Splitterparteien zu Wort, die nun mit ihren bekannten Argumenten ihre Bedeutung und ihren angeblichen Umfang darstellten. Nach 2½stündiger Beratung verkündete der Gerichtshof, daß die Anfechtung der Landtagswahl als ungültig zurückzuweisen jeien. Damit ist die Rechtsgültigkeit der hessischen Landtags= wahl festgelegt. Der Hessische Staatsgerichtshof. Der Landtag trat Samstag- Nachmittag nach Vorbesprehung der Fraktionen und des Aeltestenrats zusammen. Präsident Adelwng gedachte in kurzen, herzlichen Worten des Geburtstags des Staatspräsidenten, die dieser von seinem reich mit Blumen geschmückten Platz aus dankbar erwiderte. Nach kurzem Referat des Abg. Dingelden über die Staatsvoranschlag für 1928. Der Voranschlagsentwurf für 1928 ist dieser Tage dem hessischen Landtag zugegangen. Er schließt, um dies vorauszu schicken, mit einem Gesamtbedarf für Verwaltungsausgaben einschließlich 8½ Millionen für in Aussicht genommene Besoldungserhöhung von 139 163 688 RM. ab, dem an laufenden Einnahmen die Summe von 127 951 625 RM. gegenübersteht. Hiernach bleibt ein zunächst ungedeckter Fehlbetrag von 11 212 063 RM. Diese Ziffern ergeben jedoch kein deutliches Bild über die Entwicklung der hessischen Finanzen seit den letzten Jahren. Der Voranschlag für 1926 schloß mit einem Fehlbetrag von rund 7,8 Millionen RM. ab. Für 1927 schließt der Staatsvor= anschlag mit einem Fehlbetrag von 7,32 Millionen RM. ab. Ueber das rechnungsmäßige Ergebnis des Jahres 1927 läßt sich naturgemäß jezt etwas Bestimmtes noch nicht sagen. Der Voranschlag für 1928 schließt wie bereits bemerkt mit einem Fehlbetrag von 11,2 Millionen Reichsmark ab, der sich auf 2,7 Millionen vermindern würde, wenn eine Besoldungserhöhung nicht in Betracht käme. Zur Deckung dieses Fehlbe= trages sind zunächst keine besonderen Mittel vorgesehen. Ueber die im Gange befindlichen Verhandlungen wegen einer Reichs= hilfe wird demnächst nach Abschluß der Prüfungsarbeiten des Spartammissars zu erwarten sein. Aus der Zusammenstellung ergibt sich: Der Anteil des Landes an den Reichssteuern steigt seit dem Jahre 1926 trotz unveränderter Teilungsziffer Die eigentlichen Realsteuern ( Grundsteuer und Gewerbesteuer) sind seit Jahren unverändert geblieben. Die Erhöhung der Sondergebäudesteuer beruht auf reichsgesetzlichen Entschließungen. Darüber hinaus ist ein Anwachsen der ziffermäßigen Einstellungen im Staatsvoranschlag darauf zurückzuführen, daß der Staat seit 1926 den gesamten, auf den Wohnungsbau entfallenden Teil der Steuer( also auch den Gemeindeanteil) erhebt. Läßt man die in Aussicht stehende Erhöhung der Beamtenbesoldung außer Betracht, so bleibt immer noch ein ungedeckter Fehlbetrag im Staatshaushalt bestehen. Neben den Vorschläden des Fianzministers sind noch die Anregungen zu erwarten, die sich aus der im Auftrage der hessischen Regierung zurzeit stattfindenden Prüfung der Staatsverwaltung durch den Reichssparkommissar ergeben. Regierung und Landtag werden sich in der neuen Landtagsperiode vor ernste und weittragende Beschlüsse gestellt sehen. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Petitzeile auswärts 24 Pfg. lokal 12 Pfg., die 90mm breite Reflame- Petitzeile 96 Pfg. Platz vorschriften ohne Verbindlichkeit. Bei Wiederholungen Rabatt, für Bollklischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Nummer 10 Die Landtagswahlen in Mecklenburg- Strelit. Geringe Mandatsverschiebungen. Das Ergebnis der am Sonntag stattgefundenen Wahlen ist: 19264( 15137) 13 Size( 12) 1. Sozialdemokraten 2. Haus- u. Grundbesitzer 6. Aufw. u. Volkspartei 7. D. Volkspartei 1553( 1556) 1 Size( 1) 3. Kommunisten 3564( 4121) 3 Size( 3) 4. Handwerk- u. Gewerbe 5172( 4603) 4 Size( 4) 5. Deutschnationale 10825( 10309) 8 Gizze( 10) 1886( 0) 1 Size( 0) 1606( 2922) 1 Gizze( 1) 1414( 0) 1 Size( 0) 1960( 2266) 1 Size( 1) 559( 0) 0 Size( 0) 2362( 3041) 2 Sitze( 2) 665( 1739) 0 Size( 1) 128( 0) 0 Size( 0) 8. Erbpächter, Bündner und Häusler 9. Deutschvölkische 11. Dorfbund 12. Demokraten 10. Kleinlandwirte 13. Deutsch. Reformpartei Die Wahlbeteiligung war erfreulich stark; sie betrug 82%. Ueber 51 000 Wahlberechtigte haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht. * Gemeindewahlen in Lippe- Detmold. In Lippe- Detmold fanden am Sonntag die Wahlen für die Gemeinde- und Stadtvertretungen statt. Die Wahlbeteili= gung war überall sehr stark. In verschiedenen Städten erreichte 95 Prozent der Wahlberechtigten. ste 90 0 50 Prozent des Reichstags sind Beamte. Nach einer letzthin veröffentlichten Statistik zählt der Reichstag 173 Staats- und Reichsbeamte. Zu dieser Zahl treten noch die sonstigen Abgeordneten mit Beamteneigenschaft ( Kommunalbeamte, Gewerkschafts- und Parteisekretäre usw.) so ergibt sich, daß der Reichstag nicht weniger als 250 Abgeordnete mit Beamtencharakter hat. Da der Reichstag 497 Abgeordnete zählt, so haben die Abgeordneten mit Beamtencharakter fast 50 Prozent der gesamten Site des Reichstages inne. Demgegenüber sind die Kreise des Mittelstandes in beschämend ge= ingem Umfange vertreten, aber auch die Arbeiter haben bei weitem nicht die Vertretung, wenn man berücksichtigt, daß allein die Sozialdemokratie über 110 Size verfügt. Denn die Statistik weist im ganzen Reichstag nur 17 tatsächliche Arbeiter auf. * Eine Stadt ohne Wohnungsnot. Die für den Grenzverkehr mit Nordholland wichtige Stadt Beſchlüſſe des Aelteſtenrats, die zur Üngültigkeit der Wahl Auflösung der Oberpostdirektion Darmstadt. Leer in Ostfriesland geht jetzt als erſte deutsche Stadtgemeinde der acht Parlamentarier als Beisitzer des Staatsgerichtshofs geführt haben, fand die Neuwahl statt. Es lagen drei Wahllisten für die Verhältniswahl vor, eine der Kommunisten, eine der Sozialdemokraten und eine der anderen Parteien, ohne die Volksrechts- Partei, die sich der Wahl von vornherein der Wahl enthielt. Abgegeben wurden 66 Stimmen von 70 Stimmberechtigten. Das Resultat war dasselbe wie am 8. Dezember: Gewählt wurden die Abgeordneten: Schüll, Wesp, ( Zentr.); Dr. Müller( Ldb.); Scholz( DVp.); Schreiber( D.) als Mitglieder, und Lang, Nuß( 3entr.); Glaser( Ldb.); Dr. Keller( DVp.); Reiber( D.) als Stellvertreter. Von Liste die Sozialdemokraten Kaul, Sturmfels, Rigel als Mitglieder, und Lückel, Rechthien und Weber als Stellvertreter. Wahlvorschlag 3 wurde kein Kandidat gewählt. Grüner Rasen/ Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg. 26. Fortsetzung. Vom Auch Gerda war aufgefallen, daß ein neuer Werner aus jeinen Briefen sprach. Sie freute sich seiner Ausführlichkeit und dankte ihm, daß er sie jetzt auch in seine Empfindungen blicken ließ. Oft freilich betrübte sein Plaudern, weil er zum Grübeln und Zweifeln neigte. Kopfschüttelnd las sie namentlich den letzten Brief, in dem er wieder von seiner Trauer über den Tod eines lieben Freundes und Kameraden sprach: „ Ich hänge an diesem Stück Feindeserde, weil es sein Grab birgt. Nachts frage ich die Sterne, ob von droben auch seine Augen mich suchen. Dann kommen Zweifel. Der Krieg weckt fie, Gerda. Gewiß