Str. 51. Rubne weg 26 Gegründet 1798 Größte Auswahl in passenden Weih nachts- GeSajenten Wintersportartikel verb. Besichtigung en Geschäftsräume! menden Geschäftsjahr al- Reichssteuer Cassebuch ach gesetzlich geschützt SteuerInspektoren und soren bestens beurteilt) enthält zialeindrucke Handwerksbetrieb stwirtschaften" ,,, Bäckereien" , Glasereien" ,,, Landwirtschaftsler u. 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Drud und Verlag von 1bin Klein in Gießen Geschäftsstelle: Gießen, Sildanlage 21. Fernsprecher Nr. 2525 und 2526 Poftshedtonto Nr. 69 530 Amt Frankfurt a. Mr. Donnerstag, den 22. Dezember 1927 Unter dem Borsig des Reichspräsidenten v. Hindenburg fand gestern ein großer Kabinettstat statt, der sich mit bem Silfsprogramm für Ostpreußen befaßte. Kreditgewährung. Serablegung der Frachten und die Ausgabe von Blandbriefen it vorgesehen, Die Aussichten für die Freigabe des beutschen Eigentums sind nach Auffassung Berliner Kreise denkbar günftig. Das Repräsentantenhaus in Washington hat gestern ben diesbezüglichen Antrag mit 228 gegen 26 Stimmen an genommen. Die Borstellungen des deutschen Botschafters v. Soci bei der franzöfifchen Regierung gegen die heherischen Wahl, platate der Royalisten sind bisher ohne Erfolg geblieben. Die Führer des Stahlhelms treten in einem Aufruf für eine Generalamnestie für politische Verbrechen ein. Die Gesamtschulden der Welt an Amerifa betragen nach legten Feststellungen 24 Milliarden Dollar, In der lettländischen Armee ist eine ausgedehnte Lommunistische Spionageorganisation aufgedekt worden. Bon heute früh an ist ble italienische Währung badurch, daß sie auf Goldbasis gestellt ist, wieder stabilisiert. 36 Bapierlira find gleich 1 Goldlira Wirtschaftsprogramm. Der Zentralverband des Deutschen Bant und Bankierge werbes, der Deutsche Handwerfs- und Gewerbelammertag, ber Deutsche Industries und Sandelstag, die Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhandels und die Reichsverbände der Deutschen Imbustrie, des Deutschen Groß- und Ueberseehandels und des Deutschen Handwerks veröffentlichen eine Rundgebung, in der fie auf die steigende Steuerüberlastung im Reich, in den Ländern und Gemeinden, auf ihre Gefahren für unfere wirtschaftliche Entwidlung und auf die Unmöglichkeit einer ausreichenden Kapitalsbildung hinweisen. Diese Kundgebung stellt feft, baß weber bei Regierungen noch bei Volksvertretungen sich bisher der Wille zu[ parsamster Wirtschaftsführung durchgesetzt habe. Es wird verlangt, daß die Befugnisse der Reichsregierung geftärkt und ein fofort aufzuftellendes Rotprogramm durchgu fihren lef. Bei Aufstellung dieses Blanes verlangen die Epitzenverbände: 11. Weitere Senfung der Reichsausgaben, 2. Ein Einspruchsrecht des Reichsfinanzminifters gegen dauernde Nachforderungen im Reichstag, B. Berpflichtung für Länder und Gemeinden, auf Verlangen dem Reichsfinanzminister jede Auskunft über ihre Ber mögenslage, vor allem ihre Schulben zu geben, d. Gegen den Bollzug der Haushaltspläne jener Länder, die in ihrer Ausführung den allgemeinen Richtlinien der Reichsfinanzpolitit widersprechen, steht dem Reichsfinanzminister das Einspruchsrecht zu. Bum Schluß fordern die Spitzenverbände bringend eine Bes chleunigung der Verwaltungsreform und weitgehendste Etbeiterung der Befugnisse des Reichssparkommiffats. Beschlüsse des Reichsrats. Berlin. Noch vor Beginn seiner Weihnachtsferien stimmte der bez Reichsrat gestern der Verlängerung des Mieterschuhgefeges and des Reichsmietengeleges bis zum 15. Februar 1928 zu. Auch die letzten Beschlüsse des Reichstages betreffend Senkung der Lohnsteuer billigte der Reichsrat, nahm aber eine Resolution an, worin sich der Reichsrat gegenüber den Reichs. tagsbeschlüssen für die fünftige Gestaltung der Lohnsteuer alle Freiheit vorbehält. ( Gießener Tageblatt) Anzeigenpreise: die 30mm breite Betitzelle auswärts 24 Bfg. lofal 12 Big, bie 90 mm breite Reflame- Petitzelle 96 Pig. Plat Dorichriften ohne Verbindlichfeit. Bei Wiederholunnen Rabatt. für Wolfflischee- Anzeigen außerdem besondere Ermäßigung. Gültig oder ungültig? Nummer 52 Der heifische Staatsgerichtshof entscheidet über die Landtagswahlen. Darmstadt, 20. 12. Der ordentliche Staatsgerichtshof des Reiches hat, wie schon gemeldet, am Samstag entschieden, daß die in der Abänderung des Landtagswahlgefehes vom Sep tember d. Js durch den Landtag beschlossenen Einschränkungen gegen die Reichsverfassung und gegen das Landtagswahlgesch verstoße. Damit steht unstreitig fest, daß die Landtagswahl vom November d. Js. auf Grund ungefehlicher Bestimmungen statt. gefunden hat und daß damit eine Neuwahl sich von selbst ergibt. Davon abgesehen, müssen diese ungesetzlichen Bestimmungen aus dem Landtags- Wahlgesek beseitigt werden. fonderbarer Weise sich von parteipolitischen Gründen leiten laffen. Es soll einzelnen Vertretern das bindende Versprechen abgenommen worden fein, entgegen ihrer früheren Auffassung. baß die neuen Wahlbestimmungen ungefeglich seien, jest tro dem für die Gültigkeit der Wahl zu stimmen. Durch eine derar tige Rechtsbeugung, die jedem Anstandsgefühl Hohn sprechen würde hätten sich die augenblidlichen Parteien die letzte Achtung verscherzt. Dieses so tun, als ob nichts los wäre", fommt in den noch andorrnden Verhandlungen über die Regierungsbl dung zum Ausdrud. scheint eben jetzt schon damit zu rechnen, daß die Entscheidung des Staatsgerichtshofes gegen eine Auflösung des Landtages ausfällt. Mit Rüdsicht auf die in Aussicht stehende Regierungsbil. dung ist es selbverständlich von Wichtigkeit, daß der Selfische Staatsgerichtshof nunmehr in aller Bälde zusammentritt und feine Entscheidungfällt, da bei vorheriger Regierungsbildungs mgö. Die Hamburger Bürgerschaft löst fich auf. licherweise die ganze Arbeit umsonst war, wenn eine Neuwahl stattfinden muß. Die Einberufung des Hessischen Staatsgerichtshofes tann aber erst erfolgen, wenn die Urteilsbegründung im Tenor vorliegt und dann tönnen immer noch Wochen vergehen, bis die verschiedenen Instanzen passiert sind, sodaß man erst Anfang Januar auf den Zusammentritt rechnen tann. Der Staatsgerichtshof in Hessen wird gebildet unter Vorsitz des Oberlandesgerichts- Präsidenten von vier Richtern und acht Landtagsabgeordneten. Diese Abgeordneten find die Herren Kaul, Sturmfels, Rigel( Soz.), Schül, Nuß( Zentrum), Scholz( Dtsch. Volfsp.), Dr. Müller( Lbd.) und Schreiber( Dem.). Selbstverständlich läßt sich heute noch nichts Bestimmtes über den Ausfall der Beratungen sagen, doch, wie man hört, will die Mehrheit der im Staatsgerichtshof vertretenen Parteien Gestern nachmittag löfte sich die Hamburger Bürgerschaft nach einer Erklärung des Präsidenten und der Vertreter der Parteien, in Befolgung der Feststellung, daß die Wahlen der faffungswidrig waren, auf. Der Vertreter der Mittelstandspar tei bemerkte nunmehr auch den Hamburger Staat für die ersten Wahlunkosten haftpflichtig machen zu wollen. Der Landtag von Mecklenburg- Strelik aufgehoben. Nachdem durch Urteil des Staatsgerichtshofes die Wahl des Medlenburg- Strelitzschen Landtags vom 3. Juli als der Reichsverfassung widersprechend erklärt worden ist, hat die Regierung von Medlenburg- Strelik den Landtag aufgelöst und Neuwahlen auf den 28. Januar 1928 angesetzt. Wo alles liebt, da können die Volksvertreter allein nicht hassen. Es war in der Reichstagsstung vom 13. Dezember 1927. Man war eben dabei, die Beamtenbesoldungsvorlage in drifter Lesung zu verabschieden und dann fröhlich in die Ferien zu fahren. Da passierte etwas, was in der Geschichte des Parla mentarismus noch nicht der Fall war. Nach dem Bericht der Tageszeitungen über die betreffende Sigung vom 18. Dezember trat der Abgeordnete Ernst Lude von der Wirtschaftspartei auf und beantragte, „ das eine Erhöhung der Diäten der Herren Reichstagsabgeord neten mit der Neuregelung der Beamtenbesoldung nicht verbunden sein solle." Wie der Herr Reichstagspräsident Loebe verkündete, war dieser Antrag noch von einer anderen Partei unterstützt worden, die er jedoch nicht mit Namen benannte. Der ganze Reichstag mit Ausnahme der Wirtschaftspartei und der anderen, nicht genannten Bartei, war sprachlos. Allgemeines, verständnisloles Kopfschütteln auf allen Bänken, angefangen von den Herren mit den aristokratischen Zylindern auf der äußersten Rechten bis hinüber zu den Herren Boltsvertretern mit dem Sowjet, stern. Man hielt dem Herrn Abgeordneten Lude, der im Jahre 1924 zum ersten Male ins Parlament gewählt worden ist, seine parlamentarische Jugend" zugute und beförderte ohne langes Federlesen diesen merkwürdigen Antrag in die Rumpellammer parlamentarischer Kuriositäten. Es handelt sich, wie gesagt, darum, ob die Herren Bolts. vertreter von dem allgemeinen Segen, der sich bei der Besol bungsvorlage über Gerechte und Ungerechte ergoß, auch etwas haben sollen oder nicht. Bekanntlich, oder vielmehr nicht bekannt. lich, denn die breiten Massen der Wähler haben davon feine Ahnung, besteht seit April 1927 ein Dom Reichstag in eigener Sache verabschiedetes Gesetz, wonach die Diäten oder, wie man hie zu deutsch nennt, die Aufwandsentschädigungen der Herren Bolfsvertreter im Reichstag, den vierten Teil des Minister. Grundgehaltes betragen. Auf Grund dieses Gesetzes steigt die Aufwandsentschädigung der Herren Volksvertreter automatisch und ganz von selbst, sobald die Ministergehälter erhöht werden, ohne daß viel darüber in die Deffentlichkeit bringt. Die Serren Bolfsvertreter sehen es nämlich nicht gern, wenn man im Volt allzuviel über die Diäten spricht. Es tommt dabei faft nie etwas Wie gesagt, man runzelle bei dem höchst merkwürdigem Antrage des Herrn Abgeordneten Lude, ber eigentlich noch ein politischer Refrut ist, unzufrieden und mißbilligend die Stirn und der Antrag verschwand in der Versenkung. Die Herren Bolfsvertreter in ihrer großen Mehrheit waren durchaus nicht damit einverstanden, daß sie bei der allgemeinen Gehaltserhö hung, die sie den Beamten zubilligten, nicht auch ein wenig an sich selbst denken sollten. Und so bekommen die Herren Reichs tagsabgeordneten nunmehr eine 3ulage" von über 1500 RM. pro Jahr. Jm preußischen Landtag ist es ungefähr genau so. Diese Aufwandsentschädigungen" werden auch für die Monate bezahlt, wo feine Sigungen stattfinden, wo man also auch feinen ,, Aufwand" hat, da man nicht in Berlin, sondern baheim bei Muttern ist. Im Reichswirtschaftsrat, der eigentlich auch ein Parlament ist, liegen die Dinge so, daß die Herren Mitglieber des Reichswirtschaftsrates eine Aufwandsentschädigung nur für die Tag bekommen, wo fie in Berlin zu Sigungen versammelt find. Ginge dieser Modus nicht auch im Reichstag einzuführen? Aber man würde ihm wahrscheinlich das gleiche Schidjal beret ten, wie bem gutgemeinten Antrag des Herrn Abg. Lude. Dabei spricht man im Parlament fehr viel bavon, bak gespart werden müsse. Man sieht aber nichts banon. Nicht nur der Etat des Reichstags schwillt von Jahr zu Jahr mehr an, sondern auch die Etats fast aller Ministerien. Und so geht ble Steigerung der Ausgaben von Jahr zu Jahr weiter ab infi nitum..... Es ist außerordentlich bebauerlich, daß in dieser schweren Zeit, wo überall gespart werden muß, die Herren Volksvertreter die Gelegenheit haben vorübergehen lassen, um in puncto Spar famfeit dem Volfe und der Reichsverwaltung mit gutem Bei ipiel voranzugehen. Stimmt's? Dr. Rabbruch bezieht 14 640 RM. Gehalt als Profeffor, ferner feine Kollegiengelber und eine Pension von 13 416 R. für ein früheres Ministeramt. Dr. Cuno, Generaldirektor ber Sapag: Gehalt: 600 000 RM., Reichsfanzlerpension 18 285 9. Dr. Luther erhält als Verwaltungsratsmitglied der Dames Gehaltsregelung der Reichs und Staatsangestellten. Gutes heraus. Auch der Reichstagsabgeordnete Lambach geht in seinem sonst wunderbar geschriebenen Buche über den Reichsbahn jährlich 100 000 RM., außerdem 23 115 RM. Reichstanz tag„ Die Herrschaft der Fünfhundert" etwas verschämt über diese Frage hinweg, indem er verlegen meint, es würde im Bolle viel über die Diäten geschimpft, mithin müßten sie wohl ausreichen, Berlin. 21. 12. Die am Montag, 19. Dezember, im Reichs finansminifterium zwischen den Tarifparteien begonnenen Ver handlungen find heute abgebrochen worden, da in verschiedenen Sunkten eine Einigung nicht zu erzielen war. Morgen wird der Reichsfinanzminister voraussichtlich die Vertreter der Angestellen- Verbände zu einer Besprechung empfangen. Die Verhandlun fen sollen am 23. Dezember fortgesetzt werden. Eine Abschlags jahlung als Folge der Neuregelung dürfte vor Weihnachten nicht mehr in Betracht kommen. Günstiges Ergebnis der Reichseinnahmen. Berlin, Nach der Uebersicht der Reichshauptlasse über die Einnahmen des Reichs vom 1. April bis 30. November 1927 find it den ersten acht Monaten des Rechnungsjahres im ganzen 597 Millionen mehr als acht Zwölftel des Jahressolls von 7750 Millio- sen Reichsmart aufgekommen Da nun mit der neuen Besoldungsordnung das Grundgehalt der Herren Reichsminifter von 30 000. auf 36 000 RM. Steigt, so beträgt die Aufwandsentschädigung statt bisher etwa 7 425 S. nunmehr 9 000 KM. pro Jahr. Früher, vor dem Kriege, als es noch keine Wirtschaftspartel gab, da herrschte bei Diätenerhöhungen von rechts über die Mitte nach links eine herzerfrischende Einmütigkeit. In allen drei Lesungen ging die Diätenvorlage glatt durchs 3ieel. Auch auf Kommissionsberatungen verzichtete man und bei der Schlußab Stimmung tonnte des Hauses Präfident dann allemal verfünden, daß das Gesetz einstimmig angenommen worden sei, Das war nähmlich immer die einzige Gelegenheit, wo man sich auf allen Bänken einig war, Terpension. Dr. Wirth erhält neben seinen Reichstagebläten und den Erträgen seiner Bripalgelhäft noch 18 665 M. Pen fion. Roch 19 031 R. Penfion neben seiner sehr einträglichen Rechtsanwaltspraxis. Dr. Scholz erhält 13 368 RM. Pension, Reichstagsdiäten und Fahrgelber 1. Klaffe wie alle parlamen tarier, dazu eine Oberbürgermeisterpension Don 9720 RM. Dr. Beder erhält 22 152 RM. Pension. D. Raumer 15 012 99. Bension und Diäten. Dr. Seinze bezieht außer den Diäten von Don 7170. 23 400 RM. Pension und 3900 RM. Rebenbes züge. Der 46jährige Staatsanwalt Dr. Emminget belemmi außer Diäten 19 032 RM. Pension als früherer Reichsjustiz minister und daneben wohl noch sein Gehalt als Etaatsanwalt. Professor Fehr 24 546 R. Gehalt als banerischer Minister, 7170 RM. Diäten und 8405 RM. Pension als gewesener Reichsminister samt den Fahrgeldern 1. Klasse usw. Eine große Reihe von Abgeordneten find nog 30-40jage Aufsigtsräte Nr. 52. Donnerstag, 22 Donnerstag, den 22. Dezember 1927. „ Gießener Zeitung" Weihnachtsgruß an Hessens Jugend. danach, wirklich das zu sein, wozu euch eure Wimrel und Sym bole aufrufen: Kämpfer und Streiter für Menschenwürde. Am ehesten und stärksten werdet ihr das fein, wenn ihr euren engSten Lebenstreifen die Treue haltet: wenn ihr die Würde und Reinheit eurer Familiehochhaltet, wenn ihr im Arbeitsgenof jen den Kameraden und Freund seht und achtet, wenn ihr im Andersdenkenden zuerst und immer den Menschen fucht und auch die Mühe nicht scheut, fich einmal in seine Lage und seine Anschauung zu versehen. Diese Elemente sind und bleiben die Grundlagen jeder Menschenbildung. Start und sicher im Eige nen und voll Achtung gegen das Andere. Wenn man sich schon so oft Auge in Auge gegenüberge| brauchten Kraft. Wehrt euch gegen den Schein und trachter standen hat, wenn man sich schon so oft gegenseitig in Wort und Tat gebient hat, wie es zwischen uns geschah, zwischen euch, ihr Buben und Mädels der hessischen Jugendbünde und-verbände, und mir als dem Leiter der Zentralstelle zur Förderung der Bolfsbildung und Jugendpflege in Hessen, dann will es miz nur recht und billig erscheinen, in den Austlang des Jahres auch unser gemeinsames Wollen und Streben einflingen zu las sen, dann will es mir notwendig erscheinen, daß mit gerade in den Tagen des Jahres, da die Menschen enger zusammen rüden und das Gemeinsame ihres Schidjals ahnen, immer wie ber das Gemeinfame betonen, das trotz allem Volt und Jugend in fich und miteinander aufs engste verbindet; dann fann i bie Tage, da Friede den Menschen des guten Willens verfün bet wurde, nicht hingehen lassen, ohne euch als Rämpfer und Streiter für ein besseres und reineres Morgen zu grüßen, und mit euch alle in der Sessenheimat, die euch zur Seite stehen. Denn so vielverzweigt auch die Wege sein mögen, bas Gireben, wie es in der Arbeit der Jugendbünde und-verbände Icitend ist, will der einen Formel dienen: Geben wir unserem Leben die Weihe eines sinnvollen Seins! Dieser Kampf iſt allen aufgezwungen, daß er notwendig wurde, ist die Krantheit unserer Zeit; eine Krankheit, über die uns auch die hetvorragendsten technischen Leistungen nicht hinwegtäuschen fönnen. Technik und Wissen gingen ziesenhafte Schritte, fie warfen Die Menschen start und stärker an die Maschinen, sie zwangen sie, den Zwed zu denten und des Ginns zu vergeffen. Darum flagen so viele, daß unserer Zeit die Seele fehle, und sie haßen diese Zeit. Aber wir sind die Lebenden, und diese Zeit ist unfeze Zeit. Es ist dumm und unfruchtbar, seine Zeit zu hassen und ihr deshalb nur im Taumel des Genusses oder in untätigem Träumen begegnen zu wollen. Wir sind die Lebenden und wir find die Kämpfenden. Auf