lehrt er beten, aber oft auch am Walten einer gerechten Allmacht zweifeln. Lohnt und schont er die Guten und Edlen? Nein, den Bösesten gönnt er nicht selten Ehren, Freuden und Leben. Die Besten sterben, aber keine Kugel scheint für die Sünde die Beladenen gegossen." Aehnlich hatte er häufig geschrieben, als zeihe er sich einer Schuld oder lebe unter dem Druck einer Last. Eine Selbstantlage waren auch die nächsten Säge: Im glorreichen August machte uns der Krieg großherzig und verschwenderisch. Der Tod auf dem Schlachtfeld schien schön wie der Sieg. Jetzt sind wir Geizhälse und knausern mit dem Leben, obwohl wir den Tod so nahe sahen, daß wir ihn als gute Bekannten nicht mehr scheuen sollten. Ich fürchte ihn auch nicht und wünsche ihn mit mehr als das Leben in einem Deutschland, das nicht siegreich wäre. Als neulich die Engländer uns abgeriegelt hatten, pacte mich sogar der Rausch der ersten frohen Kriegstage wieder. Ich nahm mir vor, lieber eine Kugel zu suchen, als den Kerlen in die Hände zu fallen. Zwar denke ich noch immer, daß nicht minder schön wie ein voller Sieg ein Untergehen in Ehren, ein deutsches Sterben mit Männern, Frauen und Kindern so groß und stolz wie das des düsteren Königs Teja und der Seinen wäre, aber immer wieder höhnt des Geizes Stimme in der Brust: Du willst leben! Der alternde Krieg hat dich zum Knicker gemacht!" Bedauerte er, daß Gott ihm gnädig gewesen war? Er wußte gewiß, daß Elisabeth ihn vergessen hatte, und wünschte sich Die Meldung, daß bei der bevorstehenden Verwaltungsreform der Reichspost auch die Oberpostdirektion Darmstadt aufgelöst werden soll, bestätigt sich. Der Arbeitsausschuß des Verwaltungsrates der Reichspost hat folgende Oberpoſtdirektionen für die Auflösung vorgeschlagen: Darmstadt, Aachen, Trier, Bamberg, Nürnberg, Würzburg, Kiel, Münster, Gumbinnen, ferner zwei schlesische und einige andere Direktionen im Reich. Wie es scheint, beabsichtigt man im Verwaltungsrat der Reichspost vorzuschlagen, daß das Darmstädter Arbeitsgebiet von der Oberpostdirektion Frankfurt übernommen werden soll. Mitte des Monats wird der Arbeitsausschuß erneut zusammentreten und dann die Vorschläge über die Auflösung der Oberpostdirektionen bekanntmachen. den Tod, gegen den seine gesunde Jugend sich doch wehrte. Darum glaubte er sich geizig. Schmerzliches Mitleid spürte sie. Hätte er doch sie und nicht Elisabeth geliebt! Dann könnte sie ihn trösten und bald ihm die Zweifel von der Stirne streicheln. Jetzt durfte sie, wie er, nur leiden ohne zu klagen, denn niemand sollte vom Kummer verschmähter Liebe in zwei Herzen ahnen. Er war zu stolz, um von seinem Schmerz, wie sie von ihren durchweinten Nächten und vergrämten Tagen zu sprechen. Sie allein wußte, daß er litt wie sie. Nur sie konnte als Mütterchen und Freundin ihm zureden. In einem langen Brief mahnte sie ihn, vom Grübeln zu lassen. Sie zweifele nicht, daß er als Soldat seine Schuldigkeit tue. Doch auch als Mensch habe er Pflichten und müsse froh und zuversichtlich der eigenen, wie der deutschen Zukunft ins Auge sehen. Auf viel dürfe er noch hoffen, denn jung wie er sei das Reich. Im April tam als Antwort der erste Brief an sie allein: ,, Geliebte Gerda! Das waren frohe deutsche Worte eines wahren deutschen Mädchens. Du hast mich erquickt und gelabt. Ich trauere nicht mehr um den Freund und bin jetzt wirklich geizig, denn ich will und muß leben, um Dich wiederzusehen!" Dann jauchzte neu erwachte Daseinsfreude:„ Auch an der Front ists Frühling, obwohl Eisenklirren das Vogelzwitschern überschreit und der Tod durch die lichten Silberschäfchen unter blauem Himmel schwirrt. Das Blut fließt schnell und warm im Körper, der mit Behagen die Starrheit des talten Winters und stumpfen Grabenkrieges abschüttelt. Wie schön ist die Erde, an deren Bruſt wir liegen, während sie sich mit erſtem_grünen Schimmer schmüdt. Alle Granattrichter sind Blumenförbe im sonnigen Meer von Freude, Licht und Wärme! Herrlich ist das wilde, freie Leben! Ja, Gerda, hier ist der Mann noch was wert, obwohl keiner auf sich allein steht und jeder für die Brüder und Kameraden e ti itici viet habe ich Dir in kommenden schönen Tagen davon zu erzählen. Jeder Lenz soll mich mahnen, Gott zu danken, weil er mich vom tiefen, großen Glück eines Frontfrühlings kosten ließ!" Also war er geheilt. Ihr Herz schlug in stolzer Freude. Wieder hatte sie ihm Gesundheit und Lebensmut gebracht. Doch feines Verwandten Auge durfte den Brief sehen. Nicht nur die Ueberschrift galt ihr allein. Er hatte ihr seine Seele geöffnet und einer Freundin Vertrauen geschenkt. Er war ihr gut, zur freien Wohnungswirtschaft über. Der städtische Wohnungsausschuß weist in seinem abschließenden Bericht darauf hin, daß durch die Fertigstellung der letzten Serie von 100 Wohnungen der Wohnungsmangel auf absehbare Zeit behoben ist. Leer hat etwa 17 000 Einwohner. Wie verlautet, werden mehrere andere Kleinstädte in nächster Zeit ebenfalls zur freien Wirtschaft übergehen. Der VorLichtbildervorträge Lettow- Vorbed verboten. sitzende der Interalliierten Rheinlandkommission hat der Regierung in Speyer mitgeteilt, daß er alle Vorträge des Generals von Lettow- Vorbeck, die mit Lichtbildern angekündigt waren, für das besetzte Gebiet verboten habe. auch wenn er sie nicht lieben fonnte. Sein Herz gehörte noch immer Elisatbeth. An sie war kein Brief gekommen. Also grollte er der Treulosen, die ihn vergessen hatte. Dann blieb auch Gerda ohne Nachricht. Premierleutnants wunderten sich bald, daß er nicht mehr schrieb. Onkel Karl sprach ärgerlich von Undankbarkeit und beschwichtigte die Sorgen der Tante:„ Von Erkrankung und Verwundung hätten wir gehört. Seine Truppe weiß, daß wir seine nächste Verwandten sind." Tante Bärbchen nahm die Nichten ins Gebet. Ihr Fragen erinnerte Gerda an den letzten Brief, der mit Freude doch auch Schmerzen gebracht hatte. Die alte Dame schien zu befürch ten, eine der Schwestern habe den Vetter gekränkt, ihn vielleicht abgewiesen. Gewiß konnte die Ueberschrift:„ Geliebte Gerda" als Liebesversicherung gelten. Doch daran hatte Werner nicht gedacht. Er liebte Elisabeth. Darum schämte er sich jetzt der Anrede und schwieg. Wieder mußte sie ihm aus der Verlegenheit helfen und schrieb, obwohl er ihr noch nicht geantwortet hatte. Da tam ein Brief, in dem er auch sein Kommen für Juni ankündigte. Sie las den Satz am Frühstückstisch auf der Veranda vor. Onkel Karl war gleich bereit, des Neffen langes Schweigen zu entschuldigen:„ Er wird zu tun gehabt haben!" Tante Bärbchen schien noch verstimmt:„ Ausreden habt ihr immer, und sogar einer für den anderen!" Elisabeth aber atmete tief auf. Ihre Augen tanzten, und sie jubelte:„ Endlich, endlich, endlich! Das Warten war nicht mehr zu ertragen!" Gerda glaubte, ihr Blut erstarre zu Eis. Dachte die Schamlose ihr Spiel zu erneuern und jetzt Kurt zu verraten? Mit Empörung und Verachtung fühlte sie wieder Haß gegen die Jüngere und ging ihr mehr als je aus dem Wege. Doch an dem Abend, als Werner aus Köln drahtete, er sei am nächsten Vormittag in Trebbin, trat Elisabeth zu ihr ins Schlafzimmer. Sie hatte geweint und hob flehend die Hände: Gerdchen, liebstes Gerdchen! Sei wieder gut. Ich brauche dich!" Gerda kehrte ihr den Rücken, sah in den Spiegel und lachte bitter: ,, Du mich?" len!" „ Ja, du gehst doch auf den Bahnhof, um Werner abzuhoFortsetzung folgt. Nr. 10. Gießen, den 1. Feb Gießen, den 1. Februar 1928. Lokales. Wirklich daheim. „ Gießener Zeitung" Die vorliegende Schrift ist das Ergebnis einer längeren Studienreise durch Polen, in deren Verlauf der Verfasser in Verbindung mit zahlreichen Vertretern der polnischen Politik und Wirtschaft getreten ist. Sie dürfte mit Rücksicht auf die neu aufgenommenen Verhandlungen über eine deutsch- polnische Wirtschaftsverständigung ein aktuelles Interesse beanspruchen. * Rund 300 000 RM. für Zwecke der Universität hat unsere| Briefe in Berlin- Steglit. Stadt im abgelaufenen Jahre geleistet. Davon sind Barzuschüsse: 50 000 RM. für den Erweiterungsbau der Kinderklinik und 10 000 RM. für Inneneinrichtung des Physiologischen Instituts, ferner Verzicht auf 75 000 RM. vom Kaufpreis des Militärlazaretts, das die Stadt dem Staat für Zwecke der Universität überließ, endlich Geländestellung( 15 300 Quadratmeter) im Werte pon 107 300 RM. für die Heilstätte für Hals-, Nasen- und Ohrenkranke, sowie für den Neubau eines Studentenheims am Leihgesternerweg im Werte von 50 650 M. Um Weihnachten verstehen es viele wieder einmal so recht, was es um das schöne Gefühl ist, wenn man sagen kann:„ Daheim!" und zu Hause". Es ist das eine sonderbare deutsche Gemütsangelegenheit. Haus und Heimat ist dem Deutschen ein besonderes Glück. Die Fremde war den Altvorderen sogar gleichbedeutend mit Elend. Das Heimatglück hing uns niemals an äußerer Aufmachung. Der Geist oder die Seele des Hauses ist die Hauptsache. Das ist es im tiefsten Grunde, was unsere Poeten besungen und gepriesen haben. Wie die Menschen im Hause sind und sich geben, darauf kommt es an. Wie kann die Frau des Hauses mit einfachsten Mitteln Behaglichkeit und Traulichkeit schaffen, wenn sie selber Sinnu dn Liebe für ein rwilliches Daheim besitzt! Und es ist kein Zufall, daß wir uns bei den führenden Geistern unseres Volkes auch sehr dafür interessieren, wie es in ihrem Hause, ihrem Familienleben aus= sah. Wir haben unsere Freude an der Häuslichkeit eines Luther, eines Schiller, eines Bismard. Ein herzlich DeutschMenschliches weht uns da entgegen. Die Sehnsucht nach dem wirklichen Daheim bekundet sich in dem berühmten deutschen Heimweh, das viel mehr ist als bloßes Geflenne um irgendeine ferne Stätte. In Scheffels ,, Ekkehard" tommt das bezeichnende Wort ,, Heimwehbewältigt" vor, und mancher hat's schon empfunden, was das heißt und wie es den ganzen Lebensgang aufs Tiefste beeinflussen kann. Das Heimgefühl kann mit landschaftlich reizvoller Gegend verbunden sein. Es kann aber auch an einem Mietshause der brausenden Weltstadt haften. Das Herz hängt an dem, was es persönlich- lebendig mit einem Glücksges fühl erlebte. Um so trauriger ist es, wenn die greuliche Wohnungsnot vielen tausend Volksgenossen das Verlangen nach dem eigenen wirklichen Zuhause gründlich verdorben hat. Und es ist wahrlich nicht nur sentimentales Spießbürgertum, wenn man auch für unsere gehetzte und zersplitterte modernste Gegenwart recht vielen Volksgenossen ein wirkliches Daheim wünschen möchte. Menschen ohne ein richtiges Zuhause sind Menschen, denen ein Stück inneren Lebens fehlt. Besonders in vorgerückten Jahren macht sich das bemerkbar. Ein wirkliches Daheim atmet einen wundervollen Frieden. Selbstverständlich tann's auch im freundlichen Hauswesen einmal Verstimmung und Aerger geben, aber der häusliche Friedensgeist kann sich doch wie> der einstellen, wenn man sich nach ihm sehnt und wenn man den guten Willen hat... * Straßensperre. Wegen Vornahme von Hausanschlußarbeiten ist die Röntgenstraße zwischen Friedrichstraße und Leihgesternerweg auf die Dauer von 14 Tagen für allen Fahrverfehr gesperrt. * Die Polizeistunde während der Fastnachtszeit 1928. Das Polizeiamt teilt mit: Die Polizeistunde wird an den vor Fastnacht liegenden Samstagen und an den eigentlichen Fastnachtstagen von Samstag, den 18. bis Dienstag, den 21. Februar bis 6 Uhr vormittags allgemein verlängert. Für Konzert und Tanzveranstaltungen gelten die auf dem jeweils besonders zu lösenden Erlaubnisscheinen festgesetzten Schlußstunden. si * Die Notlage des Schuhmacherhandwerks wird von Tag zu Tag größer, die anhaltende Steigerung der Lederpreise zwingt zu Preisaufschlägen für alle Arbeiten, dabei ist es trotdem nicht möglich, auch nur ein Existenzminimum für die Schuhmacher zu schaffen. Ein einst blühendes Handwerk befindet sich in einer Notlage, die nur dadurch gemildert werden kann, daß das Publikum das Handwerk in seinem Verzweiflungskampf unterstützt. Die Qualitätsarbeit des Schuhmachers muß in der Bezahlung der enormen Steigerung der Rohmaterialpreise und der Teuerung der Lebenshaltung ange= glichen werden. Vor allem aber: Man unterstütze die Maßarbeit des Schuhmachergewerbes. * Die Wahlen zum Ausschuß der hessischen Versicherungsanstalt für gemeindliche Beamten hatte nach dem Wahlvorschlag des Landesverbandes hess. Bürgermeister und der Gewerkschaft der Gemeindebeamten das Ergebnis, daß folgende Mitglieder für Oberhessen gewählt wurden: 1. Christian Pfeiffer, Strassenwärter Vilbel, 2. Sch. Emrich, Bürgermeisterei- Sekretär, Nidda, 3. Bürgermeister Goy- Heldenbergen, 4. Stadtassistent Kinnel- Vilbel, 5. Feldschütze Mader- Jlbenstadt, 6. Schuhmann Sch. Faaz 3.- Schotten, 7, Gemeinderechner Aug. Flach- Wenings, 8. Straßenwärter Keßler, Gießen, 9. Gemeinderechner PeinNieder- Bessingen und 9 Ersagmitglieder. * Teuerungszahlen. In der zweiten Januarhälfte ist die Teuerungszahl gegen die Vorperiode um 0,4 Prozent gestiegen; veranlaßt ist dies durch das Anziehen der vemüse- und Schuhpreise. * Der Reichsschutzverband der Schwerhörigen hält vom 7. bis 9. April( Ostern) 1928 seinen Verbandstag in Berlin ab, wozu alle Schwerhörigen und Schwerhörigen- Vereine, so= wie Freunde der Bestrebung hiermit eingeladen werden. Näheres durch den Schriftführer des Reichsschutzverbandes der Schwerhörigen, Herrn Gustav Vogt, Berlin- Neukölln, Jonasstraße 32. Aus Rab und Fern. Nah Butzbach. Ein oberhessischer Braugerstentag wurde von dem Verein zur Förderung des Braugerstenbaues im„ Hessischen Hof" abgehalten. Nach der Besichtigung einer Ausstellung der verschiedenen Gerstensorten, fand ein Vortrag von Dr. Schneider- Lich statt über„ Mittel und Wege zur Erzeugung von Qualitätsgerste". Die Veranstaltung war seitens der Landwirte der nördlichen Wetterau gut besucht. - Alsfeld. Verkehrsverein, Stadtvorstand und Vertreter des Kreisamtes tagten unter dem Vorsitz von Forstrat Schäfer in der„ Krone". Das Bahnprojekt Schotten Ulrichstein Alsfeld wurde als im Interesse der Erschließung des Vogelberges lebhaft begrüßt. Zugleich wurde das Schwalmtal- Projekt Alsfeld Loshausen Treysa, das den Anschluß des nördlichen Vogelberges an die Main- Weserbahn und einen durchgehenden Verkehr von Süden nach Norden bringen würde, als im Interesse größerer Gebiete gefordert. Verein für Schon früh morge Teils um die wertvol Den Reigen der Spiel die gleiche von 1900, nicht nur 2 Punkte, jo Gegner schlagen. Die nicht mit in der Par jetzt, welche absolut r verhältnis zum letzte winnen konnte ist zu lönnen, daß die Mo Der Verlust diefer be die Mannschaft in B joll seinen Gegner ni sterschaft beinahe in d Hurtig, wie imm gleiche Heuchelheims stüd leistete sich die 2 hoch mit 11: 0. Die ganzen Spieles haush das Chrentor. Das Marnedrama 1914. Unter diesem Titel beginnt soeben das Reichsarchiv in der Schriftenfolge ,, Schlachten des Weltkrieges" die mit Spannung erwartete Darstellung dieser größten, gewaltigsten und folgenschwersten Schlacht des Welttrieges.