uns, und besonders aber auf euch, ihr jungen Menschen, fommt es an, ob wir den Willen und bie Kraft aufbringen, auf Tag und Jahr die Krankheit unserer Zeit zu heilen. Denn die Zeit ist frant, weil ihre Menschen frant sind, und der Zeit fehlt die Seele, weil sie in so erschredendem Maße ihren Menschen fehlt. Ist es nicht wie heftiges Fieber, sind das nicht krankhafte und trampfhafte Zudungen in unserem Voltstörper, wenn das Jahr schon nicht mehr genug Sonntage, ja fast nicht mehr gemug Tage hat, um alle die Feste und Vergnügungen und Feiern zu veranstalten, die man sich und seinem Verein und seiner Gefellschaft schuldig zu sein glaubt? Ob Anlaß oder nicht, man feiert leider vielfach in Stadt und Land- und da nicht am wenigsten nur um zu feiern. Tötet man da nicht etwa Sinn und Seele jeder echten, wahren und notwendigen Feier? Ist das noch die Freude, um die wir durch unsere Arbeit und durch unsere Entsagung ringen müssen, wenn sie uns fraftvolles und tiefes Erleben werden soll? Sind das noch die„ frohen Feste" als Krönung jener ,, fauren Wochen", wenn sie an ein und demselben Platz in solcher Säufung fommen, daß man beim neuen ,, Fest" noch müde ist vom vorigen? Sind wir um etwas besser als Brasser und Schlemmer, wenn wir uns derart mit Genüsfen übersättigen, daß uns der Genuß verloren geht? Wir fönnen nicht dadurch zum Sinn unseres Lebens tommen, wenn wir mit verschlossenen Sinnen durch unsere Arbeit gehen, wenn wir unsere Sinne nur wahllos jeder markischreierischen Feier öffnen. Leben heißt: arbeiten und dienen; seiner Familie dienen, feiner Heimat dienen, seinem Bolte dienen, den Menschen de nen, Gott dienen, wo dich Glaube und Gewissen verpflichten. Nur auf dem Boden ehrlichster Arbeit und gewissenhaftestem Dienen in diesem weiten und großen Sinne erwächst jene Freude, die uns frei und glüdlich macht. Darum, ihr jungen Menschen, seid, was ihr seid, ganz und mit all euerer underGrüner Rasen Blaue Wellen. Roman von Otto von Gottberg 15. Fortsetzung. Elly von Friese brach ab. Drewit ließ Elisabeth in einen Stuhl an der Längswand fallen. Ihr Herz flopfte, und der Atem ging furz. Kaum fonnte sie mit den noch flimmernden Augen sehen, daß Gerda neben ihr stand. Kurt bat die Schwester um den nächsten Tanz. Sie dankte artig mit der Entschuldigung ,, daß ste für die Gäste sorgen müsse. Doch ihre Stirn trug wieder die sentrechten Falten. Rurt tanzte mit Frau von Dieshofen. Gottlob ließ er sie bald, um andere Damen aufzufordern. Schon nach der nächsten Pause hob er wieder das Kinn. Durch den Saal flog Elisabeth in seine Arme. Fünfmal hatte er mit ihr getanzt, als Gerdas Finger auf ihre Schulter tippten. Traurig und vorwurfsvoll in die Augen:" Du fällst auf und hast nicht nur an Dich zu denken!" Elisabeth verstand, an wen sie erinnerte. Doch wie fern war Werner. Und warum schrieb er so langweilige Briefe, in denen fein Leben, keine Liebe war? Warum fam er nicht auf Urlaub? Nun ja! einen Kuß hatte sie ihm gegeben und sich verlobt geglaubt, aber ehe sie wußte, wie fröhlich, wie sicher und frei von Schwanken oder Zaudern Vetter Kurt- wohl nicht nur beim Tanzen war. Wenn der küssen wollte, fragte er nicht, sondern nahm. Nein! Nicht Werner, sondern der Liebe und dem Leben hatte der Kuß auf dem Löwenberg gegolten, ihr Sehnen darnach war durch einen Zufall gerade dem kleinen Better begegnet. Gern hätte sie jene Stunde vergessen. Die Erinnerung daran brachte Unbehagen. Sie dankte für die Tänze, bis Kurt sie zum Schlußgelopp vor dem Essen holte. Gerda seh beide antreten und schämte sich für die Schwester. Die Hüften vorwerfend, schlitterte sie dem Better mit ausgelas Jenem Lachen in die Arme, als gäbe sie sich ganz und gar, nicht itur dem Tanz. Dann raften sie durch den Saal. Schamlos erschien Elisabeth in ihrer Wildheit. Wenn Werner sie sähe! Wie leid tat ihr der still bescheidene fleine Soldat, der draußen seinen schweren Pflichten lebte. Sie dankte der Laune, die sie nicht tanzen ließ. Sie wenigstens fonnte als treue Freundin und gutes Mütterchen dem Geliebten fünftig in die Augen sehen. Sie betrog ihn nicht wie die Schamlose. Ja, sie haßte Elisabeth! Doch die tam am Arm des Vetters unbekümmert lachend zu Tisch. Es war schön den Aerger in den Mienen der Frau Dieshofen, der dicken Frieses und anderer junger Mädchen zu sehen. Sie von allen hatte der gefeierte Held als Nachbarin gewählt. Da hob er das Glas vor flirrende Augen: Kufinchen!" Sie mußte den Blid senten und spürte ein Beben der Glie der. Unt fangen wollte sie scheinen und zwang sich, beim Anstoßen au lachen: Belomme ich einen Dolch?" 3wei, aber was gibst Du?" Seine Augen sagten, was er forderte Bon einer weiteren Krankheitserscheinung in unserem Bolfsleben muß in diesem Zusammenhang gesprochen werden, Don einem Fieber, das vielleicht noch verheerender wirft als das Fieber der Festfeuche. Von allen Seiten ertönt mit Recht der Ruf nach Gesunderhaltung unserer Jugend durch Sport und Turnen. Ich bin der erste, der diesen Ruf unterstützt, und wahrlich nicht der lehte, wenn es gilt, ihn zur Tat werden zu Taffen. Um so bekümmerter aber steht man angesichts der Auswüchse und Verzerrungen, die alle unter dem Namen„ Sport" üppig gedeihen. Auf der einen Seite eine lächerliche Ver himmelung einzelner Personen in Bild und Wort, auf der anderen Seite eine spekulationslüsterne Aufbauschung der doch wahrlich nicht weltbewegenden Begegnung von Mannschaften oder Kämpfern. Wenn man die Wut und Verbissenheit, den nur schlecht verborgenen Haß oder die zügellofeften Ausbrüche solchen Sasses sieht, dann muß man sich doch fragen, ob nicht durch solche Art Sport" weit mehr zur littlichen Erkrankung als zur törperlichen Gesundung unseres Volfes beigetragen wird. Gerade weil ich stets in engster Fühlungnahme mit den Führern der Sport- und Turnbewegung in unserem Lande stehe, gerade weil ich weiß, wie sehr ernste und ehrliche Führer verzweifelt und durchaus meiner Meinung sind, gerade deshalb darf und muß ich das fagen. Wo ist das Bolt, das Sport treibt, das turnt? Ein fleines Häuflein Menschen, denen es tatsächlich um ihren Körper, um die Nutzung ihrer Freizeit im Dienste ihrer Gesundheit geht. Das übrige, die Tausende, die die Tribünen und Galerien füllen, sie scheinen ich denke dabei in der Hauptsache an das Tosen und Johlen und Schmähen auf den Fuß- und Handballplähen, denn diese beiden Spiele sind es ja, die die Massen besonders anziehen ife ganze sportliche Betätigung nur noch darin zu sehen, daß sie eine Hand voll eigener Leute zu Gözen erhöhen und den Gegner. das heißt doch eigentlich: den Gesinnungsgenossen und Kameraden in ihrem Sport- am liebsten wohl vertilgen möchten. Ich weiß, die meisten werden mir recht geben, aber auf die an deren zeigen. Nein, feder einzelne, jeder, der in seinem Verein irgendwelchen Einfluß hat, muß bei sich und denen, die ihm am nächsten stehen, anfangen, sonst frißt die Sensation den Sport vollends auf, und man wird in späteren Jahren seinen heutigen Borfämpfern wenig Dant wissen für das Erbe. Und an euch, ihr jungen Menschen, um die man ja wirbt und die man ja braucht, wenn man bestehen will, an euch ergeht die Forderung unserer Zeit, laßt euch euer Recht auf die Ausbildung und Durchbildung eures Körpers durch solche Fiebererscheinungen nicht nehmen, flieht nicht vor eurer Zeit, sondern stellt euch tatkräftig und handelnd in sie hinein, d. h. werdet ihr Arzt auch bei dieser Krankheit, tragt euer Fordern auf Ritterlichkeit und Anstand und Gerechtigkeit und Achtung vor dem Gegner und feinem Können immer wieder in jene franken Kreise, fordert auch hier euren Anteil am Leben des Voltes, aber fordert ihn für eure Gesundheit, für eure Erholung von Lernen und Arbeit. - Jhr lieben jungen Freunde! Ich weiß, daß es für euch als das Volf von Morgen, Fragen geben wird, die euch weit wichIhr Atem ging schnell wie vorher beim Tanzen. Die Wangen glühten. Ihr war heiß und doch unsagbar wohl. Noch abends beim Auskleiden dachte sie der herrlichen Stun den mit übervollem Herzen, das zum Plaudern drängte. Do die Schwester schien ihr nicht zuzuhören. ,, Bist Du böse, Gerda?" ,, Böse?" Grausam fühl und gleichgültig fragte die Schwester aus dem Bett und drehte sich zur Wand. Elisabeth mied die ältere während der nächsten Tage und war oft mit dem Better allein. Als sein Urlaub zu Ende ging, fragten Onfel und Tante, warum er sich nicht länger erholen dürfe. In schnell ihm abgelernten Worten gab Elisabeth Ausfunft: Wenn Armierung, Bunker und Pumpen in der Werft überholt und die Sehrohre ausgewechselt sind, muß das Boot auf neue Fernunternehmungen!" Sie sah ich schon als Frau eines Geeoffiziers und glaubte darum in des Mannes Rede pres chen zu müssen. Es verbroß fie, daß er jetzt über ihre Kommiß ausdrüde" spöttelte. Allerdings fniff er sie dabei in den Arm, und sie antwortete mit einem Klaps, den er als Lieblosung spürte. Mit glühenden Wangen und Klopfendem Herzen gingen fe singend durch den Tag, bis sie gegen Abend in den Schlitten stiegen. Das frostflare, sonnige Wetter Iud zum Wandern ein. Also schickte Kurt den Kutscher voraus. Unter schneebehangenen Bäumen gingen fie auf dem harten Bett der weißglitzernden Chaussee, während er von einem wun derlichen Vorgesetzten erzählte. Der nunmehrige Admiral hatte als langjähriger Orchideensucher auf seinen Fahrten fast alle Spielarten der seltenen Blume gesammelt:„ Eine namentlich wünschte er sich noch, als er in Ostasien Kreuzerkommandant und ich auf seinem Schiffe war. Wenn wir jungen Dächse Aus flüge machten, gab er uns Bilder der Blume mit und versprach dem Finder mit einem Settfrühstüd sein ewiges Wohlwollen. Was but man nicht für alte Knaben, die Freude an Blumen und Rotspon haben! Anfänglich schien mir das Suchen lächerlich. Als ich aber eine der gewünschten Art ähnliche gefunden hatte und dann von meinem erregten Rommandanten hörte, in der Nähe müsse gewiß auch die Andere wachsen, padte mich der Jagdeifer. Unermüdlich watete ich durch Dschungel und Sumpf und wahr haftig Elisabeth jauchate, als ich im schattigen Urwaldsditficht die Blume sah. Meine Freude ist mir noch heute unerflär lich. Ich weidete die Augen an der blaßblauen Blütenpracht, schlich im Kreis um die Pflanze, spielte mit ihr wie die Kake mit der Maus und grub fie dann mit den Knollen für meinen Brotherrn aus." - Roch jetzt flang Kurts Lachen wie Jubeln. Elisabeth hörte ihn gern von Reisen und Fahrten erzählen. Dann schien er alter als seine Jahre und reifer und männlicher als Werner. Wie nain hatte der gute Junge einft sein Schmöterwissen von Fig Sternen und Planeten ausgetramt. Kurts Buch war die weife Welt. Wenn er beim Plaudern darin blätterte, verflog auch sein Uebermut. Mit dem Ernst des Kenners sprach er namentlich von tiger erscheinen und für euer Streben vielleicht auch find, aber der Alltag mit seinen teils erfreulichen, teils verbitternden E scheinungen, wovon die angeführten Fälle nur eben als belo ders markante Beispiele herausgegriffen sind, der Alltag uu uns ist das wirklich greifbare Leben, ihn müssen wir Schritt Fie Shritt mit jenem Geist zu erfüllen und zu durchdringen suse, den wir in unserer Zeit vermissen. Erft wer die fleinen Kre des Lebens um sich her als sittlich starker und religiös erfüllte: Mensch erlebt und gestaltet, der wird zu jenen weiten Kreisa Dordringen, in denen sich die Arbeit aller Menschen des„ gutn: Willens" zu jener aufbauenden, verföhnenden und vorwärts tragenden Kraft ballt, die Kulturen schafft und erhält. Te zu sein dieser Kraft, das foffte unfer aller Streben sein, Tosg löft von ihr find wir die Vergänglichen, geeint in ihr die bendigen. Und wenn, wie es bei Menschenwerf immer wiede: vorkommen fann und wird, einmal ein Mißverständnis auftri: zwischen euch und eurer Ansicht und dem andern und seiner Thi ficht, so wollen wir solches Migverständnis nicht ausdeuten h Feindschaft und schlechten Willen, wir wollen immer date denken, daß die Erde Raum hat für alle, daß wir nicht als m fehlbare Richter über unsere Mitmenschen gesetzt sind. Des stehen und Liebe, auch da, wo wir mit uns selbst darum ringer müssen, das sind die Bausteine, aus denen sich menschenwürdige Sein Finnvoll aufbauen läßt. So hätte ich noch manches auf dem Herzen, was mit web nachtlicher Wortgebärde zu euch hin möchte, aber ich weiß, versteht mich auch so. Mit besten Weihnachtsgrüßen und herzlichen Neujahrswin schen bin ich in treuer Verbundenheit Euer Heinrich Hassinger, Schulrat, Leiter der Zentralstelle zur Förderung der Volfsbildung und Jugendpflege in Hessen. SIND ÜBERALL DeF Hous Klein- Diese Bauart PH DEUTZ MOTOREN Die besten Antriebsmaschinen MOTORENFABRIK DEUTZ A- G Zweigniederlg. FRANKFURT a/ M. Kaiserstr. 23 England. Manchen Urlaub hatte er dort verlebt und redete nie ein geborener Brite des Landes Sprache, von der er doch fag Ich nehme sie nicht gern in den Mund, aber wir müssen Salunten verstehen. Solltest mich mit den Slippern geftopp Dampfer parlieern hören!" Sie fannte ihn jetzt bis in die tiefsten Kammern feines zens und Hirns. Trauer wedte nur der Gedanke, daß er m wieder scheiden müsse! Dabei verstehen wir uns nach fun Bekanntschaft so gut!" seufzte sie. Er nahm ihren Arm:„ Nur Dummtöpfe verschwenden 3 und Glüd in den Vorzimmern zur Freundschaft!" Wie die schien er auch die Menschen und ihr Leben zu fennen. Doch wich tam er auf seine Freude beim Finden der Orchidee:„ So wie b mals ist mir jetzt an Deinem Arm zumute. Ich tönnte jaud Der Drud seiner Finger auf ihren Arm ließ Elisabeth ler gehen. Sie stotterte verwirrt: Wir müssen eilen, damit nicht im Dunkeln allein nach Hause kommen", und hob Rinn gegen den blassen Mond. Er scherzte: Ist der schmunzelnde Alte nicht Begleit genug?" Da war fie wieder unbefangen: Rach Tante Bärbe Meinung wahrscheinlich nicht, obwohl fie mich jetzt unter Aug und Obhut von zwei Rittern willen sollte." Er trällerte:„ Sie fagen uns Komplimente und fled uns Rosen ins Haar!- Das war unser erster Tanz Elisabe Er schwieg und wieder flopfte ihr Herz, bis er un sagte:„ Elisabeth, ich muß meine Orchidee haben!" Jetzt fand bas übermütig fede Lachen wieder. Sie hatte ihn verstanden schritt hastiger. Darum beruhigte er:„ Ratürlich fann und ich warten, denn während des Krieges sollst Du Dich night einen U- Boot- Kommandanten letten. Für tommende Tage c möchte ich den Blak in Deinem Herzen belegen. Ja dente, ich Dir nicht unangenehm bin!" Rein, das war er nicht. Doch glaubte sie ihn hinhalten die Freude des Augenblids länger austoften zu müssen: scheiden bist Du nicht! Was macht Dich so sicher?" Der Mann mertt, ob ein Mädchen ihn mag!" Er f befangener und unsicherer als sonst. Es tat gut ihn demütigh fehen. Sie legte Jronie in ihre Stimme: Du willst sagen, hätte gezeigt, daß ich Dich mag, oder gar Dich gelöbert. Dar mußt Du die Dir angetane Ehre höflich erwidern. Nein, lie Kurt!" Er schwieg verlegen, pofterte aber doch: Soll ich den win Mann spielen, mir die Haare raufen und mit schäumendem M auf die Knie fallen?" Doch nur aus den Worten sprach der a Uebermut. Sein ernfter, faft zweifelnder Blid gab ihr Mut, den Ep zu verlängern: Bitte, raufe und falle!" ( Forthegung folgt.) G end. Donnerstag, 22. Dezember 1927 2. Blatt der Gießener Zeitung Nr. 52 und für euer Streben vielleicht auch find, a einen teils erfreulichen, teils verbitternben E on die angeführten Fälle nur eben als te Beispiele herausgegriffen sind, der Alltag lich greifbare Leben, ihn müssen mit Gritt n Geist zu erfüllen und zu durchbringen fu er Zeit vermissen. Erit wer die feinen R tch her als sittlich starter unb religiös erfit nd gestaltet, der wird zu jenen weiten Rre enen fich die Arbeit aller Menschen des ter aufbauenben, versöhnenden und vormo ballt, die Kulturen schafft und erhält. raft, das sollte unfer aller Streben fein, log wir die Bergänglichen, geeint in ihr die wennt, wie es bei Menschenwert immer mi und wird, einmal ein Mikverständnis auf Deurer Ansicht und dem andern und feiner& wir solches Mißverständnis nicht ausdeuten schlechten Willen, wir wollen immer de Erde Raum hat für alle, daß wir nicht als a über unsere Mitmenschen gefeht find. e, auch da, wo wir mit uns selbst darum ring die Bausteine, aus denen ich menschenwild ufbauen läßt. noch manches auf dem Herzen, was mit m gebärde zu euch hin möchte, aber ich wei, h ich so. Weihnachtsgrüßen und herzlichen Neujahrsw treuer Berbundenheit Euer Seinrich Hassinger, Schultat, tralstelle zur Förderung der Bolfsbildung Jugendpflege in Sessen. UBERAL Der He Klein- Die Bauart P ち EUTZ OTOREN ten Antriebsmaschine ENFABRIK DEUTZ A- C rig. FRANKFURT M. Kaiserst chen Urlaub hatte er dort verlebt und rele Brite des Landes Sprache, von der er det nicht gern in den Mund, aber wir mülle ehen. Solltest mich mit den Slippern gelto ern hören!" ihn jetzt bis in die tiefften Rammern feines he Trauer wedte nur der Gedanke, daß er müsse!