*) Das mystische Dunkel, das über dem Ringen an der Marne liegt, geht am besten aus der Tatsache hervor, daß selbst die in dem großen Werke des Reichsarchios„ Der Weltfrieg 1914-1918" niedergelegte Auffassung im In- und im Auslande, ganz besonders aber in Frankreich, teilweise auf das schärfste angegriffen worden ist. Man will hier die deutsche Auslegung, daß die Marneschlacht ein deutscher Sieg gewesen, der nur durch einen verfehlten Eingriff in die Führung durch die Oberste Heeresleitung zu einem Mißerfolge gestaltet worden sei, keineswegs gelten lassen. Die Wahrheit kann nur eine Schlachtendarstellung beweisen, die in alle Einzelheiten der gewaltigen Kämpfe sich vertieft und die Lage festlegt, die bei Abbruch der Schlacht tatsächlich vorlag. Die Art, wie hier die großen Linien der Ereignisse herausgearbeitet werden, ist verblüffend. Mit Spannung kann man nur den folgenden Band erwarten, der Anfang März zur Ausgabe gelangen soll. *) Schlachten des Weltkrieges. Herausgegeben im Auftrage des Reichsarchivs. Von der 3 Bände umfassenden Darstellung der Marneschlacht liegt vor ,, Das Marnedrama 1914, 1. Teil", bearbeitet von Major a. D. v. Bose und Archivrat Stenger. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. D. Preis in Halbleinen 5,80 RM. Spurlos verschwunden. In Mecklenburg- Srelig erregt das Verschwinden dreier Personen innerhalb kurzer Zeit berechtigtes Aufsehen. Dieser Tage ist eine Frau Ministerialrat Ried aus Neustrelitz verschwunden. Sie wurde von ihren Bekannten in Friedland zum Zuge gebracht, ist aber an dem Bestimmungsort nicht eingetroffen. Die Polizei konnte bis jetzt über den eigenartigen Vorfall nichts ermitteln. Vor kurzem brachte der Kaufmann Geelhof aus Sehsten seine Kinder nach Neubrandenburg zur Schule. Er wollte abends zurückfahren und wurde auch noch auf dem Bahnhof gesehen. Er ist aber zu Hause nicht angekommen. Ebenfalls vor einiger Zeit begab sich ein Roßbachmann, der hier in der Umgegend beim Dreschen beschäftigt war, auf die Reise nach Zehde= nik, ist aber dort nicht eingetroffen. Auch von diesem Vermißten liegt feinerlei Spur vor. Bücherecke. Ist Polen lebensfähig? Bleibt Danzig deutsch? Von Paul Langer. Brennende Zeitfragen, Band 3. Verlag Grüne Briefe für Politik und Wirtschaft. in Berlin- Steglitz. Im Buchhandel zu beziehen durch den Kommissionsverlag Fr. Foerster in Leipzig oder durch die Expedition der Grünen Aus der Jugend eines deutschen Gelehrten. in Gießen abspielt!„ Geboren bin ich, wie ihr wißt, in Gießen Von G. F. K na pp.- Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart 1927. Von Regierungsrat Dr. Nölle Oppeln( O.-S.). Der kürzlich in Darmstadt verstorbene Geheime Regierungsrat Dr. Georg Friedrich Knapp entstammte einer weitverzweigten Gelehrten- Familie: sein Onkel, der Chemiker Justus von Liebig, seine Vettern der Philosoph Carriére, der Theologe von Harnack, der Mediziner Thiersch, der National- Oekonom Wittich. Knapp war fast ein halbes Jahrhundert an der Kaiser- Wilhelm- Universität in Straßburg als Professor der Volks= wirtschaftslehre( Agrarhistorik, Geldtheorie) und Statistik tätig; zu seinen Schülern rechneten russische Fürstensöhne und kaiserliche Hohenzollern- Prinzen, aus seinem„ Staatswissenschaftlichen Seminar" gingen Persönlichkeiten hervor, die im Leben auf verschiedensten Gebieten eine Führer- Rolle gespielt haben: die Hauptstühle der National- Dekonomie in Deutschland und Desterreich sind von ehemaligen Mitgliedern seines Seminars besetzt, ich nenne nur Sering, Herkner, Brentano, dazu der frühere Kruppsche Generaldirektor Hugenberg, der Oberbürgermeister von Straßburg und jetziger Oberpräsident von Hessen- Nassau, Schwander, Staatsminister Helferich usw. Hauptsächlich für die 1. Auflage seiner ,, Staatlichen Theorie des Geldes",( der Bibel der„, Chartalisten") erhielt er den Orden pour le mérite der Friedensklasse und zwar( körperlich identisch!) denjenigen Orden( man denke sich für ein einziges Buch!), den der Reichskanzler Fürst Bismard wegen seiner Verdienste um die Einigung des deutschen Vaterlandes jahrzehntelang getragen hatte. Dieser Mann hat der Welt seine ,, Jugend- Erinnerungen" geschenkt, ein ziseliertes Meisterstück eines Künstlers der Sprache und Schrift. Der unbefangene Le= ser dieser Schrift wird zum Zuschauer: er sieht, wie ein GeTehrier entsteht ,,, wie er sich bildet, wie er gebildet wird." Mit der Kunst des Radierens hat er die Stadt München in ihrer klassischen Zeit festgehalten; der Kultur- Historiker dürfte faum anderswo eine gleich anschauliche Schilderung der Spät- Biedermeier- Epoche, der Unruhe- Zeit der 40er und 50er Jahre und des Berlins der 60er Jahre finden. Für uns Gießener haben die„ ,, Erinnerungen" insofern noch Von sieben Meeren, Fahrten und Abenteuer. Von Hanns Heinz Ewers. 352 Seiten. Preis in Leinen geb. 7 RM. Sieben Stäbe- Verlags- und Druckereigesellschaft m. b. H. Berlin- Zehlendorf. Jn uns allen ist das Sehnen nach den bunten Fernen, nach seltsamen Abenteuern unter sonderbaren Menschen. In dem Buch ,, Von sieben Meeren" wandert der Leser mit in die Ferne. Fast förperlich fühlt er die Schwüle der chilenischen Salpeterküste, spürt die Dede des Provinzlebens der Vereinigten Staaten u. a. Das alles durchwebt und durchlebt von sonderbarem, spannendem Geschehen, hingeplaudert mit jener Leichtigkeit, die höchste Kunst des Erzählers ist. Ein Buch, das man in einem Sitz zu Ende liest, und ein Buch, das jeder, der Freude am Bunten hat, noch öfters aus seinem Bücherschrank nehmen wird, um die eine oder die andere Geschichte nochmals zu genießen. ein besonderes Interesse, als ein großer Teil von ihnen sich a. d. Lahn", so fängt das lesenswerte Büchlein an. ,, Eine Straße der inneren Stadt, genannt ,, Die neuen Bäue“, führt nach Osten; an der rechten Seite, wenn man aus der Stadt hinausgeht, stand das Haus, damals kenntlich an einer kleinen Freitreppe, die aber nun verschwunden ist; schräg gegenüber steht das Geburtshaus des Romanisten Die 3. Unten wohnte ein Steuereinnehmer Enders, im ersten Stock der Rabbiner Levi, dessen einer Sohn Hermann ein sehr bekannter Musiker geworden ist; im zweiten Stod wohnten meine Eltern. Die Fensterscheiben waren mit Blei eingefaßt, was man damals noch häufig sah. Die Bauart war äußerst dürftig: ein Kloben, der zur Befestigung eines Spiegels im Wohnzimmer, eingeschlagen wurde, kam an der Außenseite zum Vorschein. Später erschien ein früherer Gendarm namens Reßler und breitete vor meinen Eltern Pläne eines Hauses aus: danach wurde eine neue Wohnung gemietet, obgleich wir Kinder gar nicht begriffen, daß diese Zeichnungen ein Haus darstellten." Westermanns Monatshefte bringen in ihrem Februarheft wieder eine Flut köstlicher Texte und Bilder. Vor allem aber findet diesmal auch die heranwachsende Generation etwas besonderes, nämlich ein Preisausschreiben, welches sie einmal mit dem Problem des zukünftigen Berufes befassen soll. Die Wiedergeburt der systematischen Philosophie aus der Vereindeutlichung der Terminologie uand des Abstraktionsproblem. Prolegomenon zu jedem Realismus und Rationalismus. Von Joe Stiders. 228 S. Preis 9, M. E. S Mittler& Sohn in Berlin. Die Mannigfaltigkeit philosophischer Schulen und Strömungen und die dadurch bedingte Verschiedenheit der philosophischen Termini hat zu babylonischer Sprachverwirrung geführt. Diesem drohenden„ Zusammenbruch der Wissenschaft" tritt der Verfasser in dem vorliegenden Wert entgegen. Die einzig mögliche Basis für den Auf- und Weiterbau jeder Philosophie sieht er in der absoluten Vereindeutlichung der philosophischen Terminologie. An 1000 Beispielen in zitierten landläufigen Textstellen demonstriert der Verfasser seine Arbeitsweise. Es ist damit die Möglichkeit einer philosophischen Verständigung über Sprach- und Landesgrenze hinaus gegeben. Zu bemerken ist, daß der Völkerbund bei Vorlage des Werkes die Zusage seiner Protektion gemacht hat und die Sektion für internationale geistige Zusammenarbeit sich der vom Verfasser gemachten Vorschläge annehmen wird. Interessant sind dann die Ausführungen über die Bildung der Bürgerwehr in Gießen im Jahre 1848. Im Frühjahr dieses Jahres kamen allerlei seltsame Kerle zu unserem Hausbewohner Karl Vogt; ein breitschultriger, mit rotem Haar und Bart, der eine ungeheure Baßstimme hatte, hieß Karl Becker, der erste Demokrat. Andere ähnliche Figuren sah man auf der Straße: graue Kalabreser- Hüte, mit Hahnenfedern darauf, einen alten Schleppsäbel umgeschnallt. Jm be= nachbarten Wirtshaus wurden Versammlungen abgehalten und große Reden von aufgeregten Leuten, die auf Tische gestiegen waren, gehalten. Auf die miteingedrungenen Knaben wurde nicht weiter geachtet. Jener Karl Becker hatte viel mit Vogt zu tun, was wir Kinder gar nicht recht begriffen, denn er sah aus wie ein ganz gewöhnlicher Kerl. Eines Tages standen wir im Hof, gegen Abend war es schon, als Karl Vogt auf einem Braunen geritten fam. Roß und Reiter waren schweißbedeckt, Vogt vollständig heißer. Er hatte die rasch gebildete Bürgerwehr auf dem„ Trieb", einer Gemeindeweide, die wir ,, Tripp" nannten, versammelt, denn er war zum Kommandeur erwählt worden, und hatte dort vom Pferd herab versucht, die Leute in Reih' und Glied zu bringen. Die Professoren, darunter mein Vater und einmal auch unser Onkel Liebig, ließen sich an der Anatomie einexerzieren; wir Jungen standen dabei und fanden es unglaublich komisch. Einmal ist diese Bürgerwehr abends ausgerückt, weil es hieß, von Friedberg her nahe sich der Feind; man fam aber bald wieder heim." Die inzwischen e der Zahl, sahen die Siegen mit 5: 1 gewin mal gut aufgestellt, fo and Leztes her zu Spielfeldes, überrasch schaft in höchst überr henrich und Boß. 2 eigentlich etwas meh der Mittelläufer. Damals war die Eisenbahn von Frankfurt nach Gießen im Bau, ungeheure Massen von Schwellen aus Eichenholz waren aufgeschichtet; in den schmalen Gängen zwischen den Haufen war man ungesehen, und es wurden vor allem Rutschbahnen daraus gebaut: schräggestellte Schwellen, oben geglättet; man hockte sich darauf und glitt hinunter. Jeder Junge hatte einen Knüppel an der Seite, und sie nannten sich„ Knüppelgarde". Wer nicht gehorchte, wurde in einen Kohlenfeller gesperrt. Es war höchst sonderbar, wie sich alles veränderte: dies allgemeine Zusammenlaufen, dies Auftauchen von Leuten, die Befehle erteilten, dieſe allgemeine Schimpferei; aber es war auch sehr genußreich." Knapp kam dann 1849 in die Schule. ,, Da war ein winkeliger Platz nördlich von der Stadtkirche und westlich vom Lindenplay, wo der Botenmeister Dehr in einem erbärmlichen Häuslein Schule hielt; er war früher in einer Kanzlei Vorgesetzter der Boten gewesen, ein alter, freundlicher Mann, der uns fortwährend die Federn schnitt. Aber gelernt hat niemand was bei ihm. Als meine Eltern im Jahre 1853 nach München verzogen, versammelte am letzten Tage mein Lehrer Steinmetz alle Schüler es müssen 80 bis 100 gewesen sein im größten Zimmer, bestieg das Katheder und hielt eine Ansprache, die zur höchsten Ueberraschung niemand anderem als mir galt. Mit den wärmsten Worten wünschte er mir Glück und Segen. Mein Vetter Wilhelm Wilbrand war nicht wenig betroffen und hat noch vor einigen Jahren das Ereignis bestätigt. Es ist dies die höchste Ehrung, die ich erlebt habe." - -- - Es würde den Rahmen dieser kurzen Besprechung sprengen, sollte alles ausgeführt werden, was ganz besonders uns Gieße ner in den ,, Jugend- Erinnerungen" belangt. Jedenfalls kann die Lektüre des Buches nur warm empfohlen werden. Die S In Weglar fonn nicht mehr den Vorte verlor 3: 1( 2: 0) na Lonnte Frankenberg Marburger Favorite ( 4: 3), nach beiderseits als eine sehr sympat Das Spiel Herb richt 3: 2 für Herbor Tabelle zeigt also no BB- K. Marburg Spvgg. 1900 Gießen 5. B. Wezlar B. Ockershausen B. F. B. Kirchhain Hessen- Frankenberg 8. F R. Butzbach Frohnhausen( Dill) Sportv. Herborn Die Lahnf Für den 5. Feb Odershausen treffen FV- Od zujammen. Das V Loren die Odershäu Ficher nehmen wolle wird jedenfalls nu nicht gar ein Unent mit dem Schiedsric von den Vereinen Oranien ausgetragen werden wird alles daran Tabellenstand zu v in die Höhe Schraut len. Es ist daher e lich nicht ausartet. Fest. Beim ersten S Der Dillverein mit piel in Gießen it leicht aus, weil B Lollar Heuchelheims 1. im Retourspiel ent To gelang es auch U- Klassen- Vertreter nend aus der vorso gelernt hatte, trat hatte man den Stu Durchschlagstraft gem Das Spiel bega Gäste, die in schöner brachten, jedoch wur ausgenugt oder veri ber zum ersten Tor Collar auf; das Zu der von den Läufer lonnten Torerfolge Grjah- Halblinken za Unfairnis im Heuche verwandelt. 2: 1. B und erzielten in pr Denen Heuchelheim n Tette. Nach Halbzeit Nr. 10. Schrift ist das olen, in deren reichen Ver reten ist. 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Sie verlor nicht nur 2 Punkte, sondern ließ sich auch noch von einem LokalGegner schlagen. Die beiden Besten in der VfB.- Jugend, welche nicht mit in der Partie waren, wurden durch 2 Ersazleute erjetzt, welche absolut nichts leisteten. Der Unterschied im Torverhältnis zum letzten Spiel, welches die VfB.