„ Dabei verstehen wir uns nach E gut!" seufzte sie. ren Arm:„ Nur Dummlöpfe verschwenden Borzimmern zur Freundschaft!" Wie die Menschen und ihr Leben zu lennen. Doch m Freude beim Finden der Orchidee:„ So wi st an Deinem Arm zumute. Jah Lönnte jaud einer Finger auf ihren Arm ließ Elisabeth sh stotterte verwirrt:„ Wir müssen eilen, damit eln allein nach Hause kommen", und hob n blaffen Mond. :„ Ist der schmunzelnde Alte nicht Begle te wieder unbefangen: Nach Tante Bärb scheinlich night, obwohl fie mich jetzt unter n zwei Rittern willen sollte." te:„ Sie fagen uns Komplimente und fle Haar! Das war unser erster Tanz Elisab und wieder flopfte ihr Herz, bis er un th, ich muß meine Orchidee haben!" Jetzt fan fede Lachen wieder. Sie hatte ihn verstanden Darum beruhigte er:„ Natürlich kann und während des Krieges sollst Du Dich nic Tommandanten letten. Für tommende Tage Blag in Deinem Herzen belegen. Jah dente mangenehm bin!" war er nicht. Doch glaubte sie ihn hinhalten Augenblids länger austoffen zu müssen: a night! Was macht Dich so sicher?" in mertt, ob ein Mädchen ihn mag!" Er fr unfiderer als fonft. Es tat gut ihn demüt Jronie in ihre Stimme: Du willst fager Daß ich Dich mag, oder gar Dich gefödert. Da Dir angetane Ehre höflich erwidern. Nein, i verlegen, polterte aber doch: Soll ich den wil mir die Saare raufen und mit schäumendem allen?" Dogh nur aus den Worten sprach der faft zweifelnder Blid gab ihr Mut, den Bitte, raufe und falle!" ( Forthegung folgt) B röhliche Weihnachten Weihnachten! Weihnachten, du Fest der Freude Kehre fröhlich bei uns ein, Jubel, Sang und festgeläute Werden dein Begleiter sein. Weihnachtstag, du Tag der Hoffnung Und der Wünsche ohne Zahl, Allen Kranken bring' Genesung Lind're ihnen Schmerz und Qual Wenn die Weihnachtsgloden flingen Feierlich in uns'rer Näh'. Dann laßt uns dem Herrn lobsingen: ..Ehre sei Gott in der Höh". Großeltern, mit Silberhaaren Freu'n sich noch des Baumes Pracht, Wo der munt'ten Engelscharen Singen Stille, heil'ge Nacht". Komm, du schöne. Fest hinieben Nach so langer Not und Leid, Bring den Völkern wieder Frieden, Fröhlich fel'ge Weihnachtszeit! Gießen.. 2. Roloff Der Mutter Weihnacht. Bon Oscar Leede. Christabend! Es wirbeln in Iuftigem Tanz Vom Himmel die schimmernden Floden, Manch Fenster erstrahlt schon in festlichem Glanz, Sell tönt das Geläut der Gloden. Wie ist es so still im Gemach und so falt, Die Uhr, fie fidt leis' wie im Traume, Rein jubelndes Stimmen mehr lärmend erschallt Wie einft in dem schweigenden Raume. Die totblaffe Frau in dem schwarzen Gewand Erschüttert ein qualvolles Beben; Nicht mag sie von dem, was die zitternde Sand Umflammert, den Blid mehr erheben. Ein Pferdchen von Solz mit drei Beinen nur ist's, Es fehlt ihm der Schweif und die Mähne. Sie neigt sich darüber, sie streichelt's und füft's Und nieber fällt Träne um Träne. Weihnacht. ( Nachdrud verboten.) Ein Bäumchen, mit Kerzen halb abgebrannt, 3mei alte Leute, Hand in Hand. Ju ihre Weihnachtseinsamkeit Schleicht leis sich die Vergangenheit. Da springt, wie einst, in den Lichterschimmer Blond Lodentöpfchen jauchzend ins Zimmer; Eilt zu den Gaben, ftaunt felig und lacht: O feht, was das Christkind mir alles gebracht!" Doch plöglich im Jubel sich unterbricht Blondlöpfchen, faltet die Hände und spricht: Fast hätt' ich's Dergeffen, lieb' Christkindlein, 36 dank' dir, will immer recht artig sein! Die Lichter verlöschen am fleinen Baum, Die beiden Alten, sie achtens faum; Träumen zurüd sich durch manches Jahr, Habens vergeen schier ganz und gar, Daß heute ihr Liebling ein Bäumchen wohl schmüd: Und selber ein herziges Kleinchen beglüdt! 21fel Megbrunn, Konstaną. Heiliger Abend. Bon Otto Bromber, Dresden- Laubegast. Nun tamst du schöner Weihnachtsglaube, Und machst das Heim zum Sternenzelt; Run schwebst du nieder, Friedenstaube, Als Lichtsymbol der finstern Welt. Aus allertiefstem Herzensbronnen Rauscht wunderbare Melodie; Da treisen neue Lebenssonnen, Und selig foften wir die Wonnen Liebholder Weihnachtspoesie. Selbst in die ärmsle Sütte leuchtet Ein wenig Glanz vom Kerzenschein, 3m Auge, das die Träne feuchtet, Blintt's auf wie Kinderglüdlichsein. Der Kranke hofft. Und wer verlassen Und einsam durch das Leben geht, Mag heute durchwandern dunkle Gassen, Ganz still ein Kinderhändchen fassen Und Gabe wandeln in Gebet... So arm ist feins der Menschenherzen, Wie falt auch scheinen mag die Welt, Daß nicht ein Strahl der Weihnachtskerzen Erwärmend in die Tiefe fällt. Da schmilzt das Eis; und neue Bande Verknüpfen Herzen nah und fern. Es prangt das Helm im Festgewande; Auch Alte geh'n durch Kinderlande Und jedem strahlt ein lieber Stern. Weihnachten! Stille Nacht, heilige Nacht - Und wieder läuten burch die helle, falte Winternacht im feierlichen Klange die Gloden. Im einsamen Dörflein sowohl, als vom Dome der Stadt fünden sie die heilige Weihnacht, fünden das Fest der Liebe, künden die Weihnachtsbotschaft von bes Lichtes Sieg und Freude. Feierliche Stille ringsumber, als hielte die Natur den Atem an in seliger Erwartung eines großen Augenblids. Nach after schöner Sitte begeht wieder die Christenheit das Weihnachtsfest. Deutsche Weihnacht, wie warst du einst so schön, wie leuchtete so rein und hell der deutsche Lichterbaum, wie freute fich jung und alt an der gnadenbringenden Weihnachtszeit! Aber heute wollen Mie Kerzen noch nicht so strahlend leuchten, die Tannenbäume so würzig duften, die Festesfreude so rein hervortreten, wie einft in früheren und besseren Tagen. Roch ist es nicht helf in deutschen Landen, die Rot und Sorge liegt noch so schwer auf ihnen. Leid, Knebel und Knechtschaft waren bie lekten Jahre immer wieder die Weihnachtsgaben für das deutsche Volt. Es bleibt aber nicht immer Nacht, und auch die Not hat ihre Zeit. Im Kampfe auf dieser Welt fiegte immer wieder bas Licht und die Sonne. Es ist feine Nacht so dunkel, fein Winter so streng und lang, benen nicht ein neuer Tag und Frühling folgt. Unter dem brennenden Lichterbaume, in der stillen, heili gen Weihnacht, am Felle der Liebe und der Versöhnung, werden Millionen deutsche Serzen hoffend schlagen und mit brennendem Berlangen sich sehnen nach Licht, nach Freiheit, nach Leben. Wenn die Weihnachtsbotschaft von Betlehem erst einmal auch von denen richtig verftanben wirb, bie heute noch unsere Feinde sind, dann erft ist jene herrliche Weihnacht auch für uns Deutsche gekommen, in deren wunderbaren Leuchten zu glei cher Zeit aufftrahlt: Gottes Ehre und der Menschen Friede! W Donnerstag, den 22. Dezember 1927. Weihnacht. Bon Alrin Römer. Nun löst sich leise tings auf Erden Der Werktagslärm im Glodenlaut, Und fromme Kinderaugen werden Go groß, wie du sie nie geschaut. Das ist ein Flüstern, ist ein Raunen... Und endlich wird es offenbar: Serein, ihr Blonden und ihr Braunen, Du glüdberauschte, junge Schar! - Herein und trinkt den Duft der Fichte Bom schneeverwehten Bergeshang, Berauscht an an dem gold'nen Lichte, An alter Lieber füßem Alang! Umtanzt den Baum im holden Reigen Und dankt dem Chriftfand frohperklärt, Daß unter seinen grünen 3weigen Euch so viel Wünsche heut gewährt! Du aber, dem im Sturm des Lebens 3erzonnen schon manch' lieber Traum: Laß deine Seele nicht vergebens Seut mahnen durch den Tannenbaum! Erlenne dich im Spiel der Jungen: Einst hast du auch geftaunt, gelacht, Gejubelt hell und mitgefungen! O, seg'ne dich die Wundernacht! Die Heilige 7 Gießener Zeitung" ,, Gelt, Kindl, feins will dich haben mir!" Und das Kindl war bei ihm geblieben. Bleibst halt bei Die Glode im Flur rig die Stille der Christnacht entzwei. Gie tlang wie aus weiter Ferne auch an das traumumfangene Ohr des Pfarrherrn, aber fie medte ihn nicht, obwohl die altee Saushälterin laut und vernehmlich den Riegel der Haustüre zurüdities. - Nr. B Seele heraus. Bon selber... geben.. das ist das Gottes gebot der Lighter, die bald an dem Tannenbaum leuchten wetett. Achtundsiebzig Jahre bin ich alt geworden.. bis mir einmal einer. von selber, ohne das ihn eine Bitte trifft, gift: Mein Herr, es ist nicht um die Mart... ich danke Ihnen." Der Alte schlich fort. Werner aber faß verlegen, jetzt selbe Doll Staunens und Wunderns am Tisch. Ihm war es zumute, als sei einer der Evangeliſten seinem Tische gestanden und habe das Buch der Bücher vor ih Sie „ Alle Heiligen! Herr Doktor?" Schneegeriesel tanzte in ben Flur, daß der junge Mann eilig aufgeschlagen. die Türe ins Schloß drüdte. - „ Der Herr Pfarrer wie geht es ihm?" Groß erschrol ten hängen feine Augen an denen der alten Frau, die einmal Mutteritelle an ihm vertreten hat. „ Es fehlt ihm nichts," sagte fte tröstend.„ Gar nichts, Herr Dottor! Bloß ein Niderdhen macht er halt! ein Niderden!" - Beide zugleich öffnen fie die Türe zum Zimmer nebenan. Der Doftor fieht nach dem Greis im Lehnstuhl, sieht, wie dessen Hände etwas liebfosen, das er in früheren Jahren immer väterlich zu streicheln gepflegt hatte. Lautlos finft er nieder, legt den Kopf auf dessen Knie und drüdt das Gesicht gegen den schwarzen grobtuchenen Talar. Und wieder streicheln die Greisenhände, fühlen die Wirklichkeit. Die Augen tun fich noch traumverloren auf. „ Ludwigl!" Willenlos tropfen die Tränen über das schmale Gesicht. ,, Seute vor 25 Jahren!" Der junge Mann lehnte seinen Ropf wieder gegen die Knie des Pfarrherrn. „ Ja! - Heut vor 25 Jahren, da bist mein Gottesfind! Nacht des Waldpfarrers. worben, wie ich Dich heimtragen hab zu mir!- Wie lang kannst Bon J. Schneider- Foerstl. Die alte verrostete Wetterfahne auf dem schindelgebedten Bfarrhause drehte sich wie ein Kreisel unter den Stößen des Nordwindes. Das Ballenwert des Holzbaues äzte, aber es hielt stand und mehrte tapfer den Angriff des feinen Pulverschnees, der in Millionen weißer Floden durch die Nacht wirbelte. Die alte Haushälterin schlürfte auf großen, grauen Filzpantoffeln durch die Zimmer im Erdgeschoß und nährte das Feuer im Kamin mit mächtigen Holzflöten, die wie glühende Leiber im Rachen des weißen Ofens verglommen. Der Pfarrer hatte das Evangelium Johannni, aufgeschlagen und horchte dabei auf das Johlen des Sturmes, der gegen die Läden prallte. Allmählich fielen ihm die Augen zu, das Kinn sant auf die Brust, der Kopf ruhte ohne jede Bewegung. Bon irgendher famen Glodentöne durch die Winternacht, frafen das halbwache Ohr des greisen Pfarrers und zauberten ein Lächeln auf sein Gesicht, daß es ganz findhaft jung wurde. Die Füße hoben sich und die Hände regten sich unbewußt. Der Mund lispelte: ,, Gleich tu ich kommen! Gleich!" Das Lächeln verschwand und machte einem feierlichen Ernste Blatz. Die Seele des Pfarrers lief den gleichen Weg, den seine Füße in der Heiligen Nacht vor 25 Jahren gegangen waren. Wie nadne war das damals? Der Schnee trachte! Die Sterne flimmerten! Der Nordwind heulte. Es ging ich schwer in den hohen SchaftStiefeln, die in dem meterhohen Schnee bei jedem zweiten Schritt versanten. Da nugte auch die Stimme des Begleiters nichts, die immer wieder mahnte:„ Schneller, Herr Pfarrer! Bitte, schneller! Allmählich wurden auch die Hände starr und in ihnen bohrte es wie feine Nadelspitzen unter dem Fell der Sandschuhe. Der Atem wurde feuchend und hing als Kristell in brennenden Tropfen am Kinn fest. ,, Noch weit?" frug der Pfarrer im Traume. Die greise Brust hob sich, tat einen tiefen 3ug und fiel erschöpft nach vorne. Man war am Ziel. Aus einer Hütte fam der schwache Schein eines Kerzenstümpfchens, ein bleiches Frauenantlik leuchtete unter einer Krone blonden Haares. Die mageren Arme hielten einen Knaben gegen die röchelnde Brust gedrüdt, der erst vor wenigen Stunden das Licht der Welt erblickt haben mußte, denn er war noch völ lig unbekleidet und in nichts als in eine äußerst schadhafte Dede gehüllt. Ein Wort der Liebe noch, des Trostes und Verzeihens, dann sant das blonde Haupt gegen das strohgefüllte Kissen, um sich nicht mehr zu heben. Der Waldpfarrer suchte erschüttert nach einem Wort des Trostes für den Mann, den Gottes Hand in dieser heiligsten Stunde des Jahres so schwer getroffen hatte. Aber als er sich umfah, war die Hütte leer. Langsam löste er den Knaben aus den erkaltenden Armen, die ihn noch immer umfaßt hielten und nahm ihn in seine eignen, die sich bereits wieder zu erwärmen begangen. Er saß über eine Stunde mit dem Kinde auf dem Schoß, ohne daß der Mann zurüdgelehrt wäre. Aber er wollte ihm gerne Zeit lassen, seinen ersten großen Schmerz draußen in der Tiefe der Waldeinsamkeit mit sich allein zu verwinden. Die Sterne tauchten hinter den Tannenwipfeln unter und das Frühlicht fam wie ein rosiger Hauch heraufgestiegen. Das Kind begann zu weinen. Da schrak der Pfarrer auf. Zu Hause wartete die Gemeinde auf ihn. Eine Weile horchte er in die Stille, ob der Mann sich nicht doch seiner Vaterpflicht erinnere. Als aber alles ruhig blieb und die Sonne sich bereits an den Rand des Horizontes schraubte, war sein Entschluß gefaßt: warum sollten seine Hände, die auf dem Herwege ein Gottesfind getragen hatten, nicht Heimwärts ein anders, wenn auch kein göttliches umschlossen halten? Er hüllte den Säugling behutsam in das Flicwerk der Dede, schob das frierende Menschlein zwischen die Falten seines schwar zen Kleides. Schritt um Schritt kämpfte er sich den Weg durch den verschneiten Wald. Das Greisengesicht lächelte traumfelig:„ So viel gut warm, bist jetzt! Gelt, so viel gut warm!" Die Waldbauern tamen ihrem Pfarrer mit Schaufeln und Schneepflug entgegen. Mund und Augen rissen fie auf, als Rie das Kind in seinen Armen erblidten. Aber er brauchte nicht sonderlich viele Worte zu machen, sie begriffen ohne weiteres. Man war es ja von jeher gewohnt, jegliche Lasten auf seine Schultern zu legenn. Diesmal war es eben zufällig ein Kind, das er aufgebürdet bekam. Nach dem Gotte dienst kam einer nach dem andern, sein ,, Gesegnetes Weihnachten" zu sagen, lobte den frischen Säugling, und eines nach dem anderen ging wieder davon. bleibn!" „ Immer!" 1 - bei " Immer?" Der Greis versteht nicht gleich! Aber dann begreift er jäh.„ Niederlassen willst dich hier bei uns den Waldbauern? Sag Ludwig!!" Die Greisenhände zittern über die Maßen. ,, Darf ich bleiben, Herr Pfarrer?" Die müden Finger des Waldpfarrers streicheln immerzu. ,, Alles hintlassen, um meinetwillen, Ludwigl? Deine ganze Karriere in der Stadt, das ganze schöne Leben dort, das du in Aussicht hast alles?" 1- „ Ja, alles, Herr Pfarrer, damit ich Sie für den Rest Jhres Lebens auf meinen Händen tragen fann, wie Sie mich auf den Ihren getragen haben, im Anbeginn des meinen." Der Greis weint still für sich hin und lächelt zwischenhinein. Draußen aber flingen die Weihnachtsgloden durch den verschneiten Winterwald, just, wie vor fünfundzwanzig Jahren. Das Gebot der Lichter. Von Wolfgang Marken. Werner Berthold, der Besizer des staatlichen Gutes in der in der Magdeburger Gegend, war nach einer mitteldeutschen Großstadt gefahren, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Es war erst der zehnte Dezember, aber Werner liebte es nicht, im letzten Augenblid zu wählen. Er tat alles mit Bedacht, selbst das so unangenehme Geschäft des Geschenkelaufens. Da hatte er nun den Zettel in der Hand und überlas, was ihn die Frau für das Gesinde aufgeschrieben hatte. Alles lief aufs Praktische hinaus, nichts war darunter, was sich nicht im Rahmen des einfachsten Alltagslebens unterbringen ließ. Werner Berthold war vormittags 11 Uhr in der Großstadt angekommen und beschloß, erst eine Mahlzeit einzunehmen. Als er in dem fleinen, sauberen Lokal saß und seinen Braten verzehrte, sah er einen alten Herrn mit schlohweißem Bollbart an einem Tische im Halbdunkel ſizen. Er saß still, ohne sich zu rühren, abseits der anderen, als schäme er sich unter ihnen. Werner sah den alten Herrn genauer an. Er wirfte wie ein alter Patriarch, der aus dem alten Testament herausgestiegen und mit ernsten, verwunderten Augen auf die Menschen sah. Mit Augen, in denen das Weh saß. Der alte Kellner, der im Lokal bediente, bemerkte das Interesse Werners für den alten Herrn. ,, Das war früher einmal ein vermögender Mann, der Alte dort im weißen Bart. Storfe heißt er und besaß sieben Säuser. Sat auch alles in der Inflation verloren. Ist arm wie eine Kirchenmaus. Lebt von dem bischen Fürsorge. Aber. läßt niemanden spüren, wie es um ihn bestellt ist.." ,, Armer Teufel!" sagte Werner. Dann kam ihm ein Gedanke. Er winkte dem Kellne: wieder und sagte zu ihm:„ Mir tut der alte Herr leid! Rechnen Sie nur mit an, was er verzehrt hat und noch eine Mark dazu. Die geben Sie ihm! Aber. ich möchte nicht, daß er erfährt, daß es von mir tommt." . Der Kellner sah Werner mit so erstaunten Augen an, aus denen eine Hochachtung sprach, die Werner rot werden ließ. Verlegen bezahlte er. Blieb aber noch ein Weilchen sitzen. Sah wie der Kellner zu dem Alten ging, mit ihm sprach und wandte den Kopf, um nicht das fassungslose Gesicht des Alten zu sehen. Förmlich weh tat es ihm. Wars denn so seltfam, was er tat, daß sich die Menschen darüber wunderten. Und er fuhr zusammen und wurde verlegener, als er plötzlich den Alten auf sich zukommen sah. Demütig blieb der Weißbart an seinem Tische stehen und versuchte eine Verbengung, die ihm gewiß in früheren Jahren so gut gelungen war. ,, Entschuldigen Sie, mein Herr!" begann der Alie.