- Jugend 6: 0 ge= winnen konnte ist zu hoch, um nicht mit Bestimmtheit sagen zu können, daß die Mannschaft einen schlechten Tag gehabt hat. Der Verlust dieser beiden Punkte dürfte wohl eine Lehre sein für die Mannschaft in Bezug auf die noch kommenden Spiele. Man soll seinen Gegner nicht unterschätzen, auch wenn man die Meisterschaft beinahe in der Tasche hat. Hurtig, wie immer, fertigte die 1. Schülermannschaft die gleiche Heuchelheims mit nicht weniger als 5: 0 ab. Ein Glanzstück leistete sich die 2. Mannschaft gegen Werdorf und gewann hoch mit 11: 0. Die Mannschaft war den Gästen während des ganzen Spieles haushoch überlegen und gönnte ihr nicht einmal das Ehrentor. Die inzwischen erschienenen Zuschauer, ungefähr 1000 an der Zahl, sahen die Ligamannschaft in forscher Manier gegen Siegen mit 5: 1 gewinnen. Nicht nur die Mannschaft war diesmal gut aufgestellt, sondern auch jeder einzelne gab sein Bestes und Letztes her zu diesem Resultat. Böttiger, der Held des Spielfeldes, überraschte die Zuschauer und die eigene Mannschaft in höchst überragender Art. Gut waren ferner Bingel, Henrich und Boß. Von der Siegener Mannschaft hätte man eigentlich etwas mehr erwarten können. Gut bei ihnen war der Mittelläufer. Die Lahnkreisliga. Die Spiele vom 29. Januar 1928. In Wetzlar konnte Dßershausen beim Wiederholungsspiel ht mehr den Vorteil des ersten Spieles herausholen, sondern verlor 3: 1( 2: 0) nach ausgeglichenen Leistungen. Kirchhain fonnte Frankenberg mit 3: 1( 2: 1) nach Hause schicken. Die Marburger Favoriten gewannen gegen Frohnhausen mit 7: 4 ( 4: 3), nach beiderseits gutem, fairem Spiel, wobei sich die Gäste als eine sehr sympathische Mannschaft zeigten. Das Spiel Herborn Odershausen am 22. Januar ging nicht 3: 2 für Herborn, sondern 2: 3 für Odershausen aus. Die Tabelle zeigt also nach dem 29. Januar diesen Stand: Spiele gew. unent. verl. Tore Punkte 2 70: 2 25: 5 48:24 22: 6 29:32 18: 8 32:35 16:14 29:27 11:13 20:31 9:21 BfB- K. Marburg 15 12 11 Spvgg. 1900 Gießrn 14 10 2 2. S. V. Wetzlar 13 8 3 F.V. Ockershausen 15 7 2 6 B. F. B. Kirchhain 12 5 1 6 Hessen- Frankenberg 15 1 10 B. J R. Butzbach 15 3 3 9 27:41 9:21 Frohnhausen( Dill) 11 B 1 7 29:40 7:15 14 3 1 10 18:51 7:21 * Sportv. Herborn Die Lahnkreisliga am 5. Februar 1928. Für den 5. Februar sind nur zwei Spiele vorgesehen. In Odershausen treffen unter Leitung von Engelter- Marburg FV.- Odershausen und VfB.- Kirchhain zusammen. Das Vorspiel am 4. September in Kirchhain verloren die Ockershäuser hoch mit 1: 6. Ob die vanche, die sie sicher nehmen wollen, gelingt, ist abzuwarten. Das Resultat wird jedenfalls nur eine kleine Tordifferenz aufweisen, falls nicht gar ein Unentschieden herauskommt. Das zweite Spiel mit dem Schiedsrichter Klier- Wezlar soll in Frohnhausen von den Vereinen Oranien- Frohnhausen und VfR.:Buzbach ausgetragen werden. Butzbach absolviert sein letztes Spiel und wird alles daran setzen, die Punkte zu erlangen, um seinen Tabellenstand zu verbessern, aber auch Frohnhausen will sich in die Höhe schrauben, um nicht zu den absteigenden zu zählen. Es ist daher ein hartes Ringen zu erwarten, das hoffent lich nicht ausartet. Das Resultat steht erst beim Schlußpfiff fest. Beim ersten Spiel in Buzbach am 13. November gewann der Dillverein mit 6: 4. Wenn am 5. Februar das Auswahl= spiel in Gießen stattfindet, fällt das vorgenannte Spiel viel: leicht aus, weil Buzbach Spieler abgeben muß. Lollar 1. 14 Heuchelheim 1. 5: 5( 5: 3). Heuchelheims 1. Mannschaft trat gestern der Lollarer Ersten im Retourspiel entgegen. Wie im Vorspiele in Heuchelheim, so gelang es auch gestern wiederum den Einheimischen dem A- Klassen- Vertreter ein Remis abzutrozen. Lollar, das anscheinend aus der vorsonntäglichen Niederlage gegen VfB.- Gießen gelernt hatte, trat in verändeter Aufstellung an. Besonders hatte man den Sturm verjüngt, der dadurch bedeutend an Durchschlagskraft gewonnen hatte. Das Spiel begann mit einem rassigen Angriffsspiel der Gäste, die in schöner Kombination das Lollarer Tor in Gefahr brachten, jedoch wurden die sich bietenden Torchancen schlecht ausgenutzt oder verschossen, bis Christ ein Durchbruch glückte, der zum ersten Tor für die Gäste führte. Jetzt kommt aber Lollar auf; das Zusammenspiel im Sturm wird immer besser, der von den Läufern mit guten Vorlagen gefüttert wird. So fonnten Torerfolge nicht ausbleiben. Ein gesunder Schuß des Ersatz- Halblinken zappelte im Netz. 1: 1. Kurz darauf eine Unfairnis im Heuchelheimer Strafraum. Der Elfmeter wurde verwandelt. 2: 1. Bis Halbzeit dominierten die Einheimischen, und erzielten in prächtiger Zusammenarbeit noch drei Tore, denen Heuchelheim noch zwei, beidemal durch Christ, entgegenJezte. Nach Halbzeit waren die Gäste dauernd in Front, und gaben der Lollarer Verteidigung Gelegenheit ihr Können zu beweisen. So gelang Heuchelheim noch ein Tor, dem sie durch Elfmeter das Zweite folgen ließen. Bis zum Schlußpfiff konnte keine Partei an diesem Resultat etwas ändern. Wegen der Kürze der Spielabmachung( Samstag) mußte Schiri Grote vom Platzverein das Spiel leiten, der wohl beide Parteien nach Ausbringung des Sportrufs zu urteilen, befriedigte. Leider war er gezwungen, vom eigenen sowohl wie vom Platzverein je einen Spieler wegen grober Unsportlichkeit vom Plaz zu stellen. Spielt Lollar seine Aufstiegspiele mit dem gestrigen Elan und gewöhnt sich noch etwas mehr Härte im Spiel an, so braucht sie sich um die Zukunft nicht zu bangen. Daubringen 1. Weglar 3. 7: 1( 2: 0). Zu einem Gesellschaftsspiel trafen sich heute obige Gegner. Da der Daubringer Plaz spielunfähig war, mußte auf einer Wiese gespielt werden. Auf dem kurzen Platz fanden sich beide Mannschaften anfangs nicht recht zusammen, doch bald zeigte sich Daubringen sichtbar überlegen und blieb es während des ganzen Spiels. Durch etwas mehr Schußsicherheit hätte das Ergebnis leicht höher gestaltet werden können. Wetzlar hielt trotz seiner Niederlage das Spiel stets fair und offen. Schiedsrichter Diedrich leitete sehr korrekt. Daubringens Jugend weilte zum Diplomspiel in Butzbach und verlor nach gleichwertigem Spiel 0: 1. Niederweisel 1. Heuchelheim 2. 9: 2( 5: 1). Die erste Halbzeit zeigte bei fairem, fast ausgeglichenem Spiel eine leichte Ueberlegenheit der Niederweiseler- Elf. Heuchelheims 2. kam dann in der 2. Halbzeit ganz aus dem Konzept. Innere Uneinigkeit zerstörte die ganze Kampftraft. Aber nicht nur dadurch ist das hohe Resultat zu erklären, vielmehr entwickelt sich Niederweisel in seiner Klasse zu einem ganz beachtlichen Gegner, der manchem Kontrahenten in den kommenden Aufstiegspielen Schwierigkeiten machen wird. Kreiling= VfB. Gießen war dem Spiel ein guter Schiri. * Vom westdeutschen Fußball. Um die Bezirksmeisterschaft. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des Bezirks Hessen- Hannover zwischen Kurhessen Kassel und SC. 03 Kassel ist auf den 12. Februar verlegt worden. Die beiden Spiele um die Meisterschaft des Ruhrbezirks zwischen den ermittelten Gruppenmeistern Schwarz- Weiß Essen und SC. 04 Schalke finden am 12. Februar in Essen und am 19. Februar in Schalke statt. 44 Entscheidungen in Westdeutschland. Im Westdeutschen Spielverband ist am Sonntag der erste Bezirksmeister ermittelt worden. Im Entscheidungsspiel zwischen den Gruppenmeistern des Bezirks Westfalen, schlug zur allgemeinen Ueberraschung Borussia- Rheine den VfB.- Bielefeld mit 3: 2 Toren. Mit Borussia- Rheine ist somit zum erstenmal ein Verein der Westgruppe Bezirksmeister geworden. Lange Jahre hindurch wurde der Bezirk stets durch den Ostgruppenmeister Arminia Bielefeld vertreten. Arminia Bielefeld ist in diesem Jahre knapp hinter dem VfB.- Bielefeld zurückgeblieben, und der neue Meister konnte sich im Kampfe um die Bezirksmeisterschaft nicht durchsetzen. Bei der Fortsetzung der Spiele um die Rheinbezirksmeisterschaft konnte die Sp.- Bgg.- 07- KölnSülz einen hohen 10: 2 Sieg über den FV.- Koblenz- Neuendorf landen. Im zweiten Spiele trennten sich Cl.f.R.- Köln und VfR.- Köln 1: 1 unentschieden. Die Swatosch- Elf aus Köln- Sülz hat schon jetzt einen so großen Vorsprung an Punkten gewonnen, daß sie als neuer Bezirksmeister angesprochen werden kann. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft des Bezirks Hessen- Hannover zwischen den Gruppenmeistern Kurhessen- KasBei den Grupfel und SC.- 03- Kassel mußte verlegt werden. penmeisterschaftsspielen gab es verschiedene Ueberraschungen. So wurde der Duisburger- Spielverein( durch Union- Krefeld) und Schwarz- Weiß- Essen( durch MBV.- Linden) jeweils mit 2: 3 Treffern geschlagen, aber wohl nur deshalb, weil sie ihre Titel als Gruppenmeister bereits sicher haben. - Die Endspiele in Süddeutschland. Langsam kommt Bewegung in die süddeutschen Endspiele. Der gestrige Sonntag ist an Ueberraschungen wirklich nicht arm gewesen. Mit einer Ausnahme brachte die Runde der Meister weniger Sensationen, als die Trostrunde, in der die meisten Voraussagen auf den Kopf gestellt wurden, In der Runde der Meister - muß die Sensation in Worms vorweggenommen werden. Die Spielvereinigung Fürth, heißer Favorit und bisher ohne Punkteverlust, mußte der Wormatia- Worms ebenfalls, wie früher Bayern- München, in einem 0: 0 endenden Treffen einen Punkt überlassen. Dies ist aber weniger überraschend, als die Tatsache, daß Worms am Vorsonntag noch tatastrophal von Karlsruhe geschlagen dem Spielverlauf nach leicht hätte Sieger bleiben können. Die Schwäche der Fürther trat schon am Vorsonntag gegen SV.- Waldhof zu Tag, der sich diesmal den Münchener Bayern mit 2: 5 beugen mußte. Das Ergebnis Gleichfalls schmeichelt übrigens der Leistung der Südbayern. nicht ganz erwartet kommt der hohe 5: 2 Sieg der Stuttgarter Die Kit Kickers gegen den FV.- Saarbrücken auf dessen Plaz. fers erwachten lediglich in der zweiten Halbzeit und legten in wenigen Minuten die zum Sieg erforderlichen Tore vor. Ueberzeugen konnten sie indessen auch diesmal nicht. Die Saarländer haben damit ihre dritte Niederlage erlitten und teilen das Schicksal mit Mannhein- Waldhof. In der Trostrunde - überstürzten sich die Sensationen. Die Gruppe Südost brachte durchweg unerwartete Resultate. So mußte sich der deutsche Meister und Tabellenführer 1. FC. Nürnberg in München von Wader mit 3: 2( 2: 0) Toren geschlagen bekennen und dies nicht einmal unverdient. Damit liegen die Münchener relatio an Nr. 10. der Tabellenspitze. Dem SC.- Freiburg gelang es, eine so gute Mannschaft wie BFR.- Fürth mit 3: 2( 1: 2) abzufertigen und Ganz erstaunlich ist der mit diesem punktegleich zu ziehen. 2: 1( 1: 1) Sieg von Phönig- Karlsruhe über München- 1860. Der Formrüdgang der Münchener ist damit klar erhärtet. Union Böckingen bewies einmal mehr, daß es auf eigenem Platz kaum zu schlagen ist. 4: 2 lautet sein Resultat gegen den VfB.- Stutt gart. In Gruppe Nordwest gelang es dem Tabellenführer FSV.- Frankfurt durch ein knappes 0: 1 in Ludwigshafen gegen 03 seine Favoritenstellung zu wahren. Mainz3-05 mußte sich mit einem erwarteten Unentschieden von 2: 2 gegen den VfL.- NeuIsenburg bescheiden. Abermals unentschieden spielte Rot- Weiß Frankfurt mit 1: 1( 1: 1) gegen den VfL.- Nedarau, der heute eine wesentlich bessere Leistung bot, als am Vorrsonntag in Frankfurt. Die Tabelle der Meisterrunde. Bayern München Sp. Vg. Fürth Suttg. Kickers Karlsruher F. V. Wormatia Worms Eintracht Frankfurt S. V. Waldhof F. V. Saarbrücken Spiele 4 Tore Bunk e 19.6 7: 1 3 3: 0 5: 1 9: 6 5: 3 16: 8 4: 4 6:18 4: 4 3 5: 4 3: 3 2: 8 0: 6 6:21 0: 6 Leichtathletik. Entscheidungsspiel um die Bezirksmeisterschaft im Handball. Spielvereinigung 1900- Gießen Kurhessen- Kassel 2: 4. Pünktlich 2,30 Uhr stellten sich dem Schiedsrichter Waldmann- VfB.- Wetzlar die Mannschaften in folgender Aufstellung: Spielvereinigung 1900- Gießen. Gelbert Klös Weller Köhne Schneider 2( Ersay) Herberg( Ersay) Hopfenmüller, Dit, Schneider, Osterheld, Guyot Wiegand, Weingärtner, Vogt, Vesper, Sorger Himmelmann Kaymann Bott Kurhessen- Kassel. Fröhlich Großmann Thomas 1900 In scharfem Tempo legt Kurhessen- Kassel los. 1900s Hintermannschaft hat sich noch nicht gefunden, wird auch manchmal überrannt. Kassel schießt Schuß auf Schuß, darunter manche gefährliche Sache. Aber 1900 hat in Köhne einen Torhüter, wie er besser gar nicht sein konnte. Er hält alles! tommt einmal frei, der Sturm spielt sich durch. Kassels Hintermannschaft paßt nicht auf, dafür aber deren Torwart. Er hält den von Osterheld geworfenen Ball auf. Dann liegt das Spiel wieder in Gießens Feld. Köhne läuft aus dem Strafraum um den Ball aufzunehmen. Strafwurf, den Weingärtner Kassel unhaltbar einsendet.( 1: 0 für Kurhessen- Kassel.) Gießen stellt sich nun langsam auf das körperliche Spiel der Kurhessen ein. Das Spiel wird ein wenig verteilter. Beim Kampf um den Ball spielt Kurhessen Fuß, der Schiri pfeift und gibt Einwurf für Kassel. ein offensichtlicher Fehlentscheid 2: 0 für Kassel. Kassel stürmt durch. Weingärtner schießt Das Spiel wird nun sehr hart. Herweg- 1900 muß für eine Zeitlang vom Plaze geschafft werden. Den Ball unter sich, wirft ein Kasselaner sich auf ihn. Der Schiedsrichter, der dem Spiel nicht mehr gewachsen scheint, wird merklich nervös und trifft einen Fehlentscheid nach dem anderen. Kassel spielt wiedermal Fuß, nicht Gießen, sondern Kassel bekommt Einwurf. Für den ausgeschiedenen Herberg spielt Ost Mittelläufer. Der Sturm fann sich mit 4 Mann nicht durchsetzen, so liegt das Spiel wieder vor Gießens Tor, in dem Köhne ganz seinen Mann steht, bis kurz vor Halbzeit Vesper- Kurhessen nach plötz= lichem Durchbruch schießt und einsendet.( 3: 0 für Kurhessen- K.) Jetzt fängt 1900 an zu drängen. Im Gegensatz zu Kassel, das Einen davon kurz zuspielt, werfen die 1900 lange Bälle. greift Osterheld, geht damit in hohem Tempo ab, Kassels Verteidiger passen wieder nicht auf. Osterheld wirft links, der Schuß sitzt. Jubelnder Beifall. Halbzeit( 3: 1) für Kassel. Bei Wiederbeginn nach Seitenwechsel, darf Kassel gegen die Sonne spielen. 