„ Der Kellner hat mits gesagt! Es ist Ihnen gewiß nicht recht! Aber er meints gut!" Werner bat den Alten Platz zu nehmen. „ Herr," begann der Weißbart wieder und seine Lippen zitterten ,,, Sie haben mir eine... Mart geschenkt. J. danke Ihnen. Ich nehme fie! Ich nehme fie und will sie heilig halten. Bei Gott, das will ich. Mein Herr, Sie sehen mich fo verwundert an, als wenn Sie wollten sagen: Du lieber Gott, es ist doch nur ne Mart, die.... bedeutet für mich nichts. Dar über brauchst du dich doch nicht zu wundern." Er macht eine Pause und atmete schwer. ,, Das ists nicht! Und wenn es ein Groschen wäre! Já. müßt Sie anschauen, so voll Wunder wie jest. Und müßt ihn beilig halten, weil Sies taten aus der Barmherzigkeit Ihrer Donnerstag, den 22. Arbeit f Bor vielen Jahren, als Menschen erschienen, lebte e Leichtfinn und flottes Leben feine Eltern nach ihrem To te. Was follte er nun tun? follte er nun zu effen nehme ließ er fein Baterstädtchen nicht wohin. Es kam ihm nu Umgebung herauszukommen. G und von Stadt zu Stadt un digen Menschen sein Leben zu Da kam er eines Tages es anjing zu dämmern, legte unter dichtes Gebüsch nieder z nicht eingeschlafen, als er von Don vielen Füßen hörte. Ruhi die Augen zü öffnen. Da kam eine gan te:„ Einmal gucken werde ich wenig und fahGanz nahe gingen fie, luftig vorüber, bemerkten ihn aber ni er sich aufrichten und ihnen n fie gingen und was fie fun wü um den Baum. Es war etwas Und als er dann einkaufte, da fiel ihm ein, daß der Johan der Großknecht, schon lange für eine Ziehharmonika schwärmb daß die Mamsell ihm von schönen Büchern erzählt hatte. Un noch tausenderlei anderes fiel ihm ein. Die heimlichen Wünsc des Herzens aller derer, mit denen er zufammen lebte schaffte, fielen ihm ein und seine Seele ward erfüllt von eine seligen Freuen. Er hatte plötzlich das Gefühl und den Willen, Freude mate zu müssen, geben zu müssen aus seinem Herzen heraus. er kaufte. Und jedes Stüd, das er dann am Abend, als e wieder heim war, ansah, es schien ihm zu sagen: Ich werd frohe Augen machen. - Heiliger Abend auf dem Gute Werners. Die Gutsherrin wunderte fich der leuchtenden Augen des Gatten, der es sich diesmal nicht nehmen ließ, den ganzen Gaben tisch selber aufzubauen. Und als dann das Gesinde und die Kinder und die Freunde eintraten und ihre Gaben besahen, da waren fie erst einen Augenblid faffungslos. Jeder fand das vor, was er sich heim lich ersehnt hatte. Werner sah die erstaunte Freude der Beschenken und Träne der Freude traten ihm in die Augen. Seine Frau stand ganz gerührt vor dem Netzpelz, ben fie immer gewünscht, aber aus praktischen Gründen nie erbetm und gekauft hatte. Sie nahm ihn und legte ihn um die Schu tern, während der Großknecht mit verflärten Augen die Sarms nifa probierte. Und eine Flut von Dankbarkeit stürmte auf den Hera ein, der diesmal wahrlich allen Freude gemacht hatte. ,, Du, Lieber!" sagte die Frau gludselig Jch tenne Di nicht wieder. Allen hast Du so Freude gemacht!" W Und mit Tränen in den Augen sagte er leise: 3 ha das Gebot der Lichter am Weihnachtsbaum endlich ve standen. Ein bißchen Freude geben, von sich selber, ohne p fragen, das fünden uns doch die Lichter. Fühlst Du es niet Anna? Wir haben es uns immer zu bequem gemacht, mit schenkten, weil wir mußten. Jetzt will ich es anders tun. Ich will schenken, weil ich froh bin, wenn ich Freude bereiten und Danb barkeit weden fann." „ Und ich will Dir dabei mit helfen!" sagte die Frau start Vermischtes. „ Stehplatz gefällig?" Jn spätestens sechszig Jahren mit die Erde derart überpölfert sein, daß man ein Schild mit de Buchstaben„ SOS" wird aufhängen müssen." So verkündet de Professor Edward A. Roß von der Universität Wisconsin, ein namhafter amerikanischer Soziologe, in einem Aufsatz, den soeben in einer wissenschaftlichen Zeitung veröffentlicht. Das Schild mit den Buchstaben ,, SOS"" die ,, Standing Room Onl ( ,, Nur noch Stehplätze") bedeuten, pflegt in amerikanischen Thea tern ausgehängt zu werden, wenn alle Sitzplätze vergriffen find In diesem Jahr allein hat sich die Bevölkerung der Erde, nad der Berechnung des Professors Roß, um nicht weniger als zwan zig Millionen Menschen vermehrt, und wenn die Vermehrung in diesem Maß fortschreitet, wird die Erde im Jahre 1987 für die Menschheit zu eng geworden sein. Als Schutzmittel gegen eine solche Katastrophe empfiehlt Professor Roß eine strenge Gebur tenkontrolle durch die hervorragendsten Männer der Wissenschaft, denen dadurch, wie er sagt, eine gewaltigere Aufgabe erwachsen würde, als sie Gracchus, Danton und Lenin zu lösen hätten. Rekordleistung der Milchkuh. Wie statistisch festgestellt wurde, erzeugt eine Kuh in Deutschland durchschnittlich im Jahte 2000 Liter Milch. Die Milchleistungen sind in den einzelnen Gebieten je nach der Rassezugehörigkeit der Kühe sehr verschie den. Sie sawanten ebenso nach oben wie auch nach unten. Als Produkt besonders glüdlicher Züchtung fann man die Kuh..So tensie" ansehen, die innerhalb eines Jahres( 1923/24) auf dem Koppehof bei Berlin 10 315 Kilo Milch mit einem durchschnitt lichen Fettgehalt von 3,53 Prozeni brachte. Aus dieser Milch menge ließen sich also ungefähr 415 Kilo Butter gewinnen. Dep artige Milchleistungen gehören natürlich zu den seltenen Aus nahmen. Aus Amerika berichtete man fürzlich von einzelnen Wundertühen, die über 12 000 1 Milch innerhalb eines Jahres gegeben haben. Das würde einer Tagesleiftung von rund 33,5 Litern entsprechen. Verschiedene Geschwindigkeiten. Die bis jetzt erreichte Höchstgeschwindigkeit eines Flug zeuges beträgt 500 Stundenkilometer. Segravis fuhr auf Sus beam 333 Am. Temples Relord auf dem Motorrade beträgt 194 km., die höchste Geschwindigkeit eines Schnellzuges 161, eines Radfahrers hinter Schrittmachern 89 Am., des Radfah ters ohne Schrittmacher 44,2 km. Warum ewig in Miete wohnen? Wenn man durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d. J. für das Geld, das man Jonit jabrlicb an liete joblt, fich ein freies Eigenbeim Ichaffen kann. Unkündbares Daugeld Icon ju 4%, 3ins. Sicherlter Weg, um je nach den Ceiftungen des Sparers in kürjerer oder längerer Zeit, u. U. Ithon in 1%, bis 2 Jabren, jum Eigenbeim ju gelangen. Frage an bei der Baulporkalle der Gemeinschaft der Freunde, Wüstenrot, Würt. Sofortige Darleben werden nicht gegeben. Jeder Familie ein Gigenheim! In 8 Jahren an 2286 Banjparer 34,7 Bill Rd pugeteilt. anderen schnell nachlaufen. Er bemerkt und ftolperte über def er auf und konnte den kleinen ergreifen. Erschrocken schrie die machen. Aber unser Freund hie tue dir nichts zuleide; aber antändiger, geachteter Mens rerhilft, werde ich dir allzeit lein sah ihn von oben bis un Du hast mich sehr erschr haftigen Menschen gesehen, ich dir helfen." Aber du mußt nicht weglo „ Nein, das tue ich nic Der junge Mann tat es unter den großen Baum und Wir 3merge leben hier Abend an unsere Arbeit, d. andere muß inzwischen für wir täglich ab. Heute abend g meine Arbeit." Was tut 3hr denn da? Wir steigen nicht weit hen nach Edelsteinen, die in Kannst du mir diese Bisher hat noch kein Ich weiß nicht, ob dies erlau raden fragen und wenn sie kommen und auch mit arbe Sie machten sich sogleich Mühe, dem kleinen Manne Sträuchern hindurchschlüpfte Höhle, die unter dichtem G 3merg rief ein unverständli anderen wieder zurück und ne Mann erzählte nun, w fahen erstaunt nach dem gr ihren Beschluß wartete. N eine 3werg mit, daß er er den Eingang der Höhle ihre Arbeit und kümmerter Diejer folgte feinem Füh endlich gelangten sie in Laternen erleuchtet war. gligerte es von allen m Farben. „ So," fagte der 3we Bel; nun kannst du hier Edelsteine unversehrt aus ich rate dir, keinen der den hier hängenden Leder meinen Rameraden, da ic fere Schicht abgelaufen ist, Der junge Mann de Arbeit. Aber die war nic fichtig fegte er den Meif hart und als schließlich Buruakam, hatte unser tein, einen Smaragd, h Smerg den Stein und sag Du hattest dir di Bleh alles muß gelernt Arbeit. Bisher hattest heißt. Sch rate dir, eir freu zu arbeiten. Dann k zurück und zeige dort, b eder vor dir Achtung Mann werden." Und so blieb der i Ihnen und arbeitete in i Ausmeißeln der Steinef Freude Da kam eines Tage Sagte: Lieber Freund, du friedigung gibt, daß man reichen kann. Im Anfange test du dich eingearbeitet, nun keine Schwierigkeiten den Menschen bedeutet. Schen zurück und verwerte nimm diefen kleinen Beut ber criten 3eit mit so vie dir mit dem Erlös daraus wirst du dir und deinen S Mit aufrichtigem Dan 3werg geraten hatte Der Mann, der auch die 2 Auflösun bet Nummer 5 1. Adverb, 2. Drangpiata, 6. Labil, 7. Elend,& fels, 11. Serpentine, 12, 9 15. Timbuktu, 16. Nehrung fung". on selber. .geben. 972. .das ist das Goth , die bald an dem Tannenbaum leuchten met ahre bin ich alt geworden... bis mir eins n selber, ohne das ihn eine Bitte trifft,& it nicht um die Mart...ich bante Ihnen. lich fort. Werner aber fag verlegen, jest le nd Wunderns am Tisch. es zumute, als sei einer der Evangeliften standen und habe das Buch der Bücher var ☆ dann einfaufte, da fiel ihm ein, daß der John schon lange für eine Bichharmonita fmarm ihm von schönen Büchern erzählt hatte. i anderes fiel ihm ein. Die heimlichen in er derer, mit denen er zufammen lebte a m ein und seine Seele ward erfüllt von ein glich das Gefühl und den Willen, Freude ma zu müssen aus seinem Herzen heraus,- d jedes Stüd, das er dann am Abend, als t, ansah, es schien ihm zu sagen: 3 me hen. * end auf dem Gute Werners, trin wunderte fich der leuchtenden Augenh hdiesmal nicht nehmen ließ, ben ganzen Ga bauen. n das Gesinde und die Kinder und die Freun hre Gaben besahen, da waren fie erft cite gslos. Jeder fand das vor, was er i hen 2. Die erstaunte Freude der Beschenlen und Tran nihm in die Augen. tand ganz gerührt vor dem Netzpelz, ben fe t, aber aus praktischen Gründen nie erbete e. Sie nahm ihn und legte ihn um die G r Großknecht mit verflärten Augen die Sarm lut von Dankbarkeit stürmte auf den Se wahrlich allen Freude gemacht hatte. " sagte die Frau glüdjelig 3h lenne 2 en hast Du so Freude gemacht!" nen in den Augen sagte er leise: 3 he chter am Weihnachtsbaum " hen Freude geben, von sich selber, ohne endlich nuns doch die Lichter. Fühlst Du es nis ben es uns immer zu bequem gemacht, Dit r mußten. Jetzt will ich es anders tun. Ja vil froh bin, wenn ich Freude bereiten und Dand nn." I Dir dabei mit helfen!" sagte die Frau start Vermischtes. Donnerstag, den 22. Dezember 1927. fällig?" In spätestens sechszig Jahren wi bernölfert sein, daß man ein Schild mit& S" wird aufhängen müssen." So verkündet b Arbeit schändet nicht. Bor vielen Jahren, als mod bie 3merge unb Robolbe ben Menschen erschienen, lebte ein junger Mann, der durch seinen Leichtsinn und flottes Leben fein ganzes Bermögen, das ihm feine Eltern nach ihrem Tode hinterlassen hatten, verloren hat te. Was sollte er nun tun? Gelernt hatte er nichts und woher follte er nun zu effen nehmen. Mit Schimpf und Schande ver ließ er sein Batertädtchen und ging fort. Eigentlich mußte er nicht wohin. Es kam ihm nur baiout an, aus feiner bisherigen Umgebung herauszukommen. Eo wanderte er von Dorf zu Dorf und von Stadt zu Stadt und fubte durch Gaben der mitlei bigen Menschen fein Leben zu fristen. A. Roß von der Universität Wisconsin, e tanischer Soziologe, in einem Auffah, den wissenschaftlichen Zeitung peröffentlicht. De Buchstaben ,, SOS"" die ,, Standing Room Onl läge") bedeuten, pflegt in amerikanischen Thes zu werden, wenn alle Gigpläge vergriffen f allein hat sich die Bevölkerung der Erde, n es Professors Roß, um nicht weniger als zwen Censchen vermehrt, und wenn die Vermehre rtschreitet, wird die Erde im Jahre 1987 für g geworden sein. Als Schuhmittel gegen in empfiehlt Professor Roß eine strenge beh die hervorragendsten Männer der Wissenhat ie er sagt, eine gewaltigere Aufgabe erwahla acchus, Danton und Lenin zu lösen hätten. Da kam er eines Tages auch in einen großen Wald. Als es anjing zu bämmern, legte er fich, mübe von der Wanderung, unter dichtes Gebüsch nieder um zu schlafen. Er war aber noch nicht eingeschlafen, als er von fern feine Stimmen und Trippein Don vielen Fühen hörte. Ruhig blieb er liegen und magte nicht, die Augen zu öffnen. Da kam das Geräuse näher und er dach te: Einmal gucken werde ich doch!" Er öffnete die Augen ein wenig und fah eine ganze Anzahl 3merge vorüberkommen. Gans nahe gingen fie, luftig mit einander schwagend, an ihm Dorüber, bemerkten ihn aber nicht. Als sie vorüber waren, wollte er fich aufrichten und ihnen nachsch.eichen, um zu sehen, wohin fie gingen und was sie fun würden. Da kam nod) ein 3werglein um ben Baum. Es war etwas zurückgeblieben und wollte den anderen schnell nachlaufen. Er hatte den Schlafenden auch nicht bemerkt und ftolperte über deffen Füße. Kurzentschlossen sprang er auf und konnte den kleinen Kerl gerabe nody an feiner Müge ergreifen. Erfchrodten schrie diefer auf und versuchte, fidh loszu machen. Aber unser Freund hielt ihn test und sagte zu ihm: 3 tue dir nichts auleibe; aber lage mir, wie kann ich wieder ein anftändiger, geadyteter Mensch werden? Wenn du mir dazu verhilfft, werde ich bir allgelt bankbar fein!" Das kleine Männ lein sah ihn von oben bis unten an und antwortete endlich: Du haft mich sehr erfcredit! 3d habe noch nie einen leibhaftigen Menschen gesehen, und wenn du mid losläßt, will ich Dir helfen." „ Gießener Zeitung" - Silbenrätsel. - bredhi- ba eff,- ein fer gie ha- Hoch- 1- Tand Te neznes- ris be Tamb 110 than - Aber du mußt nicht weglaufen,' antwortete unfer Freund. Nein, das tue ich nicht. Aber laß mich frei." Der junge Mann tat es und der 3werg fegte sich mit ihm unter ben großen Baum und sagte: fe - bien Blett, - mai - - mie -met- 10-> [ pän ta - - De- Dent- Die. 101 Aus obenstehenden 40 Silben find 16 Morte folgender Be deutung zu bilben, deren 1. und 3. Buchstaben, beide von oben nach unten gelesen, den Anfang eines befannien Weihnachts liebes ergeben.( Ch= 1 Buchstabe.) Wir 3merge leben hier in tlefem Walde und gehen jeden Abend an unsere Arbeit, b. h. nur der eine Teil von uns; ber andere muß inzwischen für den Haushalt sorgen. So wechseln wir täglich ab. Heute abend gehe ich nun mit den andern wieder an meine Arbeit." der Milchkuh. We statistisch festgestel Ruh in Deutschland durchschnittlich im Jah Die Milchleistungen sind in den einzelne er Rassezugehörigkeit der Kühe sehr verschi ebenso nach oben wie auch nach unten, glüdlicher Züchtung kann man die Kuh„ So innerhalb eines Jahres( 1923/24) auf der in 10 315 Kilo Milch mit einem durchschnit von 3,53 Prozeni brachte. Aus dieser Mile also ungefähr 415 Kilo Butter gewinnen. De ngen gehören natürlich zu den seltenen Au nerita berichtete man fürzlich von einzelne über 12 000 1 Mild innerhalb eines Jahre Das würde einer Tagesleistung von mnd& Was tut 3hr denn da?" fragie der junge Mann. Wir steigen nicht weit von hier hinab in die Erde und suthen nach Edelsteinen, die in der Erde im Gestein sigen." „ Kannst du mir diese Stelle wohl zeigen?" Bisher hat noch kein Mensch unsere Hölle gefunden und Ich weiß nicht, ob dies erlaubt ist. Aber ich werde meine Kame raden fragen und wenn sie es erlauben, dann kannst du mitkommen und auch mit arbeiten." fchiedene Geschwindigkeiten. terreichte Höchstgeschwindigkeit eines Flu 0 Stundenfilometer. Segravis fuhr auf Gu Temples Reford auf dem Motorrade beträ te Geschwindigkeit eines Schnellzuges 16 hinter Schrittmachern 89 Am, des Radfa macher 44,2 km. ewig in Miete wohnen? Sie machten sich sogleidh auf den Weg und unser Freund hatte Mahe, dem kleinen Dianne au folgen, ber behend zwischen den Strauchern hindurchschlüpfte. Bald hatten sie den Eingang der Höhle, bie unter dichiem Geftrüpp berstedt lag, erreicht und der 3merg rief ein unverständliches Wort hinein. Sogle.ch kamen die anderen wieder zurück und fragten, was geschehen sei. Der kleine Mann erzählte nun, was ihm passiert war und die andern faben erstaunt nach dem großen Menschen, der dastand und auf ihren Beschluß wartete. Nach kurzer Beratung teilte ihm der eine 3merg mit, daß er ihm folgen folle und gebückt betrat er den Eingang der Höhle. Die andern gingen wieder hinein an ihre Arbeit und kümmerten fich scheinbar nicht um den Fremden. Diejer folgte feinem Führer durch alle möglichen Gänge und endlidy gelangten fie in einen Raum, der von vielen kleinen Laternen erleuchtet war. Un den Wänden aber funkelte und glizerte es von allen möglichen Edelsteinen in den buntesten Farben. an durch Erwerb eines Bausparbriefes der G. d.§. Seld, das man Jonit jabrlich an Miete jahlt, fich ein enheim fchaffen kann. Unkündbares Baugeld bon ns. Sicherller Weg, um je nach den Leistungen des kürzerer oder längerer Zeit, u. U. Ibon in 1 bis zum Eigenheim zu gelangen. Frage an bei der rkalle der Gemeinschaft der Freunde, Würt. Sofortige Darleben werden nicht gegeben amilie ein Gigenheim! ahren an 2286 Bansparer 36,7 Mill Rd sugeteilt „ Go," fagte der 3werg, hier haft du Hammer und MeiBel; nun kannst du hier arbeiten, indem du versuchst, jeden der Edelsteine unverfehrt aus dem Gestein herauszumcijeln. Aber ich rate dir, keinen der Steine au behalten, sondern feben in Den hier hängenden Lederbeutel zu tun. Ich gehe inzwischen zu meinen Rameraben, da ich dort meine Arbeit habe. Wenn unfere Schicht abgelaufen ist, werde ich kommen, um dich zu holen." 1 1. Berbische Oper 2. Infekt. 3. Deutscher Dichter 4. Funkstation 5. Teil des Anges 6. Geographische Bezeichnung 7. Lelling The Figur 8. Weiblicher Vorname 9. Merztliche Wissenschaft 10. Wirtschaftsgegenstand 11. 