1900 aufgemuntert durch den ersten Torerfolg, drängt stark. Jm Verlaufe des äußerst erbittert werdenden Spieles werden Klöß- 1900 und Weingärtner- Kurhessen vom Schiedsrichter verwarnt. Herberg- 1900 hat inzwischen seinen Platz als Mittelläufer wieder eingenommen und kämpft mit großer Energie. Dadurch ist der Sturm wieder vollzählig geworden, Eine Reihe von Schüssen auf Kassels Tor demonstriert biber auch ett hält ſein Seiligtum rein. to geht das Spiel hin und her. Noch einmal sendet Kassel durch Wiegand ein 4: 1, versucht dann aber vergeblich das Ergeb= nis zu erhöhen, vielmehr muß es sich gefallen lassen, daß kurz vor Abpfiff Osterheld- 1900 noch einmal einen seiner unberechenbaren Bälle an Bott vorbei einsendet.( 4: 2 für Kassel.) Das Spiel Minuten später war die Schlacht geschlagen. war aus. - 5 Kritik: Wer zu diesem Spiel gekommen war, um einen Meister spielen zu sehen, denn das war Kurhessen bisher, mußte enttäuscht sein. Körperkraft, manchmal nicht ganz fair, und gutes Zuspiel-c'est tout das ist alles. Neben Weingärtner, Wiegand, Sorger und Himmelmann( der gesamte linke Flügel) war Bott im Zor gut. Die Verteidigung war zu bequem. Von 1900 läßt sich allgemein sagen, besseres Zuspiel und ein wenig mehr Kampferfahrung, dann hätte Kassel die Punkte noch nicht. Im Sturm waren Osterheld und Schneider gut. Die Läuferreihe fiel ab. Die Hintermannschaft Klös, Schneider 2 und vor allem Köhne waren tadellos. Schneider 2 war im übrigen fein ,, Ersag"! Der linke Stürmer darf schießen, wenn er vorm Tor steht, das beißt nicht! Alles in allem entspricht das Ergebnis nicht ganz dem Spielverlauf. Hätte ein besserer Schiedsrichter das Spiel geleiVor tet, hätte das Spiel unentschieden ausfallen können. Gießen, den 1. Februar 1928. allem, wo bleiben Birkenstock und Schleicher? Wenn sie nächsten Sonntag in Kassel beim 2. Entscheidungsspiel mitwirken, ist das Ergebnis nicht vorauszusagen. Hallensportfest in Stuttgart. Das 2. Hallensportfest des Bezirks Württemberg nahm am Samstagabend in der Stuttgarter Stadthalle vor 5000 Sportbegeisterten einen interessanten Verlauf. Gute Leistungen, spannende Kämpfe und eine flotte Abwicklung fanden sich zujammen. Im Sprinterdreifampf war natürlich Hubert Houben von der süddeutschen Konkurrenz ebensowenig zu schlagen, wie etwa Meister Dobermann im Weitsprung, wo er mit einem 7- Meter- Sprung aufwartete, oder wie Meister Brechenmacher im Kugelstoßen. Etwas mehr strecken mußte sich der Deutsche Hürdenmeister Steinhardt, der gegen den Stuttgarter Maier nur mit Handbreite gewinnen konnte. Sehr spannend waren auch die Staffelkämpfe. Die leichtathletischen Konkurrenzen wurden durchbrochen von Radball-, Rollschuhhockey- und Handballspielen. Im Handball- Städtespiel schlug Stuttgart Ulm mit 8: 2( 3: 1) Treffern. Die Ergebnisse: Sprinterdreikampf: 3 mal 50 m, 1. Lauf: Houben- Krefeld 5,5 Sef, 2. Suhr- Phönix- Karlsruhe 5,6 Sef., 3. Wendratssched- Stuttgarter Riders 6,1 Sef. 2. Lauf: 1. Houben 5,6 Gef., 2. Suhr 5,8 Sef., 3. Hondratschek 6,3 Set. 3. Lauf: Houben 5,8 Set., 2. Suhr 6 Set., 3. Nathan- Charlottenburg 6,2 Set. Gesamtergebnis: 1. Houben 15 Punkte, 2. Suhr 12 P., 3. Wondratschek 8 P. 800 m: 1. Dammert- Karlsruher FV. 2:07 Min., 2. Welschinger- Phönix Karlsruhe 2: 09,8 Min. 3000 m: 1. Helber- VfB. Stuttgart 9: 44,4 Min.; 2. Sturm- Heilbronn 9: 54,6 Min. Weitsprung: 1. DobermannKöln 7,05 m, 2. Schmidt- Karlsruher FV. 6,14 m. Kugelstoßen: 2. Wenninger- Stuttgart 1. Brechenmacher- Frankfurt 13,75 m, 13,12 m. 55 m Hürden: 1. Steinhardt- Phönix- Karlsruhe 7,8 Sef., 2. Maier- Stuttgart, Handbreite zurück. 4 mal 400 m: 1. Stuttgarter Kickers 3: 46,4 Min. Gr. Jugendstaffel: 20 mal ½ Bahr, je 154 m, 1. Stuttgarter Kickers 3:26 Min., 2. VfB. mal 800 m: 1. VfB. Stuttgart 8:36 Stuttgart 3: 27,4 Min. Min., 2. VfR. Heilbronn 8: 39,3 Min. Große Hallensportfeststaffel, 25 mal 1 Runde: 1. VfB. Stuttgart 8:29 Min., 2. Riders 1 m zurück. ,, Gießener Zeitung" Radfahren. Bierstunden- Mannschaftsfahren in Münster i. W. Das Vierstunden- Mannschaftsfahren der Halle„ Münsterland" brachte den zahlreichen Zuschauern sportlich spannende Momente. Von der Härte der Kämpfe zeugt die Tatsache, daß die Sieger Frankenstein- de Martini nur mit einem Punkte vor Leider ging die Rausch- Hürtgen in Front bleiben konnten. Viertelstundenfahrt nicht ohne einige schwere Stürze vonstatten. Knappe und der Belgier Fontagne famen so schwer zu Fall, daß ihre Ueberführung ins Krankenhaus notwendig wurde. Das Ergebnis: 1. Frankenstein- de Martini 65 Punkte 160 840 Punkte; 2. Rausch- Hürtgen 64 Punkte; 3. Oskar Rütt- Mouton 57 Punkte. ** Die fom= Die deutschen Berufsfahrer- Straßenrennen 1928. Der Industriering für Berufsfahrer- Straßenrennen hielt am Samstag unter dem Vorsitz von Fritz von Opel zu Berlin eine Tagung ab, die sich u. a. mit der Aufstellung des Terminkalenders für die kommende Saison beschäftigte. Der neue Vorstand setzt sich aus folgenden Herren zusammen: 1. Vorsitzender: Fritz von Opel- Rüsselsheim, 2. Vorsitzender: SchlegelmilchSchweinfurt, Schriftführer: Gottschalk- Dresden, Pressewart: Lang- Chemnitz, Beisitzer: Holtheuer- Hannover. mende Saison wird wieder 20 Berufsfahrer- Straßenrennen, darunter fünf internationale, bringen. Gelegentlich der internationalen Presse- Ausstellung in Köln wird eine Drei- Etappenfahrt um den Großen Pressa Preis" über insgesamt 1000 Km. als nationale Veranstaltung durchgeführt. Im einzelnen lauten die Termine für die Saison 1928 wie folgt: 25. März: Berlin Kottbus Berlin, 1. April: Großer Straßenpreis von Hannover, 15. April: Rundfahrt durch Oberschlesien, 22. April: Rund um Köln, internationales Rennen; 29. April: Rund um Frankfurt a. M., internationales Rennen; 6. Mai: Rund um die Hainleite; 17., 20. und 27. Mai: Großer Pressapreis in drei Etappen, Köln- Trier, Trier- Mannheim, Mannheim- Köln; Ein volles Jahr, 12 Monate lang, können Sie den Chevrolet fahren, ohne einen Pfennig Steuer dafür zu bezahlen. Fahren Sie steuerfrei! Dieses erstaunliche Angebot erlaubt es jedem, sich von der Überlegenheit des CHEVROLET zu überzeugen Wir zahlen die Kraftfahrzeugsteuer für ein volles Jahr. 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Es beteiligen sich in den einzelnen Sportarten: Hoden: 22 Aktive( 4 Begleiter), Fußball: 22 Aktive( 4 Begleiter) Leichtathletik: 65 Männer, 20 Frauen( 11 Begleiter), Schweratyletit: 17 Aktive( 3 Begleiter), Fechten: 10 Männer, 4 Frauen( 2 Begleiter), Moderner Fünftampf: 5 Aktive( 2 Begleiter), Radfahren: 12 Aktive( 2 Begleiter), Schwimmen: 28 Männer, 12 Frauen( 5 Begleiter), Segeln: 8 Aktive( 1 Begleiter), Rudern: 27 Aktive( 3 Begleiter), Bogen: 12 Aktive( 2 Begleiter), Turniersport: 12 Aktive( 2 Begleiter). Insgesamt entsendet Deutschland damit 276 Aktive mit 41 Begleitern, stellt damit also 70 Aktive mehr als Amerika und ist von allen beteiligten Nationen am stärksten vertreten. Die Deutsche Turnerschaft verzichtet, sich an den turnerischen Vorführungen zu beteiligen. Verantwortlich: Paul Christian Klein in Gießen. überall erhältlich. 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