2and in Europa 12. Deutscher Ueberseehafen 13. Weiblicher Vornamen 14. Stadt in Westfalen 15. Bachizins 16. Scherzhafte Bezeichnung für Junggeselle. Ein Verwechselspiel. Ein neues Vexierbild. Nr. 52. Das ist ein: hübsche Landschaft, nihimahr? Aber wir wol Ian Evo dies nicht nur gelgen nein, es handelt sich hier noch um etwas ganz anderes. Die Bauerstrau aus dem in der Nähe gelegenen Bauernhofe ist am Morgen nach der Stadt gegan Sind das nicht drei nette Kerle?" Die müßt Shr nun fol. gendermaßen behandeln: 3uerst klebt Shr das Ganze auf ein Stück nicht zu bicken Karton und schneidet dann alles forgfäl tig aus. Wie Ihr f.ht, sigen mandje Rörperteile lofe: de ipfe figen nicht fest und ebenso die Beine. Das ist nun gerade bas Der junge Mann dankte dem 3werglein und ging an die Arbeit. Aber die war nicht so leicht, wie es zuerst aussah. Vorfichtig fegte er den Meißel an; aber das Gestein war furchtbar hart und als schließlich der 3merg nach mehreren Stunden Buruakam, hatte unser Freund glücklich einen einzigen Edeltein, einen Smaragd, herausgemeißelt. Lächelnd betrachtete der Smerg den Stein und sagte: Du hattest bir die Arbeit sicherlich leichter vorgestellt. Sleh alles muß gelernt werden, auch die scheinbar einfachste Arbeit. Bisher hattest du noch nicht gewußt, was arbeiten yoißt. Sch rate dir, eine 3eitlang bei uns zu bleiben und freu zu arbeiten. Dann kehre wieder zu deinen Mitmenschen zu zurück und zeige dort, daß du arbeiten gelernt haft. Dann wird eder vor bir Achtung haben und du wirst ein angesehener Mann werden." Und so blieb der junge Mann noch eine ganze Zeit bei Ihnen und arbeitete in der Edelsteinhöhle. Allmählich ging das Ausmeißeln der Steine schneller und die Arbeit machte ihm viel Freude. Sagte: Spaßige an dem Spiele. So könnt 3hr den einen Rumpf der Berson Nr. 1 den Kopf von Nr. 2 und die Beine von Nr. 3 geben und auf diese Weise die verschiedensten Kombinationen ergielen. Es macht außerordentlich viel Spaß, wenn. B. ein Serr" mit Solsschuhen und einer Arbeitermüge auf dem Kopfe Dor Euch steht. gen, um allerlei Besorgungen zu machen, aber nun fängt es chon an zu dämmern und fie it noch nicht zurüs. Ihr Mann und die Kinder find in großer Sorge, wo sie bleibt. Bielleicht könnt Shr ihnen beim Suchen helfen und fehen, ob fie mohl wieder auf dem Wege nach Haufe tit. 3hr milkt aber schnell Wir glauben bestimmt, daß 3hr und Cure Freunde und Freun dinnen viel Bergnilgen daran haben werden. Nun geht ans Werk! Shr werdet sehen, daß wir recht haben. Da kam eines Tages der Oberfte der 3merge zu ihm und „ Lieber Freund, du haft gesehen, daß Arbeit die wahre Be friedigung gibt, daß man nur durch rebliche Arbeit etwas er reichen kann. Im Anfange ging es langsam und allmählich hat test du dich eingearbeitet, sobaß die ersten Schwierigkeiten dir nun keine Schwierigkeiten mehr sind. Du weißt, was Arbeit für den Menschen bedeutet. So gehe nun wieder unter die Wienfchen zurück und verwerte dort, was du hier gelernt haft. Hier nimm diesen kleinen Beutel; er enthält die Steine, die du in Der eriten 3eit mit so viel Mühe herausgearbeitet hast. Gründe dir mit dem Erlös daraus eine Eriftens und arbeite weiter, dann wirst du dir und deinen Mitmenschen von großem Nugen sein!" Mit aufrichtigem Danke verließ er die 3merge, tat, wie ihm fener 3werg geraten hatte und wurde ein geachteter, wohlhaben ber Vlann, der auch die Armen nicht vergaß Auflösung des Silbenrätsels der Nummer 51 der„ Gießener Zeitung". Eine Uhr zum Selbstmachen. Deutsche Weihnachten in der Wüste. Von einem Auslandsdeutschen. Wohin den deutschen Pionier im Ausland der Weg auch führt, drei Dinge begleiten ihn: die deutsche Flagge, das deutsche Lied, die deutsche Weihnacht. In dieser Dreizahl verkörpert sich die deutsche Heimat; sie bilden das feste Band, das immer wie der hinüberführt in das Land der Väter, auch wenn die sonsti gen Bande sich schon start gefodert hatten, Deutsches Lied und deutsche Weihnacht blieben, wenn auch mit den Jahren oder im Laufe von Generationen der Uebergang ins fremde Boltstum beschritten und die Flagge der Staatsangehörigkeit eine andere geworden war. Nur in feltensten Ausnahmefällen aber verblaste der Nimbus der alten Farben völlig, meist hingen die Fahnen des alten und des neuen Vaterlandes nebeneinander als Zeugen menschlichen Werdegangs. Ein Wecker hann ein hübsches 3ieritüd sein und ist babei Doch auch ein fehr nüglicher Gegenstand. Bielleicht gibt es unter Euch einige Liebhaber, die aus einem Wecker eine hübsche Uhr nachen wollen und können. Wer mit Hammer und Säge etwas gewandt ift, kann in kurger 3ett aus einem gewöhnlichen Wecker eine hübsche Uhr mit hölzernem Gehäuse machen. 1. Adverb, 2. Orang- Utan, 3. Nörgelei, 4. Edgar, 5. Tra viata, 6. Labil, 7. Elend, 8. Jphigenie, 9. Garibaldi, 10. Ehrenfels, 11. Serpentine, 12. Niederlande, 13. Reverenz, 14. Eboli 15. Timbuftu, 16. Nehrung: Abonniert alle die Gießener Zei fung". Dabei muß man folgendermaßen zu Werke gehen. 3hr nehmi ein Brettchen von 13: 39,6 cm, woraus Ihr fol gende Unterteile ausjägt:( Maßstab 1: 5). CUL 354 1 Stüd 23:20 cm für die Borderseite, 1 Städ 22,2: 19,6 cm für die Rückseite, 2 Stüde je 11: 5 cm für bie Seiten, 2 Stüde je 6,5: 5 cm für die Seites, 2 Stücke je 5,5: 5 cm für die Seiten, 1 Stück 11: 5 cm für die obere Seite, D 4 Stücke 3,5: 5 cm für die Seitenftex oben. Das Holz muß ungefähr 4 mm Did feta Mit der deutschen Weihnacht verbindet sich zunächst rein äußerlich der Begriff von Winter, vom Todesschlaf der Natur, von Schnee und Eis. Aber auch von Sonnenwende, von froher Zuversicht, daß es wieder Frühling werden muß und die Bande der Winternacht gesprengt werden von der wiedererwachenden Almutter Sonne. Das ist germanisch, das ist die Stimme ural ten Boltstums, die wohl übertönt werden kann, aber nie ein schläft, die Stimme des Blutes, die uns überlebt, weil in uns das Blut der Vorfahren weiterlebt und wieder unseren Kindern übergeben wird. Nicht als eine chemische Formel, als ein Stoff, dessen Lösung und Darstellung auch auf synthetischem Wege möglich ist, sondern als Fluidum, als Wehen der Unsterblichkeit, die wir nicht fassen fönnen, wenn wir sie nicht an die Materie des Blutes binden und ihr Verwandtschaft mit der Seelenwan. berung geben, die feine Vermesung, fein Feuer aufhalten können. Deutsche Weihnacht und deutsche Kindheit sind eins; und wenn findliche Erinnerungen mit flingendem Spiele durch die Seele ziehen, so sind es in erster Linie die Erinnerungen des Weihnachtsabends, des Chriftfestes. Und dieser Zauber bleibt, auch wenn die rein chriftliche Seite des Weihnachtsfestes in den Sintergrund getreten ist, wenn die Erinnerungen an das Elternhaus und die Familie, an die Heimat, an treue Freunde den erften Play einnehmen. Mit dem Nahen des Weihnachtsfestes merben die alten Erinnerungen wach, fie verlangen ihr Recht und willig begibt man sich wieder in ihren Bann. Nicht immer ist es möglich, Weihnachten mit all Dem zu feiern, was unzertrennlich ist mit ihm an äußerlichen Dingen verbunden zu sein scheint: Schnee und Eis, Tannenbaum, Weihnagisigmud- und Weihnachtsgebäd. Oft genug habe ich Weih nachten draußen in der Atacama Wüste Südamerikas gefeiert, Do Dieles fehlte, was in der Erinnerung zum Feste gehört unb manches nur mit größten Mühen zu beschaffen ist. Wenn der Menjah am einsamsten ist, feiert er oft innerlich echteste Weih. nadi; so ganz verschieben von der fröhlichen Weihnacht der Kin berzeit, im Elternhause oder in der eigenen Familie. Die 3eichnung gibt beutlich an wie man es machen muß. Wenn Ihr alles fertig habt, könnt Ihr das Holz fchon beizen, je nach Eurem Geschmack: hell, dunkel oder schwarz Die 3eich nung gibt eine Border, eine Seiten und eine Ruhanficht unb außerdem einen Durchschnitt, fodak Schwierigkeiten beim Un fertigen diefer hübschen Uhr jo gut wie ausgefchloffen find. Hier könnt Ihr Eure Sunft einmal zeigen; Shr habt dog ficherlich eine Laubfäge in Curem Bj.ge! 3uerit müßt 3hr na tarlich die Umriffe aufs Holz aufgeidynen, bevor Shr mit Aus fägen beginnt. Flimmernde Sige liegt über der braunen Wüste, die bem Hochsommermonat, bem Januar entgegengeht. Am Horizont im Often zieht sich in majestätischer Kette der Hauptzug der Rönigs Lorbilleren hin, deren Schneehäupter bis zu 6000 m, in ben traumhaft schönen tropischen Simmel ragen. Leichte Rauchwollen liegen über den Gipfeln der Bulfane, deren feuriges Innere schon den Völfern vergangener Jahrhunderte und Jahrtau sende ber Sitz von Gottheiten zu sein schien. Der samumartige Rachmittagswind ballt die Sandmassen zusammen und läßt fie als wirbelnde Sandsäulen burch die Wüsten tanzen. Im weißen Tropenanzuge wartet man auf ben fühleren Abend, wo die schei bende Sonne eine Farbensymphonie von unerhörter Bracht am Simmel und den Abhängen der Bergriesen hervorzaubert und bie ewigen Sneehäupter der Gottheit Sonne einen glühenden Abschiedsgruß von einer Pracht nachsenden, bie uns noch heute fo erfbauern magt, wie das Bolf der Jntas, bas allabendlich in feierlichem Schweigen Abschied von der Sonnengottheit nahm, In Deutschland züftet man fich zur gleichen Zeit zur Weih nagisfeier, rufen bie Gloden zum Chriftfest. Auch in der Wüste hatten wir uns zum Feft gerüstet. Det Berju, tannenähnliche Bäume aus meitentlegenen Gegenden in 14tägiger Dampferfahrt heranzubringen, war gescheitert. Ein nadelloses Gestell, ein Baumsteleit zeugte von der dener Pracht. Not aber macht erfinderisch. Für das nächte Jahr murde ein Weihnachtsbaum gezimmert, der lebhaft an die Tropengestelle erinnerte, auf denen man in manchen beuten Haushaltungen Deutschlands in der Rüche die Wäsche fängt. Mit grüner Farbe geftrigen, war es aber fast ein Ebenbild des Donnerstag, den 22. Dezember 1927. verunglüdten Waldbaumes und hatte dazu den Vorteil, zur Weihnachtszeit stets„ greifbar" zu sein. Nur der grüne Behang fehlte; die Blätter der von den Dampfern herangeschafften Gemüsepflanzen, wie Kohl und Mais, waren mehr dazu angetan, jede Illusion zu ertöten, als zu erweden. In einer viele Rilometer entfernten fleinen Dase fand sich wildwachsendes duftiges Grün einer Spargelart mit zoten Gamentapjeln. Wegfunbige Eingeborene wurden einige Tage vor dem Feste abgesandt und brachten auf dem Rüden eines Laftmaultieres in großen Bündeln verwahrt die Tannenerjazzweige an. Jn großen Kü beln mit Wasser gestellt, hielten fie fich bis zum Nachmittage, mo fie dann um den frischgestrichenen Weihnachtsbaum gebun ben wurden. Und wenn auch der Duft der deutschen Tanne fehlte- Weihnachtsstimmung tam doch auf und steigerte sich mit jebem Licht, mit jedem Stüd, das an den Baum gehangen iburde. Manches Stüd war dabei, das in der Heimat seit Jahren den Baum geschmüdt hatte und von vorsorglicher Sand in der Seimat schon im Laufe des Jahres geschidt worden war und zauberte bereits beim Aufhängen die alten Erinnerungen wieder hervor. Lametta und Engelshaar hatte der deutsche Dampfer rechtzeitig gebracht und ebenso ein Weihnachtspalet, an dem man neugierig wie ein Kind oft genug baran geschüttelt hatte, ohne es aber aufzumachen. Weihnachtsgebäd war auch besorgt. Wo eine deutsche Hausfrau in erreichbarer Umgegend war, hatte sie schon vor Weihnachten zur Hilfe beim Baden aufgerufen und gern und dankbar war man bem Rufe gefolgt, auch wenn es Ritte von vielen Stunden in glühender Wüstenhige zurüdzulegen galt. Unter Sachverständiger Anleitung und echt weihnachtlicher Vorstimmung wurde für alle gebaden und mancher alte Streit, manche Meinungsverschiedenheit wurde„ rührend" beigelegt. Mit stiller Ergebung schlüpfte man dann nach allen den Berbereitungen in eln festes Oberhemd, schwarzen Rod oder par Frad. Denn dem weihnachtlichen Festessen, zu dem auch a´le Angejieilten geladen wurden, und der anschließenenden Bei he> rung sollte auch äußerlich ein festlicher Anstrich gegeben werden. Bor dem Hause mehten feierlich die deutsche Fahne rechts und bie befreundete Flagge des Gastlandes links. Denn Weihnachten ist ein deutsches Fest und der Ehrenplak gehörte daher auch der deutschen Flagge. Nach Tisch wurde der Weihnachtsbaum angestedt. Auf einem langen Tisch lagen die Gaben, die die Firma für jeden Angestellten besorgt hatte, und weihnachtliche Süßigkeiten, jo meit sie dem ausländischen Geschmad entsprechen. Waren deutsche Angestellte im Wert beschäftigt, so ertönte auch ein deutsches Weihnachtslied zum Erstaunen der Landesfinder, die unter einem " Fest" sich doch etwas anderes vorstellen, zumal die Weihnacht ja tein katholischer Feiertag ist und man eher lustige Tanzmufit erwartet, als die schwermütigen oder ernsten deutschen Lieder. So tam auch deutsche Weihnachtsstimmung erst auf, wenn man mit deutschen Angestellten unter sich war, oder aber, menn man, nachdem sich der Schwarm verlaufen hatte, allein für fich el ein stilles Weihnachten beging. Die Bilder der Lieben standen dann auf dem Tisch, das Weihnachtspalet wurde auss gepadt, die Weihnachtsbriefe wurden gelesen, die inliegenden Tannenzweige verbrannt und somit die Tausende von Meilen im Fluge der Gedanken überbrüdt. Enger denn je schließen sich die Bande mit der Heimat, von der in gleicher Weise die Gedanken über den Ozean flogen. Eine gewisse Wehmut der Stim> mung war dann meist der Abschluß des Festes, das die Macht der Einsamkeit doppelt fühlen ließ. Der Bevölkerung des Landes ist der Tag als Geburtstag Christi im deutschen Sinne fremd. Zwar wird um Mitternacht in den Kirchen die gute Nacht" durch die Messe gefeiert und in einigen Familien bürgert sich auch die Darbringung eines Angebindes ein. Aber ein Fest der Liebe im deutschen Sinne, des gegenseitigen Beschenkens mit Gaben, die nicht nur so en passant zusammengekauft sind, ist es nicht. Wo aber einhei mische Familien das Weihnachtsfest in einem deutschen Hause tennen gelernt haben, findet es der Kinder wegen Einzug und lann auch mit einer gewissen Poesie umgeben sein. Aber den heimatlichen Zauber der deutschen Weihnacht kann man nicht lernen; der muß in der Tiefe des Gemütes begründet sein. Die Nachkommen der alten Urbevölkerung, der Quichuaund Aymara Indianer, die entweder direkte Nachkommen des fiegreichen Infasstaates sind oder damals unterworfenen Stäm Gießener Zeitung" men angehören, und die vielfach heute als freie Arbeiter Verwendung finden, begehen ihrerseits auch ein Weihnachten mit uralten heiligen Tänzen und Gebräuchen. Und wenn aud dem Feste ein hriftliches Mäntelchen umgehängt ist, so blidt doch bei jeder Gelegenheit der alte ehrwürdige Ursprung durch: das Geburtsfest der Sonne, Sonnenwendfeier, und die Gedanken wandern bewußt oder unbewußt zu den Boreltern zurüd, die an geweihter Stelle, in den Sonnentempeln auf den heiligen Inseln des Titicaca- Sees oder Cuzcos der siegreichen Almuffer Sonne ihren Tribut darbrachten. Zwei Religionen greifen ineinander über: die Religion der liebenden schaffenden Sonne und die Religion der Liebe im chriftlichen Sinne. Wo Weihnachten aber draußen in der Welt gefeiert wird, auf einsamem Boften oder in deutschen Siedlungen, da feiert echte deutsche Kultur ihr fönftes eft und wirbt für deutsches Wesen. Nicht im Sinne schulmeisterlicher Aufdringlichkeit oder gewollter und darum abgelehnter Provaganda, sondern ersönlichen echten Deutschtums, das im Berein mit einer aufrechten deutschen Bolitik in der Heimat eine Möglichkeit ver. heißt, die Welt allmählich wieder zu einer gerechteren Reurteilung des deutschen Wesens zu befehren und zu einer Achtung vor Deutschland als Staat. Dr. jur. Dr. phil. Alfredo Sariwig. Bensheim a. d. B. Bücherbesprechung. Das Buch. Die größten Bibliothelen der Welt. Eine Zusammenstellung der„ Bibliothefen von 50 000 und mehr Bänden und ihre geographische Verteilung auf der Erde" hat der argentinische Ge lehrte Dr. Enrique Sparn veröffentlicht und damit einen überaus interesanten Ueberblid über die Zentren des wissenschaftlichen Lebens geboten. Wie im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel" hervorgehoben wird, steht Deutschland in dieser Zusammenstellung unter den Bölfern der Welt an zweiter Stelle. Die meisten Bibliotheken über 50 000 Bände besitzt Nordame rifa. Aber Deutschland weist ein Viertel aller großen Bibliothefen Europas und ein Biertel der gesamten Bücherschäße dieses Erdteils auf. Es besitzt mit 10,3 Millionen Bänden in seinen Universitäts- Bibliotheken fast ebenso Bände, wie in den Univer sitätsbibliotheken von England, Frankreich und Italien mit ihren 12 Millionen Bänden zusammen. Dabei fällt noch der Verlust der früher deutschen Bibliothet Straßburg, die mit ihren 1,2 Millionen Bänden die größte Universitätsbibliothek der Welt ist, zugunsten Frankreichs in die Wegschale. Im ganzen besitzen die 160 größten deutschen Bibliotheken 29,5 Millionen Bände. - Deutsche Lande - deutsche Kunst. In der beim Deutschen Kunstverlag verlegten und von Burk hard Meier herausgegebenen Reihe sind soeben drei weitere Bände: Lüneburg, Erfurt und Mainz erschienen, wiederum ausgezeichnet durch Tenntnisreiche, flüssige Terte be= rufener Kenner und durch die sorgfältig ausgewählten Bilder= teile. Mainz. Aufgenommen von der Staatlichen Bildstelle, beschrieben von W. F. Volbach. Preis M 6,-, fart M 4, Die Bilder vermitteln eine lebendige Vorstellung der mittelrheinischen Metropole, aber angesichts der Fülle der Denkmäler bieten sie nur eine allerdings sehr kluge Auswahl des Wichtigsten. Der Jahreskatalog„ Bücherschaz 1928" von Herder in Freiburg im Breisgau: keine ermüdende Titelfolge, sondern ein wohl durchdachter Rechenschaftsbericht, zielbewußter Bildungsarbeit, mit hundert Anregungen zu guter Geschenkwahl. Erwähnung verdienen zunächst die Indischen Fahrten, von Joseph Dahlmann, zwei Bände( geb. in Leinwand 30 M) mit über 500 Bildern und Karten: wohl das beste Buch, das wir zur Zeit über Land und Volk und Religion und Kunst von Indien haben. Wer das Jahrbuch der angewandten Naturwissenschaften( 3. Jahrg., 213 Bilder, geb. in Leinwand 12.) liest, der versteht alles, was die Entwicklung der Naturwissenschaft und Technik uns an bedeutsamen, zufunftsreichen Erkenntnissen und Entdeckungen beschert, Be= sonders über Planzengeographie und Pflanzengeschichte handelt Rawitscher, Die heimische Pflanzenwelt( geb. in - - Nr. 52. Leinw. 6,80 M). Was in diesem Buche steht, durfte man sich bisher in hundert Abhandlungen zusammenfuchen. Linus Bopp geht in seinem Suche Das Jugendalter und sein Sinn( geb. in Leinw. 7,50 M) gleich zu Spezialaufgaben über, zur schwierigsten Lebensstufe: der Pubertätszeit. Er ist ver traut mit allem und fann ein berufenes Urteil über folgenIchwere Fehleniwidlungen abgeben. Zwei Nachschlagwerke: Der kleine Herder"( geb. in Leinw. 304) ist mit eins der vollkommensten Kleinlegifone unserer Zeit, ein rechtes Hansbuch für jeden Bolfsgenoffen, Akademiker oder Arbeiter. Größte Fülle des Stoffes( 50 000 Artikel, 5000 Abbildungen) und doch nichts überflüssiges. Ein Universallegiton für alle Stände und Berufe. Endlich das Staatslegifon( Band 1, geb. in Leinwand 35 M, in Halbfranz 38.M, Band 2( etwa 35 M bezw. 38 M, erscheint im Spätherbst). Mehr als 450 Mitarbeiter schaffen diefes Monumentalwerf. Es beschränkt sich nicht auf die Staatswissenschaften im engeren Sinne. Das Elaaispolitische, Sozialpolitische, Wirtschaftliche, Rechtliche ufw. steht im mer im Zusammenhang mit der allgemeinen Geistesauffassung der Zeit.- Diefe Kleine Auswahl vermittelt nur eine unvoll tommene Vorstellung der langen Reihe erlesener Werte aus den verschiedensten Gebieten unferes Schrifttums, die Herders ,, Bücherschah" Dereinigt. Das Weihnachtsbuch 1927. Wie alljährlich, bringt auch Dieses Jahr J. B. Bachem in Köln wieder eine Reihe neuer Bücher auf den Büchermarkt. Auf kunsthistorischem Gebiet ist die Neuerscheinung„ Das Laacher Münster" von P. Dr. Adal bert Schippers O. G. B.( Maria Laach) zu erwähnen Preis 19, RM. Das erhabene Bauwerk am stillen blauen Eifelsee hat in der vorliegenden Schrift eine Monographie erhalten. Neuerscheinungen unterhaltender Art: Zunächst das spannende Abenteuer- Buch eines früheren Offiziers der Fremdenlegion, der aus seinen eigenen Erlebnissen erzählt: Durch Sahara und Atlas Abenteuerliche Streifzür" von Frit Ohle. Schredensszenen stehen hier neben freundlichen Bildern, prächtig find vor allem Jagdbegegnungen mit wilden Tieren geschildert. ( Band 34 der Sammlung: Aus allen Zeiten und Ländern. RM. 5,-) Ein moderner Roman, das Wert eines jungen Autors, Die Fahrt des jungen Rohmer Theumar" von Chri stian Fen.( RM. 6,-). Hinter dem Roman steht als Kernproblem und Sinngehalt das Wissen um den Kampf zweier Generationen, den wir alle heute irgendwie mitfämpfen. Als neue Jugendbücher legt der Verlag drei Werke vor: Schent, Maria M., Renhard von Spielmann", Erzählung aus dem Jahre 1525( RM. 4,50); Schulze, Marie von, Jm Lande der Magyaren". Eine Erzählung aus Ungarns Vergangenheit. ( Geb. RM. 5,-); und Wirh, Ludwig, Am Grenzwall". Histo rische Erzählung. In den Sammlungen Bobachs Handarbeitsbücher und Handarbeitshefte sowie Einzelhefte sind wieder eine Reihe Neu erscheinungen zu verzeichnen, die berufen sein werden, der Frau, dem Mädchen eine willkommene Bereicherung der Kenntniffe und Handfertigkeit bei der Herstellung von Handarbeiten zu vermitteln. Besonders zu begrüßen sind die neuen Bände. Band 38 betitelt sich:„ Kleine Handarbeiten zum Spaßbereiten" ( M 1,50), 39: ,, Aus dem Stickasten der Völker"( M 1,50). Nr. 126 nennt sich„ Pullover und Westen für Herren"( M 0,75), Nr. 127:„ Neues aus Wolle und Seide"( M 0.75), Nr. 41: ..Märkische Spitze"( M 150), Nr. 125: ,, Smof- Näherei"( M 0,75), Einzelheft 212: Die Kürschnerei im Hause", eine furze Anlei tung im Belznähen( M 1,20). An den Aufgaben im Einzelheft Nr. 211: Lustige Rechenkunst"( 3ahlenwunder, rechnerische Probleme, Scherze und Rechenkunststüdchen( M 1,-) fann man seine eigene Intelligenz prüfen. Die Reichhaltigkeit und gute Aus stattung der Bände und Hefte veranlaßt uns, sie besonders auch wegen ihres geringen Preises nachdrücklichst zu empfehlen. Er hältlich sind sie in jeder Buchhandlung. Thienemanns Jugendtalender 1928. Ein Abreiß- und Notiz Kalender mit farbigen schwarzen Bildern bekannter Künstler. Für Knaben und ädchen von 7-14 Jahren. R. 1,50.. Thienmanns Berlag Stuttgart. Verantwortlich: Paul Chrißian Klein in Gießen. Donnerstag, den 22. 2 Sonntagsfahrtarten& ( Freitag) mittags 12 Uhr 3. Feiertag( Dienstag) morg . Die Amisräume des ds. Mts., dem ersten Wei 10-11 Uhr, zur Abfertigung ben Weihnachtspostpaketen ge Bieber eröffnet. Am 1. Sagnftrede Herborn( Dillfre Stationen Eisemroth und Bi fene Bahnhof Uebernthal für gatverfehr und Güterverkehr • Mit der Auszahlung d für Monat Januar wird bei Dezember begonnen werden. $ Neneinrichtung im poliz nuar 1928 ist für polizeiliche 2 eingeführt, das zur An-, Abben tann. Die Formulare find marenhandlungen, auch in uns das Stüd, erhältlich. Ein Ve dem Einwohnermeldeamt und F braucher im Einzeln findet ab . Das Betreten zugefrore fegt. Nach Artikel 297 des dürfen zugefrorene Flüsse, Tei gerichtlicher Bestrafung nicht Wagen, oder Schlitten befahre lizeiliche Anordnung ausdrüc zieher und Lehrer werden erf das Verbot und die Gefahre zugefrorenen Flüffen, Teichen machen. • Das Telegraphenamt bie Genehmigung zur Errich funkempfangsanlagen erst d bereits errichtet worden sind Nach der Verordnung zum G 1824 betarf auch die Errid der Genehmigung der Reiche men, die vorfäßlich entgegen nung Funlanlagen errichten, a. U. sogar mit Gefängnis. will, ist verpflichtet, bei graphenamt vor der Errid gung nachzusuchen. Anme ( 610), an den Postschalter gegengenommen. Wohnung vorhandenen Rundfunkteil Siegen dem Telegraphenam Folgende Straßen fi Straßenverwaltung durch unbenugbar: 1. Michelbach- Busenborn; Rigenbügel- Altenhain; 4 fenhof- Feldtrüden; 6. Bo Unter- Seibertenrod; 8. K Engelrod; 10. Ulrichstein Seibertenrod. Die gesperrt burch Tafeln kenntlich gen Das gefundefte und Apfel. Abgesehen davon, ift vielen unbekannt bie dem Organismus bes Fruchtsäure desinfiziert Schwache Magensäure un hindert weiterhin auch deutenden Phosphorgeha allen, die an Schlaflofig empfehlen. Darum des abends vor dem Schlafe Karl Buss, Lebensmittelhandlung BUTTER KIRCHENPLATZ 9 EIER TELEPHON NR. 331 KASE Generalvertretung der Harzer Margarine- Werke Schwanebeck SPARMARGARINE ,, Harzer Gold" mit Rabattmarken 1 Pfund-, 50 Rmk. COCOCC Zur Hochzeit, CCCCCC allen Festen und Gelegenheiten fertigt Reden, Gedichte, Prologe, Tafellieder usw. schnellstens an Heim- Verlag, Radolfzell a. Bodensee. SPEZIALITAT: ,, Marke Jugendfreund" reine Pfanzenmargarine 1½ Pfund nur-, 45 Rmk. Rheila Perlen Stündlich 1-2 schützen Dich vor Husten und Erkältung Schacht, Mk.1.- nur in Apotheken u. Drogerien Gießen: Central Droger. E. Karn, Kaifer Drogerie E. Noll, Löwen Drogeric W. Kilbinger. ZUGABEMARGARINE: Ha- Em- We. 1/2 Pfund-, 50 Rmk. KAFFEESERVICE eujahrs- Gratulationskarten liefert schnell und preiswert Albin Klein, Verlagsdruckerei, Gießend Sta GE Nr. 52. Str. 52. in diesem Buche steht, durfte man fich handlungen zusammenfuchen. Linus Donnerstag, den 22. Dezember 1927. Lokales. Sonntagsfahrtarien gelten zu Weihnachten vom 23. 12. ( Freitag) mittags 12 Uhr ab. Die Rüdreise mug bis zum 3. Feiertag( Dienstag) morgens 9 Uhr angetreten worden sein. • Die Amisräume des Hauptzollamis Siehen sind am 25. ds. Mis., dem ersten Weihnachtsfeiertage, Don Dormittags 10-11 Uhr, zur Abfertigung von aus dem Auslande eingehen. ben Weihnachtspoftpateten geöffnet. Buche Das Jugendalter und sein 7,50 M) gleich zu Spezialaufgaben über, nsstufe: der Pubertätszeit. Er ist ver fann ein berufenes Urteil über folgen gen abgeben. er"( geb. in Leinw. 30 M) ist mit eins interifone unserer Zeit, ein rechtes Sans 3wei Nachschlagwerte: toffen, Akademiker oder Arbeiter. Gröste 000 Artitel, 5000 Abbildungen) und bo Ein Univerfalletiton für alle Stände das Staatslegiton( Band 1. geb. Halbfranz 38 M, Band 2( etwa 35 M Spätherbst). Mehr als 450 Mitarbeiter entalwert. Es beschränkt sich nicht auf it im engeren Sinne. Das Staatspoli Wirtschaftliche, Rechtliche usw. steht im mit der allgemeinen Geiftesauffaffung te Auswahl vermittelt nur eine unvoll Der langen Reihe erlesener Werte aus Sieten unferes Shrifttums, die Herbers d) 1927. Wie alljährlich, bringt au hem in Köln wieder eine Reihe neuer markt. Auf tunsthistorischem Gebiet ist as Laacher Münster" von P. Dr. Adal B.( Maria Laach) zu erwähnen Breis ene Bauwerk am stillen blauen Eifelsee Schrift eine Monographie erhalten. haltender Art: Zunächst das spannende früheren Offiziers der Fremdenlegion, genen Erlebnissen erzählt: Durh benteuerliche Streifzü-" von Frik Oble. hier neben freundlichen Bildern, prächtig gegnungen mit wilden Tieren geschildert. ung: Aus allen Zeiten und Ländern. derner Roman, das Wert eines jungen sjungen Rohmer Theumar" von Chri • Hinter dem Roman steht als Rern It das Wissen um den Kampf zweier alle heute irgendwie mitkämpfen. legt der Verlag drei Werke vor: hard von Spielmann", Erzählung aus 4,50); Schulze, Marie von ,,, Im Lande Erzählung aus Ungarns Vergangenheit. Wirz, Ludwig ,,, Am Grenzwall". Histo gen Bobachs Handarbeitsbücher und Einzelhefte find wieder eine Reihe Neunen, die berufen sein werden, der Frau, Ilkommene Bereicherung der Kenntnisse der Herstellung von Handarbeiten zu zu begrüßen sind die neuen Bände. Teine Handarbeiten zum Spaßbereiten" Slidfasten der Bölfer"( M 1,50), Nr. er und Westen für Herren"( M 0,75), Wolle und Seide"( M 0,75), Nr. 41: 50), Nr. 125: ,, Smot- Näherei"( M 0,75). irschnerei im Hause", eine kurze Anlei 1,20). An den Aufgaben im Einzelheft ntunst"( 3ahlenwunder, rechnerische Pro enfunststüdchen( M 1,-) kann man seine en. Die Reichhaltigkeit und gute Aus Sefte veranlaßt uns, sie besonders auch Breises nachdrücklichst zu empfehlen. Ed er Buchhandlung. idkalender 1928. Ein Abreiß- und Notiz schwarzen Bildern bekannter Künstler. en von 7-14 Jahren. RM. 1,50. tuttgart. I Chrißian Klein in Gießen. Wieber eröffnet. Am 1. Januar 1928 wird der links ber Bahnstrede Herborn( Dillfreis)-Nieberwalgern zwischen den Stationen Eisemroth und Bischoffen gelegene, bisher geschlos fene Bahnhof Uebernthal für den Berfonen, Gepäd, Expre gutverkehr und Güterverkehr wieber eröffnet werden. Mit der Auszahlung der Militärversorgungsgebührnisse für Monat Januar wird bei den Postanstalten bereits am 28. Dezember begonnen werben. * Neueinrichtung im polizeilichen Melbewesen. Ab 1. Januar 1928 ift fülz polizeiliche Melbeswede ein Einheitsformular eingeführt, bas zur Ans, Ab- und Ummelbung verwendet wer ben kann. Die Formulare sind in hiesigen Papier- und Schreib marenhandlungen, auch in unserer Expedition, gegen 3 Rpfg. bas Stüd, erhältlich. Ein Verkauf von Meldeformularen bei bem Einwohnermeldeamt und bei den Melbestellen an die Ver braucher im Einzeln findet ab 1. Januar 1928 nicht mehr statt. ,, Gießener Zeitung" • Die hiesige Bezirkssparfalle zeigt nach dem vorliegenden Geschäftsbericht eine recht günstige Entwidlung und eine geftel gerte Spartätigkeit. Es wurden 3183 neue Sparfonien errichtet, beren Zahl damit auf 8300 tieg. Der Rechnungsabschluß zeigt eine Gesamteinnahme von 42 820 634 R und eine Ausgabe Don 42 674 470 RM, Jodaß ein Reingeminn von 46 684 M. ver bleibt. Darlehen, Bürgschaften ufm. ftiegen auf 5,5 Millionen Mart • Das Betreten zugefrorener Flüsse, Teiche ufw. ist unters fagt. Nach Artikel 297 des Sessischen Polizeistrafgesetzbuches bürfen zugefrorene Flüsse, Teiche und tiefe Bäche bei Meibung gerichtlicher Bestrafung nicht betreten oder mit Schlittschuhen, Wagen, oder Schlitten befahren werden, solange bies durch po= lizeiliche Anordnung ausdrüdlich untersagt ist. Eltern, Erzieher und Lehrer werden ersucht, ihre Kinder und Schüler auf bas Verbot und die Gefahren des verbotenen Betretens von zugefrorenen Flüssen, Teichen und tiefen Bächen aufmerjam zu machen. Aus Nah und Fern. Krofdorf. Wir haben hier ein Ortsgerichtskollegium, das wegen seines hohen Alters wohl weithin als eine Seltenheit anzusprechen ist. Es besteht aus dem 85 Jahre alten Landwirt Karl Balentin, bem 83 Jahre alten Landwirt Philipp Pfeiffer und bem 82 Jahre alten Gemeindevorsteher a. D. Karl Pfeiffer. Alle brei zusammen verförpern alfo 250 Lebensjahre, versehen aber ihr Amt noch mit großer Frische und seltener Sorgfalt. Friedberg. Ein schweres Autounglüd ereignete sich Sonn tag abend auf der Straße zwischen Rendel und Niederdorfelden. Ein mit Fußballspielern aus Kilianstädten befektes Lastauto tannie furz vor der Nieberbrüde gegen einen Telegraphenmaft. Durch die Wucht des Anpralls wurden die Insassen herausge schleudert und bei dem Aufschlagen auf das harigefrorene Ader• Das Telegraphenamt weist barauf hin, daß vielfach um bie Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von Rundfunkempfangsanlagen erst dann nachgefucht wird, wenn diese bereits errichtet worden sind oder gar schon betrieben werden. Nach der Verordnung zum Schutze des Funfverfehrs vom 8. 8. 1824 betarf auch die Errichtung einer Funkempfangsonlage bez Genehmigung der Reichs- Telegraphen- Berwaltung. Perso nen, die vorfäglich entgegen den Bestimmungen diefer Verord nung Funlanlagen errichten, werden mit hohen Strafen belegt, a. U. sogar mit Gefängnis. Wer Rundfuntieilnehmer werden will, ist verpflichtet, bei dem für Gießen zuständigen Telegraphenamt vor der Errichtung der Anlage um die Genehmi gung nachzusuchen. Anmeldungen werden durch Fernsprecher ( 610), an den Bostschaltern und bei den Briefzustellern ents gegengenommen. Wohnungsänderungen sind von den bereits vorhandenen Rundfunkteilnehmern dem Zustell postamt( für Gießen dem Telegraphenami) unverzüglich schriftlich mitzuteilen. * Folgende Straßen sind nach Mitteilung der ProvinzialStraßenverwaltung durch Schneeverwehungen für den Verkehr unbenugbar: land erheblich verlegt. Bei zweien der Verunglüdten scheinen die Verlegungen besonders schwerer Art zu sein. Weihnachten geschehen würde. Die Bevölferung aller Schichten habe ich eine Lebenshaltung angewöhnt, die mit ihrem Einkom. men in feinem Berhältnis stehe Schotten.& uriose Jagdbeute. Der Befiger des Kur hauses Luginsland schoß dieser Tage einen Rehbod, dessen Schä bel völlig verkrüppelt war. Der Unterfiefer war gerade gewach Jen, die Spitze des Oberkiefers stand etwa 6 Zentimeter seitlich, die Zähne find einseitig abgenutzt. Eine alte Schußwunde war nicht festzustellen, so daß anzunehmen ist, daß es sich bei dem Bod um eine ganz feltene Mißbildung von Geburt an handelt. 1. Michelbach- Busenborn; 2. Breungeshain- Sichenhausen; 3. Rigenbügel- Altenhain; 4. Petershainerhof- Wohnfeld; 5. Wiefenhof- Feldfrüden; 6. Poppeftruth- Gößen; 7. StumpertenrobUnter- Seibertenrod; 8. Roddingen- Meiches; 9. HelpersheimEngelrod; 10. Ulrichstein- Bobenhausen, Abfahrt nach Ober Seibertenrob. Die gesperrten Streden sind am Anfang und Ende burch Tafeln fenntlich gemacht. - Eht Aepfel! Eine unfaubere Wohnungsbaugeschichte. Offenbach a. M. Gegen die Leiter der Mieter- Bauge nossenschaft e. G. m. b. 5. Offenbach a. M., ist wegen Betruges von der Staatsanwaltschaft die Voruntersuchung eingeleitet worden. Die Gesellschaft baute ohne jeglichen petuniären Räd halt und machte Schulden. Nach den bestehenden Vorschriften hätten von den Mitgliedern, für die Häufer gebaut würden, zehn Prozent der Baufumme, die vorher eingezahlt wurden, hergestellt werden müssen. Dies soll nicht geschehen sein. Die Bauhandwerker drängten auf Bezahlung. Da ihre Forderungen nicht erfüllt werden fonnte, wurde vor einiger Zeit das Konfursverfahren eingeleitet. In diese Sache ist auch der städtische Baurat Julius Klingelhöfer vermidelt, der seinerseits der StadtDerwaltung mitgeteilt haben soll, daß die Finanzierung der Bauten der Genossenschaft in Ordnung fel. Er ist vorläufig feines Amies enthoben und unter Vorbehalt weiterer Maß nahmen in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Dillenburg. Durch ein Großfeuer in dem Orte Arborn im Dillfreis ist das Wohnhaus nebst Wirtschaftsgebäude des Landwirts Ernst Otto Theis bis auf die Grundmauern niederge brannt. Das gesamte Mobilar und alle Futtervorräte sind vernichtet, hingegen fonnte das Bieh im lehten Augenblid in Sicherheit gebracht werden. Hanau. In einer Pressebesprechung hat der Hanauer Oberbürgermeister u. a. die Beamtengehaltsregelung gestreift und babei erwähnt, daß in diesem Jahre die Stadtverwaltung davon Abstand genommen habe, die Januargehälter schon vor Weih nachten auszuzahlen, weil die Geschäftswelt über eine große Ber Schuldung Alage führe. 3war würde viel gekauft, doch erstrede sich die Bezahlung auf eine sehr lange Zeit. Dieser Zustand dürfe nicht gefördert werden, wie es durch Zahlung der Gehälter vor Das gefunbefte und billigste Obst, das wir haben, ist der Apfel. Abgesehen davon, daß er gut schmedi, hat er- und das ist vielen unbekannt eine ganze Reihe von Eigenschaften, bie dem Organismus des Menschen äußerst dienlich find. Seine Fruchtsäure desinfiziert Mund- und Rachenhöhle, forrigiert zu schwache Magensäure und fördert so die Verdauung, fie ver hindert weiterhin auch Nierenerkrankungen; durch seinen bes deutenden Phosphorgehalt belebt der Apfel die Nerven und ist allen, bie an Schlaflosigkeit leiden, zu regelmäßigem Genuß zu empfehlen. Darum des morgens, nach dem Essen und des abends vor dem Schlafengehen ein Apfel! Wieviel Ochsen...? Der Vertreter des Landbundes, Herr von Bonin, hat un längst ein Bonmot geprägt, das seiner Köstlichkeit wegen feftgehalten zu werden verdient. Er sprach in einer Versammlung über die Aufhebung der Zwangswirtschaft für die Landwirt. schaft und stellte fest, damals hätten Sachkundige" immer wie der betont, daß der Fleischmangel nach Aufhebung der Zwangs wirtschaft in Deutschland fatastrophal werden müßte, und als der 3mang fiel, war genügend Fleisch da. Jegt merkte man erft, wie viele Ochsen es in Deutschland gibt. Möchte der Historiker, der dereinst topfschüttelnd den un geheuren wirtschaftlichen Unsinn unserer Tage fommenden Ge schlechtern zur warnenden Erinnerung erzählt, an diesem präch tigen Wort nicht vorübergehen. Es tönnte als Leitmotiv auf die erste Seite des Werkes gesetzt werden. F. W. Der mißverstandene Sänger. ,, Singe, wem Gesang gegeben!" sagt der Dichter Mr. Char les King in Chicago war der Ansicht, daß ihm die Macht des Gesages gegeben sei, und er sah sich schon als umjubelten Star einer Chicagoer Opernbühne. Zunächst mußte er aber, um die Jes Ziel zu erreichen, dem Herrn Direktor etwas vorsingen. Er begab sich also in das Büro des Allmächtigen und fing an, seinem Kehlkopf die Flut seiner Töne entströmen zu lassen. Soweit war alles gut und der Herr Direktor war auch sehr freundlich. Aber leider, sagte er, sei zur Zeit alles besetzt. ,, Was, alles besetzt?" meinte Mr. Charles King. Dem Pub lifum foll meine Stimme vorenthalten werden, weil ein heife tez Jdiot meinen Platz auf der Bühne besett hält? Dieses Wunder von einer Stimme soll nicht öffentlich gehört werden? Das fönnen Sie nicht verantworten, Serr Direttor." Mr. Charles King wurde lebhaft und forderte den Herrn Direktor immer bringender auf, Rich seine Stimme noch einmal genau anzuhören. Und der Herr Direktor wurde auch immer liebenswürdiger. Gewiß, ja, sagte et, die Stimme sei sehr Schön, und gewiß, ja, es würde sich sicher ein besonderes Arrange ment treffen lassen! Serr King möchte so liebenswürdig sein, mit in bas Nebenzimmer zu fommen, da fönne man ja noch ein mal über die Sache sprechen. Natürlich leistete Herr King Hoffnungsvolle Folge. Aber er sah sich gräßlich getäuscht. Der Herr Direktor warf mit einem Rud die Tür hinter seinem Besucher zu und drehte den Schlüssel um. Der zukünftige Liebling des Publfums war ein Gefangener. - Ein paar fräftig und entschlossen aussehende Herren famen balb darauf und nötigten ben sich heftig sträubenden Sänger, in ein Auto zu steigen, das ihn in rascher Fahrt in eine be fannte Jrrenanstalt brachte. Sier hatte Herr King erst einmal 3eit, sich zu beruhigen, und dann verursachte es ihm viel Arbeit und Schwierigkeiten, seine Entlassung zu erreichen. Der Herr Herr Keith A. Woob, der neue Generaldirektor der Gene ral Motors G. m. b. S., Berlin- Borsigwalde, ist einer der füh renden Automobil- Sachverständigen Europas. Herr Wood ist jetzt an die Spitze der Berliner General Motors G. m. b. 5.| Theaterdieftor hatte nämlich angegeben, Mr. Ring habe ihm berufen. Es ist dies ein deutlicher Hinweis auf die Wichtigkeit des deutschen Matties und die Tragweite der Pläne, die der General Motors- Konzern bezüglich des Ausbaues und der Ver größerung seiner deutschen Anlagen hat. ben Einbrud eines Geistesgestörten gemacht, ber schauerliche Töne ausgestoßen und sinnlose Reben geführt habe. Um den Dermeintlichen Wahnsinnigen nicht zu reizen, sei er scheinbar auf seine Forderungen eingegangen. ndlung KASE Schwanebeck BEMARGARINE: Ha- Em- We. Pfund-, 50 Rmk. FFEESERVICE Fratulations karten schnell und preiswert Verlagsdruckerei Gießend Stark Schön Schnell ein großer dabei erstaunlich preiswert, dank der Serienherstellung in den General Motors- Werken. IN Kraft, Geschwindigkeit und Zuver lässigkeit den wesentlichen Eigenschaften eines Automobils steht der Chevrolet den kostspieligsten Luxuswagen nicht nach. - Er ist der erprobte Wagen. Und Jahr für Jahr wurde er vervollkommnet. Er ist der beste Chevrolet, der je gebaut wurde", erklärt jeder der Millionen Chevrolet- Besitzer. Touring. Daraus erhellt seine außerordentliche Beliebtheit. Er ist der auf dem ganzen Erdball am meisten gekaufteSchaltgetriebe食 Wagen. In den Berliner Anlagen wurden allein seit April dieses Jahres über 6000 Chevrolet fertiggestellt. Der Chevrolet entspricht allen Anforderungen, die Geschäft und Familie an einen Wagen stellen. Er macht sich durch seine mannigfachen Dienste schnell bezahlt; das gilt vor allem für den Winter. Die geschlossenen Modelle gewähren behaglich- warmen Aufenthalt Sie brauchen nicht lange zu warten. Jedes gewünschte Modell ist sofort lieferbar. Die günstigen Zah lungsbedingungen gestatten Ihnen innerhalb Ihres laufenden Einkommens den Ankauf des schönen, starken Chevrolets. M 3925 Coach( 2 türig, geschloss.) M 4425 Sedan( 4 türig, geschloss.) 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Bon Professor Dr. Eugen Fehrle( Heidelberg). Wenn wir die Geschichte des Weihnachtsbaumes erfunden woffen, müssen wir scheiden zwischen dem tieferen Sinn, der dem immergrünen Baum zur Winterszeit zugrunde liegt, un der Form, die er als Weihnachtsbaum bei uns angenommen hat. Der Baum spielt auch sonst im Bolfsafauben eine bedeutende Rolle. Bei der Geburt eines Kindes pileat man vielerorts ein Bäumlein zu pflanzen, den forenannten Lebensbaum. Go wie er wächst, so soll das Kind gedeihen. Beider Leben ist durch eine Art Sympathie miteinander verbunden. Ist ein neues Haus aufgerichtet, so wird ein Tannenbaum lein brauf gestellt Das foll ein dwunsch sein für diejenigen, welche elnit in das Haus eingleben. Heiratet iemand im Dorf, so wird ihm an vielen Orten Seute noch ein hoher Tannenbaum vors Haus aeftefft, oder fleire Tannenbaumlein werden am Haufe angebracht. In Banern bleibt der Tannenbaum stehen, bis dem jungen Raor das erste nachoren iit Die Lebensfroft, die nach der Morstellur 1 des Rolfes durch iompathische Wirkung von dem Baum auf die Menichen überströmt. hat jetzt ibre Segenswirfung gerelat. Salbe Bäume heißt man Maien, weil man fie auch im Mai aufitoffe obachtung, daß um die Winterszeit die Sonne wieder neue Kraft befomme, zur schönsten Hoffnung für die bannenden Menschen. Die Zeit der Winterfonnenmende war deshalb feftlich bennnnen und mit allerlet Rolfsbräuchen umgeben. Sie fuhen faft affe hinzuwirken auf neues Licht und Leben, auf Segen für das bevor stehende Jahr. Ganz hentlich ist das in dem norhaermaniihen Mittminters fest, das Jul beibt, ausgefprechen. In den Höfen der Häu'er merden Tannenhäume oufaeftofft. Auf den Räumen ift eine Garbe oder die fleine Rahbildung einer Garbe befeftiat. Die Nebren d'efer Garbe fommen im Frühichr unter die Saffrucht. Die Kraft der immerarünen Janne, die auch im Winter dem Tode zu froßen vermag. foll üheritrömen auf die Garbe und für den nächsten Sommer reichen Genen ihorn. Nicht überoff murden Tannen afs intermaien verwendet. Mancherorts nohm man Stechpalmen, Buchs. Efeu oder sonst immererüne meine. Der Tannenbaum als Wintermalen mit Lichtern und Ruderwerf verbreitete fich im mefentfihen feit etma 1800 nom alemannischen Gehiet aus her des übrige Denfiland. Rechts und linfa hea heines zwischen Baiel und Straßburg war er icon Früh heimisch Ginst bat man zu Neujahr folche Maten im 3immer an ophracht, um das ganze Jahr über Gfild und Senen zu beben. Auf einen derartigen Wintermalen geht unfer Weihnachts Jaum zurü Die Rolfsporitellung, daß die Lebensfraft einer Rflanze auf die monichen# horftrömen fönne, fekt ein noturmiffenioffic aufneffärtes Zeitalter in das Geblet des Aberafanbens oder dea mnthischen Denfene In unferer Dihtuns aber fommt das Jerbe Empfinden vom Rebeneinander des Pflanzenlebens und einen agnton Garb poft auter Sachen zur Erde berab Menschenglides immer wieder zum Ausdrud: Der deutiche Raffsbrauch nerhand fich im letzten Jahrhun dert innio mit driftlichen Roritoffungen Rio ehemals ist der Baum auch heute der Mittefnunft des hävelichen eftes, hal aber durch Rerbindung mit diffichen Gedanken höheren Glenz befommen mle Quamin Richter es in einem herrlichen he dargestellt hat mei Ennel brinnen hen Raum nom himmel herunter fele fleine Ennelein iuheln mit und hohen Gaben bereit für die mortenden Monihon ein fleiner afsnidel schüttet ( es steht ein Raum im Odenwald, Ter hat viel orfine eft Da bin ich ichon viel taufendmal 9tel meinem Schatz geweft Doch der Liebestraum murde nicht zur Wirklichkeit. Und so heißt es zum Schluß des Lledes Und als ich wiederum fam zu Dir, Gebauen wir der Raum: Fin andrer Piebiter steht bei ihr, bu perfluchter Traum Der Baum der fteht im Odenwald, nb ich bin in der Schweiz: Do fleat der Schnee und ft to falt, Mein Herz es mir terreißt In der falten Wintersteit. mo Todesftarre auf der Natur Hiegt und Krankhelten die Menschen Helmfuchen. Führte die Bes Das Jahr debt um, Der Faden rollt fic faufend ab. Ein Stündchen noch das lehte beut, Und tanbend rielelt in fein Grab, Was emitens mar lebend'ae Zelt. Ich hare tumm ' s it tiefe Radh!! Do wohl ein Auge offer: noch? In dieien Mauern rüttelt dein errinnen Reit! Rir chaudert doch. Go will die fekte Stunde fein Einiam durchwacht. Geideben all. Was ich beaanoen" nd gedacht. Was mir aus Haupt und Herten flieg Tas ich nur eine ernite adh Am Himmelstor C balber Siegf Chwerer Fall! In christlichen Liedern mird Chriftus selbst ein Maien genannt: Jd welk mir einen meien in biefer heileen tit ben meien hen i meine ber emine fraide alt: ben mefen hen ich meine bos t her ineke antt der hie nii hier erben feit ni mentoen ipott Heilsbotichaft und Ritanzenleben find auf das Junigste ver. bunden in dem schönen Lier Es fit ein ros entiorungen aus einer wurzel sort als uns die often funnen. ous Jeffe om die art und bar ein' m'ein bracht mitten im falten Winter wel zu ber halben nacht. Am letzten Tag des Jahres. Wie reißt der Wind 9m Feniterfreute! Ja es will Muf Sturmesfittich, das Jabr Reritäuben nicht ein Schatten till Berbauchen unterm Sternenflar... Du Sündenfind. Wat mich ein bobl Und beimlichen ieben Taa In deiner wüsten Bruit Verlies. Wo lanaiam Stein an Stein erbrach Wenn es den falten Odem tie Bom farren Bol Mein Pämpchen will Verläichen und bealeria lauat Ter Tocht den lehten Tropfen Cel. it io mein Lei n and orrraucht? Grafine fidh hee robes Höhl Mir schwarz und fill? Bobl in dem Kreis. Den dieles Jahres Lauf umticht. Mein Leben bricht wukte fang, Und dennoch hat dies Sert cealabl In eitler Peldenichaften Drana Mir bricht der Schweiß Det teften moit Auf Stirn und Hand Wie dämmert feucht Fin Stern dort durch die Baffen nicht? Wir es der Liebe Stern vielleicht, Dir türnend mit dem trüben Licht, Daß du io banait Hord weld Geiumm? lind wieder Sterbemeloble! Die Glede reat den ebrnen Mund. Herr ich falle auf das State Gel andbio meiner lehten Stund'! Das Jahr it um! Annette v. Droste- Hülshof Sonntags- Glocken Erzähler fürs deutsche Haus Altes deutsches Weihnachtslied.*) Helland reiß den Himmel auf! Herab, herab vom Himmel lauf! Erich Schloß und Riegel, tritt hervor, O Helland aus des Himmels Tor! O Gott, den Tau vom Himmel gieß! Jm Tau berab, o Helland. fliegt 3br Wolfen, brecht und regnet aus Den Ronia aber Jakobs Haus. Echlag aus o Erde, werde aru, Dak Berg und Tal ringsum erblübul Erd. bervor dies Blümlein bring! O Heiland, aus der Erde sprina! We bleibst du, Troft der ganzen Welt Darauf fie all ihr Hoffen telli Ad tomm, ach fomm vom Himmelsjaal Komm, trdit uns bier im Jammertall C flare Sonn, o ichöner Stern, Dich wollen wir anichauen gern, Sonn, geb auf! Ohn deinen Schein Wird Finsternis ohn Ende lein. Hier leiden wir die größte Not, Ber Augen steht der ew'ae Iob. Ach fomm, führ uns mit storfer Hand Bom Elend in das Vaterland! Da wollen alle danken wit Dir. unserm Helland für und für. Tn wollen alle foben bid Wir mit den Hell'gen ewiglich. *) Aus dem Rheinfelder Gefangbuch 1668. Um den Chriftiag herum. Bon Sans Repbing. O schöne Zeit! O fel'ge Zeit! Ich hatte die Schlittschuhe unter den Ofen gelegt und die Stiefel ausgezogen, und saß nun in den Täppern" auf dem Schemel in der Stube, nicht weit vom Ofen entfernt. Der Aehne ruhte behaal'ch in feinem einfachen, hölzernen Lebnfeffel, der nur ein Riffen aus Snreu als Gigpofiter hatte. Der Geffel stand gonz nahe beim Ofen; denn der Mehne hatte es gern warm. Und warm war es in der abendlichen Stube und wurde immer märmer. Per Ofen begann zu glühen, eine freisrunde Ghalbe feuchtete wie die Mitternachtsfonne in die Stube herein. Die Katze ichnurrte leise, und nun benann der Ofens hofen zu finnen, Der Aehne rauchte fein Pfeife. die aber off. mäblich ausging, und nun ruhten feine Sände auf den Geffel. lehnen. Es war nun pöllin Recht geworden. und die Mitter nachtsfonne am Ofen ofübte stärfer, der Ofen iang immer ichöner, und die Kotze ichnurrte immer feiner. Lautlose Stiffe rrichte in der Stube, nur die alte Wanduhr tidte ihren lauten Cang Aebne, ein Giichtle", bat ich nun. ei feins mehr." Freilich, d' Rosa Don Tannenburg!" Affo benann er mit ihr und erzählte sie ganz. O, es war jo ichön, wie mir feither niemand Geschichten hat erzählen fönnen, wie mir fein Theater und fein Konzert und nichts gefallen bat ..Noch eines, gelt noch eines" Und nun folgte der Daniel in der Löwenorube, die drei Männer im euerofen u. war das eine arufeffae, aefährliche Eache, und ich ridie auf meinem Ghemel merflich von dem Immer heißer werdenden Ofen weg. Und noch eine tam, vom Heinrich von Eichenfels. Und gerade fam der gestohlene Heinrich wieder nach Saule, und Vater und Mutter fachten und weinten vor lauter Freude, und in dem Schloß war es nocheinmal lo schön, tausend Kerzen brannten, alle ugen leuchteten, alle Worte, die gesprochen wurden, flangen so fteb und traut, es war, a's ffören unsichtbar tanle.b ennei burds Shiok und man ipfire ihren leifen, weichen filgef'chlag wie ein Streicheln an den 9ẞonnen... es war. als wäre nun Chrifttan im Simmel Da! Was war bas! Ein Rauichen und Raichein von brauken nor unirer Stubentüre wurde hörbar, jetzt ftreifte etwas an der Türe und ging donn die Bühnenstiege( Bodentreppe) hinauf. ehne, was ift des gwele?" Weißt es nicht." Aber der Mehne mukte es wohl, und ich ahnte es auch. Der Rater war vom Sofimachen heim efommen Run trat er in den feft gefrorenen Stiefeln in die Stube herein und ftreifte ble Ciszapfen vom Bart Jawohl, ich mukte es. Der Bater botte vom afd einen Christbaum mitgebracht und auf die Bühne hinaufgetragen Einen Christbaumi! Cinen Christbaum Mus nun jubelte affes in mir sulammen 3ch fab ichon im Geifte den brennenden Christbaum auf her Rommone itehen. baneben his Rörblein mit den fenfeln, Müffen, Goringerle und Mutihela. und auf der andern Seite stand der Bilderbaufaften und des Särslein mit dem Geikbod, der berausiprang und„ bah" idrie, wenn man einen Rola zufammenbrüdie und an der Wand hing die Trommel Die Mutter batte ta alles forglich aufnehohen. una pieffeicht fam noch etwas Neues dazu Ich hatte per einigen Tagen ein perdächtiges Batet qe'eben Bielleicht Ofelines Rubenbers. dae mit tausend Freuden und Hoff nungen dem Chrifttag entgegenklopft! Am Abend vor Weihnachten. Dämmerstille Rebelfelber. [ chneeburchalante Einfamfeit, und ein wunderbarer meidber Weihnachtsfriebe well und breit. Rui mitunter. winboerloren. giebt ein Rouichen durch die Well und ein lelies Gledenffingen wandert übers fille Belb. lnb rid arüßen alle Wunder, ble am lenten Tan orrubt. und dein Hers final Rinderlieber unb bein Sinn wird fromm und gut. Und bein Blid ist voller Veudsten, lanail Ensichlafenes i ermadat... umb io arhit bu bred ble fille wundertelche Winternat. Wilhelm Lobilen. Crimeint: Sams Gi Bezugspreis 50 Pfg. monatli Rrbaffionsiblu früh 8 Uhr- Für Jendang nicht verlangter Manuffrip 40. Jahrg. 1. Blat Politische Sa Nachdem der Reichsrat nach einer Reisetat zustimmte, hat jest der Me genehmigen Jm Saushaltsetat 1928 er Oberprüftelle für Edfund a Peipsig( Rostenpunti 261 000 Mart), d ( 7700 Mart) and in München( 10 180 mli 250 000 Mart, als neue Position. · Entgegen polnischen Wünschen bereal bag vor einem endgültigen Sa Gazoezizag abzuschließen sei * Wie verlantet, wird der vorliege petitag zwischen Deutschland und geprüft. Der Entwurf wird allgemein Meinlich im Januar die Ratifilatio paka 會 - Scite ie aus Straßburg berichtet 13 der hauptsächlichsten Führer der auf perhaften laffen. Die amerikanische Regierung hauptsächlich die französische Presse beh bez Schuldenregelung vorzun 1 Der Präsident der russis gestern in Berlin eingetroffen, um w Eat ju fonferieren, 會 Defar von Miller der Ma'rums in München, wird Ende, madh Mosten und Leningrad reisen, Bei der Schaffung eines Kulturmuscu Neujahr beim Reid Wenn mit auch seit dem Zusam in Berlin den alten höfifchen Glanz Reujahrstag stets zu einem Fest gr bat es auf die Republil verstande rung des Zeremoniells und durch ble Besuchs und Gratulationstur 1 Januar zu einem Ereignis zu Feler Anlaß zu sein zu politischen ger Art. Man braucht nur an die mailschen Korps, des Nuntius Pace zu benfen, um zu erschen, daß es Neujahrstag nicht nur um leere Was die Silpefternacht Reichspräsident fie im engsten F Argendwelchen lauten Festlichkeiten Reichspräsidenten und im Sinblid Neujahrstag mit fich bringt, natur Der Neujahrstag selbst m folgendermaßen abspielen: Um die Uht, beginnt die Auffahrt der Dip mehr im Hofe des Reidspräsiden made stellt. Auch dieses Mal m Gladwünsche der fremben Staaten mahig der Besuch der Reichsmin präsident wird dafür danken. Reidsregierung an, an deren Matt die Wünsche der Regierung Sert von Hindenburg bie Gelege Worte an die derzeitigen Leiter Es liegen i dann das Pra treter des preußischen Staatsmini en. Auch die Wehrmacht zu Was verständlich nicht. Ebenso wie fich die Leitung der Reichsbahn, die Bertreter großer Rorporationen, lellen, bem Reichspräsidenten i Die Gratulationstur pflegt f amb nimmt erft im Laufe des na Bieber ein Bejak Reiferolantern. Ein franzöfif te Ausreitung einem Arbeiter Ter Arbeiter war in der franz tungsarbeiten beschäftigt, als er Batbeigehenden franzöfifchen Offi Allen getreten wurde. Dazu sch beiter fich büdte, um feine ihm Jade linnt ihr nicht die Müge She wieder aufzunehmen, trat d Disiem brutalen Vorgang wohnt ten bei, lomie ein Arbeitslollege Die heilige Nacht. Bon Selma Lagerlöf. Es war an einem Weihnachtstag, alle waren zur Kirche gefahren, außer Großmutter und mir. Ich glaube, wir beide waren im ganzen Hause allein. Wir hatten nicht mitfahren können, weil die eine zu jung und die andere zu alt war. Und alle beide waren wir betrübt, daß wir nicht zum Mettegesang fahren und die Weihnachtslichter sehen fonnten. Aber wie wir so in unserer Einsamkeit saßen, fing Großs mutter zu erzählen an. ,, Es war einmal ein Mann", sagte sie, der in die dunkle Nacht hinausging, um sich Feuer zu leihen. Er ging von Saus zu Haus und flopfte an. 3hr lieben Leute helft mir!" sagte er. ,, Mein Weib hat eben ein Stindlein geboren, und ich muß Feuer anzünden, um sie und den Kleinen zu erwärmen." Aber es war tiefe Nacht, so daß alle Menschen schliefen, und niemand antwortete ihm. Der Mann ging und ging. Endlich erblickte er in weiter Ferne einen Feuerschein. Da wanderte er dieser Richtung zu und jah, daß das Feuer im Freien brannte. Eine Menge weiße Schafe lagen rings um das Feuer und schliefen, und ein alter Hirt wachte über der Herde. Als der Mann, der Feuer leihen wollte, zu den Schajen kam, sah er, daß drei große Sunde zu Füßen des Hirten ruhten und Schliefen. Sie erwachten alle drei bei seinem Kommen und Sperrten ihre weiten Rachen auf, als ob sie bellen wollten, aber man vernahm feinen Laut. Der Mann jah, daß sich die Haare auf ihrem Rücken sträubten, er sah, wie ihre scharfen Zähne funkelnd weiß im Feuerschein leuchteten, und wie sie auf ihn losstürzten. Er fühlte, daß einer von ihnen nach seinen Beinen Schnappie und einer nach seiner Hand, und daß einer sich an seine Stehle hängte. Aber die Kinnladen und die Zähne, mit denen die Hunde beißen wollten, gehorchten ihnen nicht, und der Mann litt nicht den feinsten Schaden. Nun wollte der Mann weiter gehen, um das zu finden, was er brauchte. Aber die Schafe lagen so dicht nebeneinander, Rüden an Rüden, daß er nicht vorwärts fommen fonnte. Da stieg der Mann auf den Rücken der Tiere und wanderte über sie hin dem Feuer zu. Und feins von den Tieren wachte auf oder regte sich." So weit hatte die Großmutter ungestört erzählen können, aber nun fonnte ich es nicht faffen, sie zu unterbrechen. Warum regten sie sich nicht, Großmutter?" fragte ich. Das wirst du nach einem Weilchen schon erfahren", sagte Großmutter und fuhr mit ihrer Geschichte fort. Als der Mann fast beim Feuer angelangt war, sah der Sirt auf. Es war ein alter, mürrischer Mann, der unwirsch und hart gegen alle Menschen war. Und als er einen Fremden kommen fah, griff er nach seinem langen, spißigen Stabe, den er in der Hand zu halten pflegte, wenn er seine Herde hütete, und warf ihn nach ihm. Und der Stab fuhr zischend gerade auf den Mann los, aber ehe er ihn traf, wich er zur Seite und sauste, an ihm vorbei, weit über das Feld.": Als Großmutter so weit gekommen war, unterbrach ich sie abermals. Großmutter, warum wollte der Stod den Mann nicht schlagen?" Aber Großmutter ließ es sich nicht einfallen, mir zu antworten, sondern fuhr mit ihrer Erzählung fort. ,, Nun kam der Mann zu dem Hirten und sagte zu ihm: Guter Freund, hilf mir, und leih mir ein wenig Feuer. Mein Weib hat eben ein Kindlein geboren, und ich muß Feuer machen, um sie und den Kleinen zu erwärmen." Der Hirt hätte am liebsten nein gesagt, aber als er daran dachte, daß die Hunde dem Manne nicht hatten schaden können, daß die Schafe nicht vor ihm davongelaufen waren und daß sein Stab ihn nicht fällen wollte, da wurde ihm ein wenig bange, und er wagte es nicht, dem Fremden das abzuschlagen, was er begehrte. ,, Nimm, soviel du brauchst", sagte er zu dem Manne. Aber das Feuer war beinahe ausgebrannt. Es waren feine Scheite und Zweige mehr übrig, sondern nur ein großer Glut baufen, und der Fremde hatte weder Schaufel noch Eimer, worin er die roten Kohlen hätte tragen können. Joviek du Als der Hirt dies jah, jagte er abermals:„ Nimm, brauchst!" Und er freute sich, daß der Mann fein Feuer wegs tragen fonnte. Aber der Mann beugte sich hinunter, holte die Kohlen mit den bloßen Händen aus der Asche und legte sie in seinen Mantel. Und weder versengten die Kohlen seine Hände, als er fie berührte, noch versengten fie feinen Mantel, sondern der Mann trug fie fort, als wenn es Nüsse oder Aepfel gewesen wären." Aber hier wurde die Märchenerzählerin zum drittenmal unterbrochen. Großmutter, warum wollte die Kohle den Mann nicht brennen?" Das wirst du schon hören", sagte Großmutter, und dann erzählte sie weiter. ,, Als dieser Hirt, der ein so böjer, mürrischer Mann war, dies alles jah, begann er sich bei sich selbst zu wundern: Was fann dies für eine Nacht sein, wo die Hunde die Menschen nicht beißen, die Schafe nicht erschrecken, die Lange nicht tötet und das Feuer nicht brennt?" Er rief den Fremden zurüd und sagte zu ihm: Was ist dies für eine Nacht? und woher kommt es, daß alle Dinge dir Barmherzigkeit zeigen?" Da jagte der Mann:„ Ich fann es dir nicht sagen, wenn du selber es nicht siehst." Und er wollte seine Wege gehen, um bald ein Feuer anzünden und Weib und Kind wärmen zu können. Aber da dachte der Hirt, er wolle den Mann nicht ganz aus dem Gesicht verlieren, bevor er erfahren hätte, was dies alles bedeute. Er stand auf und ging ihm nach, bis er dorthin kam, wo der Fremde daheim war. Da sah der Hirt, daß der Mann nicht einmal eine Hütte hatte, um darin zu wohnen, sondern er hatte sein Weib und sein Kind in einer Berggrotte liegen, wo es nichts gab als nadte, falte Steinwände. Aber der Hiri dachte, daß das arme unschuldige Kindlein vielleicht dort in der Grotte erfrieren würde, und obgleich er ein harter Mann war, wurde er davon doch ergriffen und beschloß, dem Kinde zu helfen. Und er löste sein Ränzel von der Schulter und nahm daraus ein weiches, weißes Schaffell hervor. Das gab er dem fremden Manne und sagte, er möge das Kind darauf betten. Aber in demselben Augenblick, in dem er zeigte, daß auch er barmherzig sein fonnte, wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, was er vorher nicht hatte sehen, und hörte, was er vorher nicht hatte hören tönnen. Er Jah, daß rund um ihn ein dichter Kreis von fleinen, silberbeflügelten Englein stand. Und jedes von ihnen hielt ein Saitenspiel in der Hand, und alle sangen sie mit lauter Stiume, daß in dieser Nacht der Heiland geboren wäre, der die Welt von ihren Sünden erlösen solle. Da begriff er, warum in dieser Nacht alle Dinge so froh waren, daß sie niemand etwas zuleide tun wollten. Und nicht nur rings ua den Hirten waren Engel, sondern dem Berge, und sie flogen unter dem Himmel. Sie tamen in er sah sie überall. Sie saßen in der Grotte, und sie saßen auf großen Scharen über den Weg gegangen, und wie sie vorbeifamen, blieben sie stehen und warfen einen Blick auf das Kind. Es herrschte eitel Jubel und Freude und Singen und Spiel, und das alles sah er in der dunkeln Nact, in der er früher nichts zu gewahren vermocht hatte Und er wurde so froh, daß seine Augen geöffnet waren, daß er auf die Knie fiel und Gott dankte." Aber als Großmutter so weit gefommen war, seufzte sie und sagte:„ Aber was der Hirte sah, das könnten wir auch sehen, denn die Engel fliegen in jeder Weihnachtsnacht unter dem Simmel, wenn wir sie nur zu gewahren vermögen." Und dann legte Großmutter ihre Hand auf meinen Kopf und sagte:„ Dies sollst du dir merken, denn es ist so wahr, wie daß ich dich sehe und du mich siehst. Nicht auf Lichter und Lampen fommt es an, und es liegt nicht an Mond und Sonne, sondern was not tut, ist, daß wir Augen haben, die Gottes Herrlichkeit sehen können." Aus„ Christuslegenden." München, Albert Langelt, Wie ein Büblein den Vater zum Weihnachtsbaum holt. Anekdote von Es war kein fröhliches Weihnachten, das die Bewohner des fleinen, unweit Breslau gelegenen Dorfes Katte im Jahre 1806 erlebten, da der Krieg zwischen Preußen und Napoleon offen zum Ausbruch gekommen war. Seit November 30g der Feind Otto Lind. durchs Land, und, wenn sich die betroffenen Schlesier beim An blid der Bayern und Württemberger, die da dem Prinzen Jérome eine Festung nach der andern inaden haljen, auch mite unter verwundert frogen mochten, wer eigentlich in diesen Händeln zusammengehörte, so blieb Arleg doch Arleg, und das Häuseranzünden lag fenem Weihnachtsfest näher als der fried liche Glanz von Chriftbäumen. Zu allem Unglüd fiel auf den Vortag des Festes das Gefecht bei dem nahen Strehlen, das dem hartbedrängten Breslau Luft schaffen sollte, und das bloße Gerücht, daß in ihm Landesein wohner auf Seiten der regulären Truppen mitgefochten hätten, genügte, neue Drangjal über die durch Requisitionen und Einquarilerungen ohnehin erschöpfte Bevölkerung zu bringen. So hatten sie auch den Pfarrer von Katte als Geisel festgesetzt, und wenn die Frau Pfarrer auch nicht unmittelbar für das Leben ihres Gemahls fürchten mußte, so fonnte doch irgend ein Higtopf mit einem feindlichen Troßknecht in Streit geraten und damit Gefahr über die Gefangenen bringen. Auf jeden Fall aber war das Weihnachtsfest, auf das sie sich der Kinder wegen wochenlang gefreut hatte, graujam gestört, und, während sie bekümmert auf die von schmutzigen Schneestreifen bededte, folonnenerfüllte Straße hinaussah, erinnerte sie sich mit besonderem Aerger jenes sachlichen, jedes Gefühl ausschließenden Gesichts, mit dem der bisher so freundliche württembergische Rittmeister erilärt hatte: Bedaure, Madame, es ist Befehl..." Nur Männer fonnten sich so benehmen... Aus dem grauen, niederen Himmel begann es inzwischen wieder sachte zu schneien, aus der Ferne gegen Breslau zu dröhnte zuweilen ein Kanonenschuß, trüb senfte sich die Dämme rung ins Zimmer. Da öffnete sich vorsichtig die Türe ein wenig, durch den Spalt lugte ein blonder Knabenkopf: Mutter, zün bet der Weihnachtsmann den Baum noch nicht bald an?" Die Mutter erschraf fast über die Frage, als müßte sie ein schlechtes Gewissen haben. Doch raffte sie sich zusammen und er widerte nicht ohne Vorwurf: Ludwig, willst du denn ohne Water Weihnachten feiern? Hast du denn ganz vergessen, daß ihn die Soldaten aufs Rathaus gebracht haben." Noch einen Augenblick blieb die Türe offen, die Pfarrfrau seufzte. Doch sie wäre tief erschroden, wenn sie geahnt hätte, was weiter gehah. Der Knabe blieb noch eine Weile wie in tiefen Gedanken stehen, dann machte der Siebenjährige kurz fehrt und lief unangehalten die Treppe hinunter in den Hof, auf die gefährliche Straße, zwischen den vielen Pferden und Wagen dura), an Wachtfeuern und vermummten Posten vorüber. In der besten Stube des Bürgermeisters feierten inzwischen der württembergische Rittmeister Neumann und der französische Rapliän d'Albry das Feft auf andere Werse. In der gehentetten Suppenschüssel der Bürgermeisterin dampfte der Bunich, bider Tabaksqualm erfüllte den unordentlich mit Monfurstüden be deckten Raum, und, da sich die beiden nicht recht verständigen fonnten, begnügten sie sich damit, alle Augenblide mit frisch ge füllten Gläsern anzustoßen und abwechselnd den Kaiser Napoleon oder die Waffenbrüderschaft dieses glorreichen Feldzugs hochs leben zu lassen, wogegen der Rittmeister nichts weiter einzus wenden hatte, da er ja nach Recht und Befehl mit von der Partie war. Aber eben, als der kleine Franzose mit seiner scharfen, frähenden Stimme ausrief: Deutschland faput, vive la grande armée!", flopfte es; hereintrat stampfend die ungefüge Gestalt eines württembergischen Reiters, den fleinen Knaben aus dem Pfarrhaus an der Hand führend und mit barschem Tone meldend, daß er diesen auf dem verbotenen Wege zu den Ge fangenen erwischt habe. Der Franzose ärgerte sich über die Unterbrechung, wozu die Komödie, dachte er, warum hat er ihn nicht einfach hinaus. geworfen; doch der Rittmeister lächelte behaglich über die strenge Haltung des Reiters, der sich da, seinem gemütlichen Namen Häberle zum Trotz, benahm, als sei er ein geborener Eisenfresser und habe den gefährlichsten Feind und Erzspion festgenommen. Dies Lächeln aber gab dem verschüchterten Knaben wieder Mut und, ohne den Franzosen weiter zu beachten( was diesen von neuem verstimmte), riß er sich los, füßte mit einer sehr frei. mütigen und zugleich wohlerzogenen Bewegung dem Rittmeister die Hand und sagte mit einer in dieser Umgebung rührend hell flingenden Stimme: Bater soll auch zum Weihnachtsbaum fommen..." Da strich sich der Rittmeister verlegen den Bart und erine nerte sich plötzlich an seine Jugendzeit und den eigenen Knaben zu Hause; und, weil er sich den auch so wünschte, und doch nicht sagen konnte, du bist ein waderer Schwabe oder gar ein waderer Preuße, oder vielleicht auch aus dem unflaren Bestreben, den Prahlereien seines Gegenübers einen Dämpfer aufzusetzen, fand er das bessere Wort: ,, Du bist ein tapferer fleiner Deutscher, und darum sollst du den Vater auch für diesen Abend haben." So also geschah es, daß damals noch unter dem Donner der gegen Breslau gerichteten Kanonen ein Wort von guter Bes deutung fiel und daß im Pfarrhaus zu Katte nach banger Sorge noch ein fröhliches Weihnachtsfest zu Stande fam. Weihnachts abend. Die fremde Stadt durdyschritt ich forgenvoll, der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus. Weihnachten war's, durch alle Gassen scholl der Kinderjubel und des Markts Gebraus. Und wie der Menschenstrom mich fortgespült, drang mir ein heifer Stimmlein in das Ohr: " Rauft, lieber Herr!" Ein magres Händchen hielt feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor. Ich schraf empor, und beim Laternenschein fab ich ein bleiches Kinderangesicht; wes Alters und Geschlechts es mochte sein, erfannt ich im Vorübertreiben nicht. Nur vor dem Treppenstein, darauf es jab, noch immer hört ich, mühsam wie es fchien: Rauft, lieber Herr!" den Ruf ohn' Unterlaß; doch hat wohl feiner ihm Gehör verlieh'n. Und ich? War's Ungejdhid, war es bie Scham, am Weg zu handeln mit dem Bettellind? Eh meine Hand zu meiner Börje lam, verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind. Doch als ich endlich war mit mir allein, erfaßte mich die Angst im Herzen so, als jag' mein eigen Rind auf jenem Glein und schrie nach Brot, indessen ich entfloh. Theodor Storm. Der Mann ohne Weihnacht. Manchmal möchte man meinen, die Welt sei ein Glashaus, und für den, der Augen hat, ist sie es auch. Es war Weihnachten. Hohe, vollbehangene Bäume mit Lichtern standen in den Zimmern. Auf den Tischen lagen Berge von Gaben für Vater, Mutter und Kinder. Bescheidezze Bäumchen brannten in anderen Räumen. Auf gedeckten Tischen lagen bescheidene Gaben, Bücher, Spielzeug und viele nügliche Dinge, Kleider, Schuhe, Kleingerät, Zigarren für den Vater, Schreibhefte für den Zweitjüngsten, die er ohnehin in nächster Zeit gebraucht hätte. Auf einem dritten Tisch lag sajt gar nichts. Unglück und Not hausten im Raum, den fein Bäumchen erhellte. Tränen rollten über die Wangen einer blassen Frau. Ein Kindlein spielte auf dem Stubenboden. In der Kammer nebenan lag ein franker Mann. Von Wilhelm Schussen. Flügelafforde ertönten. Süßer Geigenschmelz stieg gen Simmel. Die goldgeflügelten Engel an den Christbäumen jubel fen mit. Ein schlichter Familienchor sang„ Stille Nacht, heilige Nacht". ,, Wenn mein Mann wieder gesund wird, will ich alles an dere gern noch ertragen." Von neuem rollten die Tränen. Es war ein Bethlehem, wie es auf ewig im Buche steht. Ein leines Bäumchen stand auf einem Edbrett. Auf dem Stubentisch lag dies und das, nicht viel und doch eben etwas. Ein Häuflein Kinder gligerte das brennende Bäumchen an. Die Kinder wollten fingen und quälten die Mutter, doch endlich ein Lied anzustimmen. Aber der Mann am Tisch wollte es nicht haben. Der ganze Abend ging ihm auf die Nerven. Er stühle den Kopf in die Hände und starrte finster ins Leere.„ Die Tische